Türkei rückt in Syrien vor – mit deutschen Panzern?

Türkische Soldaten bereiten am Sonntag nahe der syrischen Grenze ihre Panzer auf die Offensive gegen die Kurden vor. ©AFP
Am Samstag hat die Türkei ihren zweiten Feldzug im Norden Syriens begonnen. Bei ihrer Offensive gegen die Kurden-Miliz YPG sollen auch Leopard-2-Panzer im Einsatz sein. Die Bundesregierung hält sich bedeckt, doch die Kritik wächst.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die türkischen Streitkräfte setzen bei ihrer Offensive gegen die Kurden-Miliz YPG in der nordsyrischen Region Afrin offenbar auch deutsche Panzer ein. Ein Rüstungsexperte aus der Bundeswehr bestätigte der Nachrichtenagentur dpa in Berlin am Montag, dass Bilder von der Militäroperation Panzer vom Typ Leopard 2 A4 aus deutscher Produktion zeigten. Die Bundesregierung wollte die Berichte am Montag nicht bestätigen.

„Außer den Bildern aus den Medien, die Sie alle kennen, haben wir keine eigenen Erkenntnisse über den Einsatz von Leopard-Panzern“, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Holger Neumann. Entsprechende Fotos wurden unter anderem von der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu verbreitet. Die Türkei hatte Leopard-2-Panzer bereits im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) in Syrien eingesetzt.

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Klimawandel und immer mehr Migration

Das untergehende Dorf Shishmaref auf der Insel Sarichef im Norden Alaskas. Foto: Shishmaref- Erin / CC BY 2.0
Neue Forschungen gehen davon aus, dass es bis zum Jahr 2100 zu einer Verdreifachung der Klimaflüchtlinge kommen könnte, die Zuflucht in Europa suchen

Von Andrea Naica-Loebell | TELEPOLIS

Seit Jahren erstellen Experten immer wieder Projektionen mit anschließenden heftigen Debatten darüber, wie viele Menschen durch Naturkatastrophen, Dürre oder steigendem Meeresspiegel ihre Heimat verlassen und sich auf den Weg in andere Regionen machen werden. Einig ist sich die große Mehrheit der Wissenschaftler, dass der globale Klimawandel stattfindet und weltweit zunehmend Menschen in die Migration treibt.

Schwierig wird es bereits bei der Definition, was ein „Klimaflüchtling“ eigentlich ist, der Duden definiert ihn als „Person, die ihre Heimat verlassen hat oder verlassen musste, um den dort herrschenden, insbesondere durch Klimawandel verursachten ungünstigen Umweltbedingungen zu entgehen.“

Deswegen sprechen viele Experten (und auch Wikipedia) lieber von „Umweltflüchtlingen“. Aber selbst dieser Begriff ist etwas schief, denn eigentlich handelt es sich gar nicht um Flüchtlinge – zumindest nicht nach der Definition der Genfer Flüchtlingskonvention, denn die umfasst nur die Person(en), die „aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt“ (vgl. „Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge“).

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Todesurteil gegen deutsche Islamistin ist für Berlin ein Dilemma

Im Juli 2017 werden drei Frauen mit deutscher Staatsbürgerschaft in Mossul verhaftet. Sie hatten sich dem IS angeschlossen. Die Deutsch-Marokkanerin Lamia K. wurde nun zum Tode verurteilt. Quelle: WELT/Katharina Kuhnert
Im Irak soll eine Islamistin aus Deutschland hingerichtet werden. Sie hatte sich angeblich der Terrormiliz IS angeschlossen. Das Todesurteil könnte einen diplomatischen Eklat auslösen.

Von Florian Flade | DIE WELT

Als Lamia K. noch in Deutschland war, schwärmte sie am heimischen Computer in der Wohnung in Mannheim vom Kalifat der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die gebürtige Marokkanerin veröffentlichte Facebook-Einträge voller Lob für die Terrorkämpfer, übersetzte und veröffentliche wohl sogar Reden der IS-Anführer aus dem Arabischen. Über das Internet lernte sie dann irgendwann auch einen Islamisten kennen, der tatsächlich in Syrien gekämpft hat. Er soll sie überzeugt haben, sich den Dschihadisten anzuschließen.

Heute sitzt Lamia K. in einem Gefängnis in der irakischen Hauptstadt Bagdad. Am vergangenen Donnerstag hat das zentrale Strafgericht die 50-jährige Deutsche zum Tode verurteilt. Sie soll eine Anhängerin der Terrormiliz IS sein und war nach Überzeugung der Richter auch an Angriffen auf irakische Sicherheitskräfte beteiligt. Nun soll die Mannheimerin durch Erhängen am Galgen sterben.

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Unruhen und Boykott beim Besuch von Vizepräsident Pence in Jerusalem

Jerusalem. Bild: Andrew Shiva / CC BY-SA 4.0
Der amerikanische Vizepräsident Mike Pence wurde am Montag mit militärischen Ehren in Netanjahus Residenz in Jerusalem empfangen. Pence wird auch vor dem israelischen Parlament in Jerusalem sprechen.

Neue Zürcher Zeitung

Der amerikanische Vizepräsident Mike Pence hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in Jerusalem getroffen. Pence wurde am Montag mit militärischen Ehren in Netanjahus Residenz empfangen. Sein Besuch steht unter dem Eindruck der umstrittenen Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Die Palästinenser hatten mit Unruhen auf den Schritt reagiert. Sie wollen Pence während seines zweitägigen Aufenthalts nicht treffen.

Palästinenser verbrannten am Sonntagabend aus Protest vor der Geburtskirche in Bethlehem Bilder von Trump und Pence. Die israelische Polizei stellt sich nach Angaben der Nachrichtenseite «ynet» auf weitere Unruhen ein. Die Fatah-Partei von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat für Dienstag zu einem Generalstreik aufgerufen.

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Mit dem «Shutdown» in den USA verhärten sich die Fronten

Die Freiheitsstatue ist für Touristen geschlossen, aber das ist nur ein Symptom eines tieferen Problems. (Bild: Mark Lennihan / AP Photo)
Beim «Shutdown» in Washington geht es nicht nur um die Zuteilung finanzieller Mittel. Im Zentrum steht ein Thema, das in Trumps Amerika zu einer Schlüsselfrage geworden ist – die Einwanderung.

Von Peter Winkler | Neue Zürcher Zeitung

Im Wissen darum, dass sich die teilweise Schliessung der Staatsverwaltung («Shutdown») in den USA erst am Montag mit voller Wucht auf Hunderttausende von Bundesangestellten auswirkt, haben sich die politischen Kontrahenten in Washington am Wochenende darauf konzentriert, sich in möglichst günstige Ausgangsstellungen zu bringen. Dabei geht es vor allem um die Frage: An wem bleibt der «Shutdown» hängen, beziehungsweise: Wem schadet er mehr? Die Blicke sind dabei weit in die Zukunft, auf die Zwischenwahlen für den Kongress im Herbst und auch schon auf die Präsidentenwahlen von 2020, gerichtet.

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Papst kritisiert politische Kultur in Lateinamerika als „krank“

Papst Franziskus beendet seine Lateinamerika-Reise. – APA/AFP/LUKA GONZALES
Franziskus beendet seine Reise in Lateinamerika mit einem Appell gegen Korruption und soziale Ausgrenzung. Er kritisiert die korrupte Politikerriege in Peru.

Die Presse.com

Mit einem Appell gegen Korruption und soziale Ausgrenzung hat Papst Franziskus seine Lateinamerika-Reise beendet. „Die politische Kultur in Lateinamerika ist eher krank als gesund“, kritisierte der Argentinier am Sonntag zum Abschluss seines Besuchs in der peruanischen Hauptstadt Lima, wo er vor 1,3 Millionen Menschen eine Messe feierte.

Er beklagte das Leid der Armen, die in den Großstadt-Slums unter elenden Bedingungen ein Leben als „Halb-Bürger“ fristeten. Franziskus warnte vor jeglicher Toleranz gegenüber korrupten Politikern. „Wenn wir uns von Menschen führen lassen, die nur die Sprache der Korruption sprechen, dann sind wir erledigt“, sagte er kurz vor seiner Rückreise nach Rom.

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Afrin: Erdogans Werk und Putins Beitrag

Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan. Bild: Kreml/CC BY-4.0
Wie die Kurden Nordsyriens in einem geopolitischen Machtpoker zum Abschuss freigegeben wurden

Von Tomas Konicz | TELEPOLIS

„Allah uh akbar“ – mit diesem in Dschihadistenkreisen üblichen Schlachtruf starteten gestern Nacht erste Kampfverbände den Angriffskrieg der Türkei gegen das kurdische Kanton Afrin. Diese erste Angriffswelle besteht hauptsächlich aus islamistischen Rebellengruppen, die aus anderen Regionen Syriens von Ankara eiligst verlegt wurden – und die als Kanonenfutter in die Schlacht geschickt werden. Erst danach sollen türkische Bodentruppen in das belagerte kurdische Selbstverwaltungsgebiet einrücken, das der türkische Staatspräsident zu „erwürgen“ geschworen hat.

Dieser Feldzug, der nichts weniger als die Vernichtung der kurdischen Selbstverwaltung in Syrien zum Ziel hat (hiernach will Erdogan Manbij angreifen und „bis zur irakischen Grenze vorrücken“), wäre ohne die Freigabe des Luftraums über Afrin für türkische Kampfflugzeuge in dieser Intensität nicht möglich. Bereits am ersten Tag der Bombardements griffen türkische Flugzeuge in einer offensichtlichen Terrortaktik zivile Ziele direkt in Afrin an.

Den Luftraum über Afrin kontrolliert aber de facto Russland. Syrien ist längst aufgeteilt, filetiert in Einflusssphären, wobei Russland und der Iran westlich, die USA östlich des Euphrat ihre Claims abgesteckt haben. Rojava, die kurdische Selbstverwaltungsregion in Nordsyrien befindet sich somit sowohl in der amerikanischen, wie in der russischen Einflusssphäre. Afrin, wo vor kurzen noch russische Militäreinheiten stationiert waren, liegt im Einflussbereich Russlands.

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Wieder Konflikte zwischen Deutschen und Ausländern in Cottbus

Teilnehmer der Kundgebung des Vereins „Zukunft Heimat“ demonstrierten gegen die Flüchtlingspolitik. ©DPA
Cottbus kommt nicht zur Ruhe: Am Wochenende hat es neue Zusammenstöße zwischen Deutschen und Ausländern gegeben. Dazu kam es auf einer Demonstration zu Übergriffen gegen Journalisten.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

In Cottbus ist es abermals zu Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Ausländern gekommen. Auf einer privaten Geburtstagsfeier gerieten am Samstagabend eine 18-jährige Deutsche und ein 18 Jahre alter Syrer aneinander, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Unter anderem habe eine Person aus der Gruppe der neun Feiernden „Ausländer raus“ gerufen. Die Polizei habe Platzverweise erteilt und zwei Personen in Gewahrsam genommen, weil sie dem nicht folgten. Die 18-Jährige Deutsche habe zudem die Polizisten angegriffen und sei in die Polizeiinspektion gebracht worden. Ein Alkoholtest habe 1,14 Promille ergeben.

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Der OEZ-Mörder war rechtsradikal – nur die CSU will das nicht glauben

Am Tag nach dem Anschlag am 23. Juli 2016 entzünden ein Mann und sein Sohn Kerzen am U-Bahn-Eingang Olympia-Einkaufszentrum. (Foto: AFP)
Die Bayerische Landesregierung sieht den Anschlag immer noch als Rachereaktion auf Mobbing. Das ist nicht nur blind, der Politik entgeht damit auch eine wichtige Chance.

Von Martin Bernstein | Süddeutsche Zeitung

Das Münchner Landgericht hat mit seinem Urteil gegen den Waffenlieferanten des Attentäters vom Olympia-Einkaufszentrum auch bundesdeutsche Justizgeschichte geschrieben: Zum ersten Mal wurde ein Händler für Morde belangt, die mit einer von ihm verkauften Waffe verübt wurden. Doch die Bedeutung des Urteils reicht weit über diese juristische Grenzverschiebung und die verhängte Strafe von sieben Jahren wegen fahrlässiger Tötung hinaus.

Die Kammer nämlich hat sich nicht gescheut, den angeblichen „Amoklauf“ als das zu bezeichnen, was er in Wirklichkeit war. Die Richter hegen keine Zweifel an dem rassistischen, fremdenfeindlichen Motiv hinter dem Anschlag. Die einzigen, die jetzt noch daran zweifeln, sind die bayerische Staatsregierung und die CSU-Mehrheit im Landtag.

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Britisches Gesundheitssystem steht vor dem Zusammenbruch

foto: apa/afp/pool/eddie mulholland Englische Ärzte wandten sich mit einem Brandbrief an Premierministerin Theresa May: Das Gesundheitssystem gerate wegen der akuten Grippewelle zusätzlich unter Druck.
Opel 4 bewegt seit Wochen die Gemüter in britischen Krankenhäusern. Gemeint ist nicht die neueste Luxuslimousine des Chefarztes; der Name der deutschen Automarke steht im Englischen für „Operation Pressure Escalation Level“, zeigt also die Auslastung für Mensch und Maschine an. 4 ist der Höchstgrad, auf Deutsch: Alarmstufe Rot.

Von Sebastian Borger | derStandard.at

Ausgerechnet im 70. Jahr seines Bestehens – im Juli soll gefeiert werden – ist das vielgeliebte Nationale Gesundheitssystem NHS auf der Insel an seine Grenzen geraten. Winterkrisen gab es immer wieder. Diesmal aber führte eine Grippe-Epidemie zu einer nicht gekannten Eskalation. Auf vielen Stationen gibt es nicht genug Betten, vor den Notaufnahmen stauen sich die Krankenwägen, in den Spitälern selbst sterben Patienten auf den Gängen.

55.000 Operationen abgesagt

Allein in England mußten an die 55.000 geplante Operationen abgesagt werden, um mit den Notfällen fertig zu werden. Zustände „wie in der Dritten Welt“ oder „wie in einem Kriegsgebiet“, konstatierten aufgebrachte Notfallmediziner. „So schlimm wie derzeit habe ich es noch nicht erlebt“, sagt Nick Scriven, Chefarzt im nordenglischen Halifax und Präsident des Berufsverbands der Akutmediziner.

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German Naivität 2

Wilmersdorfer Ahmadiyya-Moschee von oben. Foto: Thomas Scherer / CC BY-SA 3.0 D
Über den nachlässigen Umgang mit dem fundamentalistischen Islam. Hintergründe zu einem Kommentar

Von Birgit Gärtner | TELEPOLIS

Am 26.11.2017 strahlte der Sender KinderKanal (KiKa) den Beitrag „Schau in meine Welt – Malvina, Diaa und die Liebe“ aus. Darin reden die deutsche Schülerin und ihr syrischer Freund offen über ihre Liebe und auch über die Schwierigkeiten einer solchen bi-nationalen Beziehung.

Viele Äußerungen des Syrers in dem Beitrag lassen auf ein fundamentales Islamverständnis schließen, wenngleich es auch Momente gibt, die dem widersprechen. Der Beitrag gibt einen offenen, dennoch sehr kleinen Einblick in die Beziehung der beiden. Demnach funktioniert diese, weil sie sich mehr oder weniger seinen durch tiefe Religiosität geprägten Ansprüchen fügt. Auch wenn sie klare Grenzen aufzeigt, z. B. wenn es um die Frage „Kopftuch“ geht.

Ob sie diese Grenzen wirklich wahren kann, oder ob entweder sie sich letztlich fügt, oder die Beziehung endet an dem Punkt, wo er seine Forderungen nachdrücklicher stellt, wird die Zukunft entscheiden. Allerdings steht nach dem Schock des Mordes, begangen an der 15jährigen Mia in Kandel die Frage im Raum, wie eine solche Trennung unter Umständen für das Mädchen ausgehen könnte.

Der Beitrag war vom Hessischen Rundfunk (HR) für KiKa, ein Gemeinschaftsprojekt von ARD und ZDF, produziert worden. Der HR hatte sich aufgrund der heftigen öffentlichen Debatte entschieden, den Film im eigenen Programm begleitet von einer Diskussion am vergangenen Samstag noch einmal auszustrahlen. Diese Debatte wurde offenbar als ungehörig empfunden.

„Was ist los in unserer Gesellschaft, dass der Film für so viel Aufregung sorgt?“, war auf dessen Webseite zu lesen. Darin spiegelt sich der gewohnte Umgang mit Fragen nach Problemen im Zusammenleben mit tief gläubigen Muslimen wider: Diese werden bestenfalls verharmlost und beschönigt, meistens aber in Abrede gestellt.

Dass auch der HR auf heile Multi-Kulti-Welt macht, wundert nicht angesichts der Tatsache, dass das Land Hessen Kooperationen mit fragwürdigen muslimischen Organisationen einging und ein fundamentaler Muslim als Vertreter des der türkischen Religionsbehörde Diyanet unterstellten Ditib-Landesverbandes Hessen einen Sitz im Rundfunkrat hat.

Unabhängig von der konkreten Liebesgeschichte, die nun von allen Medien in die Öffentlichkeit gezerrt wird, lässt sich an diesem Beispiel aufzeigen, welches fragwürdige Frauenbild in den Medien, einem Sender, dessen primäre Zielgruppe 10- bis12-Jährige sind zumal, transportiert wird, nämlich das der anpassungsfähigen sanften Gespielin, welche zwar Ansprüche stellen, nicht aber auf deren Realisierung beharren darf.

Zudem ist problematisch, welche Vorstellung von Musliminnen und Muslimen in den Kinderköpfen verankert werden, nämlich der streng religiösen, stetig betenden, männlich dominierten Gesellschaft, Mädchen und Frauen mit dem scheinbar unvermeidbaren Kopftuch.

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Facebook bekräftigt Kritik an deutschem Gesetz gegen Hass im Netz

Symbolbild – REUTERS
Das sogenannte Netzwerkdurchsetzungsgesetz gehe weiter als es sollte, kritisiert Facebook: „Es macht uns zu Richtern, Geschworenen und Vollstreckern.“

Die Presse.com

Facebook hat seine Kritik an dem deutschen Gesetz gegen Hass im Netz bekräftigt. Das sogenannte Netzwerkdurchsetzungsgesetz gehe weiter als es sollte, sagte Kommunikations- und Politikchef Elliot Schräge am Sonntag auf der Innovationskonferenz DLD in München. „Das Gesetz macht uns zu Richtern, Geschworenen und Vollstreckern, und ich denke, das ist eine schlechte Idee.“ Online-Plattformen sollten nicht die politische Debatte in Deutschland bestimmen.

Das Gesetz (NetzDG) schreibt vor, dass Online-Plattformen klar strafbare Inhalte binnen 24 Stunden nach einem Hinweis löschen müssen – und in weniger eindeutigen Fällen eine Woche Zeit haben. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu 50 Millionen Euro.

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SPD-Parteitag stimmt für Koalitionsverhandlungen mit Union

SPD-Chef Schulz. – APA/AFP/SASCHA SCHUERMANN
Nach kontroverser Debatte machen die Delegierten des SPD-Sonderparteitages in Bonn mit 362 zu 279 Stimmen den Weg für Koalitionsverhandlungen mit der Union frei und folgen damit einer entsprechenden Empfehlung der Parteispitze.

Die Presse.com

Die deutschen Sozialdemokraten haben den Weg für Koalitionsverhandlungen mit der Union freigemacht. Die Delegierten gaben beim Sonderparteitag am Sonntag in Bonn nach mehrstündiger kontroverser Debatte Grünes Licht für eine entsprechende Empfehlung der Parteispitze. Für Verhandlungen stimmten 362 der 642 Delegierten und Vorstandsmitglieder. 279 waren dagegen, einer enthielt sich.

Vor gut einer Woche hatten sich CDU/CSU und Sozialdemokraten auf ein Sondierungspapier geeinigt, das die Grundlage für Verhandlungen über eine neue gemeinsame Regierung bilden soll. In der SPD gibt es große Vorbehalte gegen die Neuauflage des schwarz-roten Bündnisses.

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Pseudo, Eso und mehr – „Akasha Kongress Back2Health“ in Bergheim

Veranstaltungshalle „Medio“ in Bergheim. Bildnachweis: Vlaminck; via Kölnische Rundschau
Der Betrieb „BM.Cultura“ der Stadt Bergheim hält es für einen völlig normalen Vorgang, seine örtliche Veranstaltungshalle „Medio“ für den diesjährigen „Akasha Kongress – Back2Health“ zur Verfügung zu stellen. Bei dieser Veranstaltung handelt es sich um einen Pseudomedizin- und Esoterikkongress der schlimmsten Sorte.

Susannchen-Team

Es sei erwähnt, dass die Stadt Bergheim bereits auf unrühmliche Veranstaltungen wie den Quer-denken-Kongress 2016In neuem Fenster öffnen zurückblicken kann, von dem man sich seinerzeit gerade noch pflichtschuldigst distanzierte. Gelernt hat man daraus offenbar nichts.

Beispielsweise soll dort die Jim Humble-Vertraute Kerri Rivera , auch als „MMS-Päpstin“ bezeichnet, für die „Behandlung“ von Kindern mit Chlorbleiche werben (sie will durch diese systematische Misshandlung ihren eigenen Sohn von Autismus geheilt haben und geht damit weltweit hausieren). Rivera trägt den stolzen Titel minister of the Genesis II Church of Health and Healing,  also einer „Priesterin“ von Jim Humbles Scheinkirche, die versucht, das Verbot von MMS-Therapien in den USA dadurch zu umgehen, dass sie die Behandlung als „Gottesdienst“ ausgibt. Als Homöopathin bezeichnet sie sich übrigens auch…

Auch „alternative Krebsheilung“ fehlt nicht, mit Kurkuma, einer Substanz, der bislang bei wissenschaftlichen Untersuchungen kein medizinischer Effekt zugesprochen werden konnte (sehr wohl aber gut geeignet für vielfältige Verwendung in der Küche). Und es ist noch schlimmer: Bei manchen der Kongressteilnehmer ist eine esoterisch-rechtslastige, teilweise der Reichsbürgerszene zugeneigte Haltung belegbar. Was einmal mehr zeigt, dass im Bereich des Schwurbels die Übergänge oft fließend sind.

Der Physiker und Skeptiker Dr. Holm Hümmler hat mit 26 Mitunterzeichnern die Problematik in einem offenen Brief an den Bergheimer BürgermeisterIn neuem Fenster öffnen dargelegt und begründetIn neuem Fenster öffnen und gebeten, alle Möglichkeiten zu prüfen, diesen „Kongress“ in einer von der öffentlichen Hand betriebenen Veranstaltungshalle nach Möglichkeit noch zu verhindern. Mehr Informationen finden sich hier auf der Webseite von Dr. Holm Hümmler.

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NetzDG: Facebook sperrt Karikaturisten Schwarwel

(Bild: Schwarwel)
In seiner Zeichnung nahm der Schwarwel die rassistische H&M-Werbung aufs Korn. Facebook und Instagram verstanden jedoch keinen Spaß.

Von Hartmut Gieselmann | heise online

Der in Leipzig wohnende Karikaturist Thomas Meitsch, alias Schwarwel, ist in der vergangenen Woche als Administrator seiner Facebook-Seite gesperrt worden. Als Begründung führte Facebook an, seine Karikatur würde gegen die „Allgemeinen Gemeinschaftsstandards“ verstoßen. Zuvor war das Bild bereits am Montag auf Instagram gesperrt worden. Es sei inzwischen die zweite Sperrung, die Facebook gegenüber dem Künstler verhängt hätte, so Schwarwel.

Das Bild nimmt Bezug auf eine Werbekampagne des Kleidungsherstellers H&M, in der ein dunkelhäutiger Junge mit einem grünen Kaputzenpulli und der Aufschrift „Coolest Monkey in the Jungle“ zu sehen ist. Schwarwel nahm zudem Bezug auf einen Tweet des AFD-Bundestagsabgeordneten Jens Maier, der Noah Becker, Sohn der Schauspielerin Barbara Becker, als „Halbneger“ bezeichnet hatte.

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Mehr Globalisierung bedeutet mehr Migration

Der Migrationsforscher Martin Doevenspeck hat die europäische Politik zur Eindämmung von Fluchtbewegungen aus Afrika kritisiert. Mit der derzeitigen punktuellen Entwicklungshilfe würden die Fluchtursachen nicht wirklich bekämpft, sagte Professor für Politische Geografie an der Universität Bayreuth dem Bremer „Weserkurier“ (Sonntag).

evangelisch.de

„Dann erhöht sich vielleicht irgendwann das Einkommen im Schnitt um zwei oder drei Dollar am Tag. Aber nur deshalb bleibt ja kein Mensch dort.“ Es sei empirisch nachgewiesen, dass die Menschen mobiler würden, je mehr Geld sie hätten.

Letztlich sei die Globalisierung verantwortlich für Migrationsbewegungen, erklärte Doevenspeck. Die Verbreitung von Lebensstilen und die verbesserten Reisemöglichkeiten heizten die Migration an. „Der Wunsch nach bestimmten Lebensstilen ist ein globales Phänomen.“ Afrika habe eine überwiegend junge Bevölkerung, die kaum wirtschaftliche Chancen habe. „Sie vermissen Möglichkeiten, sich zu verwirklichen. Oder sie wollen einfach nur ein besseres Leben führen.“

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„Wir haben ein sexualisiertes, ein gläubiges Verhältnis zum Geld“

Auge mit Euo-Zeichen (imago/blickwinkel)
„Potente“ Unternehmen „befriedigen“ ihre Gläubiger – allein die Sprache mache deutlich, welche Rolle Sexualität und Religion in unserem Verhältnis zum Geld spielen, sagt der Philologe Jochen Hörisch. Auch die Wirtschaftswissenschaft sei höchst irrational.

Von Jochen Hörisch im Gespräch mit Christian Rabhansl | Deutschlandfunk Kultur

Christian Rabhansl: Geld wird in Zahlen gemessen und in Euro und Cent. Schließlich wollen wir nicht nur so ungefähr wissen, was da auf dem Konto liegt, sondern wir wollen es genau wissen. Es würde uns ja auch nichts nützen, wenn wir den Kontostand abfragen, und dann stünde da „viel“ oder „wenig“. Wir wollen es genau wissen, wie tief wir in den Miesen stecken oder ob da vielleicht sogar 20.000 Euro liegen. Geld ist also etwas höchst Rationales, könnte man denken. Aber dann hat man noch kein Buch von Jochen Hörisch gelesen. Der Mannheimer Philologe befasst sich schon sehr lange mit der Irrationalität des Geldes, und genau so, „Die Irrationalität des Geldes“ lautet auch der Titel eines Textes, den er jetzt in einem Sammelband über das Geld veröffentlicht hat. Guten Tag, Herr Hörisch!

Jochen Hörisch: Guten Tag, Herr Rabhansl!

Rabhansl: 20.000 Euro auf dem Konto oder nicht 20.000 Euro – man könnte denken, das ist eine höchst rationale Zahl. Aber genau mit einem solchen Gedankenexperiment beginnen Sie Ihren Text und sagen „Stimmt nicht“. Warum nicht?

Hörisch: Man muss nicht Philologe sein, um auf die Idee zu kommen, dass das, was da liegt, eine ganz seltsame Zeichenqualität hat. Man fragt sich ja immer, ist an diesem Kontoauszug irgendetwas dran, ist das gedeckt? Und schon der Begriff der Deckung – ein Hengst kann eine Stute decken – ist eigentlich ganz eigentümlich. Und wenn man sich näher heranzoomt, merkt man, dass das Geld mit sehr irrationalen Grundbegrifflichkeiten aus der sexuellen oder aus der religiösen Sphäre, also aus Sphären, die wir ja nicht als sonderlich rational begreifen, verbunden ist. Dann hat man ein Unternehmen, das „potent“ ist. Und wenn es potent ist, dann kann ich meine Gläubiger „befriedigen“.

Was sollen solche Begriffe wie „Potenz“ oder „Gläubiger befriedigen“? Wir merken sehr schnell, auch in der Art und Weise, wie wir psychologisch das Geld besetzen, dass wir ein nicht rationales, ein gieriges, ein eher sexualisiertes, ein gläubiges, ein verrücktes Verhältnis zum Geld haben. Insofern sind die 20.000 nicht bloß eine Ziffer, sondern auch die Bezeichnung für eine eher magische Potenz.

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Was Großwildjagd zum Naturschutz beitragen kann

foto: picturedesk / bill young / danita delimoent Oryxantilopen, Zebras und Giraffen tummeln sich im Etosha-Nationalpark, Namibia. Das Land ist Vorbild bei der nachhaltigen Jagd.
Forscher schlagen ein Zertifizierungssystem, das Geld für den Naturschutz bringen kann, für eine nachhaltige Jagd von Großwild vor

Von Juliette Irmer | derStandard.at

Der Löwe Cecil erlangte traurige Berühmtheit: Er wurde 2015 von einem US-amerikanischen Zahnarzt erschossen – obwohl er von Forschern mit einem Sendehalsband ausgestattet war und im Hwange-Nationalpark in Simbabwe lebte. Sein Tod löste weltweit massive Proteste und Debatten über die unethischen Praktiken der Trophäenjagd aus. Folglich verboten einige Länder, etwa Australien und die Niederlande, die Einfuhr von Trophäen wie Stoßzähnen, Haut und Kopf. Eine Maßnahme, die die Jagdindustrie empfindlich trifft, denn ein Trophäenjäger ohne Trophäe ist wie ein Fotograf ohne Fotos.

Etliche Tierschutzorganisationen wie Vier Pfoten, Pro Wildlife und auch der Nabu fordern auch für Deutschland und Österreich ein pauschales Einfuhrverbot von Jagdtrophäen, denn Cecil sei kein Einzelfall und die Trophäenjagd ein grausames Relikt aus der Kolonialzeit. Doch die Weltnaturschutzunion IUCN und zahlreiche Wissenschafter – auch jene, die nun Cecils Nachkommen in Simbabwe beobachten – warnen davor, die Trophäenjagd grundsätzlich zu verdammen, und empfehlen, Einfuhrverbote gut abzuwägen: „Unter bestimmten Bedingungen kann die Trophäenjagd zum Naturschutz beitragen“, sagt auch Thomas Wanger, Agrarökologe an der Universität Göttingen.

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Türkische Offensive in Syrien fordert erste Zivilopfer

Rauch steigt über von der türkischen Armee getroffenen Zielen in Nordsyrien auf. – REUTERS
Ankara fliegt Angriffe auf Stellungen kurdischer Milizen in Nordsyrien. Für die rund eine Million Menschen, die in den rund 360 Dörfern und Städtchen von Afrin leben, ist die Lage prekär.

Die Presse.com

Die seit Tagen angekündigte Bodenoffensive der Türkei in der nordsyrischen Grenzregion hat nach den Worten von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am Samstagnachmittag „de facto“ begonnen. Die Türkei werde „Schritt für Schritt“ einen „Terror-Korridor“ zerstören, den die YPG errichtet habe. Die türkische Luftwaffe flog Angriffe auf mutmaßliche Stellungen der kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG.

Nach türkischen Militärangaben wurde unter anderem der von der YPG kontrollierte Militärflughafen Minnigh nördlich von Aleppo bombardiert. Zudem rückten protürkische Milizionäre der Freien Syrischen Armee (FSA) vor. Insgesamt seien 108 Ziele angegriffen worden. 72 Flugzeuge seien beteiligt gewesen und sicher zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt. Auch IS-Ziele seien zerstört worden. Die Kurdeneinheiten reagierten am Sonntag mit Raketenangriffen auf die Grenzprovinz Kilis in Südostanatolien.

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Neuer Judenhass in Frankreich: „Ihr werdet verbrennen“

foto: afp photo / alain jocard Drei Jahre nach der Geiselnahme in einem Supermarkt in Paris wurde dieses Geschäft Opfer eines Brandanschlags.
Rabiate Antisemiten sind in Frankreich aktuell meist Muslime – Immer öfter geraten einfache jüdische Bürger in ihr Visier

Von Stefan Brändle | derStandard.at

Das Hakenkreuz ist verkehrt gezeichnet, und die mit grünem Filzstift gekritzelten Worte sind voller Rechtschreibfehler. Aber der Sinn des jüngsten Schreibens, den das jüdische Zentrum der Vorortsgemeinde La Varenne Saint-Hilaire im Pariser Osten diese Woche erhalten hat, ist glasklar: „Drecksjuden, Bande von Bastarden, nach Créteil werdet ihr verbrennen.“

Was mit „Créteil“ gemeint ist, wissen die Franzosen auch nur zu gut: In dieser Vorstadt südöstlich von Paris brannte in der Nacht auf den 9. Jänner ein kleiner jüdischer Supermarkt aus, nachdem die Brandstifter Hakenkreuze auf die Wände gesprayt hatten. Das Lokal war mit „Hypercacher“ angeschrieben gewesen – genau wie jenes Geschäft, das genau drei Jahren zuvor, nach dem blutigen islamistischen Terrorangriff auf die Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“, Schauplatz einer Geiselnahme mit vier Toten geworden war.

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