Katholikentag: Scheitert Erfurts Bewerbung am Geld?

Bild: tilly
Das ZdK würde sich über einen Katholikentag in Erfurt im Jahr 2024 ebenso freuen wie Bischof Ulrich Neymeyr. Und auch der Stadtrat wollte eine entsprechende Vorlage beschließen. Doch es kam anders. Vorerst.

Karin Wollschläger | katholisch.de

Wo der nächste Deutsche Katholikentag 2022 stattfindet? Keine Ahnung. Bislang ist noch nichts bekannt. Wo hingegen der übernächste Katholikentag 2024 stattfinden soll, dazu verdichten sich die Hinweise. Ende vergangener Woche waren auf dem Katholikentag in Münster Gerüchte über eine Bewerbung Erfurts als Austragungsort bekannt geworden. Prompt verlautete Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) am Samstag: „Ich persönlich würde den Katholikentag 2024 in Erfurt als wunderbares Zeichen für religiöse Vielfalt sehr begrüßen.“ Da hatte das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) als Veranstalter schon längst bei dem bekennenden Protestanten angeklopft.

„Das ZdK würde sich über einen Katholikentag 2024 in Erfurt freuen“, sagte der Sprecher des höchsten katholischen Laiengremiums, Theodor Bolzenius, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Dienstag. Man habe über Erfurt als Austragungsort zunächst Gespräche mit dem Bistum Erfurt geführt, dann mit dem Land Thüringen und schließlich mit der Stadt Erfurt.

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NRW löst kontroverse Debatte um Kopftuchverbot für junge Mädchen aus

Ein Mädchen mit Kopftuch steht in einer Schule vor einem Klassenzimmer.Foto: dpa/ Wolfram Kastl
Wird jungen Muslima das Kopftuch von ihren Eltern aufgedrängt oder würden sie eher durch ein Kopftuchverbot entmündigt? NRW hat einen Stein ins Wasser geworfen, der inzwischen weite Kreise zieht.

DER TAGESSPIEGEL

Das in Nordrhein-Westfalen erwogene Kopftuchverbot für muslimische Mädchen unter 14 Jahren hat eine kontroverse Debatte ausgelöst. „Ich halte weder etwas von einer Vollverschleierung noch von Kopftüchern für Kinder“, sagte die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner am Montag vor einer Sitzung des Parteipräsidiums in Berlin. „Kinder brauchen Freiräume, wo es eben auch keine kruden Geschlechterbilder gibt. Und das sollte die Schule sein.“ Dagegen hatten sich Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) und der Islamrat für Deutschland am Wochenende gegen ein Verbot ausgesprochen.

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„Das Kreuz ist das Markenzeichen unserer Kultur“

Das Kreuz mit den Religionen
Der Karfreitag steht ganz im Zeichen des Kreuzes. Und das gilt auch für den deutschen Kulturraum, sagt Erzbischof Ludwig Schick. Christen hätten daher eine Aufgabe gegenüber Nichtchristen zu erfüllen.

katholisch.de

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat das Kreuz als „Markenzeichen unserer Kultur und Zivilisation“ bezeichnet. Deshalb müsse es auch im öffentlichen Leben erhalten bleiben, sagte Schick am Karfreitag bei der traditionellen Karfreitagsprozession im oberfränkischen Neunkirchen am Brand. Das Kreuz sei kein Zeichen des Todes, sondern des Protests gegen alles Töten durch Krieg, Terror und Verbrechen, aber auch gegen Abtreibung und sogenannte Euthanasie, durch die alte und kranke Menschen getötet würden.

Schick: Christen müssen Kreuz erklären

Bei der traditionellen Karfreitagsprozession von Neunkirchen, bei der lebensgroße Holzfiguren durch den Ort getragen werden, rief Schick weiter dazu auf, den christlichen Glauben offen zu vertreten. So müsse das Kreuz auch Nichtchristen verständlich gemacht werden, „damit sie unsere Kultur verstehen, die ohne das Kreuz nicht zu verstehen ist, damit sie Ja sagen zu dieser Lebensweise, die vom Sinngehalt des Kreuzes geprägt ist“. Denn es stehe auch für Gleichheit und Einheit, für die Achtung der Menschenwürde und der Menschenrechte, für Schutz und Hilfsbereitschaft.

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Religiöse Toleranz auf deutschen Schulhöfen im Fokus

Die Vorwürfe sind verstörend: Eine Zweitklässlerin soll an einer Berliner Grundschule von einem Jungen mit dem Tode bedroht worden sein, weil sie nicht an Allah glaubt. Nach heftigen Reaktionen setzt die Bildungsverwaltung zunächst auf Gespräche.

evangelisch.de

Ein mutmaßlicher Fall von religiösem Mobbing an einer Berliner Grundschule hat eine Diskussion über Toleranz auf deutschen Schulhöfen losgetreten. Die entsetzten Reaktionen auf den bekanntgewordenen Fall im Stadtteil Tempelhof rissen zu Wochenbeginn nicht ab. Die Berliner Bildungsverwaltung teilte auf epd-Anfrage mit, voraussichtlich nächste Woche werde dazu ein Gespräch stattfinden. Daran beteiligt sind demnach Schulaufsicht, Schulleitung, Eltern, die Antidiskriminierungsbeauftragte und Schulpsychologen. Ziel sei, über Maßnahmen in dem konkreten Fall zu beraten, aber auch, „was die Schule insgesamt unternehmen kann“.

An der Paul-Simmel-Grundschule soll laut einem Bericht der „Berliner Zeitung“ die Tochter eines 41-Jährigen von muslimischen Schülern angepöbelt worden sein, weil sie nicht an Allah glaubt.

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Ethnologe: Religion ist für Menschen letztlich unvermeidbar

Religiöse Erfahrungen sind nach Ansicht des Ethnologen Thomas Hauschild tief im Menschen verwurzelt. „Religion muss offensichtlich passieren“, sagte der ehemalige Haller Ethnologie-Professor dem Evangelischen Pressedienst (epd). Es könne weltweit keine Menschengruppe geben, die gar keine Religion kenne. „Das, was wir Religion nennen, ist ein Dialog mit Mächten, die nicht ganz deutlich in der Realität verankert sind.“

Von Leonore Kratz | evangelisch.de

So könne etwa ein besonderes Musikerlebnis, eine überwältigende Landschaft oder ein merkwürdiger Zufall religiöse Gefühle auslösen: „Das übersteigt unsere tägliche Orientierung und kann dann unbewusst religiös aufgeladen werden“, erläuterte der Wissenschaftler. Hauschild hat im Sommersemester 2017 die Hans-Blumenberg-Professur am Münsteraner Exzellenz-Cluster „Politik und Religion“ inne.

Auch ein Konflikt könne eine Erfahrung mit dem Übernatürlichen sein, sagte er. Ein Gegenüber im Streit könne leicht in übertriebener Weise „dämonisiert“ werden. Religiöse Gefühle im Alltag könnten sowohl Menschen entwickeln, die einer organisierten Religion wie etwa dem Christentum angehören als auch Menschen ohne Religionszugehörigkeit.

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Bundestag beschließt Endlager-Gesetz

Bild: GNS Gorleben
Die Suche nach einem geeigneten Ort für radioaktiven Müll soll bis 2031 abgeschlossen sein. Bereits jetzt ist klar: Das Suchverfahren wird anstrengend und heikel.

evangelisch.de

Der Bundestag hat am Donnerstag mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD und Grünen das Gesetz zur Suche nach einem Standort für radioaktiven Müll beschlossen. Die Linksfraktion lehnte die Vorlage ab. Die meisten Abgeordneten bekräftigten das Verfahren der „weißen Landkarte“. Dass der umstrittene Standort Gorleben nicht ausgenommen wurde, stieß jedoch auf scharfe Kritik.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hatte zum Auftakt der Debatte im Bundestag die Bedeutung des Gesetzes betont. „Es ist meine tiefe Überzeugung, dass nur mit festen Regeln und mit absoluter Transparenz eine ergebnisoffene und bundesweite Suche nach einem Endlagerstandort gelingen kann“, sagte Hendricks.

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Wahl Dodo des Monats Dezember 2016

Dodo des Monats Dezember 2016 ©HFR
Dodo des Monats Dezember 2016 ©HFR

Der Monat Dezember ganz im Zeichen kultischer Verehrung, während die meisten wohl eine säkulare Form des Weihnachtsfestes durchführen sind in Politik und Kirchen die Seligkeitsbeteuerungen eines paganen Festes konjunkturbedingt. Der eine Kult feiert die Geburt seines Gottes, ganze 12 Götter beanspruchen den 25. Dezember als ihren Geburtstag, der andere Kult fährt mit einem Truck über einen Weihnachtsmarkt in Kirchennähe, tötet und verletzt Menschen. Religiöses Normallevel. Andere Gläubige zünden anderen Gläubigen die Tempel und Kirchen an und töten sich gegenseitig. Die Hochzeit der Märtyrer. Gott liebt die Seinen, tot. Politik bemüht sich in diesem irrationalen Wahn um religiöse Haltung, wer anderes erwartet lebt auf dem falschen Planeten. Die heiligen Bücher der verschiedenen Kulte, Kompendien von Fake News, über Jahrhunderte gesammelt und aufbewahrt. Religiöse Wahrheit entpuppt sich einmal mehr als eine göttliche Hure, die ihren Anhängern ein sattes Gefühl von Befriedigung übermittelt.
Der Müll des Monats hier versammelt.
Die Wahl ist bis zum 07. Januar 2017, 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird am folgenden Tag, hier, gewürdigt werden.
Viel Spaß!

  1.  Alexander Gauland, „mag Zigeuner essen, wahrscheinlich rare.“
  2.  Rainer Maria Woelki, „möchte gebärmütterliches Mitbestimmungsrecht.“
  3.  Karl Jüsten, „sollte mehr beten und sich weniger um Politik kümmern, dort dilettiert er nur.“
  4.  Hassan Dyck, „sterbende Wandelnde, die sich auch so benehmen.“
  5.  Beatrix Mayrhofer, „religiöse Demenz.“
  6.  Johann Hinrich Claussen, „möchte die Gesellschaft in missionarische Haftung nehmen.
  7.  Jean-Claude Juncker, „Wirres über Religion.“
  8.  Monika Grütters, „noch mehr Staatsknete für Judenhasser-Party.“
  9.  Winfried Kretschmann, „Pseudo-Grüner in katholischer Schwärze.“
  10.  Ludwig Spaenle, „klerikal-faschistischer Kniefall.“
  11.  Manuela Schwesig, „Politik wie die Weihnachtsbotschaft.“
  12.  Franz-Josef Overbeck, „asozial sind immer die Anderen.“
  13.  Ekkeart Vetter, „meinte dass Evangelikale nicht recht sein können.“
  14.  Günther Jauch, „will die Garnisonskirche in Potsdam um jeden Preis.“
  15.  Joachim Herrmann, „Karfreitag bleibt in Bayern streng reglementiert, auf Teufel komm raus.“
  16.  Aiman Mazyek, „niemand muss müssen.“
  17.  Volker Kauder, „Fraktionspfaffe mit Hintergedanken.“
  18.  Peter Stuhlmacher, „möchte wieder Juden missionieren.“

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Haseloff: Christlicher Glaube bleibt in Ostdeutschland wichtig

Das Land brauche „diese Rückbindung an die Religion auch weiterhin, damit Tabus, an denen wir aus transzendenten Gründen festhalten, nicht eines Tages geschleift werden“.

evangelisch.de

Für die Menschen in Ostdeutschland bleibt nach Ansicht von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) der christliche Glaube trotz der dort verbreiteten Konfessionslosigkeit wichtig. Das Verständnis der freiheitlich-demokratischen Grundordnung „und die Auseinandersetzung mit den christlichen Prägungen unserer Vergangenheit“ gehörten untrennbar zusammen, sagte Haseloff der „Welt“ (Samstagsausgabe).

Das Land brauche „diese Rückbindung an die Religion auch weiterhin, damit Tabus, an denen wir aus transzendenten Gründen festhalten, nicht eines Tages geschleift werden“. Haseloff erinnerte daran, dass 1989 die übergroße Mehrheit der Ostdeutschen dem politischen System der Bundesrepublik beitreten wollte, dessen Grundgesetz fundamental von der religiösen Tradition und dem jüdisch-christlichen Menschenbild geprägt sei: „Die Friedliche Revolution nahm übrigens ihren wesentlichen Anfang in den Kirchen“, sagte Sachsen-Anhalts Regierungschef.

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Beckstein: Leere Kirche sind mir größere Sorge als Moscheen

Günther Beckstein und Aiman Mazyek, Bild: bb
Günther Beckstein und Aiman Mazyek, Bild: bb
Die großen Feierlichkeiten zum 500. Reformationsjubiläum, die am Montag beginnen, hält Beckstein für eine gute Idee. Denn die Reformation habe weit über die Kirche hinaus eine riesige Bedeutung. „Sie markiert einen großen Aufbruch.“

evangelisch.de

Der frühere bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) hat keine Angst vor einer Islamisierung Deutschlands. „Aber ich habe Sorge vor einer Entchristlichung“, sagte der überzeugte Protestant der „Passauer Neuen Presse“ (Samstagsausgabe). „Leere Kirchen sind mir die größere Sorge als die Moscheen.“ Er zitierte dazu Meinungsforscher, denen zufolge bis zu 75 Prozent der Muslime sagen, ihnen sei ihr Glaube sehr wichtig, während weniger als 25 Prozent der Christen dies von sich sagten.

Der christliche Glaube ist für Beckstein außerdem „ein wichtiger Faktor für unsere Leitkultur“. Religiöse Fragen hätten eine weit größere Bedeutung, als gemeinhin angenommen werde – „wenn auch nicht unbedingt in Übereinstimmung mit den Kirchen“. Die Kirche habe die Vermittlung vom Sinn des Lebens und von Werten lange Zeit zu gering geachtet, kritisierte Beckstein. Doch Sinnfragen beschäftigten die Menschen sehr. „Wer nicht an Gott glaubt, glaubt ja nicht nichts, sondern er glaubt an alle Formen der Scharlatanerie.“

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Die Kirche ordnet sich der Parteipolitik unter

Der Präsident des Zentralkomitees der Katholiken, Thomas Sternberg, bei der Eröffnung des 100. Katholikentages. picture alliance
Heute beginnt der 100. Katholikentag in Leipzig. Doch unliebsame Themen wie die prekäre Lage christlicher Flüchtlinge in deutschen Unterkünften werden dort ausgeblendet. Auch mit der AfD will man nicht sprechen

Von Klaus-Rüdiger Mai | Cicero

Der CDU-Politiker und Präsident des Zentralkomitees der Katholiken, Thomas Sternberg, hat in einem Interview die Flüchtlingskrise als zentrales Thema des gerade in Leipzig stattfindenden Katholikentages benannt. Dabei erweckte er den Eindruck, dass in seinen Augen scheinbar nur Muslime als Flüchtlinge zu gelten haben. Die teils katastrophale Situation von nichtmuslimischen Minderheiten in den Flüchtlingsheimen, von Christen und Jesiden, die laut einer Studie des christlichen Hilfswerks „Open Doors“ wegen ihres Glaubens geschlagen, beleidigt oder bedroht werden, sind für den Präsidenten hingegen kein Thema. Denn, so Sternberg: „Man muss sich davor hüten, es als typisch islamisch darzustellen, wenn Christen in mehrheitlich von Muslimen bewohnten Flüchtlingsheimen bedrängt werden.“

Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ hatte die dünne Faktenbasis der Studie bemängelt, Sternberg zieht diese jedoch an sich nicht in Zweifel. Die „Welt“ wiederum verwies auf mehrere selbst dokumentierte Einzelfälle schikanierter christlicher Flüchtlinge, die das Ergebnis der Studie bekräftigen sollten. Auch Open Doors widersprach dem FAS-Artikel.

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Wittenberger Schlosskirche komplett saniert

Schlosskirche mit Schlosskirchturm. Bild: wikimedia.org/PD
Die Schlosskirche von Wittenberg erstrahlt im neuen Glanz. Die Bauarbeiten an dem Gotteshaus, an dem der Reformator Martin Luther 1517 seine Thesen angeschlagen haben soll, wurden am Mittwoch offiziell fertiggestellt.

evangelisch.de

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) betonte aus diesem Anlass, dass das Land für die Feierlichkeiten zum 500. Reformationsjubiläum im kommenden Jahr bestens vorbereitet sei: „Wir werden die Chance, unsere einzigartige Kulturlandschaft, einem internationalen Publikum zu präsentieren, gut nutzen.“

Die Schlosskirche sei als authentischer Ort der Reformation und als Grabkirche Friedrichs des Weisen und der Reformatoren Luther und Philipp Melanchthon von größter Symbolkraft, betonte der Ministerpräsident: „Es ist unser Ziel, die geistesgeschichtliche und religiöse Bedeutung der Reformation noch stärker in das Bewusstsein der Menschen zu heben.“

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Steinmeier würdigt Reformen in Saudi-Arabien – Satire?

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Der Außenminister lobt Saudi-Arabiens „wirtschaftspolitischen Realismus“ und spricht sich für die Lieferung von Patrouillenbooten aus. Mit Mali und Niger will er über Migrationsfragen beraten.

Von Beat Balzli, Tonia Mastrobuoni, Daniel Friedrich Sturm | DIE WELT

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat die Reformpläne des stellvertretenden saudi-arabischen Kronprinzen, Mohamed bin Salman, gewürdigt und sich für den umstrittenen Export von Patrouillenbooten ausgesprochen. „Der Reformplan von Mohamed bin Salman ist ein wirklich anspruchsvolles Programm. Ich finde das mutig, es ist Ausdruck eines wirtschaftspolitischen Realismus, der nach einer Alternative zum Öl sucht“, sagte Steinmeier in einem Interview der „Welt am Sonntag“ im Verbund mit der europäischen Zeitungsallianz Lena.

Mit der Teilprivatisierung des staatlichen Ölkonzerns Aramco schränke das saudische Königshaus „letztlich auch seinen eigenen Einfluss auf die Wirtschaft ein“, sagte Steinmeier: „Die Einschränkungen für die Religionspolizei zeigen, dass auch gesellschaftspolitische Veränderungen nicht mehr tabu sind.“ Steinmeier war im letzten dreiviertel Jahr zweimal mit Mohamed bin Salman für längere Gespräche in Riad zusammengetroffen. „Bei meinem letzten Besuch in Saudi-Arabien haben wir lange darüber gesprochen, wie die militärischen Auseinandersetzungen im Jemen beendet werden können“, sagte der SPD-Politiker: „Ich freue mich, dass die Friedensverhandlungen in Kuwait jetzt begonnen haben, und hoffe, dass wir den Konflikt in Jemen in absehbarer Zeit beilegen können.“

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Gewalt und Religion: Der Mensch ist schuld

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Ob Religionen zur Gewalt anstacheln, wird derzeit auf vielen Podien erörtert. In der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften traf sich eine besonders illustre Expertenrunde zur Diskussion. Auch die fand zu keiner einfachen Antwort. Aber immerhin erfuhren die Zuhörer, warum das Geld für Sozialprogramme besser in die Spree gekippt werden sollte.

Von Cornelius Wüllenkemper | Deutschlandfunk

Ist Brutalität ein Wesensmerkmal des Monotheismus, und nicht nur eine extremistische Entgleisung fanatischer Glaubensanhänger? Mit dieser These hatte der Heidelberger Ägyptologe und Religionswissenschaftler Jan Assmann für Aufsehen gesorgt. Dem Theologen und Kirchenhistoriker Christoph Markschies, Vizepräsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, widerspricht: Religion könne grundsätzlich Gewalt ebenso entfachen wie eindämmen. Sie spiegle nur den Umgang mit Gewalt in einer Epoche. Assmanns steile Thesen in der Debatte über „Religion und Gewalt“ sind für Markschies einzig der Beweis dafür, wie Religion heute diffamiert werde.

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Kramp-Karrenbauer will Kruzifix-Pflicht im Gerichtssaal!

Foto: brightsblog
Foto: brightsblog

Zur Ankündigung von Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer, Gerichte unter Umständen gesetzlich dazu zu verpflichten, Kreuze in einem Teil der Verhandlungssäle zu belassen, erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler

BundesJustizPortal

„In unserem Grundgesetz ist eine eindeutige Trennung zwischen Kirche und Staat festgeschrieben. Gerichtssäle sind Orte, in denen nach den geltenden Gesetzen des Staates und nicht nach den Maßgaben gleichwelcher Religion Recht gesprochen wird. Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer verkennt diese Rechtslage völlig, in dem sie das Abhängen von Kreuzen im Amtsgericht Saarbrücken mit dem Argument verurteilt, es hätte hierfür „keinen konkreten Anlass“ (Saarbrücker Zeitung, 09.03.2016, Seite B1) gegeben.

Es gilt vielmehr der umgekehrte Fall: Auf Basis unserer Rechtsordnung gibt es weder einen Anlass noch eine Rechtfertigung, solche Symbole in Gerichtssälen überhaupt aufzuhängen. Denn das Kruzifix und jegliche Symbole anderer Religionsgemeinschaften stellen kulturelle Symbole dar, die die Werteordnung einer Religionsgemeinschaft repräsentieren. Diese ist jedoch nicht zwangsläufig mit der des Staates deckungsgleich. Im Übrigen ist das christliche Kreuz nicht nur ein Symbol für Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe. Wir dürfen nicht vergessen, dass unter dem Zeichen des Kreuzes in der Geschichte auch viel Unheil und Menschenverachtendes geschehen ist.

Aus diesen Gründen halten wir es für den völlig falschen Weg, in die Entscheidungsgewalt der Gerichte einzugreifen zu wollen und möglicherweise sogar gesetzlich eine Kruzifix-Pflicht für einen Teil der Säle festzuschreiben.“

Quelle: gruene-fraktion-saar.de

Katholische Kirche: Rektor hat einmal zu oft geheiratet

Mitarbeiter im Kirchendienst müssen sich an die katholischen Moralprinzipien halten – entgegen des allgemeingültigen Arbeitsrechts. Foto: dpa
Die Neuwahl eines Rektors an der Katholischen Hochschule NRW scheitert an moralischen Bedenken. Der Kölner Erzbischof hatte die zweite Heirat als schwerwiegenden Verstoß gegen die Loyalitätspflicht bewertet.

Von Joachim Frank|Frankfurter Rundschau

Die Liberalisierung des Arbeitsrechts in der katholischen Kirche hat im ersten Stress-Test zu einem heftigen Konflikt geführt. An der „Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen“ (KatHo) scheiterte die Neuwahl des Rektors im Januar am mehrheitlichen Einspruch der fünf NRW-Bistümer gegen den geschiedenen, wiederverheirateten Kandidaten. Treibende Kraft war der Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Woelki. Er bewertet die zweite Heirat als schwerwiegenden Verstoß gegen die Loyalitätspflicht kirchlicher Mitarbeiter. Die Bistümer Köln, Aachen, Essen, Münster und Paderborn sind die Gesellschafter der Hochschule.

Der Fall offenbart heftige Differenzen unter den Bischöfen über die Auslegung der 2015 reformierten „Grundordnung des kirchlichen Dienstes“ (GO) sowie über die Freiheit der Wissenschaft. Der amtierende KatHO-Rektor, Peter Berker, warf den Bischöfen einen unrechtmäßigen Eingriff in die Hochschul-Selbstverwaltung vor und spricht zudem von einer „Machtdemonstration“, mit der die Bischöfe das Vertrauen in ihr eigenes neues Arbeitsrecht zerstörten. Die Behandlung seines Kollegen, dessen zweite Eheschließung die Kirche erst im Moment seiner Bewerbung um das Rektorenamt beanstandete, ließ Berker die Frage stellen: „Wie viel Pharisäertum wollen wir uns eigentlich in der Kirche leisten?“

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Gotteswahn: Söder hört auf Dienstfahrten die Bibel

DerverzweifelteJesusDer bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU) sieht keinen Spagat zwischen seinem persönlichen christlichen Glauben und seinem politischen Amt.

evangelisch.de

Natürlich kenne auch er den Appell Jesu, Fremde aufzunehmen. Diese Aufforderung könne man allerdings nicht eins zu eins übernehmen, sagte Söder am Freitagabend in Hof.  Das sei ein Spannungsfeld, bei dem es kein einfaches Schema gebe. Aus seiner religiösen Einstellung habe er viel Kraft gewonnen. „Gott hat mich sicherer gemacht, der Glaube hat mir immer mehr Orientierung gegeben,“ sagte Söder bei einer Diskussionsveranstaltung in der evangelischen Kreuzkirchengemeinde. Heute sei er fest davon überzeugt: „Mit Gott geht es mir besser als ohne.“

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Religionsvertreter würdigen deutsches Staatskirchenrecht

Bild: fis-kirchenrecht.de
Bild: fis-kirchenrecht.de

Die Beziehungen zwischen Staat und Religionsgemeinschaften müssen nach Überzeugung des Berliner evangelischen Bischofs Markus Dröge weiter ausgestaltet werden.

evangelisch.de

Für das Christentum und das Judentum passe das jetzige deutsche Staatskirchenrecht sehr gut, sagte Dröge am Dienstagabend bei einer Podiumsdiskussion unter dem Motto „Wie viel Religion verträgt der Staat?“ in Berlin. Die große Aufgabe bestehe jetzt allerdings darin, „dass auch der Islam dort hineinpasst“, fügte der Theologe hinzu.

Der Grünen-Politiker Volker Beck ermunterte die Muslime, die organisatorischen Voraussetzungen dafür zu schaffen, wie etwa die großen christlichen Kirchen ebenfalls als Körperschaft öffentlichen Rechts anerkannt zu werden. Die Hürden dafür seien gar nicht so hoch, sagte der religionspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion. Allerdings fürchteten die Funktionäre in den vier bestehenden großen muslimischen Verbänden wohl auch die Konsequenzen einer organisatorischen Neuordnung.

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Islamvertreter: Deutlich mehr Anschläge auf Moscheen

Islamvertreter zeigen sich besorgt über eine Zunahme anti-muslimischer Angriffe nach den Vorfällen in der Silvesternacht in Köln.

evangelisch.de

Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) habe seit Anfang dieses Jahres 80 Anschläge auf Moscheen gezählt, sagte der Generalsekretär des muslimischen Verbandes, Bekir Alboga, am Donnerstag in Frankfurt am Main. Auch die Schwere der Taten habe deutlich zugenommen. Sie reichten von Nazi-Schmierereien über Brandstiftungen bis hin zum Einsatz von Schusswaffen. Viele Gläubige würden in der Öffentlichkeit beschimpft oder erhielten Hass-E-Mails.

In der Silvesternacht hatten in Köln Gruppen junger Männer Frauen sexuell belästigt und bestohlen. Die meisten von der Polizei ermittelten Tatverdächtigen stammen aus muslimischen Ländern wie Marokko und Algerien.

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Wahl Dodo des Monats November 2015

Dodo des Monats November 2015
Dodo des Monats November 2015

Der Monat November war angefüllt mit allerlei Blödsinn. Ob nun die Abstimmung des Bundestages zum Thema Sterbehilfe, die quasi dem Paternalismus Tür und Tor öffnet und am eigentlichen Problem vorbeigeht, die Bewältigung der Zuwanderung durch Flüchtlinge, angesichts der Inkompetenz einiger Behörden mag man gar nicht den Gedanken einer Naturkatastrophe in Deutschland zu Ende denken und die Gottesstaatlichkeit in Deutschland, politisch gewollt, gegen die Interessen des Souveräns, den Begriff sollte man nicht all zu ernst nehmen.

Die Wahl ist bis zum 07. Dezember 2015, 18:00 befristet, Mehrfachabstimmungen sind möglich.
Der Gewinner wird am folgenden Tag mit einer kleinen Laudation gewürdigt.

Viel Spaß!

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Spooky: Apostolischer Hausmeister redet im Bundestag

Bild: brightsblog
Bild: brightsblog
Mit einem Festvortrag von Erzbischof Georg Gänswein haben Parlamentarier an die historische Rede von Papst Benedikt XVI. vor gut vier Jahren im Bundestag erinnert.

kath.net

Mit einem Festvortrag von Erzbischof Georg Gänswein haben Parlamentarier an die historische Rede von Papst Benedikt XVI. vor gut vier Jahren im Bundestag erinnert. Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer sagte am Mittwoch im Großen Protokollsaal des Reichstagsgebäudes, die «epochale Rede» sei für Politiker «ein immerwährender Spiegel für verantwortungsbewusstes Handeln». Die Begegnung fand zum Auftakt eines Symposiums der Joseph Ratzinger Papst Benedikt XVI.-Stiftung in Berlin statt.
Gänswein, der Präfekt des Päpstlichen Hauses und Privatsekretär des emeritierten Papstes, übermittelte die Grüße von Benedikt XVI. In seinen Ausführungen zu den großen gesellschaftspolitischen Themen von Benedikt XVI. betonte er, dass für den Theologen Joseph Ratzinger und Papst die Wahrheit vor der Ethik komme. Dies müsse auch die Grundlage des politischen Handelns sein. Er erinnerte zugleich daran, dass die katholische Soziallehre kein unmittelbar anzuwendendes Programm sei.

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