Kirchhof sieht Probleme beim islamischen Religionsunterricht

Der Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, Ferdinand Kirchhof.
Der Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, Ferdinand Kirchhof.
Der Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, Ferdinand Kirchhof, sieht ein rechtliches Problem beim islamischen Religionsunterricht. Der Unterricht in staatlichen Schulen benötige zur näheren Ausgestaltung eigentlich Verträge zwischen Staat und Religionsgemeinschaft, sagte Kirchhof im Interview mit den „Badischen Neuesten Nachrichten“ (Samstag).

FOCUS ONLINE

Das Staatskirchenrecht baue auf der historischen Vorgabe auf, dass große Kirchen mit körperschaftlicher Verfassung existieren, mit denen der Staat Verträge schließt. Der Islam besitze diese bundes- oder landesweite körperschaftliche Verfassung nicht. Meistens treten rechtlich nur einzelne Moscheevereine auf. Es fehlt also an einem Vertragspartner für landesweite Vereinbarungen. „Es wäre einfacher zu handhaben, wenn die Gespräche mit den verschiedenen Glaubensrichtungen im Islam rechtlich überschaubarer würden.“

Parlament macht Weg für Erdogans Präsidialsystem frei

 

Bild: FB
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Der türkische Präsident ist seinem Ziel, seine Machtfülle auszubauen, einen Schritt näher. Das Volk soll im Früjahr in einem Referendum abstimmen.

Die Presse.com

Die Szenen aus dem türkischen Parlament veranlassen sogar Ministerpräsident Binali Yildirim dazu, die Abgeordneten zur Räson zu rufen. Kurz zuvor hat sich die Parlamentarierin Aylin Nazliaka aus Protest gegen das von Staatschef Recep Tayyip Erdogan vorangetriebene Präsidialsystem ans Rednerpult gekettet, und zwar mit Handschellen.

Daraufhin ist eine wüste Schlägerei zwischen Parlamentarierinnen der Opposition und der AKP-Regierungsfraktion entbrannt, eine Abgeordnete verliert ihre Armprothese, Haare fliegen. Unter den prügelnden Parlamentarierinnen ist Gökcen Enc von der AKP, die wenige Tage zuvor im Parlament ein „Hunde verboten“-Schild in die Kameras gehalten hat. Der Grund dafür: Einer ihrer AKP-Kollegen wirft einem Oppositions-Abgeordneten vor, ihm bei einer Massenschlägerei während der Debatte ins Bein gebissen zu haben.

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Abschiebeverfahren im Fall Anis Amri war keineswegs Eilsache

„Passersatzpapier-Beschaffung auf normalem Wege ohne Hinweis auf den Gefährderstatus“: Anis Amri, der spätere Attentäter von Berlin © Bundeskriminalamt/DPA
Bislang hieß es, dass der Tunesier Anis Amri via Eilverfahren in seine Heimat abgeschoben werden sollte. Doch nach stern-Informationen wurde er auf Anweisung des NRW-Innenministeriums wie ein normaler abgelehnter Asylbewerber behandelt.

stern.de

Die Stadt Köln hat dem stern gegenüber bestätigt, dass die Passersatzpapiere für den Weihnachtsmarktattentäter von Berlin, Anis Amri, entgegen bisherigen Aussagen nicht via Eilverfahren oder priorisiert beantragt wurden. „Die Anfrage war keine Eilsache“, sagte Pressesprecherin Inge Schürmann. Anis Amri war im Abschiebeverfahren ein normaler abgelehnter Asylbewerber, für den Passersatzpapiere benötigt werden – wie für hunderte andere auch.

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NPD – Nicht potente Demokratiehasser

Foto: Thomas Witzgall (Endstation Rechts)
Foto: Thomas Witzgall (Endstation Rechts)
Die NPD wurde vom Bundesverfassungsgericht nicht verboten. Das mag man bedauern, aber es ist aktuell eine richtige Entscheidung. Und eine deutliche Warnung für andere Antidemokraten.

Von Heinrich Schmitz | DIE KOLUMNISTEN

Das war ein feines Durcheinander am letzten Dienstag. Für Minuten hätte man glauben können, das Bundesverfassungsgericht habe die NPD verboten. So meldeten es verschiedene Online-Dienste. Offenbar war die Hoffnung auf ein Verbot so groß, dass man nicht abwarten wollte, bis das Gericht seine Entscheidung zu Ende verkündet hatte. Stattdessen wurde die übliche Verlesung des Verbotsantrages bereits für die Entscheidung des Gerichts gehalten. Das ist gerade für große Onlinemedien wie SPIEGEL-Online hochgradig peinlich.

Es ist aber leider nicht ungewöhnlich, dass Gerichtsberichterstattung von mangelnder Qualität ist. Offenbar fehlt es vielen Gerichtsberichterstattern vor Ort und in den Redaktionen an juristischen Qualitäten und an der ohnehin nicht weit verbreiteten Fähigkeit, erst einmal zuzuhören, bevor man etwas durch die Gegend trötet. Das erlebt man immer wieder und allzu oft bleibt das sogar unkorrigiert.

Das Bundesverfassungsgericht hat die NPD nicht verboten und das ist auch gut so. Das Bundesverfassungsgericht entscheidet alleine aufgrund der Verfassung und nicht aufgrund außerhalb der Verfassung liegender Umstände.

Für ein Parteiverbot müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Das Gericht hat in seiner umfangreichen,  fast 300 Seiten langen Entscheidung deutlich gemacht, dass die NPD zwar fast alle dieser Voraussetzungen problemlos erfüllt, das aber eben nicht ausreicht, um sie zu verbieten. Jedenfalls noch nicht.

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Mit Panzern aus Deutschland: Türkei kämpft in Syrien zusammen mit Terroristen

Themenbild. Leopard 2A5 _3, Bild: BB
Themenbild. Leopard 2A5 _3, Bild: BB
In Deutschland gilt Ahrar al-Scham als Terrororganisation – in Syrien kämpft sie an der Seite der türkischen Armee. Mit dabei: Panzer aus deutscher Produktion. Nach SPIEGEL-Informationen erlaubte Berlin jüngst Ersatzteillieferungen an Ankara.

SpON

Die Offensive der türkischen Armee in Nordsyrien gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) ist für die deutsche Bundesregierung äußerst heikel. Denn seit Beginn der Invasion kämpfen die Truppen von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan an vorderster Front mit deutschem Gerät: „Leopard“-Panzer vom Typ 2A4, dem Stolz deutscher Wehrtechnik.

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ARD-Papier: Aufbau einer „Anti-Fake-News-Einheit“ geplant – Miniwahr?

Bild: heise.de/tp
Bild: heise.de/tp
Kai Gniffke will sich bis mindestens nach der Bundeswahl konsequent mit irreführenden Nachrichten auseinandersetzen

Von Marcus Klöckner | TELEPOLIS

Die Aufregung in Teilen der Medienlandschaft ist derzeit groß. Der Grund: Fake News. Gegen Nachrichten, die inhaltlich falsch und manipulierend sind, will die ARD nun schweres Geschütz auffahren – und, wie es aussieht, werden weder Kosten noch Mühen gescheut. Eine Art „Anti-Fake-News-Einheit“ wünschst sich der Chefredakteur von ARD-Aktuell, Kai Gniffke.

Davon berichtet Ulrike Simon vom Redaktionsnetzwerk Deutschland in ihrer aktuellen Medienkolumne. Ein entsprechendes Papier, dass der „oberste Nachrichtenmann“ der ARD ausgearbeitet hat, sei vergangene Woche bei der Konferenz aller ARD-Chefredakteure besprochen worden. Nun liege das Papier bei ARD-Chefredakteur Rainald Becker und solle nächste Woche auch bei der ARD-Direktorenkonferenz diskutiert werden. Simon, der das Papier vorliegen soll, führt genauer aus, was es mit dem Konzept auf sich hat. Demnach sei zum Aufbau der „Anti-Fake-News-Einheit“ Folgendes notwendig:

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Arte-Film „Freistatt“: Sie vernichteten ihre Seelen

© © Zum Goldenen Lamm/Boris Laewen Er ist erst Vierzehn, im Erziehungslager wird ihm seine Jugend genommen: Wolfgang (Louis Hofmann) leistet Widerstand, solange er kann.
© Zum Goldenen Lamm/Boris Laewen Er ist erst Vierzehn, im Erziehungslager wird ihm seine Jugend genommen: Wolfgang (Louis Hofmann) leistet Widerstand, solange er kann.
Der Arte-Film „Freistatt“ handelt vom Horror der Erziehungsheime, in denen Jugendliche in der Bundesrepublik bis in die siebziger Jahre brutal misshandelt wurden: Das Unrecht schreit uns an.

Von Heike Hupertz | Frankfurter Allgemeine

Osnabrück, Juni 1968, in sonnendurchflirrten, mutwillig wackelnden Bildern gefangen: Bei Käseigel und kaltem Hund feiert man Straßenparty. Die Röcke schon kürzer, die Stimmung ausgelassener, scheint selbst in dieser bürgerlichen Gegend mit Backsteinhäusern ein wärmender Hauch von Flower-Power und „Make Love, Not War“ in der Luft zu liegen. Der vierzehnjährige Wolfgang (Louis Hofmann) zeigt seinen Freunden heimlich Pornohefte, die der Stiefvater (Uwe Bohm) im Schlafzimmer versteckt.

Die brutal ausgeteilten Schläge, die er dafür kassiert, ist der Junge gewohnt. Dieses Mal aber macht der Familienvorstand tabula rasa. Der renitente Sprössling stört den Hausfrieden. Die Mutter (Katharina Lorenz) ist nachgiebig. Ein paar Monate Durchgreifen in einem christlichen Erziehungsheim, zum Wohle der Kinder mit harter Hand geführt, werden dem lästigen Stiefsohn die Flausen schon austreiben. Seinen letzten Moment der Freiheit sieht Wolfgang im Vorbeifahren durch Autofensterscheiben. Ein Schimmel galoppiert auf der Koppel.

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Der Trumpismus, seine Claqueure und Gegner

Protestierende haben sich angekettet, um einen Eingang zu blockieren. Bild: DisruptJ20
Protestierende haben sich angekettet, um einen Eingang zu blockieren. Bild: DisruptJ20
Eins hat der Präsident der USA schon geschafft. Obwohl er noch gar nicht im Amt war, wurde bereits eine Politikform nach ihm benannt. Der Begriff des Trumpismus wurde in vielen Medien seziert. Dabei wusste niemand so genau, was dieser Trumpismus eigentlich sein soll.

Von Peter Nowak | TELEPOLIS

„Ist es fair, Donald Trump aus der Ferne zu analysieren?“, fragte denn auch Die Zeit. Damit wird das Problem des Trump-Diskurses der letzten Wochen auf den Punkt gebracht. Da Trump als rechter Populist immer das sagt, was das jeweilige Publikum seiner Zielgruppen von ihm hören will, kann es auch keine Definition des Trumpismus geben. Auch da kann jeder etwas Anderes rein interpretieren.

Das erklärt, warum autoritäre Linke wie Rainer Rupp durchaus Hoffnung in Trump setzen. Ausgerechnet vor einem Bild von Karl Marx, der die Globalisierung zu den Positiva der historischem Rolle des Kapitalismus zählte, lobt Rupp den angeglichen Globalisierungsgegner Trump. Besonders erfreut ist der Putin-Freund Rupp darüber, dass Trump mit Russland gut kooperieren will.

Nun könnte man dem ehemaligen Nato-Spion Rupp viel Spaß bei seiner Reise zum „Magazin für Souveränität“, Compact, wünschen. Doch es gibt im Lager der autoritären Traditionslinken durchaus mehr Sympathie für Trump, die aber bisher eher leise geäußert wird, weil viele noch unsicher sind, ob Trump seine Ankündigen überhaupt ernst meint. Doch sollte er sich mit Putin verständigen, könnte sich die Querfront zwischen Trumpisten und Teilen der autoritären Linken noch deutlicher manifestieren. Da wird wieder ein Lagerdenken bedient.

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Der Todeskampf des türkischen Schulsystems

 Indoktrinierung statt Freiheit - bald in allen Klassenzimmern? Eine Mittelschule in der Provinz Van, im äußersten Osten der Türkei. (Foto: Alamy/mauritius images)
Indoktrinierung statt Freiheit – bald in allen Klassenzimmern? Eine Mittelschule in der Provinz Van, im äußersten Osten der Türkei. (Foto: Alamy/mauritius images)
Schulen werden islamisiert, die Evolutionslehre wird aus den Lehrplänen gestrichen: Die säkulare Türkei gehört der Vergangenheit an.

Von Yavuz Baydar | Süddeutsche.de

Diese Tage sind lange her, fast vergessen. Es war in den späten Sechzigerjahren. In einem Gymnasium in Eskişehir, einer anatolischen Industriestadt, habe ich mit einem Schulfreund Zeit außerhalb der Klasse verbracht, ohne unsere Mitschüler. Mein Freund hieß Haluk, glaube ich – ein stiller, bedachter Junge.

Es war noch die „alte Türkei“, die beharrlich daran arbeitete, ein säkulares Leitbild in der Gesellschaft zu verankern, ganz im Sinne des Gründers der Republik, Mustafa Kemal Atatürk. In den Grundschulen wurde Religion nicht unterrichtet. Später durfte man selbst wählen, ob man den Religionsunterricht besuchen möchte.

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Bundesinnenministerium will mit Ditib(IMs) im Gespräch bleiben

ditib

Die Frage, wie abhängig der Islamverband Ditib von der türkischen Regierung ist, beschäftigt Politiker deutschlandweit. Die Bundesregierung will weiterhin mit Ditib reden, Niedersachsens hat die Verhandlungen über einen Rahmenvertrag dagegen auf Eis gelegt.

evangelisch.de

Trotz Ermittlungen wegen Spionagetätigkeiten gegen den Islamverband Ditib hält das Bundesinnenministerium am Dialog mit der türkei-nahen Vereinigung fest. Gerade jetzt sei es notwendig, mit Ditib als dem mit Abstand größten Zusammenschluss von Moscheegemeinden in Deutschland im Gespräch zu bleiben, sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag in Berlin. Das Land Niedersachsen hingegen kündigte am Freitag an, den geplanten Rahmenvertrag mit den islamischen Verbänden auszusetzen. Erst nach den Landtagswahlen im Januar 2018 soll weiter verhandelt werden.

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Eine Jesidin spricht Klartext über die Folgen der Einwanderung

 Düzen Tekkal, freie Journalistin, in der Sendung
Düzen Tekkal, freie Journalistin, in der Sendung „Anne Will“. 2016 erschien ihr Buch „Deutschland ist bedroht. Warum wir unsere Werte jetzt verteidigen müssen“ Quelle: picture alliance/ZB/Karlheinz Schindler
Düzen Tekkal, Deutsche mit kurdischen Wurzeln, fordert Härte gegenüber dem religiösen Extremismus. Sie ist eine Stimme, die auf Beschwichtigungsformeln verzichtet und trotzdem nicht nach AfD klingt.

Von Thomas Schmoll | DIE WELT

Düzen Tekkal bezeichnet Berlin als „das Herz der Demokratie“ Deutschlands. Am Donnerstagabend weilt sie in einem der Organe, dessen Auftrag es ist, dieses Herz mit am Leben zu halten.

Tekkal – eingeladen von der CDU und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft – spricht in einem Saal im dritten Stock des Landesparlamentes. Beinahe zwei Stunden lang legt die 38-Jährige dar, wie die Demokratie vor dem allmählichen oder plötzlichen Herzstillstand bewahrt werden kann. Denn der droht ihrer Meinung nach, wenn der Zustand der Bundesrepublik nicht endlich ehrlich diagnostiziert wird.

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Australien: Mensch gegen Riesenwombat

 Echsen, Wombats, tonnenschwere Kängurus: Durch Australien streiften einst riesenhafte Tiere. (Foto: Peter Trusler, Monash University)
Echsen, Wombats, tonnenschwere Kängurus: Durch Australien streiften einst riesenhafte Tiere. (Foto: Peter Trusler, Monash University)
Einst bewohnten gigantische Tiere den australischen Dschungel – wie viel Schuld tragen Jäger und Sammler an ihrem Verschwinden?

Von Ali Vahid Roodsari | Süddeutsche.de

Die Erde zittert, auf der Suche nach Nahrung marschiert ein zwei Tonnen schwerer Wombat durchs Gebüsch. Eine sieben Meter lange Eidechse kriecht aus Angst eilig davon. Eine Schildkröte, so groß wie ein Volkswagen, zieht zum Schutz den Kopf in den Panzer.

So ähnlich könnte eine Szene im australischen Dschungel vor rund 45 000 Jahren ausgesehen haben. Damals bevölkerten noch riesige Tiere – genannt Megafauna – den Kontinent. Irgendwann verschwanden aber die großen Verwandten der heutigen Echsen, Wombats und Schildkröten. Als Grund verdächtigten Forscher bisher den Klimawandel, aber eine neue Studie zeigt: Der Mensch ist wahrscheinlich schuld. (Nature Communications)

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All References to Climate Change Have Been Deleted From the White House Website

Image: MOTHERBOARD
Image: MOTHERBOARD
At 11:59 am eastern, the official White House website had a lengthy information page about the threat of climate change and the steps the federal government had taken to fight it. At noon, at the instant Donald Trump took office, the page was gone, as well as any mention of climate change or global warming.

By Jason Koebler | MOTHERBOARD

It’s customary for www.whitehouse.gov to flip over to the new administration exactly at noon, but the only mention of climate on President Trump’s new website is under his “America First Energy Plan” page, in which he vows to destroy President Obama’s Climate Action Plan, which is a government-wide plan to reduce carbon emissions and address climate change. To reiterate: It is normal that the site is completely new; it is notable that climate change is not mentioned on any one of Trump’s new pages.

“President Trump is committed to eliminating harmful and unnecessary policies such as the Climate Action Plan and the Waters of the U.S. rule,” the site says. A search of the website found no mention of „global warming,“ and the only mentions of „climate change“ were archived pages that, after clicking on the links, led to scrubbed pages.

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Atheismus: Die Ächtung der Ungläubigen

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Nicht zu glauben, ungläubig zu sein, war lange Zeit nicht nur in Europa eine Todsünde. Auch heute noch kann Atheismus in 13 islamisch geprägten Ländern mit dem Tod bestraft werden. Dabei ist der Unglaube vermutlich genauso alt wie der Glaube selbst, wie antike Texte zeigen. Und manchmal war er sogar der Karriere förderlich.

Von Eva-Maria Götz-Laufenberg | Deutschlandfunk

Atheismus gibt es, seitdem es Religion gibt, meint die Heidelberger Historikerin Susan Richter. Zahlreiche Quellen, die belegen, dass Menschen die Existenz einer transzendentalen Macht anzweifeln, finden sich bereits in der Antike. Und auch da stand der Unglauben schon unter Strafe. Das gilt insbesondere für die Zeit der Spätantike und des frühen Christentums.

„Etwa der Codex Justinianus hat im Jahr 529 bereits strafrechtliche Maßnahmen katalogisiert, wie mit einem „Apostaten“, also einem der sich gegen Gott stellt, und von Gott abwendet, umzugehen ist, nämlich damit, dass ihm die Rechtsfähigkeit zu entziehen ist, und dass er kein Testament aufstellen darf, nicht zuletzt, um seine Ideen nicht zu vererben.“

Die Begründung für die Verfolgung atheistischer Vorstellungen liegt auf der Hand: Religionen waren immer mit Werten verbunden und diejenigen, die die Existenz eines Gottes leugneten, standen unter dem Verdacht, damit auch den moralischen Verhaltenskodex von Staat und Gesellschaft infrage zu stellen. Sie wurden zur Bedrohung.

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Falscher Papst-Gebetsaufruf kursiert in Social Media

© Bild: katholisch.de (Montage)
© Bild: katholisch.de (Montage)
Es klingt dramatisch: Papst Franziskus ruft zum Gebet für von Islamisten bedrohte irakische Christen auf. Über WhatsApp und E-Mail verbreitet sich der Aufruf tausendfach – doch etwas daran ist faul.

katholisch.de

Seit einigen Tagen kursiert vor allem über E-Mail und WhatsApp verstärkt ein gefälschter Gebetsaufruf von Papst Franziskus. Darin wird für „heute Abend um 21:00 Uhr“ zu einem Friedensgebet für Syrien und die Welt aufgerufen. Anlass soll die Eroberung der „größten irakischen christlichen Stadt“ durch „die radikal-islamische Gruppe Quaragosh“ sein, den christlichen Bewohnern der Stadt drohe die Enthauptung.

Der Aufruf geht zurück auf einen Kettenbrief, der seit 2014 in englischer und italienischer Sprache in verschiedenen Fassungen kursiert. Sowohl die auf die Aufdeckung von Falschmeldungen spezialisierte Webseite Snopes wie das Informationsportal Catholic Online haben die Informationen bereits 2014 richtiggestellt.

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Sonnensturm: Wie schlimm wären die Folgen?

Ein extrremer Sonnensturm trifft im Mittel alls 100 bsi 200 Jahre einmal die Erde © NASA
Ein extrremer Sonnensturm trifft im Mittel alle 100 bis 200 Jahre einmal die Erde
© NASA
Folgenreiches Blackout: Sollte ein starker Sonnensturm die Erde treffen, könnten die Folgen schlimmer sein als bisher gedacht. Allein in den USA könnten bis zu zwei Drittel der Bevölkerung von Ausfällen des Stromnetzes und der Telekommunikation betroffen sein, wie Forscher ermittelten. Die finanziellen Folgen für Wirtschaft und Infrastruktur beziffern sich auf acht bis gut 40 Milliarden US-Dollar – täglich.

scinexx

Ausbrüche gewaltiger Plasmawolken auf der Sonne sind nichts Ungewöhnliches. Die meisten dieser Sonnenstürme erreichen jedoch unsere Erde nicht oder werden von den magnetischen Schutzschilden unseres Planeten abgefangen. Doch fällt ein Sonnensturm besonders stark aus und ist er noch dazu unserem Magnetfeld entgegengesetzt gepolt, kann er zu einer echten Gefahr werden.

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Syrien: Die unbedrängte Terror-Unterstützung aus Katar

Al Udeid Air Base. Foto: US-Air-Force / gemeinfrei
Al Udeid Air Base. Foto: US-Air-Force / gemeinfrei
Ein US-Bericht rät Trump dazu, das Centcom-Hauptquartier bei Doha zu verlegen, um den Druck auf den Golfstaat zu erhöhen

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Es war ein großer Schwindel an der Öffentlichkeit, dass Politiker und große Medien die al-Nusra-Front und Ahrar al-Sham im Kampf um Aleppo als „Rebellen“ zu verkaufen suchten. Dabei spielte Geld keine geringe Rolle, nämlich Millionen Dollar aus Katar, die eingesetzt wurden, um Dohas Schützlinge – und die eigene Rolle im Spiel – gut zu präsentieren.

Experten aus US-Think Tanks, zu denen Katar gute Beziehungen hat, machten interpretatorische Vorgaben, die von westlichen Medien bereitwillig übernommen wurden. Dazu gehörte, die al-Qaida-Miliz al-Nusra-Front und ihre Kampfverbündeten von der Ahrar al-Sham als Teil einer Widerstandsbewegung zu schildern, die im Mondscheinlicht der Verallgemeinerungen als „gute Opposition“ den wahren Schurken al-Assad und Putin gegenübergestellt wurde.

Einer dieser Think Tanks, die mit Millionen aus Katar begünstig werden, ist das Brookings Doha Center, ein Ableger des US-Think Tanks Brookings Institution. Charles Lister, ein britischer Syrien-Spezialist mit exzellenten Verbindungen nach Washington und zu US-Publikationen, war als visiting fellow für das Brookings Doha Center tätig. Er setzte sich beständig dafür ein, dass die syrische Opposition sehr viel stärker mit Waffen unterstützt werde und dass sie in gutem Licht dargestellt wird.

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Viren sprechen miteinander

Aids-Virus, Bild: scrape TV
Aids-Virus, Bild: scrape TV
Viren von Bakterien unterhalten sich darüber, ob sie ihren Wirtszellen schnell den Garaus machen sollen oder nicht. Diese Art der Kommunikation war bisher noch nie belauscht worden.

Von Jan Osterkamp | Spektrum.de

Bakterien befallende Viren können einander mitteilen, auf welchem Weg sich je nach Umweltbedingungen die Übernahme einer Wirtszelle am ehesten lohnt. Diese Art der Kommunikation hatten Wissenschaftler den Zellparasiten bisher nicht zugetraut, weshalb sie wohl bis dato auch völlig übersehen wurde. Nun soll untersucht werden, ob nicht nur Bakteriophagen, sondern auch andere Viren – etwa solche des Menschen – ähnliche Signale austauschen. Träfe dies zu, so könnte man den Erregern vielleicht in Zukunft auf bisher unbeschrittenen Wegen entgegentreten.

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Rom: Kinderschutzkommission weist Fittipaldi-Vorwürfe zurück

missbrauch

Deutscher Jesuit Zollner: Papst setzte nach Vorschlägen der Kommission konkrete Maßnahmen – Journalist Fittipaldi behauptet in seinem am Donnerstag in Italien erschienen Buch „Lussuria“ (Wollust), die Kommission habe „wenig oder nichts“ bewegt

kath.net

Der deutsche Jesuit Hans Zollner hat Vorwürfe gegen die päpstliche Kinderschutzkommission zurückgewiesen, die ein neues Enthüllungsbuch erhebt. Die Darstellung der Kommission und ihrer Arbeit „wimmelt von Fehlern, Ungenauigkeiten und Vermutungen“, sagte Zollner im „Kathpress“-Interview am Donnerstag in Rom.

Außerdem sei der Autor Emiliano Fittipaldi offensichtlich nicht auf dem neuesten Stand. Er nehme nur die Entwicklung bis 2014 oder Anfang 2015 zur Kenntnis, so der Leiter des Kinderschutzzentrums der Päpstlichen Universität Gregoriana. Das gelte seinem Eindruck nach auch für weite Teile des gesamten Werks.

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Warum Alzheimer-Patienten die Orientierung verlieren

Feuermuster einer Zelle aus der
Feuermuster einer Zelle aus der „mental Map“ des Gehirns, dem entorhinalen Cortex. Diese Zellen werden bei ALzheimer von Tau-Proteinen zerstört. © Karen Duff/ Columbia University Medical Center
„Mental Map“ gestört: Forscher haben untersucht, warum viele Alzheimer-Patienten ihren Orientierungssinn verlieren. Dabei zeigte sich: Nicht die Amyloid-Plaques, sondern die fädigen Tau-Proteine sind am Ausfall des neuronalen „GPS“ schuld. Denn diese fehlgefalteten Proteine bilden sich besonders früh im entorhinalen Cortex, dem Sitz der „mental Map“ unseres Gehirns. Diese neue Erkenntnis könnte sowohl bei der Diagnose als auch der Therapie von Alzheimer hilfreich sein, so die Forscher im Fachmagazin „Neuron“.

scinexx

Es gilt als eines der typischen Symptome der Alzheimer-Demenz: Betroffene verirren sich immer häufiger selbst in bekanntem Gebiet und finden beispielsweise den Weg nach Hause nicht mehr. Rund drei von fünf Patienten sind von solchen Orientierungsstörungen betroffen. Schon länger vermuten Forscher, dass dieses Phänomen von Schäden im hirneigenen Navigationssystem ausgelöst wird.

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