Bekannte Gesichter wirken fröhlicher

Wie fröhlich wirken diese Gesichter? © Bowie15/ thinkstock
Verzerrte Sicht: Wie unser Gehirn ein Gesicht wahrnimmt, hängt nicht nur von seinen objektiven Merkmalen ab. Experimente von US-Forschern zeigen: Entscheidend ist auch, ob uns die Gesichtszüge vertraut oder unbekannt sind. Demnach bewerten wir den emotionalen Ausdruck von bekannten Gesichtern tendenziell positiver als von fremden: Dasselbe Lächeln wirkt dann mal mehr, mal weniger fröhlich.

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Ob am Frühstückstisch, im Büro, beim Einkaufen oder auf dem Fernsehbildschirm: Jeden Tag schauen wir unzähligen Menschen ins Gesicht. Die Fähigkeit, das Antlitz von Mitmenschen wiederzuerkennen und zu unterscheiden ist für unser Sozialverhalten enorm wichtig. Kein Wunder also, dass unser Gehirn eigene Zentren für die Gesichtserkennung besitzt und bestimmte Gesichter sogar in jeweils eigenen Neuronen abgespeichert werden.

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Warum Schimpansen an der Grenze patrouillieren

Symbolbild: Ein Schimpanse. – (c) AFP (GUILLAUME SOUVANT)
Sie sind soziale Primaten wie wir – aber worauf baut ihre Moral? Und kennen sie Mitgefühl?

Die Presse.com

Wie hilfsbereit sind unsere nächsten Verwandten im Tierreich? Und wenn sie einander helfen, tun sie’s aus Mitgefühl oder aus Berechnung? Das ist schon bei Menschen nicht leicht zu entscheiden, im Fall der Schimpansen sind die Wissenschaftler uneins. Vor allem Forscher um Michael Tomasello – bekannt für Arbeiten über Spiegelneuronen – neigen dazu, den Schimpansen die Empathie abzusprechen: 2016 erklärten sie in Nature Communications (20. 12.), dass die Affen ihresgleichen weder helfen noch schaden wollen, das sei ihnen schlicht egal.

Aber offenbar merken sie sich, wenn ihnen ein Artgenosse geholfen hat – und belohnen die Hilfe später. Das zeigten die Forscher um Tomasello, indem sie die Schimpansen vor die Wahl stellten, sich selbst und einen Kollegen oder nur sich selbst mit Nahrung zu versorgen. Sie entschieden sich für die altruistische Variante, auch wenn sie ihnen einen Nachteil brachte, wenn dieser Kollege ihnen davor geholfen hatte.

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Wir sind einzigartiger als wir glauben

Bild: 4ever.eu
Einflussreiche Unterschiede: Dass sich das Erbgut von Mensch zu Mensch unterscheidet, ist nichts Neues. Eine Studie zeigt nun jedoch: Der Einfluss dieser genetischen Variationen scheint weitaus stärker zu sein als bisher angenommen. Denn durch sie unterscheiden sich die Proteine zweier Menschen im Mittel um 20.000 Bausteine – und diese Varianten beeinflussen die Funktion dieser Eiweiße erheblich, wie die Simulationen der Forscher offenbaren.

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Unsere genetische Betriebsanleitung umfasst drei Milliarden Buchstaben und würde ausgedruckt einige Bücher füllen. Dennoch passt sie bequem in die kleinste Einheit unseres Organismus: in unsere Zellen. Dort dient die DNA als Bauplan, nach dem Aminosäuren zu Proteinen zusammengesetzt werden – biologische Moleküle, die im menschlichen Körper für Stoffwechsel, Wachstum und Regeneration sorgen. Ohne sie würde keine einzige unserer Zellen funktionieren.

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Erste Tiere entstanden früher als gedacht

Wann entstanden die ersten Vorläufer heutiger Tiergruppen? © cienpies/ thinkstock
Überraschend alte Wurzeln: Die Vorfahren aller großen Tierstämme könnten schon vor mehr als 700 Millionen Jahren entstanden sein. Dies legt eine Rekonstruktion mithilfe der „genetischen Uhr“ nahe. Sollte sich dies bestätigen, dann hätten die Urahnen der heutigen Tiergruppen sogar die Ära des „Schneeball Erde“ überlebt – eine extreme Vereisung des Planeten. Der Genstammbaum spricht zudem dafür, dass die Tiergruppen sich extrem schnell voneinander abspalteten, wie die Forscher im Fachmagazin „Scientific Reports“ berichten.

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Wann entstanden die ersten mehrzelligen Lebewesen auf der Erde – und damit die Vorfahren aller heutigen Tiere und Pflanzen? Diese Frage ist bisher hoch umstritten, auch weil fossile Belege Mangelware sind. Zahlreiche Funde belegen allerdings, dass schon zu Beginn des Kambriums vor etwa 540 Millionen Jahren die Vorfahren fast aller heutigen Tierstämme existierten – von Krebsen über Spinnentiere bis hin zu den Urahnen der Deuterostomen. Auch wesentliche Körpermerkmale wie das Gehirn, die Muskeln oder das Herz waren schon vorhanden.

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Zecken nervten schon Dinosaurier

Vorfahr. Die Zecke Amblyomma birmitum in rund 100 Millionen Jahre altem Bernstein.Foto: Chitimia-Dobler/Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr
Im heutigen Burma lebten schon vor 100 Millionen Jahren blutsaugende Zecken. Ein Exemplar hat die Zeiten in Bernstein überdauert.

Von Hartmut Wewetzer | DER TAGESSPIEGEL

Zecken piesacken andere Lebewesen schon länger. Genauer: seit mindestens 100 Millionen Jahren. Auf dieses Alter schätzen Wissenschaftler eine von ihnen entdeckte, in Bernstein eingeschlossene Zecke. Damit gehört der Blutsauger zur ältesten Art einer heute noch vorkommenden Zeckengattung. Das Tier stammt aus dem Burmesischen Bernsteinwald und wurde nach seiner Herkunft Amblyomma birmitum getauft. Beschrieben wurde das perfekt konservierte Exemplar, das in der Kreidezeit lebte, von Forschern des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr, des Museums für Naturkunde Berlin und der Zoologischen Staatssammlung München im Fachblatt „Parasitology“.

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Homo sapiens ist viel älter als gedacht

Karge Karsthöhle: Die Grabungsstätte Djebel Irhoud hat zahlreiche menschlicher Fossilien hervorgebracht. (Foto: Shannon McPherron, MPI EVA Leipzig)
  • Leipziger Wissenschaftler haben ermittelt, dass der moderne moderne Mensch Homo sapiens bereits vor rund 300 000 Jahren in Nordafrika lebte.
  • Die Paläoanthropologen haben Knochen, Zähne und Werkzeuge aus Feuerstein nahe der marrokanischen Stadt Marrakesch untersucht. Dabei nutzten sie eine neue Datierungsmethode.
  • Der Fundort gilt als ungewöhnlich, da der Ursprung des modernen Menschen eher im südlichen Afrika vermutet wird.

Von Kathrin Zinkant | Süddeutsche.de

Die aufregendsten Orte der Menschheitsgeschichte wirken nicht immer spektakulär. Steine, Staub, ein paar halbvertrocknete Grasbüschel – die Wüste zwischen Marrakesch und der marokkanischen Küste ist ein unwirtlicher Ort, heiß, trocken und leer. Kaum vorstellbar, dass dies einst eine Geburtstätte der erfolgreichsten Spezies auf dem Planeten Erde gewesen sein soll. Und doch: Wie zwei Forscherteams um Jean-Jaques Hublin vom Leipziger Max Planck Institut für evolutionäre Anthropologie im Wissenschaftsjournal Nature berichten, haben rund 100 Kilometer von der marokkanischen Wüstenstadt entfernt die bislang ältesten bekannten Vertreter des modernen Menschen, des Homo sapiens gelebt. Beweisstücke sind neue Funde aus der Höhlenformation Djebel Irhoud. Die Fossilien an sich sind dabei nicht die Sensation, man hatte in derselben Höhle schon in den 1960er Jahren beachtliche Funde gemacht. Die Überraschung ist vielmehr das neu bestimmte Alter der ausgegrabenen Knochen und Zähne: Sie sind mehr als 100 000 Jahre älter als alle bislang entdeckten Relikte des Homo sapiens.

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We Are Programmed to Die Early, and That’s a Good Thing

Image: JuliusKielaitis/Shutterstock
Complex systems theorists have created a model that overturns longstanding assumptions about the relationship between death and natural selection.

By Daniel Oberhaus | MOTHERBOARD

Since the late 19th century, evolutionary biologists have assumed that natural selection favors individuals with long lifespans. It makes some intuitive sense: the longer you live, the more time you have to get busy making babies, maximizing your reproductive potential.

As for what determines an individual organism’s lifespan in the first place, scientists have largely concluded that this is a result of a mix of extrinsic factors (such as predation, disease, or accidents) and intrinsic factors (the biological decay that eventually results in death).

„Lifespans are selected for and genetically programmed.“

But according to new research published earlier this year in PLOS One, these theories are wrong: it turns out it’s natural selection may have pushed organisms to have an internal time for how long they’re supposed to life. We are, in essence, genetically programmed to self-destruct.

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On the way home – Diskussion mit Dawkins

Foto: Brian Engler/RDF
Auf seiner US-Tour traf Richard Dawkins am 24. Mai 2017 in Washington den Biologen Jerry Coyne zu einer Diskussion.

Von Jerry Coyne | Richard-Dawkins-Foundation

Ich hänge am R*agan Airport in DC fest, den ich lieber bei seinem alten Namen „National Airport“ nenne. Nach Chicago-Zeit um Mittag herum werde ich zu Hause sein.

Vielleicht erinnert Sie die erste Hälfte dieses Posts an einen Beatles-Song; wenn Sie sagen können, auf welchem Album er war, gibt’s Extrapunkte.

Die Veranstaltung mit Richard Dawkins gestern Abend im Lisner-Auditorium (George Washington University, 24. Mai 2017) lief gut, jedenfalls erschien es mir so. 900 Besucher, der VIP-Bereich schon vorher ausverkauft, und ich glaube, unser Gespräch war recht lehrreich, auch wenn das immer schwer zu sagen ist, wenn man von der Bühne aus das Publikum nicht sehen kann (das Scheinwerferlicht war heftig). Ich versuchte, mich auf Evolution zu konzentrieren, wenngleich ich Richard dazu bekam, etwas über den freien Willen (im dualistischen Sinne) zu sagen, nachdem er in seinem demnächst erscheinenden (und empfohlenen) Essay-Band „Science in the Soul“ folgendes schrieb:

„Nach meinen öffentlichen Reden graust es mir vor der unvermeidlichen Frage ‚glauben Sie an den freien Willen‘ und ich nehme manchmal Zuflucht zu Christopher Hitchens typisch geistreicher Antwort, ‚Ich habe keine andere Wahl‘.“

Naja, schlagfertig ist das, aber nicht wirklich eine Antwort, also fragte ich ihn, ob er zustimmt, dass all unsere Handlungen vorherbestimmt sind, mit Ausnahme eventueller Quantenereignisse im Gehirn. Das räumte er ein und fügte hinzu, den Kompatibilismus und andere Versuche, den freien Willen zu „retten“, nicht recht zu verstehen. Diese Aspekte vertiefte ich nicht, und so diskutierten wir kurz die Implikationen eines reinen Determinismus für Gesellschaft und Rechtssystem.

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Löwen droht ähnliches Schicksal wie den Säbelzahnkatzen

Foto: apa/dpa/patrick pleul Keine Großkatze, aber Größeres hat Europa heute nicht mehr zu bieten: der Luchs.
Forscher errechneten, warum die eiszeitlichen Großkatzen ausstarben, und zogen Parallelen zu den heute noch lebenden Arten

derStandard.at

Mit 120 Zentimeter Körperlänge und gut 20 Kilogramm Gewicht ist der Luchs heute die größte wildlebende Katzenart Europas – ein müder Abklatsch dessen, was einmal war. Noch in der Antike lebten in Südosteuropa Löwen, gegen Ende der letzen Kaltzeit hatte es weitere Spezies gegeben.

Mindestens drei große Katzenarten sollte es auf unserem Kontinent natürlicherweise noch geben, wenn nur ausreichend Beutetiere vorhanden wären: Das sagt Dawn Burham von der Wildlife Conservation Research Unit der Universität Oxford nach Berechnungen der Großtier-Artenvielfalt auf allen Kontinenten, heute und in prähistorischer Zeit. Ohne die Aussterbewellen im Zeitalter des Menschen gäbe es heute in nahezu jeder Region der Welt bis zu fünf Katzenarten, ergänzt ihr Kollege David Macdonald.

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Evolutionstheorie: Urmenschen spalten Serbien

Darwin-Büste im Naturkunde-Museum Berlin. Bild: BB

Eine breite Initiative will den Ersatz von Darwins Lehre in Schulbüchern durch die biblische Schöpfungsgeschichte. Aufgeklärte Kritiker werden behördlich bedrängt.

Von Thomas Roser | Die Presse.com

Ausgerechnet eine oftmals als rückständig belächelte Weltregion kam dieser Tage überraschend in den Verdacht, sie, und nicht wie bisher angenommen Ostafrika, könnte die Wiege der Menschheit gewesen sein: Laut Wissenschaftlern der Universität Tübingen (Deutschland) deuteten Knochen- und Zahnfunde in Bulgarien und Nordgriechenland darauf hin, dass sich die Entwicklungslinien von Affe und Mensch auf dem Balkan getrennt hätten („Die Presse“ berichtete am 23. Mai). Man will durch die Funde eine neue Hominidenart, Graecopithecus freybergi, identifiziert haben, die vor 7,2 Millionen Jahre existiert haben soll. Das wäre sogar noch ein wenig früher, als es die herrschende Lehre für den Schauplatz Ostafrika (speziell Tansania, Äthiopien, Kenia) annimmt.

Die Forscher erwarten nach eigenen Angaben „heftige Reaktionen“, „viel Widerspruch“ und geben zu, dass die Indizienlage noch dünn sei. Und tatsächlich kommt Stolz über die neuen „Affenmenschen vom Balkan“ in der streitbaren Vielvölkerregion keineswegs bei allen Heutigen auf: Engagiert streitet nämlich in Serbien eine Initiative rechtsklerikaler Intellektueller gegen die Lehre der Evolutionstheorie in Schulbüchern.

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Die Kreationisten

Themenbild.
Leben könnte bald ohne Evolution entstehen. Mit der synthetischen Biologie wollen Forscher Organismen auf dem Reißbrett planen und sogar künstlich erschaffen.

Von Susanne Donner | Technology Review

Der Organismus als Maschine – kaum einer treibt diese Sicht mehr ins Extrem als Craig Venter. Berühmt geworden mit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms, sieht er alles Lebendige in erster Linie als Biomaschine, programmiert per DNA. Also liegt der Gedanke nahe, sie auch wie ein Ingenieur herzustellen. Seit zwanzig Jahren versucht der Genforscher, ein künstliches Bakterium zu erschaffen. 2016 konnte er mit seinem Team einen wichtigen Durchbruch vermelden. Die Gene des Bakteriums Mycoplasma mycoides hatten die Forscher von 901 auf 473 verschlankt, indem sie alles herauswarfen, was für den Lebenserhalt überflüssig war. Die abgespeckte 473-Genversion stellten sie synthetisch her und verfrachteten sie in eine entleerte Zellhülle von Mycoplasma mycoides. Das Konstrukt lebte, sprich: futterte und teilte sich. In drei Stunden verdoppelte sich die Zellzahl. „JCVI-syn3.0“ heißt das artifizielle Bakterium jetzt. Venters Ergebnisse sind zwar Grundlagenforschung. Doch langfristig will er zeigen, dass sich mit derartigen Methoden Organismen nicht nur nachbauen, sondern neu erfinden lassen. Die künstlichen Zellen könnten als Produktionsstätten für Pharma-, Chemie- und Textilindustrie dienen, stellt der Forscher in Aussicht.

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Denken mit Leib und Seele

Eine physikalische Erklärung des Bewusstseins ist gescheitert. Neurobiologen und Philosophen fangen an, andere Denkmodelle wieder in Betracht zu ziehen

Von Konrad Lehmann | TELEPOLIS

Im Jahre 1999 hörte ich bei einer Tagung von Neurowissenschaftlern und Geistesphilosophen einen Vortrag der bekannten Neurophilosophin Patricia Churchland. In der anschließenden Diskussion fragte sie ein Zuschauer die Große Frage: Wie denn nun Gehirn und Bewusstsein zusammenhingen?

Churchland antwortete (so zumindest habe ich es in meinem kreativen Gedächtnis gespeichert): Nun, dazu seien wir ja hier, um das von den Neurobiologen zu erfahren. Es war die Bankrotterklärung der Philosophie: Bewusstsein als biologisches Problem.

Allerdings war die Kapitulation der Geistesphilosophen zu der Zeit nachvollziehbar, denn die Neurowissenschaften zeigten quasi täglich neu die enge Kopplung von Gehirnfunktion und Erlebnisinhalten, die skurrilen Ausfallserscheinungen bei neurologischen Patienten mit klar definierten Schädigungen, und biochemische, drogeninduzierte Veränderungen des Bewusstseins.

Auf demselben Podium trat damals Vilayanyur Ramachandran auf, der brillante Neurologe und umwerfende Rhetoriker, der an seinen Patienten viel über die neuronale Organisation von Ich und Welt herausgefunden hat. Wenn ein Schlaganfall Teile der rechten Hirnhälfte zerstört, dann leugnen die Patienten die Existenz einer linken Hälfte der Welt. Keine Vernunftgründe, keine Erinnerung können sie davon überzeugen. Ihre Weltsicht ist ein zwingendes Ergebnis des geschädigten Nervenfleischs. Ebenso verschwindet alle Persönlichkeit, alle Selbstbestimmung, wenn (wie vor gar nicht so langer Zeit bei einer Lobotomie) die Verbindungen des Stirnhirns gekappt werden. Da scheint es kein „Ich“ zu geben, das über die zerstörte Materie Gewalt erlangen kann. Und auch Rauschzustände sind stärker als so etwas wie „Wille“. „Bewusstsein“, so scheint es, ist wirklich ein Produkt biochemischer, neuronaler Prozesse.

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Lesen krempelt unser Gehirn um

Das Lesenlernen verändert unser Gehirn überraschend tiefgreifend © thinkstock
Tiefgreifende Umstrukturierung: Wenn wir lesen lernen, verändert dies unser Gehirn auf überraschend fundamentale Weise. Denn nicht nur die Sprach- und Sehzentren im Cortex wandeln sich dadurch, auch evolutionär alte Hirnareale wie der Hirnstamm und der Thalamus sind beteiligt. Die komplexe Aufgabe des Lesenlernens hinterlässt damit tiefgreifenden und dauerhafte Spuren in unserem Gehirn, wie Forscher im Fachmagazin „Science Advances“ berichten.

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Das Lesen ist eine der größten Errungenschaften der menschlichen Kultur – und eine mentale Herausforderung. Der Mensch benötigt meist Monate, manchmal Jahre des Übens, um lesen zu lernen. Ein möglicher Grund: Weil die Schrift erst vor wenigen tausend Jahren erfunden wurde, hat unser Gehirn noch keine Zeit gehabt, ein eigenes Lesezentrum zu entwickeln. Stattdessen muss es andere Hirnareale umfunktionieren.

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A Killer Whale Killing Spree on the West Coast Is Actually Good News

A killer whale tries to drown a gray whale calf as the calf mother defends it. Image: Jodi Frediani
Natural whale deaths benefit the whole ocean ecosystem. Human-caused ones, though, are another story.

By Erica Cirino | MOTHERBOARD

This past 4/20, while marijuana merrymakers gathered on the UC Santa Cruz campus to celebrate, just a few miles away on the shores of Monterey Bay, whale watchers boarded boats to see killer whales. One of them was California-based wildlife photographer Jodi Frediani, who counted more than 30 of the iconic black-and-white cetaceans. That day, she witnessed them begin what many experts consider to be an unprecedented gray-whale killing spree.

Over the course of the next two weeks, Frediani and other observers watched more than 30 killer whales (led by a pod of nine) attack eight gray whale calves, killing six. The massacre was so unusual it made the local news. Many who heard about or saw the event expressed their shock and sadness that the killer whales nabbed so many young gray whales.

To Frediani, the killings of the gray whales, which in the eastern Pacific were once an endangered species—while disturbing to watch—are examples of nature taking its course. Like all animals, killer whales need to eat, Frediani told me, and it just so happens they have a taste for other whales‘ blubber.

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Top Ten der neuentdecken Arten 2017

Dies sind nur sechs der zehn ungewöhnlichsten Arten des Jahres 2017 © Sumukha, Peter Kirk, Kevin Rowe, Georg Fischer, M. Kolanowska, Siriwut, Edgecombe and Panha
Eine Orchidee mit Teufelsgesicht, ein schwimmender Tausendfüßer und eine Spinne, die dem Hut des Zauberers Gryffindor aus Harry Potter ähnelt: Dies sind nur drei der rund 18.000 im letzten neuentdeckten Tier- und Pflanzenarten. Die zehn bizarrsten und spannendsten von ihnen stellen Biologen in ihrer Top Ten-Liste vor. Die Neuentdeckungen demonstrieren, dass wir bisher nur einen kleinen Teil der Natur überhaupt kennen.

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Obwohl wir Menschen und unsere Zivilisation die Erde mehr und mehr verändern und beeinträchtigen, kennen wir bisher nur einen Bruchteil unserer tierischen und pflanzlichen Mitbewohner auf diesem Planeten. Um darauf aufmerksam zu machen, haben Forscher des International Institute for Species Exploration (IISE) nun eine Liste der zehn ungewöhnlichsten, spannendsten und bedeutendsten Neuentdeckungen des letzten Jahres zusammengestellt.

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Bestandaufnahme der irdischen Pflanzenwelt

Pflanzen sind unsere Lebensgrundlage – aber auch eine längst nicht komplett erforschte Welt © Kew Gardens
Grüne Lebensgrundlage: Die irdische Pflanzenwelt ist bisher nur in Ansätzen erfasst und erforscht. Allein im letzten Jahr wurden 1.730 neue Pflanzenarten entdeckt, wie der aktuelle Zustandsbericht zur irdischen Pflanzenwelt darlegt. Erst bei 225 Pflanzenarten hat man bisher das Erbgut entschlüsselt – angesichts von knapp 400.00 Gefäßpflanzenarten weltweit eine verschwindend geringe Zahl.

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Sie produzieren den lebenswichtigen Sauerstoff und liefern Mensch und Tier die nötige Nahrung: Pflanzen. Ohne sie sähe die Erde nicht nur völlig anders aus, die Pflanzenwelt ist auch eine Voraussetzung für Leben wie wir es kennen. „Pflanzen bilden die Basis der irdischen Ökosysteme und haben das Potenzial, einige unsere drängendsten Probleme zu lösen“, sagt Kathy Willis, wissenschaftliche Leiterin der Royal Botanical Gardens im englischen Kew.

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Tyrannosaurus knackte selbst dicke Knochen

Mächtige Kiefer, scharfe Zähne: Der Schädel eines Tyrannosaurus ist gewaltig. © David Monniaux / CC-by-sa 3.0
Enorme Bisskraft: Der Tyrannosaurus rex konnte die dicken Knochen selbst großer Beutetiere problemlos knacken – seine Bisskraft reichte dafür locker aus. Denn der Raub-Dinosaurier übte mit jeder seiner Zahnspitzen eine Kraft aus, die dem Gewicht von rund 30.000 Kilogramm pro Quadratzentimeter entspricht, wie ein biomechanisches Modell nahelegt. Der T. rex konnte damit selbst die dicken Knochen eines Triceratops aufbrechen, so die Forscher im Fachmagazin „Scientific Reports“.

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Der Tyrannosaurus rex war einer der größten Fleischfresser der Kreidezeit. Der bis zu sieben Tonnen schwere Raubdinosaurier konnte zudem ziemlich schnell rennen und besaß Zähne so scharf wie Steakmesser. Doch ob seine Bisskraft ausreichte, um beispielsweise die Knochen großer Pflanzenfresser zu knacken oder ob er eher Jungtiere fraß, blieb bisher strittig.

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Watch War-Painted Female Fruit Flies Fight After Sex

Caught in the act. Image: Amy Hong
The lady insects have some sick fighting moves, including leg-fencing and headbutts.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

The French coined the term „la petite mort,“ meaning the little death, to describe the mellow, bittersweet buzz that many people report experiencing after sex. But female fruit flies, in contrast, feel no such post-coital chill, opting for more of a „fight to the death“ vibe.

According to new research published on Monday in Nature Ecology & Evolution, there is a consistent uptick in aggressive bullying behavior between female Drosophila melanogaster fruit flies after they have mated with males, a shift that may be triggered by sex peptides in fruit fly semen. This conclusion was reached after several observations of recently bedded females duking it out with slap-fights, shoves, and even the dreaded fruit fly headbutt.

Yes, there’s video evidence, and yes, it’s adorable. Behold, a sperm-fueled gladiatorial showdown in a tiny „contest arena.“

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Urzeitwal füllt evolutionäre Lücke

Illustration von Mystacodon selenensis. Der Vorfahre heutiger Bartenwale hat vermutlich bodennah nach Beute gejagt. © Alberto Gennari
Als Bartenwale die Zähne verloren: Fossilienfunde werfen ein neues Licht auf die Evolutionsgeschichte von Bartenwalen. Die versteinerten Skelette eines Urzeit-Wals weisen Zähne und rudimentäre Hinterbeine auf. Damit stellt der Fund ein lange gesuchtes Bindeglied zwischen aktiv jagenden Basilosauriern und den heutigen zahnlosen Bartenwalen wie Blauwal und Co dar.

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Wenn Paläontologen die Evolution verschiedener Tierarten zurückverfolgen, stehen sie oft vor einem Problem: Es fehlen die entscheidenden Fossilien eines „Missing Links“, eines Bindeglieds zwischen zwei bekannten Arten. Wenn solche seltenen Funde gemacht werden, sorgt dies entsprechend für besonderes Aufsehen, wie zuletzt bei der Entdeckung von Teleocrater rhadinus, einem Verwandten von Krokodilen und Dinosauriern.

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Wissenschaftler beweisen: Man(n) kann ab 30 nichts für seine Plauze

Eine neue Studie beweist jetzt, dass Männer gar nichts für die Plauze ab 30 können (Symbolbild) © ChristinaKurtz/Getty Images
Spätestens mit 40 war’s das mit dem Sixpack bei Männern. Viele bekommen trotz intensiven Sportaktivitäten und guter Ernährung eine Plauze. Doch dafür gibt es einen medizinischen Grund. Das haben jetzt US-Wissenschaftler herausgefunden.

stern.de

„Wieso ein Sixpack, wenn man auch ein Fass haben kann?“ Es ist eine der Ausreden von vielen Männern, die etwas mehr auf den Rippen haben. Doch ab sofort gibt es tatsächlich eine Ausrede für Männer, die trotz Sport und guter Ernährung dicker sind.

Schuld am Bauch ist ein Enzym. Das belegt jetzt eine Studie, die das Fachjournal „Science Daily“ veröffentlicht hat. „DNA-Protein Kinase“, kurz DNA-PK, heißt es und beeinflusst den Stoffwechsel. „Es gibt ein genetisches Programm, das von diesem überaktiven Enzym angetrieben wird“, schreibt Autor Dr. Jay Chung, Experte für Gewichts- und Altersforschung.

Was Dr. Chung meint, ist, dass das Enzym mit zunehmenden Alter an Aktivität zulegt, wohingegen die Mitochondrien, die Nahrung in Energie verwandeln, zurückgehen. Das Ergebnis: der berühmte Bierbauch.

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