Falscher Papst-Gebetsaufruf kursiert in Social Media

© Bild: katholisch.de (Montage)
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Es klingt dramatisch: Papst Franziskus ruft zum Gebet für von Islamisten bedrohte irakische Christen auf. Über WhatsApp und E-Mail verbreitet sich der Aufruf tausendfach – doch etwas daran ist faul.

katholisch.de

Seit einigen Tagen kursiert vor allem über E-Mail und WhatsApp verstärkt ein gefälschter Gebetsaufruf von Papst Franziskus. Darin wird für „heute Abend um 21:00 Uhr“ zu einem Friedensgebet für Syrien und die Welt aufgerufen. Anlass soll die Eroberung der „größten irakischen christlichen Stadt“ durch „die radikal-islamische Gruppe Quaragosh“ sein, den christlichen Bewohnern der Stadt drohe die Enthauptung.

Der Aufruf geht zurück auf einen Kettenbrief, der seit 2014 in englischer und italienischer Sprache in verschiedenen Fassungen kursiert. Sowohl die auf die Aufdeckung von Falschmeldungen spezialisierte Webseite Snopes wie das Informationsportal Catholic Online haben die Informationen bereits 2014 richtiggestellt.

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Rom: Kinderschutzkommission weist Fittipaldi-Vorwürfe zurück

missbrauch

Deutscher Jesuit Zollner: Papst setzte nach Vorschlägen der Kommission konkrete Maßnahmen – Journalist Fittipaldi behauptet in seinem am Donnerstag in Italien erschienen Buch „Lussuria“ (Wollust), die Kommission habe „wenig oder nichts“ bewegt

kath.net

Der deutsche Jesuit Hans Zollner hat Vorwürfe gegen die päpstliche Kinderschutzkommission zurückgewiesen, die ein neues Enthüllungsbuch erhebt. Die Darstellung der Kommission und ihrer Arbeit „wimmelt von Fehlern, Ungenauigkeiten und Vermutungen“, sagte Zollner im „Kathpress“-Interview am Donnerstag in Rom.

Außerdem sei der Autor Emiliano Fittipaldi offensichtlich nicht auf dem neuesten Stand. Er nehme nur die Entwicklung bis 2014 oder Anfang 2015 zur Kenntnis, so der Leiter des Kinderschutzzentrums der Päpstlichen Universität Gregoriana. Das gelte seinem Eindruck nach auch für weite Teile des gesamten Werks.

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Judenbücherstreit: „Verbrennt nicht, was ihr nicht kennt …“

Reuchlin und Pfefferkorn läuten die Reformation durch einen Kampf um das Schrifttum der Juden ein (Tobias Felber / dpa)
Reuchlin und Pfefferkorn läuten die Reformation durch einen Kampf um das Schrifttum der Juden ein (Tobias Felber / dpa)
Anfang des 16. Jahrhunderts, wenige Jahre vor Luther kam es zu einem Intellektuellen-Disput: der sogenannte Judenbücherstreit. Johannes Pfefferkorn, vom Juden- zum Christentum konvertiert, forderte, jüdische Schriften sollten verbrannt werden. Der Hebraist Johannes Reuchlin konterte. Flugschriften entstanden – und das neue Medium Buchdruck erstmals offensiv genutzt.

Von Kirsten Serup-Bilfeldt | Deutschlandfunk

Ein geselliger Abend unter Freunden. Im Schein unzähliger Kerzen schimmern Pokale mit Wein, tragen Diener Schüsseln mit Braten und Körbe mit Früchten und Gebäck herein. Schließlich will man dem deutschen Gast den Aufenthalt so angenehm wie möglich machen.

Reuchlins Interesse an der hebräischen Sprache wird geweckt

An diesem Herbstabend des Jahres 1490 hat sich im gastlichen Haus des Philosophen Pico della Mirandola in Florenz eine kleine Schar illustrer Gäste eingefunden. Unter ihnen der Grieche Elia Del Medigo, der in Florenz Philosophie lehrt und ein Deutscher – der Doktor Johannes Reuchlin aus Tübingen. Für den ist diese italienische „Bildungsreise“ die Erfüllung eines langgehegten Wunsches.

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Enthüllungsjournalist sorgt mit Buch für Unruhe im Vatikan

Der italienische Enthüllungsjournalist Emiliano Fittipaldi in Rom in seiner Redaktion. In Händen hält er sein neues Buch
Der italienische Enthüllungsjournalist Emiliano Fittipaldi in Rom in seiner Redaktion. In Händen hält er sein neues Buch „Lussuria“, das sich mit Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche beschäftigt. Foto: Stefania Fumo / dpa
Wollust ist in der katholischen Lehre eine der Todsünden. „Wollust“ heißt ein Buch zum Missbrauchsskandal, das den Vatikan angreift.

Berliner Morgenpost

Ein neues Buch zeigt, dass Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche immer noch ein Problem ist. Viel Gerede, wenig Taten und ein hilfloser Papst: Das sind die Vorwürfe gegen den Vatikan. Beschuldigte vermuten dahinter andere Motive.

Autor Emiliano Fittipaldi ist kein gerngesehener Mann im Vatikan. Der italienische Journalist kennt die Anklagebank des Kirchenstaates gut. Als er 2015 ein Buch über Geldverschwendung im Vatikan veröffentlicht hatte, saß er wenig später vor Gericht. Das als „Vatileaks 2“ bekannt gewordene Verfahren hielt ihn jedoch nicht davon ab, sondern bestärkte ihn, ein neues Buch über den Vatikan zu schreiben. „Lussuria“ (Wollust) erscheint diesen Donnerstag und beleuchtet ein dunkles Kapitel: Kindesmissbrauch, pädophile Priester und das Versagen des Vatikans, dagegen entschieden vorzugehen.

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Luther-Bibel bereits 100.000 Mal heruntergeladen

Bild: Google Play. Screenshot: bb
Bild: Google Play. Screenshot: bb

Die neue Lutherbibel für Smartphone oder Tabletcomputer verbreitet sich rasant: Das Mitte Oktober veröffentlichte Programm wurde schon über 100.000 Mal heruntergeladen, teilte die Deutsche Bibelgesellschaft am Mittwoch in Stuttgart mit.

evangelisch.de

Die elektronische Bibelausgabe ist gratis, finanziert wird das Projekt unter anderem von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). „Das Interesse an der Lutherbibel-App zeigt, dass auch in modernen Medien die klassische deutsche Bibelübersetzung ihren Platz haben muss“, sagte der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, Christoph Rösel. Mit der Software können Nutzer im Text blättern, Verweisstellen verfolgen und die komplette Bibel durchsuchen. Es lassen sich Notizen und Lesezeichen zu einzelnen Versen anlegen und Passagen in verschiedenen Farben markieren. Ausgewählte Bibellesepläne für die regelmäßige und systematische Lektüre des Textes gehören ebenfalls zum Programm.

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Völkermord an Herero und Nama: Welche Mitschuld trägt die Evangelische Kirche?

Vor dem Abmarsch in den Kampf gegen die aufständischen Hereros in Deutsch-Südwestafrika wird im Jahr 1904 die 2. Marine-Feldkompanie eingesegnet. (picture-alliance / dpa - Friedrich Rohrmann)
Vor dem Abmarsch in den Kampf gegen die aufständischen Hereros in Deutsch-Südwestafrika wird im Jahr 1904 die 2. Marine-Feldkompanie eingesegnet. (picture-alliance / dpa – Friedrich Rohrmann)
Vertreter der namibischen Herero und Nama haben eine Klage gegen Deutschland angestrengt. Sie fordern Reparationszahlungen für die zwischen 1904 und 1908 begangenen Verbrechen der wilhelminischen Kolonialmacht. Der Völkermord beschäftigt auch die Evangelische Kirche. Wie viel Mitschuld haben Missionare, evangelische Geistliche und die kirchliche Institutionen?

Von Carsten Dippel | Deutschlandfunk

Schon 1842 zogen Missionare der Rheinischen Missionsgesellschaft nach Namibia, das dann 1884 als Deutsch-Südwestafrika Kolonie des Deutschen Reiches wurde. In ihrer Missionsarbeit standen sie in unmittelbarem Kontakt zu der sehr heterogenen Bevölkerung des afrikanischen Landes. Sie waren aber immer auch eng verbunden mit der Kolonialmacht. Später waren die christlichen Missionare, wie auch die kirchlichen Amtsträger der deutschsprachigen evangelisch-lutherischen Gemeinde, Zeugen eines unvorstellbaren Verbrechens, denen Schätzungen zufolge annähernd 90.000 Menschen zum Opfer fielen. Vor dem Hintergrund dieser historischen Erfahrung sieht sich die Evangelische Kirche im Rheinland bis heute in besonderer Weise in der Verantwortung, sagt die Oberkirchenrätin Barbara Rudolph.

„Weil wir sehen, dass die Auswirkungen der Kolonialzeit bis heute spürbar und erfahrbar „sind. Die Kombination der kolonialen Besetzung des Landes, die dann überging in die Apartheidzeit, führt dazu, dass bis heute in einem Land, das eigentlich reich sein könnte an Rohstoffen und Landwirtschaft, die Bevölkerung der Bevölkerungsgruppen die damals in dem Krieg auch involviert war, bis heute unter der Armutsgrenze leben. Das können wir einfach in der Partnerschaft nicht akzeptieren und müssen daran arbeiten.“

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Wer sich verpartnert, muss bei der Caritas mit Kündigung rechnen

Allein die Liebe zählt. Erst gleichgeschlechtliche Trauung am 12. August 2016 in der Berliner Landeskirche.Foto: Wolfram Kastl/dpa/p-a
Allein die Liebe zählt. Erst gleichgeschlechtliche Trauung am 12. August 2016 in der Berliner Landeskirche.Foto: Wolfram Kastl/dpa/p-a
Eine neue Folge unserer Kolumne Heteros fragen, Homos antworten. Diesmal geht es um Glaube und Homosexualität.

Von Anja Kühne | DER TAGESSPIEGEL

Für die meisten Glaubensgemeinschaften gilt Homosexualität als Sünde. Wie haltet ihr es also mit der Religion? – Hartmut, Falkensee

Es stimmt, die großen Religionen, jedenfalls das Christentum, das Judentum und der Islam, haben generell ein angespanntes Verhältnis zur Sexualität, wenn sie nicht bloß der Fortpflanzung dient. Entsprechend verurteilen die heiligen Schriften nach konventioneller Auslegung Homosexualität. Darauf berufen sich religiöse Menschen, wenn sie Homosexuelle herabsetzen, ausgrenzen oder – im Fall von Fanatikern – sogar physisch attackieren. Weltweit gibt es Prediger aller Richtungen, die regelmäßig dazu beitragen, die gesellschaftliche Atmosphäre zu vergiften.

Leider hat auch Papst Franziskus, für liberale Christen ein Hoffnungsträger, gerade erst den katholischen Katechismus bestätigt. Demnach verstoßen homosexuelle Handlungen „gegen das natürliche Gesetz“. Allerdings solle Homos „mit Achtung, Mitleid und Takt“ begegnet werden.

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Katholisches Bistum Oslo scheitert gegen Staat Norwegen

Bild: tilly
Bild: tilly
Das Urteil in der Rechtsstreitigkeit bzgl. der sogenannten „Mitgliederregistrierungssache“ im Bistum Oslo ist am Dienstag gefällt worden. Danach wurde die Klage der Katholischen Kirche gegen den Staat abgewiesen.

kath.net

Das Urteil in der Rechtsstreitigkeit bzgl. der sogenannten „Mitgliederregistrierungssache“ im Bistum Oslo ist am Dienstag gefällt worden. Die Klage der Katholischen Kirche gegen den Staat wurde abgewiesen. „Wir sind enttäuscht über das Urteil, aber wir werden es in den kommenden Tagen gründlich studieren“, sagte Lisa Wade, die administrative Leiterin im Bistum Oslo. Sie weist in einer ersten Stellungnahme darauf hin, dass das Bistum nicht gegen den Staat geklagt habe, um die sogenannte „Telefonbuch-Methode“ zu rechtfertigen, die eine Zeitlang gebraucht wurde, um Katholiken zu registrieren und die das Bistum verschiedene Male beklagt hatte.

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Liegestütze auf katholischem Altar – Geldstrafe

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)
Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Künstler: „Ich wollte mich nicht über die katholische Kirche lustig machen oder Gefühle von Gläubigen verletzen.“ – Mit VIDEO der umstrittenen Aktion in Saarbrücker Barock-Basilika.

kath.net

„Ich wollte mich nicht über die katholische Kirche lustig machen oder Gefühle von Gläubigen verletzen.“ Dies beteuerte nach Angaben der „Saarbrücker Zeitung“ der 38-jährige Alexander Karle, der sich heute vor dem Amtsgericht Saarbrücken verantworten muss. Er hatte in der katholischen Barock-Basilika St. Johann in Saarbrücken (Bistum Trier) unerlaubt den Altarraum betreten und etwa 30 Liegestütze auf dem Altar gemacht. Laut Staatsanwaltschaft sei dies eine „grob ungehörige, eine rohe Gesinnung aufweisende Handlung“ gewesen. Die Tat, die sich ungefähr zwischen Heiligabend 2015 und 10.1.2016 ereignet hat, war von Karle mit einem Video aufgenommen worden und in einem Saarbrücker Schaufenster und via Youtube verbreitet worden. Karle hatte an der Hochschule der Bildenden Künste Saar studiert und versteht seine Aktion als Kunst, wie andere Medien berichteten. Das Video mit dem Titel „Pressure to Perform“ [Leistungsdruck] wolle der Frage nachgehen, inwieweit Religion und Leistungsdruck zusammenhingen.

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Berliner Bischof Dröge sieht Trumps Amtsantritt zwiespältig – who cares

Berlins evangelischer Bischof Markus Dröge blickt mit gemischten Gefühlen auf den Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Donald Trump. Die von vielen unerwartete Wahl Trumps und die jetzige Umbruchsituation in den USA seien für ihn „gefühlsmäßig gelinde gesagt schwierig“, sagte der Bischof in Berlin.

Gespräch Jens Büttner, Thomas Schiller | evangelisch.de

Dröge ist als Kind deutscher Diplomaten in den USA geboren und hat seine ersten sechs Lebensjahre in Washington D.C. verbracht. Daher interessiere ihn die Lage immer noch in besonderer Weise, sagte er.

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Malta-Entscheidung: Faktisches Schisma

Headquarter des Konzerns.
Headquarter des Konzerns.

Katholische Zeitung zur Entscheidung der Bischöfe von Malta: „Der Graben wird tiefer. Florenz gegen Rom, Polen gegen Argentinien, Malta gegen Mailand. Das nennt man ein faktisches Schisma.“

kath.net

„Der Graben wird tiefer. Florenz gegen Rom, Polen gegen Argentinien, Malta gegen Mailand. Das nennt man ein faktisches Schisma.“ Mit klaren Worten hat am Montag die „Tagespost“ die Entscheidung der Bischöfe von Malta, wiederverheiratete Geschiedene de facto ohne Auflage zur Eucharistie Zugang zu gewähren, kommentiert. Guido Horst, der Romkorrespondent der Zeitung, kritisiert in dem Beitrag, dass Rom jetzt nicht mehr als „klärende Instanz“ agiere sondern als stiller Betrachter zuschaue, wie die „Einheit des seelsorglichen Handelns der Kirche“ zerbreche.

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Kirchen und Rechtspopulismus: „Die AfD verstreut ein süßes Gift“

Volker Resing ist Chefredakteur der
Volker Resing ist Chefredakteur der „Herder Korrespondenz“ und Mitherausgeber eines Sammelbandes, in dem sich Politikwissenschaftler und Theologen mit dem Rechtspopulisten in Deutschland auseinandersetzen. (Deutschlandfunk / Chaperon)
Beschädigt der Rechtspopulismus mit seiner Forderung nach einem „christlichen Abendland“ die Religion? Diesen und anderen Fragen geht ein Aufsatzband nach, der morgen erscheint. Der Mitherausgeber Volker Resing sagte im DLF, Parteien wie die AfD bedienten eine diffuse Sehnsucht nach einem Kulturchristentum.

Volker Resing im Gespräch mit Christiane Florin | Deutschlandfunk

Christiane Florin: 2017 ist ein Superwahljahr. Die Zeiten sind vorbei, da von den Kanzeln befohlen wurde, wo brave Christen ihr Kreuz zu setzen haben. Aber die Kirchen mischen sich mehr denn je politisch – auch parteipolitisch – ein. Das wiederum empört die AfD.

Ich bin nun in Berlin verbunden mit dem Journalisten Volker Resing. Er ist Chefredakteur der theologischen Zeitschrift Herder Korrespondenz und Herausgeber eines Buches, das morgen erscheint. Es heißt „AfD, Pegida und Co. Angriff auf die Religion?“. Inwiefern greift die AfD die Religion an sich an – also nicht nur den Islam, sondern auch das Christentum?

Volker Resing: Wenn man christliches Engagement in der Flüchtlingshilfe dermaßen kritisiert, ist das auch schon ein Angriff auf die Religion. Aber es findet auch Angriff auf Kirchenstrukturen, auf Kirchenvertreter statt. In der Tat ist diese Kritik an einer Entchristlichung der Gesellschaft, die man dem Islam zuschreibt, ein Angriff insgesamt auf die Religion, weil das religiöse Grundgefüge damit in Frage gestellt wird. Deswegen ist interessanterweise Religion und AfD ein virulentes Thema.

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‚Säkularer Untergangsprophet’ spricht bei Vatikankonferenz

Headquarter des Konzerns.
Headquarter des Konzerns.

Paul R. Ehrlich gilt als einer der Begründer der Bevölkerungspolitik und hat teils drastische Maßnahmen zur Eindämmung der ‚Bevölkerungsexplosion’ verlangt. Sein geplanter Auftritt bei einer Konferenz im Vatikan stößt auf Kritik.

kath.net

Der US-amerikanische Biologe und Bevölkerungsforscher Paul R. Ehrlich wird bei einer Veranstaltung der Päpstlichen Akademie für die Wissenschaften und der Päpstlichen Akademie für die Sozialwissenschaften auftreten. Ehrlich gilt als einer der Väter der Bevölkerungspolitik und hat sich unter anderem für Zwangsabtreibungen und Massensterilisationen ausgesprochen, wenn es durch Überbevölkerung zu Krisen kommen sollte, welche die Gesellschaft in ihrer Existenz bedrohen.

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Feinstaub weckt schlafende Viren

Autoabgase setzen verschwindend kleine Partikel frei - und diese können Viren in der Lunge reaktivieren. © Yocamon/ thinkstock
Autoabgase setzen verschwindend kleine Partikel frei – und diese können Viren in der Lunge reaktivieren. © Yocamon/ thinkstock
Wecker für Viren: Feinstaub kann in der Lunge schlafende Herpesviren aktivieren. Darauf deuten nun Experimente mit Mäusen und menschlichen Zellen hin. Demnach wird eine latente Infektion durch eine entsprechende Belastung mit Nanopartikeln wieder akut. Offenbar verändert das Einatmen der kleinen Staubteilchen das Immunsystem so, dass für ruhende Viren optimale Bedingungen herrschen. Die Folge: Sie werden aktiv und vermehren sich.

scinexx

Luftschadstoffe gehören zu den größten Umweltrisiken für unsere Gesundheit. Insbesondere der sogenannte Feinstaub ist heute in fast jeder Großstadt allgegenwärtig. Gerade diese verschwindend kleinen Partikel aus Verkehrsabgasen, Schiffschornsteinen oder anderen Verbrennungsprozessen sind jedoch gefährlich: Unter anderem können sie tief in die Lunge eindringen und dort Krebs, Fibrosen und die Lungenkrankheit COPD verursachen.

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Luther als Vorbild einer muslimischen Reformation?

Lutherjahr

Die Christen mögen sehen, was für ein verfluchtes, schändliches Buch der Koran ist, voller Lügen, Fabeln und allerlei Gräuel.
Martin Luther

mdr.de

Martin Luther war nicht gut auf die Muslime zu sprechen. Für ihn waren Muslime vor allem die Türken, die 1529 vor Wien standen und beim Reformator apokalyptische Visionen hervorriefen. Dennoch meinen Protestanten heutzutage immer wieder, Muslime sollten sich an Luther orientieren – auch der Islam benötige eine Art Reformation. MDR KULTUR-Autor Michael Hollenbach hat bei Theologen und Islamwissenschaftlern nachgefragt.

1529 war die Angst vor einem türkischen Überfall auf Mitteleuropa groß. Martin Luther sah die Bedrohung vor allem als Chance der Christenheit zur Buße, zur Abkehr von den sogenannten Papisten. Luther setzte sich mit den „Muselmanen“, wie er die Muslime nennt, auseinander, ohne je einen Muslim gekannt zu haben. Erst später – gegen Ende seines Lebens – regte er an, den Koran ins Deutsche zu übersetzen.

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Journalist prangert Vatikan wegen Missbrauchsskandalen an

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Der Enthüllungsjournalist Emiliano Fittipaldi wirft dem Vatikan in seinem am Donnerstag erscheinenden Buch „Lussuria“ (Unzucht) vor, unzählige Missbrauchsskandale in der italienischen Kirche gedeckt zu haben. Die Skandale seien auch von hohen Prälaten an der Seite von Papst Franziskus verheimlicht worden, kritisierte Fittipaldi.

Salzburger Nachrichten

Der italienische Journalist berichtete, dass zwischen 2013 und 2015 aus den verschiedenen Weltdiözesen 1.200 Anzeigen wegen Kindesmissbrauchs durch Geistliche bei der Glaubenskongregation im Vatikan eingetroffen seien. Die Zahl habe sich gegenüber dem Zeitraum 2005 bis 2009 verdoppelt. „Dieser Trend zeigt, dass das Geschwür der Pädophilie in der Kirche nicht ausgemerzt worden ist“, schreibt Fittipaldi in seinem Buch, das in Auszügen von der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ und vom Wochenmagazin „L’Espresso“ am Montag veröffentlicht wurde. Die italienische Kirche sei in den vergangenen 20 Jahren mit den Fällen von 200 pädophilen Priestern konfrontiert gewesen.

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EKD-Ratsvorsitzender Bedford-Strohm trifft Antichrist im Vatikan

Bild: mdr.de
Bild: mdr.de

Die Spitzen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) treffen im Jahr des 500. Reformationsjubiläums Papst Franziskus in Rom. Am 6. Februar werde der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, zusammen mit weiteren EKD-Vertretern vom Papst in Privataudienz empfangen, teilte die EKD am Montag mit.

evangelisch.de

Auch der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, werde an der Audienz teilnehmen. Man wolle unterstreichen, dass die beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland eine besondere Verantwortung für den weiteren Weg der Ökumene wahrnehmen wollten, erklärte Bedford-Strohm laut Pressemitteilung.

Bedford-Strohm stellte den geplanten Besuch in Rom in eine Reihe mit dem Treffen des Papstes mit dem Lutherischen Weltbund am 31. Oktober 2016 im schwedischen Lund. Nach Lund sei die deutsche Begegnung mit Papst Franziskus „ein weiterer Meilenstein“ auf dem Weg zu einem ökumenisch gestalteten Reformationsjubiläum 2017, teilte er mit: „Wir erleben in dem Land, aus dem die Trennungen der Reformationszeit hervorgegangen sind, heute eine Ökumene herzlicher gegenseitiger Wertschätzung. Diesen Geist bringen wir mit nach Rom.“

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Zwischen Wahrheitsanspruch und Religionsfreiheit

Darf eine Lehrerin ein Kopftuch tragen? - Die niedersächsische Lehrerin Iyman Alzayed vor dem niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg. (Hans-Jürgen Wege / dpa)
Darf eine Lehrerin ein Kopftuch tragen? – Die niedersächsische Lehrerin Iyman Alzayed vor dem niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg. (Hans-Jürgen Wege / dpa)
Wie säkular muss und kann ein Staat sein? Wie weit darf die Religionsfreiheit reichen? – Diesen Fragen geht Christian Spieß in dem Buch „Zwischen Gewalt und Menschenrechten“ nach, greift dabei aktuelle Themen wie Religionsunterricht oder Kopftuchverbot auf.

Von Anne Françoise Weber | Deutschlandradio Kultur

Wie passen Religion und Moderne zusammen? Konkreter: Wie lassen sich religiöser Wahrheitsanspruch auf der einen Seite, individuelle Freiheitsrechte und ein säkularer Staat auf der anderen verbinden? Das sind Fragen, die Christian Spieß mit seinem Buch „Zwischen Gewalt und Menschenrechten: Religion im Spannungsfeld der Moderne“ zu beantworten sucht. Und zwar sowohl theoretisch als auch empirisch-historisch.

Für die empirische Herangehensweise beschränkt sich der Autor, Professor für Christliche Sozialwissenshaften an der Katholischen Privat-Universität Linz, auf die katholische Kirche. Hier zeigt er auf, wie der ausgeprägte Antimodernismus des katholischen Lehramts mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) verschwand und „die Kirche, ihre Verbände und Vereine, karitativen Organisationen und Hilfswerke zu einem bedeutenden Teil der Bewegung für die weltweite Ausbreitung der Menschenrechte geworden sind“. Dabei ist der Autor kritisch genug, um zu betonen, dass die Modernisierung der Kirche nicht abgeschlossen ist und beispielsweise die Verweigerung der Priesterweihe für Frauen einen Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz darstellt.

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Kardinal: Papst-Schreiben ist Grund für Spaltung unter Bischöfen

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Alt-Erzbischof von Bologna, Caffarra: Sakramente für wiederverheiratete Geschiedene ohne Verpflichtung zu sexueller Enthaltsamkeit hieße, „dass Ehebruch nicht an und für sich schlecht ist“.

kath.net

Kardinal Carlo Caffarra hat seine Forderung an Papst Franziskus verteidigt, bestimmte Positionen zur Ehemoral klarzustellen. Die „Spaltung unter den Bischöfen“ sei nicht Folge des Briefs von Caffarra und drei weitere Kardinälen an den Papst, sondern dessen Grund, sagte der emeritierte Erzbischof von Bologna der Zeitung „Il Foglio“ am Wochenende. „Nur ein Blinder kann leugnen, dass die Kirche in großer Verwirrung ist“, so Caffarra wörtlich.

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