Ahmad Mansour: Antisemitismus habe auch religiöse Komponente

Ahmad Mansour veröffentlichte vor drei Jahren das Buch „Generation Allah. Warum wir im Kampf gegen religiösen Extremismus umdenken müssen“ Quelle: dpa
Ahmad Mansour erklärt, warum Antisemitismus unter Irakern und Syrern so verbreitet ist: „Das ist Teil der Regimes gewesen, die Feindbilder zu pflegen und zu verbreiten.“ Sie hätten keine Hemmungen, diese Haltung öffentlich zu äußern.

DIE WELT

Für den Islamexperten Ahmad Mansour ist Antisemitismus nicht nur ein muslimisches Problem. „Den findet man links, rechts und in der Mitte der Gesellschaft“, sagte er in einem Interview mit dem „Kurier“. Allerdings habe der muslimische Antisemitismus andere Ursachen. Er widerspricht der oft geäußerten Meinung, mit der Lösung des Nahost-Konflikts gäbe es den Antisemitismus in Europa nicht mehr.

Dieser habe auch eine religiöse Komponente, die auf den Koran zurückgehe. „Wenn wir uns den Irak oder Syrien anschauen, müssen wir uns nicht wundern, dass die Menschen antisemitisch sozialisiert sind, das ist Teil der Regimes gewesen, die Feindbilder zu pflegen und zu verbreiten“, sagte er. „Diese Menschen legen diese Einstellungen nicht an der Grenze zu Österreich oder Deutschland ab.“

weiterlesen

Advertisements

Star ‚DNA‘ Survey Could Reunite the Sun with Its Long-Lost Siblings

Elements in distant stars could reveal whether they originated in the same stellar nursery as our sun. Credit: SDO/NASA
Is the sun due for a cosmic family reunion?
A new survey of 1 million stars in the Milky Way galaxy could help astronomers link our sun to its long-lost siblings.

By Mindy Weisberger | SPACE.com

The survey will identify stellar „DNA“: the amounts of chemical elements — such as iron, aluminum and oxygen — that the stars contain. Astronomers could then use this data to find stars that emerged from the same birth clusters in galaxies‘ stellar nurseries, thereby matching stars to their „birth families,“ according to a statement released by The University of Sydney, one of several institutions participating in the astronomical survey. [What Will Happen to Earth When the Sun Dies?]

When the universe formed after the Big Bang, only two elements were present: hydrogen and helium. Elements that emerged later helped to shape stars and planets, making it possible for life to take hold on Earth. This new survey is measuring elements in more stars than in any previous project and at an unprecedented level of precision, which will help astronomers understand how galaxies form and change over time, university representatives said.

read more

Über die Entstehung der Schönheit

Die Federpracht männlicher Pfaue bereitete Charles Darwin Kopfzerbrechen: Wie lässt sich die Entwicklung dieses imposanten Schmucks, dank dessen die Tiere kaum laufen können, mit der Evolutionstheorie erklären? Foto: dpa / Boris Roessler
Wie sich sexuelle Anziehung und ein Sinn für Schönheit in der Evolution entwickelt haben, legt der Verhaltensforscher Michael Ryan in seiner Neuerscheinung dar.

derStandard.de

Die Farben von Schmetterlingen und Fischen, die Gesänge von Insekten und Vögeln, die Düfte von Motten und Säugetieren – im Tierreich gibt es eine ganze Reihe einmaliger Eigenschaften, die der Partner-Anbahnung dienen. Woher die verschiedenen Ausprägungen von sexueller Schönheit kommen und was sie bringen, diesen Fragen geht der US-Verhaltensbiologe Michael Ryan in seiner Neuerscheinung „A Taste for the Beautiful“ nach.

Der Anblick der prächtigen Federn eines Pfaues mache ihn „krank“, sagte der Schöpfer der Evolutionstheorie Charles Darwin einmal. Denn wie sich so ein für das tägliche Leben dermaßen unpraktikables Federkleid im Laufe der Evolution durchsetzen konnte, war mit dem Credo des „survival of the fittest“ nicht zu erklären.

weiterlesen

Schweiz: Streit wegen Entschädigung für Missbrauchsopfer der Kirche

Die Schweizer Bischöfe der römisch-katholischen Kirche haben versprochen, Opfer von sexuellem Missbrauch schnell und unbürokratisch zu entschädigen. In der Praxis passiere oft das Gegenteil, sagt die unabhängige Kommission «Cecar».

Raphael Rauch | SRF

Seit Jahren gilt in der römisch-katholischen Kirche eine rote Linie beim Thema sexueller Missbrauch. «Null Toleranz», beteuern die Bischöfe, und schicken ihre Priester in Präventionskurse.

Sie haben eine lückenlose Aufarbeitung von Missbrauchsfällen angekündigt. Dazu gehört auch die Entschädigung der Opfer.

Unabhängige Kommissionen

Hierfür gibt es verschiedene Gremien, sowohl innerhalb der Kirche als auch ausserhalb. Eine dieser unabhängigen Kommissionen ist «Cecar». Sie hat nun aus Protest ihre Arbeit unterbrochen.

Präsidentin Sylvie Perrinjaquet wirft den Bischöfen vor, die Arbeit ihrer Kommission infrage zu stellen. «Viele unserer Empfehlungen werden angezweifelt», kritisiert Perrinjaquet.

weiterlesen

Big Data: Wie die Erde war und werden könnte

(Bild: David Bruyland )
EarthTime zeigt, wie sich die Erde in den letzten 30 Jahren verändert hat und wie es weitergehen könnte, sollte die Menschheit unachtsam sein. Ein Big-Data-Projekt mit Videospiel-Technologie.

Bernd Mewes | heise online

EarthTime zeigt im Zeitraffer, wie sich die Erde zwischen 1984 und 2016 aufgrund von Klimabedingungen und dem Eingriff des Menschen in die Natur verändert hat und wie sich unser Planet unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse verändern könnte. Zum Earth Day (22.4.) will das auf den Karten von Google Earth aufbauende Projekt das Verständnis für den Wandel auf dem Planeten fördern.

Zur Auswahl stehen verschiedene Szenarien („Stories“) wie Änderung der Vegetation, Anstieg der Meeresspiegel, Städtewachstum, Gletscherschmelze, Korallensterben und vieles mehr, bezogen auf unterschiedliche Orte. Die verwendeten Daten und Informationen stammen aus unterschiedlichen Quellen. Neben Bildern der NASA werden Daten vom US Census Bureau, Igarapé Institut, den Vereinten Nationen, Forschungsprogrammen verschiedener Universitäten, darunter Oxford und Harvard, und weitere Informationen für den Verlauf und Prognosen herangezogen.

weiterlesen

„Zahl der Gewalttaten war vor allem in Flüchtlingsheimen enorm“

Nahezu zehn Prozent weniger Straftaten gab es 2017. Die verbesserte Situation der Flüchtlinge sei für diesen Wert mitverantwortlich, sagt Kriminologe Pfeiffer. Die „gefühlte Kriminalitätstemperatur“ sei dennoch angestiegen.

DIE WELT

Wie WELT AM SONNTAG berichtete, ist die Zahl der erfassten Straftaten 2017 so stark zurückgegangen wie seit fast 25 Jahren nicht. Dies hat aus Expertensicht mehrere Gründe. Kriminologe Christian Pfeiffer rückt dabei auch die Lage der Flüchtlinge in den Fokus.

So sei deren Situation besser geworden, sagte Pfeiffer. Im Vergleichsjahr 2016 habe es mit dem Zustrom von Flüchtlingen sehr viel Verunsicherung gegeben und eine Zunahme von Straftaten aller Art, gerade auch bei den Gewalttaten.

weiterlesen

Wie die Friedensbewegung in den ewigen Krieg führte

Frühere amerikanische Kriege waren nicht weniger brutal gewesen. Aber mit Vietnam wurden erstmals Taktiken debattiert – und angeprangert. (Bild: Art Greenspon / AP)
Der Protest gegen den Vietnamkrieg war ein Kernelement der amerikanischen 1968er Bewegung. Mittelfristig hatten die Demonstranten Erfolg: Die USA zogen sich aus Vietnam zurück. Langfristig gesehen haben die Friedensaktivisten indes eine neue Kriegsform beflügelt.

Andrew Preston | Neue Zürcher Zeitung

Die Drohne ist zum Inbegriff der amerikanischen Kriegsführung geworden. Seit den 1980er Jahren und vor allem im «Krieg gegen den Terror», der seit dem 11. September geführt wird, haben unbemannte Flugdrohnen den Grossteil der amerikanischen Kampfhandlungen im Nahen Osten bestritten. Der Reiz dieser Geräte ist offensichtlich: Sie gelten als präzise, sie bringen keine amerikanischen Soldaten in Gefahr, sie operieren meist im Verborgenen, und sie können im Handumdrehen überall auf der Welt eingesetzt werden. Das alles macht sie attraktiv für die Entscheidungsträger in Washington, die Kriege effizient, aber ohne grosses Aufhebens führen wollen.

Diese neue Art der Kriegsführung war ein Resultat der sogenannten Revolution in Military Affairs, die zu Beginn der 1980er Jahre die amerikanische Militärstrategie umwälzte. Seither setzt das Pentagon ganz auf Technologie, insbesondere aus der Luft – unbemannte Drohnen, präzisionsgesteuerte Raketen oder Tarnkappenbomber verkörpern dieses damals neue Vertrauen.

weiterlesen

Abu Dhabi – Die Moschee soll strahlen – die Kirchen lieber nicht zu sehr

Die Scheich-Zayid-Moschee ist der Hingucker unter den Bauten von Abu Dhabi. Imago/UIG
Abu Dhabi ist ein muslimisch geprägtes Emirat, auffällige christliche Symbole sind in der Öffentlichkeit verboten. Doch Migranten aus Indien und den Philippinen sorgen für eine wachsende christliche Minderheit.

Raphael Rauch | SRF

Wer durch Abu Dhabi fährt, sieht viele islamische Bauten. Am prächtigsten ist die Scheich-Zayid-Moschee. Sie ist eine der grössten Moscheen der Welt. Die blankweisse Fassade reflektiert die Wüstensonne. Ein wenig erinnert der Prachtbau an den Taj Mahal.

Der Traum vom Paradies in weiss

Von einer «Moschee wie das Paradies» war die Rede, als das Gotteshaus 2007 eröffnet wurde. Der Schmucktitel kam nicht von ungefähr. Ein Paradies auf Erden, freilich zu Ehren Gottes, das hatte sich Scheich Zayid gewünscht.

Der Gründungsvater der Vereinigten Arabischen Emirate gab den Bau in Auftrag, übernahm die Kosten und wurde auch Namensgeber der Moschee. Die Menschen vor Ort nennen sie aber oft nur die «Grosse Moschee».

Prachtbau für 40’000 Menschen

Koransuren über das Paradies waren den Architekten und Künstlern Inspiration. Auf dem weissen Marmor sind etwa Dattelpalmen zu sehen – so stellt man sich das Glück auf Erden vor. Auch Abbildungen von Milch und Honig sind in das kostbare Material eingelassen.

weiterlesen

Familiengeheimnisse

Bild: TP
Kommenden Donnerstag läuft die Frist für die angekündigte Freigabe der noch gesperrten JFK-Akten aus, sofern es keine zwingenden Gründe geben sollte, dieser auch ein halbes Jahrhundert nach dem Präsidentenmord weiterhin geheim zu halten.

Markus Kompa | TELEPOLIS

Ursprünglich hätten die Akten nach dem JFK-Act bereits vor einem halben Jahr freigegeben werden müssen. Demnächst will der aktuelle Präsident die Sache entscheiden.

Die Energie, mit welcher die CIA Nachforschungen zum Attentat behinderte und hierzu eigens gegen Skeptiker den psychologischen Kampfbegriff „Verschwörungstheoretiker“ einführte, nährt den Verdacht, als habe man etwas zu vertuschen (50 Jahre „Verschwörungstheoretiker“). Der offizielle CIA-Historiker David Robarge beschwichtigt gerne und verlautbart, die CIA habe sich stets kooperativ verhalten und mit einem gut gemeinten Cover Up lediglich anderweit peinliche Informationen schützen wollen.

weiterlesen

Sächsisches Ostritz wehrt sich gegen Neonazi-Festival

Mit einem Friedensfest protestieren die Einwohner einer Kleinstadt an der polnischen Grenze gegen ein Neonazi-Festival. Ministerpräsident Kretschmer rief dazu auf, ein klares Zeichen zu setzen.

evangelisch.de

Die Polizei ist am Samstag gegen Rechtsverstöße beim Neonazi-Festival im ostsächsischen Ostritz vorgegangen. So wurden unter anderem T-Shirts und Plakate mit Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen beschlagnahmt und Ermittlungsverfahren gegen die Träger eingeleitet.Zuvor waren bei der Versammlung Rechtsextremer unter anderem Ordner mit T-Shirts festgestellt worden, die die Aufschrift „Sicherheitsdienst Arische Bruderschaft“ und zwei gekreuzte Stabhandgranaten zeigten. Nach Polizeiangaben hatten sich bis zum Samstagnachmittag 745 Rechtsextreme zu dem Musikfestival und den Sportwettkämpfen im äußersten Osten Sachsens eingefunden.

weiterlesen

Jan Hus: Ein Flammentod, der das Reich des deutschen Kaisers in Brand setzte

Hinrichtung in Konstanz 1415: Der böhmische Theologe Jan Hus predigte Armut, rüttelte damit kräftig am Thron der Mächtigen – und landete, wie die Abbildung aus der Richental-Chronik von 1464 zeigt, während des Konzils auf dem Scheiterhaufen. (Foto: Nationalbibliothek Prag)
Vor 600 Jahren endete das Konstanzer Konzil. Mit dem Justizmord, der dort an Reformator Jan Hus verübt wurde, begannen jahrhundertelange Religionskriege in Europa.

Von Heribert Prantl | Süddeutsche Zeitung

Vor 600 Jahren endete das Konstanzer Konzil. Dieses Konzil war wohl die größte kirchliche und politische Versammlungen des Mittelalters, Konstanz war in den Jahren von 1414 bis 1418 das Zentrum Europas. Das Konzil in Konstanz beendete das große Schisma, die große abendländische Kirchenspaltung – und es legte den Keim für eine neue Spaltung. Bis zum Konstanzer Konzil hatten drei Päpste die Christenheit regiert.

Der Preis für die Einigung auf einen einzigen war hoch: Anstehende Kirchenreformen wurden vertragt; wären sie verwirklicht wurden, hätte das Martin Luthers Reformation hundert Jahre später vermutlich überflüssig gemacht. Vorweg einigten sich die Kirchenmächtigen in Konstanz auf den kleinsten gemeinsamen Nenner – sie statuierten ein Exempel an Jan Hus; sie verurteilten den charismatischen Prediger und Reformer als Ketzer.

Hus starb auf dem Scheiterhaufen. Das war der böse Auftakt zum Konzil, das war eine Tat, mit Auswirkungen bis in die Gegenwart. Der Justizmord an Jan Hus setzte das Reich in Brand; er war der Beginn der jahrhundertelangen Religionskriege in Europa und der Anfang vom Ende des Mittelalters.

Seine Schriften waren kurz vorher verbrannt worden. Nun stand er selbst im Scheiterhaufen: der Magister Johann Hus aus Prag, 45 Jahre alt, eine rostige Kette um den Hals, auf dem Kopf, zum Zeichen seiner Schande, eine Ketzermütze aus Papier, bemalt mit Teufeln. Rings um ihn, bis zum Kinn hoch aufgeschichtet, zwei große Fuhren Holzbündel, mit pechgetränktem Stroh vermischt.

weiterlesen

Kriminalstatistik 2017: Deutlich weniger Straftaten

Bild: tagesschau.de
Es wäre der stärkste Rückgang seit fast 25 Jahren: In Deutschland sind nach einem Medienbericht 2017 fast zehn Prozent weniger Straftaten erfasst worden als 2016. Bei manchen Delikten gab es aber auch Anstiege.

tagesschau.de

Die Zahl der registrierten Verbrechen in Deutschland ist nach einem Medienbericht im Jahr 2017 um fast zehn Prozent gesunken. Insgesamt weise die polizeiliche Kriminalstatistik für das vergangene Jahr 5,7 Millionen Straftaten aus, berichtet die „Welt am Sonntag“. Das sind rund 610.000 weniger als im Jahr zuvor. Einen derart starken Rückgang bei der Kriminalität habe es seit fast 25 Jahren nicht gegeben.

Etwa ein Drittel aller Verbrechen entfiel den Angaben zufolge auf Diebstahldelikte. Dazu gehören Laden- Taschen- Auto- und Fahrraddiebstahl. Insgesamt gab es etwa zwei Millionen Fälle – ein Minus von 11,8 Prozent.

weiterlesen

Warum die Nazis Schwule verfolgten, nicht aber Lesben

Mit diesen Kennzeichen wurden Häftlinge in KZs stigmatisiert – Schwule mit dem „rosa Winkel“ Quelle: Bundesarchiv Bild 146-1993-051-07 / Unknown / CC-BY-SA 3.0
Zum ersten Mal seit Jahrzehnten gibt es wichtige Fortschritte in der Forschung über Homosexuelle im Dritten Reich: Himmler verfolgte sie wegen einer kruden Theorie über Männerbünde.

Von Florentine Kutscher | DIE WELT

Ein Stigma, das zur stolzen Selbstkennzeichnung wird: Derlei ist selten. Schwule Männer in nationalsozialistischen Konzentrationslagern mussten auf ihrer Häftlingskleidung ein rosarotes Stoffdreieck tragen; in der Lagersprache hieß es der „rosa Winkel“. Genau dieses Symbol findet man heute auf Denkmälern in aller Welt, von Berlin über Amsterdam und Tel Aviv bis nach Montevideo und Sydney.

Seit März 2018 heißt es im inoffiziellen Regierungsprogramm, dem Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD: „Bisher weniger beachtete Opfergruppen des Nationalsozialismus wollen wir anerkennen und ihre Geschichte aufarbeiten.“ Doch wer zählt dazu? Und warum unterscheidet man überhaupt zwischen verschiedenen Opfergruppen?

weiterlesen

Simandou – ein Musterbeispiel für Misswirtschaft in Afrika

Grafik: Darwinek. Lizenz: CC BY-SA 3.0
Warum das größte Eisenerzvorkommen der Welt seit über 20 Jahren nicht abgebaut wird

Christoph Jehle | TELEPOLIS

Man muss den vom Westen bekämpften und letztlich gepfählten früheren Herrscher Libyens nicht mögen, aber Gaddafi hat die Erlöse aus dem Erdölexport in die Infrastruktur des Landes investiert, wie kein anderer Staatsführer in Afrika. In den meisten Ländern Afrikas stopfen sich jedoch seit kolonialen Zeiten wenige Einflussreiche die Taschen voll und westliche Konzerne helfen ihnen dabei.

Das westafrikanische Guinea, das sich den Wahlspruch „Travail, Justice, Solidarité“ gegeben hat, besitzt den größten Eisenerzvorrat der Welt, der mehr als 100 Milliarden Dollar wert sein soll, kann ihn jedoch nicht abbauen – und das hat viele Gründe. Das Objekt der Begierde ist der Simandou-Hügelzug. Vor 16 Jahren stieß der australisch-britische Bergbaukonzern Rio Tinto in der ehemals französischen Kolonie auf dieses Vorkommen an Eisenerz höchster Reinheit, das auf über zwei Milliarden Tonnen geschätzt wurde.

Da das Erz an der Oberfläche austritt, kann der Bergbau im kostengünstigen Tagebau erfolgen. Guinea, bislang eines der ärmsten Länder Afrikas, könnte seine Staatseinnahmen verdoppeln und die Entwicklung des Landes drastisch beschleunigen. Drastisch bleibt bis heute jedoch nur das Scheitern des Abbau-Projektes. Simandou gilt als Vorzeigebeispiel des afrikanischen Ressourcenfluchs, der statt Wohlstand nur Armut, Konflikte und Korruption bringt.

weiterlesen

Evolutionäre Fressfalle: Was Kartoffelchips im Gehirn anrichten

Wer kann sich da beherrschen? Bild: Picture-Alliance
Wer einmal anfängt, hört oft erst auf, wenn die Tüte leer ist. Forscher wollen wissen, was Chips und andere Snacks so verführerisch macht – und sind auf eine optimale Formel gestoßen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Das Abendessen war lecker und satt ist man eigentlich auch. Und trotzdem ist die Tüte Chips nach dem „Tatort“ leer. Bei manchen Snacks können wir einfach nicht mehr aufhören, wenn wir einmal angefangen haben. Doch warum ist das so? Wissenschaftler aus Erlangen beschäftigen sich schon seit einer ganzen Weile mit diesem Phänomen der „hedonischen Hyperphagie“. Im Versuch mit Ratten wollen sie eine Art Naschformel herausgefunden haben – ein bestimmtes Verhältnis aus Fett und Kohlenhydraten, das Lebensmittel besonders attraktiv macht.

Nun haben die Forscher eine Folgestudie mit Menschen gemacht. Ein Ergebnis: Je höher der sogenannte Body Mass Index (BMI) – also je dicker jemand ist –, desto stärker wird beim Chips-Essen sein Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert.

weiterlesen

Die Systemfrage als Überlebensfrage

Aufnahme der New Yorker Börse von 1963; Bild: Thomas J. O’Halloran / gemeinfrei
„Irgendwann wird es schiefgehen.“ Was tun? Ein Kommentar zur rasch anwachsenden globalen Kriegsgefahr

Tomasz Konicz | TELEPOLIS

Irgendwann wird es schiefgehen. Irgendwann – in ein paar Wochen, Monaten oder Jahren – wird es den am eskalierenden neoimperialistischen Great Game beteiligten Staaten nicht mehr gelingen, eine der sich häufenden geopolitischen Konfrontationen rechtzeitig zu entschärfen, um eine direkte militärische Konfrontation zu verhindern. Syrien, Iran, Ukraine, Türkei, Südchinesisches Meer, Taiwan – an Brandherden, die den kalten imperialistischen Machtpoker in einen verheerenden Großkrieg umschlagen lassen können, mangelt es nun wahrlich nicht.

Das spätkapitalistische Weltsystem scheint sich in einer spannungsreichen Vorkriegszeit zu befinden. Die einzelnen Machtblöcke und Staaten sind bereit, bei ihren regionalen oder globalen Machtstreben immer mehr zu riskieren, die nackten Interessen treten immer deutlicher hervor, während die Propaganda nur noch nachlässig, oberflächlich, als eine reine Pflichtübung betrieben wird.

Selbst die Propagandisten der imperialistischen Mächte, von Fox News bis Russia Today, glauben nicht mehr an die Rhetorik vom Menschen- oder Völkerrecht, mit der ihre brutale Machtpolitik, etwa in Syrien, müde gerechtfertigt wird.

Wie schnell die Stellvertreterkriege in einen Großkonflikt eskalieren können, wurde gerade bei der jüngsten Eskalation in Syrien offensichtlich, bei der angebliche Drohungen eines russischen Diplomaten, US-Raketen abzuschießen und deren Trägersysteme anzugreifen, den rechtspopulistischen US-Präsidenten Donald Trump zu bizarren, stilecht per Twitter verbreiteten Drohgebärden verleiteten, die einer schwarzen Satire entsprungen sein könnten.

Trump twitterte – in der Sandkastensprache eines Internettrolls – von neuen, netten und „smarten“ Raketen, auf die sich Russland vorbereiten solle, da sie bald kommen würden. Und solches infantile Gehabe, solche Drohgebärden, die für gewöhnlich über geschlossene diplomatische Kanäle verbreitet werden, haben sehr reale Konsequenzen: Sie müssen wahr gemacht werden, damit das Prestige der jeweiligen Staatsmonster in der Weltarena nicht leidet.

weiterlesen

Seehofer will harte Gangart in Asylpolitik

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat einen schärferen Kurs gegen abgelehnte Asylbewerber angekündigt. „Da bin ich für mehr Härte“, sagt er dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“.

evangelisch.de

Wer kein Bleiberecht habe und nicht freiwillig in seine Heimat zurückkehre, solle nur noch Sachleistungen bekommen. Gleichzeitig wolle er die Anstrengungen zur Integration anerkannter Flüchtlinge verstärken, sagte Seehofer. „An guter Integration derer, die ein Bleiberecht haben, führt kein Weg vorbei. Ansonsten wird Hartz IV zur Zuwandererstütze.“

weiterlesen

Priesterweihe in Eichstätt von Kritik des Zentralrats begleitet

Vor fünf Jahren wurde ein Theologiestudent wegen rassistischer und antisemitischer Äußerungen aus dem Würzburger Priesterseminar entlassen. Jetzt weihte ihn der Eichstätter Bischof zum Priester. Scharfe Kritik kommt vom Zentralrat der Juden.

DOMRADIO.DE

Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke hat am Samstag drei junge Männer zu Priestern seines Bistums geweiht. Unter den Kandidaten war auch ein 30-jähriger Franke aus dem Erzbistum Bamberg, der vor fünf Jahren nach einer Untersuchung antisemitischer Vorfälle aus dem Würzburger Priesterseminar geflogen war. Der Kandidat hatte KZ-Witze erzählt und Adolf Hitler parodiert. Im Bistum Eichstätt erhielt er eine zweite Chance.

Gestörtes Verhältnis zwischen Katholiken und Juden

Am Vortag der Weihe bekräftigte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, in mehreren Medien seine Kritik an der Entscheidung des Eichstätter Bischofs. „Das gute Verhältnis, das Miteinander der katholischen Kirche mit jüdischen Gemeinden in Deutschland sind durch diesen Vorgang geschädigt“, sagte er dem Bayerischen Rundfunk. Schuster hält den behaupteten Einstellungswandel des Diakons nicht für glaubwürdig.

weiterlesen

Das Artensterben ist mindestens so gefährlich wie der Klimawandel

Jedes Tier, auch die Schnecke, hat eine Funktion in der Natur. (Foto: dpa-tmn)
Alle reden vom Insektensterben. Doch das ist nur ein kleiner Teil einer viel größeren biologischen Katastrophe.

Von Tina Baier | Süddeutsche Zeitung

Das Insektensterben, über das viel geredet wird, seit es kürzlich wissenschaftlich nachgewiesen wurde, ist schlimm. Die schlechte Nachricht ist, dass dieses Phänomen wahrscheinlich nur ein kleiner Ausschnitt einer viel größeren Krise ist. Überall auf dem Planeten geht derzeit ein gigantisches Artensterben vor sich.

Es ist nicht auf einzelne Brennpunkte wie etwa das Great Barrier Reef vor Australien beschränkt, von dem diese Woche bekannt wurde, dass dort im Jahr 2016 ein Drittel aller Korallen gestorben sind. Es findet auf allen Erdteilen statt, sowohl in den Meeren als auch auf dem Land. Es betrifft Arten quer durch den Stammbaum des Lebens und auch viele, von denen die meisten Menschen nicht einmal wissen, dass es sie gibt. Geschätzt verschwinden jedes Jahr 20 000 bis 25 000 Spezies für immer von der Erdoberfläche.

weiterlesen