Nach taz-Recherchen über rassistische und extremistische Äußerungen von Mitarbeitern haben die Johanniter intern ermittelt. Jetzt will der christliche Verband „klare Kante“ zeigen.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) will mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket künftiges Fehlverhalten von Haupt- und Ehrenamtlichen vermeiden. So soll unter Einbindung der Mitarbeiter ein Verhaltenskodex erarbeitet werden, sagte Jörg Lüssem vom Bundesvorstand der christlichen Hilfsorganisation am Dienstag in Berlin. Es gehe darum, Werte und Leitlinien des Verbandes in den Alltag zu übersetzen.
Die Johanniter reagieren damit auf eine taz-Recherche über Rechtsextremismus und Rassismus im Rettungsdienst, die Mitte September veröffentlicht wurde. Es wurde darin unter anderem beschrieben, wie ein Mitarbeiter der Johanniter in Köln die Geburtstage von Nazigrößen in einen Kalender auf der Wache eintrug und die Organisation wenig Interesse an Aufklärung zeigte. Auch rassistische Witze in Chatgruppen und rechtsextreme Propaganda auf Rettungswachen wurden thematisiert. Es wurden auch Fälle geschildert, in denen Patient*innen mit Migrationshintergrund offenbar schlechter behandelt wurden, weil Rettungskräfte rassistische Vorurteile haben. Neben den Johannitern versprachen auch die Malteser Aufklärung, welche nach taz-Recherchen gar nicht so einfach zu sein scheint.