Archiv der Kategorie: Christentum

Debatte um Papyrus-Fragment: War Jesus verheiratet?

Das Papyrus-Dokument in koptischer Sprache: Dort soll auch zu lesen sein: „Jesus sagte zu ihnen, meine Frau“. Foto: picture-alliance/dpa
War Jesus verheiratet? Mit dieser Frage befasst sich das Nachrichtenmagazin Focus (München). Es berichtet über neue Erkenntnisse über ein mehr als 1.200 Jahre altes Schriftstück mit der Bezeichnung „Gospel of Jesus´s Wife“ (Deutsch: „Grundsatz von Jesus‘ Ehefrau“), das den Satz enthält: „Jesus sagte zu ihnen: ‚Meine Ehefrau‘.“
 

idea.de

Journalisten interpretierten dies als Hinweis darauf, dass Jesus eine sexuelle Beziehung, möglicherweise zu Maria Magdalena, gehabt haben könnte. Wie „Focus“ unter Berufung auf die britische Zeitschrift „The Independent“ schreibt, sind US-amerikanische Wissenschaftler von der Columbia Universität in New York überzeugt, dass das Papyrus-Fragment in der Größe einer Visitenkarte echt sei. James Yardley und einige Kollegen hätten die Tinte untersucht und herausgefunden, dass sie nicht mit der Tinte eines ähnlichen Schriftstücks identisch sei, das sich als Fälschung entpuppt habe. Details würden die Forscher allerdings erst vorlegen, wenn sie ihre Erkenntnisse veröffentlichten und Skeptiker Gelegenheit bekämen, ihre Ansicht kundzutun. Zu ihnen gehört Prof. Christian Askeland vom Wuppertaler Institut für Septuaginta und biblische Forschung. Er hatte sich mit dem als „Evangelium von Johannes“ bezeichneten anderen Papyrus befasst. Dabei habe sich herausgestellt, dass es vor 1200 Jahren in einer Sprache verfasst wurde, die bereits 300 Jahre vorher ausgestorben war. Askeland schloss daraus, dass auch der Papyrus über Jesu angebliche Ehefrau eine Fälschung sei.

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Homophober Bischof will keine neue Debatte über Homosexualität

Carsten Rentzing, neuer Landesbischof von Sachsen, eckt mit seiner Haltung beim Thema Homo-Ehe auch im eigenen Verband an Foto: Nora Klein/DIE WELT
Der neue sächsische evangelische Landesbischof Carsten Rentzing will seine umstrittenen Äußerungen über Homosexuelle nicht weiter kommentieren.

evangelisch.de

Rentzing sagte am Samstag im Hörfunksender MDR-Info, er habe damit kein Signal setzen wollen. “Es ist eine alte Debatte, die wir führen. Dazu bin ich befragt worden und habe ich mich so geäußert, wie schon viele Jahre zuvor auch.” Rentzing hatte homosexuelle Partnerschaften als nicht gottgewollt bezeichnet. Homosexuelle Paare in Pfarrhäusern lehnt der Theologe ab.

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Reformationsfeiern fehlt weltweiter Blick

LutherLogo_50Bei den Vorbereitungen zum 500. Jubiläum der Reformation im Jahr 2017 vermisst der tansanische Theologe Fidon Mwombeki eine ausreichende internationale Perspektive.

evangelisch.de

“Die Welt ist nicht so sehr im Blickfeld,” sagte der Generalsekretär der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) mit Sitz in Wuppertal dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Die Diskussion sei stark auf deutsche Ereignisse und den Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken konzentriert. Mwombeki gehört auch dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an. Er wechselt im Januar zum Lutherischen Weltbund nach Genf, wo er Direktor der Abteilung Mission und Entwicklung wird.

Die Kirchen in Nord und Süd können nach Ansicht des 1960 geborenen Theologen und Wirtschaftswissenschaftlers viel voneinander lernen. So frage er sich als Afrikaner in Deutschland: “Warum redet man hier mehr über Kirche als über Gott und Jesus Christus?” Er wünsche sich, dass wieder mehr über Glauben gesprochen werde. Dabei dürfe es nicht nur um die gesellschaftliche Rolle der Religion gehen. Auch das Evangelium von Jesus Christus müsse zur Sprache kommen: “Wir dürfen nicht im Namen der Freundlichkeit unsere Botschaft verstecken.”

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Psychiater Dodo Bonelli: Glaube hat positive Wirkung bei psychischen Störungen

Raphael_M_BonelliReligiosität kann bei einer Reihe von psychischen Erkrankungen einen positiven Effekt auf die Patienten haben. Zu diesem Schluss kam der Wiener Psychiater undpsychischen Erkrankungen in seinem Vortrag zum Thema “Psychische Störungen, Religion und Spiritualität” am Samstagmorgen in der Sigmund Freud Universität in Wien.

kathweb

Der Vortrag fand im Rahmen eines internationalen Kongresses statt, der das Verhältnis von moderner Wissenschaft und Religion und deren Einfluss auf die Entwicklung von Gesellschaft und Individuum zum Thema hatte.

Bonelli stützte seine These auf die Untersuchung von über 100 wissenschaftlichen Artikeln, die sich mit dem Verhältnis zwischen Religiosität und psychischen Krankheiten beschäftigen. Demnach unterstrichen über 70 Prozent der analysierten Artikel die positive Wirkung von Religiosität bei verschiedenen psychischen Störungen. So sei insbesondere bei Demenz, Depressionen oder Schizophrenie, aber auch bei posttraumatischen Belastungsstörungen oder Drogen- und Alkoholabhängigkeiten ein größtenteils positiver Zusammenhang in den Artikeln zu erkennen, so Bonelli. Dadurch ließe sich Sigmund Freuds These, dass Religiosität an sich schon eine psychische Störung darstelle, klar widerlegen. Lediglich fünf Prozent der untersuchten Artikel stellten einen negativen Bezug zwischen Religiosität und psychischen Krankheiten dar.

Grundsätzlich sei zu beobachten, dass das Interesse der Neurowissenschaft an der Komponente Religion in den letzten Jahren deutlich zugenommen habe. Wurde Religiosität lange Zeit als “vergessener Faktor” bezeichnet, sei die Anzahl der Artikel, die sich mit Religion und Neurowissenschaft befassen, in der jüngeren Vergangenheit um über 50 Prozent gestiegen. Grundsätzlich könne man heute sagen, dass Lebensqualität und Religiosität eine grundlegend positive Korrelation aufweisen. Dies gelte besonders für ältere Menschen, so der Psychiater.

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Kroatischer Erzbischof fordert Referendum über Faschisten-Gruß

Der Erzbischof von Zadar, Zelimir Puljic, auf dem Weg zu einer Messe | © Pixsell/Matija Topolovec/dpa
Kroatiens Präsidentin hatte klar Nein zu einem Referendum gesagt. Ginge es nach Erzbischof Puljic, könnte eine dem Hitlergruß ähnliche Geste bald wieder erlaubt sein.

ZEIT ONLINE

Der Vorsitzende der kroatischen Bischofskonferenz und Erzbischof von Zadar, Želimir Puljić, hat ein Referendum über den Gruß der Faschisten im Zweiten Weltkrieg vorgeschlagen. Über die Wiedereinführung des Grußes innerhalb der Armee des Landes solle in einer Volksabstimmung entschieden werden, schlug das geistliche Oberhaupt vor. Der Gruß war von den mit Hitler-Deutschland verbündeten kroatischen Ustascha-Faschisten genutzt worden und ist seitdem verboten. Er lautet “Za Dom – Spremni!”, was so viel bedeutet wie “Für die Heimat – Bereit!”, und wurde spätestens ab der Annäherung an das faschistische Italien und das nationalsozialistische Deutschland mit erhobenem rechten Arm ausgesprochen. Einige Würdenträger der katholischen Kirche sympathisierten offen mit der Ustascha.

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Antisemitismus: “Bekenntnisse der Kirchen reichen nicht aus”

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Israels Botschafter verlangt mehr Engagement gegen Antisemitismus

Domradio

Luther und die Juden – mit der antisemitischen Seite des Reformators befasst sich am Wochenende eine Tagung in Wittenberg. Der Schirmherr, Israels Botschafter in Deutschland, Hadas-Handelsman, spricht im KNA-Interview über das Verhältnis von Christen und Juden.

Katholische Nachrichten-Agentur: Herr Botschafter, am Wochenende findet in Wittenberg die Tagung “Reformation und Israel” statt. Sie sind Schirmherr. Wie kam das?

Yakov Hadas-Handelsman: Zwei Dinge kommen hier zusammen: Das Jubiläum der Reformation im Jahr 2017 und die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland vor 50 Jahren. Wir wollten beides verbinden. Papst Franziskus hat bereits vor zwei Jahren die Juden als “ältere Brüder” der Christen begrüßt. Ich denke, es war an der Zeit, eine Veranstaltung mit den Kirchen zusammen zu machen.

KNA: Wie beurteilen Sie grundsätzlich die Beziehung zwischen Israel und den deutschen Kirchen?

Hadas-Handelsman: Die Beziehungen zwischen Judentum und Christentum waren aufgrund der Vergangenheit immer sensibel. Aber es gibt vieles, was in den vergangenen 50 Jahren zwischen Vertretern des Judentums und den Kirchen und auch zwischen Israel und dem Vatikan verwirklicht worden ist. Besonders Papst Franziskus setzt sich gegen Antisemitismus ein, wie aber auch schon einige Päpste vor ihm. Wenn es um Deutschland geht, gibt es aber immer diesen zusätzlichen Aspekt – den Holocaust, die Nazizeit. Das macht die Beziehung einzigartig. Und zur Vergangenheit gehören auch die deutschen Kirchen.

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Aufspießen oder Pfahl durch die Brust

physiologus.de/PD

Langsam und qualvoll starb der Gerichtete durch das Gewicht seines eigenen Körpers: Das Pfählen war eine grausame Todesstrafe. Doch es hat eine lange Tradition. In der Antike diente der Pfahl zum Aufspießen. In Mittelalter und Neuzeit hatte er offenbar einen anderen Zweck.

Von Marita Genesis|FOCUS ONLINE

  • Das Pfählen als Todesstrafe hat eine lange Tradition.
  • Gepfählte starben oft durch das eigene Körpergewicht, das sie zu Boden zog.
  • Im Mittelalter wurden Verurteilte gefesselt in einer Grube gelegt und anschließend gepfählt.

Die ältesten Hinweise auf die Strafe des Pfählens sind bereits im Codex Hammurapi (1728-1686 vor Christus) oder im ägyptischen Strafrecht des Königs Merenptha (1215-1209 vor Christus) zu finden. Letzterer beschreibt in einem Text das Pfählen von Feinden. Die dazugehörige Hieroglyphe und spätere Beschreibungen zeigen, dass die Henker den Delinquenten auf einem Pfahl festbanden. Der Bauch lag auf der Pfahlspitze.

Schließlich führte das eigene Körpergewicht dazu, dass der Pfahl sich langsam durch den Körper bohrte und so einen qualvollen langwierigen Tod herbeiführte. Die Strafe wurde öffentlich vollzogen. Neben der Demonstration von Macht sollte die Vorführung des Todeskampfs den damaligen Menschen die Lust auf Straftaten gründlich verderben.

Paris: Wirbel um Kircheneinladung an Front-National-Politikerin

Marion Maréchal-Le Pen 2012. Bild: wikimedia.org/CC BY 2.0

In den französischen Medien, aber auch in der Kirche, sorgt die vom Bischof von Frejus-Toulon, Dominique Rey, verantwortete Einladung an die Front-National(FN)-Politikerin Marion Marechal-Le Pen zu einer Akademie-Veranstaltung für Wirbel. Marechal – sie ist die Enkelin des inzwischen ausgeschlossenen Parteigründers Jean-Marie Le Pen – soll an diesem Samstag bei der fünften Sommeruniversität von Sainte Beaume diskutieren. Es ist das erste Mal, dass ein Vertreter der FN-Parteispitze ein kirchliches Forum erhält. Die Einladung rief scharfe Reaktionen in linken und liberalen Medien hervor.

kathweb

Der Mediendirektor der Französischen Bischofskonferenz (CEF), Vincent Neymon, wehrte sich in der Folge in der Zeitung “Nouvel Observateur” gegen den Vorwurf einer Banalisierung des FN. Die finde vielmehr an der Urne statt. “Aber kann man nicht mit einer gewählten Abgeordneten sprechen, die 30 Prozent der Wähler repräsentiert?”, so Neymnon.

Die Haltung der französischen Bischöfe zum FN bleibe unverändert, erklärte hingegen CEF-Sprecher Olivier Ribadeau-Dumas am Freitag: “Die Zurückweisung des Fremden, die Ablehnung, den Nächsten aufzunehmen und das Bild einer Gesellschaft, die sich in Angst einschließt, sind problematisch”. In einem Interview mit der Tageszeitung “La Croix” erinnerte er an Erklärung des Lyoner Kardinals Albert Decourtray von 1985. Dessen Worte blieben ebenso gültig wie die entsprechenden Verlautbarungen späterer Jahre.

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Keine Abschiebung für Syrer: Kirchenasyl-Verein verlangt Klarheit

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirchenasyl hat den erklärten Verzicht auf Abschiebungen von Syrern in andere EU-Staaten begrüßt, allerdings auch mangelnde Klarheit beklagt.

evangelisch.de

Die Rede sei von einer “weitestgehenden faktischen” Aussetzung der Dublin-Verfahren, erklärte der Verein am Freitag in Berlin und ergänzte: “Dies bedeutet für die Betroffenen weiterhin Unsicherheit.”

Nach der Dublin-Regelung müssen Flüchtlinge in dem Land Asyl beantragen, über das sie in die EU gekommen sind. Reisen sie danach weiter, können sie von anderen Staaten wieder in dieses Land zurückgeschickt werden. In dieser Woche gab das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge eine neue Leitlinie bekannt, nach der momentan auf Abschiebungen von Syrern verzichtet wird. Ihre Anträge werden in Deutschland bearbeitet.

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Thousands of walruses again forced ashore by melting Arctic sea ice are still all the proof we need that the planet is in crisis

In this aerial photo taken on Sept. 23, 2014 and released by NOAA, some 1500 walrus are gather on the northwest coast of Alaska. Pacific walrus looking for places to rest in the absence of sea ice are coming to shore in record numbers, according to NOAA. (AP Photo/NOAA, Corey Accardo)
This year’s Alaska haul-out is the earliest on record
 

By Lindsay Abrams|Salon

They’re back.

In what just might become one of our loudest, annual reminders that climate change is still happening, and at a frightening pace, thousands of walruses have once again gathered ashore in Alaska because they have nowhere else to go.

The haul out, a result of extreme loss of ice in the Chukchi sea, on which the animals would typically rest and feed, made headlines last year when the National Oceanic and Atmospheric Administration released photos of a record 35,000 animals gathered ashore. This year, they were spotted by photographer Gary Braasch on August 23, making this, the U.S. Geological Survey confirmed, the earliest haul-out on record. (While haul-outs may have occurred in the past, the agency only began tracking them in 2007; they didn’t occur in 2008 or 2012.)

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Dodo Marx: Homosexualität nicht im Zentrum der Bischofssynode

Quelle: www.bgland24.de
Quelle: http://www.bgland24.de

Der Umgang der katholischen Kirche mit dem Thema Homosexualität steht nach den Worten des Münchner Kardinals Reinhard Marx nicht im Zentrum der bevorstehenden Weltbischofssynode im Vatikan. Stattdessen stünden Diskussionen zu Ehe und Familie und die Frage, wie man mit gescheiterten Ehen umgehe, im Vordergrund, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) im Interview mit dem TV-Sender Phoenix.

kathweb

Das von Papst Franziskus einberufene Bischofstreffen findet vom 4. bis 25. Oktober statt. Marx warnte vor überzogenen Erwartungen. Bei der Zusammenkunft seien Vertreter aus aller Welt anwesend, die eine große Bandbreite an unterschiedlichen Sichtweisen mitbrächten. Außerdem habe eine Synode lediglich eine beratende Funktion, entscheiden könne nur der Papst. Klar sei aber auch: “Der Weg ist nicht zu Ende mit dieser Synode.”

Mit Blick auf die aktuellen Debatten um schwule und lesbische Paare sagte Marx, ihm sei wichtig, dass man die Menschen nicht nur von ihrer sexuellen Orientierung her definiere. Zu den umstrittenen Äußerungen des Schweizer Bischofs Vitus Huonder über Homosexuelle meinte Marx, er kenne den kompletten Vortrag nicht, den Huonder Ende Juli in Fulda gehalten hatte, wisse aber um die Berichterstattung darüber.

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Vatikan bleibt bei Ablehnung von Gender-Ideologie

Headquarter des Konzerns.
Headquarter des Konzerns.

Vatikanvizepressesprecher: Der Vatikan billigt keine Haltungen, die nicht im Einklang mit dem Evangelium stehen.

kath.net

Ein freundliches Antwortschreiben des vatikanischen Staatssekretariats hat in Italien zu Spekulationen geführt, der Vatikan habe seine Position zur Gender-Theorie geändert. Die Kinderbuchautorin Francesca Pardi leitete etwa aus dem mit Segenswünschen des Papstes übermittelten Brief die Hoffnung ab, diese Geste leite «einen neuen Ton» ein und führe zu mehr Respekt gegenüber lesbischen Paaren, die sich als «Ziel eines Kreuzzugs» sähen.

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Israels christliche Schulen schließen wegen fehlender Förderung

Bild: phhesse/flickr
Bild: phhesse/flickr

Treffen mit Präsident Rivlin verläuft ergebnislos – 33.000 Schüler in 48 Schulen betroffen

kathweb

Die christlichen Schulen in Israel drohen im anlaufenden Schuljahr geschlossen zu bleiben, da es ihnen an öffentlicher Unterstützung fehlt. Ein Krisentreffen mit Staatspräsident Reuven Rivlin, Bildungsminister Naftali Bennett und Bischof Giacinto-Boulos Marcuzzo, dem Leiter des Verhandlungskommitees christlicher Schulen, habe am Montag zu keiner Lösung geführt, bestätigte das Lateinische Patriarchat von Jerusalem laut der vatikanischen Nachrichtenagentur “Fides”.

Präsident Rivlin habe bei dem Treffen die Bedeutung christlicher Schulen in Israel und deren jahrzehntelanger “außergewöhnlicher Bildungserfahrung” hervorgehoben, ähnlich wie auch Bildungsminister Bennett sich zum Fortbestand christlicher Schulen in Israel und zu einer Lösung deren Budgetkrise bekannt habe, hieß es. Obwohl die Verhandlung seitens der Schulen im Anschluss als “positiven Schritt” bezeichnet wurde, könnten sie ohne konkretem Ergebnis nicht aufsperren, erklärten sie; als nächsten Schritt werde man einen Bericht über die eigenen Tätigkeiten und Finanzen erstellen.

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Homosexualität und Kirche: “Sexualität muss humanisiert werden”

Papst Franziskus: “Wer bin ich, ihn zu verurteilen?” (picture alliance / dpa)
Es ist einer der berühmtesten Sätze von Papst Franziskus: “Wer bin ich, ihn zu verurteilen?” Das ist auch der Titel eines neuen Buches des Moraltheologen Stephan Goertz. Untertitel: “Homosexualität und katholische Kirche”. Ein Buch, das kritisch ist gegenüber der Position des kirchlichen Lehramts. Und eines, das passend zur Familiensynode der Bischöfe im Oktober erscheint.

Ein Gespräch von Andreas Main mit Stephan Goertz|Deutschlandfunk

Andreas Main: Dieses Buch ist ein Paukenschlag. Führende deutsche Theologen fordern, die Haltung zu homosexuellen Partnerschaften endlich zu ändern. Dass dieses Buch jetzt erscheint, ist selbstverständlich kein Zufall. Im Oktober bei der Synode im Vatikan diskutieren Bischöfe aus aller Welt das Familienbild der katholischen Kirche. Und wie die Debatte dort ausgehen wird, das ist ausgesprochen offen. Auch wenn Deutschland nicht der Nabel der Welt ist und die katholische Kirche hierzulande nur ein Mosaik ist in dieser weltumspannenden Kirche. So dürfte die Stimme der Theologen, die Stephan Goertz um sich versammelt hat, doch gehört werden. Er selbst ist Professor für Moraltheologie an der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Mainz und der hat das Buch herausgegeben “Wer bin ich, ihn zu verurteilen? Homosexualität und katholische Kirche”. Mit Professor Stephan Goertz, mit dem wir das Gespräch vor der Sendung aufgezeichnet haben, sind wir in Mainz verbunden. Guten Morgen Herr Goertz.

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Die SS-Morde von Poppenhausen – deutsche Schaulust

Gedenkstätte Buchenwald lenkt mit neuer Ausstellung den Blick auch auf NS-Verbrechen außerhalb des Konzentrationslagers

Von Thomas Bickelhaupt|evangelisch.de

Dem Buch mit dem roten Einband ist sein brisanter Inhalt nicht anzusehen: «Chronik der Pfarrei Autenhausen von 1914 an» steht auf dem Buchdeckel, an dem die Jahrzehnte sichtlich ihre Spuren hinterlassen haben. Im Frühjahr 2016 wird die Kirchenchronik als Leihgabe des Erzbistums Bamberg in die neue Ausstellung der KZ-Gedenkstätte Buchenwald kommen. Ein langer Eintrag vom Mai 1942 macht das Buch zu einem Dokument des Nazi-Terrors.

Dabei geht es nicht um das kleine fränkische Dorf Autenhausen bei Coburg, sondern um das Geschehen wenige Kilometer entfernt. Dort, auf Thüringer Seite, im Wald zwischen Poppenhausen und Einöd, wurden am 11. Mai 1942 im Auftrag der Gestapo 19 polnische KZ-Häftlinge und ein Zwangsarbeiter öffentlich gehenkt. Hunderte Menschen aus der Region kamen, um den nationalsozialistischen Willkürakt als grausames Massenspektakel zu erleben.

An den Schaugerüsten aufgehängt

«Ich fuhr hin, um zu versuchen, ob nicht irgendein priesterlicher Beistand möglich ist», schrieb der Pfarrer von Autenhausen in die Chronik. Ein Polizist habe ihm allerdings bereits unterwegs angekündigt, für eine Genehmigung bestünde wenig Aussicht. Der Weg zum Ort der Exekution sei «die reinste Wallfahrt» gewesen – mit geschätzten 500 bis 700 Schaulustigen, darunter auch Frauen und Mädchen. «Die ersten hängen schon!», hätten ihm einige «roh und gefühllos» zugerufen.

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Bundesdrogenbeauftragte wenig einfallsreich – kein Alkohol-Verkauf nach 22 Uhr

Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler. dpa
“Wir brauchen ein gesellschaftliches Umdenken”, sagt Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler. Um Jugendliche von übermäßigem Alkoholkonsum abzuhalten, fordert sie ein nächtliches Verkaufsverbot.

DIE WELT

Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) befürwortet ein Verkaufsverbot für Alkohol ab 22 Uhr, um Jugendliche von übermäßigem Konsum abzuhalten. Eine solche Regelung habe sich in Baden-Württemberg bewährt, sagte sie der “Rheinischen Post” in Düsseldorf. In dem Bundesland darf in Supermärkten sowie an Tankstellen und Kiosken nachts zwischen 22 und 5 Uhr kein Alkohol verkauft werden. “Wir brauchen ein gesellschaftliches Umdenken im Umgang mit Alkohol”, forderte Mortler. Dazu gehöre auch, dass Alkohol- und Tabakkonsum während der Schwangerschaft tabu sein müssten.

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Ex-Nuntius Wesolowski gestorben – war zu erwarten

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Jozef Wesolowski, wegen sexuellen Missbrauchs angeklagter früherer Vatikanbotschafter in der Dominikanischen Republik, ist am Freitagmorgen im Alter von 67 Jahren im Vatikan gestorben – Es ist eine Autopsie im Gange.

kath.net

Jozef Wesolowski, wegen sexuellen Missbrauchs angeklagter früherer Vatikanbotschafter in der Dominikanischen Republik, ist am Freitagmorgen im Alter von 67 Jahren im Vatikan gestorben. Wie Radio Vatikan bestätigte, ist eine Autopsie im Gange. Der polnische Geistliche, der bereits in den Laienstand zurückversetzt worden war und wartete derzeit im Vatikan auf seinen Prozess.

Im Juli war Wesolowski aufgrund gesundheitlicher Probleme in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Am 20. Juli war er jedoch wieder entlassen worden. Seither hielt er sich unter ärztlicher Beobachtung im Vatikan auf.

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Passau: Neue Erklärungstafel zu antijüdischer Szene am Hochaltar

Westfassade des Dom St. Stephan im Jahr 2007. Bild: wikimedia.org/GFDL, Cc-by-sa-3.0
Im Passauer Dom Sankt Stephan erklärt seit dieser Woche ein neuer Text auf der Hinweistafel eine umstrittene Darstellung am Hochaltar. Betont wird auf der Tafel, dass es sich hier um eine herabwürdigende Einstellung der Kirche zum Judentum handle. In dem von Josef Henselmann (1898-1987) nach dem Krieg geschaffenem Altarensemble schweben über der Steinigungsszene des heiligen Stephanus zwei Figuren. Eine steht für die Kirche (Ecclesia), die andere für das besiegte Judentum (Synagoga). Auf der Hinweistafel heißt es nun, dass die Darstellung der Synagoge mit dem gebrochenen Stab einem “überkommenen, abschätzigen Muster” folge.

kathweb

Die Tafel enthält einen Hinweis auf die 1965 vom Zweiten Vatikanischen Konzil verabschiedete Judentums-Erklärung “Nostra Aetate”. Mit ihr seien Ikonographien wie die von Henselmann geschaffene kritisiert worden. Betont worden sei, dass die Juden nicht als von Gott verworfen oder verflucht dargestellt werden dürften.

Für eine Klarstellung hatte sich besonders der frühere evangelische Pfarrer Hans-Ulrich Kley eingesetzt. Er steht laut bayerischen Medien seit langem in Passau an der Spitze derer, die zwischen den beiden Religionen vermitteln. Er sei nun froh und dankbar, dass dieser Schritt endlich vollzogen sei. Der jetzt verwendete Text biete Anlass dafür, weiter über die theologischen Entwicklungen das Verhältnis von Juden und Christen betreffend nachzudenken.

Schalke: Evangelische Gesamtschule bietet interreligiösen Religionsunterricht

Themenbild.Bild: katholisches.info
Themenbild.Bild: katholisches.info

Vor dem Klassenraum der 9A ist der Kinderlärm ohrenbetäubend. Doch kaum klingt die Schulglocke der Evangelischen Gesamtschule zum Pausenende, hört man nur noch ein Geräusch: arabische Gesänge vom Tonband.

Von Philipp Beng|EKD

Was für den Besucher nach Koranstunde klingen mag, ist hier der ganz normale Religionsunterricht. Heute geht es einmal nicht um Bergpredigt, Konfirmationen oder die Thesen Luthers. In dieser und den kommenden fünf Wochen sieht der Lehrplan muslimische Themen vor. Heute: die Kaaba. Wann wurde das steinerne Monument gebaut, zu dem jährlich Millionen Muslime pilgern? Und was hat Mohammed damit zu tun? Die meisten der Schüler sind evangelisch, trotzdem sind diese Fragen für sie ein Kinderspiel. “Mohammed hat so Götzen aus der Kaaba rausgeräumt”, sagt einer der Neuntklässler und schaut dann nachdenklich. “Aber was sind noch mal Götzen?”

Die Gesamtschule auf Schalke hat ein besonderes Konzept für den Religionsunterricht entwickelt. Nur die Kinder der Klassenstufen fünf bis acht werden nach Glaubensrichtung aufgeteilt: Katholiken, Protestanten und Muslime besuchen separate Religionsstunden und lernen, was zu ihrem eigenen Glauben gehört. Doch ab der neunten Klasse wird der Religionsunterricht konfessions- und religionsübergreifend gestaltet. Dann beschäftigen sich die verschiedenen Religionsgruppen gemeinsam mit Inhalten aus Bibel und Koran. In einer Stadt, in der der Anteil nicht-deutscher oder migrantischer Bewohner weit über einem Viertel liegt, ist der Kontakt zwischen Christen und Muslimen ohnehin Alltag – wieso sollte das im Religionsunterricht anders sein? Der Gedanke dahinter ist simpel: Wer in einer Gesellschaft mit verschiedenen Religionen schon früh miteinander, voneinander und übereinander etwas lernt, ist dem Anderen gegenüber toleranter.

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Ist eine Zeckenkontrolle bei Jungs durch einen Priester tolerierbar?

Bild: zecken.de
Pfarrer übernahm bei einer Freizeit aushilfsweise die routinemäßige Zeckenkontrolle zweier Jungen im „Adamskostüm“ – Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ein – Bistum Fulda entscheidet: Pfarrer Lindner wird Pfarrgemeinde Dermbach verlassen

kath.net

Daran scheiden sich die Geister: Pfarrer Patrick Lindner wird die katholische Pfarrgemeinde „St. Peter und Paul“ im thüringischen Dermbach (Bistum Fulda) in Kürze verlassen, obwohl die Staatsanwaltschaft das Verfahren wegen Verdachts auf sexuellen Missbrauch gegen ihn eingestellt hat und nur noch von einer „Distanzlosigkeit“ spricht. Darüber berichtet die „Fuldaer Zeitung“. Das Bistum Fulda begründete seine Entscheidung damit, dass der Pfarrer gegen die Präventionsrichtlinien verstoßen habe.

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