Archiv der Kategorie: Esoterik

Das Paläo-Steak bitte blutig

Schweinsbraten mit Erdäpfelknödel – Foto: Kurier
Es ist modern geworden, sich Sorgen über gesunde Ernährung zu machen. Aber manchmal sind Sorgen ungesünder als Fast-Food.

Von Florian Aigner|futurezone.at

Es scheint eine Altersfrage zu sein. Als Studenten im ersten Semester hielten wir Tiefkühlpizza für ein wertvolles Grundnahrungsmittel und Büffelgrasvodka für ein Vitamingetränk. Irgendwann entwickelt man sich weiter. Doch man kann es auch übertreiben und sich in einem Gesundheitswahn verfangen, der nicht mehr gesund ist.

In urbanen, gebildeten Bevölkerungskreisen gehört es heute fast zum guten Ton, sich Sorgen über die Ernährung zu machen. Der eine bemüht sich gerade, Industriegifte im Körper mit Detox-Smoothies loszuwerden, die andere verbringt ihre Freizeit damit, panische Angst vor Mono- und Diglyceriden zu entwickeln. Die junge Familie mit dem Kind lebt jetzt lactose- und glutenfrei, nicht weil irgendwelche langweiligen wissenschaftlichen Tests auf eine Unverträglichkeit hingewiesen hätten, sondern weil der Großstadtschamane des Vertrauens das so ausgependelt hat.

Wenn moderne Menschen ihre Ernährungsprobleme vergleichen wie Philatelisten ihre Briefmarkensammlung, dann fühlt man sich als einigermaßen beschwerdefreier Allesfresser schon fast als Außenseiter. Ich kann bloß versuchen, mit Berichten über meine Pollenallergie Mitleidspunkte zu sammeln. Es misslingt: „Siehst du, das kommt, weil du so viel Chemie isst“, sagt man mir mit strengem Ton. Ich schäme mich, verstecke mich am Klo und löffle aus Frust heimlich ein halbes Glas industriegefertigte Billigmajonäse.

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“Esoterisches Wasser wird zum Lifestyleprodukt”

Viel schmucker als jeder Wasserfilter: Die Wasserweihe von Boris Michailowitsch Kustodijew (1921).
Obwohl der Sinn von Versuchen, im eigenen Haushalt die Qualität des heimischen Leitungswassers zu verbessern wissenschaftlich umstritten ist, verzeichnet die Esoterik-Branche auch in diesem Bereich Rekord-Umsätze. Warum eigentlich? Ein Gespräch mit dem Diplom-Chemiker Helge Bergmann, Autor des Buches Trübes Wassser.

Von Reinhard Jellen|TELEPOLIS

Herr Bergmann, Sie haben in Ihrem Buch rechts- und linksdrehende Wasser, Edelsteinwasser, magnetisiertes Wasser etcetera untersucht. Wie verhält sich die Realität mit der unterstellten Wirkung?

Helge Bergmann: Ein typisches Merkmal für esoterisches Wasser sind die vielen zweifelhaften Informationen. Sie werden aufgestellt, um Herstellung, Eigenschaften und Wirkung der Wässer zu beschreiben. Diese Informationen können alles enthalten: Richtige und falsche Behauptungen, Wissenschaft und Scheinwissenschaft, Irreführung, Täuschung bis hin zur Werbelüge. Der Übergang ist oft fließend und nicht erkennbar.

Was ist für diese Art Wasser charakteristisch?

Helge Bergmann: Es werden zu diesen Behauptungen praktisch keine stichhaltigen Nachweise geliefert. Die Herstellung ist unklar oder nach den Naturgesetzen gar nicht möglich, die Wirkung nicht durch Untersuchungen belegt. Der größte Teil der Werbung enthält gesundheitsbezogene Versprechen. Egal, ob belebtes, energetisiertes, informiertes oder ähnliches Wasser: Es soll getrunken werden, um angeblich die Gesundheit zu fördern. Realität ist: Keine dieser angeblich heilsamen Wirkungen wurde jemals von den Anbietern stichhaltig nachgewiesen.

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Säurenheiliger Pio bewegt die Massen

In langen Schlangen warten die Menschen auf eine „Begegnung“ mit dem Wunderheiler. Foto: dpa
Rom kennt derzeit nur ein Thema: Padre Pio. Noch bis Aschermittwoch ist der Leichnam des italienischen Heiligen im Petersdom zu sehen. Das beschert Rom im Heiligen Jahr endlich Besucherströme.

Von Regina Kerner|Frankfurter Rundschau

Bisher war das von Papst Franziskus ausgerufene Heilige Jahr eher ein Flop, jedenfalls was die Zahl der Pilger und Rom-Touristen angeht. Der Andrang ist längst nicht so groß wie erwartet, die Hoteliers klagen über Absagen, viele Gäste hätten Angst vor Anschlägen, heißt es. Aber – Padre Pio hilf! – jetzt sorgt der konservierte Leichnam des populärsten Heiligen Italiens für vorübergehenden Aufschwung. Acht Tage lang, noch bis Aschermittwoch, wird er in Rom ausgestellt und mehr als 70 000 seiner Verehrer wollen ihn sehen.

Der Schrein mit dem aufgebahrten Wunderheiler, Weissager und Beichtvater für die Massen war am Mittwoch aus dem süditalienischen Wallfahrtsort San Giovanni Rotondo nach Rom geschafft worden. Polizeieskorten flankierten ihn, sogar eine Flugverbotszone wurde während des 500 Kilometer weiten Überland-Transports eingerichtet. Auch Italiens Hauptstadt hat aufgerüstet für die Reliquien-Show. Etwa tausend Sicherheitskräfte sind im Einsatz, die Pilgerschlangen müssen Metalldetektoren durchschreiten, Anti-Terroreinheiten durchsuchten die Kanalisation rund um die Prozessionsroute auf Sprengsätze, ganze Straßenzüge sind gesperrt. Ein Aufwand wie bei einem Staatsbesuch.

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Warum das Internet voll von Verschwörungstheorien ist

In sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter verbreiten sich Verschwörungstheorien besonders leicht. (Foto: REUTERS)
Steckt die CIA hinter 9/11? Haben Flüchtlinge ein Mädchen vergewaltigt? Solche Gerüchte halten sich hartnäckig – weil es im Internet so leicht fällt, sie zu glauben.

Von Sebastian Herrmann|Süddeutsche.de

In der Flüchtlingsdebatte schwirren gewaltig viele wilde Gerüchte durch die Gegend. Die erfundenen Geschichten handeln von demolierten Supermärkten, von einem Schweige- und Vertuschungsgebot für die Medien oder wirklich ganz wilden Geschichten, die besser nicht wiederholt werden sollen.

Bei vielen dieser Räuberpistolen fragt man sich: Warum glauben Menschen so etwas? Und weshalb sind zum Beispiel deprimierend viele überzeugt, dass die Nasa die Mondlandung nur inszeniert habe, die CIA hinter den Anschlägen vom 11. September stecke oder ein Pharmakomplott das gerade in Südamerika grassierenden Zika-Virus steuere?

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Homöopathiekritiker starten Informations-Netzwerk

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Bild: DAZ.de
Eine Initiative will in den nächsten Monaten ein Homöopathie-Netzwerk gründen und eine Informationskampagne starten, um kritische Einordnungen der Homöopathie zu bündeln. Geleitet wird es von der ehemaligen Alternativmedizinerin Natalie Grams. Sie will auch den Begriff „Pseudomedizin“ prägen – und sich für eine Änderung des Arzneimittelgesetzes einsetzen.

Von Hinnerk Feldwisch-Drentrup|DAZ.de

Als eine Gruppe von gut 30 Homöopathiekritikern am Sonntag zur Pressekonferenz nach Freiburg geladen hat, warteten auf die Journalisten weder Kulis, Imagebroschüren noch ein Buffet – sondern eine Packung  „Dubium C30 – enthält nur Zucker, kein Arzneimittel“. Bernd Harder, Pressesprecher der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP), zerstreute mögliche Hoffnungen auf Geschenke direkt und nutzte die Gelegenheit, auf das rein ehrenamtliche und pharmafreie Engagement hinzuweisen. Zwei Tage lang hatten sich Interessierte zuvor getroffen, um eine Strategie zum Umgang mit Globuli und Co zu entwickeln. Da die Alternativmedizin laut Harder bisher weitestgehend unbeobachtet vor sich hin arbeite, will die Gruppe der Homöopathiekritiker Widersprüche und leere Versprechen öffentlich machen. Und – als ein Ergebnis des Treffens – zukünftig nur noch von Pseudomedizin sprechen.

„Wir wissen natürlich ganz genau, dass auch in der evidenzbasierten Medizin und in unserem Gesundheitssystem vieles im Argen liegt“, sagte er, „aber das macht Homöopathie nicht wirksamer“. Die Alternative könne nur bessere Medizin sein, keine Pseudomedizin. Die Gruppe will nun Informationen für Patienten aufbereiten, damit jeder die Möglichkeit hat, sich aufgeklärt selbst zu entscheiden. Und es soll ein Homöopathie-Netzwerk gegründet werden, welches die Aktivitäten koordiniert.

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Ski-Esoterik in Tirol: Snoki und der aktivierte Wohlfühlschnee

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Er sieht aus wie eine Kreuzung aus Zauberer und Schneemann und versprüht “aktivierten Schnee”: Snoki. Das Maskottchen im KinderKaiserland in Scheffau in Tirol will wohl gesundheitsbewusste zweijährige Ski-Esoteriker ansprechen.

Von Katharina Kestler|BR.de

Wie kriegt man im Jahr 2016 den Skinachwuchs in seine Skischule? Mit einem anständigen Kinderland natürlich! Wenn die Piste dann Geisterbahn heißt, ein als grüner Drache verkleideter Motorschlitten rumcruist und witzige Maskottchen singen und tanzen, dann feiern das die Kleinen.

Schneemann, Zauberer, Yeti

Der ernährungs- und fitnessbewusste, leicht esoterisch angehauchte zweijährige Skizwerg feiert wohl auch Snoki. Snoki lebt im KinderKaiserland in Scheffau in Tirol und ist eine bahnbrechende Innovation. Er sieht aus wie eine Kreuzung aus Schneemann, Zauberer und Yeti. Snoki versprüht Schnee – und zwar: Schnee aus aktiviertem Wasser.

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Die Grasnonnen des San Joaquin Valley

Foto von der Instagram-Seite der Sisters of the Valley
Vergangenen Oktober hat der kalifornische Gouverneur Jerry Brown den Medical Marijuana Regulation and Safety Act unterzeichnet, der es Lokalregierungen vorschreibt, bis 1. März 2016 ihre eigenen Marihuana-Gesetze einzuführen oder die Autorität an die Bundesstaatsregierung abzugeben. In Reaktion darauf haben sich 19 Städte in dem US-Staat beeilt, Cannabis-Apotheken zu verbieten, bevor die Frist abläuft, und es gibt noch weitere Städte, die Verbote oder Einschränkungen in Erwägung ziehen.

Von Madeleine Thomas|VICE.com

Eine solche Stadt ist Merced im San Joaquin Valley in Nordkalifornien. Dort haben die Stadträte am 19. Januar für ein Moratorium gestimmt, das den Anbau von medizinischem Marihuana verbietet, bis die Stadt sich endlich entschieden hat, wie sie mit dem Thema umgehen soll.

Im Vorfeld der Stadtratswahl waren die sichtbarsten Gegnerinnen des Verbots die Sisters of the Valley, ein Gespann von selbsternannten „New-Age-Nonnen”, die in der Garage von Sister Kate, der älteren Schwester und Gründerin der Gruppe, medizinisches Marihuana anbauen. Die Sisters konzentrieren sich darauf, Cannabis-Sorten anzubauen, die viel von dem nicht-psychoaktiven Cannabinoid CBD enthalten, und verkaufen medizinische Salben, Tinkturen und andere Waren über Etsy.

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Japan: Bei Geburt shintoistisch, beim Tod buddhistisch

Am Meiji-Schrein in Tokio wird am 1. Januar für ein gutes neues Jahr gebetet. (Bild: Reuters)
Die Mehrheit der Japaner bezeichnet sich als nichtreligiös, weil sie in keiner Religionsgemeinschaft aktiv ist. Doch religiöse Handlungen durchziehen den Alltag.

Von Patrick Zoll|Neue Zürcher Zeitung

Jedes Mal, wenn der Mönch ein Holztäfelchen auf das Feuer legt, flackern die Flammen auf. Damit lösen sich Sünden in Rauch auf. Es ist ein tägliches Ritual: Einer der Mönche des Rengejo-in-Tempels auf Koya-san verbrennt jeweils Abends die Holztäfelchen, die Pilger während des Tages beschriftet haben. Darauf stehen die Sünden, für welche die Gläubigen um Vergebung bitten. Aber auch Wünsche, etwa das gute Abschneiden in einer bevorstehenden Prüfung oder dass sich bald der Traumpartner findet.

Was heisst religiös?

Koya-san, rund 150 Kilometer südlich von Kyoto gelegen, ist der wichtigste Ort des esoterischen Buddhismus in Japan. Der Mönch Kukai brachte diesen im 9. Jahrhundert aus China nach Japan. Er gründete hier die Shingon-Sekte. Ryusho Soeda, der Abt des Kongobuji-Tempels, legt viel Wert darauf, dass Besucher die Geschichte Kukais kennenlernen.

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Russland: Orthodoxe Priester sehen Eisbaden kritisch

Eisbaden in Moskau – AFP
In der russisch-orthodoxen Kirche wächst der Unmut über den Brauch des sogenannten Eisbadens. Zum Epiphaniefest, das die orthodoxe Kirche am 19. Januar begeht, springen Gläubige in zuvor in Seen und Flüsse gehackte Löcher mit Eiswasser, um sich symbolisch von ihren Sünden reinzuwaschen.

Radio Vatikan

Der Brauch nähere „die Menschen nicht der Kirche an“ und sei „bloß eine Manifestation der Neigung zum Extremen“, kritisierte der Moskauer Erzpriester Aleksei Uminsky gegenüber dem Mediennetzwerk „Russland heute“. „In unserem russischen Blut zirkuliert eine Lust, neue Empfindungen auszuprobieren“, wird der Geistliche wiedergegeben. Leider habe sich die Mode des Eisbadens derart verbreitet, dass manch einer meine, es sei verpflichtend. „Viele Leute kommen regelmäßig, um unterzutauchen, aber keiner von ihnen geht nachher in die Kirche“, beanstandete Uminsky.

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Buddha im Körper: Toter Mönch soll in Gold gefasst werden

© Reuters Der Leichnam des Mönchs Fu Hou ist nach drei Jahren in einem Tongefäß kaum verwest.
Buddhistische Mönche feiern in China ein kleines Wunder – einem ihrer verstorbenen Meister soll eine große Ehre zu Teil werden.

Von Petra Kolonko|Frankfurter Allgemeine

Mönche im Puzhao-Tempel von Jinjiang in der chinesischen Provinz Fujian feiern unlängst ein kleines Wunder. Als sie zu Beginn des Jahres ein großes Tongefäß öffneten, in dem der Leichnam des von ihnen verehrten Meisters Fu Hou vor drei Jahren beigesetzt worden war, zeigte sich, dass der Leichnam des Mönchs nicht verwest war.

Fotos aus dem Tempel zeigen eine gebeugt sitzende Gestalt mit Knochen, die von dunkler Haut überzogen sind. Für die buddhistischen Mönche ist die gute Konservierung des bislang nicht mumifizierten Leichnams ein Beweis dafür, dass der Meister Fu Hou eine hohe Kultivierungsstufe im Buddhismus erreicht hatte. Zum Zeichen der Ehrerbietung soll sein gut erhaltener Leichnam in einem Monat in Gold eingefasst werden. Er wird dann als ein „Buddha im menschlichen Körper“ im Tempel aufbewahrt und von Gläubigen verehrt werden.

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Exorzist Amorth: Gott wird seine Existenz kraftvoll zeigen

Scrshot brightsblog
Scrshot brightsblog
Die Prophezeiungen von Fatima deuten angesichts aktueller Entwicklungen darauf hin, dass sich Gott den Menschen bald zeigen wird, sagt Gabriele Amorth.

kath.net

Gott wird die Menschen der Gegenwart deutlich an seine Präsenz erinnern. Es könnte bald soweit sein. Davon ist der bekannte Exorzist Gabriele Amorth (90) überzeugt. In einem Exklusivinterview mit LifeSiteNews über die Erscheinungen in Fatima erinnert er an die Prophezeiungen der Gottesmutter.
Wenn die Menschheit sich nicht bekehre, werde es viele Märtyrer geben, habe Maria gewarnt. Heute gebe es mehr Märtyrer als in den ersten Jahrhunderten der Christenheit. Man dürfe aber den zweiten Teil der Prophezeiung nicht vergessen: “Am Ende wird mein unbeflecktes Herz triumphieren.” Der Papst werde Russland Maria weihen, das sich bekehren werde. Die Welt werde eine Phase des Friedens erleben, zitiert Amorth die Voraussage von Fatima.

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Buddhismus an der Schule: Meditation im Klassenzimmer

Auch in der westlichen Welt fühlen sich viele Menschen vom Buddhismus angezogen. (dpa / picture alliance / Sebastian Kahnert)
Rund 300.000 Buddhisten leben in der Bundesrepublik. Auch deren Kinder wollen im Schulunterricht berücksichtigt werden. Für sie bieten einige Schulen nun buddhistischen Religionsunterricht an.

Von Matthias Bertsch|Deutschlandradio Kultur

Montagmorgen in der Sophie-Scholl-Oberschule Berlin. Die Schüler des Philosophie-Kurses sitzen im Kreis. Die einen haben die Hände auf den Knien, die anderen halten sie ineinandergelegt vor dem Bauch.

Zur Ruhe finden: In der Schule und am Arbeitsplatz sind wir oft gestresst.”

In der Mitte des Kreises glimmt ein Räucherstäbchen während eine Stimme von der CD Anweisungen gibt, wie sich die Abiturienten auf ihren Atem konzentrieren sollen:

“Schließe nun sanft deine Augen, achte zunächst auf deinen Körper, darauf, wie du ein und ausatmest. Stell dir vor, du atmest direkt in deine Mitte, dort, wo dein Herz sitzt!”

Die Meditation dauert sieben Minuten, dann schlägt der Meditationsleiter Gerhard Weil wieder die Klangschale.

“Ja, schönen Dank, Sie können sich wieder ein bisschen lockern, notfalls auch mal aufstehen vielleicht noch mal.”

Nachdem sich die Schüler gestreckt haben, will Gerhard Weil wissen, wie es ihnen mit der Atem-Mediation ging.

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Amtsgericht in Meißen verurteilt „Reichsbürger“

justiz_grossFünf Männer und eine Frau, die sich einer Art Bürgerwehr angeschlossen hatten, sind zu Freiheitsstrafen verurteilt worden. Zwei der Angeklagten hatten Ende 2012 einen Gerichtsvollzieher festgehalten und verletzt.

Von Stefan Locke|Frankfurter Allgemeine

Das Amtsgericht Meißen hat am Donnerstag und Freitag sechs weitere Angeklagte aus dem sogenannten Reichsbürger-Milieu zu Freiheitsstrafen verurteilt. Die nicht vorbestraften fünf Männer und eine Frau im Alter zwischen 41 und 60 Jahren erhielten zwischen zehn und 30 Monaten Haft ohne Bewährung wegen gemeinschaftlich begangener Freiheitsberaubung und gefährlicher Körperverletzung sowie wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Beihilfe zum Missbrauch von Uniformen. Dies teilte Amtsgerichtsdirektor Michael Falk mit.

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We Talked to a Witch Who Casts Viruses Out of Computers With Magic

Talley. Photo courtesy Reverand Joey Talley
When nasty viruses infect the computers of folks up in Northern California, Reverend Joey Talley is on it.

By Tracy Chabala|MOTHERBOARD

The Wiccan witch—who is also an ordained minister through the State of California—not only offers services for people struggling with romantic heartache, depression, and other ailments, she also exorcises viruses from computers.

“No problem is too small, too big, or too weird” is Talley’s motto. Sure, she can do a love spell, but she’d rather face off with ghosts and demons.

To excise such entities out of a machine, she uses a variety of techniques—she might place stones on top of the computer, clear the dark energy by setting an intention with her mind, or cleanse the area around the computer by burning sage. The time it takes to clear these viruses depends on the nefariousness of the entity, she says: sometimes it takes just an hour, other times it can take up to four.

I spoke with Talley to learn more about how she’s used Wiccan witchcraft to build a client base of professionals who want alternative tech support in and around Silicon Valley, and how she silences her critics.

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Religionswissenschaftlerin: Voodoo-Kult auch in Deutschland

Voodoo-Altar mit mehreren Fetischen in Abomey, Benin (2008).Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
Mit Zuwanderern aus Westafrika und Lateinamerika ist nach Einschätzung der Hamburger Religionswissenschaftlerin Gabriele Lademann-Priemer auch der Voodoo-Kult nach Deutschland gekommen. Es gebe sicherlich in vielen Haushalten versteckte Altäre, um die Geister gnädig zu stimmen, sagte die Lademann-Priemer dem Evangelischen Pressedienst (epd). Es rede nur niemand öffentlich darüber.

Von Thomas Morell|evangelisch.de

Traditionelle Religion

Voodoo-Glaube sei auch für Christen nicht ungewöhnlich. “Für Afrikaner ist vieles vorstellbar – außer Atheismus”, sagte Lademann-Priemer. Die 70 Jahre alte evangelische Pastorin war Sektenexpertin der Nordelbischen Kirche und ist jetzt am Hamburger Völkerkundemuseum tätig. Für den Herbst plant das Museum eine größere Santería-Ausstellung, ein dem Voodoo ähnlicher Kult.

Mit 60 Millionen Anhängern gehört Voodoo zu den Weltreligionen. Als Ursprungsland gilt das westafrikanische Benin, in dem 60 Prozent der Bevölkerung Voodoo-Anhänger sind. Lademann-Priemer wirbt für mehr Respekt. Voodoo sei eine traditionelle afrikanische Religion, die zu Unrecht mit Nadelpüppchen und Zombie-Filmen als lächerlich abgewertet werde.

Kennzeichen der Voodoo-Kultur ist ein Glaube an Geister, die das Leben unmittelbar beeinflussen und daher günstig gestimmt werden müssen. Anders als Christentum oder Islam ist Voodoo nur mündlich überliefert. Gleichwohl gibt es nach den Worten Lademann-Priemers auch im Voodoo eine Ethik. Das Wohl aller stehe dabei im Mittelpunkt, Konkurrenz sei eher verpönt. Ein reicher afrikanischer Politiker etwa stehe leicht im Verdacht, mit bösen Geistern gemeinsame Sache zu machen. “Dass es bei solchem Reichtum oft nicht mit rechten Dingen zugeht, stimmt ja auch”, sagte die Theologin.

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Flüchtlinge wollen wegen “Geistern” verlegt werden – Dschinns mitgeflüchtet?

Foto: REUTERS/X02120 Diesmal auf der Flucht vor Gespenstern: Asylbewerber in Schweden befürchten, dass es in ihrer Unterkunft spukt (Symbolbild)
Manchen Migranten fällt es schwer, sich an ihre neue Umgebung in Schweden zu gewöhnen. Menschenleere Gegenden und Wälder scheinen Ängste auszulösen: Zuletzt wurden Geister in einer Unterkunft vermutet.

DIE WELT

35 Asylsuchende haben in Schweden um die Verlegung in ein anderes Flüchtlingsheim gebeten – denn ihre derzeitige Unterkunft werde von Geistern heimgesucht, sind sie überzeugt.

Das Amt für Migration teilte am Mittwoch mit, die Flüchtlinge seien in der Einrichtung in Grännaforsa durch flackernde Lichter und Geräusche im Rohrleitungssystem erschreckt worden. Nachdem ihnen gesagt worden sei, dass es keine Alternative gebe, seien sie nur widerstrebend zurückgegangen.

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Schon Ägypter entdeckten den Dämonenstern

st sein Stern hell, kommt ein guter Tag. / Bild: (c) Walters Art Museum
Der im 17. Jahrhundert beschriebene Himmelskörper Algol taucht früh in einem alten Horoskop auf, dem „Kalender von Kairo“, er repräsentiert dort den Himmelsgott Horus und seine Launen.

Von Jürgen Langenbach|Die Presse

Dass irgendetwas höchst seltsam ist mit einem Himmelskörper in 96 Lichtjahren Entfernung, den man mit bloßem Auge sehen kann, fiel früh auf und wurde als bedrohlich gedeutet: Ptolemäus sah in ihm das Medusenhaupt – das zugehörige Sternbild nannte er nach Perseus –, für die Araber war er Ra? al-gūl, der „Kopf des Dämons“, im Mittelalter „Teufelsstern“, und Astrologen erblassen heute noch: „Er verkörpert eine verzehrende Leidenschaft, die einen mit Zorn und Wut überwältigen kann“, warnt eine Vertreterin der Zunft, Bernadette Brady.

Offiziell heißt er nach dem arabischen Namen Algol, und schon den frühen Beobachtern kann nicht entgangen sein, was das Seltsame an diesem Himmelskörper war, er pulsierte, wurde heller und dunkler. Vor allem den arabischen Astronomen kann es nicht entgangen sein, mit ihrer Präzision konnte sich lange niemand messen. Aber erst 1596 wurde ein pulsierender Stern beschrieben, Mira, 1669 folgte Algol, 1783 schließlich wurde beobachtet, in welchem Rhythmus er pulsiert, in einem von 2,86 Tagen. Das Pulsieren kommt daher, dass Algol Teil eines Doppelsterns ist und periodisch vom anderen verdunkelt wird.

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Ein Blick in die Zukunft: Der Besuch bei einer Hellseherin

Bild: svz.de
Bild: svz.de
Die Zukunft ist vielleicht das größte Rätsel der Menschheit. Doch können Zauberkugel, Kaffeesatz und Co. dabei helfen, das eigene Leben vorauszusehen? Unsere Autorin hat verschiedene Hellseher getestet – und staunt.

Von Maria Dohmen|Kölner Stadt-Anzeiger

Für den Kosmos bin ich Luft. Oder wie ist es zu erklären, dass Karin dauernd „nichts reinbekommt“ in ihre Kristallkugel? Die befragt sie in meinem Auftrag nach den Aussichten 2016; wer möchte nicht gerne wissen, was das neue Jahr so bringt?

Ich wende mich an Karin (alle Wahrsagerinnennamen geändert), weil mir ihr Profil auf einem riesigen Esoterik-Portal ganz gut gefällt und weil ich als Einsteiger nach einer zeitraubenden Suche und Selbstbefragung – will ich Erzengelenergie nutzen, Fern-Reiki oder irgendwas mit Dualseelen (das müsste ich aber erstmal googeln) anstellen? – etwas Handfesteres anstrebe. So eine Kristallkugel ist mir fast vertraut, die erfreut mich bei Frau Schlotterbeck immer wieder, auch noch beim vierten Mal „Hotzenplotz“.

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Endzeit-Sekte Zeugen Jehovas: Und die Erde drehte sich weiter

 Image: Bethesda Softworks.

Image: Bethesda Softworks.
Hurra, die Welt geht unter! Silvester 1975 tat das nur die Sonne. Und ging an Neujahr gleich wieder auf – enttäuschend für die Zeugen Jehovas. Sie hatten dem Jüngsten Gericht entgegengefiebert und sich geirrt. Schon wieder.

Von Hendrik Steinkuhl|SpON EINESTAGES

Das bevorstehende Ende aller Tage stellte auch die garantiert Überlebenden vor schwierige Fragen. Lohnte es sich zum Beispiel noch, ein Kind für die Grundschule anzumelden? Marko Martin war fünf und lebte in der DDR, als die Zeugen Jehovas die Apokalypse nahen sahen: “1977 wurde ich eingeschult. Vor 1975 hieß es immer, dazu würde es gar nicht mehr kommen.”

Auch Klaus-Dieter Pape erinnert sich gut. Sein Vater und sein Onkel waren lange bei den Zeugen Jehovas und klärten nach ihrem Austritt über die Strukturen der Sekte auf. Klaus-Dieter Pape schloss sich ihnen an. Wenn der katholische Klinikseelsorger heute an den für 1975 prophezeiten Weltuntergang denkt, fällt ihm zuerst ein, wie ein mit seiner Familie befreundetes Paar das Zeugen junger Zeugen verschob. Pape: “Einige Jahre später sind sie ausgetreten. Da war die Frau allerdings nicht mehr im gebärfähigen Alter.”

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