Forscher schrumpfen Objekte

Komplexe 3D-Strukturen im Nanomaßstab – erzeugt durch Schrumpfen. © MIT/ Daniel Oran
Filmreife Technik: Forscher haben erstmals Nano-Objekte durch Schrumpfen erzeugt. Dafür setzten sie zunächst 3D-Objekte in einem speziellen Hydrogel zusammen, dann brachte eine Säure das Gel samt Inhalt zum Schrumpfen. Aus der 3D-Konstruktion wurde so ein zehn- bis tausendfach kleineres Objekt – ohne Verzerrungen und Defekte. Der große Vorteil: Diese „Implosions-Fabrikation“ getaufte Methode ist mit gängiger Technik machbar und ermöglicht ganz neue Nanokonstrukte, wie die Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten.

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Mittels 3D-Druck lassen sich heute unzählige Bauteile, maßgeschneiderte Werkzeuge oder sogar biologische Gewebe herstellen. Je nach Verfahren wird dafür ein pulverförmigen Grundmaterial durch Laser selektiv geschmolzen und verfestigt oder aber das Objekt wird Schicht für Schicht aus flüssigem Rohmaterial aufgebaut. Wenn es jedoch um 3D-Objekte im Nanomaßstab geht, stoßen diese Verfahren an ihre Grenzen – sie sind nicht fein genug. Die meisten klassischen Nano-Fabrikationsverfahren, wie die Nanolithografie, sind dagegen meist nur für zweidimensionale Formen geeignet.

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Zwei fehlgeleitete Satelliten lassen Forscherherzen höher schlagen

Die Bahnen der ersten sechs Galileo-Satelliten: Die ersten vier Satelliten laufen auf Kreisbahnen (grün) um die Erde. Der fünfte und der sechste Satellit landeten hingegen auf elliptischen Bahnen (rot), die seither leicht korrigiert wurden (blau).(Bild: Galileo GNSS)
Eigentlich waren die Satelliten Galileo 5 und Galileo 6 für die Satellitennavigation vorgesehen. Doch ein Missgeschick machte den Satellitenbetreibern einen Strich durch die Rechnung. Jetzt haben Forscher aus der Not eine Tugend gemacht.

Christian Speicher | Neue Zürcher Zeitung

Der 22. August 2014 war für die europäische Raumfahrt ein rabenschwarzer Tag. Eine russische Sojus-Rakete sollte zwei neue Satelliten für das europäische Satellitennavigationssystem Galileo im Weltraum aussetzen. Doch wegen einer Panne erreichten die beiden Satelliten nicht die vorgesehene Umlaufbahn. Statt auf einer Kreisbahn umrunden sie die Erde auf einer (inzwischen leicht korrigierten) elliptischen Bahn. Damit sind sie für die Satellitennavigation nicht oder bestenfalls sehr eingeschränkt zu gebrauchen.

Verlangsamte Uhren

Für die Grundlagenforschung hat sich das kostspielige Desaster allerdings als Glücksfall erwiesen. In der Fachzeitschrift «Physical Review Letters» berichten zwei Teams von europäischen Forschern, dass sie mithilfe der beiden Galileo-Satelliten die gravitative Rotverschiebung so genau wie noch nie vermessen haben.

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Asteroid Bennu hat gebundenes Wasser

Blick auf Asteroid Bennu – in seinem Gestein existiert gebundenes Wasser. © NASA/GSFC, University of Arizona
Spannender Fund: Die NASA-Raumsonde OSIRIS-REx hat gebundenes Wasser auf dem Asteroiden Bennu nachgewiesen – ihrem gerade erst erreichten Zielobjekt. Ihre Spektrometer detektierten Hydroxyl-Moleküle im Tongestein der Asteroidenoberfläche, wie die NASA mitteilt. Dies liefert wertvolle Informationen über die Vergangenheit dieses 500 Meter großen Gesteinsbrockens, aber auch über unser Sonnensystem.

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Erst vor wenigen Tagen – am 5. Dezember 2018 – hat die 2016 gestartete NASA-Raumsonde OSIRIS-REx ihr Ziel erreicht: den erdnahen Asteroiden Bennu. Der rund 500 Meter große Gesteinsbrocken gilt als einer der Erdbahnkreuzer, die der Erde potenziell gefährlich werden könnten. Deshalb soll die Sonde ihn und seine Zusammensetzung genau kartieren. Zusätzlich aber soll sie eine Probe vom Asteroiden nehmen und zur Erde zurückbringen – zum ersten Mal überhaupt.

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Evolutionspsychologe Steven Pinker erhält »Human Roots Award«

Am 9. November 2018 verlieh das Archäologische Forschungszentrum und Museum für menschliche Verhaltensevolution MONREPOS des RGZM zum zweiten Mal den »Human Roots Award« für herausragende wissenschaftliche Leistungen und ihren Einfluss auf die Archäologie der Menschwerdung. Der diesjährige Preisträger ist Harvard-Professor Steven Pinker. Er ist einer der einflussreichsten Vertreter der evolutionären Psychologie, der sich als Kolumnist und Sachbuchautor auch an ein breites Publikum wendet. Für seine Forschungen zur Verhaltensentwicklung bekam er vom Vorjahrespreisträger und diesjährigem Schirmherrn Richard Dawkins die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung überreicht.

Christina Nitzsche Stabsstelle Medien
Römisch-Germanisches Zentralmuseum (RGZM) – Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie

Univ.-Prof. Dr. Sabine Gaudzinski-Windheuser, Leiterin von MONREPOS, begrüßte die mehr als einhundert Gäste, die zur Verleihung erschienen waren. Mit dem Human Roots Award wolle die Institution des Leibniz-Forschungsinstituts für Archäologie eine Brücke zwischen den Menschen heute und unserer Verhaltensentwicklung in der Vergangenheit schlagen, mit dem Ziel, deren humanistische Agenda des »Menschbleibens« in der Zukunft zu fördern. „Und gerade darin liegt die entscheidende Bedeutung der pleistozänen Archäologie“, führte Gaudzinski-Windheuser fort. „Denn wir Archäologinnen und Archäologen sind Verwalter materieller Archive, die sich über die letzten drei Millionen Jahre menschlichen Verhaltens gebildet haben.“ So sei die pleistozäne Archäologie ein Teil des interdisziplinären Orchesters von Disziplinen, die sich der Erforschung des Menschen widmeten.

Entwicklung menschlicher Verhaltensmuster verstehen

Dr. Lutz Kindler, Archäologe in MONREPOS, fasste in seiner Laudatio Pinkers Werk zusammen: Steven Pinkers preisgekrönten Bücher über Wahrnehmung und Denken in unserem Gehirn, den Sprachinstinkt, die menschliche Natur und nicht zuletzt über die Rolle der Gewalt in der Menschheitsgeschichte seien allesamt Bestseller der wissenschaftlichen Literatur. „Sein Ausblick auf unsere Zukunft basiert auf Wissenschaft und Geschichte, Statistik und Humanismus“, erklärte Kindler. „Je besser wir den langen Prozess des Werdens zu den Menschen verstehen, die wir heute sind, desto besser wird es uns gelingen, auch in Zukunft diese Menschen zu bleiben.“ Dabei betont er, dass die Archäologie dazu einen wesentlichen Beitrag zu diesem Verständnis leisten könne. Denn nur die Archäologie beschäftige sich mit der materiellen Aufzeichnung menschlichen Verhaltens in der langen Evolutionsgeschichte des Menschen. „Um das ‚Wann‘, ‚Warum‘ und ‚Wie‘ unserer Verhaltensentwicklung zu verstehen, ist die Archäologie ein wichtiger fächerübergreifender Beitrag zum Verständnis zum heutigen Verhalten. Steven Pinker ist ein Augen- und Türöffner für das interdisziplinäres Denken und Arbeiten! 2014 war er uns bei der Konzeption unserer neuen Ausstellung eine große Inspiration.“

»Statistiken sprechen für gesunden Optimismus«

Schirmherr des Human Roots Awards 2018 war der englische Evolutionsbiologe und Preisträger 2017 Professor Richard Dawkins. „Ich betrachte Steven Pinker als unseren führenden Intellektuellen, der in der Öffentlichkeit steht. Wenn der Literatur-Nobelpreis an einen Wissenschaftler vergeben würde – und das sollte er –, dann wäre er der Hauptanwärter“ würdigte Dawkins Pinker vor der Preisübergabe. „Ich freue mich sehr, ihm hier in MONREPOS den »Human Roots Award« überreichen zu können“.

In seiner Dankesrede stellte Pinker die Thesen seines jüngsten Buches »Aufklärung jetzt!« vor, in dem er Entwicklungen vergangener Jahrhunderte im Vergleich zu heute untersucht. Mit anschaulichen Grafiken verdeutlichte er dem Publikum, dass es den Menschen rein statistisch gesehen immer besser gehe. Sie wären gesünder, würden älter und dank Demokratie und globaler Wirtschaft gebe es weniger Kriege. „Leider verkaufen sich schlechte Nachrichten besser als gute und so sehen wir in den Medien viel Negativität. Dies führt dazu, dass wir denken, es gehe uns schlechter, als es tatsächlich der Fall ist.“ So plädiert Pinker darauf, sich auf Vernunft und die Werte der Aufklärung zu besinnen und sich so der derzeit grassierenden Negativität und dem Populismus entgegenzustellen.

Im Anschluss wurde erst im Saal, dann auf der Feier angeregt diskutiert. Zudem trafen sich am Morgen nach der Preisverleihung zehn Expertinnen und Experten, um sich mit Pinker im Zuge eine Frühstücksdebatte zum Thema „Gewalt und Krieg“ aus der Perspektive verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen auszutauschen.

Der Human Roots Award

Im Jahr 2017 rief das Archäologische Forschungszentrum und Museum für menschliche Verhaltensevolution MONREPOS den »Human Roots Award« ins Leben. Der internationale Archäologiepreis versteht sich als Brückenschlag zwischen den Wissenschaften. Er soll den interdisziplinären wissenschaftlichen Dialog fördern, um die archäologische Sichtweise auf die »Menschwerdung« mit der humanistischen Agenda des »Menschseins« zu verknüpfen. Der Preis ehrt Archäologen oder Forscher anderer wissenschaftlicher Disziplinen für bahnbrechende Beiträge zum Verständnis der menschlichen Verhaltensevolution.

Pressematerialien

Download: Pressemitteilung, Bildunterschriften und Pressebilder (ZIP-Datei):
https://cloud.rgzm.de/index.php/s/GdE2G1IUiB1Qsb6

Koordination

Univ.-Prof. Dr. Sabine Gaudzinski-Windheuser, Dr. Olaf Jöris; Dr. Lutz Kindler

Brain on Autopilot

Default Mode Network Credit: © Max Planck Institute for Human Development
How the architecture of the brain shapes its functioning.

By Max Planck Institute for Human Development | NAUTILUS

The structure of the human brain is complex, reminiscent of a circuit diagram with countless connections. But what role does this architecture play in the functioning of the brain? To answer this question, researchers at the Max Planck Institute for Human Development in Berlin, in cooperation with colleagues at the Free University of Berlin and University Hospital Freiburg, have for the first time analyzed 1.6 billion connections within the brain simultaneously. They found the highest agreement between structure and information flow in the “default mode network,” which is responsible for inward-focused thinking such as daydreaming.

Everybody’s been there: You’re sitting at your desk, staring out the window, your thoughts wandering. Instead of getting on with what you’re supposed to be doing, you start mentally planning your next holiday or find yourself lost in a thought or a memory. It’s only later that you realize what has happened: Your brain has simply “changed channels”—and switched to autopilot.

For some time now, experts have been interested in the competition among different networks of the brain, which are able to suppress one another’s activity. If one of these approximately 20 networks is active, the others remain more or less silent. So if you’re thinking about your next holiday, it is almost impossible to follow the content of a text at the same time.

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Morozov: Künstliche Intelligenz sollte ein öffentliches Gut sein

ex-machina. Screengrab. BB
Der Publizist Evgeny Morozov fordert, die meist von den Nutzern gelieferten Trainingsdaten für Künstliche Intelligenz als öffentliche Ressource zu fassen.

Von Stefan Krempl | heise online

Künstliche Intelligenz (KI) ist weniger ein privates Wirtschaftskapital, als vielmehr ein öffentliches Gut und sollte entsprechend reguliert werden. Dies erklärte der Technikforscher Evgeny Morozov am Montag auf der Digital Society Conference der European School of Management and Technology (ESMT) in Berlin. „KI wird mit Daten produziert, die wir generiert haben“, begründete der Vordenker seine Forderung. Nötig seien daher „gerechte und faire Bedingungen“ für den Zugang zu diesen Basisinformationen, die staatlich durchgesetzt werden müssten.

Die derzeitige KI-Entwicklung sei besonders im Bereich Maschinenlernen und neuronale Netzwerke sehr ineffektiv und ineffizient, konstatierte Morozov. Amazon, Facebook, Google, Microsoft & Co. steckten sehr viel Geld in das Training für die gleichen Dienste. Mit „trivialen Datensets“ versuchten sie der Maschine beizubringen, wie Katzen von Hunden oder Fußgänger von Autos unterschieden werden können. Es sei aber mehr als fraglich, ob die sich als KI-Führer sehenden Konzerne jeweils Milliarden in die Entwicklung derselben Fähigkeiten ausgeben müssten.

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Urmaterie im Miniformat erzeugt

Kugelförmig, elliptisch oder Dreieckig: Quark-Gluon-Plasma nimmt ungewöhnlich geometrische Formen an. © Javier Orjuela Koop

Zurück zum Urknall: Physiker haben die bisher kleinsten Tröpfen des Quark-Gluon-Plasmas erstellt – der „Ursuppe“ des Universums. Die primordiale Materieform entstand in einem US-Teilchenbeschleuniger bei Kollisionen von Protonen, Deuteriumkernen und Heliumkernen mit Gold. Spannend auch: Die winzigen, kurzlebigen Tröpfchen der Urmaterie waren auffallend geometrisch geformt – sie glichen Kugeln, Ellipsen oder Dreiecken, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

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Wenige Millionstel Sekunden nach dem Urknall gab es noch keine Protonen, Neutronen oder Atome. Stattdessen bewegten sich Quarks und Gluonen frei in einem Plasma umher – einer Art kosmischen Ursuppe. Wie ungewöhnlich und extrem dieses Quark-Gluon-Plasma war, enthüllen Kollisionsexperimente in Teilchenbeschleunigern wie dem Large Hadron Collider (LHC) oder dem Relativistic Heavy Ion Collider (RHIC) in den USA. Beim Zusammenprall von schweren Blei- oder Goldkernen lassen sich in ihnen für Sekundenbruchteile kleine Tropfen dieser Urmaterie erzeugen.

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It’s Official! NASA’s Famed Voyager 2 Spacecraft Reaches Interstellar Space

This NASA graphic shows the locations of NASA’s Voyager spacecraft in interstellar space. NASA announced the arrival of Voyager 2 in interstellar space on Dec. 10, 2018. Voyager 1 reached the milestone in 2012. Credit: NASA/JPL-Caltech
It’s time to say goodbye to one of the most storied explorers of our age: Voyager 2 has entered interstellar space, NASA announced today (Dec. 10).

By Meghan Bartels | SPACE.com

Voyager 2, which launched in 1977, has spent more four decades exploring our solar system, most famously becoming the only probe ever to study Neptune and Uranus during planetary flybys. Now, it has joined its predecessor Voyager 1 beyond the bounds of our sun’s influence, a milestone scientists weren’t able to precisely predict when would occur. And intriguingly, humanity’s second crossing doesn’t look precisely like data from the first journey out. [Watch: Voyager 2 Reaches Interstellar Space!]

„Very different times, very different places, similar in characteristics,“ Ed Stone, a physicist at the California Institute of Technology and project scientist for the Voyager mission, said during a scientific talk before the announcement here at the 2018 meeting of the American Geophysical Meeting. „The next months ahead could be very revealing as well. … More to come!“

Voyager 2 is the only spacecraft to have visited all four gas giant planets — Jupiter, Saturn, Uranus and Neptune — and discovered 16 moons, as well as phenomena like Neptune’s mysteriously transient Great Dark Spot, the cracks in Europa’s ice shell, and ring features at every planet.

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„Meet the Scientist“: Kaum Interesse für wissenschaftliches Bürgerforum

Auf Postern (auf Englisch) präsentierten die Teilnehmer aktuelle Forschungsergebnisse. Foto: Britta Berg
Zum ersten Mal wurde am Freitag die wissenschaftliche Konferenz STEPsCON zu Nachhaltigkeit und Innovation in Leverkusen gehalten. Ausgerichtet von der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften der TH Köln gemeinsam mit der Universität in Oulu, Leverkusens finnischer Partnerstadt.

Von Marie Welling | Kölner Stadt-Anzeiger

Nun sei die wissenschaftliche Sprache für einen großen Teil der Leverkusener Bevölkerung nicht unbedingt verständlich – „daher hatten wir uns überlegt, eine Verknüpfung zwischen der wissenschaftlichen Konferenz und der Bevölkerung herzustellen und die Ergebnisse in Alltagssprache zu vermitteln“, erklärt Bürgermeister Bernhard Marewski (CDU). „Meet the Scientist“ hieß das Bürgerforum, das eigens hierfür ins Leben gerufen wurde.

Eine einzige interessierte Bürgerin

Was sich im Agam-Saal des Forums jedoch darbot, war ein eher trostloses Bild. Neben den Promovierenden und Lehrenden der TH Köln waren die Oberbürgermeisterin, der Stadtdirektor sowie Vertreter aus dem Stadtrat von Oulu anwesend und die traurige Bilanz von einer einzigen interessierten Bürgerin.

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China bricht zur Rückseite des Mondes auf

Eine Rakete vom Typ «Langer Marsch 3B» hob am Samstag vom Raumfahrtbahnhof Xichang in der südwestchinesischen Provinz Sichuan ab, um die Mondsonde «Chang’e 4» mit einem Roboterfahrzeug an Bord auf die Rückseite des Mondes zu schicken. (Bild: Reuters / China Stringer)
Das Landemodul verfügt über einen Empfänger für niedrige Radiofrequenzen. Astronomen hoffen auf neue Erkenntnisse über die Entstehung der Sterne. Zudem hat die Mondsonde «Chang’e 4» Saatgut geladen, mit dem geprüft werden soll, ob Gemüseanbau in einer geschlossenen Umgebung bei der niedrigen Schwerkraft der Mondoberfläche möglich ist.

Neue Zürcher Zeitung

China ist als erste Weltraumnation zu einer Reise auf die Rückseite des Mondes aufgebrochen. Eine Rakete vom Typ «Langer Marsch 3B» hob am Samstag vom Raumfahrtbahnhof Xichang in der südwestchinesischen Provinz Sichuan ab, um die Mondsonde «Chang’e 4» mit einem Roboterfahrzeug an Bord in Richtung des Erdtrabanten zu schicken.

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Zwei Gasriesen mit Heliumschweif

Künstlerische Darstellung des Exoplaneten WASP-69b (rechts), der unter dem Einfluss der Strahlung der Sonne (links) seine Heliumatmosphäre verliert. (Bild: Gabriel Perez Diaz (IAC))
Genfer Forschende beschreiben mit Kollegen einen Exoplaneten, dessen aufgeheizte Atmosphäre mit Helium geradezu aufgepumpt ist wie ein Ballon. Das Gas wird dabei von der Strahlung des nahen Sterns davon geblasen – mit 10’000 Kilometern pro Stunde.

Neue Zürcher Zeitung

Auf der Erde ist es zwar selten, aber im Universum ist Helium das zweithäufigste Element nach Wasserstoff. Seit dem Jahr 2000 gilt das Edelgas als einer der bestmöglichen Indikatoren einer Atmosphäre um Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems – zumindest in der Theorie. Der tatsächliche Nachweis gelang Astronomen aber erst vor Kurzem. Und nun berichtet ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Genf im Fachblatt «Science» von einem Exoplaneten, dessen Atmosphäre geradezu aufgepumpt ist mit Helium, wie ein Ballon.

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Affen überleben mit Schweineherz

Die Pumpe des Lebens: Können Menschen eines Tages auch mit einem Schweineherz überleben? © Yodiyim/ thinkstock
Meilenstein: Forscher haben Affen erfolgreich gentechnisch veränderte Schweineherzen transplantiert. Dank eines neuen Verfahrens überlebten die Tiere dabei bis zu sechseinhalb Monate – und damit deutlich länger als jemals zuvor. Dieser Erfolg könnte die sogenannte Xenotransplantation als potenzielle Alternative zur herkömmlichen Organspende entscheidend voranbringen. Möglicherweise sind schon bald erste klinische Tests mit Menschen machbar, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten.

scinexx

Das Problem des Organmangels wird immer ernster: 2017 standen in Deutschland nur 797 Spenderorgane für rund 10.000 wartende Patienten zur Verfügung – ein neuer Tiefstand. „Ich sehe auch nicht, dass sich dieser Trend grundlegend umkehren wird“, sagt Bruno Reichert vom Universitätsklinikum München. Um dieses Problem lösen zu können, forschen Mediziner wie er seit Jahren an einer Alternative: Statt menschlicher sollen zum Beispiel Organe von Schweinen für die Transplantationen genutzt werden.

Tatsächlich haben solche Xenotransplantationen bei Tieren bereits geklappt. So setzten Forscher mehrfach gentechnisch-veränderte Schweineherzen in Paviane ein. Bisher gab es dabei allerdings ein entscheidendes Problem: Die transplantierten Tiere überlebten nie länger als 57 Tage – ein Großteil von ihnen starben sogar binnen 48 Stunden. Das ist zu kurz, um eine echte Alternative oder zumindest Übergangslösung für auf ein Spenderherz wartende Patienten zu sein.

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Link between neonatal vitamin D deficiency and schizophrenia confirmed

Professor John McGrath led a team that has confirmed a link between neonatal vitamin D deficiency and schizophrenia. Credit: The University of Queensland
Newborns with vitamin D deficiency have an increased risk of schizophrenia later in life, a team of Australian and Danish researchers has reported.

University of Queensland

The discovery could help prevent some cases of the disease by treating vitamin D deficiency during the earliest stages of life.

The study, led by Professor John McGrath from The University of Queensland (UQ) in Australia and Aarhus University in Denmark, found newborns with vitamin D deficiency had a 44 per cent increased risk of being diagnosed with schizophrenia as adults compared to those with normal vitamin D levels.

„Schizophrenia is a group of poorly understood brain disorders characterised by symptoms such as hallucinations, delusions and cognitive impairment,“ he said.

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Vier neue Gravitationswellen-Nachweise

Simulation einer Verschmelzung zweier Schwarzer Löcher, die die Raumzeit in Schwingungen versetzt. © Werner Benger/ Albert-Einstein-Institut, CC-by-sa 2.0
Jetzt sind es schon zehn: Die Detektoren der LIGO und Virgo Observatorien haben vier weitere Gravitationswellen-Ereignisse aufgezeichnet – darunter das fernste und energiereichste jemals beobachtete. Die detektierten Erschütterungen der Raumzeit wurden durch die Verschmelzung von Schwarzen Löchern verursacht. Dank insgesamt zehn solcher Ereignisse haben Astrophysiker nun erste Erkenntnisse über die Gesetzmäßigkeiten solcher Kollisionen gewonnen.

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Schon vor mehr als 100 Jahren sagte Albert Einstein voraus, dass Beschleunigungsänderungen großer Massen im Universum sogar die Raumzeit selbst erschüttern und in Schwingung bringen. Doch es dauerte bis zum Februar 2016, um erstmals Gravitationswellen mithilfe der LIGO-Detektoren in den USA nachzuweisen. Wenig später registrierte auch der Virgo-Detektor in Italien ein solches Ereignis, ausgelöst durch die Verschmelzung zweier Schwarzer Löcher.

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Der Teilchenbeschleuniger des Cern geht in die Wartungspause

Bild: LHC Genf
Das Teilchenforschungszentrum CERN hat am Montag den Large Hadron Collider heruntergefahren. Ihm stehen zwei Jahre Wartungsarbeiten bevor. Im Frühjahr 2021 soll er mit noch besserer Leistung wieder in Betrieb gehen.

Neue Zürcher Zeitung

Sechzehn Billiarden Protonenkollisionen, das ist die beeindruckende Bilanz der zweiten Betriebsphase des Large Hadron Collider (LHC), der ab Montag für eine zweijährige Wartungspause heruntergefahren wird. Der stärkste Teilchenbeschleuniger der Welt soll in dieser Zeit repariert und verbessert werden, um im Frühjahr 2021 mit noch höheren Energien wieder zu starten. Diese sollen noch mehr Teilchenkollisionen ermöglichen und damit allenfalls Einblick in sehr seltene Zerfallsereignisse oder gar eine neue Physik.

300 Millionen Gigabyte an Daten haben die Forschenden in dieser Betriebsphase seit 2015 gesammelt, so viel wie 1000 Jahre non-stop Video-Streaming, wie das Cern am Montag mitteilte.

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The Present Phase of Stagnation in the Foundations of Physics Is Not Normal

The problem is loads of wrong predictions from theoretical physicists.Photograph by Inga Nielsen / Shutterstock
Nothing is moving in the foundations of physics. One experiment after the other is returning null results: No new particles, no new dimensions, no new symmetries.

By Sabine Hossenfelder | NAUTILUS

Sure, there are some anomalies in the data here and there, and maybe one of them will turn out to be real news. But experimentalists are just poking in the dark. They have no clue where new physics may be to find. And their colleagues in theory development are of no help.

Some have called it a crisis. But I don’t think “crisis” describes the current situation well: Crisis is so optimistic. It raises the impression that theorists realized the error of their ways, that change is on the way, that they are waking up now and will abandon their flawed methodology. But I see no awakening. The self-reflection in the community is zero, zilch, nada, nichts, null. They just keep doing what they’ve been doing for 40 years, blathering about naturalness and multiverses and shifting their “predictions,” once again, to the next larger particle collider.

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Forscher lesen Gedanken von Ratten

Bild: animalequality.de

Im Gehirn von Ratten befinden sich wie bei Menschen bestimmte Nervenzellen, die bei der Orientierung helfen. Wenn die „Platzzellen“ feuern, kann man daraus entweder ablesen, wohin das Tier sich als Nächstes bewegen wird, oder, wo es gerade war, berichten Forscher.

science.ORF.at

Ein Team um Jozsef Csicsvari vom IST Austria in Klosterneuburg (NÖ) setzte Ratten mehrmals hintereinander in einem Raum, von dem acht Gänge abzweigten. In manchen davon war Futter versteckt. Die Nager konnten sich mit ihrem „Arbeitsgedächtnis“ merken, welche davon sie schon besucht haben. Ihr „Referenzgedächtnis“ wiederum speicherte, wo Essbares zu finden war.

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Einstein’s Theory of General Relativity Just Survived a Massive Crash in Outer Space

In this illustration, a hot, dense, expanding cloud of debris gets stripped from neutron stars just before they collide. Credit: NASA’s Goddard Space Flight Center
Gravity is big and weird and difficult to study. It moves through space as a wave, sort of like how light does. But these waves are subtle and difficult to detect. They occur in measurable amounts only after massive events, like the collision of black holes.

By Rafi Letzter | SPACE.com

Humanity didn’t spot its first gravitational wave until 2015. Then, in 2017, astronomers for the first time detected both gravitational waves and light from a single event: a neutron star collision. Now, researchers are using data from that event to confirm some basic facts about the universe.

In a paper first uploaded Nov. 1 to the preprint server arXiv (which Live Science first saw reported on ScienceAlert), researchers announced that they found no evidence of „gravitational leakage.“ Scientists had thought it was possible for gravity to penetrate high dimensions (those beyond the four that humans experience — up/down, side to side, forward/backward, time) even though light does not. If that happened, the force of gravity would lose more of its energy than light does while passing through space. But comparing the light and gravitational waves from that neutron star collision showed that this wasn’t happening.

All our dimension’s gravity appears to be staying right where it belongs, as Albert Einstein predicted in his theory of general relativity.

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Atemberaubend, wie schnell sich Humangenetik zum Konsumprodukt entwickelt

Genforschung Gentechnik
Illustration: Stefan Dimitrov (Foto: )

Von Andrian Kreye | Süddeutsche Zeitung

Die Welt ist schockiert über Genmanipulationen in China. Wenn schon ein windiger Forscher wie He einen solchen wissenschaftlichen Gewaltakt hinbekommt, wer soll dann andere bremsen?

Es erscheint erst einmal erschreckend einfach, wenn man die Genschere Crispr ausprobiert. Crispr ist jenes biotechnische Instrument, mit dem der chinesische Wissenschaftler He Jiankui das Erbgut der Babys Lulu und Nana manipulierte, um sie gegen das HI-Virus ihres leiblichen Vaters zu immunisieren. Die beiden wurden irgendwann im November dieses Jahres geboren und lösten als Inkarnation eines unumkehrbaren historischen Tabubruches weltweit Entsetzen aus. Sie sind der Grund dafür, dass He Jiankui in China nicht weiterforschen darf.

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Scientists create mini-placenta’s to study early stages of pregnancy

This is a confocal image of a trophoblast organoid stained for cytokeratin 7, F-actin and Dapi. (Credit: Centre for Trophoblast Research).
Researchers at the University of Cambridge have used organoid culture techniques to create a cellular model of the early stages of the placenta. It is hoped that this will further our understanding of the initial stages of pregnancy and the etiology of various reproductive disorders.

By Kate Bass, B.Sc. |News Medical Life Science

The placenta is an organ that develops during early pregnancy. It attaches to the wall of the uterus, and the umbilical cord arises from it.

All of the oxygen and nutrients needed by the fetus to grow are supplied through the placenta and waste products are removed via the same route. Failure of the placenta to develop properly can result in a range of complications, including the offspring being still-born.

The placenta is absolutely essential for supporting the baby as it grows inside the mother… When it doesn’t function properly, it can result in serious problems, from pre-eclampsia to miscarriage, with immediate and lifelong consequences for both mother and child. But our knowledge of this important organ is very limited because of a lack of good experimental models.“

Dr. Margherita Turco, First Author

Unsuccessful pregnancies are commonly the results of the embryo being unable to implant correctly and form a placental attachment.

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