Warum Wissenschaftler sich über das neue DNA-Emoji aufregen

Zunächst war die Freude groß, als Bio-Wissenschaftler in der Liste der neuen Emojis auch Utensilien aus ihrer Arbeitwelt fanden. Doch beim genauen Hinschauen wandelte sich die Begeisterung schnell in Enttäuschung.

Von Mario Lips | DIE WELT

Emojis sind vielen Smartphone- und Computernutzern mittlerweile ans Herz gewachsen: Mit ein paar einfachen Unicode-Zeichen lassen sich schnell und spaßig Gefühlszustände, Launen und spontane Reaktionen mitteilen.

Was mit ein paar Zwinkersmileys startete, ist zu einem stattlichen Repertoire an Zeichenkombinationen angewachsen. Für etliche Gegenstände, Aktivitäten und Orte existieren Emojis, regelmäßig kommen neue hinzu.

Auf der Liste mit 157 neuen Miniatur-Zeichnungen für das Jahr 2018 sollten auch Freunde der Wissenschaft auf ihre Kosten kommen: Symbole für Reagenzgläser und Petrischalen können mit dem neuen Update problemlos an Bekannte verschickt werden. Aber nicht immer haben Grafiker bei der Gestaltung der kleinen Bildchen jedoch ein glückliches Händchen.

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Alice Weidel fürchtet „islamische Eroberung unserer Kinderzimmer“ – mal wieder

Wegen Muezzinruf in Kinderbuch: Alice Weidel fürchtet die „islamische Eroberung unserer Kinderzimmer“ © Hauke-Christian Dittrich/ Picture Alliance
Weil in einem interaktiven Kinderbuch Muezzinrufe zu hören sind, wittert AfD-Politikerin Alice Weidel eine „islamische Eroberung unserer Kinderzimmer“. Es ist nicht das erste Mal.

Von Hendrik Holdmann | stern.de

AfD-Politikerin Alice Weidel sieht eine islamische Verschwörung auf Deutschland zukommen. Nach ihrer umstrittenen Forderung, den Kindersender Kika abzuschalten, hat sie jetzt schon wieder unangemessene Inhalte für Kinder im Visier. In einem von Weidel auf Facebook veröffentlichten Video wird ein Kinderbuch aus dem Verlag Ravensburger vorgestellt beziehungsweise kritisiert.

Weil in dem Kinderbuch gleich zweifach ein Muezzinruf und ein „Allahu Akbar“ zu hören ist, befürchtet die AfD-Fraktionsvorsitzende prompt eine „islamische Eroberung unserer Kinderzimmer“.

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Pilz verleiht Violinen „alten“ Klang

Geigen aus pilzbehandeltem Holz: Ihr Klang könnte dem einer echten Stradivari oder Guarneri nahekommen. © Empa
Klangwunder dank Pilz: Wie können moderne Geigen so klingen wie eine alte Stradivari oder Guarneri? Die Antwort darauf könnten Schweizer Forscher jetzt gefunden haben. Denn wie sie entdeckten, verändert ein Holzpilz die Struktur des Holzes so, dass dieses einen besonderen Klang erhält. Einen Blindtest haben die modernen Pilzgeigen bereits bestanden, jetzt sollen physikalisch-akustische Messungen zeigen, ob die Pilzkur die neuen Violinen tatsächlich den alten Meisterstücken näher bringt.

scinexx

Ob Stradivari, Amati oder Guarneri – die Violinen dieser Geigenbaumeister aus dem 17. Jahrhundert gelten bis heute als wahre Klangwunder. Doch über den Grund dafür rätseln Forscher schon lange. Einige vermuten, dass das Geheimnis in der Form der Schalllöcher oder in einer speziellen Behandlung des Holzes liegt. Andere gehen eher davon aus, dass das sehr dichte, langsam gewachsene Holz dieser Violinen ihnen den besonderen Klang beschwert.

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Rätsel um aufgespießte Steinzeit-Schädel

Dieser Schädel eines erwachsenen Mannes wurde von Steinzeitmenschen auf einem Unterwasser-Steinpodest bestattet – möglicherweise sogar aufgespießt. © Sara Gummesson/ Antiquity 2018
Bizarres Totenritual: In Südschweden haben Archäologen eine einzigartige Grabstätte von Steinzeitmenschen entdeckt. Die Toten wurden nicht einfach begraben, sondern man hat ihre Schädel aufrecht auf Holzstäbe gesteckt und in einem flachen See aufgestellt. Seltsam auch: Alle Toten haben zu Lebzeiten Schädelverletzungen durch stumpfe Gegenstände erlitten. Die immer gleiche Position dieser Wunden spricht für Absicht – oder möglicherweise ein Ritual.

scinexx

Die meisten Steinzeitkulturen ehrten ihre Toten und begruben sie intakt und mit teilweise reichen Grabbeigaben. Doch es gibt Ausnahmen: Im Steinzeit-Heiligtum von Göbekli Tepe in der Türkei haben Archäologen erst vor Kurzem zahlreiche abgetrennte Menschenschädel entdeckt, die für einen Schädelkult und möglicherweise sogar rituelle Enthauptungen sprechen. Auch in Brasilien wurden rund 9.000 Jahre alte Belege für die Enthauptung von Toten entdeckt.

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Lebensgroße Dromedar-Reliefs in der Wüste

Dieses unvollständige Relief von zwei Dromedaren prangt seit 2.000 Jahren an dieser Felsspitze in der Wüste Saudi-Arabiens. © CNRS/MADAJ, G. Charloux
Antike Felskunst: Mitten in der Wüste Saudi-Arabiens haben Archäologen 2.000 Jahre alte Felsdarstellungen von Dromedaren entdeckt. Die lebensgroßen Reliefs prangen weithin sichtbar an drei aufragenden Felsspitzen und sind erstaunlich kunstfertig ausgeführt. Wozu diese Felskunst an einem so isolierten Ort diente, ist bisher unklar. Möglicherweise dienten sie als Grenzmarkierungen oder zierten ein Heiligtum, mutmaßen die Forscher.

scinexx

Schon unsere steinzeitlichen Vorfahren schmückten Felswände und Höhlen mit Kunstwerken, deren Spanne von einfachen Handabdrücken oder Ritzzeichnungen bis zu mehrfarbigen Szenen reicht. Auch in Saudi-Arabien haben Archäologen bereits zahlreiche Felskunstwerke entdeckt, darunter einfache Ritzzeichnungen von Dromedaren, aber auch die möglicherweise älteste bekannte Darstellung angeleinter Haushunde.

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Koloniale Raubkunst: Berlins verfluchte Schätze

Der Gedenkkopf einer Königinmutter, erbeutet im 16. Jahrhundert aus dem Königreich Benin (Nigeria).Foto: Staatliche Museen zu Berlin/David von Becker
Es wurde betrogen, gestohlen, gemordet – an vielen Kunstwerken in Berliner Museen klebt Blut. Forscher ergründen nun deren Vergangenheit. Und müssen sich fragen: Dürfen sie noch hierbleiben?

Von Nicola Kuhn | DER TAGESSPIEGEL

Stolz steht das Haupt der Königinmutter in der Vitrine. Vom Licht der Galeriefenster des Bode-Museums umspielt, wirkt sie größer, mächtiger als sie mit ihren 51 Zentimetern vom Sockel bis zur Spitze ihrer gewölbten Krone tatsächlich ist. Vermutlich stellt die Büste Idia dar, die Mutter von Oba Isgle, einem Herrscher des Königreichs Benin im 16. Jahrhundert.

Die Monarchin aus Afrika steht inmitten der italienischen Renaissance: zur Überraschung der Besucher, von denen die wenigsten wissen, welche Tragödie sich mit dem Kunstwerk verbindet. Vis-à-vis von ihr befindet sich das marmorne „Bildnis einer jungen Dame“ von da Settignano.

Die beiden Büsten bilden ein Paar in der Ausstellung „Unvergleichlich: Kunst aus Afrika im Bode-Museum“. Es ist ein Vorspiel für das Humboldt Forum, das Ende 2019 im wieder errichteten Stadtschloss eröffnet. Der Bund finanziert den 600 Millionen Euro teuren Bau.

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Gewaltfreie Proteste gut für eine Gesellschaft

Bild von einer Pegida-Demo. Twitter
Die Studentenproteste der 1968er Jahre haben nach Ansicht des Konfliktforschers Thorsten Bonacker zur positiven Entwicklung der Bundesrepublik beigetragen.

Von Stefanie Walter | evangelisch.de

„Konflikte, so lange sie gewaltfrei bleiben, sind zentral für eine Demokratie“, sagte der Marburger Soziologe in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). 1968, also vor 50 Jahren, war das Jahr der Studentenunruhen, der Attentate auf Martin Luther King und Robert Kennedy sowie der Niederschlagung des „Prager Frühlings“.

Oft würden Konflikte negativ bewertet. „Aber die Studentenbewegung hat gezeigt: Durch die Austragung von Konflikten kann sich sozialer Wandel vollziehen“, sagte Bonacker Die Auseinandersetzungen der 60er Jahre hätten eine „erste große Liberalisierungswelle“ gebracht, und zwar für fast alle westlichen Gesellschaften.

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Die richtige Fruchtfolge schützt das Klima

Verschiedene Früchte sollten auf dem gleichen Feld abwechselnd angebaut werden. Foto: getty
Wissenschaftler entwickeln eine Methode, um den CO2-Fußabdruck von Brot, Milch oder Rapsöl zu verringern.

Von Friederike Meier | Frankfurter Rundschau

Im Mittelalter war das System ganz einfach. Im Herbst wurde ein Wintergetreide wie Winterroggen ausgesät, das im folgenden Sommer geerntet wurde. Im Jahr darauf wuchs ein Sommergetreide wie Hafer – und dann lag das Feld ein Jahr brach. Dadurch konnte sich der Boden erholen, und weil die Felder während der Brache als Viehweide dienten, wurden sie zusätzlich gedüngt. Dann begannen die Bauern wieder mit Wintergetreide. Die Dreifelderwirtschaft des Mittelalters ist heute nicht mehr üblich. Landwirte nutzen verschiedene Möglichkeiten, um Pflanzen in einer Fruchtfolge anzubauen. Fruchtfolge bedeutet, dass auf dem gleichen Feld verschiedene Früchte wie Weizen, Mais, Rüben oder Raps abwechselnd angebaut werden.

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Fake Follower : „Wir bräuchten ein Check-Ministerium“

„Lug und Trug“: Bei Twitter sollen mehr als zweihundert Millionen Fake-Follower verkauft worden sein. Bild: AP
Im Internet werden Millionen gefälschter Twitter-Accounts verkauft. Was machen wir mit der Flut fingierter Netz-Identitäten? Ein Gespräch mit dem Medienwissenschaftler Manfred Faßler.

Von Elena Witzeck | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die „New York Times“ berichtet über Millionen künstlich generierte Nutzer, die Dynamiken und Debatten im Netz beeinflussen. Mindestens fünfzehn Prozent der Twitter-Profile sollen Bots sein. Überraschen Sie solche Zahlen?

Ich bin eher überrascht, dass es so wenige sind. Wir lassen diese Entwicklung seit Jahren zu. Schon wer Cookies akzeptiert, wer seine Daten zur Verfügung stellt, arrangiert sich mit Filterblasen und einer künstlichen Kanalisierung der Bedürfnisse. Im Kontext des Konsums stört das die Menschen weniger, aber wenn es an die Meinungsbildung geht, wird die Erkenntnis drastischer. Ob mir vor allem Empfehlungen für Rotweine angezeigt werden oder rechtspopulistische Inhalte: Beides folgt letztlich dem gleichen Prinzip.

Neu ist aber die Erkenntnis, dass künstliche Profile realen Personen als Follower verkauft werden, um sie und ihre Themen zu promoten.

Lug und Trug gab es schon immer. Nur konnte die kritische Öffentlichkeit früher noch stärker regulieren. Inzwischen ist die Fälschung direkter, unmittelbarer. Die gesamte netztechnologische Entwicklung war frei von Regulierungen, und so ein Markt fördert natürlich keine Ehrlichkeit. In Zukunft wird es Roboterstrukturen und andere Varianten Künstlicher Intelligenz geben, die sich als lernende Systeme ständig neue Inhalte errechnen, beobachten, wie die Userbevölkerung darauf reagiert, und diese dann stärken oder abschwächen. Und das im Sekundentakt.

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Weltweit gebremste Freiheit

Weltkarte: Wikimedia / Public Domain. Quelle: Atlas der Zivilgesellschaft. Grafik: TP
Wo und warum Aktivisten gefährlich leben, erklärt der State Of Civil Society Report jetzt auch als „Atlas der Zivilgesellschaft“

Von Arno Kleinebeckel | TELEPOLIS

Ein Index aus 195 untersuchten Staaten bietet Ernüchterung: Der State Of Civil Society Report 2017 beschreibt den Freiraum für zivilgesellschaftliches Engagement erdenweit. Allen Freiheitsliebenden verpasst er einen gehörigen Dämpfer. Der Bericht stuft nur einen winzigen Bruchteil der Staatengebilde (22 Staaten) als wirklich „offen“ ein. Bei allen anderen Ländern hapert es offenbar an der Freiheit. Die Organisation Civicus, der Initiator des Reports, sieht sich selbst als Weltallianz der Zivilgesellschaften und koordiniert Anstrengungen auf globaler Ebene.

Im gerade vorgestellten Dossier werden die Länder in fünf Kategorien eingeteilt: closed / repressed / obstructed / narrowed / open. Mit dem Ergebnis: Nur zwei Prozent der Weltbevölkerung leben in Nationen, in denen sie ihre Grundrechte auf Meinungsäußerung, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit uneingeschränkt ausüben können. Mehr als die Hälfte der so Privilegierten soll in Deutschland leben, der Rest in Österreich, der Schweiz, Portugal, den baltischen Ländern, Norwegen, Finnland, Island und Irland. Deutschland wird so beschrieben:

Civic freedoms, including freedoms of association, peaceful assembly, and expression are widely respected in both law and practice in Germany. Civil society organisations can be formed and operate freely, most protests are peaceful and well-policed, while a vibrant media sector ensures there is a plurality of views in Germany’s public discourse. Recent political events, and the large numbers of refugees arriving in Germany in 2015 has led to an increase in hate speech, attacks on human rights defenders and others supporting refugees and some attacks by far-right groups on pro-refugee demonstrations.

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Neil deGrasse Tyson: „Das Universum für Eilige“ – Kosmische Perspektive auf das Leben

Buchcover „Das Universum für Eilige“ von Neil deGrasse Tyson, im Hintergrund die Darstellung eines kosmische Leuchtfeuers (Hanser Verlag / dpa / Kornmesser)
Es gibt mehr Sterne im All, als Sekunden seit der Entstehung der Erde vergangen sind: Das und viel mehr erfahren wir in „Das Universum für Eilige“ von Neil deGrasse Tyson. Darin streift der Physiker in eher essayistischer Weise viele kosmologische Phänomene.

Von Gerrit Stratmann | Deutschlandfunk Kultur

Warum ist es gut, etwas über Physik zu wissen? Damit einem der Kellner nicht weis machen kann, die vergessene Sahne sähe man nur deshalb nicht, weil sie am Boden des Kakaobechers schwimme. Denn: Die Gesetze der Physik gelten überall und ausnahmslos. In „Das Universum für Eilige“ stellt Neil deGrasse Tyson nicht nur einige dieser Gesetze vor, sondern auch, was Physiker mit ihrer Hilfe über die Erscheinungen in unserem Universum herausgefunden haben.

Von Hintergrundstrahlung, Quasaren und Galaxienhaufen

Auf gerade einmal 175 unbebilderten Seiten Text kommt dabei einiges zusammen. In zwölf Kapiteln geht es um den Urknall inklusive einer (sehr kompakten) Geschichte vom Anfang bis heute. Die Hintergrundstrahlung und was sie uns heute noch über den Anfang erzählt. Gravitationslinsen, Quasare, Galaxienhaufen, Neutronensterne.

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Die Max Frisch-Identität

Max Frisch (ca. 1974). Bild: wikipedia.org/CC-BY-SA 4.0 – Comet Photo AG Zürich

Gegen Ende seines Lebens befasste sich Max Frisch intensiv mit dem Schweizer Inlandsgeheimdienst. In der sogenannten Fichen-Affäre war 1990 bekannt geworden, dass der Schweizer Staat seinen berühmten Dichter von 1948 an 42 Jahre überwacht hatte.

Von Markus Kompa | TELEPOLIS

In seinem unvollendeten Werk Ignoranz alsStaatsschutz? rechnete Frisch spöttisch mit der eidgenössischen Spitzelei ab. Allerdings lagen die Schweizer Geheimen nicht völlig falsch, denn tatsächlich war Frisch ein Geheimagent – allerdings einer, dem seine Rolle auf dem politischen Schachbrett offenbar gar nicht bewusst war.

Dieser Tage beleuchtet die Schweizer Presse das Wirken der CIA, die in den 1950er Jahren westliche Künstler förderte, solange solche sich nicht dem Kommunismus zuwandten. Auch Max Frisch kam 1951 in den Genuss eines Stipendiums der Rockefeller-Stiftung, die ihm ein Jahr in den USA ermöglichte. Die Rockefellers kooperierten aufs Engste mit der CIA. Der mächtige Strippenzieher und späterer CIA-Direktor Allen Dulles war zeitlebens zugleich auch Rechtsanwalt des Rockefeller-Konzerns, dem der US-Geheimdienst die Voraussetzungen für Schürfrechte im Ausland besorgte. Die Rockefellers wiederum finanzierten der CIA u.a. das unheimlich MKUltra-Programm, bei dem man Menschen mit nicht mit Lügen, sondern medizinischer Gehirnwäsche in willenlose Geheimagenten verwandeln wollte. Nelson Rockefeller vertuschte als Vizepräsident die Verbrechen seiner Handlanger (Zensierter Berichtüber CIA-Morde von 1975).

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Musikalisches Gedankenlesen gelungen

Welches Musikstück jemand gerade hört, können Forscher jetzt allein mittels Hirnscans rekonstruieren. © Phonlamai/ thinkstock
Ausspioniertes Gehirn: Forscher können allein an unserer Hirnaktivität erkennen, welches Musikstück wir gerade hören – und das mit einer Trefferquote von bis zu 85 Prozent. Möglich wird dies durch die Kombination von hochgenauen Hirnscans mit einer lernfähigen Software. Diese lernt, welche neuronalen Muster für welche Musik typisch sind. Die neue Technik könnte gelähmten Patienten zugutekommen oder eines Tages sogar helfen, musikalische Halluzinationen zu „lesen“.

scinexx

Lange war das Gedankenlesen reine Science-Fiction, ein gruselig, faszinierender Wunschtraum. Doch dank immer besserer Hirnscanner und Auswertungs-Algorithmen rückt diese Fähigkeit immer mehr in das Reich des Machbaren. Neurowissenschaftler können anhand der Hirnaktivität bereits rekonstruieren, was ein Mensch sagt, welche Buchstaben er liest und sogar, welche Filmszene er gerade sieht.

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Rund 200 Millionen Mädchen und junge Frauen weltweit von Genitalverstümmelung betroffen

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung und die Europäische Union haben zum verstärkten Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung aufgerufen. Es werde höchste Zeit, diese gravierende Menschenrechtsverletzung zu beenden und Mädchen und Frauen vor unfassbarem Leid zu bewahren, sagte Stiftungs-Geschäftsführerin Renate Bähr am Montag in Hannover.

evangelisch.de

Die EU-Kommission erklärte in Brüssel, die Verstümmelung habe lebenslange Folgen für die Betroffenen und schade darüber hinaus den Gesellschaften, in denen der Brauch ausgeübt werde.

Anlass der Erklärungen ist der Welttag gegen weibliche Genitalverstümmelung an diesem Dienstag. Rund 200 Millionen Mädchen und junge Frauen sind nach Angaben der Stiftung Weltbevölkerung von der Praxis betroffen. Der Eingriff sei in rund 30 Ländern verbreitet, vor allem in Afrika, dem Nahen Osten, aber auch in Asien. Die Mädchen seien bei dem Übergriff meist nicht einmal 15 Jahre alt.

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Richard Dawkins über die Zeit

Proteinuhr

2001 führte das Ashmolean Museum in Oxford eine Ausstellung mit dem Namen „Über Zeit” durch, in der Uhren und Zeitmesser aller Zeitalter zu sehen waren. Lesen Sie die Eröffnungsrede von Autor Richard Dawkins, die auch in seiner jüngsten Sammlung von Texten Science in the Soul (deutsche Ausgabe „Forscher aus Leidenschaft“ im Oktober 2018) erschienen ist.

Von Richard Dawkins | Richard-Dawkins-Foundation

Das Ashmolean Museum ist Oxfords führendes Museum für Kunst und Antiquitäten. 2001 führte es eine Ausstellung mit dem Namen „Über Zeit” durch, in der Uhren und Zeitmesser aller Zeitalter zu sehen waren. Ich fühlte mich geehrt, dazu eingeladen worden zu sein, sie zu eröffnen und hier ist die Rede, mit der ich das tat.

Zeit ist recht mysteriöses Material – fast so ungreifbar und schwer festzuhalten wie das wache Bewusstsein selbst. Sie scheint zu fließen – wie ein immerwährender Fluss – aber was genau fließt da? Wir haben das Gefühl, dass die Gegenwart die einzige Instanz der Zeit ist, die tatsächlich real existiert. Die Vergangenheit ist eine verschwommene Erinnerung, die Zukunft eine vage Unsicherheit. Physiker sehen es anders. Die Gegenwart hält keinen privilegierten Status in ihren Gleichungen. Einige Physiker der neueren Zeit sind sogar so weit gegangen, die Gegenwart als ein Produkt des Gehirns des Beobachters, als eine Illusion zu beschreiben.

Für Poeten ist Zeit keineswegs eine Illusion. Sie hören das Herannahen ihres geflügelten Streitwagens, sie versuchen Fußspuren in ihrem Sand zu hinterlassen, wünschen es gäbe mehr von ihr – um dazustehen und in die Ferne zu starren, laden sie ein, ihre Karawane anzuhalten, sei es auch nur für einen Tag. Sprichwörter definieren Aufschub als ihren Dieb oder sie berechnen mit unwahrscheinlicher Genauigkeit die Rate ihrer möglichen Einsparungen. Archäologen entdecken rosarote Städte, halb so alt wie die Zeit selbst. Kneipenbesitzer rufen sie auffordernd an die Gentlemen aus. Wir verschwenden sie, verbringen sie, holen sie heraus, vergeuden sie, schlagen sie tot.

Lange bevor es Uhren oder Kalender gab, haben wir – tatsächlich alle Tiere und Pflanzen – unsere Leben in astronomischen Zyklen gemessen. Nach den Umläufen dieser riesigen Uhren im Firmament: der Rotation der Erde um ihre Achse, der Rotation der Erde um die Sonne und der Rotation des Mondes um die Erde.

Nebenbei, es ist erstaunlich, wie viele Leute denken, dass die Erde im Sommer näher an der Sonne ist als im Winter. Wenn dem wirklich so wäre, hätten die Australier ihren Winter zur selben Zeit wie wir. Ein leuchtendes Beispiel für diese Art von Nördlicher Hemisphären Arroganz war eine Science-Fiction Geschichte, in der eine Gruppe von Weltraumreisenden, weit draußen in einem fernen Sternensystem, nostalgisch über den Heimatplaneten sinnierten: „Man stelle sich nur mal vor, es ist jetzt Frühling zuhause auf der Erde”.

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Alice Cooper: „Jesus hat gesagt: Wenn Du Rockstar sein willst, sei der beste“

Foto: youtube.com

Er ist eine Hard-Rock-Legende: Alice Cooper. Im Februar 2018 wird er 71 Jahre alt. Im Interview erzählt der Schockrocker, wie er es schafft, immer noch auf der Bühne zu stehen und wie ihm sein Glaube an Gott hilft.

Von Matthias Bossaller | evangelisch.de

Wie soll ich Sie ansprechen: Alice Cooper oder Vincent Damon Furnier?

Alice Cooper: Nur meine Mutter hat mich Vincent Damon Furnier genannt. Es gibt zwei Alices: Mich und den Typen auf der Bühne. Für diesen Charakter schreibe ich Songs.

Warum trennen Sie so scharf zwischen dem Bühnen-Charakter Alice und Ihrer wahren Identität?

Cooper: Sehen Sie mal: Jim Morrison, Jimi Hendrix oder Kurt Cobain sind gestorben, weil sie zu jeder Zeit wie ihr Bühnencharakter sein wollten. Dafür haben sie gesoffen und Drogen genommen. Ich habe das bei Jim Morrison beobachtet, der ein sehr guter Freund von mir war. Nur um sein Image leben zu können, hat er sich Pillen eingeschmissen, wie andere Leute Bonbons essen und dann noch mit Jack Daniels runtergespült. Als ich mit dem Saufen aufgehört habe, habe ich für mich entschieden: Ich will mit der Bühnenfigur Alice Cooper koexistieren. Ich will sie aber nicht ständig sein. Lass Alice auf der Bühne sein, wie er ist: Der arrogante, bösartige Typ. Er ist nicht verheiratet, er möchte keine Kinder haben und kein Golf spielen. Er will einfach nur performen. Ich freue mich, Alice auf der Bühne sein zu können, weil ich noch ein normales Leben neben dieser Figur haben kann. Wenn der Vorhang fällt, bin ich eine völlig andere Person als auf der Bühne.

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Wissenschaftler finden riesige Maya-Stätte in Guatemala

Diese 3D-Aufnahme zeigt das Areal, auf dem die Wissenschaftler die Maya-Stätte entdeckten Quelle: AP/PACUNAM/Canuto and Auld-Thomas
Archäologen sind in Guatemala auf eine Maya-Stätte riesigen Ausmaßes gestoßen, die zehn Millionen Menschen beherbergte.

DIE WELT

  • Das Areal soll Tausende Bauwerke umfassen und wurde von den Wissenschaftlern unter dichtem Dschungel gefunden.
  • Möglich wurde die spektakuläre Entdeckung auch durch den Einsatz einer speziellen Lasertechnik.

Unter dichtem Dschungel haben Wissenschaftler eine bisher unbekannte riesige Maya-Stätte mit Tausenden Bauwerken in Guatemala entdeckt. Den Fund im Verwaltungsbezirk Petén machten die Forscher mit einer speziellen Lasertechnik, die bei Luftbildaufnahmen zum Einsatz kommt.

Die Entdeckung wurde am Donnerstag von einem Verband von Archäologen aus Guatemala, Europa und den USA bekannt gemacht. Gefunden wurden landwirtschaftliche Flächen im industriellen Maßstab und Bewässerungskanäle.

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Studie: Raubtiere fraßen Neandertaler und schieden Zähne aus

Zahn eines Neandertalers – APA
Bisher dachten die Forscher, die entdeckten Zähne seien Milchzähne von Horn- oder Geweihträgern. Nun fanden sie heraus: Der Magensaft der Raubtiere veränderte die Zähne.

Die Presse.com

Vor 40.000 bis 50.000 Jahren hatte es der Neandertaler nicht leicht – häufig wurde er von großen Raubtieren gefressen. Seine Zähne schieden die Fleischfresser dann wieder aus, und einige von ihnen sind bis heute erhalten. Im Fachmagazin „Paleo“ veröffentlichten Wissenschafter jetzt eine Studie über ihre Forschungen an der Ausgrabungsstätte Pradelles in Westfrankreich.

Sie bei ihren Erhebungen in der Gemeinde Marillac-le-Franc im westlichen Département Charente zu dem Schluss, dass es sich bei den dort gefundenen etwa 15 Zähnen nicht – wie bisher angenommen – um Milchzähne von Horn- oder Geweihträgern handelte, sondern um Zähne von Neandertalern.

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Starmus-Festival: «Das wird ein grosses Ding werden»

Als Mitglied des Festival-Direktoriums wäre der Physiker Stephen Hawking in Bern zu erwarten. Bild: Jason Szenes /Keystone
Ende Juni 2019 soll in Bern das Starmus-Festival stattfinden. Astrophysiker und Künstler wollen 50 Jahre Mondlandung feiern – zusammen mit der Bevölkerung.

Von Dölf Barben | DER BUND

Wer sich für Weltraumfahrt und Astronomie interessiert, sollte sich die letzte Juniwoche im nächsten Jahr vormerken. Im besten Fall wird er in Bern gleich vor der Haustüre Vorträge der Starwissenschaftler Stephen Hawking und Richard Dawkins besuchen, mit Moonwalkern in Berührung kommen und ein Konzert mit dem Gitarristen Brian May von der weltberühmten Band Queen hören können. May ist selber Astrophysiker und damit gewissermassen die Verkörperung dessen, was das Starmus-Festival sein will: eine Veranstaltung, die Astronomie und Weltraumforschung mit Musik zusammenbringen will. Oder etwas genereller: Wissenschaft und Kunst. Der Name Starmus steht für diese Verbindung – Sterne und Musik.

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