Bericht: George Pell plant Berufung gegen Missbrauchsurteil

Anscheinend möchte er es noch ein letztes Mal probieren: Der wegen Missbrauchs in zweiter Instanz verurteilte Kardinal George Pell zieht Berichten zufolge vor das oberste australische Gericht. Es ist die letzte Möglichkeit einer Berufung – die Erfolgsaussichten werden jedoch skeptisch eingeschätzt.

katholisch.de

Für den australischen Kardinal George Pell endet in diesen Tagen die letzte Gelegenheit, doch noch vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs freigesprochen zu werden. Unter Hinweis auf „Freunde“ des zu sechs Jahren Haft Verurteilten berichtete das Nachrichtenportal „The Australian“ (Montag), Pells Anwälte würden spätestens am Mittwoch Berufung beim obersten australischen Gericht gegen die Verurteilung ihres Mandanten beantragen.

Die drei Richter eines Revisionsgerichts in Melbourne hatten am 21. August mit einer Zwei- zu Eins-Entscheidung die erste Revision Pells abgewiesen. Die gesetzliche Frist für den Einspruch gegen dieses Urteil läuft am Mittwoch ab.

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Wiedereintritt in die Kirche: Es werden nur Einzelne gewonnen

Statistisch gesehen verlässt jedes Jahr die Bevölkerung einer Stadt so groß wie Erfurt die katholische Kirche in Deutschland. Getaufte zurückzugewinnen ist keine leichte Aufgabe. Und so manche Initiative geht auch nach hinten los.

Christoph Paul Hartmann | katholisch.de

Aus der Kirche auszutreten ist ganz einfach: Einmal zum Standesamt oder Amtsgericht gehen, unterschreiben, fertig. Die Taufe ist zwar irreversibel, die Kirche als Körperschaft hat man dann aber verlassen. Wieder einzutreten erfordert dagegen etwas mehr Aufwand: Zuerst führt der Weg ins Pfarramt und zum zuständigen Seelsorger. Nach einem Gespräch bittet der den zuständigen Bischof um die Wiederaufnahme. Ist dieser einverstanden, muss der Eintrittswillige vor Zeugen seinen Wunsch bekunden. Das kann ganz nüchtern im Pfarrbüro geschehen oder bei einem kleinen Gottesdienst. Dann ist die Einheit mit der Kirche wieder hergestellt.

Austritte und Wiedereintritte in die katholische Kirche liegen zahlenmäßig sehr weit auseinander. 2018 traten 216.078 Menschen aus, nur 6.303 kamen wieder zurück. Die Gründe für Aus- und Wiedereintritte sind ebenso unterschiedlich: Wer austritt, hat den Kontakt zur Kirche oft schon lange verloren und will deshalb letztendlich keine Kirchensteuer mehr zahlen. Verstärkt treten Menschen mittlerweile allerdings auch wegen inhaltlicher Kritikpunkte aus der Kirche aus, dazu zählt unter anderem die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen, fehlende Gleichberechtigung oder die Sexualmoral. Wegen solcher Fälle verliert die Kirche sogar Mitglieder, die ihr grundsätzlich eigentlich noch verbunden sind.

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Die Kirche und der Sex: Große Kluft zwischen Lehre und Leben

„Die Moralverkündigung gibt der überwiegenden Mehrheit der Getauften keine Orientierung“, so Kardinal Marx. Beim geplanten Reformdialog in der Kirche soll daher auch die katholische Sexualmoral auf den Prüfstand kommen.

Joachim Heinz | katholisch.de

Wohl nirgends klaffen Lebenswirklichkeit und kirchliche Lehre so weit auseinander wie beim Thema Sex. Zumindest in westlichen Gesellschaften. Ob vorehelicher Geschlechtsverkehr, der Gebrauch von Kondomen oder Sex zwischen Menschen gleichen Geschlechts: All das gilt in der katholischen Kirche als sündhaft oder wider die menschliche Natur. Im 2010 erschienenen Jugendkatechismus „Youcat“ etwa heißt es über Homosexualität, die Kirche nehme Menschen mit entsprechenden Empfindungen „vorbehaltlos an“. Schwule und Lesben dürften nicht diskriminiert werden. „Gleichzeitig sagt die Kirche von allen Formen gleichgeschlechtlicher sexueller Begegnung, dass sie nicht der Schöpfungsordnung entsprechen.“

Für den Mainzer Moraltheologen Stephan Goertz verbirgt sich hinter solchen Aussagen ein grundsätzliches Dilemma. „Das Fatale ist, dass die in der Vergangenheit eingeschärften Verbote zum Kern katholischer Identität erklärt worden sind“, sagt der Zweite Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Moraltheologie. Reformen sind daher schwierig. Gleichzeitig verlor die Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg aufgrund des sozialen Wandels in Europa und Nordamerika an moralischer Autorität.

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Deutsche Katholiken und der Vatikan: Es naht ein Konflikt ohnegleichen

Papst Franziskus hat sich von den reformbegierigen Deutschen abgewandt.Foto: picture alliance / Evandro Inett

Es geht um alles: Zölibat, Frauen, Laien. Die Deutschen wollen Reformen, Franziskus reagiert autoritär – und gefährdet seine Glaubwürdigkeit. Ein Kommentar.

Stephan-Andreas Casdorff | DER TAGESSPIEGEL

Die katholische Kirche in Deutschland und der Papst – auf diesem Verhältnis liegt zur Zeit kein Segen. Franziskus war die große Hoffnung auf Reformen, ironischerweise nach dem deutschen Pontifex Benedikt. Nun führt genau diese Bereitschaft der Deutschen zur Reform, zur Selbstvergewisserung nach dem grundstürzenden Missbrauchsskandal zu einem Konflikt ohnegleichen.

Der Streit um die Schwangerenkonfliktberatung war ein laues Lüftchen dagegen. Der Vatikan zeigt sich in diesem Fall in einer Weise, die man überwunden glaubte. Oder hoffte. Und das ausgerechnet bei Themen, die für die Glaubwürdigkeit der Institution Kirche von herausragender Bedeutung sind. Im aufgeklärten Europa zumal. Daran hängt viel für die zukünftige Akzeptanz.

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Juden, eine «verabscheuungswürdige, schmutzige Nation»

Bereits 2015 beschimpfte der heutige polnische Richter Jaroslaw Dudzicz die Juden in einem Online-Forum eine «verabscheuungswürdige, schmutzige Nation», die nichts verdienen würden.

tachles.ch

Noch 2017 wurde Dudzicz zum Gerichtspräsidenten in Gorzow Wielkopolski befördert. Seine hier zitierten Äusserungen schrieb er, als er noch Mitglied des Nationalrats des Rechtswesens war, der sich mit der Unabhängigkeit der polnischen Gerichte zu befassen hat. Die beanstandeten Äusserungen wurden letzte Woche als erste von der Zeitung «Gazeta Wyborcza» veröffentlicht.

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Militärbischof Rink und der gerechte Krieg

Der frühere Pazifist Sigurd Rink votiert für Aufrüstung, militärische Auslandseinsätze und Wehrpflicht

Peter Bürger | TELEPOLIS

Dr. Sigurd Rink übt als erster evangelischer Militärbischof der Bundesrepublik Deutschland sein Amt hauptamtlich aus. Er hat in diesem Jahr ein Buch „Können Kriege gerecht sein?“ vorgelegt. Der Titel setzt ein Fragezeichen hinter den neuen Friedensdiskurs der Ökumene. So hat etwa der Papst im Buchgespräch mit Dominique Wolton bekräftigt: „Kein Krieg ist gerecht. Die einzig gerechte Sache ist der Frieden.“ Diese Feststellung wird hierzulande auch von mehreren evangelischen Landeskirchen sowie in bedeutsamen Entschlüssen der Ökumene auf weltkirchlicher Ebene getroffen.

Transparent ist die Tatsache einer Mitwirkung des Bundesministeriums für das Militärressort bei der Publikation des Militärbischofs. Sigurd Rink schreibt: „Ich danke der Presseabteilung des Verteidigungsministeriums für die sehr genaue Durchsicht des Manuskripts, einen Faktencheck gleichsam. Das heißt nicht, dass wir in allem einer Meinung wären. Das wäre auch seltsam. Aber gewonnen hat das Buch durch die Zusammenarbeit, und Fehler, die sich dennoch eingeschlichen haben, nehme ich getrost auf mich.“

„Selige Kriegsleute“ – Luther als Ahnherr der R2P-Schutzverantwortung?

Eine Annäherung des ehedem pazifistischen Autors an staatsprotestantische Sichtweisen wird deutlich an den rundherum positiven Bezugnahmen auf Martin Luthers Schrift „Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können“ aus dem Jahr 1526. Schon viele lutherische Christen hat dieses Werk zur Rechtfertigung von Tötungsakten betrübt – nicht nur wegen seiner grausamen Wirkungsgeschichte in der Geschichte unseres Landes. Stets legitimiert der Reformator allein die tötende Schwertgewalt von ganz oben nach unten – gegen die Untergebenen, denen nur das Erdulden ohne Widerstandsrecht zukommt.

Luther vergleicht die tötende Gewaltausübung des „rechtschaffen[en] und göttlich[en]“ Soldatenstandes im Auftrag der von ihm als rechtmäßig qualifizierten Staatsobrigkeit mit dem vom Mediziner ausgeführten „Werk der Liebe“: „Es ist so, wie wenn ein guter Arzt, wenn die Krankheit so schlimm und gefährlich ist, Hand, Fuß, Ohr oder Augen abnehmen und entfernen muss, um den Körper zu retten.“ Weil Gott ja selbst, wie der Reformator glaubt, der Obrigkeit das Schwert überreicht hat (Römerbrief 13), gilt: „Die Hand, die das Schwert führt und tötet, ist dann auch nicht mehr eines Menschen Hand, sondern Gottes Hand, und nicht der Mensch, sondern Gott henkt, rädert [sic!], enthauptet, tötet und führt den Krieg. Das alles sind seine [Gottes! p.b.] Werke und sein Gericht.“

Sigurd Rink will die aus seiner Sicht überzeugendsten Kapitel der Kriegsschrift Luthers so heranziehen, dass der Reformator zum Ahnherr einer – vorrangig militärisch gedachten – „Schutzverantwortung“ (R2P) werden kann. Man muss zugeben, auf diese Weise hätten lutherische Kriegstheologen in der Geschichte nicht die Abgründe der nationalen und dann völkischen Kriegsdoktrin (zur Sicherung der „Lebensgrundlagen“ des auserwählten deutschen Volkes) betreten können.

Schon auf der evangelischen „Militärseelsorge“-Synode 1957 wurden Zweifel laut, ob man Luthers Schrift dem Soldaten in einer atomar bewaffneten Armee empfehlen darf. Martin Luthers „gerechter Krieg“ (aus Liebe) ist „ein kleiner, kurzer Unfriede, der einem ewigen, unermesslichen Unfrieden wehrt, ein kleines Unglück, das einem großen wehrt“.

Was hat das nun aber mit einem militarisierten Weltgeschehen zu tun, das mittels totalitärer neuer Militärtechnologien den demokratischen Diskurs auf unserem Globus aus den Angeln hebt und in dem ein jeder – wie eh und je – seine geostrategisch und ökonomisch motivierten Militäraktivitäten als „Notwehrakte der Liebe“ deklariert?

Was auch hat die schöne Lutherformel mit all den von Rink besichtigten Kriegsschauplätzen zu tun, die als „kleine, kurze Interventionen“ begonnen haben und regelmäßig zu „unermesslichen“ Endlos-Kriegen ausgewachsen sind? Es gilt, was der Militärbischof so ausdrückt: „Das zum Frieden mahnende Zeugnis der Kirche fruchtet nämlich nur dann politisch, wenn es der komplexen Realität gewachsen ist.“

Ehrliche Mitteilung eigener Ratlosigkeit

Es sei nachdrücklich vermerkt: Militärbischof Sigurd Rink übt sich – fernab von etwaigen Unfehlbarkeitsansprüchen – in größter Demut: „Das Thema [Krieg und Militär] ist kompliziert und brisant. Meine Gedanken mögen manchem falsch und naiv erscheinen. Ich nehme dieses Risiko in Kauf und jede Unzulänglichkeit auf mein Konto.“ „Ist mein eigenes Fundament an Glaubensgewissheiten und Prinzipien stark genug, um eventuellen Versuchungen zu widerstehen? Würde ich als Pragmatiker und Verantwortungsethiker, als der ich mich inzwischen verstehe, klare Grenzen erkennen und benennen […]? Drohen auch meine Konturen zu verschwimmen?“

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Bayern drängt auf Verlängerung der Grenzkontrollen

„Wir brauchen Grenzkontrollen vor allem aus migrations- und sicherheitspolitischen Gründen“, sagt der bayerische Innenminister.

Die Presse

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) drängt weiter auf eine Verlängerung der Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Österreich über den November hinaus. Diese seien dringend erforderlich, sagte Herrmann der Deutschen Presse-Agentur.

„Wir brauchen Grenzkontrollen vor allem aus migrations- und sicherheitspolitischen Gründen. Nach wie vor werden unsere EU-Außengrenzen noch nicht ausreichend geschützt“, sagte er und verwies auf den zuletzt deutlichen Anstieg der Flüchtlingszahlen in Griechenland.

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Der «Marsch fürs Läbe» ist im rot-grünen Zürich eine Provokation sondergleichen

Unter der Hardbrücke haben linksautonome Gegendemonstranten Container angezündet. (Bild:Keystone/Walter Bieri)

Christen und Rechtskonservative demonstrieren in Zürich. Nach einer Störaktion radikaler Linken setzt die Polizei Tränengas und Gummischrot ein. Protokoll eines Nachmittags der Extreme.

Daniel Fritzsche | Neue Zürcher Zeitung

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Protestaktionen gegen den von Abtreibungsgegnern organisierten «Marsch fürs Läbe» in Zürich-West ist es zu Ausschreitungen gekommen.
  • Linksextreme warfen Gegenstände, zündeten Abfallcontainer an und demolierten ein Polizeifahrzeug. Die Polizei setzte Tränengas und Gummischrot ein. Zwei Polizisten wurden leicht verletzt.
  • Ein 30-jähriger Mann ist wegen Gewalt und Drohungen festgenommen worden. 175 weitere Personen wurden von der Polizei kontrolliert.

Auf Besuch bei den «Christen-Fundis»

Auf dem Zürcher Turbinenplatz haben sie sich versammelt, die «Christen-Fundis», die «rechten Hetzer», die «Ewiggestrigen». Es sind wenig schmeichelhafte Etiketten, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmer des «Marsch fürs Läbe» angeheftet werden. Mehr als tausend von ihnen sind am Samstag nach Zürich-West gekommen, um gegen die Abtreibungspraxis in der Schweiz zu demonstrieren.

Wer sind diese Leute? Wie eine «Gefahr für die Schweizer Gesellschaft» wirken sie an diesem sonnigen Nachmittag nicht. Zu sehen sind viele ältere Personen, manche von ihnen gebrechlich, Menschen mit Behinderungen, Familien mit vier, fünf, sechs Kindern. Auch Jugendliche sind dabei, einige von ihnen geben sich als Mitglieder der Freikirche ICF zu Erkennen. Eine Gruppe aus Polen schwenkt Holzkreuze.

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Erzapostel Woelki sorgt sich um die Retouren der Verbraucher

Waren aus Retour-Sendungen im Onlinehandel sollten nach Ansicht des Kölner Erzbischofs Rainer Maria Woelki gespendet werden, statt sie zu vernichten. Die Vernichtung sei hierzulande manchmal einfacher als die Spende an Bedürftige, sagte Woelki am Sonntag in seinem „Wort des Bischofs“ im Bistumssender domradio.de. „Das muss sich ändern!“

evangelisch.de

Der Kardinal verwies darauf, dass nach Schätzungen des Umweltministeriums in Deutschland jedes Jahr Millionen Pakete mit Produktbestellungen zurückgeschickt werden. Dadurch würden Waren im Wert von mehreren Milliarden Euro vernichtet. Allerdings könne jeder mithelfen, dass die Flut der Rücksendungen kleiner werde: „Einfach mal bei einer Bestellung verantwortlicher auswählen und so Ressourcenverschwendung vermeiden“, riet Woelki.

Sachsens Bischof Rentzing verteidigt Mitgliedschaft in Burschenschaft

Sachsens Landesbischof Carsten Rentzing hat seine Mitgliedschaft in einer Burschenschaft verteidigt. „Ich bin mit 25 Jahren während meines Studiums in Frankfurt/M: Mitglied der Alten Prager Landsmannschaft Hercynia und damit im Coburger Convent geworden“, betonte der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens am Samstag in einer Erklärung.

evangelisch.de

Seit seiner Entscheidung für den Pfarrberuf sei er nicht mehr aktiv in dieser Verbindung, „aber formal bin ich tatsächlich noch Mitglied in ihr“.

Der Bischof reagierte damit auf einen Bericht der „Sächsischen Zeitung“ (Samstag) über seine Mitgliedschaft in der Burschenschaft. Laut der Zeitung ist einer der Wahlsprüche der Hercynia „Deutsch, frei innig und treu“. Unter anderem soll Rentzing bei seiner einmaligen Teilnahme am Pfingstkongress des Coburger Convents, der Dachorganisation der deutschsprachigen studentischen Landsmannschaften, in einem Fackelzug mitgelaufen sein.

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Die USA bestätigen die Tötung Hamza bin Ladins

Die USA haben in einer Spezialoperation Hamza bin Ladin, den Sohn von Usama bin Ladin und wichtige Figur der Terrororganisation al-Kaida, getötet.

Neue Zürcher Zeitung

Das gab das Weisse Haus am Samstag bekannt. Hamza bin Ladin sei bei einem Anti-Terror-Einsatz «in der Region Afghanistan/Pakistan» getötet worden, hiess es. Zum Zeitpunkt des Todes machte das Weisse Haus in der Mitteilung keine Angaben.

Mehrere US-Medien hatten Ende Juli über den Tod Hamza bin Ladins berichtet. Unter Berufung auf Geheimdienstkreise hiess es, er sei im Laufe der vergangenen zwei Jahre getötet worden. Nach früheren Angaben des US-Aussenministeriums hatte er seit August 2015 in mehreren Botschaften im Internet zu Anschlägen gegen die USA und westliche Verbündete aufgerufen.

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Evangelischer Bischof verteidigt Kirchenschiff zur Seenotrettung

„Wir müssen jetzt etwas tun: helfen!“: Der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh hat den Beschluss der evangelischen Kirche verteidigt, sich an der Seenotrettung im Mittelmeer zu beteiligen.

katholisch.de

Der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh hat den Beschluss der evangelischen Kirche verteidigt, sich an der Seenotrettung im Mittelmeer zu beteiligen. „Wir können nicht wegschauen, wenn Menschen ertrinken, wir müssen jetzt etwas tun: helfen!“, erklärte Cornelius-Bundschuh am Samstag in Karlsruhe. Anlass für seine Stellungnahme seien die kontroversen Diskussionen in den sozialen Netzwerken über den Beschluss der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Die EKD hatte am Donnerstag bekanntgegeben, sie werde gemeinsam mit anderen Organisationen einen Verein gründen, der ein Schiff für die Seenotrettung im Mittelmeer betreibt. Mit der Entsendung eines Schiffes setze die Kirche ein wichtiges Zeichen, betonte Cornelius-Bundschuh. Da die Staaten ihrer Verantwortung nicht nachkämen, müssten sich die Menschen, die Kirchen, engagieren.

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Mehrheit der kirchlichen Mitarbeiter darf am Klima-Streik teilnehmen

Die meisten katholischen Bistümer und evangelischen Landeskirchen in Deutschland wollen ihren Mitarbeitern die Teilnahme an den Klimaprotesten am 20. September ermöglichen.

evangelisch.de

Die Schüler-Bewegung „Fridays for Future“ ruft für kommenden Freitag zu einem globalen Streik auf, an dem sich auch Erwachsene beteiligen sollen. Eine Umfrage des Evangelischen Pressedienst (epd) unter den 20 evangelischen Landeskirchen und den 27 katholischen Diözesen ergab, dass die meisten Mitarbeiter zwar an den Protesten teilnehmen können, aber dafür nicht vom Dienst befreit werden.

Eine Teilnahme an den Protesten ist in einer Mehrheit der befragten Landeskirchen und Bistümer durch Überstundenausgleich, Urlaub oder Gleitzeit möglich.

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Essens Generalvikar Pfeffer kritisiert „Drohungen“ des Vatikan

Der Vatikan kritisiert den „synodalen Weg“. „Offenbar ist in Rom immer noch nicht verstanden worden, in welcher gewaltigen Krise die katholische Kirche nicht nur in Deutschland, sondern weltweit steckt“, antwortet Essens Generalvikar Klaus Pfeffer.

katholisch.de

Der Essener Generalvikar Pfeffer hat die Einwände des Vatikan gegen die geplante Reformdebatte der deutschen katholischen Kirche scharf kritisiert. „Es ist erschreckend: Offenbar ist in Rom immer noch nicht verstanden worden, in welcher gewaltigen Krise die katholische Kirche nicht nur in Deutschland, sondern weltweit steckt“, schreibt Pfeffer am Freitag in einem Facebook-Beitrag. „Wer heute immer noch glaubt, in der Kirche mit machtvollen Warnungen oder gar Drohungen Diskussionen im Keim zu ersticken, löst kein einziges Problem – im Gegenteil: Zerwürfnisse und Risse werden massiv verstärkt.“

Der Vatikan hat in einem am Freitag bekannt gewordenen Brief sowie in einem Gutachten Vorbehalte zu dem ab Dezember geplanten „synodalen Weg“ der deutschen Bischöfe und des Katholiken-Dachverbands ZdK bekundet.

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Deutsche Katholiken auf Konfrontationskurs mit dem Papst

Zwei Frauen der Initiative Maria 2.0 werben vor dem Freiburger Münster für „Weiheämter auch für Frauen“. Foto: Patrick Seeger/dpa

Angeredet wird Reinhard Marx von seinem römischen Kardinalskollegen Marc Ouellet aus dem Vatikan gestelzt-höflich mit „Eure Eminenz“. Aber dann hagelt es Kritik. In einem Gutachten lässt der Vatikan kaum ein gutes Haar am geplanten Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland.

Süddeutsche Zeitung

Worum geht es? Der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Kleriker hat das Vertrauen in die Kirche erschüttert. Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) – die Vertretung der Gläubigen – sind sich deshalb einig: Jetzt muss etwas geschehen. Sonst ist der Schaden irreparabel.

Deshalb wollen sie einen Reformprozess einleiten, den „synodalen Weg“. Es geht darin um vier Punkte: den Umgang der Kirche mit Macht, die kirchliche Sexualmoral, die umstrittene Ehelosigkeit von Priestern (Zölibat) und die Position von Frauen in der Kirche. All diese Punkte haben nach Expertenmeinung strukturell dazu beigetragen, dass der Missbrauch über so lange Zeit ungestraft stattfinden konnte.

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70 Liter Weihwasser über Stadt ausgekippt, gegen Alkoholismus

Symbolbild: Weihwasser © N.N. (shutterstock)

Im Kampf gegen Alkoholismus hat ein Priester in Russland zu einer ungewöhnlichen Methode gegriffen. Er kippte 70 Liter Weihwasser aus einem Kleinflugzeug. Das soll betroffenen Bewohnern helfen, nüchtern zu werden.

DOMRADIO.DE

Aus einem Kleinflugzeug heraus goss der russisch-orthodoxe Geistliche über die Stadt Twer nordwestlich von Moskau 70 Liter Weihwasser, wie lokale Medien am Donnerstag berichteten.

Bei offener Luke habe der Geistliche das Wasser aus einem goldenen Kelch aus einer Höhe von bis zu 300 Metern über die Kleinstadt geschüttet. Das solle den betroffenen Bewohnern helfen, nüchtern zu werden und nicht mehr zur Flasche zu greifen, sagte er demnach. Die Aktion im Flugzeug finde bereits seit 2006 statt und er hoffe auf Erfolg.

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Umfrage: Immer weniger Deutsche gehen regelmäßig zur Kirche

Wie viele Deutsche gehen wenigstens einmal im Monat in den Gottesdienst oder besuchen eine Kirche? Eine aktuelle Befragung offenbart einen enormen Abwärtstrend – und die Gründe dafür.

katholisch.de

Der Kirchgang gehört laut einer Studie für immer weniger Deutsche zum Alltag. In dem am Donnerstag in Hamburg vorgestellten „Freizeit-Monitor 2019“ der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen gaben 14 Prozent der Befragten an, wenigstens einmal im Monat einen Gottesdienst oder eine Kirche zu besuchen. 2007 hatte der Wert noch bei 21 Prozent gelegen, 2014 bei 15 Prozent.

Die Gründe für diesen Trend sind laut dem wissenschaftlichen Leiter der Stiftung, Ulrich Reinhardt, vielfältig. Sie reichten von der Konkurrenz anderer Freizeitangebote über den fehlenden Bezug bis hin zum Vertrauensverlust durch Missbrauchsfälle, sagte er der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Dennoch bleibe die Bedeutung von Religion hoch. „Gerade in gefühlt unsicheren Zeiten suchen viele Bürger Antworten auf die zentralen Fragen des Lebens und wünschen sich Verlässlichkeit und Konstanz“, so Reinhardt.

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Die Kirche riskiert den Schiffbruch

Während einer Übung der Organisation Sea-Eye treiben Schwimmwesten im Mittelmeer. Nun will sich auch díe evangelische Kirche an der Seenotrettung beteiligen. Foto: Darrin Zammit Lupi/Reuters

Mit dem Plan, ein Schiff zur Seenotrettung ins Mittelmeer zu schicken, läuft die Evangelische Kirche in Deutschland Gefahr, den Konflikt mit dem Staat und in den eigenen Gemeinden zu verschärfen. Trotzdem ist die Mission richtig.

Matthias Dobrinski | Süddeutsche Zeitung

Die Evangelische Kirche in Deutschland will ein Schiff ins Mittelmeer schicken, das Flüchtlinge vor dem Ertrinken retten soll – gemeinsam mit anderen Gruppen und Organisationen. Das ist ein ziemlich riskantes Unternehmen. Es kann für den Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm, der sich persönlich sehr für das Vorhaben eingesetzt hat, im Schiffbruch enden.

Das Kirchen-Schiff wird zunächst das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Rettern und Mittelmeeranrainer-Staaten mitmachen müssen, wie alle anderen Schiffe, die Ertrinkende aus dem Meer fischen. Es wird Häfen suchen müssen, mit zunehmend verzweifelten Menschen an Bord, wird vielleicht gegen Gesetze verstoßen müssen.

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Grüne in NRW wollen Staatsleistungen an die Kirchen aufkündigen: „Wir müssen nicht auf den Bund warten“

Bild: tilly

Die Grünen in NRW wollen die Staatsleistungen des Landes an die beiden großen Kirchen aufkündigen. Einen entsprechenden Antrag brachte die Fraktion nun in den Landtag ein. Zahlungen an jüdische Gemeinden sollen aber bestehen bleiben.

DOMRADIO.DE

In ihrem Antrag fordern die Grünen die Landesregierung auf, mit den Kirchen über die Staatsleistungen in NRW zu verhandeln. Dabei handelt es sich um einen Betrag von etwa 25 Millionen Euro pro Jahr. Die Zahlungen an die jüdischen Gemeinschaften in Höhe von etwa zehn Millionen Euro sollten davon unberührt bleiben.

„Ablösegebot“ im Grundgesetz

In ihrem Antrag kritisieren die Grünen, dass dem ins Grundgesetz aufgenommenen „Ablösegebot“ der Staatsleistungen an die Kirchen bis heute nicht nachgekommen worden sei. Das aus der Weimarer Reichsverfassung von 1919 stammende Ablösegebot sei 1949 in das Grundgesetz übernommen worden. Die Aufkündigung der Staatsleitunen sei notwendig, „um eine überfällige weitere Entflechtung des Verhältnisses zwischen Staat und Kirche voranzutreiben“, so die Grünen.

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Auf zwölf Rindern ruht das Taufbecken

Der Mormonen Tempel im hessischen Friedrichsdorf: Was verbirgt sich im Inneren? Bild: Wolfgang Eilmes

Weil er vollständig umgebaut wurde, ist der Mormonen-Tempel im hessischen Friedrichsdorf nun für Besucher geöffnet worden. Es offenbart sich ein seltener Anblick.

Bernhard Biener | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Was verboten ist, hat einen besonderen Reiz. Wenn das Innere ihres Tempels in Friedrichsdorf erstmals seit 32 Jahren wieder für die Öffentlichkeit zugänglich ist, darf die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, wie sich die Mormonen heute bevorzugt nennen, mit großem Interesse rechnen. Von Freitag an bis zum 28. September kann sich jeder ein Bild von den Räumen machen, die normalerweise nicht einmal Kirchenmitgliedern ohne weiteres offenstehen. Bei der bis dahin letzten Gelegenheit, kurz vor der Weihe im Jahr 1987, kamen mehr als 70.000 Besucher.

„Das ist nicht Geheimes“, sagt Erich Kopischke über das, was im Tempel vor sich geht. „Nur eben sehr persönlich, das würde man sonst auch nicht jedem erzählen.“ Kopischke ist Generalautorität, gehört einem der sogenannten Siebziger-Gremien an und hat deshalb übergeordnete Aufgaben. Derzeit zählt die Gebietspräsidentschaft Europas dazu. Er gibt sich Mühe, die Sensationsgier zu dämpfen. Zumal derzeit tatsächlich alle Türen offen stehen. Grund ist der Umbau des Tempels in den vergangenen vier Jahren. Äußerlich sieht er zwar unverändert aus. „Innen ist jedoch alles neu und viel größer geworden.“

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