Estland will Kyjiw Streubomben zur Verfügung stellen. Dabei handelt es sich um Altlasten aus den 90er Jahren, die in Deutschland hergestellt wurden.
Barbara Oertel | taz
Estland schießt dieser Tage über das Ziel hinaus, und zwar deutlich: Einem Bericht des estnischen Internetportals err.ee zufolge will das baltische Land einer Bitte der Ukraine nachkommen und Kyjiw Streumunition zur Verfügung stellen. Dabei handelt es sich um „Ware“, die in den 90er Jahren in Deutschland hergestellt wurde und die Estland noch auf Lager hat. Ein entsprechendes Ersuchen an Berlin, für die Weitergabe der Munition grünes Licht zu geben, sei bereits ergangen.
In einem Interview mit der „Aktuellen Kamera“, der ältesten Sendung des estnischen Fernsehens, bestätigte Verteidigungsminister Hanno Pevkur die Information. Estland habe beschlossen, der Ukraine Artilleriemunition vom Kaliber 155 mm zu liefern.
Er halte es nicht für notwendig, über Einzelheiten der Vereinbarungen zwischen den Streitkräften Estlands und der Ukraine zu sprechen, insbesondere nicht über die Menge und Reichweite der Munition, sagte Pevkur.