Archiv der Kategorie: Politik

Bullshistic: Kreationist Lennox über Atheismus

John Lennox: „Die Medien wollen, dass wir uns alle zum Atheismus bekennen“ Foto: pro/Zacharias

Jeder Mensch will etwas anbeten. Die Frage ist nur, was. Das hat der Mathematik-Professor John Lennox am Samstag in Hamburg erklärt. Sein Vortrag beendete den diesjährigen Kongress christlicher Führungskräfte.


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Der in Oxford lehrende Lennox erklärte: „Man kann ohne absolute Werte nicht leben.“ Deshalb suchten auch Nichtchristen nach Dingen, die sie anbeten könnten. „Aber unser absoluter Wert ist Gott“, sagte Lennox zu den Zuhörern im Hamburger Kongresszentrum. „Den Glauben benutzen wir jeden Tag“, sagte er. Auch Atheisten glaubten, nämlich an die Nichtexistenz Gottes: „Sie sehen aber nicht ein, dass ihre Weltanschauung genauso ein Glaubenssystem ist.“

Christen fühlten sich in Zeiten eines wachsenden Atheismus zunehmend eingeschüchtert. „Glaube, das ist heute Privatsache und darf im öffentlichen Raum nicht erwähnt werden.“ Atheismus hingegen gelte nicht als Privatsache. Es koste etwas, heute offen über die eigenen christlichen Überzeugungen zu sprechen. „Die Medien wollen, dass wir uns alle zum Atheismus bekennen“, sagte Lennox. Christen rief er zum Bekenntnis auf: „Auf Gott vertrauen und das Gehirn benutzen – das ist christlich.“ Der Atheismus ist für ihn „ein Märchen für diejenigen, die vor dem Licht Angst haben“.

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Religion und Krieg: “Kriegstreibende Aussagen verurteilen”

religion_warDer Religionswissenschaftler Hartmut Zinser untersucht in seiner neuen Studie die Kriegspotenziale der Religionen. Er fordert eine Entpolitisierung der Religion und spricht sich dafür aus, dass die Glaubensrichtungen mit ihrer Geschichte selbst ins Gericht gehen und kriegstreibende Aussagen verurteilen.


Hartmund Zinser im Gespräch mit Andreas Main|Deutschlandradio Kultur

Andreas Main: Hartmut Zinser, Sie sprechen von einem “Kriegspotenzial der Religionen”. Was macht Religionen potenziell zu Kriegstreibern?

Hartmut Zinser: Religionen geben Antwort auf die Frage, wie soll sich leben, was darf ich tun, was darf ich nicht tun und was kann ich erhoffen. Die Antworten unterscheiden sich. Damit entstehen Differenzen. Ferner – Religionen bilden moralische und solidarische Gemeinschaften mit bestimmten Regeln wie etwa: “Du sollst nicht töten!”, “Du sollst nicht lügen!”, “Du sollst nicht rauben und stehlen!”. Aber diese Regeln gelten in der Regel nur für die Religionsgemeinschaft selbst. Nur wenige Religionen haben daraus universale Lehren gemacht. Dadurch wird ein Innen und Außen bestimmt – nämlich die, die zur Religion dazugehören und solche, die nicht dazugehören. Für die, die nicht dazugehören, gelten die moralischen Einschränkungen nicht, so dass man über auch durchaus mal herfallen kann, einen Kopf kürzer schlagen kann oder sie ausrauben kann. Und das haben leider auch alle Religionen gemacht. Oder genauer sollte ich sagen: Das haben Kriegsführer mit allen Religionen gemacht und mit Unterstützung aller Religionen.

Main: Es gibt also das Wir – und es gibt die anderen. Welche Religionen haben das größte Kriegspotenzial, welche sind am wenigsten bellizistisch?

Zinser: Das ist eine sehr schwierige Frage, die ich eigentlich auch gar nicht richtig beantworten kann. Christentum und Buddhismus lehren grundsätzlich Gewaltlosigkeit und Friedfertigkeit, haben aber im langen Verlauf ihrer Geschichte Kriege nicht vermeiden können – und zwar in unterschiedlicher Form. Zunächst, sie behaupten immer, sie verteidigen sich. Dann gab es Missionskriege – nicht so selten, wie man das sich wünschen würde. Zumindest wurde von den staatlichen Instanzen, den Königen, verlangt, dass sie die Mission schützen sollten. Denn die Menschen sollten erdulden müssen, dass sie missioniert werden. Dann gab es aber auch – und da wird es nun richtig verheerend – die Kreuzzüge, die Sie schon genannt haben, in denen die Beteiligung am Krieg, das Morden und Töten – und ich sage es ganz bestimmt und so prononciert – zu einer religiösen Handlung wurde, mit der man Ablass und das ewige Leben und Himmelreich erwirbt. Andere Religionen, wie zum Beispiel die antiken römischen und griechischen Religionen kannten Kriegsgötter, unter deren Schutz der Krieg gestellt war. Athene in Griechenland und Mars in Rom und viele andere mehr, oder Murugan in Indien. Und sie haben also kein ausgebildetes Kriegsrecht entfaltet, sondern Kriege wurden als Normalität betrachtet. Er gehörte einfach zum Leben dazu, und man musste sich damit einrichten und hat sich damit eingerichtet. Dann gibt es noch Religionen, die durchaus Beschränkungen haben für das Kriegführen – wie der Islam, zugleich aber doch eine umfangreiche Lehre über das Töten im Krieg entfaltet und entwickelt haben. Jetzt kommt der entscheidende Punkt. Wenn es durch die Geschichte geht, sind diese Lehren auch immer wieder in allen Religionen angewandt worden. Es ist dann nur eine Frage der Situation und der Zeit, wann und ob eine Gruppe meint, jetzt zu den Waffen greifen zu müssen und religiös rechtfertigt, dass sie Krieg führen darf und kann.

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Lammert: “Imame in Deutschland sollten Deutsch sprechen”

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Bundestagspräsident Norbert Lammert zeigt Sympathie für das Islam-Gesetz, das jetzt in Österreich verabschiedet wurde. Forderungen aus der Union nach einem Burka-Verbot weist er allerdings zurück.


Von Robin Alexander, Jochen Gaugele|DIE WELT

Die Welt: Herr Präsident, ist Ihnen manchmal langweilig im Hohen Haus?

Norbert Lammert: Von Langeweile kann keine Rede sein. Allerdings wünsche ich mir eine lebendigere Debattenkultur.

Die Welt: Zum Mauerfall-Gedenken hatten Sie den Liedermacher Wolf Biermann in den Bundestag eingeladen, der prompt die Linksfraktion als “Drachenbrut” beschimpfte. Ist es der leidenschaftliche Streit, die Provokation, die Sie im Bundestag vermissen – oder sind es eher Geist und Witz?

Lammert: Im Deutschen Bundestag kommt all das vor, aber natürlich nicht täglich. Das muss auch nicht sein. Aber umgekehrt muss auch nicht jeder Tagesordnungspunkt mit der gleichen routinierten Professionalität abgewickelt werden, die schon unter den Mitgliedern des Bundestages nur eine begrenzte Aufmerksamkeit findet und in der breiten Öffentlichkeit eine noch geringere.

Die Welt: Erinnern Sie sich an eine Debatte, die ganz nach Ihrem Geschmack war?

Lammert: Erst kürzlich hatten wir eine unvorhersehbar spannende, informative und lebendige Debatte zu den Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten. Eine Rede des Bundeswirtschaftsministers führte zu einer Serie von Nachfragen, Zwischenfragen und Kurzinterventionen. Mit anderen Worten: Es geht – auch unter den Bedingungen einer statistisch erdrückenden Mehrheit der Regierungsfraktionen.

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De Maizière: Christlicher Glaube ein „wertvoller Schatz“

Bundesinnenminister Thomas de Maizière sprach beim Kongress christlicher Führungskräfte über seinen eigenen christlichen Maßstäbe für politisches Handeln Foto: pro / Lutz

Beim Kongress Christlicher Führungskräfte in Hamburg hat Bundesinneminister Thomas de Maizière über wertebasiertes Handeln in der Politik gesprochen. Er stellte seine eigenen, christlich geprägten Maßstäbe für seine Arbeit als Politiker vor.


pro Medienmagazin

Die Bedingungen für politisches und unternehmerisches Handeln befänden sich im Wandel, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). Aufgabe von Führungskräften sei es, diesen Wandel mitzugestalten. Es gehe darum, ihn zu analysieren und Entscheidungen zu treffen, sich selbst zu reflektieren und die weitere Zukunft im Blick zu haben. „Dabei ist es ist gut und wichtig, einen inneren Kompass zu haben“, sagte der Protestant.

Dieser Kompass könne eine Orientierung an christlichen Grundwerten sein. Wertebasierte Unternehmensführung sei derzeit hochaktuell. „Nie zuvor gab es so viele Reden in der Wirtschaft darüber wie heute.“ Die Schwierigkeit sei, sich auf gemeinsame Werte zu einigen, da jeder andere Werte als wichtig empfinde. „Ich hab großen Respekt vor allen, auch vor Ihnen, die den Versuch unternehmen, verbindliche Werte zu proklamieren“, sagte de Maizière. Für nicht-christliche Unternehmen sei die Einigung auf ein wertebasiertes Leitbild noch eine größere Herausforderung.

Über seinen persönlichen Glauben sagte er: „Christsein und Politik sind für mich keine identischen Welten, aber auch keine getrennten. Sie gehören zusammen und sind aufeinander bezogen. Der christliche Glaube prägt mein Leben, und die Politik gehört zu meinem Leben.“ Seine persönlichen Handlungen seien vom christlichen Menschenbild geleitet. Aus der Bibel lasse sich aber nicht direkt eine christliche Politik ableiten. Er orientiere sich vor allem an den drei göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe, sagte er.

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Vorläufige Einigung bei Kirchenasyl

Kirchen dürfen Flüchtlingen und Asylsuchenden wie bislang Zuflucht gewähren Foto: flickr | Noborder network/Sara Prestianni | CC BY 2.0

Vertreter von Kirche und Politik haben sich am Freitag in der Frage des Kirchenasyls verständigt. Demnach dürfen Kirchen vorerst bis zum Herbst Asylsuchenden wie bislang Zuflucht gewähren.


pro Medienmagazin

Kirchen dürfen nun bis Herbst 2015 wie bislang Flüchtlinge und Asylsuchende aufnehmen, wenn sie befürchten, dass diesen Menschen bei einer Abschiebung Menschenrechtsverletzungen drohen. Darauf haben sich die beiden großen Kirchen in Deutschland und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nach einem Spitzentreffen geeinigt. Die Tradition des Kirchenasyls „an sich“ wird seitens der Politik nicht in Frage gestellt.

In der Zeit bis zum Herbst wollen die Kirchen und das BAMF nun eine neue Zusammenarbeit bei Kirchenasylfällen erproben, teilten beide Kirchen mit. Dabei sollen Kirchenvertreter die Möglichkeit bekommen, Einzelfälle erneut vom Bundesamt überprüfen zu lassen, vorzugsweise noch bevor die betroffenen Personen in das Kirchenasyl aufgenommen werden. Für die Kommunikation sollen zentrale Ansprechpartner sowohl auf Seiten der Kirchen wie auch des BAMF benannt werden.

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„Pille danach“ ohne Rezept

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Der Bundestag hat am Donnerstag die Aufhebung der Rezeptpflicht für die „Pille danach“ beschlossen. Wer jung ist und ein Rezept vorlegt, bekommt das Medikament kostenlos.


pro Medienmagazin

Mit den Stimmen der Unionsparteien, der SPD und der Grünen hat der Bundestag in seiner Sitzung am Donnerstag eine Gesetzesänderung beschlossen. Neu ist, dass die „Pille danach“ auch ohne ärztliche Verordnung erhältlich sein wird. Bislang war das Medikament in Deutschland nur mit einem Rezept vom Arzt erhältlich. Das wird sich mit der Neuregelung ändern, wenn auch der Bundesrat dem Gesetz am 6. März zustimmt. Dann könnte das Medikament bereits ab Mitte März in Apotheken gekauft werden, ohne dass die Frau oder das Mädchen vorher beim Arzt waren. In dem Fall muss das Medikament dann allerdings aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Für die Kostenübernahme durch eine Krankenkasse ist weiterhin die Vorlage eines Rezeptes, das der Arzt ausstellt, erforderlich. Mit der „Pille danach“ kann noch Tage nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eine Schwangerschaft verhindert werden. Die Abgeordneten bestimmten, dass für die „Pille danach“, die als Mittel zur Notfallverhütung gilt, keine Werbung gemacht werden darf.

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Most Tor Traffic isn’t going to the Dark Web, Data Suggests

torSome people use Tor to anonymize and obscure their activities online—to access social media, blocked content, or other internet websites without revealing their true location. Others use Tor to access content on the so-called dark web, which isn’t accessible to users outside of Tor.


By Matthew Braga|MOTHERBOARD

The balance between these two use cases has never been clear. But according to preliminary data, most of Tor’s traffic might not actually be destined for the dark web at all.

According to a blog post written by Tor developer George Kadianakis this week, the team has developed way to glean more statistics about how the service is used, without encroaching on the privacy of its users.

“We’ve been working on methods to improve our calculations, but with our current methodology, we estimate that about 30,000 hidden services announce themselves to the Tor network every day, using about 5 terabytes of data daily,” Kadianakis wrote. “We also found that hidden service traffic is about 3.4 percent of total Tor traffic, which means that, at least according to our early calculations, 96.6 percent of Tor traffic is not hidden services.”

In other words, the majority of Tor traffic comes from users that are using the network to browse the public-facing web anonymously, and not by those accessing hidden sites, such as the now-defunct Silk Road.

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Sarah Palin: No current Republican candidates are qualified to be president — and neither am I

Former GOP vice-presidential candidate Sarah Palin appears at CPAC on Feb. 26, 2015.

Former Alaska Gov. Sarah Palin (R) suggested — perhaps unwittingly — on Thursday that neither she nor any Republican weighing a 2016 presidential campaign is eligible for the position.


By Arturo Garcia|Raw Story

“It’s said that old men declare wars, and then they send the young ones to fight ‘em,” Palin said during an appearance at the Conservative Political Action Conference (CPAC). “So it’s the duty of he who sends them to actually make sure that we can win those wars. And it’s our duty to elect an honorable commander-in-chief who is willing to make the same sacrifices he sends others away to make.”

One of Palin’s sons, Track, served in Iraq for a year for the Army. Going by her remark, however, her son is more qualified than any of the GOP’s most visible prospective candidates: Governors Jeb Bush of Florida, Chris Christie of New Jersey, Mike Huckabee of Arkansas, and Scott Walker of Wisconsin have not served, nor have Senators Ted Cruz of Texas, Rand Paul of Kentucky and Marco Rubio of Florida.

Palin also questioned the country’s military rules of engagement, saying troops should be given “the political will to win.”

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Kauder: Auf der Grundlage des Islam werden Menschen zu Terroristen

Volker Kauder: Nichts ist wichtiger als Religion (= Christentum)CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender: Der Satz “Die Terroristen haben mit dem Islam nichts zu tun” ist schlicht und ergreifend falsch


kath.net

Mit deutlichen Worten hat sich der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, gegen eine pauschale Trennung von Islam und Terrorismus ausgesprochen. Der Satz „Die Terroristen haben mit dem Islam nichts zu tun, ist schlicht und ergreifend falsch“, sagte Kauder auf dem Kongress Christlicher Führungskräfte. Das Treffen unter dem Motto „Mit Werten in Führung gehen“ findet vom 26. bis 28. Februar mit mehr als 3.000 Teilnehmern in Hamburg statt. Der evangelische Politiker betonte, dass man nicht alle Muslime in die Nähe von Terroristen rücken dürfe. 99 Prozent der Muslime in Deutschland lebten ihren Glauben friedlich. Für Extremisten gelte aber: „Auf der Grundlage des Islam werden Menschen zu Terroristen.“

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Scholz(SPD) unterstützt Kongress radikaler Christen

Olaf Scholz, Bild:NDR, Screengrab: BB

Olaf Scholz, Bild:NDR, Screengrab: BB

Der große Saal im Hamburger Congress Centrum (CCH) ist fast komplett gefüllt. Weit mehr als 1.000 Zuhörer sitzen in den Reihen, die meisten von ihnen im schicken Business-Outfit. Gerade hat einer der Organisatoren das Eröffnungsgebet gesprochen. Jetzt betritt Olaf Scholz (SPD) die Bühne. “Herzlich Willkommen in Hamburg”, sagt der Bürgermeister, “ich finde die Stadt der ehrbaren Kaufleute an der Wasserkante ist genau der richtige Ort für den diesjährigen Kongress christlicher Führungskräfte.”


Von Christian Baars|NDR.de

Scholz ist Schirmherr des Führungskräftekongresses

Olaf Scholz zeigt sich gut gelaunt. Zwar laufen in dieser Woche die Koalitions-Gespräche mit den Grünen, doch für den Kongress hat er sich Zeit genommen. Er ist sogar Schirmherr der Veranstaltung. Sein Sprecher teilte dem NDR auf eine Anfrage vor dem Kongress mit, der Senat habe geprüft, wer die Organisatoren und die anderen Teilnehmer seien. Es gebe zwar kritische Punkte, aber in der Gesamtheit sei es aus ihrer Sicht in Ordnung, dorthin zu gehen.

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Antisemitismus gefährdet Demokratie

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hält es für gefährlich, in überwiegend von Muslimen bewohnten Vierteln einiger Städte die Kippa zu tragen Foto: Roel Wijnants / flickr | CC BY-NC 3.0

Die Zahl der antisemitischen Straftaten ist in Deutschland gestiegen. Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, riet nun davon ab, in Problemvierteln eine Kippa zu tragen. Das ist eine erschreckende Entwicklung.


Von Martina Schubert|pro Medienmagazin

Ist es für Juden in Deutschland notwendig, aus Angst vor Angriffen in bestimmten Vierteln auf das Tragen einer Kippa zu verzichten? Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, sagt: Ja. Zwar sollten sich Juden nicht aus Angst verstecken. Die Frage sei jedoch, „ob es tatsächlich sinnvoll ist, […] in Problemvierteln, in Vierteln mit einem hohen muslimischen Bevölkerungsanteil […] sich als Jude durch das Tragen einer Kippa zu erkennen zu geben oder ob man da eine andere Kopfbedeckung trägt“. So formulierte Schuster im Gespräch mit dem Sender rbb. Diese Entwicklung habe Schuster in dieser Art vor fünf Jahren nicht erwartet, und sie sei „auch ein wenig erschreckend“.

Die Anschläge in jüngster Vergangenheit deuten auf eine neue Gefahrenwelle hin. Im Mai 2014 gab es einen Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel, bei dem vier Menschen ermordet wurden, beim Terror in Paris im Januar forderte ein Anschlag auf einen jüdischen Supermarkt vier Todesopfer. Erst vor zwei Wochen erschoss ein Attentäter im dänischen Kopenhagen einen Wachmann der Synagoge. Im vergangenen September gab es einen Anschlag auf die Wuppertaler Synagoge, verletzt wurde niemand.

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Al-Nur-Moschee in Berlin: Härte gegen Islamisten! Respekt vor dem Islam!

Gebet-islamAntisemitismus, Rassenhass, Aufruf zur Gewalt: Das ist verboten und sollte streng geahndet werden. Chauvinismus, Religionsspott, Homophobie: Das bewegt sich zumeist im Rahmen zulässiger Meinungsäußerungen.


Von Malte Lehming|DER TAGESSPIEGEL

Manchmal dreht sich etwas sehr Kleines um etwas sehr Grundsätzliches. Die Bezirksverordneten von Berlin-Neukölln wollen den Trägerverein der Al-Nur-Moschee verbieten lassen. Der Ärger über diese Moschee ist verständlich. Dort werden reaktionäre, antisemitische und frauenverachtende Predigten gehalten. Solche Positionen stehen außerhalb dessen, worüber im 21. Jahrhundert in einem westlichen Land zu streiten lohnt.

Dennoch muss genau unterschieden werden zwischen verbotenen und unerwünschten Äußerungen.
Antisemitismus, Rassenhass, Aufruf zur Gewalt: Das ist verboten und sollte streng geahndet werden. Chauvinismus, Religionsspott, Homophobie: Das bewegt sich zumeist im Rahmen zulässiger Meinungsäußerungen. Die freilich können sehr weh tun. Das Recht darauf, anderen Menschen durch Zeichnungen, Predigten, Kritik, Polemik und Satire weh tun zu dürfen, wurde nach dem Attentat auf Redakteure von „Charlie Hebdo“ nachdrücklich verteidigt. Und als ein Pastor in Bremen vor kurzem kräftig gegen andere Religionen wetterte, erklärte anschließend der Gemeindevorstand, man sei „dankbar für die klare, bibelorientierte Wortverkündigung“.

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Homosexuelle haben „kein Recht auf ein Kind“

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In einer emotionalen Debatte hat der Bundestag am Donnerstag einen Gesetzentwurf zur so genannten Homo-Ehe diskutiert. Darin fordern die Grünen die vollständige rechtliche Gleichstellung von gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaft und Ehe. Heftig umstritten: das Adoptionsrecht.


pro Medienmagazin

Grünen-Politiker Volker Beck sagte, Lebenspartnerschaften von Schwulen und Lesben hätten zwar die gleichen Pflichten wie Eheleute, aber nicht die gleichen Rechte. Er rief Union und SPD auf, die im Koalitionsvertrag versprochene Beseitigung der bestehenden Ungleichbehandlung umzusetzen. Gleichgeschlechtliche Paare seien in etwa 150 Regelungen in 54 Gesetzen und Verordnungen gegenüber Ehepaaren benachteiligt. Mit der am Donnerstag im Bundestag diskutierten Gesetzesvorlage soll diese „verfassungswidrige Diskriminierung“ beendet werden.

Die Union nannte Beck „denkfaul“ und „reaktionär“. Unterstützung erhielten die Grünen von den Linken: „Das mittelalterliche Weltbild mit Mann-Frau-Kind-Ehe passt nicht mehr in die heutige Zeit“, sagte Ulla Jelpke. Die Linke fordert daher ebenso die Öffnung der Ehe für Homosexuelle: „Wer heiraten will, sollte heiraten dürfen – eine Institution für alle“.

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Weil(SPD) würdigt Niedersachsen-Konkordat

Stephan Weil (2013), Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0/Foto AG Gymnasium Melle,

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat das Niedersachsen-Konkordat als eine Erfolgsgeschichte gewürdigt. Mit ihm sei ein „stabiles Fundament für die Zusammenarbeit und die Zuständigkeiten von Staat und Kirche“ geschaffen worden, sagte Weil beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen des Konkordats zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Land Niedersachsen in Hannover.


Neue Osnabrücker Zeitung

Weil führte mit Blick auf Zuwanderung aus, eine gute Zusammenarbeit zwischen Kirche und Staat sei besonders wichtig in einer Zeit, in der vieles unsicher erscheine. Gerade jetzt bräuchten die Menschen Orientierung, und viele fänden diese im Glauben. „Religion wirkt sinnstiftend, weil sie einen Wertekonsens herstellt. Diesen Wertekonsens sollten wir nutzen.“ Staat und Kirche könnten sich dabei „hervorragend ergänzen“. Für die Landesregierung seien die Kirchen ein außerordentlich geschätzter Partner.

Die deutsche Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Annette Schavan, bezeichnete die Religionsfreiheit als grundlegend für die Integrationsfähigkeit der Gesellschaft. Der Staat habe ein Interesse daran, dass in einer modernen Gesellschaft die Bereitschaft und die Fähigkeit zum Dialog gefördert würden.

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“Jihadi John”: Mohammed Emwasi – “kalt, sadistisch und gnadenlos”

“Dschihadi John” erschien in mehreren IS-Enthauptungsvideos und fiel durch seinen britischen Akzent auf. Foto: dpa

Die Identität des IS-Mörders “Jihadi John” steht wohl fest: Er soll der Londoner Uni-Absolvent Mohammed Emwasi sein. Er war längst auf dem Radar der Sicherheitsbehörden – dennoch konnte er ausreisen.


Von Thomas Kielinger|DIE WELT

Die Identität eines der kaltblütigsten Mörder in den Rängen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) steht offenbar fest: Es handelt sich um den in Kuwait geborenen Briten namens Mohammed Emwasi aus West-London. Das meldete die US-Zeitung “The Washington Post”. Monatelange Bemühungen britischer und amerikanischer Geheimdienste, den Mörder mehrerer westlicher Geiseln zu identifizieren, die der als “Jihadi John” bekannte Mann vor laufenden Videokameras enthauptete, haben damit ihren ersten Durchbruch erzielt.

Das Internationale Zentrum für Radikalisierungsstudien am Londoner King’s College hält das für plausibel. Es sei anzunehmen, dass die Angaben zur Identität “korrekt” seien, teilte die Forschungseinrichtung mit.

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Hände weg vom Kirchenasyl!

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Immer mehr Menschen erhalten Kirchenasyl, obwohl Behörden sie abschieben würden. Das Bundesamt für Migration und de Maizière kritisieren die Kirchen. Steht das Gewissen über dem Gesetz?


Von Frank Ochmann|stern.de

Mehr als vierhundert Menschen, 125 davon Kinder, leben bei uns derzeit unter dem besonderen Schutz einer evangelischen oder katholischen Kirche. So die Schätzung der ökumenischen Arbeitsgemeinschaft “Asyl in der Kirche”. Und all diesen als “Notfall” eingestuften Menschen droht die Abschiebung in ihr Herkunftsland oder aber in jenes Land der Europäischen Union, dazu das Gebiet von Norwegen, Island, Schweiz und Liechtenstein, in dem sie zuerst als Flüchtlinge angekommen sind. Wie dramatisch sich die Lage derzeit entwickelt, zeigt der Vergleich mit dem Vorjahr: Anfang 2014 gab es gerade einmal 62 Fälle von “Kirchenasyl”.

Etwa versiebenfacht hat sich also die Zahl der Betroffenen in nur zwölf Monaten. Es war Bundesinnenminister Thomas de Maizière, der vor einigen Wochen im Gespräch mit Vertretern der katholischen Bischofskonferenz scharf kritisierte, dass Asylsuchende bei uns noch immer in Kirchen Zuflucht suchen könnten, wenn ihnen staatliche Behörden den Aufenthalt nicht länger gestatten wollten. So begann eine alte Debatte aufs Neue und will seitdem nicht verstummen. Vielleicht ist das auch gut so, denn am Beispiel des Kirchenasyls könnte sich auch das Verhältnis von Staat und Kirche erneuern. Allzu viel Nähe, so zeigt die Geschichte, hat gewöhnlich beiden geschadet.

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Antisemitismus: Zentralrat der Muslime nennt Ängste von Juden “berechtigt”

Aiman_MazyekDer Zentralrat der Juden warnt davor, sich in Vierteln mit “hohem muslimischen Anteil” als Jude zu zeigen. Der Zentralrat der Muslime sagt dazu: “Diese Ängste sind berechtigt” – warnt aber vor einer Vereinfachung des Problems.


SpON

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) hat Verständnis für die Sorgen von Juden im Land geäußert. “Diese Ängste sind berechtigt”, sagte Aiman Mazyek der “Berliner Zeitung”. Zuvor hatte der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, am Donnerstag gläubige Juden gewarnt, sich in “Problemvierteln” mit der traditionellen jüdischen Kopfbedeckung zu zeigen.

Mazyek hob jedoch hervor, dass er sich im Namen des Zentralrats der Muslime (ZMD) in aller Klarheit von Übergriffen muslimischer Jugendlicher auf Juden distanziert habe. Er warnte zudem davor, soziale Spannungen in deutschen Großstädten zu “islamisieren”. Die Verknüpfung der Begriffe “Problemviertel” und “muslimisch” könne missverstanden werden.

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Frankreich: Zwischen Dschihad und Front National

Tatort Friedhof: geschändete Gräber vergangene Woche im elsässischen Sarre-Union ©dpa

Der islamistische und der rechtsextreme Hass verunsichern die jüdische Gemeinschaft


Von Nina Schönmeier|Jüdische Allgemeine

Sie schrien »Heil Hitler« und spuckten auf jüdische Symbole. Vier Wochen nach dem Terroranschlag auf einen koscheren Supermarkt in Paris verwüsteten fünf Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren 250 Gräber auf dem jüdischen Friedhof in der elsässischen Ortschaft Sarre-Union. Die Tat war kein dummer Jungenstreich, und die Jugendlichen wählten den Friedhof nicht zufällig aus. Dies bestätigt der ermittelnde Staatsanwalt Philippe Vanier: »Auch wenn die Betroffenen die antisemitische Motivation ihrer Tat zunächst bestritten, tritt sie klar zutage.«

Niemand randaliere »zufällig« auf einem jüdischen Friedhof – »und schon gar nicht, wenn man die Gegend kennt, weil man in der Nähe wohnt«, sagt Pierre Levy, der Regionalvorsitzende des Rates jüdischer Einrichtungen in Frankreich (CRIF). Jacques Wolff, einer der wenigen Juden in Sarre-Union, ist entsetzt von der Tat: »Vandalismus hat es hier schon mehrmals gegeben, aber es ist das erste Mal, dass so viele Gräber umgestürzt und zerstört wurden.« Er merkt an, dass die Täter auch einen Gedenkstein für die Opfer der Schoa zerstört haben. »Ich bin sehr betroffen, mein Vater kam in Auschwitz ums Leben.«

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Petry beklagt „Zerrbild in der Berichterstattung“

Frauke Petry warf den Medien in Hamburg Manipulation vor Foto: pro/Lutz

Die AfD-Politikerin Frauke Petry hat den Medien „Manipulation“ vorgeworfen. Beim Kongress christlicher Führungskräfte erklärte sie, Journalisten hätten die Anhänger der Pegida-Bewegung verunglimpft. Auch Klaus Kelle, selbst Journalist, kritisierte die Kollegen.


pro Medienmagazin

Frauke Petry, die Fraktionsvorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD) im sächsischen Landtag, erklärte am Donnerstag in Hamburg, es existiere ein „Zerrbild in der Berichterstattung“ deutscher Medien. Ein Beispiel dafür sei der mediale Umgang mit der Bewegung Pegida: „Wir erleben immer weniger Berichterstattung und immer mehr Kommentierung“, sagte sie. Ihrer Meinung nach würden Pegida-Anhänger als Menschenfeinde verunglimpft. Journalisten warf sie „Manipulation“ vor. Gespräche mit den Demonstranten bereue sie nicht, stellte aber fest, dass Pegida-Gründer Lutz Bachmann sich mit öffentlichen Kommentaren und Facebook-Einträgen ins Abseits geschossen habe. Sie gehe davon aus, dass die neue Pegida-Bewegung sich nicht lange halten werde.

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A top Shariah lawyer’s stunning response to the question: ‘Is there such a thing as moderate Islam?’

Auspeitschen, Bild. zukunftskinder.org

We sat down with a leading Shariah lawyer from Iran, Daniel Akbari, to discuss his illuminating new book ”Honor Killing: A Professional’s Guide to Sexual Relations and Ghayra Violence from the Islamic Sources, in which he seeks to awaken Americans to the generally antithetical nature of Islam to Judeo-Christian society, and specifically Shariah-dictated domestic violence towards women — up to and including so-called honor killings — and how we in the West can prevent such atrocities.


By Benjamin Weingarten|THE BLAZE

During the extensive interview, which you can skip to here, we had a chance to ask him a series of questions on the nature of Islam, its goals, tactics, how Western Muslims become jihadists, and all manner of other topics.

But it was in response to a question on whether there is such a thing as moderate Islam that Mr. Akbari, a man who studied at the seat of Shia religious learning at the Tehran University School of Law, and specialized in criminal and family law before leaving Iran, gave perhaps his most stunning response of all, stating:

What Erdogan, the Prime Minister of Turkey says is actually perfect and totally Islamic because Islam is Islam. We don’t have such a thing like — “radical Islam extremism” — many things that are said in Islam like beheading, like stoning, like flogging — they are not extremism acts, those are pure Islam.

…The second thing is, this is not “extremism,” this is “fundamentalism.” People who believe in [the] Koran understand it and practice it and take it serious.

About moderate Muslims, we have to…make a distinction between those people who come from Islamic backgrounds, come from [the] Middle East, their names are ‘Mohammed’…they might not believe in [the] Koran at all. They might just be atheists. They just come from that region.

Who are moderate Muslims in reality according to Akbari?

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