Zentralrat begrüßt Rücktritt von Direktor des Jüdischen Museums: „Wieder auf inhaltlich wichtige Arbeit konzentrieren“

Das Jüdische Museum in Berlin-Kreuzberg © Bernd von Jutrczenka (dpa)
Der Zentralrat der Juden in Deutschland begrüßt den Rücktritt des Direktors der Stiftung Jüdisches Museum Berlin, Peter Schäfer. „Es ist ein wichtiger Schritt, um weiteren Schaden von der Institution abzuwenden.“

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Das schrieb Zentralratspräsident Josef Schuster am Freitagabend auf Twitter. Das Museum befinde sich derzeit in einer wichtigen Phase der Neuaufstellung, die zu einem guten Abschluss gebracht werden müsse.

Der Zentralrat hatte in den letzten Tagen scharf kritisiert, dass das Museum per Internet eine Leseempfehlung für einen Zeitungsartikel über Wissenschaftler gegeben hatte, die den Beschluss des Bundestags gegen die BDS-Bewegung verurteilen. Die Bewegung ruft unter anderem zum Boykott israelischer Waren auf. Der Zentralrat stellte infrage, ob die Bezeichnung „jüdisch“ für das Museum noch angemessen sei. Überdies hatte der Rat Vorbehalte gegen eine Jerusalem-Ausstellung des Museums vorgebracht.

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Journalismusdämmerung? Für Online-Nachrichten will kaum jemand zahlen

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Eine international Reuters-Studie sieht sinkendes Vertrauen in Medien, steigende Abo-Müdigkeit und Nachrichtenabstinenz. Statt Nachrichten werden Unterhaltungsangebote wie Spotify oder Netflix abonniert

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Schlechte Nachrichten für Nachrichtenmedien. Nach dem Digital News Report des Reuters Institute for the Study of Journalism, für den 17.000 Menschen in 38 Ländern von YouGov online befragt wurden, sinkt die Bereitschaft, für Online-Nachrichten zu zahlen. Smartphones und mobile Internetzugänge hätten die Geschäftsmodelle vieler Nachrichtenmedien während der letzten 20 Jahre zerstört und zu sinkenden Einkünften und Entlassungen geführt. Und dann wollen die Menschen angeblich nicht für Online-Nachrichten bezahlen, es habe in den letzten Jahren bestenfalls einen kleinen Zuwachs der Zahlungswilligen gegeben.

Nach einem „Jahrzehnt der digitalen Disruption“ würden Nachrichtenmedien zunehmend versuchen, Zahlschranken einzuführen und Bezahlmodelle über Abos, Mitgliedschaften oder Spenden zu entwickeln. Zudem gebe es einen Hype über Podcasts und Sprachnachrichten etwa über Amazon Echo und Google Home. Aber es würde auch in einigen Ländern darüber nachgedacht, ob Qualitätsjournalismus in Zukunft noch machbar sein wird. Zwar würden in nordeuropäischen Ländern mehr Menschen bereit sein, für Online-Nachrichten zu zahlen, ein Problem aber ist, dass in der Regel nur ein Online-Abo gezahlt wird. In Deutschland sagen 70 Prozent von denjenigen, die für Online-Nachrichten zahlen, dass sie nur ein Abo haben, nur 10 Prozent sind bereit, für drei oder mehr zu zahlen. Das fördere große Medien und benachteilige kleinere.

Die Rede ist auch von einer sich ausbreitenden Abo-Müdigkeit in vielen Ländern. Die könnte gerade bei Online-Nachrichtenmedien verstärkt werden, wenn die Nutzer zunehmend auf mehr Bezahlschranken stoßen und davon abgeschreckt werden bzw. zu Angeboten von Nachrichtenaggregatoren wie Apple News gehen, von denen sie gegen ein Abo auf mehrere Nachrichtenmedien zugreifen können.

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Vollbremsung

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Das Auto muss weg

Klaus Gietinger | TELEPOLIS

  1. Jedes Jahr sterben 1,35 Millionen Menschen auf den Straßen der Welt durch Verkehrsunfälle, Tendenz steigend. Zählt man die Umweltbelastung durch das Kfz dazu, kommt man damit auf jährlich drei Millionen Tote. Inklusive der autobedingten Umweltverschmutzung macht das von Beginn der Motorisierung an bis zum Jahr 2030 mindestens 200 Millionen Todesopfer – mehr als durch alle Kriege. Das Auto frisst zudem immer mehr Öl, das trotz Fracking vermutlich in 40 Jahren aufgebraucht sein wird. Dann ist Schicht im Schacht. Das Kfz hat bis dahin große Teile der Erde vergiftet und sich einen immer größeren Anteil an der Klimaerwärmung herausgefahren, Hunger produziert und unglaublichen Raum gefressen. Umweltkatastrophen und Kriege folgen. Doch Halt, wer wird denn gleich in die Luft gehen? Bitte durchatmen, solange es noch klappt. Denn zum globalen Fahren gegen die Wand wird es nicht kommen. Wir legen eine Vollbremsung hin. Doch zuerst noch einige Ursachen.
  2. Kapitalismus per se erfordert eine immer schnellere Bewegung von Waren als auch einen immer größeren Warenausstoß. Die Bewegung des Kapitals ist maßlos. Dies überträgt sich auf unser ganzes Leben und eben auch auf die Art und Weise, wie wir uns bewegen. Wir wollen immer schneller immer weiter. Wir sind scheinbar zur Maßlosigkeit verurteilt. Einzig wirtschaftliche Krisen bremsen kurzzeitig dieses Hamsterrad.

Vor allem das von Faschisten gepushte Auto hat uns bewegungssüchtig gemacht. „Das goldenen Zeitalter“ des Fordismus nach dem Zweiten Weltkrieg machte das Auto für breite Schichten erwerbbar. Die Droge kann nur von einer Bewegung von unten gebremst werden. Es mehren sich die Anzeichen, dass wir uns in einer Zeitenwende befinden.

  1. Das Auto gaukelt uns Individualität und mühelose Überwindung des Raums vor. Diese Leichtigkeit der Bewegung ist die ursprüngliche Glücksverheißung des Kfz, wir potenzieren unsere Kraft, ohne uns groß anstrengen zu müssen. Das schwere Ding auf vier Rädern erscheint uns als Maschine, die uns das Leben und den äußeren Zwang zur Beschleunigung erleichtert, und dafür gehen wir über Leichen. Wir werden zu Süchtigen. Obwohl wir uns immer gleich lang im Verkehrsraum aufhalten und im Schnitt nicht mehr als drei Wege am Tag zurücklegen, fahren wir immer weiter und immer schneller. Wir gewinnen im Verkehr jedoch keine Zeit, so schnell wir uns auch bewegen. Die junge automeidende Generation in der Stadt ist der Ansatzpunkt einer Wende, ebenso die Zunahme des Fahrradverkehrs bei allen Generationen und Klassen. Doch beide Hebel sind nicht stark genug, um die Kfz-Gesellschaft auszuhebeln. Dafür muss noch mehr passieren.

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Der Therapiestaat – die moderne Paternalismus-Maschine

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„Betreutes Denken und Leben“ und damit die Infantilisierung der Bürger schreiten voran

Karl Kollmann | TELEPOLIS

Trotz aller Antipathie gegenüber dem Nationalstaat setzt heute das links-grüne Milieu voll auf ihn, wenn es um die Erziehung der Bürger zu besseren Menschen gehen soll – aber ebenso das rechtskonservative Lager zur Bewältigung von Migrations- und Beliebigkeitskrisen. Beide weisen der Verwaltung neue und mehr Aufgaben zu. Staaten, genauer: die staatliche Verwaltung, die Bürokratie, werden dabei emotional positiv als eine Art guter Freund der Bürger gesehen.

Klassische Liberale, die eine möglichst große individuelle Freiheit vom Staat wollen, gibt es anscheinend kaum mehr. Beim linken Milieu kommt das Paradox hinzu, dass sie nicht nur viele neue Regeln haben wollen, dies aber lieber nicht nationalstaatlich, sondern von der EU oder am besten globalistisch lösen möchten.

Politische Herrschaft

Die Rechtsunterworfenen hatten mit ihrem politischen Herrscher, dem Fürsten, schon immer zu teilen. Der Zehent, als Tributzahlung, war bereits im Altertum in verschiedenen Kulturen bekannt und über das Mittelalter bis in die frühe Neuzeit üblich. Das war ein Zehntel des erwirtschafteten Einkommens eines Untertans (und seiner Familie), in Kriegszeiten waren es gerne mehr. Heute geht es übrigens im Schnitt bei Singles in Deutschland an die 40 Prozent.

Das Grundversprechen zwischen Herrscher und Untertan lautet: Zehent gegen Sicherheit der Person und des persönlichen Eigentums. Immer feiner ausziseliert durch das ausufernde Rechtssystem. Die Fiktion des Gesellschaftsvertrages ist dabei ein Erklärmodell. Kein einziger Bürger hat mit seinem Staat eine solche Vereinbarung geschlossen. Das neugeborene Kind ist bereits rechtsunterworfen, die Eltern haben nur so viel mitzureden, als das Kindswohl nicht gefährdet wird. Ja, in diesem Beitrag soll die verbreitete Staatsromantik gegen den Strich gebürstet, gelesen werden.

Waren lange Zeit die Kirchen die „moralische Anstalten“ der Gesellschaft, die den Menschen vorgeschrieben haben, was sie tun und lassen sollten, so übernahm – als Nebeneffekt sowohl der Aufklärung wie der Industrialisierung – langsam die staatliche Bürokratie diese Aufgabe. Schulpflicht, Arbeitspflicht, Eheverbote gab es mannigfach Anfang des 19. Jahrhunderts; die Französische Revolution schaffte exzessiv neue Gesetze. Mit dem Bedarf an möglichst gesunden Soldaten und rascher „Instandsetzung“ von im Krieg Verletzten setzte der medizinische Aufschwung ein. Die Herstellung von Volksgesundheit war militärisches und politisches Ziel. Brauchbare Ernährung und Hygiene sowie geordnete familiäre Verhältnisse waren dann ärztlich inspirierte Anfänge, die Lebensweise der rechtsunterworfenen Individuen für eine militärische Nutzung zu verbessern.

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Hoch lebe der Staatshumor

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Die öffentlich-rechtlichen Sender bespaßen ihr Publikum mit einer kunterbunten Parade aus Komikern, Witzeerzählern, Hofnarren und ein paar politischen Kabarettisten im Alibimodus. Hört und sieht man genauer hin, vergeht einem umgehend das Lachen

Wolf Reiser | TELEPOLIS

Claus von Wagner, neben Max Uthoff gastgebender Klinikchef der ZDF-Anstalt, erinnerte unlängst an die Definition seiner Kunstsparte: „Kabarett ist das Spiel mit dem erworbenen Wissenszusammenhang eines informierten Zuschauers.“ Und im gleichen Atemzug erfolgte die Frage: „Doch was macht man, wenn über wesentliche Belange nicht, falsch oder manipulativ berichtet wird?“

In normalen Zeiten sind Journalisten dafür zuständig, Journalismus zu betreiben, während sich die Kabarettisten um das Kunsthandwerk der satirischen Nachrichtenbearbeitung kümmern. Doch wir leben in keinen normalen Zeiten. Die Ära Merkel hat die Republik umfassend sediert und sie in einen hypnotischen Dämmerzustand aus Opportunismus, Diskursverschleppung und Paralyse versetzt.

Aus diesem Grund müssen politische Künstler sich nicht nur durch die wuchernden Fake-Narrative der politischen Macht kämpfen, sondern parallel auch noch die journalistischen Defizite der loyalen Leitmedien aufarbeiten. Das kostet Nerven und unendlich viel Zeit, also auch Sendezeit. Und so greifen die Anstaltsmacher immer wieder zum Trick der antiquierten Grundschul-Schautafel, um den Zuschauern auf diesem Weg die grundlegenden Fakten des jeweiligen Themas zu vermitteln.

Trotz dieser Widrigkeiten schafft man es in jeder Folge, Facetten aus dem rotierenden Irrsinn unseres Absurdistans herauszugreifen, das Rad anzuhalten und die Dunkelstellen mit detektivischer, respektloser und im besten Sinne unterhaltsamer Präzision zu erhellen.

In den fünf Jahren nahm man sich Themen wie Steuergerechtigkeit, Sexismus, Rechtsextreme oder Automobil-industrie vor und kümmerte sich um Griechenland wie auch des Öfteren um die westliche Wertemilitanz in Libyen, Syrien und der Ukraine. Man legt hohes Tempo an den Tag, intellektuelle Schärfe, eine lockere Mischung aus Kalauern, Parodie, Klartext und radikaler Opposition zum politisch-medialen Mainstream, oft auch in Form der Medien. Und die reagieren nicht immer wohlgesonnen. Mal erkennt man die Autoren als Putin-Trolle und antiamerikanische Aufwiegler oder straft das ganze Format als arroganten Agit-Prop und neomarxistisches Bauerntheater ab.

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Auch Millionen von Jungen werden schon als Kinder verheiratet

Nicaragua (hier eine Einkaufshalle in Managua) ist einer der Länder der Erde, in der auch Jungen häufig bereits als Kinder zwangsverheiratet werden Quelle: AP
Nicht nur Mädchen, auch Jungen werden oft gegen ihren Willen früh in Ehen gezwungen: Laut einer Schätzung des Kinderhilfswerks wurden weltweit über 100 Millionen Jungen verheiratet, obwohl sie teils noch nicht einmal 15 Jahre alt waren.

DIE WELT

Für die Untersuchung, die Unicef Deutschland nun vorlegt hat, wurden Zahlen aus 82 Ländern ausgewertet. Sie richtet den Blick auf ein wenig bekanntes, aber offenbar weit verbreitetes Phänomen: Nicht nur Mädchen, sondern auch viele Jungen sind von Kinderehen betroffen.

In den untersuchten Ländern wurden rund 115 Millionen der heute 20 bis 24 Jahre alten Männer bereits vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet, wie Unicef mitteilte. Jeder fünfte von ihnen (23 Millionen) war bei seiner Hochzeit noch nicht einmal 15 Jahre alt. Üblich sind Kinderehen bei Jungen demnach in einer Reihe von afrikanischen Ländern südlich der Sahara, in Lateinamerika und Karibik, in Südasien sowie Ost-Asien und in der Pazifik-Region verbreitet.

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Eine ziemliche Eselei: AfD-naher Künstler Axel Krause wird von Leipziger Jahresausstellung ausgeschlossen

Die Baumwollspinnerei, ein Leipziger Kunstquartier und Schauplatz der Leipziger Jahresausstellung, die nun doch – zum 26. Mal – stattfinden soll. (Bild: Spinnerei Neonreklame; Uwe Walter / PD, 2006)
Die 26. Leipziger Jahresausstellung findet nach Protesten ohne die Werke des AfD-nahen Künstlers Axel Krause statt. Die Aufmerksamkeit, die Krauses Kritiker ihm entziehen wollten, ist ihm nun jedenfalls gewiss.

Hansjörg Müller | Neue Zürcher Zeitung

Es war ein peinliches Hin und Her: Eigentlich sollte die Leipziger Jahresausstellung am Freitag eröffnet werden. Letztes Wochenende entschied der veranstaltende Verein LIA nach Protesten gegen die Teilnahme des Malers Axel Krause, die Leistungsschau lokaler Künstler dieses Jahr ausfallen zu lassen. Krause macht aus seiner Sympathie für die rechte AfD kein Geheimnis; seit letztem Jahr gehört er dem Kuratorium der parteinahen Desiderius-Erasmus-Stiftung an. Am Dienstag besannen sich die Veranstalter anders: Wenn «alle vorbereitenden Arbeiten» abgeschlossen seien, werde die Ausstellung in der Leipziger Baumwollspinnerei eröffnet, heisst es auf der LIA-Homepage. Wann genau dies der Fall sein wird, blieb offen. Werke Krauses sollen an der Ausstellung nicht gezeigt werden.

Auf dem Kunstmarkt erfolgreich

Der 1958 in Halle geborene Maler galt in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren als hoffnungsvolles Talent. Anders als Künstlern wie Neo Rauch oder Tim Eitel, den Leitfiguren der Neuen Leipziger Schule, blieb Krause der ganz grosse Durchbruch versagt. Auf dem Kunstmarkt ist er allerdings durchaus erfolgreich: Werke von ihm wurden auch schon bei Sotheby’s in New York versteigert.

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Um ein gefälschtes Gemälde zu erkennen, genügt die Analyse winziger Farbspuren

Um ihre neue Methode zu testen, untersuchten die Forscher ein Bild, das bereits als Fälschung entlarvt war: Laut Signatur sollte es Sarah Honn im Jahr 1866 gemalt haben. (Bild: James Hamm / The State University of New York)
Moderne Instrumente erlauben es, die Radiokarbonmethode auf viel kleinere Proben anzuwenden als früher. Das bringt bei der Prüfung von Bildern grosse Vorteile mit sich.

Sven Titz | Neue Zürcher Zeitung

Schon seit Jahrzehnten weisen Fachleute die Fälschung von Bildern nicht mehr nur anhand verräterischer Pinselstriche nach. Längst helfen ihnen modernere Methoden, zum Beispiel die chemische Untersuchung der Pigmente oder die Durchleuchtung mit Röntgenstrahlen. Zur Enthüllung von Falsifikaten dient auch die Radiokarbonmethode: Mit ihr lässt sich zum Beispiel eine Leinwand datieren. Dieser Methode hat ein internationales Forscherteam jetzt eine verfeinerte Variante hinzugefügt, die sogar die Analyse dünner Farbschichten erlaubt.

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Die Ursprünge der Europäer, genetisch betrachtet

„Die Reise unserer Gene“ lautet der Titel des neuen Buches von Johannes Krause, Direktor des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte in Jena. Ein Muss für alle, die Geschichte mal aus einem anderen Blickwinkel kennenlernen wollen. Denn wie keine andere Fachwissenschaft hat die Biochemie unser Wissen über die Vor- und Frühzeit des Menschen in den letzten zehn Jahren revolutioniert.

Von Stefan Nölke | MDR

Zu Tausenden kamen die Menschen über die Balkanroute nach Mitteleuropa. Im fernen Anatolien waren sie einst aufgebrochen, um ein besseres Leben zu finden: kein Szenario aus dem frühen 21. Jahrhundert, sondern aus dem Neolithikum vor 8.000 Jahren. Ackerbauern aus dem fruchtbaren Halbmond drängten damals die mitteleuropäischen Jäger und Sammlerpopulationen immer weiter nach Norden. Im Gepäck hatten die Neuankömmlinge das sogenannte neolithische Paket: Die Fertigkeit, Getreide anzubauen und Haustiere zu halten.

Ihre Haut war hell, ihre Augen dunkel, während dies bei der europäischen Urbevölkerung, die hier die Härten der Eiszeit ausgestanden hatte, genau umgekehrt der Fall war: Ihre Haut war dunkel, fast wie bei den Menschen im heutigen Kenia, dafür aber waren ihre Augen blau.

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Älteste Frühmenschen-Steinwerkzeuge entdeckt

Diese Steinklingen sind knapp 2,6 Millionen Jahre alt – sie repräsentieren die ältsten bekannten Steinwerkzeuge der frühmenschlichen Oldowan-Technologie. © David R. Braun
Prähistorischer Technologie-Sprung: Unsere Vorfahren produzierten schon vor knapp 2,6 Millionen Jahren Werkzeuge durch gezieltes Abschlagen von Steinklingen. Das belegen jetzt Funde solcher Steinabschläge im Nordosten Äthiopiens – den bisher ältesten Exemplaren dieser sogenannten Oldowan-Kultur. Gleichzeitig demonstrieren diese Funde einen technischen Sprung gegenüber den einfachen Hammersteinen von Menschenaffen und Vormenschen, wie die Forscher berichten.

scinexx

Schon vor 3,3 Millionen Jahren schlugen sich Vormenschen Steine zu einfachen Steinwerkzeugen zurecht, wie Funde am Turkanasee in Kenia belegen. Doch erst mit Frühmenschen wie dem Homo habilis entwickelten unsere Vorfahren die Fähigkeit, auch feinere, scharfkantige Steinklingen durch gezielte Abschläge herzustellen. Die bisher ältesten Fundstücke dieser sogenannten Oldowan-Technik waren rund 2,55 bis 2,58 Millionen Jahre alt. Doch wann sie erstmals entstand und welcher Frühmensch sie „erfunden“ hat, ist noch ungeklärt.

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The Worth of an Angry God

Image credit. NAUTILUS
How supernatural beliefs allowed societies to bond and spread.

By Brian Gallagher | NAUTILUS

A god who knows everything, is everywhere, and wields impossible power, is a potent fantasy. Allegiance to it animates the lives of billions worldwide. But this “Big God,” as psychologists and anthropologists refer to it, wasn’t dreamt from scratch but pieced together, over thousands of years, paralleling humanity’s move from small- to large-scale societies. One burning question researchers want to answer is: Did humans need belief in a God-like being—someone who can punish every immorality we might commit—to have the big societies we have today, where we live relatively peaceably among strangers we could easily exploit?

Harvey Whitehouse, the director of the Institute of Cognitive and Evolutionary Anthropology at Oxford University, doesn’t think so. “Complex societies,” he and his colleagues declared in a March Nature paper, “precede moralizing gods throughout world history.” They relied on a massive historical database, called Seshat, which over a decade attracted contributions from over a hundred scholars. With the database “finally ready for analysis,” Whitehouse and his colleagues wrote in The Conversation, “we are poised to test a long list of theories about global history,” particularly “whether morally concerned deities drove the rise of complex societies,” some hallmarks of which are more economic integration and division of labor, more political hierarchy, the emergence of classes, and dependence on more complex technology and pre-specialists. Whitehouse concluded that those deities did no such driving. As he told Nautilus in a 2014 interview, as societies became more agricultural, what researchers see “in the archeological record is increasing frequency of collective rituals. This changes things psychologically and leads to more doctrinal kinds of religious systems, which are more recognizable when we look at world religions today.”

Joseph Henrich, chair of the Department of Human Evolutionary Biology at Harvard University, sees it differently. He contends that moralizing gods spurred societal complexity because belief in moralizing gods leads to success in intergroup competition. It increased trust and cooperation among a growing population of relative strangers, he said, and buttressed traits like bravery in warfare. “The word ‘moralizing’ is not a useful term,” though, he added. “People use it casually, because people are interested in morality, but the theory specifies this very specific set of things that increase your success in intergroup competition. Most people want to call greater cooperation, helping strangers, things like that, moral. That’s just a Western preoccupation.”

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Friedhofs-Werbeverbot gilt auch für Blumenvasen—Bitte keine Werbung!

Kreuz auf dem Karlsruher Hauptfriedhof © Harald Oppitz (KNA)
Letzte Ruhestätte als werbefreier Raum? Wenn auf einem Friedhof ein Werbeverbot gilt, kann dies auch Blumenvasen mit einer Werbeaufschrift umfassen. Verkäufer entsprechender Vasen müssen ihre Kunden auf dieses Verbot hinweisen.

DOMRADIO.DE

So steht es in einem Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz. Damit wiesen die Richter einen Kläger in die Schranken, der in seinen Geschäftsräumen Friedhofsvasen mit Werbeaufklebern zur kostenlosen Mitnahme und im Internet zum Preis von einem Euro angeboten hatte.

Ordnungsgeld verhängt

Das Landgericht Trier verurteilte den Mann bereits 2016, es zu unterlassen, auf Gräbern Blumenvasen mit Werbeaufklebern aufzustellen, wenn die Friedhofsatzung Werbung verbietet. Weil dennoch nachweislich zwölf Blumenvasen auf Friedhöfen mit geltendem Verbot nachgewiesen werden konnten, verhängte das Landgericht ein Ordnungsgeld in Höhe von 5.000 Euro.

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Über Philosophie und Populärkultur: Gott ist eigentlich schon lange tot

„Philosophie ist überall“, lautet das Credo von Ger Groot, auch hinter dieser Mauer in Zagreb Foto: imago-images/Pixsell
Das Ringen des Menschen mit der Religion hat in der gesamten Kultur und im Alltag Spuren hinterlassen. Der Philosoph Ger Groot hat ihnen nachgespürt.

Ingo Arend | taz.de

„Beam me up, Scotty“. Der Satz, den Enterprise-Commander James Kirk seinem Chefingenieur Montgomery Scott zuruft, um ihn von einem fremden Planeten zurück an Bord des Raumschiffs zu teleportieren, ist zu der Metapher für die US-amerikanische TV-Serie „Star Trek“ geworden. Und längst als Synonym für den Wunsch, sich aus einer unliebsamen Situation zu befreien, in die Alltagssprache diffundiert.

Die wenigsten dürften freilich realisieren, welchen Subtext der coole Spruch in sich bergen könnte. Der niederländische Philosoph Ger Groot will darin ein spätes Echo des materialistischen Weltbildes des französischen Arztes und Philosophen Julien Offray de La Mettrie erkennen.

Eine unsterbliche Seele gab es für den 1751 gestorbenen Denker nicht. Ebenso verwarf er René Descartes’ Idee eines Dualismus von Geist und Materie. Denken und Bewusstsein sah er als Funktion der Materie. Karl Marx verspottete dieses Enfant Terrible der Aufklärung deswegen als „mechanistischen Materialisten“.

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Zukunftsforschung: „Gesundheit tritt an die Stelle der Religion“

Professor Bernd Thomsen in seinem Hamburger Büro – das Unternehmen, die Thomsen Group, besteht schon seit 35 Jahren Quelle: Thomsen Group/Privat
Was wird bis 2050 in Gesellschaft und für Unternehmen wichtig? Prof. Bernd Thomsen erforscht die Mega-Trends. Zum Beispiel das „Moved Life“ – hier werden bei den Fahrten auch medizinische Untersuchungen stattfinden. Eine Zukunft hat auch ein heutiges Streit-Thema.

Von Jörn Lauterbach | DIE WELT

Sein Beruf ist der Blick in die Zukunft – um so die Unternehmen, die Prof. Bernd Thomsen und sein Unternehmen Thomsen Group beauftragen, fit für sich verändernde Märkte und gesellschaftliche Strömungen zu halten. Thomsen lehrt in Asien und Europa und wählt seit den Amtszeiten von Bundespräsident Richard von Weizsäcker Hochbegabte für die Bundesrepublik aus. In seiner Freizeit hilft er weltweit misshandelten Kindern. Ein Gespräch über die Zukunft, die schon heute geplant werden muss – auch, weil viel weniger gearbeitet werden muss.

WELT: Sie beraten führende Unternehmen darin, wie sich deren Markterfolg auch mit Blick auf eine Zukunft bis 2050 bereits heute sichern oder ausbauen lässt und leiten das aus gesellschaftlichen Entwicklungen ab. Aber wie gehen Sie dabei genau vor? Eine Glaskugel haben Sie ja nicht.

Prof. Bernd Thomsen: Wir analysieren gesellschaftliche Veränderungen sehr genau. Dazu haben wir in den letzten 35 Jahren eine Methodologie entwickelt und laufend perfektioniert, mit der wir früh schwache Veränderungs-Signale filtern und bei besonderer Häufigkeit genauer untersuchen. Stellen Sie sich das vor wie junge, meist unbeachtete Baumtriebe, die zu stolzen Eichen werden. Die Ergebnisse führen wir mit Interviews zusammen, die wir mit Menschen in Alltagssituationen führen. Wir identifizieren, wie Haltungen und Gefühle dazu sind. Daten allein nutzen da wenig, sie bilden ja nur die Vergangenheit ab, sind retrospektiv. Zusätzlich stehen wir ständig im Dialog mit den Entscheidern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Diese strategische Früherkennung gewährleistet, dass uns keine gesellschaftlichen Veränderungen mit großem Potenzial durch die Lappen gehen. Denn unser Zukunftswissen, u. a. dokumentiert in Future Assets, ist – anders als bei Propheten mit ihrer Glaskugel – letztlich unser Wettbewerbsvorteil und der Kern unserer Dienstleistung.

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Die fehlbare Vernunft

Kant 1791 nach dem Berliner Maler Gottlieb Doebler ursprünglich in der Freimaurerloge Zum Todtenkopf und Phoenix in Königsberg, hier die zweite Ausführung für Johann Gottfried Kiesewetter. Bild: wikimedia.org/PD

Seine Schrift „Zum ewigen Frieden“ steckt in der UN-Charta, seine Vernunftkritik in der Wissenschaftstheorie, seine Ethik in Urteilen des Bundesverfassungsgerichts. Eine Berliner Tagung erkundete Werk und Einfluss Immanuel Kants.

Von Franz Viohl | Süddeutsche Zeitung

Mit Immanuel Kant und der Philosophie verhält es sich etwa so wie mit einem Buchstaben und einem Wort: Der eine setzt das andere voraus. Kants Schrift „Zum ewigen Frieden“ steckt in der Charta der Vereinten Nationen, seine Vernunftkritik in der Wissenschaftstheorie, seine Ethik in Urteilen des Bundesverfassungsgerichts. Das macht eine Vermessung von Kants Werk und Einfluss heute nicht gerade einfach. Inwiefern ist der „Weltweise aus Königsberg“ mehr als ein „Zitate-Steinbruch für Sonntagsreden“?

Danach fragte der Frankfurter Philosoph Marcus Willaschek auf einer prominent besetzten Tagung in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Mit Blick auf das Kant-Jahr 2024, in dem die Akademie den 300. Geburtstag mit einer Neuedition des Gesamtwerks feiern will, suchten die Veranstalter bei der dreitägigen Debatte nach dem „europäischen Denker“ in Kant. Kein schlechter Zeitpunkt so kurz nach der Europawahl, aber taugt der deutsche Idealist auch als Kommentator der Gegenwart?

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Nach der Europawahl: «Die starke AfD in Ostdeutschland zeigt, wie gespalten das Land ist»

Der Politologe Hans Vorländer von der TU Dresden. (Bild: Jürgen Heinrich / Imago)
Von zwei Deutschlands, die nicht vergehen wollen, spricht der Dresdner Politologe Hans Vorländer. Nach der jüngsten Europawahl ist für ihn klar, dass die AfD ihre Wählerbasis verstetigt hat. Bis zu 30 Prozent der Bevölkerung in Ostdeutschland fühlten sich fremdbestimmt, sagt Vorländer im Gespräch mit der NZZ.

Christoph Eisenring | Neue Zürcher Zeitung

Fast jeder Fünfte war 2005 im ostdeutschen Bundesland Sachsen arbeitslos. Zuletzt waren es lediglich noch 5,5 Prozent – eine enorme Verbesserung. Und dennoch war bei der jüngsten Europawahl die nationalistische Alternative für Deutschland (AfD) in dem Bundesland vor der CDU die stärkste Partei. Schon bei der Bundestagswahl im Herbst 2017 hatte die AfD die CDU knapp überflügelt. Allgemein erreichte die AfD im Osten rund 20%, in Westdeutschland blieb sie einstellig, mit Ausnahme Baden-Württembergs (genau 10%). Das erstaunt auf den ersten Blick, geht es den Ostdeutschen wirtschaftlich doch besser als den Bewohnern anderer ehemaliger Ostblockstaaten und auch im Vergleich mit der eigenen (DDR-)Vergangenheit. Doch die Referenzgrösse, mit der sich die Ostdeutschen vergleichen, sei Westdeutschland, sagt der Politologe Hans Vorländer von der TU Dresden im Gespräch. Bei der Wirtschaftsleistung pro Kopf klafft hier immer noch eine Lücke von gut einem Fünftel. Dabei wird allerdings ausgeblendet, dass die Lebenshaltungskosten im Osten Deutschlands geringer sind, weshalb die reale Differenz kleiner ist.

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Die Verweigerung des Kopftuchs kann tödlich enden

Themenbild
In der Diskussion um ein Kopftuchverbot an Grundschulen warnt Linke-Politikerin Christine Buchholz vor einer Ausgrenzung von Muslimen und fordert völlige Freiheit in Bezug auf religiöse Symbole. Aber Kopftuch, Kreuz und Kippa zu vergleichen, ist schlichtweg Zynismus.

Von Martin Niewendick | DIE WELT

Eines der intellektuell dürftigsten Argumente in der Debatte um ein Kopftuchverbot wurde kürzlich von der Linke-Politikerin Christine Buchholz wiederholt. Ein solches Verbot an Grundschulen schüre Stimmung gegen Muslime, schrieb die Bundestagsabgeordnete auf Twitter und ergänzte: „Wir stellen uns gegen jeden Zwang, Kopftuch, Kippa, Turban oder Kreuz tragen zu müssen oder es nicht tragen zu dürfen.“ Ähnliches liest und hört man immer wieder.

Nun ist die faktische Gleichsetzung des Kopftuches mit Kippa und Christenkreuz schlicht falsch. Das Kopftuch wird bekanntlich vielen Mädchen aufgezwungen, ob unmittelbar durch die eigene Familie oder vermittelt durch Kultur. Das leugnen nicht einmal Kopftuch tragende Gegnerinnen eines Verbotes wie die Autorin Kübra Gümüsay.

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Gender-Forschung: Wie schwanger können Männer werden?

Wem gehört denn nun der Bauch? Die Gleichstellung und moderne Rollenverteilung der Geschlechter wird vor allem in der Zeit der Schwangerschaft auf eine harte Probe gestellt. Bild: dpa
Die Debatte um Gleichberechtigung der Geschlechter und deren Diskriminierung ist so lebendig wie vielleicht noch nie. Ein Gender-Forscher identifiziert jedoch die Schwangerschaft als ein Hindernis auf dem Weg zur totalen Gleichheit.

Von Gerald Wagner | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Gute Soziologie beginnt mit Erstaunen. Etwa darüber, dass sich die Arbeitsteilung in Paarbeziehungen nach der Geburt des ersten Kindes wieder retraditionalisiert: Mütter- und Vaterrollen werden sehr geschlechtstypisch ausgeformt. Frauen übernehmen die Kinderbetreuung, die Männer gehen arbeiten. Wenn man weiß, dass die Versorgerehe als Lebensform staatlicherseits gefördert und von den ökonomischen Verhältnissen belohnt wird, wirkt das allerdings gar nicht so erstaunlich.

Für den Gender-Forscher Stefan Hirschauer kratzen solche Erklärungsmuster bestenfalls an der Oberfläche des Phänomens. Ihm geht es um nicht weniger als um die Delegitimierung der biologischen Naturalisierung der Geschlechterdifferenz sogar während der Schwangerschaft und der unmittelbaren Zeit nach der Geburt. Selbst ansonsten längst emanzipierte Paare fallen in dieser Zeit zurück in eine mit körperlichen Unterschieden begründete Differenzierung von Elternrollen, die Hirschauer als eine „Vermutterung der Elternschaft“ anprangert. Warum, fragt Hirschauer, nehmen sich Paare gerade in dieser Zeit so stark als Mann und Frau wahr?

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Anti-CDU-Video: YouTuber unterstützen Rezo

Bild: tagesschau.de
Der YouTuber Rezo hat mit seinem „Anti-CDU-Video“ für Furore gesorgt. Nun legt er mit seiner Kritik an den Regierungsparteien nach: In einem knapp dreiminütigen Video geben er und 30 weitere Kollegen Wahlempfehlungen.

tagesschau.de

Nach seinem viel diskutierten Anti-CDU-Video bekommt Rezo viel Unterstützung aus der YouTuber-Szene. Auf dem Youtube-Kanal des 26-Jährigen wurde ein knapp dreiminütiges neues Video veröffentlicht. Der Clip beginnt mit einer Ankündigung von Rezo: „Dies ist ein offener Brief, ein Statement“. Im Anschluss kommen nacheinander etwa 30 andere YouTuber zu Wort, die eine Erklärung verlesen, die auch als Text unter dem Video zu sehen ist.

Darin heißt es unter anderem: „Wählt nicht die CDU/CSU, wählt nicht die SPD. Wählt auch keine andere Partei, die so wenig im Sinne von Logik und der Wissenschaft handelt und nach dem wissenschaftlichen Konsens mit ihrem Kurs unsere Zukunft zerstört. Und wählt schon gar nicht die AfD, die diesen Konsens sogar leugnet.“ Angehängt ist eine „Liste von Unterzeichnern“. Darin tauchen einige der reichweitenstärksten YouTuber auf wie Julien Bam, Dagi Bee oder LeFloid.

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Ancient Egyptians Built This 4-Towered Fortress More Than 2,600 Years Ago

The ancient fortress‘ eastern gate. Credit: Egyptian Ministry of Antiquities
Archaeologists in Egypt have discovered the ruins of an ancient fortress dating to the 26th Dynasty, the last dynasty in which native Egyptians ruled before the Persians conquered the country in 525 B.C., according to the Egyptian Ministry of Antiquities.

By Laura Geggel | LiveScience

Researchers uncovered parts of the mud-brick stronghold — including the northeastern and southeastern towers — at the Tell El-Kedwa site in North Sinai. Previously, in 2008, archaeologists had excavated the military citadel’s eastern wall, but the fortress is so large, it took until now to unearth more of its remains.

Apparently, the spot was a prime location for a fortress. Archaeologists found the ruins of a younger military outpost that was built on top of this one’s remains, the archaeologists said. [Photos: Mummies Discovered in Tombs in Ancient Egyptian City]

The original fortress „is considered one of the oldest fortresses to be discovered“ in the country, Moustafa Waziri, secretary-general of the Supreme Council of Antiquities in Egypt, told the Egyptian news outlet Ahram Online.

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