Söder und die CSU: Endlich wieder die Alten


Wir haben sie wieder, unsere Christliche Soziale Union, wie wir sie nie liebten, aber schmerzlich vermissten. Die Kolumne.

Michael Herl | Frankfurter Rundschau

Man spürte, Markus Söder ist von einer Last befreit. Endlich darf er wieder, wie er will und muss vor öffentlichen Auftritten keine Kreide mehr fressen und keine Kröten schlucken. ©Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Eigentlich ist man ja heutzutage versucht, sich über gar nichts mehr zu wundern. So etwa darüber, dass die Deutsche Bank in diesen doch ach so mageren Zeiten einen Rekordgewinn bejubelt und auch bei Mercedes-Benz die Rendite sprunghaft steigt.

Angeblich aufgrund der vermehrten Nachfrage nach Luxuskarossen (klar, ist doch logisch, wer nichts zu fressen hat, kauft sich ein dickes Auto) – doch bei beiden Unternehmen dürfte wohl ein drohender Dritter Weltkrieg der Hauptgrund für das plötzliche Wohlergehen sein.

Ein weiterer Anlass, sich nicht mehr zu wundern, kommt aus Bayern, besser gesagt aus Franken, ist 1,94 Meter groß und heißt Markus. Besser gesagt Markus Söder. Dieser gab in den vergangenen Jahren eine Art wandelnde Wundertüte. Er gerierte sich grüner als die Grünen jemals waren, schwadronierte von Energiewende und Artenschutz wie vor ihm niemand in der CSU – und nach ihm wahrscheinlich auch nicht.

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