Aktenfunde bei Joe Biden – der „Stoff, den die Republikaner lieben“


Nach dem dritten Geheimaktenfund fordern die Republikaner umfangreiche Informationen vom Weißen Haus. Auch die Demokraten sind frustriert von der „Salamitaktik“ bei der Aufklärung

Karl Doemens | DERSTANDARD

Joe Biden gerät durch die Funde von Geheimakten in externen Räumlichkeiten in Bedrängnis. Foto: EPA / Shawn Thew

Halb Amerika kennt inzwischen das stolze zweigeschossige Giebelhaus mit Doppelgarage in waldiger Lage an einem kleinen See. Manch einer mag neidisch sein. Für James Comer aber ist die private Residenz von Joe Biden in Wilmington der Schauplatz eines Verbrechens: Er sei sehr besorgt, erklärte der republikanische Chef des mächtigen Kontrollausschusses des Repräsentantenhauses am Wochenende, dass immer noch Personen „am Tatort“ herumlaufen würden.

So weit ist es eine Woche nach den ersten Meldungen über den ersten Geheimaktenfund in einem externen Büro des Präsidenten gekommen. Scheibchenweise dringen immer neue Informationen nach außen. Vom Umfang her ist die fehlerhafte Lagerung von bislang zwei Dutzend vertraulichen Regierungsdokumenten aus Bidens Zeit als Vizepräsident weiter nicht mit dem massenhaften Beiseiteschaffen von 300 Unterlagen durch dessen Vorgänger Donald Trump zu vergleichen. Auch arbeitet Biden – anders als Trump – mit dem Justizministerium zusammen, das inzwischen einen Sonderermittler ernannt hat. Aber die öffentliche Wirkung der Affäre ist trotzdem fatal.

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