Leah Remini: Aus den Fängen von Scientology

foto: pr/a&e/getty/archuleta In „King of Queens“ spielte Leah Remini die toughe Ehefrau Carrie. Für Scientology war sie viele Jahre willkommenes Aushängeschild.
„King of Queens“-Schauspielerin verarbeitet ihren Ausstieg aus der Organisation – Doku-Reihe ab Donnerstag auf A&E

Von Oliver Mark | derStandard.at

Im Jahr 1999 waren Scientologen Leah Reminis Ansicht nach noch die „moralischsten Menschen auf der Welt“, rund 17 Jahre später sagt die Schauspielerin: „Was zutage trat, war viel schlimmer, als ich jemals dachte.“ Der Star der erfolgreichen USSitcom King of Queens rechnet in der Doku-Reihe Leah Remini: Ein Leben nach Scientology mit jener Organisation ab, die sie viele Jahre mit ihren Schauspielmillionen fütterte – der Bezahlsender A&E bringt die sieben Episoden ab heute, immer donnerstags um 21.50 Uhr, erstmals in den deutschsprachigen Raum. Zu Wort kommen hochrangige Aussteiger der Sekte, die in den USA als Church of Scientology firmiert und den Status einer Religionsgemeinschaft genießt. Ex-Mitglieder erzählen, wie sie jahrelang indoktriniert und Opfer von physischer und psychischer Gewalt wurden.

Remini musste Scientology bereits als Kind beitreten. Nach der Scheidung ihrer Eltern trieb ihr Stiefvater sie und ihre Mutter in die Hände der von L. Ron Hubbard gegründeten Organisation, der sie 35 Jahre treu bleiben sollte. Die heute 46-Jährige wollte lange nicht wahrhaben, dass ihr gesamtes Leben auf einer Lüge basiere, das habe den Ausstieg so schwer gemacht.

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Religionswissenschaftler kritisert ‚rosarotes‘ Buddhismusbild

Bild: brightsblog
Perry Schmidt-Leukel: Die Vorstellung, der Buddhismus sei eine Religion ohne Dogmen, Glaubensinhalte und Gebote, habe mit dem echten Buddhismus wenig zu tun, sondern spiegle eher eine Unzufriedenheit mit dem Christentum wider.

kath.net

Einseitige Vorstellungen über den Buddhismus kritisierte der Religionswissenschaftler Perry Schmidt-Leukel im Interview mit dem „Deutschlandfunk“. In Deutschland sei die Vorstellung weit verbreitete, dass der Buddhismus „eine Religion ohne irgendwelche Dogmen oder Glaubensinhalte“ sei, „eine Religion ohne Gebote, in der jeder tun und lassen kann, mehr oder weniger, was er will“. Gemäß dieser Vorstellung sei der Buddhismus „allem gegenüber tolerant“ und friedfertig. Dieses populäre Bild habe mit dem asiatischen wie auch mit dem klassischen Buddhismus „eigentlich wenig bis gar nichts zu tun“. Vielmehr spiegle sich hierin „eher eine Unzufriedenheit mit den kirchlichen Formen des Christentums wider“, daraus habe sich dann die Vorstellung entwickelt, „was für eine Religion man gerne hätte – und das hat man irgendwie dann auf den Buddhismus projiziert“.

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Hans Meiser fliegt für Verschwörungstheorien aus Böhmermann-Show

Hans Meiser bei einem Auftritt im Europapark Rust. Quelle: Getty Images/Getty Images Europe
Nach seiner Karriere als Nachrichtensprecher, hatte Hans Meiser mindestens zwei weitere Jobs. Einen für das ZDF und einen als Autor für einen verschwörungstheoretischen Blog. Seit heute ist er einen von beiden Jobs los.

Von Adrian Arab | DIE WELT

Hans Meiser dürfte den einen als Nachrichtenmoderator bei RTL bekannt sein und den anderen für seine Auftritte in der ZDF-Show „Neo Magazin Royale“. Dort war er wechselweise „Der kleine Mann“ und die Bundespräsidenten-Parodie „Hans Meiser Steinmeiser“. Einer weitaus kleineren Zielgruppe ist er allerdings auch für die Mitarbeit auf einer verschwörungstheoretischen Website namens “watergate.tv“ bekannt – und fliegt deshalb nun beim ZDF raus.

Denn wie die „Bildundtonfabrik“, die das Neo Magazin Royale für das ZDF produziert, auf ihrer Facebook-Seite bekannt gab, trennt man sich von Meiser wegen einer „Internetnebentätigkeit im Verschwörungstheoretikermilieu“. Zwar ist das Statement ironisch geschrieben, die Nachricht dahinter aber eindeutig: Eine weitere Zusammenarbeit wird es nicht geben.

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Relativer Quantenquark – kann moderne Physik die Esoterik belegen?

Bei vermeintlich übersinnlichen Phänomenen wird von Esoterikern gerne auf die Erkenntnisse der Quantenphysik verwiesen, die diese Beobachtungen angeblich stützen. Wissenschaftler setzen sich seit langem kritisch mit diesen Behauptungen auseinander.

Von Holger von Rybinski | GWUP

Gedankenübertragung, Spukerscheinungen, Homöopathie – kaum ein PSI-Phänomen, für dessen Erklärung nicht die Quantenphysik als scheinbar wissenschaftlicher Beleg angeführt wird. Dabei widersprechen  Experten wie Anton Zeilinger derartigen Behauptungen. Im österreichischen Nachrichtenmagazin „Profil“ erläutert das GWUP-Mitglied Dr. Florian Aigner, warum die Quanten nicht als Erklärung für übersinnliche Phänomene herhalten können. Dabei fällt ihm auf: „ Es ist paradox: Esoteriker, deren Geschäftsmodell darauf fußt, die Erkenntnisse der Naturwissenschaft zu ignorieren, berufen sich auf eine naturwissenschaftliche Theorie. Es ist, als würden Atheisten in der Bibel nach Bestätigung ihrer weltanschaulichen Thesen suchen. Oder als würde just ein Vegetarierverein mit Gratisschnitzelsemmeln Mitglieder anwerben wollen“. Er räumt jedoch ein, dass die Quantenphysik als ungewöhnlich und mystisch dargestellt werde, sei kein Zufall, liefere sie doch manchmal Ergebnisse, die wir mit unserem Alltagsverstand kaum begreifen können, weil sie uns merkwürdig oder verrückt erschienen.

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Missbrauch im Buddhismus – den Meister lockt die Macht

Steinerne Buddhafigur auf dem Friedhof von Nanzen-ji in der japanischen Stadt Kyōto, einem der bekanntesten Tempel des Rinzai-Zen. Der Rinzai-Zen ist eine Lehrtradition des Zen-Buddhismus. (imago / imagebroker)
Hingabe fordern buddhistische Lehrer von ihren Schülerinnen. Bisweilen in einem ganz konkreten Sinne: Es entstehen sexuelle Beziehungen. Ist das ein Missbrauch geistlicher Autorität? Eine Debatte darüber kommt bisher nicht zustande, Selbstkritik ist tabuisiert.

Von Mechthild Klein | Deutschlandfunk

Buddhistische Meditationen und Lehre zielen auf eine Schulung des Geistes. Auf dem Weg zum Erwachen bzw. der Erleuchtung sollen die Schülerinnen und Schüler Mitgefühl kultivieren. Aber das Verhalten vieler Lehrer lässt nicht auf Mitgefühl schließen:

„Die Skandale gehen in Richtung sexuelle Übergriffe, finanzieller Machtmissbrauch und genereller Machtmissbrauch“, sagt Ursula Richard. Sie praktiziert seit 30 Jahren Zen-Übungen. Sie ist Verlegerin und Chefredakteurin von „Buddhismus Aktuell“. Sie hat schon vieles beobachtet, in den USA, in Deutschland. Und sie wünscht sich, dass die buddhistische Gemeinschaft lernt, sich dem Thema Missbrauch geistlicher Macht zu stellen, anstatt nach Entschuldigungen zu suchen. Sie analysiert:

„Der Buddhismus, als der sich im Westen begann zu verwurzeln, traf er auf eine Generation – zu der ich mich auch zähle – der Spät-Alt-68er, die Autorität sehr kritisch gesehen haben. Und auf einmal begegneten wir einem aus Asien kommenden Modell, was von Meistern und Schülern sprach und eine Hingabe erforderte oder einen Gehorsam erforderte. Und wie viele von uns – ich schließe mich da mit ein – waren auf einmal bereit alles über Bord zu schmeißen und es zu versuchen, nun diese Rollen auszufüllen.“

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Naidoo und Gerüchte über das System

Screenshot aus einem YouTube-Video
Xavier Naidoo ist kein „Systemkritiker“. Wer das Unverzeihliche an seinen Texten verteidigt, läuft Gefahr, zur Marionette seiner Medienstrategie zu werden

Von Marcus Hammerschmitt | TELEPOLIS

Mit einer geschickten Provokation hat der Troubadour von Mannheim wieder einmal eine Empörungswelle in den Medien losgetreten. Das uhrwerkartig ablaufende Spiel führt zu glänzenden Chartplatzierungen und klingelnden Kassen; außerdem schließt es selbstverständlich ein, dass manche sich schützend vor die hehren Ideale des Künstlers werfen und die schnöde Kritik der Medienmeute abwehren wollen. Für Telepolis hat diese Rolle jüngst Marcus Klöckner übernommen, indem er mit viel rhetorischem Aufwand Naidoo zu einem Opfer stilisiert hat (siehe Medienhetze gegen Systemkritik).

Dem muss widersprochen werden.

„Medienhetze“, „Rudeljournalismus“, „mediales Standgericht“ – das sind einige der Beschreibungen, die Marcus Klöckner für die Pressereaktionen auf Xavier Naidoos jüngste Produkte übrig hat. Es sei einmal dahingestellt, ob es in diesem Fall eine irgendwie geartete Formierung „des“ Journalismus gegeben hat; viel wahrscheinlicher ist, dass Medienakteure, wie so oft, zu einem auflagerelevanten Remmidemmi einfach voneinander abgeschrieben haben, weil das – wie damals in der Schule – halt einfach ökonomischer ist.

Für den Moment sei nur festgehalten, dass Marcus Klöckner aus meiner Sicht in seinem Artikel haarscharf an der Unterstellung vorbeischrammt, hinter den Kulissen säßen einige, die auf Knopfdruck die Puppen tanzen lassen, um Naidoo zu schaden – Rudel ohne Anführer und Standgerichte ohne militärische Befehlskette sind nunmal recht selten. Das wäre dann an sich schon sehr naidoonistisch gewesen.

Klöckner bezeichnet Naidoo als einen Künstler. Das ist sein gutes Recht, obwohl man angesichts der textlichen Qualität des Liedes, um das es hier geht an dieser Aussage zweifeln kann. Ganz sicher irrt sich Klöckner meiner Auffassung nach aber mit der Behauptung, Naidoo sei ein „Systemkritiker“.

Wenn das kapitalistische System, also das Verhältnis zwischen den Besitzern von Kapital und Produktionsmitteln auf der einen und den Lohnabhängigen auf der anderen Seite je das Thema von Xavier Naidoos Schaffen war, dann hat er es bisher gut verborgen.

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US-Pfadfinder zu LGBTI-freundlich für Mormonen

Die Pfadfinder zählen zu den beliebtesten Organisationen für junge Amerikaner (Bild: Prayitno / Thank you for (12 millions +) view / flickr )
Die erzkonservative Glaubensgemeinschaft schränkt die Zusammenarbeit mit den „Boy Scouts of America“ ein, offenbar weil die Pfadfinder-Organisation Homo- und Transsexuelle nicht mehr diskriminieren will.

QUEER.DE

Die Mormonenkirche hat am Donnerstag angekündigt, sich teilweise aus den offiziellen Pfadfinder-Organisationen „Boy Scouts of America“ und „Scouts Canada“ zurückzuziehen. Für 14- bis 18-Jährige werde man ab dem 1. Januar 2018 Pfadfinderaktivititäten unter eigener Flagge anbieten. Nur bei den Acht- bis 13-Jährigen arbeite man weiter mit den Dachorganisationen zusammen.

Der Rückzug ist offenbar eine Folge der steigenden LGBTI-Akzeptanz insbesondere innerhalb der amerikanischen Pfadfinder-Organisation. Die „Boy Scouts“ hatten 2015 beschlossen, ihr Homo-Verbot aufzuheben – allerdings gibt es weiterhin Ausnahmen für religiöse Pfadfindergruppen (queer.de berichtete). Im Januar diesen Jahres kündigte die Dachorganisation an, auch transsexuelle Jungs in ihren Gruppen zuzulassen (queer.de berichtete).

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Warum der Papst drei portugiesische Kinder heilig spricht

Ein undatiertes Foto zeigt die Kinder Lúcia dos Santos, Francisco und Jacinta Marto (v.l.), die nun von Papst Franziskus heilig gesprochen werden. (Foto: AFP)
  • Jacinto, Francisco und Lúcia soll vor 100 Jahren, am 13. Mai 1917, die Jungfrau Maria erschienen sein.
  • Später habe sie ihnen drei Geheimnisse anvertraut, die sie aber nicht verraten dürften.
  • Papst Franziskus reist nach Fátima, um die drei Kinder heilig zu sprechen – und mit ihm Millionen Katholiken.

Von Thomas Urban | Süddeutsche.de

Der Marmorweg zur Basilika Unserer lieben Frau vom Rosenkranz ist frisch poliert, die Tribüne für die Fernsehkameras aufgebaut, das Hotel „Aleluia“ ist trotz exorbitanter Preise seit langem ausgebucht, Tausende portugiesischer Polizisten proben seit Tagen für ihren größten Einsatz in der Geschichte des Landes: Am Sonntag kommt Papst Franziskus in den Wallfahrtsort Fátima, er will die drei Hirtenkinder heilig sprechen, denen vor genau 100 Jahren auf einem Feld an der Stelle, auf der die neobarocke Basilika errichtet wurde, erstmals die Jungfrau Maria erschienen sein soll. Mehrere Millionen Pilger aus aller Welt werden erwartet.

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That Time the CIA Investigated a Magician to See if Magic Was Real

Uri Geller demoes spoon bending at Oxford in 2014. Image: Rex Features via AP Images
A video with illusionist Uri Geller spawned dozens of pages of follow-up reports in the CIA about whether magic was real, and if so, how to harness it for espionage.

By Michael Best | MOTHERBOARD

A video produced by Stanford as part of its government funded research into psychic phenomena alleged to show Isareli illusionist Uri Geller performing various psychic and extrasensory feats. While some in the Agency were „humbled“ by the film, others were quick to declare it ordinary trickery from a con artist using techniques from stage magic and mentalism. Eventually, James Randi joined the discussion with his book about Uri Geller, only to find one of the scientists involved pushing back.

A copy of the video, spliced together from copies of varying completeness and quality, is embedded below, and an edited transcript can be found here.

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Splatter-Kult: Paderborner Blutreliquie von Johannes Paul II. muss zur Nachbesserung

Zunächst blieb der Schreibfehler an der neuen Blutreliquie des hl. Papstes Johannes Paul II. im Paderborner Dom offenbar unbemerkt. Allzu geläufig wirkte der lateinische Schriftzug „S. Iohannes Paulus II.“

kath.net

Erst nach zwei Wochen entdeckte ein Domvikar den Schreibfehler und wandte sich an das Metropolitankapitel. Das berichtete die „Neue Westfälische“ und zitierte Dompropst Joachim Göbel, der erläuterte, dass dieses „h“ obendrein nur im Kirchenlatein falsch sei, im klassischen Latein aber zulässig gewesen wäre. Nach Angaben des Bistumssprechers Ägidius Engel hatte das Bistum einen korrekten Entwurf geliefert – ohne „h“. Wie sich der Schreibfehler eingeschlichen hat, ist nicht recht klar, es muss wohl in der Werkstatt des ausführenden Künstlers passiert sein. Das Reliquiar ist bereits abgehängt und wird aktuell umgearbeitet.

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Das magische Elqui-Tal

Das Elqui-Tal in Chile (imago / imagebroker)
Im Elqui-Tal in Chile befindet sich der Energieknoten der Erde, glauben zumindest spirituelle Touristen, die in Scharen ins Gebiet um den Monte Cancana strömen. Er sei vom Himalaya dorthin gewandert. Reiseführer haben sich auf die Suche nach Energie, Sinn und Heilung spezialisiert.

Von Sophia Boddenberg | Deutschlandfunk

„Hier im Tal gibt es eine besondere Energie, weil wir den Berg Monte Cancana haben, den Berg mit dem höchsten Ferritin-Anteil der Welt. Er ist ein gigantischer Magnet. Wir sind Energie. Die Energie des Berges hat einen positiven Einfluss auf uns, auf unsere Sinne und Gefühle. Das ist das Mysterium der Energie im Tal. Dann gibt es noch eine andere Geschichte der Buddhisten, die besagt, dass sich die Kundalini-Energie der Erde von Tibet aus hierhin verschoben hat. Vorhersagen der Mayas und anderer Kulturen sagen, dass hier in Südamerika die neue Menschheit entstehen wird. Deshalb kommen viele Menschen verschiedener Kulturen und Länder nach Chile“, sagt René Fuentes.

Er ist um die 60 Jahre alt und lebt seit fünf Jahren im Elqui-Tal in Chile. Er hat graue Haare, indigene Gesichtszüge und von der Sonne gebräunte, ledrige Haut. Er kam hierher auf der Suche nach mehr Lebensqualität – vorher lebte er in Chiles Hauptstadt Santiago.

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Glutenfrei? „Nicht zu empfehlen“, warnen Experten

Glutenfrei? Experten warnen: „Mit jeder Einschränkung von Lebensmitteln verkleinert sich die Vielfalt der Darmflora.“ Quelle: Getty Images/Image Source
Viele Deutsche glauben, dass sie bestimmte Stoffe in der Nahrung nicht vertragen – nach der Laktose ist auch das Gluten in Verruf gekommen. Ein gefährlicher Irrtum, sagen Forscher.

Von Andrea Barthélémy | DIE WELT

Die Cupcakes in der Theke des US-Bistros sehen verführerisch aus. Aber: „Ist da Gluten drin?“ Kellner sind diese Frage gewohnt – rund 200 Millionen Essen pro Jahr werden in den USA glutenfrei geordert. Denn der Verzicht auf das in Verruf geratene Klebereiweiß des Weizens, das auch in den meisten anderen Getreidearten vorkommt, liegt in den USA seit Jahren im Trend.

Gründe dafür sind vielfältig: Bei Menschen mit angeborener Gluten-Unverträglichkeit (Zöliakie), etwa einem Prozent der US-Bevölkerung, löst das Eiweiß eine Dünndarmentzündung mit teils heftigen Darmbeschwerden aus.

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TV- und Rundfunktipps: Pro und contra Homöopathie

Symbolbild, Bild: bb

Zunächst präsentiert der SWR am kommenden Dienstag, den 09. Mai 2017, um 20.15 Uhr, sein Verbrauchermagazin „Marktcheck“ , laut Ankündigung u. a. mit dem Beitrag „Homöopathie: Wirksame Medizin oder Geldverschwendung?“. Nähere Informationen liegen dazu leider noch nicht vor.

Holger von Rybinski | GWUP

Etwas ausführlicher wird sich der „Deutschlandfunk“ im Radio des Themas annehmen. „Eine Frage des Glaubens: Homöopathie auf dem Prüfstand“ heißt eine Sendung, die am Sonntag, 12. Mai 2017, von 19.15 bs 20.00 Uhr ausgestrahlt wird. Aus der Ankündigung: „Die medizinische Versorgung in Deutschland ist heute besser als je zuvor. Trotzdem wächst die Skepsis gegenüber der Schulmedizin, der seelenlosen Apparatemedizin. Viele Patienten suchen ihr Heil in der Homöopathie. Dabei scheinen auch kritische Menschen jegliche Bedenken zu vergessen und glauben an den heilenden Geist des Wassers.“ Und: ,,Da die Wirksamkeit von Homöopathika naturwissenschaftlich nicht belegt ist, müssen sie in den USA Warnhinweise tragen. In Deutschland hingegen sind sie zugelassen. Obwohl viele Forscher belegen, dass homöopathische Mittel nicht besser als Placebos wirken, erstatten die meisten Krankenkassen die Kosten dafür. Medizin ist nicht nur Wissenschaft, sondern auch Heilkunst. Das Dossier fragt: Gehört die Homöopathie dazu?“ Drei Homöopathen und drei Homöopathie-Kritiker aus der GWUP und dem INH (unter anderem voraussichtlich Dr. Natalie Grams  und Dr. Norbert Aust ) wollen zur Klärung dieser Frage beitragen. Vor wenigen Tagen wurde eine ähnliche Debatte im Magazin „Health Care Management“ geführt, wie im GWUP-Blog  berichtet.

Jahrestreffen der „Skeptiker“: Zweifeln hält gesund

Für Verschwörungstheoretiker ganz klar: Chemtrails – böse Regierungen lassen bewusstseinsverändernde Substanzen versprühen, um so das Volk besser manipulieren zu können. Foto:dpa
„Skeptiker“ ziehen gegen Geistheilung, Homöopathie und andere Pseudowissenschaften zu Felde. Bekämpft wird alles, was nicht in ihr Weltbild passt.

Von Manfred Ronzheimer | taz.de

Es begann mit gebogenen Löffeln. Als der Zauberkünstler Uri Geller in den 70er Jahren in Fernsehshows vorführte, wie sich metallenes Essbesteck scheinbar mit Geisteskraft verformen ließ, da wuchs bei dem Industrieforscher Amardeo Sarma die Skepsis. „Das war für uns die Initialzündung“, blickt der Vorsitzende der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) auf die Gründung seines Vereins vor 30 Jahren zurück. Aus den zehn Zweiflern von damals ist heute eine Organisation mit 1.500 Mitgliedern geworden, die sich kurz „Skeptiker“ nennen.

Ihr Ziel: Gegen irrige Glaubenssätze, die gleichwohl reale Handlungsmuster von Menschen bestimmen, mit wissenschaftlichem Faktencheck anzutreten, sie zu entzaubern. Das Feld ist weit: Es reicht von der Parapsychologie und der Beobachtung unbekannter Flugobjekte (Ufos), zu Verschwörungstheorien in Gestalt der „Chemtrails“–Wolkenmustern am Himmel, bis hin zur Leugnung des Klimawandels und den Versprechen einer Alternativmedizin mit zuweilen tödlichen Folgen. Am vergangenen Wochenende kamen die GWUP-Skeptiker zu ihrer Jahreskonferenz in der Berliner Urania zusammen.

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Xavier Naidoo: „Deutschland ist kein souveränes Land. Wir sind nicht frei“

Den Abstand zwischen Kopf und Brett nennt man Horizont.

Xavier Naidoo veröffentlicht einen neuen Song und polarisiert damit mal wieder – wie eigentlich schon seit Jahren. Mit dem stern sprach der Sänger über seinen Glauben, seine Weltanschauung und die Suche nach der Wahrheit.

Von Nora Gantenbrink, Hannes Roß | stern.de

Dieses Interview erschien bereits am 12. März 2015 im stern. Wir haben uns entschieden, es erneut zu veröffentlichen. Die meisten Antworten von Naidoo haben nicht an Aktualität verloren.

Er sieht nicht aus wie ein Geläuterter, sondern wie einer, der nicht zu altern scheint. Wie ein Zeitloser. Xavier Naidoo, 43, erscheint zum Interview in einem Hamburger Hotel in grauer Jogginghose. In der linken Hosentasche hat er ein kleines Büchlein, das deutsche Grundgesetz. Naidoo sagt, er habe es immer dabei. Mitgekommen sind seine Pressefrau und sein Hund, die Bulldogge Sinclair. Der Popstar aus Mannheim, den Udo Jürgens „den größten Hoffnungsträger der deutschen Musik“ nannte, verkaufte mehr als fünf Millionen Platten, doch die Schlagzeilen über ihn waren zuletzt schlecht. Sie lauteten: „Vom Popstar zum Populisten“ oder „Prophet des rechten Glaubens“ . Wie konnte es so weit kommen?

Herr Naidoo, Sie wuchsen als Sohn südafrikanischstämmiger Eltern in Wallstadt auf, einem Stadtteil von Mannheim. Ihre Mutter war Schneiderin, Ihr Vater Industrieschweißer. Sie nannte man als Kind „Lenor“.
Ja. Leibeigener Neger ohne Rechte. Ich muss so sieben oder acht gewesen sein. Die anderen Kinder bespuckten mich, weil ich schwarz war. Aber viel schlimmer waren für mich die Erwachsenen, die mich „Bimbo“ nannten. Letztendlich habe ich allen, den Kindern voran, verziehen, mit einigen bin ich heute sogar befreundet.

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54.000 Dollar pro Kilo: Südafrikanisches Gesetz gefährdet die letzten Nashörner

Breitmaul-Nashorn in Mpumalanga, Südafrika. (Bild: Imago)
Jährlich töten südafrikanische Wilderer über 1000 Nashörner. Nun soll der Handel mit den begehrten Hörnern legalisiert werden. Tierschützer warnen vor fatalen Folgen.

Von Christian Putsch | Neue Zürcher Zeitung

Die Wilderer stürmten das «Fundimvelo Thula Thula»-Nashorn-Waisenheim an einem Montagabend im Februar. Sie überwältigten und missbrauchten eine Bedienstete der südafrikanischen Farm, dann hackten sie die Hörner von zwei Breitmaulnashörnern ab. Gerade einmal 18 Monate alt waren die Tiere, die an den Verletzungen starben.

Im Jahr 2016 wurden in Südafrika 1054 der mächtigen Säugetiere illegal getötet, in diesem Jahr werden voraussichtlich erstmals weniger Nashörner geboren als sterben werden. In dem Land entscheidet sich der Kampf um das Überleben der vom Aussterben bedrohten Tierart, schliesslich leben rund drei Viertel der weltweit verbliebenen Dickhäuter in Südafrika.

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Verschwörungstheorien: Mit Sachlichkeit gegen den Unsinn

Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften diskutiert in Berlin über den richtigen Umgang mit Impfgegnern, Hömöopathen und Verschwörungstheoretikern. Der wichtigste Tipp: nicht aufregen.

Von Kathrin Zinkant | Süddeutsche.de

Berlin hat bekanntlich zwei Flughäfen und wer an diesem strahlend sonnigen Sonntag vor dem Tag der Arbeit in den berühmten Himmel über der Stadt blickte, sah der Widersprüchlichkeit des menschlichen Verstandes ins Antlitz: Kondensstreifen von Flugzeugen stehen nämlich einerseits für das physikalische Phänomen der Kondensation. Wasser schlägt sich am Ruß aus den Flugzeugdüsen nieder, künstliche Wolken entstehen. Manchen Menschen ist diese Erklärung aber zu vernünftig. Sie halten die Kondensationsstreifen deshalb für Chemtrails, für Spuren einer Weltverschwörung, die die Menschheit vergiften soll.

Und weil nicht nur ein paar Verrückte an Chemtrails glauben, sondern ziemlich viele Menschen an einen ganzen Strauß solcher Theorien, haben sich weit unterhalb dieser Kondensstreifen am Wochenende die Mitglieder der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) in der Berliner Urania getroffen. Kurz nennt sich der gemeinnützige Verein „Die Skeptiker“, und man sollte sich dieses Begriffs kurz versichern: Die GWUP versammelt keineswegs Menschen, die den Klimawandel oder den Nutzen von Impfungen leugnen, also häufig Impfskeptiker oder Klimaskeptiker genannt werden. Der Duden definiert Skepsis als Bedenken, kritische Zweifel. Auch sich selbst gegenüber. Und das ist es, was Klimawandelleugnern und Impfgegnern fehlt: Der Zweifel an sich selbst.

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So gefährlich sind Heilpraktiker in Deutschland

Patienten versprechen sich von der Alternativmedizin sanfte Therapien – doch die Behandlung durch Heilpraktiker ist oft gefährlich. Der stern-Report zum Thema erschien im Heft 17/2017 vom 20.4.2017. © iStockphoto/Getty Images
Heilpraktiker genießen in Deutschland fast grenzenlose Therapiefreiheit – und brauchen keine fundierte Ausbildung. Selbst eine Serie von Todesfällen im vergangenen Sommer konnte das bislang nicht ändern. Ein stern-Report deckt erschreckende Gesetzeslücken auf.

Von Bernhard Albrecht | stern.de

Ein kleiner, beleibter Mann in langem Arztkittel öffnet die Tür. Breite Nase, volles braunes Haar, warmherziges Lächeln. „Bitte sehr, die Praxis ist im Untergeschoss.“

Wolfgang Buck [Name von der Redaktion geändert], 66 Jahre alt, Heilpraktiker, bittet zur Behandlung. Das weiße Einfamilienhaus in Franken mit dem neuen Zwölfzylinder-BMW vor der Garage scheint seinen beruflichen Erfolg zu bezeugen. Doch Buck muss sich vor Gericht verantworten. Der Vorwurf: fahrlässige Tötung.

Am Telefon haben wir uns als Paar ausgegeben. Bei meiner Frau sei Brustkrebs diagnostiziert worden. Sie reicht ihm den Fake-Befund einer Gewebeprobe, den er aufmerksam studiert. Die fiktive Geschwulst ist sehr bösartig. Aber auch so klein, dass eine Therapie nach den von Krebs-Experten entwickelten medizinischen Leitlinien 95 Prozent der Patientinnen dauerhaft heilen würde. „Meine eigenen Diagnosemethoden sind manchmal aussagekräftiger“, sagt Wolfgang Buck – und zückt eine Rute aus glänzendem Stahl mit langer, schwingender Antenne.

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Fünf SS-Forscher auf dem Dach der Welt

Peter Meier-Hüsing, „Nazis in Tibet – Das Rätsel um die SS-Expedition Ernst Schäfer“. € 25,55 / 288 Seiten. Theiss, Darmstadt 2017

Ein neues Buch rekonstruiert die nationalsozialistische Tibet-Expedition Ernst Schäfer und geht auch auf etliche Querverbindungen nach Österreich ein

Von Klaus Taschwer | derStandard.at

Vor fünf Jahren geriet die sogenannte Tibet-Expedition von Ernst Schäfer zum letzten Mal in die Medien: Forscher beschrieben 2012 in einem wissenschaftlichen Fachblatt eine ihrer Einschätzung nach uralte Buddha-Statue, die ein verkehrtes Hakenkreuz zierte und vor allem: aus dem sogenannten Chinga-Meteoriten gefertigt war. Angeblich war die mysteriöse Statue 1939 von Schäfer und seinen vier SS-Kameraden aus Tibet nach Deutschland mitgebracht worden, so die Autoren.

Wie sich nach bald nach der Veröffentlichung herausstellte, wurde der seltsam vollbärtige Buddha zwar tatsächlich aus dem seltenen Meteoritengestein herausgemeißelt. Doch alles andere dürfte eine jüngere Fälschung sein: Vor allem die Angabe eines Mittelsmanns, die Plastik von Schäfer erhalten zu haben, entsprach wohl nicht den Tatsachen. Denn im akribisch geführten Verzeichnis der Mitbringsel tauchte die Statue nicht auf.

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Eine Impf-Plicht ist falsch

Credit: Wellcome Library, London/CC BY 4.0
So unverantwortlich es auch ist, Kinder nicht vor vermeidbaren Krankheiten zu schützen – das Recht auf Selbstbestimmung ist wichtig.

Von Kim Björn Becker | Süddeutsche.de

Man kann es drehen und wenden wie man will: Viele wollen es einfach nicht lernen. Natürlich kann auch eine harmlose Impfung vereinzelt Nebenwirkungen auslösen und gesundheitliche Risiken bergen.

Doch die erwiesenen Vorteile des kleinen Nadelstichs sind zumindest bei gesunden Menschen so überwältigend groß, dass es eigentlich keine ernsthafte Debatte darüber geben sollte, ob Eltern ihre gesunden Kinder nun gegen die gängigen Krankheiten impfen lassen sollten oder nicht. Sie sollten, punkt.

Umso mehr ernüchtert es, dass trotz aller Aufklärungs- und Informationskampagnen der vergangenen Jahre noch immer viele Kinder nicht ausreichend geschützt werden. Gerade erlebt das Land einen unnötigen Ausbruch der Masern, weil zu wenige Eltern ihre Kinder impfen lassen.

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