Archiv der Kategorie: Christentum

Thomas Mann verfolgte “Christlichen Humanismus”

Es ist müßig, Thomas Mann (1875-1955) als Schriftsteller zu würdigen; auch seine Größe als einer der einflussreichsten Literaten und Denker der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist selbsterklärend. Schon schwieriger gestaltet sich da die Beschreibung des Humanismus, für den Thomas Mann stand.


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Thomas Mann, 1937 Foto von Carl van Vechten.  wikimedia.org/PD

Dieser – so die These des Göttinger Literaturwissenschaftlers und Präsidenten der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Heinrich Detering – war vor allem in der Spätzeit Manns deutlich “religiös imprägniert” und könne ohne Umschweife als “Christlicher Humanismus” bezeichnet werden. Detering erörterte diese These am Sonntag in Salzburg in seinem Festvortrag zum Abschluss der heurigen “Salzburger Hochschulwoche”.

Doch der Weg zu diesem christlich imprägnierten Humanismus, den Mann vor allem in der Zeit des US-amerikanischen Exils in den 1940er Jahren in der “First Unitarian Church of Los Angeles” entfaltete, war weit: “Humanismus war Thomas Mann eigentlich ein Gräuel”, so Detering im Blick auf den frühen Thomas Mann. Die Kritik entzündete sich vor allem an jenen Formen des Humanismus’, die darunter ein “selbstsicheres Festhalten am klassischen Erbe” des Humanismus verstanden. Erst 1913 tauchte daher das Wort Humanismus in einem Nachruf auf Manns Schriftsteller-Freund Friedrich Huch, in dessen Werken Mann einen “neuen Humanismus” zu erkennen glaubte, der die bisherige humanistische Treffnung von Natur und Kultur, von Körper und Geist zu überwinden versuchte.

Diesem Ziel – nämlich dem Widerstand gegen jede “Erstarrung humanistischer Bildungskultur” – blieb Mann zeitlebens verbunden, so Detering weiter – ebenso seinem Schopenhauer verdankten Argwohn jeder optimistischen Überhöhung des Menschenbildes und Weltverständnisses gegenüber. So zielte Mann in seinen Überlegungen zum Humanismus zunächst auf eine Verbindung einer weitgehend pessimistischen Weltsicht, die “vom Tode weiß”, mit einer bleibenden “Lebensfreundlichkeit” – literarisch entfaltet finde man diese etwa im “Zauberberg” (1924).

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Hilfsapostel fordert schärfere Bioethik-Gesetze

Der Augsburger Weihbischof Anton Losinger fordert schärfere Bioethik-Gesetze. Das Embryonenschutzgesetz, das Gentechnikgesetz und das Stammzellgesetz müssten novelliert werden, sagte das Mitglied des Deutschen Ethikrats dem Berliner “Tagesspiegel” (Sonntagsausgabe).


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Anton Losinger. Bild: wikimedia.org/PD

“Bisher gilt als Embryo, was aus der Verbindung einer Ei- und Samenzelle entsteht. Der Gesetzgeber wird nicht umhinkommen, mit Blick auf die neuen totipotenten Zellen den Status des Embryos neu zu definieren.” Totipotente Zellen können einen eigenen Organismus bilden.

Vieles sei inzwischen nicht mehr Science Fiction, sagte der katholische Geistliche. Es gebe erste Impulse, alle gesetzlichen Strukturen in diesem Bereich zu einem großen Reproduktionsmedizin-Gesetz zusammenzuführen. “Das halte ich für einen notwendigen Ansatz. Wichtig ist, dass dabei die hohen ethischen Standards gewahrt bleiben”, betonte Losinger. Eine nationale Regelung werde aber nicht reichen.

Wenn Eltern über die Religion der Kinder streiten

heimkinder

Gehören die Eltern unterschiedlichen Religionen an, kommt es nach Trennung oder Scheidung nicht selten zum Streit darüber, welche Religionsgemeinschaft für die Kinder die richtige ist.


DeutscheAnwaltsauskunft

Bei der Entscheidung über die Religionszugehörigkeit steht das Wohl des Kindes im Vordergrund. Gehören die Eltern zwei verschiedenen Glaubensgemeinschaften an, ist eine Möglichkeit, mit der Entscheidung über den Zutritt des Kindes in eine der beiden Religionsgemeinschaften zu warten, bis Kind 14 Jahre alt ist. Dann kann es über eine Zugehörigkeit selbst entscheiden. Darüber informiert die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) und verweist auf eine entsprechende Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm.

Das Gericht urteilte über folgenden Fall: Die geschiedenen Eltern zweier achtjähriger Kinder hatten das gemeinsame Sorgerecht. Der Vater war Moslem, die Mutter Christin. Aufgrund einer gemeinsamen Entscheidung gehörten die Kinder noch keiner Religionsgemeinschaft an. Die Kinder lebten seit der Scheidung bei der Mutter und besuchten dort die katholische Grundschule. In der Schule nahmen sie regelmäßig am katholischen Religionsunterricht teil und besuchten den Schulgottesdienst.

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Der Piton de la Fournaise und Maria

Ausbruch am 26. Februar 2005. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0/Samuel Hoarau
Der Piton de la Fournaise auf La Reunion zählt zu den aktivsten
Vulkanen der Welt. Nun warnen Experten vor einem besonders heftigen Ausbruch. Bislang kamen nie Menschen zu Schaden. Die Anwohner vertrauen auf Maria.


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Die Menschen von La Reunion leben mit ihrem Vulkan. Der Piton de la Fournaise in dem französischen Überseeterritorium im Indischen Ozean beweist derzeit wieder, dass er zu den aktivsten der Erde gehört. Immer wieder gerieten schon Siedlungen der dünn besiedelten Umgegend in den Lavastrom. Beim spektakulären Ausbruch vom April 2007 brach gar der Hauptkrater des Vulkans ein; der Boden sank um 300 Meter ab. Nun warnen Seismik-Experten vor einer unmittelbar bevorstehenden, noch heftigeren Eruption. Die Polizei evakuierte alle Wanderer aus der Region.

Im ostafrikanischen La Reunion, rund 10.000 Kilometer südöstlich von Paris, vertrauen die Menschen in solchen Fällen auf die Gottesmutter. Alle paar Kilometer gibt es ein Marienheiligtum. Und mit den meisten verbinden sich ein Bericht oder eine Legende von einer Rettung, einer Heilung oder einem anderen Wunder.

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Rassismus in Sachsen: Wut und Hass auf alles Fremde

“Flüchtlinge nicht willkommen”: Aufkleber an einem Laternenmast in Freital. Foto: AFP
Hass und Wut auf Flüchtlinge und alles Fremde nehmen in Sachsen gefährliche Ausmaße an. Der Mob organisiert sich weiter und bedroht neben Asylsuchenden auch Lokalpolitiker.


Von Bernhard Honnigfort|Frankfurter Rundschau

Seine Stadt hatte sich verändert, er wusste es genau von dem Tag an, als einige Bekannte ihn nicht mehr auf der Straße grüßten, die ihn immer gegrüßt hatten. Als andere nicht mehr auf ein Bierchen bei ihm im Keller vorbei kamen, die immer gern gekommen waren. Als wieder andere ihn plötzlich in die Arme nahmen, ihn an sich drückten und sagten, sie schämten sich so für das, was in der Stadt passiere. Es wehte ein anderer Wind. Candido Mahoche hoffte, es werde bald vorbeigehen.

Im Frühjahr war das. Im ehemaligen Hotel Leonardo in Freital waren die ersten Flüchtlinge einquartiert worden, Pegida marschierte durch die Stadt, es gab Geschrei und erste Tumulte, es gab Anwohner, die „Kanaken raus“ schrien, es gab den Oberbürgermeister Klaus Mättig, der sich um nichts kümmerte. Dann kamen noch mehr Flüchtlinge, es gab wieder Geschrei, Steine und Böller flogen, es gab Bürgerversammlungen, auf denen Rassisten ungehindert herumbrüllten, am Ende sprengte jemand das Auto eines Lokalpolitikers der Linken. Alles war immer schlimmer geworden, nichts zog vorbei.

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Antijudaismus: So wurden Juden im Westen seit jeher gehasst

In Tirol begründete ein frei erfundener Ritualmord von Juden an einem Christenkind die Verehrung des “Anderl von Rinn”. Die katholische Kirche ließ diese Figurengruppe in den 1960er Jahren entfernen, doch den Kult gibt es immer noch. (Foto: Oliver Das Gupta)
US-Historiker David Nirenberg belegt, wie Juden seit 2000 Jahren in ganz Europa diskriminiert und verfolgt wurden. Gibt es eine westliche Tradition des Antijudaismus?


Von Stephan Speicher|Süddeutsche.de

Am 14. Juli 1790, dem ersten Jahrestag des Sturms auf die Bastille, beging die südfranzösische Stadt Saint-Ginest das “Föderationsfest”. Der Pater Antoine-Pascal-Hyacinthe Sermet hielt eine Predigt und gab seiner Genugtuung über die Revolution Ausdruck. Dazu zitierte er aus dem Galaterbrief des Apostel Paulus: “Zur Freiheit hat uns Christus befreit. So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!”

Und Sermet erklärte, dass die Knechtschaft, von der Paulus sprach, das Judentum und sein Gesetz sei, die Freiheit aber der christliche Glaube. Und so verhalte es sich politisch: Die Monarchie gleiche dem überwundenen Judentum und seiner Knechtschaft, die revolutionäre Erneuerung aber dem Christentum als dem Glauben der Freiheit.

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Religiotie: Die schöne Berufung von Ehe und Familie

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Kongress “Freude am Glauben” verabschiedet Resolution zur Ehe und Familie


kath.net

Der Kongress “Freude am Glauben” hat des Forums Deutscher Katholiken hat am Freitag eine Resolution zur Ehe und Familie verabschiedet. Kath.net dokumentiert den Wortlaut:

In der Vorbereitungszeit auf die Bischofssynode im kommenden Oktober, möchten wir, die Teil-nehmer desKongresses „Freude am Glauben”, alle katholischen Gläubigen einladen, die Schönheit der Berufung von Ehe und Familie neu zu entdecken und zu vertiefen, als einen Weg zur Heiligkeit. Zwar hat die Einladung zum Gespräch über die Herausforderungen in der Ehe- und Familienpastoral zu irritierenden Stellungnahmen geführt. Sie hat aber auch großartige Begründungen und Entfal¬tungen der überlieferten Lehre der Kirche hervorgebracht.

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Bayern stoppen Kooperation mit ukrainischen Lutheranern

Die bayerische Landeskirche hat die Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche in der Ukraine aufgekündigt. Das Vertrauensverhältnis mit der Kirchenleitung um Bischof Serge Maschewski sei nachhaltig gestört, erklärte Kirchenrat Ulrich Zenker der Münchner Wochenzeitung “Sonntagsblatt”. Die Entscheidung sei in der Vollsitzung des Landeskirchenrates Anfang Juli gefallen.


evangelisch.de

bayern_fahneBischof Maschewski habe die bayerische Entscheidung in einem Schreiben bereits akzeptiert. Es sei nun für die Deutsche Evangelisch-Lutherische Kirche in der Ukraine (DELKU) die Zeit gekommen, zur selbstständigen Landeskirche zu werden, heißt es demnach in dem Brief aus Odessa.

Kardinal Duka untersagt “Prague Pride”-Veranstaltungen in Pfarren

Der tschechische Kardinal Dominik Duka hat die Durchführung von zwei Veranstaltungen zum Thema Homosexualität im Rahmen des Begleitprogramms zur Prager Regenbogenparade auf katholischem Boden untersagt.


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Ratzinger_HomoIn der Akademikerpfarre St. Salvator sollte am 12. August die US-amerikanische Loretto-Schwester und Trägerin des “Mutter-Teresa-Preises” Jeannine Gramick über “Schikanen inner- und außerhalb der Kirche” referieren und tags darauf der polnische Film “Im Namen” über die Lebensgeschichte eines homosexuellen katholischen Priesters gezeigt werden. Beide Veranstaltungen waren vom christlichen Homosexuellenverein “Logos” geplant worden.

Kardinal Duka begründete laut tschechischen Medienberichten am Freitag das Verbot damit, dass die katholische Kirche einige Standpunkte der Teilnehmer und Organisatoren der “Prague Pride” nicht teilen könne. Zwar verfüge eine nicht zu übersehende Anzahl von Männern und Frauen über angeborene homosexuelle Neigungen, weshalb sie mit “Achtung, Mit- und Zartgefühl” anzunehmen seien, betonte der Prager Erzbischof. Doch zugleich sei eine “homosexuelle Handlung innerlich ungeordnet” und könne “nicht gutgeheißen werden”. Er halte es für unglücklich, diese Problematik auf kirchlichem Boden im Zusammenhang mit dem Festival zu thematisieren, zumal die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer nicht gläubig sei und es nicht in deren Interessen liege, ihre Beziehung zur Kirche zu regeln.

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Hamburger Erzapostel für liberalere Sexualmoral

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße ruft seine Kirche zu einer liberaleren Sexualmoral auf. Die katholische Kirche könne sich “den Realitäten des Lebens nicht mehr verschließen”, sagte der 48-jährige Theologe dem “Kölner Stadt-Anzeiger” (Samstagsausgabe). “Wir müssen auf die Vielfalt der Lebensformen schauen, die nun einmal da sind.” Dazu gehörten auch gleichgeschlechtliche Paare.


evangelisch.de

agorio_sex_ritesZwar sei er zurückhaltend im Blick auf die Segnung von Homo-Ehen. “Aber wenn diese Menschen unsere Nähe suchen, sind wir als Kirche für sie da. Was denn sonst?” Die Kirche müsse es wertschätzen, wenn in homosexuellen Beziehungen Werte wie Treue und Verlässlichkeit gelebt würden. Für Geschiedene wünscht sich der frühere Verwaltungschef der Erzbistums Köln “lebbare Formen für die kirchliche Anerkennung und Begleitung, wenn diese Menschen neue Beziehungen eingehen”.

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Even when Mike Huckabee went to Auschwitz, he only did it so he could compare things to Auschwitz

attribution: John Pemble/Creative Commons
On the Iran deal, ex-governor and Republican presidential candidate Mike Huckabee brought the Republican primaries to a new low by claiming that with the tentative new nonproliferation deal with Iran, Obama “would take the Israelis and basically march them to the door of the oven.”


By Hunter|Daily Kos

Jon Perr already noted that for ex-governor Mike Huckabee, nearly everything can be and eventually will be compared to the Holocaust. Now Ed Kilgore points out that even Huckabee’s supposed claim to expertise on the subject, “I have seen what the oven door looks like,” itself was from a publicity stunt staged last year to compare Huckabee’s pet issues to the Holocaust.

Huck wasn’t just being overcome by what he called being in the very “valley of the shadow of death.” The tour that took him to Auschwitz along with about 100 other clergy and political activists was put together by the famous Christian Dominionist organizer David Lane to graphically illustrate the supposed legacy of anti-totalitarian courage that links yesterday’s fighters against Nazis and communists to today’s fighters against legalized abortion, same-sex marriage and other abominations, including alleged threats to the State of Israel.

So Mike Huckabee went to Auschwitz not to pay respects to the Holocaust’s victims, but as a far-right Christian activism effort specifically intended to “graphically illustrate” how things like abortion and LGBT rights were supposedly as bad as the Holocaust. It’s about as cynical a ploy as one could imagine.

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Hessen: Hochburg der Salafisten

© dpa Türöffner: Aktionen wie die „Lies“-Kampagne seien ein Weg zu den Salafisten. Hier ist ein Teilnehmer auf der Frankfurter Zeil unterwegs.
Enthauptungen schrecken nicht mehr ab. Die brutale Variante des Islamismus hat laut Verfassungsschutz in Hessen besonders viele Anhänger. Die Rückkehrer aus Syrien würden als „Kriegshelden“ in der hessischen Szene gefeiert.


Von Ewald Hetrodt|Frankfurter Allgemeine

Die salafistische Szene in Hessen ist viel stärker, als die Größe des Landes es eigentlich erwarten ließe. Das geht aus aktuellen Zahlen des Verfassungsschutzes hervor. Hessen zählt sechs Millionen Einwohner, darunter sind rund 1600 Salafisten. Nur 300 mehr halten sich in Nordrhein-Westfalen auf, in dem dreimal so viele Menschen leben. Auch im bundesweiten Vergleich ist der hessische Anteil unverhältnismäßig hoch. In ganz Deutschland leben etwa 7500 Salafisten.

Dass Hessen außer Berlin und NRW zu den drei Hochburgen der deutschen Szene gehöre, führt Roland Johne vom Landesamt für Verfassungsschutz in erster Linie auf die städtischen Strukturen des Ballungsraums Rhein-Main zurück. Andererseits weist er darauf hin, dass sich auch in Kassel einiges tue. Im Übrigen seien in Hessen „Zugpferde“ wie Pierre Vogel unterwegs. Sie verstünden sich besonders gut darauf, Menschen zu mobilisieren.

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Die Garnisonskirche Potsdam und ein vergotteter Nobelpreisträger

Der deutsch-amerikanische Nobelpreisträger Günter Blobel hat 10.000 Euro für den geplanten Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche gespendet. Das Geld sei mit dem Kommentar “Ruf aus New York: Wir sehnen uns nach dem Wiederaufbau des schönsten Gebäudes in Potsdam!” überwiesen worden, teilte die Garnisonkirchenstiftung am Freitag in Potsdam mit. Blobel ist den Angaben zufolge seit 2005 Mitglied der Fördergesellschaft für die Garnisonkirche.


evangelisch.de

Günter Blobel 2008, Bild: wikimedia.org/GFDL

Der Biochemiker hatte 1999 bereits das Preisgeld seines Nobelpreises für Medizin für den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche gespendet und in den USA die Stiftung “Friends of Dresden” gegründet. Außerdem unterstützte er den Angaben zufolge auch den Bau der Dresdner Synagoge, den Wiederaufbau der Leipziger Paulinerkirche und den Wiederaufbau des Potsdamer Stadtschlosses mit Spenden.

Der Wiederaufbau der 1945 zerstörten und 1968 abgerissenen Garnisonkirche ist vor allem wegen der Geschichte der einstigen preußischen Militärkirche umstritten. Die Gegner weisen unter anderem auf die Nutzung der Kirche durch die Nazis zur Inszenierung der Reichstagseröffnung am “Tag von Potsdam” im Jahr 1933 hin. Die Befürworter argumentieren unter anderem mit der Bedeutung des Bauwerks für das Stadtbild.

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Deutscher Ethikrat: Organspende – ja oder nein?

Organspende – ja oder nein? Kann ich mit meinen Organen vielleicht anderen Menschen das Leben retten, wenn ich die Organe nicht mehr brauche? Und ab wann ist mein Körper bereit für eine Organspende? Wer entscheidet wann mein Körper dafür bereit ist?


Radio Vatikan

Weihbischof Anton Losinger

Fragen, die man sich oft nicht mehr rechtzeitig stellen kann. Das sollte man aber, denn das dramatische ist, wenn die Entscheidung an den Angehörigen hängen bleibt, erklärt Weihbischof Anton Losinger, Mitglied des Deutschen Ethikrates im Gespräch mit Radio Vatikan. Die deutschen Bischöfe haben diese Woche in Bonn eine „Orientierungshilfe“ diesbezüglich veröffentlicht. Sie machen sich stark für die Organspende an sich und halten an dem umstrittenen Kriterium des Hirntodes als zuverlässiges Kriterium für den Tod des Menschen fest. Das Dokument der Deutschen Bischofskonferenz greife drei wesentliche Punkte auf, die sich mit der Expertise des deutschen Ethikrates decken, so der Augsburger Weihbischof Losinger.

„Das Erste: Das Organspende auch in der Novellierung des Transplantationsgesetzes in der Bundesrepublik Deutschland, wo wir ja inzwischen eine Entscheidungslösung als ein Ergebnis haben, absolut freiwillig sein soll. Eine Spende ist nur Spende, wenn sie frei ist. Das Zweite: Die Bischöfe halten fest, an einer grundsätzlichen Organspende als einen Akt der mitbrüderlichen und mitfühlenden Nächstenliebe zur möglichen Rettung des Lebens eines anderen Menschen sieht. Und drittens: Die absolute Voraussetzung für die Spendung eines lebenswichtiges Organs ist die Feststellung des sicheren Todes des Spenders. Sie erinnern sich, Papst Benedikt XVI. hat diese starke Kriterium geprägt: Ex-Cadavere. (Anm. Red.: Dass Organe nur vom toten Leichnam entnommen werden dürften). Deswegen ist das Kriterium des Hirntodes ein wichtiges und leitendes Kriterium dieses Dokument der deutschen Bischöfe.“

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Pädophiler Priester: Die Kirche schaute weg

Der Kleriker Wolfdieter W. wirkte Ende der 80er-Jahre auch im Bistum Limburg. Ausgerechnet ein Fall aus dieser Zeit brachte das kirchenrechtliche Verfahren ins Rollen. Endlich schafft es die Kirche, sich klar zu distanzieren.


Von Johannes Laubach und Stefan Röttele|Frankfurter Neue Presse

missbrauch_kathol Seinen Opfern möge es eine späte Genugtuung sein, hofft die katholische Kirche. „Die Diözese Würzburg bedauert zutiefst das schwere Leid, das durch den Priester Opfern und deren Familien widerfahren ist. Sie verurteilt auf das Schärfste das Verhalten des Priesters.“ 17 Jahre sind seit den letzten aktenkundig gewordenen Taten von Wolfdieter W. vergangen. Gestern hat Papst Franziskus ihn seiner priesterlichen Rechte und Pflichten enthoben.

Eine echte Entschuldigung – Fehlanzeige. Das Versagen der eigenen Institution, in deren Gewand sich der von drei ordentlichen deutschen Gerichten wegen sexuellen Missbrauchs Jugendlicher in mehreren Fällen schuldig gesprochene Wolfdieter W. (75) über Jahrzehnte fast unbehelligt sündigen konnte, verschweigt sie. Dafür stellt sie klar, dass gegen die päpstliche Entscheidung keine Berufung möglich sei. Thema abgehakt?

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Katholen-Extremismus, Menschenfeinlichkeit, Homosexualität und Todesstrafe

Vitus Huonder am Freitag in Fulda. Katholische Web- und TV-Sender übertrugen den Kongress live in die ganze Welt. Bild: Screenshot bonifatius.tv
Bei einem katholischen Kongress in Fulda lieferten sich Hedwig von Beverfoerde und zwei Bischöfe ein Wettrennen um die homophobste Hetze.


Von Norbert Blech|QUEER.DE

“Ehe und Familie – gottgewollter Auftrag und Weg zum Glück” – so lautet in diesem Jahr das Motto des dreitägigen Kongresses des Forums Deutscher Katholiken in Fulda, der schon in den letzten Jahren durch homophobe Äußerungen und Initiativen aufgefallen war (queer.de berichtete). Für 2015 war anhand von Motto und Rednerliste zu befürchten, dass der Kampf gegen LGBT-Rechte und eine Vernetzung der entsprechenden Akteure an erster Stelle stehen würden (queer.de berichtete). Es sollte dann bereits am ersten Tag noch viel schlimmer kommen als erwartet.

So schien sich Vitus Huonder aus dem schweizerischen Chur Gedanken gemacht zu haben, wie man homophobe Hetze so verpacken kann, dass sie einerseits deutlich und andererseits nicht angreifbar sein könnte, zumindest juristisch. Die naheliegende Lösung: Ein Referat entlang von Bibelstellen.

Zwei davon fand er bei Levitikus. Eine oft gehörte, aber zumindest in Deutschland kaum noch offiziell zitierte aus dem Alten Testament (Lev 18,22): “Du darfst nicht mit einem Mann schlafen, wie man mit einer Frau schläft; das wäre ein Gräuel.” Als der Bischof im März in seiner Heimat das Wort “Gräuel” in einer Predigt in diesem Zusammenhang nutzte, hatte ihm das einige öffentliche Empörung über diese Abwertung eingebracht (queer.de berichtete).

Davon ließ er sich offensichtlich nicht beeindrucken und schob am Freitag in Fulda noch die Langfassung des Zitats hinterher (Lev 20,13): “Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben.”

Die Bibel lege hier die “göttliche Ordnung” dar, so Huonder in seiner Auslegung der zwei Bibelstellen. Direkt im Anschluss meinte er zur “gleichgeschlechtlichen Praxis”, die “zitierten Stellen” würden “genügen, um der Frage der Homosexualität aus der Sicht des Glaubens die rechte Wende zu geben”. Dafür erhielt er großen Applaus der bis zu 1.000 Teilnehmer des Kongresses.

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Apostel Algermissen: Verkündigung der Kirche ‘ein Stück weit krank’

Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen hält Selbstkritik nach dem neuen Rekordstand bei den Kirchenaustritten in Deutschland für geboten


kath.net

democraticunderground.com
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Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen hält Selbstkritik nach dem neuen Rekordstand bei den Kirchenaustritten in Deutschland für geboten. Es gebe genügend Analysen zur Glaubens- und Gotteskrise, aber bisher sei es der Kirche noch nicht gelungen, die geeignete Medizin zu finden, sagte Algermissen der Würzburger «Tagespost» (Samstag). «Ich bin überzeugt, auch unsere Verkündigung ist ein Stück weit krank», fügte er hinzu. Sie müsse reformiert werden. «Der Grundwasserspiegel des Glaubens war noch nie so tief wie im Augenblick.»

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Mehr als die Eifel liebt Andrea Nahles nur Jesus

Die mächtigste Frau, die es je in der SPD gab, kämpft gegen ihr Image der regulierungswütigen Linken und erteilt auf ihrer Sommerreise Managern Lehreinheiten. Kraft gibt ihr die Heimat und der Glaube.


Von Uwe Schmitt|DIE WELT

Andrea_NahlesSturmwolken ziehen über Ludwigsburg, als die Manager von BorgWarner beginnen, nervös ihre Armbanduhren zu befragen. Als die Ministerin eine halbe Stunde zu spät bei dem Autozulieferer aus ihrem Dienst-Audi steigt, begegnen ihr die Herren mit der vorsichtigen Eilfertigkeit, die sich bei Erbtanten empfiehlt.

Man muss sie nicht lieben, aber auskommen muss man mit Andrea Nahles. Und gegen Beihilfen vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat man notfalls auch nichts einzuwenden.

Fröhlich stürmt Nahles an der Spitze ihrer Entourage und eines knappen Dutzends Presseleute in den Betrieb und entwaffnet Manager wie Arbeiter in der Fertigungshalle mit ihrem besten Trick: Sie wirkt so einig mit sich und ihrer Rolle, sie will sich und andere so offenkundig nicht langweilen mit Besichtigungsroutine, dass ihre Gastgeber sie bald wie eine Kundin umschwärmen.

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Chaos in Zentralafrika: Christen zwingen Muslime zu konvertieren

Christliche Anti-Balaka-Milizen gehen grausam gegen die muslimische Minderheit im Land vor und hindern sie an der Ausübung ihrer Religion. (Foto: imago/Kyodo News)
Nach einer kurzzeitigen Machtübernahme durch die Seleka-Rebellen 2013 herrscht in der Zentralafrikanischen Republik ein Religionskonflikt. Inzwischen verbreiten christliche Milizen Angst und Schrecken und unterdrücken die Muslime im Land.


n-tv

Muslime in der Zentralafrikanischen Republik sind von christlichen Milizen dazu gezwungen worden, ihren Glauben aufzugeben oder sogar zum Christentum zu konvertieren. Dies geht aus einem Bericht von Amnesty International hervor. Muslime, die im Westen des Landes in ihre mittlerweile von Christen kontrollierten Heimatgebiete zurückgekehrt seien, dürften oftmals nicht mehr öffentlich ihre Religion ausüben. Es habe auch Todesdrohungen gegeben, hieß es.

Das christlich geprägte Land versinkt im Chaos, seit muslimische Seleka-Rebellen im März 2013 kurzzeitig die Macht an sich gerissen hatten. Seither wütet ein blutiger Konflikt, der vor allem religiöse Hintergründe hat.

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Mr. Spock im Vatikan

Also wenn eines in diesem Universum klar ist, dann ja wohl dieses: Leg dich nicht mit einem Raumschiffkapitän an. Vor allem nicht mit James T. Kirk, Befehlshaber der “U.S.S. Enterprise”.


Von Christina Böck|WIENER ZEITUNG

Leonard Niemoy, Bild. FB
Leonard Niemoy, Bild. FB

Das hat in dieser Woche der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Ted Cruz verspüren müssen. Er hat in einem Interview Kirk und seinen Kapitänsnachfolger Jean-Luc Picard politisch analysiert: “Kirk ist Arbeiterklasse, Picard ist Aristokrat. Kirk ist ein leidenschaftlicher Kämpfer für Gerechtigkeit, Picard der nachdenkliche Philosoph.” Während der Picard-Darsteller, der an sich auch nicht maulfaule Patrick Stewart, “seinen” Käpt’n unkommentiert als Schwachmatiker bezeichnen ließ, war das William Shatner alias Kirk nicht möglich. Er erklärte: “Ein geozentrisches Etikett an interstellare Rollen zu heften, ist dumm.”

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