Das musst du über die neu gegründete Cannabis-Kirche wissen

Quelle: Denver Post via Getty Images/Denver Post
Der US-Bundesstaat Colorado ist bekannt für seinen liberalen Umgang mit dem Rauschmittel. Die „Elevationisten“ huldigen Cannabis jetzt sogar in einer renovierten Kirche. Aber nicht jeder darf mitmachen.

Von Philipp Nagels | DIE WELT

Falls du dich immer gefragt hast, wie eine Kirche aussehen würde, in der Menschen zusammenkommen, um die heilige „Mary Jane“ zu preisen, dann haben wir eine gute Nachricht:

Es gibt diese Kirche, sie heißt International Church of Cannabis, und wir haben Bilder.

Gegründet wurde die Gemeinde von Steve Merke and Lee Molloy. Sie ist beherbergt in einer gut hundert Jahre alten Kirche in Denver, die Berge und Molloy renoviert und für ihre Zwecke umgestaltet haben. „Elevationists“, so nennen sich die Mitglieder. Sie wollen sich also erheben, erhöhen, und dies kiffenderweise.

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Camel and Christ accept their Burdens Kneeling

Die äußere Haltung des Kniens unterstützt die innere Haltung der Demut gegenüber Gott, betont Bischof Robert Morlino.

kath.net

Robert Morlino, der Bischof der Diözese Madison (US-Bundesstaat Wisconsin), hat alle Angehörigen seines Bistums ersucht, die Kommunion kniend in den Mund zu empfangen. Damit soll die Ehrfurcht vor der realen Gegenwart Christi in der Eucharistie verstärkt zum Ausdruck gebracht werden, sagt Morlino bei der Chrisammesse am 11. April.

Die äußere Haltung des Kniens unterstütze die innere Haltung der Demut gegenüber Gott, ergänzt Brent King, Direktor der Öffentlichkeitsarbeit der Diözese Madison. Die Bitte seines Bischofs sei keine strikte Vorgabe. Niemandem würde die Kommunion verweigert, wenn er sie in die Hand empfangen wolle, fügt er hinzu.

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*Die Überschrift ist ein Zitat von Ambrose Bierce.

Stuttgart: Streit um Kehrgebühren – Evangelische Kirche will nicht bezahlen

Bild: tilly
Die Stadt Stuttgart will von der evangelischen Kirche mehr als 20 000 Euro fürs Kehren im Hospitalviertel. Die Kirchen hält das für überzogen und klagt gegen die Stadt vor dem Verwaltungsgericht.

Von George Stavrakis | Stuttgarter Zeitung.de

Am Mittwoch kommt es vor dem Verwaltungsgericht (VG) zum Schwur: Die evangelische Kirchengemeinde klagt gegen die Stadt. Denn die Verwaltung will von der Kirche für das Jahr 2014 genau 20 419,77 Euro Gehwegreinigungsgebühren. Die Reinigung, auch im Hospital- und Leonhardsviertel, diene dem Allgemeininteresse und könne nicht den Anliegern auferlegt werden, wendet die Kirche ein.

Ein wahrer Proteststurm war losgebrochen, nachdem die Stadt die Satzung für die Gehwegreinigung Ende 2013 geändert hatte. Das Hospital-, Gerber- und Leonhardsviertel wurden neu der Reinigungszone I zugeschlagen. In dieser Zone sollte die Kehrgebühr jährlich 68,95 Euro je laufenden Meter Gehweglänge betragen. Die Stadt begründete die Neufassung unter anderem mit der „zunehmenden Verschmutzung im Innenstadtbereich“.

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Klimawandel: Wie viel Handlungsspielraum bleibt der Menschheit?

Bild: NASA
Wissenschaftler gehen von einem Erdsystem mit neun Schwellenwerten aus, die teils schon überschritten wurden

Von Jutta Blume | TELEPOLIS

Wer daran zweifelt, dass die Menschheit den Klimawandel in den Griff bekommt, wird wenig beruhigt sein zu hören, dass dieser nur einer von neun grundlegenden Prozessen im Erdsystem ist, die durch menschliche Aktivitäten derzeit weitreichend verändert werden. Bei der Erderwärmung haben sich die Staaten in Paris auf einen Grenzwert von 1,5 bis maximal 2 Grad Celsius geeinigt, den es nicht zu überschreiten gilt.

Dieser Wert ist nicht willkürlich, sondern basiert u.a. auf Analysen und Modellen des IPCC. Wissenschaftler gehen seit einigen Jahren davon aus, dass solche Schwellenwerte in allen neun definierten Bereichen des Erdsystems bestehen, also etwa auch für die Biodiversität oder die Wassernutzung. Werden diese Schwellen überschritten, kann es zu plötzlichen, sich selbst verstärkenden und irreversiblen Veränderungen kommen.

In dem Aufsatz „Planetary Boundaries: Exploring the Safe Operating Space for Humanity“ wurde das Konzept eines begrenzten Erdsystems 2009 erstmals formuliert. 2015 erschien in Science eine aktualisierte Version des Konzepts, die gleichzeitig besagte, dass die sicheren Bereiche in Bezug auf den Verlust an Biodiversität, den Stickstoff- und Phosphoreintrag, die Landnutzungsänderung und den Klimawandel bereits überschritten seien. Die weiteren globalen Grenzen beziehen sich auf den Süßwasserhaushalt, die Ozeanversauerung, die Belastung der Atmosphäre mit Aerosolen, den stratosphärischen Ozonabbau und den Eintrag neuer Substanzen (von Chemikalien über Plastikpartikel bis hin zu radioaktiven Stoffen).

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Ehemalige Geistliche beichten, warum sie vom Glauben abgefallen sind

Ecce Homo von Antonello da Messina | Wikipedia | gemeinfrei
Es ist nichts Neues, dass der Kirche die Mitglieder weglaufen. Auch wenn der Trend in den letzten Jahren etwas abgeflacht ist, ist die Zahl der Taufen und Trauungen weiterhin niedriger als die der Austritte. Was ist aber, wenn nicht die Schäfchen abhauen, sondern die Hirten?

Von Annie Armstrong | VICE.com

Wie ist ein Austritt, wenn der Glauben dein ganzes Dasein bestimmt hat? Wenn du Jahre dafür studierst und in Seminaren verbracht hast, dein ganzes Leben um den Glauben herum aufgebaut hast? Was machst du, wenn dir dämmert, dass die Verbindung zwischen dir und deiner höhere Macht verschwunden ist?

Für solche Fälle ist das Clergy Project da, eine Online-Plattform für ehemalige Geistliche, die an irgendeinem Punkt in ihrem Leben den Atheismus für sich entdeckt haben. Die 2011 in den USA gegründete Gruppierung möchte den verlorenen Hirten dabei helfen, die ethischen und philosophischen Problemr zu bewältigen, die mit einem Abfall vom Glauben einhergehen, und sie dabei unterstützen, ins weltliche Leben einzutauchen.

Wir haben mit einigen ehemaligen Geistlichen des Clergy Projects darüber gesprochen, wie und warum sie sich von ihrem jeweiligen Glauben losgesagt haben.

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Internet: KI entlarvt gefälschte Bilder

Fake News werden oft von gefälschten Bildern begleitet. Eine neue SOftware erkennt, wenn Kontext oder Inhalt nicht stimmen. © jinga80, kchungtw/ thinkstock
Fake Images auf der Spur: Eine neue Software kann gefälschte und manipulierte Bilder im Internet erkennen – und so Fake News auch anhand ihrer Fotos entlarven. Die künstliche Intelligenz prüft dafür, ob das gleiche Bild schon woanders im Netz erschienen ist, ob der Kontext stimmt und ob das Foto vielleicht nachträglich manipuliert wurde. Die Software läuft als Browser-Add-on und warnt Internetnutzer, wenn ein solches Falschbild auf dem Screen erscheint.

scinexx

Fake News haben zwar eine lange Tradition, aber selten war ihr Einfluss und ihre Verbreitung so groß wie heute. Vor allem in den sozialen Medien werden häufig Nachrichten gepostet und geteilt, die falsche Tatsachen oder gezielte Desinformation enthalten. Häufig sind solche Fake News mit falschen, aus einem anderen Kontext stammenden, oder manipulierten Bildern illustriert.

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Zypern: 80 Euro pro Portion Rotkehlchen

© dpa Ein Fächer-Waldsänger klebt auf Zypern an einer Leimrute fest.
Auf dem Weg nach Deutschland bleiben Millionen Zugvögel auf Zypern in Netzen hängen oder an Leimruten kleben. Dann landen sie auf dem Teller. Naturschützer kämpfen vergebens dagegen.

Frankfurter Allgemeine

Die Luft ist erfüllt von verzweifeltem Flattern und Fiepen. Dazwischen hört man die lauten Rufe zweier Wilderer, die immer mehr Vögel in ein weit aufgespanntes Netz treiben. Anschließend pflücken die Männer die Tiere mit geübten Griffen aus dem feinmaschigen Geflecht und füllen sie in Plastikeimer.

Die Videoaufnahmen der britischen Vogelschutzorganisation RSPB (Royal Society for the Protection of Birds) sind nichts für schwache Nerven. Aufgenommen wurden sie im Herbst 2016 auf der Mittelmeerinsel Zypern, wo Erhebungen zufolge allein zu diesem Zeitpunkt wieder mehr als 2,3 Millionen Wildvögel der illegalen Jagd zum Opfer fielen.

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Prominenter Blogger Yameen Rasheed von Unbekannten erstochen

Der Blogger und Social-Media-Aktivist war öffentlicher Kritiker der islamischen Extremisten und Korruption in der Regierung

derStandard.at

Er erhielt regelmäßig Morddrohungen wegen seiner anti-islamischen Ansichten. Am Sonntag wurde der maledivische Blogger und Social-Media-Aktivist Yameen Rasheed mit zahlreichen Stichwunden tot im Stiegenhaus seiner Wohnung in der Hauptstadt Malé aufgefunden.

Rasheeds regierungskritischer Blog „The Daily Panic“ hatte eine beträchtliche Anzahl von Lesern unter den etwa 340.000 sunnitischen Muslimen der südasiatischen Inselrepublik. Bekannt wurde Rasheed, als er sich für den verschwundenen und mutmaßlich verschleppten unabhängigen Journalisten Ahmed Rilwan einsetzte.

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AfD will Bischöfe nicht mehr aus Steuermitteln bezahlt sehen

Bild: tilly
Auf dem Kölner AfD-Parteitag wurde aber der Antrag, die Abschaffung der Kirchensteuerfinanzierung ins Wahlprogramm aufzunehmen, abgelehnt.

kath.net

In der AfD wurde die Diskussion darüber weitergeführt, inwieweit die Partei die Kirchensteuer weiter unterstützen will. Beim Parteitag am vergangenen Wochenende wurde der Antrag auf Kirchensteuerabschaffung allerdings abgelehnt. Gleichzeitig wurde aber die Forderung ins Wahlprogramm aufgenommen, Kirchenrepräsentanten (etwa Bischöfe) nicht mehr aus Steuermitteln zu bezahlen.

Begründet wurde der Vorschlag zur Abschaffung der Kirchensteuer mit der Behauptung, dass die Repräsentanten der christlichen Kirchen „durch ihre einseitigen, demokratiefeindlichen Stellungnahmen und Handlungen gegen die legitimen Positionen der AfD“ jegliches Anrecht auf Unterstützung durch ein demokratisch organisiertes Gemeinwesen verwirkt hätten. Das berichtete die „Katholische Nachrichtenagentur“ (KNA). Der Antrag zur Abschaffung der Kirchensteuer scheiterte allerdings am Votum der Delegierten.

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Die Mär von gleichen Militärausgaben

Viele europäische Staaten haben 2016 ihre Rüstungsausgaben erhöht. (Foto: dpa)
  • Die Nato debattiert darüber, dass jeder Mitgliedstaat zwei Prozent seines Bruttoinlandsprodukts in Verteidigung investierten sollte.
  • Viele Länder verfehlen die Marke, andere geben dafür sogar mehr aus als vereinbart.
  • Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri hat durchgerechnet, was passieren würde, wenn sich alle Partner an die Vorgaben halten würden.

Von Silke Bigalke | Süddeutsche.de

In der Nato wird derzeit viel über Zahlen gesprochen. Konkret geht es um die Abmachung, dass jeder Mitgliedstaat zwei Prozent seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Verteidigung investierten sollte. Viele Länder verfehlen die Marke, andere geben dafür sogar mehr aus als vereinbart – doch was wäre, wenn sich alle Partner genau an die Vorgabe hielten? Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri hat das durchgerechnet, um „die Dinge in die richtige Perspektive zu rücken“, sagt Sipri-Forscher Pieter Wezeman.

Das Institut will an diesem Montag seine jährliche Studie über die weltweiten Militärausgaben veröffentlichen, die im Jahr 2016 leicht auf 1686 Milliarden Dollar angestiegen sind – das sind 2,2 Prozent des Bruttoweltprodukts. Und weil es um die zwei Prozent in der Nato zuletzt viele Diskussionen gab, hat Sipri die Zahlen genutzt, um sich das westliche Verteidigungsbündnis genauer anzusehen. Demnach haben im vergangenen Jahr nur vier Mitgliedstaaten die Zwei-Prozent-Marke erreicht: Estland, Frankreich, Griechenland und die USA. Die anderen 23 Staaten blieben darunter – und Island, das kein aktives Militär hat, ist ganz außen vor. Die Zahlen des Instituts weichen leicht von denen der Nato ab, weil es zusätzliche Quellen berücksichtigt.

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Deutlicher Anstieg der Gewaltkriminalität – insbesondere in Flüchtlingsunterkünften

Bild: MiGAZIN
Laut Kriminalstatistik ist die Zahl von Gewaltdelikten im vergangenen Jahr deutlich angestiegen. Allerdings lassen die Zahlen nur einen bedingten Vergleich mit den Vorjahren zu. Ein näherer Blick zeigt, dass sehr viele Straftaten in Flüchtlingsunterkünften verübt wurden.

MiGAZIN

Die jahrelang rückläufige Gewaltkriminalität in Deutschland ist deutlich gestiegen, um 6,7 Prozent auf 193.542 Fälle im vergangenen Jahr. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik für 2016 hervor, die der Welt am Sonntag vorab vorliegt und die am Montag von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) offiziell präsentiert wird.

Ein Hauptgrund dafür sei, dass gefährliche und schwere Körperverletzungen erheblich zugenommen haben, um 9,9 Prozent auf 140.033 Fälle. Insbesondere Jugendlichen fallen häufiger bei Gewaltkriminalität auf, die Kriminalstatistik verzeichnet bei ihnen einen Anstieg um zwölf Prozent auf 22.646 Tatverdächtige. Bei der gefährlichen und schweren Körperverletzung wurde ein Plus um 16,5 Prozent auf 18.156 jugendliche Verdächtige registriert.

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Wie Berliner Bezirke gegen falsche Identitäten kämpfen

Alles echt? Eine Frage, die ohne geeignete Prüfgeräte nur schwer oder gar nicht zu beantworten ist.Foto: AFP
Mit gefälschten Pässen kann viel Missbrauch getrieben werden. Doch in fast allen Bezirken fehlen Geräte, um sie zu erkennen.

Von Fatina Keilani | DER TAGESSPIEGEL

Während Betrug im Asylverfahren für Antragsteller praktisch nicht mehr möglich ist, seit das Bundesamt das Verfahren professionalisiert hat, ist in vielen Länderbehörden Missbrauch mithilfe falscher Identitäten sehr wohl möglich – auch in Berlin. Denn die Bezirke sind bisher nicht mit Dokumentenprüfgeräten ausgestattet, so dass ihnen wohl die meisten Fälle nicht auffallen – und das, obwohl Mittel für solche Geräte zur Verfügung stehen.

Einzig Neukölln hat die Geräte im Gebrauch – testweise von der Bundesdruckerei zur Verfügung gestellt. Mit Erfolg: 2016 hat allein Neukölln 40 Betrugsversuche mit gefälschten Dokumenten festgestellt, teilte die Innenverwaltung mit. In den anderen Bezirken wird es im Zweifel gar nicht bemerkt, wenn ein Antragsteller einen falschen Pass vorlegt.

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Mutmaßlicher BVB-Attentäter – Verbindung zu Freikirche?

Kirchgänger, Elektrotechniker, Außenseiter: Nur schemenhaft ergibt sich ein Bild des mutmaßlichen BVB-Attentäters Sergej W. Bislang schweigt er eisern. Sein Großvater will nicht glauben, dass er die Tat begangen hat.

Von Jan Friedmann, Ansgar Siemens | SpON

Als der alte Mann am Vormittag vor die Haustür tritt, wirkt er ernsthaft überrascht. Alexander W. kann nicht glauben, was in den Zeitungen steht, so sagt er es, den Einkaufsbeutel in der Hand. Sein Enkel Sergej, ein Bombenleger? „Das war er nicht“, sagt der 82-Jährige. Dann beginnt er zu weinen.

Der Fall Sergej W. ist wohl einer der ungewöhnlichsten Kriminalfälle der Republik – auch weil der Deutschrusse die Tat so kaltblütig ausgeführt haben soll. Am Freitagmorgen hat die Polizei den 28-Jährigen auf dem Weg zur Arbeit in Tübingen verhaftet. Er soll Anfang voriger Woche einen Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund verübt haben.

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Klare Kante gegen Erdogan statt populistische Ablenkungsmanöver

Sevim Dagdelen. Bild: Eigenes Foto
Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hat nach dem Wahlsieg beim Verfassungsreferendum seinen Gewaltkurs gegen Kritiker und Kurden verschärft. Unmittelbar nach Bekanntgabe des knappen Ergebnisses – 51,4 Prozent der Wählerinnen und Wähler stimmten offiziell mit Ja und damit für die formale Einführung einer Präsidialdiktatur in dem NATO-Mitgliedsland Türkei, 48,6 Prozent dagegen – wurde erst einmal der Ausnahmezustand um weitere drei Monate verlängert.

Von Sevim Dagdelen | TELEPOLIS

In der türkischen Metropole Istanbul und in vielen anderen Städten des Landes ist es in den Tagen nach dem Putsch gegen die Verfassung der Republik Türkei zu Protesten gekommen. Dutzende Aktivisten zivilgesellschaftlicher Organisationen wurden in der Folge als „Aufwiegler“ festgenommen, ebenso der Oppositionspolitiker Mesut Gecgel von der linken ÖDP und die Parlamentsabgeordnete Burcu Celik von der prokurdischen HDP. Auch gegen die Presse zieht Erdogan weiter zu Felde. Polizisten stürmten das Büro des regierungskritischen Medienportals sendika.org und verhafteten dessen Chefredakteur Ali Ergin Demirhan, weil er das Ergebnis des Referendums nicht anerkenne und zu Protesten dagegen aufrufe, so die Behördenvorwürfe. Im kurdischen Südosten startete die Armee neue Angriffe.

Kritik der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und des Europarats an unfairen Bedingungen für die Opposition im Wahlkampf sowie an der Änderung von Abstimmungsregelungen am Wahltag selbst wies die türkische Führung zurück. Internationale Wahlbeobachter wurden von Präsident Erdogan persönlich diffamiert und in die Terrorecke gestellt.

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Eine Demo für Fakten und gegen Fake-News

peter illetschko
An diesem Samstag ging es um nichts weniger als um eine „tragende Säule der Demokratie“: Als solche bezeichnete Edeltraud Hanappi-Egger, Rektorin der Wirtschaftsuniversität Wien, die Wissenschaft in der Schlusskundgebung des March for Science vor dem Wiener Naturhistorischen Museum.

Von Peter Illetschko, Andreas Müller | derStandard.at

Die weltweit in mehr als 500 Städten organisierte Demonstration für die Freiheit der Wissenschaft als Grundlage für eine kritische, faktenorientierte Gesellschaft und für Demokratie fand auch in Wien statt – natürlich vor dem Hintergrund eines zunehmenden Populismus und einer Politik, die auf Gefühle setzt und kritisches, analytisches Denken nicht unterstützt. Laut Polizei gingen trotz kühlem Aprilwetter 1600 Teilnehmer vom Sigmund-Freud-Park in der Nähe der Uni Wien durch die Innere Stadt zum Naturhistorischen Museum.

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Erste Kirche für Kiffer: Unser täglich Cannabis gib uns heute

Bild. First Church of Cannabis/FB
In Colorados Hauptstadt Denver hat eine neue Glaubensgemeinschaft ihre Kirche eröffnet. Hier wird nicht Jesus, Allah oder Buddha verehrt – sondern Marihuana.

stern.de – Galerie

Aufwendig gestaltet.

„March for Science“ sogar in der Antarktis

(Bild: AWI/Tim Heitland)
Um gegen der Verdrehung der Fakten durch Populisten zu protestieren, gingen Wissenschaftler auch in der Nähe des Südpols „auf die Straße“.

heise online

Weit weit weg, aber voll dabei: Auch die Wissenschaftler der Polarforschungsstation „Neumayer III“ in der Antarktis haben sich am Samstag am weltweiten „March for Science“ beteiligt. Ein vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven verbreitetes Foto zeigt sieben dick eingepackte Forscher mit einem Transparent vor der Station. Die „Überwinterer“ unterstützten den Marsch für die Wissenschaft, heißt es darauf, gefolgt von einem Zitat der Physik-Nobelpreisträgerin Marie Curie (1867-1934): „Man braucht nichts im Leben zu fürchten, man muss nur alles verstehen. Jetzt ist die Zeit mehr zu verstehen, damit wir uns weniger fürchten.“

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BKA-Kriminalstatistik: Anstieg der Tatverdächtigen bei nicht anerkannten Flüchtlingen

Einsatzfahrzeug der Polizei Hamburg. Bild: OlliFoolish / CC BY-SA 3.0
Vorab veröffentlichte Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik weisen auf einen über 52-prozentigen Anstieg hin

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wird am morgigen Montag die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) vorstellen. Nach Informationen der Welt am Sonntag, der der Bericht vorliegt, enthält er eine politisch brisante Aussage. Sie steht bereits im Titel des WamS-Artikels: „Zahl der tatverdächtigen Zuwanderer steigt um 52,7 Prozent“.

Die Aussage bestätigt zunächst einmal, was viele befürchten oder befürchtet hatten. Laut einer Allensbach-Umfrage von Anfang 2016, als vor dem Hintergrund der „Flüchtlingskrise“ nach Hoffnungen und Befürchtung gefragt wurde, äußerten 82 Prozent der Befragten als Furcht Nummer 1, dass Gewalt und Kriminalität zunehmen.

Ob der Prozentsatz heute noch so hoch ausfallen würde, ist nicht bekannt, aber es muss nicht weiter erörtert werden, dass der Zusammenhang zwischen Kriminalität und Zuwanderung nach wie vor ein heikles Politikum ist. Die Frage, ob Flüchtlinge und Migranten in der Kriminalstatistik besonders auffallen, liefert Zündstoff für Auseinandersetzungen schon in der kleinsten Tischrunde.

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Hamed Abdel-Samad: „Moscheen müssen Imame nehmen, die der Staat bestimmt“

Hamed Abdel-Samad, Bild: bb

Braucht Deutschland ein Islamgesetz? Die Wissenschaftler Mouhanad Khorchide und Hamed Abdel-Samad sind davon überzeugt. Aus ihrer Sicht könnte man so den Einfluss konservativer Muslime hierzulande eindämmen.

DIE WELT

Mehrere muslimische Wissenschaftler haben sich für ein Islamgesetz nach österreichischem Vorbild ausgesprochen. Dies wäre aus Sicht des Islamwissenschaftlers Mouhanad Khorchide und des Politikwissenschaftlers Hamed Abdel-Samad ein Weg, den Einfluss konservativer muslimischer Verbände und ausländischer Geldgeber in deutschen Moscheen einzudämmen. Im Berliner „Tagesspiegel“ äußerten sie die Auffassung, dass ein solcher Schritt einen modernen, reformorientierten Islam fördern könne.

Mehrere CDU-Politiker um die Präsidiumsmitglieder Jens Spahn und Julia Klöckner hatten ein solches Islamgesetz gefordert. Dies war bei Bundesregierung, Kirche und parteiintern auf Kritik gestoßen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), der zu den Mitbegründern der Islamkonferenz zählt, sagte Anfang des Monats, ein Bundesgesetz sei „sicher nicht die richtige Methode“.

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I Talked to Four Humanoid Robots and They’re Mostly Dumb as Doornails

Prof. Youngsook Park stands in front of the Han robot. Image: Zoltan Istvan/Motherboard
Over the last 18 months, I’ve found myself in the strange habit of hanging out and interviewing English-speaking humanoid robots. I was able to chat with four machines, each which possessed some level of artificial intelligence. Even though none of them could fully carry on normal conversations, they all had something to say. And sometimes, what they say and how they say it, is a piercing glimpse into the future of humanity.

By Zoltan Istvan | MOTHERBOARD

Three of the robots I talked to were mass-production models: Pepper, Meccanoid, and iPal. The fourth was Han, which was presented by AI expert Dr. Ben Goertzel, chief scientist at Hanson Robotics. The various price tags of these bots range from $200 on Amazon, to potentially many millions of dollars for something like Han. The production robots are all between three to four feet tall and are mobile. Han is just an upper body, the torso of which rests against whatever he’s placed upon.

Han

What Han is lacking in body, though, he makes up for in intellect. He’s the smartest of the bunch by a long shot. I first saw Han at the 2016 Global Leaders Forum in Seoul, South Korea. The event was organized by Futurist Professor Youngsook Park and hosted by Korean channel TV Chosun. Han was helping to formally open the event in front of hundreds of Korean onlookers. Everyone in the audience, including myself, was immediately impressed with the robot’s sophisticated articulation and level of understanding.

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