Missbrauchsbeauftragter Ackermann beklagt mangelnde Kooperation

Der Missbrauchsbeauftragte der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Stephan Ackermann, hat den Umgang mancher Bischofskollegen mit der Missbrauchsstudie seiner Kirche kritisiert.

evangelisch.de

„Man hat das Thema offensichtlich nicht in allen Diözesen so prioritär behandelt, wie es erforderlich gewesen wäre“, beklagte Ackermann im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. „Wenn ein Bischof die Thematik nicht zur Chefsache erklärt, bleibt die Umsetzung schwierig“, so Ackermann. Darauf angesprochen, dass die Autoren der im September veröffentlichten Studie die Zusammenarbeit mit einzelnen Bistümern bemängelten, antwortete Ackermann: „Das ist beklagenswert.“ Ackermann kündigte an, die kirchlichen Archive externen Forschern zu öffnen: „Es ist klar, dass die nun folgende Aufarbeitung keine interne Sache mehr sein kann. Unabhängig heißt für mich, dass der jeweilige Bischof die weitere Untersuchung aus der Hand gibt.“

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Die schleichende Veränderung des „Zwarten Piet“

Sinterklaas mit Zwarte Pieten in einer Grundschule in Emmen, 2012. Bild: wikipedia.org/CC BY 2.0 – Alias 0591
Seit Jahren diskutieren die Niederländer, wie der Nikolausgehilfe „Zwarte Piet“ zu schminken sei, um nicht Anstoß zu erregen. An diesem Samstag findet der nationale Einzug in Zaandijk statt – Demonstrationen wohl inklusive.

DOMRADIO.DE

Mit seinem Stab steht der Sinterklaas vorn auf dem Boot und winkt den Kindern zu, während er durch die niederländischen Grachten schippert. Um ihn herum tanzen, singen und scherzen Hunderte „Zwarte Pieten“. Die Frage, ob und wie sie geschminkt werden, erregte in den vergangenen Jahren immer wieder die Gemüter. Kritiker halten das Bild des „Zwarten Piet“, der traditionell als Schwarzafrikaner dargestellt wird, für rassistisch.

Der wichtigste Tag der Vorweihnachtszeit

Für die Niederländer ist der Einzug des Nikolaus der wichtigste Tag der Vorweihnachtszeit. Jedes Kind kennt ihn und seinen Gehilfen. Von Anfang November bis Anfang Dezember wird jeden Abend ein „Sinterklaasjournaal“ im öffentlich-rechtlichen Sender NTR ausgestrahlt. Höhepunkt des Nikolausfests ist der „Pakjesavond“ (Geschenkabend) am 5. Dezember.

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Woelki: Kommunion für evangelische Ehepartner nur im Einzelfall

Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Die vollständige kirchliche Gemeinschaft, die im gemeinsamen Empfang der Kommunion zum Ausdruck komme, dürfe nicht „durch eine subjektive Gewissensentscheidung“ ersetzt werden: Kardinal Rainer Maria Woelki hat seine Position zum Kommunionempfang für nichtkatholische Ehepartner bekräftigt.

katholisch.de

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat seine Position zum Kommunionempfang für nichtkatholische Ehepartner bekräftigt. Der Schmerz von konfessionsverbindenden Ehepaaren sei „eine bittere Konsequenz aus der unseligen Spaltung, welche die Christenheit bis heute trifft“, sagte Woelki vor dem Diözesanpastoralrat, wie das Erzbistum am Samstag mitteilte. „Würde man trotzdem gemeinsam kommunizieren, würde man die noch nicht bestehende Kirchengemeinschaft lediglich liturgisch simulieren. Das wäre wohl kaum redlich“, so der Kardinal.

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„Die SA Jesu Christi“

Das Eingangsportal des 1934 eingeweihten Martin-Luther-Hauses in Köln-Marienburg zierten zwei überlebensgroße Reliefs des Bildhauers Willy Meller: links Martin Luther mit Rose und Kreuz, rechts ein SA-Mann mit NS-Hoheitszeichen. Der Reformator an der Seite eines Nazi.

Von Anne Burgmer | Kölner Stadt-Anzeiger

Es gibt unzählige Beispiele aus der Zeit zwischen 1933 und 1945, die belegen, wie häufig im nationalsozialistischen Deutschland Bezug auf Luther genommen wurde.

Das Ausmaß hat den Historiker Ulrich Prehn, Kurator der Ausstellung „Überall Luthers Worte…“, die nun im NS-Dokumentationszentrum zu sehen ist, überrascht. Prehn und seine Kollegen legen dar, dass sich diese Beschäftigung sowohl von staatlicher also auch von kirchlicher Seite durch die gesamten braunen Jahre zieht. „Luther hat eine viel größere Rolle in dieser Zeit gespielt, als ich dachte“, so Prehn.

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Das Schweinefleisch-Verbot im Islam und seine Bedeutung

Grafik: Deutschlandfunk
Dass Muslime kein Schweinefleisch essen dürfen, ist ein prominentes Beispiel für Speisevorschriften; wobei die Gründe dafür umstritten sind. Speisevorschriften gibt es in vielen Religionen – auch im Christentum. Aber wie Nicolai Sinai von der Oxford University zeigt, geht es dabei nicht zwangsläufig um den Genuss eines Produkts, wie man meinen könnte.

Von Dr. Nicolai Sinai | Deutschlandfunk

„Sprich: Ich finde in dem, was mir eingegeben worden ist,
nichts, das jemandem zu essen verboten wäre,
außer Verendetem und ausgegossenem Blut und Schweinefleisch – denn es ist unrein –
oder Gräuel, über den anderes als Gott angerufen wurde.
Doch wenn jemand sich in einer Zwangslage befindet,
ohne Begehrlichkeit zu hegen und eine Übertretung zu begehen – nun, dein Herr ist vergebungsbereit und barmherzig.“

Der gerade vorgetragene Vers ist eine von vier Koranstellen, die mit fast identischen Worten eine Reihe grundsätzlicher Speiseverbote aufstellen: Untersagt sind der Genuss von verendeten Tieren, von Blut, von Schweinefleisch sowie von Nahrungsmitteln, die anderen Wesen als Gott geweiht wurden.

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Kirchlicher Friedensbeauftragter fordert Ächtung automatischer Waffen

Kardinaler Waffennarr. Themenbild.
Der evangelische Friedensbeauftragte Renke Brahms hat vor den Gefahren einer zunehmenden Digitalisierung und Automatisierung kriegerischer Waffen gewarnt.

evangelisch.de

„Es ist höchste Zeit, dass es möglichst bald zu einer internationalen Ächtung automatischer Waffensysteme kommt“, forderte der Leitende Geistliche aus Bremen aus Anlass der laufenden Ökumenischen Friedensdekade am Donnerstag. „Unsere Antwort auf einen Krieg 3.0 muss Frieden 3.0 sein. Dazu gehört der klare Vorrang für Zivil und Prävention“, betonte der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Die bundesweite Ökumenische Friedensdekade wird seit 1980 ausgerichtet und steht in diesem Jahr unter dem Leitthema „Krieg 3.0“. Sie hat am Sonntag begonnen und soll bis zum Buß- und Bettag am 21. November den Blick auf neue Waffentechnologien wie Drohnen und sogenannte Killerroboter lenken.

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Freiburg: Kommission untersucht Machtmissbrauch im Erzbistum

Bild: © JFL Photography/Fotolia.com
Mit einer neu eingerichteten Kommission will das Erzbistum Freiburg die Aufarbeitung des kirchlichen Missbrauchsskandals weiter vorantreiben. Dabei geht es um Strukturen und Verhältnisse innerhalb der Diözese.

katholisch.de

Wenige Wochen nach einer entsprechenden Ankündigung durch Erzbischof Stephan Burger hat im Erzbistum Freiburg am Freitag eine neue Kommission „Macht und Missbrauch“ ihre Arbeit aufgenommen. Das Gremium soll nach Angaben des Erzbistums „Strukturen und Verhältnisse in der Erzdiözese Freiburg“ daraufhin untersuchen, ob und wie dort missbräuchlich Macht ausgeübt wird.

Laut ihren Statuten soll die Kommission Erzbischof Burger vor allem hinsichtlich der Konsequenzen beraten, die aus den Ergebnissen der im September von der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlichten Studie zum sexuellen Missbrauch in der Kirche zu ziehen sind und entsprechende Empfehlungen aussprechen.

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Römisch-katholische Selbstwaschanlage

Pius XII beim Konkordat 1933 (CC-by-sa/3.0 Germany by Bundesarchiv DE)
Die Religion des Klerikalismus kennt keine Schamgrenzen: Auch im Franziskus-Pontifikat hält der Vatikan offenbar am Plan fest, Pius XII. selig zu waschen

Peter Bürger | TELEPOLIS

Die frühen Christen werden in der biblischen Apostelgeschichte als „Leute des Weges“ vorgestellt. Unter Berufung auf Jesus von Nazareth kann Kirche lediglich ein Mittel sein, „um den Armen eine gute Nachricht der Befreiung zu bringen und zerbrochene Herzen zu heilen“. Die durch das letzte Konzil in Rom nur halbherzig überwundene Häresie des Klerikalismus hat hingegen aus der Kirche stets einen Selbstzweck und Fetisch gemacht, ein Anbetungsobjekt.

In diesem Programm „Kirche als Religion“ sind Priesteranbetung und Priesterselbstanbetung weit verbreitet. Der Papstkult des 19. Jahrhunderts schreckte beispielsweise nicht davor zurück, den Bischof von Rom als „Dritte Inkarnation Gottes“ zu feiern.

Unter solchen Vorzeichen wurde aus den „Leuten des Weges“ das unfreie Fußvolk einer hierarchischen Kirchenpyramide, die bis heute nur aus Männern besteht. Der ausgewachsene Kirchenfürst handelte stets nach der Devise: „Ich bin der Herr, mein Gott“. Allen Mitgliedern des auserwählten Priesterstandes bescheinigte der Katechismus eine sakramentale Wesensverwandlung, die nie mehr erlöschen kann.

Diese Ideologie ließ sich freilich nur aufrechterhalten durch eine systematische Verdrängung von Versagen. Dass Priester in nicht wenigen Fällen das genaue Gegenteil des christlichen Auftrags praktizierten, indem sie die Herzen von Kindern und anderen Schutzbefohlenen zerbrachen, durfte nicht zur Sprache kommen.

Ganz analog zur systematischen Verschweigung und Vertuschung von sexueller Gewalt vollzieht sich der Umgang mit historischem Versagen in Krisenzeiten. Die Religion des Klerikalismus hat die Kirche mehr als einmal in der Geschichte zur passiven Zuschauerin oder Kollaborateurin werden lassen, wo ihr Auftrag Widerstand erfordert hätte.

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Kritik an schleppender Aufarbeitung der Kolonialzeit

Afrika-Aktivisten und Wissenschaftler fordern von Bund und Ländern eine baldige Aufarbeitung deutscher Gräueltaten während der Kolonialzeit. Yonas Endrias, Vize-Vorsitzender des Zentralrats der afrikanischen Gemeinde in Deutschland, betonte am Donnerstag bei einem Fachgespräch der Grünen-Fraktion im Bundestag: „Es geht nicht um Geld, es geht um Würde.“

evangelisch.de

Entscheidend seien die Anerkennung der Verbrechen, zum Beispiel gegen Angehörige der Volksgruppen Herero und Nama im heutigen Namibia, und historische Gerechtigkeit. Die deutsche Kolonialgeschichte vor hundert Jahren müsse integriert werden in Kultur und Bildung, müsse an den Schulen gelehrt werden. Endrias sprach sich zudem für ein Mahnmal aus.

Der Leiter Forschungsstelle „Hamburgs (post-)koloniales Erbe“ an der Universität Hamburg, Jürgen Zimmerer, kritisierte, dass es in Deutschland zwar eine Debatte gebe, „aber keinen Mut“. Entschuldigungen von Bundeskanzlerin und Bundespräsidenten stünden aus. Heftige Kritik äußerten er und andere Redner am Afrika-Beauftragten der Bundesregierung Günter Nooke (CDU).

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US-Bischöfe: Wir sind keine Filialleiter des Vatikan

Bild: © KNA/CNS photo/Bob Roller
Die US-Bischöfe haben ihre Vollversammlung beendet. Fest steht: Sie wollen das Vertrauen der Gläubigen nach dem Missbrauchsskandal zurückgewinnen. Der Vatikan hat ihnen ihre ohnehin schwierige Aufgabe allerdings nicht leichter gemacht.

Von Thomas Spang | katholisch.de

Am Ende huschte ein scheues Lächeln über das Gesicht des Vorsitzenden der US-amerikanischen Bischofskonferenz. Kardinal Daniel DiNardo sagte zum Abschluss des dreitätigen Treffens am Mittwochabend (Ortszeit) in Baltimore, seine Hoffnung ruhe in Christus. Er habe verstanden, wie entschlossen die Bischöfe seien, sich gegenüber den Gläubigen und den Opfern des Missbrauchsskandals rechenschaftspflichtig zu machen.

„Wir verlassen diesen Ort mit dem Versprechen, die stärkstmöglichen Maßnahmen zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu ergreifen“, erklärte DiNardo vor den rund 350 Bischöfen aus 196 Diözesen. „Wir werden das in Gemeinschaft mit der universalen Kirche machen“, versuchte er die Intervention Roms unmittelbar vor Eröffnung des Bischofstreffens in ein positives Licht zu rücken. „Zusammen als Weltkirche voranzuschreiten, macht die Kirche in den USA und die globale Kirche stärker.“

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Italien: Priester wegen Häresie und Schisma exkommuniziert

Bild: © iurii/Fotolia.com
Seit Jahren beschimpft ein Priester aus Palermo den Papst und die Kirche. Alle Vermittlungsversuche sind gescheitert, an Auftrittsverbote hält sich der Priester nicht – damit hat er sich nun die Exkommunikation zugezogen.

katholisch.de

Das Erzbistum Palermo hat einen seiner Priester exkommuniziert. Die Diözese teilte auf ihrer Webseite mit, dass Erzbischof Corrado Lorefice bereits im August in einem Dekret bestätigt hatte, dass sich Alessandro Maria Minutella aufgrund von Häresie und schismatischen Handlungen die Exkommunikation als Tatstrafe zugezogen hat. Am Dienstag sei dem Priester das Dekret zugestellt worden.

Über die Benennung der Straftaten hinaus, die dem Priester zulasten gelegt werden, macht das Erzbistum keine weiteren Angaben zu den Gründen für die Exkommunikation. Der Konflikt zwischen Minutella und dem Erzbistum schwelt schon seit 2015.

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Keine Lösung im Streit um Werbeverbot für Abtreibung in Sicht

Bundeskanzleramt, Bild: BB
Im Streit um das Werbeverbot für Abtreibungen zeichnet sich in der Großen Koalition keine Lösung ab. Die zuständigen Ressorts haben laut Medienberichten noch keine Einigung erreicht. Das Bundesjusizministerium zeigt sich dennoch weiterhin zuversichtlich.

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Eine Ministeriumssprecherin sagte am Mittwoch in Berlin, die Gespräche liefen konstruktiv und würden zeitnah fortgesetzt. Das RedaktionsNetzwerk Deutschland hatte zuvor berichtet, die Beteiligten hätten sich in der vergangenen Woche vergeblich getroffen, um eine Lösung in dem Streit zu finden.

Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) ringt seit mehreren Wochen mit ihren Ressortkollegen Franziska Giffey (SPD, Familie), Jens Spahn (CDU, Gesundheit), Horst Seehofer (CSU, Innen) und Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) um einen Kompromiss beim Streit um den entsprechenden Paragrafen 219a im Strafgesetzbuch.

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Mitarbeitervertreter müssen nicht zwingend Kirchenmitglieder sein

Image: Louis Berk/CC BY-ND 2.0
Die EKD-Synode hat die Neuregelung des Gesetzes zur Mitarbeitervertretung beschlossen. Die so genannte ACK-Klausel wird zur Option für Landeskirchen. Mitarbeitervertretungen können jetzt Einigungsstellen in allen Einrichtungen einfordern.

Hanno Terbuyken | evangelisch.de

Die Synode der EKD regelt das Kirchengesetz zur Mitarbeitervertretung (MAV-EKD) in einigen Punkten neu. Dabei hat das Kirchenparlament auch die ACK-Klausel gestrichen, also die Bestimmung, dass ein Mitglied einer Mitarbeitervertretung immer auch Mitglied in einer Mitgliedskirche der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen sein muss. Die Gliedkirchen können diese Bestimmung für sich selbst anders regeln.

Hintergrund der Diskussion sind zum einen die Entscheidungen des Bundesarbeitsgerichts über die Pflicht zur Kirchenzugehörigkeit, auf die das Kirchenparlament reagiert. Zum anderen steht auch die Frage hinter der Diskussion, wie Kirche in einer säkularisierten Welt weiterhin ihren Auftrag erfüllen kann, wenn qualifizierte Fachkräfte gebraucht werden, aber nicht getauft sind.

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Durchkitzeln auf dem Schoß des Pastors

Das evangelische Kirchenparlament will Missbrauch innerhalb der EKD mit einem Elf-Punkte-Plan aufklären Quelle: pa/imageBROKER/Ulrich Niehoff
Die Evangelische Kirche will eine lückenlose Aufklärung der sexualisierten Gewalt in ihren Einrichtungen. Eine Bischöfin erinnert an den größten Missbrauchsskandal und mahnt: „Eine Kirche, die solcher Gewalt nicht wehrt, ist keine Kirche mehr.“

Von Claudia Becker | DIE WELT

Die Bischöfin fand klare Worte. Von „wiederholt erfahrener Ignoranz“ sprach sie, von „mangelnder Empathie“, von „Verrat von Vertrauen und Gefühlen“. Die Worte, die Kirsten Fehrs auf der in Würzburg tagenden Synode für die Schuld gegenüber jenen fand, die in der Kirche zu Opfern sexualisierter Gewalt geworden sind, waren ein unverblümtes Bekenntnis. In dieser Deutlichkeit war es längst überfällig.

Dass es auch in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die keinen Zölibat kennt und so weitgehend befreit war vom Verdacht, ein Hort sexueller Verklemmungen zu sein, Missbrauch stattfand, war lange nicht im allgemeinen Bewusstsein. Doch als sich 2010 im Zuge der Enthüllung der Skandale in katholischen Einrichtungen die ersten Opfer evangelischer Geistlicher zu Wort meldeten, kam ein Fall nach dem anderen ans Licht.

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Digital-Investitionen für die evangelische Kirche beschlossen

Image: MIT News
2,2 Millionen Euro hat die Synode für sechs Digitalinitiativen im Jahr 2019 beschlossen, darunter auch der vorgeschlagene Innovationsfonds, der mit einer Million Euro ausgestattet ist.

evangelisch.de

Nach der Vorstellung der Pläne für Digitalinvestitionen gestern in der EKD-Synode hat das Kirchenparlament die sechs Vorschläge so beschlossen. Im Kirchenamt der EKD wird eine neue Stabstelle Digitalisierung geschaffen, deren Aufgabe die weitere Arbeit an der kirchlichen Digitalstragie und Vernetzung kirchlicher Akteure ist. Dem Leiter der Stabsstelle werden zwei halbe Stellen für Sekretariat und Sachbearbeitung zur Seite gestellt. Dazu kommen zwei volle Projektstellen, die auf drei Jahre befristet sind. Eine der Projektstellen bearbeitet hauptsächlich die theologisch-ethischen Fragen zu Digitalisierung, die andere kümmert sich um Verbesserungsmöglichkeiten in Verwaltung und IT.

Der Digitalinnovationsfonds kann 2019 eine Million Euro vergeben. Dafür fordert die EKD-Synode in dem Beschluss „schnelle und einfache Entscheidungsprozesse“, die der Rat der EKD jetzt finden muss.

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Vertuschung: Beschuldigter Kardinal will Papst-Rat verlassen

Bild: © KNA/Romano Siciliani
Er gehört zu den engsten Beratern des Papstes: Kardinal Francisco Javier Errazuriz. Doch jetzt soll der Chilene seinen Rücktritt aus dem sogenannten K9-Rat vorbereiten – und war dafür angeblich inkognito in Rom unterwegs.

katholisch.de

Der in den chilenischen Missbrauchsskandal involvierte Kardinal Francisco Javier Errazuriz soll laut Medienspekulationen einen Rückzug aus dem engsten Beratergremium um Papst Franziskus vorbereiten. Nach Informationen der spanischen Internetseite Religion Digital hielt sich der 85-Kardinal am Wochenende inkognito in Rom auf. Anlass sei womöglich, dass Errazuriz einer Entlassung aus dem Kardinalsrat zuvorkommen wolle. Das nächste Treffen des „K9“ genannten Gremiums findet vom 10. bis 12. Dezember in Rom statt.

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Zentralrat der Muslime will Asia Bibi helfen: „Wir wollen ein Zeichen setzen“

Aiman Mazyek (Bild: Wikimedia Commons/Jakub Szypulka)
Asia Bibi wurde vom Vorwurf der Gotteslästerung freigesprochen, entging der Todesstrafe. Nun will sie Pakistan verlassen. Mehrere EU-Länder zeigen sich bereit, die Christin aufzunehmen. Auch der Zentralrat der Muslime will helfen.

DOMRADIO.DE

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland möchte der in Pakistan verfolgten Christin Asia Bibi helfen. „Wir haben eine offizielle Einladung an Asia Bibi dem pakistanischen Botschafter überreicht“, sagte der Zentralratsvorsitzende Aiman Mazyek der „Süddeutschen Zeitung“ am Dienstag. Die 2010 wegen angeblicher Blasphemie zum Tod verurteilte und kürzlich freigesprochene Christin solle an einer Veranstaltung rund um Religionsfreiheit und Menschenrechte teilnehmen.

Mit der Einladung wolle man die Ausreise Asia Bibis beschleunigen, die sich derzeit an einem unbekannten Ort in Pakistan aufhaltel. Nach der Aufhebung des Todesurteils hatte es wütende Proteste islamistischer Gruppen gegeben, die gegen das Urteil protestieren und Bibis Hinrichtung fordern.

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Jemen: Beispiel für den Zynismus des Westens

Bombardierung eines Gebäudes in Sanaa, 2016. Bild: fahd sadi/CC BY-SA-3.0
Europäische Rüstungskonzerne haben viele Milliarden mit Waffenverkäufen an Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate verdient, die geleistete humanitäre Hilfe war nur ein kleiner Bruchteil davon

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Immer wieder erstaunlich ist, wie offen eine Doppelmoral praktiziert werden kann. Während der Nato-Westen massiv vor einer humanitären Katastrophe warnte, wenn Idlib von den syrischen Truppen eingenommen würde, und militärische Konsequenzen androhte, geht es bei den Angriffen von Regierungstruppen, die von Saudi-Arabien unterstützt werden, auf die jemenitische Hafenstadt Hodeidah deutlich zurückhaltender zu. Dabei ist klar, dass die Versorgung der Hälfte der Bevölkerung, die auf humanitäre Hilfe angewiesen ist, gefährdet sein wird. UN-Generalsekretär Antonio Guterres spricht zwar von einer „absolut katastrophalen Situation“, wenn der Hafen bei den Kämpfen zerstört werden sollte, aber die Kämpfe gehen weiter.

Die Bewohner von Hodeida, die noch nicht wie Hunderttausende geflohen sind, müssen nun eingeschlossen in der Stadt und meist auch in ihren Häusern leben, weil die Regierungstruppen schon in Teile der Stadt eingedrungen sind und auf den Straßen gekämpft wird. Über den Hafen kommt ein Großteil der Lebensmittel und der medizinischen Produkte in das Land, in dem 14 Millionen der Bevölkerung von Hunger bedroht sind, 3 Millionen Kinder und Mütter unterernährt und 22 Millionen oder 75 Prozent nach UN-Angaben auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. Durch den eventuellen Ausfall der Versorgung würde die schon lange bestehende humanitäre Katastrophe noch einmal größer. Die internationale Gemeinschaft hat derweil zugeschaut, die westlichen Staaten haben – ebenso wie Russland – weiterhin eifrig Geschäfte mit den Golfstaaten gepflegt.

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EKD-Studie: Kirche für junge Menschen bedeutungslos

Bild: © oneinchpunch/Fotolia.com
Noch fast zwei Drittel aller Jugendlichen in Deutschland sind getaufte Christen. Doch wie steht es um ihren Glauben? Eine neue Studie der Evangelischen Kirche in Deutschland liefert nun alarmierende Zahlen.

katholisch.de

Kirche und Glauben sind für viele junge Menschen nach einer Studie der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) inzwischen weitgehend bedeutungslos. Zwar gehören noch 61 Prozent der jungen Menschen einer der großen Kirchen an, ergab die am Montag auf der EKD-Synode in Würzburg vorgestellte Untersuchung. Aber nur noch 19 Prozent bezeichnen sich als religiös. Gott oder die Kirchengemeinde spielen für rund 5 Prozent noch eine Rolle. Die größte Bedeutung räumen die vom Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD befragten 19- bis 27-Jährigen sich selber, Familie, Freunden und Kollegen ein.

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Will Italien den großen Knall?

Bild: tagesschau.de
Um Mitternacht endet die Frist: Italien muss einen neuen Haushaltsentwurf vorlegen. Die EU-Kommission fordert weniger Schulden. Doch Italien scheint hart zu bleiben. Warum ist das so?

Von Sebastian Kisters | tagesschau.de

Bis Mitternacht hat die italienische Regierung Zeit, der EU einen neuen Haushaltsentwurf vorzulegen. Doch die populistischen Politiker aus Rom haben angekündigt, nicht daran zu denken. Sie suchen einen Streit der Marke David gegen Goliath. Populisten aus ganz Europa schauen bewundernd zu. Italien will den großen Knall.

Die EU-Kommission verlangt, dass Italien 2019 nicht mehr als 0,8 Prozent neue Schulden macht – gemessen am Bruttoinlandsprodukt. Doch Rom plant mit 2,4 Prozent. Für Brüssel eine Provokation. Die Kommission, die alle nationalen Haushalte von Mitgliedsländern prüft – lehnte erstmals in ihrer Geschichte einen Haushalt ab. Der italienische Vize-Regierungschef Matteo Salvini, Chef der rechtsnationalen Lega Nord, bezeichnet das als „Angriff aufs italienische Volk“.

Die Koalition aus Lega und der Fünf-Sterne-Bewegung will höhere Schulden machen, um beispielsweise ein Grundeinkommen zu finanzieren, von dem vor allem Arbeitslose profitieren würden. Außerdem sollen 400.000 bis 500.000 Italiener früher in Rente gehen können.

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