Evolutionsbiologie: Die Liebe kennt ganz verschiedene Formen

©mauritius images/Westend61/Doris.H
Warum lieben wir, wie wir lieben? Wie hängen Lust, Fürsorge und Liebe zusammen? Aktuelle Erkenntnisse aus der Evolutionsbiologie.

Thomas Junker | Forschung & Lehre

Romantische Liebe, Zweierbeziehungen und häufiger Sex gehören zur Natur des Menschen. Gemeinsam dienen sie einer unverzichtbaren biologischen Funktion: eine verlässliche und dauerhafte Betreuung der Kinder sicherzustellen. Ohne die damit verbundenen Mühen und Anstrengungen gäbe es weder Verliebtheit, noch feste Bindungen noch die besondere Lust beim Sex. Und seit wann gibt es die enge Verknüpfung von Lust, Liebe und Fürsorge? – Seit es Menschen gibt!

Dies zumindest behauptet das sogenannte Standardmodell der menschlichen Evolution. Schon unsere frühen Vorfahren, die vor etwa zwei Millionen Jahren lebten, hätten Gefühle wie Verliebtheit, Verbundenheit und Eifersucht gekannt. Spätestens zu dieser Zeit hätten die Männer einzelne Frauen begleitet und die Frauen ihrerseits waren ihrem Partner sexuell treu, auch wenn sie andere Optionen hatten. Die Paarbindungen wiederum gelten als eine unentbehrliche Voraussetzung für väterliche Fürsorge. Damit waren zum einen die materiellen Bedingungen für die Evolution des Gehirns gegeben: eine ausreichende und hochwertige Nahrung.

Zum anderen erhielt der kulturelle Fortschritt eine völlig neue Dynamik: Denn jetzt konnten nicht mehr nur die Mütter und Großmütter, sondern auch die Väter und Großväter ihre Erfahrungen und ihr Wissen an die nächste Generation weitergeben. Wenn dieses Argument richtig ist, dann haben die romantische Liebe, die Eifersucht beider Geschlechter sowie das fortdauernde sexuelle Begehren die evolutionäre Entwicklung von unseren noch äffischen Vorfahren zu echten Menschen erst möglich gemacht.

Traditionen werden als naturgegeben wahrgenommen

Alles in allem erinnert das Standardmodell an traditionelle Vorstellungen von Ehe und Familie. Es wird zwar nicht die lebenslange Einehe gefordert, sondern lediglich, dass die Paare zusammenbleiben, solange die gemeinsamen Kinder intensive und andauernde Zuwendung benötigen. Dementsprechend würde man von einigen Jahren ausgehen. Nichtsdestoweniger werden Traditionen, mit denen man aufwächst, wie Verliebtheit, Heirat und Familie, leicht für selbstverständlich und naturgegeben gehalten, obwohl sie es vielleicht gar nicht sind.

weiterlesen

Mythische Misteln und anthroposophische Esoterik

Mistelzweige zieren manchen Hauseingang vor Weihnachten. (Bild: Andreas Rockstein / http://www.flickr.com (CC BY-SA 2.0))
In der Volksmedizin spielten Misteln früher eine wichtige Rolle. Heute sind sie vor allem als Weihnachtsschmuck begehrt.

Lukas Denzler | Neue Zürcher Zeitung

Nun werden sie wieder überall feilgeboten: die immergrünen Misteln mit ihren propellerartigen Blättern und den weissen Beeren. Zum Beispiel auf dem Markt in Oerlikon. Ein Obstbauer verkauft Mistelzweige. Sie wuchsen auf seinen eigenen Apfelbäumen auf dem Hirzel oberhalb von Wädenswil. Für Nachhaltigkeit ist gesorgt: Er lasse stets genügend Misteln weiterwachsen, damit er auch in den kommenden Jahren noch ernten könne. Ein eher bescheidener Zweig mit Beeren kostet 10 Franken.

Auf Eichen selten, aber begehrt

Wer sich unter einer Mistel küsse, bleibe ein Leben lang zusammen, heisst es. Woher der Brauch stammt, Misteln zur Weihnachtszeit über die Haustüren zu hängen, ist unklar. Vielleicht geht er auf eine altgermanische Tradition zurück. Die Mistel kommt aber auch in nordischen Sagen vor. Heute gilt die spezielle Pflanze vor allem in England und Frankreich als Glücksbringer.

weiterlesen

Mehr als die Hälfte aller Sprachen in Gefahr

Rund um den Globus sterben Sprachen. © Pepifoto/ istock
Auf der linguistischen Roten Liste: Mehr als die Hälfte aller weltweit gesprochenen Sprachen drohen in naher Zukunft zu verschwinden – und damit ein wertvoller Teil unseres kulturellen Gedächtnisses. Allein 600 dieser insgesamt rund 3.660 gefährdeten Sprachen könnten sogar schon in wenigen Jahren vollständig ausgestorben sein. Denn sie werden nur noch gelegentlich von der Großeltern-Generation gesprochen, wie Forscher berichten.

scinexx

Die Kommunikation durch Sprache macht den Menschen einzigartig – und es gibt wohl nichts, das uns so sehr prägt wie die eigene Muttersprache. Sie ist nicht nur das erste, was wir als Kinder zu hören bekommen. In ihr spiegeln sich auch unser Wissen und unsere Wahrnehmung wieder und damit ein Teil unserer Kultur.

weiterlesen

Wütende Mormonen wollen „Once Upon a Deadpool“-Poster verbieten lassen

Bild: Filmstarts
Deadpool schafft es, so ziemlich jeden zu verärgern – jetzt auch die Mormonen. Zahlreiche Anhänger dieser christlichen Glaubensgemeinschaft unterschrieben eine Petition, um das neueste Poster zu „Once Upon A Deadpool“ aus dem Verkehr zu ziehen.

Von Annemarie Havran | Filmstarts

Ein Weihnachtsfilm soll er sein, der in den USA am gestrigen 12. Dezember 2018 gestartete „Once Upon a Deadpool“. Doch ganz unweihnachtlich sorgt die PG-13-Version von „Deadpool 2“ nun in den USA für Unfrieden. Wie unter anderem NME berichtet, wurde auf change.org eine Petition gestartet, das neueste Poster aufgrund von „religiöser Diskriminierung“ aus dem Verkehr zu ziehen. Angegriffen sehen sich viele Anhänger des Mormonentums, die dem Poster ankreiden, ein für diese religiöse Gruppierung zentrales Kunstwerk zu kopieren: das Gemälde „The Second Coming“ von Harry Anderson.

weiterlesen

Amazing Photos: Brilliant Comet 46P/Wirtanen Wows Stargazers

Astrohotographer Gerald Rhemann captured this image of Comet 46P/Wirtanen on Dec. 4, 2018 from Farm Tivoli, Namibia.

The bright-green Comet 46P/Wirtanen is visible to the naked eye in the night sky throughout the month of December 2018 as it makes a close approach to the sun. It reaches perihelion — its closest point to the sun — on Dec. 13, and it will be at its brightest on Dec. 16, the evening before it makes its closest approach to Earth. [A Gift from the Cosmos: Watch Comet 46P/Wirtanen’s Holiday Visit Live Online]

see more on SPACE.com

Presseerklärung zum Vorschlag der Minister*innen Barley, Seehofer, Giffey und Braun

Bild: Krisina Hänel
Presseerklärung zum sogenannten Kompromissvorschlag der Großen Koalition

Von Kristina Hänel, Gießen
Nora Szász, Kassel
Natascha Nicklaus, Kassel

Nach monatelangem Warten liegt nun ein Vorschlag zum Informationsverbot für Schwangerschaftsabbrüche vor. Unter der Überschrift Werbung wird im §219a StGB die sachliche Information seitens der durchführenden Ärztinnen und Ärzte verboten. Wir als von Strafverfahren betroffene Ärztinnen sind entsetzt.

Bei genauerem Hinsehen erweist sich der als Kompromiss ausgegebene Vorschlag als Null-Nummer. Der §219a bleibt komplett bestehen incl. seiner Strafandrohung von zwei Jahren Gefängnis. Die restlichen Vorschläge, die die Situation verbessern sollen, sind flankierende Maßnahmen, die bereits jetzt möglich sind.

Weitere Ausführungen sind Willenserklärungen, z.B. sollen Information seitens staatlicher oder staatlich beauftragter Stellen zum Schwangerschaftsabbruch zur Verfügung gestellt werden. Das war auch bisher möglich, der Staat hat aber seine Aufgabe, für ein flächendeckendes Netz ambulanter und stationärer Einrichtungen zu sorgen, nicht wahrgenommen, sondern die Frauen noch den Seiten der Abtreibungsgegner ausgeliefert, auf denen sie bei der Suche nach Adressen gelandet sind.

Aus diesem Grund haben wir bereits vor einem Jahr angeregt, dass Listen mit Adressen veröffentlicht werden, die den Frauen zugänglich gemacht werden. Diese Listen werden aber niemals vollständig sein, zu viele Ärztinnen und Ärzte haben Angst, an den Pranger gestellt zu werden. Sie können auch nicht die medizinisch ausführlichen Informationen ersetzen, die heutzutage auf ärztlichen Websites Standard sind.

Aber zum Schwangerschaftsabbruch werden auch Ärztinnen und Ärzte in Zukunft nicht informieren dürfen, sie dürfen dann lediglich auf die staatlichen Stellen verweisen. Am Ende des Papieres wird noch vorgeschlagen, eine Studie zu den seelischen Folgen des Schwangerschaftsabbruchs durchzuführen. Die Kommission hätte gut daran getan, sich mit der einschlägigen Fachliteratur zu befassen, u.a. hat die BZGA im Jahr 2017 selbst eine große Studie herausgebracht, die sich u.a. mit den psychischen Folgen befasst hat. Hier ist reine Argumentation der sogenannten Abtreibungsgegner in das Papier geraten, die immer wieder vom Post-Abortion-Syndrom sprechen, einer Krankheitsentität, die es wissenschaftlich erwiesen nicht gibt.

Wir sind empört, dass aus politischem Machtkalkül und aus Angst vor Rechts Frauenrechte so verraten und wir Ärztinnen weiterhin kriminalisiert werden. Informationsrechte sind Menschheitsrechte. Das gilt auch für Frauen.

Nora Szász, Natascha Nicklaus, Kristina Hänel

2018 Geminid Meteor Shower This Week May Be the Year’s Best

The Geminids meteor shower, one of the most spectacular of the year, runs from December 4 to 16 annually. In 2018, it will peak before dawn on Friday, December 14, when up to 120 meteors per hour are possible to see under dark sky conditions. Geminids meteors are often bright, intensely colored, and slower moving than average because they are produced by particles dropped by an asteroid designated 3200 Phaethon. The best time to watch for Geminids will be sunset on Wednesday until dawn on Thursday morning. At about 2 a.m. local time, the sky overhead will be plowing into the densest part of the debris field. The early-setting crescent moon on the peak night will provide a dark sky for meteor-watchers. Credit: Starry Night software
What might well be the best meteor shower of 2018 heads our way Thursday night into the pre-dawn hours of Friday morning (Dec. 13-14): It’s the annual performance of the Geminid meteor shower.

By Joe Rao | SPACE.com

The Geminids get their name from the constellation of Gemini, the twins. During the overnight hours of Thursday to Friday, the night of this shower’s maximum, the meteors will appear to emanate from a spot in the sky near the bright star Castor in Gemini.

But how unfortunate that the Geminids are relegated to December, when nights get very cold across much of the United States. While August’s Perseids get the most attention, because they appear on balmy summer nights when many people are on vacation, knowledgeable skywatchers know that the „cold Geminids“ almost always surpass the Perseids. So, if you are willing to brave a long lookout of possible-subfreezing temperatures, you will be amply rewarded. [Geminid Meteor Shower 2018: When, Where & How to See It]

In studies of past Geminid displays, these meteors scored high marks for both quality and quantity. The Perseids or Leonids seem to whiz across your line of sight in a second or less, but the Geminids are noticeably slower. I’ve often said they resemble „celestial field mice“ as they scurry across the sky, producing good numbers of bright, graceful, yellowish-white meteors and fireballs. The Geminids also include many dim meteors, with surprisingly fewer shower members of medium brightness. In other words the meteors you’ll see will be either quite bright or rather faint.

read more

Keine Pink-Floyd-Songs in Israel

In Kampfmontur: der Musiker und BDS-Anhänger Roger Waters. Foto: pr
Britische Coverband sagt nach Drohungen aus dem BDS-Umfeld Konzerte ab

Jüdische Allgemeine

»Pink Floyd Experience« heißt eine Coverband der berühmten britischen Musikgruppe. Und diese britischen Musiker, die Songs der 2015 aufgelösten Band spielen, haben nun einige für Anfang Januar geplante Konzerte in Israel abgesagt. Der Grund ist Pink‐Floyd‐Mitgründer Roger Waters, seit Jahren obsessiver Israelhasser. Etwas genauer: Es sind die Aktivitäten von Roger Waters, der Auftritte von Musiker‐Kollegen in einem »rassistischen Land« wie Israel verhindern möchte.

Konkret protestierte Waters, dass die Coverband »seine« Songs, also die alten Lieder von Pink Floyd, »vor einem segregierten Publikum« singen wolle und so zum »Whitewashing« einer »rassistischen Apartheid‐Regierung« beitrüge. »Die Leute, die ihr unterhalten wollt, töten die Kinder ihrer Nachbarn, jeden Tag erschießen sie sie kaltblütig.«

weiterlesen

Morozov: Künstliche Intelligenz sollte ein öffentliches Gut sein

ex-machina. Screengrab. BB
Der Publizist Evgeny Morozov fordert, die meist von den Nutzern gelieferten Trainingsdaten für Künstliche Intelligenz als öffentliche Ressource zu fassen.

Von Stefan Krempl | heise online

Künstliche Intelligenz (KI) ist weniger ein privates Wirtschaftskapital, als vielmehr ein öffentliches Gut und sollte entsprechend reguliert werden. Dies erklärte der Technikforscher Evgeny Morozov am Montag auf der Digital Society Conference der European School of Management and Technology (ESMT) in Berlin. „KI wird mit Daten produziert, die wir generiert haben“, begründete der Vordenker seine Forderung. Nötig seien daher „gerechte und faire Bedingungen“ für den Zugang zu diesen Basisinformationen, die staatlich durchgesetzt werden müssten.

Die derzeitige KI-Entwicklung sei besonders im Bereich Maschinenlernen und neuronale Netzwerke sehr ineffektiv und ineffizient, konstatierte Morozov. Amazon, Facebook, Google, Microsoft & Co. steckten sehr viel Geld in das Training für die gleichen Dienste. Mit „trivialen Datensets“ versuchten sie der Maschine beizubringen, wie Katzen von Hunden oder Fußgänger von Autos unterschieden werden können. Es sei aber mehr als fraglich, ob die sich als KI-Führer sehenden Konzerne jeweils Milliarden in die Entwicklung derselben Fähigkeiten ausgeben müssten.

weiterlesen

Philosophie des Gehens: Wer zu Fuss geht, ist Anarchist

«Gehen ist eine Zeitmaschine»: Erling Kagge, 55, ist zu Fuss unterwegs in Oslo. (Bild: Frode Hansen / NTB Scanpix Norway / Keystone)
Der Norweger Erling Kagge meditiert über das Gehen im Freien. Mit seiner Weisheitsliteratur trifft er einen Nerv der Zeit.

Von Martina Läubl | NZZamSonntag

Eigentlich wäre es ganz einfach. Man müsste nur die Schuhe anziehen und losgehen. Hinaus, weg, in die Weite. Kein Ziel erreichen, sondern einfach einen Fuss vor den anderen setzen, bis nichts anderes mehr zählt als der nächste Schritt. Erling Kagge tut das immer wieder, stunden-, tage- und wochenlang. Für den 55-jährigen Norweger ist Gehen eine Quelle der Energie, auch wenn es ihn zwischendurch an den Rand der Erschöpfung bringt.

Er erreichte zu Fuss den Nordpol und den Südpol und bestieg den Mount Everest. Ausserdem gründete er einen Verlag, sammelt Kunst und schreibt Bücher, in denen sich seine vielfältigen Erfahrungen niederschlagen. «Stille. Ein Wegweiser» wurde im vergangenen Jahr zum Bestseller.

weiterlesen(Anmeldung erforderlich)

Autor undercover in Hamburgs Moscheen „Islamisten tanzen uns auf der Nase herum“

Shams Ul-Haq (43) wurde in Pakistan geboren und kam mit 15 als Flüchtling mit Schleusern nach Deutschland. Heute arbeitet er als Autor („Eure Gesetze interessieren uns nicht“) und Terrorismusexperte für TV-Sender und Zeitungen. Foto: Privatfoto
Viele Jugendliche aus Einwandererfamilien gleiten in den radikalen Islamismus ab. Sie gehen als Kämpfer des „Islamischen Staats“ nach Syrien und in den Irak. Oder sie versuchen in Deutschland oder anderen europäischen Ländern Terroranschläge zu verüben. Was treibt diese jungen Menschen an? Wie genau funktioniert die Radikalisierung?

MOPO

Ich bin Journalist, und diese Fragen beschäftigten mich seit Langem. Daher beschloss ich, tiefer in die salafistische Szene einzutauchen. Dabei war mir natürlich von Nutzen, dass ich selbst Muslim, selbst Einwanderer bin – mit 15 kam ich aus Pakistan mithilfe von Schleppern ins Land … Als Deutscher wäre es mir natürlich kaum gelungen, zwei Jahre undercover mehr als 150 Moscheen in Deutschland und Österreich aufzusuchen. Ich habe mir angehört, wie gepredigt wurde. Ich habe mit Imamen gesprochen. Ich habe erlebt, wie die Gehirnwäsche der Islamisten funktioniert.

weiterlesen

Necla Kelek und der falsche Umgang mit Muslimen

Foto: Kelek
Innenminister Horst Seehofer wünschte sich bei der Deutschen Islamkonferenz in Berlin einen „Islam in, aus und für Deutschland“, zudem Moscheevereine, die finanziell vom Ausland unabhängig sind. Und er möchte „den muslimischen Glauben mit der deutschen gewachsenen Kultur“ versöhnen. Über die Probleme der Muslime durch Selbstausgrenzung, Parallelgesellschaften, eine andere Leitkultur und eine islamisch geprägte Identitätspolitik sprach er nicht.

Necla Kelek | Kreisanzeiger

Er machte keine Ansagen, forderte nicht, sondern merkte allenfalls Dinge an. Zum Beispiel die Rolle, die der größte türkische Moscheeverband Ditib hierzulande spielt. Ditib wird mit seinen 900 Moscheen von der türkischen Regierung finanziert, leitet die Imame aus Ankara an und steuert die Vereinspolitik bis in den letzten Moscheeverein. Damit möge doch bitte Schluss sein, bat der Innenminister, und erbot sich, zukünftig die Imamausbildung im Land zu fördern. Die Forderung, dass mit der Auslandsfinanzierung und Bevormundung Schluss sein muss, äußerte er nicht. Er möchte, dass sich die Muslime in Deutschland so organisieren, dass sie eine gemeinsame Vertretung haben und Verabredungen getroffen werden können.

Die Islamkonferenz war nicht als Wertedebatte zwischen Regierung und den muslimischen Gemeinschaften angelegt. Regierungsvertreter waren bei den Diskussionen gar nicht vertreten. Der Staat moderierte nur, hielt sich ansonsten zurück. Es wurde viel über Befindlichkeiten gesprochen, Erkenntnisse oder Ergebnisse wurden offengelassen, in die Zukunft vertagt.

Die Pornografisierung als globale Waffe

Grafik: TP
Das sich vor allen Augen ereignende globale 24/7-Gemetzel der X-Rated-Industrie liegt außerhalb des moralischen Radars

Wolf Reiser | TELEPOLIS

Gruppenvergewaltigungen, serielle Lustmorde, Missbrauchsskandale in Kirchen, olympischen Sportverbänden und UNO-Camps, Genderirrsinn und eine global-moralische Implosion werden illustriert von den zuckenden Hardcore-Bilderfluten der US-Pornoindustrie. Ziel dieser ist von Milliardenprofiten abgesehen auch die systematische Zerstörung von Menschen und ihren Beziehungen.

Im schmerzverzerrten Gesicht der jungen Frau der Versuch eines Lächelns. Die eingeschnürten Siliconbrüste ihres tätowierten Körpers sind violett verfärbt. Jemand tritt gegen das rotierende mit Latex überzogene Rundbett. Nun sieht man drei stattliche Penisse in ihrem Anus. Dazu Grunzen, Stöhnen und ein rabiater Metallica-Sound. Grob wird nun der von Schminkspuren versudelte Kopf in ein randvolles Urinal getaucht. Während sie sich erbricht, spritzt das gesichtslose Darsteller-Trio eine Menge Ejakulat über den ermatteten Frauenleib. Während das Display den nächsten Clip ankündigt – noch härter, noch gnadenloser – leckt sich Busty Foxx die aufgespritzten Lippen und schaut geheimnislos wie ein hypnotisiertes Schlachtvieh ihrem weltweiten Kundenstamm in die Augen.

Max Hardcore, ein hochdekorierter US-Pornostar liefert den sozio-ästhetischen Unterbau: „Ich denke mal, Frauen verstehen ihr Leben heute viel besser und sind sich auch ihres wahren Zwecks bewusster denn je. Dieser Zweck ist es, das Auffangbecken der Liebe zu sein und damit meine ich konkret Fickpuppen.“

weiterlesen

In der Schule des Unglaubens

Die Aufklärung glaubte an die Macht der Pädagogik. Darum setzte Diderot alles daran, seine Zeit vom Atheismus zu überzeu… Foto: IN
Diderot-Dialog erstmals in deutscher Sprache: Elegant geschriebene Kritik am Christentum.

Von Urs Buhlmann | Die Tagespost

Als unschuldiges, hübsch in hellblau eingebundenes Heftchen – ja, es gibt noch Fadenheftung – kommt der schmale Band daher, doch der Inhalt hat es in sich. Denis Diderot (1713–1784), uns als Enzyklopädie-Mitbegründer und Heros der französischen Aufklärung vor der Großen Revolution bekannt, ist auch selber literarisch hervorgetreten, verstand sich wohl in erster Linie als moralphilosophisch geprägter Schriftsteller. Ein lebender deutscher Kollege von ihm, Hans Magnus Enzensberger, der sich schon mehrfach mit Diderot beschäftigt hat und der der vorliegenden Ausgabe ein kleines Nachwort spendiert hat, fungiert als Übersetzer und Herausgeber der zum ersten Mal auf Deutsch zugänglichen Salon-Unterhaltung zwischen der frommen Frau eines französischen Militärs und dem Philosophen Crudeli, bekannt als Mann ohne Glauben. Das kleine Stück – es war wohl ursprünglich für das Theater gedacht – stammt aus dem Jahr 1774 und ist eine leichtfüßige Unterhaltung über die Beziehung von Glauben und Moral, in der Diderot (der sich natürlich hinter Crudeli verbirgt) mit Scharfsinn und Witz der gottesfürchtigen Marschallin vor Augen führen will, dass nicht an Gott glauben muss, wer als anständiger Mensch leben will.

weiterlesen

Retiring Retirement

Illustration by The Art Dept
A growing portion of the elderly look and act anything but.

By Linda Marsa | NAUTILUS

You don’t take any medications?”

“No.”

The doctor stared at me dolefully, then reframed the question.

“So, when you get up in the morning, what do you put in your mouth?” he asked with an air of exasperation, as if I was the one who wasn’t getting it.

“Oatmeal, usually, and tea with milk.”

“You don’t take any pills for high blood pressure? For your heart? Your bones?”

“Nope.”

“Nothing?”

“Nothing.”

“Not even vitamins?”

He scanned my medical history, and the answer was there in black and white: a body mass index of 24, blood pressure a shade lower than the normal range, total cholesterol below 120, and no chronic disorders or ailments to speak of. There was just one outlier in this picture of good health: I recently turned 67. Which is why, when I saw a new doctor for my annual checkup, he had a hard time believing I wasn’t taking an arsenal of drugs simply to remain upright.

read more

Why Do We Get Cyber-Sick?

Image: NAUTILUS
Motion sickness is an ancient phenomenon, which also occurs in modern virtual reality environments. However, it is still relatively unknown what causes this physical reaction. Suzanne Nooij and her colleagues at the Max Planck Institute for Biological Cybernetics looked at motion sickness occurring while watching moving scenes, and found that it is primarily dependent on the strength of the movement illusion this causes: The stronger the sense of self-motion, the more sickness is experienced. The new findings ask for refinements of previous theories of motion sickness.

By Max Planck Institute for Biological Cybernetics | NAUTILUS

Probably everybody is familiar with the train illusion: The feeling that your train is departing when, in fact, you see the train at the neighboring platform departing. This illusion shows that motion of your visual surroundings can give a compelling sense of self-motion in stationary observers. This phenomenon is exploited in many virtual reality environments and vehicle simulators. A negative side effect, however, is that prolonged exposure to a visually induced sense self-motion can give rise to motion sickness: You may get a headache, or feel dizzy, or nauseous. Although this is a very old problem, there are still very different views on its causes and cures. Dr. Nooij and her colleagues from the Department of Prof. Bülthoff at the MPI for biological Cybernetics tested three different theories in collaboration with the Johannes Gutenberg University in Mainz.

read more

Israel, die Orthodoxie oder das Nichts: Gibt es für die jüdische Diaspora nur noch diese Alternativen?

Die orthodoxe Lubawitsch-Bewegung an der Rue des Rosiers Synagoge betet gemeinsam zum Auftakt von Rosh Hashana. (Bild: A. Abbas / Magnum)
Die innerjüdische Spaltung führt zur Distanzierung von Israel; ein weltweit zunehmender Antizionismus hingegen befördert den jüdischen Exodus. Hinzu kommt die allgemeine Verweltlichung moderner Gesellschaften. Jüdische Identität könne in diesem Kontext nur im kulturell-historischen Versuch überleben, meint der Historiker Michael Wolffsohn.

Michael Wolffsohn | Neue Zürcher Zeitung

Warum «die» Juden? Warum sind sie weltweit ein Dauerthema? Es sind heute doch nur rund 14,5 Millionen beziehungsweise 0,2 Prozent der Menschheit. Ich sehe vor allem zwei Gründe: Der erste ist religiös, der zweite wegen Israel weltpolitisch und weltwirtschaftlich.

Solange und wenn Christen und Muslime religiös oder gar fundamentalistisch sind, können sie Juden gegenüber zumindest nicht indifferent sein. Christentum und Islam sind ohne theologische und geografische Bezüge zum Judentum undenkbar. Knapp die Hälfte der Menschheit sind Christen und Muslime. Ergo beschäftigt sie Jüdisches auf die eine oder andere Weise.

weiterlesen

„Der Rechtsdrift ist massiv, abgestimmt und stetig voranschreitend „

Grafik:TP
Ein Gespräch mit dem Zentrum für Politische Schönheit über dessen umstrittene jüngste Aktion, die „Normalisierung“ des Rechtsextremismus und Perspektiven antifaschistisch-demokratischen Widerstandes.

Tomasz Konicz | TELEPOLIS

Mittels eines fingierten „Denunziationsportals“, bei dem angeblich Rechtsextremisten identifiziert werden sollten, die an den Ausschreitungen in Chemnitz beteiligt waren, hat das Künstlerkollektiv Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) die rechtsextreme Szene, die Polizei und die Landesregierung Sachsens in helle Aufregung versetzt. Die Webpräsenz, die tatsächlich als ein „Honeypot“ fungierte, bei dem Rechtsextreme ihre eigenen Identitäten durch Selbstsuche preisgaben, stellt den jüngsten Coup des ZPS dar, das schon mit dem Teilnachbau des Holocaustmahnmals vor dem Haus des Rechtsextremisten Björn Höcke für Schlagzeilen sorgte.

Bei Ihrer aktuellen politischen Kunstaktion gehen Sie offensiv daran, mutmaßliche Rechtsextremisten, die sich an den pogromartigen Ausschreitungen und Hetzjagten in Chemnitz beteiligt haben, an den Pranger zu stellen. Dieses Vorgehen ist ja – vorsichtig formuliert – nicht nur auf einhellige Zustimmung gestoßen. Können Sie unseren Lesern die Grundzüge ihrer Aktion skizzieren? Wie gehen Sie vor?

ZPS: Wir haben drei Millionen Bilder von über 7.000 Verdächtigen ausgewertet, um den Rechtsextremismus 2018 systematisch zu identifizieren. Auf der Website http://www.soko-chemnitz.de wird nun eine Datenbank zur Verfügung gestellt mit weit über 2.000 Beteiligten aus dem Spektrum der rechtsextremen Szene.
So bieten wir nicht zuletzt auch Unternehmen die Gelegenheit, Haltung zu zeigen und sich darüber zu informieren, ob die eigenen Angestellten an den Ausschreitungen von Chemnitz beteiligt waren. Jedes einzelne Unternehmen kann aktiv an einem positiven Bild der Region mitarbeiten. Das Grundgesetz wird auch von der deutschen Wirtschaft geschützt.

weiterlesen

Auftragsmörder im Darknet gesucht: Was tun mit der Liste an Interessenten?

(Bild: mristenpart)
Das britische Magazin Wired hat eine aufwühlende Geschichte rund um eine Betrugsmasche im Darkweb geschrieben, die mitten in Mordermittlungen hineinführt.

Martin Holland | heise online

Für Bitcoin bekommt man im Darkweb angeblich alles, sogar einen Auftragsmord. Doch das stimmt nicht, meint der Londoner Chris Monteiro, der trotz jahrelanger Recherchen im Darknet nur Betrugsmaschen oder Getrolle gefunden hat. Trotzdem ist er durch seine Analysen in eine Geschichte hineingeraten, in deren Verlauf zwei Menschen ihr Leben verloren haben. Das britische Magazin Wired hat sie in einem ausführlichen und aufwühlenden Text zusammengefasst. Es geht um die Seite Besa Mafia eines mutmaßlich rumänischen Hintermannes unter dem Pseudonym Yura.

Wie Wired schreibt, war es Monteiro gelungen, ein derartiges Angebot im Darknet zu hacken und jegliche Kommunikation zwischen dem Anbieter und den Interessenten mitzulesen. Zwar war er überzeugt, dass es die angebotenen Auftragsmörder nicht gab, aber trotzdem konnte er nun eine Liste der besonders hartnäckigen Auftraggeber zusammenstellen. Teilweise hatten die mehrere Dutzend Bitcoins beziehungsweise mehrere tausend Euro überwiesen, um eine Zielperson ermorden zu lassen. Seinen Angaben zufolge sei es ihm aber nicht gelungen, Ermittler zu kontaktieren und von der Tragweite seiner Beute zu überzeugen. Stattdessen konnte er aber die Website aus dem Darknet hacken.

weiterlesen

Cosmic Airburst May Have Wiped Out Part of the Middle East 3,700 Years Ago

Credit: Shutterstock
Some 3,700 years ago, a meteor or comet exploded over the Middle East, wiping out human life across a swath of land called Middle Ghor, north of the Dead Sea, say archaeologists who have found evidence of the cosmic airburst.

By Owen Jarus | SPACE.com

The airburst „in an instant, devastated approximately 500 km2 [about 200 square miles] immediately north of the Dead Sea, not only wiping out 100 percent of the [cities] and towns, but also stripping agricultural soils from once-fertile fields and covering the eastern Middle Ghor with a super-heated brine of Dead Sea anhydride salts pushed over the landscape by the event’s frontal shock waves,“ the researchers wrote in the abstract for a paper that was presented at the American Schools of Oriental Research annual meeting held in Denver Nov. 14 to 17. Anhydride salts are a mix of salt and sulfates.

read more