Die Vendetta des Georg Gänswein


Seit dem Tod von Benedikt XVI. attackiert sein ehemaliger Privatsekretär Georg Gänswein den amtierenden Papst Franziskus. Der Pontifex aus Argentinien ist nicht amüsiert

Dominik Straub | DERSTANDARD

Georg Gänswein sorgt mit Attacken auf Papst Franziskus für Aufsehen. Foto: APA/AFP/TIZIANA FABI

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. war gerade einmal seit 48 Stunden tot und noch nicht begraben, als sein Privatsekretär die Feindseligkeiten eröffnete: In einem Interview erklärte Georg Gänswein, dass es Benedikt XVI. das Herz gebrochen habe, als Franziskus die unter ihm erfolgten Erleichterungen zum Lesen der Alten Messe (also in lateinischer Sprache) wieder rückgängig gemacht habe. Kurz darauf legte der deutsche Erzbischof nach: Er sei „schockiert und sprachlos“ gewesen, als er von Franziskus 2020 als Präfekt des päpstlichen Hauses suspendiert worden sei. Er habe sich als „halbierter Präfekt“ gefühlt.

Die dritte und bisher letzte Attacke gegen Franziskus erfolgte kurz nachdem Benedikt XVI. am Donnerstag in der Krypta des Petersdoms beigesetzt worden war: Joseph Ratzinger, so sein ehemaliger Privatsekretär, habe an Franziskus geschrieben, dass gegen die Gender-Politik ein „starker und öffentlicher Widerstand“ geleistet werden müsse. Auf den Brief habe der amtierende Papst nicht reagiert. Die Kritik äußerte Gänswein in zwei Auszügen aus seinem Buch Nichts als die Wahrheit, das demnächst erscheinen soll.

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