Deutsche Regierung fällt auch bei Atomstrom für Wasserstoff um


Zuerst wurde Frankreich dabei unterstützt, Atomstrom als „grün“ in die Taxonomie aufzunehmen. Jetzt gibt die Ampel-Koalition auch den Widerstand gegen die Erzeugung „grünen Wasserstoffs“ über Atomkraft auf. Kommentar.

Ralf Streck | TELEPOLIS

Grafik: TP

Es handelte sich nur um Scheinwiderstand aus Berlin, als allseits berichtet wurde, dass die Bundesregierung sich dagegen wehren würde, aus Atomkraft erzeugten Wasserstoff als „grün“ zu kennzeichnen. Wie an dieser Stelle vorausgeahnt, ist die Ampel-Regierung schnell umgefallen.

Tatsächlich war der Widerstand, wie erwartet, nur Theaterzauber. Das „Greenwashing“ der Atomenergie geht in die nächste Phase.

„Wir werden keine Barrieren errichten oder Regeln schaffen, die Wasserstoff aus Kernenergie verbieten oder diskriminieren“, erklärte Jörg Kukies, Staatssekretär im Kanzleramt, nun in Paris. Deutschland werde den Beitrag der Kernenergie zu den Dekarbonisierungszielen der EU „anerkennen und nicht ablehnen“.

Es sieht ganz nach einer Wiederholung dessen aus, wie sich Deutschland bei der Einstufung der Atomkraft als „nachhaltig“ in der Taxonomie verhalten hat. Auch hier hatte die Ampel-Regierung zunächst in eine andere Richtung geblinkt: Es wurde Widerstand gegen den „abgekarteten Handel“ zwischen Merkel und Macron angekündigt.

Doch dann fiel die Ampel-Regierung schnell um.

Schließlich hatte die ehemalige Bundeskanzlerin durchgesetzt, dass Gas als Übergangstechnologie auch als nachhaltig eingestuft wurde. Von der grünen Umfaller-Truppe, die sogar auf das umweltschädliche Fracking-Gas aus den USA setzt, war ohnehin kein Widerstand zu erwarten.

Die Grünen haben sogar die Laufzeiten unnützer und gefährlicher Atommeiler in Deutschland verlängert, um einem Blackout in Frankreich zu begegnen.

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