Hollerich: Wir werden kein „christliches Europa“ mehr haben


„Wir werden kein christliches Europa mehr haben, aber hoffentlich eine kleine lebendige Kirche in Europa“: Laut Kardinal Hollerich befindet man sich derzeit „in einem zivilisatorischen Wandel von riesigem Ausmaß“.

katholisch.de

Bild: ©KNA/Sven Becker  (Archivbild)

Nach Einschätzung des Luxemburger Kardinals Jean-Claude Hollerich gehört die Vorstellung von einem „christlichen Europa“ der Vergangenheit an. „Wir werden kein christliches Europa mehr haben, aber hoffentlich eine kleine lebendige Kirche in Europa“, sagte Hollerich am Mittwochabend in Frankfurt am Main. Es gebe heute viele Menschen in Europa, die mit den Begrifflichkeiten des Christentums nichts mehr anfangen könnten und schon „das Wort ‚Gott‘ nicht mehr verstehen“, sagte Hollerich. Gegenwärtig befinde man sich „in einem zivilisatorischen Wandel von riesigem Ausmaß“.

Deshalb müssten Christen künftig vor allem durch authentisches und zugewandtes Handeln Zeugnis vom christlichen Glauben geben. Man sei heute anders als zu früheren Zeiten nicht mehr in einer christlichen Gesellschaft, wo die kirchliche Lehre „zuerst kommt“, sagte Hollerich. Stattdessen sei heute zunächst die Begegnung gefragt, eine „Haltung von Offenheit und Annahme von Menschen“. Dies heiße nicht, dass die Lehre falsch sei, doch zunächst sei glaubwürdiges Handeln notwendig, um das Interesse von Menschen am christlichen Glauben zu wecken.

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