Erste Kirche für Kiffer: Unser täglich Cannabis gib uns heute

Bild. First Church of Cannabis/FB
In Colorados Hauptstadt Denver hat eine neue Glaubensgemeinschaft ihre Kirche eröffnet. Hier wird nicht Jesus, Allah oder Buddha verehrt – sondern Marihuana.

stern.de – Galerie

Aufwendig gestaltet.

„March for Science“ sogar in der Antarktis

(Bild: AWI/Tim Heitland)
Um gegen der Verdrehung der Fakten durch Populisten zu protestieren, gingen Wissenschaftler auch in der Nähe des Südpols „auf die Straße“.

heise online

Weit weit weg, aber voll dabei: Auch die Wissenschaftler der Polarforschungsstation „Neumayer III“ in der Antarktis haben sich am Samstag am weltweiten „March for Science“ beteiligt. Ein vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven verbreitetes Foto zeigt sieben dick eingepackte Forscher mit einem Transparent vor der Station. Die „Überwinterer“ unterstützten den Marsch für die Wissenschaft, heißt es darauf, gefolgt von einem Zitat der Physik-Nobelpreisträgerin Marie Curie (1867-1934): „Man braucht nichts im Leben zu fürchten, man muss nur alles verstehen. Jetzt ist die Zeit mehr zu verstehen, damit wir uns weniger fürchten.“

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I Talked to Four Humanoid Robots and They’re Mostly Dumb as Doornails

Prof. Youngsook Park stands in front of the Han robot. Image: Zoltan Istvan/Motherboard
Over the last 18 months, I’ve found myself in the strange habit of hanging out and interviewing English-speaking humanoid robots. I was able to chat with four machines, each which possessed some level of artificial intelligence. Even though none of them could fully carry on normal conversations, they all had something to say. And sometimes, what they say and how they say it, is a piercing glimpse into the future of humanity.

By Zoltan Istvan | MOTHERBOARD

Three of the robots I talked to were mass-production models: Pepper, Meccanoid, and iPal. The fourth was Han, which was presented by AI expert Dr. Ben Goertzel, chief scientist at Hanson Robotics. The various price tags of these bots range from $200 on Amazon, to potentially many millions of dollars for something like Han. The production robots are all between three to four feet tall and are mobile. Han is just an upper body, the torso of which rests against whatever he’s placed upon.

Han

What Han is lacking in body, though, he makes up for in intellect. He’s the smartest of the bunch by a long shot. I first saw Han at the 2016 Global Leaders Forum in Seoul, South Korea. The event was organized by Futurist Professor Youngsook Park and hosted by Korean channel TV Chosun. Han was helping to formally open the event in front of hundreds of Korean onlookers. Everyone in the audience, including myself, was immediately impressed with the robot’s sophisticated articulation and level of understanding.

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„Homo Deus“: Der Mensch als Auslaufmodell

Yuval Noah Harari
Homo Deus
Aus dem Englischen von Andreas Wirthensohn

„Bei Anbruch des dritten Jahrtausends erwacht die Menschheit, streckt ihre Glieder und reibt sich die Augen. Die Reste eines schrecklichen Albtraums schwirren ihr noch im Kopf herum. (…) Dann macht die Menschheit sich einen Kaffee und schlägt den Kalender auf. ‚Mal sehen, was heute auf der Agenda steht.'“

Von Patrick Trappendreher | Spektrum.de

Mit diesen Sätzen beginnt Yuval Noah Harari, Historiker an der Hebrew University in Jerusalem, seine Zukunftsvision „Homo Deus“, in der er die Geschichte des Homo sapiens angesichts neuer Technologien weiterdenkt. Wonach wird der Mensch streben, wenn er Einschränkungen wie Hunger, Krankheit und Tod überwunden hat? Welche Ideologien werden die vorherrschenden Weltanschauungen ablösen? Und welche Fragen wird das aufwerfen?

Den Tod besiegen

Harari geht von der Annahme aus, das nächste Projekt der Menschheit (genauer: einiger Eliten) werde der Griff nach der Unsterblichkeit sein. Dies ist für ihn eine logische Konsequenz des Zeitgeists. Dank Fortschritten in der Biotechnologie und künstlicher Intelligenz könnte der Homo sapiens zum gottähnlichen Homo deus avancieren. Dieser technologieverstärkte Mensch werde sich so sehr vom evolutionär auf der Strecke gebliebenen H. sapiens unterscheiden, dass es schwerfalle, sich ein Zusammenleben beider vorzustellen. Ob der Schritt hin zum gottähnlichen Menschen gelingen wird, lässt Harari offen: Er ist nicht unausweichlich, sondern ein Konjunktiv. Der Wunsch, ihn zu gehen, ist jedoch ganz real.

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Keine Angst vor „Überalterung“

Pflegeroboter aus dem Film „Robot & Frank“. Screenshot: c’t
Der Mathematiker Hansjörg Walther widerlegt Medienvorstellungen, die auf Oswald Spengler und Arthur Moeller van den Bruck zurückgehen

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Dem aktuellen Bevölkerungsbericht des japanischen Innenministeriums nach lebten in Japan im letzten Herbst mit rund 126.933.000 etwa 162.000 (oder 0,13 Prozent) weniger Menschen als im Jahr davor. 76.562.000 davon befanden sich im Alter zwischen 15 und 64 Jahren. Der Anteil dieser Gruppe sank seit 1992 von 69,8 auf 60,3 Prozent. 34.591.000 Japaner (beziehungsweise 27,3 Prozent) waren älter als 65, 16.908.000 (13,3 Prozent) älter als 75.

Deutsche Medien berichten solche Zahlen regelmäßig wie Katastrophenmeldungen – verbunden mit der Warnung, dadurch würden Gesellschaften „überaltern“, „vergreisen“ und massiv an Innovationskraft und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit verlieren.

Der Mathematiker Hansjörg Walther hat sich diese Befürchtungen in der Zeitschrift Novo genauer angesehen. Dazu verglich er unter anderem die im International Innovation Index, im Bloomberg Innovation Index und im Innovation Union Scoreboard der EU-Kommission für einzelne Länder ermittelten Innovationswerte mit dem Medianalter in diesen Ländern und kam zum Ergebnis, dass ein Land danach sogar umso innovativer sein müsste, je höher das Medianalter dort liegt. Vergleicht man nur die entwickelten Länder miteinander, ergibt sich kein statistisch signifikanter Zusammenhang.

Beim Medianalter, das sich „aus den Gewichtungen in der Altersstruktur [und] nicht durch eine Verschiebung auf der Zeitachse“ ergibt, liegt Deutschland mit 46,5 Jahren hinter Monaco und knapp vor Japan auf Platz 2. In den nächsten Jahrzehnten könnte es Prognosen nach um vier Punkte ansteigen. Ein Anstieg darüber hinaus ist unrealistisch – ebenso wie ein Absinken unter 15 Jahre. Geburtenstarke Jahrgänge, die älter werden, verlieren mit der Zeit an Bedeutung, weil ihre Gruppe mit zunehmendem Alter immer kleiner wird.

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Skurril: Batterien aus Altglas

Aus Altglas werden in einem neuartigen Prozess Elektroden für Batterien hergestellt. © UC Riverside
Neuer Nutzen für leere Flaschen: Aus zermahlenem und weiterverarbeitetem Altglas haben Forscher ein Nanomaterial zum Bau von Batterie-Elektroden hergestellt. Knopfzellen mit diesen Nanosilizium-Anoden können bis zu vier Mal so viel Energie speichern wie konventionelle Batterien mit Graphit-Anoden. Der größte Vorteil sind aber die geringen Material- und Herstellungskosten der neuen Altglas-Batterie.

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Die Forschung erzielt immer neue Fortschritte beim Design kleinerer und leistungsstärkerer Batterien. So wurden zum Beispiel umweltfreundliche Akkus aus Katzengold vorgestellt oder neue Wege zur Optimierung der Ladekapazität getestet.

Als besonders vielversprechend gilt der Einsatz von nanoskaligem Silizium. Dieses eignet sich besonders gut als Anodenmaterial für Lithium-Ionen-Akkus, weil so leistungsstarke Batterien mit hoher Ladungskapazität realisierbar sind. Üblicherweise wird das Silizium mit aufwändigen und damit kostspieligen Prozessen aus Rohstoffen wie Gestein oder Pflanzen gewonnen.

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Supernova mit Linseneffekt

Zum ersten Mal haben Astronomen eine Typ 1a-Supernova entdeckt, die von einer Gravitationslinse verzerrt und in vier Abbilder aufgespalten wird. © Joel Johansson
Spannende Entdeckung: Astronomen haben erstmals eine Supernova des Typs 1 a in kosmischer Vergrößerung beobachtet – ihr Licht wird durch den Gravitationslinseneffekt einer Galaxie verstärkt und in vier Abbilder aufgespalten. Das Spannende daran: Diese Sternexplosionen gelten als „Standardkerzen“ des Kosmos. Ihr verzerrtes und verstärktes Abbild könnte nun eine genauere Kalkulation der kosmischen Expansion ermöglichen, wie Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten.

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Eine Supernova des Typs 1a ereignet sich, wenn ein Weißer Zwerg in einem Doppelsternsystem explodiert. Dabei gibt er enorme Mengen an Strahlung ab, deren Helligkeit und Spektrum immer gleich sind. Das ermöglicht es Astronomen, die Entfernung solcher Sternexplosionen sehr genau zu bestimmen. Deshalb gelten Supernovae Typ 1a als wichtige „kosmische Messlatten“, durch die sich beispielsweise die Hubble-Konstante und damit das Tempo der kosmischen Expansion ermitteln lässt.

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Südafrika: Gold entstand auf ungewöhnliche Weise

Golderz aus der Carbon Leader-Formation in Witwatersrand: Das Gold ist typischerweise mit Uranerz und dunklen, kohlenstoffhaltigen Ablagerungen vermischt. © James St. John/ CC-by-sa 2.0
Überraschende Entdeckung: Das größte Goldvorkommen der Erde wurde durch Erdöl, heiße Quellen und Uranerz erschaffen. Erst das Zusammenwirken dieser Akteure bildete das berühmte Gold aus dem südafrikanischem Witwatersrand – durch einen zuvor völlig unbekannten Mechanismus. Seine Entdeckung könnte darauf hindeuten, dass Goldvorkommen auch anderswo eng mit Erdöl verknüpft sind, wie die Forscher erklären.

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Das wertvolle Edelmetall Gold ist auf der Erde sehr ungleich verteilt: Im größten Teil der Erdkruste ist es äußerst rar, gleichzeitig gibt es an einigen Stellen große und reiche Goldlagerstätten. Wie diese Vorkommen entstanden, ist längst nicht immer vollständig geklärt. In einigen Fällen könnten Erdbeben eine Rolle gespielt haben, in anderen die Tätigkeit von Mikroben. Auch hydrothermale Schlote und heiße Quellen können Gold anreichern.

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Tief im Inneren von M87

Bild: NASA/public domain
Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.
Norbert Junkes Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für Radioastronomie

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger Energieausstoß wird im Allgemeinen auf die Umwandlung von Gravitationsenergie in Strahlung zurückgeführt.

Aktive Schwarze Löcher produzieren Strahlung über das Ansammeln (“Akkretion”) von Materie. Es entsteht eine sogenannten Akkretionsscheibe, die die Zentralquelle umgibt. Ein deutliches Anzeichen für den Akkretionsvorgang im Zentralbereich von Galaxien stellen Jets von enormer Ausdehnung dar, die sich über etliche Millionen Lichtjahre Entfernung vom Galaxienzentrum aus erstrecken und damit weit über den sichtbaren Bereich der Galaxie hinausragen.

M87, die Zentralgalaxie des Virgo-Galaxienhaufens in Richtung des Sternbilds “Jungfrau” liegt in einer Entfernung von 17 Megaparsec (das entspricht ungefähr 50 Millionen Lichtjahren). Sie stellt die zweitnächste Galaxie mit einem aktiven Galaxienkern („Active Galactic Nucleus“, AGN) dar und enthält in ihrem Zentrum ein aktives Schwarzes Loch mit einer Masse von rund sechs Milliarden Sonnenmassen. M87 war die erste Galaxie, bei der ein Jet gefunden werden konnte, und zwar bereits in optischen Beobachtungen am Lick-Observatorium vor rund 100 Jahren: „ein bemerkenswerter geradliniger Materiestrahl, der mit dem Galaxienkern verbunden scheint“ (Heber Curtis, 1918).

Der Jet von M87 ist einer der am sorgfältigsten untersuchten astrophysikalischen Jets. Er ist über das gesamte elektromagnetische Spektrum – von Radiowellen bis zu Röntgenwellen – sichtbar. M87 stellt ebenfalls die erste Galaxie dar, für die Signale selbst bei den höchsten Gammastrahlungsenergien im Teraelektonenvolt (TeV-) Bereich nachgewiesen werden konnten.

Trotz einer Fülle von Beobachtungsmaterial ist die genaue Art und Weise, wie der leuchtkräftige Jet an das akkretierende Schwarze Loch koppelt, unbekannt. Die Forscher sind dieses Problem dadurch angegangen, dass sie interferometrische Radiobeobachtungen von M87 mit dem „Very Long Baseline Array“ (VLBA) analysiert haben. Das VLBA verbindet Radioteleskope von Hawaii bis zu den Virgin Islands miteinander. Dadurch kann bei einer Frequenz von 15 GHz (bzw. 2 cm Wellenlänge) eine Winkelauflösung von nur 0,6 Millibogensekunden am Himmel erreicht werden, das entspricht gerade mal 0,16 Lichtjahren oder 84 Schwarzschildradien für M87.

Obwohl bereits mehr als hundert Jets von aktiven Schwarzen Löchern detailliert untersucht werden konnten, bietet nur M87 die Möglichkeit, die unmittelbarste Nachbarschaft des zentralen Schwarzen Lochs zu erforschen.

Die Radiobeobachtungen wurden im Rahmen des MOJAVE-Projekts (“Monitoring of Jets in Active galactic nuclei with VLBA Experiments”) durchgeführt. „Wir haben diese Daten erneut analysiert, um so einen Einblick in die komplexen Prozesse zu gewinnen, die den Jet und die Akkretionsscheibe von M87 miteinander verbinden“, sagt Silke Britzen vom Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR), die Erstautorin der Veröffentlichung. „Soweit wir wissen, ist dies das erste Mal, dass die Vorgänge im Zusammenhang mit dem Fußpunkt des Jets, also seiner Entstehung, und dem Aufladen des Jets mit Material untersucht werden konnten.“ Schnelle turbulente Prozesse bei denen magnetische Rekonnektion ein wichtige Rolle spielt, wie man sie im kleineren Maßstab von Vorgängen auf der Sonnenoberfläche her kennt, bieten die beste Möglichkeit zur Erklärung der Beobachtungsergebnisse (vgl. Abb. 1).

“Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass die Oberfläche der Akkretionsscheiben sich ähnlich verhält wie die Sonnenoberfläche – blubberndes heißes Gas mit ständiger magnetischer Aktivität wie Rekonnektion und Strahlungsausbrüchen“, fügt Christian Fendt vom Heidelberger Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) hinzu, Ko-autor der Studie und ein Experte für die die theoretische Modellierung von Jets. Während nahe der Oberfläche der Akkretionsscheibe eher kleinskalige magnetische Strukturen die Massenübertragung in die Jets dominieren, bleibt über größere Distanzen hin nur das globale spiralförmige Magnetfeld bestehen und dirigiert die Bewegung des Jets.

In Zukunft werden Beobachtungen bei noch höheren Frequenzen und somit besserer Winkelauflösung im Rahmen des Event-Horizon-Teleskops (EHT) es ermöglichen, sich den supermassereichen Schwarzen Löchern in den Zentren von aktiven Galaxien noch weiter zu nähern. „Es gibt nur zwei Zielobjekte, die es uns erlauben, den Ereignishorizont selbst als Schatten in den Radiobeobachtungen abzubilden“, stelle Andreas Eckart von der Universität zu Köln fest. „Das zentrale Schwarze Loch in der Galaxie M87 und dasjenige im Zentrum unserer Milchstraße. Beide sind sehr unterschiedlich, sowohl in der Aktivität als auch in ihrer Masse. Aber auch in ihrer Entfernung von uns sind sie verschieden. Dadurch erscheint in beiden Objekten das Schwarze Loch in vergleichbarer Winkelauflösung am Himmel und es sollte auch bei beiden ein dunkler Schatten von ähnlicher Größe sichtbar werden.“

Vladimir Karas (Astronomical Institute of the Czech Academy of Sciences) betont, dass die Beobachtungsergebnisse für M87 als Grundlage für weitere Untersuchungen sowohl von Beobachtungen als auch von der Theorie her dienen könnten. Die direkte Umgebung eines Schwarzen Lochs umfasst einen sehr interessanten als „Ergosphäre“ bezeichneten Bereich, der aber noch jenseits der Auflösung der derzeitigen Generation von Teleskopen liegt.

Die Beobachtungen im Rahmen des EHT-Projekts mit der höchsten derzeit verfügbaren Winkelauflösung haben in den ersten beiden Aprilwochen 2017 stattgefunden. Die Ergebnisse dieser Beobachtungen könnten dazu beitragen, das in der vorliegenden Arbeit präsentierte Modell weiter zu verfeinern und die Verbindung zwischen Jets und supermassereichen Schwarzen Löchern in den Zentren von Galaxien besser zu verstehen.


Zum Forscherteam gehören Silke Britzen, Christian Fendt, Andreas Eckart, und Vladimir Karas.

Der Schwarzschildradius wird definiert als Radius einer Kugelsphäre bei der, wenn die Gesamtmasse innerhalb dieses Radius konzentriert wird, die Fluchtgeschwindigkeit an der Kugeloberfläche gleich der Lichtgeschwindigkeit wäre. Dieser Radius ist benannt nach Karl Schwarzschild, der im Jahr 1916 die erste exakte Lösung für Einsteins Feldgleichungen für ein nichtrotierendes sphärisch-symmetrisches Objekt gefunden hat.

Der Ereignishorizont im Rahmen der Allgemeinen Relativitätstheorie ist eine Begrenzung in der Raumzeit, jenseits der Ereignisse keine Auswirkungen mehr auf Beobachter von außen haben können. Dabei ist der Schwarzschildradius der Radius des Ereignishorizonts um ein nicht rotierendes Schwarzes Loch. Der Schwarzschildradius von Sgr A* hat eine Größe von 12 Mio. km, entsprechend 10 Mikrobogensekunden. Bei der Galaxie M87 erscheint der Ereignishorizont aufgrund der größeren Masse des Zentralobjekts, aber auch der wesentlich größeren Entfernung geringfügig kleiner, mit einem Wert von etwa 4 – 7 Mikrobogensekunden am Himmel. Jedoch wird vorhergesagt, dass der tatsächlich sichtbare Ereignishorizont größer erscheint, verursacht durch einen Gravitationslinseneffekt des eigenen Gravitationspotentials. Der Durchmesser des beobachteten Schattens sollte ca. 1 bis 5mal größer sein als der Schwarzschildradius.

Die hier analysierten VLBA-Beobachtungen ermöglichen die Untersuchung des Jets von M87 in einem Bereich von ungefähr 30 bis 3500 Schwarzschildradien Abstand von der Zentralquelle. Das VLBA (Very Long Baseline Array) Netzwerk von Radioteleskopen umfasst insgesamt 10 Radioteleskope von jeweils 25 m Durchmesser in den Vereinigten Staaten – von Hawaii bis zu den Virgin Islands.

Originalveröffentlichung:

A new view on the M87-jet origin: Turbulent loading leading to large-scale episodic wiggling, S. Britzen, C. Fendt, A. Eckart, and V. Karas et al., 2017, Astronomy & Astrophysics (April 2017), DOI: 10.1051/0004-6361/201629469
https://www.aanda.org/10.1051/0004-6361/201629469

LHC: Hinweis auf unbekanntes Teilchen?

Bild: LHC Genf
Spannende Diskrepanz: Eine Anomalie bei Protonenkollisionen im Large Hadron Collider (LHC) könnte auf ein noch unbekanntes Teilchen hindeuten. Bei Zerfällen des sogenannten B-Mesons wurden deutlich mehr Elektronen als Myonen erzeugt – nach dem Standardmodell müssten beide jedoch gleich häufig sein. Noch reicht die Signifikanz für eine Entdeckung nicht aus, die Anomalie passt aber zu weiteren, früher schon festgestellten Abweichungen.

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Von den energiereichen Kollisionen im Teilchenbeschleuniger LHC erhoffen sich die Physiker Antworten auf offene Fragen zum Standardmodell – und möglicherweise die Entdeckung noch unbekannter Teilchen. Tatsächlich gab es seit der Entdeckung des Higgs-Bosons Abweichungen bei den Teilchenzerfällen, die auf ein schweres, noch unbekanntes Boson hinzudeuten schienen. Und auch beim Zerfall der sogenannten B-Mesonen im Detektor LHCb wurden schon mehrfach Anomalien registriert.

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Physiker erzeugen „negative Masse“

Forscher haben Atomene in einem Bose-Einstein-Kondensat eine negative effektive Masse verliehen. © agsandrew/ thinkstock
Verkehrte Welt: Forscher haben eine ultrakalte Atomgruppe mit negativer effektiver Masse erzeugt. Dadurch reagieren die Atome auf einen Impuls genau umgekehrt wie normalerweise: Ein Schubs bewegt sie auf den Impuls zu statt von ihm weg. Möglich wurde dies durch gezielte Manipulation des Bose-Einstein-Kondensats mit Lasern, wie die Forscher berichten.

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Im Alltag und in der klassischen Physik ist Masse eigentlich immer positiv: Objekte „wiegen“ etwas und sind der Schwerkraft unterworfen – sie werden von der Gravitation angezogen. Erhält ein Gegenstand einen Schubs, beschleunigt ihn dieser in die Richtung, in die er geschubst wurde – so weit, so normal.

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Cassini findet Wasserquellen auf Enceladus

Schneeballmond. Enceladus, ein Saturnmond, ist von einer globalen Eisschicht umgeben. Hydrothermalquellen darunter könnten Leben…Foto: Nasa
Unter der Eisschicht des Saturnmonds Enceladus liegt ein riesiger Ozean. Am Grund sprudeln vermutlich heiße Quellen, die Leben ermöglichen könnten.

Von Rainer Kayser | DER TAGESSPIEGEL

Auf dem Saturnmond Enceladus sprudelt möglicherweise warmes Wasser aus der Erde. Darauf deuten Messungen der Raumsonde Cassini aus dem Jahr 2015 hin, deren Auswertung amerikanische Forscher jetzt präsentieren. Auf der Erde bilden solche hydrothermalen Tiefseequellen eigene Biotope mit vielen Arten. Die Messungen könnten daher auf die Existenz lebensfreundlicher Regionen in dem Ozean auf Enceladus deuten.

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I Farmed Seaweed in Belize to Learn Why It’s the Food of the Future

Seaweed farmer Lowell Godfrey holds seaweed fragments to take out to plant. All images by Sarah Hewitt
It was a jarring, hour-long boat ride to Little Water Caye, a sliver of an island 30 km off the coast of Placencia, Belize. There was only a small wooden house on a beach, and palm trees waving in the Caribbean breeze. But offshore, invisible from the surface, lay the first sustainable seaweed farm in Central America. I helped unload the boat—food, yellow twine ropes, and snorkelling gear—everything we’d need to spend a few days planting seaweed.

By Sarah Hewitt | MOTHERBOARD

The previous day, I’d walked past the headquarters of the Placencia Seaweed Co-operative on the mainland. Packages of dried seaweed, and seaweed in gel form, sat on a shelf inside the open door. The head seaweed farmer, Lowell Godfrey, greeted me and I asked him about the farm. He told me that they farm two types of red seaweed—Eucheuma and Gracilaria—and they do it using sustainable farming practices. He invited me to see for myself.

Prior to this, I knew nothing about seaweed. Yes, I ordered the occasional spicy tuna roll, but seaweed is a multi-billion dollar industry, and I soon discovered that I consume and use seaweed all the time without knowing it. So do you. It’s the ultimate multitasker.

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Event Horizon Telescope: Bilderjagd auf Schwarzes Loch abgeschlossen

So stellen sich Wissenschaftler die Umgebung eines supermassiven schwarzen Lochs mit Resten eines sonnenähnlichen Sterns vor. Bildquelle: ESO, ESA/Hubble, M. Kornmesser
Zehn Tage lang haben mehrere über den Globus verteilte Teleskop-Systeme zusammengearbeitet, um erstmals ein echtes Bild von der Umgebung eines Schwarzen Lochs im Weltall aufzunehmen.

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Nach rund zehn Tagen intensiven Spähens ins All mit der Hoffnung auf ein erstes Bild von einem Schwarzen Loch sind die deutschen Beteiligten des „Event Horizon“-Teleskop-Netzwerks optimistisch. Die Beobachtungen mit dem IRAM-Teleskop in der spanischen Sierra Nevada, an dem die deutsche Max-Planck-Gesellschaft beteiligt ist, hätten „reibungslos“ funktioniert, teilten die Verantwortlichen mit. Das Wetter sei „exzellent für die Jahreszeit“ gewesen. Die Forscher sammeln Daten, um daraus das erste echte Bild eines schwarzen Loches zusammenzusetzen. Bislang gibt es nur Illustrationen davon.

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Aquatic Methane-Breathing Aliens Could Be Chilling on Enceladus

Concept art of Enceladus’s cracked icy surface, based on the Grand Canyon. Image: Kevin Gill. | MOTHERBOARD
Scientists find potential evidence of methanogenesis, a biological process, on Saturn’s moon Enceladus.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

The ocean interior of Saturn’s moon Enceladus may have the „temperatures and chemical energy sources necessary for habitable conditions,“ according to new research published in Science on Thursday.

This major finding is the result of an extremely tight flyby of Enceladus conducted by NASA’s Cassini spacecraft, which has been in orbit around the ringed gas giant since 2004. The data sourced from this close encounter adds to Enceladus‘ growing reputation as one of the solar system’s leading candidates in the search for alien life, and hospitable worlds beyond Earth.

„We feel pretty fortunate that we got this information about habitability,“ said J. Hunter Waite, the principal investigator of the mass spectrometer (INMS) onboard Cassini and the lead author of the paper, in a phone interview with Motherboard. „It will continue to build an interesting case for going back [to Enceladus].“

On October 28, 2015, Cassini zoomed by Enceladus at an altitude of 30 miles above the surface of this tiny moon, which is only 314 miles in diameter, small enough to fit within the length of the United Kingdom. The orbiter passed through one of the billowing plumes of vapor that frequently erupt from this world’s icy surface, and sampled its chemical contents.

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Neuartiger Mikroprozessor ist nur drei Atome dick

Neben den 15 eigentlichen Mikroprozessoren sind diverse Teststrukturen auf dem Chip. © Technische Universität Wien / Stefan Wachter
Nur drei Atomlagen dick: Aus „zweidimensionalen“ Schichten haben Forscher erstmals einen eigenständig funktionierenden Mikroprozessor hergestellt. Die mit Molybdändisulfid realisierten Prozessoren sind extrem flexibel und können viel kleiner produziert werden als herkömmliche integrierte Schaltkreise. Sie könnten daher die bald an ihre Grenzen stoßenden Silizium-Prozessoren ablösen.

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Im Zeitalter von Computern und Smartphones sind Mikroprozessoren heute allgegenwärtig und werden ständig weiterentwickelt. Von Beginn an ist der Halbleiter Silizium das Material der Wahl, wenn es um deren Produktion geht. Doch im Zuge der fortschreitenden Miniaturisierung der Schaltkreise stößt dieser allmählich an seine physikalischen Grenzen.

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Rätsel der sich lösenden Schnürsenkel gelöst

Warum lösen sich die Knoten in Schnürsenkeln beim Laufe oft von allein – und wie genau passiert das? Das haben Forscher jetzt herausgefunden. © Jenmdlc/ pixabay
Physik eines Alltagsproblems: Warum geht die Schleife am Schuh so oft von alleine auf und was genau passiert dabei? Diese Frage haben nun Forscher in einem Experiment mit Highspeedkameras aufgeklärt. Demnach versagt der Knoten in einem zweischrittigen Prozess – und erst durch die Kombination vom Auftreten und dem Schwingen des Beines beim Laufen. Interessant auch: Egal welchen Knoten man macht, der Mechanismus des Versagens ist der Gleiche.

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Wissenschaftler erforschen schon seit längerem, wie sich Knoten spontan bilden und warum glattes Haar sich sogar schneller verknotet als lockiges. Doch über das spontane Versagen von Knoten weiß man kaum etwas. „Obwohl die meisten Menschen schon erlebt haben, dass sich ihre Schnürsenkel von alleine lösen, ist über die physikalischen Mechanismen dahinter nur wenig bekannt und noch weniger dokumentiert“, sagen Christopher Daily-Diamond von der University of California in Berkeley und seine Kollegen.

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Biosensoren für Landminen

Die genetisch veränderten Bakterien geben in der Nähe von Minen ein Leuchtsignal. © Hebrew University
Mikroben als Minensucher: Durch genetische Modifikation von Bakterien könnten Landminen in Zukunft gefahrloser aufgespürt werden. Die veränderten Mikroorganismen sondern in der Nähe von Blindgängern einen fluoreszierenden Farbstoff ab. Dieser kann aus sicherer Entfernung mit einem Laser sichtbar gemacht werden und so die genaue Position der vergrabenen Sprengfallen preisgeben.

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Sie sind eine unsichtbare Gefahr unter der Erde: die mehr als 100 Millionen Landminen und anderen explosiven Überreste aus vergangenen Kriegen. Sie verletzen jährlich rund 15.000 bis 20.000 Menschen – oder töten sie sogar. Um die tödlichen Schläfer aufzuspüren, müssen in der Regel auch heute noch Menschen ihr Leben aufs Spiel setzen, wenn sie direkt in den Minenfeldern nach den Sprengstoffen suchen.

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Hunde gegen Allergien und Übergewicht?

Schützender Effekt: Der Kontakt mit Hunden kann vorbeugend gegen Allergien wirken. © Monkeybusiness/ thinkstock
Hund als Schutz: Wenn Kinder von klein auf mit Haustieren aufwachsen, profitiert ihr Immunsystem. Eine Studie zeigt nun, warum das so ist. Demnach verändert der Kontakt mit Hunden oder anderen Vierbeinern während der ersten Lebensmonate die Darmflora der Kinder – und auch im Mutterleib profitieren Ungeborene bereits von einem Tier im Haushalt. Denn dank der pelzigen Mitbewohner reichern sich Mikroben im Darm an, die Forscher mit einem geringeren Risiko für zahlreiche Allergien sowie Übergewicht in Verbindung bringen.

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Asthma, Heuschnupfen oder Neurodermitis: Allergische Erkrankungen manifestieren sich oft schon im Kindesalter. Die Ursachen dafür sind neben der genetischen Veranlagung auch Umweltfaktoren wie Feinstaub, die Ernährung des Kindes oder der fehlende Kontakt mit bestimmten Bakterien.

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This Transgenic Mouse Is a Flu Pandemic Canary

Image: MOTHERBOARD
An early-warning system for the biological ‚big one.‘

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

It’s a disquieting thought: What lies between us and a civilization-shaking flu pandemic is something like luck. Flu strains evolve and change, becoming more or less lethal yearly. The swine flu pandemic of 2009 is one recent example. That outbreak killed at least 18,000—far less in total than claimed by common seasonal flu strains, but with a far shorter reach. Swine flu was particularly anxiety-inducing for its talent for killing the young and healthy.

The 2009 swine flu was a new strain related to the flu behind the 1918 flu pandemic, which killed 50 to 100 million people. Its newness meant that it could evade existing flu vaccines. That flu evolves is what makes it frightening. The virus that for most of us means a few days of Netflix and ginger ale could mean far more dire things. And the appearance of a new flu strain, particularly one gaining the ability to jump from animals to humans, is unpredictable. A roll of the genetic dice.

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