Elektrisch „totes“ Wasser entdeckt

Viele Wirkungen und Interaktionen des Wassers beruhen auf dem Dipolmoment seiner Moleküle. Doch dieses kann verloren gehen, wie nun ein Experiment belegt. © Sitox/ iStock
Verblüffende Entdeckung: Entgegen gängiger Annahme kann Wasser sein Dipolmoment komplett verlieren – es ist dann elektrisch „tot“. Wie ein Experiment enthüllt, geschieht dies immer dann, wenn Wasser in extrem dünnen Schichten von nur zwei bis drei Moleküllagen vorliegt. Die Entdeckung dieses „toten“ Wassers ist nicht nur überraschend, sie hat auch große Bedeutung für viele Bereiche der Biologie und Technik, wie die Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten.

scinexx

Ob die Dichteanomalie, die Eigendissoziation oder exotische Eisformen: Wasser ist in gleich mehrerer Hinsicht ungewöhnlich. Gleichzeitig sähe unsere Welt ohne seine speziellen Eigenschaften ganz anders aus.

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Austritt aus der Komfortzone absoluter Gewissheiten

Man mag sich zuweilen wundern, ob Donald Trump nicht ein makroskopisches Quantensystem darstellt. Sein intellektueller, emotionaler und allgemein geistiger Zustand ist objektiv nicht bestimmbar. Er lebt sozusagen in einer Superposition aus Dialogbereitschaft und sturer Wutpolitik, sozialen Versprechungen und knallhartem Reichen-Klientelen-Lobbyismus, Charmebemühungen und Rotzbengel-Auftritten.

Lars Jaeger | TELEPOLIS

Erst die konkrete Interaktion mit einem Gegenüber, sei es politischer Gegner, Partner oder die Presse, bringt einen bestimmten Zustand in seinem Verhalten hervor, und dies auf a priori nicht determinierte Weise. Vorher ist sein Zustand vergleichbar mit dem eines Elektrons vor der Messung: nicht nur unbekannt, sondern objektiv unbestimmt. Ihm kommt keinerlei eigene substantielle Realität zu. Mag diese Parallele zwischen Quantenphysik und dem heutigen Rechtpopulismus amerikanischer Prägung auch ein wenig zu sehr dem Wunsch nach satirischer Erfassung des Unfassbaren entspringen, so lassen sich auf einer tieferen Ebene durchaus Verbindungen beider herstellen, wie im Folgenden dargelegt werden soll.

Wir können unsere Epoche, die nicht ganz zufällig vor 100 Jahren mit dem Ende des 1. Weltkrieges ihren Anfang nahm, durch zahlreiche Prädikate beschreiben. Am stärksten geprägt wurde sie in materieller und lebensalltäglicher Hinsicht eindeutig vom technologischen Fortschritt. In geistiger, intellektueller und emotionaler Hinsicht kommt ihr allerdings eine noch eindeutigere Charakterisierung zu: der Verlust der Komfortzone absoluter Gewissheiten, seien diese von religiöser, philosophischer, psychologischer oder wissenschaftlicher Natur.

Bzgl. ersterer hatte dieser Prozess bereits 150 Jahre zuvor begonnen, in einer geistigen Epoche, die wir nicht ohne Grund die „Aufklärung“ nennen. Antriebfeder dieses epochemachenden Umbruchs war die wissenschaftliche Revolution des frühen 17. Jahrhunderts – nicht zuletzt wurde das Physikgenie Isaak Newton bereits früh als erster Held dieser Epoche gefeiert.

Von nun an sollten die Phänomene und Entwicklungen in der Natur, und sogar der Mensch selbst, keiner übernatürlichen Erklärungen mehr bedürfen. Gott verlor seine Stellung als letzte und absolute Instanz der Wahrheit. Doch auch die historischen Anfänge der neuen Autorität im Tempel des Wissens, der Naturwissenschaften, liegen in der philosophischen Sehnsucht und Suche nach einer absoluten und letzten Wahrheit. Bereits bei den Vorsokratikern und spätestens mit Platon und Aristoteles waren die Grundlagen einer Metaphysik entstanden, die nach den letzten hinter den Phänomenen der Natur verborgenen absoluten Gründen und Zusammenhängen sucht. Die Naturwissenschaftler des 17. und 18. Jahrhunderts übernahmen diese bedenkenlos.

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Blue Origin Plans to Start Selling Suborbital Spaceflight Tickets Next Year

Blue Origin’s New Shepard suborbital vehicle on the pad prior to an April 29 launch. Credit: Blue Origin
Blue Origin expects to start flying people on its New Shepard suborbital vehicle „soon“ and start selling tickets for commercial flights next year, a company executive said June 19.

By Jeff Foust | SPACE.com

Speaking at the Amazon Web Services Public Sector Summit here, as the keynote of a half-day track on earth and space applications, Blue Origin Senior Vice President Rob Meyerson offered a few updates on the development of the company’s suborbital vehicle.

„We plan to start flying our first test passengers soon,“ he said after showing a video of a previous New Shepard flight at the company’s West Texas test site. All of the New Shepard flights to date have been without people on board, but the company has said in the past it would fly its personnel on the vehicle in later tests. [Watch Blue Origin’s Latest Space Launch Video]

He also offered a timetable for selling tickets. „We expect to start selling tickets in 2019,“ he said, but did not disclose a price.

Blue Origin officials have offered few details about when it would start selling seats on New Shepard flights, and at what cost. The company has made clear it plans to do so, and has even produced an animated video showing people on a New Shepard suborbital flight, but has not started to actively sign up customers.

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Out of Africa oder Multiregionalismus?

Den Neandertaler muss man sich vorstellen wie eine Mischung aus Pumuckl, Pipi Langstrumpf, Sams und dem britischen Außenminister. Rekonstruktion eines männlichen homo neanderthalensis mit Kind, Naturhistorisches Museum, Wien. Bild: Wolfgang Sauber/CC BY-SA-4.0
Teilen wir Europäer mit den Mbuti-Pygmäen aus dem Kongo die gemeinsamen Vorfahren? Sind wir gar eine Promenadenmischung aus Neandertalern und Indern? Sieht fast so aus, wenn es nach einer molekularbiologischen Studien aus China geht

Jörg Albert | TELEPOLIS

Etwa seit den 80er Jahren gibt zwei konkurrierende Erklärungsmodelle zum geografischen Ursprung des modernen Menschen: die multiregionale und die (einmalige) „Out of Africa“-Hypothese.

Im multiregionalen Modell wird die menschliche Evolution als Ergebnis einer Ausdehnung des Homo erectus im frühen und mittleren Pleistozän über Afrika hinaus dargestellt. Danach führte eine lokale Differenzierung zur Entstehung lokaler Bevölkerungen, die schließlich den anatomisch modernen Menschen (anatomically modern humans AMH) in vier unterscheidbare Gruppen (Afrikaner, Europäer, Ost-Asiaten und Australoide) hervorbrachten. Homo war eine einzige Spezies, seit ihre Art vor zirka 2,3 bis 2,8 Millionen Jahren in Fossilien auftauchte.

Unterstützung findet dieses Modell in Ausgrabungen von Fossilien und steinzeitlichen Artefakten. Allerdings fehlt ein schlüssiger molekularbiologisch Nachweis. Autosomale Daten (die ersten 22 Chromosomenpaare des Menschen), die für einen gemeinsamen Vorfahren sprechen, reichen 1,5 Mio. Jahre, aber nicht 2,5 Mio. Jahre zurück. Zusätzlich geht das multiregionale Modell von einer fortlaufenden Vermischung (gene flow) der verschiedenen Menschengruppen aus.

Deutliche Schwierigkeiten bestehen bei diesem Modell in der klaren Trennung zwischen archaischer und moderner weiblicher und männlicher DNA (mtDNA und Y-DNA, das jeweils 23. Chromosomenpaar), das Fehlen archaischer mtDNA und Y-DNA im modernen Menschen und das junge Alter der modernen Y (ca. 100.000 Jahre) und mtDNA (ca. 200.000 Jahre).

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Forscher züchten erstmals Neandertaler-Minihirne

foto: ap Nachbildung des Kopfes eines vierjährigen Neandertalerkindes, basierend auf computerunterstützten Rekonstruktionen des Schädels
War der Neandertaler weniger hell im Kopf als der moderne Mensch? Forscher gehen dieser Frage mit einer etwas verrückt anmutenden Methode nach.

derStandard.at

Es ist zweifellos eine der spannendsten Fragen, die Anthropologen und ihre Fachkollegen umtreibt: Was war verantwortlich dafür, dass vor rund 30.000 Jahren die Neandertaler ausstarben und der moderne Mensch als einziger Vertreter der Gattung Homo übrig blieb?

Die Publikationen zu diesem Thema gehen längst in die Tausende. Das liegt auch daran, dass sich all die aufgestellten Hypothesen empirisch nur schwer überprüfen lassen. Mit der Entschlüsselung des Neandertaler-Genoms im Jahr 2009 durch Forscher um den Paläogenetik-Pionier Svante Pääbo erhoffte man sich harte Fakten. Und tatsächlich wies die Neandertaler-DNA zwar nur wenige, aber doch signifikante Abweichungen von der unsrigen auf.

Vermutung der höheren Intelligenz

Doch können diese Unterschiede im Genom unsere vermutete geistige Überlegenheit erklären? An der Gehirngröße selbst kann es jedenfalls nicht gelegen haben, denn in den Schädeln unserer nächsten Verwandten war mehr Platz für graue Zellen als bei uns. Doch da sich von der Hirnmasse selbst natürlich nichts erhalten hat, konnten Forscher bisher nur die Hohlräume in den Schädeln studieren.

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1st Satellite Built to Harpoon Space Junk for Disposal Begins Test Flight

An artist’s illustration of the RemoveDebris space junk cleanup prototype deploying its drag sail in orbit. The microsatellite was deployed from the International Space Station on June 20, 2018. Credit: RemoveDebris
The first spacecraft to demonstrate active space debris-removal technologies — such as a harpoon, a net and a drag sail — in orbit has been released from the International Space Station to commence its mission.

By Tereza Pultarova | SPACE.com

Astronauts at the space station sent the 100-kilogram (220 lbs.) RemoveDebris spacecraft off for its pioneering mission using Canadarm2, the 17.6-meter-long (57.7 feet) robotic arm used for servicing and capturing cargo ships.

The spacecraft is the largest payload deployed from the space station, according to NanoRacks, the Houston-based company coordinating RemoveDebris‘ deployment. The spacecraft drifted away from the orbital outpost at about 11:30 p.m. BST (7:30am EDT) on Wednesday, June 20. [7 Ways to Clean Up Space Junk]

Engineers at the University of Surrey in the United Kingdom confirmed about 2 hours later that they had contacted the spacecraft from their facilities in Guildford, Surrey, a small town in southern England.

The ground controllers will spend the next two months switching on all the satellite’s subsystems and checking that they work as designed, according to Guglielmo Aglietti, director of the Surrey Space Centre at the University of Surrey and principal investigator of the European Union-funded, 5.2-million-euro ($18.7 million) mission.

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Einstein gilt auch auf großen Skalen

Die Galaxie ESO 325-G004 wirkt als Gravitationslinse – und half damit bei der Überprüfung von Einsteins Relativitätstheorie © ESO, ESA/Hubble, NASA
Einstein behält Recht: Astronomen ist es gelungen, Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie erstmals auch für extragalaktische Entfernungen genau zu überprüfen. Demnach entspricht die Krümmung der Raumzeit durch Massen selbst in großem Maßstab bis auf wenige Prozent den Vorhersagen von Einstein. Spannend ist dies, weil eine Abweichung unter anderem erklären könnte, warum sich das Universum immer schneller ausdehnt, wie die Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten.

scinexx

Die Allgemeine Relativitätstheorie von Albert Einstein hat unsere Sicht auf Zeit und Raum verändert – und sie bildet bis heute die Basis unseres physikalischen Weltbilds. Bisher hat die mehr als 100 Jahre alte Theorie alle Tests mit Bravour bestanden, ob im Punkt der Zeitdehnung, des Äquivalenzprinzips oder der sogenannten lokalen Positionsinvarianz.

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Deutschland ist Doppel-Weltmeister im Fußball – RoboCup-WM

(Bild: Hans-Arthur Marsiske)
Ungewöhnlich ruhig verlief der letzte Tag der RoboCup-WM. Die Roboter spielten teilweise vor fast leeren Zuschauertribünen – trotz spannender Finalpartien.

Hans-Arthur Marsiske | heise online

Was auch immer die genauen Gründe waren: Der RoboCup 2018 zählt sicherlich nicht zu den Glanzstücken der Eventorganisation. Der Stimmung tat das aber keinen Abbruch. Im Gegenteil: Die Notwendigkeit, das Geschehen in die eigenen Hände zu nehmen, scheint die Gemeinschaft der Teilnehmer noch mehr zusammengeschweißt zu haben. Insofern hat der RoboCup in Montréal gezeigt, dass er auch nach 22 Jahren immer noch eine lebendige Initiative voller Energie und Kreativität ist.

Das kam auch auf den Spielfeldern und in den Arenen zum Ausdruck – und teilweise sogar außerhalb: Als die Roboter der RoboCup@home League in einem richtigen Restaurant, aber mit vorbereiteten Testpersonen, zeigen sollten, wie gut sie die Aufgaben eines Kellners erfüllen können, wurden sie auch von ganz normalen Gästen herangewunken – und bedienten sie.

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Viren als Auslöser von Alzheimer?

Alzheimer ist die weltweit häufigste neurodegenerative Erkrankung – wird sie womöglich durch Viren ausgelöst? © Wildpixel/ istock
Virale Übeltäter: Forscher haben Hinweise darauf gefunden, dass Herpesviren an der Entstehung von Alzheimer beteiligt sein könnten. Sie wiesen im Gehirn verstorbener Patienten vermehrt Herpeserreger der Typen HHV-6A und HHV-7 nach. Die Gene dieser Viren scheinen mit menschlichen Risikogenen für Alzheimer zu interagieren, wie die Autoren im Fachmagazin „Neuron“ berichten – ein Indiz für eine potenzielle Beteiligung der Erreger an der Pathogenese.

scinexx

Die genauen Ursachen und Auslöser der Alzheimer-Erkrankung sind noch immer unbekannt. Klar ist zwar, dass eine gewisse genetische Veranlagung bei der Entstehung dieser Demenz mitmischt. Daneben könnten aber auch zahlreiche andere Faktoren eine Rolle spielen. Diskutiert wird in diesem Zusammenhang beispielsweise der Einfluss von Rauchen, Stress, Ernährung und sogar Feinstaub und Aluminium.

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Blutige Altersbestimmung

Bluspuren am Tatort können Rechtsmedizinern erstaunliche Dinge verraten – bald auch das Alter des Täters? © Zoka74/ istock
Verräterische Spritzer: Blutspuren könnten Rechtsmedizinern künftig das Alter von Opfern und Verdächtigen in einem Kriminalfall verraten. Denn: Bestimmte Blutbestandteile verändern im Laufe des Lebens ihre Struktur – und diese Veränderungen erlauben zuverlässige Rückschlüsse darüber, ob eine Person noch Kind, jugendlich oder erwachsen ist. Wie Forscher berichten, muss die Genauigkeit der Methode zwar noch verfeinert werden. In Zukunft könne sie die Arbeit von Tatortermittlern aber erheblich erleichtern.

scinexx

Neben Fingerabdrücken sind Blutspritzer die wohl verräterischsten Spuren an einem Tatort. So können Rechtsmediziner anhand der Form und Verteilung von Blutspuren Rückschlüsse auf den Hergang des Geschehens ziehen. Außerdem enthält Blut DNA – und damit wichtige Hinweise auf die Identität von Täter und Opfer. In Zukunft könnte die Körperflüssigkeit sogar noch ein weiteres Geheimnis lüften: das Alter desjenigen, der die roten Spuren hinterlassen hat.

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Das heisse Gas zwischen den Galaxien sendet ein Lebenszeichen

Diese Darstellung veranschaulicht das Messprinzip. Das Röntgenlicht des fernen Quasars passiert auf seinem Weg zur Erde zwei Filamente des kosmischen Netzes. Die vom Röntgenteleskop gemessenen Absorptionslinien erlauben einen Rückschluss auf die Dichte des Gases in den Filamenten. (Bild: ESA)
18 Tage lang haben Astronomen eine weit entfernte Quelle von Röntgenlicht observiert. Der Aufwand hat sich gelohnt. Jetzt glauben sie zu wissen, wo sich der vermisste Teil der gewöhnlichen Materie verbirgt.

Christian Speicher | Neue Zürcher Zeitung

Es ist erschreckend, wie wenig wir über unser Universum wissen. Glaubt man dem Standardmodell der Kosmologie, besteht unser Kosmos fast gänzlich aus «dunklen» Materie- und Energieformen, die sich bis heute einem Nachweis entziehen. Die uns geläufige Form der Materie macht gerade einmal 5 Prozent aus – ein kleiner Farbtupfer in einem Meer aus Dunkelheit. Tatsächlich ist unsere Unwissenheit sogar noch grösser. Denn auch von der gewöhnlichen Materie wusste man bisher nur teilweise, wo sie sich verbirgt: 40 Prozent wurden vermisst. In der Fachzeitschrift «Nature» berichten Astronomen nun, sie hätten die vermisste Materie aufgespürt. Sie soll sich im heissen Medium zwischen den Galaxien verstecken.

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NASA Has a Plan to Defend Earth Against Asteroid Impacts

Artist’s illustration of a large asteroid headed for Earth. Credit: ESA
NASA has a plan to protect the Earth from death by asteroid, and the space agency will unveil it to the world today (June 20). But don’t panic yet, NASA says there’s no known asteroid threat right now.

By Tariq Malik | SPACE.com

In a 1 p.m. EDT (1700 GMT) teleconference today, NASA scientists will roll out a new report on the space agency’s strategy for tracking, and potentially deflecting, near-Earth asteroids that might one day pose a threat to our planet. You can follow the NASA asteroid defense webcast live here, courtesy of NASA Live.

The report, called the “National Near-Earth Object Preparedness Strategy and Action Plan,“ lays out what NASA will do over the next 10 years to safeguard the Earth from potentially dangerous near-Earth objects (NEOs). [Potentially Dangerous Asteroids in Images]

„While no known NEOs currently pose significant risks of impact, the report is a key step to addressing a nationwide response to any future risks.“ NASA officials said in a statement.

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Maschinenhirn diskutiert mit Mensch

Mensch versus Maschine: „Project Debater“ in der Diskussion mit Debatten-Profi Dan Zafir © IBM Research
Frei argumentiert: Erstmals hat sich eine künstliche Intelligenz in einer Debatte mit menschlichen Diskussionspartnern gemessen. Bei einer öffentlichen Diskussion tauschte das IBM-System „Project Debater“ zu zwei Themen Argumente und Gegenargumente aus – ohne diese Inhalte vorher trainiert zu haben. Das Schwierige daran: Die KI musste dafür selbstständig geeignete Argumente entwickeln und sie überzeugend vortragen – was ihr durchaus gelang, wie eine Befragung des Publikums hinterher ergab.

scinexx

Künstliche Intelligenz macht immer mehr Fortschritte: Schon jetzt helfen die lernfähigen Algorithmen bei medizinischen Diagnosen, erkennen Fake-News oder fahnden nach Schäden in Atomkraftwerken. Sogar in der Justiz, als Chemiker oder als Planer von Physik-Experimenten können sie hilfreich sein. Einige dieser Systeme schaffen es dabei bereits, selbständig die nötigen Fähigkeiten zu trainieren – ohne menschliche Lehrer.

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Neutrino-Signal gibt Rätsel auf

Spuren eines energiereichen Neutrinos im IceCube-Detektors. © IceCube Collaboration
Mysteriöse Teilchenspur: Der Neutrino-Detektor IceCube hat ein Signal eingefangen, das Physikern Rätsel aufgibt. Denn diese Teilchenspur ist viel energiereicher als alle bisher registrierten. Eine mögliche Erklärung dafür liefern nun zwei US-Physiker. Sie vermuten, dass das Signal von einem Tau-Lepton verursacht wurde – dem Kollisionsprodukt eines Tau-Neutrinos mit einem Atom. Das aber könnte bedeuten, dass kosmische Neutrinos noch viel energiereicher sind als bisher angenommen.

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In jeder Sekunde rasen Milliarden von Neutrinos durch unseren Körper, ohne dass wir es merken. Denn diese fast masselosen „Geisterteilchen“ gehen nur selten eine Wechselwirkung mit anderer Materie ein – entsprechend schwer ist es, sie aufzuspüren. Zudem können sich die drei Neutrino-Sorten – Elektron-, Myon- und Tau-Neutrino – im Flug in eine andere Sorte umwandeln.

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Dwarf Planet Ceres Has Way More Organic Molecules Than Originally Suspected

This rendering visualizes signatures on Ceres that indicate the presence of organic material. Credit: NASA/Rendering by Hannah Kaplan
On the dwarf planet Ceres, organic molecules are more abundant than scientists originally suspected.

By Chelsea Gohd | SPACE.com

Last year, NASA’s Dawn spacecraft detected organics, or carbon-based compounds, on the surface of Ceres. The exciting discovery raised the possibility that Ceres might be habitable and even that life could have once existed on the rocky world. And now, a new analysis of the mission data suggests that the patches on the surface of Ceres shown to contain organic material likely harbor even more of those molecules than researchers first thought.

This new analysis not only details the organic abundance; it also raises additional questions, like where the organic molecules came from, according to a statement. And the finding could serve as a valuable template and resource for future missions to study organics on the surface of Ceres, the statement said. [Photos: Dwarf Planet Ceres: The Largest Asteroid in Photos]

It is important to note that the presence of organic molecules doesn’t mean that life exists or ever existed on a world. Geological process on the surface, or even meteorite impacts, could create or deposit organics on a dwarf planet like Ceres. But scientists are still working to find the origins of these organics.

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Leptoquark – Cern-Forscher hoffen auf ein spektakuläres Teilchen

Simulation eines Teilchenschauers inklusive Higgs-Teilchen (Quelle: CERN). Eine Methode mit Bums
Am Forschungszentrum Cern deutet sich die Entdeckung eines neuen Teilchens an, das spannender als das „Higgs-Boson“ wäre. Higgs passt ins etablierte Theoriengebäude – das neue Leptoquark aber nicht.

Von Norbert Lossau | DIE WELT

In der Teilchenphysik deuten sich neue Entdeckungen stets ganz langsam an – durch erste, schwache Trends in den gemessenen Daten. Diese Hinweise können durch weitere Messungen entweder bestätigt werden oder auch wieder verschwinden.

Das ist eine Frage der Statistik. Erst wenn die statistische Wahrscheinlichkeit dafür, dass Messdaten auf ein neues Teilchen hindeuten, mindestens 99,9999 Prozent beträgt, sprechen die Physiker von einer „Entdeckung“.

Banges Warten

So zeichnete sich zum Beispiel am Forschungszentrum Cern bei Genf die im Juli 2012 verkündete Entdeckung des Higgs-Teilchen bereits viele Monate im Voraus ab. Doch erst nachdem genug Messdaten vorlagen und die Statistik entsprechen gut genug war, galt das Higgs-Teilchen als nachgewiesen.

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Irenäus Eibl-Eibesfeldt hielt uns den evolutionären Spiegel vor . . .

Irenäus Eibl-Eibesfeldt (2005). Bild: wikipedia.org/CC BY-SA 3.0 – Peter Korneffel
. . . und war als einer von wenigen Biologen bereit, den Mund aufzumachen und sich mit der Politik der 68er anzulegen.

Kurt Kotrschal | Die Presse.com

Die Liebe kam mit der Mutter-Kind-Bindung in die Welt. Als dies Irenäus Eibl-Eibesfeldt (IEE) 1970 in seinem Buch „Liebe und Hass“ darlegte, konnte er noch nicht wissen, dass ihn die moderne Biopsychologie spektakulär bestätigen würde: ein Beispiel dafür, dass IEE ein Mann der großen Würfe war, weitsichtig und sicherlich kein Elfenbeintürmler. Ihm in einer Würdigung gerecht zu werden, ist ob der Fülle seiner Verdienste einfach; oder schwierig, wenn dazu nämlich der Platz fehlt.

Sein Lebenswerk wurde in einer Reihe von Nachrufen eingehend gewürdigt, darum konzentriere ich mich hier auf ein paar mir wichtige Punkte. Einer der größten bleibenden Verdienste von IEE ist es sicherlich, dass er den oft krausen Vorstellungen mancher Sozial- und Humanwissenschaftler vom Wesen des Menschen empirische Ergebnisse entgegenstellte. Dass er davon bereitwillig und nahezu missionarisch politisch-gesellschaftliche Schlussfolgerungen ableitete, brachte ihm viel Zustimmung – auch von „falscher“ Seite – und einiges an Kritik ein, nicht immer ganz zu Unrecht.

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Mikrokugeln als Laser funktionieren in Blut und Körpergewebe

Jedes dieser nur fünf MIkrometer kleinen Kügelchen ist ein winziger Laser und sendet infrarotes und blaues kohärentes Licht aus. © Angel Fernandez-Bravo
Kleiner als ein rotes Blutkörperchen: Forscher haben eine extrem kleine und gleichzeitig besonders schonende Laser-Form entwickelt. Ihr Laserlicht wird von beschichteten Mikrokugeln produziert, die kleiner sind als eine menschliche Zelle. Das Spannende daran: Diese Mikrolaser benötigen nur schwache Infrarotstrahlung zur Anregung und strahlen sogar in Blut und anderen Flüssigkeiten. Das eröffnet unter anderem neue Anwendungen in der Medizin, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Nanotechnology“ berichten.

scinexx

Laser sind heute aus Technik, Forschung und Alltag kaum mehr wegzudenken – entsprechend optimiert ist ihre Leistung inzwischen. Forschern ist es bereits gelungen, für bestimmte Anwendungen sowohl extrem feine Laserstrahlen als auch besonders kurze Laserpulse zu erzeugen.

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Early Earth’s Habitability Could Boost the Chances of Alien Life

An artist’s concept of the early Earth. While still fairly inhospitable compared to today, the early Earth may have had a more moderate climate and ocean temperature and pH than had been thought. Credit: NASA
The conditions on the early Earth have long been a mystery. But researchers from NASA and the University of Washington have now devised a way to account for the uncertain variables of the time, in turn discovering that our planet may have been more temperate long ago than previously thought.

By Joelle Renstrom | SPACE.com

By applying these findings to other rocky planets, the researchers conclude that the timeframe and likelihood of life persisting elsewhere is greater than first thought.

Given that we have no rocks or other material from Earth’s first 500 million years, approximations of conditions on our planet during that time have varied widely. Some picture early Earth as wracked by volcanic eruptions and bubbling with lava, while others envision a world asleep and encased in ice. [7 Theories About the Origin of Life on Earth]

Earth’s 4.5-billion-year history leaves room for many geological phases and „people have used all kinds of different geochemical datasets to get some measure of surface conditions,“ said the study’s lead author, Joshua Krissansen-Totton of the University of Washington.

The researchers focused on the Archean Eon, 4 billion to 2.5 billion years ago, shortly after the formation of Earth’s crust, atmosphere and oceans. It’s also when life likely emerged.

The difficult part is in deducing ocean pH and global temperature, about which estimates fluctuate drastically, from alkaline to corrosively acidic and from minus 13 to 185 degrees Fahrenheit (minus 25 to 85 degrees Celsius).

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DNA: Doch kein eindeutiger Code?!

Der genetische Bauplan aller Lebewesen setzt sich aus Abfolgen vier chemischer Basen zusammen. © Ktsimage/ thinkstock
Translation nach dem Zufallsprinzip: Forscher haben eine Hefeart entdeckt, die eine grundlegende Regel der Genetik auf den Kopf stellt. Denn eine bestimmte Abfolge von DNA-Basen wird bei ihr nicht immer in dieselbe Aminosäure übersetzt. Stattdessen wird im Falle der Basenkombination CTG zufällig zwischen zwei Varianten entschieden. Damit ist diese Hefe das erste bekannte Lebewesen, bei dem die Eindeutigkeitsregel des genetischen Codes ungültig ist.

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Eigentlich ist die Sache klar: Unsere DNA enthält die Bauanleitung für all das, was uns ausmacht. Dieser genetische Code setzt sich aus Sequenzen vier chemischer Basen zusammen: Adenin, Thymin, Cytosin und Guanin, kurz A, T, C und G. Folgen aus drei Basen-Buchstaben werden in der Zelle jeweils in eine Aminosäure übersetzt – diese Verbindungen sind die Bausteine der für unseren Körper so wichtigen Proteine.

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