Die neue Bevollmächtigte der Evangelischen Kirche in Deutschland, Anne Gidion, versteht den Wunsch der Politik nach einer Ablösung der Staatsleistungen an die Kirchen, sieht aber auch Probleme. Diese lägen allerdings auf Länderebene.
„Es ist Zeit, nach über 100 Jahren endlich den Verfassungsauftrag zur Ablösung der Staatsleistungen zu erfüllen“, sagte Gidion dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die eigentliche Schwierigkeit liege aber auf Ebene der Länder.
„Wenn es ein Bundesgesetz gibt, müssen die konkreten Ablöseregelungen zwischen Ländern und Landeskirchen verhandelt werden“, erklärte die neue Bevollmächtigte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Dort seien nach Corona die Kassen klamm, deswegen müsse über die Modalitäten geredet werden. Gidion regte an, nicht nur über Ablösezahlungen zu reden, „sondern auch über Gebäude und Grundstücke“.
Entschädigung für Enteignung kirchlicher Güter
Staatsleistungen erhalten die Kirchen als Entschädigung für die Enteignung kirchlicher Güter und Grundstücke im Zuge der Säkularisierung vor allem Anfang des 19. Jahrhunderts. Sie sind von der Kirchensteuer zu unterscheiden und betragen aktuell rund eine halbe Milliarde Euro pro Jahr an evangelische und katholische Kirche.
