Komplexitätsforscher sieht Gefahr für Systemkollaps in den USA


Karin Krichmayr | DERSTANDARD

Der Sturm auf das Kapitol vom 6. Jänner 2021 zeige, wie „extrem fragil das politische System in den USA“ ist, sagt Peter Turchin. Getty Images

Das alte Ägypten, das Römische Reich, die Maya oder die chinesische Qing-Dynastie: All diese leuchtenden Zivilisationen kollabierten irgendwann. Geboren in der damaligen Sowjetunion hat Peter Turchin einen solchen Zusammenbruch selbst erlebt, allerdings schon aus dem Exil. Er ging 1977 in die USA, als sein Vater, der Dissident und Kybernetiker Valentin Turchin, zur Emigration gezwungen wurde. Heute forscht Peter Turchin am Complexity Science Hub (CSH) in Wien.

Seit drei Jahrzehnten untersucht er den Aufstieg und Fall von Gesellschaften mithilfe von komplexen mathematischen Methoden. Die Muster, die er dabei fand, weisen darauf hin, dass die derzeitigen offensichtlichen Krisen Vorboten für einen gesellschaftlichen Kollaps darstellen. Als Doomer will er aber nicht missverstanden werden, ein Zusammenbruch sei vermeidbar.

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