Buddhismus: Wiedergeburt ist eine späte Erfindung

Die Alternative. Aber der Buddhismus steckt auch voller Dogmen.Foto: dpa
Der britische Lehrer und Autor Stephen Batchelor versucht, den Buddhismus zu reformieren – auch für Ungläubige.
 

Von Daniel Herbstreit | DER TAGESSPIEGEL

Katholikentag? Islam-Debatte? Was ist eigentlich mit dem Buddhismus? Auf den ersten Blick scheint er viel besser in die moderne Welt zu passen als etwa das Christentum oder der Islam. Fürs Meditieren muss man nicht an einen allmächtigen Gott glauben, und oberste buddhistische Repräsentanten wie der Dalai Lama arbeiten mit Naturwissenschaftlern zusammen, statt sich hinter antiquierten Dogmen zu verschanzen. Doch dabei übersieht man leicht, dass auch die buddhistische Überlieferung voller Wahrheitsansprüche steckt, die heute kein vernünftiger Mensch mehr hinnehmen will, zum Beispiel die Lehren von Karma und Wiedergeburt. Und nicht nur in Asien, auch in Europa sind viele buddhistische Organisationen ähnlich konservativ und dogmatisch verkrustet wie der Vatikan.

Man muss sich das vor Augen halten, wenn man das Außergewöhnliche von Stephen Batchelor verstehen will. Seit den 90er Jahren treibt der Brite das Projekt eines nichtreligiösen Buddhismus so eloquent und entschieden voran wie kein Zweiter – als einer der prominentesten Lehrer für Achtsamkeits- und Zen-Meditation weltweit, vor allem aber als Autor. „Buddhismus für Ungläubige“ heißt sein erfolgreichstes Buch, in dem er seine säkulare Interpretation des Dharma, also der buddhistischen Lehre, für ein breites Publikum zusammenfasste. Dabei gelang Batchelor, was sich auf christlicher Seite zurzeit offenbar niemand so recht zutraut: ein praktikabler, zugleich intellektuell überzeugender Kompromiss zwischen Religion und Atheismus.

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Homöopathie, ein Kongress und eine endlose Debatte

Symbolbild, Bild: brightsblog
Symbolbild, Bild: brightsblog

Noch bis zum Samstag tagen beim „Deutschen Homöopathie-Kongress“ in Bremen Verfechter der „alternativmedizinischen“ Heilslehre. Bereits im Vorfeld hatte der Kongress Aufsehen erregt, weil die Bremer Wissenschafts- und Gesundheitssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD) als Schirmherrin aufgetreten war.

Von Holger von Rybinski | GWUP

Diese hatte zwar klargestellt, dass sie sich nicht mit allen Inhalten des Kongresses identifiziere, die Übernahme der Schirmherrschaft habe jedoch auch in anderen Bundesländern Tradition. Ihre Schirmherrschaft hatte die Kritik zahlreicher Wissenschaftler und Verbraucherschützer zur Folge. Viele regionale und überregionale Medien schlugen erstaunlich kritische Töne an. So schrieb die „Augsburger Allgemeine“ unter der Überschrift „Streit um Homöopathie: Placebo und Proftgier“ von der Furcht vieler Mediziner um ihre Patienten, da bei einem Vortrag auf dem Kongress angeblich behauptet wurde, man könne mit Homöopathie sogar Tumore heilen. Wenn Patienten auf die „alternative“ Methode statt auf herkömmliche Therapien vertrauten, könne sich ein Tumor verschlimmern.  Aber auch Kreise, die man eher in der Nähe der Hahnemann-Jünger vermuten würde, äußerten sich äußert kritisch. „Heilpraxisnet“, das „Fachportal für Naturheilkunde & Naturheilverfahren“ titelte gar: „Homöopathie-Kongress: Senatorin für Wissenschaft und die Wunderheiler“ . Der Autor Dr. Utz Anhalt machte auch klar, was die magisch-esoterische Homöopathie von einem Naturheilverfahren unterscheidet: „Auch die Pflanzenheilkunde als Teil der evidenzbasierten Medizin ist fernab der homöopathischen Behandlung. Heilkräuter enthalten starke Wirkstoffe – im Gegensatz zu den wirkungslosen Zuckerkugeln.“ Und er erörterte, was an der Homöopathie wirken kann: „Die Betroffenen, oft psychisch im Mitleidenschaft gezogene Menschen, die sich allein gelassen fühlen, sehen, dass ein Fachmann ihnen zuhört. Arzt bzw. Heilpraktiker und Patient vollführen also in Wirklichkeit eine Gesprächstherapie, in der die Zuckerkugeln symbolische Bedeutung haben.“

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Toxische Pflanzen: Das Gift aus dem Garten

Brugmansia aurea, Engelstrompete. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
Engelstrompeten und Stechäpfel enthalten giftige Alkaloide. Immer wieder werden diese Pflanzen verzehrt. Dabei rufen sie gefährliche psychotische Schübe.

Von Kurt de Swaaf | derStandard.at

er Fall erregte Aufsehen. Im Sommer 2006 wurde im Universitätsklinikum Halle an der Saale ein schwer verletzter junger Mann eingeliefert. Der 18-Jährige hatte sich mit einer Rosenschere den eigenen Penis und einen Teil der Zunge abgeschnitten: Wiederannähen ausgeschlossen. Der Patient war im Toilettenhäuschen im Garten seiner Großmutter zur Tat geschritten. Was ihn zu der Selbstverstümmelung veranlasst hatte, blieb zunächst unklar. Erst am nächsten Tag konnte ihn ein Psychiater befragen. Der Betroffene litt zwar unter Gedächtnisverlust, erinnerte sich aber noch daran, dass er rund fünf Stunden vor der blutigen Tat einen Tee getrunken hatte, selbstgebrüht aus zwei Engelstrompetenblüten. Das Gebräu löste offensichtlich eine akute Psychose aus.

Nicht nur die Zeitungen griffen die Geschichte auf. In den einschlägigen Internetforen experimentierfreudiger Drogenkonsumenten gruselte und empörte man sich. Vom Vorwurf der Panikmache war da die Rede, manche Forenteilnehmer zogen gar den Wahrheitsgehalt der Berichterstattung in Zweifel. Die Hallenser Ärzte indes veröffentlichten eine kurze Meldung im Fachjournal European Archives of Psychiatry and Clinical Neuroscience (Bd. 256, S. 458), damit wurde der Fall zu den Akten gelegt. Ein juristisches Nachspiel gab es nicht. Denn weder die Selbstverstümmelung noch der Verzehr von Engelstrompeten sind strafbar.

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Esoterischer Budenzauber bei Peter Sloterdijk

Peter Sloterdijk bei einer Lesung aus seinem Buch Du mußt dein Leben ändern. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Über esoterischen Budenzauber bei Peter Sloterdijk und seinem ehemaligen Assistenten Marc Jongen, heute Hausphilosoph der AfD

Von Rudolf Walther | taz.de

Die Bankenkrise und das schäbige Feilschen über den Umgang mit Flüchtlingen in den EU-Staaten und der Türkei haben nicht nur die EU in eine Krise gestürzt, sondern auch die AfD gestärkt. Nebenfolgen bei konservativen Intellektuellen blieben nicht aus. Als Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski in den Kampfblättern Cicero und der Zürcher Weltwoche im Januar großspurig und unbedarft über „Souveränitätsverzicht“ und einen „territorialen Imperativ“ zur Abdichtung des Landes gegen Flüchtende improvisierten, kanzelte Herfried Münkler die Beiträge der beiden im Februar als „Dahergerede“ ab und bezeichnete dieses als „Abdankungserklärung“.

Die Debatte bekam Schwung, als im April mehrere Zeitungen berichteten, dass Sloterdijk als Rektor der Karlsruher Hochschule für Gestaltung (HfG) Marc Jongen zu seinem Assistenten gemacht und zum Dr. phil. promoviert hatte. Zusammen bestritten diese 2003 bis 2013 Seminare. Nebenberuflich ist Jongen der Hausphilosoph der AfD, entwirft für diese im Moment ein „Avantgarde-konservatives Manifest“ und ist stellvertretender Sprecher des AfD-Landesverbands Baden-Württemberg mit Aspirationen auf ein Bundestagsmandat 2017.

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Wie Xavier Naidoo bei Vox zum ESC-Opfer wird

Xavier-Naidoo

Monatelang schwieg er zum Drama um seine geplatzte ESC-Nominierung: Xavier Naidoo hat sich in einer Vox-Dokumentation erstmals dazu geäußert. Er wird als Opfer der Medien dargestellt. Ein Rührstück mit fadem Beigeschmack.

Von Jens Maier | stern.de

Vox muss Xavier Naidoo dankbar sein. Sehr dankbar. Der Sänger hat wesentlichen Anteil am Erfolg der Show „Sing meinen Song“. Sie wird von seiner Firma mitproduziert, er prägte das Format in drei Staffeln. Dank Naidoo wurde „Sing meinen Song“ ein Quotenrenner.

Vielleicht ist es diese Dankbarkeit, weswegen der Sender am Dienstagabend eine als Dokumentation getarnte Lobhudelei auf Naidoo ausstrahlte. In „Die Xavier-Naidoo-Story“ wurde der umstrittene Sänger ins beste Licht gerückt. Naidoo wurde als der gute Mensch von Mannheim dargestellt, der nur deshalb von den Medien „verhetzt“ werde, weil er Frieden wolle. Eine steile These.

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Homöopathie: Schluss mit dem Hokuspokus

Ab Donnerstag treffen sich in Bremen über 500 Ärzte zum 165. Homöopathie-Kongress. Dass Mediziner im 21. Jahrhundert noch immer solchen Aberglauben pflegen ist ein Skandal, meint Fabian Schmidt in seinem Kommentar.
 

Von Fabian Schmidt | Deutsche Welle

Die Homöopathie ist eine obskure Irrlehre. Vermeintliche Heilungserfolge erklärt sie mit einem mystisch-magischen „Gedächtnis des Wassers“, mit „Energie“ und „Schwingungen.“ Dieser Hokuspokus ist um nichts wissenschaftlicher als die Geisterbeschwörungen der Santeria-Vodoo-Priester in Haiti.

Homöopathie ist durch die moderne Medizin eindeutig widerlegt. Damit gehört diese Ideologie allerhöchstens noch ins Gruselkabinett medizinhistorischer Forschung. Am besten legt man sie ganz hinten im letzten Regal ab – weit versteckt hinter den verstaubten, in Alkohol eingelegten Exponaten aus der pathologischen Sammlung von Rudolf Virchow. Denn dessen Grusel-Fundstücke sind immerhin noch ein Teil echter wissenschaftlicher Forschung gewesen und haben vor über einem Jahrhundert den Grundstein gelegt für die heutige moderne Medizin.

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Religion: Gesünder dank Glaube?

Das Kreuz mit den Religionen
Das Kreuz mit den Religionen
Der Glaube an höhere Mächte kann Seelenfrieden stiften. Schützt Spiritualität auch vor Krankheiten? Studien legen das nahe. Über die Gründe streiten Forscher

Von Christian Andrae | Apotheken Umschau

Glauben Sie an einen Gott? Oder an höhere Mächte? Dann leben Sie wahrscheinlich länger und gesünder als ungläubige Zeitge­­nos­sen. Zumindest behauptet das Professor Harold G. Koenig. Der Psychiater leitet an der renommierten Duke-Universität in Durham (USA) das „Center for Spirituality, Theology and Health“.

Seit 2004 sammelt das Team um Koenig dort Studien über den Zusammenhang von Religion, Spiritualität und Gesundheit und wertet sie aus. Aktuell haben die Forscher insgesamt mehr als 3300 wissenschaftliche Arbeiten durchleuchtet: Ob Wohlbefinden, Alkohol- und Drogenmissbrauch, Ausdauer, Herz- und Kreislauf-Erkrankungen oder Depressionen – wer gläubig ist, lebt gesünder, wird seltener krank und hat vor allem eine ausgeglichenere Psyche. Stimmt das, dann müssten gläubige Menschen doch auch länger leben. Mönche und Nonnen zum Beispiel.

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Ex-Rockerbräute und japanische «Meister»: Das übersinnliche Geschwurbel im Basler Psi-Verein

Brigitte Balzarini und Steve Lee am Zürcher Filmfestival 2009. Bild: KEYSTONE
Sie haben eine esoterische Metamorphose vollzogen und angeblich übersinnliche Kräfte: «Spirituelle Meister» wie Brigitte Balzarini, Partnerin des Gotthard-Sängers Steve Lee, oder Michael J. Tamura. Sie alle treffen sich im Basler Psi-Verein.

Von Hugo Stamm | watson.ch

Basel ist die Hauptstadt der Esoterik. Dieses unrühmliche Prädikat beanspruchen die Bebbi seit Jahrzehnten. Genau: seit 1967. Also eine halbe Ewigkeit. Und nichts deutet darauf hin, dass Basel die Spitzenposition abgeben wird.

Fahnenträger ist der Psi-Verein, ein Basler Urgestein. Früher gehörte Basel sogar zur europäischen Spitze. Denn jahrelang organisierten die spirituellen Überflieger die Basler Psi-Tage, die wohl grösste europäische Messe für übersinnliche Wunder und spirituellen Plunder.

Volles Wochenprogramm beim Psi-Verein

Die Psi-Tage gibt es nicht mehr, das wöchentliche Programm ist aber weiterhin voll befrachtet. Ein Blick ins aktuelle Geschehen zeigt die Stossrichtung der Veranstaltungen.

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Die Gender-Ideologie als Gesellschaftskrebs

Bild: RDF
Die „Bundeszentrale für politische Bildung“ (bpb) wird vom Steuerzahler unterhalten und sollte eigentlich objektive Sachinformationen an ihre Leserschaft, bevorzugt Schüler und junge Studenten, vermitteln.

Von Ulrich Kutschera | Richard Dawkins-Foundation

Mit dem Winter 2015/16-Heft Nr. 57 des bpb-Magazins ›Fluter‹ hat dieses Journal aber leider seine Kompetenz überschritten und dazu beigetragen, dass die widersinnige Gender-Ideologie ein weiteres Mal unkritisch-naiv unter das Schülervolk gebracht worden ist.

Bereits im Editorial schreibt der Herausgeber, dass die biologischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen, mit den entsprechenden Geschlechterrollen, nicht naturgegeben, sondern nur eine „machtvolle Erzählung“ seien. Diese, von Evolutionsbiologen wie Charles Darwin offengelegte „vermeintlich natürliche Ordnung der Geschlechter“ sei in der Regel von Menschen konstruiert und mit gesellschaftlicher Macht verbunden. Weiterhin sei das Geschlecht leider „heteronormativ gedacht“: Homosexuelle und Transgender seien früher ignoriert und ausgeschlossen worden, wird behauptet. Nach Verweisen auf die Gleichberechtigung als Verfassungsgut, den Feminismus und die Geschlechtergerechtigkeit wird dem Leser „viel Spaß“ gewünscht.

Als erstes Highlight der Fluter-Gender- Story folgt ein Gespräch mit der Geschlechter- Forscherin Sabine Hark. Hier offenbart sich diese Ideologin in geradezu peinlicher Offenheit. Die Frage, was sie in ihrem Job als bekannteste Gender-Forscherin Deutschlands tagtäglich zu tun hat, antwortete die Sozialwissenschaftlerin wie folgt: »Ich vermittle den Studierenden, dass Geschlecht eine Kategorie ist, mit der wir die Gesellschaft ordnen. Wir haben alle eine Vorstellung von Geschlecht, davon, wie Frauen und Männer so sind, aber wo kommt das Wissen her? Was sind die historischen Kontexte? Welche sozialen und ökonomischen Konsequenzen hat das? Darum geht es in der Geschlechterforschung.«

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Die Hölle: Ort der Verdammnis und der Fantasie

Bild: Hans Memling, ca. 1470 (Public Domain)
Bild: Hans Memling, ca. 1470 (Public Domain)
Der Glaube an eine Hölle ist in allen Religionen zu finden. Am systematischsten ist die Vorstellung von einer Hölle im Christentum, aber schon lange vorher haben sich andere Religionen Gedanken über das Leben nach dem Tod gemacht.
 

Von Christian Sepp | Bayern 2

Die Geburt der Hölle

In den archaischen Kulturen stellte man sich die Unterwelt als einen tristen Aufenthaltsort für alle Toten vor, wo man seine irdischen Tätigkeiten in einer Schattenwelt als Gespenst fortsetzte. So war beispielsweise die Unterwelt der germanischen Völker eine finstere und neblig kalte Welt unter der Erde, „Hel“ genannt. Von der Bezeichnung „Hel“ leitet sich auch das Wort Hölle im Deutschen ab. Anscheinend erst sehr spät und wahrscheinlich unter Einfluss von außen wurde ein Unterschied zwischen den Geschicken der einzelnen Toten gemacht. Laut Forschungen von Religionswissenschaftlern scheint die Vorstellung einer Verdammung nach dem Tod eng verbunden zu sein mit dem Auftreten des Konzepts eines Staates, also eines politisch organisierten Systems. So stammen die ältesten Texte, die über die Unterwelt berichten, auch aus Mesopotamien. Die Vorstellung von der Unterwelt im Alten Ägypten lässt sich aufgrund zahlreicher überlieferter Texte und Malereien schon relativ präzise erfassen. Hier begegnen wir einem Totengericht, das über die Verstorbenen urteilt. Wer die Weltordnung, die Maat, verletzt hat, wird durch verschiedene Qualen bestraft, die allerdings nicht ewig sind. Einige dieser ägyptischen Martern im Jenseits tauchen in den ersten christlichen Vorstellungen auf, wo sie Ewigkeitscharakter annehmen.

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„Genmanipulierte Lebensmittel sind nicht schädlich“

Bild: International Rice Research Institute (IRRI) CC BY 2.0
Bild: International Rice Research Institute (IRRI) CC BY 2.0
Diplom-Biologin Julia Offe hält die Befürchtungen für völlig absurd und sieht sogar Chancen. Im Interview spricht sie außerdem über Heilpraktiker, Wünschelrutengänger und Impfgegner.

Von Marco Tripmaker | DIE WELT

Persönliche Heilungsgebete für fünf Euro, hellseherischer Kontakt zu Verstorbenen und Klangschalen, die auf dem Bauch stehend zur Ich-Findung und Entspannung beitragen sollen:

Diplom-Biologin Julia Offe (43) überfällt auch Wochen nach dem Besuch der letzten Esoterik-Messe ein Schmunzeln, wenn sie über die Dinge, die sie dort gesehen hat, spricht. Gepaart mit einem Gefühl von Wut, „denn es ist doch unglaublich, wie viele Menschen auf solchen Veranstaltungen hinters Licht geführt werden.“

Julia Offe ist Vorstandsmitglied bei der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften – kurz Skeptiker –, ein Verein mit bundesweit 1400 Mitgliedern, der sich gegen Pseudowissenschaften und Esoterik wendet. Bis Sonnabend tagen die Skeptiker mit interessanten, öffentlich zugänglichen Vorträgen in der HAW Hamburg. Die „Welt“ sprach mit Julia Offe über Gentechnik, Heilpraktiker und Wünschelrutengänger.

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Katholikin gefeuert, weil sie keine Scientology-Videos gucken wollte

Scientology in Los Angeles (Bild: PictorialEvidence, CC-BY-Sa 3.0)
Scientology in Los Angeles (Bild: PictorialEvidence, CC-BY-Sa 3.0)
In Las Vegas ist eine Frau entlassen worden, weil sie sich weigerte, Werbevideos der umstrittenen Scientology-Kirche zu gucken. Die Katholikin klagt gegen den republikanischen Firmenboss.

SpON

Grecia Echevarria-Hernandez war froh, als sie einen Job beim Trinkwasserabfüller „Real Alkalized Water“ in Las Vegas fand. Dort sollte sie als „Markenbotschafterin“ tätig sein. Die Firma verkauft Trinkwasser, das „mit Elektronen versetzt“ wurde, um „das körperliche Gleichgewicht wieder herzustellen“ und damit der Konsument sein „volles Potential erreichen kann“.

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Neapel: Blutwunder besiegelt Ende in Streit um Kirchenfinanzen

Januarius, Bild: wikimedia.org/PD

In Neapel hat sich wieder das traditionelle Blutwunder des heiligen Januarius ereignet. Zum Abschluss einer Prozession mit den Reliquien des Stadtpatrons am frühen Samstagabend durch die Straßen der süditalienischen Stadt teilte Kardinal Crescenzio Sepe mit, dass sich das in einer Glasampulle aufbewahrte eingetrocknete Blut des frühchristlichen Märtyrers verflüssigt habe.

kath.net

Unmittelbar vor der Prozession legten die erzbischöfliche Kurie und ein katholisches Bürgerkomitee laut italienischen Medien einen längeren Streit bei, der die Zuständigkeiten für die Güter- und Finanzverwaltung der Januarius-Kapelle betraf. Zu dem Anlass reiste eigens Innenminister Angelino Alfano nach Neapel. Das Abkommen zwischen der Erzdiözese und der „Deputazione di San Gennaro“ wird nun nach Angaben Alfanos zur Prüfung dem Staatsrat vorgelegt, einem Verfassungsorgan für verwaltungsrechtliche Fragen. Kommentatoren werteten die Verflüssigung der Blutreliquie als Hoffnungszeichen für einen guten Ausgang.

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Exorzismus: Die Teufelsaustreiber von Kairo

Bild: Marc Röhlig/bento.de
Wie Christen und Muslime in Ägypten durch Exorzismen zusammenfinden.

Von Julia Nikschick, Marc Röhlig | bento

Der Scheich ist zufrieden. Mit seiner linken Hand hält der Muslim einen Dschinn in einem Wasserglas gefangen, die rechte Hand wölbt er an seinem Mund, um Koransuren zu rezitieren. Neben ihm sitzt Magdy, ein Christ, und schaut gleichsam besorgt und belustigt auf das Spektakel. „Woher weiß ich, dass das mein Dämon ist?“, fragt er den Scheich. „Du musst es schon glauben“, grummelt dieser.Magdy, 33, lebt als Schweinezüchter im Armenviertel Manshiat Nasser der ägyptischen Hauptstadt Kairo. Seine breiten Oberarme spannen den gelben Stoff seines Hemdes, dunkle Locken fallen ihm fast bis auf die Schultern. Er ist ein hübscher Kerl.

„Aber die richtige Frau habe ich trotzdem noch nicht gefunden“, sagt er. „Hier in Ägypten darfst du nicht einfach ein Mädchen kennenlernen. Hier wirst du vermittelt oder gar nicht, das gilt für Muslime wie Christen.“weiterlesen

Something huge is about to go down with Scientology that could destroy the ‘church’ once and for all

Image: RawStory
A brewing power struggle between Lisa Marie Presley and Scientology leader David Miscavige could inflict crippling harm to the controversial “church.”
The only daughter of rock icon Elvis Presley has been slowly pulling herself away from Scientology, to which she was introduced as a child by her mother, since at least 2008, reported Tony Ortega.

By Travis Gettys | RawStory

Ortega, who served as executive editor of The Raw Story from 2013 until 2015, said Presley has quietly been orchestrating a damaging media campaign against Miscavige as the church slips further into long decline.

Miscavige’s father, Ron Miscavige, will release a “ruthless” memoir May 3 about his own life as the musical director of the hardcore Sea Org sect and his increasingly strained relationship with his son, and he’ll appear April 29 on a “20/20” episode devoted to Scientology.

His 55-year-old son has headed Scientology since founder L. Ron Hubbard’s death in 1986, and he maintains a close — and, according to sources — strange friendship with actor Tom Cruise, probably the most famous member of the church.

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Wunder: Jesus-Keks wird zu Muskelfleisch

Jesus-Keks. Themenbild
Jesus-Keks. Themenbild
Die Hostie zeigt rote Stellen, die von der Gerichtsmedizin als Herzmuskelgewebe menschlichen Ursprungs bestimmt wurden. Sie wird in Liegnitz zur Verehrung ausgestellt.
 

kath.net

Der Vatikan hat ein eucharistisches Wunder in der Pfarre St. Jacek im Bistum Liegnitz (Polen) anerkannt. Dies gab Bischof Zbigniew Kiernikowski in einer offiziellen Stellungnahme bekannt.
Am 25. Dezember 2013 fiel während der Kommunionspendung eine konsekrierte Hostie zu Boden. Sie wurde aufgehoben und in einem mit Wasser gefüllten Behälter aufbewahrt. Bald danach erschienen rote Flecken auf der Eucharistie. Stefan Cichy, der damalige Bischof von Liegnitz, setzte daraufhin eine Kommission ein, die das Phänomen beobachtete.

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Mummenschanz: Grabtuch von Turin und Schweißtuch von Oviedo von derselben Person

Eine spanische Studie hat die beiden Tücher mit forensischen und geometrischen Methoden verglichen. Die Zahl der Übereinstimmungen liegt deutlich über dem erforderlichen Minimum bei gerichtsmedizinischen Untersuchungen.

kath.net

Das Grabtuch von Turin und das Schweißtuch von Oviedo stammen so gut wie sicher vom Leichnam derselben Person. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Dr. Juan Manuel Miñarro von der Universität Sevilla. Die Untersuchung war Teil eines Projektes das vom Centro Español de Sindonologia, dem Spanischen Zentrum für Sindonologie, unterstützt worden ist.
Bei der Untersuchung wurden Methoden der Forensik und der Geometrie angewendet. Das Ergebnis beweise nicht, dass Jesus Christus die Person war, von der die beiden Tücher stammen, man könne aber „unbestreitbar nachweisen“, dass sie vom Leichnam einer Person stammen, sagt Miñarro.

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«Schamanismus ist wieder extrem trendy»

Schamanismus boomt in der Schweiz, vor allem Junge fahren darauf ab. Laut Religionswissenschaftler Georg Otto Schmid sehnen sie sich nach der Natur und wollen aus ihrer globalisierten Welt ausbrechen. Bild: epa/how Hwee Young
Junge Schweizer sind auf dem Esoterik-Trip. Sie interessieren sich für geistige Heilung, Tierkommunikation und Wahrsagerei.

Von T. Bircher | 20 minuten

Dass sich die Organisation Ayahuasca International in der Romandie niedergelassen hat und nun öffentlich für Drogenrituale wirbt, alarmiert Suchtexperten. Doch nicht nur die Amazonas-Droge fasziniert die Schweizer. Die Hinwendung zur Spiritualität allgemein erlebt hierzulande ein Revival – vor allem bei den Jungen.

Der Trend funktioniert aber anders als früher, wie Sektenexperte und Religionswissenschaftler Georg Otto Schmid sagt: «Sie interessieren sich im Gegensatz zu den 80er- und 90er-Jahren weniger für die Ideologie oder die Theorie dahinter, sondern greifen nur punktuell auf gewisse Angebote der Esoterik zurück.» Besonders beliebt seien Themen wie Heilung, Alternativmedizin, Wahrsagerei, Tierkommunikation und Jenseitskontakte.

«Esoterik wird heute einfach mit allem verbunden»

Lucius Werthmüller ist Präsident des Basler Psi-Vereins, der Seminare rund um das Thema Spiritualität organisiert. Er sieht an seinen Veranstaltungen immer mehr junge Leute: «Viele finden in den etablierten Religionen keine Antwort mehr auf ihre Fragen und suchen nun woanders.»

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‚Konkret‘ stellt klar: „Jürgen Elsässer ist selbstverständlich kein Nazi“

Foto: brightsblog
Foto: brightsblog
Jürgen Elsässer hat eine schillernde, politische Biografie. Von links außen zu rechts außen hat er alles mitgenommen, was nicht schnell genug wegrennen konnte. Vom Kommunistischen Bund zur Bahamas, wo er die Antideutschen miterfunden hat, dann zur Jungen Welt, zur Jungle World, dann konkret und danach das Neue Deutschland. Nachdem er die „Volksinitiative gegen das Finanzkapital“ gründete und dafür von der NPD gelobt wurde, musste er das Neue Deutschland verlassen und gründete 2010 Compact.

VICE staff

Compact ist ein Magazin, das am rechten Rand der Gesellschaft fischt, sich für die AfD und Pegida ins Zeug legt und Konferenzen veranstaltet, bei denen russische Anti-LGBT*-Aktivisten und Thilo Sarrazin die Stars sind.

Schön ist das alles wirklich nicht und Elsässer wurde zum Lieblingsfeind vieler Aktivisten und Linker. Jetzt zeigt sich aber: Alle haben ihn missverstanden.

Eigentlich befindet sich Jürgen Elsässer mitten in einer Langzeitrecherche, wie konkret gestern auf seiner Website mitteilt:

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„Homöopathie kann lebensgefährlich sein“

Symbolbild, Bild: brightsblog
Symbolbild, Bild: brightsblog

Kritiker spotten gern, dass in den homöopathischen Globuli kein einziges Wirkstoffmolekül enthalten ist. Das bedeutet aber nicht, dass sie niemandem schaden

Von Edzard Ernst | GEO.de

Die Homöpathie ist von allen Formen der Alternativmedizin die am wenigsten plausible. Auch wenn nicht alle Ergebnisse einheitlich sind – klinische Studien legen den Schluss nahe, dass homöopathische Heilmittel nicht wirksamer sind als Placebos, also als Scheinmedikamente ohne Wirkstoff. Auch die australische Gesundheitsbehörde erkannte 2014, nach Auswertung der bis dahin umfassendsten unabhängigen Analyse: „Keine Wirksamkeit der Homöopathie bei der Behandlung der untersuchten Krankheitsbilder“.

Aber mehr noch: Im Gegensatz zu dem, was wir so oft zu hören bekommen, gibt es sehr wohl Risiken bei der Homöopathie. Wenn etwa ein Schwerkranker sich für eine unwirksame Behandlung entscheidet, statt eine effektive Therapie zu wählen – dann können scheinbar harmlose Mittel lebensgefährlich sein. Ja, jetzt höre ich wieder den verzweifelten Aufschrei der aufgebrachten Homöopathen.

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