Deutscher Ärztekongress für Homöopathie unter politischer Schirmherrschaft

Manuela Schwesig (2016), Bild: wikipedia.org/Ralf Roletschek –GFDL 1.2/Bild von ElliRakete auf Pixabay bearb.: bb
Ende Mai fand der „Deutschen Ärztekongress für Homöopathie“ in Strahlsund unter der Schirmherrschaft der Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns, Frau Manuela Schwesig, statt. Homöopathika und homöopathische Leistungen sind ein Dauerbrenner auf den (alternativ-) medizinischen Märkten und zugleich in der Alltagswelt vieler Deutscher angekommen.

Dr. Jeannine Kunert | EZW

Ihre Verwendung erscheint den meisten Bürgern und Bürgerinnen längst nicht mehr als skurril – immerhin hatten im Jahr 2014 bereits 60 Prozent der Bevölkerung schon einmal Homöopathika, die allgemeinhin als nebenwirkungsarm gelten, verwendet (Steffen de Sombre: Homöopathische Arzneimittel 2014. Bekanntheit, Verwendung und Image. Institut für Demoskopie, 2014). Dennoch schlug die Übernahme der Schirmherrschaft der Ministerpräsidentin mediale Wellen und rief die Gegner homöopathischer Therapieverfahren auf den Plan.

Die Tagung, die vom 29. Mai bis 1. Juni 2019 stattfand, stand unter dem Motto „Homöopathie und das Meer – Vom Ursprung des Lebens“ (vgl. https://2019.homoeopathie-kongress.de/). Das aus dem Meer kommende Leben und „gynäkologische Themen rund um Schwangerschaft und Geburt“ wurden als Rahmen und Schwerpunkt gesetzt. Die maritime Assoziation war der Ministerpräsidentin des „Küstenlandes“, neben der Feststellung, dass sich die Homöopathie zunehmender Akzeptanz erfreue, Grund genug, das Amt der Schirmherrschaft zu übernehmen. Dass sie sich damit im Kampf der Deutungshoheit um Krankheit und Heilung eindeutig positionierte, wurde journalistisch (vgl. Süddeutsche Zeitung vom 09.05.2019 oder Stern vom 10.05.2019), von Ärzten und Ärztinnen sowie seitens der Homöopathiegegner beanstandet. Diese bemängeln u. a., dass Frau Schwesig trotz der in zahlreichen wissenschaftlichen Studien nicht belegten Wirksamkeit der Mittel, die Erforschung ihrer Wirksamkeit weiterhin befürworte und damit die Faktizität der Studien anzweifle. In diesem Zusammenhang stehen auch Krankenkassen in der Kritik, die homöopathische Leistungen in ihr Leistungsportfolio übernommen haben und damit gemeinhin verbindliche medizinische Standards zugunsten der Wettbewerbsfähigkeit aushebeln. Das deutsche Arzneimittelgesetz (AMG, §38-39) verlangt derzeit für Homöopathika allein eine Registrierung, jedoch keine Zulassung, womit diese einer Sonderregelung gegenüber anderen Arzneimitteln unterlegen sind, da hier die Wirksamkeit nicht belegt werden muss. Auch ist die Meldung von Nebenwirkung der Homöopathika durch Ärzte und Ärztinnen durch diese Sonderregelung ausgenommen. Gegen die Ärztin, ehemalige Homöopathin und Mitbegründerin des Informationsnetzwerkes Homöopathie Nathalie Grams hat nun ein Hersteller homöopathischer Präparate Unterlassungsforderung gestellt, weil sie prominent die These vertritt, dass Homöopathika nicht über einen Placebo-Effekt hinausreichen. Damit setzt sich die Frage um Deutungshoheit und wissenschaftliche Faktizität auch auf dieser Ebene fort.

Polens Kirche gründet Ausbildungszentrum für Exorzisten

Image: Matt Anderson/Friendly Atheist

Polen stellt mit 120 Exorzisten nach Italien das zweitgrößte Aufgebot an katholischen Priestern mit Exorzisten-Ausbildung

derStandard.de

Die katholische Kirche in Polen wird ein nationales Ausbildungszentrum für Exorzisten gründen. Das neue Zentrum im schlesischen Kattowitz (Katowice) solle die mit Exorzismen beauftragten Priester noch umfassender vorbereiten, kündigte laut Kathpress der Bischof von Oppeln (Opole), Andrzej Czaja, am Rande der Vollversammlung der Polnischen Bischofskonferenz im niederschlesischen Waldenburg (Walbrzych) an.

Theologen und Psychologen arbeiteten zudem an einem Dokument, das Exorzisten bestimmte Handlungen untersagen solle. Czaja leitet die zuständige Kommission für die Glaubenslehre der Bischofskonferenz. Polen stellt mit etwa 120 Exorzisten nach Italien das zweitgrößte Aufgebot an katholischen Priestern mit einer speziellen Exorzisten-Ausbildung.

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Flatearther: Wie das Internet die Renaissance der Erdscheibe brachte

foto: flat earth societa, nasa – montage: standard Das populärste Modell der flachen Erde (hier perspektivisch geneigt) geht davon aus, dass Landmasse und Ozeane von einem riesigen Eiswall umringt sind.
Eine fast ausgestorbene Bewegung reüssiert dank sozialer Netzwerke – zwei Prozent der US-Amerikaner sollen an die Theorie glauben

Georg Pichler | derStandard.at

Die Menschheit hat den Mond betreten, Roboter auf den Mars geschickt und zwei Sonden aus dem Sonnensystem geschossen. Erstmals belegten Fotos schon vor 84 Jahren bildlich etwas, was für die Wissenschaft schon seit vielen Jahrhunderten als erwiesen gilt: Wir leben auf einer Erdkugel. Genauer genommen: Auf einem Ellipsoiden mit sehr unregelmäßiger Oberflächenausprägung.

1935 stieg der Ballon „Explorer 2“ auf rund 22 Kilometer Höhe in die Stratosphere auf. Dort entstandene Fotos zeigen bereits deutlich die Erdkrümmung. 1947 schoss die Nasa (damals noch Naca) eine von der deutschen Wehrmacht erbeutete und umgebaute V2-Rakete gar über 160 Kilometer hoch und lieferte einen noch deutlicheren Fotobeleg dafür, dass auch die letzten verbliebenen Anhänger der „flachen Erde“ falsch lagen.

Überzeugt werden konnten manche davon dennoch nicht. Doch in den folgenden Jahrzehnten versank die Bewegung, die sich zehn Jahre später, 1957, formell als Flat Earth Society gegründet hatte, in der Versenkung. Doch durch das Internet – und insbesondere soziale Netzwerk – gewinnen die „Flatearther“ wieder deutlichen Zulauf.

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Wenn der Stadionbesuch und das Yogatraining heilig werden

Yoga statt Gottesdienst? Gerade junge Menschen leben Alternativen zur Kirche Quelle: dpa
Zum Evangelischen Kirchentag werden viele Christen nach Dortmund pilgern. Doch welche Rolle spielt der Glaube überhaupt noch in Deutschland? Experten haben keine guten Nachrichten für die beiden großen Kirchen.

DIE WELT

Im Sprachalltag scheint er noch einen festen Platz zu haben: „Um Gottes Willen“ oder „Gott sei Dank“ heißt es oft. Aber tatsächlich haben Glauben und Religion in der Bevölkerung keinen leichten Stand. Der katholischen und evangelischen Kirche kehren Jahr für Jahr Mitglieder zu Zehntausenden den Rücken. Einer Prognose zufolge wird von aktuell 44,8 Millionen (2017) Katholiken und Protestanten im Jahr 2060 gerade mal die Hälfte übrig bleiben. Reformstau und Missbrauchsskandale schaden massiv. Und Frömmigkeit ist schon lange keine Pflicht mehr. Den Osten Deutschlands sehen Experten gar als europäische Atheisten-Hochburg.

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Verschwörungstheorie im Netz: Esoterikerin warnt vor „Gedankenkontrolle“ durch 5G

foto: apa/dpa/boris roessler Die neue Mobilfunkgeneration löst viele Ängste aus – und damit auch Verschwörungstheorien.
Ärger bei Branchenvertretern, Ärztekammer sieht neue Mobilfunkgeneration skeptisch

derStandard.at

Verschwörungstheorien und Panikmache rund um den neuen Mobilfunkstandard 5G verbreiten sich schon seit Monaten regelmäßig wie ein Lauffeuer im Netz. So auch ein Interview mit einer in der Schweiz bekannten Esoterikerin, die in einem 55-minütigen Youtube-Video über die Gefahren von 5G spricht. Aus ihrer Sicht würde 5G dazu führen, dass Menschen „innerlich gegrillt“ werden, zudem würde es ermöglichen, dass Gedanken und Emotionen manipuliert werden.

Ärztevereine verärgert

In der Vergangenheit wurde 5G-Strahlung für den Tod von hunderten Vögeln verantwortlich gemacht, weitere zum Teil kreative Bedenken tauchen in sozialen Medien immer wieder auf. Doch gegen 5G gibt es auch Widerstand außerhalb der Aluhut-Fraktion: Ärzte sprechen immer wieder Bedenken aus.

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Bigfoot’s FBI File Reveals Strange Story of a Monster Hunter and 15 Mysterious Hairs

„Bigfoot“ has an FBI file. Credit: RichVintage via Getty Images
The U.S. government released Bigfoot’s FBI file yesterday (June 5). It contains a few news clippings, and some formal letters to and from a monster hunter in the 1970s — leading to an examination of 15 hairs and some skin the hunter believed came from „a Bigfoot.“

By Rafi Letzter | LIVEScience

It appears that Peter Byrne, that monster hunter, first wrote to the FBI on Aug. 26, 1976. His note, printed on fancy letterhead reading „The Bigfoot Information Center and Exhibition,“ suggested that the FBI was in possession of flesh and hair belonging to a mysterious creature, possibly belonging to a „Bigfoot.“

„Gentlemen,“ Byrne wrote, „Will you kindly, to set the record straight, once and for all, inform us if the FBI, has examined hair which might be that of a Bigfoot; when this took place, if it did take place; what the results of the analysis were.“ [Titanosaur Photos: Meet the Largest Dinosaur on Record]

He didn’t indicate why he suspected that the FBI might have done such an analysis, only that, „from time to time we have been informed that hair, supposedly of a Bigfoot… has been examined by the FBI., and with the conclusion, as a report of the examination, that it was not possible to compare the hair with that of any known creature on this continent.“

Byrne appears to have been concerned that the agency wouldn’t take The Bigfoot Information Center seriously.

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Tanzkongress in Dresden: Esoterik extrem

Fünf Tage lang Gemeinschaft. Der Tanzkongress 2019Foto: Klaus Gigga / Tanzkongress 2019
Die renommierte Choreografin Meg Stuart leitet den Tanzkongress in Dresden-Hellerau. Doch sendet die Veranstaltung die richtigen Signale aus?

Sandra Luzina | DER TAGESSPIEGEL

Tänzer müssen eine glückliche Spezies sein. Zumindest die, die an dem Tanzkongress teilnehmen, der am Mittwoch in Dresden-Hellerau eröffnet wurde. Denn sie können fünf Tage lang im Gemeinschaftsgefühl baden und an diesem historischen Ort von der Utopie träumen. Zum ersten Mal wurde eine Künstlerin mit der Leitung des Kongresses beauftragt. Meg Stuart ist eine international renommierte Choreografin, auch in Berlin aktiv – und so war der Kongress schon nach gut einem Tag ausgebucht.

Die Bedingung für die Teilnehmenden lauteten: Sie müssen diese fünf Tage bleiben und sich ganz einlassen, sich mit Leib und Seele einbringen. „Extreme Präsenz“ wird verlangt, so heißt es auf der Website. Ein Programm wurde nicht veröffentlicht, was dem Ganzen etwas Geheimbündlerisches gibt. Mehr als 500 Tanzschaffende aus 30 Ländern nehmen an dem Treffen teil, das den Titel „A Long Time Affair“ trägt.

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Homöopathie-Firma mahnt Skeptiker ab

Für Globuli wird eine pflanzliche, tierische oder mineralische Ausgangssubstanz mit Milchzucker verrieben und dann in Alkohol verschüttelt. (Foto: dpa-tmn)
  • Ein Hersteller homöopathischer Arzneimittel geht mit Unterlassungserklärungen gegen Kritiker vor.
  • Die ehemalige Homöopathin Natalie Grams wird aufgefordert, nicht mehr zu behaupten, homöopathische Arzneimittel wirkten „nicht über den Placebo-Effekt hinaus“.
  • Das deutsche Arzneimittelrecht sieht Sonderregeln für homöopathische Arzneimittel vor. Diese müssen meist nicht zugelassen, sondern lediglich registriert werden.

Von Christoph von Eichhorn | Süddeutsche Zeitung

Als prominente Kritikerin der Homöopathie ist Natalie Grams einiges gewohnt – fast täglich wird die Aussteigerin aus der Szene in sozialen Netzwerken beschimpft. Aber einer Unterlassungsforderung mit Vertragsstrafe von 5100 EUR für den Fall der Zuwiderhandlung sah sie sich bislang noch nicht gegenüber. Damit droht die Pharma-Firma Hevert der ehemaligen Homöopathin. Diese fordert sie auf, nicht mehr in der Öffentlichkeit zu behaupten, homöopathische Arzneimittel wirkten „nicht über den Placebo-Effekt hinaus“.

Diese Woche machte Grams die Unterlassungserklärung auf Twitter öffentlich, Tausende teilten den Beitrag. Anlass ist laut dem Schreiben ein Interview mit dem Portal Die Rheinpfalz von Anfang Mai, in dem Grams vom Reporter gefragt wurde: „Machen wir es kurz: Wirken Homöopathika?“ und sie antwortete: „Nicht über den Placebo-Effekt hinaus.“

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Jesus tritt ab, die Unvernunft bleibt

Spirituelle Sinnstiftung ist weiterhin gefragt. Auch in irritierenden Formen. (Bild: Shannon Stapleton / Reuters)
Die Menschen kehren den Kirchen den Rücken. Doch wer darin den Triumph der Rationalität sieht, täuscht sich. Die Menschen suchen den Sinn anderswo – auch bei Scharlatanen.

Simon Hehli | Neue Zürcher Zeitung

Christina von Dreien füllt die Säle. Fast 200 Franken bezahlen ihre Anhänger, um den neuen Star der Esoterikszene zu sehen. Eine zerbrechlich wirkende 18-Jährige aus dem Toggenburg, die von ihrer überehrgeizigen Mutter angetrieben wird. Von Dreien, die eigentlich Meier heisst, behauptet, sie stehe in Kontakt mit ihrer als Baby verstorbenen Zwillingsschwester, aber auch mit anderen Toten. Sie verspricht eine Zukunft, in der sich die Menschen selbst heilen können. Aus ihrer Sicht sind die Regierungen dieser Welt Marionetten finsterer ausserirdischer Mächte. Und die Dinosaurier sind nicht ausgestorben, sondern leben in unterirdischen Höhlensystemen. Gegenwärtig warnt der Teenager mit dem blassen Gesicht: Die 5G-Strahlung werde Bäume zum Absterben bringen. Und die Fans glauben es.

Die meisten Seminare, die von Dreien abhält, sind ausverkauft, in der Schweiz, aber auch in Deutschland. Von einem solchen Andrang können viele Pfarrer nur träumen. Ihre Kirchenbänke sind immer leerer, die Zahl der Austritte bei Reformierten und Katholiken steigt und steigt. Für manche ist das eine gute Nachricht. Religionskritiker nehmen die Krise der Kirchen als Beleg dafür, dass endlich die Vernunft über den (Aber-)Glauben siegt. Doch in dieser Interpretation der Säkularisierung täuschen sie sich grundlegend.

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Doku über Nazi-Wissenschaftler: Der akademische Sündenfall

Sichtlich stolz darauf: Seine SS-Offizierskappe diente dem Archäologen Gustav Riek als beliebtes Fotomotiv. Bild: Arte
Wenn Forscher zu Mördern werden: Der Arte-Dokumentarfilm „Blut und Boden. Nazi-Wissenschaft“ zeigt, wie die Rassenideologie der Nazis mit Scheinwissenschaft untermauert wurde.

Von Oliver Jungen | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Vor zehn Jahren starb in Königstein im Taunus der Anthropologe Bruno Beger. Der Pseudowissenschaftler, der als Menschenvermesser in den Jahren 1938/39 an der Tibet-Expedition der SS-Forschungsinstitution „Ahnenerbe“ teilgenommen hatte und von den frühen vierziger Jahren an im Zuge seiner abstrusen Habilitations-Grundthese – nordische Arier sollen in grauer Vorzeit nach Innerasien gewandert und dort zum Genpool für die spätere Elite geworden sein – in perverse Massenmorde im Namen der Forschung verwickelt war, wurde biblische achtundneunzig Jahre alt.

Zwei Gerichtsprozesse hatte Beger mehr als glimpflich überstanden. Im Jahr 1960 kam er in Frankfurt am Main in Untersuchungshaft, doch seine Mitwisserschaft an der Ermordung von 86 Menschen, die er und sein Kollege Hans Fleischhacker im Jahre 1943 persönlich im Konzentrationslager Auschwitz ausgewählt hatten, konnte nicht nachgewiesen werden. Der Nazijäger Fritz Bauer, der davon überzeugt war, Beger habe immer gewusst, dass die Selektierten – vor allem europäische Juden, kaum Asiaten – getötet werden und ihre Skelette als wissenschaftliche Anschauungsobjekte dienen sollten, ließ 1970 eine neue Anklageschrift ausarbeiten, die freilich auch nur zu einer Verurteilung von drei Jahren Freiheitsstrafe wegen Beihilfe zum gemeinschaftlich begangenen Mord führte. Die Strafe galt aufgrund der Internierungshaft Begers nach 1945 als abgegolten.

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Warum Esoterik in der Medizin nicht klappt

Pendel. Bild Bild von Manfred Antranias Zimmer auf Pixabay
An der Med-Uni Wien wurde der Einfluss von nicht wissenschaftlichen fundierten Heilmethoden in der medizinischen Praxis diskutiert

Karin Pollack | derStandard.de

Es ist ein Dilemma mit Menschen, die krank sind. Wenn sie sich von Medizinern mit einer klassischen, naturwissenschaftlichen Ausbildung nicht gut betreut fühlen, suchen viele Hilfe bei jenen, die außerhalb des streng naturwissenschaftlichen Rahmens agieren. An der Medizinischen Universität Wien hat man diese Gefahr erkannt.

Der Alumni-Club lud zur Veranstaltung „Esoterik in der Medizin“ ins Hörsaalzentrum, den Abschluss machte eine Podiumsdiskussion unter dem Titel: „Warum ist Esoterik beliebt und ein erfolgreiches Geschäftsmodell?“ Rund 200 Studierende, Professoren und interessierte Laien hatten sich eingefunden.

Homöopathie weg

An der Medizinischen Universität fand bis Herbst letzten Jahres eine Lehrveranstaltung zur Homöopathie statt. Das Rektorat entschloss sich, diese wissenschaftlich nicht zu belegende Lehre nicht mehr auf dem Lehrplan zu belassen und distanzierte sich als Institution. Die Veranstaltung war sozusagen auch ein Zeichen dafür, sich auf eine andere Weise mit dem Thema auseinandersetzen zu wollen.

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Kinder von Reichsbürger aus unterirdischer Behausung befreit

Die Behausung von innen Quelle: dpa/-
Mit seinen minderjährigen Kindern hatte sich ein sogenannter Reichsbürger in einer selbstgebauten Erdbehausung in einem Steinbruch verschanzt. Dort wurde er nun von der Polizei aufgespürt – und festgenommen.

DIE WELT

Die Polizei hat einen mit Haftbefehl gesuchten „Reichsbürger“ in einer selbstgebauten Erdbehausung in Oberfranken festgenommen. Mit seinen beiden minderjährigen Kindern hatte der 50-Jährige in der spartanisch ausgebauten Behausung in einem Steinbruch im Landkreis Lichtenfels gewohnt, wie die Polizei am Freitag mitteilte.

Ermittler hatten den Mann am vergangenen Samstag festgenommen, ohne dass er Widerstand leistete. Das Jugendamt kümmert sich den Angaben nach um die Kinder. Sie seien wohlauf gewesen.

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Märchenstunde mit Franz Alt

Mit der Figur Jesus Christus hat sich der Journalist Franz Alt immer wieder beschäftigt. Vor allem mit der Frage, was er denn heute zu sagen hätte. Er wäre ein großer Störenfried und würde sich massiv einmischen, so seine Überzeugung.

evangelisch.de

Jesus wäre heute nach Ansicht des Autors und ehemaligen Fernsehmoderators Franz Alt (80) „ein großer Lobbyist“. Das sei er auch schon zu Lebzeiten gewesen, „deshalb musste er ja beseitigt werden“, sagte Alt dem Berliner „Tagesspiegel“. Der Harmlose, den die Kirchen aus ihm gemacht hätten, sei er mit Sicherheit nicht gewesen. „Wenn’s ans Geld geht – er hat den Kapitalisten die Tische umgeschmissen -, hört immer jede Freundschaft auf“, sagte Alt.

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Wissenschaftler bezweifeln Alter des Turiner Grabtuchs— „Alles nochmal machen“

Das Turiner Grabtuch © Paul Haring (KNA)
Wie alt ist es? Über eine mögliche neue Altersbestimmung des Turiner Grabtuchs beraten am Donnerstag Wissenschaftler an der Universität Catania. Dabei wollen sie die Daten aus der Radiokarbon-Messung im Jahr 1988 neu interpretieren.

DOMRADIO.DE

Einer Mitteilung der Universität zufolge, könnte das 4,36 Meter lange und 1,10 Meter breite Leinentuch, das als Grabtuch Jesu verehrt wird, nicht erst aus dem Mittelalter, sondern schon aus der Antike stammen.

Bei der Untersuchung 1988 war eine Gewebeprobe dreigeteilt an Labore in Zürich, Oxford und Arizona geschickt worden. Diese bestimmten die Entstehungszeit auf die Zeit zwischen 1260 und 1390 n. Chr. In Catania wollen Grabtuchforscher, Statistiker und Datenanalysten die ursprünglichen Daten wie auch bisher unveröffentlichte Rohdaten der Messungen begutachten. Die Tagung trägt den Titel „Die Datierung des Grabtuchs: alles noch mal machen“.

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Is Low-Dose Radiation Good for You?

Image credit: skeptic.com
For most people, radiation is very scary. You can’t see it; you may not know if you’ve been exposed. We’ve all read the horror stories about Hiroshima and Nagasaki. When radiation leaked from the Fukushima reactor in 2011, people all the way across the Pacific Ocean feared for their health.

By Harriet Hall, M.D. | Skeptic.com

Alarmist headlines blared “Fukushima radiation has reached U.S. shores!” Cesium-134 had been measured in seawater samples from beaches in Oregon, and in Canadian salmon. A senior scientist quelled fears by putting this news into context: “if you were to swim every day for six hours a day in those waters for a year, that additional radiation from the addressed cesium from Japan…is 1000 times smaller than one dental x-ray.”1

Most people think radiation is not natural. Actually, yes it is. We are exposed to radiation from cosmic rays. We get more background radiation if we live in the mountains or fly frequently, and if we live in stone or brick houses or in homes with radon in the basement. There is radioactive potassium in bananas, potatoes, beer, and many other foods. Tobacco leaves contain radioactive polonium 210, with a half-life of 138 days. It falls onto the tobacco leaves from the atmosphere and is a major cause of lung cancer. We are even exposed to radiation from our own bodies. There is no way to avoid it. We know that ionizing radiation damages and mutates DNA and can cause cancer.

Many people are convinced that all radiation is potentially dangerous. The Health Physics Society has set safety levels, and workers’ doses are maintained at levels as low as reasonably achievable (ALARA); but they point out that “There is considerable uncertainty associated with the estimation of risk from relatively low doses.” This doesn’t mean there is no risk, but rather that there may not be any risk, and if there is, we don’t know how to quantify it. The problem is that the risk is so low that many millions of people would have to be studied to overcome the signal-to-noise ratio in the data, and the risk is confounded by varying background levels of radiation and other factors like radiation from diagnostic procedures. It’s an impossible problem that may never be definitively solved because of the sheer numbers and the complexity of the data involved.

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Warum Verschwörungstheorien in Erdoğans Türkei florieren

foto: reuters/murad sezer Lokführer Erdoğan hat die Presse im Griff.
Das Ausland wolle sich Istanbul unter den Nagel reißen, lautet eine davon. Ein Grund ist der schlechte Zustand der türkischen Presse

Philipp Mattheis | derStandard.at

İbrahim Karagül, Kolumnist der regierungstreuen türkischen Zeitung „Yeni Şafak“, bezeichnete den Bürgermeisterkandidaten der CHP, Ekrem İmamoğlu, jüngst als Marionette. Er sei nicht einmal Mitglied der Oppositionspartei CHP, sondern eine Art Trojanisches Pferd, mit dem sich das Ausland Istanbul unter den Nagel reißen wolle. Eine „bestimmte Gruppe“ hätte Betrug am Wähler begangen – dann würfelt der Autor so ziemlich alle Akteure zusammen, die irgendwann einmal Probleme mit der AKP-Regierung hatten: Griechenland, Deutschland, die EU, die USA sowieso, die Gülen-Bewegung, die PKK – und natürlich Israel. Eine multinationale Allianz habe sich geformt, und im tausendjährigen Kampf um Anatolien ein neues Kapitel begonnen. Ein Kreuzzug gegen die Türkei sei im Gange.

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Warum die Fassade von Anastasia so gut funktioniert

Bild: dpa/Michael McKee
Sehnsucht nach Natur, ökologischem Wirtschaften, einem Ausstieg aus der modernen Gesellschaft: Die Anastasia-Bewegung scheint ein großes Bedürfnis unserer Zeit zu bedienen, sagt Sektenexperte Matthias Pöhlmann. Doch das sei nur die äußere Fassade.

rbb24

rbb|24: Herr Pöhlmann, was ist die Anastasia-Bewegung?

Matthias Pöhlmann: Die Anastasia-Bewegung ist eine weitverzweigte Bewegung. Sie beruht auf einer Buchreihe des russischen Geschäftsmannes und Autors Wladimir Megre. Sie umfasst zehn Bände. Darin berichtet er über eine Frau aus Sibirien in der Taiga, die naturnah lebt. Ihr soll er begegnet sein. Er schildert sie in ganz bunten Farben: Sie hätte übernatürliche Fähigkeiten, hätte einen Heilstrahl, würde mit den Tieren leben. Sie klärt ihn auf über das Weltgeschehen, über die wahren Hintergründe des Weltgeschehens: über ein dunkles Zeitalter und ein geheimnisvolles wedrussisches Wissen, das breit entfaltet wird.

Anastasia entfaltet ein umfassendes Weltbild, das geprägt ist von der Vorstellung der Abkehr vom urbanen, städtischen, zivilisierten Leben. Zurück zur Natur. Ein Zauberwort lautet Familienlandsitz – also dass man einen eigenen Familienlandsitz errichtet. Und man sollte sich möglichst gegenüber politischen Formen fernhalten. Die Demokratie gilt als bedrohlich, als entstellt. Deswegen der Rückzug auf das überschaubare, ein Hektar umfassende Land.

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Exorzismus-Seminar erstmals für nichtkatholische Christen zugänglich

Bild: Bill Flavell, FB
Vertreter der verschiedenen christlichen Konfessionen wollen ihre Erfahrungen austauschen und vergleichen. Die Tagung behandelt das Thema Exorzismus aus verschiedenen Blickwinkeln.

kath.net

Das 14. Seminar zum Thema „Exorzismus und Befreiungsgebet“ an der Päpstlichen Universität Regina Apostolorum war erstmals für Angehörige aller christlichen Denominationen offen.

Etwa 250 Katholiken, Griechisch-Orthodoxe und Protestanten nehmen an der von 6. bis 11. Mai stattfindenden Tagung teil. Die Vertreter der verschiedenen christlichen Konfessionen würden ihre Erfahrungen mit Exorzismen austauschen und vergleichen, sagte Pedro Barrajon, einer der Organisatoren. Die Austreibung von Dämonen gehe bis in die ersten Ursprünge des Christentums zurück, erinnerte er.

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Esoterik: Wer’s glaubt

Bild von Couleur auf Pixabay
Mainstream-Esoterik, Astrologie und Tarot-Karten – viele belächeln sie, trotzdem sind diese Themen in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Besonders empfänglich dafür seien Millenials, sagt ein Soziologe.

Deutschlandfunk Nova

Seit zehn Jahren beschäftigt sich Gwen intensiv mit Astrologie. Sie beobachtet, dass dieses Thema von vielen in der Gesellschaft belächelt wird, obwohl sich ihrer Meinung nach die wenigsten wirklich mit Astrologie auseinandergesetzt hätten.

Markus hatte nie wirklich vor, sich Tarot-Karten legen zu lassen. Bei einem Date kommt es dann aber spontan dazu. Die Ergebnisse machen ihn stutzig, er sieht heute einige Dinge anders als zuvor.

Millenials besonders aufgeschlossen für Esoterik

Der Soziologe Helmut Knoblauch ist der Meinung, dass die Esoterik ganz allgemein mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Im Ab 21 – Podcast erklärt er, warum er glaubt, dass besonders die Millennials dafür aufgeschlossen sind.

Podcast zur Sendung

re:publica: Steve Jobs und „Don’t be evil“ – Das Silicon Valley als Religion

(Bild: Bloomicon/Shutterstock.com)
Von der Mensch-Maschine bis zur Erschaffung eines neuen Gottes – der Soziologe Oliver Nachtwey sieht die Ideologie des Silicon Valley als Religion.

Von Torsten Kleinz | heise online

Konzerne wie Facebook, Google oder Apple werden nach Überzeugung von Oliver Nachtwey mit einem quasi-religiösen Anspruch auf Weltverbesserung geführt. Auf der re:publica in Berlin erläuterte der Soziologie-Professor der Universität Basel die Ursprünge dieser Ideologie und ihre Auswirkungen auf die heutige Kultur und künftige Entwicklungen.

Zur Analyse der Denkweise der Silicon Valley-Konzerne hatte Nachtwey mit seinem Team unter anderem Texte wie Reden von Unternehmensführern ausgewertet, aber auch Tiefen-Interviews mit einigen Akteuren geführt. Ein Ergebnis der Untersuchungen: Die Wortführer der Internetindustrie meinen es durchaus ernst, wenn sie von der Weltverbesserung reden oder Googles ersten Slogan „Don’t be evil“ zitieren.

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