Pierre Vogel sagt für Sven Lau aus

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Im Prozess gegen den mutmaßlichen Islamisten Sven Lau verbürgt sich dessen langjähriger Weggefährte Pierre Vogel für den Angeklagten.

Frankfurter Rundschau

Im Terrorprozess gegen den Islamisten Sven Lau ist am Dienstag in Düsseldorf dessen langjähriger Weggefährte Pierre Vogel als Zeuge vernommen worden. „Ich bin überzeugt davon, dass Herr Lau unschuldig ist“, sagte Vogel und bekannte, das Lau ein sehr enger Freund von ihm sei. Lau ist am Düsseldorfer Oberlandesgericht wegen Unterstützung der islamistischen Terrorgruppe Jamwa angeklagt. Ihm wird seit vergangenem September der Prozess gemacht.

An die Pilgerfahrt 2013, bei der Lau einen Islamisten in die Jamwa-Reihen gelotst haben soll, habe er keine besondere Erinnerung, obwohl er bei der Fahrt dabei gewesen sei, sagte Vogel. Er könne sich aber gar nicht vorstellen, dass jemand Lau frage, wie er nach Syrien komme. Dafür hätten in der Szene alle viel zu viel Angst vor V-Leuten.

„Wahr ist, was gefällt? – Journalismus in der Glaubwürdigkeitskrise“

Die Diskussion über „gefühlte Wahrheiten“ und eine Boulevardisierung der Medien hat den 13. Frankfurter Tag des Online-Journalismus bestimmt. Der Journalist Thomas Leif kritisierte eine „Selbstverblödungsspirale“ der Medien. Das Relevanzsystem für Nachrichten habe sich komplett geändert, sagte der Chefreporter Fernsehen des SWR-Landessenders Mainz am Dienstag in Frankfurt am Main. „Aufreger“-Themen setzten sich immer mehr durch. Der Journalist Roland Tichy entgegnete, Medien hätten die Aufgabe, zuzuspitzen und pointiert zu formulieren.

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Leif forderte, wieder mehr auf Hintergründe zu setzen. Die „Erklärungsarmut“ in den Medien müsse aufhören. Man brauche eine „Sendung mit der Maus“ für Erwachsene, sagte der Fernseh-Journalist auf der Veranstaltung mit dem Titel „Wahr ist, was gefällt? – Journalismus in der Glaubwürdigkeitskrise“.

Leif kritisierte auch das von seinem Diskussionspartner herausgegebene liberal-konservative Meinungsmagazin „Tichys Einblick“. Tichy sei damit „ein Brückenbauer im rechten Milieu“, sagte Leif. Kritiker werfen Tichy vor, mit dem Magazin rechtspopulistischen Strömungen wie „Pegida“ zu bedienen. Leif plädierte dennoch dafür, das Gespräch mit Journalisten wie Tichy zu führen und sich mit deren Positionen auseinanderzusetzen.

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In the Future, the Holocaust Is Just Another Hologram

USC Shoa Foundation
The last living Holocaust survivors are dying. Can technology keep their testimonies alive?

By Emanuel Maiberg | MOTHERBOARD

Pinchas Gutter tells me that when he was eight years old, the Nazis put him and his family on a train from their home in Łódź, Poland to the Warsaw ghetto. They stayed there for two years before they were taken to the Majdanek concentration camp, where every member of his family was murdered in the gas chambers. Only he survived.

I press a button, lean into the microphone and tell him: „I don’t believe the gas chambers existed.“

Gutter sits there and listens to me patiently. He crossfades from an idle animation to his response.

„To someone who has spent five years in hell—a living witness—[people who say] that this did not happen…I believe that they are just as bad as the perpetrators,“ he said. „Every one of them should be taken to a court of law because they are in contempt of humanity itself.“

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Wie Spinnen Entfernungen messen

Die Wolfsspinne nutzt die zwei äußeren kleinen Augen an der Kopfvorderseite zur Messung von Entfernungen. © João Coelho / CC-by-2.0
Acht Augen sind besser als zwei – zumindest bei Spinnen. Neue Forschungen zeigen, dass Wolfsspinnen ihre vier Augenpaare für unterschiedliche Aufgaben einsetzen, eines davon ist für die Distanzmessung verantwortlich. Als Wissenschaftler im Experiment dieses Augenpaar verschlossen, fanden die Spinnen nur mit Mühe den Rückweg zum Nest – obwohl die übrigen sechs Augen noch aktiv waren.

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Spinnen sind nicht nur wichtige „Aufräumer“ und Prädatoren in den Nahrungsnetzen der Natur, sie haben für den Beutefang auch eine Vielzahl raffinierter Strategien entwickelt. Das Spektrum reicht von besonders harten Beißklauen und komplexen Netzbauten bis hin zu versteckten Fallen und der Fähigkeit zu schnellen Sprints bei der Verfolgung ihrer Beute.

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Baden-Württemberg will religiöse Symbole bei Gerichten verbieten

Die baden-württembergische Landesregierung will religiös und politisch geprägte Symbole bei richterlichen und staatsanwaltschaftlichen Tätigkeiten künftig verbieten.

evangelisch.de

Das Kabinett habe am Dienstag einen entsprechenden Gesetzentwurf zur Neutralität bei Gerichten und Staatsanwaltschaften verabschiedet, teilte das Staatsministerium in Stuttgart mit. Von der Neuregelung nicht betroffen seien Schöffen sowie ehrenamtliche Richter. Damit sei ein „möglichst schonender Ausgleich zwischen den Grundrechten und der Neutralität“ geschaffen worden, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne).

Richter und Staatsanwälte sollen dem Entwurf zufolge in einer Sitzung oder bei Amtshandlungen keine Symbole oder Kleidungsstücke tragen, die bei objektiver Betrachtung eine religiöse oder politische Überzeugung zum Ausdruck bringen. Das betreffe auch Rechtspfleger, wenn diese richterliche Aufgaben ausüben.

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Der Nil wird unberechenbarer

Der Nil ist Lebensader und Wasserlieferant für mehr als 400 Millionen Menschen. © Bionet/ gemeinfrei
Lebensader im Ausnahmezustand: Der Klimawandel macht die Pegel des Nils immer unberechenbarer. Die jährlichen Schwankungen der Wassermenge könnten schon in den nächsten Jahrzehnten um 50 Prozent stärker werden, wie Klimaforscher im Fachmagazin „Nature Climate Change“ berichten. Dies erschwert die Wasserversorgung für die Millionen Flussanrainer, die auf den Nil und seine Quellflüsse angewiesen sind.

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Der Nil ist nicht nur der längste Fluss der Erde, er ist auch die wichtigste Lebensader für Ägypten, und seine südlichen Nachbarn. „Das Nilbecken wird von rund 400 Millionen Menschen in elf Ländern bewohnt“, erklären Mohamed Siam und Elfatih Eltahir vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge. Ein Großteil der Wirtschaft in diesen Ländern hängt direkt von der Bewässerungs-Landwirtschaft ab – und damit vom Wasser des Nils.

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Berlin: Sechs Millionen Euro für eine nie bewohnte Flüchtlingsunterkunft

Dort wohnten nie Geflüchtete: die ehemalige Tetrapak-Fabrik in Reinickendorf.Foto: Nándor Hulverscheidt
Viel Geld gab der Senat für eine Flüchtlingsunterkunft aus, in der nie ein Flüchtling wohnte. Die genauen Summen wurden bislang geheim gehalten.

Von Thomas Loy | DER TAGESSPIEGEL

Rund sechs Millionen Euro könnte der Senat am Ende für eine Flüchtlingsunterkunft gezahlt haben, in der nie ein Flüchtling gewohnt hat. Das ergab eine Anfrage des AfD-Abgeordneten Karsten Woldeit. Damit liegen die Kosten noch deutlich höher als bislang vermutet. Der Senat hatte die genauen Summen bislang mit dem Verweis auf vertrauliche Vertragsdaten geheim gehalten.

Bei der Unterkunft handelt es sich um die ehemalige Tetrapak-Fabrik in Reinickendorf. Ende 2015, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise, verhandelte der SPD/CDU-Senat mit dem früheren Eigentümer der leer stehenden Immobilie. Die Anwohner protestierten gegen das Vorhaben, auch Reinickendorfs Bürgermeister Frank Balzer (CDU) erklärte nach einer Begehung, das Industriegebäude sei für eine menschenwürdige Unterbringung nicht geeignet. Besonders die Heizungs- und Sanitäranlagen waren marode. Dennoch griff der Senat unter dem Druck der hohen Flüchtlingszahlen zu. „Wir haben in allen Punkten recht behalten“, sagte Balzer am Dienstag. Die Hintergründe der Senats-Entscheidung zu untersuchen, sei Aufgabe des Abgeordnetenhauses oder des Rechnungshofes.

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Zentralrat der Juden fordert Antisemitismus-Beauftragten im Kanzleramt

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.Foto: dpa
Viele alte Ressentiments gegen Juden seien längst wieder aktiviert, meint Schuster in einem Gastbeitrag. Er fordert einen Ansprechpartner im Kanzleramt.

DER TAGESSPIEGEL

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, fordert eine gezieltere Bekämpfung des Antisemitismus in Deutschland. „Denn wir spüren: Viele alte Ressentiments gegen Juden sind längst wieder aktiviert“, schreibt Schuster in einem Gastbeitrag in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Dienstagsausgabe). „Ein Antisemitismus-Beauftragter, der im Bundeskanzleramt angesiedelt sein sollte, sollte nachhaltig die Entwicklungen und die Umsetzung der Bekämpfungsstrategien im Blick behalten“, fordert Schuster. „Er oder sie könnte Ansprechpartner und Frühwarnsystem in einem sein.“

Der Zentralrat der Juden habe schon 2015 im Zuge der Flüchtlingskrise vor einem „importierten Antisemitismus“ gewarnt, schreibt Schuster weiter. Durch den am Montag vorgestellten Bericht des Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus fühle man sich bestätigt. „Ein vergleichsweise hohes Maß an antisemitischen Einstellungen sowie große Wissenslücken über den Holocaust stellen die Experten bei den geflüchteten Menschen fest“, so Schuster. Für den Zentralrat der Juden bedeute dies „in keinem Fall, Muslime pauschal zu verurteilen oder gar Flüchtlinge abzuweisen“.

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Islamophobie – Imaginärer Rassismus

Der Religion der Unterdrückten? Für die desillusionierte europäische Linke ist der Islam zur letzten Utopie geworden. (Bild: Morteza Nikoubazl / Reuters)
Der Vorwurf der Islamophobie macht Kritik am Islam unmöglich. Das ist gefährlich, gerade für Muslime.

Von Pascal Bruckner | Neue Zürcher Zeitung

Islamophobie – ein Begriff hat Konjunktur. Und man könnte meinen, es sei ein neuer Begriff. Doch das ist er nicht. Bereits die Verwalter des französischen Kolonialreichs um 1900 kannten ihn. Dann geriet er in Vergessenheit, um erst Ende der 1980er Jahre durch britische Muslime förmlich wiedererfunden zu werden. Damals, als der iranische Revolutionsführer Ayatollah Khomeiny eine Fatwa gegen Salman Rushdie erliess, den Autor des Romans «Die satanischen Verse». Die Fundamentalisten wollten all jene einschüchtern, die sich mit dem indisch-britischen Schriftsteller solidarisierten, indem sie unterstellten, jede Infragestellung des Islams sei ein Verbrechen, das die härteste Strafe verdiente.

Werkzeug der Unterdrückung

Doch im Begriff «Islamophobie» verbinden sich zwei ganz verschiedene Bedeutungen: die Verfolgung der Gläubigen, die überall ein Vergehen ist, und das Hinterfragen von Glaubensinhalten, das in jedem zivilisierten Land ein Recht ist. Unter dem Vorwand, die Muslime zu verteidigen, geht es also darum, jene Westler zum Schweigen zu bringen, deren Schuld darin besteht, Geschlechtergleichheit und Glaubensfreiheit zu postulieren.

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Schulz nennt AfD-Aufruf „abscheulich“

Bild: FB

Die AfD hat ihre Mitglieder aufgefordert, aus der Kirche auszutreten. Nun reagiert SPD-Chef Martin Schulz und finde klare Worte für die „Alternative“.

Frankfurter Allgemeine

SPD-Chef Martin Schulz hat Aufrufe aus der AfD-Spitze zum Kirchenaustritt scharf verurteilt. Das sei ein ungeheuerlicher Angriff auf die Kirchen, schrieb der Kanzlerkandidat an den Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, und den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche, Bischof Heinrich Bedford-Strohm.

In den der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Briefen erklärt Schulz, die Vorwürfe der AfD gegen die Kirchen seien „unfassbar und abscheulich“. Die AfD habe auf ihrem Kölner Parteitag gezeigt, dass es ihr um Spaltung, Provokation und rechten Populismus gehe.

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Wie man einen Menschen „human“ hinrichtet

Der Mediziner Joseph-Ignace Guillotin (1738-1814) plädierte für einen „humanen“ Strafvollzug Quelle: picture-alliance / Leemage
Zwei Mediziner, ein Klavierbauer und ein Henker machten sich 1792 daran, die Todesstrafe „schmerzfrei“ zu machen. Heraus kam eine Maschine, „die nicht die Hand des Menschen mit einem Mord befleckt“.

Von Florian Stark | DIE WELT

Dass der Beruf des Henkers Erfahrung erfordert, musste beizeiten Maria Stuart erleiden. Als die Ex-Königin von Schottland 1587 das Schafott in Schloss Fotheringhay bestieg, brauchte der Scharfrichter drei Axtschläge, um Marias Kopf endlich vom Körper zu trennen. Der erste Schlag hatte den Hinterkopf getroffen, der zweite nicht alle Muskelfasern am Hals durchtrennt. Erst der dritte Schlag wurde dem Todesurteil gerecht. Obwohl das Köpfen bis ins 19. Jahrhundert hinein als „humanste“ Hinrichtungsart galt – zumindest im Verhältnis zum Vierteilen, Pfählen oder Verbrennen – , war es doch stets mit erheblichen Risiken für den Delinquenten verbunden.

Das wollte die Französische Revolution ändern. Der erste, dem im April 1792 die höchst zweifelhafte Möglichkeit eröffnet wurde, eine „schmerzfreie“ Exekution zu erfahren, war Nicolas Jacques Pelletier. Der notorische Straßenräuber war sieben Monate zuvor festgenommen worden, nachdem er einem Passanten in der Pariser Rue Bourbon-Villeneuve nicht nur die Brieftasche gestohlen, sondern ihn auch anschließend mit Stockhieben malträtiert hatte. Im März hatte die Nationalversammlung die Guillotine als neue Hinrichtungsmethode beschlossen. Wie sie funktionierte, sollte dem staunenden Publikum am Beispiele Pelletiers auf dem Place de Grève vorgeführt werden.

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Grütters: Interesse an Luther-Bonbons „überwältigend“

Das 500. Reformationsjubiläum stößt nach Worten von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) auf große Resonanz.

evangelisch.de

Das Interesse im In- und Ausland sei „überwältigend“, schreibt Grütters in dem neu erschienenen Dossier des Deutschen Kulturrats „Die fantastischen Vier“. Der Kulturrat legte damit sein zweites Dossier zur Reformationsgeschichte und ihren gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Folgen vor.

Die Homepage „www.luther2017.de“ verzeichne deutschlandweit mehr als 1.600 Veranstaltungen, so Grütters, darunter Ausstellungen, Theateraufführungen, Konzerte und Symposien. Touristen aus aller Welt seien auf den Spuren Martin Luthers unterwegs, in Mitteldeutschland könnten Besucher nur noch mit Mühe ein freies Hotelzimmer finden.

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Türkische Jets greifen Kurden in Syrien und im Irak an

Bei türkischen Luftangriffen auf Kurdenstellungen im Norden Syriens und des Iraks sind Aktivisten zufolge mindestens drei Menschen getötet worden.

Frankfurter Rundschau

Die Jets bombardierten die mit den USA verbündete Kurden-Miliz YPG sowie die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete. Die türkische Armee bestätigte die Angriffe. Ziel sei die „Zerstörung dieser Terrornester“ in Nordostsyrien und im Nordirak gewesen, hieß es in einer Mitteilung der Streitkräfte. Durch diese Terroristen würden Anschläge in der Türkei verübt.

Mottenlarve entpuppt sich als „Plastikfresser“

In nur 30 Minuten haben zehn Mottenlarven diese Plastikfolie so durchlöchert. © César Hernández/ CSIC
Zufallsfund im Plastikbeutel: Forscher haben entdeckt, dass Larven der Wachsmotte den Kunststoff Polyethylen (PE) abbauen können – eine der hartnäckigsten Plastikvarianten überhaupt. Schon der bloße Kontakt mit den Larven reicht, um eine Plastiktüte innerhalb von wenigen Stunden zu durchlöchern, wie die Forscher im Fachmagazin „Current Biology“ berichten. Wahrscheinlich ist dafür ein Enzym der Larven verantwortlich – und dieses könnte künftig beim Abbau von Plastikmüll helfen.
In nur 30 Minuten haben zehn Mottenlarven diese Plastikfolie so durchlöchert.

scinexx

Rund 40 Prozent des in Europa produzierten Plastiks besteht aus Polyethylen (PE). Der widerstandsfähige Kunststoff steckt in Plastiktüten, Folien, Plastikverpackungen und Kunststoffbeschichtungen aller Art. Das Problem dabei: PE ist biologisch kaum abbaubar und nur durch harte Chemikalien kleinzukriegen. Als Folge treiben Unmengen dieses Plastiks als Abfall in Seen, Flüssen und Meeren oder füllen ganze Deponien.

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Stammen die syrischen Chemiewaffen aus Nordirak?

Nordkoreanischer Raketentest. Bild: Chosun
US-Regierung verhängte weiter Sanktionen gegen Syrien wegen Giftgasangriff, während die von Trump auserkorenen „Schurkenstaaten“ über Massenvernichtungswaffen verbunden werden

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Nachdem US-Präsident Donald Trump den Angriff mit den 59 Tomahawk-Marschflugkörpern auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt befahl, während er den besten Schokoladenkuchen der Welt mit seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping verzehrte, zollte Kim Jong-un schnell Baschar al-Assad Solidarität. Die beiden hatten schon zuvor sich und ihre Länder gegenseitig beglückwünscht, nach dem Angriff erklärte Kim mit den besten Grüßen zum Gründungsjahr der syrischen Baath-Partei: „Die freundlichen Beziehungen der beiden Länder werden angesichts ihres Kampfes gegen den Imperialismus gestärkt und weiter entwickelt.“

Assad bedankte sich und schrieb dann erneut, um wiederum Glückwünsche zum 105. Jahrestag von Staatsgründer Kim Il-sung und dem 5. Jahrestag der „Wahl“ von Kim Jong-un als Herrscher. Die beiden befreundeten Länder würden diesen Jahrestag feiern und gleichzeitig „einen Krieg gegen die wilde Ambition von Großmächten führen, alle Länder ihrer expansionistischen und weltbeherrschenden Politik zu unterwerfen“.

Aus der Sicht von Washington gehören neben Iran Syrien und Nordkorea gewissermaßen zur „Achse des Bösen“ und rücken nun gegen die Bedrohung näher zusammen. Es gab allerdings schon Vermutungen, dass die Solidarität der beiden zu Schurken erklärten Machthaber weiter geht. So gab es letztes Jahr Gerüchte, dass nordkoreanische Truppen oder auch Hubschrauberpiloten den Assad-Streitkräften beistehen würden. Zuvor die Rede von anwesenden militärischen Beratern. Belegt ist dies allerdings noch nicht.

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Ist die Wissenschaft wirklich in Gefahr?

Bild: heise.de/tp
Das plötzliche Aufblühen einer Pro-Wissenschaftsbewegung: Geht es um eine Ersatzreligion oder um kritisches Denken?

Von Peter Nowak | TELEPOLIS

Zehntausende Menschen haben sich am Samstag weltweit an Märschen für die Freiheit der Wissenschaft beteiligt (siehe Science March: Spät, aber wichtig). Auch in Deutschland gab es eine eigene Homepage für diese Aktivitäten. Dort wird allgemein kritisches Denken propagiert.

Kritisches Denken und fundiertes Urteilen setzt voraus, dass es verlässliche Kriterien gibt, die es erlauben, die Wertigkeit von Informationen einzuordnen. Die gründliche Erforschung unserer Welt und die anschließende Einordnung der Erkenntnisse, die dabei gewonnen werden, ist die Aufgabe von Wissenschaft. Wenn jedoch wissenschaftlich fundierte Tatsachen geleugnet, relativiert oder lediglich „alternativen Fakten“ als gleichwertig gegenübergestellt werden, um daraus politisches Kapital zu schlagen, wird jedem konstruktiven Dialog die Basis entzogen. Da aber der konstruktive Dialog eine elementare Grundlage unserer Demokratie ist, betrifft eine solche Entwicklung nicht nur Wissenschaftler/innen, sondern unsere Gesellschaft als Ganzes.

marchforscience.de

Zu den Unterstützern der Wissenschaftsmärsche gehören Universitätsleitungen und zahlreiche Wissenschaftsorganisationen. In mehr als 10 Städten von Berlin bis zum westfälischen Espelkamp gab es in Deutschland Straßenumzüge. Dabei blieb gerade in Deutschland unklar, gegen wen oder was die Freunde der Wissenschaft dazu noch im Schulterschluss mit der Politik auf die Straße gegangen sind. So erklärte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, Berlin habe „eine ganz besondere Verpflichtung, für die Freiheit einzustehen“.

Zudem bekräftigte Müller, der Berliner Senat solidarisiere sich mit „verfolgten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und mit akademischen Institutionen, die in ihrer Existenz bedroht sind“. Nun wäre eine solche unbürokratische Unterstützung für verfolgte Wissenschaftler beispielsweise aus der Türkei und Kurdistan vonseiten Berlins sicher wünschenswert. Nur wären dazu ganz konkrete Initiativen nötig, Schaufensterreden hingegen bringen den Betroffenen wenig.

Wenn nun Müller weiterhin erklärte: „Deshalb stellen wir uns entschlossen gegen diejenigen, die die Freiheit der Wissenschaft aushöhlen und Unwahrheiten zu alternativen Fakten erklären“, dann wagt er sich auf ein Feld, auf dem er nur verlieren kann. Hier soll ein autoritärer Wissenschaftsbegriff hochgehalten werden und es wird ignoriert, dass eine Kritik daran auch von linken Bewegungen kam und nun auch schon einige Jahrzehnte alt ist.

Als Hauptgrund für das plötzliche Aufblühen einer Pro-Wissenschaftsbewegung wird die Wahl von Trump in den USA und die in der dortigen Administration laut werdenden Zweifel an den wissenschaftlichen Erkenntnissen des Klimawandels genannt. Nun stehen hinter dem Streit um die Interpretationen der bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel aber zwei Modelle der Kapitalakkumulation.

Eines suggeriert, es könne im Grunde mit Kohle, Öl und Gas so weitergehen wie bisher. Diese Vertreter des fossilen Kapitalismus wollen wissenschaftliche Erkenntnisse über die Folgen des Klimawandels möglichst in Zweifel ziehen. Dagegen sind die wachsenden Vertreter eines sogenannten grünen Kapitalismus, die in Deutschland Einfluss haben, bestrebt, die Folgen eines „Weiter so“ mit dem fossilen Kapitalismus als besonders desaströs darzustellen.

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Charakterlos: Ankara wirbt um deutsche Wirtschaftshilfe

Seit dem Putsch und den verbalen Attacken Erdogans ist das deutsch-türkische Verhältnis extrem angespannt.Foto: imago/Depo Photos
Die Türkei wünscht sich, dass sich das Verhältnis zu Deutschland normalisiert. Die türkische Wirtschaft brauche Deutschland, sagt Vizepremier Simsek.

Von Susanne Güsten | DER TAGESSPIEGEL

Mit einem Kursfeuerwerk hat die Istanbuler Börse am Montag die neue Woche eingeläutet. Mit rund 93.400 Punkten erreichte das Börsenbarometer am Nachmittag einen neuen historischen Höchststand. Marktteilnehmer sprachen von risikofreudigen Investoren und einer politischen Landschaft, die nach der Zustimmung der Türken zum Präsidialsystem in der umstrittenen Volksabstimmung vor einer Woche zumindest die Aussicht auf Stabilität bereithält.

Vizepremier Mehmet Simsek dürfte sich über die positive Börsenreaktion ganz besonders gefreut haben, denn er hatte zu Wochenbeginn um deutsche Wirtschaftshilfe geworben. „Ich denke, dass die Zeit kommen muss, zu einer Normalität in den Beziehungen zurückzukehren“, sagte Simsek, der in der Regierung die Hauptverantwortung für die Wirtschaftspolitik trägt, der „Bild“. Die G-20-Finanzminister hätten bereits über Möglichkeiten gesprochen, der türkischen Wirtschaft auf die Beine zu helfen. „Dafür brauchen wir Deutschland“, sagte Simsek.

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Bundesregierung nennt Anzahl ausreisepflichtiger Afghanen

Bundeskanzleramt, Bild: BB
Rund 255.000 afghanische Staatsangehörige leben momentan in Deutschland. Die Bundesregierung gab nun nach einer Anfrage der Linken bekannt, wie viele von ihnen „vollziehbar ausreisepflichtig“ sind.

DIE WELT

Rund 12.800 derzeit in Deutschland lebende Afghanen müssen mit einer Abschiebung in ihre Heimat rechnen. Sie seien vollziehbar ausreisepflichtig und verfügten nur über eine Duldung oder hätten noch nicht mal einen Duldungsstatus, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken.

Insgesamt befinden sich demnach rund 255.000 afghanische Staatsangehörige momentan in Deutschland.

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Groteske um NS-Mörderin

Maria Mandl (so der richtige Name) wurde zum Tod verurteilt. – (c) Wikipedia/Public Domain
Nach Intervention des Mauthausen Komitees hebt die Justiz eine falsche Todeserklärung einer KZ-Aufseherin auf.

Von Günther Haller | Die Presse.com

Ihre Opfer gaben der Oberaufseherin den Beinamen „Die Bestie“. Maria Mandl aus dem oberösterreichischen Münzkirchen war wegen ihrer Brutalität besonders gefürchtet, seit 1938 war sie Mitglied der SS und Aufseherin in insgesamt vier Konzentrationslagern, darunter Ravensbrück und Auschwitz. Sie nahm an Selektionen für die Gaskammern und medizinischen Experimenten teil, „sie hat schlagen können, sie hat erschlagen können“, so eine Zeitzeugin, das habe ihr Lust bereitet.

Auf sie ging die Gründung des Mädchenorchesters in Auschwitz zurück. Das Orchester musste täglich zum Appell der Arbeitskolonnen aufmarschieren und spielen. Maria Mandl wurde von den KZ-Insassen als schön, intelligent und grausam beschrieben: „Sie misshandelte sogar Häftlingsfrauen, die von ihr auf dem Selektionsweg zum Tode ausgesondert waren.“

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Langzeit-Rekord für NASA-Astronautin

NASA-Astronautin Peggy Whitson hat heute 534 Tage ihres Lebens im All verbracht – mehr als jeder andere US-Astronaut. © NASA
Rekord für US-Raumfahrt: Die NASA-Astronautin Peggy Whitson hat bereits 534 Tage ihres Lebens im All verbracht – und damit mehr als jeder andere US-Astronaut. Sie absolviert zurzeit bereits ihren dritten Aufenthalt auf der internationalen Raumstation ISS und wird noch bis zum September im Orbit bleiben. Sogar US-Präsident Trump wird ihr heute per Telefon gratulieren.

scinexx

Lange Zeit beschränkten sich Aufenthalte im Weltraum auf wenige Tage lange Flüge zum Mond oder mit den Space Shuttles in den Erdorbit. Erst mit der russischen Raumstation Mir und ihrem Nachfolger, der internationalen Raumstation ISS, wurden auch Langzeit-Aufenthalte im Weltraum möglich. Sie liefern unter anderem wertvolle Daten darüber, wie sich die Schwerelosigkeit die Gesundheit von Astronauten auswirkt – eine für künftige bemannte Marsmissionen wichtige Information.

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