Weltgrößter Tyrannosaurus rex entdeckt – In Kanada gefundenes Fossil erweist sich als schwerster und größter Raubdinosaurier

Das Skelett des Tyrannosauriers „Scotty“: Er ist der größte und schwerste aller jemals entdeckten Raubdinosaurier dieser Art. © Amanda Kelley
Urzeitlicher Gigant: Ein in Kanada entdecktes Tyrannosaurus-Fossil ist der größte bekannte Vertreter dieser Art – und der massigste Raubdinosaurier, der jemals entdeckt wurde. Das Tier war zu Lebzeiten 13 Meter lang und wog knapp neun Tonnen, wie die Paläontologen berichten. Besonders auch: Der Tyrannosaurier war nach Dinomaßstäben schon ziemlich betagt als er starb und trug zu Lebzeiten offenbar zahlreiche Verletzungen davon.

scinexx

Der Tyrannosaurus rex – der „König der Schreckensechsen“ – war eines der größten Raubtiere der Erdgeschichte. Bis zu zwölf Meter lange Skelette haben Paläontologen von diesem zweibeinig laufenden Dinosaurier bisher gefunden. Dank seines einzigartigen Schädels, einer enormen Bisskraft und Zähnen scharf wie Steakmessern konnte der T. rex selbst große Beute überwältigen und deren Knochen knacken. Trotz seiner Masse war dieser Fleischfresser zudem erstaunlich wendig.

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Christian Charity Gave Over $50 Million to Hate Groups, Report Reveals

401(K) 2012 / Flickr Creative Commons
The National Christian Foundation is America’s eighth largest public charity, but it doesn’t build houses, educate children, feed the hungry, or provide other goods or services one might commonly associate with a charity. It’s also not a household name like the Red Cross, but that doesn’t prevent it from having vast influence. According to a new investigation from Sludge, the far-right, evangelical NCF “has donated $56.1 million on behalf of its clients to 23 nonprofits identified by the Southern Poverty Law Center as hate groups.”

Ilana Novick | truthdig

These nonprofits include multiple anti-LGBT, anti-Muslim and anti-immigrant hate groups. In fact, as reporter Alex Kotch points out, Inside Philanthropy has said that NCF “is probably the single biggest source of money fueling the pro-life and anti-LGBT movements over the past 15 years.”

In addition to not being a direct service charity, the NCF is also not a conventional foundation that a wealthy donor uses as a vehicle to grow and then give away their money to multiple other charities over time. Instead, it’s a donor-advised fund, offering its Christian donors “expert guidance and creative giving solutions,” Kotch writes.

Helaine Olen, writing in The Atlantic, calls these donor-advised funds a “waiting room for charitable donations,” in which anyone, not only the wealthy, can place money into the fund, let it grow, and then have it distribute the money gradually to organizations of the donor’s choice.

According to Kotch, these funds allow their clients “immediate tax breaks on donations.”

They also give individual donors who pay into the fund anonymity. While Sludge was able to use publicly available tax findings to determine which organizations NCF funded, the names of the fund’s donors stay hidden.

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Ist das Schicksal der Nonkonformisten nur ein neuer Konformismus?

Hipster?Bild: pxher.com/CC0
Ein mathematisches Modell über den „Hipster-Effekt“ scheint darauf hinzudeuten, dass sich die bemühten Individualisten einander angleichen und alle genauso aussehen oder sich verhalten

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Dass der Mainstream konform ist, also sich die Menschen beispielsweise ähnliche kleiden und ähnliche Frisuren haben, muss so sein. Aber es fällt auch immer wieder auf, dass Menschen, die sich vom Mainstream unterscheiden und ihren Nonkonformismus zeigen wollen, bald auch wieder alle gleich aussehen, bis die nächste Welle kommt. Was man als Modetrends beobachten kann, hat der Mathematiker Jonathan Touboul von der Brandeis University, der das als „Hipster-Effekt“ bezeichnet, versucht, in eine Formel für kollektives Verhalten zu fassen.

Touboul geht davon aus, dass sich öfter Menschen, die sich von der Mehrheit unterscheiden sollen, selbst wieder ein Gruppe mit konformistischem Verhalten bilden. Das aber würde der Intention entgegenlaufen, sich von der Mehrheit als Individuen zu unterscheiden und somit ein Paradox darstellen. Das geht für den Mathematiker weit über Moden hinaus und ist ein kollektives Verhalten, dass man etwa auch in der Wirtschaft oder an der Börse finden könne, beispielsweise wenn gegen den Strom Aktien verkauft werden, oder auch in der Synchronisierung von Nervenzellen.

Hipsters schauen sich so ähnlich, dass sie sich nicht einmal voneinander unterscheiden können“

Der Mathematiker beschäftigt sich mit dem Thema schon seit Jahren. Kürzlich machte er ein Update seiner Theorie, was Anlass für einen Artikel der Zeitschrift Technology Review über den Hipster-Effekt war.

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Aging Is a Communication Breakdown

Image: NAUTILUS
Genes that can’t express themselves may be hallmarks of cancer.

By Jim Kozubek | NAUTILUS

Johann Wolfgang von Goethe, the 18th-century poet and philosopher, believed life was hardwired with archetypes, or models, which instructed its development. Yet he was fascinated with how life could, at the same time, be so malleable. One day, while meditating on a leaf, the poet had what you might call a proto-evolutionary thought: Plants were never created “and then locked into the given form” but have instead been given, he later wrote, a “felicitous mobility and plasticity that allows them to grow and adapt themselves to many different conditions in many different places.” A rediscovery of principles of genetic inheritance in the early 20th century showed that organisms could not learn or acquire heritable traits by interacting with their environment, but they did not yet explain how life could undergo such shapeshifting tricks—the plasticity that fascinated Goethe.

A polymathic and pioneering British biologist proposed such a mechanism for how organisms could adapt to their environment, upending the early field of evolutionary biology. For this, Conrad Hal Waddington became recognized as the last Renaissance biologist. This largely had to do with his idea of an “epigenetic landscape”—a metaphor he coined in 1940 to illustrate a theory for how organisms might regulate which of their genes get expressed in response to environmental cues or pressures, leading them down different developmental pathways. It turned out he was onto something: Just a few years after coining the term, it was found that methyl groups—a small molecule made of carbon and hydrogen—could attach to DNA, or to the proteins that house it, and alter gene expression. Changing how a gene is expressed can have drastic consequences: Every cell in our body has the same genes but looks and functions differently only due to the epigenetics that controls when and how genes get turned on. In 2002, one development biologist wondered whether Waddington’s provocative “ideas are relevant tools for understanding the biological problems of today.”

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Druck aus Brüssel: Schulze will Düngerecht verschärfen

Bild. tagesschau.de
Im Kampf gegen zu viel Nitrat im Grundwasser verlangt die EU von Deutschland strengere Auflagen fürs Düngen. Die Landwirte protestieren, Umweltministerin Schulze will, dass das Düngerecht schnell verschärft wird.

tagesschau.de

Bei der Düngung ihrer Felder müssen die Bauern in Deutschland künftig mit strengeren Vorgaben rechnen. Die Verschärfung des Düngerechts, die die Bundesregierung in den vergangenen Wochen vorgelegt hatte, ist der EU-Kommission allerdings noch zu lasch. Weitere Änderungen seien notwendig, bestätigte eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums. Die EU verlangt schon bis Ende März weitere Maßnahmen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) dringt auf schnelles Handeln der Koalition.

„Sauberes Wasser ist hohes Gut“

Angesichts des erneuten Drucks aus Brüssel will Schulze, dass das Düngerecht schnell verschärft wird. Hintergrund ist die Nitratbelastung des Grundwassers. „Sauberes Wasser ist ein hohes Gut. Darum müssen wir dafür sorgen, dass die Überdüngung der Äcker aufhört“, sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. „Auch um teure Strafzahlungen an die EU zu vermeiden, muss die Bundesregierung das Düngerecht schnell weiter verbessern.“

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Wen der Affe laust

Foto: ORF/Günther Pichlkostner
Rassismusvorwurf bei ,Dancing Stars'“, Trost vom Jeannée für Gottschalk: Nur der gut genährten Regierungsboulevard kann uns Wege aus diesen Dickichten weisen

Günter Traxler | derStandard.de

Wir leben in schweren Zeiten. Rassismusvorwurf bei „Dancing Stars“. Petzner-Fans attackieren Gerald Grosz. Gottschalk: Ehe-Aus nach 42 Jahren. Haider: „Bohlen ist ein A****!“ Und dabei blieb noch die Frage unbeantwortet: Ist es das Ende des Promi-Kriegs zwischen den Medien-Profis – gemeint waren Christian W. Mucha und Dominic Heinzl – oder nur eine Pause? Hätten wir nicht den mit Regierungsinseraten gut genährten Regierungsboulevard – wer sonst könnte uns Wege aus diesen Dickichten weisen?

Allen voran natürlich macht sich da Michael Jeannée an sein schweres Geschäft, dem lieben Thomas Gottschalk, aber nicht dessen Frau, einen rührenden Trostbrief unter Society-Männern hinweg über die Grenzen des Landes und den Wandel der Zeiten zu senden. Thomas und Thea – das war sakrosankt! Da traute sich kein schnüffelnder Schreiberling drüber, da gab es nichts aufzudecken. Das ist jetzt natürlich anders. Jetzt sind die besten, die härtesten Society-Enthüller der Branche am Zug, die niemals Pardon geben. Ihre Jagd ist eröffnet. Aber wem sag ich das?

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Troll-Abwehr: Chrome-Erweiterung filtert dumme Kommentare in sozialen Medien

In Stein gemeißelt: Trolle (Bild: Efraimstochter, gemeinfrei)
Die Alphabet-Tochter Jigsaw will mit einer Browsererweiterung ausfällige Online-Kommentare auf Wunsch ausblenden – abgestuft und derzeit noch experimentell.

Von Tilman Wittenhorst | heise online

Wer sich in den sozialen Medien umtut, stößt unvermeidlich auf rüpelhafte, verletzende und einfach nur dumme Kommentare, die einem so manche Diskussion verleiden. Neben den Äußerungen solcher sogenannter Trolle, die vermutlich vor allem provozieren wollen, gehen andere lesenswerte Debattenbeiträge unter. Eine Erweiterung für den Chrome-Browser will nun versuchen, derartige Kommentare auf großen Social-Media-Plattformen auszublenden – in einem vom Benutzer einstellbaren Ausmaß.

Die Chrome-Erweiterung Tune stammt vom Technologieunternehmen Jigsaw, das zu Googles Dachgesellschaft Alphabet gehört. Sie kann provokante Kommentare auf mehreren großen Plattformen herausfiltern, darunter YouTube, Facebook, Twitter, Reddit und Disqus. Das funktioniert abgestuft bei englischen Kommentaren: Mit einem an einen Lautstärkeregler angelehnten Drehknopf stellt der Benutzer das Filterniveau ein, vom kompletten Ausblenden aller Kommentare (dem „Zen-Modus“) über „mittel“, „laut“ und „plärrend“ bis hin zum Abschalten des Filters.

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Bundesamt-Präsident kritisiert Unterstützer von Flüchtlingen: „Ahndung mit Mitteln des Strafrechts“

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge © Daniel Karmann (dpa)
Wer einen abgelehnten Asylbewerber unmittelbar vor einer bevorstehenden Rückführungsmaßnahme warnt, kann künftig mit Strafen rechnen. Ein richtiger und wichtiger Schritt, findet der Präsident des Bamf, Hans-Eckhard Sommer.

DOMRADIO.DE

Der Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Hans-Eckhard Sommer, hat Unterstützer von Flüchtlingen kritisiert. „Es ist ganz offensichtlich, dass einige Organisationen das Interesse verfolgen, Abschiebungen generell zu bekämpfen – ich denke vor allem an selbst ernannte Flüchtlingsräte“, sagte Sommer im Interview der „Welt am Sonntag“.

Sommer: Ahndung mit Mitteln des Strafrechts

Diese seien der Meinung, „dass sich jeder das Land seines Aufenthalts selbst aussuchen soll“. Wer „mit dieser Überzeugung unterwegs ist, versucht dann auch oft, den Staat bei Abschiebungen zu behindern“.

Sommer sagte, er halte es für richtig, dass „dieses Vorgehen mit den Mitteln des Strafrechts geahndet werden soll“. Immer wieder würden Abschiebungstermine öffentlich bekannt gemacht – „oft mit dem Hinweis, die Abzuschiebenden sollten sich an diesem Tag nicht dort aufhalten, wo sie sich sonst gewöhnlich aufhalten“.

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Das Ende des IS-Kalifats ist nur ein Etappensieg – besonders für die Kurden

Die letzte Bastion des Islamischen Staates ist gefallen: Die gelbe Flagge der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) weht nun im Dorf Baghuz (23. März). (Bild: EPA
Die syrischen Kurden haben am Wochenende den endgültigen Sieg gegen das IS-Kalifat gefeiert. Doch ihr Jubel könnte von kurzer Dauer sein: Sie brauchen die USA, um nicht zwischen der Türkei und dem Asad-Regime aufgerieben zu werden.

Christian Weisflog | Neue Zürcher Zeitung

Der Sieg gegen das sogenannte Kalifat der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte sich lange angekündigt. Seit Wochen schnürten die von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) die Jihadisten und ihre Familien im Dorf Baghuz zunehmend ein. Obwohl es immer noch letzte Gefechte gab, verkündeten die von den syrischen Kurden dominierten SDF am Samstag die offizielle Befreiung der letzten vom IS gehaltenen Ortschaft ganz im Osten Syriens an der irakischen Grenze. Eine riesige gelbe SDF-Flagge wurde auf einem der letzten stehenden dreistöckigen Gebäude gehisst. Im Internet kursierten Videos von tanzenden Soldaten, und auf einem Stützpunkt in der Nähe spielte eine Band die amerikanische Hymne. «Wir erklären heute die Zerstörung des sogenannten Islamischen Staates und das Ende seiner Gebietskontrolle», sagte der SDF-Befehlshaber Mazlum Abdi während der Siegesfeier.

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Drohende Masernwelle: Bundesregierung prüft Impfpflicht für Kinder

Masern sind hochansteckend und müssen schon bei Verdacht gemeldet werden. Foto: dpa
Angesichts einer drohenden Masernwelle in mehreren Regionen Deutschlands prüft die Große Koalition eine bundesweite Impfpflicht gegen die Virusinfektion. Das bestätigte SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Von Steven Geyer | Kölner Stadt-Anzeiger

Die FDP mahnt die Bundesregierung dabei zur Eile und fordert neben schnellen Maßnahmen zur Steigerung der Impfbereitschaft eine gesetzliche Option für einen Impfzwang für Kinder.

Der SPD-Fraktionsvize für Gesundheitspolitik, Karl Lauterbach, betonte, dass seine Partei innerhalb der Koalition für eine Impfpflicht für Kinder eintrete, die sich auf Masern begrenzen solle. „Ich bin mit Gesundheitsminister Spahn im Gespräch darüber und bin zuversichtlich, dass wir demnächst einen entsprechenden Vorschlag vorlegen können“, sagte Lauterbach dem RND.

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Psychologe: Kirche lässt Kleriker mit Zölibatsproblemen allein

Bild: © ricardoreitmeyer/Fotolia.com (Symbolbild)
Joachim Reich berät Geistliche, die Schwierigkeiten mit dem Zölibat haben. Er sagt, die Kirche lasse sie mit ihren Problemen allein. Schließlich hätten sie sich für die Priesterweihe entschieden, heißt es oft. Die Folgen seien dramatisch.

katholisch.de

Die katholische Kirche lässt Kleriker in Krisen mit dem Zölibat aus Sicht des Berliner Psychologen Joachim Reich allein. „Wenn einer ein Problem damit hat, wird das von der Kirche sofort individualisiert. Schließlich habe er sich für die Priesterweihe entschieden, nun solle er selber damit zurechtkommen, so die Haltung“, kritisierte Reich in der Schweizer „Sonntagszeitung“. Die Kirche übernehme „keine Verantwortung dafür, wie die Priester dieses Gelübde leben können“. Reich berät Kleriker, wenn sie Schwierigkeiten mit dem Zölibat haben.

Sie könnten zwar „theoretisch in der Beichte über ihre Probleme mit der Sexualität sprechen, aber dort steht die Thematik sofort im Kontext von Schuld und Strafe“, betonte Reich. „Auch bei den geistlichen Begleitern hat man das Problem, dass sie keinerlei sexualtherapeutische Ausbildung haben.

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Missbrauch in der Kirche: Schweizer Bischöfe schicken Priester in die Psychotherapie oder auf Pilgerreisen

Die katholische Kirche wird seit vielen Jahren von Missbrauchsfällen durchgeschüttelt, die bis in höchste Kreise reichen. (Bild Jörg Sarbach / Keystone)
Wenn in der Schweiz ein Missbrauchsfall bekannt wird, reagiert die katholische Kirche in den meisten Fällen mit internen Sanktionen. Die fehlbaren Priester müssen Psychotherapien absolvieren oder es werden Ortsverbote oder Pilgerreisen angeordnet.

Erich Aschwanden | Neue Zürcher Zeitung

Das Thema Missbrauch lässt die römisch-katholische Kirche weiterhin nicht zur Ruhe kommen. In der vergangenen Woche wurde erneut ein Fall von massenhaften Verfehlungen von Kirchenleuten bekannt. Im US-Bundesstaat Illinois veröffentlichten Opfer eine Liste von fast 400 Priestern, denen vorgeworfen wird, Schutzbefohlene missbraucht zu haben. Ausserdem gab Papst Franziskus bekannt, dass er den Rücktritt von Kardinal Philippe Barbarin ablehnt. Der Erzbischof von Lyon war in Frankreich wegen Vertuschung von Missbrauch verurteilt wurde.

Justiz untersucht zehn Vorfälle

Auch die katholische Kirche in der Schweiz wird von solchen Skandalen nicht verschont. So deckte ein ehemaliger Bischof und der ehemals höchste Kapuziner der Schweiz während Jahrzehnten einen pädophilen Kapuzinerpater in der Westschweiz. Die sexuellen Übergriffe begannen 1958 und erstreckten sich über mehrere Jahrzehnte. Der Fall und seine systematische Vertuschung wurden erst in den vergangenen Jahren von der Schweizer Kapuzinerprovinz umfassend aufgearbeitet.

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Achtbeinige Genies

Nicht identifizierte Springspinnenart (Eventuell eine nicht ausgewachsene Thiodina sylvana). Bild: USGS / CC-BY-2.0
Oktopoden und Spinnen faszinieren mit hoher Intelligenz, die aus völlig andersartigen Gehirnen entsteht

Konrad Lehmann | TELEPOLIS

Ob es an den Beinen liegt? Vermutlich nicht. Aber ein unbefangener Beobachter – etwa von einem fremden Planeten -, der ergründen wollte, welche Tiere besonders intelligent sind und warum, könnte allerlei Korrelationen aufstellen und zum Ergebnis kommen, dass, sobald man das Reich der Wirbeltiere verlässt, die Intelligenz ihr Maximum bei acht Beinen erreicht: Oktopoden und Spinnen.

Tatsächlich wird das wohl Zufall sein. Ein anderer Zusammenhang ist schlüssiger. Vegetarier müssen jetzt ganz tapfer sein, aber es ist so: Schaut man sich im Tierreich um, dann sind die Jäger meist heller als die Pflanzen- (und Plankton-)fresser. Zahnwale übertreffen die Bartenwale (von Seekühen ganz zu schweigen), Wölfe die Schafe, Würfelquallen die Ohrenquallen, Raben die Hühner. Das liegt einfach an den unterschiedlichen Anforderungen der Nahrungsgewinnung. Eine grüne Weide braucht man nicht zu umzingeln, Krill muss man nicht austricksen, an einen reifen Apfel muss man sich nicht anpirschen, und es ist auch nicht nötig, aufzupassen, dass der Grünkohl einen nicht sieht. Es ist die Jagd, die Strategiebildung, Vorausschau und Perspektivwechsel fordert.

Doch es sind die Achtbeiner unter den Jägern, die am meisten faszinieren. Sie gleichen Aliens, die mitten unter uns leben; unabhängig evolvierte Intelligenzen, deren letzter gemeinsamer Vorfahr mit uns vor rund 560 Millionen Jahren lebte – oder noch früher – und so einfach strukturiert war, dass ein Regenwurm im Vergleich dazu wie Einstein wirkt. Aus ein paar über den Körper verteilten Nervenbahnen und einem Augenfleck entstand mehrfach ein leistungsstarkes Gehirn, das seine Umwelt mit mehreren Sinnen erfassen, lernen, Pläne schmieden und erinnern kann.

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Die Schmerzen der Schwangeren sind nicht gut fürs Kind

Das Befinden einer werdenden Mutter hat Auswirkungen auf ihre Kind. (Carlos Barria, Reuters)
Nehmen schwangere Frauen häufig Schmerzmittel ein, steigt bei ihren Kindern das Risiko, an Asthma zu erkranken. Doch ist das offenbar nicht den Medikamenten zuzuschreiben, sondern den Schmerzen.

Stephanie Lahrtz | Neue Zürcher Zeitung

Seit 2013 sitzt Paracetamol auf der Anklagebank. Das Medikament wird weltweit als erste Wahl gegen Schmerzen in der Schwangerschaft angesehen und dementsprechend häufig verschrieben. Allerdings soll es bei den «mitbehandelten» Kindern später Sprachstörungen, das Zappelphilipp-Syndrom ADHS, Probleme mit der Grob- wie der Feinmotorik, einen Hodenhochstand und Asthma hervorrufen können. Zumindest haben epidemiologische Studien solche Zusammenhänge gefunden. Doch nun gibt ein englisch-schwedisches Forscherteam zumindest in puncto Asthma Entwarnung.

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Charlie-Hebdo-Anschlag: Einbruch der Gewalt

„Den Mann, der ich vor dem Anschlag war, gibt es nicht mehr“: Philippe Lançon Bild: Annette Hauschild
Der französische Journalist und Schriftsteller Philippe Lançon hat am 7. Januar 2015 in Paris das Attentat auf „Charlie Hebdo“ überlebt. Und er hat um sein Leben geschrieben: „Der Fetzen“ heißt sein beeindruckendes Buch.

Von Julia Encke | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Heldin dieses Buchs, das kein Roman und doch ergreifender, dichter und literarischer ist als so viele der neuen Romane dieses Frühjahrs, ist eine Frau. Chloé heißt sie oder, wie Philippe Lançon, dessen Leben von ihr abhängt, sie besitzergreifend nennt: „meine Chirurgin“. Eine energische junge Ärztin, ironisch, fast heiter inmitten des Desasters; eine „unvollkommene Fee“, die Emphase und Sentimentalität verabscheut und ihr Leben im OP verbringt.

Es ist der 6. Januar 2017 gegen zehn Uhr. Philippe Lançon sitzt Chloé im Sprechzimmer der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Pariser Salpêtrière gegenüber. Er kennt sie kaum, doch hat sie in seinem Leben eine übertriebene Bedeutung angenommen. Draußen ist ungefähr das gleiche Wetter wie damals vor zwei Jahren, grau und frisch, als er nach dem Attentat auf die Redaktion der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ im Krankenwagen hierhergebracht wurde. Philippe Lançon hat überlebt. In den Sekunden nach dem Attentat, während er zwischen den toten Freunden und Kollegen lag, war es ihm gelungen, sein Handy aus der Jackentasche zu holen, das Passwort einzugeben und sich durch die Kontaktliste bis zu dem Namen seiner Mutter zu scrollen, die unter „Madre“ gespeichert war, als er sein Gesicht auf dem Display entdeckte.

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Worum geht es eigentlich den Gelbwesten?

Foto: Christian Schmeiser
Seit vier Monaten gibt es die Protest-Bewegung der Gelbwesten. Das nehme ich jetzt zum Anlass, eine Standortbestimmung zu versuchen, auch wenn sich natürlich die Gegenposition anführen lässt, dass der Zeitpunkt für eine quellenkritisch fundierte, unabhängige historische Position noch nicht gekommen ist.

Christian Schmeiser | TELEPOLIS

Die Gelbwesten unter Beschuss

Natürlich lesen wir alle seit Monaten geballt Negativ-Meldungen über die Gilets jaunes in den reichweitestarken Medien. Nach der erneuten Eskalation am 16. März 2019 (Acte 18), die Vergleiche mit der frühen „Sturm- und Drang“-Phase (Acte 1-4) herausfordert, beziehen die Gelbwesten erneut gehörig Prügel: Sie werden als gewalttätig, rechtsradikal und natürlich antisemitisch dargestellt, zudem – so ist zu lesen – rezipiert ein Großteil der Demonstranten regelmäßig fragwürdige „fake news“.

Darüber hinaus wird auch unablässig auf den permanenten Rückgang der Demo-Teilnehmer verwiesen, der angeblich mit der rückläufigen Unterstützung in der französischen Bevölkerung korrespondieren soll. Viele Kommentare stellen jetzt nach Acte 18 am 16. März die „bösen“ Gelbwesten-Demonstrationszüge der „guten“ Klimawandel-Demo am gleichen Tag gegenüber. Telepolis-Redakteur Thomas Pany differenziert diese antithetische Polarisierung so :

Man kann es auch so sehen: Die politischen Forderungen, die die Klimamärsche aufstellen, sind wie Sonntagsreden. Sie verpflichten zu nichts außer zu Bekenntnissen. Das ist für Politiker leicht zu erfüllen. Bei den Gelbwesten ist das anders, sie rühren mit ihren Forderungen an den Kern der Macht, sie wollen Macron weghaben, sie wollen eine andere Republik, direkte Demokratie, sie agieren eine Wut aus, die schmerzen soll.

Paris: Panik auf den Boulevards

Steht hinter den thematisch im Wochen-Turnus wechselnden Negativ-Meldungen über die Gelbwesten eine ausgeklügelte Form der psychologischen Kriegsführung? Diese Frage lässt sich zurzeit noch nicht beantworten.

Die Gelbwesten und ihre Unterstützer

Dessen ungeachtet gibt es natürlich auch Autoren, die die Gilets jaunes unterstützen. Der in den frühen Achtzigern in die USA emigrierte französische Journalist Gilbert Mercier hält die Gelbwesten für „eine Revolte gegen den Neoliberalismus, der weltweit Reichtum und Macht in wenigen Händen konzentriert“ (Mercier hat übrigens 2015 ein bemerkenswertes Buch mit dem Titel The Orwellian Empire veröffentlicht, in dem er den Transformationsprozess des US-Imperiums in ein neuartiges „empire orwéllien“ ab 1980 analysiert). Ähnlich sieht es auch der Politikwissenschaftler Ulrich Mies in einer von ihm aktuell herausgegebenen Publikation:

Die Gelbwesten in Frankreich sind ein Beispiel für eine reale Aufstandsbewegung gegen das marktradikale Regime Emmanuel Macrons.

Ulrich Mies

Florian Ernst Kirner geht in seinem Artikel Die Politik der Massen noch weiter, wenn er die „gilets jaunes“ in der Tradition der französischen Revolution sieht.

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In fünf Jahren ist die Terrormiliz IS rasant aufgestiegen – und gefallen

Bild: nationalreview.com
Im Jahr 2014 beherrscht der IS ein Gebiet in der Grösse von Grossbritannien. Doch die Belagerung der nordsyrischen Stadt Kobane sollte zum Fanal für das IS-Kalifat werden. Eine Chronologie des Terrors.

Jan Hudec | Neue Zürcher Zeitung

2006

Der IS geht aus der irakischen al-Kaida hervor. Als der damalige Anführer des irakischen Ablegers, Abu Musab al-Zarqawi, bei amerikanischen Luftangriffen getötet wird, übernimmt Abu Omar al-Baghdadi die Führung. Die Gruppe nennt sich neu «Islamischer Staat im Irak» (ISI) und verübt im Land zahlreiche Terroranschläge.

2010

Der ISI-Chef wird ebenfalls bei einem Luftangriff getötet, neu übernimmt Abu Bakr al-Baghdadi.

2011

Als die Krise sich in Syrien zuzuspitzen beginnt, entsendet Baghdadi Männer nach Syrien, wo sie einen neuen Kaida-Ableger gründen: die Nusra-Front.

2013

Das Syrische Regime gibt im März die Stadt Rakka auf, die in der Folge von Rebellen übernommen wird. Baghdadi bricht mit der Nusra-Front und gründet den Isis, den «Islamischen Staat im Irak und in Syrien». In der Folge setzt der Isis zu seinem Siegeszug an.

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Seit Putschversuch 2016: Türkei beantragte mehr als 900 Festnahmen

Bild: Magazin „The Economist“
Seit dem gescheiterten Militärputsch 2016 geht die türkische Regierung massiv gegen vermeintliche Gegner vor – und macht an den Landesgrenzen nicht Halt: Fast 1000 Mal hat Deutschland Fahndungsbitten erhalten.

tagesschau.de

Mehr als zweieinhalb Jahre sind seit dem gescheiterten Militärputsch in der Türkei vergangen – die türkische Regierung geht aber offenbar noch immer gegen vermeintliche Putschisten vor. Eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag ergab, dass das Bundeskriminalamt seit Juli 2016 über die internationale Polizeibehörde Interpol 990 Fahndungsersuche von türkischen Behörden übermittelt bekommen hat.

Mehr als 920 Gesuche zielten auf Festnahme ab

Wie die Zeitung „Welt“ berichtete, zielten 925 dieser Gesuche auf eine Festnahme ab und bei 65 Fahndungsbitten sollte der Aufenthalt des Gesuchten festgestellt werden. Wie vielen dieser Gesuche die deutschen Behörden nachkamen, blieb in der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage offen. Aus der Antwort gehe lediglich hervor, dass in diesem Jahr noch niemand an die Türkei ausgeliefert wurde, die seit Beginn 2019 zwölf solche Anfragen an Deutschland gerichtet hatte.

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Darmkrebs durch zuckerhaltige Softdrinks?

Cola und andere zuckerhaltige Limonaden sind meist mit fructosehaltigem Maissirup gesüßt – doch fördert offenbar das Wachstum von Darmtumoren. © Yvan Dube/ iStock
Süßmacher mit fatalem Nebeneffekt: Schon ein gemäßigter Konsum zuckerhaltiger Limonaden könnte Darmkrebs fördern – und schuld ist der hohe Fructoseanteil. Mäuse, die täglich das Äquivalent einer Dose Limonade als Zuckerlösung bekamen, entwickelten schon nach wenigen Wochen deutlich größere und aggressivere Darmtumoren als Kontrolltiere ohne Zuckergabe, wie Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten. Ihre Analysen enthüllten auch den Wirkmechanismus dahinter.

scinexx

Fruchtzucker galt lange als natürliche und gesunde Süße. Doch inzwischen ist die Fructose in Verruf geraten. Denn vor allem in Form des von der Lebensmittelindustrie vielverwendeten Maissirups hat der Zucker erhebliche Nebenwirkungen. Weil die Fructose besonders leicht in Fett umgewandelt wird, fördert sie Übergewicht und gilt als Hauptursache für die rasante Zunahme von Fettleibigkeit und Stoffwechselerkrankungen. Auch dem Herzen kann der Süßmacher schaden, wie Forscher kürzlich herausfanden.

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1999: Der Holocaust als Rechtfertigung für einen Angriffskrieg

Bombardierung von Belgrad. Erste ZIele waren Rundfunk- und Fernsehsender. Bild: Darko Dozet/CC BY-SA-3.0
Vor 20 Jahren begann der Kosovo-Krieg: Von Ursachen, Hintergründen und Folgen eines bis heute kaum aufgearbeiteten Ereignisses

Kurt Gritsch | TELEPOLIS

Vom 24. März 1999 an bombardierte die NATO 78 Tage lang Jugoslawien, bis es im Juni die Stationierung westlicher Soldaten in seiner Krisenprovinz Kosovo akzeptierte. Begründet wurde der Luftkrieg damit, den Albanern im Kosovo gegen die Unterdrückung durch Serbien zu helfen. Weil aber keine Ermächtigung durch den UN-Sicherheitsrat vorlag (Russland und China unterstützten zwar Sanktionen, drohten aber im Kriegsfall mit einem Veto), argumentierte man damit, einen drohenden Völkermord zu verhindern.

Von einem „neuen Auschwitz“ (so der damalige deutsche Außenminister Joseph „Joschka“ Fischer) konnte allerdings keine Rede sein (Konstruktion von Medienrealität im Kosovo-Krieg). UNO-Generalsekretär Kofi Annan etwa stellte fest, dass Serben und Albaner gleichermaßen die Verantwortung für den jahrelangen politischen Konflikt, der ab 1998 zum Bürgerkrieg eskaliert war, trügen. Er rief zu einer politischen Lösung auf, die aber von allen Konfliktparteien – Serbien, UÇK und NATO – ignoriert wurde.

Während das Transatlantische Bündnis jegliche Verantwortung für die Eskalation dem „neuen Hitler“ Slobodan Milošević zuschrieb, verhinderten die Luftangriffe indes nicht, dass Hunderttausende vor serbischen Vertreibungen und westlichen Bomben flohen. Die NATO wiederum beschloss im April 1999 anlässlich ihres 50. Geburtstags, zukünftig weltweit zugunsten von unterdrückten Völkern einzugreifen. Was die einen als Schritt zur globalen Friedenssicherung begrüßten, kritisierten andere als Verwandlung eines Verteidigungs- in ein Angriffsbündnis und somit als Schritt Richtung neuer Angriffskriege.

Als Begründung für den Völkerrechtsbruch wurde im Fall Kosovo dezidiert die Geschichte des 20. Jahrhunderts bemüht. Die richtigen Lehren aus der Shoa, aus dem Massenmord der Nationalsozialisten an den europäischen Juden, zu ziehen, bedeute, so die einen, jeden „potentiellen Holocaust“ bereits im Ansatz militärisch zu verhindern. Die anderen wiederum bekrittelten, dass damit der historische Holocaust seiner Einzigartigkeit beraubt werde, indem er mit zahllosen Bürgerkriegsereignissen weltweit gleichgesetzt werde. Zudem, so der Einwand der Friedensforschung, könne das Menschenrechtsargument nahezu beliebig verwendet werden, um über ökonomische, strategische und geopolitische Interessen der NATO-Mitglieder hinwegzutäuschen.

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