Archiv der Kategorie: Esoterik

Schlangenbändigung als Glaubensbeweis

Schlangenbeschwörung auf Amerikanisch: Religiöses Ritual in einer Pfingstgemeinde in Kentucky (1946). Foto: Wikipedia

Für radikale Christen ist die Bibel von Gott inspiriert und somit die unumstössliche und ewig gültige Wahrheit. Selbst extreme Geschichten aus dem Alten Testament verstehen sie nicht als Gleichnis oder Metapher, sondern als Glaubensrealität oder gar Handlungsanweisung von Gott.

Von Hugo Stamm|Tages Anzeiger Blogs

Vor allem charismatische Freikirchen versuchen immer wieder, übernatürliche Heilungen und Wunder zu reproduzieren, wie sie in der Bibel beschrieben sind. Viele Pastoren und Gläubige üben sich in der Geistgabe oder in Prophezeiungen, vor allem in Bezug auf die Endzeit. Besonders beliebt sind Wunderheilungen, die in Heilungsgottesdiensten geprobt werden.

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Scientology und Zeugen Jehovas missionieren bei Flüchtlingen

Die Zeugen Jehovas wollen auch in Flüchtlingsheimen missionieren Bild.dpa
In die Flüchtlingsunterkünfte kommen in jüngerer Zeit nicht nur Vertreter der großen Kirchen, sondern auch Scientologen und Zeugen Jehovas. Viele Asylsuchende fühlen sich von ihnen belästigt.

DIE WELT

Politiker, Kirchenvertreter und Menschenrechtler bezeichnen Missionierungsversuche von Scientologen und Zeugen Jehovas in Flüchtlingsunterkünften als bedenklich. “Es ist schon problematisch, wenn man hier ankommende Flüchtlinge gleich missionieren will”, sagt Angelika von Loeper, Vorsitzende des Flüchtlingsrates Baden-Württemberg und Mitglied im Vorstand der Bundesarbeitsgemeinschaft Pro Asyl.

Das baden-württembergische Integrationsministerium zieht einen Vergleich: Im Gegensatz zu Scientology und den Zeugen Jehovas leisteten die Wohlfahrtsverbände der beiden großen Kirchen, Caritas und Diakonie, praktische Hilfe und Unterstützung”, sagt Ministeriumssprecher Christoph Häring: “Die machen ihren Job genauso wie die Hilfskräfte, die ja auch nicht im Rettungswagen missionieren.”

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Christian Morgenstern: „Windgespräch“

© F.A.Z., akg-images
Seine „Galgenlieder“ gehören zum Witzigsten, was die deutsche Sprache hervorgebracht hat. Dieses Gedicht aus Christian Morgensterns Nachlass zielt auf die Absurdität des Reisens.
 

Von Jochen Jung|Frankfurter Allgemeine

Christian Morgenstern war ein inniger Follower von Rudolf Steiner und hat viel Lyrisches und Aphoristisches geschrieben, worin dies zum Ausdruck kommt. Berühmt wurde er freilich durch seine „Galgenlieder“, die neben dem Werk Wilhelm Buschs sicher das Umwerfendste sind, was die deutsche Literatur an Humoristischem hervorgebracht hat.

Eines der vielen Gedichte, die Morgensterns Frau Margareta aus dem Nachlass herausgegeben hat (in diesem Fall in der kleinen Sammlung „Die Schallmühle“) ist dieses Gespräch zweier Reisender. Morgenstern selber war viel unterwegs: zum einen Teil wegen Rudolf Steiner, dem er zu seinen zahlreichen Vorträgen folgte, mehr aber noch wegen der Tuberkulose, die ihn seit seiner Jugend quälte, und die er an zahllosen Kurorten loszuwerden hoffte – vergebens, er starb daran.

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Quecksilber und Blei: Frau durch Ayurveda-Medikamente vergiftet

Bild. vygaNews
Eine Hamburgerin hat sich laut SPIEGEL-Informationen infolge einer Ayurveda-Kur eine lebensgefährliche Vergiftung zugezogen. Die traditionellen indischen Mittel, die sie einnahm, enthielten große Mengen Quecksilber und Blei.
 

SpON

Die Einnahme von Ayurveda-Medikamenten kann zu lebensgefährlichen Vergiftungen mit Schwermetallen führen. Davor warnt Tobias Meyer, Chefarzt der Nephrologie der Asklepios-Klinik Barmbek in Hamburg. (Lesen Sie die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

In seiner Abteilung hat er eine 55-jährige Frau aus Hamburg behandelt, die beinahe an einer Vergiftung mit Quecksilber und Blei gestorben wäre. Sie kam im Juli mit schweren neurologischen Schäden in die Notaufnahme. Die Schwermetalle in ihrem Körper stammen aus verschiedenen Ayurveda-Medikamenten, welche die Frau im April in einem Kurhotel auf Sri Lanka verschrieben bekommen und mit nach Deutschland gebracht hat.

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Nacht der Religionen: Stammtisch für Hexen

Druiden, Schamanen und Hexen auf der Straße in Berlin Wedding. – Foto: Doris Spiekermann-Klaas
Barden, Druiden, Heiden – was machen die eigentlich? Am Wochenende kann man sie live erleben.

Von Claudia Keller|DER TAGESSPIEGEL

Einmal im Monat trifft sich im Hinterzimmer einer Gaststätte in Wedding der „Hexen- und Heidenstammtisch“. An diesem Abend sitzen elf Barden, Druiden, Hexen und Schamanen unterschiedlichen Alters um den langen Holztisch. Vor ihrer Brust baumeln Anhänger mit Pentakeln und Lebensbäumen, zwei tragen lange Gewänder über Jeans und T-Shirt.

Bernhard Kühn und Anke Keidel haben ein mit Runen und Lebensbaum-Ornamenten verziertes Kuhhorn mitgebracht, aus dem sie bei Ritualhandlungen Met trinken. Vor Gudrun Pannier liegt ein aus Holz geschnitzter Hammer des germanischen Donnergottes Thor auf dem Tisch.

Die paganen oder neuheidnischen Gemeinschaften zeigen sich selten in der Öffentlichkeit, aber dieses Jahr machen sie bei der Langen Nacht der Religionen mit. „Wir sind Heiden, aber das heißt nicht, dass wir an nichts glauben“, sagt Gudrun Pannier vom Verein „Pagan Federation Deutschland“.

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So feiert man eine schwarze Messe in Mexiko

Bild: Vincent Long/vice.com
Vincent Long ist ein Fotograf aus Melbourne, der vor Kurzem von einer mehrmonatigen Reise durch Zentralamerika zurückgekehrt ist. Er zeigte uns seine Fotos und wir wollten wissen, was zur Hölle wir da eigentlich betrachteten. Deshalb hat er uns erklärt, was in Mexiko bei einer schwarzen Messe abgeht.

Vice.com

Ich bin mir nicht ganz sicher, was genau es impliziert, ein richtiger Hexenmeister zu sein. In der westlichen Welt heißt das wohl nur, dass man entweder Arzt oder Irrer ist. In der mexikanischen Stadt Catemaco, die sich im Bundesstaat Veracruz befindet, bedeutet das Dasein als Hexenmeister, dass man den Glücklosen Glück bringt, die Kranken heilt und den Teufel herbeiruft. In einer Gegend, in der sowieso schon viele Leute diesen Beruf ausüben, ist ein Mann namens Gonzalo Aguirre Pech womöglich der bekannteste Hexenmeister.

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Gericht: Homöopathische “Wundertropfen” gegen Rheuma

Symbolbild, Bild: brightsblog
Symbolbild, Bild: brightsblog
  • Ein Münchner Pharmaunternehmen hat ein Produkt als “wahres Wundermittel” beworben.
  • Wettbewerbshüter wollen dies überzogene Werbung nun gerichtlich untersagen lassen, da sie die Wirkung der homöopathischen Arznei für nicht ausreichend belegt halten.

Von Ekkehard Müller-Jentsch|Süddeutsche.de

Schmerzende Gelenke plagen Millionen Deutsche. Wer ein wirksames Mittel dagegen hat, darf auf gute Geschäfte hoffen. Doch die “sanften Tropfen”, deren “starke Wirkung” ein mittelständiges Münchner Pharmaunternehmen anpreist, sind Wettbewerbshütern ein Dorn im Auge. Sie halten das homöopathische Arzneimittel zur Behandlung von rheumatischen Schmerzen in Knochen, Knochenhaut, Gelenken, Sehnen und Muskeln keineswegs für ein “wahres Wundermittel”. Vielmehr wollen sie der am Stadtrand sitzenden Firma die nach ihrer Meinung überzogene und damit wettbewerbswidrige Werbung untersagen. Es laufen bereits zwei Prozesse in zwei Instanzen.

Das Arzneimittel enthält Urushiol, gewonnen aus der Pflanze Toxicodendron quercifolium, allgemein bekannt als eichenblättriger Giftsumach. Die sehr giftige Substanz ist allerdings, wie in der Homöopathie üblich, extrem verdünnt: In diesem Fall um sechs Zehnerpotenzen. Der sogenannte Faktor “D6” enthält nach Aussagen von Fachleuten aber noch nachweisbare Spuren der Ursubstanz.

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Polen: Yoga, Bob Marley und “Star Wars” locken das Böse an

Image: Matt Anderson/Friendly Atheist
Image: Matt Anderson/Friendly Atheist

Teufelsaustreibung ist ein neuer Trend in Polen. Etwa 130 Exorzisten gibt es im Land. Denn Yoga, Bob Marley und “Star Wars” locken das Böse an

DIE WELT

Wenn man etwas über andere Länder erfahren will, lohnt sich oft nachzusehen, was dort gelesen wird. In Polen erscheint jeden Monat die Zeitschrift “Egzorcysta” (Der Exorzist). Ein Magazin, in dem es im Wesentlichen um Satan und den Kampf mit ihm geht. Es beantwortet Fragen, darunter, ob Yoga zur Besessenheit führen kann (Ja) oder die Spielzeugmarke Hello Kitty Teufelswerk ist (Nein). Außerdem gibt es lange Interviews mit den Stars der Szene: verdienten Teufelsaustreibern.

Natürlich kann ein solches Magazin nur existieren, wenn eine Nachfrage besteht. Und die gibt es: “Egzorcysta” startete 2012 mit 15.000 Exemplaren; inzwischen werden jeden Monat 40.000 gedruckt. Ermöglicht hat den Erfolg der seit einigen Jahren anhaltende Exorzismusboom in Polen. Während es in den 70er-Jahren gerade mal einen Teufelsaustreiber im Land gab, waren es vor zehn Jahren schon 60 und mittlerweile etwa 130. Dass die Kirche immer mehr Exorzisten ernennt, sei eine Reaktion auf die gestiegene Nachfrage, sagt Slawomir Sosnowski, Pfarrer und Exorzist im Auftrag des Bistums Lodz.

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Die Bahai wollen die Einheit aller Religionen

Vielfalt der Religionen (picture alliance / dpa / Collage Deutschlandradio)
Am Wochenende öffnen in Berlin Kirchen, Moscheen, Synagogen und Tempel ihre Tore, um zu zeigen, wie vielfältig religiöses Leben in der Hauptstadt ist. Nicht nur die großen Religionen machen mit bei der Langen Nacht der Religionen, sondern auch viele kleine Religionsgemeinschaften. Eine von ihnen ist die Bahai-Religion. Ihr Anliegen: die Einheit der Menschheit.

Von Sandra Stalinski|Deutschlandfunk

“Gott ist der Allherrliche”, singen die Mitglieder der Bahai-Gemeinde in Berlin-Kreuzberg. Treffpunkt ist, wie jeden Mittwoch, das Wohnzimmer der Familie Blom in der Urbanstraße. Etwa 15 Leute sind gekommen, um gemeinsam zu beten, zu singen und sich auszutauschen. Auf dem Tisch verstreut liegen Bücher mit Gebetstexten und religiösen Schriften. Alexander Blom:

“Wir machen eine Andacht, so ähnlich wie es Bahai überall auf der Welt machen, das heißt, wir bieten die Bahai-Schriften an: Das sind geistige, auch sachliche Texte vom Stifter der Bahai-Religion Baha’u’llah, aber auch Gebete, die von ihm als Antwort gekommen sind auf bestimmte Fragen. Jeder ist eingeladen, darin zu lesen, davon etwas zu rezitieren, vielleicht auch einen Anlass zu nennen, an wen man gerade denkt, für wen man gerade ein Gebet sprechen möchte.”

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Granderwasser macht die Birne weich

Bademeister Robert Zwick überprüft ständig per Laptop die aktuelle Wasserqualität im Peitinger Wellenfreibad. © bas
Esoterischer Schrott oder eine der brillantesten Erfindungen des Jahrhunderts: Beim Granderwasser scheiden sich die Geister. In Peiting wird seit sechs Jahren das Wellenfreibad mit dem „belebten“ Wasser betrieben.


Von Barbara Schlotterer-Fuchs|Merkur.de

Granderwasser: Die meisten haben davon schon mal gehört. Durch eine Anlage soll Wasser besondere Informationen erhalten, die wiederum bestimmte Eigenschaften des Wassers positiv verändern. Wissenschaftler halten dies für Humbug, Granderwasser-Kunden hingegen für grandios.

Ein Granderwasser-Kunde ist: die Gemeinde Peiting. Sie setzt im Wellenfreibad auf die Wunderwirkung des Granderwassers. Noch länger ist dies in Trauchgau beim Alpen-Freibad der Fall. In beiden Bädern wurden Metallzylinder eingebaut, in denen sich „Informationswasser“, also „Wasser höherer Ordnung“, befindet. Das „normale“ Leitungswasser fürs Bad fließt am „Granderwasser“ vorbei. Das reicht angeblich schon aus, um die guten Informationen zu übertragen und die Strukur des normalen Wassers positiv zu verändern. So weit, so gut.

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Wie Verschwörungstheorien das Internet vergiften

FreimaurerKontrollieren die Freimaurer im Hintergrund die Regierungen? Oder die Illuminaten? Stecken die USA hinter den Anschlägen vom 11. September? Und hält die Pharmaindustrie Medikamente gegen schwere Krankheiten zurück, um den eigenen Profit zu steigern? Verschwörungstheorien erfreuen sich seit Jahren großer Beliebtheit.

Von Benjamin Stahl|Main Post

Fragen nach Kontakt zu Außerirdischen, den Kennedy-Mördern oder den Hintergründen des Todes von Prinzessin Diana sind einfach zu spannend, um nicht gestellt zu werden. Doch waren sie lange noch fast ausschließlich Themen auf Klatschseiten, Ufologen-Treffen oder Esoteriker-Kongressen, erreichen moderne Verschwörungstheorien nun ein breiteres Publikum – über das Internet bricht sich der Schwachsinn Bahn.

Immer mehr glauben daran. Und das birgt eine Gefahr. Vertreter solcher Theorien werden in sozialen Netzwerken wie Facebook Aluhut genannt. Der Begriff geht auf die Kurzgeschichte „The Tissue-Culture King“ des englischen Autors Julian Huxley von 1926 zurück. Darin ist von Kappen aus Metallfolie die Rede, die das Gehirn vor telepathischen Einflüssen schützen können.

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Moscheen, Kirchen und Hexen rüsten sich für Lange Nacht

Berliner Dom, Bild: bb
Berliner Dom, Bild: bb
Bei der „Langen Nacht der Religionen“ präsentieren sich mehr als 90 Glaubensgruppen in Berlin. Erstmals auch moderne Heiden.


Von Florentine Anders|Berliner Morgenpost

Mehr als 90 verschiedene Berliner Glaubensgemeinschaften öffnen sich am Sonnabend kommender Woche zur Langen Nacht der Religionen. In den Moscheen, Tempeln oder Synagogen gibt es Konzerte, Meditationen, Yoga, Gesprächskreise und Andachten, zu denen Menschen aller Weltanschauungen eingeladen sind. Von Aleviten über Hindus und Buddhisten bis hin zu Druiden sind fast alle Glaubensrichtungen der Stadt vertreten.

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Hinduismus: Gattendienst ist Gottesdienst

Eine Frau im Gebet: Frauen sind im Hinduismus den Männern untergeordnet. (imago/Invision)
Im Hinduismus sind Frauen religiös und gesellschaftlich ihren Männern untergeordnet. Da sie als sinnlich und haltlos gelten, müssen sie von ihren Männern beschützt und unter Kontrolle gehalten werden. Hochzeiten werden arrangiert. Erst mit der Geburt eines Sohnes steigt das gesellschaftliche Ansehen einer Frau.


Von Margarete Blümel|Deutschlandfunk

“Generell ist das klassisch-brahmanische Frauenideal die gute Ehefrau, die ihrem Mann dient, ihrem Mann ihr Leben weiht, die sich ihm hingibt, die, ja, es geht so weit, dass man eigentlich sagt, die Hochzeit ersetzt für eine Frau die religiöse Initiation. Sie ist ihre religiöse Initiation und die Religion der Frau besteht im Dienst an ihrem Ehemann. Also, auf den Punkt gebracht würde das heißen: Gattendienst ist Gottesdienst für die Frau, also das ist die Vorstellung der Brahmanen.”

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Gefährliche Alternativmedizin: Mit Aprikosenkernen gegen den Krebs

Ärzte begegnen immer wieder solchen Fällen: Susanne Reichardt vertraute ihrem Mann, dem Heilpraktiker, auch als sie an Brustkrebs erkrankte. Sie aß Aprikosenkerne und verzichtete auf eine Chemotherapie – der Tumor erreichte Herz und Lunge.


Von Silvio Duwe|SpON

Als Susanne Reichardt vor fünf Jahren einen kirschkerngroßen Knoten an ihrer Brust entdeckt, wendet sie sich sofort an einen vermeintlichen Experten: ihren Mann Siegfried Reichardt. Er ist Heilpraktiker und behauptet, Krebsspezialist zu sein. Ohne Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung erklärt er ihr, der Knoten sei lediglich eine Zyste, und gibt ihr eine homöopathische Salbe.

Susanne Reichardt vertraut ihm. Es ist der Beginn eines Martyriums, das bis heute andauert und die 55-Jährige zu einer todkranken Frau gemacht hat.

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Abschied vom Homo Oeconomicus

Ein Broker an der New Yorker Börse | © Spencer Platt/Getty Images
Läuft nicht so gut mit dem Kapitalismus. Etwa weil er den Menschen völlig falsch einschätzt? Wir müssen auf unsere soziale Seite hören, sagt die Forscherin Tania Singer.


Von Annika Reich|ZEIT ONLINE

Das Leben im Spätkapitalismus ist nicht unbedingt das glücklichste, wie wir gerade überall auf der Welt beobachten. Könnte es sein, dass unser Wirtschaftssystem auf einer grundsätzlich falschen Annahme über den Menschen basiert? Dass es nämlich diesen sogenannten Homo Oeconomicus gar nicht gibt? Diese These vertritt Tania Singer. Sie ist Psychologin und Professorin für Soziale Neurowissenschaften, leitet das Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig und war die erste Lehrstuhlinhaberin für Neuroökonomie in Zürich. Sie ist aber vor allem eine der wichtigsten säkularen Ethikerinnen unserer Zeit. Ihre gesamte Arbeit ist auf das Ziel ausgerichtet, dass wir Menschen unser Mitgefühl aktivieren, damit unser Alltag, aber auch die Weltwirtschaft und die internationale Politik stärker von prosozialem Verhalten bestimmt werden können.

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Anthroposophen und ein kosmisches Komplott

Rudolf Steiner (Bild: public domain)
Rudolf Steiner (Bild: public domain)

Seit einem Jahrhundert glauben Anthroposophen an eine übersinnlich gelenkte Verschwörung gegen das spirituelle Deutschland. Die Geister der Finsternis sollen dafür die Verantwortung tragen. Egal ob Masern, Juden oder TTIP – die ­dämonische Bedrohung lauert überall.

Von Ansgar Martins|Jungle World

Im Juli 2015 sandte der Bund der Freien Waldorfschulen eine Warnung vor rechten Demagogen an die Kollegien aller Mitgliedsschulen. Darin hieß es, im vergangenen Jahr seien Waldorfschulen mindestens fünf Mal wegen Verbindungen mit Rechten in die Presse gekommen. Pressesprecher Henning Kullak-Ublick fordert, den Politikunterricht zu verbessern, statt sich zur Plattform für reaktionäre Propaganda zu machen. Anlass des Schreibens war ein Vorfall im Juni. Die Schülermitverwaltung der Freien Waldorfschule Filstal hatte den antisemitischen Verschwörungsideologen Ken Jebsen – selbst ehemaliger Waldorfschüler – zu einer Tagung eingeladen. Zwar distanzierte sich die Schule in letzter Minute von Jebsen, kein Problem sah man hingegen in dem gleichfalls eingeladenen Wiener Truther-Rapper und Montagsdemoteilnehmer Kilez More, der unter anderem von Chemtrails und der New World Order überzeugt ist. Erst wenige Wochen zuvor hatte der Waldorfbund die Entlassung des Lehrers Wolf-Dieter Schröppe von der Waldorfschule Minden gefordert, der über 20 Jahre in der rechten Szene aktiv war. Die Schule unterstütze zunächst den Kollegen und bestritt dessen rechte Gesinnung. Erst im August wurde Schröppe gekündigt, laut der Schule, weil sich die Auseinandersetzung, auch durch Journalisten, so sehr zugespitzt habe, dass kein konstruktives Gespräch mehr möglich sei.

Kritiker weisen seit den neunziger Jahren immer wieder auf ähnliche Vorfälle hin. Erst seit 2014 der Geschäftsführer der Waldorfschule Rendsburg aufgrund von Kontakten ins »Reichsbürger«-­Milieu entlassen wurde, scheint der Bund tätig zu werden. Im Dezember legte er eine Broschüre über die reichsideologische Bewegung vor, in dessen engerem Fokus die Waldorfschulen stünden. Nach der Entlassung des Rendsburger »Reichsbürgers« hat sich die Schule tief zerstritten. Der Eurythmielehrer Arfst Wagner, ein ehemaliger Bundestagsabgeordneter der Grünen, hatte durch Recherchen entscheidend zur Entlassung seines Kollegen beigetragen. Wagner hat die Schule inzwischen verlassen und sich wieder der Politik zugewandt: »Unter anderem, weil aus meiner Sicht an der Schule auch nach der Kündigung die Strukturen, die durch den Geschäftsführer ein­geführt wurden, weiterhin bestehen. Aus einer selbstverwalteten solidarischen Schule wurde eine hierarchisch geführte Institution«, so Wagner.

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Astronaut behauptet: Aliens verhinderten Nuklear-Krieg auf der Erde

Edgar Dean „Ed“ Mitchell. Bild: wikimedia.org/NASA/PD

Im Jahr 1971 spazierte er als sechster Mensch überhaupt über den Mond. Und seit dieser Zeit glaubt der ehemalige Astronaut Edgar Mitchell an Außerirdische. Er behauptet sogar, dass sie sich für die Rettung der Erde eingesetzt haben. Sie sollen nämlich einen Nuklearkrieg zwischen den USA und der Sowjetunion verhindert haben.


FOCUS ONLINE

Sie sollen bereits in den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts auf der Erde gelandet sein: UFOs. Ihr Mission: Die Rettung der Erde. Das zumindest behauptet der ehemalige Astronaut Edgar Mitchell. Er ist überzeugt davon, dass Aliens einen nuklearen Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion verhindert haben.

Aliens sollen bei Nukleartests zugeschaut haben

Wie die britische „Daily Mail“ berichtet, will Mitchell die UFOs bei den ersten Nukleartests auf der Erde gesehen haben. Er nennt sogar ein konkretes Datum, den 16. Juli 1945 in der einsamen Wüste White Sands in New Mexico.

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Hexenjagd in Indien: Mob prügelt fünf Frauen zu Tode

Nadrenda Modi.
Nadrendra Modi.

Ein Mob hat am Freitag im indischen Dorf Kinjia Jagd auf Frauen gemacht und sie zu Tode geprügelt – wegen angeblicher Hexerei. Die Zahl solcher Taten nimmt zu.


SpON

Bewohner des Dorfes Kinjia im Osten von Indien haben fünf Frauen wegen angeblicher Hexerei getötet. Die Ortschaft liegt circa 40 Kilometer von der Millionenstadt Ranchi entfernt. Laut Polizeisprecher im östlichen Bundesstaat Jharkhand trieb ein Mob die Frauen am Freitag gegen Mitternacht aus ihren Hütten und erschlug sie mit Stöcken und Eisenstangen.

Nach Erkenntnissen der Polizei machten die Dorfbewohner die fünf Frauen für mehrere Unfälle und Missgeschicke verantwortlich sowie für den Tod eines Kindes in der vergangenen Woche.

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