Auf Anbauflächen für EU-Biosprit könnte laut Studie Essen für Millionen Menschen wachsen


Ein Bericht kritisiert den Flächenverbrauch für Biokraftstoffe. Mit Photovoltaik könnte auf der gleichen Fläche 40-mal mehr Energie erzeugt werden – doch Biosprit ist nicht gleich Biosprit

Philip Pramer | DERSTANDARD

Mais im Tank ist nicht immer eine sinnvolle Klimaschutzmaßnahme. Foto: AP/Stephen Groves

Wer an der Zapfsäule tankt, tankt nicht nur fossilen Sprit. Seit mehr als zehn Jahren wird dem Diesel und Benzin in der EU auch pflanzlicher Treibstoff beigemengt – je nach Mitgliedsstaat unterschiedlich viel. In Österreich waren es im Jahr 2020 etwa sechs Prozent. Das sollte ursprünglich dabei helfen, den Verkehr klimafreundlicher zu gestalten. Schließlich wachsen Energiepflanzen im Gegensatz zu den endlichen Ölvorkommen nach und emittieren beim Verbrennen nicht mehr CO2, als sie während ihrer Wachstumsphase aufgenommen haben.

Doch die Biokraftstoffe stehen schon seit längerem im Kreuzfeuer der Kritik – vor allem geht es um solchen Sprit, der aus Pflanzen gewonnen wird, die auf Flächen wachsen, wo früher Wald oder andere ökologisch wertvolle Landschaften stehen konnten. Ein am Donnerstag veröffentlichter Bericht der Umweltorganisation Transport and Environment stellt die Klimabilanz des Biosprits erneut infrage. Das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (Ifeu) hat im Auftrag der NGO berechnet, dass die derzeit in der EU und dem Vereinigten Königreich verwendeten Biokraftstoffe eine Anbaufläche von 9,6 Millionen Hektar beanspruchen – mehr als die Fläche von Irland.

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