Archiv der Kategorie: Kultur

Klimawandel. Schleichend

Bild: Die Kolumnisten
Fast hatte ich mich ein bisschen beruhigt über die verschiedenen Kampfzonen. Dieses ganze Geschrei um Flüchtlinge, Willkommen, nein doch nicht usw. – es nahm seinen gewöhnlichen demokratischen Verlauf: Köln wird aufgeklärt, Rechtsbrüche bestraft, sowohl die von deutschen Rechten als auch die von Zuwanderern, Politikerinnen und Politiker äußern innerhalb ihrer Parteien und Fraktionen unterschiedliche Ansichten, Helferinnen und Helfer schildern in verschiedenen Medien verschiedene Probleme und suchen nach Lösungen, selbst diese Lisa-Geschichte wird sich erübrigen, da funktioniert noch was. Dachte ich.

Von Gesine Palmer|DIE KOLUMNISTEN

Kleinigkeit aus der Kampfzone

Dann schlug mir Twitter vor, ich könnte mich doch unter die Follower von Jakob Augstein mischen, ja, dachte ich, warum eigentlich nicht, mal gucken, was der so schreibt, dann bist du auch darüber informiert. Und dann sehe ich gleich als erstes – dabei bin ich nicht mal mehr sicher, ob es wirklich von ihm war, ist alles so schnell und bunt bei Twitter, aber könnte schon von ihm gewesen sein – so einen Satz wie: „Für die Aussöhnung mit den Muslimen ist am besten eine gute Flüchtlingspolitik“. Ja. Dachte ich. Und dann sickerte das so allmählich ein. Moment, dachte ich. Bin ich denn mit „den Muslimen“ zerstritten? Bin ich doch gar nicht. Also klar, das Gequatsche von „Islamopobie“ geht mir auf die Nerven, weil ich es nicht phobisch finde, wenn man sich vor Islamisten fürchtet. Und vor anderen fürchte ich mich doch gar nicht, und ich streite mich auch nicht mit ihnen, also nicht so, dass man gleich einen Versöhnungsbedarf herbeireden müsste. Mit den Islamisten wiederum möchte ich mich nicht aussöhnen. Das wäre doch irgendwie das falsche Signal, scheint mir. Diese Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus übertrage ich nach wie vor vertrauensselig auf viele meiner Bekannten, natürlich gerade auch auf die Muslime unter ihnen. Das alles ist kein Argument gegen gute Flüchtlingspolitik, klar. Aber warum sagt man dann sowas, also dass „wir“ uns mit „den Muslimen“ aussöhnen müssen?

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Vorurteile: Israel? Da war doch was!

Bild: phhesse/flickr
Bild: phhesse/flickr

Über die Probleme der Juden weiß der normale, uninteressierte Fernsehzuschauer und Zeitungsleser nichts. Außer dass sie natürlich für die politische Situation in Israel verantwortlich sind. Fällt Ihnen was auf?

Von Sibylle Berg|SpON

Haben wir letzte Woche viel über den Selbsthass der deutschen Bevölkerung gelernt… Leider konnte ich Ihre zustimmenden Kommentare nicht lesen, ich war mit der Papstansprache beschäftigt, in der der 79-Jährige Europa mit einer unfruchtbaren alten Frau verglich.

Innehalten. Fällt Ihnen was auf? Nein, gut, dann lesen Sie bitte weiter. Nachdem es also das letzte Mal um eine gewisse Empathielosigkeit der deutschen Bevölkerung gegenüber der deutschen Bevölkerung ging, möchte ich heute eine Minderheit besprechen, die von vielen Deutschen noch ambivalenter behandelt wird – die Juden. So wenig unangenehm sie auch im alltäglichen Leben auffallen, die Abneigung gegen das imaginäre andere hält sich nicht nur konstant, sie wächst.

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Weltanschauung vieler Muslime nicht kompatibel

Bild: Reuters
Bild: Reuters
Ich werde hier nicht wiederholen, was Sie bereits überall gehört haben. Ich werde also nicht schreiben, dass zum Beispiel die Anschläge von Paris ohne Beispiel sind. Das sind sie nicht. Ich werde auch nicht sagen, dass daraufhin alle Welt an der Seite Frankreichs stand. Das ist nur eine leere Phrase. Daran glaubte ich ebenso wenig wie an die Ankündigung des französischen Präsidenten François Hollande, erbarmungslos Rache zu nehmen. Stattdessen werde ich Ihnen zeigen, wie unser Umgang mit dem Terrorismus zum Zerfall unserer Zivilisation führt.

Von Niall Ferguson|The European

Der englische Historiker Edward Gibbon beschrieb Ende des 18. Jahrhunderts die Plünderung Roms folgendermaßen: „Die Straßen waren übersät mit blutenden Körpern. Wann immer die Barbaren auf Widerstand trafen, massakrierten sie auch noch die Schwachen, Unschuldigen und Hilflosen.“ Beschreibt das nicht auch die Szenen, die wir im vorigen Jahr in Paris beobachten mussten?

Ende der Zivilisation?

Mein Kollege Bryan Ward-Perkins sieht den Untergang des Römischen Reichs als den Zerfall einer komplexen Zivilisation. Er spricht gar vom “Ende der Zivilisation”. Andere Historiker betonen die Rolle der Völkerwanderung und der organisierten Gewalt für den Untergang Roms.

Ähnliche Kräfte sind heute dabei, die Europäische Union zu zerstören. So, wie das Römische Reich im frühen fünften Jahrhundert nach Christi Geburt seinen äußeren Feinden das Feld überließ, so lässt auch Europa heute seine Verteidigungsbereitschaft zerbröseln. Im gleichen Maße wie der Reichtum Europas gewachsen ist, hat seine militärische Leistungsfähigkeit nachgelassen und ist sein Selbstbewusstsein gesunken. Diese Dekadenz zeigt sich in den Shopping Malls und in den Sportstadien. Zur gleichen Zeit hat Europa seine Türen geöffnet für Außenseiter, die am Reichtum des Kontinents teilhaben wollen, ohne aber der Gewalt des Glaubens ihrer Vorfahren abzuschwören.

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Frankreich: »Reicher als der Durchschnitt« – antisemitische Stereotype

Jüdische Familie unterwegs in der Rue des Rosiers im Pariser Marais ©DPA
Eine neue Studie spürt antisemitische Stereotype in der Gesellschaft auf

Von Bernard Schmid|Jüdische Allgemeine

In Frankreich diskutiert man dieser Tage intensiv über jüdisches Leben und Antisemitismus. »Judesein in Frankreich« lautet das aktuelle Titelthema der Wochenzeitschrift L’Express, und das Wochenmagazin Le 1 macht mit der Schlagzeile auf: »Warum die Juden Angst haben«.

Nahrung erhielt die Debatte durch eine Aufsehen erregende Studie, über deren Ergebnisse die Sonntagszeitung JDD (Le Journal du Dimanche) vor zehn Tagen schrieb. In Auftrag gegeben hatte die Studie die Fondation du Judaïsme Français (Stiftung für das französische Judentum). Anlass war der wachsende Antisemitismus während des letzten Gaza-Kriegs im Sommer 2014.

Vom 15. bis 24. Juli desselben Jahres befragte das Meinungsforschungsinstitut Ipsos im Auftrag der Stiftung zunächst 1005 Personen, die für einen Querschnitt der in Frankreich lebenden Bevölkerung repräsentativ sein sollten und die nach klassischen Methoden ausgewählt wurden. Hinzu kamen dann zwei als »qualitative Erhebungen« präsentierte Runden, bei denen im Februar und März 2015 insgesamt 500 Muslime sowie von Februar bis Juni des Jahres 313 Juden befragt wurden.

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Charlie versus Mohammed – Kein Boxkampf

Bild. Charlie Hebdo
Bild. Charlie Hebdo

Nina H Scholz und Heiko Heinisch haben wieder ein bemerkenswertes und lesenswertes Buch geschrieben. Charlie versus Mohammed – Plädoyer für die Meinungsfreiheit.

Von Heinrich Schmitz|The European

Die beiden Autoren trauen sich was, muss man mittlerweile doch bei jeder Kritik, die auch nur ansatzweise mit dem Islam zu tun hat, damit rechnen, dass einen fundamentalistisch verbohrte Islamisten mindestens mal bedrohen. Oder auch, dass man Applaus von der völlig falschen Seite bekommt. Es ist schon deshalb bemerkenswert, dass die Autoren dieses wichtige Buch geschrieben haben und der Passagen-Verlag es veröffentlichten hat.

Die Autoren sind sich dieses Risikos durchaus bewusst. „Wer will ernsthaft noch bestreiten, dass es heute in Europa als mutig bezeichnet werden muss, gegen islamischen Fundamentalismus aufzutreten?“

Dabei ist diese kleine Buch, trotz des geringen Umfangs von gerade einmal 104 Seiten, mehr als lediglich ein Plädoyer für die Meinungsfreiheit. Die Autoren erklären wieder einmal recht eindrucksvoll – wie bereits in ihrem gemeinsamen Werk Europa, Menschenrechte und Islam – ein Kulturkampf? die historischen und theologischen Hintergründe der für Nichtmuslime häufig völlig unverständlichen fundamentalistischen Bildverbote und anderer vermeintlicher Essentials und die Gefahren für den modernen Rechtsstaat, die von einer scheintoleranten Rücksichtnahme auf einzelne Religionen, namentlich den Islam, ausgehen.

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Religiotie: Indonesien will “homosexuelle” Emojis verbieten

Worüber man sich so aufregen kann: Ein Emoji händchenhaltender Männer. (Foto: Quelle: Whatsapp)
“Soziale Medien müssen die Kultur der Länder respektieren, in denen sie viele Nutzer haben”, sagt ein Sprecher des Informationsministeriums.

Süddeutsche.de

Die indonesische Regierung zeigt sich humorlos: Sie will Emojis von gleichgeschlechtlichen Paaren von den Smartphone-Bildschirmen in ihrem Land verbannen. “Soziale Medien müssen die Kultur der Länder respektieren, in denen sie eine große Zahl von Nutzern haben”, sagte ein Sprecher des Informationsministeriums.

Nutzer der Nachrichtenprogramme Whatsapp und Line hätten sich über die bunten Bildchen mit homosexuellen Motiven beschwert. Der Anbieter Line habe sie daraufhin für Indonesien gelöscht, sagte der Sprecher. Die Regierung hat nun andere Anbieter aufgefordert, das Gleiche zu tun.

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Strafender Gott als kulturelle Triebkraft?

Sorgte erst der Glaube an einen strengen Gott für Kooperation in den frühen Gesellschaften? © Darko Kuslan / freeimages
Religion als Sozialkitt? Der Glaube an eine allwissende, strafende Gottheit könnte unseren Vorfahren die Bildung erster Zivilisationen erleichtert haben. Denn diese religiöse Überzeugung fördert die Kooperation mit Unbekannten gleichen Glaubens, wie ein Experiment mit Menschen aus acht verschiedenen Kulturen belegt. Der Glaube könnte damit den Übergang von Familienclans zu großen, komplexen Gesellschaften gefördert haben, wie Forscher im Fachmagazin “Nature” berichten.

scinexx

Glaube und Religion sind nicht nur Privatsache, sie beeinflussen auch, wie wir mit anderen umgehen und prägen damit unsere Gesellschaften. Gleichzeitig beeinflusst die Umwelt, welches Gottesbild in einer Kultur dominiert. Ob umgekehrt der Glaube vielleicht auch eine Triebkraft bei der Entstehung der ersten Zivilisationen war, darüber spekulieren Forscher schon seit längerem.

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Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?

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Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

Von Immanuel Kant|DAS BLÄTTCHEN

Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen (naturaliter maiorennes), dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es Anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beurteilt, u.s.w., so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen. Ich habe nicht nötig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrießliche Geschäft schon für mich übernehmen. Daß der bei weitem größte Teil der Menschen (darunter das ganze schöne Geschlecht) den Schritt zur Mündigkeit, außer dem daß er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte: dafür sorgen schon jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben. Nachdem sie ihr Hausvieh zuerst dumm gemacht haben und sorgfältig verhüteten, daß diese ruhigen Geschöpfe ja keinen Schritt außer dem Gängelwagen, darin sie sie einsperrten, wagen durften, so zeigen sie ihnen nachher die Gefahr, die ihnen droht, wenn sie es versuchen allein zu gehen. Nun ist diese Gefahr zwar eben so groß nicht, denn sie würden durch einigemal Fallen wohl endlich gehen lernen; allein ein Beispiel von der Art macht doch schüchtern und schreckt gemeinhin von allen ferneren Versuchen ab.
Es ist also für jeden einzelnen Menschen schwer, sich aus der ihm beinahe zur Natur gewordenen Unmündigkeit herauszuarbeiten. Er hat sie sogar lieb gewonnen und ist vor der Hand wirklich unfähig, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, weil man ihn niemals den Versuch davon machen ließ. Satzungen und Formeln, diese mechanischen Werkzeuge eines vernünftigen Gebrauchs oder vielmehr Mißbrauchs seiner Naturgaben, sind die Fußschellen einer immerwährenden Unmündigkeit. Wer sie auch abwürfe, würde dennoch auch über den schmalsten Graben einen nur unsicheren Sprung tun, weil er zu dergleichen freier Bewegung nicht gewöhnt ist. Daher gibt es nur Wenige, denen es gelungen ist, durch eigene Bearbeitung ihres Geistes sich aus der Unmündigkeit heraus zu wickeln und dennoch einen sicheren Gang zu tun.
Daß aber ein Publikum sich selbst aufkläre, ist eher möglich; ja es ist, wenn man ihm nur Freiheit läßt, beinahe unausbleiblich. Denn da werden sich immer einige Selbstdenkende sogar unter den eingesetzten Vormündern des großen Haufens finden, welche, nachdem sie das Joch der Unmündigkeit selbst abgeworfen haben, den Geist einer vernünftigen Schätzung des eigenen Werts und des Berufs jedes Menschen selbst zu denken um sich verbreiten werden. Besonders ist hierbei: daß das Publikum, welches zuvor von ihnen unter dieses Joch gebracht worden, sie danach selbst zwingt darunter zu bleiben, wenn es von einigen seiner Vormünder, die selbst aller Aufklärung unfähig sind, dazu aufgewiegelt worden; so schädlich ist es Vorurteile zu pflanzen, weil sie sich zuletzt an denen selbst rächen, die oder deren Vorgänger ihre Urheber gewesen sind. Daher kann ein Publikum nur langsam zur Aufklärung gelangen. durch eine Revolution wird vielleicht wohl ein Abfall von persönlichem Despotismus und gewinnsüchtiger oder herrschsüchtiger Bedrückung, aber niemals wahre Reform der Denkungsart zustande kommen; sondern neue Vorurteile werden ebensowohl als die alten zum Leitbande des gedankenlosen großen Haufens dienen.
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Laser macht verschollene Römerstraßen sichtbar

Mit Hilfe von LIDAR-Daten wurden die Relikte dieses römischen Forts samt Zugangswegen aufgespürt. © Environment Agency
Per Laser aufgespürt: Archäologen haben in Nordengland etliche Kilometer bisher verschollener Römerstraßen entdeckt. Sichtbar wurden die Relikte römischen Straßenbaus durch eine Laservermessung mittels LIDAR. Die Römerrouten dienten unter anderem dazu, die Garnisonen und Soldaten entlang des Hadrianswalls zu versorgen.

scinexx

Laserlicht hilft längst nicht mehr nur bei der Entfernungsmessung, auch die Archäologie nutzt die Lasertechnik des LIDAR (Light Detection and Ranging), um beispielsweise kleinste Erhebungen in der Landschaft aufzuspüren oder Ruinen durch dichte Wälder hindurch sichtbar zu machen. Laserstrahlen im Infrarot- oder UV-Bereich werden dabei wie eine Art Radar eingesetzt. Sie enthüllten bereits tausende verborgener Siedlungsruinen der Maya auf der Halbinsel Yucatan und zeigten, dass die Tempelstadt Angkor Wat in Kambodscha Teil einer gewaltigen Megacity war.

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Das Paläo-Steak bitte blutig

Schweinsbraten mit Erdäpfelknödel – Foto: Kurier
Es ist modern geworden, sich Sorgen über gesunde Ernährung zu machen. Aber manchmal sind Sorgen ungesünder als Fast-Food.

Von Florian Aigner|futurezone.at

Es scheint eine Altersfrage zu sein. Als Studenten im ersten Semester hielten wir Tiefkühlpizza für ein wertvolles Grundnahrungsmittel und Büffelgrasvodka für ein Vitamingetränk. Irgendwann entwickelt man sich weiter. Doch man kann es auch übertreiben und sich in einem Gesundheitswahn verfangen, der nicht mehr gesund ist.

In urbanen, gebildeten Bevölkerungskreisen gehört es heute fast zum guten Ton, sich Sorgen über die Ernährung zu machen. Der eine bemüht sich gerade, Industriegifte im Körper mit Detox-Smoothies loszuwerden, die andere verbringt ihre Freizeit damit, panische Angst vor Mono- und Diglyceriden zu entwickeln. Die junge Familie mit dem Kind lebt jetzt lactose- und glutenfrei, nicht weil irgendwelche langweiligen wissenschaftlichen Tests auf eine Unverträglichkeit hingewiesen hätten, sondern weil der Großstadtschamane des Vertrauens das so ausgependelt hat.

Wenn moderne Menschen ihre Ernährungsprobleme vergleichen wie Philatelisten ihre Briefmarkensammlung, dann fühlt man sich als einigermaßen beschwerdefreier Allesfresser schon fast als Außenseiter. Ich kann bloß versuchen, mit Berichten über meine Pollenallergie Mitleidspunkte zu sammeln. Es misslingt: „Siehst du, das kommt, weil du so viel Chemie isst“, sagt man mir mit strengem Ton. Ich schäme mich, verstecke mich am Klo und löffle aus Frust heimlich ein halbes Glas industriegefertigte Billigmajonäse.

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Waldreport 2016: Wie es um den deutschen Wald steht

Raubbau im Naturschutzgebiet Pähler Schlucht. Foto: Helmut Hermann/BUND
Der Waldreport 2016 des Umweltverbandes BUND dokumentiert, wie Waldeigentümer gegen Naturschutzgesetze verstoßen. Aber es gibt auch positive Beispiele.

Von Joachim Wille|Frankfurter Rundschau

Man sagt ja: „Wie die Axt im Wald.“ Dass es im Forst nicht immer zimperlich zugeht, ist also bekannt. Trotzdem muss es nicht so aussehen wie, zum Beispiel, in einem Laubmischwald am Ammersee in Bayern.

Dort gibt es ein Naturschutzgebiet, „Pähler Schlucht“ genannt. In ihm machten die privaten Waldeigentümer im Frühjahr 2014 Kasse, in dem sie laut dem Umweltverband BUND viel mehr Bäume fällen ließen als erlaubt – und das mit brachialen Methoden. Die Bilanz war fatal. Es entstanden Lücken im Wald von bis zu 0,3 Hektar, und dabei erwischte es sogar besonders geschützte Biotop-Bäume. Stürme konnten dort angreifen – und rissen im Herbst des Jahres zahlreiche weitere Bäume um. Es entstanden starke Bodenschäden, weil das beauftragte Forstunternehmen die Maßnahmen mit den schweren Harvester-Maschinen entgegen der Ankündigung nicht auf gefrorenem Boden durchführte. Zudem wurde der in einer Schlucht verlaufende Bach auf mehreren hundert Metern als Rückweg missbraucht, kubikmeterweise landete Schlamm in ihm.

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Polit-Zoff in Düsseldorf: Erdogan und IS saufen Kurdenblut

Der umstrittene Mottowagen. Judith Michaelis
Die Türkische Generalkonsulin verlangt, dass der Wagen mit dem Erdogan-Motiv sofort verhüllt wird.

Westdeutsche Zeitung

Der Düsseldorfer Rosenmontagszug ist zwar abgesagt, aber die Mottowagen werden gezeigt: Sie stehen am heutigen Montag den ganzen Tag vor dem Rathaus – zur Besichtigung für jedermann. Und auch den ersten Ärger gibt es schon: Nach Informationen der WZ hat die türkische Generalkonsulin in Düsseldorf, Ṣule Gürel, vom Düsseldorfer Carnevals Comitee verlangt, dass der Wagen mit dem Erdogan-Motiv sofort verhüllt wird.

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Humor und Religion: Artiges Nachbeten oder schmerzhafte Satire

Papst Johannes Paul II. auf dem “Titanic”-Cover (picture alliance / dpa / Maurizio Gambarini)
Die Diskussion darüber, wie Humor und Religion zusammengehen könnten, das beschäftigt die großen monotheistischen Religionen schon länger. Eine Jüdin, eine Immamin und eine evangelische Theologin sprechen über ihren Umgang mit Glauben und Satire.

Von Susanne Krahe|Deutschlandradio Kultur

Satire hat Hochkonjunktur. Im politischen Diskurs ersetzt sie gelegentlich sogar die  Sachinformation. Statt nüchtern zu argumentieren, wird eine beißende Kritik raffiniert und scheinbar harmlos verpackt, um Zustände anzuprangern, die eigentlich mehr zum Heulen, als zum Lachen wären.

Auch die Religionen geraten immer wieder ins Visier der Satiriker. Neu ist das nicht. Der Glaube, seine sehr speziellen Denkschablonen,  aber auch seine Schrullen und sein Pathos sind immer schon Anlass von Spötteleien gewesen, und die Autoritäten und Institutionen erst recht.

Einer säkularen Gesellschaft erscheinen seine Rituale und Vorschriften überzogen, befremdlich, vielleicht auch gefährlich. Die studierte Philosophin Hannah Kleiber aus Berlin, selbst gläubige Jüdin, zeigt Verständnis für eine solche Entfremdung. Die Welt des Judentums habe ihre eigenen Regeln, die von Außenstehenden oft nur schwer nachvollziehbar sind. Entsprechend komisch wirken sie.

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Beatrix von Storch: Dodo des Monats Januar 2016

Dodo des Monats Januar 2016
Dodo des Monats Januar 2016

beatrix_storchAus Sicherheitsgründen müsse die Bundeskanzlerin, wenn sie dann nicht mehr im Amte sei, fliehen. Nach Chile, zu Margot Honecker, der ehemaligen Ministerin für Volksbildung der DDR und Witwe des Generalsekretärs. Da schaut die geborene Herzogin von Oldenburg in ihre Kristallkugel und orakelt die Zukunft von Merkel. Solch krude Vorstellungen liefert sie bei Anne Will in der ARD ab. Auf Nachfrage meint die Störchin, dass sie ein Gerücht gehört habe. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass sie auf der Kanzlerinnen-Toilette ein Mikro installiert habe. Merkel ist Feindbild, sie muss weg. Geht es nach Beatrix von Storch sollten ihre und die Vorstellungen der AfD Gänsehaut verursachen. Was sie bei der ARD abgeliefert hat mag dem einen als Stuss erscheinen, aber diesen Stuss hat sie im Kopf. Fundamentale Christin, mit Hang zum Extremismus, will sie dem Christentum wieder zu alter Größe verhelfen. Wer vermutet, dass dann der blaublütige Landadel wieder an den Hebeln der Macht sitzt, dürfte nicht falsch liegen.
Storch ist Opportunistin, durch und durch, alles was heute politisch, gesellschaftlich und kulturell am werkeln ist, ist schlecht. Familie, deutsche Werte, Kultur, auf der Grundlage des Christentums, will sie reaktionär restaurieren.
Frauenrechte?

Bei Marsch für das Leben tritt die bigotte Christin für eine Willkommenskultur des un-und neugeborene Lebens ein. Ihre mehr als fragwürdige Moral kommt dann im folgenden zum Ausdruck

Bild: FB, stern.de
Bild: FB, stern.de

Aha, was nicht bei 5 auf den Bäumen ist wird erschossen, auch Kinder. Wo sie sich doch soviele, von christlicher Nächstenliebe geprägte Sorgen um das ungeborene Leben macht. Verlogen, wie die ganze Lebensschutz-Debatte.

Die Einschränkung, ihrereseits, etwas später, gut auf Kinder wird nicht geschossen, aber auf Frauen schon. Nach dem sich entwickelten Shit-Storm kamen peu-a-peu die Dementis. Das Neueste, sie sei beim schreiben  der inkriminierten  Sätze mit der Maus abgerutscht. Wenn ein Storch auf einer Maus ausrutscht! Wer wählt solche Leute eigentlich in Parlamente? Bei solchen Wählern muss man doch die Geschäftsfähigkeit in Frage stellen, zwecks Begutachtung beim Amtsarzt.

In Baden-Württemberg organisiert sie die Protestaktionen gegen den Bildungplan der Landesregierung. Die “Zivile Koalition”, ein Netzwerk, dem sie mit ihrem Mann vorsteht, ist für die Demonstrationen verantwortlich. Ebenso bei den “Demo für alle.” Frontfrau Hedwig von Beverfoerde ist die Marionette der Störchin.
Homosexualität rüttelt an den Grundfesten christlichen Glaubens, um das zu vermitteln bedarf es keiner gebildeten Menschen.

Beatrix von Storch und die sie umgebenden Politiker, Claqueure, nationalsozialistisch imprägnierte Alternative wollen einen Großteil der Errungenschaften der Aufklärung abschaffen. Das gilt es zu verhindern.

Herzlichen Glückwunsch zum zweiten Dodo.

Diese Karten zeigen die Eroberung der Erde durch den Menschen

Die obenstehende Vorher-Nachher-Ansicht zeigt den Bevölkerungssprung zwischen den Jahren 1016 und 2016: von 263.280.000 auf 7.403.400.000 Menschen. Jeder Punkt steht für die Anzahl von einer Million Menschen. Bild. stern.de
Eine interaktive Grafik verdeutlicht, wie flächendeckend sich der Mensch in den vergangenen 2000 Jahren auf der Erde ausgebreitet hat. Lediglich die als lebensfeindlich geltenden Regionen sind noch unbevölkert.

stern.de

7,4 Milliarden Menschen tummeln sich auf unserem Planeten. Vor tausend Jahren waren es noch deutlich weniger, nämlich rund 263 Millionen – wieder tausend Jahre früher gerade mal 170 Millionen. Die Menschheit hat sich in den vergangenen 2000 Jahren rasant vergrößert und sich die Erde buchstäblich zu eigen gemacht. Die obenstehende Grafik macht den steilen Anstieg der Bevölkerungszahl recht eindrucksvoll sichtbar. Deutlich zu erkennen ist ebenfalls, um welche Gebiete der Homo Sapiens auf seinem Eroberungsfeldzug einen Bogen machte: unter anderem Regenwälder, Wüsten, Taiga und Tundra, das australische Outback, die Polargegenden. Allesamt Gebiete, die für Menschen eher als lebensfeindlich gelten.

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Screenshots: http://worldpopulationhistory.org/

Beschneidungen von Frauen und Mädchen: Keine Frage einer bestimmten Religion

Renate Bähr, Geschäftsführerin der Stiftung Weltbevölkerung (picture alliance / dpa / Hannibal Hanschke)
Weltweit sind laut einem Unicef-Bericht 200 Millionen Mädchen und Frauen Opfer von Genitalverstümmelungen. Auch in Deutschland gibt es Fälle. Mit einer bestimmten Religion haben die Beschneidungen nichts zu tun, sagt Renate Bähr, Geschäftsführerin der Stiftung Weltbevölkerung.

Renate Bähr im Gespräch mit Axel Flemming|Deutschlandradio Kultur

Beschneidungen von Frauen und Mädchen können nach Ansicht der Geschäftsführerin der Stiftung Weltbevölkerung, Renate Bähr, nicht mit einer bestimmten Religion in Verbindung gebracht werden. Die Hälfte der Fälle weltweit komme in Äthiopien, Ägypten und Indonesien vor, sagte Bähr am Samstag im Deutschlandradio Kultur. “Sie sehen, das ist sowohl ein christlich geprägtes Land wie Äthiopien, als aber auch ein eindeutig islamisches Land. Womit auch klar ist: Man kann es einer Religion direkt nicht zuordnen.” Die Beschneidungen von Frauen und Mädchen seien “ein Ausdruck von patriarchalischen Strukturen”.

In Kenia deutlich zurückgegangen

Bähr erklärte, es handele sich bei Genitalverstümmelungen um ein weltweites Phänomen. Schwerpunkte seien Afrika und Teile Asiens. Durch Zuzug gebe es aber auch Fälle in Europa. “Wir haben gerade auch in Deutschland immer noch die Fälle von Beschneidungen – auch von illegalen Beschneidungen von Mädchen –, weil diese Traditionen werden natürlich auch hierhin transportiert und importiert”, so Bähr.

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Abgründig hündisch

Lupus, der Wolf. Genetisch fast identisch mit dem Hund, und doch völlig anders.

Wie jede gute Geschichte über Hunde muss auch diese mit dem Wolf beginnen – Tom Appleton glaubt, dass die Vorfahren der heutigen Haustiere auch als Nahrungsspeicher und Müllbeseitiger domestiziert wurden

Von Tom Appleton|TELEPOLIS

Eigentlich ist es ein bisschen arg blöd, aber als Illustration zur Einstimmung brauchte ich hier ein Bild-Zitat, und dazu bietet sich der Titel dieser australischen Medizinerzeitschrift als durchaus tauglich an. Die Grafik-Firma, die das Heft produziert, sollte eine Story über die Auto-Immun-Erkrankung “Lupus” illustrieren. Also wanderte man in den Zoo, vermutlich in Sydney, fotografierte den nächstbesten amerikanischen Wolf, und mit etwas Photoshopping stand das Tier auch schon im Phantasie-Schnee und blickte — leicht dusselig — in die Welt hinaus.

Doch für meine Zwecke reicht es. So sieht er eben aus — der Wolf, von dem der heutige Hund, in all seiner Vielgestaltigkeit, abstammt.

Darüber hinaus kann uns dieses Bild nun aber auch beim Google-Test helfen. Man gibt die Wörter “North”, “American”, “Indian”, “Dog” ein, und es erscheinen genügend Beispiele für einen Hund — mit den gleichen, aufgestellten, dreieckigen Ohren und dem senkrecht nach unten zeigenden Schwanz, wie dieser Wolf — und mit zudem einer leicht gelblichen Färbung des dicken Pelzes.

Das Interessante an diesem gelben Hund ist nun, dass er genau so aussieht wie der einheimische Hund der Maori in Neuseeland, der unter dem Namen “Kuri” bis 1830 überlebte.

“Kuri”, das sollte man noch hinzufügen, ist ein schwedisches Wort – für “Hund”. Das schottische Wort “cur” für “Hund” — ausgesprochen “kör” — stammt von den Norwegern, die dort einst als Wikinger eingefallen waren. Insofern mag der englische Entdecker Neuseelands, Captain James Cook, im Jahr 1769 gemeint haben, es sei wohl ganz natürlich, dass ein Hund eben “Kuri” hieße.

Andererseits gibt es in der Maori-Sprache noch ein zweites Wort für das gleiche Tier, “Pero”. Das spanische Wort für “Hund” schreibt sich “Perro”, mit Doppel-R. Ist ansonsten aber identisch.

Das hat in der offiziellen Geschichtsschreibung Neuseelands noch nie eine Augenbraue zur Fragezeichenform hochschnellen lassen – vielleicht, weil man die Rechtmäßigkeit des Anspruchs der britischen Krone auf diese Kolonie nicht in Zweifel ziehen wollte.

Und auch heute noch tun sich die Neuseeländer ein bisschen schwer damit, die Geschichte des Kuri zu untersuchen. So stellte die Internetseite stuff.co.nz beispielsweise in einer Story zum Thema “Warum starb der Kuri aus?” fest, der Maori-Hund sei “aus ungeklärten Gründen […] irgendwann im 19. Jahrhundert” ausgestorben. Die Frage, warum das passiert sei, werde nun von zwei Genetikerinnen anhand von Haaren aus Museumspelzen untersucht.

Dabei kann man aus historischen Quellen erfahren, dass der letzte Kuri oder die letzten seiner Art um 1830 zu einer rituellen Mahlzeit verarbeitet wurden.

Obwohl das flauschige Fell dieses Hundes gern als prestigeträchtige Kleidung der Maori-Häuptlinge diente, haben sich — wenn überhaupt — nur wenige ausgestopfte Ganzkörperpräparate erhalten. Im Wellingtoner Te Papa Museum befindet sich ein lächerliches Objekt, das so wirkt, als hätte man ein Tierfell mit etlichen Sofakissen vollgestopft, und dann den Schwanz in Marsupilami-Form hintendran durch die Luft schweben lassen wollen.

Die oben verlinkte stuff-Seite zeigt ein weiteres Tierpräparat, das dem Kuri ähnlich sieht, aber keineswegs echt zu sein braucht. Dafür, dass es an die 200 Jahre alt ist, oder sein müsste, befindet es sich in einem geradezu “unglaublichen” Zustand. Ohne eine genetische Probe hätte ich für dieses Versteigerungsobjekt keinen Pfifferling geboten.

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Vogelspinne bekommt den Namen von Johnny Cash

Aphonopelma johnnycashi – diese neuentdeckte Vogelspinne ist nach Johnny Cash benannt © Chris Hamilton
Country-Sänger als Spinnenpate: Künftig wird eine große, schwarze Vogelspinne den Namen des berühmten Sängers Johnny Cash tragen: Aphonopelma johnnycashi. Denn sie erinnert nicht nur in ihrer Farbe an den “Man in Black”, Forscher entdeckten sie zudem ganz in der Nähe des Folsom Gefängnisses in Kalifornien – und dieses hat der Sänger in einem Lied verewigt. Die neue Vogelspinne ist dabei nur eine von insgesamt 14 neuentdeckten Vogelspinnen-Arten.

scinexx

Wer glaubt, neue Arten lassen sich nur in entlegenen Gebieten entdecken, der irrt. Zwar stoßen Biologen natürlich auch im tiefsten Regenwald oder in der Tiefsee auf unbekannte Tiere und Pflanzen, aber selbst vor unserer Haustür entpuppen sich manche Wesen plötzlich als neue Art.

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DIE PARTEI: “Notfalls lassen wir auf Anderswählende schießen”

Martin Sonneborn. Bild: Martin Krolikowski/CC-BY-SA-2.0
Die Rheinland-Pfalz-Wahl wird überschattet von der Nichtteilnahme der Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (PARTEI), die ausgerechnet bei ihrem Kernthema Populismus diesmal nicht mit den Mitbewerberinnen mithalten konnte. Doch der Parteivorsitzende Martin Sonneborn bleibt zuversichtlich.

Von Markus Kompa|TELEPOLIS

In Rheinland-Pfalz stehen Wahlen an. Die PARTEI wurde bei der Elefantenrunde jedoch nicht berücksichtigt, weshalb CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner ihre Teilnahme abgesagt hatte. Zeichnet sich eine neue Allianz ab?

Martin Sonneborn: Das kann ich noch nicht abschließend beantworten. Wir haben die erforderlichen 2.000 Unterstützer-Unterschriften nicht zusammengebracht, weil die Pfälzer zu dumm sind für moderne Turbopolitik. Deswegen versteigert Deniz Y. Dix, Landesvorsitzender der PARTEI in Rheinland-Pfalz, gerade das Stimmpaket der PARTEI bei Ebay. Ich hoffe, der Preis geht noch ein bisschen nach oben, ein paar Zehntausend Stimmen sind in Rheinland-Pfalz ja kein Klacks. Der Höchstbietende derzeit kommt aus dem FDP-Umfeld.

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Michelangelo litt unter Arthrose

Michealangelos Hände in zwei zeitgenössischen Portraits: Deutlich sind Deformationen und Schwellungen zu erkennen. © historisch
Der große Künstler Michelangelo hat für seinen Schaffensreichtum wahrscheinlich die Gesundheit seiner Hände geopfert. Denn wie Mediziner anhand von zeitgenössischen Portraits herausgefunden haben, litt der Künstler an fortschreitender Arthrose. Die intensive, anstrengende Arbeit an Fresken und Skulpturen hat diesen Verschleiß von Knochen und Gelenken gefördert. Gleichzeitig aber sorgte die ständige Beanspruchung dafür, dass die Hände nicht steif wurden.

scinexx

Der Bildhauer, Maler und Dichter Michelangelo Buonarroti gilt bis heute als einer der ganz Großen der Kunstgeschichte. Seine Fresken in der Sixtinischen Kapelle in Rom, darunter die berühmte “Erschaffung Adams” sind weltbekannt. In seinen Werken nutzt er komplexe dreidimensionale Perspektiven, stellt Bewegungsabläufe dynamisch dar und greift auf mathematisch-ästhetische Grundprinzipien wie den Goldenen Schnitt zurück.

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