Bischofskonferenz weist Kritik an Missbrauchs-Aufarbeitung zurück

Bild: © katholisch.de
Im Herbst hatten die deutschen Bischöfe ihre Missbrauchsstudie vorgestellt. Ein halbes Jahr später spricht Studienleiter Harald Dreßing von mangelnder Aufarbeitung und einer fehlenden gemeinsamen Strategie. Die DBK zeigt sich von der Behauptung „überrascht“.

katholisch.de

Die Deutsche Bischofskonferenz wehrt sich gegen die Kritik an ihrer Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs: „Den Vorwurf, es gebe keine gemeinsame Strategie, weisen wir zurück, weil das Gegenteil durch den Beschluss der Vollversammlung von Fulda der Fall ist“, sagte Sprecher Matthias Kopp am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Die Kritik des Leiters der Forschergruppe, die im Herbst eine wissenschaftliche Studie über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche vorlegt hatte, „überrascht uns“, so Kopp weiter: „Die deutschen Bischöfe haben umgehend nach Erscheinen der MHG-Studie einen Maßnahmenkatalog beschlossen, welche Konsequenzen aus der Studie abgeleitet werden. Dieser Maßnahmenkatalog wird kontinuierlich bearbeitet.“ Erst vor wenigen Wochen habe der Missbrauchsbeauftragte, Bischof Stephan Ackermann, einen Statusbericht vorgelegt hat, „der gezeigt hat: Die Bischöfe arbeiten gemeinsam an den Themen.“

weiterlesen

Italien beschlagnahmt „Sea-Watch 3“

Bild: tagesschau.de
Italiens Behörden haben das deutsche Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ festgesetzt. Zuvor waren die 47 auf dem Schiff verbliebenen Migranten an Land gebracht worden – offenbar gegen den Willen von Innenminister Salvini.

tagesschau.de

Vier Tage nach der Rettung von 65 Bootsflüchtlingen durch die deutsche Hilfsorganisation „Sea-Watch“ haben die italienischen Behörden deren Hilfsschiff beschlagnahmt und die Migranten an Land gebracht. Die italienische Finanzpolizei setzte die „Sea-Watch 3“ am Sonntag in italienischen Gewässern fest.

Die verbliebenen 47 Migranten an Bord wurden in Motorbooten auf die italienische Finanzpolizei gebracht. „Die geretteten Personen sind alle an Land und werden von der italienischen Bevölkerung willkommen geheißen“, teilte „Sea-Watch“ via Twitter lediglich mit. Die deutsche Hilfsorganisation fügte einen Dank an die Italiener in der Landessprache hinzu: „Grazie Italia!“ Zur Beschlagnahme ihres Schiffes machte „Sea Watch“ keine Angaben.

weiterlesen

Missbrauch in der Kirche: Sind wirklich die Homosexuellen schuld?

Bild: © verkoka – stock.adobe.com
Betroffene von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche sind vor allem Jungen. Woran liegt das? Konservative sehen den Grund in der Homosexualität und belegen das mit teils abenteuerlichen Zahlenkonstruktionen. Doch so einfach ist es nicht, denn das Thema führt tief ins Gehirn.

Von Christoph Paul Hartmann | katholisch.de

Missbrauch in der Kirche ist ein männliches Problem: Die Täter sind Männer, die Opfer in der Regel Jungen. Mit einem Anteil von 63,8 Prozent sind sie deutlich überrepräsentiert, resümiert auch die von der Deutschen Bischofskonferenz in Auftrag gegebene MHG-Studie. In Reihen der Glaubenskongregation im Vatikan geht man weltweit sogar von mehr als 80 Prozent aus. Woran das liegt?

Für erzkonservative Kreise ist klar: Es sind homosexuelle Taten, die gleichgeschlechtliche Orientierung ist also das Problem. Und tatsächlich: Die MHG-Studie hat bei 19 Prozent der Täter Hinweise auf eine homosexuelle Orientierung gefunden. In Einzelinterviews lag sie noch deutlich höher. Der US-Theologe Timothy J. Dailey hat Zahlen wie diese zum Anlass für folgende These genommen: Es gibt prozentual deutlich mehr Übergriffe von Männern auf Jungen, als es Homosexuelle in der Gesellschaft gibt. Dass sie als Täter überrepräsentiert sind, nimmt Dailey dann zum Anlass für die Vermutung, dass Homosexuelle generell eher zum Kindesmissbrauch neigten.

weiterlesen

Trump kritisiert scharfes Abtreibungsgesetz

US-Präsident Donald Trump rief auf Twitter alle Abtreibungsgegner dazu auf, gemeinsam „für das Leben“ zu kämpfen Quelle: AP/Manuel Balce Ceneta
Alabama hat ein striktes Abtreibungsverbot beschlossen, das einen Schwangerschaftsabbruch selbst nach Inzest und Vergewaltigung verbietet. Das Gesetz ist so rigide, dass sich sogar Abtreibungsgegner Donald Trump einschaltet.

DIE WELT

US-Präsident Donald Trump hat sich für ein Recht auf Abtreibung nach einer Vergewaltigung ausgesprochen. Das schrieb er am Samstag auf Twitter. Trump bezeichnete sich dort selbst zwar als entschiedenen Abtreibungsgegner, nannte aber mehrere Fälle, in denen er Ausnahmen befürwortet. Der US-Bundesstaat Alabama hatte in dieser Woche Schwangerschaftsabbrüche nahezu vollständig verboten.

Er sei „klar gegen Abtreibungen“, schrieb Trump wenige Tage nach der Entscheidung in Alabama auf Twitter. Als Ausnahmen nannte er Schwangerschaften nach einer Vergewaltigung oder durch Inzest sowie Fälle, in denen das Leben der Mutter gefährdet ist. „Diese Position vertrat auch Ronald Reagan“, twitterte Trump mit Verweis auf den früheren republikanischen Präsidenten.

weiterlesen

Publizist Friedman für mehr Gleichberechtigung der Religionen

Der Publizist Michel Friedman fordert eine stärkere Gleichberechtigung der Religionen in Deutschland. Der Staat privilegiere nach wie vor das Christentum und auch das Judentum, sagte der Publizist jüdischen Glaubens am Sonntag in Bonn auf einer Podiumsdiskussion über Religionsfreiheit in Deutschland. Die Veranstaltung unter dem Titel „Freiheit.Glauben.Grundgesetz“ fand im Rahmen der „Bonner Tage der Demokratie“ statt.

evangelisch.de

Als Beispiele nannte Friedman den Einzug der Kirchensteuer durch den Staat, die Möglichkeit, die Religionsgemeinschaft als Körperschaft öffentlichen Rechts zu etablieren und die christlichen Feiertage. Gleichheit sei nicht quantifizierbar. Religionen sollten unabhängig von der Anzahl ihrer Mitglieder gleich behandelt werden. Solange der Staat Religionen „betreue“, sei von einer Neutralität nicht zu sprechen.

weiterlesen

Tausende Ewiggestrige bei „Marsch für das Leben“ in Rom

Vatikan. Bild: Pixaby, Selim Gecer.
Es gehe darum, „das Recht auf Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod zu verteidigen“: Rund 15.000 Gegner von Abtreibung und Sterbehilfe haben in Rom beim „Marsch für das Leben“ demonstriert.

katholisch.de

Rund 15.000 Gegner von Abtreibung und Sterbehilfe haben am Wochenende in Rom beim „Marsch für das Leben“ demonstriert. Das berichtet die italienische Tageszeitung „Avvenire“ (Sonntag) unter Berufung auf die Organisatoren. Unter den Teilnehmern war neben internationalen Vereinigungen zum Lebensschutz, Priestern und Ordensleuten auch US-Kardinal Raymond Leo Burke. Er marschierte bei der Demonstration im Zentrum Roms in der ersten Reihe. Medienberichten zufolge nahm ebenso der Utrechter Kardinal Willem Jacobus Eijk teil.

weiterlesen

Wegen des Namens: Kardinal Woelki distanziert sich brüsk von „Maria 2.0“

Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Zum Abschluss des einwöchigen Kirchenstreiks von Katholikinnen für mehr Frauenrechte unter dem Motto „Maria 2.0“ hat sich Kardinal Rainer Woelki brüsk von der Aktion und ihren Anliegen distanziert.

Von Joachim Frank | Kölner Stadt-Anzeiger

Im Marienwallfahrtsort Hennef-Bödingen (Rhein-Sieg-Kreis) wandte er sich gegen eine – missbräuchliche – Verwendung des Namens der Gottesmutter zur Durchsetzung kirchenpolitischer Forderungen.

An Orten wie Bödingen sei dagegen das Original, die wahre Maria, anzutreffen. „Hier begegnen wir einer Maria, die nicht irgendwelche Wahrheiten verkündet“, sagte der Erzbischof in seiner Predigt. „Hier begegnen wir einer Frau, die steht für die überzeitlichen Wahrheiten; für die Wahrheiten, die wesentlich für unser Leben sind, weil sie entscheidend sind für das Heil unserer Seele.“

weiterlesen

„Spiegel“: AfD-Politiker managte Millionen für Piusbrüder

Der AfD-Politiker Maximilian Krah möchte am 26. Mai in das Europaparlament gewählt werden. Wie „Der Spiegel“ jetzt berichtet, hat der Rechtsanwalt jahrelang millionenschwere Vermögenstransaktionen der Piusbruderschaft gemanagt.

katholisch.de

Der AfD-Europakandidat Maximilian Krah hat nach einem Medienbericht „jahrelang millionenschwere Vermögenstransaktionen“ der traditionalistischen Piusbruderschaft gemanagt. Durch die Gründung von Organisationen in mehreren Ländern sollten offenbar Steuerzahlungen vermieden werden, berichtet das Magazin „Der Spiegel“. Das Magazin beruft sich auf Unterlagen, die Krah bestätigt habe. Der Rechtsanwalt, der bis 2016 Mitglied der CDU war, ist inzwischen sächsischer Vizechef der AfD und kandidiert auf Listenplatz drei seiner Partei zur Europawahl am kommenden Sonntag. Als Anwalt trat er anfangs auch in der Affäre um den britischen Holocaust-Leugner und illegal geweihten Traditionalistenbischof Richard Williamson in Erscheinung.

Wie der „Spiegel“ berichtet, kümmerte sich Krah ab 2008 im Auftrag der traditionalistischen Priestervereinigung um die Übernahme einer Erbschaft in zweistelliger Millionenhöhe, die eine vermögende Gönnerin den Piusbrüdern vermacht habe.

weiterlesen

Antisemitismus-Debatte im Bundestag: Zähneknirschend einig

Bild: tagesschau.de
Es sollte eine Demonstration der Geschlossenheit werden. Doch ein gemeinsamer Antrag von Union, SPD, FDP und Grüne gegen Antisemitismus und antiisraelische Boykottbewegungen führte zu heftigen Auseinandersetzungen innerhalb der Fraktionen.

Von Arnd Henze | tagesschau.de

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth hat Mühe, den Überblick zu behalten: Wer hatte dem Antrag gegen die BDS-Bewegung nun zugestimmt und wer nicht? An der großen Mehrheit gab es keinen Zweifel. Doch bei den Grünen gab es einige Neinstimmen und Enthaltungen, die aufmerksam registriert wurden. Dabei waren sich in der Botschaft alle einig: Aufrufe zum Boykott „gegen Israel, israelische Waren und Dienstleistungen, Künstlerinnen und Künstler, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Sportlerinnen und Sportlerinnen und Sportler“ werden entschieden verurteilt. Denkmuster der BDS-Kampagne seien eindeutig antisemitisch: „‚Don’t Buy‘-Aufkleber‘ der BDS-Bewegung auf israelischen Produkten wecken unweigerlich Assoziationen zu der NS-Parole ‚Kauft nicht bei Juden!'“, heißt es in dem Beschluss.

In der Debatte verwiesen Abgeordnete aus allen Fraktionen auf die Boykottaufrufe gegen den Eurovision Song Contest. Dafür war im Logo des ESC der Davidstern durch eine SS-Rune ersetzt worden. Solche offen antisemitischen Kampagnen müssten geächtet werden – auch darin bestand Einigkeit.

weiterlesen

Kirchenrechtler über Frauenweihe: „Das letzte Wort ist gesprochen“

Bild: © picture-alliance/Philippe Lissac / GODONG
Die Initiative „Maria 2.0“ fordert weitreichende Reformen in der Kirche, wie etwa die Frauenweihe. Kirchenrechtler Georg Bier aus Freiburg sieht jedoch keine Chance für einen Erfolg der Forderung. Im Interview erklärt er, warum auch Papst Franziskus dieser Meinung ist.

Von Volker Hasenauer | katholisch.de

Unter dem Schlagwort „Maria 2.0“ fordern Katholikinnen die Weihe von Diakoninnen und Priesterinnen. Im Interview beschreibt der Freiburger Kirchenrechtler Georg Bier die Gesetzeslage. Und zeigt sich skeptisch, ob es in der Frauenfrage zu einer Öffnung kommen kann.

Frage: Herr Professor Bier, welche kirchlichen Gesetze verbieten die Weihe von Frauen?

Bier: Das Gesetzbuch der katholischen Kirche hält in Canon 1024 schlicht fest: ‚Die heilige Weihe empfängt gültig nur ein getaufter Mann.‘ Das ist alles – und zugleich völlig klar.

Frage: Warum scheint in den aktuellen Debatten eine Diakoninnen-Weihe eher möglich als eine Priesterinnen-Weihe?

Bier: Weil es die Idee von unterschiedlichen, abgestuften Weihe-Graden gibt. Demnach ist die Diakonenweihe niedriger eingestuft als die Priesterweihe. Hinzu kommt, dass sich die maßgeblichen lehramtlichen Äußerungen der Kirche ausdrücklich nur auf das Verbot der Priesterinnenweihe beziehen – und nicht auf Diakoninnen. Allerdings hat die Glaubenskongregation im Jahr 2001 auch der Diakoninnenweihe eine Absage erteilt. Aber diese Aussage hat nicht den gleichen lehramtlichen Stellenwert wie die päpstliche Ablehnung der Priesterinnenweihe. Hier liegt nach Ansicht mancher ein Ansatzpunkt, um eine Weihe von Diakoninnen möglich zu machen.

weiterlesen

„Seht her. Diese Idioten…“: Viele US-Promis kritisieren Abtreibungsgesetze scharf

Sängerin Rihanna Foto: dpa
Mit persönlichen Geschichten und Angriffen auf Politiker reagieren immer mehr Prominente auf die geplanten, strikten Abtreibungsgesetze in mehreren US-Bundesstaaten.

Kölner Stadt-Anzeiger

„Seht her. Diese Idioten treffen Entscheidungen für FRAUEN in Amerika“, schrieb R&B-Sängerin Rihanna (31) am Donnerstag (Ortszeit) auf Instagram. Dazu zeigte sie Bilder der 25 männlichen Politiker, die in Alabama zusammen mit Gouverneurin Kay Ivey für das neue Gesetz stimmten, das Abtreibungen in den meisten Fällen verbietet und unter Strafe stellt. Der Eintrag sammelte über 2,6 Millionen Likes.

„Game of Thrones“-Star Lena Headey, Sänger Charlie Puth, Model Gigi Hadid oder Rapper P. Diddy posteten den Spruch „Männer sollten keine Gesetze machen, die den Körper von Frauen betreffen“.

weiterlesen

Dodo Gysi bietet Papst Zusammenarbeit an: „Ich fürchte eine gottlose Gesellschaft“

Gregor Gysi und Papst Franziskus © privat (Die Linke)
Der Präsident der Europäischen Linken, Gregor Gysi, hat sich mit Papst Franziskus getroffen und mit ihm über Armut und Migration gesprochen. Sein Fazit: Um Europa zu retten, müssten Kirche und Politik zusammenarbeiten.

DOMRADIO.DE

DOMRADIO.DE: Migration und Armut – das waren zwei der Themen, die Sie mit dem Papst besprechen wollten. Sie selbst bezeichnen sich als nicht gläubig. Warum wollten Sie denn in diesen Fragen das Oberhaupt der katholischen Kirche mit ins Boot holen?

Gregor Gysi: Ich glaube tatsächlich nicht an Gott, aber ich fürchte eine gottlose Gesellschaft. Ich kenne die Bedeutung der Religion und der Kirchen für Tradition, für Kultur und auch für eine allgemein verbindliche Moral.

Zweitens haben wir jetzt einen Papst, der versucht, an die ursprünglichen Werte des Christentums zu erinnern und deshalb im nächsten Jahr eine Konferenz machen will, wo es um die Wirtschaftsstrukturen geht. Weder will er den Kapitalismus wie er jetzt ist, noch will er die Wirtschaft aus dem Staatssozialismus, sondern etwas anderes. Ich habe ihm zum Beispiel angeboten, wenn er da Unterstützung braucht, dass ich gerne bereit bin diese zu liefern – auch die europäische Linke ist dazu bereit.

Ich halte den Papst für eine sehr wichtige moralische Autorität auf der Erde, und wenn er eine Welt-Armutskonferenz initiiert, kann die UNO schlecht Nein dazu sagen. Wenn ich dahin schreibe, dann habe ich das Nein schon, bevor der Brief angekommen ist. Aber am Papst kommen die nicht so einfach vorbei. Das sollte er nutzen, sollten wir alle nutzen.

weiterlesen

Theologin Bahr protestiert gegen judenfeindliches Wahlplakat

Bild: Recherche-& Informationsstelle Antisemitismus RIAS/Twitter

Die evangelische Regionalbischöfin Petra Bahr aus Hannover hat scharfe Kritik an einem judenfeindlichen Plakat zur Europawahl geäußert.

evangelisch.de

Das Wahlplakat der rechtsextremistischen Partei „Die Rechte“ trägt den Slogan „Israel ist unser Unglück! Schluss damit!“ und ist überall in Deutschland zu sehen. „Das ist die Verschiebung des Sagbaren in Richtung Volksverhetzung und ein Angriff auf die Staatsraison“, sagte Bahr am Freitag. „Antisemitismus ist keine politische Meinung.“

weiterlesen

Flüchtlingsrat kritisiert Abschiebung von iranischer Christin

Der Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern hat die Abschiebung einer iranischen Christin kritisiert und die Landesregierung aufgefordert, keine Christen in den Iran zurückzuschicken. Bei einer Rückkehr drohe Christen Inhaftierung, Folter und gegebenenfalls der Tod, teilte der Flüchtlingsrat am Freitag in Schwerin mit.

evangelisch.de

Die Ausländerbehörden sollten angewiesen werden, dieses so genannte zielstaatenbezogene Hindernis ab sofort zu prüfen. Offizielle Bescheinigungen von Kirchengemeinden über Gemeindemitgliedschaften oder Taufurkunden müssten ausreichen, künftig keine Christen mehr in muslimische Länder abzuschieben, in denen auf das Bekenntnis zum christlichen Glauben die Todesstrafe steht.

Der Flüchtlingsrat sei fassungslos über das Exempel, das am 8. Mai in Torgelow (Kreis Vorpommern-Greifswald) an einer 58-jährigen Iranerin statuiert worden sei, sagte Flüchtlingsratsvorsitzende Ulrike Seemann-Katz. Die Frau habe eigentlich „alles richtig gemacht“, einen Pass abgegeben, sich in Deutschland integriert.

weiterlesen

Bischof und Bayern-Boss debattieren über Werte im Fußball: Auch Fußballer zahlen Kirchensteuer

Freud und Leid liegen im Fußball eng beieinander © Nikita Taparia (unsplash)
Von Integration über Franck Riberys goldenes Steak bis zu Menschenrechten in Katar: Ein Podium mit Bayern-Chef Hoeneß, Schalke-Mann Tönnies und Ruhrbischof Overbeck befasste sich mit Fußball und Gesellschaft.

DOMRADIO.DE

„Ihr müsst nur hoffen, dass unsere Spieler katholisch sind, um die Kirchensteuer zu bekommen.“ So konterte Bayern-Boss Uli Hoeneß die Worte von Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck, der die Millionengehälter beim Fußball von außen betrachtet als „unsittlich“ bezeichnete. Das blieb einer der wenigen Spannungsmomente beim Podiumsgespräch zum Thema „Sozialer Klebstoff? Die Rolle des Fußballs in Deutschland“ am Donnerstagabend in Bonn.

Einig waren sich die Teilnehmer, dass Fußball und Kirche vieles bewegen könnten. „Der Sinn für Solidarität und Hilfe muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe wahrgenommen werden“, sagte der Sozialbischof der Deutschen Bischofskonferenz. Der Präsident des FC Bayern München pflichtete Overbeck bei, wichtig sei es als Verein, auch in der Öffentlichkeit soziales Engagement zu zeigen. „In dem Bereich müssen wir mehr tun“, gestand er ein.

weiterlesen

Integrationsbeauftragte: Kopftuchverbot an Schulen prüfen

Themenbild
Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, hat die Prüfung eines Kopftuchverbots für Kinder an Schulen gefordert. „Dass kleine Mädchen Kopftuch tragen, ist absurd – das sehen auch die meisten Muslime so.

Handelsblatt

Alle Maßnahmen, die Mädchen davor schützen – vom Elterngespräch bis zum Verbot – sollten geprüft und angegangen werden”, sagte die CDU-Politikerin der „Bild”-Zeitung.

Das Parlament in Österreich hatte am Mittwoch ein Verbot von Kopftüchern an Grundschulen beschlossen. In Deutschland wäre ein solches Verbot nach Ansicht des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages wohl grundgesetzwidrig.

Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, vermutet, dass von den Eltern schon auf kleine Kinder Druck ausgeübt werde, das Kopftuch zu tragen. „Kopftücher in der Schule sind integrationsfeindlich, weil sie bereits in Kindergärten und Grundschulen zur äußerlichen Abgrenzung beitragen”, sagte er der „Bild”-Zeitung. Er würde laut dem Bericht deshalb ein Verbot in Kindergärten und Grundschulen begrüßen.

weiterlesen

Herausgabe von Namen gefordert— Missbrauchsopfer verklagen Vatikan

Vatikan. Bild: Pixaby, Selim Gecer.
Fünf Männer haben in den USA Klage gegen den Vatikan eingereicht. Sie fordern, die Archive zu öffnen und Namen und Daten sexueller Straftäter herauszugeben. Die Kläger wurden als Kinder von Geistlichen missbraucht.

tagesschau.de

In den USA haben fünf Opfer sexuellem Missbrauch durch katholische Geistliche den Vatikan auf Herausgabe der Namen sexueller Straftäter verklagt.

In der im US-Bundesstaat Minnesota eingereichten Klage heißt es, die Kläger seien durch die „Praxis des Heiligen Stuhls geschädigt worden, mutmaßlichen Kindesmissbrauch nicht den Strafverfolgungsbehörden zu melden“. Sie fordern, dass der Vatikan seine Archive öffnet und die Namen und Daten sexueller Straftäter veröffentlicht. Das Vorgehen des Vatikans, Hinweise auf Verbrechen von Kirchenmitarbeitern zurückzuhalten und zu verstecken, habe „zahlreiche Kinder in Gefahr gebracht“.

weiterlesen

In Zeiten gesellschaftlicher Zerwürfnisse sollten Kirchen für Nächstenliebe eintreten, statt in der Politik zu wildern

Kirche, aus der Zeit in die Zeit gefallen? Aufnahme: Sankt Peter und Paul Kirche, München. (Bild: Michael Dalder / Reuters)
Im Kampf um Aufmerksamkeit und Einflussnahme mischen die Kirchen vorne mit. Die evangelische Kirche in Mitteldeutschland etwa kämpft für ein Tempolimit von 130 Kilometern pro Stunde auf deutschen Autobahnen. Statt sich in tagespolitischen Detailfragen zu verlieren, sollten sich Kirchen auf grundlegende Botschaften konzentrieren.

Isabelle-Christine Panreck | Neue Zürcher Zeitung

Hohe Türme, ausladende Kirchenschiffe, weite Vorplätze – die architektonische Dominanz sakraler Bauten zeugt vom einstigen Gewicht der Kirchen in Europa. Doch dringt zunehmend Leere in die Stille hinter den Kirchenpforten: Nahezu stetig gehen die Mitgliederzahlen der katholischen wie der protestantischen Kirchen zurück, der Besuch des sonntäglichen Gottesdienstes ist in der Schweiz und in Deutschland nur für die Minderheit ein geliebtes Ritual. Es scheint, als halte die konfessionelle Identifikation dem rapiden gesellschaftlichen Wandel nicht stand.

Aber ist das Verhältnis von Kirche und Demokratie nicht ohnehin konfliktgeladen? Was sie trennt, ist der Umgang mit Wahrheit und Transparenz. Sucht der Glaube Sicherheit im absoluten Wahrheitsanspruch, gründet die Demokratie auf wackeligem Terrain: Werte und Normen gehen nach Antonio Gramsci aus Diskursen hervor; sie haben nur so lange Bestand, wie die Mehrheit der Bürger ihnen Legitimität zuspricht. Selbst die Verfassung ist Ergebnis jahrhundertelanger Kämpfe und damit abhängig vom gesellschaftlichen Konsens.

weiterlesen

Geschacher um Raketenabwehrsysteme

S-400-Systeme auf dem russischen Stützpunkt in Syrien. Bild: Sputnik / Mihail Mokrushin
Noch will die Türkei trotz Androhung ernsthafter Folgen russische S-400-Systeme erwerben, jetzt kommt in der angespannten Lage in der Region auch noch der Irak hinzu

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Noch immer zögert die Türkei hinaus, das russische Luftabwehrsystem S-400 zu erwerben und damit russische Waffentechnik in die Nato zu bringen. Allen voran die USA üben Druck auf Ankara aus, nachdem die Türkei das amerikanische Patriot-System verschmähte. Angedroht wird, dafür die Türkei von der Herstellung von Teilen des F-35-Kampfflugszeugs auszuschließen und den geplanten Kauf von 100 Maschinen zu verhindern. Die Zulieferung von Bauteilen wurde bereits gestoppt.

Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu gab sich jetzt unbeeindruckt und sagte, man werde den Kauf, der ab Juli erfolgen soll, weder aufschieben noch stoppen. Im Gespräch ist jetzt eine türkisch-amerikanische Arbeitsgruppe, um die Folgen eines Kaufs des S-400-Systems auf den Zugang zu F-35 zu diskutieren. 2,5 Milliarden US-Dollar sollen die S-400-Systeme kosten, beim Deal mit den F-35 geht es angeblich um mehr als 10 Milliarden.

„Die Annäherung an Wladimir Putin ist inakzeptabel“

Im Repräsentantenhaus von demokratischen und republikanischen Mitgliedern des Auswärtigen Ausschusses wurde gerade eine neue Resolution eingebracht, in der die Türkei aufgefordert wird, keine militärischen Beziehungen zu Russland aufzunehmen, die das Verhältnis zu den USA und zur Nato gefährden könnten. „Die Annäherung an Wladimir Putin ist inakzeptabel“, heißt es. „Der US-Kongress wird nicht untätig zuschauen, wenn Erdogan das russische Luftabwehrsystem S-400 erwirbt. Dieses Gesetz sendet eine klare Botschaft an Erdogan: Wenn Sie diesen Weg weiter gehen, werden sie mit ernsthaften Folgen rechnen müssen.“

weiterlesen

Digital-Pfarrerin: Schrumpfende Kirche schwer zu akzeptieren

Photograph: Solent News/Rex
Die Berliner Landespfarrerin für Kirche im digitalen Raum, Stefanie Hoffmann, sieht in den schrumpfenden Mitgliederzahlen der Kirchen eine große Herausforderung.

evangelisch.de

Sie sei den Weg ins Pfarramt im Bewusstsein angetreten, dass sich Kirche und kirchliche Strukturen im Wandel befinden, schreibt Hoffmann in der Berliner Wochenzeitung „Die Kirche“ (Ausgabe vom 19. Mai). Und sie habe Lust, „diesen Wandel mitzugestalten“.

Jedoch scheine die Hoffnung, dass der Schwund an Mitgliedern und Relevanz in der Gesellschaft irgendwann auf einem niedrigeren Niveau stehenbleibt, nicht zu tragen, schreibt die Pfarrerin mit Blick auf eine neue Studie, wonach die Kirchen bis 2060 etwa die Hälfte ihrer Mitglieder verlieren werden.

weiterlesen