„Esoterik, Geheimgesellschaften, ungewöhnliche Phänomene sehr in Mode“

Afrikanischer Theologe: „Wir leben im Wesentlichen in einer Zeit, die stark von Säkularisierung geprägt ist, eine Säkularisierung, die die Religion demontieren will“ – Gleichzeitig „ziehen Geheimbünde immer mehr Anhänger an“

kath.net

Päpstliche Missionwerke Fides Kara (kath.net/Fides) „Obwohl es nicht so aussieht, strebt unsere Gesellschaft nach Heiligkeit“, sagt der afrikanische Theologe Pater Donald Zagore von der Gesellschaft für Afrikamissionen zum Apostolischen Schreiben von Papst Franziskus „Gaudete et exsultate“ über den Ruf zur Heiligkeit in der heutigen Welt.

Der von der Elfenbeinküste stammende Theologe betont, dass „wir im Wesentlichen in einer Zeit leben, die stark von Säkularisierung geprägt ist. Eine Säkularisierung, die die Religion demontieren will und zu einem wahren Phänomen der Desakralisierung des Heiligen wurde. Gott ist tot! Wir schreien es laut hinaus! Die einzig akzeptablen Wahrheiten sind von nun an nur die, die der Vernunft zugänglich sind. Doch in unserer heutigen Welt wird auf der anderen Seite auch die Zunahme von Einfluss und Macht von esoterischen, paranormalen und magischen Phänomenen immer deutlicher.“

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Antisemitische Klischees und Verschwörungstheorien

Rapper Kollegah bei der Echo-VerleihungFoto: Reuters/Pool/Axel Schmidt
Über den Auschwitz-Vergleich des Rappers Kollegah ist die Empörung groß. Doch in anderen Liedtexten finden sich deutlich mehr antisemitische Bilder.

Von Leon Holly | DER TAGESSPIEGEL

Die Rapper Farid Bang und Kollegah wurden am vergangenen Donnerstag mit dem Echo für ihr Album „JBG 3“ ausgezeichnet. Eine Zeile des Albums lautet: „Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen“. Als wäre das nicht genug, erfolgte die Preisverleihung am 12. April, dem israelischen Holocaustgedenktag. Die Zeile rief daraufhin in der Öffentlichkeit laute Kritik hervor.

Das Ziel im Battlerap liegt darin, durch möglichst clevere oder krasse Vergleiche die eigene Person zu überhöhen und Gegner und die Konkurrenz lächerlich zu machen. Provokationen, Geschmacklosigkeiten und lyrische Schläge unter die Gürtellinie liegen in der Natur des Genres. Nach dieser Eigenlogik stellt der Auschwitz-Vergleich ein wirksames Mittel dar. Doch abseits des öffentlichen Fokus finden sich in anderen Liedern von Felix Blume, wie der Rapper Kollegah bürgerlich heißt, unterschwellige antisemitische Klischees und Verschwörungstheorien.

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Homöopathie: Globuli helfen nicht, wenn Kinder erkältet sind

Bild: süddeutsche.de.Symbolbild,

Wenn Kinder schniefen und husten, bekommen sie manchmal homöopathische Mittel. Doch das bringt nichts, stellt nun eine Forschergruppe fest.

Von Nina Weber | SpON

Drei bis sechs Erkältungen machen Kinder durchschnittlich pro Jahr durch, im Kindergartenalter sind es häufig noch mehr.

Husten, Schnupfen, erhöhte Temperatur: Die Atemwegsinfekte sind oft eine Geduldsprobe für die ganze Familie. Mit Medikamenten ist den vielen verschiedenen Viren, die Erkältungen auslösen, kaum beizukommen. Zwar sind viele Mittel auf dem Markt. Doch bestenfalls lindern sie die Symptome, machen die verstopfte Nase für eine Weile frei, hemmen oder erleichtern den Husten. Die Dauer der Erkältung verkürzen sie aber nicht.

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Immer mehr Internetnutzer leugnen Existenz von Australien

foto: getty/walton
Bereits seit den Anfangstagen des World Wide Web verbreiten sich Verschwörungstheorien rund um „Fake-Orte“

derStandard.at

Hunderttausende Internetnutzer haben in den vergangenen Tagen eine Theorie über den „Australien-Hoax“ gelesen. Der Kontinent soll gar nicht existieren, behaupteten seit Jahren Verschwörungstheoretiker im Netz. Eine Facebook-Userin namens Shelley Floryd hat nun „Fakten“ gesucht und ihre bizarre Recherche auf dem sozialen Netzwerk verbreitet. Sie schreibt darin, dass Australien eine Erfindung der Briten sei, die ab dem Ende des 18. Jahrhunderts behaupteten, Häftlinge dorthin zu schicken, diese aber tatsächlich exekutierten.

„Vertuschungsaktion“

Seit damals sei eine „riesige Vertuschungsaktion“ in Gang, um die Illusion von Australien weiter aufrecht zu erhalten, so Floryd. Australier seien „Schauspieler oder Bots“, Flugpiloten würden Inseln nahe Südamerika ansteuern. Das Posting hat zehntausende überwiegend wütende Kommentare gesammelt, vor allem von Australiern.

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Die Zentralsonne aus Holz für besser schmeckende Gurken

Ein Bioladen in Lienz ist der erste Zentralsonnenhändler Österreichs. Eine massive Scheibe aus Holz sorgt dafür, dass Gemüse und Obst gewaltig besser schmecken. Mit Esoterik habe das nichts zu tun, sagt der Hersteller

Christian Kreil | derStandard.at/Blogs

Das Obst und das Gemüse aus dem Bioladen in Lienz schmeckt jetzt „um 60 Prozent besser“. Das ist in einer Ausgabe des „Osttiroler Boten“ im März zu lesen. Wir wissen zwar nicht, wie man Verbesserungen im Geschmack in Prozenten misst, aber eines ist fix: Es ist die Kraft der Sonne, die unserem Biozeugs das gewisse Plus verleiht. Die Sonne ist eine Scheibe aus Eiche oder Nuss, hat Rillen und misst 42 Zentimeter im Durchmesser. Auf den ersten Blick erinnert sie ein wenig an ein Jausenbrett, auf dem man in der Stube unter dem Herrgottswinkel mit einem scharfen Feitel Speck aus dem Villgratental schneiden möchte. Die Holzsonne ruht senkrecht auf einer hölzernen Säule. Das sei wichtig für die Erdung, sagt der Hersteller. Das heißt: Bei der Jause ist das Stück so nicht zu gebrauchen.

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Wait For It…The First ‚April 23rd Doomsday‘ Was Predicted in 1843

The latest doomsday prediction points to April 23, 2018, as the end. But it’s totally bogus. Credit: iStock/Getty Images Plus
Call it the recycled doomsday: A new prediction for the end of the world sets the apocalypse date as Monday, April 23, based on a mishmash of old numerology, re-readings of the biblical Book of Revelation and rehashed conspiracy theories about a rogue „Planet X.“

By Stephanie Pappas | SPACE.com

Even the calendar date of the prediction, April 23, hearkens back to one of the most famous failed apocalypse predictors of all time, William Miller. A Baptist preacher whose followers would eventually form the Seventh-day Adventist Church, Miller predicted multiple doomsday dates in the mid-1800s, including one on April 23, 1843. He was most famous for a later prediction of Oct. 22, 1844, a date that would live on in infamy as „The Great Disappointment“ when Jesus Christ did not appear to kick off the end of the world. [End of the World? Top 10 Doomsday Threats]

The latest doomsday predictor with a slippery grasp on dates is David Meade, who previously claimed that a rare alignment of stars on Sept. 23, 2017, heralded the end. Meade said that the star alignment would precede the passage by Earth of a rogue planet called Planet X, which would cause all sorts of geological trials and tribulations, culminating in the eventual return of Jesus per the Book of Revelation.

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No, the Rapture Isn’t Coming on April 23 Because of Nibiru (Which Doesn’t Exist)

Artist’s conception of the fictional rogue planet Nibiru, or Planet X. Nibiru does not exist, so don’t be fooled. Credit: gilderm | sxc.hu
Here we go again: Fresh reports claim that the end of the world is nigh. Forgetting that we were all a little burned out by the 2012 end-of-Maya-calendar debacle, outlets such as the Daily Express are claiming that the Rapture — the end-time event when Christians are said to ascend to heaven at the second coming of Christ — is coming April 23 and we should get ready for it.

By Elizabeth Howell | SPACE.com

In case you were inclined to jump on the Armageddon bandwagon, know this: The reports are bogus, and the celestial bodies aren’t even in the predicted position for this supposed doomsday to occur!

According to the Daily Express‘ claims, the position of the planets on April 23, 2018, echoes language in the Bible from Revelation 12:1-2. The New International Version of that passage (according to BibleGateway.com) says, „A great sign appeared in heaven: a woman clothed with the sun, with the moon under her feet and a crown of twelve stars on her head. She was pregnant, and cried out in pain as she was about to give birth.“

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Der schwierige Ausstieg aus dem Sekten-Gefängnis

Bhagwan-Anhänger lauschen den Worten ihres Gurus. Bild: keystone
Nach dem ersten Höhenflug folgt die Skepsis – und später die kritische Auseinandersetzung. Sektenaussteiger machen oft ähnliche Entwicklungen durch. Nicht selten ist jedoch auch der Ausstieg kein endgültiger Ausweg.

Hugo Stamm | watson.ch/blogs

Mitglieder von strenggläubigen Gruppen fallen aus allen Wolken, wenn ihre Gemeinschaft als Sekte eingestuft wird: «Ich, ein Sektenanhänger? Das ist völlig absurd», antworten sie aus tiefster Überzeugung. «Sekten sind alle anderen Bewegungen, aber doch nicht wir!»

Zur religiösen oder ideologischen Überzeugung – «wir sind auserwählt und vertreten den einzig wahren Glauben» – kommt die gefühlsmässige Konditionierung. Frisch rekrutierte Gläubige erleben in der Regel ein überwältigendes emotionales Schaumbad, oft eine wahre Euphorie.

Die vermeintliche Gewissheit, die religiöse Wahrheit und die auserwählte Gemeinschaft gefunden zu haben, lassen die Gefühlswelt explodieren. Alle Sorgen und Nöte fallen von den Missionierten ab, die rosige Zukunft schillert in den schönsten Farben und ist auf alle Ewigkeit gesichert, glauben sie. Die Glücksgefühle sind mit dem Zustand des Verliebtseins zu vergleichen.

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„Reichsbürger“ verübten mehr als 10.500 Straftaten

Homepage der „Exilregierung“ / friedensvertrag.info/ Themenbild
Die „Reichsbürger“-Szene bereitet den Sicherheitsbehörden Sorgen. In einem vertraulichen Papier listen BKA und Verfassungsschutz Tausende Straftaten auf – und warnen vor tödlicher Gewalt.

SpON

Behörden und Politiker sind besorgt über die Gewaltbereitschaft unter „Reichsbürgern“. Das Bundeskriminalamt (BKA) und der Verfassungsschutz zählten in einem vertraulichen Lagebild, das dem SPIEGEL vorliegt, von 2015 bis Mitte 2017 mehr als 10.500 Straftaten durch „Reichsbürger“.

Allein im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres registrierte die Polizei 59 Gewaltdelikte sowie 139 Nötigungen und Bedrohungen. Teile der Szene sind laut der Analyse bereit, „ihre Ideologie im Sinne eines Selbstschutzes unter Gewaltanwendung zu verteidigen“ und nähmen dabei auch Tote in Kauf.

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Angela Merkel erhält „Lampe des Friedens“ aus Assisi

Der Dalai Lama hat ihn ebenso bekommen wie Mutter Teresa oder die Päpste Benedikt XVI. und Franziskus. Jetzt zeichnen die Franziskaner von Assisi auch Kanzlerin Angela Merkel aus.

katholisch.de

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erhält am 12. Mai in Assisi vom dortigen Franziskanerorden die „Lampe des Friedens“. Damit würdige der Orden „ihr Versöhnungswerk für ein friedliches Zusammenleben der Völker“, begründete Mauro Gambetti, Kustos des Franziskaner-Konvents in Assisi, am Donnerstag in Rom die Entscheidung des Ordens. Mit der Überreichung der Lampe ist zudem der Titel „Weltfriedensbotschafterin“ verbunden. Zu der Feier in Assisi wird auch Kolumbiens Staatspräsident Juan Manuel Santos erwartet; er erhielt die „Lampe des Friedens“ Ende 2016.

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Esoterik: Geschäfte mit der Kinderpsyche

foto: getty images/istockphoto/esemelwe Globuli für alles und gegen jedes: Die Zuckerkügelchen gelten als Allheilmittel gegen Allerweltszipperlein wie gegen schwere Erkrankungen.
Bach-Blüten, Gehirnknöpfe, Pendel und Globuli: Besonders Kinder leiden unter der Homöopathie-Gläubigkeit ihrer Eltern, die eher an sogenannte alternative Heilmethoden als an wissenschaftlich abgesicherte Medizin glauben wollen

Heinz Zangerle | derStandard.at

Der Esoterik-Boom hat längst auch die Kinder erfasst. Ob Konzentrationsprobleme, Fehler im Diktat, Bettnässen oder Hyperaktivität – dem Zeitgeist entsprechend sind schnelle Lösungen gefragt: die Bach-Blüte, das Biosäftchen, Hirngymnastik. Vielleicht macht’s gar der Pendler wieder gut. Die kindliche Psyche ist ein Tummelplatz „alternativer“ Methoden geworden, an denen wenig alternativ und vieles Schnee von gestern ist. Und die Fachkollegen schauen weg.

Überzogene Versprechungen bewerben ein verwirrendes Sammelsurium an Therapien für Kinder mit Lern- und Verhaltensproblemen. („Jenseitskontakte, Heilsteine und rechte Wälzer“, im STANDARD). Besorgte Eltern hoffen auf die okkult-esoterischen Wirkungen auf die Kinderpsyche. In der psychologischen Praxis erfährt man es fast täglich: Eine Mutter berichtet, wie sie nach stundenlangem Üben ihrem Sohn Bach’sche Notfalltropfen neben das Bett stellt. Sie ist überzeugt, dass deren „feinstoffliche“ Wirkung ein weiteres Diktat-Waterloo abwenden wird.

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Ist die Erde flach?

Die flache Erde als Scheibe, umgeben von einer Eismauer der Antarktis. Bild: public domain
Eine Umfrage unter Amerikanern ergab, dass die 18-24-Jährigen am ehesten Flat Earther sind oder an der Vorstellung einer runden Erde zu zweifeln scheinen

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Kürzlich wurde der Bewegung der „Flat Earther“, also denjenigen, die gegen den Mainstream glauben, die Erde sei nicht rund, sondern flach, wieder einmal Aufmerksamkeit zuteil. Der US-Amerikaner und Limousinenfahrer Mike Hughes bzw. „Mad Mike“, der angeblich beweisen will, dass die Erde flach ist, hatte sich am 24. März mit einer selbst gebauten Rakete etwas mehr als einen halben Kilometer in die Luft geschossen und kam dieses Mal auch heil, d.h. leicht verletzt, wieder herunter.

Rätselhaft bleibt, wie es „Mad Mike“, geb. 1956, wenn er nicht sowieso nur Aufmerksamkeit erzielen will, erreichen könnte, aus eigener Anschauung zu beweisen, dass die Erde nicht rund ist. Eigentlich bräuchte der Teufelskerl (daredevil), wie er sich auch selbst nennt, ja nur auf die Spitze eines Wolkenkratzers ganz ungefährlich mit einem Aufzug fahren, dann würde er aus derselben Höhe wie mit seiner Rakete auf die Welt schauen, auch wenn es dann nicht in der Mojave-Wüste wäre. Noch einfacher wäre, wenn er sich in ein Flugzeug setzen würde. Eine Weltraumfahrt oder ein Besuch der Internationalen Weltraumstation wäre freilich auch hilfreich, wenn man schon den Bildern nicht glaubt. Aber er will ja selbst mit einer selbstgebauten Rakete in den Weltraum fliegen, um von dort aus ein Bild von der gesamten flachen Erde zu machen.

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Papst: Augen-Verdrehen in Ekstase macht nicht heilig – w00t

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Heilige sind moralische Supermenschen, die regelmäßig göttliche Eingebungen haben. Sie sind zumeist Priester oder Ordensleute und müssen vom Vatikan amtlich beglaubigt werden. Mit solchen Vorurteilen räumt der Papst in seinem neuen Schreiben „Gaudete et exultate“ gründlich auf.

katholisch.de

Papst Franziskus ruft Christen dazu auf, Heilige im Alltag zu sein. In einem am Montag veröffentlichten 48-seitigen Schreiben wirbt er für eine „Heiligkeit der Mittelschicht“. Jeder könne mit Gottes Hilfe heilig sein; ob Priester oder Arbeiter, Eltern oder Eheleute, Ordensleute oder Politiker. Zugleich wendet er sich gegen gängige Klischees und Zerrbilder von Heiligkeit. Heilig sein bedeute nicht, „in einer vermeintlichen Ekstase die Augen zu verdrehen“, so Franziskus. Maßstab müsse vielmehr das Jesus-Wort sein „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“.

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Esoterik zwischen Kräuterbauer und Rechtsaußen

Bei der Esoterikmesse in der Wiener Stadthalle präsentiert sich die Szene als heterogene Mischung aus alternativer Medizin und Lebensberatung. Aber auch Andockflächen für das verschwörungstheoretische Milieu werden geboten.

Vanessa Gaigg, Michael Luger | derStandard.at

„Ich bin ein Medium“, sagt Maria Elisabeth. „Jeder Mensch kann eines sein, wenn er möchte.“ Ungefähr neunzig Zuhörer sind gekommen, um den Vortrag von Maria Elisabeth auf der Esoterikmesse in der Wiener Stadthalle zu hören. Die Besucher sitzen im größten der vier Vortragssäle in mehreren Reihen hintereinander. Der Andrang ist groß. Manche lehnen an der Wand, weil keine Plätze mehr frei waren. Im Programm angekündigt wurden Jenseitskontakte inklusive Durchsagen der Verstorbenen.

Medium Maria Elisabeth hat die Augen geschlossen. Trotzdem sieht sie jemanden: eine Frau, zwischen 60 und 65 Jahre alt, mit grauen Haaren, sagt sie. „Sie steht ungefähr hier.“ Elisabeth deutet auf die vordere rechte Hälfte des Publikums. Die Leute recken die Köpfe, um gut sehen zu können. Manche müssen sich das Lachen verkneifen. Andere warten gespannt, was als nächstes passieren wird.

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Mehrere Razzien in deutscher «Reichsbürger»-Szene

Homepage der „Exilregierung“ / friedensvertrag.info/ Themenbild
«Reichsbürger» erkennen die Bundesrepublik Deutschland nicht als Staat an. Viele Akteure sind laut Verfassungsschützern auch in der rechtsextremen Szene aktiv. Nun besteht der Verdacht auf Bildung einer neuen rechten Terrorgruppe.

Neue Zürcher Zeitung

Die Bundesanwaltschaft hat wegen des Verdachts auf Bildung einer neuen rechten Terrorgruppe in drei Bundesländern Razzien in der «Reichsbürgerszene» vorgenommen. Niemand sei bisher festgenommen worden, teilte die Behörde am Sonntag in Karlsruhe mit. Die Ermittler vermuten, dass die beschuldigten sieben Männer und eine Frau für ihre Ziele auch töten würden. Unter anderem seien die Wohnungen der acht Beschuldigten sowie weiterer nicht tatverdächtiger Personen in Berlin, Brandenburg und Thüringen durchsucht worden. Die Aktionen hätten nichts mit der Amokfahrt in Münster zu tun.

Nach ersten Erkenntnissen gehören die Verdächtigen der sogenannten Reichsbürgerszene an. «Reichsbürger» erkennen die Bundesrepublik Deutschland nicht als Staat an. Sie behaupten stattdessen, das Deutsche Reich (wahlweise das Kaiserreich oder das Dritte Reich) bestehe bis heute fort.

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Wenn der Lügendetektor lügt

Vor Gericht gelten Lügendetektoren als unbrauchbar, trotzdem kommen sie hin und wieder zum Einsatz – selbst in Deutschland. Das ist nicht nur rechtlich, sondern auch wissenschaftlich heikel.

Von Jana Hauschild | SpON

Sofern die Beweise zu wenig hergeben, der Verdächtige schweigt oder Aussage gegen Aussage steht, kommt in Film und Fernsehen oft der große Auftritt für den Lügendetektor. Er soll den endgültigen Hinweis liefern – für Schuld oder Unschuld.

So beliebt wie das Gerät bei Regisseuren ist, so umstritten ist der sogenannte Polygraf bei Wissenschaftlern. Und doch wird er in der Realität eingesetzt. In den USA nutzen Firmen den Apparat bei Bewerbungsgesprächen, Kriminalkommissare drängen Verdächtige seit jeher gern mal zu einem Test.

Ermittler aus Belgien und Finnland machen es ihnen längst nach. Auch Briten und Niederländer versuchen mit regelmäßigen Detektorbefragungen, Sexualstraftäter besser zu kontrollieren. Selbst in Deutschland kommt der Lügendetektor im Gerichtssaal zum Einsatz.

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Im Bann der Aura: Ein Selbstversuch in Esoterik

illustration: getty images/istockphoto/benjavisa Inmitten unserer nüchtern-rationalen Realität eröffnet ein Streifzug faszinierende Einblicke in die Parallelwelt der Esoterik.
Wenn Energetiker Krankenhäuser vor schlechten Einflüssen schützen, dann müssen sie doch auch bei Kreuzschmerzen und Liebeskummer helfen können? Ein Streifzug

Manfred Rebhandl | derStandard.at

Zwar hatte mir Österreichs bekannteste → Astrologin zu Beginn des Jahres eine Zukunft in Aussicht gestellt, in der ich abheben würde wie eine Rakete von Elon Musk. Aber während der ersten drei Monate des Jahres hatte ich zweimal die Grippe, und auch sonst hing ich ganz schön in den Seilen: Noch immer hatte ich mir kein Eigentum aufgebaut, wie es die neue Regierung ja eigentlich vorschreibt; der lichtlose Winter drückte auf meine Stimmung und ließ mich oft länger im Bett bleiben, als es meinem Kreislauf guttat; und dann war da noch die Sache mit der wunderschönen Lady, die ich verbockt hatte, weil ich wieder einmal „keine Beziehung“ wollte, obwohl durchaus „common ground“ vorhanden war.

Liegt das nur an meiner eigenen Blödheit, fragte ich mich endlich, als mich die Schmerzen im Kreuz auch noch ereilten. Oder spielen da andere Faktoren auch eine Rolle, auf die ich mich zur Not ausreden könnte: Schlechte Karten vielleicht, die mich das Bummerl haben ließen? Oder am Ende gar das ganze Universum, das sich gegen mich gestellt hatte, weil es von oben (oder unten?) betrachtet so lustig ausschaut, wenn ich leide?

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Feinstoffliches hat immer Saison

Bild: svz.de

Österreich ereilte in den vergangenen Jahren ein regelrechter Esoterikboom – einen Grund sehen Experten im Rückzug der Religion. Aber auch international wird das Thema heiß diskutiert

Bianca Blei, Oona Kroisleitner | derStandard.at

Wiens bekannteste Pferde können nicht einfach irgendein Wasser trinken. Die Lipizzaner der Spanischen Hofreitschule erhalten seit 2000 Granderwasser. Seit es in jedem Stall eine Tränke mit dem „belebten“ Wasser gibt, würden die weißen Pferde mehr trinken und ihre Leistung habe sich „spürbar verbessert“, erklärt Oberstallmeister Johannes Hamminger auf der Grander-Website.

Aber nicht nur unsere Top-Tiere trinken Granderwasser. Auch Landeskliniken und Schulen setzen auf das Wasser, das angeblich Informationen speichert und „Wunder“ wirkt. Im Spital Steyr oder im Landesklinikum Deutschlandsberg fließt es durch die Leitungen. In der HLF Krems und in der HTL Eisenerz trinken die Schüler aus einem Brunnen davon.

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Steyrer Spital dreht „Granderwasser“ Hahn ab

Bild: Shutterstock
Der Esoterik-Skandal von Wien, wo das Krankenhaus Nord um 95.000 Euro „energetisch gereinigt“ worden ist, schwappt nun auch auf Oberösterreich über: Im Steyrer Spital wurde das „Granderwasser“ abgedreht. Bis vor Kurzem hatte man noch im Internet extra auf das belebte Wasser im Krankenhaus hingewiesen.

Kronen Zeitung

„Die Anlage ist vor etwa 20 Jahren eingebaut worden, und seither wurde nichts mehr investiert“, erklärt die Steyrer Spitalssprecherin Christine Dörfel auf „Krone“-Anfrage. Es seien auch nie mehr als fünf Prozent des Trinkwassers „belebt“ worden. Jetzt, im Zuge des Esoterik-Skandals im Wiener Krankenhaus Nord, hat man sich von der Anlage verabschiedet.

Wasserspender bleiben erhalten
Von den Brunnen in den Wartebereichen, aus denen „Granderwasser“ sprudelte, wurden die Hinweise darauf abmontiert. „Die Brunnen bleiben aber erhalten“, sagt Christine Dörfel. Ab sofort gibt’s hier nur noch normales Leitungswasser, das nicht mit der umstrittenen „Grander“-Technologie aufbereitet worden ist.

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Russische Mutter hält Aids für einen „Mythos“ – nun ist ihr HIV-positives Baby tot

Ein Aids-Test (Symbolbild). Die Mutter des kleinen Babys in Russland verweigerte die Behandlung für ihr Kind. © Sajjad Hussain AFP
Vor fünf Jahren bekam eine russische Frau die Diagnose HIV-positiv, auch ihr Baby trug das Virus. Doch weil sie Aids für eine Erfindung des Westens hält, ließ sie ihr Baby nicht behandeln. Nun ist es gestorben.

stern.de

Nach dem Tod eines HIV-positiven Babys in Russland haben die Behörden Ermittlungen gegen die Mutter wegen Totschlags aufgenommen. Wie die Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte, hatte die Frau eine medizinische Behandlung ihres Säuglings abgelehnt, weil sie Aids für einen „Mythos“ hielt. Das kleine Mädchen sei schließlich im Februar im Alter von fünf Monaten an einer Lungenkrankheit im Folge von Aids gestorben.

Nach Angaben der Ermittler war bei der Frau aus dem sibirischen Irkutsk vor fünf Jahren das HI- Virus diagnostiziert worden. Auch für sich selbst habe sie eine Behandlung abgelehnt, weil sie die Immunschwächekrankheit für eine Erfindung halte.

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