Archiv der Kategorie: Christentum

Missionieren bis der Dodo Hahne kommt

800px-Peter_Hahne1TV-Moderator und Bestsellerautor Peter Hahne (62) rät gescheiterten Menschen davon ab, ihre Krise alleine bewältigen zu wollen. “Mein Rat: sich aufhelfen lassen. Ich brauche Freunde, Familie, Kollegen, denn allein geht man ein”, sagte Hahne am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd).

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Die Bibel gebe für diese Hilfe von außen viele Beispiele. Gott schreibe Geschichte mit Versagern und nicht mit Glaubenshelden, ergänzte der Journalist.

Hahne steht mit seinem neuen Buch “Niemals aufgeben!”, das im badischen Verlag “Media Kern” (Friesenheim/Wesel) erschienen ist, seit über drei Monaten auf den Bestsellerlisten. Er übt darin auch heftige Kritik am Zustand der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), deren Rat er von 1992 bis 2009 angehörte. “Von Kirche erwarte ich weder Genderwahn noch Parteipolitik, sondern das, was Christen konkurrenzlos wichtig macht: Hoffnung über den Tod hinaus”, sagte er. Der Autor wirbt für gelebtes Christsein insbesondere in Familie, Nachbarschaft, am Arbeitsplatz und in der Schule. “Das Entscheidende kommt nicht mehr von den Kanzeln und Kathedern, sondern aus dem menschlichen Miteinander.”

MP Haseloff gibt den katholischen Jubel-Lutheraner

Reiner Haseloff (2012). Bild: wikimedia.org/CC-by-sa 4.0

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat den christlich-jüdischen Dialog als Beitrag zum vertrauensvollen Verhältnis zwischen Israel und Deutschland gewürdigt.

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“Der 50. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland ist in jeder Beziehung ein einzigartiges Jubiläum”, sagte Haseloff laut Redemanuskript am Sonntag auf der Tagung “Reformation und Israel gestern, heute, morgen” in Wittenberg.

Dass es nach der Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch im selben Jahrhundert gelang, zum jüdischen Staat nicht nur diplomatische Beziehungen aufzunehmen, sondern stabile und inzwischen von Vertrauen und sogar von Freundschaft geprägte Beziehungen zu gestalten, sei “eine Leistung, die uns staunen lassen kann”, sagte er.

Reformation und Israel seien in diesem Zusammenhang wichtige Stichworte, unterstrich Haseloff weiter: “Für den christlichen Glauben war und ist es von größter Bedeutung, sich bewusst zu machen, wie stark dieser aus jüdischer Geschichte, aus jüdischer Theologie, aus jüdischem Denken und aus jüdischer Liturgie erwachsen ist”.

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Katholische Kirche verliert mehr ältere Mitglieder

Bild: tilly
Bild: tilly

Die katholische Kirche in Deutschland hat im vergangenen Jahr offenbar deutlich mehr Austritte von älteren Kirchenmitgliedern verzeichnet als im Jahr davor.

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Das ergab eine Umfrage der in Düsseldorf erscheinenden “Rheinischen Post” (Montagsausgabe) unter den 27 deutschen Bistümern, von denen elf über Erhebungen der Austritte nach Altersgruppen verfügen. Demnach verließen im Jahr 2014 in diesen elf Bistümern fast doppelt so viele über 60-Jährige die Kirche wie im Jahr zuvor.

Im Bistum Essen traten dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr 764 über 60-Jährige aus, 2013 waren es noch 341. Im Erzbistum Hamburg sei die Zahl von 330 auf 886 gestiegen, hieß es. In Freiburg kehrten 2013 noch 950 Senioren der katholischen Kirche den Rücken, ein Jahr später waren es 2.185. Das Bistum Bamberg verzeichnete einen Anstieg von 1.470 Austritten auf 2.074 und das Bistum Limburg von 399 auf 537.

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Religionskritik oder Rassismus?

Rassismus will sich keiner nachsagen lassen – noch nicht einmal Rechtspopulisten. Er habe nichts gegen Muslime, sondern nur gegen den Islam, weil er den als eine faschistische Ideologie betrachte, beteuert Geert Wilders treuherzig, wann immer er ein Interview gibt. So ähnlich formulieren das auch andere “Islamkritiker” wie Ayaan Hirsi Ali, Alice Schwarzer, Necla Kelek und Hamed Abdel-Samad.

Von Daniel Bax|TELEPOLIS

Alice Schwarzer hält den Rassismusvorwurf ohnehin nur für einen “Trick gewisser Linker und Liberaler”, um sie “einzuschüchtern”. Und Necla Kelek findet, der Begriff werde von Muslimen “missbraucht”, als Migrantin fühlt sie sich über diesen Vorwurf erhaben.

Zur Not verweist man, wie der verstorbene Ralph Giordano es gemacht hat, mit Nachdruck auf die eigene jüdische Herkunft und antifaschistische Vita, um den Vorwurf der rassistischen Hetze gegen Minderheiten voller Empörung weit von sich zu weisen. Selbst die Schweizer Pfarrerin Christine Dietrich, nach ihrer Nebentätigkeit als Mitbegründerin und Autorin von “Politically Incorrect” gefragt, behauptete, “dass wir keine Rassisten sind, sondern islamkritisch sind, dass wir nicht gegen Menschen uns richten, egal welcher Herkunft oder Hautfarbe, sondern gegen politische Systeme und Ideologien”. Und Ideologiekritik ist doch etwas Gutes, oder nicht?[1]

Dabei bedienen sich diese “Islamkritiker” gerne eines Taschenspielertricks. Indem sie dem Islam absprechen, überhaupt eine Religion zu sein, und ihn stattdessen zu einer totalitären Ideologie erklären, die dem Faschismus gleicht, halten sie sich selbst im Handumdrehen für die einzig wahren Antifaschisten, weil sie die Gefahr erkennen und benennen, während alle anderen Appeasement betreiben. Muslime stellen sie dafür als die eigentlichen Rassisten dar, die, so Alice Schwarzer, zum Beispiel “Geschlechter-Apartheid” betrieben.

Auch Marine Le Pen, FPO-Chef Heinz-Christian Strache und andere Rechtsparteien geben heute vor, entschieden gegen Rassismus zu sein – vor allem gegen solchen von muslimischer Seite.[2] Dabei steht außer Frage, dass es islamistische Gruppen wie die IS-Milizen oder Boko Haram gibt, deren Ideologie zweifellos totalitäre oder gar faschistoide Züge tragt. Doch indem eine populistische “Islamkritik” die Unterschiede zwischen dem Islam, dem Islamismus als politischer Ideologie und seinen terroristischen Auswüchsen bewusst verwischt, stempelt sie den Glauben von 1,3 Milliarden Menschen auf der Welt zu einer Art irrationalem Gewaltkult ab. Mit diesem Argument lässt es sich leichter begründen, warum man die Religionsfreiheit für Muslime aushebeln will.

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TV-Comedian John Oliver und das Geschäft mit Gott

Der amerikanische TV-Comedian John Oliver, jetzt Gründer einer eigenen Kirche. (Foto: Süddeutsche.de )
Der US-Komiker rechnet mit Fernsehpredigern ab. Dazu gründet er sogar eine eigene Kirche.

Von Felicitas Wilke|Süddeutsche.de

Zuerst landete ein Brief mit einem Ein-Dollar-Schein in John Olivers Post. Er solle ihn für eine Nacht in seine Bibel legen, hieß es darin, und zurückschicken. Mit 37 weiteren Dollar. Zur Belohnung werde er bald einen weiteren Dollarschein erhalten, und zwar einen gesegneten. Sieben Monate, 26 Briefe und 319 Dollar später sitzt der Satiriker Oliver in einem New Yorker TV-Studio und rechnet in seiner Show “Last Week Tonight” mit den Methoden amerikanischer Fernsehprediger ab. Dabei schreckt er nicht vor Selbstversuchen zurück.

Schon seit Jahrzehnten flimmern Abbilder von Männern und Frauen über US-Bildschirme, die das Wort Gottes predigen. Vor allem aber werben sie um Spenden leichtgläubiger Zuschauer.

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Ted Cruz instructs thousands of pastors to violate federal law by reading Sunday sermon he wrote

Sen. Ted Cruz (R-TX). Photo by Gage Skidmore via Flickr Creative Commons.
Struggling to get some traction in a GOP primary season dominated by the upstart candidacy of Donald Trump, the campaign of Texas Senator Ted Cruz has distributed a sermon for preachers to use on Sunday urging the defunding of Planned Parenthood.

By Tom Boggioni|RawStory

According to Ring of Fire, the Cruz sermon was sent to thousands of pastors urging them to read it during Sunday’s services despite the fact that it against the law for churches to engage in political speech.

Calling for the defunding of Planned Parenthood, Cruz writes, “When an individual or a nation stiff arms the character of God and embraces an abomination as the law of the land, it ends in disaster. When rebellious people disregard the compass of the most powerful, it is a very short step to dismembering the bodies of the most vulnerable. Like other nations, America has taken that step. It is time for a turnaround.”

The accusations of  “dismembering” fetuses are related to the recent Planned Parenthood “sting” videos that have been debunked by both outside investigators and states that have reviewed their procedures.

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Barockkirche in Berlin-Mitte: Die Parochialkirche bekommt neue Glocken und einen Turm

Pachorialkirche Berlin, Bild: yelp.de

Die Parochialkirche im Klosterviertel erhält jetzt ihren Turm zurück. Der war im Zweiten Weltkrieg zerstört worden. Die Barockkirche ist mittlerweile mehr als 300 Jahre alt, doch berühmt ist sie wegen etwas anderem.

Von Uwe Aulich|Berliner Zeitung

Das Holzpodest sieht massiv aus, es ist fast einen halben Meter hoch. Gezimmert wurde es jetzt auf der Klosterstraße in Mitte direkt vor der Parochialkirche. Und es soll einem ganz speziellen Zweck dienen: Auf der Holzplattform wird in den nächsten Monaten die Stahlkonstruktion für den neuen Turm der Parochialkirche montiert. „Es ist traumhaft, dass der Turm mit seinem einzigartigen Glockenspiel über 70 Jahre nach der Zerstörung jetzt neu errichtet werden kann“, sagt der Architekt Jochen Langeheinecke aus Werneuchen (Barnim).

Schon seit 1991 begleitet der Architekt die Rekonstruktion der über 300 Jahre alten Barockkirche. Der Turmstumpf ist wiederhergestellt, ebenso das Kirchenschiff und die helle Putzfassade. Auch für den Turm hat der Architekt die Planung erarbeitet, doch trotz vieler privater Spenden fehlte lange das Geld. „Ich verfolge über 20 Jahre die Idee für den Turm. Von Tag zu Tag wird nun alles klarer“, so Langeheinecke.

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Frau lebte bis zum 25. Geburtstag in einer Sekte – jetzt packt sie aus

Homepage der Plymouth Brethren Christian Church. Screenshot: bb
Homepage der Plymouth Brethren Christian Church. Screenshot: bb
Joy Nason wurde bei den Raven-Brüdern geboren, einer strengen religiösen Gemeinschaft. 25 Jahre lebte sie ohne Fernseher, Spielzeug und Kontakt zur Außenwelt. Nun packt sie über ihr Leben in der Sekte aus.

Von Christoph Fröhlich|stern.de

Joy Nason hate keine schöne Kindheit: Sie hatte kein Fernsehen, kein Spielzeug und keine Haustiere. Sie sang weder im Chor noch durfte sie ins Ferienlager. Sie durfte nicht einmal ihren oder den Geburtstag ihrer sieben Geschwister feiern. Ein trauriges Schicksal, doch es war Gottes Wille – so glaubte es Nason jahrelang. Denn sie wuchs inmitten einer Sekte auf, den sogenannten Raven-Brüdern. Dabei handelt es sich um eine der strengsten Religionsgemeinschaften der Welt.

International heißt die Gruppierung “Plymouth Brethren Christian Church” oder “Exclusive Brethren”, weltweit gibt es knapp 300 Gemeinden mit 43.000 Mitgliedern, vor allem im englischsprachigen Raum.

Joy Nason wurde im englischen Bristol geboren, 1953 wanderte ihre Familie nach Sydney aus. Danach war ihr Leben nicht mehr wie vorher: Obwohl sie in einem normalen Haus lebten, mussten sie täglich an Treffen mit anderen Raven-Mitgliedern teilnehmen. Ein Kontakt zu anderen Menschen war verboten, es galten einzig und allein die Gesetze der Sekte. Zudem herrschte ständig ein Klima der Angst, in dem man stets alle Sünden gestehen sollte.

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Prominente gegen Fremdenhass: “Rassismus hat hier keinen Platz”

In einer Solidaritätsaktion haben sich 100 prominente Deutsche aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kirchen, Kultur und Sport gegen Flüchtlingshass gewandt.

evangelisch.de

Daran beteiligten sich auf Initiative der Zeitung “Bild am Sonntag” alle Minister der Bundesregierung, Unternehmenschefs, Gewerkschaftsführer und Schriftsteller.

SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel sagte: “Deutschland ist ein starkes und mitfühlendes Land. Nicht die Hetzer sind Deutschland, sondern all die Menschen, die mit Herz und Verstand helfen.” Auch Bundestagspräsident Norbert Lammert nannte Deutschland ein weltoffenes Land: “Ich komme aus dem Ruhrgebiet, einer Region, die durch Zuwanderung entstanden und gewachsen ist.”

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Die Bezwinger eines Attentäters sind Christen – Gott sei Dank

Bild: gentside.com
Im Zug stoppten drei US-Amerikaner einen bewaffneten Angreifer.

kath.net

Die US-Amerikaner, die einen Attentäter in einem französischen Hochgeschwindigkeitszug überwältigt haben, sind Christen. Alek Skarlatos (22), Spencer Stone (23) und Anthony Sadler (23) waren am 21. August von Brüssel nach Paris unterwegs, als der Marrokaner Ayoub al-Khazzani (25) mit einem Sturmgewehr das Feuer auf Fahrgäste eröffnete.

Die drei Männer stürzten sich auf den Schützen und entrissen ihm das Gewehr, nachdem er einen Mitreisenden verletzt hatte. Dem Marrokaner gelang es, eine Handfeuerwaffe zu ziehen und auf Stone zu richten, aber als er abdrücken wollte, klemmte der Abzug. Im folgenden Handgemenge verletzte der Attentäter Stone mit einem Teppichmesser. Schließlich bezwangen die US-Amerikaner den Angreifer und hielten ihn mit Hilfe eines 62-jährigen Briten in Gewahrsam, bis er im französischen Arras festgenommen wurde.

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Spitzbergen: Die nördlichste Kirche der Welt

Die Svalbard Kirke am Rande von Longyearbyen auf Spitzbergen (picture alliance / dpa / Jens Büttner)
In Longyearbyen auf Spitzbergen hat sich eine verschworene Gemeinschaft aus Seeleuten, Wissenschaftlern, Minenarbeitern, Verwaltungsangestellten und Künstlern aus aller Herren Länder zusammengefunden. Hier steht auch die nördlichste Kirche der Welt, sie ist offen für alle christlichen Konfessionen.
 

Von Harald Brandt|Deutschlandfunk

78°13’32” Nord. Longyearbyen, Spitzbergen. Die Norweger nennen die Inselgruppe in der nördlichen Barentssee Svalbard, “kühle Küste”.

In der kleinen Kirche im ältesten Ortsteil von Longyearbyen hat Pfarrer Leif Magne Helgesen gerade ein Kind getauft und zum Abschluss des Gottesdiensts singt er mit den beiden anderen Mitgliedern des Svalbard Kirkes Trio ein Lied. Danach gibt es Kaffee und Kuchen im Gemeindesaal, der sich wie ein gemütliches Wohnzimmer direkt an den Kirchenraum anschließt. Die Kirche ist immer offen, auch wer um drei Uhr morgens hier beten, meditieren oder einfach nur in Ruhe am Kamin sitzen und ein Buch lesen will, kann das tun.

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Kirchen weiten Hilfe für Flüchtlinge aus

Matratzen für junge Asylbewerber liegen in der Pfarrei St. Otto in Cadolzburg (Bayern). /Illustration Foto: Daniel Karmann
Die Kirchen in Deutschland haben ihre Hilfe für Flüchtlinge deutlich ausgebaut. Viele katholische Bistümer und evangelische Landeskirchen haben – zum Teil millionenschwere – Sonderetats für die Betreuung der Asylsuchenden eingerichtet.

shz.de

Dies ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Hunderte Unterkünfte wurden zusätzlich bereitgestellt, etwa in Pfarrhäusern, Klöstern, Priesterseminaren, Kinder- und Jugendheimen. Allein in und um Köln sind mehr als 130 Immobilien der katholischen Kirche von Asylbewerbern bewohnt. Der evangelische Landesbischof von Hannover, Ralf Meister, stellt einen Teil seiner Dienstwohnung für Flüchtlinge zur Verfügung.

Zehntausende Ehrenamtliche in den Gemeinden kümmern sich um die Neuankömmlinge. Die Palette der Angebote ist groß: Deutschkurse, Begegnungs-Cafés, gemeinsames Kochen, Musikprojekte, Hausaufgabenhilfe, Kinderbetreuung, psychologische Hilfen, Geld für den Besuch einer Fahrschule, Einführungen ins Fahren mit Bus und Bahn. Ehrenamtliche begleiten die Flüchtlinge bei Behördengängen, zum Arzt, in Schützenvereine und Chöre. Einige Bistümer wie Paderborn übernehmen Kosten für Rechtsanwälte und Dolmetscher. Andere wie Magdeburg beteiligen sich an Flugkosten für das Zusammenführen von Familien. Auch die Ehrenamtlichen selbst erhalten Schulungsangebote.

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Schlangenbändigung als Glaubensbeweis

Schlangenbeschwörung auf Amerikanisch: Religiöses Ritual in einer Pfingstgemeinde in Kentucky (1946). Foto: Wikipedia

Für radikale Christen ist die Bibel von Gott inspiriert und somit die unumstössliche und ewig gültige Wahrheit. Selbst extreme Geschichten aus dem Alten Testament verstehen sie nicht als Gleichnis oder Metapher, sondern als Glaubensrealität oder gar Handlungsanweisung von Gott.

Von Hugo Stamm|Tages Anzeiger Blogs

Vor allem charismatische Freikirchen versuchen immer wieder, übernatürliche Heilungen und Wunder zu reproduzieren, wie sie in der Bibel beschrieben sind. Viele Pastoren und Gläubige üben sich in der Geistgabe oder in Prophezeiungen, vor allem in Bezug auf die Endzeit. Besonders beliebt sind Wunderheilungen, die in Heilungsgottesdiensten geprobt werden.

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Afrikas Elite ignoriert Flüchtlingsproblem

Brand auf einem Flüchtlingsschiff vor den Küsten Europas © Szene aus "Report Mainz"
Brand auf einem Flüchtlingsschiff vor den Küsten Europas © Szene aus “Report Mainz”

Experte aus Senegal: Eigeninteressen seien wichtiger als Interessen des Landes und dessen Entwicklung.

kath.net

In der Debatte über die Ursachen der Flüchtlingskrise nimmt der senegalesische Priester und Sozialexperte Ambroise Tine die afrikanischen Eliten in die Pflicht. «Den Regierenden kommt die Migration gelegen», sagte der Botschafter der Stiftung pro missio am Freitag bei einem Besuch des Internationalen Katholischen Missionswerks missio in Aachen.

«Die Beträge, die gut ausgebildete Senegalesen in ihre Heimat überweisen, übersteigen die Entwicklungshilfe um ein Vielfaches», so Tine weiter. «Wer qualifiziert ist, ist auch kritisch und gefährlich für die Mächtigen», sagte der 64-Jährige. «Diese Leute wollen sie nicht. Sie brauchen ein Volk, das applaudiert.» Den Politikern in seinem Land warf er vor, nicht den Menschen zu dienen, sondern kurzfristige Eigeninteressen zu verfolgen.

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Weniger Schüler in Polens Religionsunterricht

kirche_polenSäkularisierung schreitet auch in Polen voran.

kath.net

In Polen nehmen weniger Schüler am katholischen Religionsunterricht teil als vor zehn Jahren. Wie die Bischofskonferenz am Freitag mitteilte, entschieden sich im vergangenen Schuljahr rund 90 Prozent für das Fach; 2005 waren es noch etwa 95 Prozent. In Polen können sich Schüler vom Religionsunterricht befreien lassen. An manchen Schulen wird alternativ Ethikunterricht angeboten.

Der Zuspruch zum katholischen Religionsunterricht hängt den neuesten Zahlen zufolge vom Alter der Schüler ab. Während in der Grundschule 92 Prozent das Fach belegen, sind es in der Oberstufe nur noch 85 Prozent. Der Warschauer Theologe Piotr Tomasik erklärte die Entwicklung mit einer zunehmenden Säkularisierung der Gesellschaft. Dieser Prozess schreite in Polen allerdings vergleichsweise langsam voran.

Scientology und Zeugen Jehovas missionieren bei Flüchtlingen

Die Zeugen Jehovas wollen auch in Flüchtlingsheimen missionieren Bild.dpa
In die Flüchtlingsunterkünfte kommen in jüngerer Zeit nicht nur Vertreter der großen Kirchen, sondern auch Scientologen und Zeugen Jehovas. Viele Asylsuchende fühlen sich von ihnen belästigt.

DIE WELT

Politiker, Kirchenvertreter und Menschenrechtler bezeichnen Missionierungsversuche von Scientologen und Zeugen Jehovas in Flüchtlingsunterkünften als bedenklich. “Es ist schon problematisch, wenn man hier ankommende Flüchtlinge gleich missionieren will”, sagt Angelika von Loeper, Vorsitzende des Flüchtlingsrates Baden-Württemberg und Mitglied im Vorstand der Bundesarbeitsgemeinschaft Pro Asyl.

Das baden-württembergische Integrationsministerium zieht einen Vergleich: Im Gegensatz zu Scientology und den Zeugen Jehovas leisteten die Wohlfahrtsverbände der beiden großen Kirchen, Caritas und Diakonie, praktische Hilfe und Unterstützung”, sagt Ministeriumssprecher Christoph Häring: “Die machen ihren Job genauso wie die Hilfskräfte, die ja auch nicht im Rettungswagen missionieren.”

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Debatte um Papyrus-Fragment: War Jesus verheiratet?

Das Papyrus-Dokument in koptischer Sprache: Dort soll auch zu lesen sein: „Jesus sagte zu ihnen, meine Frau“. Foto: picture-alliance/dpa
War Jesus verheiratet? Mit dieser Frage befasst sich das Nachrichtenmagazin Focus (München). Es berichtet über neue Erkenntnisse über ein mehr als 1.200 Jahre altes Schriftstück mit der Bezeichnung „Gospel of Jesus´s Wife“ (Deutsch: „Grundsatz von Jesus‘ Ehefrau“), das den Satz enthält: „Jesus sagte zu ihnen: ‚Meine Ehefrau‘.“
 

idea.de

Journalisten interpretierten dies als Hinweis darauf, dass Jesus eine sexuelle Beziehung, möglicherweise zu Maria Magdalena, gehabt haben könnte. Wie „Focus“ unter Berufung auf die britische Zeitschrift „The Independent“ schreibt, sind US-amerikanische Wissenschaftler von der Columbia Universität in New York überzeugt, dass das Papyrus-Fragment in der Größe einer Visitenkarte echt sei. James Yardley und einige Kollegen hätten die Tinte untersucht und herausgefunden, dass sie nicht mit der Tinte eines ähnlichen Schriftstücks identisch sei, das sich als Fälschung entpuppt habe. Details würden die Forscher allerdings erst vorlegen, wenn sie ihre Erkenntnisse veröffentlichten und Skeptiker Gelegenheit bekämen, ihre Ansicht kundzutun. Zu ihnen gehört Prof. Christian Askeland vom Wuppertaler Institut für Septuaginta und biblische Forschung. Er hatte sich mit dem als „Evangelium von Johannes“ bezeichneten anderen Papyrus befasst. Dabei habe sich herausgestellt, dass es vor 1200 Jahren in einer Sprache verfasst wurde, die bereits 300 Jahre vorher ausgestorben war. Askeland schloss daraus, dass auch der Papyrus über Jesu angebliche Ehefrau eine Fälschung sei.

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Homophober Bischof will keine neue Debatte über Homosexualität

Carsten Rentzing, neuer Landesbischof von Sachsen, eckt mit seiner Haltung beim Thema Homo-Ehe auch im eigenen Verband an Foto: Nora Klein/DIE WELT
Der neue sächsische evangelische Landesbischof Carsten Rentzing will seine umstrittenen Äußerungen über Homosexuelle nicht weiter kommentieren.

evangelisch.de

Rentzing sagte am Samstag im Hörfunksender MDR-Info, er habe damit kein Signal setzen wollen. “Es ist eine alte Debatte, die wir führen. Dazu bin ich befragt worden und habe ich mich so geäußert, wie schon viele Jahre zuvor auch.” Rentzing hatte homosexuelle Partnerschaften als nicht gottgewollt bezeichnet. Homosexuelle Paare in Pfarrhäusern lehnt der Theologe ab.

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Reformationsfeiern fehlt weltweiter Blick

LutherLogo_50Bei den Vorbereitungen zum 500. Jubiläum der Reformation im Jahr 2017 vermisst der tansanische Theologe Fidon Mwombeki eine ausreichende internationale Perspektive.

evangelisch.de

“Die Welt ist nicht so sehr im Blickfeld,” sagte der Generalsekretär der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) mit Sitz in Wuppertal dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Die Diskussion sei stark auf deutsche Ereignisse und den Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken konzentriert. Mwombeki gehört auch dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an. Er wechselt im Januar zum Lutherischen Weltbund nach Genf, wo er Direktor der Abteilung Mission und Entwicklung wird.

Die Kirchen in Nord und Süd können nach Ansicht des 1960 geborenen Theologen und Wirtschaftswissenschaftlers viel voneinander lernen. So frage er sich als Afrikaner in Deutschland: “Warum redet man hier mehr über Kirche als über Gott und Jesus Christus?” Er wünsche sich, dass wieder mehr über Glauben gesprochen werde. Dabei dürfe es nicht nur um die gesellschaftliche Rolle der Religion gehen. Auch das Evangelium von Jesus Christus müsse zur Sprache kommen: “Wir dürfen nicht im Namen der Freundlichkeit unsere Botschaft verstecken.”

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Psychiater Dodo Bonelli: Glaube hat positive Wirkung bei psychischen Störungen

Raphael_M_BonelliReligiosität kann bei einer Reihe von psychischen Erkrankungen einen positiven Effekt auf die Patienten haben. Zu diesem Schluss kam der Wiener Psychiater undpsychischen Erkrankungen in seinem Vortrag zum Thema “Psychische Störungen, Religion und Spiritualität” am Samstagmorgen in der Sigmund Freud Universität in Wien.

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Der Vortrag fand im Rahmen eines internationalen Kongresses statt, der das Verhältnis von moderner Wissenschaft und Religion und deren Einfluss auf die Entwicklung von Gesellschaft und Individuum zum Thema hatte.

Bonelli stützte seine These auf die Untersuchung von über 100 wissenschaftlichen Artikeln, die sich mit dem Verhältnis zwischen Religiosität und psychischen Krankheiten beschäftigen. Demnach unterstrichen über 70 Prozent der analysierten Artikel die positive Wirkung von Religiosität bei verschiedenen psychischen Störungen. So sei insbesondere bei Demenz, Depressionen oder Schizophrenie, aber auch bei posttraumatischen Belastungsstörungen oder Drogen- und Alkoholabhängigkeiten ein größtenteils positiver Zusammenhang in den Artikeln zu erkennen, so Bonelli. Dadurch ließe sich Sigmund Freuds These, dass Religiosität an sich schon eine psychische Störung darstelle, klar widerlegen. Lediglich fünf Prozent der untersuchten Artikel stellten einen negativen Bezug zwischen Religiosität und psychischen Krankheiten dar.

Grundsätzlich sei zu beobachten, dass das Interesse der Neurowissenschaft an der Komponente Religion in den letzten Jahren deutlich zugenommen habe. Wurde Religiosität lange Zeit als “vergessener Faktor” bezeichnet, sei die Anzahl der Artikel, die sich mit Religion und Neurowissenschaft befassen, in der jüngeren Vergangenheit um über 50 Prozent gestiegen. Grundsätzlich könne man heute sagen, dass Lebensqualität und Religiosität eine grundlegend positive Korrelation aufweisen. Dies gelte besonders für ältere Menschen, so der Psychiater.

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