Überraschung im Pferdestammbaum

DNA-Vergleiche enthüllen: Przewalsi-Pferde sind doch keine echten Wildpferde © Ancalagon/ CC-by-sa 3.0
Doppelte Überraschung: Unsere Annahmen über die Domestikation der Pferde sind in gleich zweifacher Hinsicht falsch, wie eine DNA-Studie nun enthüllt. Demnach sind die vor 5.500 Jahren in Kasachstan gezähmten Botaipferde doch nicht die Vorfahren aller heutigen Pferderassen – sie sind nicht einmal eng mit ihnen verwandt. Überraschend auch: Die Przewalski-Pferde sind keine Abkömmlinge echter Wildpferde – sie sind bloß verwilderte Hauspferde, wie Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten.

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Die Domestikation der Pferde war ein Wendepunkt in der Kulturgeschichte der Menschheit. Denn mit Hilfe dieser vierbeinigen Helfer konnten unsere Vorfahren erstmals größere Entfernungen überwinden, Lasten effektiv transportieren und ganz neue Techniken in Ackerbau, aber auch Kriegswesen entwickeln. Bisher gingen Forscher davon aus, dass der Ursprung aller Hauspferde in Kasachstan liegt. Dort wurden vor rund 5.500 Jahren erstmals die sogenannten Botaipferde gezähmt und gezüchtet.

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Schon Neandertaler schufen Höhlenkunst

Diese Handabdrücke in der Höhle von Maltravieso in Spanien sind schon mehr als 64.000 Jahre alt. © H. Collado
Von wegen primitiv: Die ältesten Höhlenmalereien stammen nicht von unseren Vorfahren, sondern von Neandertalern. Belege dafür liefert eine nun Datierung von Felsbildern in drei spanischen Höhlen. Demnach sind die Handabdrücke, roten Farbmuster und Linien schon mindestens 64.000 Jahre alt – sie entstanden damit 20.000 Jahre vor Ankunft des Homo sapiens in Europa. Schon die Neandertaler besaßen demnach einen Sinn für Kunst und Symbolik, wie die Forscher im Fachmagazin Science“ berichten.

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Die Fähigkeit zur Abstraktion und zu symbolischen Handlungen galt bisher als Domäne des Homo sapiens. Archäologische Funde zeigen, dass unsere Vorfahren bereits in Afrika Pigmente nutzten und Schmuck herstellten. Nachdem sie dann vor rund 40.000 Jahren Europa besiedelten, schufen sie hier spektakuläre Höhlenmalereien, Musikinstrumente und andere Kunstwerke.

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Fisch mit Blitzlicht-Augen

Der Gelbe Spitzkopf-Schleimfisch kann blaue oder rote Lichtblitze mit seinem Irisfleck unterhalb der Pupille erzeugen. © Michiels et al. / Royal Society Open Science, CC-by-sa 4.0
Farbige Lichtblitze als Sehhilfe: Forscher haben erstmals Hinweise auf eine aktive Lichtortung bei einem tagaktiven Fisch entdeckt. Der im Mittelmeer und Atlantik heimische Spitzkopf-Schleimfisch erzeugt rote und blaue Lichtblitze mit seinen Augen, indem er Sonnenlicht gezielt umlenkt und reflektiert. Experimente belegen, dass er dabei die Farbe der Blitze seiner Umgebung anpasst. Wahrscheinlich helfen ihm die Blitze, seine Beute zu finden, möglicherweise dienen sie aber auch als Signale für Artgenossen, so die Forscher.

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Bisher kannte man das Phänomen nur von Tiefseefischen: Anglerfische, Drachenfische und Co besitzen spezielle Organe, in denen sie durch biochemische Reaktionen Licht erzeugen. Dieses dient ihnen in den dunklen Tiefen des Meeres als Lockmittel für ihre Beute, aber auch als Sehhilfe. Meist unterstützt eine stark reflektierende Schicht im Augenhintergrund dabei ihre Sicht – ähnlich wie die Spiegelschicht in den Augen von Katzen und anderen Nachttieren.

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Gencode der Farben: Die Maler der Natur

Das irisierende Blau des Morphofalters. Bild: Wiener Zeitung.at
Pfauenfedern, Schmetterlingsflügel und bunt schillernde Bakterien: Forscher gehen der Genetik der irisierenden Farben auf den Grund.

Von Eva Stanzl | Wiener Zeitung.at

Pfauenfedern leuchten in lebhaft schillernder Farbenpracht, ebenso wie die erfinderisch gemusterten Flügelpaare zahlreicher Schmetterlingsarten oder die dicken Panzer einiger Käfer. Doch wie die Natur ihren poppigen Schiller malt, ist weitgehend unbekannt. Wissenschafter der britischen Universität Cambridge haben den genetischen Code für die lebende Buntheit ein Stück weit entschlüsselt. Es sei die erste Studie zur Genetik der strukturellen Farbgebung, berichtet das Team in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS).

Villads Egede Johansen vom Institut für Chemie der Universität Cambridge und seine Kollegen haben bestimmte Bakterien aus dem Hafenbecken von Rotterdam untersucht. Es handelt sich dabei um Flavobakterien, die zu metallisch leuchtenden, gelben, grünen, roten, rosa-violetten oder blauen Flächen-Kolonien heranwachsen.

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Pflanzen eroberten das Land früher

Lebermoose, hier Moerckia flotoviana, gehören zu den ursprünglichsten Landpflanzen. Ihre Vorfahren könnten schon vor mehr als 500 Millionen Jahren das Land besiedelt haben. © Des Callaghan/ CC-by-sa 4.0
Meilenstein der Evolution: Die Pflanzen könnten die Landmassen der Urerde früher als gedacht besiedelt haben. Genanalysen deuten darauf hin, dass die ersten Landpflanzen schon vor rund 515 Millionen Jahren existiert haben könnten. Damit ereignete sich einer der folgenreichsten Schritte der Evolution fast 100 Millionen Jahre früher als bisher anhand von Fossilfunden angenommen, wie die Forscher berichten. Für Atmosphäre, Geochemie und Stoffkreisläufe der Erde hatte das entscheidende Auswirkungen.

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Die Besiedlung des Landes durch die ersten Pflanzen war einer der folgenreichsten und wichtigsten Schritte der Evolution auf unserem Planeten. Denn mit der Entwicklung der Vegetation auf den zuvor noch kahlen Landmassen veränderten sich die geochemischen Kreisläufe, neue ökologische Nischen entstanden und in der Atmosphäre nahm der Sauerstoffgehalt zu und der Kohlendioxidgehalt ab.

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USA: Mammutfährten entdeckt

43.000 Jahre alte Fußabdrücke – hinterlassen von Präriemammuts © Greg Shine/ Bureau of Land Management
Eiszeitriesen auf der Spur: Forscher haben im US-Bundesstaat Oregon uralte Mammutfährten entdeckt – darunter auch die eines hinkenden Dickhäuters. Die insgesamt 117 Fußabdrücke umfassenden Spuren hat eine Gruppe von Präriemammuts dort vor etwa 43.000 Jahren hinterlassen. Sie offenbaren nun Erstaunliches über das Sozialverhalten der Dickhäuter: Ähnlich wie heutige Elefanten scheinen sich demnach auch Mammuts um verletzte Gruppenmitglieder gekümmert zu haben.

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Mammuts gelten als die Symboltiere der letzten Eiszeit. Schließlich waren die Dickhäuter damals die am weitesten verbreiteten Großsäuger auf unserem Planeten. Spezies wie das Wollhaarmammut zogen nicht nur in Scharen durch Alaska und Kanada. Funde belegen, dass die Eiszeitriesen sogar bis in den Süden Spaniens wanderten. Ihre nahen Verwandten, die Präriemammuts (Mammuthus columbi), besiedelten zeitgleich weite Teile Nordamerikas und drangen sogar bis nach Mexiko vor.

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Unterkomplexe Kreationisten und ihr Baukasten der Schöpfung

Bild: AG EvoBio

Es ist eine beliebte Strategie der Evolutionsgegner, biologische Merkmale ins Auge zu fassen und zu behaupten, diese seien zu komplex, als dass ihre Entstehung durch Evolution erklärbar sei. Beispielsweise würden die erstaunlichsten Leistungen der Tarnung und Mimikry zu viele aufeinander abgestimmte Anpassungen gleichzeitig benötigen, als dass sie bei verschiedenen Organismengruppen (Taxa) schrittweise und mehrmals unabhängig (konvergent bzw. parallel) evolviert sein könnten. In diese Richtung argumentiert beispielsweise Reinhard JUNKER von der Studiengemeinschaft WORT UND WISSEN, auf dessen Beitrag im Rahmen dieses Artikels eingegangen werden soll.

Von Martin Neukamm, Hans Zauner | AG EvoBio

Tarnung und Mimikry im Ameisennest

Um sich vor Räubern oder Angreifern zu schützen, verfügt die Tierwelt über ein Arsenal von Tarnvorrichtungen. Eine dieser Einrichtungen wird mit dem Begriff Mimese umschrieben. Darunter versteht man das Phänomen, dass sich das betreffende Tier optisch derart seiner Umgebung angepasst hat, dass es mit dem Wahrnehmungs-Hintergrund seiner Feinde verschmilzt und nicht mehr als Beute oder Eindringling wahrgenommen werden kann.

Zu den erstaunlichsten Beispielen mimetischer Anpassung zählen die so genannten „myrmecophilen“ Tiere. Das sind vorrangig Käfer bestimmter Entwicklungslinien, die als „Untermieter“ die Nester von Ameisen und Termiten bevölkern. Ein Ameisennest ist eine schwierige ökologische Nische, denn die Ameisen haben ja zunächst einmal nichts davon, wenn Käfer ihren Bau besiedeln. Ameisen sind äußerst wehrhafte Tiere und befördern unerwünschte Gäste rasch aus ihrem Bau oder bringen sie um. Eine Möglichkeit, sich dagegen zur Wehr zu setzen, besteht darin, sich evolutiv ein ameisenähnliches Aussehen zuzulegen. Die Käfer mischen sich unter die Ameisenmenge und werden in Ruhe gelassen. In manchen Nestern gibt es sogar Vertreter mehrerer Käfergattungen, die jeweils so aussehen wie ihre gastgebenden Ameisen – obwohl andere Mitglieder dieser Gattungen eher wenig Ähnlichkeit miteinander haben.

Ein ähnlicher Tarnmechanismus ist die so genannte Mimikry, wonach die Tiere optisch und in ihrem Verhalten giftige, wehrhafte oder ungenießbare Tierarten nachahmen oder ihren Feinden kooperatives Verhalten signalisieren. Man kennt zum Beispiel Kurzflügler, die im Ameisenbau chemische Signale freisetzen, die sie davor schützen, gefressen zu werden. Sie bieten den Ameisen Sekrete an, die dazu führen, dass sie sogar von ihnen in ihr Nest eingetragen werden.

Unlängst wurde darüber berichtet, dass 140 Tiere aus ganz verschiedenen Gliederfüßer-Gattungen (Ameisen, Käfer, Wespen, Spinnen, Wanzen) sehr ähnliche ameisenartige Gestalten – mit Warn-Elementen an Räuber – herausbildeten. Manche dieser Arten sind tatsächlich ungenießbar, andere sprangen quasi auf den Zug auf, sind aber eigentlich ungiftig.

Dass es neben optischer Mimikry, die auch Nichtfachleute als Anpassung der Gestalt wahrnehmen, noch andere Wege der Mimikry gibt, zeigen die Ameisengrillen mit dem suggestiven Namen Myrmecophilidae („Ameisenfreunde“). Diese Gruppe umfasst 71 Arten in fünf Gattungen mit einer einzigen Art in Europa. Es sind sehr kleine Heuschrecken, die gar nicht ameisenähnlich aussehen, dennoch als Kleptoparasiten in den Nestern verschiedener Ameisen- und sogar Termitenarten leben. In der Auswahl ihrer Wirte sind sie wenig wählerisch und wohl nicht spezifisch. Sie scheinen Pheromone (Lock- und Signalstoffe) der Ameisen auf ihrer Cuticula (Außenhaut) aufzunehmen und so den Nestgeruch anzunehmen. Daneben sind sie extrem beweglich und entkommen immer wieder den zu beobachtenden Angriffen ihrer Wirte durch schnelles Ausweichen. Allerdings wurden auch Tötungen beobachtet – also eine nicht ungefährliche Lebensweise, die genau das zeigt, was aus Sicht der Evolutionsbiologie zu erwarten ist: Zum einen gibt es viel mehr als nur einen Weg. Zum anderen sind die Anpassungen der sich im Wettbewerb befindenden Organismen auf beiden Seiten alles andere als perfekt.

Konvergenzen, Parallelismen

All diese Tarnvorrichtungen haben eines gemeinsam: Die betreffenden Tiere entwickelten vielfach unabhängig voneinander ganz ähnliche Merkmale, sie haben sie also nicht von ihrem gemeinsamen Vorfahren geerbt. Dieses Phänomen bezeichnet man in der Biologie allgemein als Konvergenz oder als Parallelismus (Parallelentwicklung). Von letzterem sprechen Biologen insbesondere dann, wenn die unabhängig erworbenen Merkmale bei relativ nahe verwandten Arten in geographisch getrennten Regionen auftreten.

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Warum pflanzen wir uns durch Sex fort?

Welchen Nutzen hat Sex? © Grinvalds/ thinkstock
Sex als Schutzmechanismus: Fast alle höheren Lebewesen pflanzen sich durch Sex fort – obwohl diese Form der Vermehrung aus evolutionsbiologischer Sicht durchaus Nachteile hat. Forscher liefern nun eine mögliche Erklärung für dieses Paradox: Ihnen zufolge entstand Sex als Folge der Erfindung der Sauerstoffatmung. Denn damit waren eukaryotische Zellen plötzlich mit gefährlichen Sauerstoffradikalen konfrontiert. Zum Schutz vor Schäden musste eine effiziente DNA-Reparatur her – und die ermöglichte der Sex.

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Der Mensch tut es, viele Tiere tun es, ja nahezu alle höheren Lebewesen tun es: Sie pflanzen sich durch Sex fort. Bei diesem Prozess verschmelzen die Keimzellen zweier Elternteile miteinander und damit auch deren Erbgut. Diese Rekombination führt dazu, dass sich die Zellen der Nachkommen genetisch von denen der Eltern unterscheiden – es entsteht eine neue Mischung.

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Ruhe! Ich seh‘ nichts!

Grafik: TP
Unsere Sinne beeinflussen einander. Versuche an Mäusen verdeutlichen, warum Blinde besser hören und fühlen

Von Konrad Lehmann | TELEPOLIS

Am Ende ist alles eins. Die Gegenstände in unserer Wahrnehmung – bzw. deren mentale und neuronale Repräsentationen – erscheinen als Einheiten, die auf verschiedene Sinne wirken und dabei doch immer Urheber der Wahrnehmung bleiben. Ich kann einen Menschen sehen, hören, fühlen, riechen und in besonderen Situationen auch schmecken, und erfahre damit Eigenschaften dieses Menschen.

Aber am Anfang, da scheint alles getrennt zu sein. Die Musik im Radio kann ich nur hören, die Landschaft vor dem Zugfenster nur sehen, den Schweiß in der U-Bahn nur riechen. Jede Sinnesmodalität wird anscheinend gesondert aufgenommen und verarbeitet. Erst die fertigen Bilder, Geräusche, Gerüche und Fühleindrücke werden zu Repräsentationen verbunden auf eine Weise, die noch rätselhaft und hier nicht Thema ist – mutmaßlich über das synchrone und schnelle Feuern weitläufig vernetzter Neuronen aus den beteiligten Gehirngebieten.

In diesen Gebieten aber wird jeder Sinneseindruck, der von den Sinnesorganen kommt, zunächst einmal ganz für sich ausgewertet. Daher gibt es eine Sehrinde am Hinterende des Großhirns, und völlig getrennt davon eine Hörrinde auf dem Schläfenlappen, und wiederum ganz woanders, im Scheitellappen hinter der Zentralfurche, die Fühlrinde.

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Rochen nutzen heiße Tiefseequellen zum Brüten

Der Unterwasserroboter sammelt eine Eikapsel auf. Foto: Ocean Exploration Trust
Forscher dokumentieren erstmals Kinderstuben eines Meerestiers, die durch Geothermie warm gehalten werden

derStandard.de

Was Forscher der Charles Darwin Research Station fanden, als sie ein fernsteuertes Unterwasserfahrzeug im Galapagos-Archipel abtauchen ließen, sah auf den ersten Blick aus, als hätte ein Pasta-Chef eine originelle Variante von Ravioli am Meeresboden abgelagert – und zwar in rauen Mengen. DNA-Analysen von eingesammelten Exemplaren zeigten, dass es sich bei den insgesamt 157 gelbbraunen Objekten in der Größe eines durchschnittlichen Handys um Eikapseln des Tiefsee-Rochens Bathyraja spinosissima handelte.

Und sie lagen dort nicht zufällig, wie das Team von Pelayo Salinas-de-León im Magazin „Scientific Reports“ berichtet. Beim Fundort handelte es sich um ein aktives hydrothermales Feld, und die Kapseln ballten sich im Umfeld sogenannter Schwarzer Raucher, aus denen schwefelhaltiges und vor allem heißes Wasser austritt.

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Steinzeit-Briten waren dunkelhäutig

So könnte der „Cheddar Man“ vor 10.000 Jahren ausgesehen haben: tiefdunkle Haut, aber helle AUgen. © Channel 4/ Plimsoll Productions
Von wegen blond und hellhäutig: Die steinzeitlichen Europäer behielten die dunkle Haut ihrer afrikanischen Vorfahren offenbar länger als gedacht. DNA-Analysen eines vor 10.000 Jahren in England gestorbenen Mannes enthüllen, dass dieser noch dunkelhäutig war. Dafür aber besaß er bereits helle, blaue Augen. Möglicherweise etablierte sich die heute typische helle Haut der Europäer sogar erst mit der Jungsteinzeit, so die Vermutung der Forscher.

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Als sich der Homo sapiens in Afrika entwickelte, hatte er eine dunkle Haut – angepasst an das sonnenreiche Klima. Doch als unsere Vorfahren dann vor rund 50.000 Jahren nach Europa zogen, kamen sie in deutlich sonnenärmere Gefilde. Ihre dunkle Haut war hier eher ungünstig: „Helle Haut kann UV-Licht besser absorbieren und das hilft, einen Vitamin-D-Mangel zu vermeiden“, erklärt Tom Booth vom Museum of Natural History in London.

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Check Out These Weird-Ass Ancient Proto-Spiders Trapped in Amber

Huang et al
A list of things creepier than spiders: parasitic worms, ticks, ancient proto-spiders.

Michael Byrne | MOTHERBOARD

What, you may ask, is a proto-spider? It’s the thing that preceded spiders in evolution—the first attempt, the dry run. Thanks to two international teams of paleobiologists, we now have a collection of four proto-spider specimens preserved in amber and dating back some 100 million years. Their work is published this week in two papers in Nature Ecology and Evolution.

The spiders are of the type Chimerachne yingi, a name that translates from Latin to “chimera spider.” This is meant to reflect its evolutionary „in-betweenness.“

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Es „regnet“ Viren

Vom Himmel auf die Erde: Zurück auf den Boden werden die Viren beispielsweise mit Niederschlag oder durch Sandstürme transportiert. © NASA Visible Earth
Viraler Flugverkehr: Erstaunlich viele Viren werden tagtäglich in ungeahnte Höhen aufgewirbelt – bis in die freie Troposphäre. Über 2.500 Meter oberhalb der Erdoberfläche können sie Distanzen von tausenden Kilometern zurücklegen und segeln irgendwann wieder auf den Boden herab. Jeden Tag „regnet“ es mehr als 800 Millionen Viren pro Quadratmeter aus diesem Bereich der Atmosphäre, wie Forscher berichten. Dieser Transportweg erkläre auch, warum sich viele Virenarten über den ganzen Globus verbreiten konnten.

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Viren sind überall: in unserem Körper, im Meer, im Boden – und in der Luft. Aufgewirbelt als blinder Passagier auf Staubkörnern oder Salzpartikeln aus dem Meer machen sich die winzigen Organismen mitunter auf eine lange Reise und gelangen dabei in ungeahnte Höhen, wie eine Studie nun zeigt.

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Käfer bringt Kröte zum Kotzen

Nicht amüsiert: Wenn diese Japan-Kröte einen Bombardierkäfer verschluckt, dann droht ihr heftiges Erbrechen – und der Käfer entkommt. © Yasunori Koide/ CC-by-sa 4.0
Skurrile Fluchtstrategie: Der Bombardierkäfer kann sich sogar aus dem Bauch von Kröten retten. Nachdem er verschuckt wurde, schießt er sein heißes, ätzendes Abwehrsekret in den Eingeweiden der Kröte ab – und zwingt sie so zum Erbrechen. Ziemlich verschleimt, aber unbeschadet gelangt der Käfer dadurch wieder ans Tageslicht, wie Forscher im Fachmagazin „Biology Letters“ berichten. Der Käfer kann dabei erstaunlich lange im Krötenbauch überleben.

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Die zu den Laufkäfern gehörenden Bombardierkäfer sind für ihre eindrucksvolle chemische Verteidigung bekannt: Fühlen sie sich bedroht, schießen sie ihrem Angreifer einen heißen und ätzenden Giftcocktail entgegen. Das bis zu 100 Grad heiße Gebräu entsteht durch eine heftige chemische Reaktion zweier Komponenten, die der Käfer erst unmittelbar vor dem „Schuss“ zusammenmischt. Eine bewegliche Auslassdüse und mehrere Ventile sorgen dafür, dass der Käfer seinen Abwehrstrahl in verschiedene Richtungen zielen und sogar die Sprühweite regulieren kann.

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Neandertaler nutzten Feuer zur Werkzeug-Herstellung

Abgerundetes Griffstück eines der 171.000 Jahre alten Neandertaler-Holzwerkzeuge © PNAS
Verblüffend komplex: In der Toskana haben Archäologen gut 170.000 Jahre alte Holzwerkzeuge entdeckt, die einst von Neandertalern hergestellt wurden. Bei den rund einen Meter langen Stöcken mit rundem Griff und dünner Spitze handelt es sich um die ältesten bekannten Allzweckwerkzeuge aus Holz – und die ersten mithilfe von Feuer hergestellten Werkzeuge, wie die Forscher berichten. Sie belegen einmal mehr die kognitiven Fähigkeiten der Neandertaler.

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Die Neandertaler galt lange als der dümmere“ Vetter des Homo sapiens. Doch inzwischen ist klar, dass der bis vor rund 40.000 Jahren in Europa und Asien verbreitete Homo neanderthalensis mehr Fähigkeiten besaß, als man ihm zugetraut hat. So stellte der Neandertaler nicht nur einfache Faustkeile aus Feuerstein her, sondern produzierte schon spezialisierte Knochenwerkzeuge und Holzspeere.

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Kreidezeit-Fund bei der NASA

Entdeckung im Raumfahrtzentrum: Diese Steinplatte trägt 70 verschiedene Fußabdrücke von Sauriern und Säugetieren der Kreidezeit © NASA/GSFC, Rebecca Roth
Spektakulärer Fund: Auf dem Gelände eines NASA-Zentrums haben Forscher eine einzigartige Ansammlung von Spuren aus der Kreidezeit entdeckt. Auf einer rund 100 Millionen Jahre alten Steinplatte sind mindestens 70 Fußabdrücke von Dinosauriern und Säugetieren konserviert. Diese Kombination ist eine echte Rarität und gibt einzigartige Einblicke in die Interaktion von Urzeitechsen und Säugern, wie die Forscher im Fachmagazin „Scientific Reports“ berichten.

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Fossile Fußabdrücke sind besonders spannende Fenster in die Lebenswelt der Vergangenheit. Denn sie liefern wertvolle Informationen darüber, wie ausgestorbene Tiere sich bewegten, wie sie miteinander interagierten und auch, wie schwer sie waren. In Gegenden, wo vor Jahrmillionen flache, feuchte Strände oder Sümpfe lagen, sind teilweise tausende solcher Spuren erhalten, darunter in Australien, Schottland und sogar in Alaska.

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Was in der #MeToo-Debatte bisher ausgeblendet wird

Das „strukturelle“ Problem, das zum sexuellen Fehlverhalten von Männern und letztlich zum Patriarchat führt, hat noch tiefere Ursachen als die gesellschaftlichen Verhältnisse selbst, in denen Menschen heranwachsen. (Foto: Illustration Jessy Asmus)
Männern, die Frauen bedrängen oder sogar vergewaltigen, geht es nicht um Macht, sondern um Sex. Es ist töricht, die Rolle der Biologie für das Sexualverhalten völlig zu leugnen – gerade dann, wenn wir eine Gesellschaft ohne sexuelle Gewalt anstreben.

Essay von Markus C. Schulte von Drach | Süddeutsche Zeitung

Was hat das, was Harvey Weinstein in den USA und Dieter Wedel in Deutschland vorgeworfen wird, gemein mit dem Alltagssexismus, dem sich Frauen permanent konfrontiert sehen, an der Bushaltestelle, im Ausbildungsbetrieb, in der Cocktail-Bar? Haben die Hand auf dem Knie, der Blick ins Dekolleté, die übergriffig-anzügliche Bemerkung sowie Missbrauch und Vergewaltigung eine gemeinsame Ursache?

Nein, sagen die 100 Frauen um die Schauspielerin Catherine Deneuve und die Publizistin Catherine Millet. In einem offenen Brief, der in der französischen Zeitung Le Monde abgedruckt wurde, verteidigen sie „die Freiheit, jemanden zu belästigen“. Man müsse klar unterscheiden zwischen einer Vergewaltigung, die stets als Verbrechen gewertet werde und – selbst aufdringlichen – männlichen Annäherungsversuchen, die „für die sexuelle Freiheit unerlässlich“ seien.

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Auch Ratten betreiben Tauschhandel

Diese Ratte hilft ihrer Artgenossin, das Nackenfell von juckendem Salzwasser zu befrieen – im Austausch gegen Futterbeschaffung. © Universität Bern
Von wegen „fiese Ratte“: Ratten vergelten nicht nur Gleiches mit Gleichem, sie kennen sogar eine Art Tauschhandel: Bekommen sie von einem Artgenossen Futter, dann revanchieren sie sich mit einer Extraportion Fellpflege und umgekehrt. Dieser kognitiv anspruchsvollere Austausch unterschiedlicher Gefälligkeiten und Waren galt bisher als Domäne des Menschen und allenfalls noch von Primaten. Doch wieder einmal belehren uns die schlauen Ratten eines Besseren.

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„Wie Du mir, so ich Dir“ – dieses Prinzip prägt nicht nur die Kooperation unter uns Menschen, sie findet sich auch im Tierreich. So betreiben viele Tiere gegenseitige Fellpflege oder teilen ihr Futter. Schimpansen belohnen uneigennütziges Verhalten von Artgenossen, indem sie mit diesen teilen und Bonobos helfen sogar Fremden. Auch Ratten handeln nach dem Prinzip der Gegenseitigkeit.

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Evolutionstheorie: Mit dem Koran unvereinbar?

Darwin-Büste im Naturkunde-Museum Berlin. Bild: BB

Hat Gott den Menschen erschaffen oder stammt der Mensch vom Affen ab? Nicht nur in den USA, auch in der Türkei ist die Antwort gar nicht so eindeutig. Denn auch 160 Jahre nachdem Charles Darwin seine Evolutionstheorie erstmals veröffentlichte, tut sich die Mehrheit der Muslime damit schwer – auch hierzulande.

Von Michael Hollenbach | NDR.de

„Heute ist der allergrößte Teil der muslimischen Gelehrsamkeit der Auffassung, dass die Evolutionstheorie so nicht stimme und es gibt viele Übernahmen aus dem amerikanischen Kreationismus, dem ‚intelligent design'“, sagt der Religionswissenschaftler Michael Blume. Dieser Kreationismus christlicher Fundamentalisten versucht, unbestreitbare Fakten der Evolutionslehre irgendwie in den Schöpfungsglauben zu integrieren. Wobei es der Islam eigentlich leichter hat als das Christentum, so Blume. Schöpfungsmythos und Evolutionstheorie seien im Islam besser zu vereinbaren, denn der Koran kennt – im Gegensatz zur jüdisch-christlichen Tradition – keine zusammenhängende Schöpfungsgeschichte: „Die Schöpfungslehre im Koran ist weniger spezifisch als in der Bibel. Da wird gesagt, dass der Mensch in Stufen geschaffen wurde oder dass er aus einem Tropfen Blut geformt sei.“

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Bakterium produziert Goldnuggets

Diese winzigen Godlnuggets hat eine Mikrobe produziert: das Bakterium Cupriavidus metallidurans. © TU München
Goldklümpchen am Zellrand: Eine kleine Mikrobe spielt eine Schlüsselrolle bei der Bildung von Goldlagerstätten. Denn das Bakterium Cupriavidus metallidurans wandelt lösliche Goldverbindungen in feste Goldnuggets um – und das, ohne sich dabei zu vergiften. Wie Forscher herausgefunden haben, ermöglicht ein spezielles Enzym der Mikrobe, das Gold in die harmlosen Goldklümpchen zu überführen. Sie kann das Edelmetall so anreichern, ohne daran zugrundezugehen.

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Das Edelmetall Gold ist begehrt – und rätselhaft. Denn bis heute ist nur in Teilen geklärt, warum Gold in der Erdkruste insgesamt zwar selten ist, es aber trotzdem an manchen Stellen große Erzlagerstätten gibt. Lange vermuten Forscher, dass diese Goldlagerstätten durch rein geologische Prozesse wie Erdbeben odergeochemische Reaktionen an heißen Quellen entstanden sind.

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