Religionswissenschaftler kritisert ‚rosarotes‘ Buddhismusbild

Bild: brightsblog
Perry Schmidt-Leukel: Die Vorstellung, der Buddhismus sei eine Religion ohne Dogmen, Glaubensinhalte und Gebote, habe mit dem echten Buddhismus wenig zu tun, sondern spiegle eher eine Unzufriedenheit mit dem Christentum wider.

kath.net

Einseitige Vorstellungen über den Buddhismus kritisierte der Religionswissenschaftler Perry Schmidt-Leukel im Interview mit dem „Deutschlandfunk“. In Deutschland sei die Vorstellung weit verbreitete, dass der Buddhismus „eine Religion ohne irgendwelche Dogmen oder Glaubensinhalte“ sei, „eine Religion ohne Gebote, in der jeder tun und lassen kann, mehr oder weniger, was er will“. Gemäß dieser Vorstellung sei der Buddhismus „allem gegenüber tolerant“ und friedfertig. Dieses populäre Bild habe mit dem asiatischen wie auch mit dem klassischen Buddhismus „eigentlich wenig bis gar nichts zu tun“. Vielmehr spiegle sich hierin „eher eine Unzufriedenheit mit den kirchlichen Formen des Christentums wider“, daraus habe sich dann die Vorstellung entwickelt, „was für eine Religion man gerne hätte – und das hat man irgendwie dann auf den Buddhismus projiziert“.

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Dodo Gysi: „Jesus wäre ein kritisches Mitglied unserer Partei.“

Bild: FB

Der Vorsitzende der Europäischen Linken, Gregor Gysi, hält die Kirchen für unverzichtbar. Ohne Kirchen gäbe es keine allgemeinverbindlichen Moralnormen mehr, sagte der Linken-Politiker der „Berliner Zeitung“ (Dienstag).

evangelisch.de

Die Linke sei über lange Zeit in der Lage gewesen, solche Normen im Sozialbereich aufzustellen. Durch das Scheitern des Staatssozialismus sei die Linke für die Allgemeinverbindlichkeit zu geschwächt. „Ohne Kirchen und Religionsgemeinschaften hätten wir also keine solchen Moralnormen mehr. Der Kapitalismus kann sie nicht erzeugen.“

Den am Mittwoch in Berlin beginnenden evangelischen Kirchentag hält Gysi für „etwas Wichtiges“. Die Menschen brauchten diese Art der Begegnung, den Austausch, das Gespräch. In Berlin werde das sicherlich spannend werden.

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Religion in Ostdeutschland: Ach, Gott

Ja, leider sei sie Atheistin, sagt Christina Häseler. Sie lebt in Wittenberg, der Lutherstadt – nirgendwo im Land ist den Menschen der Glaube ferner als in dieser Gegend. Vor dem Kirchentag hat sie ihn wiedergefunden.

Von Kerstin Decker | DER TAGESSPIEGEL

Der Mann mit dem großen gelben Schild auf dem Rücken bemerkt den prüfenden Blick sofort, der wohl einen Moment zu lang auf ihm ruhte.

– Haben Sie schon eine Bibel zu Hause?, fragt er und öffnet die Arme.

– Vier Bibeln!

– Tragen Sie die Bibel auch in Ihrem Herzen?

– Auch, aber mehr im Kopf, doch da fällt immer alles raus.

Der Propagandist des Herrn weist mit sanftem Tadel darauf hin, dass dies ohnehin der falsche Aufbewahrungsort sei:

– Können Sie von sich sagen, dass Sie Jesus Christus gehören?

– Nein, ich kann sagen: Ich gehöre mir selber.

Wie schade! Ein tiefes Mitleid erscheint in den Augen des Bodenpersonals Gottes: Schon wieder eine unrettbare Seele! Und diese Stadt ist voll davon.

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Kara Cahil

Aydan Özoğuz. Bild: RDF
Über Aydan Özoğuz und die deutsche Kultur

Von Giordano Brunello | Richard-Dawkins-Foundation

Die deutsche Sprache ist eine wunderbare Sprache, reich an Ausdrücken, die manchmal so perfekt sind, um gewisse Dinge zu umschreiben, dass andere Sprachen Begriffe aus ihr eins zu eins übernommen haben. Der französische Ausdruck le leitmotiv ist ein solches Beispiel, oder le kitsch, oder le glockenspiel. Das Französisch steht aber nicht alleine da, wenn es darum geht, der deutschen Sprache Wörter zu entnehmen. Auch das Englische hat sich mehrfach aus dem deutschen Sprachschatz bedient. So gibt es im Englischen Begriffe wie the bildungsroman, the doppelganger, the rucksack oder the wunderkind.

Die türkische Sprache ist gewiss nicht so reich an Ausdrücken wie die deutsche. Nichtsdestotrotz konnte sie die deutsche Sprache beispielsweise mit den Begriffen Kiosk (köşk für Villa oder Pavillion) oder Joghurt (yoğurt) bereichern, die aus dem Türkischen stammen. Es gebe noch weitere Wörter im Türkischen, welche Aufnahme in andere Sprachen – unter anderem auch ins Deutsche – finden könnten, weil sie Dinge beschreiben, für die es in anderen Sprachen keine befriedigende Übersetzung gibt, so wie der deutsche Begriff Leitmotiv, den ich oben erwähnt habe. Yakamoz ist ein solches Beispiel. Yakamoz beschreibt das Leuchten im Meer, das insbesondere in Mondnächten entsteht, wenn sich Fische im Wasser bewegen, oder wenn sich die Ruder von Booten, die sich im Wasser befinden, bewegen. Gemäss Spiegel-Bericht sei yakamoz übrigens im Jahr 2007 zum schönsten Wort der Welt ernannt worden, wobei der Artikel den Begriff fälschlicherweise und damit etwas unglücklich mit „Widerspiegelung des Mondes im Wasser“ übersetzt. Phosphoreszenz wäre als Übersetzung sicherlich treffender, wobei yakamoz eben nicht jede Phosphoreszenz umschreibt, sondern nur jene in der vorerwähnten Konstellation.

Es gibt einen weiteren wunderbaren türkischen Ausdruck, der sich ähnlich wie yakamoz auch nicht so ohne weiteres ins Deutsche übersetzen lässt: Kara cahil. Mir ist es wichtig, dass die Leser kara cahil richtig aussprechen: Kara Dschaahill. Nur so gibt es wenn auch nur eine äußerst kleine Chance, dass der Ausdruck wenigstens in der deutschen Umgangssprache Gebrauch findet, insbesondere wenn von Aydan Özoğuz die Rede ist. Und jetzt alle zusammen: Kara cahil! Und nochmals: Kara cahil!

Genau diese beiden Wörter sprach ich ganz spontan und laut aus, als ich gestern die nachfolgenden zwei Sätze der Integrationsbeauftragten des Bundes Aydan Özoğuz in einem von ihr verfassten Artikel im Tagesspiegel las:

„Kein Wunder, denn eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar. Schon historisch haben eher regionale Kulturen, haben Einwanderung und Vielfalt unsere Geschichte geprägt.“

Da ich meistens in deutscher Sprache denke, erst recht, wenn ich Deutsch spreche oder einen deutschen Text lese, war ich selbst ein wenig überrascht, als ich ausgerechnet auf Türkisch spontan und laut (keine Angst, liebe Leser, ich war in meinem Wohnzimmer) „Kara cahil!“ rief. „Kara cahil Aydan Özoğuz!“ sprach ich weiter. Dann sagte ich noch einige weitere Dinge auf Türkisch, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte.

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China bohrt nach brennbarem Eis

Methanhydrat wird auch brennbares Eis genannt. Methanhydrat ist vereinfacht gesagt nichts anderes als Eis mit dem Gas Methan darin. Foto: U.S. Geological Survey
Entlang der Ozeanränder lagern enorme Mengen Erdgas – gebunden als Methanhydrat. Nach Japan hat nun auch China die Ressource erstmals erfolgreich angezapft. Umweltschützer schlagen jedoch Alarm.

Frankfurter Rundschau

China ist nach eigenen Angaben zum ersten Mal der Abbau von „brennbarem Eis“ gelungen, einer Ressource, die tief im Meeresboden lagert und als neue vielversprechende Quelle zur Gewinnung von Erdgas gehandelt wird.

Nach dem Stoff, der eigentlich Methanhydrat heißt, sei im Südchinesischen Meer in einer Tiefe von 1266 Metern gebohrt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua. Seit Ende März konnten bei den Tests demnach täglich durchschnittlich 16.000 Kubikmeter Gas gefördert worden.

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Österreich soll von Nato-Programmen ausgeschlossen werden

Grund sei ein Veto der Türkei, die damit auf Forderungen aus Wien nach einem Abbruch der Beitrittsgespräche der Türkei zur EU und der Kritik österreichischer Politiker an Präsident Recep Tayyip Erdogan reagiere

derStandard.at

Soldaten aus Österreich sollen einem Medienbericht zufolge nicht mehr mit Truppen aus anderen Nato-Ländern zusammen trainieren können und auf unbestimmte Zeit von allen wichtigen Partnerschaftsprogrammen ausgeschlossen werden. Grund sei ein Veto der Türkei, die damit auf Forderungen aus Wien nach einem Abbruch der Beitrittsgespräche der Türkei zur EU und der Kritik österreichischer Politiker an Präsident Recep Tayyip Erdogan reagiere, berichtete die „Welt“ vorab aus ihrer Dienstag-Ausgabe. Die Entscheidung solle am Dienstag fallen.

Offen ist nach Angaben der Zeitung, was die Entscheidung für die Nato-Präsenz auf dem Balkan bedeutet. Allein beim Nato-Friedenseinsatz im Kosovo sei Österreich mit mehr als 400 Soldaten vertreten und gehöre damit zu den wichtigsten Truppenstellern. Am Donnerstag treffen sich die Staats- und Regierungschefs aller Nato-Länder in Brüssel.

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Intelligenzgene identifiziert

Unsere Intelligenz beruht zwar zu fast 80 Prozent auf genetischer Veranlagung. Bisher sind jedoch nur einige der Genfaktoren dafür bekannt. © Phonlamai/ thinkstoc
52 Gene – mindestens: Unsere Intelligenz beruht auf unzähligen Genfaktoren, statt auf nur einem oder einigen wenigen Genen. Das bestätigt die bisher umfassendste Großfahndung nach Intelligenzgenen im menschlichen Erbgut. Sie identifizierte 52 Gene mit Einfluss auf unsere geistigen Leistungen. Doch selbst diese Gene bestimmen nur knapp fünf Prozent unserer Intelligenz, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Neuroscience“ berichten. Ein genetischer IQ-Test droht daher wohl auch in Zukunft nicht.

scinexx

Was bestimmt, wie intelligent ein Mensch wird? Sind es die Gene, die Umwelt oder doch beides? Nachdem jahrzehntelang darüber gestritten wurde, welche Faktoren den größeren Anteil an unserer Intelligenz haben, scheint sich nun die Vererbung als wichtigster Einflussfaktor durchzusetzen. Nach neueren Schätzungen könnten bei Erwachsenen sogar rund 80 Prozent der geistigen Leistungsfähigkeit auf die Gene zurückgehen.

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Syrien: Für Christen keine Alternative zum Assad-Regime

Szene aus dem IS-Video: Kalte Menschenverachtung
Youtube
Salzburger Orientexperte Prof. Winkler in Interview für Magazin „Information Christlicher Orient“: Einfluss des fundamentalistischen Islam bereits so stark, dass es für Christen ohne Assad „ganz düster“ aussehen würde

kath.net

Die Christen in Syrien unterstützen das Regime von Präsident Bashar Assad allein aus dem Grund, weil sie keine Alternative haben. Das betont der Salzburger Ostkirchenexperte Prof. Dietmar Winkler. „Wenn Assad fällt, was passiert dann? Der Einfluss des fundamentalistischen Islam ist im Land bereits so stark, dass es für die Christen dann ganz düster aussehen würde“, so Winkler wörtlich in einem Interview in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Information Christlicher Orient“. Sogenannte „gemäßigte“ Rebellen gibt es laut Prof. Winkler in Syrien de facto nicht.

„Im Krieg gibt es keine Waisenknaben“, so Winkler. Kriegsverbrechen würden von allen Seiten begangen. Und wenn von mancher Seite das Assad-Regime als unschuldig dargestellt wird, stimme das natürlich auch nicht. Aber, so Winkler: „Die lokalen Bischöfe sagten und sagen mir immer wieder in Gesprächen: Was ist die Alternative für die Christen? Wer schützt die Christen, wenn nicht das Assad-Regime? Welche Perspektiven gibt es überhaupt?“

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So viele Gläubige leben in Sachsen-Anhalt

Bild: MDR.de
In Wittenberg werden in der kommenden Woche zehntausende Christen zum Evangelischen Kirchentag erwartet. Welche Rolle spielt Religion hierzulande eigentlich noch? Und wie viele Gläubige leben überhaupt in Sachsen-Anhalt? Eine Bestandsaufnahme der Religionen Christentum, Judentum, Islam, Buddhismus und Hinduismus.

Von Manuel Mohr | MDR SACHSEN-ANHALT

Die größte „Glaubensgemeinschaft“ – auch wenn sie genau genommen gar keine ist – ist die Gruppe der Konfessionslosen in Sachsen-Anhalt. Schätzungen zufolge gehören rund 80 Prozent aller Einwohner im Land keiner Religion an. Die kirchenfeindliche Ideologie der DDR wirkt hier deutlich bis heute nach. Somit ist nur noch etwa jeder Fünfte im Land überhaupt Angehöriger einer religiösen Glaubensgemeinschaft. Wie stark verschiedene Religionen dabei vertreten sind, hat MDR SACHSEN-ANHALT analysiert.

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Kreationist verklagt Grand Canyon

Der Grand-Canyon-Nationalpark Weil ein Geologe keine Gesteinsproben entnehmen durfte, verklagt er nun den ganzen Park. © via pixabay / CC0 Public Domain
Ein Geologe wollte im Grand Canyon Gesteinsproben sammeln. Die sollten beweisen, dass die Felsschluchten durch die Sintflut Gottes entstanden. Doch die Verantwortlichen erlaubten ihm nicht, die Proben zu entnehmen. Deshalb verklagt er jetzt den ganzen Park.

Von Franziska Ottillinger |Galileo TV

Andrew Snelling ist ein Wissenschaftler mit dem Doktortitel in Geologie. Anders als seine akademischen Kollegen stellt er aber so ziemlich alles infrage, was die Wissenschaft in den letzten Jahrhunderten über die Entstehung der Welt herausfand.

Trotz seiner universitären Karriere ist er nämlich ein Anhänger des Kreationismus. Das ist so ziemlich das Gegenteil der Evolutionstheorie von Charles Darwin. Snelling und andere Kreationisten sind davon überzeugt, dass Gott die Welt vor wenigen tausend Jahren schuf und alles in der Bibel wahr ist. Adam, Eva, Noah, die Sintflut – laut dem Geologen sind das historische Fakten.

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Mehr als 22 Jahre Haft für Chefs eines Satiremagazins in der Türkei

Das Titelbild des türkischen Politmagazins Nokta. (Quelle: NOKTA)
Mann hatte das türkische Volk angeblich zu einem „bewaffneten Aufstand“ gegen die Regierung aufgewiegelt

derStandard.at

Nach der Veröffentlichung eines Erdogan-kritischen Titelblatts hat ein türkisches Gericht zwei Chefs des politischen Satiremagazins „Nokta“ zu 22 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Cevheri Güven und Murat Capan werde vorgeworfen, das Volk zu einem „bewaffneten Aufstand“ gegen die Regierung aufgewiegelt zu haben, meldete die Nachrichtenagentur DHA am Montag. Das Gericht erließ zudem Haftbefehl gegen die Journalisten, deren Aufenthaltsort zunächst unklar war.

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„Frauen sind Sklaven, sie müssen ihren Mund halten“

Weil sie Unterhalt forderte, fesselte Nurettin B. seine Ex-Frau an seinen Wagen und schleifte sie durch Hameln. Das Opfer erzählt aus einer „höllischen“ Ehe – und einem verstörenden Frauenbild des Täters.

Von Christine Kensche | DIE WELT

Es ist nicht die Frage nach dem Ob, auch nicht die nach dem Weshalb, die in diesem Prozess im Mittelpunkt steht. Dass er versucht hat, seine Ex-Frau zu töten, weil sie seinen Lohn pfänden lassen wollte, gibt der Deutschkurde Nurettin B. gleich zu Beginn zu. Es ist das Wie, das Rätsel aufgibt. Denn die Tat erinnert an eine mittelalterliche Hinrichtung.

An Einzelheiten könne er sich nicht erinnern, lässt der 39-Jährige seinen Verteidiger verlesen. Nur daran, dass er einen solchen Hass verspürt habe wie noch nie in seinem Leben. „Es war wie eine andauernde Explosion.“

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Bischöfe bringen gemeinsamen Religionsunterricht auf den Weg – Missionieren bis der Arzt kommt

Evangelische und katholische Kirche planen konkrete Schritte zur Einführung eines gemeinsamen Religionsunterrichtes in strukturschwachen Regionen Brandenburgs.

evangelisch.de

„Wir haben Konzepte entwickelt, wie wir uns diesen Unterricht vorstellen können“, sagte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge. Erzbischof Heiner Koch nannte den gemeinsamen Entwurf ermutigend. In einem Doppelinterview des Evangelischen Pressedienstes (epd) und der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) warnten aber beide Bischöfe in Berlin vor überstürzten Schritten.

Koch sagte, es sei illusorisch, bereits im kommenden Schuljahr konfessionsübergreifenden Religionsunterricht anbieten zu wollen. „Wir müssen die Lehrer und die Pfarrer vorbereiten, das verlangt Überzeugungsarbeit, auch Mentalitätsarbeit“, sagte Koch. Dabei gehe es nicht „um einen ökumenischen Unterricht, der alles in einen Topf wirft“.

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Black Cadet Stabbed to Death by Member of Racist ‚Alt-Reich Nation‘ Facebook Group

Photo Credit: Christoper Urbanski and Richard Collins III
Authorities who reviewed videotape of the incident described the attack as unprovoked.

By Elizabeth Preza | Alternet

A black ROTC cadet set to graduate from Bowie State University this week was stabbed to death by a white University of Maryland student who’s a member of a racist online hate group, the Baltimore Sun reports.

Richard Collins III, 23, was visiting UMD this graduation weekend when he was attacked by Christoper Sean Urbanski, 22. Collins and two friends were awaiting an Uber ride around 3 a.m. Saturday morning when an “intoxicated and incoherent” Urbanski stabbed him. Authorities who reviewed videotape of the incident described the attack as unprovoked.

Police charged Urbanski, a member of the Facebook group, “Alt-Reich Nation,” with first-degree murder Sunday. The FBI is investigating the stabbing as a possible hate crime.

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Warum Deutschland eine Anti-Folter-Stelle braucht

Gibt es Folter in deutschen Gefängnissen? In Haftanstalten wird die Würde der Insassen manchmal unwissentlich verletzt. (Foto: dpa)
Gefesselte Senioren, Videokameras auf Toiletten, Häftlinge, die sich nackt ausziehen müssen: Die „Nationale Stelle zur Verhütung von Folter“ hat viel zu tun.

Von Bernd Kastner | Süddeutsche.de

Es ist ein paar Jahre her, da bat Rainer Dopp in einem Gefängnis um Einlass. Der Pförtner griff zum Telefon und meldete mit süffisantem Unterton nach oben: „Die Folter-Kommission ist da.“ Dopp gehört zu einer Einrichtung, die einzigartig ist in Deutschland und hin und wieder mit Stirnrunzeln oder Spott begrüßt wird, sie heißt „Nationale Stelle zur Verhütung von Folter“. Folter? In Deutschland?

Rainer Dopp, 68, zuletzt Justizstaatssekretär in Mecklenburg-Vorpommern, arbeitet ehrenamtlich für diese „Stelle“. Er sitzt jetzt am Konferenztisch in einer alten Wiesbadener Villa, der Jahresbericht für 2016 liegt auf dem Tisch. Darin ist gleich im Vorwort von verletzter Menschenwürde die Rede. Ja, in deutschen Haftanstalten.

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Dodo Käßmann will fröhlichere Gottesdienste – mehr Trinken?

Die Theologin Margot Käßmann fordert Reformen im Alltag der Kirchen. Ein zentraler Punkt der Kirchenerneuerung müsse der Gottesdienst sein, erklärte die Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Montag in Wittenberg: „Viele unserer Gottesdienste sind trostlos. Die Frage ist also: Wie können wir fröhlich feiern, damit Menschen uns öfter brauchen als nur im Weihnachtsgottesdienst?“

evangelisch.de

Käßmann rief auch dazu auf, den Dialog mit anderen Religionen zu suchen. Für sie persönlich sei Jesus der Weg zu Gott, andere Menschen hätten andere Wege, und das sei gut so. „Wer Angst vor dem Glauben anderer hat, ist schwach aufgestellt“, betonte Käßmann bei einem Besuch der Weltausstellung Reformation in Wittenberg.

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A Killer Whale Killing Spree on the West Coast Is Actually Good News

A killer whale tries to drown a gray whale calf as the calf mother defends it. Image: Jodi Frediani
Natural whale deaths benefit the whole ocean ecosystem. Human-caused ones, though, are another story.

By Erica Cirino | MOTHERBOARD

This past 4/20, while marijuana merrymakers gathered on the UC Santa Cruz campus to celebrate, just a few miles away on the shores of Monterey Bay, whale watchers boarded boats to see killer whales. One of them was California-based wildlife photographer Jodi Frediani, who counted more than 30 of the iconic black-and-white cetaceans. That day, she witnessed them begin what many experts consider to be an unprecedented gray-whale killing spree.

Over the course of the next two weeks, Frediani and other observers watched more than 30 killer whales (led by a pod of nine) attack eight gray whale calves, killing six. The massacre was so unusual it made the local news. Many who heard about or saw the event expressed their shock and sadness that the killer whales nabbed so many young gray whales.

To Frediani, the killings of the gray whales, which in the eastern Pacific were once an endangered species—while disturbing to watch—are examples of nature taking its course. Like all animals, killer whales need to eat, Frediani told me, and it just so happens they have a taste for other whales‘ blubber.

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Evangelisches Dekanat Wiesbaden wehrt sich gegen Unterstellung, Flüchtlinge ließen sich aus „asyltaktischen Gründen“ taufen

Das evangelische Dekanat Wiesbaden wehrt sich gegen Vorwürfe, Iraner würden aus „asyltaktischen Gründen“ zum Christentum übertreten und sich taufen lassen.

Von Christoph Cuntz | Gießener Anzeiger

In der evangelischen Auferstehungsgemeinde Wiesbaden-Schierstein gebe es bereits seit sechs Jahren einen persischsprachigen Gottesdienst. Mehr als 100 Frauen und Männer hätten seither zum christlichen Glauben gefunden. Der überwiegende Teil sei aus politischen und oder religiösen Gründen aus dem Iran oder Afghanistan geflohen. Die Annahme, diese Flüchtlinge ließen sich aus „asyltaktischen Gründen“ taufen, mache ihn fassungslos, so Farhad Mostaschari, der selbst Iraner und Mitglied im Vorstand der Auferstehungsgemeinde ist. „Ich bin schockiert. Diese Vorwürfe treffen in unserer Gemeinde absolut nicht zu“, sagt Mostaschari.

Entscheider haben Zweifel an Beweggründen

Wie berichtet, haben Entscheider des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im Asylverfahren immer wieder Zweifel am Bekenntnis der vermeintlichen Neu-Christen.

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Philosoph Žižek: „Macron ist das Establishment in reinster Form“

foto: malensek Philosoph Slavoj Žižek: „Wer Marine Le Pen wählt, wählt Marine Le Pen jetzt. Wer Macron wählt, wählt Marine Le Pen in vier Jahren.
Slavoj Žižek über die politische Situation Frankreichs und der USA und die Notwendigkeit radikaler Änderungen

Von Anja Malenšek | derStandard.at

Wenn aus dem fast unüberschaubaren Spektrum an Themen in Slavoj Žižeks Rede ein roter Faden zu erkennen war, dann vielleicht dieser: ein leicht fatalistischer Aufruf zur Anerkennung der düsteren Lage, in der wir uns befinden. Nahende ökologische Katastrophen, terroristische Bedrohung, geopolitische Konflikte – all dies erfordere ein „Neudenken“, ein Ende vom „Traum einer Alternative“.

Žižeks im Rahmen der Wiener Festwochen am Wochenende gepredigten Mut muss man bei manchen seiner Aussagen tatsächlich bewundern. Der marxistische Philosoph, der schon allein mit seinen hektischen Gesten das Publikum fesseln kann, ließ auch allerjüngste politische Ereignisse nicht außer Acht.

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Wider die „staatsfromme Kirche“

Die Evangelischen Kirche am Hohenzollernplatz in Berlin – ein Hauptwerk des deutschen Expressionismus. (Deutschlandradio / Eric Pawlitzky)
Rainald Leistikow ist Berliner, evangelischer Christ und Hörer des Deutschlandfunks. Ihn stören die politischen Positionen seiner Kirche zur Flüchtlingspolitik, als Andersdenkender fühlt er sich ausgegrenzt. „Obrigkeit ist für mich keine Instanz, vor der ich einknicke“, sagt er. Er ist zum Widerspruch entschlossen, erst recht so kurz vor dem Kirchentag.

Von Claudia van Laak | Deutschlandfunk

Sie haben mich persönlich eingeladen, hierherzukommen, und das habe ich gerne gemacht.“

Reinald Leistikow, 73 Jahre alt. Fester Händedruck, klarer Blick, freundlich-zugewandtes Wesen. Der Berliner Jurist hat lange Jahre für Kirche und Diakonie gearbeitet – so als Verwaltungsleiter eines evangelischen Krankenhauses. In letzter Zeit allerdings hat sich Leistikow von seiner Kirche entfernt. Mehr noch – er ist empört. In einer langen E-Mail an den Deutschlandfunk hat er sich Luft gemacht, spricht von „Multi-Kulti-Schönfärberei“ und kritisiert, dass die Kirchenleitung in punkto Flüchtlingspolitik eine offizielle Meinungsvorgabe mache und Andersdenkende ausgrenze.

„Der Deutschlandfunk ist ja eine Instanz dafür, dass so etwas zur Sprache kommen kann. Die politisierte Kirche kommt überall durch und breitet sich wie ein Schirm über alles aus.“

Es ist Sonntag kurz vor 10, gleich beginnt der Gottesdienst in der  architektonisch spektakulären Evangelischen Kirche am Hohenzollernplatz – ein Hauptwerk des deutschen Expressionismus. Mehrere hundert  Gottesdienstbesucher fänden Platz in diesem imposanten dunklen Backsteinbau – doch nur etwa 30 sind gekommen, sie verlieren sich in den Kirchenbänken.

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