Archiv der Kategorie: Esoterik

Neapel: Blutwunder besiegelt Ende in Streit um Kirchenfinanzen

Januarius, Bild: wikimedia.org/PD

In Neapel hat sich wieder das traditionelle Blutwunder des heiligen Januarius ereignet. Zum Abschluss einer Prozession mit den Reliquien des Stadtpatrons am frühen Samstagabend durch die Straßen der süditalienischen Stadt teilte Kardinal Crescenzio Sepe mit, dass sich das in einer Glasampulle aufbewahrte eingetrocknete Blut des frühchristlichen Märtyrers verflüssigt habe.

kath.net

Unmittelbar vor der Prozession legten die erzbischöfliche Kurie und ein katholisches Bürgerkomitee laut italienischen Medien einen längeren Streit bei, der die Zuständigkeiten für die Güter- und Finanzverwaltung der Januarius-Kapelle betraf. Zu dem Anlass reiste eigens Innenminister Angelino Alfano nach Neapel. Das Abkommen zwischen der Erzdiözese und der „Deputazione di San Gennaro“ wird nun nach Angaben Alfanos zur Prüfung dem Staatsrat vorgelegt, einem Verfassungsorgan für verwaltungsrechtliche Fragen. Kommentatoren werteten die Verflüssigung der Blutreliquie als Hoffnungszeichen für einen guten Ausgang.

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Exorzismus: Die Teufelsaustreiber von Kairo

Bild: Marc Röhlig/bento.de
Wie Christen und Muslime in Ägypten durch Exorzismen zusammenfinden.

Von Julia Nikschick, Marc Röhlig | bento

Der Scheich ist zufrieden. Mit seiner linken Hand hält der Muslim einen Dschinn in einem Wasserglas gefangen, die rechte Hand wölbt er an seinem Mund, um Koransuren zu rezitieren. Neben ihm sitzt Magdy, ein Christ, und schaut gleichsam besorgt und belustigt auf das Spektakel. „Woher weiß ich, dass das mein Dämon ist?“, fragt er den Scheich. „Du musst es schon glauben“, grummelt dieser.Magdy, 33, lebt als Schweinezüchter im Armenviertel Manshiat Nasser der ägyptischen Hauptstadt Kairo. Seine breiten Oberarme spannen den gelben Stoff seines Hemdes, dunkle Locken fallen ihm fast bis auf die Schultern. Er ist ein hübscher Kerl.

„Aber die richtige Frau habe ich trotzdem noch nicht gefunden“, sagt er. „Hier in Ägypten darfst du nicht einfach ein Mädchen kennenlernen. Hier wirst du vermittelt oder gar nicht, das gilt für Muslime wie Christen.“weiterlesen

Something huge is about to go down with Scientology that could destroy the ‘church’ once and for all

Image: RawStory
A brewing power struggle between Lisa Marie Presley and Scientology leader David Miscavige could inflict crippling harm to the controversial “church.”
The only daughter of rock icon Elvis Presley has been slowly pulling herself away from Scientology, to which she was introduced as a child by her mother, since at least 2008, reported Tony Ortega.

By Travis Gettys | RawStory

Ortega, who served as executive editor of The Raw Story from 2013 until 2015, said Presley has quietly been orchestrating a damaging media campaign against Miscavige as the church slips further into long decline.

Miscavige’s father, Ron Miscavige, will release a “ruthless” memoir May 3 about his own life as the musical director of the hardcore Sea Org sect and his increasingly strained relationship with his son, and he’ll appear April 29 on a “20/20” episode devoted to Scientology.

His 55-year-old son has headed Scientology since founder L. Ron Hubbard’s death in 1986, and he maintains a close — and, according to sources — strange friendship with actor Tom Cruise, probably the most famous member of the church.

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Wunder: Jesus-Keks wird zu Muskelfleisch

Jesus-Keks. Themenbild
Jesus-Keks. Themenbild
Die Hostie zeigt rote Stellen, die von der Gerichtsmedizin als Herzmuskelgewebe menschlichen Ursprungs bestimmt wurden. Sie wird in Liegnitz zur Verehrung ausgestellt.
 

kath.net

Der Vatikan hat ein eucharistisches Wunder in der Pfarre St. Jacek im Bistum Liegnitz (Polen) anerkannt. Dies gab Bischof Zbigniew Kiernikowski in einer offiziellen Stellungnahme bekannt.
Am 25. Dezember 2013 fiel während der Kommunionspendung eine konsekrierte Hostie zu Boden. Sie wurde aufgehoben und in einem mit Wasser gefüllten Behälter aufbewahrt. Bald danach erschienen rote Flecken auf der Eucharistie. Stefan Cichy, der damalige Bischof von Liegnitz, setzte daraufhin eine Kommission ein, die das Phänomen beobachtete.

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Mummenschanz: Grabtuch von Turin und Schweißtuch von Oviedo von derselben Person

Eine spanische Studie hat die beiden Tücher mit forensischen und geometrischen Methoden verglichen. Die Zahl der Übereinstimmungen liegt deutlich über dem erforderlichen Minimum bei gerichtsmedizinischen Untersuchungen.

kath.net

Das Grabtuch von Turin und das Schweißtuch von Oviedo stammen so gut wie sicher vom Leichnam derselben Person. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Dr. Juan Manuel Miñarro von der Universität Sevilla. Die Untersuchung war Teil eines Projektes das vom Centro Español de Sindonologia, dem Spanischen Zentrum für Sindonologie, unterstützt worden ist.
Bei der Untersuchung wurden Methoden der Forensik und der Geometrie angewendet. Das Ergebnis beweise nicht, dass Jesus Christus die Person war, von der die beiden Tücher stammen, man könne aber „unbestreitbar nachweisen“, dass sie vom Leichnam einer Person stammen, sagt Miñarro.

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«Schamanismus ist wieder extrem trendy»

Schamanismus boomt in der Schweiz, vor allem Junge fahren darauf ab. Laut Religionswissenschaftler Georg Otto Schmid sehnen sie sich nach der Natur und wollen aus ihrer globalisierten Welt ausbrechen. Bild: epa/how Hwee Young
Junge Schweizer sind auf dem Esoterik-Trip. Sie interessieren sich für geistige Heilung, Tierkommunikation und Wahrsagerei.

Von T. Bircher | 20 minuten

Dass sich die Organisation Ayahuasca International in der Romandie niedergelassen hat und nun öffentlich für Drogenrituale wirbt, alarmiert Suchtexperten. Doch nicht nur die Amazonas-Droge fasziniert die Schweizer. Die Hinwendung zur Spiritualität allgemein erlebt hierzulande ein Revival – vor allem bei den Jungen.

Der Trend funktioniert aber anders als früher, wie Sektenexperte und Religionswissenschaftler Georg Otto Schmid sagt: «Sie interessieren sich im Gegensatz zu den 80er- und 90er-Jahren weniger für die Ideologie oder die Theorie dahinter, sondern greifen nur punktuell auf gewisse Angebote der Esoterik zurück.» Besonders beliebt seien Themen wie Heilung, Alternativmedizin, Wahrsagerei, Tierkommunikation und Jenseitskontakte.

«Esoterik wird heute einfach mit allem verbunden»

Lucius Werthmüller ist Präsident des Basler Psi-Vereins, der Seminare rund um das Thema Spiritualität organisiert. Er sieht an seinen Veranstaltungen immer mehr junge Leute: «Viele finden in den etablierten Religionen keine Antwort mehr auf ihre Fragen und suchen nun woanders.»

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‚Konkret‘ stellt klar: „Jürgen Elsässer ist selbstverständlich kein Nazi“

Foto: brightsblog
Foto: brightsblog
Jürgen Elsässer hat eine schillernde, politische Biografie. Von links außen zu rechts außen hat er alles mitgenommen, was nicht schnell genug wegrennen konnte. Vom Kommunistischen Bund zur Bahamas, wo er die Antideutschen miterfunden hat, dann zur Jungen Welt, zur Jungle World, dann konkret und danach das Neue Deutschland. Nachdem er die „Volksinitiative gegen das Finanzkapital“ gründete und dafür von der NPD gelobt wurde, musste er das Neue Deutschland verlassen und gründete 2010 Compact.

VICE staff

Compact ist ein Magazin, das am rechten Rand der Gesellschaft fischt, sich für die AfD und Pegida ins Zeug legt und Konferenzen veranstaltet, bei denen russische Anti-LGBT*-Aktivisten und Thilo Sarrazin die Stars sind.

Schön ist das alles wirklich nicht und Elsässer wurde zum Lieblingsfeind vieler Aktivisten und Linker. Jetzt zeigt sich aber: Alle haben ihn missverstanden.

Eigentlich befindet sich Jürgen Elsässer mitten in einer Langzeitrecherche, wie konkret gestern auf seiner Website mitteilt:

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„Homöopathie kann lebensgefährlich sein“

Symbolbild, Bild: brightsblog
Symbolbild, Bild: brightsblog

Kritiker spotten gern, dass in den homöopathischen Globuli kein einziges Wirkstoffmolekül enthalten ist. Das bedeutet aber nicht, dass sie niemandem schaden

Von Edzard Ernst | GEO.de

Die Homöpathie ist von allen Formen der Alternativmedizin die am wenigsten plausible. Auch wenn nicht alle Ergebnisse einheitlich sind – klinische Studien legen den Schluss nahe, dass homöopathische Heilmittel nicht wirksamer sind als Placebos, also als Scheinmedikamente ohne Wirkstoff. Auch die australische Gesundheitsbehörde erkannte 2014, nach Auswertung der bis dahin umfassendsten unabhängigen Analyse: „Keine Wirksamkeit der Homöopathie bei der Behandlung der untersuchten Krankheitsbilder“.

Aber mehr noch: Im Gegensatz zu dem, was wir so oft zu hören bekommen, gibt es sehr wohl Risiken bei der Homöopathie. Wenn etwa ein Schwerkranker sich für eine unwirksame Behandlung entscheidet, statt eine effektive Therapie zu wählen – dann können scheinbar harmlose Mittel lebensgefährlich sein. Ja, jetzt höre ich wieder den verzweifelten Aufschrei der aufgebrachten Homöopathen.

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This Church Believes Humans Can Live Forever on Earth

The promise of immortality is core to many religions, but it’s rarely as literal as it is at The Church of Perpetual Life, a zealous house of worship in Hollywood, Florida whose members have decided they don’t want to die.

MOTHERBOARD

„We are fighting against involuntary death, and view immortality as the ultimate solution to every problem mankind faces,” said Bill Faloon, one of the church’s founders.

His parishioners call themselves “immortalists.” Other monikers include transhumanists, “longevity enthusiasts,” and “people who really are committed to the anti-aging concept.”

Whatever they call themselves, they all share one thing in common: They believe that science and technology will find a way for humans to live forever on Earth.

Motherboard’s Claire Evans visited the church and spent time with Faloon, who also cofounded the Life Extension Foundation Inc., which sells a variety of nutritional supplements that promise to do everything from protecting against eyesight degeneration to promoting cell regeneration. The Foundation says its primary goal is to fund research into anti-aging science.

Forever Young, a short documentary produced by Evans, Jaimie Sanchez, and Motherboard, explores the psychology of the church’s members, the history of transhumanism and anti-aging, and the reaction of the mainstream medical community to some of these ideas.

Gerontology expert Aubrey Grey, transhumanist and Sirius XM founder Martine Rothblatt, and Dr. Dinarine Maharaj of the South Florida Stem Cell Transplant Institute also make an appearance in the film.

The people Evans spoke to, including Faloon, seem genuine in their quest for eternal life. However, it’s hard to overlook the fact that the church was formed after the Life Extension Foundation had its tax-exempt status revoked by the IRS.

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The Church of Perpetual Life Wants to End Deathism

Easter celebrations. The swearing in of President Obama with a bible. The Pledge of Allegiance’s “One nation under God.” Ted Cruz’s freakish evangelism. Even when we sneeze, many Americans still reflexively say: God bless you.

By Zoltan Istvan | MOTHERBOARD

American society exists in an engulfing religious framework—and that inescapable Abrahamic point of view leads to one ultimate goal: an eternal afterlife with the maker.

For the majority of Americans—about 70 percent—that is what they believe and how they live in this world.

Whether you like it not, America is a culture mired in deathism—the idea that human death is natural, inescapable, and ultimately desirable because it unites one with God.

Lately, though, the burgeoning transhumanism movement is challenging all that. Gerontologists, crynocists, singularitarians, biohackers, roboticists, geneticists, futurists, and anti-aging activists—all considered part of the transhumanist platform—are standing up and demanding humans conquer biological death.

Once seen as fringe, but now increasingly seen as potentially visionary, transhumanists are challenging the very nature of what it means to be a human being.

Motherboard recently featured a part of the transhumanism movement in an exciting and informative short documentary called Forever Young. The show focuses on the eclectic Church of Perpetual Life—a nonprofit transhumanist organization in south Florida aiming to combine spirituality, community, and hard science research. I recently spoke at the Church of Perpetual Life while on tour with my Immortality Bus. The church is a unique place, to say the least.

Forever Young explores the transhumanist and spiritual beliefs of some of the church parishioners, including businessman Bill Faloon, who co-founded the church in 2013. Faloon and the parishioners—nearly all who doubt the existence of an afterlife—are people bent on using the latest anti-aging science to live indefinitely.

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Mit Schweineblut für Deutschland

Rechtsextreme haben ein altes Thema wieder für sich entdeckt: das Schächten. Mit einer obskuren Kampagne wollen sie Fleisch, das koscher und halal ist, aus den Tiefkühltheken verdrängen.

Von Elke Wittich | Jungle World

Betont unauffällig, aber zielstrebig zur Fleischtheke des Supermarkts gehen, dort eine Packung mit Schweinefleisch herausnehmen und sie dann in ein anderes Fach legen – was aussieht wie eine nicht sehr spannende Mutprobe von höchstens Zehnjährigen, nennt sich Halal Challenge und ist eine derzeit unter Rechten ungeheuer beliebte Freizeitbeschäftigung.

Die Idee hinter der Kampagne, die auf Facebook mittlerweile knapp 9 000 Fans hat, ist erschütternd simpel: Zwischen verpacktes Fleisch geschächteter Tiere wird Schweinefleisch platziert. Möglicherweise dachten die Initiatoren – zu den ersten Unterstützern gehörte der »Blog Dittmer«, der unter anderem von Melanie Dittmer, der Macherin von Bogida, betrieben wird –, dass das Halal-Fleisch dadurch kontaminiert werde, oder vielleicht glaubten sie auch nur, Muslime seien nicht in der Lage, die Packungen mit Schweinefleisch einfach wieder zur Seite zu legen. Die Vorfreude war jedenfalls riesengroß, und rasch fanden sich Leute, die Videos und Fotos von sich veröffentlichten, auf denen zu sehen ist, wie sie verstohlen eingeschweißte Grillwürstchen von einem Kühlregal ins andere schaffen.

Selbstverständlich ist die Halal Challenge aber nicht bloß ein verkniffener, unterdurchschnittlich lustiger Streich, um Muslime und Juden zu ärgern. Unter dem Deckmäntelchen des Tierschutzes wurden in Nazigruppen auf Facebook in den vergangenen Monaten immer wieder blutrünstige Bilder und Videos von Schächtungen veröffentlicht. Zu sehen waren meistens amateurhaft wirkende Schlachtungen, die unter freiem Himmel und äußerst unhygienischen Bedingungen stattfanden. In den Begleittexten hieß es – in aller Regel unter Verwendung sehr vieler Ausrufezeichen –, dass Schächtungen Tierquälerei und ein »mittel­alterliches Ritual« respektive »Wahnsinn« seien, der im modernen Europa nichts zu suchen habe. Der Verkauf von Fleisch geschächteter Tiere müsse sofort verboten werden.

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Haftstrafe für Peter Fitzek: Der Mann, der sich „König von Deutschland“ nennen lässt

Peter Fitzek bei einem seiner zahlreichen Gerichtstermine: Der „König von Deutschland“ inszeniert sich nur zu gerne © Peter Endig/DPA
Peter Fitzek ist gelernter Koch, ehemaliger Videothekenbesitzer und Karatelehrer. Seine wahre Berufung fand der 50-Jährige allerdings erst spät: Oberster Souverän des Königreichs Deutschland – will er sein.

Von Finn Rütten |stern.de

Peter Fitzek muss ins Gefängnis – zumindest wenn es nach dem Amtsgericht Dessau-Roßlau geht. Dieses verurteilte den notorisch unbelehrbaren Verkehrssünder zu 15 Monaten Haft. Fitzek legte Berufung ein, fühlt er sich doch ohnehin zu Unrecht angeklagt. Das Gericht wirft ihm Fahren ohne Führerschein in mehreren Fällen vor -zwei weitere noch nicht rechtskräftige Verurteilungen in gleicher Sache hatte er bereits gesammelt. Doch Fitzek gab schon mehrfach zu Protokoll: alles Mumpitz. Schließlich habe er ja einen Führerschein, nur eben keinen der Bundesrepublik Deutschland, die er obendrein nicht anerkennt. Vielmehr besitze er einen des „Königreich Deutschland“, dessen Souverän er sei. Die von ihm selbstgebauten Dokumente aber will die BRD nicht anerkennen.

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Hier: Kein Tier

Der Landwirt Franz Haslinger hat nichts gegen Kühe oder Schweine. Im Gegenteil. Er braucht sie allerdings nicht als „Produktionsmittel“. Sein Hof gehört zu einer wachsenden Zahl von Betrieben, die Tiere ganz aus der Landwirtschaft entlassen. Was würde passieren, wenn das alle machen würden?

Von Svenja Beller | greenpeace magazine

Würde man ein Bilderbuch aus Franz Haslingers Bauernhof machen, dann wäre das recht langweilig. Da wäre nicht viel, was man nachmachen kann: Kein lautes Kikerikiii am Morgen, kein träges Muuh von der Weide, kein gefräßiges Oink-Oink aus dem Stall. Nur die Felder, raschel raschel, und die Katze, immerhin, miau. Gut, und das mit dem Oink-Oink stimmt auch nicht ganz, denn der Nachbar hält Schweine. Eng an eng, ungefähr tausend Tiere in Intensivhaltung, schätzt Haslinger. Mit Bilderbuch hat das aber auch nichts zu tun.

Die Auswüchse der modernen Landwirtschaft sind für viele Veganer der Grund, ganz auf tierische Produkte zu verzichten. Und dazu gehört streng genommen auch das, was hinten aus den Tieren rauskommt: die Gülle. Normalerweise hilft sie auch vermeintlich veganem Gemüse und Getreide auf dem Feld beim Wachsen. An sich wäre dagegen nichts einzuwenden. Aber nur fürs, pardon, Fressen und Kacken wird kaum ein Tier gehalten, sondern für seine Milch, seine Eier, seine Wolle und letztlich auch seinen Körper. Alles andere wäre schlicht nicht wirtschaftlich.

Aus der Sicht von Tierrechtlern ist eine solche Nutzung ein inakzeptabler Zustand. Sie gehen noch weiter als die Tierschützer und sprechen den Tieren ähnliche Rechte wie den Menschen zu. „Sklavenhaltung“ passt da nicht rein, sei sie noch so bio und fair. „Wir lehnen die landwirtschaftliche ‚Tierproduktion‘ ab – ebenso ihre vor- und nachgelagerten Bereiche der Tierausbeutung, Schlachtung, Mist- und Güllewirtschaft“, schreibt das Biologisch-Vegane Netzwerk. Die Gruppe hat sich Ende der Neunzigerjahre gegründet, um die vegane Bewegung aus Großbritannien auch im deutschsprachigen Raum voranzubringen. Sie ist kompromisslos: „Der ökologische Landbau ist für uns keine Alternative, solange er sich nicht vom Dogma der Notwendigkeit der Tierhaltung als Düngerlieferant löst.“

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Wissenschaft & Blödsinn: Zauberei soll Luxus bleiben

#Esoterik Florian Aigner warnt vor der Gefahr, dass die wirkungslose Alternativmedizin zur gefährlichen Alternative im Gesundheitssystem werden könnte – Foto: Hudelist/vsl/mediacolors
Gesundheitsversorgung für alle, Alternativmedizin als teures Extra – damit kann man leben. Aber was, wenn sich das eines Tages umkehrt?

Von Florian Aigner | futurezone.at

Alternativmedizin ist ein Massenmarkt. Der eine lässt sich für teures Geld Zaubersymbole aufs Gesicht malen, der andere lässt sich durch Räucherstäbchen seine Aura einrenken. Es ist leicht, darüber Witze zu machen, und das sollte man auch tun.

Im Großen und Ganzen kann man solche esoterischen Irrwitzigkeiten aber meistens eher entspannt sehen. Es gibt fanatische Anti-Esoteriker, die mit wütendem Zorn den Untergang des aufgeklärten Abendlandes verkünden, wenn das Leben nicht mit orthodoxer Wissenschaftlichkeit vollzogen wird. Das finde ich manchmal ähnlich anstrengend wie den esoterischen Unfug selbst.

Die moderne Medizin wird nicht beschädigt, nur weil Oma ihren Rheuma mit bunten Heilkristallen bekämpft. Die Ideale der Aufklärung werden nicht in den Dreck gezogen, wenn sich Onkel Harald seine Chakren reinigen lässt. Und wenn Tante Uschi homöopathische Globuli kauft, dann zahlt sie zwar einen abartig hohen Preis für reinen Zucker, aber andere Leute geben hunderte Euro für eine Flasche Whiskey aus, die sie im Blindtest auch nicht vom Billigprodukt unterscheiden könnten. Wozu also die Aufregung?

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Xavier Naidoo: Singen kann der Mann, aber was hat er zu sagen?

Xavier-Naidoo

Bloß nicht mehr anecken: Xavier Naidoo setzt mit seinem neuen Album auf Kalendersprüche und Liebeskraft – auf dass ja keiner an seiner Gesinnung zweifele.

Von Axel Weidemann | Frankfurter Allgemeine

Jesus als Vorbild? Es gibt, bei Gott, Schlimmeres. Charles Manson, Donald Trump oder Walt Disney. Anstrengend wird es, wenn sich ein ähnliches Sendungsbewusstsein einstellt. Wenn vor allem Künstler nicht mehr genug Vertrauen in ihre Kunst haben, diese als Sprachrohr nicht mehr ausreicht für die eigene Herzensbotschaft. Der Mannheimer Sänger Xavior Naidoo sagte dem „Stern“ im März 2015, er habe nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1992 die Bibel zur Hand genommen, und da „spürte ich plötzlich, dass Jesus für mich ein Vorbild werden könnte“. Seitdem dient er sich, wenn nicht als Nachfolger, zumindest als Jünger an. 1998 unterstrich er das mit seinem Album „Nicht von dieser Welt“. Die deutsche Soulmusik wurde damit Markttauglich, die Platte blieb drei Wochen lang auf Platz eins der deutschen Albumcharts.

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Esoterikmesse „Lebensfreunde“: Engel-Energie und planetarische Frequenzen

Die Tarot Karte für Kraft. Legen und lesen aus Tarot-Karten nach Arthur Edward Waite, aufgenommen am 24.08.2005. (picture-alliance / dpa / Heiko Wolfraum)
In Hamburg hat am Wochenende die „Lebensfreude“-Messe stattgefunden. Auf der Esoterik-Schau wurde alles Erdenkliche, aber auch vieles schwer zu Verstehende angeboten: Von Aura-Reinigung über Engel-Energie bis zu Planetenklängen und neurechter Verschwörungsliteratur war alles dabei.

Von Axel Schröder | Deutschlandfunk

Es gab eine Menge zum Staunen: Auf der diesjährigen „Lebensfreude“-Messe im Hamburger Congress-Centrum, im CCH, wurden Steine mit der Kraft der Planeten besungen und geweiht. Präsentiert wurden Aura-Fotografie oder sogenannte „Erlebnisvorträge“ zum Thema „Was hilft mir die Erleuchtung“. Und natürlich können auch Klänge helfen, das innere Gleichgewicht zu finden: „Das sind planetarisch gestimmte Frequenz-Töne. Das ist Titan! Und die richten unser Zellsystem nach der natürlichen Ordnung aus.“

Ein paar Stände weiter zeigt die Lübeckerin Tila ihre „Intuitive Malerei“. Und verkauft daneben auch noch kleine Acrylharz-Pyramiden, gefüllt mit Metallspänen und besonderen Kristallen. Zum Beispiel, Tila zeigt ein Exemplar, mit einem besonders starken Bergkristall. Dieser sogenannte Organit soll – 135 Euro das Stück – gegen die Strahlungen eines Wireless-LANs oder von Handymasten helfen: „Unten wird negativ geladene Energie aufgenommen. Und dann wird die negative Energie wieder umgewandelt in positive Lebensenergie. Und das ist – vereinfacht gesagt – das, was Organits machen.“

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Wen faszinieren Engel

Abbas Poya, Bild: SRF
Im Judentum, Christentum und Islam wimmelt es nur so von Engeln. Die Boten Gottes haben in allen heiligen Schriften ihren Auftritt. Auch in unserer heutigen Zeit nach der Aufklärung spielen die geflügelten Wesen im Leben vieler Menschen eine Rolle.

Von Norbert Bischofberger | SRF

Schwülstige Barockengel, nackte Putten, körperlose Wesen mit Flügeln, Lichterscheinungen oder Herzensimpulse. Engel erscheinen den Menschen in vielfältiger Form. Sie bewegen die Menschen weit über die Religion hinaus.

Im Judentum und im Christentum begegnen Engel auf Schritt und Tritt. Engel mit einem Feuerschwert bewachen das Paradies nach dem Hinauswurf der ersten Menschen. Stammvater Jakob sieht in einem Traum Engel auf einer Treppe in den Himmel hinauf und auf die Erde hinuntersteigen.

Engel, wohin man sieht

Im Neuen Testament kündet der Erzengel Gabriel die Geburt Jesu und die Geburt Johannes des Täufers an. Engel erscheinen den Menschen im Traum und leiten dramatische Lebenswenden ein. Engel sitzen im leeren Grab Jesu von Nazareth und verkünden seine Auferstehung.

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Uni St.Gallen: Sektenführerin Sasek hetzt Putin-Trolle auf Professor

Anni Sasek. screenshot via youtube/rt deutsch
Ulrich Schmid hat genug. Der Professor für Kultur und Gesellschaft Russlands an der Universität St.Gallen wird seit vier Monaten per E-Mail, Briefpost und auf sozialen Medien drangsaliert.

Von Kian Ramezani|watson.ch

Ausgangspunkt für die offenbar konzertierte Kampagne war eine Vorlesung, die er im November 2015 an der Kinder-Uni St.Gallen hielt. Titel:

«Warum gibt es Krieg in Europa? Wie böse ist Putin?»

Rund 600 Dritt- bis Sechstklässler sowie 100 Erwachsene sitzen an jenem Mittwochnachmittag im Audimax der Elite-Uni. Unter ihnen auch Anni Sasek, Frau von Sektenführer Ivo Sasek, der in seinen Büchern zur körperlichen Züchtigung von Kindern rät. Die Saseks organisieren zudem Vorträge, wo Holocaust-Leugner auftreten und betreiben den umstrittenen Internet-Sender Klagemauer TV, der hauptsächlich über Verschwörungstheorien berichtet. Dort erscheint zwei Tage nach der Vorlesung ein Beitrag, in dem Schmid und der Universität St.Gallen «parteiische Putin-Hetze» und «Anti-Russland-Propaganda» vorgeworfen wird.

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„Anteil nicht christlicher Gläubiger nimmt zu“

Bild: dpa
Bild: dpa
Von allem etwas: Im Interview spricht der Religionswissenschaftler Perry Schmidt-Leukel über spirituelle Mixturen und die Liaison von Juden, Christen und Muslimen im Geiste inniger Gottesliebe.

Von Till-Reimer Stoldt|DIE WELT

In Japan ist der religiöse Mix längst üblich, erzählt Perry Schmidt-Leukel gerne. Und mit unverhohlener Sympathie. In ihre Jugend würden die meisten Japaner mit einer schintoistischen Feier eingeführt, gelte der Schintoismus mit seinen Fruchtbarkeitskulten doch als lebensbejahend, sagt der Religionswissenschaftler aus Münster. Geheiratet werde in Japan dagegen oft christlich. Dem Herzen Heiratswilliger kämen Christen mit ihrer Betonung der göttlichen Liebe offenbar nahe. In Sachen Leid und Tod billigten wiederum viele Japaner dem Buddha Autorität zu.

Aber auch hierzulande breiten sich religiöse Mixturen aus, beobachtet Schmidt-Leukel – mit ebenso unverhohlener Sympathie. Diesen Befund legen auch seine Studien nahe. Er erforscht Phänomene und Potenziale multireligiösen Lebens. Einen vor allem in den USA gefeierten Beitrag dazu leistete er Ende 2015, als er die renommierten Gifford-Lectures hielt. Diese Vortragsreihe wird nun in den USA publiziert. Allmählich machen seine Gedanken aber auch in Deutschland die Runde. Eine deutsche Übersetzung soll bald folgen.

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Der Heiligmacher von Berlin

Alles für einen. Gotthard Klein war bereits als junger Archivar der Berliner Diözese an dem Verfahren zur Seligsprechung Bernhard…Foto: Kai-Uwe Heinrich
Gotthard Klein bekleidet in der katholischen Kirche das Ehrenamt des Postulators. Sein Ziel: die Heiligsprechung des einstigen Berliner Domkapitulars Bernhard Lichtenberg. Seine Aufgabe: ein Wunder finden, das dieser gewirkt hat.

Von Tiemo Rink|DER TAGESSPIEGEL

Irgendwann kommt der Moment, da sind die Ruten ausgeworfen, die Netze ausgelegt. Dann wartet der Angler. Dass etwas anbeißt, und das Warten ist das Schönste, weil mit dem Warten die Ruhe kommt, die Gelassenheit, darum sitzt man schließlich am See, eigentlich. Gotthard Klein sitzt in seinem Büro in Kreuzberg in der Nähe der Spree. Gelassen, er hat getan, was er konnte: Die Netze sind ausgeworfen, vor Jahren schon. Das ist die Beute bisher: ein Kindermusical der katholischen Kirchengemeinde Heilig Geist, das Bernhard-Lichtenberg-Lied und ein illustriertes Lichtenberg-Buch für Kinder ab fünf Jahren. Alles ganz schön, aber es reicht nicht.

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Wenn Reichsbürger Beamte bedrohen

Vor dem Amtsgericht Dachau ist der „Reichsbürger“ wieder nicht erschienen. (Foto: Toni Heigl)
  • Vor dem Amtsgericht Dachau muss sich ein sogenannter Reichsbürger verantworten.
  • Er soll einen Finanzbeamten bedroht und eine Rechnung geschrieben haben, weil dieser Steuern bei ihm eintreiben wollte.
  • Reichsbürger sehen sich nicht als Bürger der Bundesrepublik Deutschland. Behörden und Gerichte sehen sich durch sie zunehmend mit Problemen konfrontiert.

Von Benjamin Emonts|Süddeutsche.de

Eine Handvoll Zeugen, drei Richter und ein Staatsanwalt müssen den Sitzungssaal unverrichteter Dinge verlassen. Der Angeklagte ist ein „Reichsbürger“, wie er sich selbst nennt, und er ist wieder einmal nicht erschienen am Dachauer Amtsgericht – zum zweiten Mal bereits. So richtig verwundert das allerdings niemanden. Die sogenannten Reichsbürger verweigern der Bundesrepublik Deutschland und ihrer Rechtsprechung jede Anerkennung. Ihre Zahl wächst.

Kommunen, Amtsgerichte und Behörden sehen sich wie in Dachau zunehmend mit Problemen durch sie konfrontiert. Den Sicherheitsbehörden sind die entsprechenden Personen bekannt, teilt das Innenministerium mit. Aber was es genau mit dieser Bewegung auf sich hat, ist noch unklar. „Sie werden vom Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz zwar nicht beobachtet, aber insbesondere hinsichtlich möglicher extremistischer Bestrebungen überprüft.“

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de omnibus dubitandum

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