Archiv der Kategorie: Christentum

Kirchen fordern Seenotrettung

Kardinal Reinhard Marx und Heinrich Bedford-Strohm fordern Seenotrettung und sichere Zugänge Foto: Wolfgang Roucka (Erzbischöfliches Ordinariat München)/pro | CC BY-SA 3.0

Mehr als 1.000 Flüchtlinge sind binnen einer Woche im Mittelmeer ertrunken. Die Kirchen verlangen, dass die Politik handelt.


pro Medienmagazin

Binnen einer Wochen sind Medienberichten zufolge mehr als 1.000 Menschen bei dem Versuch, mit Booten über das Mittelmeer nach Europa zu fliehen, ums Leben gekommen. Nachdem bereits ein Boot mit rund 400 Menschen an Bord gekentert war, ist in der Nacht zum Sonntag ein weiteres Flüchtlingsboot vor der libyschen Küste gesunken und hat verschiedenen Angaben zufolge zwischen 700 und 950 Menschen in den Tod gerissen. Nur 28 Menschen konnten von einem Frachtschiff aufgenommen und gerettet werden. Zu dem Flüchtlingsdrama haben am Montag der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, ihr Bedauern ausgedrückt. In einer gemeinsamen Presserklärung heißt es: „Über das erneute Bootsunglück sind wir zutiefst erschüttert.“ An das vielfache Sterben vor den Küsten Europas dürfe man sich nicht gewöhnen. „Das ist ein humanitärer Skandal!“, erklärten Marx und Bedford-Strohm. Die Kirchenoberhäupter halten einen „entschlossenen Kampf gegen gewissenlose Schleuser“ für notwendig. „Wir brauchen sofort eine Seenotrettungsmission in europäischer Verantwortung“, forderten die Kirchenvertreter in der Pressemeldung und verwiesen dabei auf die Arbeit der italienischen Operation „Mare Nostrum“, die ein Jahr lang „Vorbildliches geleistet“ habe.

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Katholik Haseloff: Deutschland braucht mehr Kinder!

Reiner Haseloff (2012), Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA 4.0/MartinRulsch

Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt verlangt Kurswechsel in Familienpolitik: „Die Politik muss endlich anerkennen, dass das Thema Familie das existenzielle Problem unserer Nation ist.“


kath.net

Stärkere Anreize der Politik, damit in Deutschland mehr Kinder geboren werden, fordert der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU). Man brauche eine Geburtenquote pro Frau von 2,1 oder 2,2 Kindern anstelle der bisherigen 1,4. „Es geht um das Überleben unserer Gesellschaft“, sagte der Katholik der Tageszeitung „Die Welt“ (Berlin). Haseloff: „Die Politik muss endlich anerkennen, dass das Thema Familie das existenzielle Problem unserer Nation ist.“ Deutschland sei der am höchsten entwickelte Sozialstaat der Welt: „ Aber das nützt uns nichts, wenn die Demografie am Ende langfristig alle Errungenschaften zunichtemacht.“ Die bisherigen familienpolitischen Leistungen in Höhe von über 200 Milliarden Euro jährlich entfalteten „keine klare Wirkung pro Kind“. Sie seien lediglich ein Nachteilsausgleich. Der CDU-Politiker: „Unter rein ökonomischen Gesichtspunkten ist die Gründung einer Familie nicht attraktiv. Jeder Lebensentwurf ohne Kinder ermöglicht einen höheren Lebensstandard, eine höhere Rente und mehr Freiheit.“ Andererseits dürften nicht nur finanzielle Aspekte eine Rolle spielen: „Das Glück, Kinder zu haben, ist sowieso unbezahlbar.“ Der 61-Jährige sagte, er erlebe seine eigene Familie – er hat zwei Kinder und vier Enkelkinder – „als einen wunderbaren stabilen Schutz- und Lebensraum“.

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Kirchenrecht: Hortleiterin muss gehen, weil sie eine Frau heiratet

Bild: fis-kirchenrecht.de

Bild: fis-kirchenrecht.de

Die Eltern sind schockiert: Die Leiterin des Holzkirchner Caritas-Hortes muss ihren Posten räumen, weil sie homosexuell ist und ihre Freundin heiratet.


Von Marlene Kadach|Merkur-Online.de

Birgit Gerz-Hölker kann es kaum fassen: „Das ist völlig lebensfremd“, sagt die Holzkirchnerin. „Dass sie deswegen gehen muss, finde ich untragbar.“ Seit der ersten Klasse wird ihr zehnjähriger Sohn im Caritas-Hort in Holzkirchen betreut. „Es war damals die einzige Alternative.“ Als neulich bei allen Eltern der Einrichtung ein Brief ins Haus flatterte, stutzte sie gewaltig.

In diesem Brief teilt die Hortleiterin den Eltern mit, dass sie ihren Posten verlassen wird. Der Grund: „Ich werde im Juli meine Freundin heiraten.“ Da dieser Schritt nicht mit der Grundordnung des kirchlichen Dienstes vereinbar sei, müsse sie die Hortleitung abgeben. Am Ende schreibt die Caritas-Kreisgeschäftsführerin Beate Haslinger-Naß ein paar Zeilen. Die Leiterin habe eine Lebensentscheidung getroffen, „die meinen Respekt und meine Anerkennung findet.“ Aber: „Die ihr immer bekannten Konsequenzen, die ihre Entscheidung nach sich zieht, tragen wir mit.“

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Oma Marie, Sünde und christliche Bigotterie

Bild: bpb.de

Bild: bpb.de

Zu den Folgen des Kirchenaustritts einer Großmutter wegen angeblich homosexuellenfeindlichen Äußerungen eines Pastors nimmt idea-Redakteur Christian Starke Stellung


kath.net

Welch ein Getöse um den Kirchenaustritt einer verärgerten 84-Jährigen! Bild, Stern, Spiegel und zahlreiche andere Medien machen den Fall publik. Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister reagiert mit einem Offenen Brief an die Frau. Eine Kirchengemeinde bietet ihrer Familie seelsorgerliche Begleitung an. Da fragt man sich: Wo bleibt denn der Aufschrei in Kirche und Medien über die vielen – wahrscheinlich Tausenden –, die in den vergangenen Jahren wegen der Segnung homosexueller Lebensgemeinschaften und dem Ja zu schwulen oder lesbischen Partnerschaften im Pfarrhaus aus der Kirche ausgetreten sind? Dazu hört man von Kirchenleitern keine Worte des Bedauerns. Hier wird offenbar mit zweierlei Maß gemessen. Kirchenobere erwecken den Eindruck, als seien Christen, die so denken wie Pastor Cochlovius, Vertreter einer kleinen exotischen Minderheit. Es mag sein, dass die meisten Pastoren in der hannoverschen Landeskirche die Haltung ihres Landesbischofs teilen. Aber ist sie das Maß aller Dinge? Die große Mehrheit der Christenheit – Katholiken, Orthodoxe und Evangelikale – betrachtet praktizierte Homosexualität als Sünde. Sie berufen sich dabei auf die Bibel.

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EU muss in Nordafrikas Failed States intervenieren

Brand auf einem Flüchtlingsschiff vor den Küsten Europas © Szene aus "Report Mainz"

Brand auf einem Flüchtlingsschiff vor den Küsten Europas © Szene aus “Report Mainz”

Das Flüchtlingselend verlangt nach humanitärer Intervention – nicht nur nach Seenotrettung. Wer dem Sterben ein Ende bereiten will, muss für Stabilität in Afrika sorgen. Wer soll das tun außer der EU?


Von Ulrich Clauß|DIE WELT

Das Offensichtliche zuerst, weil die Bilder keine Wahl lassen. Und das, was man nicht sieht – aber wissen kann und muss –, noch viel weniger. Die humanitäre Katastrophe im Mittelmeer, das “Flüchtlingsdrama”, wie es in der Nachrichtensprache heißt, kann nur zu einer unmittelbaren Konsequenz führen: Die Länder der Europäischen Union müssen sich umgehend auf die Wiederaufnahme eines flächendeckenden Seenotrettungsdienstes im Mittelmeer verständigen.

Was dort geschieht, gemahnt an das universelle ethische Grundversprechen, dass die Völker des freien Europa sich selbst und der Welt nach dem Zweiten Weltkrieg gegeben haben. Nämlich, dass sich die Bedürfnisse der Menschen nach Frieden und Sicherheit nicht im Alleingang einzelner Staaten, sondern nur in einer Gemeinschaft realisieren lassen.

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Ein Platz im Kapitol für Billy Graham

Nach seinem Tod soll Billy Graham als Standbild im Kapitol zu sehen sein Foto: Leandro Neumann Ciuffo / flickr | CC BY 2.0

Der Evangelist Billy Graham erhält Einzug ins Kapitol in Washington D. C. Seine Statue soll die bisherige für den Staat North Carolina ersetzen – den Zeitpunkt bestimmt allerdings nicht der Redner selbst.


pro Medienmagazin

Vergangene Woche hatte das Repräsentantenhaus mit 71 zu 28 Stimmen dafür gestimmt, eine Plastik des Evangelisten Billy Graham als Vertreter North Carolinas fertigen zu lassen. Diese soll schließlich im Kapitol für den amerikanischen Bundesstaat platziert werden. „Ich denke, er ist die richtige Person für diese Position und die richtige Person, um den Staat North Carolina zu repräsentieren“, sagte der Republikaner Charles Jeter, der sich für den Austausch eingesetzt hatte. Das berichtet die Regionalzeitung für North Carolina The News & Observer.

Bisher steht an Grahams zukünftigem Standort in der Skulpturenhalle des Kapitols noch der ehemalige Gouverneur Charles Brantley Aycock. Er war von 1901 bis 1905 der Regierungschef von North Carolina. Kürzlich geriet die prominente Platzierung des Politikers in Kritik, da er rassistische Ideologien der sogenannten „Weißen Vorherrschaft“ vertreten hatte. Das zweite Standbild hingegen bleibt weiterhin die Plastik des Politikers Zebulon Vance.

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Evangelische Bank verzeichnet erfolgreichen Start

Bild: tilly

Bild: tilly

Die Evangelische Bank hat im vergangenen Jahr einen Überschuss von knapp zehn Millionen Euro erzielt. Der Vorstandsvorsitzende Thomas Katzenmayer sprach am Montag in Kassel von einem guten Ergebnis.


evangelisch.de

Die Bank, die erst im vergangenen Jahr aus der Evangelischen Kreditgenossenschaft in Kassel und der Evangelischen Darlehnsgenossenschaft Kiel entstanden war, sei damit für die Zukunft gut aufgestellt, sagte er. Der Größe nach liege die Evangelische Bank bundesweit bei den Volks- und Raiffeisenbanken an neunter Stelle.

Katzenmayer beklagte dennoch die gegenwärtige Niedrigzinspolitik. “Dieses Umfeld ist nicht leicht und belastet uns erheblich”, sagte er. Auch viele Stiftungen könnten aufgrund der geringen Verzinsung ihrer Guthaben kaum noch ihren Aufgaben nachkommen. Dennoch solle den Mitgliedern der Evangelischen Bank eine Dividende in Höhe von fünf Prozent gezahlt werden.

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It’s Tinder… for Christians

If it’s popular in the culture, you can bet Christians will make a shitty knockoff version of it. The latest example involves the dating/hook-up app Tinder.


By Hemant Mehta|Friendly Atheist

The Christian version of it was just released yesterday. It’s called Collide and it lets you look at someone’s picture and favorite Bible verse, after which you can choose which way to swipe:

Image: Friendly Atheist

Should be interesting to see what happens when an app most people use for sex intersects with a culture that preaches abstinence until marriage.

EU will Seenotrettung für Flüchtlinge deutlich ausbauen

Brand auf einem Flüchtlingsschiff vor den Küsten Europas © Szene aus "Report Mainz"

Brand auf einem Flüchtlingsschiff vor den Küsten Europas © Szene aus “Report Mainz”

Bis zu 950 Menschen mussten sterben, um die Politiker der EU zum Handeln zu bewegen. Nun folgt ein Krisentreffen dem nächsten. Geplant ist etwa ein Ausbau der Seenotrettung, die kürzlich noch zusammengestrichen worden war.


evangelisch.de

Die Europäische Union will nach der jüngsten Flüchtlingstragödie im Mittelmeer ihre Aktivitäten zur Seenotrettung deutlich ausbauen. Es gebe Pläne, die doppelte Zahl von Rettungsschiffen und das doppelte Budget einzusetzen, berichtete Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) nach einem EU-Krisentreffen am Montag in Luxemburg. Die Innen- und Außenminister der 28 EU-Länder waren dort außerplanmäßig zusammengekommen, nachdem sich vor der libyschen Küste in der Nacht zum Sonntag das wohl schlimmste Flüchtlingsdrama der europäischen Geschichte ereignet hatte. Beim Untergang eines überfüllten Fischerbootes sollen bis zu 950 Menschen ums Leben gekommen sein.

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Robert Spaemann: Sterbehilfe? Euthanasie? ‘Wir müssen JETZT auf die Bremse treten!’

Robert.Spaemann

„Täuschen wir uns nicht: Der Druck auf Menschen, sich töten zu lassen – Menschen, die leben, aber deren Sterben begonnen hat –, wird unvermeidlich. In den Niederlanden hat er längst eingesetzt.“


Von Prof. Robert Spaemann|kath.net

Prof. Robert Spaemann sprach dieses Grußwort bei der Fachtagung des „Bundesverbandes Lebensrecht“ (BVB) zur „Woche für das Leben“ am 18. April 2015 in Hamburg.

Als ich vor 40 Jahren öffentlich vor einer Wiedereinführung der Euthanasie warnte, hielten Freunde von mir das für ungerechtfertigte Schwarzmalerei. Der Grund für die Warnung waren die neuen exzessiven Möglichkeiten der apparativen Lebensverlängerung. Menschen werden um ihr Sterben betrogen, und Moribunde zum Leben gezwungen, inzwischen oft bis zu dem Augenblick, wo man ihre lebendigen Organe für Transplantationen braucht. Ich schrieb damals, es liege nahe, den ausgeweideten Menschen zu töten. Nun kann man das Tötungsverbot umgehen durch Umdefinition des Todes. Der sogenannte Hirntod wurde von einer Harvard-Kommission zum Tod des Menschen erklärt. Der Arzt hat dann nicht mehr die Aufgabe, eine vorzeitige Bestattung zu verhindern, sondern die umgekehrte, die Angehörigen davon zu überzeugen, dass der scheinbar Lebende in Wirklichkeit tot ist. Statt der Forderung, langsam zu sein, gilt es nun schnell zu handeln. Hinter dieser Entwicklung steckt die obsessive Vorstellung, Leben und Tod müssten in die Verwaltung des Menschen gelegt und es müsse immer etwas gemacht werden, statt den Tod in der Endphase des Sterbens geschehen zu lassen.

Die Verteidiger der Euthanasie und die Verteidiger der Pflicht, Leben uneingeschränkt zu verlängern, haben gemeinsam eine Weltsicht, nach der auch im letzten Stadium des Lebens immer etwas gemacht werden muss, entweder Leben oder Tod, wodurch der Mensch um den Akt des Sterbens betrogen wird. Der Arzt ist seit jeher definiert durch seine Kunst, die Qualität des Lebens zu verbessern und das Leben zu verlängern. Aber verlängern – wie lange?

Aus der Straffreiheit des Selbstmords leitet man das Recht ab, dem Kranken beim Suizid behilflich zu sein. Das ist ein Trugschluss. Zunächst: Der Suizid ist in unserer Rechtsordnung nicht erlaubt und kann auch gar nicht erlaubt werden. Es gibt allerdings die Möglichkeit der Straffreiheit für verbotene Handlungen. Mit dem Suizid entzieht der Mensch sich der Rechtsgemeinschaft. Der Staat hat hier nichts mehr zu verbieten und nichts zu erlauben. Falls der Suizidversuch der Gesellschaft Kosten verursacht, muss der Suizidant diese allerdings übernehmen. Der Selbstmord ist im engsten Sinn des Wortes Privatsache. Moralisch, wenn auch nicht juristisch qualifizierbar sind aber auch Privatsachen. Dass der Selbstmord moralisch geächtet bleibt, ist für die menschliche Gemeinschaft von größter Wichtigkeit. Denn wenn er eine sozial akzeptierte und institutionell ausgestattete Möglichkeit ist, wird es unvermeidlich sein zu verhindern, dass daraus die Pflicht wird, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen, um den anderen nicht weiter zur Last zu fallen. Schon die Stoiker haben diesen Schluss gezogen. Wie viele Menschen heute schon so handeln, spielt keine Rolle. Es ist nun einmal logisch zwingend: Wenn ich anderen einen Dienst erweisen kann und dies nicht tue, dann trifft mich die Verantwortung für die Folgen der Unterlassung. Das Bewusstsein, das eigene Weiterleben gehe zu Lasten der Angehörigen und der Kranke könnte sie von dieser Last befreien. Es kann in dem, der dazu zunächst nicht bereit ist, den Todeswunsch erst entstehen lassen.

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“Wie beerdige ich einen Nazi?”

schwule_nazisNeonazis in Tröglitz oder Dortmund, Pegida-Anhänger in Dresden oder Frankfurt – der rechte Rand drängt sich immer wieder in die Mitte – mal mehr, mal weniger stark. Martin Schindler ist Pfarrer im hessischen Nidda und kirchlicher Beauftragter zur “Prävention gegen Rechtsextremismus im ländlichen Raum” – seine Projektstelle ist ein EKD-weites Unikum. Im Interview erklärt er, warum sich die Institution Kirche schwer mit einer klaren Position gegen rechts tut und welche Hilfen Gemeinden vor Ort brauchen.


evangelisch.de

Sie haben eine halbe Stelle zur Prävention gegen Rechtsextremismus im ländlichen Raum. Tut Kirche damit genug gegen Rechtsextremismus?

Martin Schindel: Es gibt in Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen viele KollegInnen, in der Jugendarbeit, in den Pfarrämtern, die in ihrer alltäglichen Arbeit immer wieder auch Rechtsextremismus zum Thema haben, die sich gegen Nazis engagieren, die Bildungsangebote machen und noch vieles mehr. Ich glaube, es fehlt in der evangelischen Kirche eine dauerhafte Stelle, von der aus diese Arbeit unterstützt und manchmal fokussiert werden kann. Ein Beispiel: Es wäre gut, wenn eine zentrale Stelle in unserer Kirche fertige Unterrichtseinheiten für Konfi-Unterricht oder Schulklassen vorhalten und verbreiten würde: Dann müssten diejenigen, die vor Ort tätig sind, diese nur noch abrufen. Das würde manches einfacher und effizienter machen.

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Niederlande: 1000 Kirchen vor Schließung

Amsterdam, Rijksmuseum. Bild:bb

Amsterdam, Rijksmuseum. Bild:bb

In den Niederlanden stehen etwa 1.000 katholische Kirchen vor der Schließung. Die Zahl der praktizierenden Gläubigen hat in den letzten Jahren dramatisch abgenommen und macht diesen Schritt notwendig.


kath.net

Die niederländischen Katholiken würden sich auf eine „Zukunft ohne Kirchen“ einstellen, berichtet Radio Vatikan. Kardinal Willem Eijk, der Erzbischof von Utrecht und Vorsitzender der niederländischen Bischofskonferenz, hat in seinem Hirtenbrief zur Fastenzeit angekündigt, etwa 1.000 katholische Kirchen schließen zu müssen.

Damit stehen etwa zwei Drittel aller katholischen Kirchen in den Niederlanden vor dem Zusperren. Das sei notwendig geworden, weil in vielen Pfarren die Zahl der Gläubigen so niedrig sei, dass der Pfarrbetrieb nicht mehr möglich sei, begründete Eijk die Maßnahmen. Gleichzeitig forderte der Erzbischof die Gläubigen auf, angesichts des Verschwindens der Kirche nicht zu verbittern.

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Vom Terroristen zum Evangelisten: Hisbollah-Gründer: «Millionen Muslime sind auf der Suche»

Daniel Shayesteh, Bild: jesus.ch

32 Jahre lang lebte Daniel Shayesteh im islamischen Extremismus und Terrorismus. Doch als er begann, für seine Doktorarbeit die Religionen zu vergleichen, war er von den Ergebnissen schockiert. Heute ist Shayesteh überzeugter Christ und warnt Christen vor dem Islam.


jesus.ch

«Oft habe ich geschrien: ‘Allah, ich will Christen töten, ich will Juden töten!’ Wir planten viele Sachen, böse Sachen gegen die christliche Welt, schreckliche Dinge gegen die jüdische Welt. … Nur durch Gottes Gnade bin ich hier.» So beginnt das Zeugnis von Daniel Shayesteh.

Bereits als Kind ist Daniel berühmt: Er kann schon mit neun Jahren muslimische Rituale durchführen und den Koran aufsagen. So wird er als einziger von seinen elf Geschwistern und Halbgeschwistern ausgesucht, um eine Koranschule zu besuchen. Bald erlangt er höhere Machpositionen unter den islamischen Extremisten im Iran. Gemeinsam mit zwei anderen gründet er die Hisbollah im Iran als revolutionäre Armee, welche 1979 in der Islamischen Revolution Mohammad Reza Schah aus dem Land jagt. Shayesteh wird politischer Leiter und hilft, im Land die Scharia durchzusetzen.

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EU-Kommission mahnt Deutschland wegen Sprachtests im Ausland

EuropaDas Festhalten Deutschlands an den Sprachtest im Ausland vor einem Ehegattennachzug hat Folgen. Die EU-Kommission hat ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet. Die Linkspartei kritisiert die Haltung der Regierung als “inakzeptabel”.


MiGAZIN

Die EU-Kommission hat ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet wegen den umstrittenen Sprachtests im Ausland vor einem Ehegattennachzug. Das teilt die Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion im Bundestag (BT-Drs. 18/4598) mit, die dem MiGAZIN vorliegt.

Hintergrund des Verfahrens gegen Deutschland ist der Doğan-Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom Sommer letzten Jahres. Darin hatte der EuGH die Sprachtests im Ausland vor dem Ehegattennachzug als unzulässig eingestuft. Den Luxemburger Richtern zufolge verstößt die Einschränkung gegen das Verschlechterungsverbot des EU-Türkei-Assoziationsabkommens.

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Die ganze Erbärmlichkeit des Christentums

jesus_love_noLiebe Afrikaner, Europa und die ganze “zivilisierte”, christliche Welt braucht Euch nicht. Wir brauchen Eure Bodenschätze, Seltene Erden, Metalle, Öl, Diamanten, Gold, aber Euch brauchen wir nicht. Es ist ein tödliches Missverständnis, dass Ihr der Meinung seit, Euer Lebensglück läge im Norden, über den kleinen Teich, gemeinhin bekannt als Mittelmeer.
Selbst wenn die Förderung aller Reichtümer Eurer Länder, die Grundlagen des Lebens zerstören. Die Korruption, religiöser Wahnsinn Euch flüchten lassen.

Die christlichen Werte der ach so christlichen Welt sind beliebig. Man redet über Lebens-und Sterbehilfe, weil man befürchtet die Kontrolle über den Pöbel zu verlieren, und begründet dies gut-christlich. Ihr könnt nicht ernsthaft meinen Teilhabe in der Zivilisation zu erlangen. Das ist anmaßend, Ihr seit eine ernsthafte Bedrohung der westlichen Sozialsysteme und im göttlichen Schöpfungsplan des Christentums ist kein Platz für Euch.

Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, Präambel:

Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen,
von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.
Die Deutschen in den Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen haben in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands vollendet. Damit gilt dieses Grundgesetz für das gesamte Deutsche Volk.

Beseelt und verantwortlich gilt nicht für Euch. Die Würde des Menschen ist durch das Christentum jederzeit verletz-und antastbar. Es ist eine Frage der Prioritäten und nicht eine Frage der Menschlichkeit. Die gut bestellten Zivilisationen des Westens haben Angst vor Euch, Ihr seid Reichtum-schmälernd.

Immer dann, wenn die Menschlichkeit im Mittelmeer ersäuft erschrecken die Routinen, die Schlagzeilen und die Empörung der Politiker. Nicht zu vergessen die Schlagwortgeber aus den Kirchen, völlig nebensächlich ob nun evangelisch oder katholisch, geheuchelte Barmherzigkeit, die begrenzte Sicht christlicher Menschen, egoistisch allemal. Geheuchelte Betroffenheit, Tote als Abschreckung, das hat System und wird, weil man die Deutungshoheit in Sachen christlicher Nächstenliebe besitzt, beliebig verwendet. Solange der zivilisatorische Gradmesser Christentum mehr Geld für das Töten von Menschen ausgibt, als für Bildung, wirtschaftlicher Hilfe, Aufbau funktionierender Sozialsysteme, Beseitigung von lokaler Korruption, solange wird weiter Ersoffen und die Tränen der religiösen Politiker sind heimliche Freudentränen.

Ihr seid keine willkommene Ware. Mietet Euch ein Containerschiff, produziert Frachtpapiere und ihr werdet von den Seekriegsschiffen der Christenheit in die Häfen Eurer Träume geleitet. Ware ist willkommen, Menschen nicht.

Kurienerzbischof Gänswein: Keine Wende in kirchlicher Familienethik

Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB

Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB

Kurienerzbischof Georg Gänswein erwartet von der kommenden Bischofssynode keine Änderungen in der katholischen Lehre zu Ehe und Familie: «Ich kann mir nicht vorstellen, dass man in der Substanz von der kirchlichen Kontinuität Abschied nimmt».


kath.net

Kurienerzbischof Georg Gänswein erwartet von der kommenden Bischofssynode keine Wende in der katholischen Lehre zu Ehe und Familie. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass man in der Substanz von der kirchlichen Kontinuität Abschied nimmt», sagte Gänswein, Präfekt des Päpstlichen Hauses, in einem am Montag veröffentlichten Interview des Internetportals katholisch.de. Er hoffe, dass das Hauptthema «Evangelisierung und Familie» im Blick bleibe und sich «die Debatten sich nicht in einigen Teilproblemen verlieren».

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IS-Miliz zeigt Video mit Enthauptung äthiopischer Christen

Die IS-Miliz zeigte ein Video mit Enthauptung äthiopischer Christen in Libyen Foto: Open Doors

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ein Video ins Internet gestellt, das die Enthauptung und Erschießung von äthiopischen Christen in Libyen zeigen soll. Die etwa fünfminütige Szene ist Teil eines halbstündigen Videos, das am Sonntag im Internet auftauchte.


pro Medienmagazin

Das Video hat den Titel: „Die Anbeter des Kreuzes, die zur feindlichen äthiopischen Kirche gehören“. Ein schwarz gekleideter Dschihadist hält vor der Ermordung der Äthiopier eine Ansprache in englischer Sprache „an die Nation des Kreuzes“, womit die Christen gemeint sind. „Unsere Schlacht ist eine Schlacht zwischen Glaube und Blasphemie (Gotteslästerung)“, sagt er. Die Christen müssten entweder zum Islam konvertieren oder die für Christen vorgesehene Kopfsteuer bezahlen, fügt er hinzu.

Die rund 20 Opfer sind auf zwei Gruppen an unterschiedlichen Orten – eine Wüstenlandschaft und eine Meeresküste – aufgeteilt. Die Angehörigen der ersten Gruppe werden aus nächster Nähe von hinten erschossen, die der zweiten Gruppe mit Messern enthauptet. Die Echtheit des Videos konnte zunächst nicht bestätigt werden.

FBI lieferte jahrzehntelang falsche forensische Analysen

Bild: wikimedia.org

Fehlerhafte Haaranalysen sollen angeblich zur Verurteilung hunderter möglicherweise unschuldiger Angeklagter geführt haben.


Die Presse

Experten der US-Bundespolizei FBI haben nach einem Bericht der “Washington Post” jahrzehntelang massenhaft falsche kriminaltechnische Analysen geliefert. Fehlerhafte Haaranalysen hätten zur Verurteilung hunderter möglicherweise unschuldiger Angeklagter seit den 1970er-Jahren geführt. Meist habe es sich um Mord- oder Vergewaltigungsfälle gehandelt.

Die Zeitung spricht von einem der “größten forensischen Skandale” in den USA. Dem am Sonntag veröffentlichten Zeitungsbericht zufolge, der sich auf neuste Untersuchungen unter anderem von Anwälten bezieht, hätten mehr als 95 Prozent der bisher untersuchten 268 Fälle ergeben, dass Haaranalysen fehlerhaft gewesen seien. Die falschen Analysen hätten jeweils die Argumente der Anklage begünstigt, hieß es weiter. Bei den betroffenen Verfahren habe es auch 32 Todesurteile gegeben, 14 Verurteilte seien seitdem entweder hingerichtet worden oder im Gefängnis gestorben. Unklar war zunächst, ob und gegebenenfalls wie viele Prozesse nun neu aufgerollt werden müssen.

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Fremdenfeindlichkeit: Deutschland, Deutschland überall

Brand auf einem Flüchtlingsschiff vor den Küsten Europas © Szene aus "Report Mainz"

Brand auf einem Flüchtlingsschiff vor den Küsten Europas © Szene aus “Report Mainz”

Gewaltbereite Rechte bedrohen Politiker und Aktivisten immer hemmungsloser. Im Osten und im Westen. Und doch gibt es regional große Unterschiede. Eine Spurensuche.


Von Walter Wüllenweber|stern.de

Später, als der Schock langsam nachlässt und ihre Beine nicht mehr zittern, ist Karen Larisch beinahe froh, dass es passiert ist. “Jetzt wissen alle, dass ich mir die Bedrohung nicht einbilde. Jetzt habe ich einen super Zeugen: den stern.” Karen Larisch ist die bekannteste Sozialarbeiterin der Stadt Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern. Im alten Postamt hat die 45-Jährige ein Begegnungszentrum aufgebaut. Hier findet jeder Hilfe und Rat. Auch Flüchtlinge. Das macht Larisch zur Hauptzielscheibe der rechten Szene Güstrows. Den Kern bilden gut 120 größtenteils gewaltbereite Neonazis. Sie haben sich zu einer “Bürgerwehr” zusammengeschlossen. Sobald es dunkel wird, gehen sie “auf Streife”. Ihr Anführer ist der Kleinkriminelle Nils Matischent. Vergangenen Herbst wurde er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, weil er 20 Waschmaschinen gestohlen hatte.

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Bischof beklagt Verwilderung der Sitten durch Pegida

Bild: pegida/FB, Screenshot:BB

Bild: pegida/FB, Screenshot:BB

Sachsens evangelischer Landesbischof Jochen Bohl hat eine Negativentwicklung in der deutschen Gesellschaft durch die islamkritische Pegida-Bewegung beklagt.


FOCUS ONLINE

Diejenigen, die bei den „Abendspaziergängen“ von Pegida gegen angebliche „Überfremdung“ demonstrieren, seien inzwischen mitverantwortlich „für eine Verwilderung der Sitten, die Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung begreift.“ Über die Gestaltung der Einwanderung nach Deutschland dürfe und müsse gestritten werden, sagte Bohl beim Gottesdienst zur Frühjahrstagung der Landessynode in der Dresdner Kreuzkirche. „Aber das hat gewaltfrei und nach demokratischen Regeln zu erfolgen.“

Bohl verwies auf die Übergriffe und Gehässigkeiten auf Fremde und Zugereiste sowie die Anfeindungen von Bürgermeistern und Landräten. Das alles sei Ausdruck einer Aggression, die sich gegen das Zusammenleben im demokratischen Rechtsstaat richte. „Es hat sich eine gefährliche Mischung aus geschürten Ängsten, persönlichem Scheitern und des Verdrusses an demokratischen Prozeduren zusammengebraut, die uns nicht ruhig lassen darf“, mahnte er.

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