Archiv der Kategorie: Christentum

Ist Gotteslästerung ein notwendiger Straftatbestand?

life-of-brian

In einem aufgeklärten Staat ist eine Strafnorm zum Schutze bestimmter Weltanschauungen überflüssig und rückständig.


Von Thomas Fischer|ZEIT ONLINE

Bilder

Im Jahr 1982 veröffentlichte der deutsche Dichter und Regisseur Herbert Achternbusch einen Film mit dem Titel: Das Gespenst. Er handelt davon, dass eine am Kreuz befestigte Christus-Figur zu (irdischem) Leben erwacht, vom Kreuz steigt und sich mit einer Nonne (“Oberin”) zusammentut. Der “Herrgott” nennt sich fortan “Ober” und versucht, den Lebensunterhalt für sich und die Oberin als Kellner in bayerischen Wirtshäusern zu verdienen. Einzelheiten seines Leidens an der modernen Welt will ich hier nicht verraten, nur so viel: In einer Szene des Films wird ein Frosch – in ökologisch einwandfreier, nicht tierquälerischer Weise – an ein aus kleinen Ästen gefertigtes Kreuz gebunden, sodass er – sehr, sehr kurz! – die ikonographische Stellung Christus’ einnimmt.

(Verzeihung, Tierfreunde! Es war so! Bitte jetzt keine Kommentare über Frösche und Kreuze! Einige Hunderttausend dieser Geschöpfe werden von Ihnen jährlich auf den Landstraßen zermatscht. Weitere Zehntausende opfern Sie der Wiederansiedlung des Storchs im Feuchtgebiet nahe Ihrem Villenviertel. Vom Sterne-Restaurant will ich hier gar nicht erst sprechen. Begnadigen Sie also, bitte, den Dichter Achternbusch und entsinnen Sie sich des Themas dieser Kolumne!)

weiterlesen

Thomas Fischer ist Bundesrichter in Karlsruhe und schreibt für ZEIT und ZEIT ONLINE über Rechtsfragen. Weitere Artikel seiner Kolumne finden Sie hier – und auf seiner Website.

CDU-Politiker formulieren Bedingungen für Einwanderungsgesetz

cdu-csu-fraktion-bundestag-logoEinen Tag nach der Vorstellung eines Positionspapiers der SPD geht die Debatte um ein Einwanderungsgesetz weiter.


evangelisch.de

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt äußerte am Mittwoch Zweifel daran, dass die große Koalition ein Einwanderungsgesetz verabschieden wird. “Der Entwurf wird nur ein Entwurf bleiben”, sagte sie der in Düsseldorf erscheinenden “Rheinischen Post” (Mittwochsausgabe). Sächsische CDU-Politiker formulierten unterdessen Bedingungen für ein Einwanderungsgesetz. Sie fordern auf der anderen Seite Verschärfungen im Asylrecht. Die Partei lehnte den SPD-Vorstoß bislang ab.

Vatikan wird künftig von drei Rechnungsprüfern geprüft

Bild: tilly

Bild: tilly

Drei Rechnungsprüfer werden künftig die Finanzen des Vatikan kontrollieren. Die Statuten für den vatikanische Wirtschaftsrat und das Wirtschaftssekretariat sind seit dem 1. März in Kraft.


religion ORF.at

Das ergibt sich aus den neuen Statuten für das Vatikan-Büro des Obersten Rechnungsprüfers, die nun auf der vatikanischen Internetseite veröffentlicht wurden. Insgesamt drei Statuten traten diese Woche in Kraft und sind jetzt im Internet abrufbar. Sie betreffen das Büro des Obersten Rechnungsprüfers sowie das Päpstliche Wirtschaftssekretariat und den Wirtschaftsrat.

Besetzungen stehen noch aus

Die Texte wurden von Papst Franziskus unterzeichnet. Ursprünglich war bei der Einführung der Wirtschaftsprüferstelle des Vatikans nur von einem Obersten Rechnungsprüfer die Rede gewesen. Nach einer Prüfung durch den Päpstlichen Rat für Gesetzestexte kam jedoch der Vorschlag auf, dem Leiter des Rechnungsprüfungshofes noch zwei Mitarbeiter zur Seite zu stellen. Ernennungen sind in diesem Bereich noch keine erfolgt.

weiterlesen

Berliner Friedhofsverband will Flächen für Flüchtlingsheime freigeben

Themenbild: Die Räumung eines Feldes wird angekündigt. Bild: wikimedia.org/CC BY 3.0 de/ikar.us

In Berlin könnten auf stillgelegten Friedhofsflächen bald Flüchtlingsunterkünfte entstehen. Der Evangelische Friedhofsverband Berlin Stadtmitte habe bis zu zwölf Standorte ausgewiesen, die entsprechend bebaut werden könnten, sagte Verbandsgeschäftsführer Jürgen Quandt. Voraussetzung wäre, dass mit dem zuständigen Landesamt für Gesundheit und Soziales und den Stadtplanungsämtern in den Bezirken ein Konzept erstellt wird.


evangelisch.de

Pfarrer Jürgen Quandt betonte, bei allen zur Verfügung stehenden Friedhofsflächen sei die zehnjährige Pietätsfrist abgelaufen. Die Flächen könnten entwidmet werden, da dort keine Gräber mehr genutzt werden. “Klar ist aber, dass wir keinen Schnellschuss machen”, sagte der Verbandsgeschäftsführer.

weiterlesen

Bill Donohue’s trouble with Atheists

The Catholic League’s Bill Donohue has a new book out today called The Catholic Advantage, all about how great it is to believe as he does.


By Hemant Mehta|Friendly Atheist

It’s not enough, however, to promote Catholicism. Donohue spends a huge chunk of the book talking about how awful atheism is. In fact, here’s the bulk of the book in a nutshell: Donohue claims that atheists are more likely to have mental health problems, be depressed, and commit suicide. We’re also less charitable and happy than our religious counterparts.

He more or less ignores the fact that religious people have very strong built-in communities and social networks (not to mention ways to donate your time and money), all of which contribute to one’s well-being. Very few atheist communities have the numbers that churches do, though there have been more attempts in recent years to build these up. No doubt we have a long way to go, but there’s nothing inherently bad about atheism — unless you think a lack of false hope is a problem — and Donohue never bothers to explain why Catholicism (as opposed to any other belief system) makes any sense.

I’ll give you an example of the kind of argument Donohue makes. Right in the introduction, he claims that people like us are atheists because we have bad relationships with our father:

In one way or another, [psychologist Paul] Vitz found, the relationship these [“prominent atheist intellectuals”] had with their father was deformed. In some cases, their father died when they were young; often their father abandoned them; for those whose father was present, he was “obviously weak, cowardly, and unworthy of respect”; or he was abusive, psychologically, sexually, or physically. In all cases, the father’s authority was missing or severely compromised. (p. xviii)

Vitz’s whole theory, as we’ve discussed on this site before, is full of holes — it’s a lot of cherry-picking minus all the peer review.

read more

Gleichstellungsatlas für evangelische Kirche erschienen

Bild: FB

Bild: FB

Bei der Gleichstellung von Frauen und Männern hat die evangelischen Kirche noch Nachholbedarf. Dies ergibt sich aus dem Gleichstellungsatlas, der zum internationalen Frauentag (8. März) erscheint. Danach sind Frauen in den Ehrenämtern von Kirche und Diakonie überrepräsentiert, hingegen in der mittleren Leitungsebene kaum vertreten. Bei Dekanen und Superintendenten beträgt der Frauenanteil 21 Prozent, wie die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) am Dienstag in Hannover mitteilte. Für 2016 wurde eine Studie angekündigt, die Ursachen für die geringe Repräsentanz von Frauen in kirchlichen Leitungspositionen auf der Ebene von Kirchenkreisen und -bezirken nachgeht.


evangelisch.de

Korrigiert werde in dem Atlas der “gefühlte Eindruck”, dass es in der evangelischen Kirche mittlerweile mehr Pfarrerinnen als Pfarrer gebe, sagte Synodenpräses Irmgard Schwaetzer. Realität sei hingegen, dass von den aktiven Pfarrern 33 Prozent Frauen sind. Dass zunehmend Frauen ins Pfarramt streben, war etwa von dem evangelischen Theologieprofessor Friedrich Wilhelm Graf als “Feminisierung” des Pfarrberufs charakterisiert worden. Von den Pfarrerinnen waren rund 43 Prozent in Teilzeit beschäftigt.

weiterlesen

Netanyahu’s war must be stopped now: The real story behind his speech to Congress

Benjamin Netanyahu (Credit: Reuters/Nir Elias)

While the media covers politics and personalities, a much more dangerous game around Iran unfolds off-stage


By Michael Lerner|Salon

The media has focused attention on the rude way that Israeli Prime Minister Netanyahu made his appearance in the U.S. this week, as though the real issue is hurt feelings between him and President Obama. This is a mistake that misleads many into thinking that the problem is about respect for our president or concern that Netanyahu is using this trip to promote his election chances in Israel, where “standing up to Obama” might enhance his electoral chances when the Israeli public chooses a new Knesset in two weeks. Watch as the media’s next angle becomes a sigh of relief when Netanyahu makes apologetic sounds about that rift.

The real story is far more worrisome.  Netanyahu is here to push the U.S. toward another Middle East war in which the U.S. would be the proxy for what Netanyahu (mistakenly) thinks is Israeli interests. And Americans are going to have to stand up and say “NO” both to Netanyahu and to the militarists in both parties who are all too happy to generate another war, this time against Iran.  If Netanyahu succeeds, it will be a disaster for all Americans, and an even greater disaster for American Jews.

read more

NDR findet in Hamburg „radikale Christen“

Der NDR macht den „Kongress christlicher Führungskräfte“ in seiner Berichterstattung zum „Kongress radikaler Christen“ Foto: NDR/Gita Mundry

Der Norddeutsche Rundfunk hat den „Kongress christlicher Führungskräfte“ heftig kritisiert. An ausgewählten Beispielen will der NDR-Autor Christian Baars zeigen, was „radikale Christen“ eigentlich sind – und scheitert.


pro Medienmagazin

„Scholz unterstützt Kongress radikaler Christen“, lautet die Überschrift des Beitrags von NDR-Journalist Baars. Der Erste Bürgermeister Hamburgs Olaf Scholz hat die Schirmherrschaft des diesjährigen Kongresses inne, der unter anderem von der Nachrichtenagentur idea e.V. veranstaltet wird. „Herzlich Willkommen in Hamburg! Ich finde, die Stadt der ehrbaren Kaufleute an der Wasserkante ist genau der richtige Ort für den diesjährigen Kongress christlicher Führungskräfte“, begrüßte Scholz die Teilnehmer in seiner Heimatstadt mit einer Rede.

Wie „radikal“ die Kongressteilnehmer sind, will Baars unter anderem mit einem Foto darstellen. Auf dem Bild ist der Stand des Christlichen Hilfswerks „Open Doors“ im Ausstellungsraum zum Führungskräfte-Kongress zu sehen. Ein Militärfahrzeug mit Maschinengewehr und iranischer Flagge sind dort als Symbol für die Christenverfolgung platziert. Die Bild-Unterschrift des NDR-Journalisten lautet: „Eine Organisation widmet sich auf der Ausstellung dem Thema Christenverfolgung – mit einem Maschinengewehr.“ Radikal seien mehrere Aussteller auch deswegen, weil sich laut Baars einige Missionsgesellschaften in Afrika dafür einsetzen, Dämonen zu vertreiben. Der Dämonen-Glaube spielt in afrikanischen Volksreligionen häufig eine Rolle.

weiterlesen

Bayerische Landeskirche will Opfer sexueller Gewalt entschädigen

Bild: WAZ

Bild: WAZ

Die bayerische evangelische Landeskirche will künftig Opfer sexueller Gewalt in kirchlichen Einrichtungen entschädigen. Finanzielle Leistungen erhielten Menschen, “die glaubhaft machen, dass sie als Kinder, Jugendliche oder Heranwachsende sexuelle Übergriffe durch kirchliche oder diakonische Mitarbeitende erlitten haben und deren Ansprüche gegenüber den Tätern und den Institutionen inzwischen verjährt sind”, teilte die Landeskirche München mit.


evangelisch.de

Über die Höhe der Entschädigungsleistung entscheide eine eigene Kommission, der unter anderem die frühere Präsidentin der bayerischen Landessynode, Dorothea Deneke-Stoll, und der frühere Präsident des Diakonischen Werkes Bayern, Ludwig Markert, angehören. Die bayerische Landeskirche setzt damit die Empfehlungen aus den Beratungen des Runden Tisches “Sexueller Kindesmissbrauch” um, der auf Initiative des Bundesjustizministeriums 2010 eingesetzt worden war.

weiterlesen

Amerikaner schult Christen für den Kampf gegen den IS

In Syrien und im Irak kämpfen mittlerweile auch assyrische christliche Milizen (Symbolbild) Foto: Jayel Aheram | CC BY 3.0

Der Amerikaner Matthew VanDyke bildet Christen im Irak für den Kampf gegen den IS aus. Damit befindet er sich in einer Grauzone. Christen aus Amerika finanzieren die Ausbildung.


pro Medienmagazin

Der 35-jährige Amerikaner Matthew VanDyke hat bereits gemeinsam mit Rebellen in Syrien und Libyen gekämpft. Nun ist er erneut in Erscheinung getreten, berichtet die Tageszeitung Die Welt. VanDykes privates Militärunternehmen Sons of Liberty International (SOLI) hat christliche Freiwillige für den Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) ausgebildet. Laut dem Magazin USA Today hat eine brutale Ermordung von zwei US-Bürgern VanDyke dazu bewegt, sich am Kampf gegen den IS zu engagieren. Sein Unternehmen soll bereits einige hundert Freiwillige ausgebildet haben, die sich als „Einheit zum Schutz der Ninive-Ebene“ (Nineveh Plain Protection Units, kurz NPU) versteht.

Ninive ist eine Region im Nordirak. Assyrische Christen und andere Minderheiten sehen dieses Gebiet als ihre Heimat an. Diese wollen sie verteidigen und nicht dem IS überlassen. Erst vergangene Woche hatte der IS mehr als 220 assyrische Christen in Syrien verschleppt. Inzwischen wurden 19 der verschleppten Christen gegen Lösegeld wieder frei gelassen.

weiterlesen

5 Antworten auf die homphoben Sprüche von Birgit Kelle

Bild: Imago/Huffington Post

Homophobie bei “Hart aber Fair”.Brigit Kelle ist Autorin (u. a. für das katholische Online-Portal www.kath.net), Frauenrechtlerin und vor allem: Demagogin. Zusammen mit Beatrix von Storch (AfD) heizt sie die Demonstrationen gegen Sexuelle Vielfalt im Bildungsplan an.

Jetzt war sie mal wieder zu Gast bei “Hart aber Fair” zum Thema “Nieder mit den Ampelmännchen – Deutschland im Gleichheitswahn?” Wie immer schwer verdaulich, denn Birgit Kelle arbeitet bei ihrem Kreuzzug gegen neue Bildungspläne vor allem mit Polemik und wirft gerne Fragen auf, die sie selber zu beantworten offenbar nicht imstande ist. Oder sie will Dinge nicht zu Ende denken. MÄNNER-Chefredakteur Kriss Rudolph ist gerne behiflich.

Huffington Post/Männer

1. „Soll mein kleiner Kerl überlegen, ob er wohl schwul ist, weil er seinen besten Freund echt gern hat und sie sogar im gleichen Bett am Wochenende übernachten?”

Abgesehen davon, dass wir die Wendung „mein kleiner Kerl” für Ihren Sohn merkwürdig finden: Ja, liebe Frau Kelle, genau das soll er. Überlegen hat noch niemandem geschadet, speziell über diese Frage. Es wird ihn sicher nicht in eine Lebenskrise stürzen, sondern zu einem offenen, empathischen Menschen machen (womit er sich von seiner Mutter unterscheiden wird). Finden Sie das eine so schlimme Vorstellung?

2. „[Was ist schwul?] Ich habe [meinem Sohn] erklärt […] Dass es Männer gibt, die nicht nur andere Männer lieben – das tut er auch, er hat einen Vater und Brüder und Freunde -, sondern so sehr lieben, dass sie den anderen Mann auch heiraten wollen. Da hat er den Unterschied verstanden. Es ließ ihn staunend mit offenem Mund zurück.”

Wir wollen hoffen, dass Ihr kleiner Kerl den Mund inzwischen wieder zumachen kann. Wenn es für ein Kind eine solche Sensation ist, dass sich zwei Menschen lieben – da möchte man nicht wissen, in was für einer kalten und lieblosen Atmosphäre der arme Junge aufwächst.

weiterlesen

Kirche in Norwegen droht Millionenschaden

Bild: tilly

Bild: tilly

Es könnte ein richtig großer Betrugsskandal werden: In Norwegen sind der Bischof von Oslo, Bernt Eidsvig, sein Bistum und mehrere Mitarbeiter angeklagt worden. Der Vorwurf: Einwanderer aus mehrheitlich katholischen Ländern seien ohne ihr Wissen als Katholiken registriert worden, um auf diese Weise höhere Zuschüsse des Staates zu erhalten.


Von Benjamin Lassiwe|kath.net

In Norwegen gibt es keine Kirchensteuer – stattdessen erhalten Kirchen- und Weltanschauungsgemeinschaften Unterstützung vom Staat, deren Höhe sich an der Zahl der Mitglieder der jeweiligen Gemeinschaft bemisst.

Erstmals hatten norwegische Medien im Herbst 2014 über den Verdacht berichtet: Es war die Pressesprecherin des Humanistischen Verbands Norwegen, die aus Polen stammende Agnieszka Bryn, die zufällig herausfand, dass sie von der katholischen Kirche als Mitglied angegeben worden war. Seitdem kamen immer mehr Fälle ans Tageslicht. Zuletzt sagte die Leiterin einer Buddhisten-Gemeinde in Oslo der Boulevardzeitung «VG», mehrere ihrer Gemeindeglieder, die teils schon seit vielen Jahren praktizierende Buddhisten seien, würden von der katholischen Kirche als Mitglieder geführt.

weiterlesen

Zusätzliches Kirchen-Personal: Manager im Auftrag des Herrn

Selbstdarstellung der Erzdiözese München/Freising. Bild: bb

Selbstdarstellung der Erzdiözese München/Freising. Bild: bb

  • Viele Pfarrer klagen über Arbeitsüberlastung und Stress. Jetzt reagiert das Erzbistum München und Freising: Es stellt Verwaltungsleiter für die Pfarreien und Pfarrverbände ein.
  • Seelsorger sollen sich wieder mehr um die Menschen kümmern können und bei Verwaltungsarbeiten entlastet werden.
  • Bis zu 100 neue Stellen sind vorgesehen.


Von Jacob Wetzel|Süddeutsche.de

Die katholische Kirche steuert um: Das Erzbistum München und Freising will künftig seinen Seelsorgern hauptamtliche Verwaltungsleiter zur Seite stellen. Denn immer mehr Pfarreien werden zu Pfarrverbänden zusammengelegt, die Pfarrer müssen deshalb zunehmend Management-Aufgaben erledigen, statt sich um die Gläubigen kümmern zu können.

Das soll sich nun ändern. Die Kirchenleitung will demnach mindestens 67 Fachkräfte einstellen, um Priester, Diakone und pastorale Mitarbeiter zu entlasten. Das bestätigte ein Kirchensprecher am Montag auf Anfrage. Die ersten Verwalter sollen im September die Arbeit aufnehmen. Die Kirche rechnet mit Kosten in Höhe von vier Millionen Euro im Jahr.

weiterlesen

Ein Islamgesetz nach österreichischem Vorbild?

Islamisches Forum Penzberg, Bayern. Bild: Akif Sahin/CC BY 2.0

So funktioniert Agenda-Setzung. Am Wochenende, nachdem in Österreich ein neues Islamgesetz verabschiedet wurde, melden sich konservative deutsche Politiker zu Wort. Von dem Gesetz in Österreich könne “man viel lernen”, so CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn in der Bild-Zeitung. Ebenfalls im Boulevard erklärte Parteikollege Günter Krings, dass die Konflikte zwischen dem Islam und unserer freiheitlichen Gesellschaft nicht kleiner würden, “solange ihre Prediger (der muslimischen Mitbürger, Einf. d. A.) in der Türkei ausgebildet oder gar mit arabischem Geld bezahlt werden, werden die Konflikte zwischen dem Islam und unserer freiheitlichen Gesellschaft nicht kleiner werden.”


Von Thomas Pany|TELEPOLIS

Krings, Staatssekretär im Bundesinnenministerium, fordert, dass neben den Religionslehrern auch islamische Seelsorger an deutschen Hochschulen ausgebildet werden, “in deutscher Sprache und nach einem deutschen Studienplan”. Beide Unionspolitiker gehören zu den Unterzeichnern des Manifests “CDU 2017″. Auf der dazu gehörigen Webseite findet sich dann auch ein Beitrag zum Thema vom 26. Februar, überschrieben: Für einen Islam mitteleuropäischer Prägung. Das österreichische Parlament hatte das Islamgesetz am 25. Februar verabschiedet. Der Integrationsminister des Nachbarlandes Sebastian Kurz verspricht sich davon, dass es “einen Islam europäischer Prägung” ermöglicht.

Symbolpolitik: “Wir brauchen so eine Richtung in Deutschland”

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), Aiman Mazyek, nahm den Spielball auf. Er erklärte, dass ein solches Gesetz dazu beitragen könne zu zeigen, dass der Islam zu Deutschland gehört. “Wir brauchen so eine Richtung in Deutschland, um wieder Normalität und Selbstverständlichkeit in der muslimischen Community herzustellen”, wurde Mazyek vorab aus einem Interview mit dem Fernsehsender Phoenix, das gestern ausgestrahlt wurde, zitiert. Beim katholischen Domradio wurde Mazyeks Zitat noch mit Aussagen des Unionspolitikers Lammert umrahmt, der sich ebenfalls zu einem “möglichen deutschen Islamgesetz” äußerte: Imame sollten seiner Auffassung nach hierzulande Deutsch sprechen.

weiterlesen

Ewiggestrige Schleswig-Holsteiner kämpfen für Gottesbezug

Die Abgeordneten stimmten im vergangenen Oktober für eine Verfassung ohne Gottesbezug. Eine Volksinitiative will das nicht hinnehmen (Archivbild) Foto: BJOERN WILKE

Eine Volksinitiative in Schleswig-Holstein will den Gottesbezug in der Landesverfassung sehen. Zu den Initiatoren gehören die früheren Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen (CDU) und Björn Engholm (SPD). Im vergangenen Jahr hatte der Landtag eine neue Verfassung ohne Gottesbezug beschlossen.


pro Medienmagazin

Mindestens 20.000 Unterschriften will die Initiative sammeln, berichtet der Norddeutsche Rundfunk (NDR). Wenn das gelingt, muss sich der schleswig-holsteinische Landtag erneut mit dem Thema Gottesbezug befassen. Im vergangenen Oktober hatte er eine reformierte Landesverfassung beschlossen, die ein Sonderausschuss ein Jahr lang erarbeitet hatte. Zur Debatte stand auch die Formulierung „in Verantwortung vor Gott und den Menschen“. Zwei Drittel der Abgeordneten hatten für den neuen Verfassungstext gestimmt, der diese Formulierung nicht beinhaltete. Den Gottesbezug hatten nach Angaben des NDR vor allem die CDU-Fraktion und Ministerpräsident Thorsten Albig (SPD) gefordert. Albig begründete seine Forderung damit, die große Mehrheit der Menschen in diesem Land führe ihre Existenz auf etwas Höheres zurück. FDP-Fraktionschef Wolgang Kubicki bekannte sich damals zwar als gläubiger Christ, erklärte aber, Gott gehöre nicht in die Verfassung, sondern in das tägliche Leben.

Die nun entstandene Volksinitiative unterstützen auch die Nordkirche, das Erzbistum Hamburg, die islamische Religionsgemeinschaft Schleswig-Holstein und der Landesverband der jüdischen Gemeinden.

weiterlesen

“Wir sind Kirche” macht Druck auf Bischöfe

Bild: wir-sind-kirche.at

Vor der Frühjahrskonferenz drängt die kritische Plattform “Wir sind Kirche” die heimischen Bischöfe zu “kühnen Vorschlägen” in der Familienpolitik.


Die Presse

Die kritische Plattform “Wir sind Kirche” drängt die Bischöfe zum Auftakt von deren Frühjahrskonferenz zu “kühnen Vorschlägen” etwa in der Familienpolitik. Schließlich habe auch der Papst dazu aufgefordert. Da solche Vorschläge bisher aber ausgeblieben seien, gebe es weiter ungebremste Austrittszahlen und Resignation.

Die österreichischen Bischöfe sollten sich nach Vorstellung von “Wir sind Kirche” entschieden dafür einsetzen, dass bei der Ordentlichen Bischofssynode im Herbst 2015 noch sehr viel mehr “Laien”, die über sehr unterschiedliche Familienerfahrungen verfügten, rede- und stimmberechtigt teilnehmen könnten.

Gefordert sei jedenfalls ein neues Verständnis der Sexualität sowie eine Anerkennung der verantworteten Gewissensentscheidung in Fragen der Empfängnisregelung. Zudem dürften geschiedene Wiederverheiratete nicht weiter von den Sakramenten ausgeschlossen bleiben. Nötig sei überdies ein Ende jeglicher Diskriminierung von Frauen inner- und außerhalb der Kirche. Priestern müsse endlich das Recht auf Familienleben eingeräumt werden. Schließlich will “Wir sind Kirche” eine Entdiskriminierung von Homosexuellen.

weiterlesen

Dodo Marx: In der Ökumene geht es um die Zukunft des Christentums

Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,

Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,

Münchner Kardinal: Nicht das Trennende ins Zentrum stellen, “sondern das, was uns verbindet, und das ist doch das Evangelium”


kathweb

Das Gespräch zwischen Katholiken und Protestanten ist nach den Worten des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Kardinal Reinhard Marx, auch immer wieder geprägt von der Frage nach der Zukunft des Christentums. “Das kann den Dialog verstärken, aber auch schwächen, weil wir in der Analyse der Situation nicht so einfach zusammenkommen”, sagte Marx der französischen Jesuitenzeitschrift “Etudes”. Das gelte innerhalb der eigenen Kirche, aber auch zwischen den Konfessionen.

Das Interview ist in deutscher Übersetzung auf der Internetseite der “Stimmen der Zeit” veröffentlicht. Erst im Jänner war ein Gespräch mit Marx in dem US-Jesuiten-Magazin “America” erschienen.

In Deutschland sei das Gespräch zwischen evangelischer und katholischer Kirche auf einem “sehr freundschaftlichem, intensiven Niveau”, erklärte der Erzbischof von München und Freising. Da der neue Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, auch bayerischer Landesbischof sei und ebenfalls wie Marx in München lebe, werde sogar schon von der “Ökumene der kurzen Wege” gesprochen. Grundsätzlich aber gelte für die Ökumene, nicht das Trennende ins Zentrum zu stellen, “sondern das, was uns verbindet, und das ist doch das Evangelium”.

Sorge bereitet dem Kardinal jedoch, dass in den Kirchen die Kenntnis der anderen Konfessionen nicht zugenommen habe. Die ökumenisch Engagierten gehörten eher den älteren Generationen an. Manche verstünden nicht die Wichtigkeit des theologischen Dialogs und meinten, es komme nur auf gemeinsame Aktionen an.

weiterlesen

Kirchen fordern: “Wildwuchs” bei Sonntagsarbeit stoppen

Bild: tilly

Bild: tilly

Zum Internationalen Tag des freien Sonntags am 3. März fordern evangelische Landeskirchen die Gesetzgeber auf, bundesweiten “Wildwuchs” bei der Sonntagsarbeit zu stoppen.


evangelisch.de

Die “Allianz für den freien Sonntag” warnt vor einer weiteren Aushöhlung des Sonntagsschutzes. Aus den Urteilen oberster Bundesgerichte zum Schutz des Sonntags müssten Konsequenzen gezogen werden, sagte die Stellvertreterin des hessen-nassauischen Kirchenpräsidenten, Ulrike Scherf, am Montag. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte im vergangenen November Sonntagsarbeit in hessischen Call-Centern, Videotheken sowie Lotto- und Totoannahmestellen untersagt. “Die Entscheidung muss aber Konsequenzen in ganz Deutschland haben, denn die betroffenen Regelungen sind in fast allen Bundesländern gleich”, sagte Scherf. Sie wies die Landesregierungen auf ihre Verpflichtung hin, dem Rechtsstaatsprinzip zu folgen, nach dem Verordnungen entsprechend angepasst werden müssten: “Es wäre klug, die Länder besinnen sich auf dieses Prinzip und warten nicht darauf, bis es eingeklagt wird.”

weiterlesen

Berlin: Evangelische Kirche prüft Aufnahme weiterer Flüchtlinge – wer zahlt?

Foto: dpa/DIE WELT

Die Evangelische Kirche in Berlin sieht Möglichkeiten, mehrere tausend weitere Flüchtlinge aufzunehmen. «Es gibt Träger, die bereitstehen, etwas zu entwickeln», sagte Bischof Markus Dröge am Montag nach einem Treffen mit Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD) und dem rot-schwarzen Senat. Über konkrete Gebäude sei aber noch nicht gesprochen worden. Müller bedankte sich für das Engagement von Kirche und Diakonie. Weitere Gesprächsthemen waren die Finanzierung des Religionsunterrichts in Berlin, der anstehende Kirchentag und das Reformationsjubiläum 2017.

DIE WELT

Olaf Scholz (SPD) war Schirmherr: Zoff um den Christen-Kongress im CCH

Olaf Scholz, Bild:NDR, Screengrab: BB

Olaf Scholz, Bild:NDR, Screengrab: BB

Kreationisten, bibeltreue Evangelikale, die umstrittene „Mission Freedom“: Unter den 180 Ausstellern beim „Kongress christlicher Führungskräfte“ von Donnerstag bis Sonnabend im CCH waren auch einige Fundamentalisten. Dass Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) Schirmherr der Veranstaltung war, empörte homosexuelle Aktivisten.


Von Stephanie Lamprecht|Hamburger Morgenpost

Die Liste der Aussteller: vielfältig. Christliche Unternehmensberater, Reisebüros, Kliniken, Immobilienmanager, die Konrad-Adenauer-Stiftung, das Straßenmagazin „Hinz&Kunzt“, die Junge Union. Viele Besucher tragen Nadelstreifen, die Seminare heißen etwa „Ausgebrannt – ein Führungsproblem?“ Aber: Organisator ist der evangelikale Verlag idea, Plattform etwa für Autoren, die Homosexualität für eine Krankheit halten. Das schwul-lesbische Magazin „queer.de“ wirft dem Bürgermeister vor, „Gast bei Homo-Hassern“ zu sein.

Vertreten ist auch „Mission Freedom“, jene Organisation der Neugrabener Pastorenfrau Gaby Wentland, die in ihren Predigten Krankheiten wie Epilepsie als „Fluch“ bezeichnet und behauptet, sie könne durch Handauflegen heilen.

weiterlesen