»Denkmal der Schande« neben Höckes Wohnhaus

Das »Denkmal der Schande«, ein verkleinerter Nachbau des Berliner Holocaust-Mahnmals, in Sichtweite des Grundstücks von AfD-Politiker Höcke. ©DPA
Der Nachbau des Holocaust-Mahnmals vom Zentrum für Politische Schönheit soll zwei Jahre stehen bleiben

Jüdische Allgemeine

Neben dem Wohnhaus des umstrittenen Thüringer AfD-Politikers Björn Höcke ist am Mittwoch ein Ableger des Berliner Holocaust-Mahnmals errichtet worden. Hinter dem Projekt in dem thüringischen Dorf Bornhagen im Eichsfeld steckt die Berliner Künstlerinitiative »Zentrum für Politische Schönheit« (ZPS), die seit Jahren mit spektakulären Guerilla-Kunstaktionen von sich reden macht.

Das aus 24 Betonstelen bestehende Mahnmal stehe auf dem direkten Nachbargrundstück neben Höckes Haus. Das ZPS habe das Grundstück nach der sogenannten Dresdner Rede Höckes im Januar 2017 verdeckt angemietet, teilte die Künstlerinitiative am Mittwoch mit. In der berüchtigten Rede hatte Höcke das Holocaust-Mahnmal als »Denkmal der Schande« bezeichnet und »eine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad« gefordert.

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34.000 Jahre alte Venus aus Elfenbein entdeckt

Projektion der Breitenbacher Elfenbeinfragmente auf die Oberschenkel und Brustpartie der Venus vom Hohle Fels und einer Venusfigur aus Elfenbein von der russischen Fundstelle Kostenki © J. Lipták/ MAE RAS
Sensationsfund: Archäologen haben in Sachsen-Anhalt altsteinzeitliche Fragmente einer Venus-Figur entdeckt. Die sorgfältig bearbeiteten Bruchstücke aus Elfenbein sind rund 34.000 Jahre alt und ähneln der berühmten Venus vom Hohe Fels. Damit sind sie eine echte Rarität. Denn figürliche Kunst aus dieser Zeit war bisher nur aus Höhlen der Schwäbischen Alb bekannt. Der neue Fund stellt nun die älteste bekannte Elfenbeinplastik außerhalb Süddeutschlands dar.

scinexx

Der altsteinzeitliche Fundplatz Breitenbach in der Nähe von Zeitz in Sachsen-Anhalt ist eine wahre Schatzkammer für Archäologen: Die Fundstelle gilt als eine der ältesten Elfenbeinwerkstätten der Welt. Hier verarbeiteten unsere Vorfahren schon vor rund 34.000 Jahren Mammutelfenbein und stellten daraus beispielsweise winzige Perlen her. Doch nicht nur das: Auch kunstvolle Plastiken gehörten damals offenbar bereits zum Repertoire der dort lebenden Künstler, wie ein einmaliger Fund nun zeigt.

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Insektenschwundleugner gegen Untergangspropheten

Pollensammlerin
Honigbiene (CC-by Christopher Down aka Neurolysis)
Seit Donald Trump vor einem Jahr US-​Präsident geworden ist, haben wir uns fast schon daran gewöhnt: Was einmal in großen Tönen „post-​faktisches Zeitalter“ genannt wurde, ist Alltag geworden. Die USA mögen aus dem Geist der Aufklärung entstanden sein, regiert werden sie aber von einem Mann, dem keine Lüge zu billig und keine falsche Behauptung zu peinlich ist – solange sie der Durchsetzung seiner Interessen dienen.

Von Christian Schwägerl | RiffReporter

Der Aufstieg Trumps war von Veränderungen im öffentlichen Diskurs begleitet, die mit dem Begriff „post-​faktisch“ bezeichnet wurden. Post-​faktisch, das soll heißen, dass wissenschaftliche Evidenz nicht mehr allgemein anerkannt wird, dass Anekdoten, Stimmungen und Interessen dominieren und eben alles so hingebogen wird, bis es das eigene Weltbild bestätigt. Zum Post-​Faktischen gehört auch eine grundsätzliche Feindseligkeit gegenüber dem ergebnisoffenen, empirischen Forschungsprozess und gegenüber dem Expertenwissen, das er hervorbringt. Die Weigerung Trumps, die Erkenntnisse der Klimaforschung ernst zu nehmen, sind das krasseste Beispiel dafür.

Post-​faktisch ist ein zurecht umstrittener Begriff. Ob es mal ein Goldenes Zeitalter des Faktischen gegeben hat und ob das Wort nun wirklich präzise ist, sei dahingestellt. Einen Nerv getroffen hat das „Wort des Jahres 2016“ aber durchaus. Womit wir bei der Krefelder Insektenstudie wären, die in den vergangenen Wochen die deutsche und internationale Öffentlichkeit beschäftigt hat. Einerseits ist es erfreulich, dass die Arbeit von Mitarbeitern des Entomologischen Vereins Krefeld sowie von Wissenschaftlern der Radboud-​Universität im niederländischen Nijmegen und der Universität von Sussex so viel öffentliches Interesse erzeugt hat. Insekten auf der Titelseite der ZEIT und als Gegenstand intensiver Debatten in sozialen Medien – endlich, denn die breite Öffentlichkeit beschäftigt sich viel zu wenig mit ihren Lebensgrundlagen.

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Gekreuzigte Kuh in Kirche – Katholiken empört

Ein Künstler nagelt eine Kuh an ein Kreuz in einer katholischen Kirche. Dabei sei es ihm allerdings nicht um Kritik am Katholizismus gegangen, sagt er. Die Gläubigen sehen das allerdings anders.

katholisch.de

Katholiken in der ostbelgischen Gemeinde Kuttekoven bei Borgloon sind empört über ein Kunstwerk mit dem Namen „Heilige Kuh“. Sie fänden das Kunstwerk „satanisch und geschmacklos“, berichten belgische Medien. Einige protestierten gegen das Objekt, da sie sich gekränkt fühlten. Der Künstler Tom Herck hatte eine 500 Kilo schwere Kuh in Silikon getränkt und in einer Kirche an ein Kreuz genagelt. Außerdem stellte er ein Becken voller Milch darunter auf – wohl alles legal. Er verfügte laut Medienberichten über die nötige Erlaubnis der Behörden.

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‚The Bad Food Bible‘ Says Your Eating Might Not Be So Sinful After All

The Bad Food Bible How and Why to Eat Sinfully by Aaron, M.D. Carroll and Nina Teicholz Hardcover, 234 pages

It’s the season of sinful eating. In just four days we’ll be piling our Thanksgiving plates high with buttery mashed potatoes and MSG-laden turkey.

By Greta Jochem | NPR

And good news, gobblers: All those forkfuls of goodness may not be as bad for us as we think.

Dr. Aaron Carroll is the director of the Center for Health Policy at Indiana University and author of The Bad Food Bible: How and Why to Eat Sinfully. In it, he explains that there might be less evidence against some notoriously bad foods than we think. In fact, maybe we should be eating some of them more often.

Weekend Edition host Lulu Garcia-Navarro spoke with Carroll about why „bad“ food may not be so bad after all. Excerpts of the interview follow, edited for length and clarity.

You cover a lot of foods in your book that get a bad rap – butter, salt, diet soda and even alcohol. What’s your main advice when it comes to these sinful eats?

I think the best thing you can do is realize is that the evidence base, all the data that’s behind making you think these foods are bad for you, is pretty weak. And that if you just take some sensible ideas and try to eat in moderation and to not worry about it too much, you’ll probably be much healthier and certainly much happier.

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Tibet-Eklat in Regionalliga – Peking reagiert scharf

Foto: brightsblog
Der Eklat während des Freundschaftsspiels zwischen Mainz und der chinesischen U20 hat die politische Ebene erreicht.

DIE WELT

  • Das Außenministerium der Asiaten verurteilte den Vorfall und kritisierte Deutschland für sein Verhalten als Gastgeber.
  • In der ersten Halbzeit hatten Zuschauer tibetische Fahnen aufgehängt. Darauf verließen die Spieler den Platz.

Der Eklat während des Freundschaftsspiels zwischen dem Fußball-Regionalligisten TSV Schott Mainz und der chinesischen U20-Nationalmannschaft (3:0) hat am Montag die politische Ebene erreicht. Das Außenministerium der Asiaten verurteilte den Vorfall und kritisierte Deutschland für sein Verhalten als Gastgeber.

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Schweiz: Verein kämpft für ein Verbot von Körperstrafen gegen Kinder

Bild: WAZ
Die Gruppe «Keine Gewalt gegen Kinder» fordert anlässlich des Internationalen Tages der Kinderrechte vom Montag ein gesetzliches Verbot von Körperstrafen und psychischer Gewalt gegen Kinder.

Neue Zürcher Zeitung

Die Gruppe gründet dazu einen Verein, der eine Petition lanciert. Konkret gefordert wird das Recht der Kinder auf eine gewaltfreie Erziehung. Ein ausdrückliches Verbot von Körperstrafen und psychische Gewalt an Kindern soll im Zivilgesetzbuch verankert werden, wie die Gruppe am Montag mitteilte.

Darüber hinaus werden Begleitmassnahmen gefordert, um der gesellschaftlichen Akzeptanz von Körperstrafen an Kindern entgegenzuwirken. Dazu gehören beispielsweise Informationen über die Rechte der Kinder sowie Beratung für gewalttätige Eltern.

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Harvey Weinstein: Die Angst des Produzenten vor der Wahrheit

US-Filmproduzent Harvey WeinsteinFoto: AFP
Neues im Fall Harvey Weinstein: Er soll Privatdetektive auf 91 Personen angesetzt haben, die ihm gefährlich werden konnten.

Von Frederik Hanssen | DER TAGESSPIEGEL

Jetzt geht der Skandal um den US-Filmproduzenten Harvey Weinstein in eine neue Runde: Die britische Zeitung „The Observer“ hat eine Liste einsehen können, auf der Weinstein etwa neun Monate vor dem Bekanntwerden der sexuellen Übergriffe eigenhändig die Namen von 91 Akteuren aus der Filmbranche zusammengestellt hat, die eventuell mit Informationen über sein bis in die 1980er Jahre zurückreichendes Verhalten in die Öffentlichkeit gehen könnten.

Der 65-jährige Weinstein wollte die betreffenden Personen – 43 Männer und 48 Frauen – offensichtlich von Privatdetektiven aushorchen lassen, um zu erfahren, ob und in welcher Form sie etwas zu seinen Ungunsten aussagen wollen oder könnten. Laut „Observer“ tauchen neben sowohl die Namen von Personen aus Los Angeles und New York wie auch aus London auf. Es handelt sich um Schauspielerinnen und Schauspieler, aber auch um Journalisten, PR- und Vertriebs-Spezialisten, Finanzmanager oder auch andere Filmproduzenten. Gelistet sei unter anderem Weinsteins frühere Assistentin Zelda Perkins, die das Londoner Büro der Weinstein-Firma Miramax 1998 verlassen hatte, weil sie nach eigenen Angaben über mehrere Jahre sexuell von dem Produzenten belästigt worden war.

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Aussie rocker Nick Cave says he’s in Israel because of BDS

Aussie rocker Nick Cave addresses Israeli journalists during a press conference in Tel Aviv on Sunday, November 11, 2017 (screenshot: Israel Hayom)
Ahead of two sold-out concerts in Tel Aviv, the Bad Seeds singer says he kept away for 20 years, ‚acting scared,‘ but now decided to take a stand against censorship

By Jessica Steinberg | The Times of Israel

Australian rocker Nick Cave spoke about his love for Israel and his decision to stand up against BDS at a press conference ahead of his Sunday and Monday night sold-out performances in Tel Aviv.

Cave said his connection to Israel began years ago during an initial visit.

“People speak about loving a nation, but I felt a kind of connection that I couldn’t really describe,” he said.

Cave recalled that his 1997 album “The Boatman’s Call” didn’t do well in Israel and he didn’t include Israel in that tour — both because it was thought his music wasn’t popular here, and due to the logistical complications of bringing a tour to Israel.

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10 Jahre Widerstand gegen den politischen Islam

Am Anfang war das Wort, heißt es in einem einschlägig bekannten Text. In diesem Fall hieß das Wort „Ex-Muslim“. Es trat im Jahr 2007 mit der Gründung des „Zentralrats der Ex-Muslime“ in die Öffentlichkeit und verbreitete sich rasant über den gesamten Globus. Heute findet Google unter diesem Stichwort mehr als 3,5 Millionen Einträge – ein Hinweis auf den Erfolg der Ex-Muslimen-Bewegung, deren Geschichte nun erstmals in einem Film dokumentiert wird.

Red. hpd.de

Die Filmemacherin Ricarda Hinz hat die 12-minütige Kurz-Doku „10 Jahre Ex-Muslime – Die Geschichte einer internationalen Menschenrechtsbewegung“ im Auftrag der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) produziert.

Der Film wurde am 17. November 2017 auf dem „Internationalen Festakt zum 10-jährigen Bestehen des Zentralrats der Ex-Muslime“ in Köln uraufgeführt und ist ab sofort online verfügbar.

Er klärt darüber auf, warum die Bewegung der Ex-Muslime „eine der wichtigsten politischen Widerstandsbewegungen der Welt ist“ (Michael Schmidt-Salomon) und zeigt nicht zuletzt auch den außergewöhnlichen Mut, den Ex-Muslime wie Mina Ahadi oder Maryam Namazie Tag für Tag in ihrem Widerstand gegen den politischen Islam beweisen.

Lena Dunham verteidigt Produzenten – trotz Vergewaltigungsvorwurf

Jenni Konner (l.) und Lena Dunham bei einer Fashionshow im September in New York Quelle: pa/Globe-ZUMA/Globe Photos via ZUMA Wire
Das ist mal ein anderer #metoo-Dreh: Eine US-Schauspielerin wirft einem Produzenten Vergewaltigung vor. Feministin Lena Dunham ist entrüstet – und bezichtigt die Frau der Lüge. Die „Girls“-Fans toben.

Von Clara Ott | DIE WELT

Lena Dunham provoziert bekanntlich gerne, aber mit diesem Shitstorm dürfte die US-amerikanische Schauspielerin nicht gerechnet haben. Dunham, die auch als Drehbuchautorin und Schriftstellerin arbeitet, hat jetzt einen Autor ihrer Erfolgsserie „Girls“ verteidigt – nachdem gegen Murray Miller Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs laut geworden waren. Die 23-jährige Schauspielerin Aurora Perrineau (“Passengers“) wirft ihm vor, sie vor fünf Jahren vergewaltigt zu haben.

Demnach soll Miller Perrineau im Jahr 2012 angegriffen und belästigt haben. Sie habe Miller damals zusammen mit Freunden in einem Hotel getroffen und „einige alkoholische Getränke konsumiert“. „Er flirtete mit mir. Ich habe ihm wiederholt gesagt, dass ich 17 Jahre alt bin“, sagte sie laut der Erklärung. Perrineau und ihre Freunde begleiteten den damals 35-jährigen Miller angeblich zu sich nach Hause, weil er betrunken war.

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Friedrich Dürrenmatt – Atheist aus Gnaden

Friedrich Dürrenmatt bei der Verleihung des Ernst-Robert-Curtius-Preises für Essayistik 1989 in Bonn. Bild: wikipedia.org/CC BY-SA 3.0

Als Sohn eines Pfarrers hat man es nicht leicht. Der Schweizer Dramatiker Friedrich Dürrenmatt arbeitete sich sein Leben lang am Elternhaus ab. Dabei ließ ihn die Religion nie los.

Von Sebastian Moll | Die Tagespost

Die ganze Welt sei ein Theater zur Darstellung der Ehre Gottes, hatte der Genfer Reformator Johannes Calvin gepredigt. Wie sehr hätte er sich gefreut, zu diesem Zweck einen der bedeutendsten Bühnenautoren des 20. Jahrhunderts an seiner Seite zu haben. Doch Friedrich Dürrenmatt, der als Sohn eines reformierten Pfarrers bestens mit den Werken Calvins vertraut gewesen sein dürfte, hatte andere Pläne.

Dürrenmatt erblickte 1921 im schweizerischen Dorf Konolfingen das Licht der Welt. Ist das Leben als Pfarrerssohn ohnehin schon mit einer gewissen Mühsal verbunden, potenziert sich diese durch das dörfliche Umfeld noch um ein Vielfaches. Der Betroffene selbst schreibt im Rückblick: „Das Dorf ist grausam. Noch unerbittlicher sind die Kinder. Der Sohn des Pfarrers ist nicht einer von ihnen. Er ist anders. Vor ihm verschweigt man vieles, auch die Erwachsenen reden nicht ohne Vorsicht. Der Sohn des Pfarrers lebt mit der Jugend des Dorfes, ohne ihr anzugehören. Er ist von ihr nur geduldet. Sie ist ihm gegenüber misstrauisch, oft höhnisch. Ich wusste nie, zu welcher Gruppe ich gehörte. Ich wurde ein Einzelgänger.“ Dürrenmatts überdurchschnittliche Begabung dürfte ebenfalls nicht zu einer leichten Eingliederung in sein Umfeld beigetragen haben. Es ist somit wenig verwunderlich, dass er auch die Schule als „wahnsinnigen Zwang“ empfindet, in der er sich immer „irgendwie als der böse Geist in der Klasse“ fühlte. Gemeinschaft mit den anderen Kindern fand der junge Friedrich aber im kreativen Nachspielen des in der Schule Gehörten, sei es in der Inszenierung der eidgenössischen Schlachten oder im Nachahmen germanischer Mythen.

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Bevormundung ist barbarisch

Roger Bacon, ein früher Verfechter empirischer Wissenschaft. (Bild pd)

Der abendländische Humanismus gehört der ganzen Welt – ein paar Anregungen zur laufenden Debatte

Von Hans Widmer | Neue Zürcher Zeitung

Der Humanismus hat die Entwicklung der menschlichen Fähigkeiten in allen Dimensionen, intellektuell, ethisch, emotional, und in ihrer ganzen Tiefe zum Gegenstand. Dieser Blick auf den Menschen hat sich im Westen entwickelt. Deshalb stehen westliche Akteure oft vor der Frage, ob die humanistischen Werte, die ihr Handeln bestimmen, tatsächlich universell seien – andere Kulturen hätten doch auch ihre Geschichte und Würde.

Nun, der Humanismus hätte sich ebenso gut in andern Epochen und in andern Weltengegenden entwickeln können. Er entfaltet sich, wenn Menschen in Freiraum und Rechtssicherheit interagieren – er lässt sich weder herbeireden noch dekretieren, wie René Scheu richtig geschrieben hat (NZZ 28. 10. 17). Wohl haben die meisten Philosophen ihre Meinungen dazu kundgetan. Doch ist daraus kein Kanon geworden, einmal, da es sich um persönliche Einsichten und Befindlichkeiten handelt, und zweitens, da die verwendeten Begriffe unterschiedlich gedeutet werden. So lässt sich mit «progressiv», «konservativ», «reaktionär» und dergleichen beliebig Schaum schlagen, wie dies Dieter Thomä in seiner Replik auf immerhin unterhaltsame Weise tat (NZZ 3. 11. 17). Hingegen gibt es einen gewordenen, gelebten abendländischen Humanismus mit einsehbarer Herkunft und klaren Umrissen.

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Berliner Senat bietet Alternative zum türkischen Konsulatsunterricht

Bild: rbb24
Rund 2.300 Kinder bekommen derzeit an Berliner Schulen Türkischunterricht – von Lehrern, die aus der Türkei entsandt wurden. Nach Vorwürfen über nationalistische und religiöse Inhalte hält das Land Berlin nun mit eigenen Angeboten dagegen.

Von Kirsten Buchmann | rbb24

In Berlin soll jetzt Türkischunterricht an Grundschulen angeboten werden. Damit will das Land eine Alternative zu dem umstrittenen türkischen Konsulatsunterricht anbieten. Nach Angaben von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) soll das Angebot durch Lehrer des Landes Berlin zum neuen Schulhalbjahr starten.

Scheeres zufolge gibt es Anfragen aus fünf Bezirken: Mitte, Tempelhof-Schöneberg, Charlottenburg-Wilmersdorf, Neukölln und Spandau. Diese hätten Räumlichkeiten angeboten, wo der Sprachunterricht durchgeführt werden könnte. Derzeit werde an einem Unterrichtskonzept gearbeitet.

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Why I No Longer Call Myself A Male Feminist

Image via Typical Fae
No, I’m not a men’s rights activist now. In fact, none of my ideals about social justice have changed from a few years ago when I was more frequently writing about feminism on this blog and elsewhere. However, after having a few conversations with women and reflecting on this, there are a few reasons why I no longer want to call myself a feminist.

By Matthew Facciani | According to Matthew

There are many women who feel like men calling themselves a feminist is analogous to someone calling themselves a social justice ally. The “ally” title is one that people outside the marginalized group shouldn’t give themselves. So for me to call myself a feminist seems like I’m giving myself cookies before I’ve done anything. Irmin Carmon writes in this article how there are plenty men who talk loudly about equality, but their actions are not consistent with their words. So by calling myself a “feminist” I’m essentially stating that I’m an ally to women’s rights, but that’s not for me to decide.

However, it’s more than just the label. It’s the behavior that goes along with that label.

As I’ve written about before, I used to be an overzealous, male feminist. When I burst on to the activist scene in my early 20s, I was told to “use my privilege for good by speaking about these issues as a man” and started writing and speaking about feminism fairly regularly. However, I’ve learned that it gets more complicated than that. There is a tricky balance of speaking out against inequality, but not over women. In many liberal communities, a white male talking about feminism honestly just takes up space and takes away attention from women doing much of the work.

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US-Gesundheitsbehörde genehmigt erste digitale Pille

Die Zulassungsbehörde FDA. (Foto: AP)
  • Die neu zugelassene Pille besteht aus einem bekannten Wirkstoff und einem Sender.
  • Das Medikament zersetzt sich durch die Magensäure und sendet so Signale an ein Smartphone.
  • Damit soll es möglich sein zu überprüfen, ob Patienten ihre Medikamente wie vorgeschrieben einnehmen.

Von Felix Hütten | Süddeutsche Zeitung

Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hat die erste Pille mit eingebautem Smartphone-Sender zugelassen. Die Pille mit dem Namen Abilify MyCite enthält neben dem Neuroleptikum Aripiprazol einen Sensor.

Das Medikament ist für Patienten mit bipolaren Störungen und Schizophrenie zugelassen. Die neue Funktion soll Patienten – oder ihren Betreuungspersonen – helfen, zu überprüfen, ob es regelmäßig eingenommen wird. Besonders Patienten mit psychischen Leiden verweigern oder vergessen häufig die Einnahme von Medikamenten – ein enormes Problem in der Therapie. Abilify MyCite will hier Abhilfe schaffen.

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Ayaan Hirsi Ali on free speech

Ayaan Hirsi Ali. Image: Church and State
When the Cartoon Crisis was at its peak in January and February 2006, I recognized among critical Muslims and ex-Muslims in the West a pattern similar to the one I had seen among Soviet dissidents. I found it striking that so many Muslim dissidents, regardless of where they positioned themselves in the political spectrum, supported the cartoons’ publication.

By Flemming Rose | Church and State

They viewed the drawings as input to the struggle for free speech and free religious exercise against totalitarian regimes and movements. Like the Soviet dissidents, they were speaking out against the fear society and warning of the consequences of bowing down to intimidation.

That view was evident in a manifesto published in several European newspapers (including Jyllands-Posten) in February 2006, titled “Together Facing the New Totalitarianism.”[1] That manifesto was a reaction against the violence and threats that had issued from publication of the cartoons. It was signed by prominent former Muslims and secular Muslims, all of whom had grown up in Muslim societies and were now critical of Islam as a political instrument of persecution wielded against freethinkers. All had personally received threats because of their opinions, though they assumed widely different political standpoints—from Iranian-born communist Maryam Namazie and left-wing activist Chahla Chafiq to the liberal Ayaan Hirsi Ali from Somalia; from practicing Muslim Irshad Manji to atheists Ibn Warraq and Salman Rushdie; from professors Antoine Sfeir and Mehdi Mozaffari to author Taslima Nasreen. In addition, the statement was signed by three French intellectuals: Bernard-Henri Lévy, Caroline Fourest, and Philippe Val. The latter two were from the satirical publication Charlie Hebdo, a magazine that was sued in 2007 for reprinting the cartoons, only to be acquitted.

The statement read:

After having overcome fascism, Nazism, and Stalinism, the world now faces a new global totalitarian threat: Islamism. We writers, journalists, intellectuals, call for resistance to religious totalitarianism and for the promotion of freedom, equal opportunity and secular values for all. Recent events, prompted by the publication of drawings of Muhammad in European newspapers, have revealed the necessity of the struggle for these universal values. This struggle will not be won by arms, but in the ideological field.

Islamism is a reactionary ideology that kills equality, freedom, and secularism wherever it is present. Its victory can only lead to a world of injustice and domination: men over women, fundamentalists over others. On the contrary, we must ensure access to universal rights for the oppressed or those discriminated against.

The statement concluded:

We refuse to renounce our critical spirit out of fear of being accused of “Islamophobia,” a wretched concept that confuses criticism of Islam as a religion and stigmatization of those who believe in it. We defend the universality of the freedom of expression, so that a critical spirit can exist in every continent, towards each and every maltreatment and dogma. We appeal to democrats and free spirits in every country that our century may be one of light and not dark.

As a reaction to the debate on the Muhammad cartoons, so-called Councils of Ex-Muslims were established in a number of European countries under the unifying banner “We have renounced religion!” The significance of this movement for people of Muslim background and their rights as individuals to convert, give up, or practice their religion can hardly be exaggerated, but it was also of considerable importance for Europe as a community upholding the freedom and rights of the individual. The Councils of Ex-Muslims began speaking out against the culture of fear in Muslim societies, challenging intimidation of the individual by Islamic movements and governments. Rejecting fear, they openly stepped forward and appeared, with their photographs, on websites and brochures for branches set up in Belgium, Denmark, Germany, Great Britain, Sweden, Switzerland, and other countries. It was a direct challenge to the totalitarian society, which can only exist as long as its people submit to the intimidation that forms the basis of social control.[2]

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Schriftsteller Elsberg über CRISPR/Cas9: Was, wenn Gott sich geirrt hat?

Marc Elsberg, geboren 1967 in Wien, heißt eigentlich Marcus Rafelsberger. Sein literarisches Debüt erfolgte 2000 mit dem satirischen Roman Saubermann. Foto: Lukas Ilgner
In der postfaktischen Debatte über Gentechnik werden Dinge vermengt, die man auseinanderhalten sollte

Von Marc Elsberg | derStandard.at

Riesenbuchstaben an einer Wand im Wintergarten des Instituts für Molekularbiologie Austria (IMBA), eine Arbeit des Künstlers Lukas Troberg, stellen diese provokante Frage: „What if God was wrong?“ Damit trifft sie für viele ins Herz einer Diskussion, die seit Jahrzehnten so erbittert wie wenige andere geführt wird.

Die Debatte um Gentechnik und gentechnisch veränderte Organismen (GVOs) war vielleicht die erste „postfaktische“ überhaupt. Seit Jahrzehnten beflegeln sich Gegner und Befürworter höchst emotional mit übelsten Beschimpfungen und Unterstellungen, hantieren mit „alternativen Fakten“ und „Fake-News“ – lange vor Erfindung dieser Neusprechbegriffe für Lügen. „Frankenfood“ oder „Gen-Scheiß“, brüllen die einen, „hunderttausendfachen Mord“, gar einen „stillen Holocaust“ werfen dagegen etwa Befürworter von Golden Rice den Anbaugegnern vor – die gentechnisch veränderte Sorte soll Vitamin-A-Mangel in Entwicklungsgebieten beheben. Auf beiden Seiten werden Studien gefälscht oder falsch zitiert, Argumente verdreht oder ignoriert, Inhalte auf Slogans und Parolen reduziert.

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Erdogan-Zeichnung mit Karikaturenpreis ausgezeichnet

Türkischer Präsident mit rotem Eimer auf dem Kopf – Jury: „Gnadenlose Wahrheit – fabelhaft treffend“

Die Presse.com

Mit einer Zeichnung, die den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zeigt, hat Frank Hoppmann den Deutschen Karikaturenpreis gewonnen. Dem Zeichner und Illustrator aus Münster wurde am Sonntag in Dresden der „Geflügelte Bleistift in Gold“ überreicht. Die Auszeichnung ist mit 5000 Euro dotiert.

Hoppmanns preisgekrönte Karikatur zeigt den türkischen Präsidenten in einer beleidigten Pose. Der Politiker trägt einen roten Eimer auf dem Kopf, der wie ein orientalischer Fes wirkt. Der 1975 geborene Hoppmann arbeitet unter anderem für das Kulturmagazin „Rolling Stone“, die Satirezeitschrift „Eulenspiegel“ und Zeitungen.

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Die getrennten Staaten von Amerika

Links die USA, rechts Mexiko. Donald Trump will die Grenzbefestigung auf 3200 Kilometer ausweiten.FOTO: ANNA SAUERBREY
3200 Kilometer lang ist die Grenze zwischen den USA und Mexiko. Hier wird Identität verteidigt und Freiheit gesucht. Und gestorben. Eine Reportage.

Von Anna Sauerbrey | DER TAGESSPIEGEL

Durch das Insektennetz vor der Tür des Wohnwagens sieht Tim Foley die Sonne aufgehen. Der glühende Himmel durchringt die wellig gewordenen, grauen Maschen, Vögel zwitschern, Rocko, der Pitbull, hebt den Kopf. Tim Foley steckt seine Glock in das Halfter an seinem Gürtel und tritt hinaus. Der rote Staub vor dem Trailer leuchtet. Ein guter Tag für einen Erkundungsmarsch, nicht zu heiß. 34, 35 Grad sind für die Sonora-Wüste vorhergesagt. Foley betrachtet die karge Landschaft. Irgendwo da draußen, eine halbe Stunde Autofahrt entfernt, beginnt Mexiko.

Foley ist Ende fünfzig, vom Wetter alterslos gegerbt. Ein sehniger Typ, Arme und Hals sind tätowiert, doch seine Haut ist so dunkel, die Motive sind nicht mehr zu erkennen. Er schüttet Hundefutter in eine Metallschüssel, füllt eine zweite mit Wasser, klopft dem Pitbull auf die Flanken. Nächsten Freitag erwartet er ein Dutzend Freiwillige zu einer „Operation“ des „Arizona Border Recon“, der „Grenzaufklärung Arizona“. Tim Foley hat „AZBR“ 2010 gegründet. Auf der Webseite heißt es, die Gruppe stelle „Wissen und Sicherheitsdienste in Partnerschaft mit dem US-Grenzschutz“ zur Verfügung. In der Nachbarschaft sagen die Leute, Tim Foley sei Chef einer Miliz, die in der Wüste schwer bewaffnet Jagd auf Migranten macht, um sie dann den staatlichen Grenzschützern zu übergeben. Außerdem sei er verrückt.

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