Schweden wartet seit Monaten auf die türkische Zustimmung ihrer Nato-Mitgliedschaft. Wie weit das Land dafür bereits gegangen ist, zeigt ein bisher unbekanntes Regierungsdokument. Kann Ankara damit besänftigt werden?
Maxi Beigang | TAGESSPIEGEL

Im Frühling schien alles klar zu sein. Schweden, Finnland und die Türkei wurden sich beim Madrider Nato-Gipfel im Juni einig. Ankara gab seinen Widerstand gegen die Aufnahme beider Länder ins Verteidigungsbündnis offiziell auf, stellte im gemeinsamen Abkommen aber ein gutes Dutzend Bedingungen an die Regierungen in Stockholm und Helsinki.
Jetzt, ein knappes halbes Jahr später, hat sich kaum etwas bewegt. Aus dem skandinavischen Wunsch, den Aufnahmeprozess mit Blick auf die russischen Aggressionen zu beschleunigen, ist ein zäher Prozess um Ankaras Gunst geworden.
In einem bisher unbekannten Dokument der schwedischen Regierung, das die Tageszeitung Dagens Nyheter am Mittwochnachmittag veröffentlichte, zeigt sich nun, wie weit das Land bereits auf die türkischen Forderungen eingegangenen ist. Datiert ist die Bestandaufnahme auf den 25. November, am selben Tag trafen sich Regierungsvertreter aller drei Länder in Stockholm.