Archiv der Kategorie: Christentum

Schönborn: ‚Rücktritt von Franziskus ist denkbar‘

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild

Wiener Erzbischof zu kommenden Bischofsernennungen in Österreich: „Es sollen Personen mit Gespür für die Menschen sein.“


kath.net

Papst Franziskus hat mit seiner Aussage aufhorchen lassen, sein Pontifikat werde nur kurz dauern. Im großen ÖSTERREICH am SONNTAG-Interview sagt Kardinal Christoph Schönborn nun ganz offen: “Ein Rückstritt von Papst Franziskus ist denkbar”. Ihn, so Schönborn, der sich oft im Vatikan aufhält und von Franziskus als Aufseher für die Vatikanbank eingesetzt wurde, hätten die Ausführungen des Papstes nicht überrascht: “Ich habe ähnliche Aussagen von ihm schon früher gehört. Er ist 79 Jahre alt. Er hat nur einen Lungenflügel. Er spart seine Kräfte nicht. Er gibt sich voll und ganz hin für seinen Dienst. Dass er dieses Empfinden hat und es auch ausspricht, ist typisch für seinen Stil: Er sagt, was er denkt. Papst Franziskus hat in diesem Zusammenhang die Möglichkeit des Rücktritts genannt wie ihn sein Vorgänger Papst Benedikt gewählt hat.

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Indiana erlaubt Dienstleistungsverweigerung aus Gewissensgründen

cartoon-herzKeine Hochzeitstorten einer christlichen Bäckerei mehr an gleichgeschlechtliche Paare.


kath.net

Der Bundesstaat Indiana hat ein Gesetz beschlossen, das es erlaubt, Dienstleistungen aus religiösen Gründen zu verweigern. Medienberichten zufolge unterzeichnete der republikanische Gouverneur von Indiana, Mike Pence, am Donnerstag (Ortszeit) den «Religious Freedom Restoration Act».

Künftig können sich demnach etwa Bäckereien weigern, Hochzeitstorten an gleichgeschlechtliche Paare zu liefern. Die katholische Kirche in Indiana unterstützt das Gesetz, das in ähnlicher Form auch in anderen Bundesstaaten gilt. Die Demokraten hatten im Parlament gegen das Gesetz gestimmt.

Hans-Jürgen Papier: Ex-Verfassungsrichter geißelt Kopftuchurteil

Hans-Jürgen Papier (2014), Bild: wikimedia.org/ Tobias Klenze / CC-BY-SA 3.0

Der frühere Verfassungsgerichtspräsident Papier sieht im Kopftuchurteil aus Karlsruhe eine “Ursache von Problemen”. Die Entscheidung werde zu höchst unerfreulichen Streitigkeiten führen.


Von Jochen Gaugele|DIE WELT

Nur in besonderen Ausnahmefällen geschieht es, dass frühere Verfassungsrichter ihre Nachfolger in die Schranken weisen. Hans-Jürgen Papier war Präsident des Bundesverfassungsgerichts, als die Karlsruher Richter vor zwölf Jahren ein erstes Kopftuchurteil fällten. Auf die richtungsweisende Entscheidung stützten sich die Gesetzgeber in neun Bundesländern – und erließen generelle Kopftuchverbote für Lehrkräfte an öffentlichen Schulen.

Vor einigen Tagen allerdings vollzog das Gericht eine “Wendung”, wie Papier formuliert, die den Ländern als “große Überraschung” erscheinen müsse. Karlsruhe entsprach der Klage zweier muslimischer Lehrerinnen aus Nordrhein-Westfalen und erklärte ein pauschales Kopftuchverbot für verfassungswidrig. Voraussetzung für ein Verbot, so die neue Haltung des Gerichts, sei eine konkrete Gefährdung oder Störung des Schulfriedens.

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Gottesknechte zocken um einen Radweg – Gier in Torgelow

Von der B 109 bis Hammer ist der neue Radweg schon fertig, weiter geht es erst einmal nicht. Die Kirche will ihr Grundstück nicht so einfach verkaufen. Bild. Thomas Krause

Der Radwegebau von der B 109 bis nach Torgelow stockt. Ungeklärte Grundstücksangelegenheiten sind der Grund. Die Stadt Torgelow soll jetzt vermitteln und sieht sich auf einem guten Weg. Spätestens im Mai sollen die Bauarbeiter weitermachen können.


Uckermark Kurier

Normalerweise sollten Radfahrer schon auf der neuen Piste von der B 109 am Abzweig Torgelow bis in die Ueckerstadt entlang rollen können. Das können sie auch, allerdings ist hinter Hammer erst einmal Schluss mit der Tour auf dem fein asphaltierten Radweg.

Hinter einem Stoppschild endet der neue Radweg, die Bauarbeiten im Auftrag des Landestraßenbauamtes Neustrelitz ruhen seit einigen Wochen. Grund: Die Grundstücksfrage, die schon Anfang Dezember für das Einstellen der Bautätigkeit gesorgt hatte (der Nordkurier berichtete), ist noch immer nicht geklärt. Die Kirche weigert sich derzeit, ein Grundstück, das genau im Bereich des neuen, gut 550 000 Euro teuren Radweges liegt, einfach so zu verkaufen. Es geht um etwa 7000 Quadratmeter, die der Kirche gehören.

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Kelly Clark: Profi-Snowboarderin im Gotteswahn

In einem Jahr entscheidet Kelly Clark, ob sie 2018 erneut zu den Olympischen Winterspielen antritt. Das wäre ihr fünftes Mal Foto: Burton Snowboards

Kelly Clark ist amerikanische Profi-Snowboarderin und Olympia-Goldmedaillen-Gewinnerin. Vor rund zehn Jahren ist sie zum Glauben an Jesus gekommen. Auf ihrem Snowboard klebt der Sticker „Jesus, ich kann meine Liebe nicht verbergen“.


pro Medienmagazin

Die Snowboard-Kultur ist eine Performance-Kultur. Kelly Clark ist ein Teil davon. Mit 14 Jahren sah sie im Fernsehen, wie die Deutsche Nicola Thost die erste Goldmedaille im Snowboarden überhaupt gewann. Den Wettbewerb der Olympischen Spiele 1998 hatte Kelly extra auf Video aufgenommen. Zu dem Zeitpunkt entschloss sie sich: „Das ist das, was ich tun möchte.“ Vier Jahre später gewann die junge Frau auf ihrem Snowboard bei der Winterolympiade in Salt Lake City die Goldmedaille in der Halfpipe.

„Gott liebt dich trotzdem.“

Mit 18 Jahren war Clark bereits auf dem Zenit ihrer Karriere. Sie galt als Pionierin und Star der Szene. Der Erfolg war riesig, er erfüllte sie aber nicht. Im Inneren fühlte sie sich einsam. Sie suchte nach Liebe: „Ich habe viel mehr erreicht, als die meisten Menschen jemals in ihrem Leben die Möglichkeit haben. Das war aber wertlos. Das war nicht das, was ich gesucht habe. Ich konnte keine Bedeutung im Erfolg finden.“ Die erfolgsverwöhnte Sportlerin hatte keine Ziele mehr, hatte sogar Suizid-Gedanken: „Wenn das alles ist, möchte ich das nicht mehr machen.“ Aber sie fuhr weiter, von Wettbewerbssaison zu Wettbewerbssaison.

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„Wir sind Kirche“: Deutsche Bischöfe verhindern Reformen

DBK, Screenshot: BB

DBK, Screenshot: BB

Die katholische Laienorganisation „Wir sind Kirche“ vermisst bei den deutschen Bischöfen die Bereitschaft zu Reformen.


FOCUS ONLINE

Papst Franziskus stoße wichtige Veränderungen an, teilte die Reforminitiative zum Auftakt ihrer Bundesversammlung am Freitag in Freiburg an. Die Führung der Kirche in Deutschland greife diese aber zu wenig auf. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, habe es bislang versäumt, seine Kollegen auf den Reformkurs einzustimmen. Dies müsse sich ändern. Sonst drohe der katholischen Kirche ein weiterer Vertrauensverlust. „Der Mentalitätswandel, den Papst Franziskus eingeführt hat, ist bei den Bischöfen in Deutschland noch nicht angekommen“, sagte der Bundessprecher von „Wir sind Kirche“, Christian Weisner. „Und es gibt derzeit auch keine Zeichen, dass sich dies bald ändert.“ Deutschlands Bischöfe verhinderten neue Strukturen und lähmten den Dialog. Marx als Chef der Bischöfe müsse bei diesen den von Papst Franziskus initiierten Wandel einfordern.

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CDU-Politiker warnen vor Zuwanderung “in unser Sozialsystem”

Rhizinus? (CC-by-nc-sa/3.0/de by Pantoffelpunk)

Rhizinus? (CC-by-nc-sa/3.0/de by Pantoffelpunk)

Aufgrund einer EU-Regelung könnten Einwanderer möglicherweise schon früher als nach einem Jahr Anspruch auf Hartz IV haben. CDU-Politiker sehen darin einen “Anreiz für Zuwanderung in unser Sozialsystem”.


evangelisch.de

CDU-Politiker warnen davor, dass großzügigere Hartz-IV-Leistungen in Deutschland für EU-Bürger Anreize zur Einwanderung schaffen. “Die hohen Sozialleistungen in Deutschland sind schon heute ein Anreiz für Zuwanderung in unser Sozialsystem. Dieser Anreiz darf nicht noch größer werden”, sagte Christian von Stetten (CDU), Chef des Parlamentskreises Mittelstand in der Unionsfraktion, der “Bild”-Zeitung (Samstagsausgabe).

Stetten reagierte auf ein Gutachten des EU-Generalanwalts Melchior Wathelet, wonach Deutschland die Vergabe von Hartz-IV-Leistungen an arbeitsuchende EU-Zuwanderer großzügiger regeln muss. Das Gutachten könnte wegweisend für ein anstehendes Urteil des Europäischen Gerichtshofes sein. Demnach solle es eine Einzelfallprüfung geben, wenn jemand länger als drei Monate im Land ist und während dieser Zeit schon gearbeitet habe. Bislang gilt in Deutschland für den dauerhaften Hartz-IV-Bezug eine Mindestgrenze von einem Jahr Beschäftigung (AZ: C-67/14).

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Unmut in der CDU über Kopftuch-Urteil

Themenbild

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Nach dem Karlsruher Kopftuch-Urteil blieb es in der Landespolitik merkwürdig still. Doch nun rührt sich zumindest in der CDU Unmut über die Verfassungsrichter. CDU-Landesvize Winfried Mack hält das Urteil für falsch. Damit steht er nicht allein.


Von Reiner Ruf|Stuttgarter Zeitung.de

Als 1998 die deutsche Muslima Fereshta Ludin nach dem Abschluss ihres Referendariats in den baden-württembergischen Schuldienst strebte, gingen die Wogen in der Landespolitik hoch. Ludin bestand darauf, auch im Unterricht das Kopftuch zu tragen. Die damalige Schulministerin Annette Schavan (CDU) schien im Fall Ludin anfangs geneigt, diesem Begehren nachzukommen. Die engagierte Katholikin befürchtete, ein Kopftuchverbot werde ungewollte Nebenwirkungen entfalten – und auch die Präsenz christlicher Symbole an den Schulen in Frage stellen. Doch unter dem Druck der CDU-Landtagsfraktion schwenkte sie um. Fraktionsvize Hermann Seimetz erklärte seinerzeit, wenn Schavan das Kopftuch toleriere, werde sie ihr Amt verlieren. Die Ansichten im Landtag gingen auseinander, aber quer durch die Fraktionen gab es eine Mehrheit gegen das Kopftuch.

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Burke: Kirche soll Kultur umformen statt vereinnahmt zu werden

Headquarter des Konzerns.

Headquarter des Konzerns.

US-Kardinal Raymond Leo Burke befürchtet, dass sich die katholische Kirche von der Gegenwartskultur vereinnahmen lässt. Dies sei eine der großen Gefahren in der aktuellen innerkirchlichen Diskussion, sagte Burke der “Tagespost” (Samstag) in Würzburg. In der Begegnung mit der Kultur müsse sich die Kirche über ihre eigene Identität und Lehre im Klaren bleiben, “um diese Kultur umzuformen”. Daher müsse es “eine sehr deutliche Unterscheidung geben zwischen dem Verhältnis von Glaube und Kultur”.


kathweb

Angesichts der Debatten um die katholische Auffassung von Ehe und Familie unterstrich der Kardinal die Bedeutung der Kontinuität in den päpstlichen Lehrschreiben des 20. Jahrhunderts. Es gelte nun erneut aufzuzeigen, “dass sich das Lehramt nicht ändert” und dies auch gar nicht könne. Die Lehre Jesu Christi sei besonders hinsichtlich des heiligen Bundes der Ehe eindeutig. “Da es zu einem Bruch gekommen ist – dass Menschen sich in Rebellion gegen die Lehre der Kirche gewandt haben – müssen wir diese kraftvoll wieder von Neuem darlegen und die Menschen zur Bekehrung aufrufen”, so Burke.

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Voyeurismus statt Aufklärung

Der Kopf des heiligen Apollinaris wird in der Apollinaris Kirche, Remagen, aufgewahrt. Foto: ZDF und WDR/K.P. Baum

3sat beschäftigt sich in einer Themenwoche mit dem Glauben. Die Beiträge „Heilige Knochen“ und „makro: Glaube und Profit“ bleiben allerdings zu sehr im Anekdotischen hängen, um wirkliche Denkanstöße zu geben.


Von Franziska Schuster|Frankfurter Rundschau

Es fühlt sich ein bisschen an wie eine Mischung aus der Sendung mit der Maus und einem soliden Fernsehkrimi: Joviale Moderatoren, parataktische Erläuterungen und ein Anflug ironischer Abgeklärtheit, während die präsentierten Sachverhalte illustrativ bebildert werden.

Damit das nicht zu harmlos daherkommt, streut man ein paar Vorschläge für Themen ein, vor denen sich der Zuschauer fürchten möge. Im Fall der Sendung „Heilige Knochen“ sind das die Satanisten, beim Wirtschaftsmagazin „makro“ die große Inflation.

Experten werden befragt, die belegen, dass die Angst auch wirklich berechtigt ist – das Gruseln darf ein wenig ausgekostet werden. Dann kommt auch schon das Rettungsangebot mit versöhnlichen Allgemeinplätzen. Irgendwie war es doch immer schon so: „Das Irrationale ist eher normal, doch auch das ist menschlich.“ Und man geht zur Tagesordnung über.

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Haus von Sektenführer durchsucht

justiz_grossDie Polizei hat mit einem Großaufgebot das Haus eines mutmaßlichen Sektenführers in Hanau durchsucht und Unterlagen beschlagnahmt. Ziel der Aktion ist es unter anderem den Tod eines vierjährigen Jungen aufzuklären.


Von Gregor Haschnik und Frank Sommer|Frankfurter Rundschau

Mit einem großen Aufgebot haben Polizisten am Donnerstag und Freitag das Haus der mutmaßlichen Sektenführer in Hanau durchsucht. Wie die Staatsanwaltschaft der FR bestätigte, wird in zwei Angelegenheiten ermittelt: Zum einen geht es um den Tod eines Vierjährigen, der in der Gruppe lebte und 1988 laut Akte an erbrochenem Haferschleim erstickt ist. Da es keine Hinweise auf Fremdverschulden gegeben habe, wurde der Junge nicht obduziert. Mehrere Informanten hatten der FR berichtet, das Kind sei für besessen gehalten und misshandelt worden. Oberstaatsanwalt Jürgen Heinze betont, dass die mutmaßlichen Anführer in diesem Fall nicht Beschuldigte, sondern Zeugen seien. Die Ermittler wollen nun die genauen Umstände des Todes klären. Die Hausdurchsuchung wurde angeordnet, weil eventuell aufschlussreiche Unterlagen hätten beseitigt werden können.

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Studie: “Systemversagen” im Stift Kremsmünster

Archivbild: Stift Kremsmuenster / Bild: Clemens Fabry / Die Presse

Ein Münchner Institut hat die Missbrauchs-Affäre aufgearbeitet – und 350 Fälle sexueller, körperlicher oder psychischer Gewalt ausgemacht.


Die Presse

“Das Stift Kremsmünster hat es über Jahrzehnte nicht geschafft, die ihm anvertrauten Schüler ausreichend vor pädosexuellen Übergriffen zu schützen” und “Es hätte mit einer besseren Kommunikationsstruktur verhindert werden können” – so fasst Sozialforscher Florian Straus eine von ihm und seinen Kollegen erstellte und am Freitag präsentierte Studie zum Missbrauchsskandal im Stift zusammen – und spricht von “Systemversagen”.

Nach dem Auffliegen der Affäre 2010 hat das Stift das Münchner Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) mit einer Studie zur Aufarbeitung beauftragt. Im Projektbeirat waren Abt und Prior, drei IPP-Experten sowie fünf ehemalige Schüler vertreten. Den Kern der Untersuchung bilden Interviews mit ehemaligen Schülern, Patres und weltlichen Angestellten, die zwischen 1945 und 2000 im Stift tätig waren. Dabei wurden 350 Fälle sexueller, körperlicher oder psychischer Gewalt ausgemacht, 24 Personen wurden beschuldigt. Da es sich um keine repräsentative Umfrage handelt, besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit.

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Berlin: Evangelische Kirche plant “Flüchtlingskirche”

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz will ihre Flüchtlingsarbeit intensivieren. Es soll eine “Flüchtlingskirche” eingerichtet werden sowie eine mobile Beratung für Kirchengemeinden, wie die Kirche am Freitag in Berlin mitteilte. Ferner gebe es nun Förderungsmöglichkeiten für die Beratung und Unterstützung von Flüchtlingen sowie von Haupt- und Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit. Dazu habe die Kirchenleitung eine Rahmenkonzeption beschlossen.

kathweb

Unter dem Namen “Flüchtlingskirche” werde ein Ort für die Beratung und für Begegnungen von und mit Flüchtlingen geschaffen. Eine konkrete Lokalität dafür gebe es noch nicht. Das Team der “Flüchtlingskirche” soll auch Ansprechpartner in Flüchtlingsfragen für die gesamte Landeskirche sein. Träger werde der Kirchenkreis Berlin-Stadtmitte in Zusammenarbeit mit der Landeskirche.

Im November 2014 hatte die evangelische Herbstsynode 500.000 Euro für die Arbeit mit Flüchtlingen bewilligt und weitere 500.000 Euro in Aussicht gestellt, verbunden mit dem Auftrag an die Kirchenleitung, ein Rahmenkonzept zu erstellen.

Bundestagsabgeordnete Albsteiger: ‘Gendermainstreaming ist Ideologie!’

Katrin Albsteiger (2014), Bild: wikimedia.org/CC BY 3.0/Foto-AG Gymnasium Melle

Katrin Albsteiger (CSU): „Ich halte das Überstülpen einer zweifelhaften Denkweise über die ganze Gesellschafft, die dazu nie befragt worden ist, für das falsche Mittel.“ – Diskussion mit Birgit Kelle bei „Christdemokraten für das Leben“


kath.net

„Bei Gender-Mainstreaming geht es nicht um Frauenförderung, sondern es geht um Ideologie. Der Maßnahmenkatalog spricht Bände: Sprache ,bereinigen‘, Lehrpläne verändern, ein wie auch immer geartetes ,gesellschaftliches Klima‘ herbeiführen – das sind alles Instrumente aus dem Werkzeugkasten der Ideologen. Hier nehmen ein paar Leute ihre Überzeugungen zu wichtig. Ihr Ziel ist nicht ,Frauenförderung‘, sondern ,Umerziehung‘ – das ist aber nicht die Aufgabe von Politik.“ Dies stellte die CSU-Bundestagsabgeordnete Katrin Albsteiger in einer Diskussion mit Bestsellerautorin Birgit Kelle fest. Zur Diskussion zum Thema Frauenförderung, Gender-Mainstreaming und zu Kelles neustem Buch „GenderGaga“ hatten am Dienstag die Berliner „Christdemokraten für das Leben“ (CDL) eingeladen, mit Albsteiger waren insgesamt vier Bundestagsabgeordnete bei der Diskussion anwesend (MdB Sylvia Pantel/CDU, MdB Graf Philipp von Lerchenberg/CSU, MdB Josef Rief/CDU).

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Land Nordrhein-Westfalen unterstützt Katholiken- und Kirchentag

Bild: tilly

Bild: tilly

Nordrhein-Westfalen bezuschusst den Katholikentag 2018 in Münster und den Evangelischen Kirchentag 2019 in Dortmund. Das Land unterstützt den Katholikentag mit bis zu 1,6 Millionen Euro und den Kirchentag mit bis zu 3,5 Millionen Euro, wie die Staatskanzlei am Freitag nach Abfrage der Kabinettsmitglieder mitteilte. Es würden jeweils 18 Prozent der von Veranstaltern veranschlagten Gesamtkosten übernommen.


kathweb

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) erklärte, dass Katholiken- und Kirchentage mit ihren sozialen, kulturellen und ethischen Fragestellungen auch für die Gesellschaft als Ganzes von Bedeutung seien. “Deshalb möchte die Landesregierung beide Veranstaltungen unterstützen”, so die Regierungschefin. Sie sei erfreut, dass es im Land wieder einen Katholiken- und einen Kirchentag gebe. Zuletzt fanden in NRW 1986 ein Katholikentag in Aachen und 2007 ein Kirchentag in Köln statt.

Der Stadtrat von Münster hatte am Mittwochabend einen finanziellen Beitrag der Kommune zum Katholikentag 2018 abgelehnt. Eine Vorlage von Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU), die einen Zuschuss von 1,2 Millionen Euro vorsah, fand keine Mehrheit. Mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linkspartei wurde beschlossen, den Katholikentag nur durch Sachleistungen zu unterstützen.

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Tote Bischöfe sind gute Bischöfe

Gerhard L. Müller links im Bild

Gerhard L. Müller links im Bild

Präfekt der Glaubenskongregation mahnt: «Wir müssen Bekennende im Glauben sein, gerade in Europa.» – «Das, was Gottes Recht ist, darf die Kirche nicht anrühren.»


kath.net

Bischöfe müssen nach den Worten von Kurienkardinal Gerhard Müller Märtyrer sein. Dabei sollten sie den Glauben nicht nur mit Worten, sondern nötigenfalls mit dem Leben bezeugen, «wie uns das Beispiel so vieler Christen, Priester und Bischöfe in verschiedenen Teilen der Welt zeigt», sagte der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation dem französischen Magazin «Famille Chretienne» (Samstag). «Wir müssen Bekennende im Glauben sein, gerade in Europa.»

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Kirche: Grundlagenpapier zur Passion Christi

Die EKD legt mit „Für uns gestorben“ einen Grundlagentext zur Bedeutung von Leiden und Sterben Jesu Christi vor Foto: Pics money|Fotolia

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat am Donnerstag einen Grundlagentext zur Bedeutung von Leiden und Sterben Jesu Christi vorgelegt. Er ist nicht allein an Christen adressiert. Die Kirche beantwortet darin wichtige Fragen zum Sinn von Jesu Tod.


pro Medienmagazin

Der gefolterte Jesus hängt am Kreuz von Golgatha. Durch seinen Tod am Kreuz sind die Sünden der Menschen vergeben. Diese Bild kennzeichnet die Basis des christlichen Glaubens. Die Kammer für Theologie der EKD hat einen Grundlagentext zur Bedeutung von Leiden und Sterben Jesu Christi erarbeitet. Sie hat sich mit Fragen auseinander gesetzt wie: „Was heißt es, dass Gott uns liebt?“ oder „Was heißt es, dass er sich in Jesus Christus für uns ans Kreuz schlagen ließ?“

Der Text „Für uns gestorben. Die Bedeutung von Leiden und Sterben Jesu Christi“ soll Zugänge zu diesem Glauben eröffnen. Er sei eine Orientierungshilfe und ganz bewusst für breitere Kreise geschrieben worden, teilt die EKD mit. Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm schreibt im Geleitwort: „Dieses Buch ist nicht nur an Christinnen und Christen in der Evangelischen Kirche adressiert, sondern ist ein Gesprächsangebot an alle, die nach Bedeutung und Sinngehalt des christlichen Glaubens fragen, auch dann, wenn sie diesen nicht teilen oder ihm sogar ablehnend gegenüberstehen.“ Ein theologisches Memorandum für Experten möchte die Schrift nicht sein.

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Studie: Das Vertrauen in Geistliche nimmt ab

jesus_schaukelSeelsorger liegen jetzt unter 24 Berufsgruppen auf dem 15. Rang, direkt vor Journalisten (26 Prozent)


kath.net

Geistliche haben in Deutschland deutlich an Vertrauen verloren. Das geht aus Studien des Verlages Reader´s Digest (Stuttgart) hervor. Laut der Untersuchung „Trusted Brands 2015“ vertrauen 39 Prozent der Bürger Pfarrern. Vor fünf Jahren war es noch die Hälfte der Befragten (51 Prozent). Damit liegen die Seelsorger jetzt unter 24 Berufsgruppen auf dem 15. Rang – direkt vor Journalisten (26 Prozent) und hinter Offizieren (42 Prozent). Die Daten für die Studie wurden in sieben Ländern erhoben. Mehr Vertrauen als in Deutschland genießen Geistliche demnach in Finnland (69 Prozent), Russland (56 Prozent), der Schweiz (47 Prozent), Österreich und Rumänien (jeweils 46 Prozent) sowie Portugal (44 Prozent). Am vertrauenswürdigsten sind für Bundesbürger Feuerwehrleute (92 Prozent), Krankenschwestern (88 Prozent), Apotheker und Piloten (jeweils 82 Prozent) sowie Ärzte (81 Prozent). Am schlechtesten schneiden ab: Finanzberater (15 Prozent), Politiker (12 Prozent), Autoverkäufer (10 Prozent), Immobilienmakler (6 Prozent) und Mitarbeiter in Telefonberatungs- und Verkaufszentren (5 Prozent). Die Studie „European Trusted Brands“ wird seit 2001 durchgeführt. Dabei geht es auch um die Vertrauenswürdigkeit von Firmenmarken. In Deutschland lag die Zahl der Befragten für die aktuelle Untersuchung bei 6.232.

Kopftuchurteil: Nur die Neutralität schafft Freiheit

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Sollen Lehrer als Bannerträger für Weltanschauungen und Religionen herhalten? Dann lebten wir wirklich in einem Obrigkeitsstaat. Davon aber gibt es anderswo schon genug.


Von Reinhard Müller|Frankfurter Allgemeine

Die Kopftuch-Erlaubnis des Bundesverfassungsgerichts dient weder der Integration noch der offenen Gesellschaft. Vor allem aber missachtet sie den Gesetzgeber und die Schule. Sie hilft noch nicht einmal muslimischen Lehrerinnen, die aus religiösen Gründen ein Kopftuch tragen. Denn Karlsruhe redet ihnen eine Rolle ein, die kein Lehrer in der Schule hat – Lehrer sind Staatsdiener.

Schon Angestellte in Privatunternehmen müssen sich einiges gefallen lassen: In manchen Firmen herrscht Duz-Zwang, in anderen muss man dunkle Anzüge tragen. In besonders kreativen Branchen herrscht Krawattenverbot, ist ein Bart Pflicht. Auch der Staat als Arbeitgeber macht Vorschriften: Polizisten dürfen nicht sichtbar tätowiert sein und nicht zu viel Metall im Gesicht herumtragen. Da geht es auch um Sicherheit, vor allem aber darum, dass jeder Beamte und auch jeder Angestellte im öffentlichen Dienst den Staat verkörpert. So tritt er dem Bürger gegenüber. Das gilt auch für Lehrer.

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Ukraine: als Kampffeld erwünscht

Der ukrainische Präsident Poroschenko am Mittwoch beim Empfang der ersten Lieferung von Humvees, also noch von so genannten “nichttödlichen” Waffen. Bild: president.gov.ua

Mit satter Mehrheit von Demokraten wie Republikanern hat das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten dazu aufgerufen, an die ukrainische Regierung auch “tödliche Waffen” zu liefern. Die US-amerikanischen Oberkommandierenden der NATO verlangen längst danach; im Terrain der westlichen Nachbarn der Ukraine und Russlands baut das transatlantische Bündnis eine zweite Front auf. Das Minsker Abkommen Nr. 2 wird dabei kaum ernst genommen.


Von Arno Klönne|TELEPOLIS

In der US-amerikanischen politischen Klasse dominiert der Drang, beim “hybriden” Krieg um die Ukraine die militärische Komponente zu stärken und so auch die geopolitische Konfrontation mit Russland zu verschärfen. Mit einem “großen” oder gar atomaren militärischen Konflikt zwischen Moskau und Washington wird offenbar nicht kalkuliert, wohl aber mit einer Fortdauer der Gewalt in der Ukraine und weiteren Sanktionen gegen die russische Ökonomie. Dass so Differenzen zwischen der US-amerikanischen Russlandpolitik und der etlicher EU-Staaten, vor allem auch der Bundesrepublik, sich verfestigen, beunruhigt die Supermacht nicht; einen Dämpfer für europäische Eigenwilligkeiten hat sie offenbar einkalkuliert. Weshalb denken US-Politiker so?

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