Frieden in der Ukraine ist möglich: So könnte er aussehen


Der Krieg in der Ukraine ist ein äußerst gefährlicher Krieg zwischen atomaren Supermächten. Nun gibt es positive Signale aus Washington und Moskau für Verhandlungen. Die Fehler der Vergangenheit müssen korrigiert werden.

Jeffrey D. Sachs | TELEPOLIS

Die Skulptur „Non-Violence“ oder „Knotted Gun“ des Künstlers Carl Fredrik Reuterswärd unter einer Schneedecke am UN-Hauptquartier in New York City. Bild: Mark Garten / UN

Es gibt einen neuen Hoffnungsschimmer für ein schnelles Ende des Krieges in der Ukraine im Zuge von Verhandlungen.

In seiner Pressekonferenz mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron erklärte Präsident Joe Biden:

Ich bin bereit, mit Herrn Putin zu sprechen, wenn er tatsächlich ein Interesse daran hat, einen Weg zur Beendigung des Krieges zu finden. Das hat er bisher nicht getan. Wenn das der Fall ist, bin ich in Absprache mit meinen französischen und meinen Nato-Freunden offen dafür, mich mit Putin zusammenzusetzen, um zu sehen, was er will, was ihm vorschwebt.

Der Sprecher von Präsident Wladimir Putin entgegnete, Russland sei zu Verhandlungen bereit, die darauf abzielten, „unsere Interessen zu wahren“.

Jetzt ist es an der Zeit für eine Vermittlung, die sich auf die Kerninteressen und den Verhandlungsspielraum der drei Hauptkonfliktparteien stützt: Russland, der Ukraine und den Vereinigten Staaten.

Der Krieg ist für die Ukraine verheerend. Laut EU-Präsidentin Ursula von der Leyen hat die Ukraine bereits 100.000 Soldaten und 20.000 Zivilisten verloren. Nicht nur die Ukraine, sondern auch Russland, die USA und die EU – ja die ganze Welt – könnten von einer Beendigung des Konflikts enorm profitieren, da sowohl die nukleare Bedrohung, die heute über der Welt schwebt, als auch die verheerenden wirtschaftlichen Folgen des Krieges beseitigt würden.

Kein Geringerer als der Vorsitzende der US-Generalstabschefs General Mark A. Milley hat auf eine politische Lösung des Konflikts auf dem Weg von Verhandlungen gedrängt und festgestellt, dass die Chancen der Ukraine auf einen militärischen Sieg „nicht hoch“ sind.

Es gibt vier Kernfragen, über die verhandelt werden muss: Die Souveränität und Sicherheit der Ukraine, die heikle Frage der Nato-Erweiterung, das Schicksal der Krim und die Zukunft des Donbass.

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