Kirchenasyl: Ministerium arbeitet an Weisung für verschärfte Regeln

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Das Bundesinnenministerium erarbeitet derzeit verschärfte Regelungen bei sogenannten Dublin-Fällen im Kirchenasyl. Die entsprechende Weisung soll in den kommenden Wochen zustande kommen.

DOMRADIO.DE

Die Praxis im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) soll damit an den Beschluss der Innenministerkonferenz angepasst werden.

Die Innenminister hatten Anfang Juni in Quedlinburg beschlossen, dass die sogenannte Überstellungsfrist für bestimmte Fälle im Kirchenasyl von sechs auf 18 Monate erhöht werden soll. Die Überstellungsfrist ist der Zeitraum, in dem ein Asylbewerber aus Deutschland in den nach der sogenannten Dublin-Verordnung eigentlich zuständigen europäischen Staat zurückgeschickt werden kann.

Prüfung der Asylantäge

Wird der Antragsteller in dieser Zeit nicht zurückgeschickt, ist automatisch die Bundesrepublik für die Prüfung des Asylantrags zuständig. Durch das Kirchenasyl wird die Frist oftmals überschritten, was dem Staat seit langem ein Dorn im Auge ist. Mit einer Erhöhung der Frist auf 18 Monate werden bestimmte Kirchenasyl-Fälle künftig nach der Dublin-Verordnung behandelt wie Fälle, in denen eine Person flüchtig ist.

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IQ steigt mit jedem Extra-Schuljahr

Macht schulische Bildung wirklich grundlegend intelligenter? © Mimic51/ thinkstock
Schule macht schlau: Menschen schneiden in IQ-Tests umso besser ab, je länger sie die Schulbank gedrückt haben. Eine Meta-Analyse zeigt: Die individuelle Intelligenz nimmt mit jedem zusätzlichen Schuljahr im Durchschnitt um drei IQ-Punkte zu. Ob dies aber bedeutet, dass schulische Bildung generell intelligenter macht, ist nach Ansicht der Forscher noch offen. Ebenso gut könnten sich durch die Schule schlicht testspezifische Fähigkeiten verbessern, wie sie berichten.

scinexx

Der in speziellen Tests ermittelte Intelligenzquotient gilt als Maß für die Intelligenz. Zwar ist umstritten, ob der „IQ“ dieses komplexe Phänomen wirklich erfassen kann. Trotzdem liefert er zumindest einen Anhaltspunkt dafür, welche kognitiven Fähigkeiten ein Mensch hat. Für die Bevölkerung in den Industrienationen hat sich in dieser Hinsicht in den letzten Jahrzehnten gezeigt: Die IQ-Werte der Menschen nehmen beständig zu.

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Es wird eine Welt geben, in der jeder an Gott glauben müssen soll

Ein in Ägypten diskutiertes Gesetz soll den Atheismus unter Strafe stellen. (Bild: Manu Brabo / AP)
Es gibt islamische Länder, die Atheismus unter Strafe stellen wollen. Und die Neurotheologie zeigt, wie sich religiöse Erfahrung nach Belieben herstellen lässt. Was folgt daraus? Ein rabenschwarzes Gedankenexperiment.

Slavoj Žižek | Neue Zürcher Zeitung

Blasphemie ist in Ägypten ein Verbrechen, das harsch bestraft wird. Es gehört längst zum Alltag, dass Leute wegen Gotteslästerung festgenommen werden. Doch nun sieht es so aus, als würde die Schraube nochmals angezogen. Allem Anschein nach arbeiten einige Vertreter des ägyptischen Parlaments seit Anfang Jahr an einem Gesetz, das den Atheismus unter Strafe stellt – es läuft unter dem Titel «Kriminalisierung des Atheismus». Schuldig ist, wer keinen Gott über sich erkennt.

Der einflussreiche ägyptische Kolumnist Khaled Salah lieferte eine Begründung für die Legitimität eines solchen Gesetzes. «Die Gefahren des Terrorismus» – so schreibt er – «sind bekannt, aber nicht viele wissen, dass Atheismus und Terror gleichermassen zerstörerisch sind. Der Atheismus schwächt die Identität der Menschen genauso. Er stellt überlieferte Glaubensformen, Kanons, religiöse Symbole, Weggefährten und Anhänger des Propheten infrage. Dies führt zuletzt zu einem Zusammenbruch ganzer Nationen und ihrer heiligen Glaubensinhalte.»

Für Salah ist es demnach nicht religiöser Fundamentalismus, der den Humus bildet, auf dem der Terror gedeiht (auch wenn dieser im Namen der Religion verübt wird). Er hält vielmehr den Atheismus für die eigentliche Bedrohung. Damit vollführt er einen echten intellektuellen Salto mortale.

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Landflächen: Drei Viertel sind degradiert

Der neue Weltatals der Desertifikation zeigt, wo und warum Böden degradieren. © EU
Verlorener Boden: 75 Prozent der weltweiten Landfläche sind inzwischen durch Erosion, Versalzung, Übernutzung oder Austrocknung degradiert – und jedes Jahr kommt eine Fläche von der halben EU-Größe dazu. Das enthüllt der neue Weltatlas der Desertifikation. Er zeigt das aktuelle Ausmaß der Wüstenbildung und der Bodenerosion und liefert Prognosen bis 2050. Wenn nicht gegengesteuert wird, könnten bis dahin sogar 90 Prozent der Landfläche degradiert sein.

scinexx

Fruchtbares Land ist eine der wertvollsten Ressourcen unseres Planeten – doch diese Landflächen werden immer weniger. Der Klimawandel, aber auch eine Übernutzung von Böden durch intensive Landwirtschaft und das Abholzen großer Waldgebiete führen dazu, dass immer mehr Böden degradieren und so unfruchtbar werden, dass kein Anbau mehr möglich ist. Bereits 2015 warnte ein UN-Bericht vor den Folgen dieses Landverlusts, der sogar die EU jedes Jahr 970 Millionen Tonnen Boden kostet.

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Bayern lehnen mehrheitlich Söders Politik ab – Nur 40 Prozent für CSU

Die Arbeit von Horst Seehofer und Markus Söder überzeugt laut Forsa-Umfrage die Mehrheit der Bayern nicht Quelle: dpa/Andreas Gebert
Der Asylstreit mit der CDU hilft der CSU in Bayern offenbar nicht: Laut einer Forsa-Umfrage ist die Partei von Ministerpräsident Söder und Innenminister Seehofer im Freistaat weit von einer absoluten Mehrheit entfernt.

DIE WELT

Seit Wochen fordert die CSU von der CDU und Kanzlerin Angela Merkel eine restriktivere Asylpolitik. Denn am 14. Oktober wird im Freistaat Bayern gewählt – und die CSU kann ihre absolute Mehrheit nur verteidigen, wenn die AfD kein gutes Ergebnis einfährt.

Laut den Ergebnissen des neuesten RTL/n-tv-Trendbarometers von Forsa geht diese Strategie nicht auf: Denn mit ihrer Flüchtlingspolitik kann die CSU auch in Bayern die Mehrheit nicht überzeugen. Die Arbeit von Ministerpräsident Markus Söder und Bundesinnenminister Horst Seehofer bewerten die Bayern mehrheitlich negativ. Doch damit nicht genug: Die von der CSU heftig attackierte CDU-Vorsitzende Merkel erhält auch in Bayern mehr Zuspruch als die Führung der CSU.

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Kinderheime: „Manches Heim knüpfte nahtlos an die NS-Zeit an“

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat Schicksale von Heimkindern in der Nachkriegszeit aufgearbeitet. Petra Knötzele erzählt, wie rechtlos Kinder waren, wie sie ruhig gestellt wurden und wie Erwachsene mit Heimkinder-Biografie nach ihrer Kindheit forschen können

Lilith Becker | evangelisch.de

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat aufgearbeitet, wie die Heime in ihrer Trägerschaft mit den ihnen anvertrauten Kindern in der Nachkriegszeit bis in die 1970er Jahre umgegangen sind. Wie kam es dazu?

Petra Knötzele: 2011 wurde der Heimkinder-Fonds eingerichtet. Träger, die nach dem Zweiten Weltkrieg und bis in die 1970er Jahre Kinderheime hatten, haben eingezahlt. EKD und Diakonie haben ehemalige Heimkinder im Jahr 2011 öffentlich um Entschuldigung gebeten. Aufgrund dieser Öffentlichkeit haben sich Einzelne, die in ihrer Kindheit in Heimen gewesen sind, bei uns gemeldet. Manche wollten einfach nur ein Gespräch darüber, was ihnen geschehen ist. Bei anderen ging es auch um die Frage einer institutionellen Anerkennung.

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Elektrisch „totes“ Wasser entdeckt

Viele Wirkungen und Interaktionen des Wassers beruhen auf dem Dipolmoment seiner Moleküle. Doch dieses kann verloren gehen, wie nun ein Experiment belegt. © Sitox/ iStock
Verblüffende Entdeckung: Entgegen gängiger Annahme kann Wasser sein Dipolmoment komplett verlieren – es ist dann elektrisch „tot“. Wie ein Experiment enthüllt, geschieht dies immer dann, wenn Wasser in extrem dünnen Schichten von nur zwei bis drei Moleküllagen vorliegt. Die Entdeckung dieses „toten“ Wassers ist nicht nur überraschend, sie hat auch große Bedeutung für viele Bereiche der Biologie und Technik, wie die Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten.

scinexx

Ob die Dichteanomalie, die Eigendissoziation oder exotische Eisformen: Wasser ist in gleich mehrerer Hinsicht ungewöhnlich. Gleichzeitig sähe unsere Welt ohne seine speziellen Eigenschaften ganz anders aus.

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Verschwörungstheorien? Nein danke!

Chemtrail-Alarm und Deutschland in den Grenzen von 1937: Das Wetter im „Wahre Welle“-Politmagazin „Frontal 23″Screenshot: Matthias Meisner/Tagesspiegel
Der Online-TV-Sender „Wahre Welle“ wirkte tagelang wie ein Projekt der Rechten. In Wahrheit will die Bundeszentrale für politische Bildung aufklären.

Von Matthias Meisner | DER TAGESSPIEGEL

Die Inszenierung war perfekt – beinahe jedenfalls: Auf wahrewelle.tv wurde seit Mitte vergangener Woche für ein Online-TV-Angebot getrommelt, das sich fast allen gängigen Verschwörungstheorien widmet und gut und gern auch vom „Compact“-Magazin, dem Kopp-Verlag, Breitbart oder dem rechten Portal „jouwatch“ hätte kommen können. „Garantiert unzensiert und zwangsgebührenfrei“ sei der Online-Sender, hieß es, „unabhängig, schonungslos, kritisch.“ Ein Trailer war zu sehen, der Reichstag in Flammen – dazu der Ton: „Es kommt die Zeit, in der das Kartenhaus der Lügen zusammenbricht.“

„Das Erwachen hat begonnen“, versprach die Internetseite. Angekündigt wurde, den „offenen Fragen bei 9/11“ ebenso nachzugehen und sich den Gefahren der Islamisierung zu widmen. Und dann wurde beinahe doch das Geheimnis, wer hinter dem Angebot steckt, für das breite Publikum gelüftet. Denn ein paar Stunden lang war am vergangenen Donnerstag im Quellcode der Seite zu lesen: „Wahrewelle.tv ist ein Satireprojekt der Bundeszentrale für politische Bildung 2018.“

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Migrationskontrolle: EU rüstet Informationssysteme auf

Eurodac, Schengener Informationssystem, Visumsdatenbank: Die Europäische Union erneuert die Rechtsgrundlagen ihrer migrationsbezogenen Datenbanken. Die einzelnen Systeme sollen zu einer einzigen virtuellen Grenze verschmelzen. Alle Drittstaatenangehörigen würden dann in einem „gemeinsamen Identitätsspeicher“ landen

Matthias Monroy | TELEPOLIS

Die Grenzbehörden der Europäischen Union sollen zukünftig auch Kindern unter Zwang Fingerabdrücke und Gesichtsbilder abnehmen dürfen. So steht es in einem Papier zur neuen Eurodac-Verordnung, das die britische Bürgerrechtsorganisation Statewatch online gestellt hat. Der bulgarischen Ratspräsidentschaft zufolge hat das EU- Parlament dem Vorschlag der Kommission zugestimmt, das Alter für die verpflichtende Erhebung biometrischer Daten von Asylsuchenden von 14 auf sechs Jahre zu senken.

Reisen die Kinder allein, soll eine „Begleitung“ bei der womöglich entwürdigenden Prozedur anwesend sein. Dabei kann es sich um Angehörige der Grenzbehörden oder eine externe Person handeln. Die erhobenen Daten werden dann für mindestens zehn Jahre gespeichert. Auch dies war bis zuletzt strittig, denn die Abgeordneten wollten lediglich einer Speicherung von maximal fünf Jahren zustimmen. Mit der Einigung ist jetzt der Weg frei für den Abschluss der neuen Eurodac-Verordnung, die seit 2016 im sogenannten Trilog-Verfahren zwischen Rat, Parlament und Kommission verhandelt wird.

Eurodac soll Grenz- und Ausländerbehörden bei der Prüfung helfen, ob einem „illegal aufhältigen Drittstaatsangehörigen“ von einem anderen Mitgliedstaat ein Aufenthaltstitel erteilt wurde. Dann könnte die betreffende Person dorthin zurückgeschoben werden. Das System war bei seiner Errichtung in 2003 die erste EU-Datenbank, die Fingerabdrücke verarbeitet. Mit dem neuen Verordnungsentwurf würde auch die verpflichtende Gesichtserkennung zuerst bei Migranten angewandt.

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Bamberger Gericht lässt Klage gegen Neonazis liegen

Im Juli vor zwei Jahren hat die Staatsanwaltschaft bereits Anklage gegen die vier mutmaßlichen Neonazis gestellt Quelle: dpa-infocom GmbH
Sie sind angeklagt, Mitglieder einer verbotenen Vereinigung gewesen zu sein und Anschläge auf Asylbewerberheime geplant zu haben. Dennoch sind vier mutmaßliche Neonazis frei – weil das Gericht in Bamberg überlastet ist.

Von Sandra Tjong | DIE WELT

Die Bamberger Justiz hat vier Neonazis wieder laufen lassen müssen, weil sich die zuständige Strafkammer wegen Arbeitsüberlastung nicht in der Lage sah, den Fall vor Gericht zu bringen. Die Gruppe, drei Männer und eine Frau, werden beschuldigt, einer inzwischen verbotenen Neonazi-Organisation angehört und Anschläge auf Asylbewerberheime geplant zu haben. Weiter sollen sie an einer gefährlichen Körperverletzung beteiligt gewesen sein und pyrotechnisches Material im Ausland bestellt haben.

Bereits im Juli 2016 hatte die Bamberger Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Über deren Zulassung aber hat das Landgericht Bamberg fast zwei Jahre später immer noch nicht entschieden. Die Angeklagten befinden sich deswegen jetzt wieder auf freiem Fuß.

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Pferde erkennen unseren Tonfall

Aufmerksame Zuhörer: Pferde können unsere Gemütslage an unserem Tonfall ablesen. © Ayaka Takimoto
Feines Gespür für die Stimme: Pferde können offenbar nicht nur den emotionalen Gehalt unserer Mimik verstehen – sondern auch unseren Tonfall richtig deuten. Ein Experiment zeigt: Die Tiere reagieren irritiert, wenn sie zum Beispiel ein wütendes Gesicht sehen, aber eine zufriedene Stimme dazu hören. Sie erkennen demnach, dass beide Signale nicht zusammenpassen.

scinexx

Die Beziehung zwischen Mensch und Pferd ist im Laufe ihrer gemeinsamen Geschichte immer enger geworden. Die Tiere begleiten uns nunmehr seit mindestens 5.000 Jahren und haben in dieser Zeit gelernt, uns perfekt zu verstehen. So können sie gezielt mit ihren menschlichen Besitzern kommunizieren und sogar den emotionalen Gehalt unserer Mimik erkennen, wie Studien nahelegen.

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Zwei Drittel in Deutschland für Erdogan

Bild: tagesschau.de
Bei der türkischen Präsidentschafts- und Parlamentswahl stimmten zwei Drittel der Wahlberechtigten in Deutschland für Erdogan und die AKP. Politiker sind empört, die Türkische Gemeinde sehnt sich nach „Alltag“.

tagesschau.de

In Deutschland fällt der Wahlsieg des türkischen Präsidenten noch deutlicher aus als in der Türkei: Nach Auszählung von fast 80 Prozent der Stimmen votierten mehr als 65 Prozent der Wähler für Recep Tayyip Erdogan, seine Anhänger feierten mit Autokorsos und Fahnen schwenkend bis in die Nacht auf den Straßen.

Erdogans Herausforderer Muharrem Ince von der CHP kam mit 22,1 Prozent unter den Deutschtürken auf Platz zwei, die übrigen beiden Kandidaten Selahattin Demirtaş von der prokurdischen HDP und Meral Aksener von der Partei Iyi erreichten einstellige Ergebnisse.

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Austritt aus der Komfortzone absoluter Gewissheiten

Man mag sich zuweilen wundern, ob Donald Trump nicht ein makroskopisches Quantensystem darstellt. Sein intellektueller, emotionaler und allgemein geistiger Zustand ist objektiv nicht bestimmbar. Er lebt sozusagen in einer Superposition aus Dialogbereitschaft und sturer Wutpolitik, sozialen Versprechungen und knallhartem Reichen-Klientelen-Lobbyismus, Charmebemühungen und Rotzbengel-Auftritten.

Lars Jaeger | TELEPOLIS

Erst die konkrete Interaktion mit einem Gegenüber, sei es politischer Gegner, Partner oder die Presse, bringt einen bestimmten Zustand in seinem Verhalten hervor, und dies auf a priori nicht determinierte Weise. Vorher ist sein Zustand vergleichbar mit dem eines Elektrons vor der Messung: nicht nur unbekannt, sondern objektiv unbestimmt. Ihm kommt keinerlei eigene substantielle Realität zu. Mag diese Parallele zwischen Quantenphysik und dem heutigen Rechtpopulismus amerikanischer Prägung auch ein wenig zu sehr dem Wunsch nach satirischer Erfassung des Unfassbaren entspringen, so lassen sich auf einer tieferen Ebene durchaus Verbindungen beider herstellen, wie im Folgenden dargelegt werden soll.

Wir können unsere Epoche, die nicht ganz zufällig vor 100 Jahren mit dem Ende des 1. Weltkrieges ihren Anfang nahm, durch zahlreiche Prädikate beschreiben. Am stärksten geprägt wurde sie in materieller und lebensalltäglicher Hinsicht eindeutig vom technologischen Fortschritt. In geistiger, intellektueller und emotionaler Hinsicht kommt ihr allerdings eine noch eindeutigere Charakterisierung zu: der Verlust der Komfortzone absoluter Gewissheiten, seien diese von religiöser, philosophischer, psychologischer oder wissenschaftlicher Natur.

Bzgl. ersterer hatte dieser Prozess bereits 150 Jahre zuvor begonnen, in einer geistigen Epoche, die wir nicht ohne Grund die „Aufklärung“ nennen. Antriebfeder dieses epochemachenden Umbruchs war die wissenschaftliche Revolution des frühen 17. Jahrhunderts – nicht zuletzt wurde das Physikgenie Isaak Newton bereits früh als erster Held dieser Epoche gefeiert.

Von nun an sollten die Phänomene und Entwicklungen in der Natur, und sogar der Mensch selbst, keiner übernatürlichen Erklärungen mehr bedürfen. Gott verlor seine Stellung als letzte und absolute Instanz der Wahrheit. Doch auch die historischen Anfänge der neuen Autorität im Tempel des Wissens, der Naturwissenschaften, liegen in der philosophischen Sehnsucht und Suche nach einer absoluten und letzten Wahrheit. Bereits bei den Vorsokratikern und spätestens mit Platon und Aristoteles waren die Grundlagen einer Metaphysik entstanden, die nach den letzten hinter den Phänomenen der Natur verborgenen absoluten Gründen und Zusammenhängen sucht. Die Naturwissenschaftler des 17. und 18. Jahrhunderts übernahmen diese bedenkenlos.

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Familienministerin spricht sich für Burkinis im Schwimmunterricht aus

Franziska Giffey (SPD) findet es wichtig, dass alle Kinder schwimmen lernen. Deshalb sei es vertretbar, wenn Schulen Burkinis zulassen würden Quelle: obs/Phil Dera
Die Bundesfamilienministerin hat nichts gegen Burkinis im Schwimmunterricht einzuwenden. Wichtig sei, dass der Bildungsauftrag im Vordergrund stehe und die Sache „nicht hochstilisiert wird zum Untergang des Abendlandes“.

DIE WELT

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat nichts dagegen einzuwenden, wenn Schulen im Schwimmunterricht Burkinis für muslimische Mädchen zulassen. „Das Wichtigste ist ja das Wohl der Kinder, und das heißt nun mal, dass alle schwimmen lernen“, sagte sie am Sonntag auf einer Veranstaltung der „Zeit“.

Es sei deshalb völlig vertretbar, wenn Schulen die Teilnahme am Schwimmunterricht förderten, indem sie die Kleidungsstücke, die bis auf Gesicht, Hände und Füße alle Körperteile bedecken, erlauben und ausgeben. Wichtig sei nur, dass der Bildungsauftrag im Vordergrund stehe und die Sache „nicht hochstilisiert wird zum Untergang des Abendlandes“.

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Blue Origin Plans to Start Selling Suborbital Spaceflight Tickets Next Year

Blue Origin’s New Shepard suborbital vehicle on the pad prior to an April 29 launch. Credit: Blue Origin
Blue Origin expects to start flying people on its New Shepard suborbital vehicle „soon“ and start selling tickets for commercial flights next year, a company executive said June 19.

By Jeff Foust | SPACE.com

Speaking at the Amazon Web Services Public Sector Summit here, as the keynote of a half-day track on earth and space applications, Blue Origin Senior Vice President Rob Meyerson offered a few updates on the development of the company’s suborbital vehicle.

„We plan to start flying our first test passengers soon,“ he said after showing a video of a previous New Shepard flight at the company’s West Texas test site. All of the New Shepard flights to date have been without people on board, but the company has said in the past it would fly its personnel on the vehicle in later tests. [Watch Blue Origin’s Latest Space Launch Video]

He also offered a timetable for selling tickets. „We expect to start selling tickets in 2019,“ he said, but did not disclose a price.

Blue Origin officials have offered few details about when it would start selling seats on New Shepard flights, and at what cost. The company has made clear it plans to do so, and has even produced an animated video showing people on a New Shepard suborbital flight, but has not started to actively sign up customers.

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Eine „Festung Europa“ wird Rechtspopulisten nicht stoppen

foto: afp/louisa gouliamaki Im Kampf gegen illiberale Kräfte wäre eine Abschottung von Migranten der falsche Weg, sagen Gegner einer „Festung Europa“.
Europa müsse erst zur Festung werden, damit Toleranz und Liberalismus auf dem Kontinent wieder eine Chance bekämen, schreibt STANDARD-Journalist Eric Frey. Diesem Gedankengang liegt allerdings ein Widerspruch zugrunde. Eine Replik

Peter Mayr, András Szigetvari | derStandard.at

Der Befund ist radikal, die Idee ist interessant. Zuerst muss Europa zur Festung werden, damit Toleranz, Liberalismus und Vielfalt wieder eine Chance bekommt, schreibt Kollege Eric Frey in seinem Plädoyer für ein Europa mit geschlossenen Außengrenzen. Denn die liberale Asylpolitik habe dazu geführt, dass die rechten und illiberalen Kräfte die Hoheit im Diskurs erringen konnten. Ohne das Reizthema Migration und Asyl gäbe es keinen Brexit, keinen Donald Trump im Weißen Haus, keine AfD im Deutschen Bundestag und keine FPÖ in der österreichischen Bundesregierung.

Müssen wir also zuerst Mauern hochziehen, das Mittelmeer abriegeln, Auffanglager weitab der europäischen Küsten einrichten, um zu einem moderaten Weg in der Politik zurückfinden zu können? Das mag sein. Doch gute Gründe sprechen dafür, dass die Preisgabe liberaler Prinzipien und Haltungen Europa noch weiter in die Hände von Nationalisten und Populisten treibt.

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Äthiopien: Auge um Auge, Dorf um Dorf

Augenheilrunde. Sofiya Mohammed ist eine „Ophtalmic Nurse“ und jeden Tag in einem anderen Dorf. Sie behandelt die Augenleiden von…Foto: CBM/argum/Thomas Einberger
In Äthiopien versuchen kleine Teams, Millionen Menschen vor Erblindung durch bakterielle Infektionen zu schützen. Es ist ein steiniger Weg.

Von Helena Wittlich | DER TAGESSPIEGEL

Es ist eng auf der Rückbank des weißen Pickups. Es ruckelt. Es ist stickig. Während der Wagen über die Feldwege holpert, stoßen bei jedem Schlagloch die Köpfe der neun Insassen an die Decke. Asphaltierte Straßen sind selten in Äthiopien. Zwar hat sich dort die ökonomische und soziale Situation in den vergangenen Jahrzehnten verbessert, doch nach wie vor gehört das Land zu den ärmsten der Welt.

Dorthin, wo die Wege schlecht sind, die Menschen keine Autos, keine Häuser, kaum medizinische Versorgung haben, steuert der Fahrer den Wagen. Die Insassen haben eine Mission – den Kampf gegen die Augenkrankheit Trachom. Sie kommt besonders häufig in den armen Regionen vor, wo es keinen Strom, kaum sauberes Wasser, keine Toiletten gibt.

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Hungerkatastrophe am Tschadsee möglich

In der Region um den Tschadsee in Zentralafrika bahnt sich laut einer Hilfsorganisation erneut eine Hungerkatastrophe an. In den angrenzenden Ländern Nigeria, Niger, Tschad und Kamerun seien rund 500.000 Kinder vom Hungertod bedroht, wenn sie nicht umgehende Hilfe erhielten, warnte Louay Yassin, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit, am Sonntag. Das Hilfswerk unterstützt Flüchtlinge in der Grenzregion Diffa im Niger.

evangelisch.de

Nach einem Jahrzehnt des Terrors durch die Boko-Haram-Miliz seien in den Ländern der Tschadsee-Region 2,4 Millionen Menschen auf der Flucht. Die Zahl der Hungernden steige jetzt auf fünf Millionen Menschen. „Der Hunger wird sich in den kommenden Monaten aufgrund der Trockenzeit verschärfen, doch die Krise ist menschengemacht“, betonte Yassin.

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Ehe für alle: Bürgerliches Ideal schlägt feministische Kritik

foto: apa/afp/tobias schwarz Das Begehren, auch die Privilegien heterosexueller Paare genießen zu können, ist groß. Die Kritik an der Institution Ehe generell ist indessen sehr leise geworden.
Im Kampf um die gesellschaftliche Anerkennung der Ehe für alle ist ein Stück lesbisch-feministischer Kritik verlorengegangen

Brigitte Theissl | dieStandard.at

Bei der rechtlichen Gleichstellung von homosexuellen Menschen hat die Regierung keine Eile: Während Türkis-Blau in sozialpolitischen Fragen und bei der geplanten Ausweitung der Höchstarbeitszeit auf Tempo setzt, wird die Umsetzung der Ehe für alle auf die lange Bank geschoben. Die „Auswirkungen des Erkenntnisses des Verfassungsgerichtshofs“ würden aktuell „analysiert“, antwortete Justizminister Josef Moser kürzlich auf eine parlamentarische Anfrage der Neos, eine „umfassende Reform des Ehe- und Partnerschaftsrechts“ sei nicht geplant.

Auch wenn die Regierung die Frist verstreichen lässt: Ab 1. Jänner 2019 werden in Österreich sowohl die Ehe als auch die eingetragene Partnerschaft homo- und heterosexuellen Paaren offenstehen. „Zuerst einmal finden wir es im höchsten Maße beschämend, dass der Beschluss der Gleichstellung nicht aus dem Parlament gekommen ist, sondern der Verfassungsgerichtshof die Politik zu diesem Schritt hat zwingen müssen“, sagt Lui Fidelsberger, Obfrau der Homosexuellen Initiative (Hosi) Wien. Überrascht von dieser „Verzögerungstaktik“ ist sie dennoch nicht: „Die jetzige rechtskonservative Regierung thematisiert in ihrem Programm andere Lebens- und Liebesformen sowie Geschlechtsidentitäten mit keinem Wort“, sagt Fidelsberger zum STANDARD.

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Papst: Almosenverwalter soll künftig Kardinal sein

Bild: tilly
Papst Franziskus plant offenbar Veränderungen rund um seine engsten Mitarbeiter: So soll etwa der Leiter des Almosenamts stets Kardinal werden – und beim K9-Rat soll auch nicht alles bleiben, wie es ist.

katholisch.de

Papst Franziskus will den Chef des vatikanischen Sozialdienstes künftig regelmäßig mit dem höchsten Rang der katholischen Hierarchie auszeichnen. Der Leiter des päpstlichen Almosenamts und der Präfekt der Glaubenskongregation seien „die beiden langen Arme des Papstes“ und verdienten daher beide die Kardinalswürde, sagte Franziskus der Nachrichtenagentur Reuters (Sonntag). Laut dem bereits vor einer Woche geführten Exklusiv-Interview plant Franziskus zudem personelle Änderungen im Kardinalsrat für die Kurienreform

Am Donnerstag werden Almosenmeister Erzbischof Konrad Krajewski und Glaubenspräfekt Erzbischof Luis Ladaria zusammen mit zwölf weiteren Kandidaten zu Kardinälen erhoben. Franziskus hob in dem Interview die Rolle der Glaubenskongregation für den Schutz des katholischen Glaubens hervor. „Der Präfekt muss ein Kardinal sein“, sagte er. Der „andere lange Arm des Papstes“ sei der Almosenmeister. Auch dort müsse ein Kardinal an der Spitze stehen, so Franziskus. Aus der Vergangenheit ist ein solcher Fall nicht bekannt.

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