Künstliche Fotosynthese: „Ein neues Betriebssystem für lebende Zellen“

Lichtmaschine der Fotosynthese, verpackt in künstliche Zellen Quelle: Lichtmaschine der Fotosynthese, verpackt in künstliche Zellen
Im Reagenzglas ist die Umwandlung von Licht in chemische Energie bereits effizienter als die natürliche Fotosynthese. Jetzt wollen Forscher den künstlichen Stoffwechsel in eine lebende Zelle einbauen.

Von Norbert Lossau | DIE WELT

Pflanzen können Kohlendioxid aus der Luft fischen und daraus mithilfe von Sonnenlicht energiereiche Kohlenhydrate produzieren. Dieser wunderbare Prozess ist eine wichtige Voraussetzung für das Leben auf unserem Planeten. Jetzt wollen Max-Planck-Forscher gemeinsam mit dem US-Wissenschaftler Craig Venter eine künstliche, lebensfähige Zelle erschaffen, die Licht in chemische Energieträger umwandeln kann. Es geht also um die Nachahmung der Fotosynthese von Pflanzen – und die soll deutlich effizienter als das natürliche Vorbild sein. Im Reagenzglas funktioniert die künstliche Fotosynthese schon heute.

Bereits vor mehr als einhundert Jahren hatte der italienische Chemiker Giacomo Ciamician die Idee, die Fotosynthese der Pflanzen technisch nachzuahmen. Eine solche direkte Nutzung der Solarenergie habe viele Vorteile gegenüber der Verbrennung von Kohle, betonte damals Ciamician.

weiterlesen

Advertisements

Neandertaler waren doch Feuermacher

Feuerschlagen mit Feuerstein und Stahl. Unsere Vorfahren nutzten statt Stahl das eisenhaltige Mineral Pyrit. © DGerrie Photography/ iStock
Von wegen rückständig: Entgegen bisherigen Annahmen beherrschten schon die Neandertaler das Feuermachen. Sie nutzten ihre Faustkeile als Steinzeit-Feuerzeug, wie Analysen von 50.000 Jahren alten Steinwerkzeugen enthüllen. Forscher haben darauf Nutzungsspuren gefunden, die nur beim Feuerschlagen entstehen, wie sie im Fachmagazin „Scientific Reports“ berichten. Unsere eiszeitlichen Vettern standen demnach auch in dieser Technologie unseren Vorfahren in nichts nach.

scinexx

Schon vor mehr als 700.000 Jahren, vielleicht sogar schon vor einer Million Jahren könnten Frühmenschen das Feuer natürlicher Brände für ihre Zwecke genutzt haben. Archäologische Funde belegen zudem, dass die Neandertaler schon vor 170.000 Jahren Holzwerkzeuge im Feuer härteten.

weiterlesen

Älteste Menschenspuren Asiens entdeckt

Dieses Steinwerkzeug ist einer der bis zu 2,12 Millionen Jahre alten Funde aus Shangchen in China. © Zhaoyu Zhu
Überraschender Fund: Die ersten Frühmenschen könnten Afrika deutlich früher verlassen haben als bisher gedacht. Indizien dafür liefern 2,12 Millionen Jahre alte Steinwerkzeuge, die in Zentralchina entdeckt wurden. Sie sind älter als alle zuvor in Asien entdeckten Menschenspuren, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin „Nature“ berichten. Sollte sich dies bestätigen, muss der zeitliche Ablauf der Menschheitsgeschichte möglicherweise neu überdacht werden.

scinexx

Wann verließen die ersten Frühmenschen Afrika? Bisher gibt es auf diese Frage keine eindeutige Antwort. Klar scheint nur, dass Vertreter der Gattung Homo – vermutlich der Homo erectus – wahrscheinlich die ersten waren, die von Afrika aus andere Kontinente besiedelten. Dafür sprechen vor allem Funde von 1,5 bis 1,7 Millionen Jahre alten Homo erectus-Relikten auf Java und in China. Als bisher älteste nichtafrikanische Relikte der Gattung Homo aber gelten 1,85 Millionen Jahre alte Schädel und Knochen, die in Dmanissi in Georgien gefunden wurden.

weiterlesen

Jedes Gehirn ist einzigartig – fast wie ein Fingerabdruck

Die Wülste und Furchen verlaufen auch bei Zwillingen unterschiedlich, hier jeweils drei Ansichten von zwei verschiedenen Gehirnen. (Bild: Lutz Jäncke, Universität Zürich)
Die Einzigartigkeit eines jeden Menschen zeigt sich nicht nur auf der finktionellen Ebene im Gehirn, sondern auch in einer individuellen Anatomie.

Neue Zürcher Zeitung

Dass Erfahrungen im Gehirn Spuren hinterlassen, ist schon lange bekannt. So weisen Profimusiker oder Schachspielerinnen Besonderheiten in den Hirngebieten auf, die sie für ihre Expertise besonders stark beanspruchen.

Doch auch kürzere Ereignisse können sich in der Hirnanatomie niederschlagen. Wird beispielsweise der rechte Arm für zwei Wochen ruhiggestellt, reduziert sich die Dicke der Hirnrinde in den Gebieten, die für die Kontrolle des immobilisierten Armes zuständig sind.

weiterlesen

Teils hunderte Kilometer: Elektrische Felder lassen Spinnen fliegen

Das Phänomen fliegender Spinnen ist seit Langem bekannt. (Foto: Michael Hutchinson/dpa)
Sie haben keine Flügel, fliegen aber trotzdem: Einige Spinnen lassen sich an Fäden baumelnd über weite Strecken durch die Luft tragen. Der Wind ist dabei wohl nicht das einzige Transportmittel.

n-tv.de

Einige Spinnen können elektrische Felder in der Luft wahrnehmen und sich mit ihrer Hilfe transportieren lassen. Sie spüren die Elektrizität mit winzigen Haaren an ihrem Körper, berichten Forscher der University of Bristol im Fachblatt „Current Biology“. „Wir wissen nicht, ob elektrische Felder nötig sind, um das ‚Luftschiffen‘ der Spinnen zu erlauben“, erläutert Erica Morley. „Wir wissen aber, dass sie dazu ausreichen.“

Das Phänomen fliegender Spinnen ist seit Langem bekannt. Die Tiere klettern dazu auf eine Anhöhe, etwa eine Blüte, stellen sich auf die Zehenspitzen und recken ihren Hinterleib in die Höhe. Dann bilden sie mehrere Seidenfäden, die sie auffächern, und werden schließlich an ihnen baumelnd in die Luft gehoben. Sie können auf diese Weise hunderte Kilometer überwinden.

Im Altweibersommer fallen häufig die Netze der Baldachinspinnen (Linyphiidae) auf, die sie meist in Bodennähe auf Wiesen spinnen. Die Fäden, an denen sie durch die Luft segeln, sollen einer Erklärung zufolge an die Haare alter Frauen erinnern – daher womöglich der Name Altweibersommer.

weiterlesen

Für eine Gruppe von Affen hat die Steinzeit begonnen

foto: imago/erhard nerger Weißschulter-Kapuzineraffen (Cebus capucinus imitator) sind offensichtlich geschickte Handwerker: Einige Individuen haben gelernt, Nüsse und Muscheln mit Steinen zu knacken.
Überraschenderweise macht der Werkzeuggebrauch bei benachbarten Kapuzineraffen in Panama keine Schule

derStandard.at

Während der Großteil der Menschheit die Steinzeit seit rund 4.000 Jahren hinter sich gelassen hat, sind einige Affenarten gerade dabei, in eben diese einzutreten. Drei Primaten-Populationen waren bisher bekannt, die sich den Alltag durch die Verwendung von Steinwerkzeugen erleichtern: Eine Gruppe von Schimpansen in Westafrika, eine Makakenhorde in Thailand und Kapuzineraffen der Gattung Sapajus in Südamerika. Letztere setzen möglicherweise sogar bereits seit 700 Jahren Werkzeuge aus Stein ein.

weiterlesen

„Lucys“ Kinder kletterten doch

Die Fußknochen des Vormenschen-Kinds (links) im Vergleich zu einem erwachsenen Australopithecus-Fuß (rechts oben) © Jeremy DeSilva/ Cody Prang
Strikte Zweibeiner? Die Australopithecus-Frau „Lucy“ und ihre Artgenossen liefen wohl doch nicht ausschließlich auf zwei Beinen. Dies legen nun die fossilen Fußknochen eines Kleinkinds dieser Vormenschenart nahe. Die anatomischen Merkmale des Mädchens sprechen dafür, dass es zwar aufrecht gehen konnte – sich aber auch noch kletternd fortbewegte. Zumindest im Kindesalter könnten die Vormenschen demnach verhältnismäßig viel Zeit auf Bäumen verbracht haben.

scinexx

Der Mensch geht aufrecht auf zwei Beinen – ganz anders als seine engsten noch lebenden Verwandten, die Menschenaffen. Doch wann hat sich dieses Alleinstellungsmerkmal entwickelt? Diese Frage wird unter Anthropologen seit jeher intensiv diskutiert. Dabei scheint sich abzuzeichnen, dass die Entstehung des typisch menschlichen Gangs weit in die Evolutionsgeschichte zurückreicht.

weiterlesen

Wölfe versöhnen sich nach einem Streit – Hunde gehen einander aus dem Weg

Konflikte werden bei Wölfen meist ohne Körperkontakt ausgetragen. (Bild: Martin Cathrae (CC BY-SA 2.0))
Das Raubtier und der beste Freund des Menschen tragen Konflikte mit Artgenossen unterschiedlich aus. In einem Wolfsrudel ist es offenbar wichtig, sich schnell wieder zu versöhnen.

Neue Zürcher Zeitung

Wölfe geraten zwar häufiger aneinander als Hunde, aber sie versöhnen sich danach schnell wieder. Dies berichten Forscherinnen vom österreichischen Wolf Science Center (WSC) in Ernstbrunn im Fachjournal «Royal Society Open Science». Die Unterschiede entstanden wohl durch die «Haustierwerdung», die Hunde von sozialen Pflichten untereinander entband.

«Versöhnung» haben Verhaltensforscher zunächst bei Schimpansen und dann auch bei vielen anderen Affen, Wildziegen, Delphinen, Fleckenhyänen, Saatkrähen und Raben nachgewiesen. Bei diesen Tierarten suchen die Beteiligten nach einem Konflikt die gegenseitige Nähe, um wieder Frieden zu schliessen.

weiterlesen

Testosteron steuert Konsumverhalten

Teure Jacke, dicke Zigarre und edler Champagner: Warum konsumieren Männer solche Statussymbole? © Porpeller/ istock
Materielles Imponiergehabe: Ob Rolex-Uhr oder Luxus-Auto – der Hang, sich solche Statussymbole zu kaufen, wird bei Männern vom Testosteronspiegel beeinflusst. Wie eine Studie enthüllt, verstärkt das männliche Sexualhormon das Imponierverhalten und verleitet die Herren der Schöpfung zum Konsum von Luxusgütern. Ähnliche Zusammenhänge sind auch aus dem Tierreich bekannt, wie Forscher berichten: nur dass Tiere mit ihrem Geweih oder ihrem Federkleid angeben anstatt mit ihrem dicken Auto.

scinexx

Während der Paarungszeit ziehen die Männer der Tierwelt eine wahre Show ab: Es geht darum zu zeigen, wer der Schönste, der Stärkste, der Beste ist – und so die Gunst der Weibchen zu erlangen. Zu diesem Zweck trällern Vogel-Männchen etwa Balzgesänge und imponieren Hirsche mit ihrem prächtigen, frisch gewachsenen Geweih.

weiterlesen

Koala: Er schläft 22 Stunden – dann frisst er giftige Blätter

Lecker – aber nur für Koalas Quelle: Getty Images
Koalas sind rätselhaft. Sie ernähren sich von Eukalyptus – der Stoffe enthält, die für die meisten Tiere tödlich wären. Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, wie sie das machen.

Von Valentin Frimmer | DIE WELT

Eine Häufung spezieller Detox-Gene in ihrem Erbgut schützt Koalas vor den Giftstoffen in Eukalyptusblättern. Das schlussfolgern Forscher, nachdem sie erstmals das Erbgut der knuffigen Beuteltiere entschlüsselt haben. Es umfasst 26.000 Gene und ist etwas größer als das des Menschen, schreibt das Team um Katherine Belov von der australischen Universität Sydney im Fachmagazin „Nature Genetics“.

Von den genetischen Informationen erhoffen sich die Wissenschaftler Hinweise darauf, wie die Spezies effektiver geschützt und kranke Tiere besser behandelt werden können. „Das Erbgut ist für die Bemühungen, diese biologisch einzigartige Spezies zu erhalten, eine Art Sprungbrett“, sagte Belov.

weiterlesen

Skurril: Der Nippel und die Evolution

Der Nippel: auch aus evolutionsbiologischer Sicht ein interessantes Objekt © Ostill/ istock
Mal größer und mal kleiner: Die Größe der Brustwarzen variiert bei Frauen deutlich stärker als bei Männern. Dieses Ergebnis eines wissenschaftlichen Nippel-Vergleichs überrascht Evolutionsbiologen. Denn bisher galt: Körperteile, die eine wichtige Funktion erfüllen, entwickeln sich bedingt durch den Selektionsdruck bei allen Individuen einer Art ähnlich. Anders als sein männliches Pendant erfüllt der weibliche Nippel mit dem Stillen eine solche Aufgabe – und kommt dennoch variantenreicher daher, wie sich nun herausstellt.

scinexx

In der Evolutionstheorie gilt: Wer am besten angepasst ist, gewinnt. Aus diesem Grund haben sich die Merkmale der meisten Pflanzen und Tiere im Laufe ihrer Entwicklungsgeschichte so verändert, dass sie optimal mit den vorherrschenden Umweltbedingungen zurechtkommen – und ihre Funktion besonders gut erfüllen können. Ein prominentes Beispiel ist der Kolibri-Schnabel, der häufig exakt die Form der von den Vögeln bevorzugt besuchten Blüte aufweist.

weiterlesen

Neandertaler: Stoß statt Wurf

Durch einen Holzspeer verletzt: 120.000 Jahre alte Damhirschknochen erzählen die Geschichte einer Neandertaler-Jagd. © Eduard Pop, MONREPOS Archäologisches Forschungszentrum und Museum
Gewagte Jagdtechnik: Die Neandertaler setzen ihre hölzernen Jagdspeere aus nächster Nähe ein: Sie stießen damit nach ihren Beutetieren, statt sie aus der Distanz zu werfen. Davon zeugen zwei in Sachsen-Anhalt entdeckte Damhirschfossilien, die vor rund 120.000 Jahren solche Jagdverletzungen davontrugen. Diese Funde sind die ältesten Belege für die Nutzung von Speeren als Jagdwaffen – und der erst Hinweis darauf, dass die Eiszeitmenschen ihre Speere zum Stoß einsetzten.

scinexx

Schon vor rund 300.000 bis 400.000 Jahren fertigten die Neandertaler nicht nur simple Faustkeile – sie schufen auch schon Jagdspeere aus Holz. Davon zeugen Funde solcher Speere unter anderem im niedersächsischen Schöningen und Lehringen. Doch wie setzten unsere eiszeitlichen Vettern diese Jagdwaffen ein?

weiterlesen

Out of Africa oder Multiregionalismus?

Den Neandertaler muss man sich vorstellen wie eine Mischung aus Pumuckl, Pipi Langstrumpf, Sams und dem britischen Außenminister. Rekonstruktion eines männlichen homo neanderthalensis mit Kind, Naturhistorisches Museum, Wien. Bild: Wolfgang Sauber/CC BY-SA-4.0
Teilen wir Europäer mit den Mbuti-Pygmäen aus dem Kongo die gemeinsamen Vorfahren? Sind wir gar eine Promenadenmischung aus Neandertalern und Indern? Sieht fast so aus, wenn es nach einer molekularbiologischen Studien aus China geht

Jörg Albert | TELEPOLIS

Etwa seit den 80er Jahren gibt zwei konkurrierende Erklärungsmodelle zum geografischen Ursprung des modernen Menschen: die multiregionale und die (einmalige) „Out of Africa“-Hypothese.

Im multiregionalen Modell wird die menschliche Evolution als Ergebnis einer Ausdehnung des Homo erectus im frühen und mittleren Pleistozän über Afrika hinaus dargestellt. Danach führte eine lokale Differenzierung zur Entstehung lokaler Bevölkerungen, die schließlich den anatomisch modernen Menschen (anatomically modern humans AMH) in vier unterscheidbare Gruppen (Afrikaner, Europäer, Ost-Asiaten und Australoide) hervorbrachten. Homo war eine einzige Spezies, seit ihre Art vor zirka 2,3 bis 2,8 Millionen Jahren in Fossilien auftauchte.

Unterstützung findet dieses Modell in Ausgrabungen von Fossilien und steinzeitlichen Artefakten. Allerdings fehlt ein schlüssiger molekularbiologisch Nachweis. Autosomale Daten (die ersten 22 Chromosomenpaare des Menschen), die für einen gemeinsamen Vorfahren sprechen, reichen 1,5 Mio. Jahre, aber nicht 2,5 Mio. Jahre zurück. Zusätzlich geht das multiregionale Modell von einer fortlaufenden Vermischung (gene flow) der verschiedenen Menschengruppen aus.

Deutliche Schwierigkeiten bestehen bei diesem Modell in der klaren Trennung zwischen archaischer und moderner weiblicher und männlicher DNA (mtDNA und Y-DNA, das jeweils 23. Chromosomenpaar), das Fehlen archaischer mtDNA und Y-DNA im modernen Menschen und das junge Alter der modernen Y (ca. 100.000 Jahre) und mtDNA (ca. 200.000 Jahre).

weiterlesen

Forscher züchten erstmals Neandertaler-Minihirne

foto: ap Nachbildung des Kopfes eines vierjährigen Neandertalerkindes, basierend auf computerunterstützten Rekonstruktionen des Schädels
War der Neandertaler weniger hell im Kopf als der moderne Mensch? Forscher gehen dieser Frage mit einer etwas verrückt anmutenden Methode nach.

derStandard.at

Es ist zweifellos eine der spannendsten Fragen, die Anthropologen und ihre Fachkollegen umtreibt: Was war verantwortlich dafür, dass vor rund 30.000 Jahren die Neandertaler ausstarben und der moderne Mensch als einziger Vertreter der Gattung Homo übrig blieb?

Die Publikationen zu diesem Thema gehen längst in die Tausende. Das liegt auch daran, dass sich all die aufgestellten Hypothesen empirisch nur schwer überprüfen lassen. Mit der Entschlüsselung des Neandertaler-Genoms im Jahr 2009 durch Forscher um den Paläogenetik-Pionier Svante Pääbo erhoffte man sich harte Fakten. Und tatsächlich wies die Neandertaler-DNA zwar nur wenige, aber doch signifikante Abweichungen von der unsrigen auf.

Vermutung der höheren Intelligenz

Doch können diese Unterschiede im Genom unsere vermutete geistige Überlegenheit erklären? An der Gehirngröße selbst kann es jedenfalls nicht gelegen haben, denn in den Schädeln unserer nächsten Verwandten war mehr Platz für graue Zellen als bei uns. Doch da sich von der Hirnmasse selbst natürlich nichts erhalten hat, konnten Forscher bisher nur die Hohlräume in den Schädeln studieren.

weiterlesen

T. rex war kein Zungenakrobat

Wilde Züngelei: So beweglich wie hier dargestellt war die Zunge des T. rex wohl gar nicht. © Spencer Wright
Falsches Bild: Mit gefletschten Zähnen und herausgestreckter Zunge verfolgt der Tyrannosaurus seine Beute. Diese in der Populärkultur durchaus bekannte Darstellung scheint nicht korrekt zu sein. Denn eine Studie zeigt: Wie die meisten Dinosaurier hatte der T. rex ein äußerst kurzes Zungenbein. Dadurch war seine Zunge wie bei heutigen Krokodilen wahrscheinlich ziemlich unbeweglich. Weit herausstrecken konnte er sie somit nicht – ganz anders als etwa die urzeitlichen Flugsaurier.

scinexx

Kein anderer Dinosaurier beflügelt die Fantasie wohl mehr als der Tyrannosaurus rex. Der Mensch ist so fasziniert von diesem König der Kreidezeit-Räuber, dass er ihn immer wieder durch Kunst und Film zum Leben erweckt – der Blockbuster „Jurassic Park“ sei hier nur als eines von vielen Beispielen genannt.

weiterlesen

Early Earth’s Habitability Could Boost the Chances of Alien Life

An artist’s concept of the early Earth. While still fairly inhospitable compared to today, the early Earth may have had a more moderate climate and ocean temperature and pH than had been thought. Credit: NASA
The conditions on the early Earth have long been a mystery. But researchers from NASA and the University of Washington have now devised a way to account for the uncertain variables of the time, in turn discovering that our planet may have been more temperate long ago than previously thought.

By Joelle Renstrom | SPACE.com

By applying these findings to other rocky planets, the researchers conclude that the timeframe and likelihood of life persisting elsewhere is greater than first thought.

Given that we have no rocks or other material from Earth’s first 500 million years, approximations of conditions on our planet during that time have varied widely. Some picture early Earth as wracked by volcanic eruptions and bubbling with lava, while others envision a world asleep and encased in ice. [7 Theories About the Origin of Life on Earth]

Earth’s 4.5-billion-year history leaves room for many geological phases and „people have used all kinds of different geochemical datasets to get some measure of surface conditions,“ said the study’s lead author, Joshua Krissansen-Totton of the University of Washington.

The researchers focused on the Archean Eon, 4 billion to 2.5 billion years ago, shortly after the formation of Earth’s crust, atmosphere and oceans. It’s also when life likely emerged.

The difficult part is in deducing ocean pH and global temperature, about which estimates fluctuate drastically, from alkaline to corrosively acidic and from minus 13 to 185 degrees Fahrenheit (minus 25 to 85 degrees Celsius).

read more

DNA: Doch kein eindeutiger Code?!

Der genetische Bauplan aller Lebewesen setzt sich aus Abfolgen vier chemischer Basen zusammen. © Ktsimage/ thinkstock
Translation nach dem Zufallsprinzip: Forscher haben eine Hefeart entdeckt, die eine grundlegende Regel der Genetik auf den Kopf stellt. Denn eine bestimmte Abfolge von DNA-Basen wird bei ihr nicht immer in dieselbe Aminosäure übersetzt. Stattdessen wird im Falle der Basenkombination CTG zufällig zwischen zwei Varianten entschieden. Damit ist diese Hefe das erste bekannte Lebewesen, bei dem die Eindeutigkeitsregel des genetischen Codes ungültig ist.

scinexx

Eigentlich ist die Sache klar: Unsere DNA enthält die Bauanleitung für all das, was uns ausmacht. Dieser genetische Code setzt sich aus Sequenzen vier chemischer Basen zusammen: Adenin, Thymin, Cytosin und Guanin, kurz A, T, C und G. Folgen aus drei Basen-Buchstaben werden in der Zelle jeweils in eine Aminosäure übersetzt – diese Verbindungen sind die Bausteine der für unseren Körper so wichtigen Proteine.

weiterlesen

Das geistige Leben der Bienen

Bild: dpa
Bienen sind besonders kluge Insekten. Der Verhaltensforscher Lars Chittka legt dafür eindrucksvolle Belege vor. Sollte man deshalb von einem Bewusstsein der Bienen sprechen?

Von Wolfgang Krischke | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Das Gehirn der Biene ist nach dem menschlichen das vollkommenste in der gesamten Natur, fand der belgische Schriftsteller Maurice Maeterlinck. Sein „Leben der Bienen“ gehört zu den wenigen Werken des einst gefeierten Literaturnobelpreisträgers, die noch nicht gänzlich in Vergessenheit geraten sind. Zu den Kennern dieses 1901 erschienenen Buchs gehört der Verhaltensforscher Lars Chittka, der zurzeit Fellow am Wissenschaftskolleg Berlin ist. Er und sein Team haben im Freiland und im Labor der Londoner Queen-Mary-Universität staunenswerte Beobachtungen und Experimente mit Honigbienen und Hummeln gemacht. In ihrem Licht erscheint Maeterlincks Bewunderung für den „Intellekt“ der Bienen weniger abwegig, als sie auf den ersten Blick wirken mag.

Dass Bienen ein hervorragendes Orientierungsvermögen haben und Meister der Staatenbildung sind, ist lange bekannt. Aber die zugrundeliegenden Verhaltensweisen galten bislang als rein instinktiv.

weiterlesen

Bienen verstehen das Prinzip der Null

Honigbienen begreifen das Prinzip der Null als Zahlenwert – das galt bisher als Privileg von Primaten und einigen Vögeln. © proxyminder/ iStock
Zahlenbegabter als kleine Kinder: Honigbienen haben ein überraschend menschenähnliches Zahlenverständnis – sie begreifen sogar das abstrakte Konzept der Null. Im Experiment erkannten die Insekten spontan, dass ein leeres Bild einen niedrigeren Zahlenwert besitzt als ein Bild mit einem oder mehr Punkten, wie Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten. Das Überraschende daran: Das Prinzip der Null als Zahlenwert begreifen selbst menschliche Kinder erst ab etwa vier Jahren.

scinexx

Die Null steht für ein Nichts, eine leere Menge, aber gleichzeitig ist sie auch Teil unseres Zahlenraums: Sie kennzeichnet einen Wert kleiner als 1. Doch so wichtig dieses Konzept der Null ist, so abstrakt und schwer zu begreifen ist es – selbst für uns Menschen: In der Geschichte taucht die Null erst vor rund 1.700 Jahren erstmals auf und bis heute gibt es Naturvölker, die keine Null kennen.

weiterlesen

Raben rufen strategisch um Hilfe

Raben rufen nur dann um Hilfe, wenn es sich lohnt. © Frank Schulenburg/ CC-by-sa 4.0
Geschickt taktiert: Biologen haben einen weiteren Beleg für die hohe soziale Intelligenz von Raben gefunden. Denn wenn die Vögel können bei einem Streit mit Artgenossen sehr genau abschätzen, ob sich ein Hilferuf lohnt. Sind ihre Verwandten oder Partner im Publikum, rufen sie diese herbei. Sind vorwiegend Verbündete des Angreifers präsent, lassen sie dies. Das demonstriere das komplexe Sozialsystem dieser Krähenvögel und ihre erstaunlich fortgeschrittenen sozialen Taktiken, so die Forscher.

scinexx

Raben sind äußerst intelligente Vögel: Sie können zählen, Werkzeuge nutzen und sogar vorausschauend planen. Noch ausgeprägter aber ist ihre soziale Intelligenz. Die in komplexen, sich ständig verändernden Verbänden lebenden Krähenvögel wissen sehr genau, wer welchen sozialen Rang bekleidet und mit wem sich eine Teamarbeit lohnt.

weiterlesen