Archiv der Kategorie: Medien

Vatileaks-Prozess: Zeuge hat Angeklagte Chaouqui schwer belastet

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Vor dem vatikanischen Gericht hatte die italienische PR-Beraterin Chaouqui den Vorwurf der Staatsanwaltschaft bestritten.

kath.net

Im Prozess um die Weitergabe interner Unterlagen aus dem Vatikan an Journalisten hat ein Zeuge die angeklagte Francesca Chaouqui  schwer belastet. Das frühere Mitglied einer päpstlichen Finanzuntersuchungskommission habe in einer ersten Vernehmung durch die vatikanische Gendarmerie gestanden, Dokumente über die Vermögensverwaltung an den italienischen Journalisten Gianluigi Nuzzi gegeben zu haben, sagte ein vatikanischer Polizist laut Prozessbeobachtern am Dienstag. Vor dem vatikanischen Gericht hatte die italienische PR-Beraterin Chaouqui den Vorwurf der Staatsanwaltschaft bestritten. Die Sitzung am Dienstag dauerte fünf Stunden und endete gegen 20 Uhr. Die nächste Sitzung ist für den 14. Juni geplant.

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Die Kirche ordnet sich der Parteipolitik unter

Der Präsident des Zentralkomitees der Katholiken, Thomas Sternberg, bei der Eröffnung des 100. Katholikentages. picture alliance
Heute beginnt der 100. Katholikentag in Leipzig. Doch unliebsame Themen wie die prekäre Lage christlicher Flüchtlinge in deutschen Unterkünften werden dort ausgeblendet. Auch mit der AfD will man nicht sprechen

Von Klaus-Rüdiger Mai | Cicero

Der CDU-Politiker und Präsident des Zentralkomitees der Katholiken, Thomas Sternberg, hat in einem Interview die Flüchtlingskrise als zentrales Thema des gerade in Leipzig stattfindenden Katholikentages benannt. Dabei erweckte er den Eindruck, dass in seinen Augen scheinbar nur Muslime als Flüchtlinge zu gelten haben. Die teils katastrophale Situation von nichtmuslimischen Minderheiten in den Flüchtlingsheimen, von Christen und Jesiden, die laut einer Studie des christlichen Hilfswerks „Open Doors“ wegen ihres Glaubens geschlagen, beleidigt oder bedroht werden, sind für den Präsidenten hingegen kein Thema. Denn, so Sternberg: „Man muss sich davor hüten, es als typisch islamisch darzustellen, wenn Christen in mehrheitlich von Muslimen bewohnten Flüchtlingsheimen bedrängt werden.“

Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ hatte die dünne Faktenbasis der Studie bemängelt, Sternberg zieht diese jedoch an sich nicht in Zweifel. Die „Welt“ wiederum verwies auf mehrere selbst dokumentierte Einzelfälle schikanierter christlicher Flüchtlinge, die das Ergebnis der Studie bekräftigen sollten. Auch Open Doors widersprach dem FAS-Artikel.

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Studie: Finanzkrise trug zum Tod von 500.000 Krebskranken bei

Bild: Clemens Fabry
Viele Patienten auf der ganzen Welt konnten zwischen 2008 und 2010 nicht mehr angemessen behandelt werden, heißt es in einer Studie.

Die Presse.com

Die Finanzkrise hat offenbar zwischen 2008 und 2010 weltweit zum Tod von zusätzlich 500.000 Menschen durch Krebs beigetragen. Zahlreiche Patienten konnten nicht mehr angemessen behandelt werden, weil sie arbeitslos geworden oder Einschnitte im Gesundheitswesen vorgenommen worden seien, heißt es in einer am Donnerstag im Magazin „The Lancet“ veröffentlichten Studie des Londoner Imperial College.

Demnach beobachteten die Forscher, dass jeder Anstieg der Arbeitslosigkeit und jeder Rückgang der Gesundheitsausgaben zu einem Anstieg der Krebstoten führt. Die Zahl der zusätzlichen Krebsopfer werde in den Mitgliedsländern der Organisation für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) auf 260.000 geschätzt, weltweit könne dann von mehr als 500.000 zusätzlichen Todesopfern durch Krebs ausgegangen werden. Allein in der EU seien schätzungsweise 160.000 Menschen zusätzlich an Krebs gestorben.

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Pfaffenhofen: Pfarrer unter Verdacht

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Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt ermittelt wegen sexuellen Kindesmissbrauchs gegen den Stadtpfarrer im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm.

Süddeutsche.de

Das hat Generalvikar Harald Heinrich am Donnerstagvormittag während des Fronleichnamsgottesdiensts bekannt gegeben. Bereits am Abend zuvor hatte das Bistum Augsburg die Pfaffenhofener Fronleichnamsprozession abgesagt, zunächst ohne Angabe von Gründen. Der Priester sei vorläufig von seinem Amt entbunden, sagte Heinrich, für ihn gelte aber die Unschuldsvermutung.

Nach den Worten des Generalvikars ging Mitte März im Bischöflichen Sekretariat ein anonymes Schreiben ein, das einen Übergriff des Pfarrers schilderte. Am 8. April habe die eingeschaltete Diözesanbeauftragte für die Prüfung von Missbrauchsvorwürfen die Ingolstädter Staatsanwaltschaft informiert. Dieses Vorgehen sei in der Diözese Augsburg üblich. Am Dienstag habe das Bistum von dem Ermittlungsverfahren erfahren, danach sei der Pfarrer sofort bis auf weiteres von seinem Amt entbunden worden. Die Freistellung, so der Generalvikar, bedeute allerdings keine Vorverurteilung durch das Bistum, das die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nach allen Kräften unterstütze.

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Das ist der neue Taliban-Chef

Mullah Haibatullah Akhundzada © / Reuters
Der neue Talibanführer Haibatullah Akhunzada ist der spirituelle Vater einer neuen, jungen Garde. Seine Ernennung kommt überraschend.

Von Willi Germund | Frankfurter Rundschau

Der offizielle Titel des neuen Talibanchefs Haibatullah Akhunzada lautet wie bei seinen Vorgänger „Amir ur Muminin“ – der Führer der Gläubigen. Doch der 56-jährige islamische Geistliche, der bislang als stellvertretender Talibanchef im Schatten des am Samstag von den USA getöteten Aktar Mansur stand, ist vor allem der spirituelle Vater der jungen Milizengarde.

Während er in der zweiten Hälfte der 90er Jahre als Militärrichter der Taliban drakonische Strafen verhängte, studierten im islamischen Seminar Haibatullahs im südafghanischen Kandahar bis 2001 die Kinder und Enkel der Führer seiner Bewegung, der Nachwuchs der in Afghanistan untergeschlüpften arabischen Al Kaida Größen und die hellsten Köpfe am Hindukusch, die von den Mullahs in Afghanistan gefunden werden konnten. Nach der Vertreibung aus Kabul und Kandahar wurde die Kaderschmiede im pakistanischen Grenzort Chaman neu aus der Taufe gehoben.

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Stonehenge, Easter Island, Venice: Climate Change Will Destroy Human History

Moai at Ahu Tongariki, Rapa Nui. Image: Flickr/travelwayoflife
Moai at Ahu Tongariki, Rapa Nui. Image: Flickr/travelwayoflife
Climate change has become a battle for the future of human life on Earth. But as we set our sights on the imminent challenges ahead, it can be easy to lose track of our past.

By Sarah Emerson | MOTHERBOARD

Cultural heritage sites are beacons of our remarkable legacy as a species. They’re as diverse and complex as humanity itself, which is why UNESCO has designated 802 of them as worthy of protection. But as temperatures and sea levels continue to rise, these treasured places are in danger of disappearing forever.

An international team of scientists, anthropologists, and economists have identified 31 cultural and natural UNESCO World Heritage sites across 29 countries that are directly threatened by climate change. Among these are the Neolithic structures of Stonehenge, the towering moai on Rapa Nui (Easter Island), Venice’s historic architecture, and even the United States’ own Statue of Liberty.

The coalition’s troubling findings were detailed in a joint report released today by UNESCO, the United Nations Environment Program (UNEP), and the Union of Concerned Scientists (UCS).

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Esoterischer Budenzauber bei Peter Sloterdijk

Peter Sloterdijk bei einer Lesung aus seinem Buch Du mußt dein Leben ändern. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Über esoterischen Budenzauber bei Peter Sloterdijk und seinem ehemaligen Assistenten Marc Jongen, heute Hausphilosoph der AfD

Von Rudolf Walther | taz.de

Die Bankenkrise und das schäbige Feilschen über den Umgang mit Flüchtlingen in den EU-Staaten und der Türkei haben nicht nur die EU in eine Krise gestürzt, sondern auch die AfD gestärkt. Nebenfolgen bei konservativen Intellektuellen blieben nicht aus. Als Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski in den Kampfblättern Cicero und der Zürcher Weltwoche im Januar großspurig und unbedarft über „Souveränitätsverzicht“ und einen „territorialen Imperativ“ zur Abdichtung des Landes gegen Flüchtende improvisierten, kanzelte Herfried Münkler die Beiträge der beiden im Februar als „Dahergerede“ ab und bezeichnete dieses als „Abdankungserklärung“.

Die Debatte bekam Schwung, als im April mehrere Zeitungen berichteten, dass Sloterdijk als Rektor der Karlsruher Hochschule für Gestaltung (HfG) Marc Jongen zu seinem Assistenten gemacht und zum Dr. phil. promoviert hatte. Zusammen bestritten diese 2003 bis 2013 Seminare. Nebenberuflich ist Jongen der Hausphilosoph der AfD, entwirft für diese im Moment ein „Avantgarde-konservatives Manifest“ und ist stellvertretender Sprecher des AfD-Landesverbands Baden-Württemberg mit Aspirationen auf ein Bundestagsmandat 2017.

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Jung, feministisch und islamisch

Muslimische Studentin während des Galaabend im Auswärtigen Amt Berlin zugunsten des Studiengangs „European Studies“. (picture alliance / Andreas Keuchel)
Islamischer Feminismus – ist das widersinnig? Keinesfalls, meinen einige Musliminnen. Die jungen Frauen wollen – ähnlich wie feministische Christinnen – ihre Religion neu interpretieren, diesmal frauenfreundlich.

Deutschlandradio Kultur

Plötzlich sind sie da. Manchmal mit Kopftuch, manchmal ohne, aber immer mit lauter Stimme, unüberseh- und unüberhörbar. Junge Frauen, die sich als Musliminnen und Feministinnen verstehen. Frauen wie die Poetry-Slammerin Faten El-Dabbas vom Künsterkollektiv I-Slam:

„Mein Kleidungsstil missfällt ihnen, mein Name löst Chaos bei ihnen aus, wer ich wirklich bin, kümmert sie nicht… muss das alles sein, dass ich meine Finger verbrenne, wenn ich meine Hand reich.“

Die älteren Feministinnen vom Schlage einer Alice Schwarzer reiben sich verwundert die Augen. Der Islam ist für sie eine zutiefst patriarchalische, ja frauenverachtende Religion. Feminismus und Islam schließen sich ihrer Ansicht nach gegenseitig aus. Nur eine Frau, die das Kopftuch ablege und sich vom Islam abwende, könne sich wahrhaft befreien – so die reine feministische Lehre.

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Antisemitismus-Vorwurf: Dialog-Beauftragter der bremischen Kirche zurückgetreten

Nach Antisemitismus-Vorwürfen ist der Beauftragte für den Dialog mit den Religionen in der Bremischen Evangelischen Kirche, Pastor Volker Keller, am Donnerstag von seinem Amt zurückgetreten.

evangelisch.de

Er hatte sich in einer Mail in ironisch gemeinter Weise als „Antisemit“ bezeichnet. Diese Formulierungen seien außerordentlich missverständlich und unangemessen gewesen, räumte Keller ein: „Ich habe damit bei vielen Menschen massive Irritationen ausgelöst, insbesondere bei Menschen jüdischen Glaubens.“ Die Jüdische Gemeinde in Bremen hatte Keller Antisemitismus vorgeworfen.

Anlass des Konflikts war eine Lesung des Bremer Publizisten Arn Strohmeyer zum Nahostkonflikt in Bremen-Vegesack, wo Keller als Gemeindepastor arbeitet. Strohmeyer wird von Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde und von einem Journalisten der „Jerusalem Post“, Benjamin Weinthal, als Antisemit bezeichnet. Er ruft unter anderem zum Boykott gegen Produkte aus den von Israel besetzten Gebieten auf. Keller hatte versucht, die Kritik des Antisemitismus in einer, wie er selbst sagte, „Spottmail“ ironisch zurückzuweisen.

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Bayrischer AfD-Chef: Kirche bereichert sich an Flüchtlingskrise

Bayerns AfD-Landesvorsitzender Petr Bystron verlangt ein „Ende der Kirchensubventionierung durch Steuergelder“ © Matthias Balk/DPA
Für Bayerns AfD-Landesvorsitzenden Petr Bystron steht fest, dass die von der Kirche propagierte Flüchtlingsfreundlichkeit nur einen Grund hat: an der Krise zu verdienen – auf Kosten der Steuerzahler.
 

stern.de

Die AfD verschärft ihren Kurs gegenüber der katholischen und evangelischen Kirche. Bayerns AfD-Landesvorsitzender Petr Bystron wirft beiden Kirchen vor, über ihre Wohlfahrtsverbände „unter dem Deckmantel der Nächstenliebe“ ein Milliardengeschäft mit der Flüchtlingskrise zu machen.

Beide Kirchen hätten aus kommerziellen Gründen ein großes Interesse an weiterer Flüchtlingszuwanderung. „Die vordergründig propagierte Flüchtlingsfreundlichkeit finanziert zugleich eine gigantische Wohlfahrtsindustrie unter dem organisatorischen Dach der Kirchen“, sagte Bystron, der seine Kritik zuvor in einem Beitrag für die „Huffington Post“ veröffentlicht hatte. Branchenführer seien die katholische Caritas und das evangelische Diakonische Werk.

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Ex-Muslimin Mina Ahadi über die AfD

Foto: brightsblog
Foto: brightsblog
Ex-Muslimin Mina Ahadi: „Wenn man den Islam kritisiert, hat man Probleme mit den linken Intellektuellen“

Interview Michael Vosatka | derStandard.at

Das Treffen zwischen der islamophoben Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) und dem Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) in Berlin endete am Montag nach kurzer Zeit in einem programmierten Eklat.

Zentralrats-Chef Aiman Mazyek hatte AfD-Vorsitzende Frauke Petry zum Gespräch geladen, verbunden mit der Frage „Warum hassen Sie uns?“. Der Zentralrat forderte, dass die AfD den Satz, dass der Islam nicht zu Deutschland gehört, aus dem Parteiprogramm streicht. Die AfD wiederum stößt sich an der Gleichsetzung mit der NS-Ideologie durch den Zentralrat und forderte einen Widerruf.

Die AfD hatte zuletzt auch bei Mina Ahadi, der Vorsitzenden des religionsfreien Zentralrats der Ex-Muslime wegen eines Gesprächs angefragt. Ahadi erteilte Petry in einem offenen Brief eine Absage. Im Gespräch mit dem STANDARD erläutert sie ihre Gründe und spricht über Islamkritik und Multikulturalismus.

STANDARD: War das Treffen zwischen der AfD und dem Zentralrat der Muslime von vorneherein nur eine Show mit logischem Scheitern?

Mina Ahadi: Ich denke auch, dass sowohl der Zentralrat als auch die AfD einige Punkte vertreten, die nicht miteinander vereinbar sind. Der Satz im Parteiprogramm, dass der Islam nicht zu Deutschland gehört, ist eine Identitätsfrage für die AfD, es stehen die Standpunkte gegeneinander.

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Bild: quotenqueen.wordpress.com
Bild: quotenqueen.wordpress.com

Britische Neo-Nazis schänden KZ Buchenwald

Screenshot Twitter bb
Screenshot Twitter bb
Im KZ Buchenwald starben während der NS-Zeit mehr als 56.000 Häftlinge. Heute ist das ehemalige Lager ein Ort der Erinnerung und des Gedenkens. Britische Neo-Nazis haben die Würde des Ortes einem Medienbericht zufolge aufs Gröbste verletzt. Der Staatsschutz fahndet nun nach ihnen.
 

FOCUS ONLINE

Wie „bild.de berichtet, hätte sich der Zwischenfall im sogenannten Leichenkeller des ehemaligen Krematoriums veröffentlicht. Der genaue Zeitpunkt der Aufnahme sei unbekannt, jedoch wurde es am 20. Mai auf dem Twitter-Konto der britischen Neo-Nazi-Gruppe „National Action“ veröffentlich.

Im Leichenkeller, heißt es weiter bei „bild.de“, seien zur NS-Zeit Leichen gesammelt und dann per Aufzug in den Verbrennungsraum gebracht worden. Weitere 1100 Personen seien damals in diesem Raum getötet worden – sie wurden an Wandhaken erdrosselt. Diese hätten die Engländer auf dem Foto markiert und darin mit dem Hinweis „Meat hook“ (Englisch: Fleischhaken) versehen.

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Schweiz: Muslimische Schüler müssen Lehrerin die Hand geben

Im Schweizer Kanton Basel-Landschaft darf künftig kein Schüler mehr aus religiösen Gründen seinen Lehrern den Handschlag verweigern. Bei Missachtung drohen den Eltern empfindliche Strafen.

SpON

Seit Wochen diskutieren die Schweizer darüber, ob zwei muslimische Schüler ihrer Lehrerin die Hand geben müssen oder nicht. Nun hat die zuständige Schulbehörde reagiert und den Handschlag für alle Schüler zur Pflicht erklärt.

Die 14 und 15 Jahre alten Brüder aus Syrien, die im kleinen Ort Therwil in der Nähe von Basel die Schule besuchen, hatten den Handschlag aus religiösen Gründen verweigert. Dabei ist dieser an vielen Schweizer Schulen Tradition.

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Bundestagsdebatte zu Armeniergenozid: Türkischer Druck befürchtet

Bild: Wikimedia Commons/JesterWr
Bild: Wikimedia Commons/JesterWr
Der Deutsche Bundestag will am 2. Juni eine Resolution verabschieden, in der die Massaker der Jahre 1915 bis 1918 als Völkermord bezeichnet werden – Auch Vatikan ist stark interessiert am Ausgang des Votums

kath.net

Die Kurdische Gemeinde Deutschland sieht den Versuch einer „türkischen Lobby“, in der Frage der Anerkennung des Armeniergenozids der Jahre 1915-1918 Einfluss auf die Bundestagsabgeordneten zu nehmen, die jetzt darüber beraten. Ihr liege ein gemeinsames Schreiben unter anderem der Berliner Türkischen Gemeinde und der türkischen Botschaft vor, in dem in Deutschland lebende türkischstämmige Bürger aufgerufen würden, in der Armenierfrage auf jeden Bundestagsabgeordneten Einfluss zu nehmen, so die Kurdische Gemeinde am Mittwoch in Gießen.
Zwischen 1915 und 1918 waren im damaligen Osmanischen Reich bis zu 1,5 Millionen Armenier, Pontusgriechen, Assyrer und Aramäer ermordet worden. Der Bundestag will am 2. Juni eine Resolution verabschieden, in der die Massaker der Jahre 1915 bis 1918 als Völkermord bezeichnet werden.

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Das Recht auf Luthers Seite

Foto: epd-bild/Alexander Baumbach. bearb.: bb
Foto: epd-bild/Alexander Baumbach. bearb.: bb
Dreißig Jahre früher, und es hätte keine Reformation in Deutschland gegeben: Erst der „Ewige Landfriede“ von 1495, der das Gewaltmonopol dem Staat überschrieb und Fehden zwischen regionalen Herrschern an das Reichsgericht verwies, gab den Fürsten die notwendige Eigenständigkeit, mit der der sächsische Kurfürst Friedrich den geächteten Martin Luther schützen konnte.

Von Marcus Mockler | EKD

Davon ist der Tübinger Rechtsprofessor Martin Heckel überzeugt. Der 86-jährige, vielfach ausgezeichnete Staats- und Kirchenjurist hat eine 700-seitige Studie über rechtliche Voraussetzungen und Konsequenzen der Reformation verfasst.

Als Luthers Lehren 1521 auf dem Wormser Reichstag verworfen und er selbst für vogelfrei erklärt wurde, brachten ihn Soldaten des Kurfürsten heimlich in Sicherheit auf die Wartburg. Luther hatte schon zuvor appelliert, dass ein Konzil über seine Sache entscheiden sollte. Dahinter steckte einerseits die Überzeugung, dass ein solches Gremium fairer mit seiner Kritik am Ablasshandel umgehen würde als macht- und geldgierige Regenten. Es war aber auch juristisch ein kluger Schachzug, denn dieser Appell konnte aufschiebende Wirkung haben. Das heißt: So lange nicht endgültig über Luthers Thesen entschieden war, durfte der Bann an ihm nicht vollstreckt werden.

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Vatikan-Bank: Ex-Deutschbanker Börsig geht im Streit

Vatikanbank
Vatikanbank
Bei der skandalgeplagten Vatikan-Bank ist ein Führungsstreit eskaliert. Wegen unterschiedlicher Auffassungen haben die nicht-klerikalen Vorstandsmitglieder Börsig und Salvatori das Institut verlassen.

SpON

Der frühere Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, Clemens Börsig, verlässt die Führung der Vatikan-Bank im Streit. Er habe ebenso wie sein italienischer Vorstandskollege Carlo Salvatori wegen unterschiedlicher Ansichten über die Führung des Instituts seinen Posten geräumt, teilte der Vatikan mit.

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Nahda-Partei in Tunesien: Die neuen Islamdemokraten

In einer neuen Umfrage sprechen sich mehr als 70 Prozent der Tunesier für die Trennung von Religion und Politik aus. (Bild:Zoubeir Souissi / Reuters)
Können Islamisten Religion und Politik trennen? Die moderat islamistische Nahda-Partei will es versuchen. Und hofft so zu einer modernen Volkspartei zu werden. Doch der Plan birgt eine Gefahr.
 

Von Annette Steinich | Neue Zürcher Zeitung

Auf ihrem zehnten Parteitag hat sich die tunesisch-islamistische Nahda entschieden, ihre religiöse und zivilgesellschaftliche Arbeit von der Politik zu trennen. Damit will sich die Nahda nach christlichdemokratischem Vorbild weiter in Richtung moderne, demokratische Volkspartei entwickeln.

Der für fünf Jahre wiedergewählte Parteivorsitzende Rachid al-Ghannouchi erklärte vor den mehr als tausend Delegierten: «Wir wollen die Religion aus den politischen Kämpfen heraushalten.» Nahda habe aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Der 74-Jährige beschwor den tunesischen Nationalstolz und mahnte zu nationaler Einheit: «Der tunesische Staat ist unser Schiff, in dem alle tunesischen Männer und Frauen sitzen, ohne Ausnahme oder Ausgrenzung.»

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Verfassungsrechtler: Kritik an Schwulen-Urteilen geht zu weit

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)
Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Die Kritik des Justizministers an der damaligen Rechtsprechung unterstelle, man hätte schon damals berücksichtigen müssen, dass sich die allgemeine Auffassung in diesem Punkt später einmal vollständig ändern werde.

kath.net

Die Einlassungen von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) zur deutschen Rechtsprechung gegen Homosexuelle stoßen auf Kritik. Der frühere Bundesverfassungsrichter Everhardt Franßen erklärte in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Mittwoch), die strafrechtlichen Urteile wegen praktizierter Homosexualität gemäß dem damaligen Paragrafen 175 des Strafgesetzbuches seien gedeckt durch ein höchstrichterliches Urteil aus dem Jahr 1957 und durch Artikel 2 des Grundgesetzes. Dort heißt es: «Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt … oder gegen das Sittengesetz verstößt.»
Franßen betonte, in früheren Jahrzehnten habe Konsens darüber bestanden habe, dass praktizierte Homosexualität gegen das Sittengesetz verstoße. Entsprechend habe auch das Bundesverfassungsgericht 1957 argumentiert und dabei unter anderem auf die übereinstimmende Haltung der beiden großen Kirchen in Deutschland und auf den damaligen weitgehenden Konsens der meisten Staaten hingewiesen.

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Richterbund: „Das deutsche Recht ist im Sinkflug“

grundgesetz

Die Politik beuge Gesetze und die Bevölkerung orientiere sich an selbst gestrickten Vorstellungen von Gerechtigkeit, meint Jens Gnisa, Chef des Richterbunds. Er sieht schwarz für die deutsche Justiz.

Von Hannelore Crolly | DIE WELT

Kürzlich wagte sich der Richter Jens Gnisa in eine heikle Talkrunde von Frank Plasberg. Die „Hart aber fair“-Sendung rang um die Frage, wann eigentlich Gerichtsurteile gerecht sind. Wie ein Gericht junge Raser, die bei illegalen Autorennen Menschen getötet haben, mit Bewährung heimschicken kann. Wieso ein folgenloser Überfall mit Schreckschusspistole womöglich weit schärfer bestraft wird als ein Einbruch mit Verwüstungen, die die Opfer nachhaltig traumatisieren. Und grundsätzlich: Wie es so weit kommen konnte, dass jeder zweite Deutsche laut einer Allensbach-Umfrage unsere Justiz als zu lasch empfindet.

In der TV-Debatte ging es, ganz gemäß dem Motto, hart zur Sache. Ein Opfervater warf Gnisa und seinen Richterkollegen indirekt vor, den Wert eines Menschenlebens zu gering einzuschätzen. Ein Polizeigewerkschaftler stellte infrage, ob noch alle Urteile „im Namen des Volkes“ gesprochen werden dürften. Doch wirklich verblüfft, ja erschreckt hat Gnisa erst das, was nach der Sendung folgte.

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Experten besorgt über sinkende Zahl von Menschenaffen

Themenbild.
Themenbild.

Illegaler Handel mit den Wildtieren, Konflikte und industrielle Landwirtschaft sind die größten Bedrohungen.

 

Die Presse.com

Die weltweit sinkende Zahl von Menschenaffen bereitet Experten zunehmend Sorge. Illegaler Handel mit den Wildtieren, Konflikte und industrielle Landwirtschaft seien die größten Bedrohungen für die Tiere, erklärte Douglas Cress vom Great Apes Survival Partnership (GRASP) auf der zweiten Umweltversammlung in Kenias Hauptstadt Nairobi am Mittwoch.

Auch Wilderer, die die Affen jagen, um ihr Fleisch zu verkaufen, sowie Ebola seien eine Gefahr für die Tiere, hieß es bei dem Treffen. In einigen Regionen Afrikas leben demnach nur noch einige hundert Tiere.

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