Ein Forschungsteam der Universität Ulm hat am Freitag in Schwerin Ergebnisse einer Studie zu sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche in Mecklenburg vorgestellt. Dabei ging es auch um die Rolle des DDR-Regimes.

Sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen in der katholischen Kirche Mecklenburgs während der DDR-Zeit wurde nicht nur von der Kirche, sondern auch vom Staat vertuscht. So habe es zwischen beiden Seiten inoffizielle Abkommen gegeben, Vorkommnisse unter der Decke zu halten oder Wiederholungstäter in den Westen abzuschieben. Zudem seien beschuldigte Kleriker von der Stasi unter Druck zur Mitarbeit gezwungen worden. Das geht aus einer am Freitag vorgestellten Studie über Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche Mecklenburgs in den Jahren 1946 bis 1989 hervor. Allerdings sei die Kirche nicht von der Hauptverantwortung für die Taten zu entbinden, so die Autorinnen.
Die unter Leitung der Ulmer Psychiaterin Manuela Dudeck erstellte Untersuchung widmet sich als erste dem Thema sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche in der DDR. Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße, der das Werk als Auftraggeber entgegennahm, erklärte: „Diese Studie ist kein Endpunkt.“ Sie könne nur ein Baustein bei der Aufarbeitung von Missbrauch im Erzbistum Hamburg sein.