Die Grenzpolizei hat im Juni Flüchtlinge zurück nach Marokko gedrängt. Laut einer Untersuchung missachtete sie dabei oft internationales Recht.
Reiner Wandler | taz

Ángel Gabilondo, spanischer Ombudsmann für Bürgerrechte, macht dem Innenministerium in Madrid schwerwiegende Vorwürfe: Beim Ansturm von etwa 1.700 Flüchtlingen am 24. Juni auf den Grenzzaun, der Marokko von der spanischen Stadt Melilla in Nordafrika trennt, seien mindestens 470 Flüchtlinge umgehend abgeschoben worden.
Die Grenzschützer der spanischen paramilitärischen Polizeitruppe Guardia Civil haben sie gewaltsam durch Türen im Grenzzaun nach Marokko verbracht. Dort landeten sie erneut in den Händen der marokkanischen Gendarmerie.
Auch die ging nicht sanft mit den Betroffen um. Mindestens 23 Flüchtlinge starben. Menschenrechtsorganisationen berichten von knapp 40. Hunderte sollen verletzt worden sein, mindestens 13 von ihnen schwer.