Deutschlands Untergrund ist wärmer als gedacht


Tiefe Hitze: Die Erdkruste unter Deutschland ist unerwartet warm, wie eine neue Kartierung enthüllt. Demnach liegt der Wärmefluss im Untergrund im Schnitt bei 78 Milliwatt pro Quadratmeter – und damit um rund 20 Prozent höher als zuvor angenommen. Besonders viel Wärme aus dem Erdinneren dringt im Erzgebirge, Oberrheingraben und Schwarzwald in Oberflächennähe. Eher kühl ist der Untergrund hingegen im Bayrischen und Pfälzer Wald. Das verrät Grundlegendes über die Geologie, aber auch das Potenzial für die Geothermie.

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Bisherige Messpunkte für die Wärmefluss-Messung in Deutschland. Die hellen Säulen symbolisieren Datenpunkte mit hoher Qualität, die roten solche mit geringer Qualität. ©GFZ; erstellt mit QGIS/ OpenStreetMap

Der Wärmefluss im Untergrund ist ein entscheidendes Merkmal unseres und anderer terrestrischer Planeten. Denn er verrät, wie viel Hitze im Erdinneren entsteht und wie die Schichten beschaffen sind, durch welche die Wärme an die Oberfläche gelangt. Das Messen des Wärmeflusses in der Erdkruste erlaubt zudem Rückschlüsse auf geologische und tektonische Prozesse und Strukturen, wie Schwächezonen, massive Gebirgswurzeln oder vulkanisch-hydrothermale Zonen.

Umso wichtiger ist es, den Wärmefluss im Untergrund möglichst genau zu kennen. Deshalb arbeitet die International Heat Flow Commission (IHFC) zurzeit daran, die in einer globalen Datenbank gesammelten Daten zum Wärmestrom in verschiedenen Regionen zu überprüfen und zu standardisieren.

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