Altes Antibiotikum mit neuer Durchschlagskraft

Diese multiresistenten Staphylococcus aureus (MRSA) sind nur ein Beispiel von vielen gegen Antibiotika resistenten Bakterien © CDC
Generalüberholung für bewährtes Antibiotikum: Forscher haben das altbekannte Medikament Vancomycin so verändert, dass es wirksamer und weniger anfällig für Resistenzen ist. Dank der Modifikationen greift das Mittel Bakterien nun auf drei unterschiedlichen Wegen an – ein Novum bei Antibiotika. Im Test tötete das modifizierte Vancomycin sogar resistente Erreger ab und war zudem deutlich aktiver als der ursprüngliche Wirkstoff. Der einzige Haken: Die Synthese des neuen Mittels ist bisher noch sehr aufwändig.

scinexx

Die besten Waffen der Medizin gegen bakterielle Erreger werden stumpf: Resistenzen gegen gängige Antibiotika nehmen weltweit zu. Viele Bakterien, darunter der Krankenhauskeim MRSA oder die ESBL-Bakterien, sind inzwischen sogar schon gegen mehrere Wirkstoffklassen immun. Angesichts dieser Entwicklung hat die Weltgesundheitsorganisation erst kürzlich eindringlich zur Erforschung von Alternativen aufgerufen.

weiterlesen

Designerviren gegen Krebs

Mit speziell designten Viren könnte die Immunabwehr des Körpers gegen Krebszellen angestachelt werden. © Vitanovski / Thinkstock
Alarmanlage aus Viren: Forscher haben künstliche Viren gebaut, die gezielt gegen Krebserkrankungen eingesetzt werden können. Diese Designerviren alarmieren das Immunsystem und leiten es an, Killerzellen in den Kampf gegen den Krebs zu schicken. Damit bildet die Methode eine Grundlage für neuartige Krebstherapien, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Communications“ berichten.

scinexx

Krebserkrankungen stellen noch immer eine medizinische Herausforderung dar. Die klassische Behandlung mittels Chemotherapie ist höchst belastend für den Patienten, so dass fieberhaft an neuen Möglichkeiten geforscht wird, die Erkrankung erfolgreich zu bekämpfen. Neben frühzeitigen Diagnoseverfahren über eine Blutprobe oder die Atemluft wird auch am Einsatz von Nanobots gegen den Krebs geforscht.

weiterlesen

Jupiter verblüfft die Planetenforscher

Blick auf den Südpol des Jupiter mit seinem überraschend dichten und chaotischen Getümmel aus riesigen Wirbelstürmen. © NASA/JPL-Caltech/ SwRI/MSSS/ Betsy Asher Hall/ Gervasio Robles
Überraschungen vom Gasriesen: Schon die ersten Daten der NASA-Raumsonde Juno zeigen den Jupiter in ganz neuem Licht. Denn das Magnetfeld, die Gasströme und auch die Polarlichter des Gasriesen sind ganz anders als erwartet. So wirbeln in den Polarregionen des Jupiter gigantische Stürme durcheinander, statt eine geordnete Ringströmung zu bilden. Am Äquator des Planeten bildet Ammoniak zudem gewaltige Aufströme, statt wie bisher angenommen eher gleichmäßig verteilt zu sein.

scinexx

Der Jupiter ist einzigartig: Kein anderer Planet ist so groß, dreht sich so schnell oder erzeugt so gewaltige Stürme. Gleichzeitig jedoch gibt der Jupiter so viele Rätsel auf wie kaum ein anderer Planet. So sind die Struktur seiner Atmosphäre, seine Polarregionen und auch sein Magnetfeld – das größte im gesamten Sonnensystem – bisher erst in Ansätzen erforscht.

weiterlesen

Novartis-Forschungschef: „Es ist ein gewaltiger Akt, Proteine zu zerstören“

Der US-Biochemiker und Open-Source-Pionier James Bradner will Krebs mithilfe der zelleigenen Müllabfuhr bekämpfen

Interview Karin Krichmayr | derStandard.at

Als James (Jay) Bradner und sein Team 2010 ein Molekül entwickelten, das imstande war, Krebszellen so zu blockieren, dass ihr Wachstum gestoppt wurde, war das eine kleine Sensation. Als Bradner sich dann entschloss, das Molekül samt seiner Bauanleitung offenzulegen und Proben an Labors in aller Welt zu schicken, wurde der Harvard-Forscher zu einem gefeierten Open-Source-Pionier. 2015 folgte der nächste Streich: In einem Science-Paper stellte er eine Technologie vor, mithilfe deren krebsfördernde Proteine in Tumorzellen nicht nur blockiert, sondern gleich zerstört werden. Dazu haben Bradner und sein Team am Dana-Farber-Krebsinstitut der Harvard Medical School in Boston einen Adapter entwickelt, der dafür sorgt, dass Medikamente an „böse“ Proteine andocken und sie kurzerhand zur zelleigenen Müllabfuhr transportieren – mit durchschlagenden Erfolgen bei der Eindämmung von Blutkrebs bei Mäusen. Im Vorjahr wechselte Bradner zum Pharmariesen Novartis, wo er die Institutes for Biomedical Research leitet.

STANDARD: In einem Vortrag zu Ihrer Open-Source-Strategie (Video zum Ted-Talk s.o.) betonten Sie, dass Sie in Ihrem Harvard-Labor Möglichkeiten hatten, die keine Pharmafirma hat, nämlich Moleküle mit anderen Forschern zu teilen, um die Medikamentenentwicklung voranzutreiben. Warum haben Sie die Fronten gewechselt und arbeiten nun für die Pharmaindustrie?

Bradner: Es stimmt, dass industrielle Pharmaforschung typischerweise sehr abgeschottet ist. In meinem Labor hatten wir die Möglichkeit, damit zu experimentieren, wie wir Wissenschaft betreiben – ein soziales Experiment, um herauszufinden, was passiert, wenn wir Moleküle in einem Frühstadium der Entwicklung an andere Forscher weitergeben, ein Stadium, in dem so etwas normalerweise geheim gehalten wird. Es hat sich gezeigt, dass sich die Forschung dadurch deutlich beschleunigt hat. Es ist untypisch für einen Harvard-Forscher, so etwas zu sagen, aber: Andere Leute haben vielleicht bessere Ideen. Ich bin überzeugt, dass Novartis genau deshalb an mich herantrat, weil sich die Geschäftsführung offenere Rahmenbedingungen vorstellen kann.

weiterlesen

 

TRAPPIST-1: Rätsel um äußersten Planeten gelöst

Artist’s render of the TRAPPIST-1 system. Image: ESO/M.Kornmesser Themenbild
Letzte Unbekannte aufgeklärt: Astronomen haben nun auch die Umlaufzeit des äußersten Planeten im System von TRAPPIST-1 bestimmt. Demnach umkreist der bisher am schlechtesten erforschte Begleiter des Roten Zwergs seinen Stern innerhalb von knapp 19 Erdtagen einmal. Das Spannende: Der aus Beobachtungsdaten des Weltraumteleskops Kepler errechnete Wert stimmt erstaunlich exakt mit der theoretischen Vorhersage überein, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Astronomy“ berichten. Damit bestätigt sich, dass die sieben erdähnlichen Planeten des Systems wie in einer Kette aufgereiht sind und in Resonanz zueinander stehen.

scinexx

Erdähnliche Planeten sind im Universum keine Seltenheit: Selbst in unserer unmittelbaren Nachbarschaft haben Astronomen inzwischen potenzielle Erdzwillinge aufgespürt, darunter den nur vier Lichtjahre entfernten Planeten Proxima Centauri B und eine möglicherweise lebensfreundliche Supererde in knapp 40 Lichtjahren Entfernung. Für besonderes Aufsehen sorgte jüngst jedoch die Entdeckung eines 39 Lichtjahre entfernten Systems um den kühlen Zwergstern TRAPPIST-1. Denn dieses besteht aus gleich sieben erdähnlichen Planeten.

weiterlesen

Eierstöcke aus dem 3D-Drucker

Künstliche Eierstöcke können die Fruchtbarkeit von sterilisierten Mäusen wiederherstellen. © magicmine / thinkstock
Hoffnung für zeugungsunfähige Frauen: Forscher haben künstliche Eierstöcke aus dem 3D-Drucker hergestellt. Mithilfe dieser Bioprothesen konnten sie sogar die Fruchtbarkeit von sterilisierten Mäusen wiederherstellen. Dies gelang, weil das künstliche Gewebe eine hohe Überlebensrate der eingesetzten Eizellen und hormonproduzierender Zellen ermöglichte. Die gute Verträglichkeit des Ovar-Ersatzes sei auf seine besondere Struktur zurückzuführen, berichten die Forscher im Fachmagazin „Nature Communications“.

scinexx

Schon lange ist der 3D Druck in der Medizin angekommen. Neben Zahnersatz oder künstlichen Hüftgelenken sind unter anderem medizinische Silikonimplantate in der Entwicklung – und sogar funktionsfähige, menschliche Haut haben Forscher bereits mittels 3D-Druckverfahren hergestellt. Mediziner um Monica Laronda von der Northwestern University in Illinois haben nun eine Studie zu einer weiteren medizinischen Anwendung veröffentlicht: Sie stellten mithilfe der Technologie Eierstöcke her, bestückten sie mit unreifen Eizellen und implantierten sie sterilisierten Mäusen.

weiterlesen

Skurril: Folie als Lautsprecher und Mikrofon

Der Erfinder Nelson Sepulveda präsentiert seine vielseitig einsetzbare FENG-Folie. © Michigan State University
Erstaunlich vielseitig: Ein ultra-flaches und flexibles Blech erzeugt nicht nur durch Verbiegen Strom – es kann auch Töne aufnehmen und abspielen. Dies haben seine Erfinder bereits demonstriert, indem sie eine Flagge in einen Lautsprecher verwandelt und ein Stimmenerkennungsprogramm mit dem Gerät betrieben haben. Auch eine sprechende Tageszeitung könnten sich die Entwickler mit ihrer neuen Technik vorstellen, wie sie im Fachmagazin „Nature Communications“ berichten.

scinexx

Nach intelligenter Kleidung und singenden Plakaten steht nun die nächste revolutionäre wie skurrile Technik in den Startlöchern: Eine unscheinbar aussehende Folie kann Töne erzeugen und aufnehmen. Das von den Erfindern um Nelson Sepulveda von der Michigan State University in East Lansing entwickelte Hightech-Material ist ein sogenannter Ferroelektret-Nanogenerator, kurz FENG.

weiterlesen

Watch War-Painted Female Fruit Flies Fight After Sex

Caught in the act. Image: Amy Hong
The lady insects have some sick fighting moves, including leg-fencing and headbutts.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

The French coined the term „la petite mort,“ meaning the little death, to describe the mellow, bittersweet buzz that many people report experiencing after sex. But female fruit flies, in contrast, feel no such post-coital chill, opting for more of a „fight to the death“ vibe.

According to new research published on Monday in Nature Ecology & Evolution, there is a consistent uptick in aggressive bullying behavior between female Drosophila melanogaster fruit flies after they have mated with males, a shift that may be triggered by sex peptides in fruit fly semen. This conclusion was reached after several observations of recently bedded females duking it out with slap-fights, shoves, and even the dreaded fruit fly headbutt.

Yes, there’s video evidence, and yes, it’s adorable. Behold, a sperm-fueled gladiatorial showdown in a tiny „contest arena.“

read more

Biohacker zwischen Gemeinwohl und Profit

Ausschnitt aus der Struktur von Humaninsulin, das als Zink-Komplex in spezialisierten Zellen der Bauchspeicheldrüse gespeichert wird. Bild: Bernd Schröder, nach Daten der Protein Data Bank
2015 gab es weltweit 415 Millionen an Diabetes erkrankte Menschen – Tendenz steigend. Betroffene ohne Zugang zu Insulin leiden unter den Komplikationen, die zu Blindheit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Amputationen, Nerven- und Nierenschäden und schließlich zum Tod führen können.

Von Bernd Schröder | TELEPOLIS

Heute ermöglicht die Insulin-Therapie den Patienten, mit der Krankheit umzugehen und die nachteiligen Auswirkungen eines erhöhten Blutzuckerspiegel zu begrenzen. Die ersten Insulinpräparate wurden aus den Bauchspeicheldrüsen von Rindern und Schweinen gewonnen, sie sind dem Humaninsulin ähnlich. Heute wird Insulin biotechnisch hergestellt – es ist das erste mit Hilfe der Gentechnik gewonnene Medikament.

Doch es gibt ein Problem: Obwohl Insulin seit 1923 als Medikament auf dem Markt ist, ist bisher trotz der großen Nachfrage, gerade in den ärmeren Gegenden der Welt, kein generisches Pendant erhältlich. Auch in den USA ist die Substanz teuer. Von den heute 21 Millionen Diabetes-Patienten in den USA nehmen sechs Millionen Insulin. Die damit verbundenen monatlichen Auslagen unversicherter Patienten betragen zwischen 120 und 400 US-Dollar.

Die Investitionskosten für ein neues Medikament liegen heute jenseits der Marke von einer Milliarde US-Dollar. Diese Kosten dienen als Begründung für die oftmals obszönen Preise neuer Medikamente, die zunächst außerhalb der Reichweite vieler Patienten liegen. Nach dem Ablauf des Patents werden diese durch generischen Wettbewerb deutlich preiswerter – eine Regel, die nicht auf das erste Wundermedikament des 20. Jahrhunderts anwendbar scheint: Insulin.

Eine Schwierigkeit generischer Pharma-Unternehmen: Im Gegensatz zu anderen pharmazeutisch wichtigen Molekülen sind Insuline als Biopharmaka deutlich komplizierter gebaut und schwieriger zu kopieren, die Zulassungsverfahren gelten als aufwendig. Darüber hinaus wird die Erforschung von Verbesserungen an Designer-Insulinen durch die komplexe Natur der aktuellen Standardprotokolle für die Insulinsynthese erschwert. Außerdem patentieren Pharma-Unternehmen kleine Änderungen an früheren Insulinen und nehmen diese früheren Versionen gleichzeitig vom Markt, anstatt sie denjenigen preiswert zugänglich zu machen, für die die modernen Präparate unerschwinglich sind.

Der Preiszettel des Insulins macht dabei nur einen Teil der mit diagnostizierter Diabetes in den USA verbundenen Gesamtkosten aus, die für 2012 mit 245 Milliarden US-Dollar beziffert wurden.

weiterlesen

Bildung von Wasserstoffbrücken beobachtet

Zwischen einem Propellan (rechts) und der mit Kohlenmonoxid funktionalisierten Spitze eines Rasterkraftmikroskops (links) bildet sich eine Wasserstoffbrücke aus. © Universität Basel, Departement Physik
Attraktive Annäherung: Verbindungen mit Wasserstoffatomen bilden oft Wasserstoffbrücken zu anderen Molekülen aus. Forschern ist es nun erstmals gelungen, die Entstehung dieser „lockeren“ Bindungen mithilfe eines Rasterkraftmikroskops experimentell an einem einzelnen Molekül zu untersuchen. In Zukunft könnte ihre Methode auch zur Identifizierung komplexer organischer Moleküle eingesetzt werden, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin „Science Advances“.

scinexx

Ohne Wasserstoffbrücken-Bindungen ginge auf der Erde gar nichts: Nicht nur, dass beim Kochen das Wasser viel zu früh verdampfen und sich das Salz kaum noch lösen würde. Fast alle wichtigen Biomoleküle ordnen ihre langen Proteinketten mit Hilfe der Wasserstoffbrücken zu einer ganz spezifischen dreidimensionalen Struktur. Selbst die Stränge unserer DNA halten dank dieser besonderen Bindungsform zusammen. Es ist eine Kraft, die buchstäblich das Leben zusammenhält.

weiterlesen

Mobilgeräte per Tattoo steuern

(Bild: Universität des Saarlandes)
Informatiker von der Saar-Universität und Google experimentieren mit ungewöhnlichen Ein- und Ausgabegeräten: Sie nutzen selbst entwickelte elektronische Tattoos, die sie an markanten Körperstellen auftragen.

Von Angela Meyer | heise online

Die Forscher nennen die elektronischen Tattoos SkinMarks. Mit Wasser werden sie auf die Haut übertragen, nach wenigen Tagen lösen sie sich wieder ab. Anders als die Kaugummi-Tattoos für Kinder schmücken die elektronischen Varianten ihren Träger bisher nicht besonders. Dafür sollen sie aber deutlich mehr können. „Wir wollen an Körperstellen gehen, wo zuvor keine Interaktion möglich war. Aber Elektronik präzise auf der Haut zu platzieren und dann noch so, dass sie sich an Knochenstrukturen wie die Fingerknöchel oder Mikrostrukturen wie Falten anpasst, ist sehr kompliziert“, erklärt Martin Weigel, Doktorand bei Jürgen Steimle, Professor für Mensch-Computer-Interaktion an der Universität des Saarlandes.

weiterlesen

Study Finds Link Between Brain Damage and Religious Fundamentalism

Lacking „cognitive flexibility“ could contribute to radical religious belief.

By Bobby Azarian | Alternet

new study published in the journal Neuropsychologia has shown that religious fundamentalism is, in part, the result of a functional impairment in a brain region known as the prefrontal cortex. The findings suggest that damage to particular areas of the prefrontal cortex indirectly promotes religious fundamentalism by diminishing cognitive flexibility and openness—a psychology term that describes a personality trait which involves dimensions like curiosity, creativity, and open-mindedness.

Religious beliefs can be thought of as socially transmitted mental representations that consist of supernatural events and entities assumed to be real. Religious beliefs differ from empirical beliefs, which are based on how the world appears to be and are updated as new evidence accumulates or when new theories with better predictive power emerge. On the other hand, religious beliefs are not usually updated in response to new evidence or scientific explanations, and are therefore strongly associated with conservatism. They are fixed and rigid, which helps promote predictability and coherence to the rules of society among individuals within the group.

read more

Wasserreicher Exoplanet überrascht

Ferne Welten: Astronomen weisen immer mehr Planeten in fremden Sternensystemen nach. © NASA/ JPL-Caltech
Ferne Welten im Visier: Astronomen haben die Atmosphäre eines neptungroßen Exoplaneten so detailliert wie nie zuvor erforscht – und sind auf eine Überraschung gestoßen. Demnach fanden sie in der Gashülle des fremden Planeten nicht nur deutliche Hinweise auf Wasser. Sie entdeckten dort auch weniger Spuren schwerer Elemente als erwartet. Damit unterscheidet sich der Exoplanet deutlich von seinem Namensvetter im Sonnensystem. Den Forschern liefert das interessante Einsichten über seine mögliche Entstehungsgeschichte.

scinexx

Seit einigen Jahren weisen Astronomen immer mehr Planeten in fremden Sternensystemen nach. Inzwischen sind über 3.000 von diesen extrasolaren Himmelskörpern bekannt. Ihre Geheimnisse aber geben sie nur zögerlich preis. Zwar lässt sich die Größe und Masse der Exoplaneten leicht bestimmen – und damit auch, ob es sich um einen erdähnlichen Gesteinsplaneten oder einen Gasriesen nach Art des Jupiter handelt. Doch über die Zusammensetzung der Atmosphäre der fernen Planeten wissen Forscher bisher noch relativ wenig.

weiterlesen

Silikonimplantate aus dem 3D-Drucker

Silikon-Implantate kommen demnächst vielleicht aus dem 3D-Drucker. © cosinart / thinkstock
Schnelle Hilfe für Patienten: Eine neue Methode ermöglicht erstmals den präzisen und passgenauen 3D-Druck von medizinischen Implantaten aus Silikon. Schon innerhalb von Stunden lassen sich mit dem Verfahren selbst komplexere Gebilde wie flexible Luftröhrenimplantate herstellen. Herkömmliche Gießverfahren nehmen dagegen Tage in Anspruch und sind deswegen auch kostspieliger als der 3D-Druck, wie die Forscher im Fachmagazin „Science Advances“ berichten.

scinexx

Mit 3D-Druckern werden längst nicht mehr nur Plastikformen für Prototypen hergestellt. Auch in der Medizin finden sich immer neue Einsatzmöglichkeiten. Diese reichen von der Fertigung individueller Hüftgelenke bis hin zu ersten Versuchen zum Druck menschlicher Haut. Ein neues 3D-Druckverfahren von Christopher O’Bryan und seinem Team von der University of Florida in Gainesville soll die medizinischen Anwendungsgebiete jetzt um die Herstellung von flexiblen Silikonimplantaten erweitern.

weiterlesen

Die islamische Welt gegen den Fortschritt

Bild. RDF
Die allergrößte Mehrheit der islamischen Strömungen führt zu einer Stagnation der islamischen Gesellschaften.

Von Felix Kruppa | Richard-Dawkins-Foundation

Der ganzen Welt geht es seit vier Jahrzehnten immer besser. Nie lebten die Menschen gesünder, länger, gebildeter und toleranter als heute. Vor 40 Jahren lebte noch die Hälfte aller Menschen in extremer Armut, heute ist es nur noch ein Zehntel aller Erdbewohner. Dieser Fortschritt fällt in islamischen Ländern weitaus geringer aus. Neben dem Westen ist vor allem der politische Islam als Ursache für das Leid der islamischen Welt zu nennen.

1. Bildung

Bildung im Vergleich zu anderen Religionen

Die Bildung von Muslimen ist im weltweiten Vergleich zu anderen Religionsangehörigen und Konfessionslosen besonders schlecht.[1] Im Durchschnitt waren Muslime weltweit 5,6 Jahre lang in der Schule. Zum Vergleich: Christen besuchten die Schule im Durchschnitt 9,3 Jahre lang, Konfessionslose 8,8 Jahre und Juden sogar 13,4 Jahre.

Sonderfall Afrika

Besonders erschreckend ist der Bildungsmangel bei Muslimen in Afrika südlich der Sahara. Dort haben Muslime, im Vergleich mit Christen, mehr als doppelt so häufig überhaupt keine formale Schulbildung (65% zu 30%).[2] Während Christen im Schnitt 6 Jahre in der Schule waren, ist der Unterschied zu Muslimen (2,6 Jahre) hier besonders auffällig. Diese großen Unterschiede sind selbst innerhalb einzelner Länder zu verzeichnen (z.B. in Nigeria, Kenia, der Elfenbeinküste oder Kamerun).

Gender Equality Gap

Muslimische Frauen besuchen die Schule im Schnitt 1,5 Jahre kürzer als muslimische Männer, bei Christen beträgt diese Geschlechterdifferenz nur 0,4 Jahre, bei Hinduisten allerdings sogar 2,7 Jahre.[3]
Laut UNICEF sind von den 24 Nationen, in denen weniger als 60% der Mädchen die Grundschule besuchen, 17 islamisch. Die Alphabetisierungsraten zwischen den Geschlechtern sind nirgendwo unterschiedlicher und auch generell in der islamischen Welt überdurchschnittlich schlecht. In Afghanistan beispielsweise waren 2011 nur 32% der Bevölkerung alphabetisiert (45 % der Männer und 18% der Frauen).[4]
Eine Studie des Weltwirtschaftsforums untersuchte diesen Bildungsunterschied zwischen Männern und Frauen 2012 in 135 Ländern. Von den 18 Ländern, die hier am schlechtesten abschneiden, sind 17 Mitglied der Organisation für Islamische Zusammenarbeit: (Algerien, Jordanien, Libanon, Nepal, Türkei, Oman, Ägypten, Iran, Mali, Marokko, Elfenbeinküste, Saudi Arabien, Syrien, Tschad, Pakistan, Jemen).[5] Nirgendwo sonst sind Frauen gemäß dieser Studie folglich weniger gebildet als Männer.

Bücher und Buchdruck in der islamischen Welt

Während der Buchdruck in der (damals) christlichen Welt im 15. Jahrhundert eine geistige Revolution auslöste, liefen die Druckpressen in der islamischen Welt erst 300 Jahre später. Bis dato hatten sich die Rechtsgelehrten gegen das Teufelswerk gewehrt, weil sie die Bildung der Massen als gefährlich für die damalige Gesellschaftsordnung ansahen. Daran hat sich bis heute wenig geändert. Die repressive Sakralität verhindert jene Literalität, die den Westen in die Moderne geführt hat. Es gibt kaum Buchimporte aus anderen nicht-islamischen Ländern. In der marokkanischen Nationalbibliografie wurden zwischen 2007 und 2009 nur 172 neue Buchtitel angezeigt. In fast allen islamischen Ländern weichen die Kinos und Buchhandlungen zunehmend den Minaretten. Kritische Stimmen und nicht koran- und systemkonforme Akademiker werden zum Schweigen gebracht oder getötet.

Mangelnde Bildung gilt als eines der größten Hindernisse gesellschaftlicher Entwicklung.

weiterlesen

Mit einem neuen Beschleuniger bereitet sich das Cern auf die Zukunft vor

Der Bau des neuen Beschleunigers Linac 4 dauerte fast zehn Jahre. (Bild: Cern)
Das Cern hat am Dienstag einen neuen Beschleuniger eingeweiht. Der 90 Meter lange Linac 4 soll in einigen Jahren einen älteren Vorbeschleuniger ersetzen und dem LHC dadurch noch mehr Durchschlagskraft verleihen.

Neue Zürcher Zeitung

Am Cern in Genf werden Vorbereitungen getroffen, den Large Hadron Collider (LHC) noch leistungsfähiger zu machen. Ab dem Jahr 2021 soll der Beschleuniger deutlich mehr Protonen pro Sekunde zur Kollision bringen als heute und dadurch neue Erkenntnisse über das Higgs-Teilchen oder Hinweise auf noch unbekannte Elementarteilchen liefern. Einen ersten Schritt dahin hat das Cern am Dienstag mit der Einweihung des Linac 4 gemacht.

weiterlesen

Passwörter knacken mit Hirnwellen

Themenbild. Bild: BB
Schon relativ einfache EEG-Geräte reichen aus, um die Treffsicherheit beim Erraten von PINs und Passwörtern deutlich zu erhöhen. Laut Forschern sollten sich die Anbieter solcher Technik dringend mit dem Problem beschäftigen.

Von Tom Simonite | Technology Review

Der Epoc+ ist ein 800 Dollar teures Headset zur Erfassung von Hirnwellen, das emotionale Zustände wie Frustration oder Freude erkennen und sich einsetzen lassen soll, um mittels Gedanken Roboter zu steuern. Nitesh Saxena, Associate Professor an der University of Alabama in Birmingham, hat jetzt allerdings gezeigt, dass es sich noch für einen ganz anderen Zweck eignet: Er hat das Gerät genutzt, um Software dabei zu helfen, PINs und Passwörter zu erraten. Dies ist ein weiterer Beitrag zum Thema Sicherheit bei Hirnschnittstellen. Wie es aus der Forschung heißt, birgt die Technik selbst in ihrer heutigen begrenzten Form Risiken, die besser abgesichert werden müssten.

weiterlesen

An Alien-Hunting Submarine Is Being Tested in Antarctica

ARTEMIS under Antarctic sea ice. Image copyright: Bill Stone/Stone Aerospace, Inc. Used with permission.
A look at the amazing photos and stunning science from the ARTEMIS mission in Antarctica.

By Daniel Oberhaus | MOTHERBOARD

When president Trump released his budget proposal earlier this year, space enthusiasts were dismayed to learn that it didn’t include funding for NASA’s mission to place a lander on Europa. Although it is just one of Jupiter’s 67 moons, Europa is unique in that it is thought to have an ocean of liquid water under the icy, red-veined crust that covers its surface, which makes it the best candidate in the solar system for hosting alien life.

But all hope is not lost for the subsurface exploration of Europa—just last week, NASA and the European Space Agency announced a joint mission proposal for a new Europa lander.

This is particularly good news for the folks at Stone Aerospace, who have spent the last few years developing ARTEMIS, an autonomous submarine that is pioneering the technology that they hope will one day be used to explore Europa’s ocean. In 2015, ARTEMIS was given its first field test off the coast of Antarctica and the results of these test runs were presented at NASA’s astrobiology conference last week. By all accounts, the mission was a huge success.

read more

Ted Conference: Der irre Rausch der Zukunft

 Chris Anderson interviewt Elon Musk bei der Ted Conference in Vancouver. (Foto: Bret Hartman/TED)
Chris Anderson interviewt Elon Musk bei der Ted Conference in Vancouver. (Foto: Bret Hartman/TED)
Für Nobelpreisträger und Raketenbauer ist die alljährliche Ted Conference in Vancouver das ideale Forum. Aber arbeiten die Vordenker der Welt in einer Blase?

Von Andrian Kreye | Süddeutsche.de

Wenn der Superhyper- unternehmer Elon Musk mit normalen Menschen spricht, also mit Leuten, die sich in den Feinheiten der Energietechnologien, der Raumfahrt oder der künstlichen Intelligenz nicht mindestens auf Diplomingenieursniveau auskennen, ertappt er sich manchmal selbst, wie irre das alles klingt. Dann weicht sein leicht entrückter Blick kurz einem selbstironischen Lächeln. Wobei das bei ihm alles gar nicht so Silicon-Valley-Größenwahn-irre ist, eher so Daniel-Düsentrieb-verrückt. Denn Elon Musk will zwar gleichzeitig die weltweite Energiewende erzwingen, die Menschheit auf dem Mars ansiedeln und nebenbei noch den Verkehrskollaps der Metropolen lösen. Er hat aber auch die Beweise parat, die zeigen, dass er da jeweils schon auf gutem Wege ist.

Bei der diesjährigen Ted Conference in Vancouver ertappte Musk sich beim Bühnengespräch mit Ted-Chef Chris Anderson gleich ein paar Male. Als er zum Beispiel nach dem Bild des selbstfahrenden Elektro-Sattelschleppers aus seinem Hause Tesla den Plan einer wiederverwendbaren Weltraumrakete zeigte, welche das Passagier- und Ladegut eines Jumbojets transportieren kann, und ihn Anderson fragte, wann dieses Wahnsinnsprojekt denn einsatzbereit sein sollte.

weiterlesen

Unsere Urahnen könnten Bonobos geglichen haben

foto: ap photo/great ape trust Einer unserer zwei nächsten Verwandten: ein Bonobo. (Genauer gesagt das Weibchen Panbanisha des Great Ape Trust in Iowa.)
Zwei Studien rollen eine alte Frage neu auf: Die nach den Unterschieden und Gemeinsamkeiten von Schimpanse, Bonobo und Mensch

derStandard.at

Seit der Bonobo (Pan paniscus), vormals „Zwergschimpanse“, Ende der 1920er Jahre als eigene Spezies identifiziert wurde, wogte eine Debatte darüber, ob nun er oder doch der Gemeine Schimpanse (Pan troglodytes) unser nächster Verwandter sei. Diese Diskussion hatte durchaus weltanschauliche Hintergedanken, denn die beiden engst miteinander verwandten Menschenaffenarten unterscheiden sich in ihrem Verhalten beträchtlich.

Ungleiche Verwandte

Spätestens seit dem „Schimpansenkrieg von Gombe“ in den 1970er Jahren, einer mehrjährigen brutalen Auseinandersetzung zwischen zwei Schimpansengruppen, werden die Tiere zunehmend als ähnlich gewaltbereit wie der Mensch betrachtet. Nimmt man die Popkultur als zuverlässiges Seismometer für diffuse Gefühlslagen, kann man den Imagewandel der Schimpansen an den „Planet der Affen“-Filmen ablesen: Waren sie in der Originalserie der späten 60er und frühen 70er in Kontrast zu den vermeintlich gewalttätigen Gorillas noch Ausgeburten von Vernunft und Friedfertigkeit, so kehrten sich im Remake von 2001 die Verhältnisse um: Ein Schimpanse übernahm nun die Schurkenrolle.

weiterlesen