Dodo Käßmann: „Wir sind Papst ist feine evangelische Theologie“

Margot-KässmannMargot Käßmann, die Botschafterin für das Reformationsjubiläum, wirbt beim evangelischen Ideenkongress in Gießen dafür, die Feierlichkeiten als Chance für die Gemeindearbeit zu begreifen: Die Reformation war ein Vorbild für die Arbeit mit Familien und bei der Betonung der Freiheitsidee.

EKHN.de

Als „historische Chance“ für den Protestantismus, sich in der Öffentlichkeit deutlicher zu positionieren, hat die evangelische Theologin Margot Käßmann die bevorstehenden Feierlichkeiten zu 500 Jahren Reformation am Samstag in Gießen bezeichnet. Das Jubiläum im Jahr 2017 könne dazu beitragen, „sich auf die eigene Identität zu besinnen“ aber auch in einer Welt mit vielen Religionen „von unserem Glauben zu reden“, erklärte die Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für das Reformationsjubiläum vor rund 2.400 Teilnehmenden beim vierten „Ideenkongress“ der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN).

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Die selektive Amnesie lebender Päpste

Statue von Junípero Serra im Golden Gate Park in San Francis. Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA 4.0

Wenige Tage nach der Heiligsprechung des Missionars Junipero Serra (1713-1784), durch den amtierenden Papst aus Rom, wurde seine Grabstätte verwüstet. Eine Statue des Toten wurde gestürzt und der Grabstein mit Farbe beschmiert. Nebenbei bemerkt, von Gottesseite erfolgte keinerlei Reaktion, soviel zur Heiligkeit des Betroffenen.
Der römische Franz würdigte, während eines Gottesdienstes in Washington, die Leistungen des Pfaffen, nannte ihn einen vorbildlichen Missionar und Verteidiger der Rechte der Eingeborenen. An diesem Punkt beginnt die historische Ignoranz des Büttenredners aus Rom. Die Eingeborenen sind anderer Meinung.
Serra brachte ihnen eben nicht nur das Christentum, zu dem sie ohnehin keine Wahl hatten, vielmehr sorgte er dafür, dass die Kultur der Ureinwohner zerstört wurde. Brutal und tödlich waren die Verfahrensweisen gegen die Pomo-Inidaner. Sprache, Kleidung, Ernährung und Eheschließung, fortan bestimmten katholische Pfaffen das Leben der Ureinwohner. Wer flüchtete wurde durch die Armee eingefangen und gezwungen in der Missionsstation zu leben.

1769 lebten auf dem Gebiet des heutigen Kaliforniens rund 310.000 Ureinwohner, einhundert Jahre später, nach erfolgreicher Mission, waren es noch ungefähr 50.000. Mission accomplished.

Wir erinnern uns an den Besuch des deutschen Papstes Ratzinger(B16) in Südamerika. „Der Katholizismus hat die indigenen Völker “gereinigt,“ so die arrogante Feststellung des Pontifex im Jahre 2007. Ratzebene ließ die katholische Welt glauben, dass die Indigenen der Amerikas die katholischen Eroberer Fähnchen schwingend, mit Spruchbändern und vor allem jubelnd am Strand begrüßt haben. Den deutschen Papst und sein argentinischer Nachfolger eint die Ignoranz und Arroganz hinsichtlich der Probleme, welche der Katholizismus in den Amerikas verursacht hat. Ein kräftiges „mea culpa“ wäre angebracht. Statt dessen schwadroniert Franz durch die Welt und ist sich nicht zu schade in Washington in die Bütt zu steigen und pseudomoralische Banalitäten in die Welt zu posaunen.

Es wäre an der Zeit den markigen Sprüchen aus Rom, Taten folgen zu lassen.

Latzel: Gutmenschenlehren lösen das Wort Gottes in der Kirche ab

DerverzweifelteJesusHeftige Kritik an der evangelischen Kirche hat der Bremer Pastor Olaf Latzel geübt – Er sagte u.a., die evangelische Kirche sei durch Beratungsscheinausstellung mitschuldig am „Massenmord“ an ungeborenen Kindern

kath.net

Heftige Kritik an der evangelischen Kirche hat der Bremer Pastor Olaf Latzel geübt, der im Januar wegen einer umstrittenen Predigt in die Schlagzeilen geraten war. Er sprach am 26. September bei einer Evangelisation im niedersächsischen Holzminden, an der nach Angaben der Veranstalter rund 600 Personen teilnahmen. Latzel vertrat dabei die Ansicht, dass vielerorts in der Kirche „humanistische Gutmenschenlehren“ das Wort Gottes abgelöst hätten. Er beklagte ferner, dass kirchliche Stellen Schwangeren Beratungsscheine ausstellen, die Voraussetzung für eine straffreie Abtreibung sind. Damit mache sich die Kirche mitschuldig „am Massenmord am ungeborenen Leben“.

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Gläubige schätzen Gläubige

Trotz massiver Angst vor dem Islam begrüßen die Deutschen die überwiegend muslimischen Flüchtlinge freundlich. Für die Zukunft wäre mehr Verankerung in der christlichen Religion hilfreich, meint Klaus Krämer.

Von Klaus Krämer|Deutsche Welle

Wer hätte das gedacht: Deutsche applaudieren begeistert ankommenden Flüchtlingen aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan. Gastfreundschaft, Herzlichkeit und echte Freude in überquellenden Bahnhöfen. Unzählige freiwillige Helfer, eine riesige Spendenbereitschaft der Bürger: Szenen, die überall in der Welt beeindruckt haben.

Ausgerechnet eine Flüchtlingswelle hat den seit Jahrzehnte alten Gefühlsstau der Deutschen hinweg gespült. Mitleid, Erbarmen und Nächstenliebe im Zentrum des christlichen Abendlandes. Dies dominiert die Nachrichten aus Deutschland, und nicht die Bilder brennender Asylbewerberheime. Mehr noch: Über zwei Drittel der hier Lebenden befürworten, dass Deutschland seine Grenzen für verfolgte, geschändete und vom Tod bedrohte Männer, Frauen und Kinder geöffnet hat. Einer jener seltenen Augenblicke, zufrieden zu sein mit diesem Land.

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Protest: Frauenfeindliche FEMEN

Junge Frauen mit Kopftuch halten Plakate hoch und demonstrieren für ihr Recht selbst zu bestimmen wie sie sich für Frauen einsetzen © MuslimaPride
FEMEN-Aktivistinnen haben in Frankreich die Bühne einer islamischen Veranstaltung gestürmt. Dr. Milena Rampoldi schreibt über den Protest der FEMEN-Aktivistinnen und was sie von dem Frauenbild im Islam lernen können.

Von Dr. Milena Rampold|IslamiQ

Der Zwischenfall, der sich am letzten Samstag, in Pontoise, im Norden von Paris während eines muslimischen Kongresses über Frauenrechte abspielte, ist vielen bereits aus den Medien bekannt. Zwei arabische Aktivistinnen von FEMEN, die sich Jihadistinnen nennen, die auf einer Sklavereiparty auftreten, sprangen auf die Bühne zogen sich aus, um Slogans wie „Ich bin mein eigener Prophet“ oder „keiner wagt es, mich zu unterdrücken“ auf ihrer nackten Haut zu zeigen. Sie schlugen dabei die beiden Redner fast in die Flucht, bevor sie von den Sicherheitskräften abgeführt wurden. Dieser 30-Sekunden-Vorfall beweist meiner Meinung nach, wie wenig der extremistische, westliche Feminismus den muslimischen Frauen heute wie damals zu bieten und vor allem zu sagen hat. Und dies weil der islamische Feminismus solcher „Inputs“ gar nicht bedarf, weil er schon bei der Umsetzung der Frauenrechte ist und nicht im Dunkeln tappt, um sie zu suchen oder herbeizuschwören wie nach dem Slogan von FEMEN „Women’s spring is coming…“.

Die muslimischen Frauenrechte gibt es schon seit 1400 Jahren, seit der Befreiung der Frau durch die damals wie heute so revolutionäre islamische Weltanschauung. Auf der Seite von FEMEN heißt es, dass der Frühling der Frauen am Kommen ist. Dieser Slogan beweist für mich ganz klar, dass FEMEN die Errungenschaften der Frauen in der Geschichte gar nicht würdigt, weder die islamischen noch die westlichen Frauenrechte. Denn sei im Westen als auch im Islam gibt es Frauenrechte, obschon sie sich sehr verschiedenartig gestalten. Und diese sind sehr wohl vorhanden und auch historisch konsolidiert. Ich würde eher sagen, dass die wahre „Frauenphobie“ hingegen ihren Frühling erlebt.

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Theologe Reinhard Slenczka: Zeitgemäßheit ist das herrschende Dogma der EKD

ekd

Evangelischer Theologe Reinhard Slenczka: „Von einer normativen Funktion von Schrift als Wort Gottes und Bekenntnis als Manifestation des Heiligen Geistes kann hier überhaupt keine Rede mehr sein.“


kath.net

Scharfe Kritik an dem im März erschienenen EKD-Grundlagentext „Für uns gestorben – die Bedeutung von Leiden und Sterben Jesu Christi“ übt der Theologieprofessor Reinhard Slenczka (Erlangen). Darin werde ein „Kuschelgott“ gemalt, schreibt er in einer Stellungnahme zu dem Papier. Dessen Autoren karikierten und bagatellisierten den in der Bibel bezeugten „Zorn Gottes“ gemäß menschlicher Meinungen. Als Beispiel verweist Slenczka auf die Aussage im Text: „Die feministische Theologie hat darauf aufmerksam gemacht, dass hinter der Vorstellung eines zornig aufbegehrenden Gottes ein Gottesbild steht, bei dem unterdrückerische und bisweilen sogar sadistisch anmutende Vaterbilder auf Gott projiziert werden.“ Dem Theologen zufolge geht es beim „Zorn Gottes“ um das gegenwärtige und zukünftige Gerichtshandeln Gottes, „das durch das Wort Gottes für Zeit und Ewigkeit erkannt wird“. Damit solle zur Umkehr gerufen und deutlich werden, „wie Gott in unserem persönlichen Leben in der Geschichte von Völkern den Ungehorsam und die Übertretung seiner Gebote bestraft“. Deshalb müsse man ernsthaft fragen, mit welchem Recht Kirchenverwaltungen erklärten, dass gleichgeschlechtlchtlicher Verkehr keine Sünde sei. Dabei heiße es im Römerbrief (Kapitel 1) und im 1. Korintherbrief (Kapitel 6), „dass diejenigen, die das tun, das Reich Gottes nicht erben werden“.

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Saarland führt probeweise Islam-Unterricht an Grundschulen ein

Das Saarland führt probeweise einen islamischen Religionsunterricht ein. Bereits im kommenden Schuljahr 2015/2016 soll er an einigen Grundschulen starten, teilten die Minister für Bildung und Familie, Ulrich Commerçon (SPD) und Monika Bachmann (CDU), am Dienstag in Saarbrücken mit.


The Huffington Post

Getestet wird das Modell zunächst an Schulen mit einem hohen Anteil muslimischer Schüler. Die ausgewählten Schulen befinden sich in Saarbrücken und Völklingen.

Das Bundesland führt den Islam-Unterricht bereits ab der 1. Klasse ein. Nach und nach soll er bis zur 4. Klasse fortgeführt werden. Der Unterricht in deutscher Sprache sei bekenntnisorientiert, die Inhalte des Unterrichts müssten mit dem Grundgesetz vereinbar sein, hieß es. Der Lehrplan orientiere sich an den Vorgaben von Nordrhein-Westfalen.

Die Idee hinter dem Testlauf ist folgende: „Muslimische Kinder im Saarland erhalten nun die Möglichkeit, sich auch im schulischen Kontext mit ihrer Religion zu befassen“, sagte Commerçon. Bachmann, die auch Landesintegrationsbeauftragte ist, erklärte, die Einführung sei „ein wichtiger Schritt im Sinne einer gelebten Integrations- und Willkommenskultur“.

Das Saarland ist nicht das erste Bundesland, das einen Islam-Unterricht einführt. Unter anderem in Niedersachsen und Berlin existiert das Modell schon seit einigen Jahren.

Deutsche Forschungsgemeinschaft: Gelder für religiösen Firlefanz

Die Ordnung aller religiösen Riten und Zeremonien im Christentum nennt man Liturgie. Ist Liturgie eine unverrückbare Tradition? Oder darf man die überlieferten Formen verändern? Eine neue Studie beschäftigt sich mit dem Umgang der Liturgie im Alltag.


Bayrischer Rundfunk

Bild: BR.de

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Forschungsprojekt zum Thema „Liturgische Akteure: Normen und gottesdienstliche Praxis“. Prof. Dr. Martin Stuflesser, Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft und Prof. Dr. Dr. Hans-Georg Ziebertz, Lehrstuhl für Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts von der Universität Würzburg leiten das für drei Jahre angelegte Forschungsprojekt.

Das Forschungsprojekt untersucht, wie liturgische Akteure aus unterschiedlichen Personengruppen, wie Priester, Diakone, hauptamtliche Laien, im kirchlichen Auftrag liturgischen Feiern verwenden. Die Studie soll beobachten, wie diese die Vorgaben zur Liturgie anwenden, wo sie abweichen und warum Veränderungen vorgenommen werden.

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Religiotie: Vom ungeborenen Rind zum ungeborenen Kind

Das ARD-Magazin „Report Mainz“ soll nicht nur über die Tötung von ungeborenen Rindern, sondern auch von Kindern im Mutterleib berichten. Das hat der evangelikale Unternehmer Ulrich Weyel (Gießen) in einem Offenen Brief an die Redaktion angeregt.


kath.net

DerverzweifelteJesusDas Magazin hatte am 14. Juli berichtet, dass jährlich bis zu 180.000 trächtige Kühe in Deutschland geschlachtet werden. Wie es hieß, ersticken die Kälber nach dem Tod der Kühe in der Gebärmutter.

Das Sterben könne bis zu 20 Minuten dauern. Wie Weyel schreibt, unterstützt er das Anliegen des Tierschutzes. Er fragt zugleich an, ob „Report Mainz“ auch „die operativen Vorgänge bei der Tötung (Abtreibung) ungeborener Kinder bildhaft und kommentierend in einer Sendung“ dokumentieren wird. Denn die Redaktion sollte sich nicht dem Vorwurf einer „krassen Einsichtigkeit in einer wesentlichen Grundsatzfrage unserer Gesellschaft aussetzen“.

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Volker Beck dilettiert in Sachen Grundgesetz

Kirchliches Arbeitsrecht: Volker Beck warf den Bischöfen von Regensburg, Passau und Eichstätt eine «erbarmungslose und kündigungswütige Haltung» vor, die vor weltlichen Gerichten keinen Bestand haben werde.


Von Peter Winnemöller|kath.net

Bild: fis-kirchenrecht.de
Bild: fis-kirchenrecht.de

Die unnötige und wirkungslose Einmischung in kirchliche Angelegenheiten durch religionspolitische Sprecher von SPD und Grünen beruht erneut auf fundamentalen Missverständnissen.

Der ständige Rat der DBK, in dem die 27 deutschen Diözesanbischöfe vertreten sind, hatte in seiner letzten Sitzung Ende April ein neues kirchliches Arbeitsrecht beschlossen. Unter anderem ging es darum, dass eine weitere zivile Heirat bei bestehender Ehe oder eine eingetragene Lebenspartnerschaft homosexueller Mitarbeiter nicht mehr automatisch zur Kündigung führen solle. Zwar hatte sich die Mehrheit der deutschen Bischöfe für die Reform ausgesprochen, doch derartige Mehrheitsbeschlüsse haben keinen bindenden Charakter für den einzelnen Bischof. Jeder Bischof ist in seiner Diözese auch für das diözesane Recht verantwortlich. Der Mehrheitsbeschluss hat lediglich Empfehlungscharakter.

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Dodo Gauck fühlt sich „dem Gedanken des Ramadan verbunden“

Zum morgigen muslimischen Fest des Fastenbrechens nach dem Ramadan hat Bundespräsident Joachim Gauck zu mehr Vertrauen zwischen den Religionen aufgerufen.


n-tv

Joachim_Gauck „Wenn wir uns leiten lassen von dem Wunsch nach einem respektvollen, friedlichen Zusammenleben, wird eine gute gemeinsame Zukunft gelingen“, ließ Gauck in einer Grußbotschaft an die Muslime mitteilen.

„Ich fühle mich dem Gedanken des Ramadan verbunden, dem Festmonat der Freude, des Gebets und der Nächstenliebe, der die Gläubigen zur Verantwortung für den Anderen anhält.“ Gauck wünschte „allen Muslimen in unserem Land ein frohes und gesegnetes Fest“.

Am Freitag beginnt das dreitägige Fest des Fastenbrechens „Eid al-Fitr“, mit dem Muslime den Fastenmonat Ramadan beenden.