Strom aus dem Vulkan

(Bild: Iceland Drilling)
Forscher wollen aus der Hitze von Vulkanen Strom gewinnen. Bei einem Projekt in Island melden sie nun erste Erfolge – und wecken die Hoffnung auf eine nie versiegende Energiequelle.

Von Ben Schwan | heise online

Genau 4659 Meter erreichte die Bohrung des Iceland Deep Drilling Project (IDDP) Anfang 2017. Damit stießen die Ingenieure so tief vor wie kein Erdwärmeprojekt vor ihnen. Vor allem aber bohrten sie auf der Halbinsel Reykjanes im Südwesten Islands Vulkangestein an. Damit wecken sie die Hoffnung auf eine reichhaltige und über sehr lange Zeit ergiebige Energiequelle, berichtet Technology Review in seiner April-Ausgabe (am Kiosk oder online zu bestellen).

Überkritisches Wasser

Am Grund des Lochs haben die Ingenieure im Porenwasser des Gesteins eine Temperatur von 427 Grad Celsius bei einem Druck von 340 Bar gemessen. Unter diesen Bedingungen ist Wasser überkritisch, also weder flüssig noch gasförmig. Es enthält enorm viel Energie. Allein aus der Bohrung in Reykjanes ließen sich 50 Megawatt Leistung gewinnen, genug zur Versorgung von 50000 Einfamilienhäusern.

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Rosetta-Mission: Staub-Lawinen auf Kometen Tschuri

© ESA/Rosetta/NavCam
CC BY-SA
Die Rosetta-Mission ist beendet, die Sonde sendet keine Bilder. Doch nun gibt es erste Auswertungen von der Oberfläche des Kometen Tschuri. Die Landschaft verändert sich.

Von Rainer Kayser | DER TAGESSPIEGEL

Am 10. Juli 2015 kollabierte auf der Oberfläche des Kometen Tschurjumow-Gerassimenko – kurz Tschuri – eine Felswand und löste so einen Staub-Ausbruch aus. Das zeigen hochaufgelöste Bilder der Raumsonde Rosetta, die ein internationales Forscherteam jetzt präsentiert. Es sei das erste Mal, dass ein direkter Zusammenhang zwischen einem solchen Staub-Ausbruch und einem Erosions-Ereignis auf einem Kometen dokumentiert werden konnte, so die Wissenschaftler im Fachblatt „Nature Astronomy“. Im Fachblatt „Science“ berichtet das Rosetta-Team außerdem über die Beobachtung weiterer Veränderungen auf der Oberfläche von Tschuri.

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Hirnschrittmacher gegen Depression

Die Forscher stimulierten mit Elektroden eine Region im Gehirn, die an der Wahrnehmung von Freude beteiligt ist. Dadurch wurde die Depression bei sieben der acht behandelten Patienten gelindert. © Universitätsklinikum Freiburg
Neue Lebensqualität dank „Hirnschrittmacher“: Schwere Depressionen ließen sich in einer Studie für vier Jahre massiv lindern oder gänzlich aufheben – ohne starke Nebenwirkungen. Dies gelang durch Einsetzen von Elektroden ins Gehirn, die gezielt Hirnbereiche stimulieren. Wenn weitere Studien diese Ergebnise bestätigen, könnte die Tiefe Hirnstimulation künftig den Betroffenen neue Lebensqualität geben, bei denen herkömmliche Behandlungen versagen.

scinexx

Bei Parkinson -Leiden ist die tiefe Hirnstimulation bereits eine anerkannte Behandlungsmethode. Dies wollen Forscher der Bonner Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie um Studienleiter Thomas Schläpfer auch für den Einsatz gegen schwere Depressionen erreichen. Schon 2007 belegten sie in einer Pilotstudie die positive Kurzzeit-Wirkung auf depressive Probanden. Nun liegen erst Ergebnisse einer vierjährigen Langzeitstudie vor, die den Erfolg der Methode weiter untermauern.

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Überraschung im Strahlengürtel

© NASA/GSFC, Tom Bridgman Die Van-Allen-Gürtel schützen uns vor Sonnenstürmen und kosmischer Strahlung – sind aber längst noch nicht komplett erforscht.
Fehlende Elektronen: NASA-Raumsonden haben überraschende Daten aus dem inneren Strahlengürtel der Erde geliefert. Demnach gibt es dort entgegen gängiger Lehrmeinung gar keine ultraschnellen, energiereichen Elektronen. Stattdessen sorgten bisher offenbar Störeffekte der dominierenden Protonen für diesen Eindruck. Die neuen Messdaten zeigen zudem erstmals genauer, wie lange die bei Sonnenstürmen eindringenden Teilchen im inneren Van-Allen-Gürtel überleben.

scinexx

Die Van-Allen-Gürtel sind ein wichtiger Teil des planetaren Schutzschilds unserer Erde. Denn sie fangen einen Großteil der harten Strahlung und der energiereichen geladenen Teilchen aus dem Weltraum ab. Gleichzeitig sorgen diese Schutzschilde immer wieder für Überraschungen. So entdeckten Forscher vorübergehend einen dritten Ring, eine zuvor unbekannte Plasmabarriere und seltsame Zebrastreifen.

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Neues superhartes, hitzebeständiges „Glas“

Die Größe der Siliziumnitrid-Scheibe beträgt herstellungsbedingt nur wenige Millimeter. © Norimasa Nishiyama, DESY/Tokyo Tech
Erstmals durchsichtig: Forscher haben ein ultrahartes und hitzebeständiges Material erstellt, das zudem transparent ist. Dies gelang ihnen durch hohe Temperaturen und extrem hohen Druck. Die kleinen Scheibchen aus dem dritthärtesten Material der Welt sind zudem noch weit bei über 1.000 Grad Celsius stabil – und damit hitzebeständiger als Diamant.

scinexx

Siliziumnitrid (Si3N4)ist enorm hart. Es gibt nur zwei Materialien, die noch härter sind: Diamant und das oft als Schleifmittel verwendete Bornitrid. Aufgrund seiner Härte wird Siliziumnitrid für Kugellager, Schneidwerkzeuge und Motorteile in der Auto- und Flugzeugindustrie verwendet. Die gewünschten Bauteile werden hergestellt, indem das pulverförmige Ausgangsmaterial unter Druck und Hitze in die entsprechende Form gepresst wird. Dabei entsteht das „hexagonale“ Siliziumnitrid.

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Forscher wollen Schwarzes Loch fotografieren

Bild: NASA/public domain
Seit einem halben Jahrhundert sprechen Wissenschaftler vom Schwarzen Loch, aber fotografiert haben sie noch nie eins. Das könnte sich jetzt ändern. Mit einem weltweiten Netzwerk von Teleskopen hoffen Forscher auf den Durchbruch – und das lang ersehnte Bild.

Frankfurter Rundschau

In Hollywood-Filmen wie „Interstellar“ war schon oft eines zu sehen, aber in der Wirklichkeit warten Wissenschaftler auf der ganzen Welt sehnlichst darauf: auf ein Bild von einem Schwarzen Loch. 1915 stellte Albert Einstein erstmals die Theorie auf, dass es solche Orte der Extreme geben könnte, die alles anziehen und kein Licht nach außen lassen. Und ein halbes Jahrhundert ist es her, dass der Begriff „Schwarzes Loch“ für derlei Phänomene allgemein etabliert wurde. Wirklich gesehen allerdings hat noch niemand eines.

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There’s a New .Health Domain and It Could Save You From Fake Medicine

Image: MOTHERBOARD
In the vein of .gov and .edu, the new domain is supposed to help differentiate between doctors and quacks.

By Knvul Sheikh | MOTHERBOARD

Looking for health information online usually feels like casting your line in a swamp of „alternative“ treatments and snake oil. But the folks behind a new domain—.health—want to help people identify legitimate sources of medical information.

The domain head honcho—the Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) —gave the responsibility for new .health websites to a Miami-based company, dotHealth, which will oversee who gets to purchase the shiny new suffix. This week, dotHealth CEO Jose Rasco announced that they will begin selling registrations to trademarked health companies in May, and open it to the public in December.

The goal is to have .health addresses become an identifier for qualified medical companies and websites providing important, reliable information. „With more information online, it has become more difficult to distinguish the credible information, particularly when it comes to health,“ Rasco said in an email interview. „The .health TLD will provide a home for health information online that is focused, credible and meaningful.“

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The First On-Site Residential Home 3D Printed in Russia

As crazy as it might sound, 3D printed architectural structures aren’t the most sci-fi thing in our present day. But for most people, the idea of 3D printing an entire home is still considered a far-off dream. And even though we’ve witnessed the 3D printing of full-scale buildings in China, the technology was simply too young to truly disrupt the construction industry – until now.

By B.J. Murphy | Serious Wonder

Thanks to 3D printing company Apis Cor and its innovative technologies, the first on-site residential home has been printed in Russia. Partnered with PIK Group construction company, Apis Cor was able to use its mobile 3D printer at its test facility in the town of Stupino. How long did the entire printing process take? Less than a day.

The single-story residential home was specifically chosen as a means of testing out the company’s technology – in particular, its ability to 3D print under flexible conditions without issue. The printer passed in flying colors, not only showing quickness and resiliency, but equally at a relatively inexpensive price range of $10134 – approximately $275 per square meter.

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The First Spacewalker Cheated Death And Crash-Landed In a Forest Full of Wolves

Voskhod 2 commemorative stamp. Image: Russian Federation
March 18, 1965 was an ordinary Thursday for the majority of people located on planet Earth. But for 30-year-old cosmonaut Alexey Leonov, one of two people who happened to be off-world at the time, it was all about making history and cheating death.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

Exactly 52 years ago this Saturday, Leonov and mission commander Pavel Belyayev blasted into space aboard the Soviet spacecraft Voskhod („Sunrise“) 2. Several crews, both Russian and American, had already orbited Earth, so Voskhod 2 had been tasked with pushing the boundaries of human spaceflight to the next level—a spacewalk, or EVA (extravehicular activity). His audacious mission has since been commemorated with books, stamps, pop culture homages, and an upcoming feature-length film.

About ninety minutes after lift-off, Leonov made his way into the ship’s Volga inflatable airlock, secured a 5.35-meter (17.6 foot) tether around his torso, opened the hatch, and ventured out into the unknown with only a spacesuit to protect him. It was the first time any human had left the safety of a spacecraft and free-floated in orbit. A Volga-mounted camera that Leonov had set up on his way out captured the extraordinary moment.

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Philosophie: „Wir kommen nicht hinterher“

Artist’s render of the TRAPPIST-1 system. Image: ESO/M.Kornmesser Themenbild
Der Philosoph Thomas Leinkauf über das beunruhigende Leben an der Schwelle zu einer neuen Zeit und die Arbeit „am offenen, pulsierenden Herzen des Wissens“.

Von Arno Widmann | Frankfurter Rundschau

Herr Leinkauf, wann haben Sie zuletzt ein Buch gelesen, das zweitausend Seiten Umfang hat?
Ich habe noch nie ein Buch gelesen, das zweitausend Seiten Umfang hat.

Warum muten Sie uns das zu?
Als ich anfing, das Projekt zu realisieren, war mir nicht klar, dass es einmal diesen Umfang haben würde. Aber das Buch ist so konstruiert, dass man es nicht von der ersten bis zur letzten Seite lesen muss. Querverweise und Indizes gestatten auch eine Benutzung, die auf ein bestimmtes Problem konzentriert ist oder bestimmte Begriffe in ihrem jeweiligen Kontext diskutiert sehen möchte.

Man diskutiert immer wieder bei Figuren jener Zeit – nehmen Sie zum Beispiel Nicolaus Cusanus oder Martin Luther – darüber, ob sie noch Repräsentanten des Mittelalters oder schon der Neuzeit seien.

Es geht Ihnen aber doch gerade ums Ganze der Renaissancephilosophie, nicht um eine Addition der einzelnen Disziplinen.
Man diskutiert immer wieder bei Figuren jener Zeit – nehmen Sie zum Beispiel Nicolaus Cusanus oder Martin Luther – darüber, ob sie noch Repräsentanten des Mittelalters oder schon der Neuzeit seien. Das scheint mir die Situation der Renaissance völlig zu verkennen. Sie markiert eine Schwelle, einen Übergang von einem in einen anderen Raum. Ihre Protagonisten sind in beiden Räumen und somit in keinem von beiden ganz.

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Philosophie: Ernste Frage

Onora O’Neill (2013). Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0.

Kann man der britischen Denkerin Onora O’Neill vertrauen? Die Philosophie-Professorin und Kant-Forscherin erhielt den renommierten norwegischen Holberg-Preis für ihre Arbeit über Vertrauen.

Von Jens-Christian Rabe | Süddeutsche.de

Es ist das ewige Schicksal der Philosophie, dass die Welt einfach immer weiter Unsinn denkt, obwohl sie es längst besser wissen könnte – wenn sie auf die Philosophie hörte. Tut die Welt natürlich leider nicht. Preise allerdings verleiht sie Philosophen gern. Gerade eben zum Beispiel erhielt die britische Philosophin, Philosophie-Professorin und Kant-Forscherin Onora O’Neill den renommierten und mit knapp 500 000 Euro dotierten norwegischen Holberg Preis.

O’Neill ist ausdrücklich auch für ihre, der praktischen Philosophie zuzurechnenden, Überlegungen zu Vertrauen und Rechenschaftspflicht im Alltag ausgezeichnet worden. Und zwar in derselben Woche, in der hierzulande der „Global Trust Report 2017“ der Gesellschaft für Konsumforschung vorgestellt wurde. Von O’Neill findet sich nun im Netz ein Video eines feinen kleinen Vortrags aus dem Jahr 2013 mit dem Titel „What we don’t understand about trust“, den man gesehen haben sollte, bevor man die GfK-Studie studiert.

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Titan: Rätsel um „magische“ Inseln gelöst?

In diesem See auf dem Saturnmond Titan gibt es Inseln und Küstenvorsprünge, die mal da sind und mal nicht. © NASA/JPL-Caltech/ Space Science Institute
Mysteriöser Wechsel: In den Seen des Saturnmonds Titan gibt es Inseln, die manchmal sichtbar sind, dann aber wieder verschwinden. Das Rätsel um diese „magischen“ Gebilde könnten NASA-Forscher jetzt gelöst haben. Denn ihre Experimente legen nahe, dass sich in den Seen aus Ethan und Methan sprudelnde Stickstoff-Blasen bilden können. Das Gas tritt immer dann aus, wenn sich die Temperaturen oder die Kohlenwasserstoff-Mischung des Sees ändern.

scinexx

Der Saturnmond Titan ist eine faszinierende Welt. Denn er besitzt wie die Erde Vulkane, Dünen und auch Canyons. Doch in seinen Seen und Flüssen fließen statt Wasser eiskaltes Ethan und Methan. Auch der Regen, die Wolken und das Eis auf dem Titan bestehen aus Kohlenwasserstoffen.

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Gene Drives für Afrika

Forscher wollen mit Hilfe der überproportionalen Vererbung Stechmücken ausrotten, die für zahllose Malariatote verantwortlich sind.

Von Michael Reilly | Technology Review

In Burkina Faso, Mali und Uganda legen Forscher die Grundlagen für ein gigantisches Experiment. Das Projekt hat zum Ziel, genetisch veränderte Moskitos in die Natur zu entlassen, die so programmiert sind, dass sie zur Ausrottung ihrer selbst und ihrer Malaria-erzeugenden Brüder und Schwestern führen.

„Target Malaria“ nutzt sogenannte Gene Drives, um die Anzahl von Malariamücken drastisch zu reduzieren, die in Subsahara-Afrika jedes Jahr für Hunderttausende Tode verantwortlich sind. Noch vor kurzem war die Technik, die mit überproportionaler Vererbung arbeitet, kaum mehr als eine Theorie. Doch mittlerweile werden derart veränderte Moskitos längst im Labor gezüchtet und getestet.

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Bodies Are the Key to Human Intelligence—What About Machines?

Image: The Humanist/Clay Farris Naff
Most AI researchers are currently missing a central piece of the puzzle: embodiment.

By Ben Medlock | MOTHERBOARD

It’s tempting to think of the mind as a layer that sits on top of more primitive cognitive structures. We experience ourselves as conscious beings, after all, in a way that feels different to the rhythm of our heartbeat or the rumblings of our stomach. If the operations of the brain can be separated out and stratified, then perhaps we can construct something akin to just the top layer, and achieve (AI) while bypassing the messy flesh that characterizes organic life.

I understand the appeal of this view, because I co-founded SwiftKey, a predictive-language software company that was bought by Microsoft. Our goal is to emulate the remarkable processes by which human beings can understand and manipulate language. We’ve made some decent progress: I was pretty proud of the elegant new communication system we built for the physicist Stephen Hawking between 2012 and 2014. But despite encouraging results, most of the time I’m reminded that we’re nowhere near achieving human-like AI. Why? Because the layered model of cognition is wrong. Most AI researchers are currently missing a central piece of the puzzle: embodiment.

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Gentechnik für alle?

Bild: merakname.com
Biohacking: Wie gefährlich kann Synthetische Biologie aus dem Gen-Baukasten werden?

Von Bernd Schröder | TELEPOLIS

Es war einmal eine Zeit, in der Dr. Sheldon Cooper der Jüngere mittels rekombinanter DNA-Technologie ein Fabelwesen als treuen Gefährten für den Heimgebrauch erschaffen wollte – einen Greif. Das Experiment kam jedoch nicht zustande, da sich seine Eltern wenig geneigt zeigten, die nötigen Mittel für die benötigten Adlereier und Löwensamen aufzubringen.

Doch die Epoche der Unerschwinglichkeit von Experimental-Utensilien neigt sich für Do-it-yourself-(DIY)-Biologen oder Biohacker ihrem Ende zu. Auch dank von Leuten wie >Josiah Zayner, der eigentlich bei der NASA als synthetischer Biologe an Bakterien für das Mars Terraforming arbeitete und sich dann über eine Crowdfunding-Aktion selbständig machte.

Sein Biohacking-Ausrüster-Unternehmen Open Discovery Institute (ODIN) vertreibt DIY-CRISPR-Kits für Heimanwender: Gen-Scheren für zu Hause. Je nach ausgewähltem Baukasten lassen sich Bakterien dazu bringen, auf Medien zu gedeihen, die sie normalerweise nicht tolerieren würden. Mit einem anderen Kasten kann man Hefen zur Fluoreszenz verhelfen. Kostenpunkt eines Kits: rund 150 US-Dollar. Ein ebenfalls angebotenes Genetic Engineering Home Lab Kit kostet um die 1000 US-Dollar. Für die Einrichtung eines gentechnischen Labors werden momentan um 5000 US-Dollar veranschlagt.

Diese leichtere Verfügbarkeit bringt Probleme mit sich. Obwohl sich mit Zayners CRISPR-Kits nur ganz einfache Experimente bewerkstelligen lassen sollen, wittern Kritiker eine Weichenstellung für potentiellen Missbrauch, zum Beispiel für die unkontrollierte Entwicklung neuer Pathogene. Andere wiederum zeigen sich besorgt, dass die biologischen Experimente im Heim aus dem Rahmen der Sicherheitsstandards akademischer oder industrieller Labore fallen. Zayner selber liefert das Anschauungsmaterial

In seinem Kühlschrank stehen die Petrischalen gleich neben den Nahrungsmitteln. Ein eigens für Experimente angeschaffter Kühlschrank – das ist für ihn nicht nur eine Raum- und Geldfrage, das ist die Klassenfrage: Zayner will jeden einbeziehen, nicht nur die Interessierten weißer Hautfarbe, die aus der oberen Mittelklasse stammen und für die monatliche 100-Dollar-Labormieten kein Problem sind.

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The Four Coolest Concepts NASA Just Bankrolled to Solve Spaceflight Challenges

Image: MOTHERBOARD
A smart trash bag. A contaminant-resistant spacesuit. These proposals, and over 100 more, have been funded by NASA for development.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

Like some glorious love child of Shark Tank and Cosmos, NASA’s Small Business Innovation Research (SBIR) program aims to fund visionary space exploration proposals sourced from small businesses. The idea is to spur innovation in the private sector while also accelerating the exact kinds of technological advances that NASA needs to reach its lofty goals in space, including recycling systems, lightweight materials, and autonomous spaceflight mechanisms.

On Wednesday, NASA officially greenlit 133 of these SBIR concepts to receive Phase II funding. That means an estimated $100 million total in contracts will be doled out to 112 businesses to develop prototypes of their proposed technologies, which range from planetary rover anchors to contaminant-resistant spacesuits.

These companies now have two years to deliver operational versions of their proposals to qualify for Phase III funding, which focus on bringing their products to market.

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Auf dem Weg zum künstlichen Leben

Hefepilze gehören ebenso wie der Mensch zu den eukaryontischen Lebewesen.Foto: Waltraud Grubitzsch/picture alliance/dpa
Forschern ist es gelungen, sechs der 16 Chromosomen der Bäckerhefe nachzubauen. Damit wollen sie testen, welche Bausteine der DNS verzichtbar sind – und so die Gentherapie verbessern.

Von Sascha Karberg | DER TAGESSPIEGEL

Mit Mycoplasma mycoides JCVI 1.0 ist es einem Team um Genomforscher Craig Venter schon 2010 gelungen: eine künstliche Variante eines Bakteriums im Labor zu konstruieren. Jetzt ist das „Synthetic Yeast Genome Project“, das„Synthetic Yeast Genome Project“, auf dem besten Weg, auch das Erbgut einer hoch entwickelten, komplexen Eukaryonten-Zelle zu synthetisieren – aus denen im Prinzip auch der Mensch zusammengesetzt ist.

Während Venter für seine erste künstliche Minizelle nur etwa eine Million DNS-Bausteine zusammenbasteln und in eine Mycoplasmazelle stecken musste, muss das Sc2.0-Konsortium insgesamt zwölf Millionen Bausteine rekonstruieren, die in 16 Chromosomen unterteilt sind. Das erste Chromosom der Bäckerhefe Saccharomyces cerevisiae wurde schon 2014 von Jef Boeke vom Institut für Systemgenetik der New York University synthetisiert.

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Biotyranny and its Resistance: Who Owns Your Body?

Image: MOTHERBOARD
Inspired by Foucault, Chelsea Manning and techniques like gene editing, artists and activists are taking back power over our bodies from governments and corporations.

By Andrew Smart | MOTHERBOARD

In early 2015, a Fedex package arrived at the studio of artist/scientist Heather Dewey-Hagborg. It contained only a sample of hair and cheek swabs. She extracted DNA material from the samples and ran it through a sophisticated set of technologies called forensic DNA phenotyping, a technique increasingly used by private laboratories to assist in criminal investigations, genomics companies in determining one’s predilection for disease, and law enforcement in establishing DNA profiles of suspects. This would enable her to, after analyzing protein assays and sequencing genes associated with distinctive features such as hair color and ethnicity, create a close likeness to the owner of DNA: Chelsea Manning.

The resulting portraits evoke an eerie sense of dread: Manning—who is currently serving a 35-year prison sentence for giving Wikileaks an enormous pile of diplomatic cables and government documents related to the Iraq War—has not been seen by the public since her arrest in 2010. (After a vigorous campaign on her behalf, President Obama commuted her sentence just before he left office, moving up her release to May.) As Manning told Cory Doctorow in an interview for Boing Boing:

„Our society’s dependence on imagery says a lot about our values. Unfortunately, prisons try very hard to make us inhuman and unreal by denying our image, and thus our existence, to the rest of the world. Imagery has become a kind of proof of existence. Just consider the online refrain ‚pics or it didn’t happen.'“

This wasn’t just a statement about the physicality of bodies, but the way they are identified. Manning has transitioned from male to female since her detention began in 2010. For Dewey-Hagborg’s project, called „Radical Love,“ the artist created an algorithmically generated gender neutral portrait and a portrait that had been „gendered“ female, in order to highlight the problem of using birth-assigned sex to also assign gender.

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Leben 2.0 rückt näher

Mittlerweile haben Forscher schon sechs Chromosomen eines eukaryotischen Lebewesens komplett künstlich hergestellt. © koya79/ thinkstock
Erbgut aus dem Reagenzglas: Forscher haben sechs Chromosomen der Hefe im Labor nachgebaut und erfolgreich in lebenden Zellen getestet. Damit ist nun ein Drittel eines ersten höheren Lebewesens mit komplett synthetischer und stark veränderter DNA fertiggestellt. Schon in zwei Jahren wollen die Forscher die ersten Hefezellen mit komplett künstlichem Erbgut schaffen, wie die im Fachmagazin „Science“ berichten.

scinexx

Genforscher arbeiten schon lange daran, einen Organismus mit einem komplett im Labor konstruierten Erbgut zu erschaffen. Was manche eher an Frankenstein denken lässt, soll der Gentechnik neue Erkenntnisse über das Genom, aber auch ganz neue Möglichkeiten der Genmanipulation bringen.

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Physiker erschaffen „Zeitkristalle“

Ein Zeitkristall hat in Raum und Zeit diskrete, sich wiederholende Einheiten © E. Edwards/ JQI
Es klingt wie Science-Fiction: Forscher haben erstmals Zeitkristalle erzeugt – Materialien, die in Raum und Zeit diskret geordnet sind. Die Bausteine dieser Zeitkristalle bilden wie in einem normalen Kristall regelmäßige Gitter, gleichzeitig aber verändern sie ihren Zustand in einem regelmäßigen Takt. Diese lange als unmöglich geltenden Gebilde wurden erst vor wenigen Jahren theoretisch postuliert, jetzt berichten gleich zwei Forscherteams in „Nature“ die praktische Umsetzung.

scinexx

Das Kennzeichen von Kristallen wie Diamant, Wassereis oder Quarz ist die regelmäßige dreidimensionale Gitterstruktur ihrer Atome. Sie bilden sich periodisch wiederholende Grundeinheiten im Raum. Doch könnte ein Kristall solche sich wiederholenden, diskreten Zustände auch in Bezug auf die Zeit haben? Lange Zeit galt dies als unmöglich.

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