Morgen werden „Abschaltfeste“ gefeiert. Befürworter der Kernkraft halten das für klimapolitisch für einen Rücktritt. Doch es gibt Gegenargumente und aktuelle Zahlen.

In Lingen, Neckarwestheim und München feiern Anti-Atom-Initiativen am Samstag „Abschaltfeste“: Nach dreieinhalb Monaten Streckbetrieb gehen die letzten drei Atomkraftwerke in Deutschland vom Netz. Während dies von Umweltbewegten auch als „gut fürs Klima“ gefeiert wird, widerspricht Jasper von Altenbockum in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung:
Klimapolitisch gesehen ist der Atomausstieg ein Rückschritt. Das macht deutlich, dass es in der deutschen „Transformation“ nie nur um Energiepolitik ging. Eine ebenso große Rolle spielt die Gesellschafts- und Kapitalismuskritik.
Jasper von Altenbockum, FAZ
Letzteres trifft sicher teilweise zu, was den Druck von Straße angeht. Die häufig auch aus den Reihen von Union und FDP zu hörende Behauptung, der Atomausstieg stehe im Widerspruch zum Klimaschutz, weist Armin Simon von der Organisation .ausgestrahlt aber zurück: „Die Anti-Atom-Bewegung hat nicht nur den Ausstieg aus der Atomkraft durchgesetzt, sondern auch den Einstieg in die erneuerbaren Energien“, betonte er an diesem Freitag.
„Deren Ausbau hat nicht nur den Atomstrom komplett ersetzt, sondern darüber hinaus fast nochmal so viel Kohlestrom“, so Simon. Letzteres gehe aus den aktuellen Zahlen der AG Energiebilanzen e.V. hervor.
„Im Nachhinein betrachtet ein schlechter Deal“
Nach Berechnungen der Umweltorganisation Greenpeace und der Genossenschaft Green Planet Energy sind durch die Laufzeitverlängerung der letzten drei Kernkraftwerke über den Winter nur 0,3 Prozent des bundesweiten Gasverbrauchs eingespart worden. Insgesamt sei dadurch der Erdgasverbrauch um 2,2 Terawattstunden gesunken, was nur etwa 0,3 Prozent entspricht, teilte die Organisation an diesem Freitag unter Berufung auf die gemeinsame Studie mit Green Planet Energy mit.