Archiv der Kategorie: Medien

Das Wort zum Sonntag: Recycling-Tipps am Samstagabend – Bullshistic

Ein Redakteur der Süddeutschen Zeitung hat sich über mehrere Wochen samstagabends das Wort zum Sonntag angesehen Foto: ARD

Seit 60 Jahren läuft jeden Samstagabend das „Wort zum Sonntag“ im Ersten. Matthias Drobinski von der Süddeutschen Zeitung hat sich die Sendungen über mehrere Wochen hinweg kritisch angesehen und kommt zu einem wohlwollenden Ergebnis.


pro Medienmagazin

Am Anfang klingt es wie ein klassischer Verriss. Matthias Drobinski beschreibt in der Süddeutschen Zeitung eine typische Samstagabend-Ansprache der Wort zum Sonntag-Sprecherin Nora Steen. Sie ziehe Vergleiche zwischen der Zeit Jesu und dem Medienzeitalter von heute, und Drobinski möchte der Pastorin zurufen: „Halt! Tun Sie das bitte nicht! Man möchte nicht wissen, ob Jesus heute Golf fahren würde, ob er bei den Grünen wäre oder bei der CSU.“ Sehr überrascht habe ihn die Ansprache Steens dann nicht.

„So ist es, das Wort zum Sonntag“, resümiert Drobinski. „Wenn einer sagen will, dass etwas hohl pathetisch ist, onkelhaft oder tantig, ins Leere gesprochen, dann sagt er: Wie beim Wort zum Sonntag.“ Die Sprecher der Sendung trügen „biedere Blusen oder Cordjacketts“. „Der Wasserverbrauch steigt, wenn das Wort zum Sonntag beginnt. Dann geht das Volk pinkeln.

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“Die Demonstranten fabulieren über Sexualpraktiken”

Themenbild.

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Der Streit um die “Akzeptanz sexueller Vielfalt” im baden-württembergischen Bildungsplan tobt weiter. Inzwischen sorgt zusätzlich ein “Aktionsplan für Akzeptanz” für Aufregung, der teilweise drastische Schritte vorsieht, um die Gesellschaft für die Anliegen Homosexueller und Transsexueller zu gewinnen. Kultusminister Andreas Stoch (SPD) wirbt im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) dafür, jeden Menschen zu akzeptieren, der eine andere sexuelle Orientierung hat.


evangelisch.de

Herr Minister, fünf Demonstrationen hat es in Stuttgart gegen den Bildungsplan Ihres Ministeriums mit seiner Werbung für die “Akzeptanz sexueller Vielfalt” gegeben. Sie fühlen sich von den Kritikern missverstanden. Warum?

Andreas Stoch: Die Kritiker beziehen sich immer noch auf ein altes internes Arbeitspapier, das noch nicht einmal den Status eines Bildungsplanentwurfs hatte. Dieses Papier hat den irrtümlichen Eindruck erweckt, es überakzentuiere das Thema sexuelle Vielfalt. Das bedauere ich im Nachhinein. Das Vorhaben an sich halte ich aber für richtig.

Warum ist dann die Kritik daran falsch?

Stoch: Weil auf den Demonstrationen immer von einer Übersexualisierung geredet und über Pornografie und Sexualpraktiken fabuliert wird. Bei Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt geht es aber gar nicht um den Sexualkundeunterricht. Schüler sollen lernen, dass in unserer Gesellschaft kein Platz ist für Ausgrenzung und Diskriminierung – weder aufgrund ethnischer oder religiöser Zugehörigkeit noch aufgrund der sexuellen Orientierung eines Menschen. Das hat nichts damit zu tun, ob und wie Menschen ihre Sexualität dann ausleben.

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Gottlose Schweizer? «Glaube muss nichts mit Religion zu tun haben»

Bild: 20min.ch/infografiken

Zwei Drittel der Schweizer – und damit mehr denn je – bezeichnen sich als nicht religiös. Die Umfrageergebnisse lösten unter den Lesern eine rege Debatte aus.


20minuten.ch

Gemäss einer Erhebung des internationalen Meinungsumfrageinstituts WIN/Gallup geben nur noch 38 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer an, religiös zu sein. Die restliche Bevölkerung bezeichnet sich entweder als nicht religiös (46 Prozent), als atheistisch (12 Prozent) oder macht keine Angaben (4 Prozent).

Drei Jahre zuvor waren noch 50 Prozent der Schweizer Bevölkerung religiös. Im Jahr 2005 gar 71 Prozent. Die deutliche Abnahme löste unter den Leserinnen und Lesern eine rege Debatte aus. In über 500 Kommentaren tauschten sie sich über die Vor- und Nachteile einer Abwendung von der Religion aus und diskutierten die Gründe für den Rückgang.

«Ein Grund ist die Faulheit der Priester»

Viele Kommentierende möchten klarstellen, dass sie sich zwar als nicht religiös, aber dennoch als gläubig bezeichnen. So auch Leser «Religionslos»: «Glaube hat nicht zwangsweise mit Religion zu tun. Man kann auch gläubig sein, ohne in die Kirche zu gehen.»

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Terrormiliz “Islamischer Staat”: Geheimdokumente enthüllen IS-Strategie

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Der “Islamische Staat” hat seinen Eroberungszug in Syrien von langer Hand geplant. Das belegen interne Dokumente der innersten Führung der Miliz, die dem SPIEGEL vorliegen. Agenten tarnten sich als Prediger und spionierten IS-Gegner aus.


SpON

Ein dem SPIEGEL vorliegendes Konvolut von Strategieplänen und Organigrammen aus der innersten Führung des “Islamischen Staates” enthüllt erstmals, wie die Terrororganisation aufgebaut ist und wie ihr der Siegeszug in Syrien gelang. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Die zumeist handschriftlichen Dokumente stammen von einem ehemaligen irakischen Geheimdienstoberst der Luftabwehr. Er hatte sich 2004 der Vorgängerorganisation des IS im Irak angeschlossen und war 2010 maßgeblich daran beteiligt, den nominellen Führer Abu Bakr al-Baghdadi an die Spitze des IS zu bringen.

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Christlich geprägte Kultur des Sterbens entwickeln – Igitt

Bild: letzte-hilfe.de

Bild: letzte-hilfe.de

Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Hamburger Hauptkirche St. Katharinen haben der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, am Samstag die Woche für das Leben eröffnet, die bundesweit vom 18. bis zum 25. April 2015 stattfindet. Unter dem Jahresthema „Sterben in Würde“ befasst sich die Aktion mit der gesellschaftlichen und politischen Debatte um assistierten Suizid sowie dem Umgang mit schwerstkranken und sterbenden Menschen.


EKD

„In Würde sterben zu dürfen, heißt eben nicht, alle Optionen zu haben, um sich jederzeit selbst töten zu können, betonte der Ratsvorsitzende der EKD in seiner Predigt. „In Würde zu sterben heißt, nie aus der Beziehung zu Gott und den Menschen herauszufallen“. Das Hauptaugenmerk in der Woche für das Leben sei darauf gerichtet, „dass wir eine Kultur des Sterbens entwickeln, die nicht länger von der Angst geleitet ist, sondern in der die Liebe Raum gewinnt.“ Notwendig sei eine Kultur, „in der über dem Schmerz und der Trauer, über den Abschied nie die Ahnung von offener Zukunft und neuem Leben verloren geht“, sagte Bedford-Strohm.

„Tod und Sterben gehören für die meisten von uns nicht mehr zur Erfahrungswelt. Sie sind die Angelegenheit von Spezialisten geworden“, betonte Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, in seiner thematischen Einführung. Die Angst, am Lebensende nicht mehr über sich selbst bestimmen zu können, ein Leben in Schmerzen zu führen und den Angehörigen zur Last zu fallen, nehme zu und führe dazu, dass die Attraktivität von Sterbehilfevereinen steige. „Doch was ist das für ein Armutszeugnis für eine Gesellschaft, in der die Möglichkeit zur Selbsttötung bloß zu einer weiteren Option unter vielen wird: Pflegeheim, Krankenhaus, Suizid“, so Kardinal Marx weiter. „Die Humanität einer Gesellschaft misst sich doch gerade daran, wie man mit alten, kranken, schwachen und schwerkranken Menschen umgeht. … Sie verdienen in besonderer Weise unsere Zuwendung – und nicht den Giftbecher.“

An dem Ökumenischen Eröffnungsgottesdienst in Hamburg, mit mehreren Hundert Teilnehmern aus Politik, Gesellschaft und Religionsgemeinschaften, wirkten außerdem die Hamburger und Lübecker Bischöfin Kirsten Fehrs, (Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland) sowie Erzbischof Stefan Heße (Erzbistum Hamburg) mit.
Im Anschluss an den Eröffnungsgottesdienst diskutierten Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm und Kardinal Reinhard Marx in der Katholischen Akademie beim Podiumsgespräch „Sterben in Würde“ mit Dr. Michael de Ridder (Notfallmediziner und Geschäftsführer a. D. Vivantes Hospiz Berlin) und Prof. Dr. Armin Nassehi (Professor für Soziologie an der Universität München) unter anderem über die Frage, warum Sterben vielfach mit „Autonomieverlust“ gleichgesetzt wird. „Wenn man die Selbstbestimmung auf die Frage nach gesetzlichen Rahmenbedingungen reduzieren würde, die eine Selbsttötung möglichst leicht machen, wäre das eine völlige Verarmung einer Vorstellung von Autonomie und Freiheit“, so der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm.

Kardinal Reinhard Marx unterstrich, dass die Kirchen nie eine Verpflichtung betont hätten, Menschen unter allen Umständen am Leben zu erhalten. Zudem ist „die Palliativversorgung bereits heute eine hervorragende Möglichkeit, schwerstkranke Menschen auf ihrem letzten Lebensweg zu begleiten“, so Kardinal Marx. Sie kümmere sich nicht nur um körperliche Schmerzen, sondern auch um die Psyche und spirituelle Bedürfnisse.

Die Woche für das Leben ist seit mehr als 20 Jahren die ökumenische Aktion der evangelischen und katholischen Kirche für den Schutz und die Würde des Menschen vom Lebensanfang bis zum Lebensende. Themenheft, Info-Flyer und weitere Informationen zur Woche für das Leben stehen unter http://www.woche-fuer-das-leben.de zur Verfügung.

Hannover, 18. April 2015

Pressestelle der EKD
Carsten Splitt

 

Big Brother Award 2015: Die schlimmsten Saboteure des Datenschutzes

matrix_2_1Der Big Brother Award 2015 geht unter anderem an Innenminister Thomas de Maizière und Gesundheitsminister Hermann Gröhe.


Von Christian Bommarius|Frankfurter Rundschau

Die Frage, wer die größten Verdienste um die nachhaltigste Verletzung der Privatsphäre und um die souveränste Missachtung des Datenschutzes in Deutschland erworben hat, wird Jahr für Jahr auf höfliche Weise beantwortet. Eine Jury tritt zusammen, berät die einschlägigen Leistungen und gibt schließlich die Gewinner der „Big Brother Awards“ bekannt. Der Name des Preises – er wurde dem Überwachungsstaats-Roman „1984“ George Orwells entnommen – ist Programm, und Absicht der Jury ist es wohl, die Gewinner spüren zu lassen, was die unerwünschte Herstellung von Öffentlichkeit bedeutet. Stifter und Verleiher des Preises ist der Verein digitalcourage.

In der Kategorie Politik werden in diesem Jahr Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und seinem Amtsvorgänger Hans-Peter Friedrich (CSU) geehrt. Sie werden, sagt die Jury, ausgezeichnet „für die systematische und grundlegende Sabotage der geplanten Europäischen Datenschutzgrundverordnung“. Statt – wie öffentlich behauptet – Deutschlands hohes Datenschutzniveau nach Europa zu tragen, hätten beide Innenminister ihre Beamten in enger Kooperation mit Lobby-Verbänden den europäischen Datenschutz ins Gegenteil verkehren lassen.

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Schönborn: Keine Vermischung von Politik und Religion

Christoph Schönborn. Bild: radio.vaticana.va

Der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn hat bei einem Festgottesdienst zum 70. Jahrestag der ÖVP-Gründung 1945 „ein klares Nein zur Vermischung” von Religion und Politik gesagt.


Radio Vatikan

Gleichzeitig rief er Politiker allgemein dazu auf, ihre Möglichkeiten zur Gestaltung des Landes zu nutzen und ihre politische Verantwortung wahrzunehmen. An dem Gottesdienst nahmen neben Bundesparteiobmann Vizekanzler Reinhold Mitterlehner ÖVP-Spitzenpolitiker aus ganz Österreich teil. Explizit erwähnte Schönborn in seiner Predigt Außenminister Sebastian Kurz. Ihm dankte der Kardinal für sein wiederholtes öffentliches Eintreten für verfolgte Christen, u.a. in einer Rede vor dem UNO-Sicherheitsrat.

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Exorzist Amorth: ‚ISIS ist der Satan’

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Das Böse verberge sich hinter politischen, religiösen und kulturellen Entwicklungen, doch habe es nur eine Quelle: den Satan. Es gebe nur zwei geistige Reiche: das des Heiligen Geistes und das des Satans, schreibt Gabriele Amorth.


kath.net

„ISIS ist der Satan.“ Das schreibt der bekannte italienische Priester und Exorzist Gabriele Amorth in einem Eintrag auf seiner Facebook-Seite über die radikalislamistische Gruppe „Islamischer Staat im Irak und in Syrien“. Die Organisation bezeichnet sich heute als „IS“ – Islamischer Staat.

„Die Dinge geschehen zuerst in den geistigen Reichen, dann werden sie auf dieser Erde konkret“, schreibt er am 8. April. Es gibt „nur zwei geistige Reiche: Das des heiligen Geist und das der dämonischen Geister“. Das Böse verberge sich auf verschiedene Weisen: politisch, religiös, kulturell, doch es habe nur eine Inspirationsquelle: den Teufel, schreibt Amorth weiter.

Die Politik werde sich dem Kampf gegen ISIS stellen müssen. Wenn sich die Organisation weiter so ausbreiten könne, würde sich die Frage stellen, was der Westen in den letzten Jahrzehnten getan habe, fährt Amorth fort.

Obamas Krieg gegen den Terror: Geheimdokumente belegen Drohnensteuerung über Ramstein

dpa

Die US-Armee steuert einen Teil ihrer Drohnenangriffe von Deutschland aus, das ist bereits seit einiger Zeit bekannt. Bisher war aber unklar, in welchem Ausmaß die Amerikaner vor allem ihren Stützpunkt in Ramstein in der Pfalz dazu nutzen, tödliche Drohnen in Richtung Afghanistan oder Somalia abzusenden.


Von Lea Kosch|The Huffington Post

Nun sind Geheimdokumente aufgetaucht, die Licht in das Dunkel bringen. Sie belegen erstmals, dass praktisch alle Drohnen-Angriffe der US-Armee vor dort aus abgewickelt werden.

Detaillierte Informationen über Obamas “Krieg gegen den Terror”

Die Dokumente, die dem “Spiegel” und dem Internetportal “The Intercept” vorliegen, veranschaulichen offenbar so detailliert wie nie zuvor, wie Obamas Regierung ihren teilweise völkerrechtswidrigen “Krieg gegen den Terror” organisiert.

“Von Ramstein wird das Signal übermittelt, das den Drohnen befiehlt, was sie tun sollen”, zitiert der “Spiegel” einen Amerikaner, der mit dem geheimen Militärprogramm vertraut sein soll.

Bundesregierung weiß seit Jahren von Ramstein

Schon vor einem Jahr hatte es Berichte gegeben, dass die US-Luftwaffenbasis in Ramstein eine wichtige Rolle bei den umstrittenen Drohnenangriffen spiele. “Ohne Deutschland wäre der gesamte Drohnenkrieg des US-Militärs nicht möglich”, sagte damals der ehemalige Drohnen-Pilot Brandon Bryant NDR, WDR und “Süddeutscher Zeitung”.

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Ukraine: Nationalisten bekennen sich zu Mordserie in Kiew

Emblem der Ukrainischen Aufständischen Armee. Bild: wikimedia.org/

Die nationalistische Gruppe Ukrainische Aufständische Armee stellt “antiukrainischen” Personen ein Ultimatum zum Verlassen des Landes.


Die Presse

Nach den Morden an zwei bekannten Regierungskritikern in der Ukraine hat sich eine nationalistische Gruppe namens Ukrainische Aufständische Armee (UPA) zu diesen und anderen Attentaten bekannt. In E-Mails an den Oppositionsblock und den Politologen Wladimir Fessenko drohte die UPA damit, weitere “antiukrainische” Personen zu töten, sollten diese nicht das Land innerhalb von 72 Stunden verlassen.

Das Ultimatum läuft demnach am Montagabend aus. “Die Zeit des Volkszorns ist gekommen”, heißt es in der Mitteilung. Der Regierungsbeamte Anton Geraschtschenko vom Innenministerium in Kiew bezeichnete die Absender am Freitag als Psychopathen.

In Moskau wies ein Sprecher des Außenministeriums empört Vorwürfe aus Kiew zurück, Russland stecke hinter den Morden an dem Publizisten Oles Buzina und dem Ex-Abgeordneten Oleg Kalaschnikow. Sollte die Ukraine die Bluttaten nicht schnell und lückenlos aufklären, drohe dem Nachbarland eine langfristige Destabilisierung.

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Ayaan Hirsi Ali: 5 Thesen für eine islamische Reformation

Ayaan Hirsi Ali ist in ihrem Buch vom Kommen einer baldigen Reformation im Islam überzeugt Foto: The Aspen Institute / Knaus Verlag | CC BY-NC-ND 3.0

Ayaan Hirsi Ali glaubt an eine Reformation im Islam. In ihrem neuen Buch beschreibt sie, wo sich die Religion verändern muss, damit diese im 21. Jahrhundert ankommt.

Von Lydia Ullrich|pro Medienmagazin

„Der Islam befindet sich an einem Scheideweg“, schreibt die Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali in ihrem neuen Buch. Mit „Reformiert euch! Warum sich der Islam ändern muss“ möchte sie sowohl Muslime als auch Nicht-Muslime zum Nachdenken bringen und eine öffentliche Debatte über die Zukunft des Islams anstoßen.

Sie weiß, worüber sie schreibt. Hirsi Ali wurde 1969 in Somalia geboren, schloss sich mit 16 Jahren in Kenia der Muslimbruderschaft an und lebte als radikale Muslimin. Dennoch floh sie vor einer arrangierten Ehe in die Niederlande, wo sie Asyl erhielt und später die Staatsbürgerschaft. Dort hörte sie auf, den Islam zu praktizieren und gab ihn schließlich komplett auf.

Während ihres Studiums der Politikwissenschaften lernte sie eine kritische, westliche Denkweise kennen. Um so schockierter stellte Hirsi Ali fest, dass diese kritische Auseinandersetzung offenbar nicht auf das Glaubenssystem des Islams angewendet wird, schreibt sie. Sie hinterfragt die Ansichten von westlichen Liberalen, welche die Probleme der islamischen Welt in wirtschaftlichen und politischen Bereichen sehen, nicht aber in der Religion.

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Pastor entschuldigt sich nach NDR-Film “Die Schwulenheiler”

Schwul-nicht-schwul-470Mit ihrem Einsatz für ihre schwulen Enkel sorgt eine Seniorin für viel Aufmerksamkeit in Internet. Weil sie sich über Aussagen eines Pastors über Homosexualität geärgert hatte, trat sie demonstrativ aus der Kirche aus. Jetzt rudert der Pastor zurück.


evangelisch.de

Pastor Gero Cochlovius aus Hohnhorst bei Hannover hat seine Aussagen in dem NDR-Film “Die Schwulenheiler” bedauert. Mit seinem Statement in der Dokumentation hatte er eine Frau aus einem Nachbarort, Großmutter zweier schwuler Enkel, zum Kirchenaustritt bewegt. “Es war nie meine Absicht, homosexuelle Menschen zu verurteilen”, sagte Cochlovius einer am Freitag verbreiteten Erklärung des Kirchenvorstandes von Hohnhorst zufolge. “Wo dieser Eindruck dennoch entstanden ist, bitte ich um Entschuldigung.”

Todkranker Mann in Italien zum Priester geweiht

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Bild:kathtube/Screenshot: bb

In Italien ist ein unheilbar kranker Mann angesichts seines bevorstehenden Todes vorzeitig zum katholischen Priester geweiht worden. Wie italienische Medien am Freitag berichteten, wurde dem 38 Jahre alten Salvatore Mellone am Vortag im süditalienischen Barletta vom örtlichen Erzbischof das Sakrament der Weihe gespendet.


kath.net

Am Dienstag hatte Papst Franziskus den Mann mit Krebs im Endstadium angerufen. Er bat ihn laut den Berichten um seinen ersten Segen als Priester. Diesen Wunsch erfüllte ihm am Donnerstag der soeben geweihte Priester.

“Auch nur ein Tag Priester zu sein, wäre für ihn die Verwirklichung von Gottes Projekt mit seiner Person”, heißt es in einer Mitteilung des Erzbischofs von Trani, Giovanni Battista Pichierri. Mellone habe seine Ausbildung zum Priester ungeachtet seiner Krankheit fortgesetzt. Der Erzbischof hatte die nötige Ausbildung für Mellone von sechs auf vier Jahre verkürzt, um ihn vorzeitig zum Priester weihen zu können. Dieser war 2011 ins Priesterseminar eingetreten und erkrankte im folgenden Jahr an Krebs.

Dodo Käßmann: „Die Reformation ist eine wichtige Wurzel der Aufklärung!“

Margot-KässmannDie Bedeutung der Reformation für die Aufklärung war das Thema eines Besuches der EKD-Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017, Margot Käßmann, in Kaliningrad (ehemals Königsberg).


EKD

Auf Einladung des deutschen Generalkonsulats informierte sich Margot Käßmann am vergangenen Montag und Dienstag über die Situation lutherischer Christen in Russland und berichtete über die Vorbereitungen des Reformationsjubiläums. In diesem Zusammenhang bestehe großes Interesse an Martin Luthers sprachschöpferischer Kraft. „Das reformatorische Thema ,Freiheit und Verantwortung’ ist in Kaliningrad hochaktuell“, sagte Käßmann.

Auf einer Podiumsdiskussion über „Die geistige Freiheit des Individuums“ diskutierte Käßmann mit dem Historiker Solomon Ginsburg, dem Germanisten Wladimir Gilmanow und dem Philosophen Andrej Silber. Sie alle betonten den engen Zusammenhang zwischen der Reformation und der Aufklärung. Das Erbe Martin Luthers sei prägend für den in Königsberg wirkenden Philosophen Immanuel Kant (1724-1804) gewesen. „Das Wagnis der Freiheit, das Luther gezeigt hat, das Erleben der zugesagten Freiheit und Freiheit als Bindung und Verantwortung sind Antriebsfedern für das aufgeklärte Denken“, erklärte Margot Käßmann.

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“Charlie Hebdo” war “nur die Spitze des Eisbergs”

Foto: dpa Syriens Präsident Baschar al-Assad hat der schwedischen Zeitung “Expressen” ein sehr ausführliches Interview und Einblicke in seine Politik gegeben

Flüchtlingsstrom, Weg zur Demokratie, Terrorgefahr in Europa: Der syrische Machthaber Baschar al-Assad hat einer schwedischen Zeitung ein ausführliches Interview gegeben – inklusive warnender Worte.


Von Clara Ott|DIE WELT

Der syrische Machthaber Baschar al-Assad hat für jüngste Landgewinne militanter Islamisten Hilfe aus dem Ausland verantwortlich gemacht. Sie bekämen “enorme Unterstützung” aus der Türkei, Saudi-Arabien und anderen Ländern im Mittleren Osten, sagte Assad in einem am Freitag veröffentlichten Interview der schwedischen Zeitung “Expressen“.

So zeuge die Eroberung der Stadt Idlib Ende März nicht davon, dass die syrische Armee schwächer geworden sei, behauptete Assad. Die Provinzhauptstadt im Nordwesten des Landes war von Anhängern der mit al-Qaida verbündeten Nusra-Front eingenommen worden.

“Wie gesagt, jeder Krieg untergräbt jede Armee, das ist der natürliche Lauf der Dinge”, sagte er. “Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man, und das hängt von vielen Kriterien ab, von denen einige mit inländischen, internen und militärischen Kriterien oder Faktoren in Zusammenhang stehen.”

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How Octopuses Move So Weirdly

Octopus vulgaris, the same kind as used in the study. Image: Morton Brekkevold/flickr

With their bulbous, squishy heads and eight super-bendy arms, octopuses are really radical-looking invertebrates. They also have a mouth attached to the centre point of their arms, and a killer underwater crawl. But what lets the octopus move so fluidly, when it’s got no backbone to keep everything together?


By Emiko Jozuka|MOTHERBOARD

It’s a question that’s intrigued scientists from the ​Octopus Group at The Hebrew University of Jerusalem. Set on solving the mystery through a frame-by-frame analysis of a video capturing an octopus in motion, they recently​ published their find​ings in the journal Current Biology.

“Octopuses use unique locomotion strategies that are different from those found in other animals,” said Binyamin Hochner of The Hebrew University of Jerusalem in a press statement. He pointed out that this was thanks to an evolution in their soft molluscan bodies, which enabled an “efficient locomotion control” even though they had no “rigid skeleton.”

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Özoguz und Griese machen sich für religiöse Bildung stark

Kerstin Griese (2014), Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 de/SvenTeschke

Die Religions- und Kirchenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Kerstin Griese, hat sich der Forderung des Berliner Bischofs Markus Dröge nach einer neuen Bildungsoffensive in Sachen Religion und des interreligiösen Dialogs angeschlossen.


evangelisch.de

Sie sagte am Freitag in Berlin auf einer Tagung der SPD-Fraktion, Toleranz und Vielfalt könne nur leben, wer die eigene Religion kenne und die des anderen verstehen wolle.

Auf einer Tagung der SPD-Fraktion mit dem Titel “Wir alle sind Deutschland” über das Miteinander von Menschen verschiedener Religionen und Kulturen zeigte sich Griese besorgt, dass 60 Prozent der Bundesbürger glauben, der Islam passe nicht in die westliche Welt, während zugleich die deutschen Muslime sich mehrheitlich zur pluralistischen deutschen Demokratie bekennen.

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„Der Austausch von Informationen zwischen Medizin und Veterinärmedizin ist nicht ausreichend institutionalisiert”

Infektionsmedizinische Fragen sind in Deutschland in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus gerückt. Dabei standen häufig zoonotische Erreger, die zwischen Tieren und Menschen in beide Richtungen übertragen werden können, im Vordergrund. Die Arbeitsgruppe Zoonosen und Infektionsforschung der TMF ­– Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung hat dazu bereits im vergangenen Jahr ein Positionspapier vorgelegt, das für einen One-Health-Ansatz in der Infektionsforschung wirbt.


aerzteblatt.de

5 Fragen an Prof. Dr. med. Eberhard Straube, Institut für Medizinische Mikrobiologie, Universitätsklinikum Jena

DÄ: Was besagt One Health in der Infektionsforschung?
Straube: Der One-Health-Ansatz bedeutet, dass Veterinär- und Humanmedizin sowie auch Landwirtschaft interdisziplinär zusammenarbeiten und Strukturen entwickeln, um auf Probleme zu reagieren, die in einer gemeinsamen Umwelt begründet sind. Das betrifft Ernährung und insbesondere Infektionen. Man darf nicht vergessen, dass etwa 60 Prozent der Infektionen Zoonosen sind. Influenza beispielsweise ist eine klassische Zoonose, ein etwa durch Salmonellen oder Campylobacter verursachter  Durchfall ebenso – das sind häufige Ereignisse.

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Forscher wollen das erste künstliche Lebewesen erschaffen

Im Kieler Wirkstoff-Zentrum werden Substanzen aus marinen Mikroorganismen untersucht und patentiert Sieg/Nölting, IFM-GEOMAR

Sie sollen Treibstoff produzieren, Krankheiten heilen oder Umweltgifte entschärfen. Synthetische Lebewesen sollen viele Probleme des 21. Jahrhunderts lösen. Bei ihrer Entwicklung entfernen sich Forscher von der universellen Sprache des Lebens. Das bietet Chancen und birgt Risiken.


FOCUS ONLINE

  • Wissenschaftler wollen Lebewesen synthetisch herstellen.
  • Bei den künstlich veränderten Lebewesen handelt es sich um Mikroorganismen.
  • Die Forscher wollen durch ihre Forschung Lebewesen von den „Fesseln der Evolution“ befreien.

Der Golem, Frankensteins Monster oder die Dinosaurier aus “Jurassic Park”: Leben künstlich zu erschaffen, fasziniert Menschen seit jeher – bis vor kurzem meist nur als Fiktion. Doch inzwischen streben Forscher gezielt die Herstellung neuartiger Organismen an und wetteifern darum, wer das erste synthetische Lebewesen erschafft.

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Axel Meyer: Charles Darwin war noch nie so aktuell

meyer_evoRund 120 Besucher lockte Axel Meyer ins Café Vogelhaus. Die Aussagen des bekannten Evolutionsbiologen polarisierten.


Von Selma Badawi|Südkurier

Er will, dass Wissenschaft endlich ausgesprochen wird. Dass politische Debatten mit Forschungserkenntnissen untermauert werden. Er ist der Meinung: „Es ist immer besser zu wissen, als nicht zu wissen.“ Evolutionsbiologe Axel Meyer sorgte bei „Ausgesprochen: Wissenschaft“ für ein komplett gefülltes Voglhaus. In der 47. Auflage der Veranstaltungsreihe von Uni, HTWG und SÜDKURIER teilte der Professor an der Universität Konstanz seine strikten Ansichten mit dem Publikum. Im Gespräch mit Jörg-Peter Rau machte er seinen Standpunkt in bioethischen Fragen klar und gab den Zuhörern einen Einblick in die bahnbrechenden Möglichkeiten, die die Wissenschaft uns in Zukunft eröffnen kann.

Auf sein im Juni erscheinendes Buch „Adams Apfel und Evas Erbe“, das sich mit der Macht der Gene beschäftigt, nahm Meyer immer wieder Bezug. So manche Antwort, die er dem Lokalchef des SÜDKURIER gab, löste ein Raunen in den Besucherreihen aus. Hin und wieder begleiteten auch ein schockierter Ausruf und ein kritisches Kopfschütteln die Unterhaltung.

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