Archiv der Kategorie: Kultur

Meuchelmord an Humanismus und Aufklärung

Eines der Opfer – zwar erstochen, aber schon vorher dem Tode nah. Foto: Pete CC-BY-3.0

Der französische Autor und Profi-Provokateur Michel Houellebecq meinte in einem Interview mit dem deutschen Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» dass der Humanismus und die Aufklärung tot seien. Im Angesicht von Islamismus und Nationalismus, die immer bestimmender werden, keine absurde Idee. Nur, wer ist der Mörder?


Von Patrick Etschmayer|news.ch

Die Mordopfer wurden gemeuchelt und sie liegen mit mehreren Messerstichen im Rücken auf dem Boden. Die Frage ist – wer war der Täter? Waren es die jubelnden Islamisten, die dort drüben gerade darüber streiten, ob sie von ihnen entführte Christen enthaupten oder verbrennen sollen? Oder waren es die besorgten national gesinnten Bürger dort hinten, von denen sich einige nach dem Marsch zum Schutz des Abendlandes vor dem Islamismus mit Brandsätzen zu einem Flüchtlingsheim aufmachen? Oder sind es jene populistischen Politiker, welche, obwohl selbst mit fetten Bankkontos ausgestattet, das Übel für alles immer ennet der Grenze verorten, egal in welchem Land sie auch sein mögen und dies von jedem erreichbaren Podest, Balkon oder von jeder Bühne in die Welt hinaus krakeelen? Oder sind es gar jene ultra-konservativen, klandestinen und tief-katholischen Vereinigungen, welche die Wiedererrichtung von Monarchien anstreben?

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“Irgendetwas stimmt hier nicht…!” – wie sich die Edathy-Wut im Web entlädt

Sebastian Edathy (l.), Til Schweiger

Nachdem das Gerichtsverfahren gegen den früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy wegen des Besitzes kinderpornografischer Schriften gegen eine Geldauflage eingestellt wurde, schlagen die Wogen im Web hoch. Eine Online-Petition gegen die Einstellung des Verfahrens findet schnell Zuspruch, Prominente wie Til Schweiger oder Hans Sarpei befeuern den Volkszorn. Justiz und Bürger haben sich entfremdet.


Von Stefan Winterbauer|MEEDIA

Viele empfinden die Einstellung des Gerichtsverfahrens gegen Sebastian Edathy gegen eine Geldzahlung von 5.000 Euro offenbar als große Ungerechtigkeit. Im Internet wird immer wieder zwischen Edathy und dem Fußballer Marco Reus verglichen. Reus wurde wegen Fahrens ohne Führerschein zu einer Geldstrafe von 540.000 Euro verurteilt. Die Logik des Volkszorns: Ein angeblicher Kinderpornograf kommt mit vergleichsweise läppischen 5.000 Euro davon, wer ohne Führerschein fährt, muss eine halbe Million zahlen. So ist es freilich nicht.

Der Großverdiener Reus wurde zu einer Geldstrafe verurteilt, die Höhe der Strafe richtete sich dabei nach seinem Einkommen. Edathy wurde nicht verurteilt, das Verfahren gegen ihn wurde eingestellt, er ist nicht vorbestraft. Auch hier bemessen sich die 5.000 Euro Geldauflage an seinen Einkommensverhältnissen. Einigen prominenten Zeitgenossen, wie dem gerade umtriebigen Schauspieler Til Schweiger, ist das zuviel an Differenziertheit. Er legte auf Facebook los: “Reus ist ohne Fahrerlaubnis gefahren, hat aber niemand verletzt….Edathy hat einen Führerschein und hat zwar direkt auch niemand verletzt, aber er hat Videos konsumiert, die so viele Kinder direkt verletzt und zerstört haben…er bezahlt 5000 und Reus 500 000! Irgendwas stimmt hier nicht….! Ich bin wütend…!!!”

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…wie mit dem neuen Ernährungsirrsinn umgehen

Irrsinnsmenü ohne alles: Man mümmelt konsensfähige Kräuter. Anja Stiehler/Jutta Fricke Illustrators

Fleisch, Klöße, der gute Braten: Das war einmal. Heute versammeln sich Vegetarier oder, schlimmer, Veganer um den Tisch.


Von Amelie Fried|Cicero

Neulich hatte ich Gäste zum Abendessen. Am Tisch saßen: ein Vegetarier, eine Veganerin, ein Lactose-Intoleranzler, eine Gluten-Allergikerin und eine Anhängerin der Low-Carb-Diät.

Freundlicherweise hatten mich alle Gäste vorher auf ihre Ernährungspräferenzen aufmerksam gemacht, jeder in der Annahme, er sei der Einzige mit Sonderwunsch („Es macht dir ja sicher keine Mühe …“). Doch, macht es! Versuchen Sie mal, ein Menü zu komponieren, das alle Einschränkungen berücksichtigt. Fleisch wegzulassen ist das kleinste Problem. Aber wenn auch Fisch, Eier, Käse und Nudeln nicht mehr gehen, bleibt außer dem, was man üblicherweise ans Meerschweinchen verfüttert, nicht mehr viel übrig.

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Sagenumwobene “Stadt des Affengotts” im Dschungel entdeckt

illu.: university of houston Mitten im Regenwald im unberührten Norden von Honduras entdeckten Forscher die legendäre Ciudad Blanca. Erste Hinweise darauf ergaben bereits Luftaufnahmen im Jahr 2012.

illu.: university of houston
Mitten im Regenwald im unberührten Norden von Honduras entdeckten Forscher die legendäre Ciudad Blanca. Erste Hinweise darauf ergaben bereits Luftaufnahmen im Jahr 2012.

600 bis 1000 Jahre alte Überreste vermutlich Teil einer versunkenen Zivilisation


derStandard.at

Seit Jahrhunderten kursieren Legenden von der “Stadt des Affengotts”, die von der Zeit vergessen im mittelamerikanischen Regenwald verborgen liegen soll. Abenteurer und Glücksritter wollen immer wieder von spektakulären weißen Ruinen gehört haben. Einheimische kennen sie als “Weiße Stadt” oder “Ort des Kakaos”, in der sich einst die präkolumbischen Ureinwohner vor den spanischen Konquistadoren versteckt hatten – eine Art Garten Eden, aus dem jene, die ihn betraten, niemals mehr zurückkehrten.

Nun hat ein internationales Wissenschafterteam in Honduras die praktisch unberührten Überreste dieser sagenumwobenen Dschungelstadt entdeckt – mehr noch: Es scheint, als handelt es sich in Wirklichkeit um die Ruinen einer ganzen untergegangenen Zivilisation.

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Die Bremer Stadtislamisten

Bild. Titanic

Antisemitismus an Schulen: Jude als Schimpfwort

Bild: bb

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Das Wort Jude gilt mittlerweile in vielen deutschen Schulen als Schimpfwort. Immer mehr jüdische Jugendliche werden deshalb von ihren Eltern von den staatlichen Schulen abgemeldet und besuchen jüdische Einrichtungen.


Von Heike Schmoll|Frankfurter Allgemeine

Das Wort „Jude“ wird mittlerweile auf vielen deutschen Schulhöfen als Schimpfwort verwendet. Manchmal geht das Hetzen gegen jüdische Mitschüler vor allem durch arabische Kinder so weit, dass die Betroffenen die Regelschule verlassen und auf eine jüdische Einrichtung wechseln. Ein jüdischer Jugendlicher aus Berlin berichtet, die verbalen Entgleisungen seiner Mitschüler seien so unerträglich geworden, dass seine Eltern ihn von der staatlichen Schule abgemeldet und bei der jüdischen Oberschule angemeldet hätten.

Aus Anlass des jüdischen Jugendkongresses, der am vergangenen Wochenende in Berlin stattfand, haben sich junge jüdische Erwachsene Gedanken über wachsende antisemitische Tendenzen in der deutschen Gesellschaft und ihre eigene Zukunft gemacht. Manche denken an Auswanderung, die meisten aber wollen bleiben, weil antisemitische Rädelsführer sonst erreicht hätten, was sie wollen.

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Wie die fünf Weltreligionen mit dem Tod umgehen

Themenbild.

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Für Gläubige ist der Tod nicht unbedingt das Ende. Buddhisten, Muslime, Juden, Christen und Hindus gehen sehr verschieden mit Tod und Trauer um. Doch alle Religionen zeigen, wie Gemeinschaft Trost spenden kann.


Redaktion Süddeutsche Zeitung

Hindus

Für einen Hindu ist der Tod nur eine weitere Stufe, er ist der Übergang in eine neue Existenz. Es gibt im Hinduismus eine Größe, die vom Tod nicht betroffen ist, einen unsterblichen Kern in jedem Lebewesen. Wie man seine alten Kleider ablegt, so legt der Mensch seinen alten Körper ab. Der Sterbende soll möglichst positive Gedanken haben, wenn es so weit ist. Er wird gebadet, eingesalbt, in Tücher gewickelt, möglichst schmucklos, damit die Seele nicht abgelenkt ist. Mit den Füßen zuerst wird er aus der Hintertür des Hauses getragen und vom erstgeborenen Sohn am Einäscherungsplatz entzündet.

Es ist das größte Glück eines Hindus, in der heiligen Stadt Varanasi am heiligen Fluss Ganges verbrannt zu werden, wo das Universum erschaffen wurde und in Flammen stehen wird am Ende der Zeit. Der Tod ist hier die reine Freude, moksha, Erlösung. Keine Träne. Wer hier verglüht, dem flüstert Gott Shiva das Taraka Mantra ins Ohr, das Mantra der Überfahrt. Tod ist an diesem Ort Befreiung, das Ende vom ewigen Kreislauf aus Geburt, Tod und Wiedergeburt. Wer hier brennt, wird keine weltlichen Qualen mehr erleiden.

Wer nicht das Glück hat, am Ganges zu sterben, der folgt dem Pfad des vorhergegangenen Lebens. Nur Hindus der obersten Kaste können dem Kreislauf des Samsara entfliehen, bei den niederen Kasten entscheidet das Karma, die guten oder bösen Handlungen im Leben, in welcher Gestalt man wiedergeboren wird. Niemand weiß, wann er dem Kreislauf entrinnen wird, niemand weiß, in welchen Körper seine Seele ziehen wird. Alles ist Wandel. Nur eines ist sicher: Sterben ist Teil des Lebens. Und es ist ein Geschäft. Keiner soll weinen, wenn am Einäscherungsplatz die Toten brennen, wenn ihre Bauchdecken im Feuer aufplatzen, der Schädel aufgebrochen wird, damit die Seele, atman, den Körper verlassen kann. Daneben preisen Händler Acht-Gewürze-Pulver und Sandelholz an, damit der Geruch des Todes nicht zu aufdringlich wird. Dazu gibt es Tüten voll buttrigem Ghee, damit sie gut brennen: die leeren, seelenlosen Hüllen.

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Religion im Computerspiel: Ballern für die Sache Gottes

creenshot der Web 3D Simulation Second Life ( imago/Friedrich Stark)

Die Spieleindustrie macht jedes Jahr ein Vermögen – und erreicht Millionen Daddler mit ihren Botschaften. Das brachte einige Kirchenleute auf die Idee, am PC-Spiele-Boom teilhaben zu wollen. Doch das war gar nicht so einfach.


Von Peter Kaiser|Deutschlandradio Kultur

Eine perfekte Welt braucht keine Götter…

“Es gibt Spiele, wie Black and White zum Beispiel oder Populous. Da spielen Sie eine gottähnliche Gestalt. Sie sind quasi Gott, Sie haben Ihre Geschöpfe,  die haben Sie teilweise einfach geschaffen und denen gegenüber verhalten Sie sich. Gut oder böse.”

Michael Walthemathe ist akademischer Oberrat am Lehrstuhl für praktische Theologie der Rhein-Universität in Bochum.

…doch wenn die Menschen beten, wird ein Gott geboren, der die Ewigkeit verändern kann…

“Das ist ganz interessant, das verzerrt so ein bisschen die Gottesvorstellungen der etablierten Religionen.”

Dieser Gott bist du…. 

“Im Leben ist das letztendlich viel einfacher. Sie werden geboren, und da sind schon mal die Würfel gefallen. Westliche Hemisphäre, östliche Hemisphäre, Mann, Frau. Im Spiel ist das alles offen, ja.”

Natascha Adamowsky ist Kulturwissenschaftlerin an der Universität in Freiburg.

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Warum es viele französische Juden nach Israel zieht

Bild:  phhesse/flickr

Bild: phhesse/flickr

Die Welle französischer Einwanderer stellt Israels Behörden vor Herausforderungen. Die neuen Bürger aus Europa bringen komplette Existenzen mit, die integriert werden wollen. Und der Strom hält an.


Von Gil Yaron|DIE WELT

Brigitte Khalifa kann sich genau erinnern, wann sie beschloss, ihr ganzes Leben umzukrempeln und Paris mit ihren fünf Kindern zu verlassen: “Es war vergangenen Juli, während des Kriegs rund um Gaza”, sagt die 54 Jahre alte Frau der “Welt”. “Ich schaute aus meinem Wohnzimmerfenster und sah Tausende Muslime bei einer Demonstration auf der Straße. Sie trugen Äxte, Baseballschläger und Hämmer, nahmen die Bürgersteige auseinander, um sich mit Pflastersteinen zu bewaffnen, und skandierten: “Tod den Juden!”

Khalifa war schockiert. Monatelang traute sie sich nicht mehr aus ihrer Wohnung: “Auf den Straßen wurde man tagtäglich angefeindet. Jedes Mal, wenn meine Kinder das Haus verließen, bin ich vor Angst fast gestorben”, sagt sie. Vor zwei Monaten landete Khalifa in Tel Aviv, wurde Teil der beständig wachsenden Welle jüdischer Migranten aus Europa, die hier Zuflucht suchen. Insgesamt 26.500 Juden wanderten 2014 nach Israel aus, so viele wie seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr. Und 2015 rechnen die Behörden mit einem neuen Einwandererrekord.

In den Ulpanim – so heißen die Hebräischschulen, die das Einwanderungsministerium und das Bildungsministerium gemeinsam für Neueinwanderer betreiben – merkt man diesen Trend seit Monaten: “Vor drei Jahren hatten wir neun Klassen, die halb leer waren”, sagt Hedva Chavisky, Direktorin des Ulpan Sharett im Tel Aviver Vorort Bat Yam. Inzwischen sind 15 Klassen bis auf den letzten Platz gefüllt. Im Flur stapeln sich Stühle und Bänke, die die Stadtverwaltung für sie aufgetrieben hat, um eine weitere Klasse zu eröffnen. “In den vergangenen 18 Monaten musste ich 40 neue Lehrer einstellen”, sagt Chavisky.

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Russland: “Liebesspiele im Venusberg”(Tannhäuser) sind Blasphemie

Wappen Russland

Wappen Russland

Weil seine Inszenierung der Wagner-Oper «Tannhäuser» religiöse Gefühle verletzt haben soll, ermittelt die Staatsanwaltschaft im russischen Nowosibirsk gegen Regisseur Timofej Kuljanin.


kath.net

Weil seine Inszenierung der Wagner-Oper «Tannhäuser» religiöse Gefühle verletzt haben soll, ermittelt die Staatsanwaltschaft im russischen Nowosibirsk gegen Regisseur Timofej Kuljanin. Das teilte ein Justizsprecher am Dienstag nach Angaben örtlicher Medien mit. Die Staatsanwaltschaft reagiere damit auf den Vorwurf des orthodoxen Metropoliten von Nowosibirsk, Tichon, die Inszenierung der Oper demütige gläubige Menschen, beleidige die orthodoxe Kirche und schüre «religiöse Feindschaft».

Tichon hatte unter anderem die Liebesspiele im Venusberg kritisiert. Die Ermittler wollen den Berichten zufolge eine vom staatlichen Opern- und Ballett-Theater Nowosibirsk zur Verfügung gestellte Videoaufzeichnung der «Tannhäuser»-Inszenierung prüfen.

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Antisemitismus gefährdet Demokratie

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hält es für gefährlich, in überwiegend von Muslimen bewohnten Vierteln einiger Städte die Kippa zu tragen Foto: Roel Wijnants / flickr | CC BY-NC 3.0

Die Zahl der antisemitischen Straftaten ist in Deutschland gestiegen. Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, riet nun davon ab, in Problemvierteln eine Kippa zu tragen. Das ist eine erschreckende Entwicklung.


Von Martina Schubert|pro Medienmagazin

Ist es für Juden in Deutschland notwendig, aus Angst vor Angriffen in bestimmten Vierteln auf das Tragen einer Kippa zu verzichten? Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, sagt: Ja. Zwar sollten sich Juden nicht aus Angst verstecken. Die Frage sei jedoch, „ob es tatsächlich sinnvoll ist, […] in Problemvierteln, in Vierteln mit einem hohen muslimischen Bevölkerungsanteil […] sich als Jude durch das Tragen einer Kippa zu erkennen zu geben oder ob man da eine andere Kopfbedeckung trägt“. So formulierte Schuster im Gespräch mit dem Sender rbb. Diese Entwicklung habe Schuster in dieser Art vor fünf Jahren nicht erwartet, und sie sei „auch ein wenig erschreckend“.

Die Anschläge in jüngster Vergangenheit deuten auf eine neue Gefahrenwelle hin. Im Mai 2014 gab es einen Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel, bei dem vier Menschen ermordet wurden, beim Terror in Paris im Januar forderte ein Anschlag auf einen jüdischen Supermarkt vier Todesopfer. Erst vor zwei Wochen erschoss ein Attentäter im dänischen Kopenhagen einen Wachmann der Synagoge. Im vergangenen September gab es einen Anschlag auf die Wuppertaler Synagoge, verletzt wurde niemand.

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IS-Terroristen zertrümmern antike Statuen

Themenbild. Von den Taliban zerstörte Buddha-Statuen

Themenbild. Von den Taliban zerstörte Buddha-Statuen

Die IS-Terroristen haben im Norden des Iraks einzigartige Kulturgüter aus altorientalischer Zeit zerstört. Darunter ist eine assyrische Türhüterfigur, die mehr als 2600 Jahre alt ist. Ein Internetvideo der Extremisten zeigt, wie IS-Anhänger im Museum der Stadt Mossul und an der Grabungsstätte Ninive bedeutende Bildwerke aus der Antike zertrümmern.


derStandard.at

Experten bestätigten der Deutschen Presse-Agentur, dass es sich bei vielen der zerstörten Stücke um Originale handelt. Die Türhüterfigur sei eine “Ikone der altorientalischen Bildkunst”, sagte Markus Hilgert, Direktor des Vorderasiatischen Museums in Berlin, am Donnerstag. “Das ist so, als würde jemand die Sphinx in Ägypten zerstören.” Die Figur ist laut Experten Teil des assyrischen Nergal-Tores aus dem siebenten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Es gehörte zur Befestigung von Ninive, dem Zentrum des assyrischen Reiches.

Schmuggel

Bis zu hundert syrische Kunstwerke soll die IS-Terrormiliz “The Times” zufolge nach Großbritannien geschmuggelt haben, um damit neue Gelder zu lukrieren. Kriminalisten und Archäologen warnen davor, dass die geraubten Gegenstände, darunter Gold- und Silbermünzen sowie Tonwaren, in London verkauft werden.

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The Celebrity Atheist and Skeptics List

Source: “Brad Pitt June 2014 (cropped)” by Foreign and Commonwealth Office – http://www.flickr.com/photos/fo

Thou Are Not Alone, For We Are Plentiful


By Nevets|hub-Pages

This is for those skeptics and non-believers who feel alone in their lack of faith. We see religion coming at us from all ends every day, from television, to films, to literature, to the vast majority of our fellow man (and woman). But would it surprise you that some of the most influential artists of our time and our past were non-believers just as ourselves? It’s quite true. And below I’ve compiled a list of some of the most well-known of these individuals.

While I’ve not listed every outspoken celebrity atheist and agnostic, I have listed some of my personal favorites — along with others who I thought may interest others. These people range from Brad Pitt, to Charlie Chaplin, to Virginia Woolf and the Mythbusters. Along with each name I’ve also added quotes by the individual in question, where they speak of their lack of belief; sometimes with hope, sometimes with inspiration, sometimes with wit, and many times with utter hilarity.

I hope others enjoy this list as much as I have and find that they truly are not alone, weird, or bad for believing (or not believing) in the way that they do. Be proud of your lack of faith… you’re in good company.

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Neue “Charlie Hebdo”-Ausgabe: Le Pen hetzt Köter

Die neue “Charlie Hebdo”-Ausgabe vom 25. Februar dpa

Eineinhalb Monate nach dem Terroranschlag auf “Charlie Hebdo” bringt das französische Satiremagazin eine neue Ausgabe. Das Heft erscheint mit 2,5 Millionen Exemplaren. Auch nach Deutschland wird geliefert.


FOCUS ONLINE

  • Neue Ausgabe sieben Wochen nach Terroranschlag
  • Geplant sind 2,5 Millionen Exemplare
  • 15.000 Hefte nach Deutschland geliefert

Das französische Satiremagazin “Charlie Hebdo” ist nach einer Pause von eineinhalb Monaten mit einer neuen Ausgabe wieder im Verkauf. Genau sieben Wochen nach dem islamistischen Terroranschlag auf die Redaktion mit zwölf Toten lag das frisch gedruckte Heft am Mittwochmorgen an den Kiosken.

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Zwingen Sie Ihre religiösen Ansichten nicht Ihren Kindern auf

dawkins

Letzte Woche wurde in der Islington Gazette berichtet, dass der lokale Regierungsrat des Londoner Stadtteil Islington Schweinefleisch-Produkte aus dem Essen der Grundschule verbannt hat.


Von Richard Dawkins|RDF

Das Gerücht eines völligen Verbots wurde seitdem bestritten, und die Wahrheit ist unklar. Es gäbe in der Tat ein gutes Argument für ein Verbot, aus humanitären Gründen. Es gibt nach wie vor überzeugende Beweise dafür, dass Schweine ein Level von Intelligenz und Bewusstsein haben, welches mit unseren geliebten Haustieren vergleichbar ist. Aber solche humanen Überlegungen wurden hier nicht aufgeführt. „Durch den Verzicht auf Schweinefleisch auf der Speisekarte in unseren Schulen können wir Kosten senken und Lebensmittelabfälle reduzieren, um das Budget für das Schulessen unter finanziell schwierigen Umständen maximal zu verwerten“, wurde Stadtrat Joe Caluori, exekutives Mitglied des Rates für Kinder und Familien, in der Gazette zitiert.

Der eigentliche Grund wurde von einem anderen Sprecher des Rates verdeutlicht, wie in der Gazette zitiert und in der The Independent, eine von Großbritanniens renommiertesten nationalen Zeitungen wiedergegeben wurde: „Kleine Kinder, einige nicht älter als vier Jahre alt, mit verschiedenen religiösen und ethnischen Hintergründen können nicht wissen, welche Lebensmittel Schweinefleisch enthalten oder nicht die Bedeutung erkennen, dies aufgrund ihrer Kultur oder ihres Glaubens zu meiden.“

Was auch immer wahr oder falsch an dem ursprünglichen Bericht über das Verbot ist, es steht etwas in diesem Zitat, was heraus sticht und einem ins Auge springt. „Ihr“ Glaube? Der „Glaube“ von vierjährigen Kindern? Kam es den Sprechern nicht in den Sinn, dass Kinder, die zu jung sind, die Bedeutung „ihres“ Glaubens zu erkennen, auch zu jung sein könnten um denselben Glauben ursprünglich zu besitzen? Wie kann der „Glaube“ für ein vierjährigen Kindes „wichtig“ sein, wenn es nicht einmal weiß, was sein Glaube ist?

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“Charlie Hebdo” : Neue Ausgabe erscheint in Auflage von zweieinhalb Millionen

Bild. Charlie Hebdo

Bild. Charlie Hebdo

Durchatmen, ausruhen – weiter spotten: Nach einer mehrwöchigen Pause erscheint die neue Ausgabe von “Charlie Hebdo”. Auf ihrem Titel verhöhnen die Satiriker Dschihadisten, den Papst und die Rechtsextreme Marine Le Pen.


SpON

“Es geht wieder los!”, steht auf der Titelseite der neuen “Charlie Hebdo”, die am Mittwoch an die Kioske kommt. Sieben Wochen nach den islamistischen Anschlägen in Paris erscheint diese Ausgabe der französischen Satirezeitung mit einer Auflage von 2,5 Millionen Exemplaren.

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Heiliges Land und säkularer Staat

In Israel findet sich sehr viel mehr Frömmigkeit als in Deutschland. (imago / upi-Foto)

Hierzulande spielt Religion meist eine untergeordnete Rolle, in weiten Teilen gar keine mehr. Ganz anders in Israel. Zwar beobachtet man auch dort eine Säkularisierung, im heiligen Land sind die Menschen aber deutlich frommer.


Von Stefanie Oswalt|Deutschlandradio Kultur

Ein Bild von Israel: Die Altstadt von Jerusalem. Im Schatten von Klagemauer, Felsendom und Grabeskirche wetteifern orthodoxe Juden mit Schläfenlocken und schwarzen Hüten, christliche Mönche und Priester unterschiedlichster Konfessionen und Muslime in ihrer Frömmigkeit.

Ein anderes Bild: Auch am Shabbat räkeln sich Bikini-Schönheiten am Strand von Tel-Aviv. In den Strandbars genießen Touristen wie Einheimische gleichermaßen Schinken und Shrimps – nach den traditionellen jüdischen Speisegesetzen unkoshere Lebensmittel. Zwischen diesen Polen bewege sich das religiöse Leben in Israel, schreibt der Historiker Michael Brenner von der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität. Der Spezialist für jüdisches Leben im 20. Jahrhundert hat eine neue Studie über die Rolle der Religion in Israel geschrieben und ihr den Titel “eine gespaltene Gesellschaft” gegeben.

“Etwa 75 Prozent der israelischen Bevölkerung sind Juden. Gut die Hälfte von ihnen bezeichnet sich als säkular, ein knappes Viertel als traditionell, und ein weiteres Viertel als orthodox bis ultra-orthodox, von superzionistisch bis antizionistisch, von orientalisch bis europäisch geprägt aufgesplittert. Die arabische Bevölkerung macht ein knappes Viertel der Gesamtbevölkerung des Staates Israel aus. Etwa 84 Prozent von ihnen sind Muslime, darunter auch verschiedene Beduinengruppen, jeweils 8 Prozent der nichtjüdischen Bevölkerung sind Drusen oder Christen. Letztere gehören unter anderem den griechisch orthodoxen, syrisch orthodoxen, römisch-katholischen, protestantischen, melkitischen, armenischen, koptischen  und abessinischen Kirchen an.”

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Durch die rosarote Datenbrille

Bas Kast wagt in seinem neuen Buch eine leichtfüßige Annäherung an die Kreativitätsforschung


Von Tanja Traxler|derStandard.at

Im sogenannten Virtual-Reality-Labor der Universität Nimwegen nahm alles seinen Anfang. Der Autor Bas Kast nimmt an einem Versuch teil, in dem er durch eine Datenbrille in eine völlig neue Welt katapultiert wird.

Wie diese Virtual Reality beschaffen ist, soll hier nicht weiter interessieren, Kast hat sie jedenfalls sehr gut gefallen und sogar zu einem “Klick” verholfen, und er beschloss, die nächsten Monate der Erforschung eben jener Klick-Momente zu widmen. Sein nun erschienenes Buch “Und plötzlich macht es klick!” liest sich wie ein Reiseführer durch die Kreativitätsforschung.

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Zentralrat der Juden spricht Deutschland “hohes Vertrauen” aus

Bild: brightsblog

Bild: brightsblog

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat “nach wie vor ein hohes Vertrauen” in die Bundesrepublik.


evangelisch.de

“Wir sind angekommen, wir bleiben. Wir leben hier unser jüdisches Leben”, sagte Zentralratschef Josef Schuster am Sonntag bei der Eröffnung der vierten Jüdischen Kulturtage im Rheinland in Düsseldorf. Unter dem Motto “angekommen – jüdisches (er)leben” präsentiert sich die Vielfalt der jüdischen Kultur bis zum 22. März unter anderem mit Ausstellungen, Filmen, Lesungen und Musik.

Die Kulturtage zeugten von einer “Einzigartigkeit, wie sie gerade entsteht, wenn sich über Jahrhunderte Kulturen immer wieder neu vermischt haben – ohne die eigene Tradition, die eigene Religion zu verlieren”, erklärte Schuster.

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Malcolm X – Sein Weg in den Islam führte in den Tod

Der Bürgerrechtler Malcolm X kam als Malcolm Little 1925 in Detroit auf die Welt. Am 21. Februar 1965 wurde er von einem Mitglied der “Nation of Islam” erschossen Foto: dpa

Auch 50 Jahre nach seiner Ermordung: Das Leben des Malcolm X erzählt uns, was passiert, wenn Rassenbefreiung und Religionsfanatismus zusammenkommen. Und was Zorn in Detroit mit Neukölln zu tun hat.


Von Frédéric Schwilden|DIE WELT

Die No-Go-Zonen, die die afrikanische Gemeinde Berlin zur Fußball-WM 2006 im eigenen Land ausruft, sind vergessen. Beizeiten scheint der Diskurs darüber, ob Didi Hallervorden in Berliner U-Bahn-Wagen die Station Mohrenstraße nun ansagen darf und ob diese Straße überhaupt noch so heißen soll, mehr merkwürdig als progressiv. Wir befinden uns in einer Post-Post-Welt (Post-Staatsreligion, Post-Frauenbewegung, Post-Sexismus, Post-Rassentrennung, Post-Holocaust sind abgelöst).

Es geht wieder von vorne los, mit alten Staatsreligionen, die neu erzwungen werden. Mit alter Diskriminierung, die neu auflebt. Mit alter Segregation, reloaded. Deswegen schadet es nicht, die erste deutsche Malcolm-X-Biografie (verfasst von Britta Waldschmidt-Nelson, stellvertretende Direktorin des Deutschen Historischen Instituts in Washington D. C. und Professorin für amerikanische Geschichte und Kultur an der LMU München) zu befragen. Im Post-Post-Zeitalter den alten Malcolm X aus neuer deutscher Sicht zu lesen.

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