Verborgene Zeitzeugen: Unter dem dichten Kronendach des Amazonas-Regenwalds verbergen sich wahrscheinlich noch 10.000 bis 20.000 nicht entdeckte Erdbauten, Geoglyphen und Siedlungsspuren, wie eine LIDAR-Kartierung nahelegt. Dabei stießen die Forschenden schon in einem winzigen Ausschnitt des Regenwalds auf 24 Großstrukturen, die vor mehr als tausend Jahren als Befestigung oder zu zeremoniellen Zwecken angelegt wurden. Ihrer modellgestützten Prognose zufolge verbergen sich vor allem im Südwesten des Gebiets noch tausende solcher Kulturzeugnisse.

Der Amazonas-Regenwald wirkt in weiten Teilen unbesiedelt und unberührt, doch das täuscht. Schon vor tausenden von Jahren siedelten hier indigene Kulturen und veränderten ihre Umwelt für ihre Zwecke. Davon zeugen kilometerlange Gräben, Erdwälle und künstliche Hügel, die aus der Luft betrachtet geometrische Muster bilden. Die meisten dieser bisher gut 900 bekannten Geoglyphen und Siedlungsspuren stammen aus der Zeit vor 500 bis 1.500 Jahren. Ihr Zweck und ihre Gesamtzahl sind jedoch bisher weitgehend ungeklärt.