Der Aufstieg des Islam

Der Prophet Mohammed in einer historischen Darstellung. Für den Islamwissenschaftler Lutz Berger gibt es in der Islam-Debatte zu viele unhistorische Rückgriffe auf die Anfangszeit des Islam vor rund 1.400 Jahren. (imago/stock&people)
Der Prophet Mohammed in einer historischen Darstellung. Für den Islamwissenschaftler Lutz Berger gibt es in der Islam-Debatte zu viele unhistorische Rückgriffe auf die Anfangszeit des Islam vor rund 1.400 Jahren. (imago/stock&people)
Der Islam ist nicht das Fremde, sondern Teil der spätantiken Mittelmeerwelt, aus der auch das heutige Europa hervorgegangen ist, konstatiert der Kieler Islamwissenschaftler Lutz Berger in seinem Buch „Die Entstehung des Islam. Die ersten hundert Jahre“. Darin widerspricht er der These, der Islam sei per se eine kriegerische Religion. Stattdessen seien Muslime stark geworden, weil ihre Gegner schwach waren.

Von Jan Kuhlmann | Deutschlandfunk

Über den Islam wird in Deutschland und anderswo heftig diskutiert. Doch von der Art und Weise, wie das allzu oft geschieht, hält der Islamwissenschaftler Lutz Berger wenig. Für ihn gibt es zu viel Schwarz und Weiß in der Debatte – was bei ihm heißt: zu viele unhistorische Rückgriffe auf die Anfangszeit des Islam vor rund 1.400 Jahren.

„Viele sogenannte Islamkritiker meinen, dass alles Denken und Tun der Muslime bereits in einem wörtlich zu verstehenden Koran vorgezeichnet sei und sehen im Propheten Mohammed einen direkten Wegbereiter heutiger militanter Bewegungen. Konservativ-traditionalistische Muslime argumentieren ganz anders, aber oftmals genauso unhistorisch, und zeichnen von der Frühzeit des Islam das idealisierte Porträt eines Zeitalters der Glückseligkeit, von dessen Errungenschaften wir Heutigen alles lernen könnten, was wir brauchen, um die Probleme der Gegenwart zu lösen.“

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Kirchengemeinden bieten mehr Flüchtlingen Asyl

Image: Louis Berk/CC BY-ND 2.0
Image: Louis Berk/CC BY-ND 2.0
Immer mehr Kirchengemeinden gewähren Flüchtlingen Unterschlupf, um sie vor Abschiebung zu schützen. Im Januar stieg die Zahl der Fälle um 16 Prozent, verglichen mit dem Vorjahresmonat.

SpON

Die Zahl der Kirchengemeinden, die Flüchtlingen zum Schutz vor Abschiebung Kirchenasyl gewährt, ist erneut gestiegen. Mitte Januar zählte die Bundesarbeitsgemeinschaft „Asyl in der Kirche“ bundesweit 323 solcher Asylfälle mit 547 Menschen, davon 145 Kinder.

Mitte Januar 2016 hatte die von beiden großen Kirchen getragene Initiative 277 Kirchenasylfälle mit 449 Flüchtlingen registriert – ein Plus von gut 16 Prozent. Im Januar 2015 hatte es 200 Fälle mit 359 Flüchtlingen gegeben.

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Mexiko: Fahndung nach Priester, wegen mutmaßlicher Vergewaltigung

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Die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft fahndet nach dem früheren Generalvikar der mexikanischen Erzdiözese Oaxaca, Carlos Franco Perez. Dem Priester wird die Vergewaltigung eines Jugendlichen im Vorjahr zur Last gelegt, berichtete das Portal „vanguardia.com.mx“ am Montag.

Radio Vatikan

Er soll die Tat in alkoholisiertem Zustand in einem zur Kathedrale gehörenden Raum begangen haben. Nach einer Anzeige und Festnahme wurde der Geistliche zunächst vom Richter freigelassen. Diese Entscheidung wurde nun in zweiter Instanz rückgängig gemacht.

Laut Angaben des Rechtsanwalts des Opfers, Joaquin Aguilar Mendez vom Opferschutzvereins SNAP, droht dem Beschuldigten eine Haftstrafe von 18 Jahren. Kommt es zur Verurteilung, wäre dies in Mexiko das erste Mal in einem derartigen Fall.

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Exorzismus-Prozess: Haft für vom Glauben Besessene

Monatelang wurde verhandelt. Eine der Angeklagten verdeckt sich das Gesicht, während sie mit einer Dolmetscherin spricht. Foto: dpa
Monatelang wurde verhandelt. Eine der Angeklagten verdeckt sich das Gesicht, während sie mit einer Dolmetscherin spricht. Foto: dpa
Im Prozess um die tödliche Teufelsaustreibung in Frankfurt muss nur die Hauptangeklagte für sechs Jahre in Haft.

Von Stefan Behr | Frankfurter Rundschau

Am Ende, als das Urteil längst gesprochen ist, fährt etwas in Frau K. Vermutlich ist es Verzweiflung. Soeben hat das Landgericht die 44 Jahre alte Hauptangeklagte im sogenannten Exorzismus-Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. Ihre vier Mitangeklagten sind mit Bewährungsstrafen davongekommen und wollen und werden nun so schnell wie möglich in ihre südkoreanische Heimat zurückkehren. Frau K., der dies verwehrt ist, beginnt zu schreien und mit den Fäusten auf den Tisch zu schlagen.
So hatte auch alles angefangen. In einer Dezembernacht 2015, als die übernächtigte und nach eigener Überzeugung von Dämonen gejagte Truppe aus einem vermeintlichen Spukhaus in Sulzbach in ein Frankfurter Hotelzimmer geflohen war. Doch auch hier war das spätere Opfer nicht sicher: Die Frau begann plötzlich, in fremden Zungen zu reden, zu schreien und um sich zu schlagen.

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Kardinal Burke wirft Interimschef der Malteser Verleumdung vor

foto: reuetrs/bianchi Kardinal Raymond Burke ist
foto: reuetrs/bianchi Kardinal Raymond Burke ist „erstaunt“ und wirft dem interimistischen Leiter des Malteserordens „Verleumdung“ vor.
Botschafter des Vatikans beim Malteserorden will nicht für die Entlassung des Großkanzlers Boeselager verantwortlich sein

derStandard.at

Der päpstliche Botschafter beim Malteserorden in Rom, Kardinalpatron Raymond Leo Burke, hat mit scharfen Worten zurückgewiesen, im Dezember den Rücktritt des Großkanzlers der Malteser, Albrecht von Boeselager, gefordert zu haben.

Burke reagiert damit auf ein Interview des STANDARD mit dem interimistischen Leiter des Malteserordens, Großkomtur Ludwig Hoffmann-Rumerstein.

Bei dem Treffen am 6. Dezember des Vorjahres waren neben dem Kardinalpatron und dem Großkanzler nur der Großkomtur und Großmeister Matthew Festing anwesend. Dabei war über die Verantwortung für die Verteilung von Kondomen im Rahmen eines Projekts der Hilfsorganisation Malteser International in Myanmar vor einigen Jahren gesprochen worden. Festing hatte in der Folge die Entlassung Boeselagers durchgesetzt, woraufhin der Papst intervenierte. Festing musste Ende Jänner zurücktreten, und Boeselager erhielt sein Amt zurück, Hoffmann-Rumerstein leitet seither den Orden interimistisch.

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Dodo Müller: Die katholische Kirche ist keine ‚Papstkirche‘

Gerhard L. Müller links im Bild
Gerhard L. Müller links im Bild
Präfekt der Glaubenskongregation warnt in neuem Buch über Franziskus vor Personenkult – Kirche ist Versammlung

kath.net

Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller plädiert für eine behutsame Dezentralisierung der katholischen Kirche. „Im Sinne der Neuevangelisierung müssen auch die Bischöfe, die Synoden und Bischofskonferenzen eine größere Verantwortung wahrnehmen inklusive einer ‚gewissen lehramtlichen Kompetenz'“, schreibt der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation in seinem neuen Buch, das am Montag im Freiburger Verlag Herder erschien.

Papst Franziskus habe mit seiner Forderung nach einer „heilsamen Dezentralisierung“ jedoch keineswegs ein „Signal für einen Richtungswechsel oder eine Revolution im Vatikan gegeben“, so Müller weiter. „Separatistische Tendenzen und präpotentes Verhalten“ schadeten der katholischen Kirche. Eine Bischofskonferenz könne niemals „separate verbindliche dogmatische Erklärungen abgeben oder gar definierte Dogmen und konstitutive sakramentale Strukturen relativieren“. Konkrete Beispiele dafür, was Bischofskonferenzen künftig selbst entscheiden könnten, nennt Müller nicht.

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US-Wissenschaftler wagen den Aufstand gegen Trump

 Ein
Ein „Haufen Nerds“: Am Wochenende demonstrierten hunderte Wissenschaftler gegen die Politik von Donald Trump. (Foto: dpa)
Die Trump-Regierung hält nicht viel von unabhängiger Forschung. US-Wissenschaftler leisten nun Widerstand, vor Gericht und auf der Straße. Doch der Gegner ist mächtig.

Von Christopher Schrader | Süddeutsche.de

Wow, ich habe noch nie solch einen Haufen Nerds gesehen“, ruft Geoffrey Supran, Spitzenforscher am Massachusetts Institute of Technology, ins Mikrofon. Hunderte Wissenschaftler auf dem Copley Square in Boston quittieren das mit Jubel. Die Menge schwenkt Plakate und skandiert: „Stand up for science!„. Die Forscher sind entsetzt über die neue Regierung von Präsident Donald Trump, die auf breiter Front wissenschaftsfeindliche Positionen vertritt.

Die Demonstration in Boston ist nur der Vorläufer einer großen Kundgebung im April in Washington und anderen Städten, an der – so hoffen die Organisatoren – Hunderttausende teilnehmen werden, der Scientists‘ March, der Aufmarsch der Wissenschaftler. Welch bessere Gelegenheit, dafür zu werben, könnte es geben, als die soeben abgehaltene Jahrestagung der größten Forschervereinigung der USA, der AAAS. Mehr als 10 000 Wissenschaftler, Lehrer und Journalisten aus 60 Ländern besuchten die Konferenz.

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Bosbach kritisiert Kopftuch-Praxis beim BAMF

Ausgerechnet eine Muslimin mit Kopftuch bearbeitet Asylanträge verfolgter Christen. Problematisch findet das der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach. Die Nürnberger Behörde aber verteidigt diese Praxis.

Von Manuel Bewarder | DIE WELT

Vor ein paar Tagen traf Wolfgang Bosbach in seinem Wahlkreis in Nordrhein-Westfalen eine Familie, die Asyl in Deutschland beantragt hatte. Die Menschen berichteten ihm davon, dass sie als Christen aus dem Irak geflüchtet waren, aus Angst vor gewaltbereiten Islamisten. Bosbach, der sich als Innenpolitiker schon lange mit dem Thema Asyl beschäftigt, hörte zu.

Schließlich erzählten sie ihm von den Stunden, als sie ihren Asylantrag in einer der vielen Außenstellen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) stellten. Den Irakern saß demnach beim Stellen des Antrags eine BAMF-Mitarbeiterin mit Kopftuch gegenüber. Ausgerechnet sie also sollte darüber entscheiden, ob die Christen hierzulande einen Schutzstatus erhalten werden.

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Missbrauchsopfer beenden Verhandlungen mit Brüdergemeinde

Das Kinder- und Jugendheim „Hoffmannhaus“ der Brüdergemeinde Korntal. dpa/Daniel Naupold
Das Kinder- und Jugendheim „Hoffmannhaus“ der Brüdergemeinde Korntal. dpa/Daniel Naupold
Im Ringen um die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen bei der evangelischen Brüdergemeinde Korntal (Kreis Ludwigsburg) haben sich die Fronten weiter verhärtet.

FOCUS ONLINE

Opfervertreter kündigten am Sonntag an, die Gespräche mit der Gemeinde abzubrechen. „Wir werden nicht mehr mit den Brüdern sprechen, sondern die evangelische Landeskirche ins Boot holen“, sagte Netzwerk-Sprecher Detlev Zander. Der Entschluss sei einstimmig gefasst worden. „Der Oberhirte, also der Bischof, muss jetzt ran.“ Die Brüdergemeinde wurde Zander zufolge nicht gesondert informiert. Sie war am Sonntag zunächst nicht zu erreichen. Die Aufklärung der Missbrauchsfälle zieht sich schon seit Jahren und erlebte immer wieder Rückschläge. Erst vor wenigen Tagen hatte sich ein erhoffter Aufklärer aus der Aufarbeitung zurückgezogen.

US-Regierung und Vatikan: Duett im Dunkeln

 Frisch ernannte Kardinäle während eines Festakts im Vatikan © Vatican Pool/Getty Images
Frisch ernannte Kardinäle während eines Festakts im Vatikan © Vatican Pool/Getty Images
Die Trump-Regierung will die Welt wieder christlicher machen. Dafür sucht Chefberater Stephen Bannon den Schulterschluss mit konservativen Kräften im Vatikan. Die haben ihre eigene Agenda: Papst Franziskus schwächen und das Rad der Zeit zurückdrehen.

Von Julius Müller-Meiningen | ZEIT ONLINE

Am 27. Juni 2014 war Donald Trump noch ein halbseidener New Yorker Milliardär und Stephen Bannon trug noch keine Jacketts. Der Chef der ultrarechten amerikanischen Nachrichtenseite Breitbart News saß an diesem Tag vor seinem Computer in einem Hotel in Los Angeles. Bannon war per Skype mit dem Vatikan verbunden. Dort, in einem prächtigen Renaissance-Palazzo mitten in den Vatikanischen Gärten, im Sitz der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, warteten ein paar Dutzend Zuhörer. 50 Minuten lang skizzierte Bannon seine ganz persönliche Apokalypse in einem düsteren Videotelefonat.

Am gleichen Tag beging Raymond Leo Kardinal Burke das sechste Jubiläum seiner Nominierung als Präfekt der Apostolischen Signatur, des höchsten Vatikangerichts. Burke spürte damals, im Frühsommer 2014, wie ihm langsam der Boden unter den Füßen weggezogen wurde. Papst Franziskus hatte den erzkonservativen Kardinal im Vorjahr bereits aus zwei Kongregationen abberufen, ein paar Monate später sollte er vom Papst auch als Chef des obersten Vatikangerichts abgesetzt und zum Malteserorden abgeschoben werden – als dessen Kardinalpatron. Burke war schon damals Franziskus’ schärfster innerkirchlicher Kritiker.

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Luther-Darsteller Striesow für Religion als Pflichtschulfach

Devid Striesow bei der Welturaufführung von Wir sind jung. Wir sind stark. 2014. Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA 4.0/Nautilusini
Devid Striesow bei der Welturaufführung von Wir sind jung. Wir sind stark. 2014. Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA 4.0/Nautilusini

Der Schauspieler Devid Striesow hat sich für Religionskunde als Pflichtschulfach in allen Bundesländern ausgesprochen. „Ich finde, dass alles, was man mehr lernen kann, einen Menschen reicher macht“, sagte Striesow dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Von Christine Xuân Müller | evangelisch.de

Der auf Rügen geborene Schauspieler spielt den Reformator Martin Luther im ARD-Fernsehfilm „Katharina Luther„, der am 22. Februar um 20.15 Uhr im Ersten erstmals ausgestrahlt wird. Die Produktion erzählt die fiktive Geschichte von Luthers Ehefrau Katharina von Bora.

„Im Prinzip hat alles, worauf unsere Kultur basiert, mit der Religion zu tun“, betonte der Schauspieler. Deshalb sollte auch die nachwachsende Generation stärker über religiöse Rituale aufgeklärt werden. Wenn viele Kulturen aufeinander treffen, sei es wichtig zu wissen, „woher sich dieses oder jenes herleitet“, sagte Striesow: „Das ist ein gut verstandenes Suchen nach Wurzeln, um eine Identität aufzubauen, die wichtig ist, wenn man anderen Identitäten begegnet.“ Jedes Wissen um die Herkunft sei „wichtig und nicht fakultativ“.

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Zahl der Diebstähle im Vatikan gestiegen

Headquarter des Konzerns.
Headquarter des Konzerns.

Auch wenn die Zahl der Diebstähle noch immer gering ist, verzeichnet der Vatikan einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Zwei Orte sind bei Dieben besonders beliebt.

katholisch.de

Im Vatikan wird mehr geklaut: Im kleinsten Staat der Welt wurden vom 1. Oktober 2015 bis zum 30. September 2016 insgesamt 78 Diebstähle angezeigt. In den zwölf Monaten zuvor waren es 58, wie aus dem Bericht über das Gerichtsjahr 2015/2016 hervorgeht, den der vatikanische Staatsanwalt Gian Piero Milano am Samstag vorstellte. Beklaut wurden demnach vor allem Pilger und Touristen in den Vatikanischen Museen und im Petersdom, die jährlich mehr als fünf Millionen Besucher anziehen. Die vatikanische Gendarmerie nahm insgesamt vier mutmaßliche Taschendiebe fest.

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Melania Trump ruft zum Gebet auf und verteidigt ihren Mann

 Melania Trump unterstützte ihren Mann in Florida Quelle: AFP/Gregg Newton
Melania Trump unterstützte ihren Mann in Florida Quelle: AFP/Gregg Newton
In Florida hatte auch die neue First Lady einen kurzen Auftritt. Erst betete Melania Trump das Vaterunser, dann lobte sie ihren Mann. Dabei wählte sie ungewöhnlich deutliche Worte.

DIE WELT

Die neue First Lady macht sich rar. Seit Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten ist, war seine Frau Melania nur ab und an an seiner Seite zu sehen. Stets gab sie sich verhalten, oft blieb sie sogar wortlos.

Bei Trumps groß angekündigtem Auftritt in Florida ist Melania Trump nun wieder ins Rampenlicht getreten – und hat ihren Mann ungewöhnlich offensiv verteidigt.

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Wer dieses Schauermärchen ernst nimmt, braucht einen Arzt

Im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung des Johannes, wird die Hölle als Feuersee bezeichnet, der mit Schwefel brennt (19,20; 20,14-15). Foto: pixabay.com/idea.de
Im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung des Johannes, wird die Hölle als Feuersee bezeichnet, der mit Schwefel brennt (19,20; 20,14-15). Foto: pixabay.com/idea.de
Himmel und Hölle sind keine symbolischen Vorstellungen, wie von der liberalen Theologie behauptet. Sie sind nach der Bibel eine „unausweichbare Realität“. Jeder Mensch wird nach seinem Tod die Ewigkeit entweder im Himmel oder in der Hölle verbringen.

idea.de

Diese Ansicht vertritt der evangelikale Theologe Johannes Pflaum (Neu St. Johann/Schweiz) in der Zeitschrift des Bibelbundes (Berlin). Jesus Christus spreche in der Heiligen Schrift nicht nur viel vom Himmel, sondern auch elf Mal von der Hölle. So heiße es im Matthäus-Evangelium: „Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als Leib zu verderben vermag in der Hölle.“ Wer ohne Gott gelebt und gestorben sei, müsse einmal „zu Recht die Folgen davon tragen“, so Pflaum. Das Gericht werde die treffen, die nicht an den Sohn Gottes geglaubt und die Gnade angenommen hätten, wie es im Johannes-Evangelium (3,18) stehe. Hölle bedeute für sie „ein Existieren und Dahinvegetieren in der ewigen Gottesferne“.

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Wie christlich investiert die Kirche?

Bild: tilly
Bild: tilly
Investiert die Kirche ihr milliardenschweres Vermögen in Kohlefirmen oder Ölkonzernen so klimafreundlich, wie Papst Franziskus dies seit Jahren fordert? Das wollte das Recherchenetzwerk Correctiv wissen, erhielt aber keine Antwort. Nun hat Correctiv das mitgliederstarke Erzbistum Köln stellvertretend auf Auskunft verklagt.

KLIMARETTER.INFO

Umwelt- und Klimaschutz gehört zu den wichtigsten Anliegen von Papst Franziskus. In seiner Umweltenzyklika vom Juni 2015 fordert er unter anderem den Ausbau der erneuerbaren Energien. Regierungen und Bürger rief er dazu auf, umweltschädliche Produkte zu boykottieren, um dem Klimawandel entgegenzutreten.

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Vatikan bot Juden im Nationalsozialismus Schutz – später dann Nazis

Blick auf Castel Gandolfo am Lago Albano mit der Sommerresidenz des Papstes in der italienischen Provinz Latium. (picture alliance / dpa / Udo Bernhart)
Blick auf Castel Gandolfo am Lago Albano mit der Sommerresidenz des Papstes in der italienischen Provinz Latium. (picture alliance / dpa / Udo Bernhart)
Der Vatikan hat Zahlen zur Rettung jüdischer Bürger in der Zeit des Nationalsozialismus genannt.

Deutschlandfunk

Der Archivar des vatikanischen Staatssekretariats, Ickx, teilte auf einer Tagung in Rom mit, allein in der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo hätten 3.000 Menschen Unterschlupf gefunden. 5.000 weitere seien in Klöstern versteckt worden, fast 1.500 in katholischen Privathäusern. Auch im Vatikan selbst seien Juden untergekommen. Die Zahlen gingen aus den Akten des vatikanischen Archivs hervor.

EKD-Militärbischof: Auch Mittel für Prävention aufstocken

Plakat der Militärseelsorge der Bundeswehr, Bild: brightsblog
Plakat der Militärseelsorge der Bundeswehr, Bild: brightsblog
Der evangelische Militärbischof Sigurd Rink hat vor dem Hintergrund der Diskussion über eine deutliche Aufstockung des deutschen Verteidigungsetats an die Politik appelliert, auch die Mittel für Krisenprävention zu stärken.

evangelisch.de

Man müsste darauf Wert legen, dass die Etats für Vor- und Nachsorge sowie Entwicklungszusammenarbeit und Wiederaufbau in gleicher Größenordnung mitwachsen, sagte Sigurd Rink, Militärbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), in Berlin. Diskutiert wird derzeit eine Steigerung der Verteidigungsmittel auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Rink sprach sich nicht grundsätzlich gegen eine solche Anhebung aus. Das sei ein politischer Aushandlungsprozess, sagte er. Er forderte aber eine Diskussion darüber im Parlament. Der evangelische Militärgeneraldekan Matthias Heimer sagte, aus Sicht der Soldaten werde der Wille zu einer Aufstockung der Mittel begrüßt. Die Senkung der Ausgaben in den vergangenen Jahrzehnten habe inzwischen zur Sorge geführt, dass die Bundeswehr ihren Auftrag nicht mehr erfüllen könne.

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Im Geheimen Kardinal

REUTERS/Yves Herman
REUTERS/Yves Herman
Dieses Mittel setzten Päpste in der Vergangenheit gerne ein: Sie ernannten Bischöfe „in pectore“, also im Geheimen, zu Kardinälen – aus den verschiedensten Gründen. Papst Franziskus hat das zwar bisher nicht getan. Dennoch ranken sich um die Kardinäle inkognito nach wie vor viele Gerüchte.

Von Gabriele Höfling | katholisch.de

Gerade wollen sich die Kardinäle zum Konklave einschließen, da gibt es einen Zwischenfall. Ein Mann kommt in die Sixtinische Kapelle, der behauptet, einer von ihnen zu sein. Er gibt sich aus als der Bischof von Bagdad, den der gerade verstorbene Papst im Geheimen zum Kardinal ernannt habe. Die Nachricht überrumpelt die Kardinäle — und stellt die Dynamik der Papstwahl auf den Kopf.

Zugegeben, dieses Szenario ist reine Phantasie. Es stammt aus dem Roman „Konklave“, den der Bestseller-Autor Robert Harris im vergangenen Jahr veröffentlichte. Doch vollkommen unrealistisch ist die Szene nicht. Denn tatsächlich können die Päpste Kardinäle „in pectore“, also „im Herzen“ ernennen. Dann geben sie im Konsistorium nur bekannt, dass es außer den öffentlich kreierten noch einen oder mehrere weitere Kardinäle gibt. „Wer das ist, wissen jedoch nur der Papst und idealerweise der Kandidat selbst“, erklärt Vatikanexperte Ulrich Nersinger. Die Gründe für das geheimnisvolle Vorgehen seien meist politisch: „Es geht darum, unter schwierigen Umständen die jeweilige Person zu schützen – etwa in Ländern, in denen Christen verfolgt werden.“

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Australien: Kirche zahlte 190 Millionen an Missbrauchsopfer

missbrauch

Australiens katholische Kirche hat in den vergangenen Jahrzehnten umgerechnet mehr als 190 Millionen Euro an Tausende Opfer von sexuellem Missbrauch durch Geistliche gezahlt.

religion.ORF.at

m Durchschnitt bekam jedes Opfer 91.000 australische Dollar (etwa 66.000 Euro) – meist allerdings mit vielen Jahren Verspätung. Das wurde am Donnerstag bei Beratungen einer offiziellen Untersuchungskommission bekannt, die die Missbrauchsvorwürfe aufarbeiten soll.

Behandlungen und Anwaltskosten

Insgesamt zahlte die Kirche seit 1980 etwa 276 Millionen australische Dollar aus – als Entschädigung, aber auch für ärztliche Behandlungen und Anwaltskosten. 4.445 Frauen und Männer haben bisher gemeldet, dass sie als Kinder von katholischen Geistlichen missbraucht worden seien. Die Dunkelziffer liegt vermutlich viel höher. In mehr als 3.000 Fällen wurde Geld überwiesen. Mehrere hundert Fälle sind aber auch noch offen.

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Konkordat: Vatikan mischt sich in Studienpläne ein

Headquarter des Konzerns.
Headquarter des Konzerns.

Die Innsbrucker katholisch-theologische Fakultät wollte ihr Curriculum aktualisieren. Nach einem Einspruch aus Rom wurden die Pläne vertagt

Von Lisa Kogelnik | derStandard.at

Der Vatikan hat der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Innsbruck keinen Segen erteilt. Die geplante Aktualisierung des Curriculums für das Doktoratsstudium muss verschoben werden. Wie jetzt bekannt wurde, war der Senat der Uni Innsbruck im September vergangenen Jahres dazu gezwungen, die Pläne für einen neuen Studienplan, der eigentlich schon im April beschlossen worden war, wieder zurückzunehmen.

Die katholische Kirche hat in Österreich durch das Konkordat viele Einflussmöglichkeiten. Der Vertrag zwischen dem Staat und dem Heiligen Stuhl ermöglicht dem Vatikan unter anderem, Professoren und Dozenten sowie Studienpläne an den katholisch-theologischen Fakultäten abzusegnen. Eine parlamentarische Anfragebeantwortung zeigt, dass die Kirche selten, aber doch die Pläne der Universitäten durchkreuzt.

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