Wegen ihrer „Islam“-Berichte greift ein Verein einzelne Journalisten an – mit dabei: Lichtenbergs Gerichtspräsident. Nun äußerte sich Justizsenatorin Kreck.
Pascal Bartosz | TAGESSPIEGEL

Wie halten es Berlins mächtige Gerichtspräsidenten mit der Pressefreiheit? Justizsenatorin Lena Kreck (Linke) hat sich indirekt zu den umstrittenen Aktivitäten des Präsidenten des Amtsgerichts Lichtenberg, Werner Gräßle, geäußert. Der Jurist ist Vize-Vorsitzender eines Vereins, der unter dem Namen „Ohne Unterschiede – für einen fairen Umgang mit Muslimen“ die Berichterstattung zu diversen Aspekten des Themas „Islam“ kritisiert und Journalisten namentlich öffentlich denunziert.
„Journalisten und Journalistinnen müssen zu jeder Zeit ungehindert ihrer Arbeit nachgehen können“, sagte Senatorin Kreck am Mittwoch im Rechtsausschuss des Abgeordnetenhauses auf CDU-Anfrage. „Der Berliner Senat steht selbstverständlich für die Pressefreiheit ein.“ Man wende sich dabei auch gegen „Einschüchterung“ von Medienmachenden, ergänzte Kreck, allerdings ohne konkreter zu werden.