Archiv der Kategorie: Christentum

Amerikaner schult Christen für den Kampf gegen den IS

In Syrien und im Irak kämpfen mittlerweile auch assyrische christliche Milizen (Symbolbild) Foto: Jayel Aheram | CC BY 3.0

Der Amerikaner Matthew VanDyke bildet Christen im Irak für den Kampf gegen den IS aus. Damit befindet er sich in einer Grauzone. Christen aus Amerika finanzieren die Ausbildung.


pro Medienmagazin

Der 35-jährige Amerikaner Matthew VanDyke hat bereits gemeinsam mit Rebellen in Syrien und Libyen gekämpft. Nun ist er erneut in Erscheinung getreten, berichtet die Tageszeitung Die Welt. VanDykes privates Militärunternehmen Sons of Liberty International (SOLI) hat christliche Freiwillige für den Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) ausgebildet. Laut dem Magazin USA Today hat eine brutale Ermordung von zwei US-Bürgern VanDyke dazu bewegt, sich am Kampf gegen den IS zu engagieren. Sein Unternehmen soll bereits einige hundert Freiwillige ausgebildet haben, die sich als „Einheit zum Schutz der Ninive-Ebene“ (Nineveh Plain Protection Units, kurz NPU) versteht.

Ninive ist eine Region im Nordirak. Assyrische Christen und andere Minderheiten sehen dieses Gebiet als ihre Heimat an. Diese wollen sie verteidigen und nicht dem IS überlassen. Erst vergangene Woche hatte der IS mehr als 220 assyrische Christen in Syrien verschleppt. Inzwischen wurden 19 der verschleppten Christen gegen Lösegeld wieder frei gelassen.

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5 Antworten auf die homphoben Sprüche von Birgit Kelle

Bild: Imago/Huffington Post

Homophobie bei “Hart aber Fair”.Brigit Kelle ist Autorin (u. a. für das katholische Online-Portal www.kath.net), Frauenrechtlerin und vor allem: Demagogin. Zusammen mit Beatrix von Storch (AfD) heizt sie die Demonstrationen gegen Sexuelle Vielfalt im Bildungsplan an.

Jetzt war sie mal wieder zu Gast bei “Hart aber Fair” zum Thema “Nieder mit den Ampelmännchen – Deutschland im Gleichheitswahn?” Wie immer schwer verdaulich, denn Birgit Kelle arbeitet bei ihrem Kreuzzug gegen neue Bildungspläne vor allem mit Polemik und wirft gerne Fragen auf, die sie selber zu beantworten offenbar nicht imstande ist. Oder sie will Dinge nicht zu Ende denken. MÄNNER-Chefredakteur Kriss Rudolph ist gerne behiflich.

Huffington Post/Männer

1. „Soll mein kleiner Kerl überlegen, ob er wohl schwul ist, weil er seinen besten Freund echt gern hat und sie sogar im gleichen Bett am Wochenende übernachten?”

Abgesehen davon, dass wir die Wendung „mein kleiner Kerl” für Ihren Sohn merkwürdig finden: Ja, liebe Frau Kelle, genau das soll er. Überlegen hat noch niemandem geschadet, speziell über diese Frage. Es wird ihn sicher nicht in eine Lebenskrise stürzen, sondern zu einem offenen, empathischen Menschen machen (womit er sich von seiner Mutter unterscheiden wird). Finden Sie das eine so schlimme Vorstellung?

2. „[Was ist schwul?] Ich habe [meinem Sohn] erklärt […] Dass es Männer gibt, die nicht nur andere Männer lieben – das tut er auch, er hat einen Vater und Brüder und Freunde -, sondern so sehr lieben, dass sie den anderen Mann auch heiraten wollen. Da hat er den Unterschied verstanden. Es ließ ihn staunend mit offenem Mund zurück.”

Wir wollen hoffen, dass Ihr kleiner Kerl den Mund inzwischen wieder zumachen kann. Wenn es für ein Kind eine solche Sensation ist, dass sich zwei Menschen lieben – da möchte man nicht wissen, in was für einer kalten und lieblosen Atmosphäre der arme Junge aufwächst.

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Kirche in Norwegen droht Millionenschaden

Bild: tilly

Bild: tilly

Es könnte ein richtig großer Betrugsskandal werden: In Norwegen sind der Bischof von Oslo, Bernt Eidsvig, sein Bistum und mehrere Mitarbeiter angeklagt worden. Der Vorwurf: Einwanderer aus mehrheitlich katholischen Ländern seien ohne ihr Wissen als Katholiken registriert worden, um auf diese Weise höhere Zuschüsse des Staates zu erhalten.


Von Benjamin Lassiwe|kath.net

In Norwegen gibt es keine Kirchensteuer – stattdessen erhalten Kirchen- und Weltanschauungsgemeinschaften Unterstützung vom Staat, deren Höhe sich an der Zahl der Mitglieder der jeweiligen Gemeinschaft bemisst.

Erstmals hatten norwegische Medien im Herbst 2014 über den Verdacht berichtet: Es war die Pressesprecherin des Humanistischen Verbands Norwegen, die aus Polen stammende Agnieszka Bryn, die zufällig herausfand, dass sie von der katholischen Kirche als Mitglied angegeben worden war. Seitdem kamen immer mehr Fälle ans Tageslicht. Zuletzt sagte die Leiterin einer Buddhisten-Gemeinde in Oslo der Boulevardzeitung «VG», mehrere ihrer Gemeindeglieder, die teils schon seit vielen Jahren praktizierende Buddhisten seien, würden von der katholischen Kirche als Mitglieder geführt.

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Zusätzliches Kirchen-Personal: Manager im Auftrag des Herrn

Selbstdarstellung der Erzdiözese München/Freising. Bild: bb

Selbstdarstellung der Erzdiözese München/Freising. Bild: bb

  • Viele Pfarrer klagen über Arbeitsüberlastung und Stress. Jetzt reagiert das Erzbistum München und Freising: Es stellt Verwaltungsleiter für die Pfarreien und Pfarrverbände ein.
  • Seelsorger sollen sich wieder mehr um die Menschen kümmern können und bei Verwaltungsarbeiten entlastet werden.
  • Bis zu 100 neue Stellen sind vorgesehen.


Von Jacob Wetzel|Süddeutsche.de

Die katholische Kirche steuert um: Das Erzbistum München und Freising will künftig seinen Seelsorgern hauptamtliche Verwaltungsleiter zur Seite stellen. Denn immer mehr Pfarreien werden zu Pfarrverbänden zusammengelegt, die Pfarrer müssen deshalb zunehmend Management-Aufgaben erledigen, statt sich um die Gläubigen kümmern zu können.

Das soll sich nun ändern. Die Kirchenleitung will demnach mindestens 67 Fachkräfte einstellen, um Priester, Diakone und pastorale Mitarbeiter zu entlasten. Das bestätigte ein Kirchensprecher am Montag auf Anfrage. Die ersten Verwalter sollen im September die Arbeit aufnehmen. Die Kirche rechnet mit Kosten in Höhe von vier Millionen Euro im Jahr.

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Ein Islamgesetz nach österreichischem Vorbild?

Islamisches Forum Penzberg, Bayern. Bild: Akif Sahin/CC BY 2.0

So funktioniert Agenda-Setzung. Am Wochenende, nachdem in Österreich ein neues Islamgesetz verabschiedet wurde, melden sich konservative deutsche Politiker zu Wort. Von dem Gesetz in Österreich könne “man viel lernen”, so CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn in der Bild-Zeitung. Ebenfalls im Boulevard erklärte Parteikollege Günter Krings, dass die Konflikte zwischen dem Islam und unserer freiheitlichen Gesellschaft nicht kleiner würden, “solange ihre Prediger (der muslimischen Mitbürger, Einf. d. A.) in der Türkei ausgebildet oder gar mit arabischem Geld bezahlt werden, werden die Konflikte zwischen dem Islam und unserer freiheitlichen Gesellschaft nicht kleiner werden.”


Von Thomas Pany|TELEPOLIS

Krings, Staatssekretär im Bundesinnenministerium, fordert, dass neben den Religionslehrern auch islamische Seelsorger an deutschen Hochschulen ausgebildet werden, “in deutscher Sprache und nach einem deutschen Studienplan”. Beide Unionspolitiker gehören zu den Unterzeichnern des Manifests “CDU 2017″. Auf der dazu gehörigen Webseite findet sich dann auch ein Beitrag zum Thema vom 26. Februar, überschrieben: Für einen Islam mitteleuropäischer Prägung. Das österreichische Parlament hatte das Islamgesetz am 25. Februar verabschiedet. Der Integrationsminister des Nachbarlandes Sebastian Kurz verspricht sich davon, dass es “einen Islam europäischer Prägung” ermöglicht.

Symbolpolitik: “Wir brauchen so eine Richtung in Deutschland”

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), Aiman Mazyek, nahm den Spielball auf. Er erklärte, dass ein solches Gesetz dazu beitragen könne zu zeigen, dass der Islam zu Deutschland gehört. “Wir brauchen so eine Richtung in Deutschland, um wieder Normalität und Selbstverständlichkeit in der muslimischen Community herzustellen”, wurde Mazyek vorab aus einem Interview mit dem Fernsehsender Phoenix, das gestern ausgestrahlt wurde, zitiert. Beim katholischen Domradio wurde Mazyeks Zitat noch mit Aussagen des Unionspolitikers Lammert umrahmt, der sich ebenfalls zu einem “möglichen deutschen Islamgesetz” äußerte: Imame sollten seiner Auffassung nach hierzulande Deutsch sprechen.

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Ewiggestrige Schleswig-Holsteiner kämpfen für Gottesbezug

Die Abgeordneten stimmten im vergangenen Oktober für eine Verfassung ohne Gottesbezug. Eine Volksinitiative will das nicht hinnehmen (Archivbild) Foto: BJOERN WILKE

Eine Volksinitiative in Schleswig-Holstein will den Gottesbezug in der Landesverfassung sehen. Zu den Initiatoren gehören die früheren Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen (CDU) und Björn Engholm (SPD). Im vergangenen Jahr hatte der Landtag eine neue Verfassung ohne Gottesbezug beschlossen.


pro Medienmagazin

Mindestens 20.000 Unterschriften will die Initiative sammeln, berichtet der Norddeutsche Rundfunk (NDR). Wenn das gelingt, muss sich der schleswig-holsteinische Landtag erneut mit dem Thema Gottesbezug befassen. Im vergangenen Oktober hatte er eine reformierte Landesverfassung beschlossen, die ein Sonderausschuss ein Jahr lang erarbeitet hatte. Zur Debatte stand auch die Formulierung „in Verantwortung vor Gott und den Menschen“. Zwei Drittel der Abgeordneten hatten für den neuen Verfassungstext gestimmt, der diese Formulierung nicht beinhaltete. Den Gottesbezug hatten nach Angaben des NDR vor allem die CDU-Fraktion und Ministerpräsident Thorsten Albig (SPD) gefordert. Albig begründete seine Forderung damit, die große Mehrheit der Menschen in diesem Land führe ihre Existenz auf etwas Höheres zurück. FDP-Fraktionschef Wolgang Kubicki bekannte sich damals zwar als gläubiger Christ, erklärte aber, Gott gehöre nicht in die Verfassung, sondern in das tägliche Leben.

Die nun entstandene Volksinitiative unterstützen auch die Nordkirche, das Erzbistum Hamburg, die islamische Religionsgemeinschaft Schleswig-Holstein und der Landesverband der jüdischen Gemeinden.

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“Wir sind Kirche” macht Druck auf Bischöfe

Bild: wir-sind-kirche.at

Vor der Frühjahrskonferenz drängt die kritische Plattform “Wir sind Kirche” die heimischen Bischöfe zu “kühnen Vorschlägen” in der Familienpolitik.


Die Presse

Die kritische Plattform “Wir sind Kirche” drängt die Bischöfe zum Auftakt von deren Frühjahrskonferenz zu “kühnen Vorschlägen” etwa in der Familienpolitik. Schließlich habe auch der Papst dazu aufgefordert. Da solche Vorschläge bisher aber ausgeblieben seien, gebe es weiter ungebremste Austrittszahlen und Resignation.

Die österreichischen Bischöfe sollten sich nach Vorstellung von “Wir sind Kirche” entschieden dafür einsetzen, dass bei der Ordentlichen Bischofssynode im Herbst 2015 noch sehr viel mehr “Laien”, die über sehr unterschiedliche Familienerfahrungen verfügten, rede- und stimmberechtigt teilnehmen könnten.

Gefordert sei jedenfalls ein neues Verständnis der Sexualität sowie eine Anerkennung der verantworteten Gewissensentscheidung in Fragen der Empfängnisregelung. Zudem dürften geschiedene Wiederverheiratete nicht weiter von den Sakramenten ausgeschlossen bleiben. Nötig sei überdies ein Ende jeglicher Diskriminierung von Frauen inner- und außerhalb der Kirche. Priestern müsse endlich das Recht auf Familienleben eingeräumt werden. Schließlich will “Wir sind Kirche” eine Entdiskriminierung von Homosexuellen.

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Dodo Marx: In der Ökumene geht es um die Zukunft des Christentums

Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,

Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,

Münchner Kardinal: Nicht das Trennende ins Zentrum stellen, “sondern das, was uns verbindet, und das ist doch das Evangelium”


kathweb

Das Gespräch zwischen Katholiken und Protestanten ist nach den Worten des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Kardinal Reinhard Marx, auch immer wieder geprägt von der Frage nach der Zukunft des Christentums. “Das kann den Dialog verstärken, aber auch schwächen, weil wir in der Analyse der Situation nicht so einfach zusammenkommen”, sagte Marx der französischen Jesuitenzeitschrift “Etudes”. Das gelte innerhalb der eigenen Kirche, aber auch zwischen den Konfessionen.

Das Interview ist in deutscher Übersetzung auf der Internetseite der “Stimmen der Zeit” veröffentlicht. Erst im Jänner war ein Gespräch mit Marx in dem US-Jesuiten-Magazin “America” erschienen.

In Deutschland sei das Gespräch zwischen evangelischer und katholischer Kirche auf einem “sehr freundschaftlichem, intensiven Niveau”, erklärte der Erzbischof von München und Freising. Da der neue Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, auch bayerischer Landesbischof sei und ebenfalls wie Marx in München lebe, werde sogar schon von der “Ökumene der kurzen Wege” gesprochen. Grundsätzlich aber gelte für die Ökumene, nicht das Trennende ins Zentrum zu stellen, “sondern das, was uns verbindet, und das ist doch das Evangelium”.

Sorge bereitet dem Kardinal jedoch, dass in den Kirchen die Kenntnis der anderen Konfessionen nicht zugenommen habe. Die ökumenisch Engagierten gehörten eher den älteren Generationen an. Manche verstünden nicht die Wichtigkeit des theologischen Dialogs und meinten, es komme nur auf gemeinsame Aktionen an.

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Kirchen fordern: “Wildwuchs” bei Sonntagsarbeit stoppen

Bild: tilly

Bild: tilly

Zum Internationalen Tag des freien Sonntags am 3. März fordern evangelische Landeskirchen die Gesetzgeber auf, bundesweiten “Wildwuchs” bei der Sonntagsarbeit zu stoppen.


evangelisch.de

Die “Allianz für den freien Sonntag” warnt vor einer weiteren Aushöhlung des Sonntagsschutzes. Aus den Urteilen oberster Bundesgerichte zum Schutz des Sonntags müssten Konsequenzen gezogen werden, sagte die Stellvertreterin des hessen-nassauischen Kirchenpräsidenten, Ulrike Scherf, am Montag. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte im vergangenen November Sonntagsarbeit in hessischen Call-Centern, Videotheken sowie Lotto- und Totoannahmestellen untersagt. “Die Entscheidung muss aber Konsequenzen in ganz Deutschland haben, denn die betroffenen Regelungen sind in fast allen Bundesländern gleich”, sagte Scherf. Sie wies die Landesregierungen auf ihre Verpflichtung hin, dem Rechtsstaatsprinzip zu folgen, nach dem Verordnungen entsprechend angepasst werden müssten: “Es wäre klug, die Länder besinnen sich auf dieses Prinzip und warten nicht darauf, bis es eingeklagt wird.”

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Berlin: Evangelische Kirche prüft Aufnahme weiterer Flüchtlinge – wer zahlt?

Foto: dpa/DIE WELT

Die Evangelische Kirche in Berlin sieht Möglichkeiten, mehrere tausend weitere Flüchtlinge aufzunehmen. «Es gibt Träger, die bereitstehen, etwas zu entwickeln», sagte Bischof Markus Dröge am Montag nach einem Treffen mit Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD) und dem rot-schwarzen Senat. Über konkrete Gebäude sei aber noch nicht gesprochen worden. Müller bedankte sich für das Engagement von Kirche und Diakonie. Weitere Gesprächsthemen waren die Finanzierung des Religionsunterrichts in Berlin, der anstehende Kirchentag und das Reformationsjubiläum 2017.

DIE WELT

Olaf Scholz (SPD) war Schirmherr: Zoff um den Christen-Kongress im CCH

Olaf Scholz, Bild:NDR, Screengrab: BB

Olaf Scholz, Bild:NDR, Screengrab: BB

Kreationisten, bibeltreue Evangelikale, die umstrittene „Mission Freedom“: Unter den 180 Ausstellern beim „Kongress christlicher Führungskräfte“ von Donnerstag bis Sonnabend im CCH waren auch einige Fundamentalisten. Dass Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) Schirmherr der Veranstaltung war, empörte homosexuelle Aktivisten.


Von Stephanie Lamprecht|Hamburger Morgenpost

Die Liste der Aussteller: vielfältig. Christliche Unternehmensberater, Reisebüros, Kliniken, Immobilienmanager, die Konrad-Adenauer-Stiftung, das Straßenmagazin „Hinz&Kunzt“, die Junge Union. Viele Besucher tragen Nadelstreifen, die Seminare heißen etwa „Ausgebrannt – ein Führungsproblem?“ Aber: Organisator ist der evangelikale Verlag idea, Plattform etwa für Autoren, die Homosexualität für eine Krankheit halten. Das schwul-lesbische Magazin „queer.de“ wirft dem Bürgermeister vor, „Gast bei Homo-Hassern“ zu sein.

Vertreten ist auch „Mission Freedom“, jene Organisation der Neugrabener Pastorenfrau Gaby Wentland, die in ihren Predigten Krankheiten wie Epilepsie als „Fluch“ bezeichnet und behauptet, sie könne durch Handauflegen heilen.

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Wie die fünf Weltreligionen mit dem Tod umgehen

Themenbild.

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Für Gläubige ist der Tod nicht unbedingt das Ende. Buddhisten, Muslime, Juden, Christen und Hindus gehen sehr verschieden mit Tod und Trauer um. Doch alle Religionen zeigen, wie Gemeinschaft Trost spenden kann.


Redaktion Süddeutsche Zeitung

Hindus

Für einen Hindu ist der Tod nur eine weitere Stufe, er ist der Übergang in eine neue Existenz. Es gibt im Hinduismus eine Größe, die vom Tod nicht betroffen ist, einen unsterblichen Kern in jedem Lebewesen. Wie man seine alten Kleider ablegt, so legt der Mensch seinen alten Körper ab. Der Sterbende soll möglichst positive Gedanken haben, wenn es so weit ist. Er wird gebadet, eingesalbt, in Tücher gewickelt, möglichst schmucklos, damit die Seele nicht abgelenkt ist. Mit den Füßen zuerst wird er aus der Hintertür des Hauses getragen und vom erstgeborenen Sohn am Einäscherungsplatz entzündet.

Es ist das größte Glück eines Hindus, in der heiligen Stadt Varanasi am heiligen Fluss Ganges verbrannt zu werden, wo das Universum erschaffen wurde und in Flammen stehen wird am Ende der Zeit. Der Tod ist hier die reine Freude, moksha, Erlösung. Keine Träne. Wer hier verglüht, dem flüstert Gott Shiva das Taraka Mantra ins Ohr, das Mantra der Überfahrt. Tod ist an diesem Ort Befreiung, das Ende vom ewigen Kreislauf aus Geburt, Tod und Wiedergeburt. Wer hier brennt, wird keine weltlichen Qualen mehr erleiden.

Wer nicht das Glück hat, am Ganges zu sterben, der folgt dem Pfad des vorhergegangenen Lebens. Nur Hindus der obersten Kaste können dem Kreislauf des Samsara entfliehen, bei den niederen Kasten entscheidet das Karma, die guten oder bösen Handlungen im Leben, in welcher Gestalt man wiedergeboren wird. Niemand weiß, wann er dem Kreislauf entrinnen wird, niemand weiß, in welchen Körper seine Seele ziehen wird. Alles ist Wandel. Nur eines ist sicher: Sterben ist Teil des Lebens. Und es ist ein Geschäft. Keiner soll weinen, wenn am Einäscherungsplatz die Toten brennen, wenn ihre Bauchdecken im Feuer aufplatzen, der Schädel aufgebrochen wird, damit die Seele, atman, den Körper verlassen kann. Daneben preisen Händler Acht-Gewürze-Pulver und Sandelholz an, damit der Geruch des Todes nicht zu aufdringlich wird. Dazu gibt es Tüten voll buttrigem Ghee, damit sie gut brennen: die leeren, seelenlosen Hüllen.

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Berliner Senat gibt mehr Geld für Religionsunterricht

Bild: tilly

Bild: tilly

Die Kirchen hatten zuletzt immer größere Schwierigkeiten, den Religionsunterricht an Berliner Schulen noch auskömmlich zu finanzieren: Erstmals seit 2002 sollen nun die öffentlichen Zuschüsse wieder aufgestockt werden.


evangelisch.de

Nach den Worten des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) soll die jährliche Förderung von derzeit 48 Millionen Euro ab dem Jahr 2016 steigen. Vorgesehen sei ein Plus von voraussichtlich etwa vier Millionen Euro. Nach einem Treffen von Senat und Leitung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz hieß es am Montag, beide Seiten seien sich nahezu einig über eine Weiterentwicklung des zuletzt 2002 geschlossenen Vertrages.

Dieser regelt die Zuschüsse des Landes Berlin zum evangelischen und katholischen, aber auch zum Religionsunterricht anderer Religionsgemeinschaften. Der neue Vertrag soll nach den Worten Müllers eine Laufzeit von fünf Jahren haben. Der Regierende Bürgermeister nannte es “richtig und wichtig”, das bisherige Vertragswerk weiterzuentwickeln. Anders als in anderen Bundesländern ist Religionsunterricht in Berlin lediglich ein freiwilliges, zusätzliches Fach.

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Kurienkritik des Papstes ist «motivationspsychologischer Blödsinn»

Bild bearb. BB

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Münsteraner Kirchenrechtler Schüller nennt Kurienkritik des Papstes «motivationspsychologischen Blödsinn» – Zur Situation der katholischen Kirche in Deutschland: «Die Bischöfe sind zur Zeit erschreckt. Sie dürfen plötzlich selber denken.»


kath.net

«Motivationspsychologischen Blödsinn» hat der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller Papst Franziskus in dessen Rolle als Chef der römischen Kurie bescheinigt. Schüller bezog sich mit seiner Kritik am Mittwochabend in Neustadt an der Weinstraße auf die Ansprache des Papstes beim Weihnachtsempfang für die leitenden Mitarbeiter des Vatikan im vergangenen Dezember, kath.net hat berichtet. Damals hatte Franziskus 15 an der römischen Kurie verbreitete «Krankheiten» öffentlich angeprangert, darunter ein «geistliches Alzheimer», Geschwätzigkeit und Karrierestreben. Die Rede des Papstes war in den Medien überwiegend zustimmend kommentiert worden, unter den Betroffenen hingegen hatte es vielfach Kritik an den rügenden Worten des Papstes gegeben.

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Religion im Computerspiel: Ballern für die Sache Gottes

creenshot der Web 3D Simulation Second Life ( imago/Friedrich Stark)

Die Spieleindustrie macht jedes Jahr ein Vermögen – und erreicht Millionen Daddler mit ihren Botschaften. Das brachte einige Kirchenleute auf die Idee, am PC-Spiele-Boom teilhaben zu wollen. Doch das war gar nicht so einfach.


Von Peter Kaiser|Deutschlandradio Kultur

Eine perfekte Welt braucht keine Götter…

“Es gibt Spiele, wie Black and White zum Beispiel oder Populous. Da spielen Sie eine gottähnliche Gestalt. Sie sind quasi Gott, Sie haben Ihre Geschöpfe,  die haben Sie teilweise einfach geschaffen und denen gegenüber verhalten Sie sich. Gut oder böse.”

Michael Walthemathe ist akademischer Oberrat am Lehrstuhl für praktische Theologie der Rhein-Universität in Bochum.

…doch wenn die Menschen beten, wird ein Gott geboren, der die Ewigkeit verändern kann…

“Das ist ganz interessant, das verzerrt so ein bisschen die Gottesvorstellungen der etablierten Religionen.”

Dieser Gott bist du…. 

“Im Leben ist das letztendlich viel einfacher. Sie werden geboren, und da sind schon mal die Würfel gefallen. Westliche Hemisphäre, östliche Hemisphäre, Mann, Frau. Im Spiel ist das alles offen, ja.”

Natascha Adamowsky ist Kulturwissenschaftlerin an der Universität in Freiburg.

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Deutsch-katholische Sonderwege?

Logo Deutsche Bischofskonferenz

Logo Deutsche Bischofskonferenz

In seltener Klarheit haben Kardinal Marx und Bischof Bode bei der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz den Sonderweg der Kirche in Deutschland angekündigt.


Von Johannes Graf|kath.net

Die Tendenzen waren in den letzten Jahren und Jahrzehnten bereits spürbar, so deutlich hat sich bis jetzt aber noch kein deutscher Bischof geäußert: „Wir sind keine Filialen von Rom. Jede Bischofskonferenz ist für die Pastoral in ihrem Kulturkreis zuständig und hat das Evangelium in ureigener Aufgabe selber zu verkünden“, sagt Kardinal Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) vor Journalisten in Hildesheim. Kath.net hat berichtet. Die deutschen Bischöfe wollen deshalb ein eigenes Hirtenwort zu Ehe und Familie im Anschluss an die ordentliche Synode im Oktober dieses Jahres veröffentlichen, gab Marx bekannt.

Gegen ein Schreiben der deutschen Bischöfe zur Ehe- und Familienpastoral wäre grundsätzlich nichts einzuwenden. Die spezifische Situation der Kirche in Deutschland könnte auf diese Weise konkret in den Blick genommen werden. Im Zusammenhang der zitierten Marxschen Aussagen und der Ergänzungen des Osnabrücker Bischofs Franz-Josef Bode lässt die Ankündigung aber nichts Gutes erwarten.

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Kinder, Karnickel und Kondome – Ist Papst Franziskus schizophren?

Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB

Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB

Zwei Jahre ist Papst Franziskus nun im Amt. Der fast einhellige Jubel der ersten Monate schlägt zunehmend in Enttäuschung um. Nicht nur, weil sich konkret nichts an den neuralgischen Punkten verändert hat. Auch die Aussagen des Papstes offenbaren in ihrer Widersprüchlichkeit ein zutiefst schizophrenes Denken.


Von Dr.David Berger|Huffington Post

Zwei Jahre werden es am 13. März her sein, dass Mario Jose Bergoglio als Papst Franziskus über die römisch-katholische Kirche herrscht. Innerhalb kürzester Zeit avancierte er zum Lieblingskind der Medien. Einer der kirchenkritischsten Journalisten Deutschlands, Peter Wensierski vom „Spiegel”, war schon bei der wenige Tage später stattfindenden Amtseinführung in seiner Papst-Euphorie nicht mehr zu bremsen.

Diese Begeisterung ist geblieben, sie ist aber seit geraumer Zeit eingetaucht in ein Wechselbad der Gefühle auf Seiten der Medien, aber auch der Politiker, die sich regelmäßig in kirchenpolitischen Fragen in Deutschland zu Wort melden. Neben immer wieder neuem Jubel über eine auf Erneuerung der Kirche ausgerichtete Geste oder einen Toleranz andeutenden Nebensatz, treten zunehmend Nachrichten über Äußerungen des Papstes, die das blanke Entsetzen selbst der wohlmeinendsten Kommentatoren hervorrufen.

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Impfen aus Solidarität – aber Rücksicht auf Esos

todesspritze“Wir haben eine Mitverantwortung für die Gesellschaft”, sagt Cornelia Coenen-Marx. In der aktuellen Debatte um eine Impfpflicht hält die Referentin der EKD für sozial- und gesellschaftspolitische Fragen gesetzlichen Zwang aber nicht für den richtigen Weg. Bestehende Möglichkeiten zur Beratung und Kontrolle müssten ausgeschöpft werden.


evangelisch.de

Fast 500 Erkrankte seit Oktober – Berlin erlebt gerade die schlimmste Masernwelle seit Einführung der Meldepflicht 2001. Ein anderthalbjähriger Junge ist gestorben. Auch im Jahr 2013 stieg die Zahl der Fälle sprunghaft an. Dabei sollte diese ansteckende Krankheit in Deutschland eigentlich besiegt sein.

Viele fordern jetzt eine Impfpflicht, wie sie auch in anderen Ländern existiert. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sagt, eine solche Verpflichtung sei angesichts der aktuellen Entwicklung kein Tabu. Der Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach (SPD) und Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery springen ihm bei.

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Evangelikale Christen: Kämpfer für Gott und gegen das schwule Europa

Ein orthodoxer Christ steht vor einem Gebäude im ukrainischen Donezk, das als Zentrale der prorussischen Separatisten dient. | © Brendan Hoffman/Getty Images

Der Krieg zwischen Separatisten und ukrainischem Militär hält an. In den putintreuen Bataillonen kämpfen auch evangelikale Christen – gegen den “schwulen Westen”.


Von Wolfgang Thielmann|ZEIT ONLINE

Hermann Hartfeld will den Namen des Mannes nicht sagen. Er war sein Student, als Hartfeld Anfang der Neunzigerjahre in Moskau am Seminar der Baptisten Theologie lehrte. Im Dezember traf Hartfeld, der russlanddeutsche Pastor, ihn im Donbass wieder, wo jetzt das Minsker Abkommen auf Messers Schneide steht. Da kämpfte sein früherer Student bei den prorussischen Separatisten. Eine Woche lang waren sie zusammen. Hartfelds Student sagte, dass er nicht bloß gegen die ukrainische Armee zu Felde zieht und für sein Vaterland, sondern für Gott und gegen das schwule, dekadente Europa. Er nannte es “Gayropa”.

Im Januar erhielt Hermann Hartfeld dann die Nachricht, dass sein früherer Student tot ist. Gefallen. Im Morgengrauen geriet er mit seinem Spähtrupp unter Granatbeschuss. Eine Granate traf ihn. 20 Kilometer vor Mariupol am Asowschen Meer wurde verscharrt, was von ihm übrig war. Der Vater dreier Kinder wurde 32 Jahre alt. Gefallen im Kampf zwischen Ansprüchen auf Macht und auf Wahrheit, in einer religiös überhöhten Schlacht um das Gute und das Richtige und das eindeutige Wort Gottes. Der baptistische Kämpfer fiel an einer Front, die den Kontinent zu spalten beginnt – politisch, religiös und auch im Alltag. Eine Grenze, die Hass wachsen lässt zwischen Völkern, Kirchen und Christen.

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In West Virginia treibt der Mothman sein Unwesen

Mothman-Monument in Point Pleasant, Bild: wikimedia.org/FAL

Der Mothman wird seit 50 Jahren überall in den USA gesichtet. Es ist ein Gruselmonster mit hypnotisierenden Augen und engelsähnlichen Flügeln. Der Legende nach soll er ein Vorbote für Unglück sein.


FOCUS ONLINE

  • Der Mothman wird zum ersten Mal im Jahr 1966 gesichtet.
  • Das Gruselmonster hat große Flügel, rote Augen und scharfe Krallen.
  • Zuerst ist das Monster ein regionales Phänomen, wird schließlich aber überall in den USA gesichtet.

Fast 50 Jahre ist es her, als der Mothman zum ersten Mal gesichtet wurde. Es war eine kalte Novembernacht im Jahr 1966, ein Auto mit vier Personen fuhr durch eine abgelegene Gegend in West Virginia. Plötzlich erschien ein Wesen, das die Insassen fast zu Tode erschreckte.

Eine Gestalt, menschenähnlich, größer als zwei Meter und mit engelsähnlichen Flügeln. Das Wesen stieg flügelschlagend in die Luft, wirbelte Staubwolken auf. Die Insassen flohen. Im Inneren des Autos hörten sie noch das Schlagen der Flügel. So hat “Travelbook” die Geschichte nachgezeichnet.

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