Wenn es quakt wie eine Ente, war es im Zweifel die Regierung

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Bigfoot, Osama Bin Laden und Prinzessin Diana betreten gemeinsam eine Bar. „Das kann kein Zufall sein“, denkt der Barkeeper und zückt sein Smartphone – Eine Replik

Jan Skudlarek | TELEPOLIS

Wie unserem Barkeeper geht es nach wie vor vielen Kommentatoren in der Causa Epstein. Auch zwei Wochen post mortem sind die Stimmen nicht verebbt, die behaupten, der Tod von Jeffrey Epstein sei kein Freitod gewesen, sondern ein Mord und der Mord nicht irgendein Mord, sondern ein Auftragsmord und der Auftragsmord nicht irgendein Auftragsmord, sondern natürlich ein Auftragsmord mit Hintermännern im neunten Höllenkreis der milliardenschweren Machtelite. „Das kann kein Zufall sein“, beten ganze Kommentarspalten im Chor.

Wenn es hierfür keinerlei Beweise gibt: halb so wild. Wenn der Autopsiebericht das Gegenteil berichtet: Hey, Schwamm drüber. Wenn die seriösen Medien darüber nicht berichten: Die sind halt Teil der Verschwörung!

„Man wird ja wohl noch andeuten dürfen, dass es kein Selbstmord war“, so der Tenor. Einfach so. Aus einem Bauchgefühl heraus. Und zwar bitte schön ohne gleich „Verschwörungstheoretiker“ genannt zu werde für diese … nun ja … wie soll man sagen … Theorie, über die, äh … große Verschwörung? Ach, egal. Wie dem auch sei: Wer das V-Wort verwendet, ist der Feind. Der Feind, der Paketband über die Münder nonkonform redender Kritiker klebt. Antiaufklärerisch und womöglich von Strippenziehern bezahlt.

So oder so ähnlich liest man es.

Fakt eins: Ich habe einen Artikel zum Thema Epstein-Verschwörungsdenken geschrieben. Fakt zwei: Man wirft mir vor, ein systemkonformer Naivling zu sein. Fakt drei: Diese Resonanz ist sowohl vorhersehbar als auch inhaltlich deplatziert.

Ich glaube nicht fraglos an Selbstmord, wie mir vorgeworfen wird: Fall Epstein: Journalisten, die fraglos an Selbstmord glauben. Das stand auch nirgends so in meinem Artikel. Ich habe vor allem darauf hingewiesen, dass konspirative Spekulation – im Fall Epstein und ganz allgemein – als das benannt werden muss, was sie ist: konspirative Spekulation.

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Theologe schreibt über „Fake News“ rund um die Bibel

Märchen-Bibel (Bild: Twitter/Caleb Kaltenbach)

Durch soziale Medien wie Twitter haben Falschmeldungen heutzutage Konjunktur. Doch auch schon vor 2.000 Jahren gab es Autoren, die „Fake News“ verbreiteten. Einen Faktencheck der Bibel hat der Theologe Simone Paganini vorgenommen.

Christine Süß-Demuth | evangelisch.de

Der Wahrheitsgehalt der biblischen Aussagen beschäftigt Gläubige und Wissenschaftler seit Jahrhunderten. Jetzt hat der katholische Theologe Simone Paganini (Aachen) das Buch der Bücher augenzwinkernd einem Faktencheck unterzogen. Über die Falschmeldungen der Bibel berichtet er in seinem Buch „Von Evas Apfel bis Noahs Stechmücken“. Es ist an diesem Montag (19. August) im Freiburger Herder-Verlag erschienen.

Was Bibelwissenschaftler schon lange wissen, will Paganini auch den Laien verdeutlichen: Die meisten biblischen Texte seien weder historisch zu verstehen, noch sollen sie naturwissenschaftliches Wissen vermitteln, schreibt er. Dies werde aber noch zu zögerlich wahrgenommen, kritisiert der Theologe. So gebe es auch heute noch viel Menschen, die auf „der absoluten Wahrheit der Bibel beharrten“ und andere, die der Bibel jeglichen Wahrheitsgehalt absprächen. Beide hätten Recht und Unrecht zugleich.

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Elternpaar wegen streng veganer Ernährung der Tochter verurteilt

Das Mädchen bekam jahrelang kein Fleisch oder tierische Nahrungsmittel. – foto-begsteiger.com / United Arc

Ein Baby wurde streng vergan ernährt. Mit 19 Monaten hatte es noch überhaupt keine Zähne und wog nicht einmal fünf Kilogramm. Die Eltern kamen vor Gericht.

Die Presse.com

Wegen der streng veganen Ernährung seiner kleinen Tochter ist ein Elternpaar aus Australien zu jeweils 300 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden. Um eine Gefängnisstrafe kamen die 33-jährige Mutter und der 35-jährige Vater am Donnerstag in Sydney herum.

Die beiden hatten ihr Baby in den ersten eineinhalb Lebensjahren strikt ohne Fleisch oder andere Lebensmittel von Tieren ernährt. Das Mädchen bekam Obst, Haferflocken, Kartoffeln, Reis, Tofu, Brot, Erdnussbutter und Reismilch.

Das Kind war dann erst so weit entwickelt wie normale Kleinkinder im Alter von drei Monaten. Mit 19 Monaten hatte es noch überhaupt keine Zähne und wog nicht einmal fünf Kilogramm.

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„Strahlen-Tsunami“ – Jetzt formiert sich der Widerstand gegen 5G

Brüssel: Die Stadt hat weltweit mit die strengsten Vorschriften für Handystrahlung Quelle: Getty Images/N.BELLEGARDE

Mit jedem 5G-Mast, der errichtet wird, wächst der Protest gegen das superschnelle, mobile Netz: In Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Gegner haben eine attraktive Erzählung. Und die spielt ausgerechnet in der EU-Hauptstadt.

Hannelore Crolly | WELT

Selten gelingt es einer regionalen Umweltministerin mit einem einzigen Satz, in der ganzen Welt Schlagzeilen zu schreiben. Die Belgierin Céline Fremault, bis vor Kurzem in der Regionalregierung der Stadt Brüssel zuständig für Lebensqualität und Ökologie, schaffte das Ende März. Eine Anmerkung der 45-jährigen Juristin sauste wie ein Blitz durch ganz Europa, ja sogar bis Übersee: „Die Brüsseler sind keine Versuchskaninchen, deren Gesundheit ich für den Profit verkaufen kann“, hatte Fremault gesagt.

Zwar war das wohl nicht ganz so drastisch gemeint, wie es aus dem Zusammenhang gerissen klang. Dennoch wird Fremault bis heute oft und hartnäckig zitiert, selbst wenn sie nicht mehr im Amt ist, nachdem in Belgien Wahlen waren. Aber ihre Aussage kommt all jenen bestens zupass, die vor dem neuen Mobilfunkstandard 5G als Teufelszeug warnen.

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Zeugnis haarsträubender Denkfaulheit: Klimawandel? Gab es schon immer!

Grafik: TP

Ein Pseudoargument als Zeugnis haarsträubender Denkfaulheit: Wie ideologische Verblendung den selbstkritischen Verstand ausschaltet

Timm Herbst | TELEPOLIS

I. Die Hintergründe

1.1 Standard-Pseudoargument

Unter den vermeintlichen „Argumenten“ gegen die Dringlichkeit der Ergreifung hinreichend geeigneter Maßnahmen gegen die Folgen eines menschengemachten Klimawandels und damit mittelbar gegen eine forcierte Energiewende taucht in der Debatte früher oder später beinahe so sicher wie das Amen in der Kirche ein Pseudoargument auf: „Klimawandel gab es schon immer …“

Im Grunde ist das ein Rückzugspseudoargument, welches indirekt eingesteht, was vor noch nicht allzu langer Zeit glattweg geleugnet wurde: Dass sich aktuell das Klima erwärmt. Dieser Standpunkt ist heutzutage angesichts der immer klareren Daten– und Faktenlage nur noch vereinzelt anzutreffen. Man will sich nicht mehr mit einer offenkundig kontrafaktischen Haltung lächerlich machen. Nur die Klimaerwärmung anzuerkennen, welche zuvor vehement abgestritten wurde, ohne das ehrliche Eingeständnis, sich früher fundamental geirrt zu haben, ist zumindest ein Indiz für Unglaubwürdigkeit und fehlende Seriosität und untermauert, dass es dieser Fraktion oftmals in Wahrheit gar nicht um den Klimawandel geht, sondern darum, die Energiewende zu torpedieren.

1.2 Klimawandel als Scheindebatte gegen Energiewende

Genau dieser Sachverhalt bedarf einer stärkeren Bewusstwerdung: Die Leugnung eines [menschengemachten] Klimawandels ist kein Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck: Der Leugnerfraktion geht es i.d.R. darum, eine Energiewende weg von konventionellen und nuklearen Energieträgern hin zu erneuerbaren zu bremsen, zu torpedieren, zu unterminieren oder gar zu verhindern.

Eine hinreichend kompetent geregelte Energiewende konterkariert die Geschäftsmodelle von Konzernen und Branchen, die zu den einflussreichsten weltweit zählen: Ölkonzerne und die Kohle- sowie Automobilindustrie. Diese haben schon vor Jahrzehnten Lobbyorganisationen gesponsert (z.B eike), die wider besseren Wissens den menschengemachten Klimawandel leugnen.

1.3 Energiewende

Was meint Energiewende? Hinsichtlich der Kritik oder Vorbehalten gegenüber der Energiewende gilt es trennscharf zu differenzieren zwischen dem Konzept/der Idee und der tatsächlich politischen Umsetzung.

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Homöopathie: Der Betrug, gegen den keiner zu klagen wagt

Foto: istockphoto.com/at/portfolio/PicLeidenschaft

Europäische Staaten verschärfen die Gangart gegen die Pseudomedizin, auf EU-Ebene behält das Globuli-Business noch rechtliche Privilegien, die den Arznei-Betrug unterstützen.

Christian Kreil | DERSTANDARD/Diskurs

Homöopathische Zaubermittelchen dürfen als Medizin verkauft werden, an die strengen Zulassungsbestimmungen für Arzneimittel sind die Globuli aus Milchzucker allerdings nicht gebunden. So lässt sich die Arzneimittelrichtlinie der EU aus dem Jahr 2001 auf den Punkt bringen. Homöopathika gelten demnach als Medizin, weil die Hersteller es behaupten und nicht, weil sie eine Wirkung nachweisen können. Die „Initiative Homöopathie“ macht in einem offenen Brief an die Abgeordneten der Europäischen Parlaments Druck, dieses absurd anmutende Arzneimittelprivileg für Homöopathika auf europäischer Ebene zu Fall zu bringen. Der Hintergrund: Länder wie England, Frankreich und Spanien verschärfen den Ton gegen die Homöopathie in nationalen Alleingängen. Mit anderen Worten: Auf EU-Ebene ist pharmazeutischen Unternehmen mit dem Vertrieb wirkungsloser Produkte nach wie vor ein Betrug gestattet, den immer mehr Regierungen durchschauen und einzudämmen versuchen.

Die Initiative gegen die Sonderstellung der Pseudomedizin ist ehrenwert und nötig. Warum Patienten, Kunden oder Geschädigte noch nie gegen den Betrug mit inhaltslosen Zuckerkugeln geklagt haben, erschließt sich dem Blogger nicht ganz. Was außer Betrug soll der Verkauf von Zucker als Arznei schon sein?

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Sekten: Zum «sozialen Tod» verurteilt

Die strengen Regeln der Zeugen Jehovas bereiten Fachstellen für Sektenfragen Sorgen. Im Bild die Niederlassung der Organisation in Zürich. (Bild: Andreas Faessler, 31. Juli 2019)

Ein Gedenktag soll die Öffentlichkeit auf eine bedenkliche Praxis der Zeugen Jehovas aufmerksam machen.

Andreas Faessler | Luzerner Zeitung

Aus der im Jahre 1870 von Charles Taze Russell in Amerika gegründete Bibelforscherbewegung, auch Wachtturm-Gesellschaft genannt, sind im Laufe der Zeit mehrere weitere religiöse Glaubensgemeinschaften hervorgegangen. Die bekannteste von ihnen sind die Zeugen Jehovas. Am 26. Juli 1931, exakt vor 88 Jahren, gab Joseph Rutherford, zweiter
Präsident der Wachtturm-Gesellschaft, der abgespalteten Organisation diesen neuen Namen und wandelte die bisher nach den lockeren Regeln Russells lebende Gemeinschaft in eine straffe Organisation um, deren Regeln in den Folgejahren immer strenger wurden.
Rutherfords Nachfolger, Nathan Knorr, erweiterte den Regelkatalog in den 1960er-Jahren um einen besonders denkwürdigen Punkt: Der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas wurde ein striktes Kontaktverbot zu ehemaligen Mitgliedern auferlegt, auch wenn es sich dabei um enge Familienangehörige handelt.

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Hilfe, die Schamanen sind los – und treiben in der Schweiz ihr Unwesen

Indianerhäuptling Chief Dancing Thunder. Bild: watson.ch

Der vermeintliche Schamane Chief Dancing Thunder ist auf Trauma-Therapien spezialisiert und führt in Zürich ein Seminar durch.

Hugo Stamm | Watson.ch/Blog

Esoterische Ideen zeichnen sich dadurch aus, dass alle alten spirituellen Traditionen und Heilsverfahren als äussert sanft und wirksam gepriesen werden. Vor allem aber stehen sie im Ruf, der menschlichen Natur gerecht zu werden. Im Gegensatz zu den auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und technischen Hilfsmitteln basierenden modernen Methoden.

Bei den esoterischen Heilmethoden und den komplementären Therapien sind angeblich immer spirituelle Energien im Spiel. Oft auch Geistwesen und göttliche Kräfte, die Geistheiler auf die Patienten übertragen.

Prototypen dieser naturverbundenen Heiler, die altes Wissen und heilerische Traditionen verkörpern, sind die Schamanen. Der Neo-Schamanismus ist ein erfolgreicher Zweig der modernen Esoterik. Die New-Age-Bewegung holte die verbliebenen Schamanen aus der Versenkung und zerrte sie ins Rampenlicht. Und der Erfolgsautor Carols Castaneda hauchte ihnen mit seinen unsäglichen Schinken neues Leben ein. Und plötzlich tauchten Tausende von Schamanen auf, die sich Chief oder Häuptling nennen.

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FBI warnt vor Verschwörungstheorien

Bild: TP

Das FBI hat erstmals im Mai in einem Dokument, das über Yahoo News bekannt wurde, Verschwörungstheorien als „heimische Terrorbedrohung“ bezeichnet. Heimische Terroristen, die von Verschwörungstheorien motiviert sind, seien eine wachsende Gefahr. Sie sei nicht neu, habe sich aber durch das Internet verstärkt.

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Hingewiesen wird etwas auf QAnon, das Verschwörungstheorien über den tiefen Staat gegen Präsident Trump verbreite. Aus dem Kontext kam auch das im Präsidentschaftswahlkampf hochgekochte Pizzagate-Gerücht, dass ein Pädophilenring, dem Hillary Clinton und andere demokratische Politiker angehören sollen, von einer Pizzeria in Washington betrieben werden. Verwiesen wird auch auf den Attentäter, der im Oktober 2018 aufgrund einer Migrationsverschwörungstheorie einen Anschlag auf eine Synagoge in Pittsburgh begangen und 11 Menschen getötet hat.

Während der Präsidentschaftswahlen 2020 würden solche Verschwörungstheorien oder Gerüchte noch stärker werden, so das FBI, das sagt, „dass diese Verschwörungstheorien sehr wahrscheinlich im modernen Informationsmarkt entstehen, sich verbreiten und weiterentwickeln und manchmal Gruppen oder einzelne Extremisten dazu bringen, kriminelle oder gewalttätige Taten zu begehen“. Das könne sich gegen bestimmte Personen, Orte oder Organisationen richten. Die Warnung basiere auf Aussagen von Extremisten, die Straftaten oder Gewalt begangen oder geplant hatten.

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Mehr als jeder Vierte glaubt an Telepathie und Wunderheilungen

15 Prozent glauben daran, dass eine Kontaktaufnahme mit Verstorbenen möglich ist.Foto: APA/Anniev Kosta

Frauen abergläubischer als Männer – Glaube an Hellseherei und Magie nahm laut Spectra-Umfrage leicht zu

DERSTANDARD

Mehr als ein Viertel der Österreicher glaubt an Gedankenübertragung, Wunderheilungen und übersinnliche Wahrnehmungen. Das ergab eine Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts Spectra.

Telepathie halten 28 Prozent der 1.000 in persönlichen Interviews befragten Über-15-Jährigen für plausibel, Wunderheilungen – etwa durch Handauflegen oder Energieübertragung – 27 Prozent und übersinnliche Wahrnehmungen 26 Prozent. Im Mittelfeld rangieren Hellsehen (19 Prozent), Magie (17 Prozent), Wiedergeburt (16 Prozent) und die Kontaktaufnahme mit Verstorbenen (15 Prozent). Am unteren Ende der Skala sind Telekinese (zehn Prozent), Geisterbeschwörung und Hexerei (je sieben Prozent) sowie Exorzismus (sechs Prozent) und UFO-Sichtungen (fünf Prozent) – Zitat spectra – in der Kategorie „Humbug“.

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Zeigen Originalquellen von Behörden gezielte Wettermanipulation?

Themenbild. Bild von Hermann Traub auf Pixabay

Wenn man sich durch die Blogs und Seiten von Verschwörungstheoretikern klickt, trifft man zumeist auf dubiose oder gar keine Quellen.

Von Ralf Nowotny | MIMIKAMA

Umso erstaunlicher, dass der Blog von Dagmar Neubronner zum Thema „Wettermanipulation“ auch tatsächlich offizielle, seriöse Quellen nennt.
Doch passen die Quellen auch zu den Behauptungen?

Wahre Ursachen der Klimaprobleme Ich habe Quellen rausgesucht – UNO, EU, US-Verteidigungsministerium und US-Militär -…

Gepostet von Dagmar Neubronner am Sonntag, 28. Juli 2019

Frau Neubronner ist in der Esoterik-Szene nicht unbekannt, 2007 und 2008 hatte sie auch mehrere TV-Auftritte, in denen sich sich für „Homeschooling“ (also Schulunterricht zu Hause) einsetzte, da sie ihre Kinder nicht auf eine Bremer Schule gehen lassen, sie stattdessen daheim nach ihren eigenen esoterisch-spirituellen Methoden unterrichten wolle.

Im Folgenden werden wir uns die einzelnen Aussagen ihres Beitrages „Gezielte Wettermanipulation“ betrachten und ihre Quellen auswerten.

Dokument 1

Hier wird auf das „Übereinkommen über das Verbot des militärischen oder feindlichen Einsatzes von Techniken zur Veränderung der Umwelt“ vom 10. Dezember 1976 verwiesen. Insbesondere wird dieser Absatz des Übereinkommens herausgestellt:

„Folgende Beispiele zeigen Möglichkeiten auf, welche durch die Benutzung von Umweltmanipulations-Techniken verursacht werden könnten: Erdbeben, Tsunamis, die Unterbrechung der ökologischen Balance einer Region, Änderung der Wettermuster (Wolken, Niederschlagsmenge, Zyklone und Tornados), Änderungen in Klima-Mustern und in Meeresströmungen, Änderungen des Zustandes der Ozonschicht und der Ionosphäre.“

Jenes Übereinkommen, welches auch ENMOD-Konvention genannt wird, ist ein völkerrechtlicher Vertrag, der 1976 von der Abrüstungskommission der Vereinten Nationen ausgearbeitet wurde. Darin verpflichten sich die Länder, in einem militärischen Konflikt keinerlei Waffen zu benutzen, welche die natürlichen Abläufe der Umwelt manipulieren und stören könnten, aber auch die Nutzung der natürlichen Umwelt als Waffe.

Hintergrund dieser Vereinbarung, welche von mittlerweile 77 Nationen unterzeichnet wurde, ist  der Vietnamkrieg mit seinen Umweltfolgen, in dem auch unter strenger Geheimhaltung US-Piloten im Auftrag der CIA und der Air Force die Wolken über Laos und Nordvietnam künstlich mittels Chemikalien abregnen ließen.

Der auf dem Blog herausgestellte Absatz bezieht sich auf mögliche zukünftige Methoden, welche technisch irgendwann möglich sein könnten. Diese werden als Beispiele genannt, um klarer herauszustellen, welche Art der Wettermanipulationen ebenfalls durch dieses Übereinkommen verboten sind.

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Scientology laut Zeitung auf Dating Plattformen aktiv: „Über die Hintertür in die Gesellschaft“

Das Hauptquartier der Sekte in Berlin, Quelle: brightsblog

Wer auf Dating-Plattformen unterwegs ist, könnte am Ende bei Scientology landen. Mitglieder der Organisation werben auf bekannten Portalen neue Mitglieder, berichtet die „Welt am Sonntag“. Mittlerweile gebe es auch eine eigene Dating-Seite. 

DOMRADIO.DE

Mitglieder von Scientology haben nach einem Medienbericht in mehreren Bundesländern versucht, über bekannte Datingplattformen im Internet neue Anhänger zu gewinnen. Das berichten Experten verschiedener Beratungsstellen im Gespräch mit der „Welt am Sonntag“.

„Datingportale passen zur Strategie von Scientology, sich über die Hintertür in der Gesellschaft breitzumachen“, sagte Sabine Riede, Leiterin der Beratungsstelle Sekten-Info Nordrhein-Westfalen. Michael Utsch von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) in Berlin bestätigte: „Singlebörsen sind für Scientology ein nützliches Mittel, um neue Mitglieder zu gewinnen, da die Plattformen kaum überwacht werden können.“

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Soll Homöopathie von der Krankenkasse bezahlt werden?

Globuli, die zuckerhaltigen Kügelchen, sorgen immer wieder für Diskussionen. Foto: Getty Images/iStockphoto

Placebos auf Kosten des öffentlichen Gesundheitssystems – Frankreich und Großbritannien drehen den Geldhahn zu, in der Schweiz ist Homöopathie Teil der Grundversicherung

derStandard.at

Homöopathie ist beliebt, aber auch heftig umstritten. Der bisherige Stand der Wissenschaft lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Es gibt keine Krankheiten oder Beschwerden, bei denen Homöopathie nachweislich besser hilft als ein Scheinmedikament, sprich Placebo. Das ist auch der Grund dafür, warum in immer mehr Ländern Globuli und Co nicht mehr vom öffentlichen Gesundheitssystem bezahlt werden. In Großbritannien wurde Ende 2017 eine Leitlinie veröffentlicht, nach der homöopathische Arzneimittel nicht mehr zulasten des National Health Service (NHS) verschrieben werden dürfen.

Frankreich steuert in die gleiche Richtung: Anfang Juli 2019 gab die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn bekannt, dass die Sozialversicherung die Ausgaben für Homöopathika nicht mehr zurückerstatten wird. Die Maßnahme soll mit 1. Jänner 2021 in Kraft treten.

In Österreich werden die Kosten für homöopathische Mittel nur in Ausnahmefällen übernommen – etwa wenn alle schulmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind und eine homöopathische Therapie eine Verbesserung der Situation bringen kann.

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Tödliche Therapie – Bewährungsstrafe für Heilpraktiker

  • Ein Heilpraktiker aus Moers ist für die fahrlässige Tötung von drei Krebspatienten zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.
  • Der Fall hatte bundesweit eine Debatte über das Verfahren zur Zulassung von Heilpraktikern ausgelöst.

Süddeutsche Zeitung

Fahrlässige Tötung in drei Fällen und fahrlässige Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz in vier Fällen – so lautete die Anklage gegen einen Heilpraktiker aus Moers. Jetzt hat ihn das Landgericht Krefeld zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Das Gericht attestierte ihm „schwere Verletzungen der Sorgfaltspflicht“. Im Juli 2016 habe der 61-Jährige den Tod von drei seiner Patienten verschuldet. Ein 55-jähriger Mann aus den Niederlanden, eine 43-jährige Niederländerin und eine 55-jährige Belgierin starben nach einer Behandlung.

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Schluss mit dem Homöopathie-Hokuspokus

In Frankreich wurde entschieden, dass Patienten zukünftig homöopathische Mittel selbst zahlen müssen. Auch in Deutschland ist eine Debatte entfacht. Für Fabian Schmidt gibt es da keine Diskussion.

Fabian Schmidt | Deutsche Welle

Die Homöopathie ist eine obskure Irrlehre. Vermeintliche Heilungserfolge erklärt sie mit einem mystisch-magischen „Gedächtnis des Wassers“, mit „Energie“ und „Schwingungen.“ Dieser Hokuspokus ist um nichts wissenschaftlicher als die Geisterbeschwörungen der Santeria-Vodoo-Priester in Haiti.

Homöopathie ist durch die moderne Medizin eindeutig widerlegt. Damit gehört diese Ideologie allerhöchstens noch ins Gruselkabinett medizinhistorischer Forschung. Am besten legt man sie ganz hinten im letzten Regal ab – weit versteckt hinter den verstaubten, in Alkohol eingelegten Exponaten aus der pathologischen Sammlung von Rudolf Virchow. Denn dessen Grusel-Fundstücke sind immerhin noch ein Teil echter wissenschaftlicher Forschung gewesen und haben vor über einem Jahrhundert den Grundstein gelegt für die heutige moderne Medizin.

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„Ohne Teufel wäre der Glaube zu schön, um wahr zu sein“

Papst Franziskus spricht immer wieder über den Teufel. Was können die Menschen in Deutschland damit anfangen? Spielt der Teufel im Glaubensleben noch eine Rolle? Nein, meint der Bamberger Dogmatiker Jürgen Bründl – und erklärt, warum die Theologie trotzdem am Teufel festhält.

Von Tobias Schulte | katholisch.de

Frage: Herr Bründl, Papst Franziskus redet oft über den Teufel, für manche Theologen zu oft. Wenn Sie an ihre Studenten oder die Gläubigen in den Gemeinden denken: Welche Rolle spielt der Teufel in deren Glaubensleben?

Bründl: Gar keine, in der Regel. Als handlungsbestimmendes Moment hat der Teufel heute keine Aussagekraft. Für einige Menschen ist er aber bisweilen noch eine angstbesetzte Figur, demgegenüber „das ist doch Schmarrn“ eine gesunde Reaktion ist.

Frage: Welche Konsequenz hat es, dass der Teufel im Glaubensleben nicht mehr vorkommt?

Bründl: Es bedeutet einen rationaleren Umgang mit Schuld, der nach Zurechnung fragt. Es ist ein großer Vorteil, wenn man erkennt, dass man selbst Schuld trägt und nicht von einem bösen Geist – oder eben dem Teufel – zu etwas veranlasst wurde.

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Esoterik ist die neue Weltreligion – und sie verblendet die Massen

Der russische Esoteriker Alexander Kalen verkündet bei seinen Seminaren übersinnliche Obskuritäten.Bild: shutterstock.com/watson

Der russische Esoteriker Alexander Kalen ist ein Shootingstar der Szene. Er verbreitet Obskuritäten, die er als Wissenschaft verkauft.

Hugo Stamm | watson.ch

Esoterik der harten Sorte kann bedenkenlos als neue Weltreligion bezeichnet werden. Es ist zwar weder eine klar definierte Heilslehre noch eine geschlossene Glaubensgemeinschaft, doch die pseudospirituelle Lehre hat einen gemeinsamen Kern: Der Glaube an paranormale übersinnliche Phänomene, bei denen alles für wahr gehalten wird, was die Fantasie von überspannten Gurus und spirituellen Meistern ausspuckt.

Diese heterogene Bewegung ist jung, aber trotzdem schon weltumspannend. Selbst in Russland, einem einst marxistisch-atheistischen Grossstaat, wuchert der esoterische Aberglaube in den schillerndsten Farben.

Aushängeschild und exemplarisches Beispiel für das esoterische Phänomen ist Alexander Kalen oder Kalenjuk. Der Esoteriker lässt nichts aus und hat für alles eine esoterische Erklärung.

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Deutschlandfunk Kultur: Eine Eloge für Rassismus, Pseudowissenschaft und Bullshistic

Rudolf Steiner (Bild: public domain)

Die einen verteufeln ihn, nicht nur wegen seiner Rassenlehre. Die anderen vergöttern ihn: Rudolf Steiner. Er begründete die Anthroposophie. Doch wer ihn darauf reduziert, der wird dem einflussreichen Universalgelehrten nicht gerecht.

Ein Kommentar von Philip Kovce | Deutschlandfunk Kultur

Wer Anthroposophie sagt, der denkt an Rudolf Steiner, und wer Rudolf Steiner sagt, der denkt an Anthroposophie. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Ohne Rudolf Steiners Leben und Werk gäbe es beispielsweise keine Waldorfpädagogik und damit keinen Anlass, dieses Jahr den 100. Geburtstag der ersten Freien Waldorfschule in Stuttgart zu feiern.

Und es gäbe auch all die anderen anthroposophischen Jubiläen nicht, die demnächst anstehen: Bis 2025, Steiners 100. Todesjahr, werden noch die von ihm inspirierte anthroposophische Medizin, die freikirchliche Christengemeinschaft sowie die biologisch-dynamische Landwirtschaft 100 Jahre alt.

Nicht verachten oder verehren, sondern verstehen

Doch so sehr sich Rudolf Steiner auch für all diese Initiativen einsetzte, und so oft sich diese Initiativen auch heute noch auf Steiner berufen, so dringend tut es not, sie nicht länger aufeinander zu reduzieren. Denn Steiner war beileibe nicht nur Anthroposoph, und Anthroposophie ist alles andere als bloßer Steiner-Kult.

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Sektenbericht 2018: Mehr Beratungen, viele Staatsverweigerer-Anfragen in Österreich

Die Stelle beschäftigt sich mit Esoterik, Okkultismus und Satanismus.
Foto: Reuters

Die Themen reichen von Esoterik über Satanismus bis zu Verschwörungstheorien und Wunderheilungen

derStandard.at

Die Bundesstelle für Sektenfragen hat der Regierung am Mittwoch ihren Tätigkeitsbericht für 2018 präsentiert. Sie verzeichnete 429 Beratungsfälle, 2017 waren es 402. 95 Prozent der Anfragen betrafen weder gesetzlich anerkannte noch staatlich eingetragene Religions- oder Bekenntnisgemeinschaften. Die meisten Medienanfragen gab es zu Staatsverweigerern.

Im letzten Jahr wandten sich 1.649 Personen an die Bundesstelle. Im Rahmen der psychosozialen Beratung und Begleitung von 429 Beratungsfällen setzten sich 247 Frauen und 182 Männer mit der Einrichtung in Verbindung. Oft bemühten sich nicht die Betroffenen selbst um Hilfe, sondern deren Angehörige. Die meisten Anfragen kamen aus Wien. Insgesamt wurde die Sektenstelle zu 243 Gemeinschaften, Bewegungen, Organisationen, Bereichen und Themen angefragt.

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Koalitionsexperten wollen Zuzahlungen für Homöopathie abschaffen

Globuli sind hoch umstritten.Foto: imago images / STPP

Es ist eine Glaubensfrage: Viele Patienten vertrauen auf Homöopathie. Doch die Stimmen in der Politik mehren sich, die Mittel nicht mehr zu bezuschussen.

DER TAGESSPIEGEL

Nach den Kassenärzten haben sich auch Fachpolitiker der großen Koalition dafür ausgesprochen, die Zuzahlungen der Krankenkassen für homöopathische Mittel abzuschaffen. „Es ist schwer vermittelbar, dass Kosten für Homöopathie teilweise übernommen werden, während an anderer Stelle gespart werden muss“, sagte der Vorsitzende des Bundestag-Gesundheitsausschusses, Erwin Rüddel (CDU), dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Deswegen kann ich mir durchaus ein Ende der Erstattungsfähigkeit vorstellen.“

Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sabine Dittmar, sagte, die Wirksamkeit homöopathischer Mittel sei nicht nachgewiesen. „Ich sehe es deshalb kritisch, dass Krankenkassen und damit die Beitragszahlerinnen und Beitragszahler diese Mittel finanzieren.“ Zuvor hatte sich der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach im Tagesspiegel explizit dafür ausgesprochen, die freiwillige Kostenerstattung durch die Krankenkassen für Homöopathie zu verbieten.

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