Chinesischer Elefant im Raum


Der Plan aus Peking, in dem Waffenstillstand und Friedensverhandlungen im Krieg gegen die Ukraine gefordert werden, könnte mehr gewürdigt werden.

Friedrich Küppersbusch | taz

Wladimir Putin und Wang Yi, leitender Außenpolitiker Chinas, im kritischen Austausch Foto: dpa

taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht vergangene Woche?

Friedrich Küppersbusch: Friedenskundgebung kommt mit den geforderten Distanzierungen nicht nach.

Und was wird besser in dieser?

Corona-Abstandsregeln übertragen.

China präsentiert einen 12-Punkte-Plan, in dem Waffenstillstand und Friedensverhandlungen im Krieg gegen die Ukraine gefordert werden. Gleichzeitig soll China Waffen an Russland liefern. Wie glaubwürdig ist die Initiative aus Peking?

Dies Junktim zwischen den zwei Meldungen fällt auf. Deutlich etwa im Interview des ukrainischen Botschafters beim RBB-„Info-Radio“: „Ich habe das Papier noch nicht gelesen, aber …“ Spiegel online schlagzeilt „China veröffentlicht 12– Punkte-Plan“, um nachfolgend prominent über Indizien zu spekulieren, China wolle Drohnen an Russland liefern. Das überspringt, dass der windige Vermittler Türkei durchaus auch Waffen in den Konflikt liefert, Drohnen an die Ukraine. Dann folgen viele Artikel längs der Melodie „Chinas prekäre Doppelstrategie“, auch in der taz. Die klare Absage an Nuklearwaffen wird gelobt, Chinas Kritik an Sanktionen verurteilt. Meist sind die stark kommentierenden Meldungen dann zu Ende, und der Elefant im Raum trötet ungehört: „Die Sicherheit einer Region sollte nicht durch die Stärkung oder Ausweitung von Militärblöcken erreicht werden.“ Da legt China ein Kernthema auf den Tisch, doch auf dem lagen gerade so viele andere interessante Meldungen herum.

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