Warum Kreuzverweise auf die Protestanten eine Zerreißprobe sind


Kardinal Koch hatte sich in seiner Kritik am Synodalen Weg auf die Deutschen Christen während der Nazi-Zeit bezogen – und damit einen Eklat verursacht. In seinem Gastbeitrag erläutert der Salzburger Theologe Hans-Joachim Sander, warum Kreuzverweise auf die Protestanten dem Katholischen schaden.

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Kardinal Kochs Vergleich des deutschen katholischen Synodalen Wegs mit den nationalsozialistischen protestantischen Deutschen Christen ist indiskutabel, die Empörung zu Recht groß und eine weitere inhaltliche Kritik nicht nötig. Es gibt darin allerdings ein formales Moment, das wir nicht zum ersten Mal aus dem Vatikan hören. Der Vergleich spielt über die Bande der protestantischen in die katholische Kirche hinein. Es ist ein Kreuzverweis – ein Stilmittel, das auch der Papst bereits verwendet hat. Kreuzverweise haben es in sich, weil man sich leicht darin verheddern kann.

Einerseits nutzt der Kardinal die Deutschen Christen, um gegen angebliche neue Offenbarungsquellen in der katholischen Kirche in Deutschland im Jahr 2022 in Gestalt der Zeichen der Zeit anzugehen. Deshalb lobte er die Barmer Theologische Erklärung, die 1934 gegen derlei Erweiterung aufstand.

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