Theologe Häring will Lehre von der Erbsünde überwunden sehen


Der Theologe Hermann Häring macht die christliche Lehre von der Erbsünde für viele kirchliche Fehlentwicklungen verantwortlich. So habe die Lehre im Katholizismus zum Beispiel massiven Klerikalismus begünstigt, erklärte er.

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Bild: Lucas Cranach d. Ä. 1530 (public domain)

Die Lehre besagt vereinfacht, dass auf jedem Menschen als einem Nachfahren von Adam und Eva von Geburt an die Erbsünde lastet.

Häring schreibt in einem Beitrag für die Zeitschrift „Christ in der Gegenwart“, auch die katholische Kirche sei durch „dieses dunkle, traumatisierende Menschenbild geprägt“. Der Erbsündenglaube habe „zu einer allgemeinen Freiheits- und Weltangst, zur Angst vor Selbstständigkeit und Autonomie, schließlich zu Sexualphobie und Frauenhass“ geführt.

Massiven Klerikalismus begünstigt

Im Katholizismus habe die Lehre massiven Klerikalismus begünstigt, weil eine Elite notwendig geworden sei, um Menschen kraft Amtes Gnade zu vermitteln. Es gelte, das „Erbsündensyndrom“ zu überwinden, das in Traditionen, Liturgie, Kirchenliedern und Gebeten bis heute tief verankert sei, so Häring. Verantwortlich für die Fehlentwicklungen macht Häring vor allem den Apostel Paulus und den Kirchenvater Augustinus.

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