Indonesien stellt ausserehelichen Sex unter Strafe


Indonesien gilt als Beispiel dafür, dass Säkularismus, Liberalismus und Pluralismus mit dem Islam vereinbar sind. Allerdings ist das Land unter Präsident Joko Widodo konservativer geworden, wie eine Gesetzesrevision zeigt.

Matthias Müller | Neue Zürcher Zeitung

Umstrittene Kriminalisierung von ausserehelichen Beziehungen: Die Revision des Strafgesetzbuches führte bereits 2019 zu Protesten. Ed Wray / Getty

Eine Revision des Strafgesetzbuches ist ein weiteres Indiz dafür, dass Indonesien während der Amtszeit des Präsidenten Joko Widodo konservativer geworden ist. So wird nach der Gesetzesnovelle ausserehelicher Geschlechtsverkehr verboten sein. Wer dagegen verstösst, kann zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt werden.

Das überarbeitete Strafgesetzbuch, das noch im Dezember verabschiedet werden soll, verbietet künftig auch die Beleidigung des Präsidenten oder staatlicher Institutionen sowie die Äusserung von Ansichten, die der indonesischen Staatsideologie zuwiderlaufen. Wer das Staatsoberhaupt beleidigt, kann zu einer Haftstrafe von bis zu drei Jahren verurteilt werden. Auch steht es künftig unter Strafe, vor der Ehe zusammenzuleben. Der stellvertretende Justizminister Edward Omar Sharif Hiariej sagte der Nachrichtenagentur Reuters, man sei stolz darauf, dass das Strafgesetzbuch mit indonesischen Werten in Einklang stehe. Dessen derzeitige Fassung ist 1918 in Den Haag während der niederländischen Kolonialherrschaft verabschiedet worden.

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