
Autor Giovanni A. Fava ist überzeugt, dass die individuellen Schicksale von Menschen, ihre Lebensumstände und Erfahrungen bei der Behandlung psychischer Erkrankungen wichtig sind. Wenn Ärzte und Therapeuten Medikamente und Behandlungsformen sorgfältig wählen, können sie ihren Patienten ein gutes, zufriedenes Leben zu ermöglichen.
Stefanie Uhrig | Spektrum
Psychotherapie ist immer auch eine begleitete Selbsttherapie – davon ist der Psychiater und Psychotherapeut Giovanni A. Fava überzeugt.
Das bedeutet: Patienten müssen einen eigenen Anteil an ihrer Genesung leisten, indem sie sich an Therapiepläne halten und im Alltag Dinge tun, die gut für sie sind und die Symptome verbessern. Ärzte und Therapeuten sollten Medikamente und Behandlungsmethoden sorgfältig wählen und individuell auf ihre Patienten abstimmen. Außerdem sollten sie nicht nur auf die Symptome schauen, sondern den Betroffenen ein gutes, zufriedenes Leben ermöglichen.
Die Kapitel dieses Buchs sind ursprünglich in einer Reihe von Artikeln in der Zeitschrift »Ärztliche Psychotherapie« erschienen, den so genannten »Federn«. Daher richtet sich »Nicht krank ist nicht gesund genug« vorrangig an (ärztliche) Psychotherapeuten. Das Buch ist aber auch für interessierte Laien angenehm lesbar. Jedes Kapitel stellt eine eigene Patientengeschichte dar oder verfolgt einen bestimmten Gedanken, doch stets lautet die Botschaft: Die medizinische Realität ist oft anders, als es Wissenschaftler in medizinischen Studien annehmen (müssen). Unkomplizierte Lösungen, die wir uns für alle möglichen Leiden erhoffen, gibt es oft nicht.