Seit dem Ukraine-Krieg holt Europa ausgelagerte Produktion zurück. Das wird abgehängten Regionen zugute kommen – und den Zulauf zu Rechtsparteien bremsen.
Dalia Marin | TAGESSPIEGEL

Die jüngsten Wahlen in Schweden und Italien zeigen: Der Rechtspopulismus in Europa ist weiter auf dem Vormarsch. Hierzulande hingegen bleiben die Erfolge der Alternative für Deutschland (AfD) begrenzt.
Auf dem Gebiet der alten Bundesrepublik ist die Resilienz gegen sie vergleichsweise stark ausgeprägt, in Ostdeutschland verhält es sich allerdings umgekehrt. Wie erklärt sich die Diskrepanz? Allgemeiner gefragt: Was haben Globalisierung und Rechtspopulismus miteinander zu tun?
Bevor die AfD 2013 als Anti-Euro- und Anti-Griechenland-Bailout-Partei auf der politischen Bildfläche erschien, gab es in Deutschland keine erfolgreiche rechtspopulistische Bewegung. Im Unterschied zu anderen reichen Industriestaaten spielte die Globalisierung hier beim Aufstieg des Rechtspopulismus nur eine untergeordnete Rolle – der Anteil des Handels am Bruttoinlandsprodukt steigt schließlich schon seit der Weltfinanzkrise 2008 nicht mehr. Folgerichtig verlagerte die AfD ihren Fokus schnell auf angebliche Überfremdungsgefahren und forderte, Einwanderung zu stoppen.