Strengere Vorgaben für Heilpraktiker gefordert

Idyll mit Schattenseiten. Das Gebäude des „Biologischen Krebs-Zentrum“ in Brüggen-Bracht, Nordrhein-Westfalen).Foto: dpa
Die Kritik an zu laxen Vorschriften für Heilpraktiker wird lauter. Künftig soll nicht mehr alles erlaubt sein, was nicht ausdrücklich verboten ist.
 

DER TAGESSPIEGEL

Nach dem Tod mehrerer Patienten in einer alternativen Krebsklinik am Niederrhein fordern Ärzte-Funktionäre und Patientenschützer strengere Vorschriften für den Beruf des Heilpraktikers.

Der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Rudolf Henke, sagte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, die Regelungen des Heilpraktikerwesens müssten völlig neu überdacht werden.

Zweifel an der Wirksamkeit homöopathischer Therapien äußerte der Vorsitzende der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen, Josef Hecken: Behandlungen durch Heilpraktiker sollten verboten werden können, wenn deren medizinischer Nutzen nicht erwiesen sei. Krankenkassen dürfen auch freiwillig nicht Dinge finanzieren, für die „es keine Evidenz gibt“. Hecken ist der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte, Kassen und Krankenhäuser. Das Gremium legt fest, welche Leistung die Kassen bezahlen.

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Tote nach Krebstherapie: Heilpraktiker durfte experimentellen Wirkstoff verwenden

Drei Krebspatienten sind kurz nach einer Behandlung beim Heilpraktiker gestorben. Laut Staatsanwaltschaft ist noch unklar, ob es an einem experimentellen Wirkstoff gelegen hat.

SpON

Die Heilpraktiker-Praxis an der deutsch-niederländischen Grenze war für schwer krebskranke Patienten wohl der letzte Strohhalm: Die meisten galten als austherapiert, sagte Oberstaatsanwalt Axel Stahl in Mönchengladbach. „In einer solchen Situation braucht man nicht sehr viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass man bereit ist, sich auch experimentellen Dingen zu nähern, nach jedem Strohhalm zu greifen, der verspricht, dass man noch ein bisschen länger leben darf.“

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Polen: Beten für den Goldzug

Andreas Richter und Piotr Koper, die Schatzsucher.Foto: AFP PHOTO / PIOTR HAWALEJ
Die Suche nach dem Nazi-Zug erregt die Gemüter: Gefunden wurde bisher nur zerbrochenes Porzellan. Dennoch haben die deutsch-polnischen Hobbyhistoriker ihre Hoffnungen nicht begraben.
 

Von Paul Flückiger | DER TAGESSPIEGEL

Die Vorfreude war groß: „Ich kann es nicht erwarten, diesen Goldzug mit meinen eigenen Augen zu sehen“, sagte ein aufgeräumter Pjotr Koper dem polnischen Newsportal onet.pl Mitte Juli. „Das Gefühl wird unbeschreiblich sein, mit nichts zu vergleichen“, freute sich der polnische Hobbyhistoriker. Zusammen mit seinem deutschen Kumpel Andreas Richter hatte der Pole vor Jahresfrist mit der Kunde von einem angeblichen Fund eines Nazi-Goldzugs weltweit für Aufsehen gesorgt.

Der Goldschatz sollte sich in einem geheimen unterirdischen Tunnel bei Walbrzych in Niederschlesien befinden. Dies wollen Koper und Richter mittels eigenen Georadaraufnahmen ermittelt haben. Am Montag begannen die Erdarbeiten für den dritten und letzten Sondierungsgraben.

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Sekteneltern vergewaltigen ihre Kinder psychisch

Kinder, die in einem Sektenmilieu aufwachsen, brauchen Schutz. bild PD
Kürzlich fand im Hallenstadion der Kongress der Zeugen Jehovas statt. Für Beobachter eine Tortur. Bei solchen Monsterveranstaltungen salbadern die Redner ihr Mantra vom richtigen Glauben an Gott, von der bösen Welt und dem nahen Weltende stundenlang herunter.

Von Hugo Stamm | watson.ch

Was für Erwachsene schon eine Geduldsprobe ist, muss für Kinder auch in den langen Gottesdiensten im Königreichssaal quälend sein. Denn es ist schlicht nicht kindgerecht, stundenlang still zu sitzen und sich Dinge anzuhören, die sie nicht richtig verstehen.

Kinder sitzen wie brave Lämmer in den Gottesdiensten

Trotzdem sitzen sie wie brave Lämmer da und regen sich kaum. Das hat nichts mit Gott oder dem Glauben an ihn zu tun, sondern mit der rigiden Erziehung. Die meisten Kinder der Zeugen Jehovas werden darauf konditioniert, still zu sitzen, wenn Gott ins Spiel kommt. Sie müssen lernen, die eigenen Bedürfnisse zu unterdrücken, wenn es um ihren Jehova geht.

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„Alternative“ Krebstherapie – mit tödlichem Gift vom Heilmeister

Unscheinbarer Ort des Unheils: das inzwischen geschlossene Behandlungszentrum in Brüggen-Bracht am Niederrhein. (Foto: Henning Kaiser/AFP)
Eine Häufung von Todesfällen in einer Klinik am Niederrhein zeigt: In Deutschland gibt es für solche Angebote keine klaren Regeln. Und wer todkrank ist, sucht oft verzweifelt nach Behandlungsmethoden.
 

Von Christina Berndt | Süddeutsche.de

Fleur W. suchte und las, las und suchte. Was soll man auch tun, wenn man 31 Jahre alt ist, Krebs im Endstadium hat und die Ärzte im Universitätsklinikum sagen, dass sie nichts mehr machen können? So fahndete Fleur W. im Internet nach einer letzten Chance, und im Juni glaubte die Niederländerin sie in Deutschland gefunden zu haben, gleich hinter der Grenze. In Brüggen-Bracht am Niederrhein bot der Heilpraktiker Klaus R. eine „biologische Krebstherapie“ an. Eine Therapie mit zweifelhafter Wirkung. Und, so hat es mehr und mehr den Anschein, offenbar eine sehr gefährliche Therapie.

Drei Wochen nach ihrem ersten Besuch bei Klaus R. muss Fleur W. die Behandlung abbrechen; zu schlecht ergeht es ihr, sie stirbt Ende Juli. Ein Einzelfall. Doch nur wenige Tage später kommt es unter den Patienten des Behandlungszentrums in Brüggen-Bracht zu einer außergewöhnlichen Häufung von Todesfällen. Eine 43-jährige Niederländerin, ein 55-jähriger Niederländer und eine 55-jährige Flämin sterben wenige Tage, nachdem sie dort eine Infusion erhalten haben. Zwei weitere Frauen liegen noch im Krankenhaus.

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Esoterik gegen Bomben

Foto: dpa, Markus Brandt
Wünschelruten helfen nicht gegen Sprengstoffanschläge. Unsere merkwürdigen Flughafenchecks allerdings auch nicht.

Von Florian Aigner | futurezone.at

Ein wahres Wundergerät sollte es sein, das ADE 651, geeignet zum Aufspüren von Sprengstoff, Drogen oder auch von Trüffeln. Hauptsächlich wurde es bei Straßenkontrollen im Nahen Osten verwendet, um Bombenattentäter zu überführen. Die irakische Regierung gab Millionen Dollar dafür aus, im Libanon setzt man es bis heute ein.

Das Problem daran ist nur: Das Ding ist vollkommen wirkungslos. ADE 651 ist kein Sprengstoffsuchgerät, sondern eine billige Attrappe. Im Wesentlichen besteht es aus einem metallischen Zauberstab, der auf einem pistolenartigen Plastikgriff befestigt ist. Für Kindergeburtstage ist das praktisch: Es passt zum Harry Potter-Outfit genauso wie zum Cowboykostüm. Aber das war’s dann auch schon, für mehr ist es nicht zu gebrauchen.

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Why the Olympics Are an ‘International Festival of Sports Pseudoscience’

Bild: BERND THISSEN/EPA/KEYSTONE/watson.ch
Keen watchers of the Rio Olympics might have noticed some weird purple blobs adorning American swimmer Michael Phelps’s body—large circular bruises, like perfectly rounded hickies. It almost looks like he got pelted with tennis balls, or attacked by a lamprey eel.

By Kate Lunau | MOTHERBOARD

Those marks show that Phelps has been “cupping,” an ancient Chinese practice in which circular cups are applied to the body, where they produce a gentle suction that lasts for minutes. (Sometimes actual fire is used to produce suction; other times it’s a mechanical device, like an air pump.) It’s meant to draw blood to a certain area to encourage healing.

The practice is seeing a surge of popularity among Rio athletes: Several have shown up for competition speckled with bruises. “Cupping is experiencing an Olympic moment,” as the New York Times put it on Monday. Although some, like US gymnast Alex Naddour, swear by its power to heal, there’s no good scientific evidence to back up the benefits of cupping.

From GPS-equipped rowing sculls to new kinds of clothing designed to shave mere seconds off an athlete’s best time, the Olympics are an incredibly high-tech, scientifically advanced affair. But athletes there are also relying on science-free techniques and therapies to get ahead. These days, when winners can be defined by the most minuscule of margins, maybe it’s no surprise that they’re seizing on any advantage—perceived or real—to supercharge their performance.

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Siebenstern: Esoterische Imker glauben an die Wirkung eines Kraftplatzes

Foto: HANS GEORG FRANK Skeptische Staatssekretärin: Friedlinde Gurr-Hirsch vom Agrarministerium (links) glaubt nicht an den Segen des Siebensterns für Bienenvölker.
Imker orientieren sich am Bau eines Doms, wenn sie an den Effekt des Siebensterns glauben. Wissenschaftler und Politiker halten von der Methode nichts.

Von Hans Georg Frank | SÜDWEST PRESSE

„Andere Imker“, weiß Volker von Schintling-Horny (78), „lächeln natürlich über mich“. Dass er sich von der Mehrheit nicht wirklich ernst genommen fühlt, grämt den Rentner aus Ratingen (Nordrhein-Westfalen) wenig. Er gilt als Mentor einer Methode, die in esoterischen Kreisen über jeden Zweifel erhaben ist. Volker – man duzt sich gerne in der Szene – propagiert den Bienen-Siebenstern. Bücher schreibt er darüber oder  trifft sich mit Gleichgesinnten wie in Heilbronn.

Lopetra Möhle aus Untergruppenbach ist eigentlich eine sehr bodenständige Frau. Als CDU-Gemeinderätin fühlt sie sich der Realität verpflichtet, den Fakten und Beweisen. Als Imkerin jedoch kann sie sich überirdischen Einflüssen nicht gänzlich verschließen. „Es ist total friedlich hier“, sagt sie auf einer Lichtung am Heilbronner Stadtrand und schwärmt von „Anmut und Vitalität“ ihrer Bienen. Nach Überzeugung der Geomantin Gabriele Friemelt handelt es sich um einen Kraftplatz. Sie habe den Flecken mit ihrer Gedankenkraft aktiviert, nachdem sie bei Gesprächen mit der Natur, bei Berührung mit Bäumen die vorhandene Energie festgestellt hatte. Bei diesem Vorgang sei stets ein Kribbeln zu spüren, verrät Volker.

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Warum der Sufismus gar nicht so friedlich ist

Detail aus der Fotoarbeit „Sema“ von Regina Schmeken, der im Original 10 Meter lange Wandfries zeigt die Tanzmeditation türkischer Derwische. (Foto: Regina Schmeken)
Die Glaubensrichtung ist für viele Anhängern im Westen der liberalere Islam. Dies ist ein Missverständnis.
 

Von Stefan Weidner | Süddeutsche.de

Vom Anfang des 18. bis weit ins 20. Jahrhundert genoss die islamische Kultur einen ansehnlichen Ruf. Davon ist kaum etwas übrig geblieben. Allein der Sufismus, also die islamische Mystik, scheint noch davon zu zehren. Bereits Goethe hatte den mystischen Aspekt des Islam positiv hervorgehoben. Während der österreichische Orientalist Joseph von Hammer-Purgstall den persischen Klassiker Hafis als weinseligen Liebesdichter übersetzte, erkannte Goethe in Hafis die „mystische Zunge“. Vom Pantheismus Spinozas geprägt, fand Goethe leichten Zugang zum Wechselspiel von Spiritualität und Weltlichkeit, das Hafis zur Meisterschaft entwickelt hatte. Seither gilt im Westen die liebestrunkene islamische Mystik als positives Gegenbild zu Orthodoxie und religiöser Engstirnigkeit.

Dieses nicht falsche, aber einseitige Bild hat sich bis in die Gegenwart gehalten und in die islamische Welt zurückgewirkt. Die Bewegung des türkischen Predigers Fethullah Gülen verweist gern auf ihre Anleihen beim Sufismus, was ihre ansonsten eher orthodoxe religiöse Orientierung gut kaschiert. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan macht Gülen für den Putschversuch vor einigen Wochen verantwortlich und verfolgt echte und vermeintliche Anhänger unnachsichtig. Früher aber waren beide Weggefährten. Zusammen mit Erdoğan soll Gülen eine Zeit lang den im türkischsprachigen Teil Zyperns wirkenden Sufi-Meister des Naqschbandia-Ordens, Scheich Nazim, frequentiert haben. Scheich Nazim, so wird kolportiert, habe Erdoğans neuosmanische Visionen jedoch nicht teilen wollen, sodass sich ihre Wege bald trennten.

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Mehrere Tote nach alternativer Krebsbehandlung in NRW

Das biologische Krebszentrum Bracht: Hier sollen die drei Todesopfer kurz vor ihrem Ableben behandelt worden sein © Henning Kaiser/DPA
Mehrere Patienten, die sich in einer alternativen Krebsklinik nahe der niederländischen Grenze behandeln ließen, sind in kurzen Abständen auf mysteriöse Weise gestorben. Die Behörden warnen weitere Patienten vor einer Therapie in dem Haus.

stern.de

Nach dem Tod mehrerer Patienten einer alternativen Krebsklinik am Niederrhein machen sich die Behörden Sorgen um die Gesundheit weiterer Kranker, die dort behandelt wurden. Sie riefen alle Patienten des Krebszentrums Brüggen-Bracht auf, sich zu melden. Drei Patienten, die in der vergangenen Woche in der Klinik an der Grenze zu den Niederlanden behandelt wurden, sind wenige Tage danach gestorben. Die Ursache ist noch nicht bekannt.

„Wenngleich eingehendere medizinische Untersuchungen noch zeigen müssen, was sich genau zugetragen hat, besteht derzeit ein konkretes Gesundheitsrisiko für Patienten, die sich in diesem Krebszentrum einer Behandlung unterzogen haben“, heißt es in dem gemeinsamen Aufruf der deutschen und der niederländischen Polizei. Auch Patienten, die sich schon früher in dem Biologischen Krebszentrum Brüggen-Bracht haben behandeln lassen, wurden gebeten, sich bei der Polizei in Mönchengladbach oder in den Niederlanden zu melden.

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Pseudo-wissenschaftliches Gibberish und der Zeitgeist

Bild: Sony Pictures
Die neue Ghostbusters-Adaption ist ein mediokrer Film, aber kulturgeschichtlich nicht ganz uninteressant.

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Die Ghostbusters-Adaption, der am Donnerstag in die deutschen Kinos kommt, ist ein Film, der bislang vor allem deshalb Aufmerksamkeit erregte, weil seine Rezension durch Milo Yiannopoulous dazu führte, dass der bekannte Kolumnist „lebenslang“ bei Twitter gesperrt wurde (vgl. Türkische Verhältnisse bei Twitter). Zwischenschritte hin zu dieser Sperre waren eine Twitter-Auseinandersetzung zwischen dem homosexuellen Gründer der Initiative Gays-for-Trump und der schwarzen Ghostbusters-Darstellerin Leslie Jones, die ihm dort vorwarf, ein „Onkel Tom der Schwulen“ zu sein. Nachdem Milo-Fans auf diesen Tweet mit ähnlicher Munition reagierten, beklagte sich Jones über „Hassbotschaften“ und wurde von Yiannopoulous darüber belehrt, dass jeder, der sich halbwegs exponiert, solche Botschaften bekommt. Darauf hin löschte Jones ihr Twitter-Account angeblich „unter Tränen“ – und das Unternehmen sperrte den vermeintlichen Verursacher, was einen #FreeMilo-Hashtag und zahlreiche Medienmeldungen dazu zur Folge hatte.

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Sicherheitstechnik: Ein Bombengerät

Bombendetektor ohne Batterie: Die Energie kommt angeblich vom Benutzer. (Foto: Khalil Al-Murshidi/AFP)
Der Sprengstoff-Detektor ADE 651 hat viele merkwürdige Eigenschaften. Vor allem funktioniert er nicht. Warum verwenden Sicherheitsdienste im Nahen Osten den „Zauberstab“ bis heute?

Von Moritz Baumstieger | Süddeutsche.de

Ist im Wagen Sprengstoff versteckt? Als ein schwarzer Mercedes am vergangenen Dienstag in die Tiefgarage des Einkaufszentrums Le Mall nahe Beirut fahren will, hält ihn ein schmächtiger Wachmann der „Middle East Security“an. Er richtet ein merkwürdiges Gerät auf das Auto, wie auf Fotos zu sehen ist. Vorne erinnert sein Bombendetektor an eine Pistole, nur dass anstelle eines Laufs eine Antenne angebracht ist. Den Arm zu exakt 90 Grad angewinkelt, schreitet der Sicherheitsmann das Fahrzeug ab. Reine Routine. Sprengstoffkontrollen gehören in Beiruts Malls zum Standard-Shoppingerlebnis. Das Gerät schlägt nicht an, der Mercedes darf weiterfahren.

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Albert der Erste: Genetik widerlegt Verschwörungstheorie

Grab von König Albert I. und Königin Elisabeth in der Kirche Notre-Dame von LaekenBild: Virginie Lefour/BELGA
Seit dem tragischen Tod von König Albert dem Ersten im Jahr 1934 in Folge eines Bergunfalls ranken sich Verschwörungstheorien über die wahren Umstände des Unglücks. Die Theorie, dass seine Leiche erst später an den angeblichen Absturzort gebracht wurde, kann man jetzt, 82 Jahre nach der Tragödie, aber offenbar weitgehend ausschließen.

Von Roger Pint | BRF

„Marches-les-Dames, hier stürzte König Albert der Erste vom Berg und zog sich dabei tödliche Kopfverletzungen zu. Man sieht noch den blutbeschmierten Stein“ – ein Ausschnitt aus einer historischen Reportage.

  1. Februar 1934, Marches-les-Damesn, unweit von Namür: König Albert der Erste geht seinem liebsten Hobby nach: Er klettert. Der passionierte Bergsteiger kennt die steilen Felsen am Ufer der Maas. Um 15:30 will er noch die „Roche du Bon Dieu“ besteigen, doch der „liebe Gott“, dem der Felsen gewidmet ist, bringt ihm Unglück.

Wie eine Untersuchung später ergab, griff der König in einen Felsvorsprung, um sich hochzuziehen, doch der Stein brach ab. Albert stürzte in die Tiefe. Unten schlug er mit dem Kopf auf einem Stein auf, danach rollte er noch knapp 50 Meter den Hang hinunter. So zumindest die offizielle Version…

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Machthungrige Föten, der «Dude» als Prophet und Sex mit der Hohepriesterin: Die 13 durchgeknalltesten Religionen

Der Mensch als Negativposten. Bild: Youtube
Das Internet ist voll von Listen mit bizarren Religionen. Auffällig ist, dass die etablierten Religionen darin meist nicht vorkommen. Dabei sind für nüchterne Agnostiker im Grunde alle Religionen bizarr.
 

Von Daniel Huber | watson.ch

Doch die etablierten Religionen haben den Vorteil, dass sie schon lange da sind. Und sie zählen ihre Gläubigen nach Millionen, wenn nicht Milliarden. Deshalb beschäftigen wir uns hier nicht mit ihnen, sondern mit ein paar eher jungen Religionen, denen man von weitem ansieht, dass sie gaga sind. Hier 13 Beispiele:

«Rette den Planet, bring dich um!»

Die 1992 von Chris Korda gegründete Church of Euthanasia ist nicht gerade das, was man einen menschenfreundlichen Verein nennen könnte. Die Religion, deren erklärtes Ziel die freiwillige Bevölkerungsabnahme zur «Wiederherstellung der Balance zwischen den Menschen und den anderen Spezies auf der Erde» ist, hat die in manchen fundamentalistisch-ökologischen Kreisen anzutreffende Menschenfeindlichkeit auf die Spitze getrieben. Wenn Menschen in grosser Zahl sterben, jubeln die Euthanasier. Die Anschläge vom 11. September 2001 feierte die «Church» mit einem Videoclip, in dem sie die Schreckensbilder mit Hardcore-Pornographie mixte.

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Confessions of a Former Apocalypse Survival Guide Writer

Covers from several survival and prep guides available on Amazon.
The first time I bid on a freelance job to ghostwrite a doomsday survival guide, I was only asked one question: Did I have experience writing for middle-aged Republican men? I told the client that I had experience writing for a wide variety of ages and political affiliations, which was noncommittal enough to be true.

By Christopher Moyer | MOTHERBOARD

The client said, “Sounds good, bro.”

We were off to the races.

It was 2009, and a surprisingly high number of people thought society might collapse in 2012, on or around December 21, in accordance with a supposed doomsday prediction in the Mayan long count calendar. (Unsurprisingly, this was not a view held by many scholars of Mesoamerican culture.) The film 2012, which concerns itself with the same subject matter, came out the same year. This was to be the basis for our apocalypse guide, my first. I’d just quit my full-time job and wanted to try my hand at ghostwriting, and this particular job listing was right at the top of the search results on a freelancing website. It certainly sounded more entertaining than most of the other job listings.

I didn’t know anything about the client, let’s call him Dimitri, other than that he lived in Florida, and that he had about $600 for me if I could pump out 100 pages on how to survive the end of the world. The only way to make a living on writing projects at these prices is to do them quickly. In some cases, freelancers are asked to “spin” extant books—that is, to essentially copy the structure and content of those books but to make them new enough to reasonably (and legally) market them as new products. This is related to, but still distinct from the practice of article spinning, in which the same human-written article is quickly reorganized and reworded to create one or more additional “new” articles. (This is often done by software that has a built-in spintax that replaces keywords in the text with synonyms.)

I had no particular survival expertise, but I could regurgitate reliable reference materials as well as anyone else.

I set to work. My plan was to keep the fringe thinking to a minimum and just provide basic entry-level survival information: ways to purify and store water, what foods worked well for stockpiling, signaling and first aid techniques, methods of cooking without electricity, and so forth. I had no particular survival expertise, but I could regurgitate reliable reference materials as well as anyone else.

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Der Kopp-Verlag erklärt uns, warum „mitleiderregende Millennials“ dem Untergang geweiht sind

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Bild: esowatch
Angeblich verkauft der Kopp-Verlag jeden Tag 15.000 Bücher und ist dabei ein unerschöpflicher Quell der Freude. Skandal reiht sich dabei an Weltuntergangsszenario, an ungeahnte Verschwörungen, Umvolkung, UFOs und an alles andere, was die Herzen der besorgten Bürger so bewegt. Viel davon ist tendenziell eher belanglos (Bier selbst gebraut, 3,95 Euro), albern (Jesus, UFOs, Aliens, 17,95 Euro) oder so stereotyp aluhuthaft, dass alle Witze darüber schon gemacht sind (Chemtrails existieren DOCH!, 22,90 Euro).

Von Stefan Lauer | VICE.com

Aber Kopp veröffentlicht daneben auch Bücher und Artikel, die den Verfassungsschutz dazu bewogen haben, den baden-württembergischen Verlag zu beobachten.

Die Profis bei Kopp wissen aber auch, was im Internet immer gut geht: Listen nämlich. Gestern erschien auf der Website des Verlages ein Artikel namens „Schockierend einfache Fertigkeiten, von denen unsere Jugend keine Ahnung hat“. Mike Adams, ein Autor, der ansonsten über die „Zombieapokalypse der Pokémon-Rattenfänger“ schreibt, oder darüber, dass Kinder zu Transsexuellen gemacht werden, hat „40 Dinge, von denen unsere mitleiderregenden Millennials keine Ahnung haben“ gesammelt.

Weil es hier um einen Artikel bei Kopp Online geht, ist die Apokalypse natürlich nicht fern. Alle „Millennials“ sind „nur ein einziges Ereignis davon entfernt (…), durch irgendeine Störung (einen Stromausfall, eine Naturkatastrophe etc.) im Zuge der natürlichen Selektion aus dem menschlichen Genpool geworfen zu werden.“ Es geht also um ALLES. Das Überleben der Menschheit steht in Frage.

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Kontroversen um Reiki im katholischen Krankenhaus

Bild: svz.de
Bild: svz.de
Alternative medizinische Methoden wie Reiki werden vermehrt im öffentlichen Gesundheitswesen eingesetzt. Sechs erfahrene Reiki-Therapeuten arbeiten seit einigen Jahren an einem berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhaus in Berlin mit und wollen durch spezielle Entspannungstechniken und energetische Behandlungen die Heilung der Patienten unterstützen (MD der EZW 8/2012, 301f).

Von Dr. Michael Utsch | Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen

In der Zeitschrift eines katholischen Ärzteverbands wurde darauf hingewiesen, dass die weltanschauliche Basis von Reiki sich von anderen Glaubenssystemen unterscheide und deshalb die Anwendung bei manchen Patienten spirituelle Konflikte hervorrufen (Maria Arvonio: Cultural competency, autonomy, and spiritual conflicts related to Reiki/CAM therapies: Should patients be informed? The Lineare Quarterly 81/2014, 47-56). Die Autorin zeigt in ihrem Aufsatz die ethischen Konflikte auf, die bei Reiki-Anwendungen als einer säkularen, alternativmedizinischen Behandlungsmethode entstehen können, weil der weltanschauliche Hintergrund erheblich sei und meist nicht vermittelt werde. Aus Sicht dieser katholischen Krankenschwester können Reiki und weitere komplementäre und alternativmedizinische Verfahren (CAM) nicht in einem katholischen Krankenhaus angewendet werden, weil sie der katholischen Lehre widersprechen würden. Die Autorin, die als Pflegedienstleitung in einem katholischen Krankenhaus in New Jersey arbeitet, argumentiert mit den fachlichen Qualitätskriterien professioneller Krankenpflege. Durch diese Standards sollen Autonomie und die kulturellen sowie religiös-spirituellen Glaubensüberzeugungen des Patienten geschützt werden. Um Konflikte zu vermeiden, hat die Krankenschwester für ihr Haus ein Formblatt zur schriftlichen Einwilligungserklärung für alternativmedizinische Behandlungen entwickelt, auf dem der Name und Ausbildungsgrad des Behandlers sowie die Methode und der weltanschauliche Hintergrund der Behandlung festgehalten werden. Bestmögliche Transparenz ist auf dem undurchsichtigen Feld der Alternativmedizin hilfreich, um Konflikte zu vermeiden.

Maria Arvonio: Cultural competency, autonomy, and spiritual conflicts related to Reiki/CAM therapies: Should patients be informed? The Lineare Quarterly 81/2014, 47-56. Doi: 10.1179/2050854913Y.0000000007

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4034623/

Nicht nur tote Tigerbabies

Bild: ariva.de
Bild: ariva.de
Beim Stichwort Buddhismus denken viele Menschen an Meditation, Transzendenz, Friedfertigkeit und lächelnde glatzköpfige Mönche. Ein ganz anderes Bild des Buddhismus zeichnet sich derzeit in Thailand ab – eines, das international ausstrahlt…
 

Von Robert Spring | evangelisch.de

Der „Klub der Auslandskorrespondenten in Thailand“ (FCCT) ist bis auf den letzten Platz besetzt. Gut zweihundert Journalisten und Interessierte sind am Abend des  22. Juni zu der Podiumsdiskussion „Religion in der Politik“ gekommen. „Dieser Titel war einer der Kompromisse, die wir eingehen mussten, damit die Veranstaltung überhaupt stattfinden durfte“, erläutert FCCT-Vorsitzender Nirmal Gosh.

Das ursprüngliche Thema „Buddhismus in Thailand – gekapert von der Politik?“ hatten Polizei und Militär als „Gefährdung der nationalen Sicherheit“ gewertet und drohten mit einem Verbot der Veranstaltung. Willkommen im Thailand der Militärjunta, die sich selbst euphemistisch „Nationaler Rat für Frieden und Ordnung“ (NCPO) nennt.

Der Theravada-Buddhismus ist tief in den politischen Machtkampf verwickelt

Zwei Skandale erschüttern in diesen Tagen den thailändischen Buddhismus: der Tigertempel und der massive Korruptionsvorwurf gegen den charismatischen Abt der mächtigen Dhammakaya-Sekte. Beide Skandale sind nur Symptome der Krise des Buddhismus in Thailand. Viele Äbte im feudalistisch strukturierten thailändischen Buddhismus leben ein Luxusleben, lassen sich teuer für Vorträge und Meditationskurse in den USA und Europa bezahlen, sind in Korruptions- und Sexskandale verwickelt und betreiben mit dem Verkauf von Schutzamuletten die schwunghafte Version des buddhistischen Ablasshandels.

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A Judge Is Forcing These Antivaxxer Parents to Take Their Kids to a Doctor

Image: Prayers for Ezekiel/Facebook
Image: Prayers for Ezekiel/Facebook
An antivaxxer Canadian couple that was convicted after the death of their son from meningitis has been released on bail, but with some unusual requirements.

By Kaleigh Rogers | MOTHERBOARD

The parents must take their three other children to a medical doctor within two weeks, and follow whatever advice the doctor gives. It’s the latest twist in an ongoing battle over whether parents have the right to choose alternative care for their kids—even if it might put them at risk.

The story began back in 2012, when 18-month-old Ezekiel Stephan died after suffering from meningitis. His parents, David and Collet Stephan, are proponents of alternative medicine (David’s family owns a multi-million dollar company that sells natural remedies).

Rather than take him to a doctor, they consulted a naturopath and spent two weeks treating him with alternative remedies including hot pepper smoothies and echinacea tinctures.

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Reichsbürger nehmen Kanzlerin Merkel ins Visier

Homepage der "Exilregierung" / friedensvertrag.info
Homepage der „Exilregierung“ / friedensvertrag.info
Die Bundesrepublik ist illegal, die Kanzlerin eine „Verbrecherin“: Um die Regierung zu „entlarven“, haben sogenannte Reichsbürger versucht, Merkel den Gerichtsvollzieher auf den Hals zu hetzen.

DIE WELT

Die Bundesrepublik – ein einziger Betrug? Weil sogenannte Reichsbürger überzeugt sind, dass das Deutsche Reich bis heute fortbesteht, sprechen sie den Gesetzen, Behörden und Gerichten der Bundesrepublik jegliche Legitimität ab. Und versuchen, mit teils äußerst aggressiven Protestaktionen auf allen Ebenen das vermutete Komplott aufzudecken.

Dem MDR-Magazin „Exakt“ zufolge sind nun sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsident Joachim Gauck ins Visier der Verschwörungstheoretiker geraten. Hierfür hätten sich Unbekannte eines Tricks bedient, der Merkel und Gauck im schlimmsten Fall Schulden in Millionenhöhe und die Zwangsvollstreckung beschert hätte.

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