Franz in Armenien: Papst legt sich mit Erdogan an

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
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Das dürfte Streit mit der Türkei geben: Bei einem Besuch in Erewan hat Papst Franziskus die Verfolgung der Armenier als „Genozid“ bezeichnet.

SpON

Papst Franziskus hat die Verfolgung der Armenier im Ersten Weltkrieg wie schon im Vorjahr als Völkermord eingestuft. „Diese Tragödie, dieser Genozid hat leider den Beginn der traurigen Serie von riesigen Katastrophen im vergangenen Jahrhundert markiert“, sagte das Kirchenoberhaupt bei einem Treffen mit dem armenischen Präsidenten Sersch Sarkissjan in Erewan.

Damit ist Streit mit der Türkei programmiert. Ankara hatte 2015 kurzzeitig den Botschafter aus dem Vatikan abberufen, nachdem Franziskus von einem Genozid gesprochen hatte. Der Botschafter des Vatikans war ins Außenministerium einbestellt worden. Die Türkei lehnt den Begriff Genozid ab.

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Religiöse Rechte erwärmt sich für Trump

© Bild: picture alliance / AP Photo
Es sollte so etwas wie ein Kennenlern-Treffen für konservative Evangelikale mit dem designierten Präsidentschaftskandidaten der Republikaner sein. Um ihm einen weiten Weg zu ersparen, lud die Gruppe „United in Purpose“ in die Nachbarschaft Trumps am Times Square ein. Nicht gerade ein typischer Versammlungsort strenggläubiger Protestanten, die sich eher im Bibelgürtel der USA zu Hause fühlen.

Von Thomas Spang | katholisch.de

So bekamen die rund 1.000 Teilnehmer der Versammlung ganz nebenbei einen Eindruck vom Umfeld, aus dem Donald Trump stammt. Franklin Graham, Sohn des Erweckungspredigers Billy Graham, sprach die Vorbehalte einiger Konservativer direkt an, als er sich zu den persönlichen Schwächen des bereits zweimal geschiedenen Immobilien-Tycoons äußerte.

„Niemand von uns ist perfekt“, warb der Pastor um Nachsicht für die wenig vorbildliche Lebensweise des Kandidaten. „Es gibt nur einen, der es ist: unser Herr Jesus Christus. Aber der tritt nicht für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten an.“

Harte Linie gegen Abtreibung und LGBTI-Rechte

Wichtiger scheint Graham und anderen Führern der religiösen Rechten, die das Treffen organisiert haben, dass Trump ihnen verspricht, was sie hören wollen: steuerliche Vorteile für Kirchen, die Möglichkeit, von der Kanzel aus für politische Inhalte zu werben, und eine harte Linie gegen Abtreibung und LGBTI-Rechte (Homo-, Bi-, Trans-, und Intersexuelle).

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Kölner Polizei nahm 27-Jährigen mit Rohrbombe fest

Die Rohrbombe sei laut Polizei selbst gebaut und funktionstüchtig gewesen. Aufgefallen sei er aber aufgrund seines „FCK CPS“-Shirts (Fuck Cops).

Die Presse.com

Eine Polizeistreife hat in der Kölner Innenstadt einen 27-Jährigen festgenommen, der eine selbst gebaute funktionstüchtige Rohrbombe bei sich trug. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, wurde der Mann aus Dortmund am Vorabend gefasst. Er und drei Begleiter seien wegen der Aufschrift „FCK CPS“ (Fuck Cops) auf dem T-Shirt des Bombenbesitzers ins Visier der Streife geraten.

„Im Fall einer Explosion hätte für Menschen im unmittelbaren Umfeld erhebliche Gefahr bestanden“, erklärte die Polizei. Der Sprengkörper sei im Rucksack des Manns in einem Plastiksack entdeckt worden, der auch „kleine Mengen einer synthetischen Partydroge“ enthalten habe.

Der 27-Jährige war laut Polizei bereits im Jahr 2011 „durch eine politisch motivierte Gewalttat in Erscheinung getreten“. Er sollte am Freitag auf Antrag der Staatsanwaltschaft wegen der Vorbereitung eines Explosionsverbrechens dem Haftrichter vorgeführt werden.

Berliner Luther-Denkmal auf den Weg gebracht

Foto: epd-bild/Alexander Baumbach. bearb.: bb
Foto: epd-bild/Alexander Baumbach. bearb.: bb
Die Neugestaltung des historischen Luther-Denkmals an der Berliner Marienkirche am Alexanderplatz ist einen entscheidenden Schritt vorangekommen.

evangelisch.de

Bei einem offenen Ideenwettbewerb entschied sich das Preisgericht für einen Entwurf des Berliner Künstlers Albert Weis und des Architekturbüros Zeller und Moye aus Mexico City. Der Berliner evangelische Bischof Markus Dröge würdigte am Freitag bei der Präsentation die eingereichten Entwürfe als „anregende Diskursimpulse“.

Ziel des Wettbewerbs sei eine künstlerisch-architektonische Neuinterpretation der Person Martin Luthers anlässlich des 500. Reformationsjubiläum im kommenden Jahr gewesen. Die Entwürfe können bis zum 10. Juli täglich zwischen 10 und 18 Uhr in der Marienkirche besichtigt werden.

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It’s Safe to Eat These 4 Crops Grown in ‚Martian Soil‘

A photo of the cress that was grown in normal, ‚moon‘, and ‚martian‘ soil. Image: Wieger Wamelink
Remember that scene in The Martian where actor Matt Damon grows crops in a makeshift greenhouse on Mars so he can eat them? There are people on Earth making that a reality.

By Emiko Jozuka | MOTHERBOARD

Since 2013, a Dutch researcher has successfully been cultivating crops and wild plant varieties in a soil that closely resembles that from the red planet and the moon. Now lab results have shown that four of his crops are safe for human consumption.

Wieger Wamelink, an ecologist at the Wageningen University in the Netherlands initially wanted to grow a garden in a computer simulation using the scientific data he had on Martian and moon soil. However, when he discovered that NASA sold “Mars soil”—soil that is found on Earth but shares similar chemical properties to Martian soil—Wamelink knew he had to try it out for real.

“Nobody could tell what would happen if you tried growing crops in this soil as NASA had made it to test habitats, rovers, and not for crop cultivation,” explained Wamelink. “People couldn’t even tell me what would happen if I added water to it.”

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Hannah Arendt: Was es heißt, fremd zu sein

Hannah Arendt. Foto: imago stock&people
Hannah Arendt zu lesen, macht es leichter, die Gegenwart zu verstehen. Jetzt in einer Sonderausgabe des „Philosophie Magazins“ abgedruckt: Der Text „Wir Flüchtlinge“. Sein erster Satz: „Vor allem mögen wir es nicht, wenn man uns ‚Flüchtlinge‘ nennt.“

Von Dirk Pilz | Frankfurter Rundschau

Sie gilt noch immer als Außenseiterin, dabei gehört sie längst zu den zentralen Figuren des 20. Jahrhunderts. Und hat wie wenige sonst gezeigt, dass es keine Philosophie gibt, die nicht politisch wäre, will sie nicht „weltlos“ sein. Sie hat aber auch beschrieben, wie gefährlich die Verwandtschaft von Philosophie und Politik, von Denken und Handeln ist.

Hannah Arendt hat in ihren Schriften immer die umstrittenen Fragen der Gegenwart verhandelt, weil sie nie den Kontakt zu den harten Fakten verloren hat. Es sind Fragen nach der Rolle der Arbeit in der Moderne (die Erfüllung verspricht, aber gerade nicht erfüllend ist), nach der Charakteristik totaler Herrschaft, nach dem Bösen, den Menschenrechten, dem Einzelnen in der Masse und der Frau in einer männerdominierten (Geistes-)Geschichte.

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Grabeskirche Jesu: Hasskirche mit Gottesliebe

Von Berthold Werner CC BY-SA 3.0, wikimedia.org
Die Grabeskirche in Jerusalem ist der heiligste Ort des Christentums. Sechs Konfessionen streiten deshalb um jeden Quadratzentimeter. Die Renovierung soll Harmonie stiften – eine trügerische Hoffnung.

Von Gil Yaron | DIE WELT

Als der Fußtritt Andrew Hayworth in den Bauch traf, vergaß er alle seine guten Vorsätze: „Ich hätte zurückschlagen müssen“, sagt er. Der Ärger steht ihm eine Woche nach dem Zwischenfall ins Gesicht geschrieben. Und was ist mit der Aufforderung Jesu, einem Angreifer die andere Wange hinzuhalten? „Ach ja, vielleicht habe ich es deswegen nicht getan“, antwortet er beiläufig. Was überrascht, schließlich ist der aus Ghana stammende Diakon katholischer Hauptmesner der Grabeskirche in Jerusalem. Aber im wichtigsten Gotteshaus des Christentums gibt es armenische, griechisch-orthodoxe, syrisch-orthodoxe, koptische und äthiopische Mönche und Franziskaner. Und die ignorieren dort seit Jahrhunderten die Leitsätze ihres Glaubens und schlagen aufeinander ein, wie jener armenische Mönch, der Hayworth vor einer Woche mit einer Eisenstange angriff.

Die Kirche, unter der Jesus begraben liegen soll, ist der heiligste Ort des Christentums – und Symbol für die Spaltung der Glaubensgemeinschaften. Für jene Eifersucht und Machtgier, die seit 2000 Jahren zwischen den Strömungen wuchert. Nun aber sollte aus dem Gotteshaus des Hasses ein Ort der Harmonie werden. Mithilfe einer Renovierung der Kirche. Sie soll ein Symbol werden für die Kooperation der drei großen Kirchen – den Griechen, den Katholiken und den Armeniern. Zusammen mit Jordaniens König Abdullah II. haben sie rund drei Millionen Euro bereitgestellt für die Arbeiten an der Kirche, deren Grundstein 325 nach Christus vom römischen Kaiser Konstantin gelegt worden war.

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Frühsexualisierung und antihomosexuelle Propaganda

Bild: bpb.de
Bild: bpb.de
Der Kollege Alexander Wallasch ist auf die antihomosexuelle Propaganda (denn darum geht es tatsächlich) bei der WELT und von Birgit Kelle, die darauf spezialisiert ist, hereingefallen – und beruft sich auch noch auf das ominöse Internetorgan „gaystream“, des längst als Rechtspopulisten enttarnten David Berger. Berger hat sich inzwischen an ausgesprochene Gegner der Gleichstellung Homosexueller heran geschmeichelt, wenn es nur seinem Feldzug gegen die LGBT-Emanzipationsbewegung nützt.

Von Wolfgang Brosche | DIE KOLUMNISTEN

Vor einem Jahr schrieb ich für meinen Blog „Gespräche über Pflaumenbäume“ diesen Beitrag. Ich habe ihn für diese Gelegenheit auf den neuesten Stand gebracht.

Das Gespenst der Frühsexualisierung

Der bildungspolitische Sprecher der CDU in Thüringen hat im vergangenen Jahr der rot-rot-grünen Landesregierung in einer Presseerklärung vorgeworfen, daß die Berücksichtigung von LGBT-Themen im Thüringer Bildungsplan bis 18 Jahren „problematisch“ sei. Tichner warnte die Regierung davor, die Sexualerziehung „über die Köpfe der Eltern“ hinweg zu entscheiden. Die würden nämlich eine „zu frühe Sexualisierung ihrer Kinder“ befürchten.

Was ist das eigentlich „Frühsexualisierung“ – ein Begriff, den man seit den Demonstrationen gegen den Bildungsplan in Baden-Württemberg immer wieder von „besorgten Eltern“, der „Demo für Alle“, zu deren Umfeld auch Birgit Kelle gehört, und von religiös und äußerst rechts orientierten Figuren und Organisationen hört.

Bitte mal rasch googlen – man wird erfahren, daß es sich weder um einen Begriff aus der Psychologie, noch der Sexualwissenschaft oder der Soziologie handelt. Wenn man aber einmal die vielen Treffer genauer untersucht, wird man feststellen, daß dieser „Neologismus“ eine Erfindung der sexualpathologischen Rechtskatholiken ist, die sehr gerne von Evangelikalen Schwulenhassern übernommen wird und keine Frage eben auch von rechten Kämpfern für Normierung und Normalität im Sinne der AfD.

Der einzige „Fachmann“, der diesen Begriff in den Mund nimmt, ist der berüchtigte Psychiater Raphael Bonelli, opus-dei-Mitglied und Veranstalter ominöser Psychologie-Kongresse. Er müht sich seine ganze zweifelhafte Karriere hindurch Katholizismus und Psychologie zu verschmelzen – und er formuliert sehr deutlich, was „Frühsexualisierung“ für ihn bedeutet: es sei das Muster der Pädophilen schlechthin. Sexuelle Übergriffe gegen Minderjährige würden schließlich stets damit beginnen, „daß der Täter beim betroffenen Kind zuerst dessen Aufklärung fördert und in ihm ein außergewöhnliches, nicht-altersadäquates Interesse an Sexualität weckt.“ Pädophile würden ihre Opfer oft zu Autoerotik und zu Sexspielchen mit Gleichaltrigen anleiten. Daß bloßes Wissen über Sexualität vor Übergriffen schütze, so Bonelli weiter, ohne Belege zu bringen, sei widerlegt.

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Curiosity: Überraschender Fund auf dem Mars

Image credit: NASA/JPL-Caltech/MSSS)
Image credit: NASA/JPL-Caltech/MSSS)
Der Mars-Rover „Curiosity“ findet auf dem Mars das Mineral Tridymit, das nur durch kieselsäurereichen Vulkanismus entsteht. Muss die Geschichte des Mars neu geschrieben werden?

Von Tanja Banner | Frankfurter Rundschau

Seit knapp vier Jahren untersucht der Rover „Curiosity“ den Mars. Nun haben Forscher eine überraschende Entdeckung gemacht: In einer Gesteinsprobe, die der Rover vor einem Jahr am so genannten Gale-Krater entnommen hat, haben die Forscher Tridymit gefunden. Der Fund des Minerals habe die Forscher überrascht, teilte die US-Raumfahrtorganisation Nasa mit. Tridymit werde normalerweise mit kieselsäurereichem Vulkanismus in Zusammenhang gebracht, so die Forscher. Diesen Vulkanismus gebe es auf der Erde, man habe jedoch nicht geahnt, dass es ihn auch auf dem Mars geben könnte.

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Unter den Christen geht die Angst um

Gläubige Muslime weltweit feiern derzeit den islamischen Fastenmonat Ramadan. Was dahinter steckt, haben wir für Sie zusammengefasst. Quelle: Die Welt
Viele Muslime verzichten im Ramadan tagsüber auf Essen und Trinken. Einige fordern das auch von christlichen Migranten. Nicht der einzige Konflikt zwischen den Religionen im Flüchtlingsheim.

Von Sabine Menkens | DIE WELT

Datteln und Wasser stehen ab neun Uhr auf den Tischen. Dann füllt sich der Hangar eins des ehemaligen Flughafens Tempelhof in Berlin. Nach und nach holen sich die Menschen ihre Teller mit Abendessen. Doch gegessen wird erst, wenn der Gebetsruf ertönt: pünktlich zum Sonnenuntergang.

Es sind lange Tage, die gläubige Muslime im Ramadan fastend durchstehen. Ungewöhnlich lang gerade für die Flüchtlinge aus dem orientalischen Raum, die einen früheren Sonnenuntergang gewohnt sind.

Eine Herausforderung, körperlich wie psychisch. Und logistisch: Denn für die Heime bedeutet der Ramadan zusätzlichen Aufwand. Gleich zwei zusätzliche Essenstermine mussten in Tempelhof für den Fastenmonat eingerichtet werden, einer am späten Abend und einer zur Frühstücksausgabe in der Nacht – zusätzlich zu den drei regulären Essensausgaben für die Bewohner, die nicht fasten.

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Papst korrigiert Äußerung, dass die „große Mehrheit“ der kirchlichen Ehen ungültig ist

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
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Papst Franziskus hat eine auf dem Pastoralkongress der Diözese Rom gemachte Antwort auf einer Frage zur „Krise der Ehe“ korrigiert, wonach er die „große Mehrheit“ der kirchlich geschlossenen katholischen Ehen für ungültig hält: In der geänderten Fassung ist statt von der „großen Mehrheit“ nur mehr von einem „Teil“ der Ehen die Rede. Wie groß dieser Teil ist, bleibt offen.

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Die Ursache für die Ungültigkeit der Ehen sieht der Papst im Bewusstsein der Ehepartner: Diese haben seiner Ansicht nach oft keine ausreichende Vorstellung davon, wie dauerhaft und umfassend der Pakt ist, den sie mit dem Sakrament eingehen. Auch dann nicht, wenn sie vor dem Traualtar Versprechen dazu abgeben. „Sie wissen nämlich“, so Franziskus, „nicht, was sie sagen“, auch wenn sie „guten Willens“ sind.

Ohne das Bewusstsein darüber, dass katholische Ehen ein ganzes Leben lang gelten und nur durch den Tod gelöst werden können, seien Versprechen von Brautleuten „nur vorläufig“. Außerdem entgeht solchen ohne ausreichendes Bewusstsein über die Konsequenzen – und damit ungültig – verheirateten Ehepartnern seinen Worten nach die „Schönheit“ des Sakraments.

Deshalb forderte der Papst die anwesenden Priester auf, unverheiratete Katholiken, die bereits in einer gemeinsamen Wohnung leben, nicht in eine formelle Eheschließung hinein zu drängen und sie immer wieder zu fragen, warum sie nicht heiraten. Stattdessen empfahl er, in diesem „schwierigsten Bereich der Seelsorge“ abzuwarten, die Paare zu „begleiten“, sie bei der „inneren Reifung“ zu unterstützen und „der Treue zu helfen, heranzuwachsen“.

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Neue Behörde soll für Regierung verschlüsselte Kommunikation knacken

Die Mutter der Verschlüsselung: die deutsche Chiffriermaschine „Enigma“. Sie galt als Wunderwerk – und doch gelang es, ihre Codes zu knacken. (Foto: imago/ZUMA Press)
Für „Zitis“ sollen bald 400 Menschen arbeiten. Sie sollen Polizei und Geheimdiensten helfen, auf Smartphones und in besonders gut geschützten Messenger-Diensten mitzulesen.

Von Georg Mascolo, Nicolas Richter | Süddeutsche.de

James Comey hat Angst vor der Dunkelheit. Der Chef der amerikanischen Bundespolizei FBI fürchtet ein Phänomen namens „going dark“, und zwar nicht im Keller oder in einem langen Flur, sondern im Internet. Dort könnten sich viele dunkle Flecken ausbreiten, warnen Sicherheitsexperten, weil immer mehr Internetdienste und Telekommunikationsfirmen Verschlüsselungssysteme anbieten, die für Polizei und Geheimdienste schwer oder gar nicht zu überwinden sind. Der Staat, warnt Comey, bekomme dann nichts mehr mit. Er könne zwar die Nachrichtenströme im Netz verfolgen, sie aber nicht mehr entziffern. Kurzum, er tappe im Dunkeln.

Über die hereinbrechende Finsternis debattiert man auch in Europa. Der Chef der Polizeibehörde Europol, Rob Wainwright, weist darauf hin, dass Verschlüsselung bereits in 75 Prozent der Fälle eine Rolle spiele, und er verlangt Gegenmittel. Eine Stichprobe im Bundeskriminalamt (BKA) legt den Schluss nahe, dass dort inzwischen das Gros der Fälle betroffen ist.

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Vom Riesenstern zur Gravitationswelle

LIGO/Aurore Simonnet/Sonoma State University
LIGO/Aurore Simonnet/Sonoma State University
Die erste Messung einer Gravitationswelle war ein Meilenstein der Physik. Forscher haben nun ihre Vorgeschichte rekonstruiert. Sie beginnt mit zwei gewaltigen Sternen.

Von Rainer Kayser | DER TAGESSPIEGEL

Im September empfingen zwei große Detektoranlagen in den USA erstmals Gravitationswellen aus dem fernen Kosmos. So bezeichnen Physiker minimale Stauchungen der Raumzeit, die Albert Einstein bereits vor hundert Jahren vorhergesagt hatte. Die erste Messung von Gravitationswellen gilt als Meilenstein in der Wissenschaft. Computersimulationen eines Forscherteams aus Polen und den USA zeigen jetzt, wie sich mit solchen Beobachtungen neue Erkenntnisse über die Entstehung und Entwicklung von Sternen im frühen Kosmos gewinnen lassen. Die Gravitationswellen stammen demnach von Schwarzen Löchern, die ursprünglich Riesensterne mit der 40- bis 100-fachen Masse unserer Sonne waren, schreiben die Autoren im Fachblatt „Nature“.

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Christen, Muslime und die Religionskritik: So schnell wird Gott nicht zornig

Die einen lachen, die anderen kommen ins Nachdenken, andere fühlen sich persönlich getroffen. Was darf Religionskritik? (imago stock&people)
Einst haben sich Muslime auch über ihre eigene Religion lustig gemacht. Doch das ist lange her. Aus dem dicken Fell ist eine dünne Haut geworden. Die Folge: Wer Religionen kritisiert, muss mit Anfeindungen rechnen – bis hin zu Gewalt. Weniger gewalttätig, aber doch erregt – so reagieren immer wieder auch Christen auf Kritik und Spott.

Von Burkhard Schäfers | Deutschlandfunk

Gott verspotten – das machen Menschen, seit es Menschen gibt:

„Du, der Du alle Geheimnisse kennst, kannst Du nicht einmal einen Esel von einer Kuh unterscheiden?“

Gott verspotten – das machen Menschen auch in Regionen und in Religionen und in Zeiten, wo wir es nicht vermuten würden.

„Du Geheimniswisser, zehn Tage hast Du gebraucht, nur um diesen Flicken zusammen zu nähen? Sind die anständigen Kleider in Deinem Schatzhaus etwa alle verbrannt, dass Du all diese Lumpen zusammenflicken musstest?“

Heißt es in Erzählungen von Fariduddin Attar, einem islamischen Mystiker. Attar verspottet Gott – scharf und bitterböse. Und das im 12. und 13. Jahrhundert in Persien. Gott verspotten – dabei ist Attar nicht allein. Dem persischen Dichter Omar Chajjam, der einige Jahrzehnte früher lebte, werden folgende Worte zugeschrieben:

„Du sagst, in den Flüssen wird Wein fließen – ist denn das Paradies eine Kneipe?“
„Ist das Paradies etwa ein wunderbares Bordell?“

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Rechte Ideologie im esoterischen und neureligiösen Bereich

Graffiti „Neue Weltordnung / 666 = Illuminati / Satanist“ am Bahnhof Stadtallendorf / Hessen (2016). Der oder die Künstler_innen haben ähnliche Graffiti im Umkreis angebracht, welche die Stichwörter IS, Vatikan, NATO, dritter Weltkrieg usf. ergänzen – neben dutzenden Gleichheitszeichen.
Eine erprobte PR-Strategie in Überlegungen mit Praktikant_innen bei REMID bestand darin, in einigen Online-Medien eigene Kommentar-Accounts (die dann auch meistens „REMID“ heißen) zu unterhalten und gelegentlich zur Platzierung eines Kommentars zu nutzen. Ein Kommentator im Forum der zum Heise-Verlag gehörenden Online-Zeitung „Telepolis“ reagierte darauf mit einer ausgeklügelten Fantasie. In seiner Antwort stellt er mehrere Desinformationspraktiken vor, die wir angeblich verwendet hätten.

Von Christoph Wagenseil | REMID

Er schließt damit, „[m]an findet hier in der Tat sehr viele professionell vorgehende Kommentatoren, die ganz offensichtlich intensiv geschult wurden, um massiv im Interesse ihrer Auftraggeber auf unliebsame Meinungen einwirken zu können. Dazu verwenden sie vermutlich die bereits mehrfach erwähnte, von US-Programmierern entwickelte Sockenpuppen-Software, mit der sich zahlreiche Accounts für alle gängigen Social-Media-Plattformen verwalten und steuern lassen“. Es ging darum, inwiefern bestimmte Äußerungen des Montagsmahnwachen-Aktivisten und „alternativen“ Journalisten Ken Jebsen antisemitisch sind oder antisemitische Denkmuster bedienen. Jutta Ditfurth spricht bezüglich der Montagsmahnwachen für den Frieden von einer neurechten völkischen Bewegung. Entscheidend für diese sind „alternative“ Medien wie Blogs, Youtube-Channels, Facebook-Gruppen uvm. Dabei spielt auch ein Teil des esoterischen und neureligiösen Bereichs eine Rolle. Sowie eine spezielle Art von Metaphysik des Bösen.

Begriffsbestimmung

Zunächst gilt es zu klären, was genau hier unter rechter Ideologie verhandelt werden soll. Es kann nicht darum gehen, sämtliche „konservative“ Positionen einzubeziehen. Das würde beim Thema Religion und Spiritualität ein absurdes Ergebnis liefern, das außerdem keine Differenzierungen erlaubt. Insofern gilt es genau abzugrenzen, welche Phänomene bzw. Ideologeme gemeint sind. Und es ist zudem Vorsicht geboten, nicht mit zweierlei Maß zu messen, und etwa einen besonderen „Guruismus“ eher zu kritisieren als die päpstliche Autorität. Insofern soll sich beschränkt werden auf bestimmte dann „rechtspolitisch“ aufgeladene Diskriminierungspraxen und -diskurse (Antisemitismus, Rassismus, Homophobie, Islamfeindlichkeit), davon unterschieden das besondere Phänomen einer Mythisierung der Verherrlichung des Nationalsozialismus (vgl. Von Aldebaran bis Vril. Interview über esoterischen Neonazismus) und schließlich ist eine spezielle Vorliebe für letztlich menschenverachtende libertäre bis faschistische Utopie-Entwürfe zu nennen.

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Jerusalem: Gott kann sein Grab nicht pflegen – ein Muslim bezahlt das

Jerusalem – AP
In Jerusalem hat die Renovierung der Grabstelle Jesu in der Grabeskirche begonnen. Ein Team der Technischen Universität Athen, das bereits die Akropolis renoviert hat, untersucht laut Angaben der „Washington Post“ derzeit die Statik einsturzgefährdeten Grabeskapelle.

Radio Vatikan

Zum Einsatz kommen dabei u.a. Radar- und Laserscanner sowie Drohnen, zudem soll erstmals seit über 200 Jahren auch das Grab Jesu geöffnet werden. Neun Monate sind für die Arbeiten veranschlagt, die Kosten trägt Jordaniens König Abdullah II. persönlich.

Die Sanierung wird durch komplizierte Besitz- und Nutzungsverhältnisse deutlich erschwert: Sechs christliche Konfessionen erheben auf das Heiligtum Anspruch und folgen seit 1852 einem starren Status quo, der akribisch regelt, wer wann wo feiern darf. Dass die aktuellen Arbeiten zustandekommen, gilt daher bereits als kleine Sensation. Da Heiligtum für Gebete und Gottesdienste weiterhin geöffnet bleiben, müssen die Arbeiten in der Nacht mit nur wenig künstlichem Licht stattfinden.

 

Kirche und Fakultät werben erstmals für Pfarrberuf

Am Donnerstag, 23. Juni 2016, besuchen Schüler in Berlin einen Workshoptag zum Pfarrberuf. Er ist Teil einer EKD-weiten Nachwuchskampagne.

evangelisch.de

Im Rahmen der Vorbereitung einer EKD-weiten Nachwuchskampagne zum Pfarrberuf setzen sich Schülerinnen und Schüler aus evangelischen Schulen in Berlin und Brandenburg mit dem Pfarrberuf auseinander. Der Workshop findet in den Räumen der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin statt.

Auf einem interaktiven Stationenweg sollen die Schüler Interviews mit Pfarrerinnen und Pfarrern führen, verborgene Talente entdecken und Vorurteile und Klischees vom Pfarrberuf auf den Prüfstand stellen.

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Princeton-Historiker Grafton zur Gelehrsamkeit des Humanismus

Für die 5. Dagmar-Westberg-Vorlesung konnte in diesem Sommersemester der Historiker Anthony T. Grafton, Henry Putnam Professor of History an der Princeton University, gewonnen werden. Der renommierte amerikanische Wissenschaftler hält in der letzten Juni-Woche drei öffentliche Vorträge an der Goethe-Universität zum Thema „Early Christianity in Early Modern Europe: Religion and Scholarship“ und ein Kolloquium zum Thema „Christianity, Antiquarianism and the Sense of the Past“.

Ulrike Jaspers Public Relations und Kommunikation
Goethe-Universität Frankfurt am Main

Vom 15. bis zum 17. Jahrhundert entstand in Europa eine neue faszinierende Welt humanistischer Gelehrsamkeit. Diese Epoche, die der Historiker in den Blick nimmt, ist entscheidend in der Geschichte der Geisteswissenschaften. In seinen Vorträgen geht Grafton der Frage nach, in welchem Maße die Forschung dieser Zeit durch theologische Prämissen geprägt war. Anhand dreier Fallstudien, die Teil eines umfassenderen Projekts sind, interpretiert er die Entwicklung der frühneuzeitlichen Gelehrsamkeit zum Frühen Christentum und zieht daraus vorläufige Schlussfolgerungen für die Charakterisierung des Verhältnisses von Religion und Wissenschaft in dieser Epoche.

In dieser Zeit der christlichen Renaissance sammelten Bibliografen die verstreuten Texte der Kirchenväter und andere frühchristliche Dokumente. Gelehrte edierten die Schriften aus der Feder von Tertullian, Augustin und Hieronymus, kommentierten sie kritisch und machten deutlich, dass die Kirchenväter keine Heiligen waren, denen vollkommene Autorität zukam, sondern Menschen aus Fleisch und Blut, die häufig in theologische Streitigkeiten verstrickt waren. Historiker dieser Epoche schufen neue Archive kirchlicher Dokumente und verfassten auf dieser Grundlage ausführliche, einander vielfach widerstreitende geschichtliche Darstellungen der Ursprünge und der frühen Entwicklung des Christentums. Ihr Werk offenbarte eine bis dahin vergessene Welt des kulturellen Austauschs und der institutionellen Improvisation.

Anthony Grafton entwickelt in seinen wissenschaftsgeschichtlichen Vorträgen eine vollkommen neue Sicht auf die humanistische Gelehrsamkeit. Rückblickend erscheint der Humanismus vielfach als eine säkulare Bewegung. Es stellt sich jedoch heraus, dass sich die Gelehrten dieser Zeit mit überraschender Intensität der philologischen und historischen Erforschung der Kirchengeschichte widmeten und dabei höchst innovative Forschungsmethoden entwickelten. In der Frühen Neuzeit erforschten Gelehrte die Geschichte der Frühen Kirche, um ihre Vision einer modernen Kirche aufzuzeigen und zu verteidigen. Ihre wissenschaftlichen Entscheidungen wurden in einem hohen Maße von bestehenden religiösen Bindungen und von dem Empfinden bestimmt, dass es sich bei ihren Forschungen selbst um einen religiösen Akt handelte.

Termine und Themen im Einzelnen
27.6. (Montag), Beginn 18 Uhr, Campus Westend, Festsaal Casino: „Judaizing the Last Supper“

28.6. (Dienstag), Beginn 18 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 3: „Reading the Witnesses“

29.6. (Mittwoch), Beginn 18 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 3: „Finding the First Christians“

30.6. (Donnerstag) Beginn 18 Uhr, Campus Westend, IG-Farben-Haus, Raum IG 311: Dialog der Historiker Prof. Anthony F. Grafton und Prof. David B. Ruderman (University of Pennsylvania) über „Cross-Cultural Dialogues in Early Modern Europe“ .

Kolloquium „Christianity, Antiquarianism and the Sense of the Past“ zu den Vorlesungen: 30.6. von 10 bis14 Uhr, Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg v.d. Höhe (Anmeldung unter c.wiese@em.uni-frankfurt.de)

Zur Person des Vortragenden
Nach seinem Studium am University College London (bei dem berühmten Althistoriker Arnaldo Momigliano) und an der University of Chicago, wo Grafton 1975 auch promovierte, lehrte der Historiker für kurze Zeit am Department of History der Cornell University. Noch im selben Jahr erhielt er einen Ruf an die Princeton University, an der er bis heute wirkt. Seine Forschungsinteressen liegen im Bereich der Kulturgeschichte der Renaissance, der Geschichte des Buches und seiner Leser, der Geschichte der Gelehrsamkeit in Westeuropa von der Antike bis ins 19. Jahrhundert sowie der Wissenschaftsgeschichte von der Antike bis zur Renaissance.

Zu seinen zahlreichen Büchern zählt eine profunde Studie der Gelehrsamkeit des herausragenden Philologen der Spätrenaissance, Joseph Justus Scaliger, eine Darstellung der Bedeutung des Bildungsprogramms der Renaissance (From Humanism to the Humanities, 1986) sowie Studien zu dem Astrologen Girolamo Cardano (1999) und zu dem Humanisten Leon Battista Alberti (2000). Sein originellstes und zugleich zugänglichstes Werk ist The Footnote: A curious history (1997; in der deutschen Übersetzung: Die tragischen Ursprünge der deutschen Fußnote), eine Fallstudie zur Geschichte der Geschichtsschreibung von unten.
Er hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter ein Guggenheim Fellowship (1989), den Los Angeles Times Book Prize (1993), den Balzan Prize for History of Humanities (2002) sowie den Mellon Foundation’s Distinguished Achievement Award (2003). Er ist zudem Mitglied der American Philosophical Society and the British Academy.

Zur Dagmar-Westberg-Vorlesung
Die Gastprofessur ist nach dem Vorbild amerikanischer Lectures konzipiert. Sie wird aus einem Stiftungsfonds finanziert, den die Mäzenin Dagmar Westberg zur Verfügung gestellt hat. Nach dem Willen der Stifterin soll das Geld ausschließlich für die Geisteswissenschaften verwendet werden. So kann die Goethe-Universität jährlich eine/n weltweit renommierte/n Forscher/in nach Frankfurt einladen. In den vergangenen drei vergangenen Jahren fiel die Wahl auf den Germanisten Peter Strohschneider, der nun DFG-Präsident ist, die amerikanische Philosophin Martha Nussbaum, den deutsch-amerikanischen Archäologen Lothar von Falkenhausen und den Berliner Theologen Christoph Markschies. Der Stiftungsfonds für die Gastvorlesung ist nicht das einzige Engagement der Stifterin an der Goethe-Universität: Dagmar Westberg, mittlerweile 101 Jahre alt, engagiert sich in erheblicher Größenordnung für das Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg und finanziert seit 2010 auch einen Preis für die wissenschaftliche Beschäftigung mit der britischen Literatur, Kultur und Geschichte an der Universität Frankfurt.

Informationen: Prof. Dr. Christian Wiese, Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie, Fachbereich Evangelische Theologie, Tel. (069) 798-33313, c.wiese@em.uni-frankfurt.de



Approved: First Ever Human Trials Involving CRISPR Gene Editing

Cancer Cell. Image: Cell.com
Cancer Cell. Image: Cell.com
A team of Physicians at the University of Pennsylvania’s School of Medicine now has their project of modifying the immune cells of 18 different cancer patients with the CRISPR-Cas9 system approved by the National Institute of Health.

By Neil C. Bhavsar | Futurism

CRISPR is the gift that keeps on giving—when it’s not fighting blindness, tackling HIV, or even recording real-time immune responses, it is taking on the emperor of all maladies: cancer.

But what’s even more fascinating about this use of CRISPR is that the National Institute of Health’s (NIH) Recombinant DNA Research Advisory Committee (RAC) has approved the first-ever use of CRISPR in human cancer therapy, a monumental step in the history of the gene-editing technology.

While receiving funding from the Parker Immunotherapy Foundation, physicians at the University of Pennsylvania School of Medicine plan on working with the T-cells of 18 patients who have either melanoma, sarcoma, or myeloma by performing three distinct CRISPR edits:

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Donald Trumps schwarze Listen für Journalisten

trump

Kritische Journalisten lässt der republikanische US-Präsidentschaftskandidat von seinen Veranstaltungen aussperren.
 

Von Frank Herrmann | derStandard.at

Dass Donald Trump schwarze Listen führt, weiß jeder Journalist, der schon einmal eine Wahlveranstaltung des Unternehmers besuchte. Es begann im Herbst, als noch kaum jemand für möglich hielt, dass der Milliardär das Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur gewinnen würde. Schon damals genügte es nicht, sich vorab einfach anzumelden. Die amerikanische Neigung zum Unkomplizierten – bei den meisten anderen Bewerbern war nicht einmal eine Anmeldung nötig – galt nie für Trump, den Mann, der sich nach außen so spontan und hemdsärmelig gibt. Bei ihm musste man immer warten, bis seine Leute an der Eingangstür den jeweiligen Reporternamen an einen anonymen Entscheidungsträger gemailt hatten und von dort grünes Licht kam. Oder auch nicht. Bereits vor sieben, acht Monaten war klar: Es gab Medien, die auf Trumps „black list“ standen, etwa Univision, der größte spanischsprachige Fernsehkanal der Vereinigten Staaten.

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