Erdgas: Klimaeffekt des Abfackelns unterschätzt


Unterschätzte Emissionen: Erst vor wenigen Wochen machte das verstärkte Abfackeln von Erdgas in russischen Anlagen Schlagzeilen. Jetzt enthüllt eine Studie, dass dieses in der Öl- und Gasindustrie verbreitete „Flaring“ noch klimaschädlicher ist als gedacht. Denn solche Anlagen verbrennen im Schnitt nur 91 Prozent des Methans zu Kohlendioxid, einige dieser Anlagen setzen das potente Treibhausgas sogar ohne Verbrennung frei. Allein in den USA wird dadurch fünfmal mehr Methan über das Abfackeln freigesetzt als angenommen, wie die Forschenden in „Science “ berichten.

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Weltweit wird in der Öl- und Gasförderung überschüssiges Erdgas abgefackelt – aus Sicherheitsgründen oder weil es bisher billiger war als Abtrennung und Transport. ©Digital Vision/ Getty images

Eigentlich ist Erdgas spätestens seit Beginn des Ukrainekriegs weltweit knapp, die Nachfrage nach Flüssiggas und Pipelinegas aus nichtrussischen Vorkommen hat rasant zugenommen. Trotzdem ist es in der Öl- und Gasindustrie nach wie vor gängige Praxis, größere Mengen von Erdgas abzufackeln. Das passiert manchmal aus Sicherheitsgründen, um drohenden Überdruck zu vermeiden. Aber in Ölfeldern wird das als Beiprodukt auftretende Erdgas oft auch routinemäßig abgefackelt, weil sich das Weiterverarbeiten und Abtransportieren nicht lohnt.

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