Archiv der Kategorie: Medien

Türkischen Journalisten droht Haft wegen “Terror-Propaganda”

Einer der Angeklagten ist Can Dundar (r.), Chefredakteur der türkischen Zeitung “Cumhüriyet, hier bei einer Demonstration gegen die türkische Regierung im Juni in Istanbul © Tolga Bozoglu/DPA
Ihre Zeitungen hatten Fotos einer tödlich verlaufenden Geiselnahme veröffentlicht – es kam zum Prozess. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft lange Haftstrafen gegen 18 oppositionelle Journalisten gefordert.


stern.de

Wegen der Veröffentlichung von Fotos einer tödlich verlaufenden Geiselnahme in der Türkei hat die Istanbuler Staatsanwaltschaft am Dienstag mehrjährige Haftstrafen für 18 angeklagte Journalisten gefordert. Zu den Angeklagten, die für neun verschiedene Zeitungen arbeiten, gehört auch der Chefredakteur der bekannten Oppositionszeitung “Cumhüriyet”, Can Dundar. Ihm und den anderen Journalisten wird “terroristische Propaganda” vorgeworfen, weil sie bei einer Geiselnahme eines Staatsanwalts im März ein Foto des Täters veröffentlichten, der seinem Opfer eine Pistole an den Kopf hält.

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Schweizer Rechtshilfe im Fall «Monsignore 500»

Bild: tilly
Bild: tilly

Die Staatsanwaltschaft von Salerno hat für den Prozess gegen einen früheren Vatikan-Priester Bankdokumente aus der Schweiz erhalten. Das Bundesstrafgericht wies Rekurse gegen die Rechtshilfe ab.

Von Balz Bruppacher|Neue Zürcher Zeitung

Die Verhaftung von Nunzio Scarano im Sommer 2013 wirkte wie ein Fanal. Denn sie traf einen Geistlichen, der bis vor kurzem die Buchhaltung der Vermögensverwaltung des Vatikans geleitet hatte. Erstmals sperrte der Vatikan Konten bei der eigenen Bank IOR und ersuchte – auch das eine Premiere – Italien um Rechtshilfe. Die Aufarbeitung des Skandals um den heute 63-jährigen Priester aus der süditalienischen Hafenstadt Salerno ist damit auch Sinnbild für die noch von Papst Benedikt XVI. eingeleiteten Bemühungen, in der Dunkelkammer der Vatikan-Finanzen Remedur zu schaffen.

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Balkan-Länder streichen Deutschland aus der Liste der sicheren Staaten

Deutschland © MiGAZIN
Aufgrund zunehmender Übergriffe Flüchtlingsunterkünfte haben die Balkan-Länder Serbien, Mazedonien sowie Bosnien Deutschland aus der Liste der sicheren Staaten gestrichen. Albanien, Kosovo und Montenegro wollen nachziehen. Heftige Proteste kamen aus Bayern.


MiGAZIN

Auf die stark zunehmenden Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland haben mehrere Balkan-Länder nun mit einer Gesetzesänderung reagiert. In Serbien, Mazedonien sowie in Bosnien und Herzegowina gilt Deutschland ab sofort nicht mehr als sogenannter „sicherer Staat“. Angaben des Deutschen Bundesinnenministeriums zufolge wurden allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mehr Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte registriert als im gesamten Vorjahr.

In einer Erklärung des serbischen Außenministeriums heißt es: „Wir können es nicht mehr verantworten, dass Menschen nach Deutschland ziehen und dort Opfer von rechtsextremer Gewalt werden. Europe im 21. Jahrhundert darf sich so etwas nicht erlauben.“ Da müsse man aus der Geschichte die richtigen Schlüsse ziehen.

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Hunderte von Zivilisten bei Luftschlägen in Syrien und im Irak getötet

Nach einem Luftangriff auf Hawijah (Irak) am 3. Juni 2015, bei dem vermutlich bis zu 79 Zivilisten getötet wurden. Bild: Iraqi Spring
Das Pentagon räumt lediglich zwei mögliche Opfer ein, der Rest der Mitglieder der Anti-IS-Koalition hüllt sich in Schweigen


Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Wie auch schon in Afghanistan, im Irak, in Pakistan oder im Jemen wird der Drohnenkrieg vom Pentagon als sauberer Krieg dargestellt. Die “gezielten Tötungen” von eigenmächtig ausgewählten menschlichen Zielen haben neben Militanten auch zahlreichen Zivilisten das Leben gekostet oder diese verletzt (Die mörderischste Terror-Kampagne der Gegenwart. Wenig Aufmerksamkeit haben bislang die Luftangriffe auf Stellungen des Islamischen Staats erhalten, die vom Pentagon als die “präzisesten Angriffe in der Geschichte des Luftkriegs” gefeiert werden. Nach einem Bericht wurden auch dabei bereits Hunderte von Zivilisten getötet, während deren Effizienz für die Niederschlagung oder Schwächung des IS zweifelhaft ist.

In dem von der Gruppe Airwars.org herausgegebenen und vom Joseph Rowntree Charitable Trust finanzierten Bericht wird versucht zu belegen, wie viele Zivilisten durch die Angriffe mit Kampfflugzeugen und Kampfdrohnen in Syrien und im Irak getötet wurden. Die von den USA geführte Anti-IS-Koalition hat seit dem Beginn im letzten Jahr im Rahmen der Operation Inherent Resolve mehr als 5.800 Einsätze geflogen.

Nach Auskunft des Pentagon hat der Einsatz diesem bereits mehr als 3 Milliarden US-Dollar gekostet, umgeschlagen auf den Tag sollen dies 9,4 Millionen sein. Über 7.600 Ziele seien zerstört worden, mehr als 2.000 Gebäude und 1.800 Kampfstellungen. Man habe den IS vor allem im Nordirak zurückdrängen können, was allerdings vornehmlich auf die kurdischen Kämpfer zurückzuführen ist. Verlässliche Zahlen über getötete oder verletzte IS-Kämpfer liegen ebenso wenig vor wie bislang über getötete oder verletzte Zivilisten. Das Syrian Observatory for Human Rights geht von mehr als 120 getöteten Zivilisten aus. Andere Schätzungen behaupten, dass es alleine im Irak 2014 so viele waren.

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Rätsel um balancierende Felsen im Bebengebiet

Zwei Beispiele von balancierenden Felsbrocken am Silverwood Lake (r) und im Grass Valley in Kailfornien © Grant Ludwig et al. /Seism. Res. Let.
Geologisches Rätsel: In den kalifornischen San Bernardino Mountains stehen einige Felsbrocken seit Jahrtausenden buchstäblich auf der Kippe. Doch trotz aller Erdbeben in dieser Region sind diese balancierenden Felsen stabil geblieben – und das, obwohl die San Andreas Verwerfung nur wenige Kilometer entfernt liegt. Warum sie nicht schon längst durch starke Erdstöße gefallen sind, haben Seismologen nun untersucht – und Überraschendes entdeckt.


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Sie scheinen der Schwerkraft zu trotzen: In vielen Gegenden der Welt gibt es sogenannte prekär balancierende Felsen – tonnenschwere Gesteinsbrocken, die kippelig auf der Spitze stehen oder nur durch winzige Unebenheiten auf einer schiefen Ebene gehalten werden. Doch normalerweise ist die Lebensdauer solcher Felsen endlich, weil irgendwann die Erosion ihren Halt abträgt oder ein Erdbeben sie von ihrem luftigen Platz herunterrüttelt.

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Das Tor zu Goliaths Heimatstadt

Bis auf die Grundmauern: Von den ehemals monumentalen Stadtmauern von Gat sind nur noch Reste der Fundamente übrig. © Aren Maeir, Director, Ackerman Family Bar-Ilan University Expedition to Gath
Monumentalfund aus biblischen Zeiten: Archäologen haben Reste des Stadttores der biblischen Stadt Gat freigelegt. Die damalige Hauptstadt der Philister und Heimatstadt des Kriegers Goliath war ein bedeutendes Machtzentrum in der Region und verfügte über entsprechend beeindruckende Verteidigungsanlagen. Doch selbst diese monumentalen Mauern konnten die Belagerung und Zerstörung von Gat nicht abwenden.


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Die Stadt Gat war zu biblischen Zeiten eines der bedeutenden Machtzentren in der Region des heutigen Israel. Bis ins neunte Jahrhundert vor Christus war sie die größte Stadt des Volkes der Philister. Die biblische Geschichte des bekanntesten Kriegers aus dieser Stadt, des angeblich riesenhaften Goliath, und seine Niederlage gegen David verdeutlichen die damalige Rivalität der Philister mit dem Königreich Israel. Bewohnt war der Hügel von Gat jedoch schon lange Zeit vor diesen Ereignissen: Spuren der Besiedlung gehen nahezu lückenlos bis zu 5.000 Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung zurück.

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Britische Pädophilie-Affäre: In den dreckigen Korridoren der Macht

© dpa Der 2005 verstorbene ehemalige britische Premier Edward Heath wird der Pädophilie beschuldigt.
Hat die britische Polizei Pädophilie-Ermittlungen gegen den früheren Premierminister Edward Heath stillschweigend eingestellt? Es ist der prominenteste Name in einer Serie von Spekulationen über Missbrauchsfälle.


Von Gina Thomas|Frankfurter Allgemeine

Es ist allgemein bekannt, dass ein Junggeselle, der nicht liiert ist, üblicherweise Gegenstand von Gerüchten über sein Sexualleben wird. Edward Heath liefert dafür ein Paradebeispiel. Über das Privatleben des eingefleischten Junggesellen, der von 1965 an zehn Jahre lang an der Spitze der Konservativen Partei stand und von 1970 bis 1974 britischer Premierminister war, ist vielfach gerätselt worden. Es wurde ihm Homosexualität unterstellt. Doch nun, zehn Jahre nach seinem Tod, schwirrt erstmals die Beschuldigung der Pädophilie durch die britische Sommerloch-Luft.

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Prozess gegen Hellseher eingestellt

Das Strafverfahren gegen einen selbst ernannten “Hellseher” ist gegen Zahlung einer Auflage von 5000 Euro eingestellt worden.


Von Kerstin Gehrke|DER TAGESSPIEGEL

justiz_gross„Der „Hellseher“ erlebte vor Gericht kein blaues Wunder und atmete sichtlich erleichtert auf: Gegen Zahlung von 5000 Euro stellte eine Amtsrichterin das Verfahren gegen Marc A. ein. „Die Schuld ist nicht so hoch wie angeklagt“, begründete sie. Es ging um 100.000 britische Pfund, die ihm ein an Parkinson erkrankter Manager – und Geschäftspartner – in der Hoffnung auf Heilung gezahlt haben soll, sowie im Zusammenhang mit einer Firma um drei Darlehen in Höhe von insgesamt 140.000 Euro und Bankrott.

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Herr Bischof, Sie sitzen mit uns Schwulen in einem Boot

Bild: The Huffington Post
Exzellenz, sehr geehrter Herr Bischof Vitus Huonder,
auf der Tagung des „Forums der deutschen Katholiken” haben Sie vor einigen Tagen in einem Vortrag erklärt, dass Bibelstellen, die die Todesstrafe für Homosexuelle fordern, der neue Leitfaden für den Umgang mit Homosexualität sein sollten. Und dafür den Applaus der Anwesenden bekommen.


Von Dr. David Berger|The Huffington Post

Ich schreibe Ihnen diesen Brief aus ehrlicher Sorge.

Aus ehrlicher Sorge nicht weil ich Angst hätte, dass in ihrer Schweizer Diözese Chur oder hier in Deutschland wirklich die Todesstrafe für homosexuelle Akte wieder eingeführt werden könnte, sondern aus Sorge um die Kirche, für die Sie an entscheidender Stelle mit verantwortlich sind.

Zunächst: Sie halten sich selbst nicht an die Gebote der Kirche! Ihre Äußerungen haben den vom „Katechismus der Katholische Kirche” geforderten Takt gegenüber homosexuellen Menschen nicht nur vermissen lassen, sondern sind – freundlich ausgedrückt – eine bodenlose Taktlosigkeit. Auch Ihre jüngsten Äußerungen, die die Wogen besänftigen sollten, nehmen nichts Inhaltliches zurück.

Dann: Ihre Äußerungen sind herzlos und pastoral eine Katastrophe! Wahrscheinlich wäre es zu viel verlangt, dass sie sich in einen der 18-jährigen Jungs hineinversetzen, die im Iran vor Kurzem vor den Augen ihrer Eltern an Baukränen erhängt wurden, weil sie angeblich Sex miteinander hatten.

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Austria: Empörung über Facebook-Aufruf zu Koranverbrennung

Für Islamische Religionsgemeinde auch Postings dazu “erschreckend” – Polizei: Ermittlungen im Gang


derStandard.at

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Ein Facebook-Aufruf zu einer Koranverbrennung am 8. August sorgt für Empörung bei der Islamischen Religionsgemeinde St. Pölten (IRG). “Bücherverbrennungen haben in einer zivilisierten Gesellschaft nichts verloren”, wandte sich die ÖVP der Stadt in einer Aussendung gegen die Postings. Das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung ermittle, hieß es aus der NÖ Landespolizeidirektion.

Der Ankündigung in sozialen Netzwerken sei eine Verteilaktion von Koranausgaben in der NÖ Landeshauptstadt vorangegangen. Unabhängig davon, wie sinnvoll man dies beurteile – dies zu tun sei das “Recht, das den Gläubigen einer österreichischen Religionsgesellschaft wie den Muslimen in Österreich zusteht”, betonte die IRG.

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People Are Trying to Trademark ‘Cecil the Lion’ for Profit

Photo: Terry Johnston/Flickr
All aboard the grief/outrage-mongering train! Four trademark applications were filed on July 30 with the United States Patent and Trademark office under Cecil the Lion’s name. Those applications were for “CECIL THE LION,” “KING CECIL,” “CECIL THE LION” (again), and just “CECIL.”


By Clinton Nguyen|MOTHERBOARD

They were registered by Ty Inc., the makers of Beanie Babies, Exclusive Adventures, Inc, a travel agency based in Santa Monica, and i-Star Entertainment, a toy company that’s not known for much aside from wanting to capitalize off of One Direction’s meteoric rise to fame by selling plush toys of the band’s members.

All the applications were filed for paraphernalia: T-shirts, stuffed animals, charms, conservation fundraising services, and home decor—so yes, I’d imagine there’ll be some lion bedspreads on the market soon enough.

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IS zwingt Christin, auf Jesus-Bild herumzutrampeln – Jesus stört das nicht

Kämpfer der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) haben eine syrisch-orthodoxe Christin mit Waffengewalt gezwungen, auf einem Bild von Jesus Christus herumzutrampeln, das in ihrer Wohnung hing.


kath.net

Bild: katholisches.info
Bild: katholisches.info

Sie wollten sie dazu bringen, ihrem Glauben abzusagen und Muslimin zu werden. Das berichtete die ältere Frau in einem Interview mit der Journalistin Gaja Pellegrini-Bettoli, die für das Nachrichtenportal AI-Monitor (Washington) aus dem Mittleren Osten berichtet. Ihre Informantin, die aus Sicherheitsgründen anonym bleiben will, gehört zu 253 Personen, die IS am 23. Februar aus 35 syrischen Dörfern entlang des Flusses Chabur entführt und in die Stadt Shaddadeh gebracht hat. Die Gegend in Nordsyrien wird von IS kontrolliert. 85 Geiseln kamen aus dem Ort Tel Tamer, aus dem die Christin stammt. Sie konnte später nach Libanon fliehen. Als die IS-Kämpfer ihren Ort überfielen, habe sie miterleben müssen, wie ihr Haus in Flammen aufging, berichtete sie. In Gefangenschaft habe man die Männer von den Frauen und Kindern getrennt. Die Frauen seien zwar nicht geschlagen worden, lebten aber in ständiger Angst vor Vergewaltigung.

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Geo-Engineering statt Klimaschutz?

Was bringt Geo-Engineering? © 1xpert/ thinkstock
Kein “Plan B”: Geo-Engineering allein wird unsere CO2-Emissionen nicht ausgleichen können. Zu diesem Schluss kommen gleich zwei Studien internationaler Forschergruppen. CO2 in großem Maße abzuscheiden, zu speichern oder aus der Luft zu filtern kann zwar den klassischen Klimaschutz unterstützen, ersetzen kann es ihn aber nicht. Hinzu kommt: Den Ozeanen würden solche nachträglichen Eingriffe mehr schaden als nützen.


scinexx

Das Climate- oder Geo-Engineering gilt gerne als “Plan B” im Klimaschutz: Wenn wir es schon nicht schaffen, unsere Emissionen zu senken, dann sollen geotechnische Maßnahmen dafür sorgen, dass das CO2 nachträglich wieder aus dem Klimasystem entfernt wird. Allerdings ist dies stark umstritten. Denn mindestens einige Maßnahmen könnten mehr schaden als nutzen, wie Studien zeigen. Andere wären nicht effektiv.

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Sizilianischer Bischof kritisiert Nähe von Priestern zur Mafia

Diözesanbischof von Mazara del Vallo, Mogavero: “Auch in der Kirche gibt es Verschwiegenheit und Einverständnis mit den Mafiosi”


kathweb

Bild: hiphop 'n'more
Bild: hiphop ‘n’more

Ein sizilianischer Bischof hat die Nähe mancher Priester zur Mafia hart kritisiert. Vor allem in kleinen Dörfern der Insel komme es vor, dass Pfarrer Mitglieder der Cosa Nostra unterstützten oder deren Verbrechen zumindest durch ihr Schweigen deckten, sagte der Bischof von Mazara del Vallo, Domenico Mogavero, der italienischen Tageszeitung “La Stampa” am Dienstag. “Es gibt Priester, die tun so, als wüssten und sähen sie nichts, und rühmen Männer, denen sie Eigenschaften zuschreiben, die stark von den Ergebnissen der Strafermittlungen abweichen.” Mit diesem Verhalten beschmutzten diese Kirchenmänner das Opfer jener Priester, die von der Mafia wegen ihres Widerstands ermordet wurden.

“Auch in der Kirche gibt es Verschwiegenheit und Einverständnis mit den Mafiosi”, beklagte der Bischof. Nach seinen Worten durchzieht die Mafia auf Sizilien weiterhin große Teile der Gesellschaft und stellt eine große Gefahr für sie dar. Die Kriminellen nutzten dabei einen “teuflischen Mechanismus”, bei dem sie nach außen als ehrbare Familienmenschen aufträten.

Islam und Protestantismus: Was macht der Bischof im Moscheebauverein?

Konzept. Bild. Münchner Forum für Islam
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche wirbt für eine neue Münchner Moschee. Mit dieser Staatsaktion dreht Heinrich Bedford-Strohm aber Martin Luther eine Nase und erweist den Muslimen einen Bärendienst


Von Alexander Kissler|Cicero

Luther kam nicht bis nach Mekka. Manchen aufrechten Protestanten wurmt das noch heute. Hätte der Prophet aus dem Mansfelder Land den Orient nur betreten: Wer weiß, denkt sich der aufrechte Protestant, was aus dem Islam Gutes hätte werden können. Tat es der katholischen Kirche etwa nicht gut, dass Luther einmal nach Rom kam und bald darauf eine Reformation in Gang setzte? Eine solche protestantische Erneuerung wünschen Evangelische heute dem Islam und darum trat nun Heinrich Bedford-Strohm, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, einem Moscheebauverein bei.

Ach nein, keine reine Moschee soll entstehen, sondern ein „Münchner Forum für Islam“, eine mit 35 Millionen Euro Baukosten kalkulierte Moschee mit Minarett und Begegnungsräumen und einer „Fassade aus raffiniert geformten Stelen“. Die Finanzierung ist seit Jahren ungewiss, doch vielleicht sorgt Kuratoriumsmitglied Bedford-Strohm neben staatspädagogischen Impulsen für das nötige Kleingeld.

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Wie gefährlich sind die Reichsbürger?

Reichs”-Fantasiepapier – hier ein Amtsausweis. (Verfassungsschutz Brandenburg)
Sie erkennen die Bundesrepublik Deutschland nicht an, drucken eigene Pässe und wollen keine Steuern zahlen. Die Reichsbürger. Manche von ihnen planen vernetzt einen “Sturm auf den Reichstag”. Andere geben sich ihren Ideen nur im stillen Kämmerlein hin. Wie gefährlich sind diese Gegner unseres Staates, deren bekanntestes Gesicht Xavier Naidoo ist?


Deutschlandfunk

“Hochverrat im Bundestag. Wir zeigen am 9. Mai 2015 am Reichstag Gesicht. An dem Tag rechnen wir mit der Regierung ab.” Mit solchen Worten wurde im Frühjahr auf einer Facebook-Seite zum Sturm auf den Parlamentssitz aufgerufen. Mobilisieren wollte man gegen das “Merkel-Regime”. Unter den sonstigen ideologisch-polemischen Zutaten immer mit dabei: eine Prise Antiamerikanismus und ein wenig “Wir-sind-das-Volk”-Rhetorik.

Der “Sturm auf den Reichstag” blieb aus

Aus dem geplanten “Sturm auf den Reichstag” wurde ein Sturm im Wasserglas. Statt der angekündigten 50.000 Teilnehmer erschienen etwa 350 Menschen zu einem Ereignis, das die “tageszeitung” ein “Stelldichein der rechten Szene” nannte.  Dennoch beunruhigt das Phänomen der “Reichsbürger” viele Menschen. Einige unserer Hörer und Nutzer haben uns gebeten, dem einmal nachzugehen. Hier unser Versuch einer Annäherung.

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„Es gibt keine Frauenbeschneidung ohne Männerbeschneidung“

Anders als die Beschneidung von Mädchen ist die rituelle Beschneidung von Jungen hierzulande trotz ihres Charakters als Körperverletzung erlaubt. Viele Kinderärzte und -chirurgen empfinden das in ihrer täglichen Arbeit als Dilemma, wie auf einem Symposium in Essen deutlich wurde.


Von Bülent Erdogan|Ärztekammer Nordrhein

Viele Familien richten zur Beschneidung ihres Sohnes ein großes Fest aus. In der Vergangenheit war auch der Akt der Beschneidung mitunter Teil der Feierlichkeiten. Die Beschneidungsanzüge, die die Jungen in der Regel zu diesem Anlass tragen, sollen an Prinzenkostüme oder Uniformen erinnern. Foto: Picture-alliance/dpa

Der Beschluss hallt wie ein Paukenschlag durch die Republik: Im Sommer 2012 entscheidet das Kölner Landgericht, dass die religiöse Beschneidung von Jungen als strafbare Körperverletzung zu werten ist – auch wenn sie von Ärzten durchgeführt wird. Ein Aufschrei geht durch große Teile der muslimisch und jüdisch geprägten Bevölkerung in Deutschland, die ihre Religionsfreiheit und das Recht der elterlichen Personensorge in Gefahr sehen. Denn die Beschneidung gilt unter den meisten Juden und Moslems seit Jahrtausenden als Zeichen der Zugehörigkeit zur Glaubensgemeinschaft. Schnell erkennen Politiker aller Parteien die Brisanz des Themas. Noch vor Weihnachten trifft der Deutsche Bundestag ­eine gesetzliche Sonderregelung für die Entfernung des Präputium penis aus religiösen, rituellen oder traditionellen Motiven.

Die Zirkumzision ist weltweit eine der häufigsten Operationen, ein Drittel der männlichen Bevölkerung hat Schätzungen zufolge kein Präputium mehr, meist in Ländern, die in islamischer Tradition stehen. Auch in den USA wird bei etwa jedem zweiten männlichen ­Neugeborenen die Vorhaut noch in der Geburtsklinik amputiert. Zum Einsatz kommt dabei auch das Circumstraint, eine Apparatur zur ­Fixierung des Säuglings: „Die komfortabel gekurvte Form des ­Circumstraints hält den Säugling in Position mit erhöhten Hüften und präsentiert auf perfekte Weise die ­Genitalien“, heißt es in einer Produktbeschreibung. Auf den Philippinen, einem katholisch geprägten Staat, kam es 2011 zu einer Massenbeschneidung im Stadion, mit der die Stadt in das Guiness-Buch der ­Rekorde aufgenommen werden wollte.

Über viele Jahrzehnte, beginnend mit der Einwanderungswelle der 1960er-Jahre, war die medizinisch nicht-indizierte Beschneidung in Deutschland in der Regel ein türkisches Thema. Wenn Deutsche mit dem Ritus in Kontakt kamen, dann vielleicht als Gäste einer Beschneidungs-Feier (Sünnet) oder vom Hörensagen. Oder aber als Kinderarzt oder -chirurg. Einer von ­ihnen ist Dr. Engelbert Kölker aus Essen.

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Großbritannien: Christen-Kritik an geplanten Anti-Extremismus-Gesetzen

Christenvertreter in Großbritannien befürchten mit Blick auf die geplanten Anti-Extremismus-Verordnungen von Premierminister David Cameron Einschränkungen der Meinungsfreiheit.


kathweb

Hintergrund ist ein Schreiben des konservativen Abgeordneten Mark Spencer, aus dem die Zeitung “Daily Telegraph” am Dienstag zitierte. Darin heißt es, die geplanten Maßnahmen, die sich gegen Hassprediger und terroristische Propaganda richten sollen, könnten etwa auch gegen christliche Lehrer zur Anwendung kommen, die sich gegen gleichgeschlechtliche Ehen aussprechen. In manchen Kontexten könnten entsprechende Äußerungen im Sinne der neuen Gesetzgebung “Hassrede” darstellen, so Spencer.

Der stellvertretende Direktor des Christian Institute, Simon Calvert, sagte, dies sei genau die Gefahr, vor der man im Vorfeld gewarnt habe. Die geplanten Anti-Extremismus-Verordnungen stellten einen groben Verstoß gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung dar und unterminierten die britischen Werte.

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Lebensform der gottgeweihten Witwe boomt in Italien

democraticunderground.com
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Nach dem Tod ihres Ehemannes leben dort inzwischen mehr als 200 Frauen mit bischöflicher Anerkennung; rund 100 weitere bereiten sich darauf vor.


kath.net

Immer mehr katholische Witwen in Italien entdecken für sich die Lebensform der „gottgeweihten Witwe“. Nach dem Tod ihres Ehemannes leben dort inzwischen mehr als 200 Frauen mit bischöflicher Anerkennung in diesem Stand; rund 100 weitere bereiten sich derzeit darauf vor, wie der italienische bischöfliche Pressedienst SIR (Dienstag) berichtet. Noch in diesem Jahr wolle sich der Vatikan mit dem neuen Trend befassen.

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BGH-Urteil Guru von Lonnerstadt muss drei Jahre in Haft

Der Guru der Sekte “Neue Gruppe der Weltdiener”, beim ersten Prozess vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth im Juli 2014. (Foto: dpa)
  • Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass der sogenannte “Guru von Lonnerstadt” und seine Frau drei Jahre in Haft müssen und bestätigt damit das Urteil des Landgerichts Nürnberg-Fürth.
  • Nach Auffassung des Gerichts hat das Paar den schwer kranken Sohn der Frau schwer misshandelt.


Süddeutsche.de

Drei Jahre Haft

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass eine Mutter und ihr Lebensgefährte wegen Misshandlung eines schwer kranken Kindes ins Gefängnis müssen. Das Paar sei seiner Pflicht nicht nachgekommen, dem damals 13 Jahre alten Sohn der Frau die notwendige medizinische Behandlung zukommen zu lassen.

Das Paar entschied sich demnach aus esoterischer Überzeugung heraus, die dringend notwendige Behandlung seiner Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose abzubrechen. Stattdessen vertrauten sie auf alternative Heilmethoden (Az.: 1 StR 624/14).

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