Israel : Eine Redaktion für Netanjahu

„Go home“: Vor einer Demonstration, die Netanjahus Rücktritt fordert. Foto: REUTERS
„Go home“: Vor einer Demonstration, die Netanjahus Rücktritt fordert. Foto: REUTERS
Die Bestechungsaffäre um Medienmogul Moses bringt Israels Premier Benjamin Netanjahu in ernste Bedrängnis.

Von Inge Günther | Frankfurter Rundschau

Die bizarre Affäre könnte dem Drehbuch einer Telenovela entsprungen sein. Selbst Israelis, die einige Fehltritte ihrer herrschenden Klasse erlebt haben, sind fassungslos. Da treffen sich klammheimlich ein mächtiger Politiker und ein Medienmogul, die sich überhaupt nicht ausstehen können, um einen Pakt zum beidseitigen Vorteil auszuhecken. Der Medienmann verspricht wohlgefällige Berichterstattung, der Politiker sagt im Gegenzug gesetzliche Auflagen für ein Konkurrenzblatt zu. Unglaublich. Aber der Fall, von der israelischen Staatsanwaltschaft als „Akte 2000“ geführt, hat sich im Kern wohl so zugetragen und ist durch Tonbandmitschnitte belegt. In den beiden Hauptrollen Premier Benjamin Netanjahu und Arnon (Noni) Moses, Herausgeber der Zeitung „Jedioth Achronoth“.

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Warum Cem Özdemir in Berlin selten ins Taxi steigt

 Der frisch gekürte Spitzenkandidat fährt nicht mehr Taxi: Cem Özdemir Quelle: dpa
Der frisch gekürte Spitzenkandidat fährt nicht mehr Taxi: Cem Özdemir Quelle: dpa
Der Grünen-Chef wurde in Berlin mehrfach von ultranationalistischen türkischstämmigen Taxifahrern angegangen. Meist verzichtet Özdemir auf Taxifahrten – und fordert nun Hilfe von der Taxi-Innung.

Von Wolfgang Büscher, Tobias Heimbach | DIE WELT

Abgeordnete des Bundestages fahren, wie andere viel beschäftigte Leute auch, öfter mit dem Taxi von Termin zu Termin. Für die meisten ist das kein Problem. Wer aber türkischstämmig ist und zugleich der türkischen Regierung kritisch gegenübersteht, muss sich auf einiges gefasst machen, wenn er in Berlin in ein Taxi steigt – jedenfalls, wenn ein strammer türkischer Nationalist am Steuer sitzt und den Politiker erkennt. Dann muss mit Beschimpfungen, Beleidigungen und aggressivem Verhalten gerechnet werden.

Auch Cem Özdemir, der bekannteste türkischstämmige deutsche Politiker, kann ein Lied davon singen. Ihm reicht es nun. Özdemir, den seine Grünen gerade zu ihrem Spitzenmann für die Bundestagswahl nominiert haben, hat vor Weihnachten in einem Brief an die Berliner Taxi-Innung und den Taxi-Verband Berlin-Brandenburg seine Erfahrungen mit rabiaten türkischen Taxifahrern geschildert und die Innung aufgefordert, etwas dagegen zu tun.

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Überdüngt und vergiftet – Mülldeponie Ozean

Atlantik. Foto: Tiago Fioreze / CC BY-SA 3.0
Atlantik. Foto: Tiago Fioreze / CC BY-SA 3.0
Die Anreicherung mit Phosphat und Nitraten bringt das Ökosystem aus dem Gleichgewicht

Von Susanne Aigner | TELEPOLIS

Das meiste von dem, was an Land an Schad- und Nährstoffen freigesetzt wird, landet früher oder später im Meer. Da sind nicht nur die Rückstände von Düngemitteln. Es sind auch anorganische und organische Stickstoff- und Phosphatverbindungen aus Klärwerken, kommunalen, häuslichen und industriellen Abwässern aus der Zellstoff-, Chemie- und Lebensmittelindustrie und Aquakultur-Anlagen sowie Emissionen und Abwässer aus dem Straßenverkehr, aber auch aus der Verbrennung fossiler Rohstoffe. Ein geringer Teil wie etwa die Abgase aus der Schifffahrt wird direkt im Meer freigesetzt.

Seit Jahren beobachten Forscher wachsende Stickstoffeinträge in die Küstengewässer des Atlantiks, in die Nord- und Ostsee und im Mittelmeer. Der offene Ozean nimmt Stickstoff vor allem aus der Luft auf. Besonders der Nordpazifik leidet unter dieser Belastung. Die Stickoxide werden aus den Industriezentren nicht nur ins Inland, sondern auch übers offene Meer geweht und zusätzlich aus der Landwirtschaft emittiert.

So untersuchte ein koreanisches Forscherteam die Einträge von Stickstoff und Phosphor in verschiedenen Ozeanen. Die Auswertung einer Analyse von tausenden Wasserproben ergab, dass der Eintrag von Stickstoff innerhalb der letzten 40 Jahre massiv angestiegen ist. Mit absehbaren Folgen: Zu viel Stickstoff und Phosphor im Meer führt zu vermehrtem Algenwachstum.

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Die Schattenseiten der neuen Krebsmedizin

© Uwe Anspach, dpa Am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg wird ein Patient auf die Immuntherapie vorbereitet.
© Uwe Anspach, dpa Am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg wird ein Patient auf die Immuntherapie vorbereitet.
„Checkpoint-Hemmer“ sind fantastische Krebsmedikamente. Doch sie haben ihren Preis. Je öfter die Immuntherapien zum Zuge kommen, desto öfter findet man auch Nebenwirkungen.

Von Hildegard Kaulen | Frankfurter Allgemeine

Krebs allein vom körpereigenen Immunsystem beseitigen zu lassen, ohne den Tumor zu behandeln, gehört zu den großen Visionen der Medizin. Die Checkpoint-Hemmung greift genau diese Vision auf. Sie entfesselt das Immunsystem und hetzt eine spezielle Klasse von Immunzellen auf den Tumor, die sogenannten T-Lymphozyten oder T-Zellen. Eine solche Therapie wirkt zwar nicht bei jedem Patienten, aber wenn sie wirkt, sind die Aussichten auf ein langfristiges Zurückdrängen des Tumors groß, selbst bei denjenigen, denen die Ärzte nur noch eine kurze Lebenserwartung bescheinigt haben. Viele Experten sind davon überzeugt, dass die Checkpoint-Hemmung bald zur vierten Säule der Krebsmedizin werden wird, neben Chirurgie, Chemotherapie und Bestrahlung.

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Idiocracy: Warum Intelligenz vom Aussterben bedroht ist

Quelle: Getty Images/Stone Sub
Quelle: Getty Images/Stone Sub
Eine geistig degenerierte Welt, in der sich die Intelligenz selbst ausrottet: Willkommen in der Science-Fiction-Dystopie „Idiocracy“. Doch könnte diese Fiktion womöglich bald zur Realität werden?

Von Julia Haase | DIE WELT

Unsere Intelligenz liegt uns in den Genen. Oder nicht? Diese Frage beschäftigt die Genetik und Psychologie, seit es die wissenschaftlichen Disziplinen gibt. Und sie ist bis heute nicht wirklich geklärt. Unsere kognitiven Fähigkeiten sind zwar genetisch gesteuert, doch sie stehen im Wechselspiel mit uns umgebenden Umwelteinflüssen.

Nun die schlechte Nachricht zuerst: Die Gene, die festlegen, ob wir ein höheres Bildungsniveau erreichen oder nicht, sind in den letzten 80 Jahren zurückgegangen. Wissenschaftler vermuten, dass sich diese Gene in einer natürlichen Auslese befinden.

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„Die EU spielt in der dritten Liga“

 Wolfgang Ischinger ist Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, die in diesem Jahr vom 17. bis 19. Februar stattfindet © Andreas Gebert/DPA
Wolfgang Ischinger ist Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, die in diesem Jahr vom 17. bis 19. Februar stattfindet © Andreas Gebert/DPA
Unter Druck gesetzt von Putin, steckt der Westen in einer tiefen Krise, sagt Wolfgang Ischinger, Chef der Münchner Sicherheitskonferenz und ehemaliger Botschafter in Washington und London.

Interview Katja Gloger | stern.de

Herr Ischinger, das Ende des Westens sei nah, heißt es: In den USA herrscht Donald Trump, Europa zerfällt, und überhaupt – in der Welt herrscht Chaos.
Der Westen als Idee steckt in einer handfesten Identitätskrise. Ein halbes Jahrhundert lang konnten wir davon ausgehen, dass die USA das westliche Modell vorleben würden, bei allen Fehlern und Widersprüchen, trotz Vietnam, Irak und Guantánamo.

Das Modell der „liberalen Demokratie“, das in Verruf geraten ist?
Ja, dabei geht es um Menschenwürde und Freiheitsrechte, um Rechtsstaatlichkeit und Marktwirtschaft. Mit dem Dienstantritt von Donald Trump aber scheint sich zu bestätigen, dass Amerika diese politischmoralische Führungsrolle weder weiterführen will noch kann.

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Friedenspreisträger Sansal: Islamismus ist ein globales Problem

Boualem Sansal, 2012. Bild: wikimedia.org/PD
Boualem Sansal, 2012. Bild: wikimedia.org/PD

Der algerische Schriftsteller Boualem Sansal hat zu raschem internationalen Vorgehen gegen religiösen Fanatismus aufgerufen.

evangelisch.de

„Der Islamismus ist ein globales Problem und kann nur gemeinsam weltweit eingedämmt werden“, sagte der 67-Jährige dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Wochenende am Rand der Frankfurter Literaturtage.

Die Islamisierung schreite voran. Wohin das führen werde, hänge von der Weltgemeinschaft ab, sagte Sansal, der 2011 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten hat. Sein düsterer Zukunftsroman „2084 – Das Ende der Welt“ über eine islamistische Diktatur sei in Algerien von Intellektuellen des Regimes und Islamisten viel kritisiert worden. Die heftigsten Reaktionen habe es aber wegen seiner Israelreise gegeben.

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Dieser grausame Welteroberer ist Erdogans Held

 Die dritte Bosporus-Brücke erhielt im August 2016 den Namen Selims Quelle: picture alliance / AA
Die dritte Bosporus-Brücke erhielt im August 2016 den Namen Selims Quelle: picture alliance / AA
Nicht nur Luther veränderte 1517 die Welt. Durch einen Sieg vor Kairo schwangen sich die Osmanen zur Hegemonialmacht der islamischen Welt auf. Der türkische Präsident Erdogan knüpft daran an.

Von Florian Stark | DIE WELT

Dass der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ein großer Freund der osmanischen Geschichte ist, machte er auch bei der Eröffnung der dritten Bosporus-Brücke Ende August 2016 deutlich. So wurde die Feier auf den 26. August gelegt, den Jahrestag der Schlacht von Manzikert, in der die Türken 1071 das byzantinische Zentralanatolien eroberten. Noch deutlicher verweist der Name des 3,5 Milliarden Euro teuren Bauwerks auf die Geschichte: Die Yavuz-Sultan-Selim-Brücke ist nach Sultan Selim I. benannt, „der das Osmanische Reich in alle Richtungen vergrößert hat, der großartige Eroberungen eingefahren und zahlreiche islamische Relikte nach Istanbul geholt hat“, wie es in der offiziellen Begründung heißt.

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Mit Quantenbits zur Raumzeit

Bild: SPEA-2014
Bild: SPEA-2014
Astrophysiker und Quantenforscher untersuchen gemeinsam, wie kosmische Phänomene mit subatomaren Gesetzen zusammenhängen. Sie versprechen sich neue Einsichten in die grundlegende Struktur von Raum und Zeit.

Von Clara Moskowitz | Spektrum.de

In der klassischen Physik war der Raum lange bloß eine Art Bühne, auf der Materie, Felder und Kräfte wirken. Er selbst bestand aus nichts und trug nichts zu diesem Spiel bei. Albert Einstein veränderte den Gedanken und verband Raum und Zeit zu einem untrennbaren Gebilde, der Raumzeit, die sich abhängig von den darin vorhandenen Objekten verformt und ihrerseits die Bahnen von Objekten beeinflusst. Theoretiker können ihre Geometrie und somit die Gravitation mit den Gleichungen der allgemeinen Relativitätstheorie beschreiben, aber sie stellen sich neue Fragen: Ist die Raumzeit mitsamt ihren Krümmungen fundamental, oder besteht sie selbst aus etwas anderem? Inzwischen glauben einige Physiker an einen neuen Weg zu einer Antwort. Ihre Vermutung: Alles lässt sich auf die Wechselwirkungen kleinster Stücke von Information zurückführen.

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Franziskus sieht bei neuen Populisten Parallelen zu Hitler

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Papst Franziskus hat angesichts der Krisenzeiten in Europa vor Populismus und Abschottung gewarnt. Ängste und Sorgen führten Menschen dazu, nach Heilsbringer zu suchen, „die uns unsere Identität wiedergeben“. Das sei auch 1933 in Deutschland geschehen.

Frankfurter Allgemeine

Mit Blick auf den neuen amerikanischen Präsidenten Donald Trump ruft Franziskus die Welt zur Besonnenheit auf. Niemand sollte „sich erschrecken oder sich freuen über etwas, was passieren könnte“, sagte das Oberhaupt der Katholischen Kirche in einem Interview der spanischen Zeitung „El País. „Man wird sehen, was er tut, dann werde ich mir meine Meinung bilden.“, sagte Franziskus. Was Sie bis jetzt gehört haben, bereitet Ihnen keine Sorgen?, wurde der Papst gefragt. Die Antwort: „Ich warte ab. Gott hat doch bei all meinen Sünden so lange auf mich gewartet.“ Das Interview wurde am Freitag geführt – während der Amtseinführung Trumps.

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Bibelmythen auf dem Prüfstand

Eric H. Cline Warum die Arche nie gefunden wird Aus dem Englischen von Michael Sailer Verlag: Theiss, Darmstadt 2016 ISBN: 9783806233858
Eric H. Cline
Warum die Arche nie gefunden wird
Aus dem Englischen von Michael Sailer
Verlag: Theiss, Darmstadt 2016
ISBN: 9783806233858

Wie glaubwürdig ist die Bibel? Wie ernst darf man die Erzählungen um den Garten Eden und die Sintflut nehmen? Und was ist von den Berichten um Moses und den Auszug des israelitischen Volkes aus Ägypten zu halten? Diesen und anderen Fragen widmet sich der amerikanische Archäologe Eric Cline in seinem Buch „Warum die Arche nie gefunden wird“ (englische Originalausgabe „From Eden to Exile“, 2007).

Von Theodor Kissel | Spektrum.de

Cline, Direktor des Archäologischen Instituts der George-Washington-Universität in Washington D.C., geht es vornehmlich darum, die historische Wahrheit hinter den biblischen Texten zu ergründen. Vehement wendet er sich gegen jene selbst ernannten Experten, die behaupten, sie hätten die Arche Noah am Berg Ararat entdeckt, den üppigen Garten Eden aufgespürt oder die verlorene Bundeslade gefunden. Diesen Pseudoforschern, die verlorenen Bibel-Schätzen hinterherjagen wie Indiana Jones, dürfe man – so Cline – auf keinen Fall das Feld überlassen. Deshalb sei es „höchste Zeit für professionelle Archäologen, Althistoriker und etablierte Bibelforscher, ihr von diesen Hobbygelehrten besetztes Terrain zurückzuerobern“.

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Angst vor den Heimkehrern

– (c) REUTERS (ALAA AL-MARJANI)
– (c) REUTERS (ALAA AL-MARJANI)
Trotz geringer Zahl bleiben albanische IS-Sympathisanten, die zurück in die Heimat wollen, ein Problem für die Region.

Von Thomas Roser | Die Presse.com

Stolz vermeldete Kosovos Innenminister, Skënder Hyseni, auf einem Nato-Seminar in Prishtina im vergangenen November den Präventionsvollzug. 2016 hätten nur noch zwei Bürger des Staatenneulings versucht, sich als Kämpfer der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak anzuschließen: „Das ist ein klares Zeichen, dass es uns gelungen ist, erfolgreich den gewaltsamen Extremismus zu bekämpfen.“

Tatsächlich scheint der IS auch auf dem Balkan den Zenit seiner Popularität längst überschritten zu haben. Nach Schätzung der Nachrichtenagentur Balkan Insight schlossen sich zwischen 2012 und 2015 rund 900 junge Islamisten aus der Region dem IS an, davon gut die Hälfte aus dem mehrheitlich muslimischen Bosnien und Herzegowina: 2016 habe die Zahl frisch rekrutierter Kämpfer auf dem Balkan insgesamt „weniger als 20“ betragen.

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Dichtung und Wahrheit für Trekkies

Metin Tolan Die Star Trek Physik Verlag: Piper, München 2016 ISBN: 9783492056533
Metin Tolan
Die Star Trek Physik Verlag: Piper, München 2016
ISBN: 9783492056533

Kaum ein Raumfahrzeug hat es zu ähnlich großer Berühmtheit gebracht wie die „Enterprise“. Seit 50 Jahren erkundet sie (auf Leinwänden und Bildschirmen) fremde Welten, ferne Galaxien und bizarre Lebensformen in den Tiefen des Alls. Dabei zog sie Millionen Cineasten und Weltraum-Serienfans in ihren Bann. Doch was an den Filmen hat einen realen Kern, und was ist pure Fiktion?

Von Thorsten Naeser | Spektrum.de

In den Anfängen der Serie, in den 1960er Jahren, maßen die Filmemacher der Physik keine große Bedeutung bei. Die Produzenten der „Original Series“ zahlten einem Physikstudenten 50 Dollar, damit er ihnen eine halbwegs tragfähige fachliche Grundlage für den Warp-Antrieb liefere, mit der das Raumschiff die enormen Distanzen im Universum überwindet. Doch schon für die Folgestaffel „The next Generation“ engagierte man Technikberater. Denn mittlerweile hatte sich die Serie gemausert, und zu ihrem Markenzeichen gehörte die Darstellung physikalischer und technischer Phänomene. Die Protagonisten sollten nicht losgelöst von wissenschaftlichen Erkenntnissen durch den Weltraum steuern. Man wollte ein stringentes, technisch durchdachtes Konzept erschaffen, wie sich die Enterprise fortbewegt. Und zumindest teilweise wollte man das Geschehen einbetten in reale und uns vertraute Naturphänomene. Dieses Bemühen brachte über die Jahrzehnte hinweg einen Mix hervor aus geheimnisvollen Galaxien, technischen Raumfahrtvisionen und realer Astrophysik.

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Wie zwei Männer mithilfe der Bibel einen Massenmord in der Arktis entfachten

Bild: VICE.com
Bild: VICE.com
Der Winter 1941 war eine schwierige Zeit für die kanadischen Belcherinseln – und das war, bevor neun Menschen in einer Teufelspanik ihr Leben ließen

Von Seth Ferranti | VICE.com

Die Jagderträge waren dürftig im Winter 1941. Außerdem hatte ein Meteoritenschauer einige Inuit auf den Belcherinseln glauben lassen, dass die Welt bald untergeht. Etwa zu dieser Zeit geschah es, dass der 27-jährige Schamane Charlie Ouyerack sich selbst zu Jesus Christus und seinen Freund, Peter Sala, zu Gott ernannte.

Der erste heilige Akt des Duos bestand darin, die Schlittenhunde töten zu lassen. Damit war ein Entkommen für Gläubige und Skeptiker gleichermaßen schwer.

Eine Teenagerin, Sara Apawkok, stellte die selbsternannten Religionsführer öffentlich in Frage und wurde prompt zur Teufelin erklärt. Eifrige Konvertiten nahmen sich der Sache an und schlugen ihr mit einem Gewehrkolben den Kopf ein. Weitere Morde folgten.

Die Belcherinseln sind ziemlich abgelegen, aber sie befinden sich auch nicht im Nirgendwo. Sie bestehen aus einer Ansammlung von 1.500 Felsen in den turbulenten Ostgewässern der Hudson Bay. Heftige Winde, Gletschergeröll, Granitkiesel und das eiskalte Meer bestimmen das Bild der Inselgruppe.

In seinem neuen Buch, At the End of the World: A True Story of Murder in the Arctic, setzt Lawrence Millman die Belcherinsel-Morde unserem modernen Bildschirmleben gegenüber. Für ihn ist unsere Besessenheit mit der digitalen Welt selbst zu einer Religion geworden, die das Ende einer bestimmten Art zu leben einläutet. Das mutet vielleicht wie das Gemecker eines verbohrten Fortschrittsskeptikers an – VICE sprach mit Millman, der noch nicht mal ein Handy besitzt, übrigens per Festnetz – , aber nur wenige westliche Autoren sind so erfahren darin, sich ernst und gründlich mit anderen Kulturen – insbesondere den Inuit – zu befassen.

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Späte Einsicht: US-Luftwaffe greift Ausbildungslager der al-Nusra an

Foto: Propagandamaterial, pro-al-Qaida-Kanal/Telegram. Quelle: Twitter, Thomas Joscelyn
Foto: Propagandamaterial, pro-al-Qaida-Kanal/Telegram. Quelle: Twitter, Thomas Joscelyn
Kurz vor Ende der Amtszeit Obamas griff die US-Luftwaffe mehrmals Ziele von Dschihadisten in Syrien an. Am Donnerstag meldete das Pentagon, dass Präzisions-Angriffe von Flugzeugen und Drohnen in einem Ausbildungslager in Idlib „mehr als hundert al-Qaida-Kämpfer“ getötet hätten.

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Das Statement des Pentagon-Sprechers Jeff Davis enthält zwar die üblichen rhetorischen Vorsichtsmaßnahmen, legt aber doch den wunden Punkt der Syrien-Politik unter der alten Regierung offen. Man habe das Lager zerstört, um die Ausbildung weiterer Rekruten zu verhindern und „um Hardliner-Islamisten und syrische Oppositionsgruppen davon abzuhalten, auf dem Schlachtfeld mit al-Qaida zu kooperieren“.

Das läuft genau auf die Trennung zwischen terroristischen Milizen und anderen oppositionellen Milizen hinaus, die im vergangenen Herbst von den USA gefordert worden war. Die Trennung markierte den zentralen Punkt der Abmachungen mit Russland.

Der Angriff vom vergangenen Donnerstag macht deutlich, dass die US-Führung die Kenntnisse dazu hatte, aber nicht den politischen Willen. Laut Informationen der New York Times war das Ausbildungslager Scheich Suleiman im syrischen Idlib dem Pentagon „seit einigen Jahren“ bekannt.

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Forschung am mumifizierten Schwein

 Nach der Untersuchung in der Kernspin-Röhre wird das Schwein in der Pathologie zurück in den Holzsarg gelegt. (Foto: Florian Peljak)
Nach der Untersuchung in der Kernspin-Röhre wird das Schwein in der Pathologie zurück in den Holzsarg gelegt. (Foto: Florian Peljak)
  • Am Klinikum Schwabing haben Forscher vor fünf Jahren ein Schwein einbalsamiert.
  • Es war ein Experiment im Dienste der Wissenschaft. Die Pathologen hielten sich streng an altägyptische Vorgaben.
  • So wollten sie herausfinden: Ist die Anleitung praktikabel? Wie groß war der Aufwand? Und wie lange dauerte es, bis eine Mumie fertig war?

Von Jakob Wetzel | Süddeutsche.de

Andreas Nerlich hat Schlimmeres befürchtet. Am Telefon hat der Pathologe und Mumienforscher gewarnt: Die Mumie komme zwar aus dem Sarg gleich in einen luftdichten Leichensack, aber womöglich müsse man sie vor der Untersuchung auspacken, das könne riechen, hat er gesagt. Vielleicht könne man den Körper in Plastikfolie wickeln, er werde zusehen, dass keiner umkippe. Doch jetzt steht Nerlich im Keller des pathologischen Instituts im Klinikum Schwabing, das er als Chefarzt leitet, er beugt sich über den Holzsarg und lächelt. „Mein Geruchssinn ist nach 33 Jahren Pathologie nicht mehr der Beste“, sagt er. „Aber für mich riecht das jetzt weniger nach einer Mumie, sondern eher speckig. Wie beim Metzger.“

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Antichristliche Gewalt im ägyptischen Karm: Prozess eingestellt

Präsident al-Sisi, Bild: businessinsider.com/bearb.:BB
Präsident al-Sisi, Bild: businessinsider.com/bearb.:BB

Jugendbande zog christlicher Frau Kleider aus und trieb sie nackt durch die Straßen – Gericht spricht von „Mangel an Beweisen“

kath.net

Im Fall der 70jährigen koptischen Christin Suad Thabet, die bei islamistischen Ausschreitungen in Karm in der Provinz Minya im Mai vergangenen Jahres entkleidet und misshandelt worden war, verzichten die ägyptischen Justizbehörden auf einen Prozess. Wie der Anwalt der Klägerin am Sonntag angab, habe eine Jugendbande der Frau die Kleider ausgezogen und sie nackt durch die Straßen getrieben. Der Fall ereignete sich im Mai infolge des Gerüchts, der Sohn der Frau habe ein Verhältnis mit einer Muslimin, wie der vatikanische Nachrichtendienst „Fides“ am Dienstag berichtete.

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Food Stamp Recipients Significantly More Likely to Die Than the Average American

Food stamps have long been at the heart of a bitter political debate about the government’s role in social services and the underlying problems affecting low-income Americans and their wellbeing.

By Meredith Rutland Bauer | MOTHERBOARD

A new study sheds more light on that problem—and raises many new questions. Tufts University researchers found that food stamp recipients were twice as likely to die early than the average American. These recipients have incomes at 130 percent below the poverty line or more—a household of two would quality if they are making $1,736 a month or less combined.

The study, published this week in the American Journal for Public Health, said Americans enrolled in the US Supplemental Nutrition Assistance Program (SNAP), aka food stamps, were significantly more likely to die of cardiovascular disease and were three times more likely to die of diabetes. The SNAP program serves 44.5 million people, according to a USDA budget summary.

The study comes after years of cuts to the SNAP program from a Republican-controlled Congress, and there’s a much greater threat to the budget this year. GOP legislators could push for major changes to the program this budget year, after the House Agriculture Committee released a report that considered some states’ eligibility requirements for SNAP benefits too loose, the Associated Press reported. Congress also cut $9 billion from SNAP in 2014.

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Die Königstreuen haben in Bayern einen schweren Stand

Der Verband der Königstreuen zieht durch Gammelsdorf, um an die Schlacht von 1313 zu erinnern, die als Grundstein des Königreichs Bayern gilt. (Das Bild zeigt den Umzug im Jahr 2015.)
Der Verband der Königstreuen zieht durch Gammelsdorf, um an die Schlacht von 1313 zu erinnern, die als Grundstein des Königreichs Bayern gilt. (Das Bild zeigt den Umzug im Jahr 2015.)
Sogar aus dem Hofbräuhaus werden sie hinauskomplimentiert. Den Österreichern würde so etwas nicht passieren.

Von Hans Kratzer | Süddeutsche.de

Als der Schriftsteller Georg Lohmeier vor 45 Jahren in Gammelsdorf ankündigte, er wolle in Bayern die Monarchie ausrufen, da haute es der Staatsregierung sogleich den Stopsel raus. Wieder bei Sinnen, wies sie Lohmeiers Provokation brüsk zurück: Bayern brauche keinen König, es habe ja Franz Josef Strauß. Schlitzohr Lohmeier hatte aber Strauß bereits zur Proklamation eingeladen, was den CSU-Chef zu der Ausrede zwang, er könne nicht erscheinen, weil er andere Faschingsveranstaltungen besuchen müsse.

Diese Scharmützel erregten damals die gesamte Weltpresse, doch leider ist den großsprecherischen Königstreuen alsbald die Luft ausgegangen. An diesem Samstag wird nur noch ein versprengtes Häuflein zum Gammelsdorfer Schlachtendenkmal hinausziehen, um des ruhmreichen Siegs gegen die Österreicher von 1313 zu gedenken.

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Le Pen: Nationalism will sweep across Europe in 2017

French National Front (FN) leader Marine Le Pen gives a speech to open a meeting on January 21, 2017 in Koblenz, western Germany. (AFP PHOTO / Roberto Pfeil)
French National Front (FN) leader Marine Le Pen gives a speech to open a meeting on January 21, 2017 in Koblenz, western Germany. (AFP PHOTO / Roberto Pfeil)
At conference of far-right groups, French populist says continent will ‘wake up,’ following in the footsteps of Brexit and Trump’s victory

By Michelle Fitzpatrick | The Times of Israel

French presidential hopeful Marine Le Pen on Saturday told a European gathering of right-wing populists in Germany that a string of high-stakes elections in 2017 would blow a wind of change across the region.

Emboldened by the Brexit vote and Donald Trump’s US presidential victory, the far-right National Front leader said voters in France, Germany and the Netherlands would be next to reject the status quo.

“2016 was the year the Anglo-Saxon world woke up. 2017, I am sure, the people of continental Europe will wake up,” she told a cheering crowd at a conference hall in the western river city of Koblenz, on the river Rhine.

“It’s no longer a question of if, but when,” she added in a speech that railed against migration, the euro and open borders.

Billed as a “European counter-summit”, the Koblenz gathering is also being attended by Frauke Petry of the anti-immigration Alternative for Germany (AfD), Geert Wilders of the Dutch anti-Islam Freedom Party, Harald Vilimsky, secretary general of the Freedom Party of Austria and Matteo Salvini of Italy’s anti-EU Northern League.

The conference comes just a day after the US inauguration of Trump, who assumed power with a staunchly nationalist address in which he vowed to put “America first”.

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