Archiv der Kategorie: Christentum

Erben der bayerischen Könige kassieren immer noch Millionen

Königstreu bis ins 21. Jahrhundert: ein Trachtler zwischen Fahnen mit Bildern von König Ludwig II. (Foto: dpa)
Das Geld wird nach einem geheimen Schlüssel aufgeteilt. Der größte Einzelanteil fließt an das Oberhaupt: Franz von Bayern.

Von Kassian Stroh|Süddeutsche.de

Auch knapp 100 Jahre nach dem Ende der Monarchie in Bayern ist es höchst lukrativ, der ehemaligen Herrscherfamilie der Wittelsbacher anzugehören. Nach Recherchen der Süddeutschen Zeitung kommt sie jedes Jahr in den Genuss von knapp 14 Millionen Euro, die der Wittelsbacher Ausgleichsfonds (WAF) ausschüttet. Diese Stiftung wurde im Jahr 1923 vom Freistaat Bayern errichtet, um die Mitglieder des Hauses Wittelsbach weiterhin zu alimentieren.

Das Geld fließt an den Chef des Hauses, Franz Herzog von Bayern, und an die Chefs der verschiedenen Linien der Familie, die es dann innerhalb ihrer Linie weiterverteilen. Die genauen Schlüssel sind geheim, den mit Abstand größten Einzelanteil erhält Franz von Bayern.

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Dabrock: Kirche muss Homo- und Transphobie aufdecken

Bild: bpb.de
Bild: bpb.de
Der Erlanger Theologieprofessor Peter Dabrock hat evangelische Christen dazu aufgerufen, homo- und transsexuelle Menschen zu akzeptieren. Eine Rede von “Sünde” in diesem Zusammenhang dürfe es in der Kirche nicht geben.

Von Anne Kampf|evangelisch.de

Dabrock erläuterte auf der Konferenz “Transsexualität. Eine gesellschaftliche Herausforderung im Gespräch zwischen Theologie und Neurowissenschaften” in Frankfurt am Main seinen Ansatz einer theologischen Ethik, die nicht auf einzelnen Bibelstellen, sondern auf bestimmten biblischen Kriterien basiert.

Mit Blick darauf, dass oft einzelne Verse herangezogen werden, um nicht-hetero-Sexualität zu verurteilen, sagte der Professor für Systematische Theologie: Statt einer willkürlichen “Wie-es-mir-beliebt-Vernutzung der Bibel” müsse es darum gehen, “primär die Grundperspektive der liebenden Zuwendung Gottes zu den Menschen in den Blick zu nehmen”.

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Foltervorwürfe: Pentagon veröffentlicht 200 Fotos von misshandelten US-Gefangenen

Das Pentagon hat 200 Fotos freigeben müssen. Die Bilder zeigen Gefangene in Afghanistan und im Irak, die von US-Soldaten misshandelt wurden. Weitere 2000 Aufnahmen halten die Militärs aber noch unter Verschluss.

SpON

Nach jahrelangem Rechtsstreit hat das Pentagon am Freitag etwa 200 Fotos veröffentlicht, die die Misshandlungen von Gefangenen durch US-Militärs in Afghanistan und im Irak dokumentieren. Die Bilder sind in den Jahren 2001 bis 2009 entstanden und waren Teil von mehreren Untersuchungen, in denen es um Folter– und Misshandlungsvorwürfe ging. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend, darunter der “Guardian” und “Newsweek”.

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Dodo Marx für Begrenzung der Flüchtlingszahlen

Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,
Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,

Deutschland könne nicht alle Notleidenden der Welt aufnehmen, sagt Kardinal Marx, Oberhaupt der deutschen Katholiken. Vehement wendet er sich aber gegen den Schusswaffengebrauch gegenüber Flüchtlingen.

DIE WELT

Das Oberhaupt der deutschen Katholiken, der Münchner Kardinal Reinhard Marx, hat sich dafür ausgesprochen, die Zahl der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge zu begrenzen. “Auch als Kirche sagen wir: Wir brauchen eine Reduzierung der Flüchtlingszahlen”, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz der “Passauer Neuen Presse”. Deutschland könne “nicht alle Notleidenden der Welt aufnehmen”.

Es gehe bei der Aufnahme von Flüchtlingen “nicht allein um Barmherzigkeit, sondern auch um Vernunft”, sagte Marx. Er sprach sich aber gegen eine Beschränkung des deutschen Asylrechts aus. “Jeder, der europäischen Boden betritt, muss anständig behandelt werden und ein faires Verfahren erhalten”, sagte der Erzbischof von München und Freising. Die Grenze Europas dürfe “keine Grenze des Todes sein”.

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Volker Jung: Transsexualität endlich “entmoralisieren”

Bild: bpb.de
Bild: bpb.de
Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hat im Zusammenhang mit transsexuellen Menschen von einer “schuldbelasteten Wahrnehmung” der Kirche gesprochen.

Von Anne Kampf|evangelisch.de

“Es wurde nicht wahrgenommen, dass es Grundprägungen von Menschen gibt, die nicht veränderbar sind und zur Identität eines Menschen gehören”, sagte Jung bei der Konferenz “Transsexualität. Eine gesellschaftliche Herausforderung im Gespräch zwischen Theologie und Neurowissenschaften” an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Das Thema sei nicht nur ein Randthema, das sich einer Minderheit zuwende. Es ist ein Thema, “das in Grundfragen von Theologie und Kirche hineinführt”. Um der Menschen willen sei “eine Entmoralisierung erforderlich”, sagte Jung. Sexuelle Prägungen seien jeweils “empfangen”.

Theologisch besteht nach Jung die Herausforderung darin, dass das heutige Verständnis sexueller Vielfalt “in dieser Form nicht im Horizont der Aussagen biblischer Texte steht”. Dies bedeute, dass auch die Schöpfung im Blick auf die Geschlechtlichkeit “nicht auf normative Binarität reduziert werden kann”. Die Zweigeschlechtlichkeit von Frau und Mann sei zwar eine “besondere Gabe Gottes”. Sie sei aber “nicht das einzige Schöpfungsgemäße, gegenüber dem andere geschlechtliche Orientierungen als defizitär zu beurteilen wären”.

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Satanists Have Trolled A Major City Into Submission

Image: Matt Anderson/Friendly Atheist
Image: Matt Anderson/Friendly Atheist

Phoenix, Arizona will no longer begin its city council meetings with a prayer, a reform the council adopted in order to prevent a Satanic Temple member from offering such an opening invocation.

By Ian Hillhiser|ThinkProgress

The move follows a 2014 Supreme Court decision that, ironically, was widely viewed as a huge blow to the separation of church and state when it was handed down. That impression, however, did not anticipate the Satanic Temple’s efforts to troll lawmakers who wish to begin their meetings with an endorsement of religion.

Town of Greece v. Galloway involved a town in upstate New York that invited local clergy to open its board meetings with an invocation. With a few exceptions, these prayers were delivered by Christian ministers, and many of them had overtly Christian themes. Nevertheless, a bare majority of the justices concluded that this arrangement did not violate the Constitution. “That nearly all of the congregations in town turned out to be Christian does not reflect an aversion or bias on the part of town leaders against minority faiths,” Justice Anthony Kennedy wrote for the Court. “So long as the town maintains a policy of nondiscrimination, the Constitution does not require it to search beyond its borders for non-Christian prayer givers in an effort to achieve religious balancing.”

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Glauben : Wo ist Gott? – Kreationismus

Expansion des Universums und Entwicklungsstadien als Modell (Bild: NASA / WMAP Science Team, Public Domain)
Expansion des Universums und Entwicklungsstadien als Modell (Bild: NASA / WMAP Science Team, Public Domain)
Wenn es um den Sinn des Lebens geht, stehen sich Religion und Wissenschaft meist als Widersacher gegenüber. Völlig zu Unrecht, findet Martin Nowak, Professor für Evolutionsbiologie in Harvard. Ein Gespräch über sein Vertrauen in Gott und in die Naturgesetze.

Interview: Andreas Lebert und Christian Schwägerl|ZEIT ONLINE

Charles Darwin hat Theologie studiert und sollte auf Wunsch seines Vaters Geistlicher werden. Doch nach seiner epochalen Forschungsreise wuchsen Darwins Zweifel an der christlichen Lehre, er bezeichnete sich später als Agnostiker. Viele prominente Evolutionsbiologen unserer Zeit distanzieren sich viel deutlicher vom Glauben als Darwin. Nicht so Martin Nowak, einer der weltweit führenden Forscher auf diesem Gebiet. Wir treffen den Harvard-Professor in seinem Geburtsort Klosterneuburg bei Wien, wo er zu Besuch ist. Dort ist in den vergangenen Jahren das österreichische Institute of Science and Technology entstanden, ein Ort der Spitzenforschung, für den Nowak als Berater wirkt. Auf den Fluren laufen einem dort Ameisenforscher, Immunexperten, Robotiker und Physiker über den Weg. Nur in einem Raum geht es an diesem Nachmittag nicht um Spitzenforschung, sondern um ein Glaubensbekenntnis.

ZEIT Wissen: Herr Nowak, was macht Ihnen Angst?

Martin Nowak: Was mir Angst macht, ist, dass wir Menschen die Möglichkeit haben, Böses zu tun.

ZEIT Wissen: Lässt das Böse in der Welt Sie an Gott zweifeln?

Nowak: Augustinus zufolge ist die Natur Gottes, dass er das Gute auch aus dem Bösen erschaffen kann. Das Böse hat nicht die gleiche Existenz wie das Gute.

ZEIT Wissen: Sie sind Professor für Biologie und Mathematik an der Universität Harvard und leiten ein Programm für Evolutionsbiologie. Zugleich sind Sie gläubiger Katholik. Passt das zusammen?

Nowak: Sehr gut. Es gibt keinen Widerspruch zwischen Naturwissenschaft und christlicher Weltanschauung.

ZEIT Wissen: Das sehen oder sahen viele Ihrer sehr bekannten Kollegen in der Biologie anders, von denen einige große Namen behaupten, Wissenschaft und Glauben seien komplett inkompatibel.

Nowak: Aber die Argumente, die dabei vorgebracht werden, sind nicht wissenschaftlich, sondern subjektive Weltanschauungen. Sie liefern keinen Beweis, ob es Gott gibt oder nicht. Die Existenz Gottes kann man nicht wissenschaftlich prüfen. Jetzt zu sagen, ich interpretiere die wissenschaftlichen Beobachtungen, als ob sie zeigen würden, dass es Gott nicht gibt, das ist nicht wissenschaftlich. Das ist selbst eine Art von Religion. Eine Religion des Atheismus. Diese Haltung ist unter Biologen aus irgendeinem Grund häufiger verbreitet als unter Mathematikern und Physikern.

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Rapide Steigerung evangelischer Kirchenaustritte

Bild: tilly
Bild: tilly
Die neusten Daten zeigen: 2014 kehrten 270.000 Protestanten ihrer Kirche den Rücken, das sind 52,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

kath.net

Die Zahl der Austritte aus den evangelischen Landeskirchen hat einen neuen Höchststand seit 1995 erreicht. Das geht aus der neuen EKD-Statistik hervor, die in Hannover veröffentlicht wurde. 270.003 Protestanten verließen demnach 2014 ihre Kirche. Das waren 52,9 Prozent mehr als im Jahr davor. Als Hauptursache für den Aderlass nennen die Kirchen den neu geregelten Einzug der Kirchensteuer auf Kapitalerträge. Seit dem 1. Januar 2015 behalten Geldinstitute und Versicherungen diese Beträge automatisch ein. Die Ankündigung des Verfahrens hatte 2014 erhebliche Irritationen ausgelöst und die Kirchenaustritte stark ansteigen lassen. Selbstkritisch räumten die Kirchen ein, dass sie die neue Regelung nicht ausreichend kommuniziert hätten. Die höchsten Austrittsquoten haben die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) mit jeweils 1,7 Prozent der Mitglieder sowie die evangelischen Kirchen in Bremen und Mitteldeutschland (jeweils 1,6 Prozent). Die prozentual wenigsten Austritte verzeichneten die Evangelisch-reformierte Kirche (0,6 Prozent) sowie die Landeskirchen in Kurhessen-Waldeck, Lippe, Westfalen (jeweils 0,8 Prozent) und Schaumburg-Lippe (0,9 Prozent). Die Zahl der Kircheneintritte innerhalb der EKD ging 2014 deutlich zurück: Sie sank um 11,9 Prozent auf 44.151.

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“In göttlichem Auftrag”: Mann gesteht Mord an niederländischer Ex-Ministerin

Els Borst, 2002. Bild: wikimedia.org/PD

2014 wurde die frühere Gesundheitsministerin der Niederlande Els Borst tot aufgefunden. Nun hat ein Mann gestanden, die 81-Jährige erstochen zu haben – weil sie die aktive Sterbehilfe legalisierte.

SpON

Ein Mann hat den Mord an der früheren niederländischen Gesundheitsministerin Els Borst 2014 gestanden. Er habe einen “göttlichen Auftrag” erhalten sie zu töten, da sie für die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe in den Niederlanden verantwortlich gewesen sei, begründete der Mann vor dem Strafgericht in Rotterdam seine Tat.
Die damals 81-jährige linksliberale Politikerin war im Februar 2014 in ihrem Haus bei Rotterdam mit Dutzenden Messerstichen getötet worden. Die Tat hatte große Bestürzung in den Niederlanden ausgelöst.
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Missionswerk missio fordert Ende der Mädchenbeschneidung

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Das Internationale Katholische Missionswerk missio hat ein Ende der Genitalverstümmelung von Mädchen gefordert. Die Beschneidung verletze das Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit, erklärte missio-Präsident Klaus Krämer zum internationalen Tag gegen Mädchenbeschneidung am 6. Februar. “Wir dürfen nicht nachlassen im Kampf gegen diese grausame Praxis.”

evangelisch.de

Gesetzliche Verbote reichten nicht aus, vielmehr müsse es eine Bewusstseinsänderung der Bevölkerung geben, betonte Krämer am Donnerstag. Er warb für Aufklärungsprogramme in den betroffenen rund 30 Staaten Afrikas und des Mittleren Ostens. Das Aachener Missionswerk hat den Angaben zufolge in den vergangenen drei Jahren solche Projekte in Kenia und Tansania mit 164.000 Euro gefördert.

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Moralische Versager und wissenschaftliche Dilettanten

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Bischof Fürst (DBK-Bioethikkommission) warnt vor Genmanipulationen an menschlichen Embryonen, dies verändere gezielt Keimzellen des betreffenden Menschen sowie Genstruktur nachfolgender Generationen – „Verbrauchende Embryonenforschung“

kath.net

Vor „gravierendsten ethischen Probleme“ warnt Bischof Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart) in der DBK-Stellungnahme zur Genehmigung an eine britische Forschergruppe, künftig das Erbgut von Embryonen verändern zu dürfen. Fürst äußerte sich in seiner Funktion als der Vorsitzende der Unterkommission Bioethik der Deutschen Bischofskonferenz. Zum einen seien „Eingriffe in die menschliche Keimbahn“ „aus Sicht der katholischen Kirche moralisch nicht erlaubt“, „sie verändern gezielt nicht nur die Keimzellen des betreffenden Menschen, sondern auch die Genstruktur nachfolgender Generationen“. Außerdem ist vorgesehen, „dass die genetisch manipulierten Embryonen nach wenigen Tagen vernichtet und nicht in die Gebärmutter einer Frau eingepflanzt werden dürfen. Dies veranschaulicht deutlich, dass es sich hier um verbrauchende Embryonenforschung und damit um die Tötung menschlichen Lebens handelt. Auch der künftige Anwendungsbereich, die In-vitro-Fertilisation, hat die Selektion und Verwerfung menschlicher Embryonen zur Folge.“

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AfD-Redeverbot auf Katholikentag – öffentliches Geld wird aber genommen

AfD-Vorsitzende Frauke Petry: Jetzt wettert sie auch gegen die katholische Kirche. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
“Diskussionsunfähig: Frauke Petry verurteilt die katholische Kirche. Zuvor wurde bekannt, dass keine AfD-Politiker auf dem Leipziger Katholikentag im Mai reden sollen.

Augsburger Allgemeine

Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry hat scharf kritisiert, dass Politiker ihrer Partei beim 100. Katholikentag Ende Mai in Leipzig nicht zu Wort kommen sollen. Auf MDR INFO warf sie der katholischen Kirche eine «Unkultur des Nicht-Miteinander-Redens» vor.

Katholiban: Das Bellen der Betroffenen

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In einem Bericht wird gegen das “Forum Deutscher Katholiken” gehetzt und die Vereinigung ohne jeglichen Nachweis in einen Zusammenhang mit “Pegida” gestellt – “Wir sind Kirche” beweist, dass die Gruppe von “Dialog” nicht viel hält.

kath.net

Die „Badische Zeitung“ hat am Mittwoch in einem Bericht im Zusammenhang mit dem Auftritt des Freiburger Erzbischof Stephan Burger beim Forum Deutscher Katholiken im April die romtreue Organisation verleumdet und dies in einen Zusammenhang mit der ausländerfeindlichen Pegida-Bewegung gestellt. Die Zeitung behauptet wörtlich: “Das Forum Deutscher Katholiken gilt nicht nur reformorientierten Christen als rotes Tuch, als ein Verein Ewiggestriger. Kritiker werfen ihm vor, gegen Homosexuelle und ‚Genderwahnsinn‘ zu wettern und in der Flüchtlingskrise Ängste vor einer Islamisierung des Abendlandes zu schüren. Zudem pflege es eine Nähe zur rechtspopulistischen Pegida-Bewegung und zur ultrakonservativen christlichen Bloggerszene.”
Dann lässt die Zeitung kritiklos die umstrittene Vereinigung “Wir sind Kirche” zu Wort kommen. Dies zeigt wieder einmal, dass sie von “Dialog” nicht viel hält. Eine Sprecherin meint: “Der Erzbischof muss sich sehr deutlich fragen lassen, warum er die Einladung für den Eröffnungsvortrag des Forums Deutscher Katholiken angenommen hat, die eine dezidierte Gegenorganisation des Zentralkomitees der deutschen Katholiken ist”. Etwas großzügiger in seinem Urteil ist der Freiburger Theologe Magnus Striet: “Dennoch stellt dieser Auftritt aus meiner Sicht keine Grenzüberschreitung dar.

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Cruz kontert Trump: Der würde spontan Dänemark bombardieren

Ted Cruz lässt sich von Donald Trumps Twitter-Sturm nicht verwirren: Der würde spontan eine Atombombe auf Dänemark werfen, lästert er. © Andrew Burton/Getty Images/AFP
Wahlkampf auf Amerikanisch: Erst überzieht Donald Trump seinen Kontrahenten Ted Cruz um die Kandidatur fürs Weiße Haus mit einem Twitter-Sturm. Darauf kontert Ted Cruz – und macht sich dabei Sorgen um Dänemark.

stern.de

Die Niederlage bei der Vorwahl in Iowa hatte ihn, anders als er zugeben wollte, offenbar doch hart getroffen: Ein Betrüger sei Ted Cruz, schimpfte Trump und überzog seinen Kontrahenten um die Kandidatur der Republikaner fürs Weiße Haus als Betrüger, mit einem wahren Twitter-Sturm. Doch der Geschmähte gibt sich gelassen und kontert.

“Ich wache jeden Morgen auf und lache über seine jüngsten Tweets”, sagte Cruz vor Journalisten in New Hampshire, der nächsten Vorwahl-Station. Trump führe sich so auf, weil spüre, dass er das Rennen um die Kandidatur verlieren wird.

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Polens Apostel: “Unaufhaltsam – Europa wird muslimisch sein”

Er gilt als Liberaler: Kardinal Stanislaw Dziwisz, Erzbischof von Krakau Foto: picture-alliance / i15/ZUMA Pres
Die neue konservativ-nationale Regierung spaltet die polnische Bevölkerung. Auch die katholische Kirche, Wagenburg der Gesellschaft, ist sich uneins. Hier streiten konservative und liberale Kräfte.

Von Gerhard Gnauck|DIE WELT

Eine neue Teilung Polens liegt in der Luft. Diesmal sind es weder Preußen noch Russen, die Soldaten schicken, um sich einen Teil des Landes unter den Nagel zu reißen. Diesmal verläuft die Teilung quer durch die Gesellschaft – und sogar durch jenes Organ, das sich immer noch als das Herz der Nation versteht: die mächtige katholische Kirche, der fast 90 Prozent der Polen angehören.

Als der Pole Johannes Paul II. die Weltkirche führte, da war in seiner Heimat die Welt noch in Ordnung. Der “Jahrtausendpapst”, wie ihn der “Spiegel” betitelte, gab vor Polens EU-Beitrittsreferendum 2003 ein klares Votum ab: Die institutionell vereinte europäische Familie sei die Heimat auch seines Landes. Doch er hielt auch die Konservativen in der Geistlichkeit bei der Stange. Er war das einigende Band.

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Wohlfahrts- und Menschenrechtsorganisationen wenden sich gegen Asylpaket II

Kirchen, Wohlfahrts- und Menschenrechtsorganisationen greifen das Asylpaket II scharf an. Die Koalition verspiele mit einem populistischen Abschreckungskurs Chancen für eine Integration der Flüchtlinge und nehme neue Flucht-Dramen in Kauf.

evangelisch.de

Kirchen, Menschenrechtsorganisationen und die Opposition wenden sich gegen die geplante Verschärfung des Asylrechts. Nach der Verabschiedung des Asylpakets II im Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin warnten die kirchlichen Wohlfahrtsverbände Caritas und Diakonie, die Einschränkung des Familiennachzugs werde die Integration von Flüchtlingen erschweren und noch mehr Flucht-Dramen nach sich ziehen.

Lilie: Nur Verschärfungen und Integrationshemmnisse

Den Nachzug von Ehegatten und Kindern zu Bürgerkriegsflüchtlingen in Deutschland für zwei Jahre auszusetzen sei “das falsche Mittel, um die Herausforderungen der Flüchtlingspolitik zu bewältigen”, erklärte der Generalsekretär des katholischen Caritasverbandes, Georg Cremer. Es bestehe die Gefahr, dass sich noch mehr Frauen und Kinder auf lebensgefährliche Fluchtwege begäben.

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W00t – De Maizière: Deutschland hat ein Problem mit Fremdenfeindlichkeit

Rechtsextreme Straftaten haben 2015 deutlich zugenommen, sagt Bundesinnenminister Thomas de Maizière. Der Verfassungsschutz warnt vor einer Radikalisierung in der Mitte der Gesellschaft.

evangelisch.de

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat deutliche Sorgen über eine zunehmende rechtextreme Gewalt in Deutschland geäußert. Angriffe auf Flüchtlingsheime wie in Tröglitz, Heidenau oder Villingen-Schwenningen zeigten: “Wir haben in Deutschland ein Problem mit fremdenfeindlicher Gewalt”, sagte er am Mittwoch bei den 10. Berliner Sicherheitsgesprächen des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK). Laut de Maizière gab es im Jahr 2014 insgesamt 198 Angriffe gegen Asylbewerber und auf Asylbewerberheime, 2015 waren es 1.005.

Flüchtlingskrise nur ein “Beschleuniger”

De Maizières Einschätzung zufolge haben das Ausmaß der Gewalt und die Verrohung von Sprache schon vor längerer Zeit zugenommen. Die Flüchtlingskrise sei dabei nur ein “Beschleuniger”, aber “nicht der Auslöser” gewesen.

De Maizière sprach von einer “Entgrenzung” in der Kommunikation zwischen den Menschen. Im gesellschaftlichen Umgang müssten daher wieder neue Grenzen gezogen werden. Der Verzicht auf Gewalt in der Sprache führe zu einem Verzicht auf Gewalt in der Realität, sagte de Maizière. Deshalb dürften Hasskommentare im Internet nicht ignoriert werden. “Da muss man ermitteln”, sagte de Maizière.

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»Man irrt sich empor«

Gerhard Vollmer. Bild: TUni Braunschweig

Der Welterklärung »aus der Natur« und der Kritik am Glauben stellte sich der Arbeitskreis Naturwissenschaft und Glaube bei einem Symposium im Januar.

Von Klaus Bratengeier|Evangelisch-methodistische Kirche

Mitte Januar traf sich der Arbeitskreis »Naturwissenschaft und Glaube« (AKNG) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) zu einem Symposium über das Thema »Naturalismus, Atheismus und christlicher Glaube« in Würzburg. Dabei stand der Naturalismus, eine unter vielen Naturwissenschaftlern verbreitete Denkart, im Mittelpunkt der Diskussion.

Gerhard Vollmer, emeritierter Professor für Philosophie an der Technischen Universität Braunschweig präsentierte als renommierter Philosoph und Physiker den Naturalismus als Programm zur Durchdringung der Welt. Dieser beschränke sich auf möglichst wenige Annahmen, wobei der Rückgriff auf Übernatürliches völlig vermieden werde. Der Rückgriff auf das Übernatürliche würde nämlich nicht wirklich etwas erklären, sondern stehe weiterer Forschung sogar im Wege. Wenn »Gott« als Erklärung zugelassen würde, bräuchte nicht mehr weitergedacht zu werden. Gerade mit diesem sparsamen Konzept habe die Forschung die Welt in so hohem Ausmaß erfassen können, wie es heutiger Stand der Wissenschaft sei. Andererseits sei man bei der Bildung von Theorien sehr selbstkritisch: »Man irrt sich empor«, denke bei der Bildung einer Hypothesen sogar mit, wie sie sich prüfen oder widerlegen lasse. Gottesvorstellungen und insbesondere Dogmen aller Art stehe er daher ablehnend gegenüber.

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KNA und Volker Beck gegen Kölner Weihbischof?

Bild: bpb.de
Bild: bpb.de
Fragwürdige Darstellung der „Katholischen Nachrichtenagentur“ von Aussagen des Kölner Weihbischofs Schwaderlapp und der Replik des Grünenpolitikers Beck zur Frage der kirchlichen Segnung homosexueller Lebenspartnerschaften

kath.net

Mit einem eigenen Artikel wartete die Katholische Nachrichtenagentur KNA zur Kritik Volker Becks (Grüne) an Aussagen des Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp auf. Unter der Überschrift „Volker Beck kritisiert Kölner Weihbischof als unbarmherzig“ wird im ersten Abschnitt die Position des religionspolitischen Sprecher seiner Fraktion dargestellt: „Schwaderlapp setze ‚auf Unbarmherzigkeit im Jahr der Barmherzigkeit‘“. Die Aussagen des Kölner Weihbischofs waren der in katholischer Trägerschaft befindlichen Nachrichtenagentur zuvor keinen eigenen Artikel wert gewesen.

Die KNA hatte in ihrem Artikel offenbar Gründe, Becks Wertung der Position des Kölner Weihbischofs als „perfide“ nicht zu erwähnen. Beck hatte wörtlich erläutert: „Es ist perfide, wenn er die Trauung Homosexueller durch die Evangelische Kirche im Rheinland zum Problem der Ökumene erklärt. Das Festhalten der katholischen Kirche an der Sexuallehre des Thomas von Aquin aus dem 13. Jahrhundert ist Ursache für den Graben zwischen der Katholischen Kirchenleitung und ihren eigenen Gläubigen, der evangelischen Bruderkirche und der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts.“ Ebenso wenig zitierte die KNA die Darstellung Becks, wonach die Entscheidungsfindung der katholischen Kirche in solchen Fragen offenbar nur eine Frage von aktuellen Mehrheiten sei, also eine Frage demokratischer Meinungsfindung. Beck hatte dazu wörtlich erläutert: „Der Graben verläuft nicht zwischen evangelischer und katholischer Kirche, sondern zwischen dem Bischof und der Mehrheit der gläubigen Christen“, der Graben laufe „um Schwaderlapps Trutzburg außen herum“. Schwaderlapp, so hatte Beck außerdem behauptet, „spricht vom Evangelium und redet doch nur über patriarchale Machtkonstruktionen aus der katholischen Kirchengeschichte“.

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Australien: Gerichtsurteil ebnet Weg für Abschiebung Dutzender Kinder

Die betroffenen in Australien geborenen Kinder. / Bild: REUTERS
Das Oberste Gericht hat die Klage einer Frau gegen die Abschiebung in ein Flüchtlingslager auf Nauru abgewiesen. Betroffen sind auch 37 Babys und 54 Kinder.

Die Presse.com

Australien macht kurzen Prozess mit Flüchtlingen, die das Land per Boot erreichen wollen. Sie werden zurückgeschickt und in Lagern auf Inselstaaten wie Nauru, Papua Neuguinea und der Weihnachtsinsel interniert. Selbst wenn ihr Flüchtlingsstatus anerkannt wird, dürfen die Menschen nicht nach Australien kommen. Die strengen Asylregeln sorgen international – und teils auch im Inland – für heftige Kritik an Regierungschef Malcolm Turnbull. Ein Gericht bekräftigte nun den harten Kurs Australiens gegen Asylwerber.

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