Missbrauch in Kinderheim: Bistum geht Vorwürfen nach

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Seit mehr als 40 Jahren ist das ehemalige Kinderheim Heilig Kreuz in Donauwörth geschlossen. Dort sollen Kinder misshandelt und missbraucht worden sein. Nun hat der Augsburger Bischof die Aufarbeitung angeordnet.

katholisch.de

Im Bistum Augsburg hat die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen begonnen, die sich in einem 1977 geschlossenen Kinderheim in Donauwörth ereignet haben sollen. Am Dienstag hätten sich neun Betroffene mit Vertretern des Trägers des Heims, der Pädagogischen Stiftung Cassianeum, und der Diözese getroffen, teilte das Bistum mit. Das dreistündige Gespräch im Exerzitienhaus von Leitershofen sei der Auftakt zur Aufklärung der verjährten Fälle, sagte Pressesprecher Karl-Georg Michel am Donnerstag gegenüber katholisch.de.

In dem Kinderheim in Bayerisch Schwaben gab es nach Angaben der Betroffenen in den 1960er und 70er Jahren ein System von körperlicher und psychischer Gewalt durch den Heimleiter, den 1980 verstorbenen Priester Max Auer, sowie durch einige weltliche Erzieherinnen. Am „Runden Tisch“ sei Heimleiter Auer zudem erstmals auch der schweren sexuellen Gewalt gegen einen damaligen Ministranten bezichtigt worden. „Die Schilderungen der Betroffenen erschüttern mich zutiefst, sie machen mich sprachlos“, sagte Generalvikar Harald Heinrich im Anschluss. Die Wahrheit müsse ans Licht kommen, so Heinrich gegenüber dem regionalen Sender „Augsburg TV„.

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Bundesamt: Derzeit 710 Menschen im Kirchenasyl

In Deutschland sind laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) derzeit etwa 710 Menschen im Kirchenasyl. Das berichtet MDR Aktuell am Donnerstag unter Berufung auf die Behörde.

evangelisch.de

Ähnliche Zahlen nennt die Ökumenische Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche. Sie geht mit Stand Mitte April von derzeit 445 aktiven Kirchenasylen mit mindestens 674 Personen aus. Davon seien etwa 125 Kinder. 375 der Kirchenasyle sind demnach sogenannte Dublin-Fälle. Dabei sollen Asylbewerber in das Land zurückgeschickt werden, in dem sie erstmals europäischen Boden betreten haben.

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CSU-Generalsekretär Markus Blume: Kritiker der Kruzifix-Pläne sind eine unheilige Allianz von Religionsfeinden und Selbstverleugnern

Markus Blume 2012. Bild: wikipedia.org/CC BY-SA 3.0 de – Ralf Roletschek (talk)

CSU-Generalsekretär Markus Blume schlägt im bayerischen Kruzifix-Streit zurück. Er nennt die Kritiker „eine unheilige Allianz von Religionsfeinden und Selbstverleugnern“.

katholisch.de

Trotz lauter Misstöne von Kirchen und Opposition hat die CSU ihre Kruzifix-Pläne für bayerische Behörden verteidigt und die Kritiker als Religionsfeinde gegeißelt. „Bei den Kritikern haben wir es mit einer unheiligen Allianz von Religionsfeinden und Selbstverleugnern zu tun“, sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Freitag). „Wer ein Kreuz aufhängt, legt damit ein Bekenntnis ab und muss sich nicht rechtfertigen.“ Auf Initiative von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte das bayerische Kabinett am Dienstag beschlossen, dass in allen Behördengebäuden unter der Verwaltung des Freistaats im Eingangsbereich ein Kreuz angebracht werden soll.

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BND entfernt technische Anlage von Kirchenturm in München

Der Bundesnachrichtendienst hat eine seiner technischen Anlagen zur Verstärkung von Funkstrecken vom Turm der Münchener Frauenkirche entfernt. Wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Antwort des Beauftragten für die Nachrichtendienste des Bundes auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervorgeht, wurde der sogenannte Repeater in der Woche nach Ostern vom Turm heruntergeholt.

evangelisch.de

Bis 2011 habe er dazu gedient, die Reichweite von Funkstrecken zu erhöhen. Die Anlage sei nicht geeignet gewesen, fremden Funkverkehr abzuhören, sondern habe ausschließlich interner Kommunikation gedient, heißt es darin weiter.

Anlass für die Anfrage der Linksfraktion waren Medienberichte in diesem Jahr über eine Anlage auf dem Turm der Frauenkirche, die demnach dazu genutzt worden sein soll, Spione und ausländische Diplomaten zu beschatten.

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Gerade religiöse Menschen brauchen einen Staat ohne Gott

Der bayrische Ministerpräsident Markus Söder hängt im Eingangsbereich der Bayerischen Staatskanzlei eigenhändig ein Kreuz auf und will damit zeigen: Bayern ist christlich. Doch wie viel Religion verträgt der moderne Verfassungsstaat tatsächlich? (Bild: Peter Kneffel / AP)
Wenn religiöse Spannungen zunehmen, muss sich der Staat auf seine weltanschauliche Neutralität besinnen. Der deutsche Staatsrechtler Horst Dreier zeigt: Nur so können alle Bürger ihre Überzeugung in Freiheit leben.

Otfried Höffe | Neue Zürcher Zeitung

Der Titel von Horst Dreiers neuem Buch kündigt nur eine theologiefreie Staatstheorie an: «Staat ohne Gott». Der Untertitel «Religion in der säkularen Moderne» verspricht mehr. Mit ihm beansprucht der Würzburger Staatsrechtslehrer eine Theorie der Moderne, die nach dem Platz fragt, welcher der Religion in dieser wesentlich säkularen Epoche im Staat noch verbleibt. In sechs selbständigen Kapiteln, die sich ergänzen, setzt sich Dreier höchst kenntnisreich, aber ohne aufdringliche Gelehrsamkeit mit seinem Thema auseinander. Notorische Streitfälle wie das Kopftuch, das Kreuz im Klassenzimmer oder im Gerichtssaal oder den Schwimmunterricht für muslimische Mädchen lässt er bewusst beiseite.

Um, wie er sagt, das Programm, das Profil und die Problematik einer säkularen Staatlichkeit herauszuarbeiten, erörtert er zunächst in vier umfassenden Kapiteln grundsätzlichere Fragen: Facetten der Säkularisierung, die Verfassungsgeschichte der Religionsfreiheit, die religiös-weltanschauliche Neutralität des Staates und sakrale Elemente im säkularen Staat. Die beiden kürzeren Schlusskapitel befassen sich mit zwei nur eventuellen Gegenargumenten: mit dem «Präambel-Gott» (ein schöner Ausdruck!) und mit dem in deutschen Debatten vielzitierten, letztlich von Hegel inspirierten «Böckenförde-Diktum»: «Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.»

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Missbrauch und Häresie: Kritik an Bayerns Kreuz-Beschluss

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Das Kreuz als Bekenntnis zur Rechts- und Gesellschaftsordnung in Bayern? Nicht nur der Würzburger Hochschulpfarrer sieht das anders. Sein Offener Brief an Markus Söder findet weite Verbreitung.

katholisch.de

Der katholische Studentenseelsorger im Bistum Würzburg, Burkhard Hose, übt scharfe Kritik am Beschluss, Kreuze in allen bayerischen Dienstgebäuden aufhängen zu lassen. Das Christentum werde „von Ihnen dazu missbraucht, um die Ausgrenzung von Menschen anderen Glaubens zu betreiben“, schreibt er in einem am Dienstagabend auf Facebook veröffentlichten Offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Über diese Entwicklung sei er gemeinsam mit vielen anderen Christen sehr besorgt: „Ich bitte Sie eindringlich: Beenden Sie den Missbrauch des Christlichen und seiner Symbole als vermeintliches Bollwerk gegen den Islam.“

Am selben Tag hatte die bayerische Staatskanzlei den Beschluss des Kabinetts mitgeteilt, wonach künftig jeweils im Eingangsbereich öffentlicher Gebäude ein Kreuz als „sichtbares Bekenntnis zu den Grundwerten der Rechts- und Gesellschaftsordnung in Bayern und Deutschland“ angebracht werden solle.

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Kruzifix-Befehl: CSU missbraucht das Kreuz als politisches Dominanz-Symbol

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hängt eigenhändig ein Kreuz im Eingangsbereich der Staatskanzlei auf. (Foto: dpa)
Die bayerische Staatsregierung hat angeordnet, ein Kruzifix im Eingangsbereich jeder Behörde anzubringen. Aus der religiösen Kernbotschaft wird so ein billiges „Mia san mia“.

Von Heribert Prantl | Süddeutsche Zeitung

Das Kreuz ist nicht einfach ein heimatlicher Wandschmuck. Es ist nicht einfach Symbol für Tradition und Verwurzelung. Es ist nicht Folklore, es ist kein religiöses Hirschgeweih. Es ist das wichtigste christliche Zeichen, es ist das christliche Symbol für Erlösung, es ist Sinnbild des Leidens und der Herrschaft Christi. Diese Herrschaft ist aber kein staatliches Regiment, deshalb gehört das Zeichen nicht per staatliche Anordnung in staatliche Räume gehängt.

Die bayerische CSU-Staatsregierung tut genau das. Sie hat angeordnet, das Kreuz als „Ausdruck der geschichtlichen und kulturellen Prägung Bayerns“ in jeder staatlichen Behörde im Eingangsbereich jedes Dienstgebäudes „deutlich wahrnehmbar“ anzubringen. Dies ist keine Respektbezeugung, das ist ein Missbrauch, das ist die politische Instrumentalisierung einer religiösen Kernbotschaft. Die CSU macht aus dieser Kernbotschaft die billige Botschaft „Mia san mia“. Das ist nicht christlich, das ist Ketzerei – weil es das Kreuz verstaatlicht und damit säkularisiert.

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Prantl: AfD-Einladung zum Katholikentag „skandalös“

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Wird die AfD mit der Einladung zum Katholikentag „demaskiert“? Nein, sagt der katholische Publizist Heribert Prantl. Denn die rechtspopulistische Partei maskiere sich gar nicht.

katholisch.de

Der Publizist Heribert Prantl wertet die Einladung eines AfD-Vertreters zum Katholikentag Mitte Mai in Münster als „skandalös“. „Ich kann es nicht mehr hören, dass damit die AfD demaskiert wird“, sagte das Mitglied der Chefredaktion der „Süddeutschen Zeitung“ am Montagabend in Berlin. Die rechtspopulistische Partei „maskiert sich ja gar nicht“.

Die AfD agiere in der Öffentlichkeit so, „wie jemand, der in der Gesellschaft furzt und dann grinsend in die Runde blickt“, so Prantl. Man könne die AfD nicht einladen, nur weil sie „im Parlament sitzt und dort Unsäglichkeiten von sich gibt, derzeit etwa gegenüber Behinderten“.

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Missionierung im Berliner Club „Prachtwerk“ – Gottes Werk und Hipsters Beitrag

Kaffee, Kuchen und kein Kreuz. Von seinen evangelikalen Betreibern ahnt man im Berliner „Prachtwerk“ nichts. Foto: Prachtwerk / CC BY-SA 2.0 | Peter Minarik / flickr.com.
Geld für die Mission durch Gin Tonic, Rosmarinlimonade und Konzerte. Im Berliner „Prachtwerk“ kann Hipster auf Pastor treffen. Aber nicht offiziell. Denn wer hinter dem angesagten Club steckt, ist nicht jedem bekannt.

Patrick Ehrenberg | detektor.fm

Gott folgt den Gästen nicht auf Schritt und Tritt in diesem Berliner Café und Club. Denn so würde das Geldsammeln für die christliche Missionierung wohl heutzutage auch nicht mehr funktionieren. Zumindest nicht bei jungen Menschen und schon gar nicht beim Neuköllner Publikum.

Mit Kaffee und Kuchen, Konzerten und Poetry Slams versucht das „Prachtwerk“ für entspannte Atmosphäre zu sorgen. Auch der Auftritt in sozialen Medien betont eher das Angebot für das leibliche und nicht für das seelische Wohl.

Der Betreiber […] weiß, dass, wenn irgendwo ganz groß ‚evangelikal‘ an seinem Club stehen würde, dann würden sehr viele Menschen sehr kritisch sein und vielleicht gar nicht als Musiker bei ihm auftreten oder als Gäste kommen. Weil dieses Label so einen schlechten Ruf hat und so in Verruf gekommen ist. – Christian Fuchs, Zeit-Journalist

Modernes Auftreten und konservative Haltung

Das Ambiente kommt an. Der Betreiber bleibt den meisten Gästen dabei aber verborgen. Es ist die „National Community Church“ (NCC), eine evangelikale Gemeinschaft mit Sitz in Washington, D.C.. Dort betreibt sie schon länger Cafés und Begegnungsstätten.

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Gottesstaat: Bayern beschließt Kreuze in allen Dienstgebäuden

Das Kreuz mit den Religionen
In der vergangenen Woche wurde es angekündigt, jetzt ist es beschlossene Sache: In allen Dienstgebäuden Bayerns soll künftig ein Kreuz hängen. Als „sichtbares Bekenntnis“, wie es aus München hieß.

katholisch.de

Das bayerische Kabinett hat am Dienstag in München das Aufhängen von Kreuzen in Dienstgebäuden des Freistaats beschlossen. So soll künftig jeweils im Eingangsbereich ein Kreuz als „sichtbares Bekenntnis zu den Grundwerten der Rechts- und Gesellschaftsordnung in Bayern und Deutschland“ angebracht werden, wie die Staatskanzlei mitteilte.

Dafür hat der Ministerrat eine Änderung der allgemeinen Geschäftsordnung für die Behörden des Freistaats beschlossen. Über diese muss nicht im Landtag abgestimmt werden, wie eine Sprecherin der Staatskanzlei auf Anfrage sagte. Die nun getroffene Verpflichtung gelte ab 1. Juni. Gemeinden, Landkreisen und Bezirken werde empfohlen, entsprechend zu verfahren.

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Verein „Leo“: Evangelische Kirche geht nicht gegen „Homo-Heiler“ vor

Das Gebäude des Vereins „Leo“. Foto: Archiv
Leichte Kritik ja, Konsequenzen vorerst nicht: In der Debatte um die umstrittenen Seminare des Vereins für Lebensorientierung („Leo“) haben sich nun auch Vertreter der Evangelischen Kirche geäußert.

Von Joel Stubert | Mitteldeutsche Zeitung

„Wir als Evangelische Kirche sind der Auffassung, dass Homosexualität kein Krankheitsbild ist und Homosexuelle Geschöpfe Gottes sind wie wir alle“, sagte Friedemann Kahl, Sprecher der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands, und verwies auf die Tatsache, dass sich Homosexuelle seit 2012 in einem evangelischen Gottesdienst segnen lassen können.

Konsequenzen werden die Seminare für Bernhard Ritter, dem Vorsitzenden des Vereins „Leo“, aber wohl keine haben.

Kirche distanziert sich vom Angebot des Vereins „Leo“

„Bei dieser Beratung handelt es sich nicht um ein kirchliches Angebot, sondern um das eines Vereins. Dienstrechtlich hat dieses Engagement von Herrn Ritter deshalb keine Auswirkung“, teilte Kahl auf MZ-Anfrage mit.

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Osterhase in der „heute-show“: Oliver Welke durfte kreuzigen

Der Osterhase durfte am Kreuz hängen – aber musste er das auch?Screenshot: Tsp
Staatsanwaltschaft Mainz wird kein Ermittlungsverfahren wegen einer Osterhasen-Kreuzigung in der „heute-show“ einleiten

Von Joachim Huber | DER TAGESSPIEGEL

Die Staatsanwaltschaft Mainz wird nicht wegen eines ans Kreuz genagelten Plüsch-Osterhasen gegen die Macher der ZDF-„heute-show“ vom 6. April ermitteln. Bei dem Satirebeitrag, gegen den mehrere Strafanzeigen erstattet worden waren, sei kein Anfangsverdacht einer Straftat erkennbar, teilte die Mainzer Leitende Oberstaatsanwältin Andrea Keller mit. Dass die Sendung von einigen gläubigen Christen als geschmacklos empfunden worden sei, reiche nicht aus, um einen Straftatbestand zu erfüllen. Seit dem 12. April 2018 waren bei der Staatsanwaltschaft mehrere Strafanzeigen von Privatpersonen gegen Welke eingegangen.

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Katholisches Divestment

Bild: tilly
Kirchliche Organisationen steigen zunehmend aus fossilen Investments aus. Damit sind sie voll auf der Öko-Linie von Papst Franziskus. Unsere Analyse.

Von Joachim Wille | Frankfurter Rundschau

Raus aus Kohle, Öl und Gas“: Die „Divestment“-Bewegung wächst weiter. Institutionen mit einem Gesamtvermögen von rund sechs Billionen US-Dollar (4,9 Billionen Euro) haben inzwischen ihre Anlagen in Unternehmen der fossilen Industrien – also Aktien, Anleihen oder Investmentfonds – abgestoßen.

Neuen Schub erhielt die Bewegung jetzt durch die Ankündigung eines Bündnisses von 35 katholischen Organisationen, nicht länger in die fossilen Branchen zu investieren. Koordiniert wurde diese Aktion von der Weltweiten Katholischen Klimabewegung. Sie arbeitet daran, die Ziele der Umweltenzyklika „Laudato Si“ von Papst Franziskus umzusetzen.

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Verzichtet die Kirche auf den Zölibat?

Bild: BR24
Ausgerechnet am Ende der Erde könnte eine Revolution beginnen: Denn es gibt Anzeichen, dass die katholische Kirche bei Priestern im Amazonasgebiet das Gebot der Ehelosigkeit fallen lässt.

Von Lisa Weiß | BR24

Das Amazonasgebiet in Brasilien ist riesig. Es gibt weite Wasserflächen, dazwischen einzelne Dörfer – fast abgeschnitten von der Außenwelt.

Verheiratete Männer leiten Gemeinden

Ein Priester ist Tage unterwegs, bis er auf dem Fluss oder über schlammige Straßen zu einer seiner Gemeinden gelangt. Dazu kommt: 30 meist ältere Priester müssen 800 Gemeinden betreuen. Nachwuchs ist schwer zu finden.  Deshalb werden viele Gemeinden im Amazonasgebiet von verheirateten Männern geleitet. Einer von ihnen ist Luis da Conceição  aus der Gemeinde von San Pedro in der Diözese Xingú.

„Wir dürfen die Gemeinde leiten, weil das Vatikanische Konzil uns die Möglichkeit dazu gegeben hat, aber wir dürfen keine Eucharistie feiern. Die Voraussetzung, um die Gemeinde zu leiten ist, dass man von der Gemeinschaft akzeptiert ist, die muss das wollen.“

Luis da Conceição, Gemeindevorsteher von San Pedro

Oktoberrevolution in der katholischen Kirche?

Luis  feiert Gottesdienste, segnet beispielsweise am Palmsonntag die Zweige, die die Gläubigen mitbringen. Nur die Eucharistie mit der Wandlung von Brot und Wein darf er nicht feiern. Bisher.

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Theologie als Wissenschaft: Die Gottesfrage

Heilige Hallen. Theologie hat als universitäre Disziplin eine lange Tradition, trotzdem wird ihr Status als Wissenschaft immer…Foto: Universität Bamberg
Gehören die Theologien an die Universitäten? Ausgerechnet dort, wo es um den Glauben geht, ist das Fach umstritten.

Von Astrid Herbold | DER TAGESSPIEGEL

Glauben gilt als Privatsache. Die Frage, wie es jemand mit Gott hält, ist in der säkularisierten Gesellschaft eher unüblich. Zu heikel, zu persönlich. Ähnliches Unbehagen herrscht bei Teilen der Bevölkerung angesichts der wissenschaftlichen Gottesforschung. Zwar hat der Wissenschaftsrat 2010 in einer Empfehlung ausdrücklich betont, dass die Theologien an die Universitäten gehören. Nicht nur die evangelische und katholische Theologie, sondern auch Judaistik und Islamwissenschaften.

Doch obwohl diese großen Religionen heute ihren festen Platz an den Hochschulen haben, ist eine grundsätzliche Debatte nie richtig verstummt. Sie ist auch hochschulpolitisch brisant: Ist Theologie überhaupt eine Wissenschaft? Arbeitet sie nach wissenschaftlichen Kriterien? Gehört das Fach an die Hochschulen? Kritische Stimmen hat es immer wieder gegeben. Aktuell werden sie wieder lauter.

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Polizeigewerkschaft kritisiert geplante Rückführungszentren scharf

Stacheldraht © JarkkoManty @ pixabay.com (CC 0), bearb. MiG
Seehofer hat einen schärferen Kurs gegen abgelehnte Asylbewerber angekündigt und die geplanten Rückführungszentren für Asylbewerber verteidigt. Die Polizeigewerkschaft kritisiert das Vorhaben scharf. Seehofers Vorhaben sei verfassungswidrig.

MiGAZIN

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat einen schärferen Kurs gegen abgelehnte Asylbewerber angekündigt. „Da bin ich für mehr Härte“, sagt er dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“. Wer kein Bleiberecht habe und nicht freiwillig in seine Heimat zurückkehre, solle nur noch Sachleistungen bekommen.

Gleichzeitig wolle er die Anstrengungen zur Integration anerkannter Flüchtlinge verstärken, sagte Seehofer. „An guter Integration derer, die ein Bleiberecht haben, führt kein Weg vorbei. Ansonsten wird Hartz IV zur Zuwandererstütze.“

Seehofer verteidigt Rückführungszentren

Der CSU-Vorsitzende wies die Aussage zurück, Asylbewerber sollten in den von ihm geplanten sogenannten Rückführungs- bzw. Anker-Zentren eingesperrt werden. „Das sind doch Schauermärchen“, sagte er. Die Asylbewerber hätten aber eine Residenzpflicht und sollten nur Leistungen bekommen, wenn sie in der Unterkunft wohnten.

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Leiter der Bahnhofsmission: „Berlin ist ein Moloch der Obdachlosigkeit“

Der Leiter der Bahnhofsmission am Bahnhof Zoo in Berlin, Dieter Puhl. Puhl, seit neun Jahren Leiter der Bahnhofsmission am Zoologischen Garten, sieht das Thema Obdachlosigkeit als «Moloch». Foto: dpa
Dieter Puhl, seit neun Jahren Leiter der Bahnhofsmission am Zoologischen Garten, sieht das Thema Obdachlosigkeit als „Moloch“. „Wir können hier entwickeln und machen und tun – wir werden immer nur ein Stückchen abdecken“, schreibt der 1957 geborene Sozialarbeiter in seinem neuen Buch „Glück und Leid am Bahnhof Zoo“ (Kreuz Verlag).

Berliner Zeitung

Sein Traum, der nicht wahr werde, sei ein Deutschland ohne Obdachlose.
Puhl, der dafür bekannt ist, kein Blatt vor den Mund zu nehmen, erzählt nicht nur Anekdoten aus seiner beruflichen Laufbahn und von Jesus als „verflucht gutem Partner“. Auch das Aufwachsen als Flüchtlingskind in Schleswig-Holstein (Mutter aus Ostpreußen, Vater aus Posen) und schulischen Misserfolg reißt Puhl an – die Zeit, bevor er 1975 zur Diakonenausbildung ins „trendy“ West-Berlin kam. Damals habe er weniger als ein Zwanzigstel seines Einkommens für die Miete ausgegeben: 74 D-Mark. Es blieben „viel Schotter“ und „viel Fun“.

Neue Kinderschutzkommission des Papstes nimmt Arbeit auf

Im Mittelpunkt des ersten Treffens der neuen Kinderschutzkommission des Papstes stand die Anhörung von Missbrauchsopfern aus England und Wales, wie der Vatikan am Sonntag mitteilte.

DOMRADIO.DE

Zum Abschluss der Beratungen der neuen Kinderschutzkommission empfing der Papst die Mitglieder am Samstag in Privataudienz. Themen der Begegnung waren den Angaben zufolge unter anderem die Arbeit mit Überlebenden, Ausbildungsfragen und Schutzmaßnahmen. Dazu wurden jeweils Arbeitsgruppen gebildet, die sich zwischen den Vollversammlungen regelmäßig treffen.

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Schweiz: Streit wegen Entschädigung für Missbrauchsopfer der Kirche

Die Schweizer Bischöfe der römisch-katholischen Kirche haben versprochen, Opfer von sexuellem Missbrauch schnell und unbürokratisch zu entschädigen. In der Praxis passiere oft das Gegenteil, sagt die unabhängige Kommission «Cecar».

Raphael Rauch | SRF

Seit Jahren gilt in der römisch-katholischen Kirche eine rote Linie beim Thema sexueller Missbrauch. «Null Toleranz», beteuern die Bischöfe, und schicken ihre Priester in Präventionskurse.

Sie haben eine lückenlose Aufarbeitung von Missbrauchsfällen angekündigt. Dazu gehört auch die Entschädigung der Opfer.

Unabhängige Kommissionen

Hierfür gibt es verschiedene Gremien, sowohl innerhalb der Kirche als auch ausserhalb. Eine dieser unabhängigen Kommissionen ist «Cecar». Sie hat nun aus Protest ihre Arbeit unterbrochen.

Präsidentin Sylvie Perrinjaquet wirft den Bischöfen vor, die Arbeit ihrer Kommission infrage zu stellen. «Viele unserer Empfehlungen werden angezweifelt», kritisiert Perrinjaquet.

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Wie die Friedensbewegung in den ewigen Krieg führte

Frühere amerikanische Kriege waren nicht weniger brutal gewesen. Aber mit Vietnam wurden erstmals Taktiken debattiert – und angeprangert. (Bild: Art Greenspon / AP)
Der Protest gegen den Vietnamkrieg war ein Kernelement der amerikanischen 1968er Bewegung. Mittelfristig hatten die Demonstranten Erfolg: Die USA zogen sich aus Vietnam zurück. Langfristig gesehen haben die Friedensaktivisten indes eine neue Kriegsform beflügelt.

Andrew Preston | Neue Zürcher Zeitung

Die Drohne ist zum Inbegriff der amerikanischen Kriegsführung geworden. Seit den 1980er Jahren und vor allem im «Krieg gegen den Terror», der seit dem 11. September geführt wird, haben unbemannte Flugdrohnen den Grossteil der amerikanischen Kampfhandlungen im Nahen Osten bestritten. Der Reiz dieser Geräte ist offensichtlich: Sie gelten als präzise, sie bringen keine amerikanischen Soldaten in Gefahr, sie operieren meist im Verborgenen, und sie können im Handumdrehen überall auf der Welt eingesetzt werden. Das alles macht sie attraktiv für die Entscheidungsträger in Washington, die Kriege effizient, aber ohne grosses Aufhebens führen wollen.

Diese neue Art der Kriegsführung war ein Resultat der sogenannten Revolution in Military Affairs, die zu Beginn der 1980er Jahre die amerikanische Militärstrategie umwälzte. Seither setzt das Pentagon ganz auf Technologie, insbesondere aus der Luft – unbemannte Drohnen, präzisionsgesteuerte Raketen oder Tarnkappenbomber verkörpern dieses damals neue Vertrauen.

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