Massenexodus aus der katholischen Kirche geht weiter: Warten auf römische Signale


Auch das Jahr 2022 sieht die katholische Kirche in Deutschland in der Defensive. Die Zahl der Christen in Deutschland sank erstmals unter 50 Prozent. Das ist ein Meilenstein in der Geschichte. Doch es gibt auch Lichtblicke.

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Bischöfe verlassen nach einer Versammlung der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz im September 2022 das Stadtschloss in Fulda. Vorne: Stephan Burger (l.), Erzbischof von Freiburg, und Peter Kohlgraf, Bischof von Mainz / ©Harald Oppitz ( KNA )

Es ist keine Übertreibung, von einem Meilenstein in der Geschichte Deutschlands zu sprechen: Erstmals gehören weniger als die Hälfte der Deutschen einer der großen Kirchen an. Noch 21,6 Millionen sind katholisch. Vom Ende der „Volkskirche“ ist die Rede.

Negativtrend setzt sich fort

Insbesondere für die katholische Kirche zeigen die Statistiken in die negative Richtung. Der Massenexodus verläuft ungebremst: 2021 kehrten 359.338 Katholikinnen und Katholiken ihrer Kirche den Rücken; ein Höchstwert. Der Anteil der Gottesdienstbesucher ist auf 4 Prozent gesunken. Dazu kommen die Auswirkungen des demografischen Wandels.

Die Zahl der Taufen und Neueintritte liegt in beiden Kirchen deutlich unter der Zahl der Beerdigungen.

Vieles deutet darauf hin, dass auch der gesellschaftliche Einfluss der Kirchen schwindet. Beim Katholikentag im Mai in Stuttgart waren zwar Bundespräsident und Bundeskanzler dabei, doch die Kabinettsriege war, anders als sonst, dünn vertreten.

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