Franz in Armenien: Papst legt sich mit Erdogan an

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
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Das dürfte Streit mit der Türkei geben: Bei einem Besuch in Erewan hat Papst Franziskus die Verfolgung der Armenier als „Genozid“ bezeichnet.

SpON

Papst Franziskus hat die Verfolgung der Armenier im Ersten Weltkrieg wie schon im Vorjahr als Völkermord eingestuft. „Diese Tragödie, dieser Genozid hat leider den Beginn der traurigen Serie von riesigen Katastrophen im vergangenen Jahrhundert markiert“, sagte das Kirchenoberhaupt bei einem Treffen mit dem armenischen Präsidenten Sersch Sarkissjan in Erewan.

Damit ist Streit mit der Türkei programmiert. Ankara hatte 2015 kurzzeitig den Botschafter aus dem Vatikan abberufen, nachdem Franziskus von einem Genozid gesprochen hatte. Der Botschafter des Vatikans war ins Außenministerium einbestellt worden. Die Türkei lehnt den Begriff Genozid ab.

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Religiöse Rechte erwärmt sich für Trump

© Bild: picture alliance / AP Photo
Es sollte so etwas wie ein Kennenlern-Treffen für konservative Evangelikale mit dem designierten Präsidentschaftskandidaten der Republikaner sein. Um ihm einen weiten Weg zu ersparen, lud die Gruppe „United in Purpose“ in die Nachbarschaft Trumps am Times Square ein. Nicht gerade ein typischer Versammlungsort strenggläubiger Protestanten, die sich eher im Bibelgürtel der USA zu Hause fühlen.

Von Thomas Spang | katholisch.de

So bekamen die rund 1.000 Teilnehmer der Versammlung ganz nebenbei einen Eindruck vom Umfeld, aus dem Donald Trump stammt. Franklin Graham, Sohn des Erweckungspredigers Billy Graham, sprach die Vorbehalte einiger Konservativer direkt an, als er sich zu den persönlichen Schwächen des bereits zweimal geschiedenen Immobilien-Tycoons äußerte.

„Niemand von uns ist perfekt“, warb der Pastor um Nachsicht für die wenig vorbildliche Lebensweise des Kandidaten. „Es gibt nur einen, der es ist: unser Herr Jesus Christus. Aber der tritt nicht für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten an.“

Harte Linie gegen Abtreibung und LGBTI-Rechte

Wichtiger scheint Graham und anderen Führern der religiösen Rechten, die das Treffen organisiert haben, dass Trump ihnen verspricht, was sie hören wollen: steuerliche Vorteile für Kirchen, die Möglichkeit, von der Kanzel aus für politische Inhalte zu werben, und eine harte Linie gegen Abtreibung und LGBTI-Rechte (Homo-, Bi-, Trans-, und Intersexuelle).

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Berliner Luther-Denkmal auf den Weg gebracht

Foto: epd-bild/Alexander Baumbach. bearb.: bb
Foto: epd-bild/Alexander Baumbach. bearb.: bb
Die Neugestaltung des historischen Luther-Denkmals an der Berliner Marienkirche am Alexanderplatz ist einen entscheidenden Schritt vorangekommen.

evangelisch.de

Bei einem offenen Ideenwettbewerb entschied sich das Preisgericht für einen Entwurf des Berliner Künstlers Albert Weis und des Architekturbüros Zeller und Moye aus Mexico City. Der Berliner evangelische Bischof Markus Dröge würdigte am Freitag bei der Präsentation die eingereichten Entwürfe als „anregende Diskursimpulse“.

Ziel des Wettbewerbs sei eine künstlerisch-architektonische Neuinterpretation der Person Martin Luthers anlässlich des 500. Reformationsjubiläum im kommenden Jahr gewesen. Die Entwürfe können bis zum 10. Juli täglich zwischen 10 und 18 Uhr in der Marienkirche besichtigt werden.

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Grabeskirche Jesu: Hasskirche mit Gottesliebe

Von Berthold Werner CC BY-SA 3.0, wikimedia.org
Die Grabeskirche in Jerusalem ist der heiligste Ort des Christentums. Sechs Konfessionen streiten deshalb um jeden Quadratzentimeter. Die Renovierung soll Harmonie stiften – eine trügerische Hoffnung.

Von Gil Yaron | DIE WELT

Als der Fußtritt Andrew Hayworth in den Bauch traf, vergaß er alle seine guten Vorsätze: „Ich hätte zurückschlagen müssen“, sagt er. Der Ärger steht ihm eine Woche nach dem Zwischenfall ins Gesicht geschrieben. Und was ist mit der Aufforderung Jesu, einem Angreifer die andere Wange hinzuhalten? „Ach ja, vielleicht habe ich es deswegen nicht getan“, antwortet er beiläufig. Was überrascht, schließlich ist der aus Ghana stammende Diakon katholischer Hauptmesner der Grabeskirche in Jerusalem. Aber im wichtigsten Gotteshaus des Christentums gibt es armenische, griechisch-orthodoxe, syrisch-orthodoxe, koptische und äthiopische Mönche und Franziskaner. Und die ignorieren dort seit Jahrhunderten die Leitsätze ihres Glaubens und schlagen aufeinander ein, wie jener armenische Mönch, der Hayworth vor einer Woche mit einer Eisenstange angriff.

Die Kirche, unter der Jesus begraben liegen soll, ist der heiligste Ort des Christentums – und Symbol für die Spaltung der Glaubensgemeinschaften. Für jene Eifersucht und Machtgier, die seit 2000 Jahren zwischen den Strömungen wuchert. Nun aber sollte aus dem Gotteshaus des Hasses ein Ort der Harmonie werden. Mithilfe einer Renovierung der Kirche. Sie soll ein Symbol werden für die Kooperation der drei großen Kirchen – den Griechen, den Katholiken und den Armeniern. Zusammen mit Jordaniens König Abdullah II. haben sie rund drei Millionen Euro bereitgestellt für die Arbeiten an der Kirche, deren Grundstein 325 nach Christus vom römischen Kaiser Konstantin gelegt worden war.

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Frühsexualisierung und antihomosexuelle Propaganda

Bild: bpb.de
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Der Kollege Alexander Wallasch ist auf die antihomosexuelle Propaganda (denn darum geht es tatsächlich) bei der WELT und von Birgit Kelle, die darauf spezialisiert ist, hereingefallen – und beruft sich auch noch auf das ominöse Internetorgan „gaystream“, des längst als Rechtspopulisten enttarnten David Berger. Berger hat sich inzwischen an ausgesprochene Gegner der Gleichstellung Homosexueller heran geschmeichelt, wenn es nur seinem Feldzug gegen die LGBT-Emanzipationsbewegung nützt.

Von Wolfgang Brosche | DIE KOLUMNISTEN

Vor einem Jahr schrieb ich für meinen Blog „Gespräche über Pflaumenbäume“ diesen Beitrag. Ich habe ihn für diese Gelegenheit auf den neuesten Stand gebracht.

Das Gespenst der Frühsexualisierung

Der bildungspolitische Sprecher der CDU in Thüringen hat im vergangenen Jahr der rot-rot-grünen Landesregierung in einer Presseerklärung vorgeworfen, daß die Berücksichtigung von LGBT-Themen im Thüringer Bildungsplan bis 18 Jahren „problematisch“ sei. Tichner warnte die Regierung davor, die Sexualerziehung „über die Köpfe der Eltern“ hinweg zu entscheiden. Die würden nämlich eine „zu frühe Sexualisierung ihrer Kinder“ befürchten.

Was ist das eigentlich „Frühsexualisierung“ – ein Begriff, den man seit den Demonstrationen gegen den Bildungsplan in Baden-Württemberg immer wieder von „besorgten Eltern“, der „Demo für Alle“, zu deren Umfeld auch Birgit Kelle gehört, und von religiös und äußerst rechts orientierten Figuren und Organisationen hört.

Bitte mal rasch googlen – man wird erfahren, daß es sich weder um einen Begriff aus der Psychologie, noch der Sexualwissenschaft oder der Soziologie handelt. Wenn man aber einmal die vielen Treffer genauer untersucht, wird man feststellen, daß dieser „Neologismus“ eine Erfindung der sexualpathologischen Rechtskatholiken ist, die sehr gerne von Evangelikalen Schwulenhassern übernommen wird und keine Frage eben auch von rechten Kämpfern für Normierung und Normalität im Sinne der AfD.

Der einzige „Fachmann“, der diesen Begriff in den Mund nimmt, ist der berüchtigte Psychiater Raphael Bonelli, opus-dei-Mitglied und Veranstalter ominöser Psychologie-Kongresse. Er müht sich seine ganze zweifelhafte Karriere hindurch Katholizismus und Psychologie zu verschmelzen – und er formuliert sehr deutlich, was „Frühsexualisierung“ für ihn bedeutet: es sei das Muster der Pädophilen schlechthin. Sexuelle Übergriffe gegen Minderjährige würden schließlich stets damit beginnen, „daß der Täter beim betroffenen Kind zuerst dessen Aufklärung fördert und in ihm ein außergewöhnliches, nicht-altersadäquates Interesse an Sexualität weckt.“ Pädophile würden ihre Opfer oft zu Autoerotik und zu Sexspielchen mit Gleichaltrigen anleiten. Daß bloßes Wissen über Sexualität vor Übergriffen schütze, so Bonelli weiter, ohne Belege zu bringen, sei widerlegt.

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Papst korrigiert Äußerung, dass die „große Mehrheit“ der kirchlichen Ehen ungültig ist

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
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Papst Franziskus hat eine auf dem Pastoralkongress der Diözese Rom gemachte Antwort auf einer Frage zur „Krise der Ehe“ korrigiert, wonach er die „große Mehrheit“ der kirchlich geschlossenen katholischen Ehen für ungültig hält: In der geänderten Fassung ist statt von der „großen Mehrheit“ nur mehr von einem „Teil“ der Ehen die Rede. Wie groß dieser Teil ist, bleibt offen.

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Die Ursache für die Ungültigkeit der Ehen sieht der Papst im Bewusstsein der Ehepartner: Diese haben seiner Ansicht nach oft keine ausreichende Vorstellung davon, wie dauerhaft und umfassend der Pakt ist, den sie mit dem Sakrament eingehen. Auch dann nicht, wenn sie vor dem Traualtar Versprechen dazu abgeben. „Sie wissen nämlich“, so Franziskus, „nicht, was sie sagen“, auch wenn sie „guten Willens“ sind.

Ohne das Bewusstsein darüber, dass katholische Ehen ein ganzes Leben lang gelten und nur durch den Tod gelöst werden können, seien Versprechen von Brautleuten „nur vorläufig“. Außerdem entgeht solchen ohne ausreichendes Bewusstsein über die Konsequenzen – und damit ungültig – verheirateten Ehepartnern seinen Worten nach die „Schönheit“ des Sakraments.

Deshalb forderte der Papst die anwesenden Priester auf, unverheiratete Katholiken, die bereits in einer gemeinsamen Wohnung leben, nicht in eine formelle Eheschließung hinein zu drängen und sie immer wieder zu fragen, warum sie nicht heiraten. Stattdessen empfahl er, in diesem „schwierigsten Bereich der Seelsorge“ abzuwarten, die Paare zu „begleiten“, sie bei der „inneren Reifung“ zu unterstützen und „der Treue zu helfen, heranzuwachsen“.

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Rechte Ideologie im esoterischen und neureligiösen Bereich

Graffiti „Neue Weltordnung / 666 = Illuminati / Satanist“ am Bahnhof Stadtallendorf / Hessen (2016). Der oder die Künstler_innen haben ähnliche Graffiti im Umkreis angebracht, welche die Stichwörter IS, Vatikan, NATO, dritter Weltkrieg usf. ergänzen – neben dutzenden Gleichheitszeichen.
Eine erprobte PR-Strategie in Überlegungen mit Praktikant_innen bei REMID bestand darin, in einigen Online-Medien eigene Kommentar-Accounts (die dann auch meistens „REMID“ heißen) zu unterhalten und gelegentlich zur Platzierung eines Kommentars zu nutzen. Ein Kommentator im Forum der zum Heise-Verlag gehörenden Online-Zeitung „Telepolis“ reagierte darauf mit einer ausgeklügelten Fantasie. In seiner Antwort stellt er mehrere Desinformationspraktiken vor, die wir angeblich verwendet hätten.

Von Christoph Wagenseil | REMID

Er schließt damit, „[m]an findet hier in der Tat sehr viele professionell vorgehende Kommentatoren, die ganz offensichtlich intensiv geschult wurden, um massiv im Interesse ihrer Auftraggeber auf unliebsame Meinungen einwirken zu können. Dazu verwenden sie vermutlich die bereits mehrfach erwähnte, von US-Programmierern entwickelte Sockenpuppen-Software, mit der sich zahlreiche Accounts für alle gängigen Social-Media-Plattformen verwalten und steuern lassen“. Es ging darum, inwiefern bestimmte Äußerungen des Montagsmahnwachen-Aktivisten und „alternativen“ Journalisten Ken Jebsen antisemitisch sind oder antisemitische Denkmuster bedienen. Jutta Ditfurth spricht bezüglich der Montagsmahnwachen für den Frieden von einer neurechten völkischen Bewegung. Entscheidend für diese sind „alternative“ Medien wie Blogs, Youtube-Channels, Facebook-Gruppen uvm. Dabei spielt auch ein Teil des esoterischen und neureligiösen Bereichs eine Rolle. Sowie eine spezielle Art von Metaphysik des Bösen.

Begriffsbestimmung

Zunächst gilt es zu klären, was genau hier unter rechter Ideologie verhandelt werden soll. Es kann nicht darum gehen, sämtliche „konservative“ Positionen einzubeziehen. Das würde beim Thema Religion und Spiritualität ein absurdes Ergebnis liefern, das außerdem keine Differenzierungen erlaubt. Insofern gilt es genau abzugrenzen, welche Phänomene bzw. Ideologeme gemeint sind. Und es ist zudem Vorsicht geboten, nicht mit zweierlei Maß zu messen, und etwa einen besonderen „Guruismus“ eher zu kritisieren als die päpstliche Autorität. Insofern soll sich beschränkt werden auf bestimmte dann „rechtspolitisch“ aufgeladene Diskriminierungspraxen und -diskurse (Antisemitismus, Rassismus, Homophobie, Islamfeindlichkeit), davon unterschieden das besondere Phänomen einer Mythisierung der Verherrlichung des Nationalsozialismus (vgl. Von Aldebaran bis Vril. Interview über esoterischen Neonazismus) und schließlich ist eine spezielle Vorliebe für letztlich menschenverachtende libertäre bis faschistische Utopie-Entwürfe zu nennen.

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Jerusalem: Gott kann sein Grab nicht pflegen – ein Muslim bezahlt das

Jerusalem – AP
In Jerusalem hat die Renovierung der Grabstelle Jesu in der Grabeskirche begonnen. Ein Team der Technischen Universität Athen, das bereits die Akropolis renoviert hat, untersucht laut Angaben der „Washington Post“ derzeit die Statik einsturzgefährdeten Grabeskapelle.

Radio Vatikan

Zum Einsatz kommen dabei u.a. Radar- und Laserscanner sowie Drohnen, zudem soll erstmals seit über 200 Jahren auch das Grab Jesu geöffnet werden. Neun Monate sind für die Arbeiten veranschlagt, die Kosten trägt Jordaniens König Abdullah II. persönlich.

Die Sanierung wird durch komplizierte Besitz- und Nutzungsverhältnisse deutlich erschwert: Sechs christliche Konfessionen erheben auf das Heiligtum Anspruch und folgen seit 1852 einem starren Status quo, der akribisch regelt, wer wann wo feiern darf. Dass die aktuellen Arbeiten zustandekommen, gilt daher bereits als kleine Sensation. Da Heiligtum für Gebete und Gottesdienste weiterhin geöffnet bleiben, müssen die Arbeiten in der Nacht mit nur wenig künstlichem Licht stattfinden.

 

Kirche und Fakultät werben erstmals für Pfarrberuf

Am Donnerstag, 23. Juni 2016, besuchen Schüler in Berlin einen Workshoptag zum Pfarrberuf. Er ist Teil einer EKD-weiten Nachwuchskampagne.

evangelisch.de

Im Rahmen der Vorbereitung einer EKD-weiten Nachwuchskampagne zum Pfarrberuf setzen sich Schülerinnen und Schüler aus evangelischen Schulen in Berlin und Brandenburg mit dem Pfarrberuf auseinander. Der Workshop findet in den Räumen der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin statt.

Auf einem interaktiven Stationenweg sollen die Schüler Interviews mit Pfarrerinnen und Pfarrern führen, verborgene Talente entdecken und Vorurteile und Klischees vom Pfarrberuf auf den Prüfstand stellen.

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Princeton-Historiker Grafton zur Gelehrsamkeit des Humanismus

Für die 5. Dagmar-Westberg-Vorlesung konnte in diesem Sommersemester der Historiker Anthony T. Grafton, Henry Putnam Professor of History an der Princeton University, gewonnen werden. Der renommierte amerikanische Wissenschaftler hält in der letzten Juni-Woche drei öffentliche Vorträge an der Goethe-Universität zum Thema „Early Christianity in Early Modern Europe: Religion and Scholarship“ und ein Kolloquium zum Thema „Christianity, Antiquarianism and the Sense of the Past“.

Ulrike Jaspers Public Relations und Kommunikation
Goethe-Universität Frankfurt am Main

Vom 15. bis zum 17. Jahrhundert entstand in Europa eine neue faszinierende Welt humanistischer Gelehrsamkeit. Diese Epoche, die der Historiker in den Blick nimmt, ist entscheidend in der Geschichte der Geisteswissenschaften. In seinen Vorträgen geht Grafton der Frage nach, in welchem Maße die Forschung dieser Zeit durch theologische Prämissen geprägt war. Anhand dreier Fallstudien, die Teil eines umfassenderen Projekts sind, interpretiert er die Entwicklung der frühneuzeitlichen Gelehrsamkeit zum Frühen Christentum und zieht daraus vorläufige Schlussfolgerungen für die Charakterisierung des Verhältnisses von Religion und Wissenschaft in dieser Epoche.

In dieser Zeit der christlichen Renaissance sammelten Bibliografen die verstreuten Texte der Kirchenväter und andere frühchristliche Dokumente. Gelehrte edierten die Schriften aus der Feder von Tertullian, Augustin und Hieronymus, kommentierten sie kritisch und machten deutlich, dass die Kirchenväter keine Heiligen waren, denen vollkommene Autorität zukam, sondern Menschen aus Fleisch und Blut, die häufig in theologische Streitigkeiten verstrickt waren. Historiker dieser Epoche schufen neue Archive kirchlicher Dokumente und verfassten auf dieser Grundlage ausführliche, einander vielfach widerstreitende geschichtliche Darstellungen der Ursprünge und der frühen Entwicklung des Christentums. Ihr Werk offenbarte eine bis dahin vergessene Welt des kulturellen Austauschs und der institutionellen Improvisation.

Anthony Grafton entwickelt in seinen wissenschaftsgeschichtlichen Vorträgen eine vollkommen neue Sicht auf die humanistische Gelehrsamkeit. Rückblickend erscheint der Humanismus vielfach als eine säkulare Bewegung. Es stellt sich jedoch heraus, dass sich die Gelehrten dieser Zeit mit überraschender Intensität der philologischen und historischen Erforschung der Kirchengeschichte widmeten und dabei höchst innovative Forschungsmethoden entwickelten. In der Frühen Neuzeit erforschten Gelehrte die Geschichte der Frühen Kirche, um ihre Vision einer modernen Kirche aufzuzeigen und zu verteidigen. Ihre wissenschaftlichen Entscheidungen wurden in einem hohen Maße von bestehenden religiösen Bindungen und von dem Empfinden bestimmt, dass es sich bei ihren Forschungen selbst um einen religiösen Akt handelte.

Termine und Themen im Einzelnen
27.6. (Montag), Beginn 18 Uhr, Campus Westend, Festsaal Casino: „Judaizing the Last Supper“

28.6. (Dienstag), Beginn 18 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 3: „Reading the Witnesses“

29.6. (Mittwoch), Beginn 18 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 3: „Finding the First Christians“

30.6. (Donnerstag) Beginn 18 Uhr, Campus Westend, IG-Farben-Haus, Raum IG 311: Dialog der Historiker Prof. Anthony F. Grafton und Prof. David B. Ruderman (University of Pennsylvania) über „Cross-Cultural Dialogues in Early Modern Europe“ .

Kolloquium „Christianity, Antiquarianism and the Sense of the Past“ zu den Vorlesungen: 30.6. von 10 bis14 Uhr, Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg v.d. Höhe (Anmeldung unter c.wiese@em.uni-frankfurt.de)

Zur Person des Vortragenden
Nach seinem Studium am University College London (bei dem berühmten Althistoriker Arnaldo Momigliano) und an der University of Chicago, wo Grafton 1975 auch promovierte, lehrte der Historiker für kurze Zeit am Department of History der Cornell University. Noch im selben Jahr erhielt er einen Ruf an die Princeton University, an der er bis heute wirkt. Seine Forschungsinteressen liegen im Bereich der Kulturgeschichte der Renaissance, der Geschichte des Buches und seiner Leser, der Geschichte der Gelehrsamkeit in Westeuropa von der Antike bis ins 19. Jahrhundert sowie der Wissenschaftsgeschichte von der Antike bis zur Renaissance.

Zu seinen zahlreichen Büchern zählt eine profunde Studie der Gelehrsamkeit des herausragenden Philologen der Spätrenaissance, Joseph Justus Scaliger, eine Darstellung der Bedeutung des Bildungsprogramms der Renaissance (From Humanism to the Humanities, 1986) sowie Studien zu dem Astrologen Girolamo Cardano (1999) und zu dem Humanisten Leon Battista Alberti (2000). Sein originellstes und zugleich zugänglichstes Werk ist The Footnote: A curious history (1997; in der deutschen Übersetzung: Die tragischen Ursprünge der deutschen Fußnote), eine Fallstudie zur Geschichte der Geschichtsschreibung von unten.
Er hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter ein Guggenheim Fellowship (1989), den Los Angeles Times Book Prize (1993), den Balzan Prize for History of Humanities (2002) sowie den Mellon Foundation’s Distinguished Achievement Award (2003). Er ist zudem Mitglied der American Philosophical Society and the British Academy.

Zur Dagmar-Westberg-Vorlesung
Die Gastprofessur ist nach dem Vorbild amerikanischer Lectures konzipiert. Sie wird aus einem Stiftungsfonds finanziert, den die Mäzenin Dagmar Westberg zur Verfügung gestellt hat. Nach dem Willen der Stifterin soll das Geld ausschließlich für die Geisteswissenschaften verwendet werden. So kann die Goethe-Universität jährlich eine/n weltweit renommierte/n Forscher/in nach Frankfurt einladen. In den vergangenen drei vergangenen Jahren fiel die Wahl auf den Germanisten Peter Strohschneider, der nun DFG-Präsident ist, die amerikanische Philosophin Martha Nussbaum, den deutsch-amerikanischen Archäologen Lothar von Falkenhausen und den Berliner Theologen Christoph Markschies. Der Stiftungsfonds für die Gastvorlesung ist nicht das einzige Engagement der Stifterin an der Goethe-Universität: Dagmar Westberg, mittlerweile 101 Jahre alt, engagiert sich in erheblicher Größenordnung für das Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg und finanziert seit 2010 auch einen Preis für die wissenschaftliche Beschäftigung mit der britischen Literatur, Kultur und Geschichte an der Universität Frankfurt.

Informationen: Prof. Dr. Christian Wiese, Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie, Fachbereich Evangelische Theologie, Tel. (069) 798-33313, c.wiese@em.uni-frankfurt.de



Piusbrüder-Oberer: ‚Wir sind keine Schismatiker‘ – Hassprediger

Bishop Bernard Fellay at an SSPX ordination ceremony for priests in Econe, southwest Switzerland, June 29, 2009/Denis Balibouse
Bishop Bernard Fellay at an SSPX ordination ceremony for priests in Econe, southwest Switzerland, June 29, 2009/Denis Balibouse
Fellay: „Bischofsweihen, die 1988 zur Exkommunikation führten, waren äußerlich gesehen Tat des Ungehorsams, aber nicht die Ablehnung der Autorität“ – Unter Papst Franziskus kommen sich Rom und die Bruderschaft immer näher.

kath.net

„Wir haben immer den Primat des Papstes anerkannt“ und „wollten um nichts in der Welt eine Trennung von Rom“: Das stellte der Generalobere der Piusbruderschaft, Bernard Fellay, am Dienstag in einem Interview mit den „Salzburger Nachrichten“ klar. Auch wenn jene Bischofsweihen, die 1988 zur Exkommunikation des Piusbruderschafts-Gründers Marcel Lefebvre und der von ihm geweihten Bischöfe geführt haben „äußerlich gesehen, eine Tat des Ungehorsams waren“, so seien sie als eine Art Akt der Notwehr zu sehen gewesen: „Wir sind keine Schismatiker, wir sind nicht von der Kirche getrennt“, so Fellay.

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Spaemann: Kirche durch Amoris-Laetitita-Konflikt schwer belastet

Robert.SpaemannPhilosoph wirft dem Papst in deutscher „Tagspost“ Unklarheit und Zweideutigkeit vor – Kritik u.a. an „Amoris laetitia“-Passage, wonach auch Jesus „nur ein anspruchsvolles Ideal vorgeschlagen hat“

kath.net

Die katholische Kirche ist durch Konflikte an der Kirchenspitze nicht grenzenlos belastbar, hat der deutsche Philosoph Robert Spaemann in einem weiteren kritischen Beitrag zum Papstdokument „Amoris laetitia“ gewarnt. Der Spaemann-Artikel erschien bereits in der Vorwoche in der Würzburger Zeitung „Die Tagespost“, wurde jetzt aber in zahlreiche Sprachen übersetzt. In ihm wird dem Papst Unklarheit und Zweideutigkeit vorgeworfen.

So behaupte „Amoris laetitia“ etwa, auch Jesus habe „nur ein anspruchsvolles Ideal vorgeschlagen“, kritisiert Spaemann und setzt dem anderslautende Bibelstellen entgegen. Jesus habe etwa gebieten können „wie einer, der Macht hat und nicht wie die Schriftgelehrten und Pharisäer“, und Jesus verweise im Gespräch mit dem reichen Jüngling „auf die innere Einheit der Nachfolge mit der Einhaltung der zehn Gebote“ (Lk 18,18-23). Jesus predige somit keineswegs bloß ein Ideal, wie dies der Papst schreibe, so Spaemann, „sondern er stiftet eine neue Realität, das Reich Gottes auf Erden“.

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A Bishop In The Exam Room: When Faith Dictates Health Care Instead Of Science

CREDIT: Laurel Raymond/Dylan Petrohilos
When Rita, a Michigan-based OB-GYN, learned that the hospital where she worked would be switching hands, she was dismayed.
 

By Erica Hellerstein & Josh Israel | THINKPROGRESS

The secular community hospital, Crittenton, had plans to join with Ascension Health, a prominent Catholic nonprofit hospital chain. Rita, who asked that her real name be withheld to protect her identity, knew the transition would profoundly impact her ability to do her job the way she saw fit. The OB-GYN specifically wanted to work at a place where she could practice the full scope of reproductive care, from preventing pregnancy to delivering babies. But now, with the hospital merger looming in the not-so-distant future, that possibility seemed increasingly unlikely.

Rita also understood the change in leadership meant that her patients’ medical options would be limited. That’s because Catholic hospitals follow a set of rules written by the U.S. Conference of Catholic Bishops, which often prohibit doctors from performing basic reproductive services — like contraception, sterilization, in vitro fertilization, abortion — and end-of-life care.

Although Rita knew certain services at the hospital would soon be banned, many of her patients had no idea. They also may not have known that mergers like Crittenton’s are becoming increasingly common.

As hospitals throughout the country struggle with financial woes, many have begun to merge with Catholic systems in order to stay in business. This means a growing number of patients are winding up in institutions guided by religious doctrine. Between 2001 and 2016, the number of hospitals affiliated with the Catholic Church increased by 22 percent. Today, one in six patients in the U.S. is cared for at a Catholic hospital — a troubling trend for health care providers like Rita, who worry that patients are increasingly being placed in centers that provide services based on faith rather than medical necessity.

“I do think as more places are being purchased by Catholic systems it’s going to become more of a problem,” she told ThinkProgress. “To take away the ability to provide services that people need or desire… I think it’s very upsetting both for an OB-GYN and also for a woman. Having those choices gives you the ability to participate in society.”

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Das christliche Abendland ist Fiktion

© Bild: dpa/katholisch.de
Wohl nur wenige Begriffe sind derartig frömmelnd, unpräzise und emotionsbeladen wie der des christlichen Abendlandes. Er hat weder klare geografische noch ideologische Grenzen, zudem wandelte sich die Bedeutung in seiner langen Geschichte mehrfach. Dennoch ist der Begriff gerade in der derzeitigen Debatte um Flüchtlinge und Zuwanderung wieder populär – und war für die Bezeichnung von Deutschland und seiner Kultur nie unzutreffender als heute.

Von Manfred Becker-Huberti | katholisch.de

„Christlich“ und „Abendland“ scheinen klare Begriffe zu sein, sind aber ganz und gar nicht eindeutig. Was bedeutet denn „christlich“? Das Christentum in sich ist nämlich ausgesprochen differenziert. Das zeigt die Geschichte: Im Orient spielte die Orthodoxie ab 1054 eine eigene Rolle. Dagegen grenzte man sich als „christliches Abendland“ ab – und war dennoch gemeinsam Christ. Dann, im 30-jährigen Krieg im 17. Jahrhundert, waren sich Protestanten und Katholiken untereinander so spinnefeind, dass sie sich gegenseitig totschlugen. Die mit dem Jahr 1517 angesetzte Reformation war vorausgegangen, ein Schisma innerhalb der Westkirche. Und das, was heute die deutsch-französische Freundschaft ist, war vor ihrem Beginn in den sechziger Jahren eine Jahrhunderte lang gepflegte Erbfeindschaft – unter Christen.

Überdies ist nicht alles, was sich auf das Christentum beruft, auch vom Christentum geprägt. Das macht ein Blick in die jüngere Vergangenheit Deutschlands deutlich: Unter den Nationalsozialisten gab es solche, die sich überzeugt, aber nicht überzeugend, Christen nannten und nur wenige Mitmenschen überzeugten. Auch in unserem Brauchtum, das wir als christlich bezeichnen, kommt vieles zusammen. Da vermischten sich im Laufe der Zeit Dinge aus dem kirchlich-liturgischen Bereich mit anderen aus weltlich-heidnischen Bräuchen. Im Nachhinein kann man das nur noch schwer trennen.

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Kirchensteuereinnahmen 2015 auf Rekordniveau

Bild: tilly
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Trotz sinkender Mitgliederzahlen neuer Rekord

kath.net

Deutschlands christliche Kirchen nahmen im vergangenen Jahr so viel Geld ein wie noch nie. Trotz sinkender Mitgliederzahlen erreiche die Kirchensteuereinnahmen 2015 mit mehr als 11,461 Milliarden einen neuen Rekord, berichtet die «Bild»-Zeitung (Mittwoch), der dazu Zahlen des Statistischen Bundesamtes vorlägen.
Demnach habe die katholische Kirche rund 6,09 Milliarden Euro eingenommen, die evangelische Kirche erhielte mehr als 5,365 Milliarden Euro. Im Vergleich zu 2014 (10,769 Milliarden Euro) sei das eine Zunahme von etwa 692 Millionen Euro.

Der Hauptgrund für den Einnahme-Rekord liegt der Zeitung zufolge in der guten Entwicklung der Löhne.

Ethikrat berät über neue Techniken bei Gen-Veränderung

Bild: Deutscher Ethikrat
Bild: Deutscher Ethikrat
Der Deutsche Ethikrat berät heute auf seiner Jahrestagung über die Konsequenzen neuer technischer Möglichkeiten zum Eingriff ins Erbgut.
 

evangelisch.de

Im Mittelpunkt der Konferenz steht die sogenannte Crispr-Cas9-Technik, die es verhältnismäßig einfach und kostengünstig möglich macht, Veränderungen am Genom vorzunehmen. Besonders bei der Anwendung beim Menschen ist das Verfahren umstritten.

Bei der Jahrestagung des Ethikrats werden Naturwissenschaftler und Mediziner zum aktuellen Stand der Forschung referieren. Der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, wird sich mit den ethischen Fragen beschäftigen. Es ist die erste Jahrestagung des Ende April neu berufenen Ethikrats. Das 26-köpfige Gremium berät regelmäßig über ethisch umstrittene Sachfragen und erstellt Stellungnahmen mit Empfehlungen an die Politik.

Die sicherste Methode gegen HIV-Infektionen: Abstinenz und Treue – KInderficken?

Aids-Virus, Bild: scrape TV
Aids-Virus, Bild: scrape TV
Erzbischof Auza, der Ständige Vertreter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, erinnert an die Vorteile der katholischen Sexualmoral im Kampf gegen HIV/AIDS.
 

kath.net

Die einzig sicher und völlig zuverlässige Methode um die Verbreitung von HIV durch sexuelle Kontakte zu verhindern sind Enthaltsamkeit vor der Ehe und Respekt und Treue in der Ehe. Das sagte Erzbischof Bernardito Auza, der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in New York.

Die katholische Kirche unterstütze alle Initiativen zur Bekämpfung der Verbreitung von HIV/AIDS und lehne die Stigmatisierung HIV-positiver Personen ab. Man müsse allerdings zwischen ungerechtfertigter Diskriminierung einerseits und Strategien gegen riskantes Verhalten die zu verantwortungsvollen und gesunden Beziehungen ermutigen andererseits unterscheiden, sagte Auza in einer Stellungnahme zur politischen Erklärung über die Bekämpfung von HIV und AIDS, die bei einem hochrangigen Treffen von den Mitgliedsstaaten verabschiedet worden ist.

Welthumanistentag: Religionsfrei – und schulfrei

Menschen feiern den Welthumanistentag (Christoph Eckelt)
Am 21. Juni ist Welthumanistentag, in Berlin ein anerkannter Feiertag. Erstmals können sich Schülerinnen und Schüler, die daran teilnehmen wollen, vom Unterricht befreien lassen. Der Beschluss ist zwar schon älter, aber die Kirchen tun sich noch immer schwer mit der Feiertagskonkurrenz

Von Claudia van Laak | Deutschlandfunk

Caroline Sattler hat morgen frei. Die 15jährige Schülerin aus Berlin ist in einer nicht-kirchlichen Familie aufgewachsen und Mitglied im Humanistischen Verband. Deshalb reicht ein kurzer Brief an die Schulleitung: Am sogenannten Welthumanistentag kann sie den Unterricht schwänzen. „Den Feiertag nutzt man ja halt, um die Interessen der eigenen Weltanschauung mal zu feiern. So. Ich weiß nicht, warum es da keine Gleichbehandlung geben sollte. Weil, Weltanschauung ist eben Weltanschauung, egal in welche Richtung“, sagt sie.

So sieht es auch der Berliner Senat. Egal ob Weltanschauung oder Religion, ob Islam, Juden- oder Christentum – für die rot-schwarze Landesregierung scheint alles gleich wichtig zu sein. Dem SPD-Bildungsstaatssekretär Mark Rackles ist diese Gleichbehandlung ein besonderes Anliegen: „Es geht ja nicht um irgendeinen Gedenktag, irgendeinen Tag X, der ADAC wird jetzt nicht kommen können.  Das ist auch nicht etwas, was so in das persönliche Leben so stark eingreift. Quantitativ sind die Buddhisten, die Juden, die Hinduisten auch nicht große Gruppen, verglichen mit den großen Kirchengemeinschaften in Berlin. Wir reden jetzt nicht über groß oder klein. Sondern es geht um ein persönliches Bekenntnis. Und wenn es glaubwürdig unterlegt wird, ist der Staat gut beraten, wenn er sagt, wir behandeln Euch gleich.“

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Mit Rute gezüchtigt: Zwei Jahre Haft für Lehrerin der „Zwölf Stämme“

Klosterimmern.
Klosterimmern.

Stottern, Schwätzen im Unterricht, Bettnässen: Aus nichtigen Anlässen prügelte eine Lehrerin in Bayern auf Kinder ein. Nun muss das Mitglied einer umstrittenen Glaubensgemeinschaft ins Gefängnis.

evangelisch.de

Eine Lehrerin der Sekte „Zwölf Stämme“ ist am Dienstag vom Landgericht Augsburg zu einer Haftstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die 56-Jährige mindestens vier Schüler und ihre eigene Enkelin über mehrere Jahre hinweg wiederholt mit einer Rute gezüchtigt hat. Sie habe sich damit der vorsätzlichen und gefährlichen Körperverletzung sowie der Misshandlung Schutzbefohlener schuldig gemacht.

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Calvinist Viktor Orbán: Retter des christlichen Abendlandes?

Viktor Orban während einer Rede im Parlament in Budapest (AFP / Attila Kisbenedek)
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán bekennt sich seit einigen Jahren zum Calvinismus. Er glaubt, mit seiner Flüchtlingspolitik das Christentum gegen den Islam zu verteidigen – und gegen den katholisch-lutherischen Mainstream.

Von Klaus Prömpers | Deutschlandfunk

Viktor Orbán sieht einen Wettbewerb der Kulturen heraufziehen, der am Ende dazu führe, „dass die Christen diesen Wettbewerb verlieren werden, wenn man viele  Muslime nach Europa lässt“. So sagte es Ungarns Ministerpräsident in einem Radiointerview. In einem Interview mit der Schweizer Weltwoche ergänzte er: „Existentielle Bedrohung heißt, dass wir Europäer es verlernt haben, für uns zu kämpfen.“ Und er fügte hinzu: „Wann immer ich im Europäischen Rat vom christlichen Europa spreche, schauen mich die anderen an, als ob ich aus dem Mittelalter stammen würde.“ Dahinter verbirgt sich nicht nur der Populismus orbánscher Prägung, der ihn 2010 wieder zurück an die Macht in Ungarn führte, sondern auch ein Stück tiefer religiöser Überzeugung.

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