Archiv der Kategorie: Kultur

‘X-Files’ stars talk about bisexuality, show’s upcoming revival and how Mulder is ‘worst FBI agent of all time’

David Duchovny and Gillian Anderson (Shutterstock.com)

Gillian Anderson and David Duchovny have been making headlines ahead of the Fox Network’s decision to revive The X-Files for a six-episode mini-season this year. The two stars from the classic series have talked to interviewers about the new episodes, about Anderson’s feminism and bisexuality and how Duchovny believes that Agent Fox Mulder is “the worst FBI agent of all time.” 


By David Ferguson|Raw Story

On Saturday, the Hollywood Reporter quoted Duchovny about some of his hopes and expectations for the new version of the show, which ran for nine seasons and spawned two feature films.

Duchovny — who played the lead in the Showtime series Californication — said that both he and Anderson have grown as actors since the X-Files.

“If I were to look back at the first or second year of the show, I wouldn’t try to act like that guy,” Duchovny told the Reporter. “I’m capable of doing more. She’s capable of doing more. It’ll be interesting to see how we keep the characters the same but also the actors are better.”

He went on to say that the show’s writers and producers are hoping to make the new episodes work both as a stand-alone series for newcomers and as a continuation of the original program for returning fans.

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Harald Martenstein: “Dann schreibe ich ‘Nazi-Mörderinnen’ “

Harald Martenstein / Bild: Die Presse

Der Journalist und Romancier Harald Martenstein will sich nicht zum Binnen-I zwingen lassen, eher wechselte er den Beruf. Ein Gespräch über die Aggressivität der “Lordsiegelbewahrer der politischen Korrektheit”.


Von Norbert Mayer|Die Presse

Die österreichische Bundeshymne ist unlängst umgeschrieben worden, wegen der Gleichberechtigung. Statt „Heimat bist du großer Söhne“ heißt es nun „Heimat großer Töchter und Söhne“. Was halten Sie davon?

Harald Martenstein: Das klingt nicht. Vielleicht sollte man einen ganz neuen Text schreiben. Ich bin immer skeptisch, wenn die Geschichte im Nachhinein umgeschrieben werden soll. Kürzlich habe ich über einen ähnlichen Streit in Berlin geschrieben. Die Mohrenstraße sollte umbenannt werden, „Mohr“ sei ein herabsetzender Begriff für schwarze Menschen. Da kenne ich aber noch schlimmere Straßennamen.

Nennen Sie ein konkretes Beispiel.

Karl-Marx-Straße. Es gibt von Marx extrem antisemitische Aussagen. Seinen Konkurrenten Ferdinand Lassalle hat er einen „jüdischen Nigger“ genannt. Ich glaube nicht, dass man das in puncto Rassismus toppen kann. Niemand hat bis jetzt aber die Umbenennung der Karl-Marx-Straße gefordert, vor allem nicht die Linkspartei, die eigentlich im antifaschistischen Kampf ganz vorn steht. Antisemitismus war zu den Zeiten von Marx Mainstream. Bis auf ein paar tapfere Außenseiter haben alle so gedacht. Ich glaube nicht, dass man an die Menschen des 19. die Maßstäbe des 21. Jahrhunderts anlegen kann.

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John Cleese: “Muslime haben das Recht, ausgelacht zu werden”

John Cleese, Bild: rebellesociety.com

Muslime auszulachen ist in Ordnung: So sieht es Monty-Python-Mitglied John Cleese im SPIEGEL-Gespräch. Über den Propheten habe er sich allerdings nie lustig gemacht.


SpON

Der Islam ist nach Ansicht des britischen Komikers und Autors John Cleese ein gutes Thema für die Satire.

Cleese, 75, und die übrigen Mitglieder der legendären Gruppe Monty Python hatten in den Achtzigerjahren mit der Religionssatire “Das Leben des Brian” Kontroversen unter Christen ausgelöst.

In einem SPIEGEL-Gespräch anlässlich seiner Autobiografie, die am Montag auf Deutsch erscheinen wird, sagte Cleese: “Muslime, die bei uns leben, sind Teil unserer Gesellschaft. Sie haben das Recht, ausgelacht zu werden.” (Lesen Sie hier das ganze Gespräch im neuen SPIEGEL.)

US-Preis für Meinungsfreiheit an “Charlie Hebdo”-Redaktion

charlie_hebdo_2Die Redaktion der Satirezeitschrift habe “den ultimativen Preis” für die Ausübung ihrer Meinungsfreiheit bezahlt, hieß es von der Direktorin des Schriftstellerverbandes PEN.


Die Presse

Die US-Sektion des Schriftstellerverbandes PEN zeichnet die französische Satirezeitschrift “Charlie Hebdo” mit einem Preis für Meinungsfreiheit aus. Der Essayist und Filmkritiker Jean-Baptiste Thoret werde die Auszeichnung bei einer Gala am 5. Mai in New York stellvertretend für die Redaktion annehmen, teilte das PEN American Center am Mittwoch mit.

PEN-Direktorin Suzanne Nossel erklärte, die Redaktion der Satirezeitschrift habe “den ultimativen Preis” für die Ausübung ihrer Meinungsfreiheit bezahlt.

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Beleidigung von Recep Tayyip Erdogan Türkei: Zeichner von Satire-Zeitschrift verurteilt

erdogan-sultanIn der Türkei sind zwei Zeichner einer Satire-Zeitschrift zu Geldstrafen verurteilt worden. Ihre Karikatur soll eine “geheime Botschaft” enthalten und Präsident Erdogan beleidigen.


DER TAGESSPIEGEL

Ein türkisches Gericht hat zwei Zeichner der Satire-Zeitschrift “Penguen” (Pinguin) wegen Beleidigung von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan zu Geldstrafen verurteilt. Bahadir Baruter und Özer Aydogan sollen das Staatsoberhaupt mit ihrer Zeichnung für die Titelseite des Magazins für die Ausgabe vom 21. August vergangenen Jahres beleidigt haben, wie die Zeitung “Hürriyet” am Mittwoch meldete. Das Gericht habe die beiden Zeichner zu Bewährungsstrafen verurteilt, diese aber in Geldstrafen umgewandelt. Die Justiz geht in jüngster Zeit verstärkt gegen angebliche Erdogan-Beleidigungen vor.

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Die Karikatur der Zeichner Bahadir Baruter und Özer Aydogan in der Satire-Zeitschrift “Penguen”

How the Artifacts ISIS Destroyed Are Being Digitally Reconstructed

In February, video footage emerged appearing to show ISIS fight​ers destroying artefacts at the Mosul Museum in Iraq. Figures in the video pushed over statues and took sledgehammers to the museum’s ancient relics.


By Victoria Turk|MOTHERBOARD

Since then, a project has been underway to restore these artefacts of cultural heritage—digitally.

P​roject Mosul is gathering images of the destroyed pieces to make 3D digital versions of them. Ultimately, it wants to put together a whole virtual museum to remember the lost treasures.

Matthew Vincent and Chance Coughenour are both part of a European project called ITN​-DC​H, or Initial Training Network for Digital Cultural Heritage: Projecting our Past to the Future, which is all about documenting and heritage digitally.

A crowdsourced image of the Mosul Museum facade. Image: ​Project Mosul​

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CNN Thinks Atheists Are the Devil

Photo Illustration by Emil Lendof/The Daily Beast

The network aired a program about nonbelievers that wrongly suggested they not only are a unified group, but the most hated one in the country.


By Vlad Chituc|The Daily Beast

Tuesday night, CNN’s Kyra Phillips spent an hour looking at atheists in America. She followed a nonreligious student at the University of North Georgia who had friction with his religious parents, and she interviewed Richard Dawkins (who seems to be softening with age, if only slightly). Phillips visited a pastor who left his church to start an atheist congregation, and she spoke to another pastor who had lost his faith but still preached every Sunday—he had “a very dark secret,” Phillips narrated with melodrama: “He’s an atheist.”

Accordingly, the preacher’s face was blacked out and his voice masked.

One couldn’t help walking away from the program with the sense that atheists are a roughly unified group. They might have a lot of different labels, but they’re alike in what matters. Phillips spoke with Greg Epstein, a humanist chaplain at Harvard and author of the New York Times bestselling book, Good Without God, and when she asked him about all the different labels nonbelievers tend to use—atheists, humanists, agnostics, skeptics, freethinkers, and so on—Epstein replied, “It’s all one community.” Epstein and I tend to ideologically align more so than not, but here we disagree.

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Zerstörung nicht von Religionsfreiheit gedeckt

Die in Artikel 4 im Grundgesetz verankerte Glaubens- und Gewissensfreiheit erlaubt keine Sachbeschädigung, so das Gerichtsurteil Foto: CDU/CSU Bundestagsfraktion, Frank Bergmann

Eine muslimische Studentin muss für das Zerschneiden eines Kunstplakats in Essen eine Geldstrafe von 400 Euro wegen Sachbeschädigung hinnehmen. Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm bestätigte ein entsprechendes Urteil des Amtsgerichts Essen, wie das OLG am Dienstag mitteilte.


pro Medienmagazin

Die Frau hatte sich 2013 in der Uni-Bibliothek an einer Collage mit Bildern aus dem israelischen Comicroman „Blutspuren“ gestört, die Anglistik-Studenten in einer Ausstellung zeigten.

Weil die Studentin aus arabischen Schriftzeichen die Zeile „Nieder mit Allah“ las, fühlte sie sich religiös beleidigt. Ein Mitarbeiter der Bibliothek bot noch an, die betreffende Stelle der Collage mit Papier abzudecken. Doch die Frau schnitt das Stück mit einer Schere aus. Ein Anwalt erstattete damals Anzeige. Die im Grundgesetz garantierte Glaubens- und Gewissensfreiheit erlaube keine Sachbeschädigung, urteilte jetzt der 5. Strafsenat des Oberlandesgerichts und wies damit die Berufung der Frau als unbegründet zurück.

Riad Sattouf: Der Araber, der für “Charlie Hebdo” zeichnete

Und alle möchten ihn knuddeln, was auch eine subtile Form des Terrors ist: Riad Sattouf Foto: Knaus Verlag

Riad Sattouf ist in Frankreich ein Star. Sein Comic “Der Araber von morgen” ist dort bereits vor dem Anschlag vom 7. Januar erschienen. Es zeichnet das Bild einer gnadenlos rückständigen Gesellschaft.


Von Henryk M. Broder|DIE WELT

Ich möchte niemand zu nahe treten, keinen verletzen und auch nicht generalisieren, wenn ich behaupte, dass Kritik und vor allem Selbstkritik nicht zu den wesentlichen Tugenden der arabisch-islamischen Kultur gehören. Muslime scheinen, wie ihre Reaktionen auf “islamkritische” Texte und Karikaturen zeigen, eher zum Beleidigtsein zu neigen als Angehörige anderer Kulturen und Konfessionen.

An allem, was in der arabisch-islamischen Welt schiefläuft – Armut, Analphabetismus, Arbeitslosigkeit –, sind immer die anderen schuld, der Kolonialismus, der Kapitalismus, der Zionismus – und nie diejenigen, die in diesen Ländern das Sagen haben.

Natürlich gibt es auch kritische und selbstkritische Nach- und Vordenker, die im Zeichen des Halbmonds aufgewachsen sind. Ayaan Hirsi Ali und Salman Rushdie, Ibn Warraq und Najem Wali, Taslima Nasrin und Hamed Abdel-Samad, der über sich selbst sagt, er sei “vom Glauben zum Wissen konvertiert”. Aber sie leben und arbeiten alle im Exil.

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… Wir könnten uns unterwerfen … ChristInnen zur blockupy-Berichterstattung

Foto: redpicture

Wir dokumentieren hier eine Erklärung von Christinnen zu der Diskussion um die blockupy-Proteste am 18.03. in Frankfurt:


Institut für Theologie und Politik

Es liegt in der Logik einer Mediengesellschaft, dass nur das zum Ereignis wird, was auch ereignisträchtige Bilder hervorbringt. Wir, Christinnen und Christen, die zur Teilnahme an den blockupy-Protesten aufgerufen haben, sehen uns einer Flut von Bildern konfrontiert, die die Proteste von blockupy zu „Gewaltexzessen“ und „bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen“ hochstilisieren. Kaum ein Bild von der bunten Demonstration mit fast zwanzigtausend Menschen, kaum ein Bild von der entschiedenen und gewaltfreien Blockade, an der einige von uns von Anfang bis Ende beteiligt waren. Kaum eine Meldung, dass blockupy wirklich europäischer Ausdruck eines Widerstands gegen die Verarmungspolitik war und dass blockupy sein Ziel, die geplante, schamlose Eröffnungsfeier des 1,3 Milliarden teuren EZB-Gebäudes zu verhindern, erreicht hat.

Aber akzeptieren wir einen Moment die Logik dieser „Gesellschaft des Spektakels“ und halten die Bilder für die ganze Wirklichkeit.

Was wäre dann zu diesen „Gewaltexzessen“ und „bürgerkriegsähnlichen Zuständen“ zu sagen? Wir könnten uns unterwerfen und Abbitte leisten, auch wenn wir diese Taten gar nicht zu verantworten hätten. Wir könnten uns den Regeln dieser Demokratie, die an einem seidenen Faden hängt, unterwerfen und die Gewalt der Polizei von 2013 vergessen, als über 800 DemonstrantInnen einen halben Tag lang festgehalten wurden, faktisch eine erlaubte Demonstration von der Polizei verhindert wurde. Vergessen, dass Grüne in Frankfurt die Unterstützung der Proteste mit dem Argument verweigert haben, dann müsse man ja auch Pegida unterstützen, die uns also als Reaktionäre und Nazis diffamieren wollten.

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Nährstoffmythos: Über die Sinnlosigkeit von Vitamintabletten

Foto: Getty Images Vitaminpillen muss fast niemand für seine Gesundheit schlucken. Der Körper kann sich aus der Nahrung versorgen – und viele Vitamine selbst recyceln

Eine rote Pille für den Muskelaufbau, eine blaue mit Antioxidantien. Nicht nur unter Sportlern sind Vitaminpräparate beliebt. Dabei sind die meisten sinnlos – und einige können sogar schaden.


Von Jörg Zittlau|DIE WELT

“Fit in den Frühling”, “Mit Vitaminen gegen die Frühjahrsmüdigkeit” – wenn der Winter sich verabschiedet, hört man, dass die Zeit für eine Extraportion Vitamine gekommen ist. Um die im Winter geleerten Speicher wieder aufzufüllen, um sich vor der intensiveren Sonnenstrahlung zu schützen, um in Sport und Beruf belastbarer zu sein.

In Deutschland geben die Menschen in einem Jahr 1,2 Milliarden Euro für Vitaminpräparate aus. Doch wissenschaftliche Daten sprechen gegen den Sinn dieser Investition – und mitunter ist sie sogar gefährlich.

Eine rote Pille für den Muskelaufbau, eine blaue für die Regeneration. Gerade unter Sportlern sind Vitaminpräparate beliebt. Sie erhoffen sich von den antioxidativen Vitaminen C und E, dass sie als sogenannte Radikalfänger die Muskeln vor Sauerstoffradikalen schützen und so die Trainingsergebnisse verbessern. Doch eine Studie der Sporthochschule Oslo zeigt, dass die Einahme dieser Vitamine auch zum Gegenteil führen kann.

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Populismus: Größter Gegner der Protestparteien sind ihre Mitglieder

Zum Verdruss von Ukip-Chef Nigel Farage vergeht kaum ein Monat, in dem nicht ein Parteimitglied negativ auffällt. (Foto: REUTERS)

Ihr Erfolg scheint unaufhaltsam – bis sie echte politische Arbeit machen müssen. Dann stolpern Protestparteien wie Ukip mit Nigel Farage oder die AfD über allerlei schräge Vögel in den eigenen Reihen.


Von Christian Zaschke|Süddeutsche.de

Alles könnte so einfach sein für Nigel Farage, wenn seine Partei nicht wäre. Der Chef der EU-feindlichen UK Independence Party (Ukip) kann sich gute Hoffnungen darauf machen, bei der britischen Unterhauswahl im Mai erstmals ins Parlament in Westminster einzuziehen. Farages Popularitätswerte sind konstant hoch, und wenn er in jedem der 650 Wahlkreise persönlich antreten könnte, würde die Ukip vermutlich eine ernstzunehmende Fraktion werden.

Zu Farages Verdruss vergeht jedoch kaum ein Monat, in dem nicht ein Parteimitglied durch dämliche, rassistische oder sexistische Bemerkungen auffällt – oder, wie jüngst, durch finanzielle Unregelmäßigkeiten.

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Udo Pollmer: Der Veganerfresser

Udo Pollmer, Bild: zdf.de

Früher war Udo Pollmer der Feind der Agrarindustrie, weil er Bücher über Hormonfleisch und Pestizid-Gemüse schrieb. Jetzt warnt er mit giftigem Humor vor Veganismus – und macht sich Greenpeace und Co zu Gegnern. Wer ist dieser Mann?


Von Jan Grossarth|Frankfurter Allgemeine

Als Udo Pollmer ein junger Mann war mit langem Bart, langen Haaren und antiautoritärem Herzen, machte ihn ein spontaner Erfolg zum Publizisten. Sein erstes Buch wurde zum Bestseller, Pollmer berühmt. Das war 1982. Pollmer und seine Koautorin und Lebensgefährtin Eva Kapfelsperger hatten sich etwas getraut: „Iß und stirb“ war der harte Titel ihres aufklärerischen Buchs über Hormone im Fleisch, Pestizide im Gemüse und andere Schrecken der industrialisierten Ernährungswirklichkeit. Die Industrie war sofort gegen Pollmer. „Nach dem Buch hätte ich als Lebensmittelchemiker keinen Job bekommen“, sagt er. Die Bürger aber applaudierten ihm damals.

So einfach ist es heute nicht mehr. Kürzlich erhielt er Morddrohungen. Denn sein neues Buch ist eine Warnung vor dem Veganismus. Das Essen ohne Fleisch, Milch, Eier und Honig ist im Trend; teils aus Gründen der Gesundheit oder Tierliebe, teils auch aus politischen Gründen. Der alte Pollmer schmeckt manchem jungen Veganer nicht. Udo Pollmer lässt sich von bösen Texten auf Facebook und im E-Mail-Postfach aber nicht beirren. Er kontert mit Sätzen wie diesen: „Wir sind Säugetiere, das heißt, wir werden in anderen Säugetieren eher das finden, was unser Körper braucht, als in einer Staude am Wegesrand. Wenn Mütter sagen: Mein Kind bekommt weder Milch noch Fleisch, sondern Rohkost und Smoothies, dann frage ich mich, ob das Kind wohl von einer Gurke abstammt. Dann sind rohe Gurken sicher ein vollwertiges Lebensmittel.“

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Sexuelle Gewalt bei Kriegsende 1945: “Viele Frauen schwiegen aus Scham oder Angst”

Amerikanische GIs und deutsche Frauen. (Foto: Getty Images)

Auch westalliierte Soldaten vergewaltigten nach Kriegsende 1945 deutsche Frauen. Historikerin Miriam Gebhardt schildert, warum die Verbrechen lange ein Tabu waren – und wie drakonisch Täter bestraft wurden.


Interview von Oliver Das Gupta|Süddeutsche.de

Miriam Gebhardt, Jahrgang 1962, ist Journalistin und Historikerin. Sie lehrt als außerplanmäßige Professorin an der Universität Konstanz. Anfang März erschien ihr Buch “Als die Soldaten kamen. Die Vergewaltigung deutscher Frauen am Ende des Zweiten Weltkrieges” (DVA, München 2015). Im Interview erläutert Gebhardt, wie sie die Übergriffe alliierter Soldaten mit historischen Aufzeichnungen dokumentiert hat.

SZ.de: Am Ende des Zweiten Weltkrieges kam es zu zahlreichen Vergewaltigungen durch alliierte Soldaten. Wie viele deutsche Frauen erlitten damals sexuelle Gewalt?

Miriam Gebhardt: Bislang hieß es, dass bei zwischen einer und zwei Millionen Frauen und Mädchen von Rotarmisten vergewaltigt worden sind. Meines Erachtens waren es weniger Fälle. Ich gehe von etwa 860.000 betroffenen Frauen und Mädchen aus. Das ist eine Gesamtzahl, also inklusive der Opfer westalliierter Soldaten. 190 000 Vergewaltigungen könnten von US-Soldaten verübt worden sein.

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Springflut am Mont-Saint-Michel: Tausende bestaunen Jahrhundert-Naturschauspiel

Der Klosterberg Mont-Saint-Michel© Damien Meyer/AFP

Am Mont-Saint-Michel in Frankreich beobachten Tausende Touristen die sogenannte Jahrhundert-Flut. Der Klosterberg ist vom Wasser umringt. Grund des Spektakels ist eine besondere Gestirn-Konstellation.


Von Hanns-Jochen Kaffsack|stern.de

Die Bahnen und Kräfte von Sonne und Mond sorgen derzeit für ein Naturereignis nach dem anderen: Am Tag nach der von Millionen Menschen bewunderten Sonnenfinsternis strömten die Massen in Nordfrankreich zu dem weltweit bekannten Klosterberg Mont-Saint-Michel, um das Schauspiel einer “Jahrhundert-Tide” zu bestaunen. Sie kamen bereits am frühen Samstagmorgen auf ihre Kosten: Die Flut schnitt den hoch aus dem Meerwasser ragenden Felsen ganz vom Festland ab, zeigten TV-Bilder. Stehen Sonne, Mond und Erde in einer Linie, verstärken sich die Gezeiten.

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„Euer Vater war ein Säufer.“ Grabredner sind die neuen Humanisten!

Foto: David Sorich | Flickr | CC BY-SA 2.0

In einer perfekten Welt wäre jeder glücklich. Die Griechen hätten keine Schulden mehr, Reiner Calmund könnte essen, ohne dicker zu werden, und ich müsste nicht sterben. Und wenn doch, dann nur selbstbestimmt und erfüllt im Alter von 95 Jahren, nachdem ich alles aufgesogen habe, was die Welt meinem Leben an Herrlichkeit zu bieten hatte.


Von Paul Garbulski|Vice.com

An mein Grab würden Familie und Freunde zu Hunderten kommen, nicht weil sie sich erhoffen, ein Stück von meinem Milliardenerbe abzubekommen, sondern weil sie mich als den großartigen Menschen—der ich schlichtweg wäre—verehren. In dieser weit entfernten Zukunft würde die Hologrammtechnik derart gut entwickelt sein, dass ich bei der Beerdigung meine eigene Trauerrede halte, aufgenommen noch zu Lebzeiten. Sie würde—wie ich—großartig sein und nachdem die Anwesenden ihre Tränen der Rührung weggewischt hätten, ginge ich mit ihnen allen noch einen saufen.

Bei dieser feucht-fröhlichen Angelegenheit würde mein holographisches Ich das Testament verlesen, wonach jeder einzelne meiner Angehörigen genau Nichts bekäme, weil alles Geld in den Bau eines goldenen Mausoleums floss. Aber das wäre OK, wer bräuchte schon Geld, wo er doch im Herzen reich von mir beschenkt wurde. So viel zur Utopie.

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Astrid Korten: Autorin als “Feind Allahs” beschimpft und verprügelt

Thriller sind ihre Spezialität: Schriftstellerin Astrid Korten Bild:DIE WELT

Astrid Korten schreibt Kriminalromane, in einem davon geht es um einen “Ehrenmord”. Nach einer Lesung wird die 53-Jährige von jungen Männern überfallen, geschlagen und als “Feind Allahs” beschimpft.


Von Florian Kinast|DIE WELT

Die körperlichen Schmerzen, gerade am Magen, die nehmen allmählich ab, das wird schon wieder. Astrid Korten nimmt Schmerzmittel, die helfen ganz gut. Viel schlimmer ist im Moment noch die seelische und mentale Aufarbeitung. Der Schock, das Entsetzen darüber, was ihr vor zehn Tagen widerfahren ist. Das Verdauen des Erlebten. Als die Schriftstellerin in Leipzig am Vorabend der Buchmesse von zwei Männern überfallen wurde, attackiert und getreten – kurz nachdem sie aus ihrem neuen Buch eine Passage gelesen hatte, in der es um einen “Ehrenmord” geht.

Bei dem Angriff beschimpfte sie einer der beiden Männer als “Feind Allahs”.

Mehr als eine Woche lang hatte Astrid Korten still gehalten. Nichts gesagt darüber. “Ich wollte den Übergriff zunächst tot schweigen”, erklärt sie, “um mich und andere zu schützen.” Nun aber entschied sie sich nach langem Überlegen, nach Tagen des Zweifels, doch an die Öffentlichkeit zu gehen und darüber zu sprechen. “Ich lasse mich nicht mundtot machen”, sagt sie. Deswegen hat sie ihr Schweigen gebrochen und erzählt hier zum allerersten Mal von den Vorfällen des 11. März.

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The ‘Kindergarten Clairvoyant’ Behind Consciousness.com

Image. MOTHERBOARD

Dav*d Hargrave was looking up at the sky in his backyard one day when he received a sign from the universe.
For two decades he had been building a framework of existence and consciousness, which he dubbed the OptiMystical Universe. That day in his backyard, he wanted cosmic affirmation that he was on the right track.


By Steph Yin|MOTHERBOARD

“I looked up into the universe and said, ‘Listen, I need to know this now. Is this just a bunch of fluffy ideas that are making me high, like smoking pot? That’s not what I want. I want to know, is this stuff really important? Is it real?” recalled Hargrave, who spells his first name with an invisible “I” in acknowledgement that “90 percent of us is invisible,” including our emotions, intellect, and imagination.

As if on command, a thin, grey cloud floated over Hargrave. “Embossed in an ultraviolet color was the symbol for pi with an eye in it,” he told me. The cloud seemed alive, said Hargrave, and gave off musical vibrations “like liquid stringed instruments being played by fingers of wind.”

Depictions of Hargrave’s pi appear on his website, consciou​sness.com, alongside many teachings about his OptiMystical Universe.

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Tonie van der Merwe: “Ich wollte einen Helden für schwarze Kinder schaffen”

Ungewöhnlich für die 1970er Jahre: Ken Gampus körperliche Präsenz und Lässigkeit lassen an James Bond denken. Foto: Gravelroad Entertainment

In den 70er Jahren sorgte in Südafrika ein Film für Furore. “Joe Bullet”, der schwarze James Bond, kam in die Kinos. Nach nur zwei Vorstellungen wurde der Film verboten, weil er schwarze Menschen in den Augen des Apartheid-Regimes zu positiv darstellte. Über 40 Jahre war der Film verschollen, nun läuft er erfolgreich auf deutschen Festivals.


Von Christiane Meister|evangelisch.de

Es ist noch eine Woche bis zum großen Finale zweier Fußballteams, da wird der Trainer der “Eagles” umgebracht. Gangster nötigen außerdem die zwei besten Spieler der Mannschaft, sich dem gegnerischen Verein anzuschließen. Um die Chancen auf einen Sieg zu wahren, kann nur einer helfen – Joe Bullet. Der Held des Films ist Kampfsport erprobt und am Ende auch dem Oberschurken überlegen. So verbannt er die Korruption aus dem Sport.

Am Samstag läuft der Actionthriller auf dem Fußballfilm-Festival “11mm” in Berlin. Erstmals wurde er auf der diesjährigen Berlinale außerhalb Afrikas gezeigt. Nach der Aufführung trat Tonie van der Merwe gerührt vor den bis auf den letzten Platz gefüllten Kinosaal: “Das ist ein bewegender Moment. Ich habe ein leeres Kino erwartet”, gestand der Drehbuchautor und Produzent des Films. “Joe Bullet” ist der erste Film des heute Mitte 70-Jährigen. Entstanden ist er vor über 40 Jahren in Südafrika. In den 70er Jahren war van der Merwe einer der beliebtesten Filmemacher das Landes, danach gerieten er und seine Filme in Vergessenheit.

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Den Dschihad im Herzen

Viele Jugendliche aus Europa zieht es in den Dschihad – nicht zuletzt weil frühere Gangsta-Rapper darin Vorbild sind. Foto: Anonymous | CC BY 2.0 |

Ein tunesischer Rapper hat sich kurz vor dem Terror-Anschlag in Tunis dem Islamischem Staat angeschlossen. Der Verbindung zwischen Gangsta-Rap und Dschihad spüren die Feuilletons schon länger nach. Auch Ego-Shooter geraten dabei wieder kritisch in den Blick.


pro Medienmagazin

Kurz vor dem blutigen Terroranschlag auf das tunesische Nationalmuseum hat sich ein bekannter Rapper des Landes der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) angeschlossen. Maurouane Douiri, bekannt unter dem Pseudonym „Emino“, habe mit im Internet veröffentlichten Bildern dem IS die Treue geschworen, meldete die Dschihadisten-Beobachterplattform „Site“ am späten Mittwochabend.

Mehrere Bilder sollen Douiri mittlerweile in Syrien zeigen; sein offizieller Fankanal auf Facebook wurde gesperrt. In Tunesien war der 25-jährige Rapper einst für Videos mit freizügigen Mädchen bekannt. Ob der IS hinter dem Anschlag in Tunis steckt, bei dem 19 Menschen getötet wurden, blieb zunächst unklar.

Der Fall erinnert an den Berliner Rapper Denis Cuspert alias „Deso Dogg“. Der frühere Berliner Gangsta-Rapper wandte sich 2007 dem Islam zu, radikalisierte sich mit den Jahren und gehört heute zum Führungskreis des IS. Inzwischen nennt er sich Abu Talha al-Almani („Abu Talha, der Deutsche“).Nützliche VergangenheitIm Zuge seiner Wende entsagte Cuspert der Hip-Hop-Kultur und beschränkte sich musikalisch auf sogenannte Naschids, Lobpreislieder ohne Begleitung von Musikinstrumenten.

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