Evolution: Menschen erkennen Emotionen in Stimmen aller landlebenden Wirbeltiere

Amphibien, Reptilien, Säugetiere – sie alle kommunizieren über akustische Signale. Und Menschen sind in der Lage, den emotionalen Inhalt dieser Signale einzuschätzen. Das belegt eine neue Studie, die Forscher der Vrije Universität Brüssel und der Ruhr-Universität Bochum gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Alberta, Kanada, und Wien in der Zeitschrift „Proceedings of the Royal Society B” veröffentlicht haben. Sie interpretieren dieses Ergebnis als Hinweis, dass es im Tierreich einen Universalcode für den stimmlichen Ausdruck von Emotionen und deren Entschlüsselung geben könnte.
Dr. Julia Weiler Dezernat Hochschulkommunikation
Ruhr-Universität Bochum

Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass Menschen Emotionen in den Stimmen vieler verschiedener Säugetiere erkennen können. Die neue Studie erweitert diese Ergebnisse auf Amphibien und Reptilien.

Das Team um die Forscherin Dr. Piera Filippi, inzwischen an der Universität Aix-Marseille und am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nimwegen, kooperierte für die Studie unter anderem mit dem Bochumer Philosophen Prof. Dr. Albert Newen sowie den Bochumer Biopsychologen Prof. Dr. Dr. h. c. Onur Güntürkün und Privatdozent Dr. Sebastian Ocklenburg.

Tierstimmen aus unterschiedlichen Wirbeltierklassen

An der Studie nahmen 75 Probandinnen und Probanden teil, deren Muttersprache Englisch, Deutsch oder Mandarin war. Sie hörten Audioaufzeichnungen von neun verschiedenen Wirbeltierspezies aus den Klassen der Säugetiere, Amphibien und Reptilien, wobei letztere Vögel und andere Reptilien umfassten.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren in der Lage, zwischen hoher und niedriger Erregung in den akustischen Signalen aller Tierklassen zu unterscheiden. Sie verließen sich dabei auf zwei Parameter: den Grundton sowie die Schwerpunktwellenlänge, ein Maß dafür, wo sich der Mittelpunkt des Frequenzspektrums in dem Signal befindet.

Gemeinsamer evolutionärer Ursprung

„Die Ergebnisse legen nahe, dass es fundamentale Mechanismen für den akustischen Ausdruck von Emotionen gibt – und zwar über alle Wirbeltierklassen hinweg“, schlussfolgern die Autoren. Es könne sich um ein Signalsystem mit einem gemeinsamen evolutionären Ursprung handeln. Schon vor über einem Jahrhundert hatte Charles Darwin vorgeschlagen, dass akustische Emotionsäußerungen auf unsere frühesten Vorfahren an Land zurückgehen.

Audio-Dateien im Netz

Beispiele für Rufe von emotional erregten und nicht erregten Tieren können online gehört werden unter:
http://news.rub.de/presseinformationen/wissenschaft/2017-07-26-evolution-mensche…

Förderung

Die Kooperation von Piera Filippi mit den Bochumer Forschern wurde möglich durch ein Fellowship, das sie vom Bochumer Center for Mind, Brain and Cognitive Evolution erhielt.

Originalveröffentlichung

Piera Filippi et al.: Humans recognize emotional arousal in vocalizations across all classes of terrestrial vertebrates: Evidence for acoustic universals, in: Proceedings of the Royal Society B, 2017, DOI: 10.1098/rspb.2017.0990

Pressekontakt

Prof. Dr. Onur Güntürkün
Abteilung Biopsychologie
Fakultät für Psychologie
Ruhr-Universität Bochum
Tel.: 0234 32 26213
E-Mail: onur.guentuerkuen@rub.de

Prof. Dr. Albert Newen
Institut für Philosophie II
Fakultät für Philosophie und Erziehungswissenschaften
Ruhr-Universität Bochum
Tel.: 0234 32 22139
E-Mail: albert.newen@rub.de

Dr. Piera Filippi
Brain and Language Research Institute
Aix-Marseille Université
Frankreich
und Max-Planck-Institut für Psycholinguistik
Nijmegen, Niederlande
Tel.: +32 483 180754, +33 7 85026938
E-Mail: pie.filippi@gmail.com

Prof. Dr. Bart De Boer
Artificial Intelligence Lab
Vrije Universiteit Brussel
Belgien
E-Mail: bart.de.boer@ai.vub.ac.be

Leuchtender Minihai mit Riesennase

Der neuentdeckte Hai Etmopterus lailae hat eine ungewöhnlich dicke Nase udn kann im Dunkeln leuchten © Florida Atlantic University
Seltener Fund: In den Tiefen vor Hawaii haben Meeresforscher eine neue Haiart entdeckt. Der weniger als 30 Zentimeter kleine Laternenhai besitzt eine ungewöhnlich große, knubbelige Nase – offenbar ist sein Riechorgan besonders stark ausgeprägt. Der Minihai hat zudem weniger Zähne als andere Haie und leuchtet im Dunkeln gelblich. Über seine Lebensweise ist bisher nichts bekannt, denn einen dieser Haie im Ozean zu beobachten ist bisher nicht gelungen.

scinexx

Haie gehören zu den Top-Raubfischen im Meer. Doch längst nicht alle sind so bekannt wie die Riffhaie, der Weiße Hai, der Grönlandhai oder der ausgestorbene Riesenhai Carcharocles megalodon. Viele kleinere Haiarten leben nahezu verborgen in der Tiefsee. „Es gibt nur rund 450 Haiarten weltweit und man entdeckt nicht alle Tage eine neue Spezies“, sagt Stephen Kajiura von der Florida Atlantic University.

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Urzeitkäfer ist erstaunlich modern

Der Käfer Ponomarenkia belmonthensis lebte vor 300 Millionen Jahren – war aber dafür erstaunlich modern. © Evgeny V. Yan/ FSU Jena
Ein winziger Käfer erstaunt die Paläontologen. Denn das Insektenfossil ist schon 300 Millionen Jahre alt und gehört damit zu den ältesten bisher bekannten Urzeit-Käfern. Überraschend jedoch: Trotz dieses hohen Alters besitzt der kleine Käfer erstaunlich moderne Merkmale – und passt in keine der bekannten Käferfamilien. Seine Existenz wirft damit ein völlig neues Licht auf die früheste Entfaltung in dieser Insektengruppe.

scinexx

Käfer sind eine extrem erfolgreiche Erfindung der Evolution. Fast ein Drittel aller bekannten Organismen gehören zu dieser Insektengruppe. Kein Wunder, besitzen viele Käfer doch geniale Anpassungen und Hilfsmittel – von „klebrigen“ Füßen, mit denen sie an der Decke laufe können über Feuersensoren bis hin zu chemischen Abwehrkeulen, die inzwischen sogar für menschliche Technik kopiert werden.

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Enge Steinzeit-Verwandte

Der Eingang zur Denisova-Höhle im sibirischen Altai-Gebirge, wo die Überreste des Denisova-Menschen gefunden wurden. Foto: Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie
Die Denisova-Höhle im Altai Gebirge Sibiriens ist die Heimat eines unserer Steinzeit- Vorfahren, der nach ihr als erstem Fundort benannt wurde. 2008 gruben Paläontologen dort ein winziges Fingerknöchelchen aus, gerade mal 7 mal 5 mal 2 mm groß. Es stammte von einem Mädchen, das vor mehr als 30.000 Jahren gelebt hat, wie der Fundzusammenhang ergab.

Von Andrea Naica-Loebell | TELEPOLIS

Die Höhle im südlichen Sibirien war seit mindestens 125.000 Jahren immer wieder der Aufenthaltsort von Menschen, sowohl der Neandertaler als auch der Homo sapiens hinterließen dort ihre Spuren.

Die große Überraschung kam mit der Analyse des Erbguts der als Kind verstorbenen „X-Woman“, wie die Forscher sie liebevoll tauften, denn sie gehörte zu einer bis zu diesem Zeitpunkt unbekannten Form des Menschen, nur weitläufig verwandt mit dem Neandertaler, der gleichzeitig im Altai-Gebirge lebte.

Der anatomisch moderne Mensch – unser direkter Vorfahre – wanderte vor circa 40.000 Jahren in die Gegend. Es ist wahrscheinlich, dass alle drei Menschenformen auf der Jagd parallel die Täler durchstreiften und sich begegneten.

Die Untersuchung des Erbgut aus den Mitochondrien, den „Kraftwerken der Zelle“, und der Vergleich mit der mitochondrialen DNS sowohl von Neandertalern als auch von heute lebenden Menschen ergab, dass das Denisova-Mädchen eindeutig zu keiner dieser beiden Menschenformen gehörte (vgl. Ein neuer Mensch).

Bei weiteren Grabungen in der Höhle wurden zwei weitere Fossilien von Denisovanern gefunden, zwei Zähne (Denisova 4 und 8) von unterschiedlichen Individuen. Keiner davon stammte von dem Mädchen, dessen Finger die erste Spur der neuen Menschenform darstellte (vgl. Video: Die rätselhaften Ur-Menschen aus der Denisova-Höhle. Mit Kommentar von Bence Viola vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig).

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Röhrenwürmer sind wahre Methusalems

Neues Mitglied im Klub der Ältesten: die Röhrenwurm-Spezies Escarpia laminata © Chemo III project/ BOEM/ NOAA OER
Neues Mitglied im Klub der Ältesten: Röhrenwürmer gehören zu den langlebigsten Tieren der Welt. Wie Forscher nun herausgefunden haben, kann eine im Golf von Mexiko heimische Art mehr als 250 Jahre alt werden. Damit schlagen die Würmer in Sachen Lebensdauer nicht nur einige ihrer engeren Verwandten. Sie werden auch älter als der Grönlandwal, der als langlebigster Meeressäuger rund 200 Jahre erreicht.

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Seit dem 20. Jahrhundert steigt die durchschnittliche Lebenserwartung des Menschen nahezu kontinuierlich – und die Ältesten unter uns brechen immer wieder Rekorde: Die Bestleistung in Sachen Lebensdauer liegt derzeit bei stolzen 122 Jahren. Doch das ist nichts im Vergleich zu dem Alter, das manche Spezies im Tierreich erreichen.

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Erste „Tempoformel“ für tierische Sprinter

Der Gepard ist der schnellste Laufer im Tierreich – obwohl es Tiere mit viel längeren Beinen und mehr Muskeln gibt. © Saddako/ thinkstock
Eine Formel für alle: Warum sind die größten Tiere nicht auch die schnellsten? Auf diese Frage könnten Forscher nun eine allgemeingültige Antwort gefunden haben. Demnach kommt es darauf an, wie schnell die Muskeln das Tier auf Touren bringen können. Ist es zu schwer, sind die Energievorräte erschöpft, bevor das Maximaltempo erreicht wird. Eine einfache Formel beschreibt dies und ermöglicht so, das Maximaltempo verschiedenster Tiere auszurechnen – egal ob sie fliegen, schwimmen oder laufen.

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Eine Spinne oder ein Käfer kommen langsamer voran als eine Maus oder gar ein Pferd. Das erscheint logisch, denn mit ihren viel längeren Beinen können die größeren Tiere bei jedem Schritt einfach mehr Strecke zurücklegen als die Winzlinge. Doch dieser einfache Zusammenhang „größer = schneller“ stimmt nur bis zu einer gewissen Grenze: Elefanten sind langsamer als Antilopen oder gar Geparden.

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Kein Mensch ist so selbstlos

80 Menschen taten sich zusammen, um eine Familie zu retten. Foto: Rosalind Beckton
Was bringt Menschen dazu, anderen zu helfen? Nicht alle sind so altruistisch, wie sie tun. Nicht mal Mutter Teresa.

Von Jean-Martin Büttner | Tages Anzeiger

Die Bilder gingen um die Welt, die Fernsehstationen brachten Wackelfilme vom Ereignis, interviewten die Mutter, die Kinder, die Rettenden. Wer noch an das Gute in den Menschen glauben möchte und einen alltäglichen Beleg dafür sucht, dem wird die Menschenkette am Strand von Panama-City in Florida in Erinnerung bleiben. 80 Badende formten eine Menschenkette, um eine neunköpfige Familie zu retten, die von der Strömung abgetrieben worden war, verzweifelt um Hilfe rief und ohne den kollektiven Einsatz wohl ertrunken wäre. Sogar Nichtschwimmer gingen ins Wasser und reihten sich in die Kette.

Die Aktion von Florida lässt sich als alltäglicher Ausdruck von Altruismus verstehen: eine Hilfe ohne die Erwartung einer Gegenleistung, also selbstlos. Diese Hilfe kann eine Geste sein: Ein Mann hilft einer gestürzten Frau beim Aufstehen, ein Kind teilt seinen Zmittag mit einem anderen, eine Frau hilft einem Blinden über die Strasse. Die Hilfe kann bis zur Gefährdung des eigenen Lebens reichen.

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Die Hoffnung auf etwas „Un-Intelligent“ Design

Symbolbild. Bild: hippo by swatts
Was ist Leben eigentlich, also ich meine wissenschaftlich betrachtet? Was macht uns und unsere Umwelt auf dem Planeten Erde aus? Hat die Wissenschaft heute das Rätsel des Lebens gelöst? Und gibt es Leben jenseits unseres Planeten?

Von Andreas Losch | diesseits.ch

Mit solchen Fragen haben wir uns in einem interdisziplinären Projekt an der Universität Bern in den letzten Jahren intensiv beschäftigt, und auch damit, ob sie zusammenhängen. Heute erscheint die Frucht dieser Bemühungen, ein Buch zum Thema „What is Life? On Earth and Beyond“. Dabei gehen die Meinungen auseinander, ob die Frage, was das Geheimnis des Lebens ist, beantwortet ist. Die Biologen sagen ja, die Philosophen meinen „vielleicht“, und die Theologen fragen sich, ob das wohl stimmt. Naja, so grob jedenfalls.

Woran liegt das? Ich denke, es hat mit der Perspektive zu tun, mit der man die Frage stellt. In vergangenen Jahrhunderten dachte man oft an eine geheimnisvolle Vitalkraft in den Lebewesen, vielleicht ein Echo biblischer Geschichten, nach denen der Atem Gottes alles Leben am Leben erhält. Biologen haben bald herausgefunden, dass es diese Vitalkraft anscheinend nicht gibt, dass Leben nur Physik und Chemie ist, und keinen zusätzlichen Stoff enthält. Nun ja, nicht ganz, denn heutige Biologen sind da etwas schlauer, denn schließlich ist ja quasi alles Physik und Chemie, also ein Stein ja genauso. Besonders am Leben aber ist, dass es eine Geschichte hat, also der Evolution unterliegt. Die Ursprünge des Lebens hängen nun mit dem Beginn der biologischen Evolution zusammen, und tatsächlich hat man diese Frage, wann und wie das Leben entstanden ist, noch nicht gelöst.

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Diese Tiere wird es geben, bis die Sonne stirbt

foto: ap photo/bob goldstein & vicki madden, unc chapel hill So könnten die Erben der Erde aussehen, wenn es nach einer neuen Studie geht
Oxford-Physiker spielten Katastrophenszenarien durch: Selbst Asteroideneinschläge, Supernovae oder Gammablitze würden Bärtierchen nicht ausrotten

derStandard.at

Kaum einen Millimeter lang, mit acht Stummelbeinen und einem rüsselähnlichen Mundkegel ausgerüstet und so behäbig, dass ihre taxonomische Bezeichnung Tardigrada (die Langsamschreitenden) lautet: So sehen die Tiere aus, die nach Meinung von Forschern die besten Aussichten haben, selbst die größten Umweltkatastrophen zu überstehen und so lange zu überdauern, wie Leben auf der Erde überhaupt möglich ist.

Auf Deutsch heißen diese entfernten Verwandten der Gliederfüßer Bärtierchen. Etwa 1.000 verschiedene Arten hat man bereits identifiziert, in Wirklichkeit dürften es aber um ein Vielfaches mehr sein. Und sie sind nahezu überall: In den Meeren, in Seen und Flüssen und auch an ausreichend feuchten Stellen an Land. Insbesondere Moospolster, Flechten und feuchtes Laub sind typische Lebensräume von Bärtierchen.

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Raben: Schlaue Vögel schneiden in Tests sogar besser als als vierjährige Kinder

Kolkraben können vorausschauend handeln und für die Zukunft planen. © Accipiter (R. Altenkamp)/ CC-by-sa 3.0
Raben beherrschen eine weitere „typisch menschliche“ Fähigkeit: Sie können vorausplanen – und dies sogar in für sie ungewohnten Situationen. Im Experiment verschmähten sie ein Leckerli zugunsten eines Werkzeugs oder einer Wertmarke, obwohl diese erst mit Zeitverzögerung nützlich und futterbringend waren. Dieses vorausschauende Handeln hat man bisher nur bei Menschen und Menschenaffen beobachtet, wie die Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten.

scinexx

Lange Zeit glaubte man, dass nur der Mensch die Fähigkeit besitzt, für die Zukunft zu planen. Denn egal, ob wir überlegen, welche Dinge wir auf eine Reise mitnehmen oder beim Mittagessen weniger essen, damit wir uns später noch ein Eis gönnen können – all dies erfordert komplexe geistige Leistungen. Wir müssen uns in zukünftige Situationen versetzen und unmittelbare Bedürfnisse zugunsten des langfristigen Ziels zurückstellen können.

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Kannibalismus: Warum Menschen Menschen essen

Bild: hiddenmuseum.net
Der widerwärtigste Mensch aller Zeiten lebte womöglich in einem Kaff in Wisconsin. Dort hauste einst in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts Ed Gein auf einer heruntergekommenen Farm, weidete die Körper von Frauen aus und legte das Herz eines seiner Opfer in die Pfanne.

Von Frank Thadeuz | SpON

Vielleicht gebührt der zweifelhafte Titel aber auch Andrej Tschikatilo aus Rostow, der in Russland mindestens 52 Menschen ermordete und anschließend auf der einen oder anderen Zunge oder Brustwarze herumkaute.

Oder ist der Kannibale von Rotenburg der schlimmste von allen? Armin Meiwes schnitt im Jahr 2001 seinem Opfer erst den Penis ab. Dann fiel er über dessen restlichen Körper her wie über Schlachtvieh.

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Neandertaler und Mensch hatten schon sehr früh Sex

Fundstätte. 1937 wurde bei Ausgrabungen in der Hohlenstein-Stadel-Höhle auf der Schwäbischen Alb der Oberschenkelknochen eines…FOTO: PHOTO MUSEUM ULM
Frühe Zuwanderung: Deutsche Forscher finden im Erbgut eines Neandertaler-Knochens aus einer Höhle der Schwäbischen Alb Spuren von Menschen aus Afrika.

Von Roland Knauer | DER TAGESSPIEGEL

Es ist ein Knochen mit Geschichte. 70 Jahre nachdem er in der Hohlenstein-Stadel-Höhle auf der Schwäbischen Alb gefunden wurde, gibt der Oberschenkelknochen des Neandertalers nun ein überraschendes Geheimnis preis. Einer neuen Erbgut-Analyse zufolge hatten die Vorfahren des Neandertalers Sex mit Menschen, die Afrika schon vor 470 000 bis 220 000 Jahren verlassen hatten.

Ob das der moderne Homo sapiens oder eine bisher unbekannte „Seitenlinie“ war, ist noch ungeklärt. Nach bisheriger Lehrmeinung entstand der moderne Mensch vor 300 000 Jahren in Afrika, verließ den Kontinent vor 100 000 Jahren und erreichte vor 40 000 Jahren das von Neandertalern bewohnte Europa. Diese starben kurz danach aus.

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This Jurassic Predator Had the Body of a Crocodile and the Teeth of a T. Rex

Concept art of Razanandrongobe sakalavae. Image: Fabio Manucci
The Mahajanga Basin produces yet another evolutionary weirdo.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

What has the teeth of a tyrannosaur, the frame of a crocodile, and a „ghost lineage“ that dates back over a million years? The extinct Jurassic predator Razanandrongobe sakalavae, a mysterious extinct species unearthed in northwestern Madagascar that has finally found its place in the evolutionary tree of life, according to new research published Tuesday in the open access journalPeerJ.

Nicknamed „Razana,“ this large carnivore was first identified in a 2006 paperauthored by paleontologists Cristiano Dal Sasso and Simone Maganuco of the Museo Civico di Storia Naturale di Milano (Natural History Museum of Milan), along with researcher Giovanni Pasini. Based on the fossils, which consisted of large serrated teeth and some jawbone fragments, the researchers concluded that this was a major predator in this Madagascan ecosystem some 166 million years ago.

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Studie: Jeder Fünfte könnte unerkannt krankheitsrelevante Gen-Mutation in sich tragen

(Bild: MIKI Yoshihito / Flickr / cc-by-2.0)
In den USA wurde erstmals das komplette Genom von anscheinend gesunden Personen sequenziert. Wie sich dabei zeigte, liegen relativ häufig genetische Variationen vor, die eine Erbkrankheit erwarten lassen würden.

Von Sascha Mattke | heise online

Mediziner in den USA haben erstmals in einer randomisierten Studie das komplette Genom von Personen sequenzieren lassen, bei denen keine Anzeichen für Krankheiten zu erkennen waren. Das wichtigste Ergebnis des MedSeq-Projekts: Jeder fünfte Proband trug eine Mutation in sich, die eine seltene Erbkrankheit auslösen kann, obwohl er keinerlei Symptome zeigte. Das berichtet Technology Review online in „Was heißt „gesund“?

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Skurril: Kakadus als Schlagzeuger

Bereit fürs beeindruckende Schlagzeugsolo: ein Palmkakadu mit seinem Trommelstock © C. Zdenek
Den Rhythmus im Blut: Die in Australien heimischen Palmkakadus sind überraschend begabte Schlagzeuger. Mit Stöcken und anderen Werkzeugen produzieren sie kunstvolle Trommelsoli, um ihre Weibchen zu beeindrucken. Dabei haben sie erstaunlich viel mit menschlichen Schlagzeugern gemeinsam: Sie halten den Takt, entwickeln ihren individuellen Stil und verwenden viel Mühe darauf, die optimalen Klanginstrumente zu finden, wie Forscher im Fachmagazin „Science Advances“ berichten.

scinexx

Uns Menschen ist der Sinn für Rhythmus und Musik angeboren, er reicht zudem weit in unsere Entwicklungsgeschichte zurück. Schon Charles Darwin vermutete deshalb, dass Musikalität eine Art Urinstinkt darstellt, den vielleicht auch schon unser tierischen Vorfahren besaßen. Tatsächlich reagieren viele Tiere auf Musik: Seelöwen wippen im Takt, Katzen und Schimpansen zeigen Vorlieben für bestimmte Arten von Musik oder Rhythmen. Zudem sind die Gesänge von Vögeln, Walen oder einigen Insekten durchaus musikalisch.

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Darwins merkwürdiges Tier enträtselt

Das „Langhalsige Lama“ war Darwin ein Rätsel.BILD: AFP/AMERICAN MUSEUM OF NATIONAL HISTORY/JORGE BLANCO
Die Knochen eines höckerlosen Kamels mit Nashornfüßen, die einst Charles Darwin in Patagonien fand, gehörten zu einer ausgestorbenen Lama-Art.

DER TAGESSPIEGEL

Als Charles Darwin auf einer seiner Reisen in Patagonien die Knochen eines seltsamen Tiers fand, war der Biologe und spätere Entdecker der Evolutionsprinzipien ratlos. Die Fossilien hätten „anders ausgesehen als alles, was er kannte“, sagt Michael Hofreiter von der Universität Potsdam. „Stellen Sie sich ein Kamel ohne Höcker vor mit Füßen wie ein schlankes Nashorn und einem Kopf wie ein Saiga“, einem Huftier mit einer Art Rüssel. Zweihundert Jahre lang konnten Paläontologen den Fund nicht eindeutig zuordnen. Jetzt hat Hofreiter das laut Darwin „merkwürdigste Tier, das jemals gefunden wurde“, mithilfe einer Analyse weniger Erbgutreste aus den Knochen identifizieren können.

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Bisher unbekanntes Massenaussterben entdeckt

Der Riesenhai Carcharocles megalodon war vermutlich eines der Opfer des neu entdeckten Massenaussterbens vor gut zwei Millionen Jahren. © Karen Carr
Es traf Wale, Meeresvögel, Schildkröten und den berühmten Riesenhai: Vor gut zwei Millionen Jahren ließ ein zuvor unerkanntes Massenaussterben ein Drittel aller großen Meerestiere aussterben. Rund die Hälfte der Meeressäuger starb dabei und mehr als 40 Prozent aller Meeresschildkröten, wie eine Studie enthüllt. Der Hauptgrund für das Aussterben ist vermutlich das Schrumpfen der küstennahen Flachwasserzonen durch sinkende Meeresspiegel, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Ecology & Evolution“ berichten.

scinexx

Als vor gut zwei Millionen Jahren das Eiszeitalter begann, veränderten die Kaltzeiten nicht nur das Klima an Land. Auch die Meeresspiegel sanken und veränderten Meeresströmungen und Küstengebiete weltweit. Die marine Tierwelt jedoch schien diesen Wandel weitgehend überstanden zu haben – so glaubte man bisher. Zwar starben einige große Meerestiere damals aus, darunter die Seekühe des Mittelmeeres und der Riesenhai Carcharocles megalodon. Doch dies galt bisher eher als normaler Lauf der Evolution oder als lokale Aussterbe-Ereignisse.

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Scientists Used Supercomputers to Learn How Pythons Regenerate Their Organs

Python closeup. Image: Florida Fish and Wildlife/Flickr SNAKE BLOOD
After Burmese pythons enjoy a meal, they undergo an extended period of fasting to save on energy. During this time, which can last as long as a year, their organs waste away.

By Lisa Cumming | MOTHERBOARD

According to researchers in Texas, when the pythons get around to feeding again, their atrophied major organs increase in mass by 40 to 100 percent to prepare for digestion—apparently it takes a lot to swallow a mouse whole. Within 48 hours of feeding, in fact, Burmese pythons can see up to a 44-fold increase in their metabolism. Their research is described the journal in BMC Genomics.

Pythons spend probably 95 per cent of their lives fasting, said lead author Todd Castoe, an assistant professor of biology at the University of Texas at Arlington and an expert in snake genomics. Rather than have their organs using up all the precious energy during the fasting period, they let them waste away. In this study, pythons were fed in the lab every 30 days, but according to Castoe, going that long without food is nothing for these snakes compared to what they can face in the wild.

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„Gottgelenkte Evolution“

Pockenvirus – ein Ergebnis gelenkter, absichtsvoll vorausgeplanter Evolution?
Ein gescheiterter Versuch der Konsensfindung. Das Konzept einer „gottgelenkten Evolution“ wird als Kompromiss zwischen Kreationismus und der wissenschaftlichen Evolutionsbiologie angeboten.

Von Jori Wehner | Richard-Dawkins-Foundation

Mit einem wissenschaftlich begründeten Verständnis evolutionärer Prozesse ist dieses Konzept nicht vereinbar, denn alle Beobachtungen deuten auf ungelenkte Evolution hin. Zudem werfen Versuche einer Vereinigung beider Konzepte unlösbare theologische Probleme auf.

Es besteht ein unüberbrückbarer Konflikt zwischen „ungelenkter Evolution“ (die plausible Schlussfolgerung evolutionsbiologischer Forschung) und „gelenkter Evolution“ (die Behauptung christlicher und islamischer Theologie).

  1. Die Theologie postuliert an den Anfang der evolutionären Entwicklung einen intelligenten Schöpfer, der irgendwann damit begonnen haben soll, einen zuvor festgelegten Plan abzuarbeiten. Evolutionäre Prozesse laufen jedoch allem Anschein nach ungerichtet und ohne vordefiniertes Ziel ab. Genetische Mutationen folgen einer statistischen Zufälligkeit – keinem vordefinierten Ziel. Die meisten Mutationen sind phänotypisch neutral oder schädigen ihren Träger. Nur in extrem seltenen Fällen tritt eine fitness-steigernde Mutation auf, die ihrem Träger einen reproduktiven Vorteil verschafft und damit in der Population fixiert wird.  Der evolutionäre Prozess produziert also praktisch immer nur Ausschuss (was leicht übersehen werden kann, da unsere eigene Umwelt nur noch die seltenen Erfolgs-Ausnahmen enthält). Selbst die wenigen Individuen, die sich gegen ihre Konkurrenten innerhalb und außerhalb der eigenen Art behaupten können, sind immer nur zeitweilig erfolgreich. Mehr als 99% aller biologischen Spezies der Erdgeschichte sind ausgestorben. Das spricht gegen eine planvolle Steuerung evolutionärer Prozesse und ist ein deutlicher Beleg für ungeplante, ungerichtete, letztlich ziellose Entwicklung.

Evolutionsexperimente zeigen, dass die Evolution mit jedem Neustart desselben genetischen Ausgangsmaterials immer neue, überraschende, unvorhersehbare Verläufe nimmt.[1] Dabei zeigt sich Divergenz in neue, bisher unbeschrittene Wege durch den Raum der möglichen Permutationen.[2] Die statistische Wahrscheinlichkeit für Redundanz (für eine Wiederholung derselben Mutationssequenzen in nachfolgenden Generationen) geht gegen Null. Selbst konvergente Einwicklungen in der Evolution entstehen offenbar nicht planvoll, sondern durch den formenden Einfluss der Umweltbedingungen.

  1. Das Genom etlicher Spezies enthält funktionelle Verluste gegenüber früheren Evolutionsstufen. Im Genom der Primaten (einschließlich des Menschen) findet sich z.B. auf dem achten Chromosom ein defektes Gen für einen Stoffwechselweg zur Herstellung von körpereigenem Vitamin C. Menschen und andere Trockennasenaffen können kein eigenes Vitamin C mehr produzieren, wozu ihre evolutionären Vorfahren (und fast alle anderen höheren Tiere in unserer Umwelt) problemlos in der Lage sind.[3] Diese Pseudogene sind beeindruckende Zeugnisse der gemeinsamen Abstammung heutiger Arten – jedoch funktionell sinnlos. Es erscheint extrem unplausibel, dass ein intelligenter Schöpfer die Evolution nützlicher Gene veranlasst haben soll, um sie dann in einzelnen Spezies durch Punktmutation zum Schaden ihrer Träger wieder zu zerstören. Der Nachweis von defekten Pseudogenen bestätigt jedoch hervorragend die Annahme einer ungelenkten, ziellosen Evolution basierend auf zufälligen Mutationen.

Nicht nur auf makroskopischer Ebene sind die Spuren ungerichteter Evolution anhand von Rudimenten und Atavismen erkennbar. Die Erbinformation aller Spezies ist übersät mit den Artefakten zufälliger, meist schädlicher Kopierfehler, die sich im Verlauf von vier Milliarden Jahre währender, wiederholender DNA-Abschriften eingeschlichen haben. In der DNA aller Spezies finden sich tausende retrovirale Insertionen, Transposone, chromosomale Fusionen, sinnlose Einfügungen und Umstellungen, die vor Millionen Jahren bei einzelnen Individuen aufgetreten sind und sich seitdem durch ihre (in verschiedene Spezies aufgespaltete) Nachkommenschaft vererben. Auch wenn wir in unserem Genom nur noch solche Artefakte finden, die mit dem Leben und der Reproduktion ihrer Träger vereinbar gewesen sind, lässt ein Blick in das breite Spektrum der Erbkrankheiten erahnen, wieviele Milliarden Träger solcher zufälligen genetischen Modifikationen als evolutionärer Ausschuss ausselektiert wurden. Das bestätigt die Annahme einer ungerichteten, ungeplanten Evolution. Wer hier an der These eines vorausschauenden Planers der Evolution festhalten will, muss sich einreden, der intelligente Planer habe absichtlich eine Evolution entworfen, die exakt so aussieht, als folge sie absichtslosem Zufall.

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This Freaky 100-Million-Year-Old Wasp Was Named for David Bowie

Archaeoteleia astropulvis. Image: Dr. Elijah J Talamas
One day, you’re relaxing on a Cretaceous tree chillin’ with some dinos. The next day, you’re trapped in amber for 100 million years.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

t’s been over a year since pop superstar David Bowie passed away, but his legacy lives on through memorials, fan tributes, and now, Cretaceous wasps trapped in amber.

That’s right: A new species of extinct wasp that lived alongside the dinosaurs 100 million years ago has been dubbed Archaeoteleia astropulvis, with the second word being a Latinized version of „Stardust.“

In a paper describing the new species, published Wednesday in the open access Journal of Hymenoptera Research, entomologists said the name „commemorates the late David Bowie alter ego, Ziggy Stardust,“ while also referring „to the ancient source of the atoms that form our planet and its inhabitants.“

While this female holotype doesn’t have the „snow-white tan“ or „cat from Japan“ qualities that are laid out in the song „Ziggy Stardust,“ I think even Bowie would agree that she is adequately freaky.

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