Gelbwesten: Kreisel ohne Ausgang?

Archivbild vom 29. Dezember 2018: Versammlung vor dem Ratshaus in Belfort. Foto: Thomas Bresson / CC BY 4.0
Beim gestrigen Acte XIV bestätigen sich Grenzen der Mobilisierung für die Demonstrationen. Ein antisemitischer Zwischenfall wirft ein hässliches Licht auf Teilnehmer der Proteste

Thomas Pany | TELEPOLIS

Vor genau drei Monaten, am 17.November 2018, kam es zum ersten Protest der Gilets jaunes (Gelbwesten). Niemand hatte damals vorausgesehen, welche Dimension die „Kreiselverkehr-Blockaden“ annehmen würden. Mittlerweile ist „La France périphérique“ ein politisches Schlüsselwort geworden, das für einen neuen Blick auf die Schichten steht, die als Verlierer der Wirtschaftspolitik der letzten Jahrzehnte gelten.

Eindruck der Stagnation

Welche neue politische Form sich aus den Gelben Westen entwickeln würde, war ziemlich bald die Frage, als sich zeigte, welche politische Wucht die Gilets jaunes in der französischen Öffentlichkeit erhielten. Unter den Organisatoren der Bewegung wurde sehr darauf geachtet, Distanz zu bekannten, etablierten politischen Akteuren, Parteien und Gewerkschaften, wahren. Die Dauerfrage, wohin sich die Protestbewegung bewegt, stellt sich nach dem gestrigen Acte XIV weiterhin – mit einem deutlich stärkeren Eindruck der Stagnation.

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Hunderttausende indigene Frauen wurden in den 1990er-Jahren in Peru zwangssterilisiert

Bild: tagesschau.de
Hunderttausende indigene Frauen wurden in den 1990er-Jahren in Peru zwangssterilisiert. Die Begründung: Armutsbekämpfung. Bis heute warten sie auf Entschädigung.

Von Matthias Ebert | tagesschau.de

Die Krankenschwestern kamen in Begleitung von Polizisten und schlugen die Tür von Rute Zuñigas Lehmhütte auf. Kurz darauf saß die Quechua-Frau aus einem Andental bei Cusco im örtlichen Gesundheitszentrum. Im Behandlungszimmer erklärten ihr die Ärzte, dass Zuñiga jetzt zwangssterilisiert werde – während ringsherum miserable hygienische Bedingungen herrschten.

Hände und Beine festgebunden

Als sich die damals 28-Jährige wehrte, band man ihr Hände und Beine fest, bevor die Operation losging. Weil die Betäubung offenbar nicht stark genug war, spürte Zuñiga, wie am Ende ihre Wunde zusammengenäht wurde.

All das passierte am 10. Februar 1999 – ein Datum, welches Zuñiga nie mehr vergessen wird. Die Bäuerin hatte bereits vier Kinder und ihr Mann gibt ehrlich zu, dass er heute froh ist, dass die arme Familie durch den Zwangseingriff nicht noch kinderreicher wurde. Doch für Zuñiga ist das Leben seitdem nicht mehr dasselbe.

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Ukraine: Manipulation eines Bundestagsprotokolls

Plenarsaal mit den Stenografenplätzen (Bildmitte). Bild: J. Tauss
Warum geht die Bundesregierung nicht gegen die ukrainische „Mirotworez“-Liste vor?

Jörg Tauss | TELEPOLIS

Noch immer werden alle Sitzungen im Plenum des Deutschen Bundestags stenografisch festgehalten. Von jenen Damen und Herren, die im Halbrund vor dem Rednerpult ihre Plätze haben. Sie übersenden die jeweiligen Aufzeichnungen später an Rednerinnen und Redner, die sie dann nochmals bestenfalls auf eventuelle „Verhaspler“ überprüfen und erforderlichenfalls korrigieren können.

Allerdings dürfen diese Korrekturen gemäß Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages „den Sinn der Rede oder her einzelnen Teile davon nicht verändern“ (§118 GO- BT).

Damit soll sichergestellt sein, dass das tatsächliche Sitzungsgeschehen korrekt wiedergegeben wird. Umso inakzeptabler ist es dann aber, wenn der Bundestag gegen seine eigenen Vorschriften verstößt.

Jetzt flog ein eklatanter Fall eines Verstoßes aus dem Jahr 2017 auf – die Vorgänge sind aber noch immer aktuell. Äußerungen des Staatsministers im Auswärtigen Amts, Michael Roth (SPD) wurden gegenüber dem tatsächlichen Verlauf der Bundestagsfragestunde schon damals massiv verändert. Dies ergab ein Vergleich des Videos vom Sitzungsgeschehen:

Dieses Originalvideo unterscheidet sich erheblich und nicht nur in Details vom dann tatsächlich veröffentlichten schriftlichen Sitzungsprotokoll.

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Debatte um „Geisterwähler“: Türkei streicht 90.000 Namen aus Wählerlisten

In der Türkei wird bald gewählt. – REUTERS
Die Opposition behauptete vor den Kommunalwahlen, es gebe Tausende „Geisterwähler“. Nun hat die Wahlbehörde mehr als 90.000 Namen aus den Listen gestrichen.

Die Presse

Nach heftigen Debatten über sogenannte Geisterwähler hat die türkische Wahlbehörde mehr als 90.000 Namen aus den Listen gestrichen, mit denen sich Bürger für die Kommunalwahlen im März registrieren lassen konnten. Auf den Listen seien bisher 91.093 Wähler gefunden worden, die nicht am angegebenen Wohnort gemeldet waren, sagte der Chef der Behörde, Sadi Güven, nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag in der Hauptstadt Ankara.

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«Gelbwesten» protestieren wieder in Frankreich

In Paris demonstrierten die «Gelbwesten» auch an diesem Wochenende wieder gegen die Mitte-Regierung. (Bild: Sameer Al-Doumy / Imago)
Fast auf den Tag genau drei Monate nach Beginn der «Gelbwesten»-Proteste in Frankreich haben erneut Tausende Menschen gegen die Politik der Pariser Mitte-Regierung demonstriert.

Neue Zürcher Zeitung

In der Hauptstadt verlief der Protest zunächst überwiegend friedlich, wie die Polizei mitteilte. Vereinzelt setzten die Sicherheitskräfte demnach Tränengas ein. Teilnehmerzahlen gab es zunächst nicht.

Auch in vielen anderen Städten fanden wieder «Gelbwesten»-Demonstrationen statt, darunter Marseille, Bordeaux und Strassburg. Auch hier blieb die Lage Berichten zufolge weitgehend friedlich. In Toulouse blockierten einige Dutzend «Gelbwesten» einen Standort des Online-Versandhändlers Amazon, wie der Sender BFMTV berichtete. Die Demonstranten versperrten demnach Lastwagen zeitweilig die Zufahrt zu dem Warenlager.

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„Für bezahlbare Wohnungen ist der Staat zuständig“

Luxuswohnungen am Schinkelplatz in Berlin: Käufer finden sich genügend Quelle: FRANKONIA Eurobau AG
Exklusive Neubauten in der Innenstadt sind das Geschäft von Frankonia. Der Chef beobachtet die Diskussion um bezahlbaren Wohnraum mit Sorge. Man könne nicht erwarten, dass Immobilienunternehmen auf Gewinne verzichteten, damit es den Mietern gut gehe.

Von Michael Fabricius | DIE WELT

Die Frankonia Eurobau ist bekannt für exklusive Neubauten in zentraler Stadtlage – beispielsweise das Andreas Quartier in Düsseldorf, die Sophienterrassen in Hamburg und Luxuswohnungen auf dem Berliner Schinkelplatz. Für solche Immobilien gebe es immer einen Abnehmer, sagt Frankonia-Chef Uwe Schmitz. Dennoch macht ihm die Diskussion um bezahlbares Wohnen Sorgen. Er warnt vor fehlgeleiteten Subventionen. Und vor einer Rückkehr hässlicher Sozialwohnungen.

WELT AM SONNTAG: Herr Schmitz, die Frankonia Eurobau hat in den vergangenen Jahren etliche hochwertige Wohnquartiere gebaut. Die Preise liegen in der Oberklasse. Allerdings dauert es auch lange, bis Käufer gefunden sind. Ist der Luxusmarkt gesättigt?

Uwe Schmitz: Generell ist das abhängig vom Standort. Aber für die Preisklasse oberhalb von zwei Millionen Euro muss ich sagen: Die Vermarktung dauert heute nicht länger als vor 15 Jahren. Da hat sich nicht viel geändert. Ich glaube, dass ich das ganz gut beurteilen kann. Wir haben in den letzten Jahren Wohnungen im Wert von 550 Millionen Euro in diesem Segment verkauft. Jetzt wird gemutmaßt, da sei am Bedarf vorbeigebaut worden. Das stimmt aber nicht.

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Warum der Staat den Kirchen immer noch Geld zahlt

Bild: © dpa/Hendrik Schmidt
Regelmäßig wird über die Staatsleistungen an die beiden großen Kirchen diskutiert. Eigentlich sollten diese Zahlungen – im vergangenen Jahr rund 520 Millionen Euro – schon vor 100 Jahren abgeschafft werden. Doch passiert ist bislang nichts. Schuld daran sind aber nicht die Kirchen.

Von Steffen Zimmermann | katholisch.de

Am vergangenen Mittwoch wurde in Weimar an den 100. Jahrestag der konstituierenden Sitzung der Weimarer Nationalversammlung erinnert. Bei einem Festakt im Deutschen Nationaltheater – dem damaligen Verhandlungsort – lobten Redner wie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Arbeit der Nationalversammlung, die damals in wenigen Monaten die erste demokratische Verfassung Deutschlands ausgearbeitet und am 31. Juli 1919 verabschiedet hatte.

Obwohl die erste demokratische Republik auf deutschem Boden nur knapp 14 Jahre später vom Nationalsozialismus abgelöst wurde und deshalb als gescheitert gilt, wurden bei der Ausarbeitung des heutigen Grundgesetzes zahlreiche Inhalte der Weimarer Reichsverfassung für die Bundesrepublik übernommen.

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Spahn will Therapien gegen Homosexualität verbieten

Jens Spahn (rechts) mit seinem Partner Daniel Funke. – APA/AFP/DPA/GREGOR FISCHER
Jens Spahn will sogenannte Kornversionstherapien verbieten. Der Politiker geht mit seiner Homosexualität offen um: „Ich sage immer: Der liebe Gott wird sich was dabei gedacht haben.“

Die Presse

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn will sogenannte Konversionstherapien gegen Homosexualität verbieten. „Homosexualität ist keine Krankheit, und deswegen ist sie auch nicht therapiebedürftig“, sagte Spahn der „tageszeitung“ aus Berlin vom Freitag. Gemeinsam mit dem Justizministerium werde er bis zum Sommer einen Vorschlag für eine Verbotsregelung erarbeiten.

Sogenannte Konversionstherapien zielen darauf ab, Schwule und Lesben heterosexuell zu machen. „Ich halte nichts von diesen Therapien, schon wegen meines eigenen Schwulseins“, sagte Spahn der „taz“. „Ich sage immer: Der liebe Gott wird sich was dabei gedacht haben.“

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Giftgasangriff? Was ist in Duma am 7. April 2018 passiert?

Der Gaskanister im Bett. Screenshot
Für die USA waren die Bilder der Weißhelme Beweis genug zur Bombardierung, ein investigativer US-Journalist hat sich bemüht, den Nebel des Krieges und der Propaganda vorurteilslos zu durchdringen.

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Passend zur Münchener Sicherheitskonferenz, wo die Veranstalter wie jedes Jahr einen drohenden Zusammenbruch, dieses Mal der „liberalen Weltordnung“, beschwören, ist auf Intercept der Bericht von James Harkin, Direktor des Centre for Investigative Journalism und Mitglied des Shorenstein Center der Harvard University, erschienen, der sich noch einmal den angeblichen Giftgasangriff auf das syrische Duma (Douma) im April 2018 vorgenommen hat (Das lässt aufhorchen: Angeblicher Chemiewaffenangriff in Ost-Ghouta).

Er war bereits Anfang Juli 2018 nach Duma gereist, um sich die Lage vor Ort anzusehen. Seine Reportage ist Pflichtlektüre, auch wenn man letztlich zu anderen Schlüssen kommen mag. Klar ist auf jeden Fall, dass viele Menschen umkamen, letztlich ist es egal, ob sie Opfer einer chemischen Waffe oder einer normalen Bombe wurden.

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Studie über Konservatismus: Ohne Inhalte regiert es sich besser

Neun Jahre nach der „Wende“: die Outsiderin Angela Merkel, damals Bundesfrauenministerin, und der föderale Insider Helmut Kohl 1991 auf dem CDU-Parteitag. Bild: dpa
Defizite, die vielleicht ja doch ein Vorteil sind: Thomas Biebricher sorgt sich um den Zustand des deutschen Konservatismus und wirft einen Blick auf die Ära Kohl. Eine wunderbar lesbare Studie.

Von Philip Manow | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Was macht eigentlich …? Wer so fragt, liefert mit der Frage auch immer schon eine „Lange nichts mehr gehört von“-Diagnose mit. Konservative sollten sich also sorgen, wenn man sich so um sie sorgt wie Thomas Biebricher in „Geistig-moralische Wende. Die Erschöpfung des deutschen Konservatismus“. Und richtig, was sich schon im Titel ankündigt, formt sich dann nach gut dreihundert Seiten einerseits Debattenrekonstruktion, andererseits nacherzählter politischer Ereignisgeschichte seit 1982, dem Geburtsjahr ebenjener titelgebenden geistig-moralischen Wende, auch in den Schlussfolgerungen zu einem insgesamt eher ernüchternden Bild: „bedenklicher Zustand“, „mit Händen zu greifende Verflachung“, „weitgehende Austrocknung der substantiellen Sinnreservoire“, „Entsubstanzialisierung“. Und so weiter.

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Why Misinformation Is About Who You Trust, Not What You Think

Image: NAUTILUS
Two philosophers of science diagnose our age of fake news.

By Brian Gallagher & Kevin Berger | NAUTILUS

I can’t see them. Therefore they’re not real.” From which century was this quote drawn? Not a medieval one. The utterance emerged on Sunday from Fox & Friends presenter Pete Hegseth, who was referring to … germs. The former Princeton University undergraduate and Afghanistan counterinsurgency instructor said, to the mirth of his co-hosts, that he hadn’t washed his hands in a decade. Naturally this germ of misinformation went viral on social media.

The next day, as serendipity would have it, the authors of The Misinformation Age: How False Beliefs Spread—philosophers of science Cailin O’Connor and James Owen Weatherall—sat down with Nautilus. In their book, O’Connor and Weatherall, both professors at the University of California, Irvine, illustrate mathematical models of how information spreads—and how consensus on truth or falsity manages or fails to take hold—in society, but particularly in social networks of scientists. The coathors argue “we cannot understand changes in our political situation by focusing only on individuals. We also need to understand how our networks of social interaction have changed, and why those changes have affected our ability, as a group, to form reliable beliefs.”

O’Connor and Weatherall, who are married, are deft communicators of complex ideas. Our conversation ranged from the tobacco industry’s wiles to social media’s complicity in bad data. We discussed how science is subtly manipulated and how the public should make sense of contradictory studies. The science philosophers also had a sharp tip or two for science journalists.

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Welcome back, Frau Scharia-Polizei

Themenbild.
Die IS-Anhängerin Fatima M. verbüßte im Irak eine Haftstrafe und kehrt nun zurück. Allem Anschein nach in ein salafistisches Milieu

Birgit Gärtner | TELEPOLIS

Vor wenigen Tagen kehrte Fatima M. aus der irakischen Gefangenschaft nach Deutschland zurück. Die tschetschenisch-stämmige Frau lebte mit ihrem Mann Magomed A. und zwei Söhnen (damals 4 und 8 Jahre alt) im nordrhein-westfälischen Detmold, bevor sie 2015 mit ihrer Familie nach Syrien ausreiste.

Laut Tagesschau ging die Reise weiter in den Irak, dort schlossen sie sich dem IS an und ließen sich in „einer einst christlichen Kleinstadt nahe Mossul nieder. Ihr Ehemann sei wenige Monate nach der Ankunft dort bei Gefechten ums Leben gekommen.“
Mitglied der Sittenpolizei

Fatima M. soll im Juli 2017 gemeinsam mit anderen IS-Frauen, darunter weitere Deutsche, in einem Tunnelsystem in Mossul entdeckt worden sein. Ihnen wurde vorgeworfen, zu den berüchtigten al-Ahansar-Brigaden gehört zu haben, einer weiblichen Sittenpolizei des IS, und auf Einhaltung der Vollverschleierung geachtet und bei Zuwiderhandlung die betreffenden Frauen ausgepeitscht und gefoltert zu haben.

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Volker Beck: Islamverbände sind keine Religionsgemeinschaften – „Kein Stein bliebe auf dem anderen“

Volker Beck fordert „aktivere Religionspolitik“ © Wilhei (Pixabay)
Falls die großen Islamverbände in Deutschland als Religionsgemeinschaften anerkannt werden, sieht der Grünen-Politiker Volker Beck eine Gefahr für das deutsche Religionsverfassungsrecht. Er sprach von „politisierten religiösen Vereinen“.

DOMRADIO.DE

Zur Begründung verwies der Ex-Bundestagsabgeordnete, der heute am „Centrum für Religionswissenschaftliche Studien“ der Ruhr-Universität Bochum lehrt, am Mittwoch bei einer Tagung des Deutschen Richterbunds in Berlin auf eine Steuerung der Verbände aus der Türkei. Wenn „politisierte religiöse Vereine in die Rechte von Religionsgemeinschaften“ einrückten, seien die Fundamente „des bewährten deutschen Religionsverfassungsrechts“ bedroht. „Dann ginge die ordnende Kraft unseres Religionsverfassungsrechts verloren, und kein Stein bliebe da auf dem anderen“, fügte er hinzu.

Beck bezog sich auf eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts im vergangenen Dezember in einem seit über 20 Jahren laufenden Rechtsstreit zum islamischen Religionsunterricht an Schulen in Nordrhein-Westfalen.

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Fünf Medizin-Probleme von Frauen, für die Jens Spahn wirklich mal fünf Millionen Euro locker machen sollte

Bild: bento.de
Damit Forschung macht, was sie kann: Leben retten!

Thembi Wolf | bento

Für fünf Millionen Euro will Gesundheitsminister Jens Spahn die seelischen Langzeitfolgen von Abtreibungen untersuchen lassen. Klingt erstmal gut: Über 100.000 Frauen treiben in Deutschland jährlich ab, die meisten davon zwischen 18 und 34. Was macht das eigentlich mit denen? Sind sie traumatisiert oder nur traurig? Bereuen sie das?

Weil diese Fragen naheliegend sind, haben sich das schon jede Menge Forscherinnen und Forscher gefragt und die Antworten veröffentlicht.

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Wie ein mehrfach verurteilter Arzt während Jahren Patienten behandeln kann

Ingo Malm hält die Aargauer Behörden seit 13 Jahren auf Trab. (Bild: Fabian Hägler / AZ)
Dem deutschen Arzt Ingo Malm wurde 2012 die Praxisbewilligung entzogen, trotzdem war er im Aargau bis vor kurzem aktiv. Seine Geschichte zeigt, warum Behörden kriminellen schwarzen Schafen das Handwerk nur schwer legen können.

Erich Aschwanden | Neue Zürcher Zeitung

Der erste Schweizer Zeitungsartikel über Doktor Ingo Malm war von Bedauern gekennzeichnet. «Arzt packt das Köfferchen», titelte im Juni 2006 die «Berner Zeitung». Der aus Deutschland zugezogene Mediziner erhielt von der bernischen Gesundheitsdirektion keine Bewilligung für die Übernahme einer Praxis in Koppigen im Emmental. Grosszügiger zeigte sich der Aargau, erhielt Malm doch die Bewilligung für eine Arztpraxis in Rudolfstetten.

Es ist nicht dokumentiert, wie oft die Aargauer Behörden diesen Entscheid seither verflucht haben. Ingo Malm gehört nämlich zu jenen Ärzten, denen die Berufsbewilligung entzogen wurde, die aber ungehemmt weiterpraktizieren. Gemäss einem Bericht von Radio SRF waren es inklusive Malm nur gerade achtzehn Ärzte, die seit 2013 ihre Bewilligung verloren haben.

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Napoleon und die Kirchen – der Papst und die Revolution: Pius salbt den Kaiser

Krönung von Napoleon Bonaparte in Anwesenheit von Papst Pius VII. © Wikimedia Commons/gemeinfrei
Der Papst als Verräter? Als Pius VII. Napoleon bei der Kaiserkrönung salbte, waren die Monarchisten empört – segnete das Kirchenoberhaupt damit doch die Französische Revolution. Doch Pius war alles andere als willfährig.

DOMRADIO.DE

Frankreich feiert in diesem Jahr den 250. Geburtstag von Napoleon Bonaparte. Der Feldherr und Kaiser, der am 15. August 1769 im korsischen Ajaccio zur Welt kam, hat Europas Landkarte umgekrempelt. Auch für Katholizismus und Kirche war seine Herrschaft ein Wendepunkt.

„Ich sterbe in der apostolischen und römischen Religion, in deren Schoß ich vor mehr als 50 Jahren geboren wurde.“ So heißt es im Testament, das Napoleon 1821 kurz vor seinem Tod am 15. Mai in der Verbannung auf St. Helena diktierte. Zuvor hatte er von zwei italienischen Patres die Sterbesakramente erhalten.

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Neues deutsches Sendungsbewusstsein: Die ARD will mit Moral das Publikum einseifen

Bist Du Wir, so bin ich Ihr: Das Erste Deutsche Fernsehen propagiert Gemeinwohl. (Bild: ARD)
Ein internes Manual vom «Berkeley International Framing Institute» soll dabei helfen, dass ARD-Zuschauer ihre Gebühren weniger als Pflichtbeitrag, sondern als eine Art Spende für den guten Zweck betrachten.

Claudia Schwartz | Neue Zürcher Zeitung

Als letzthin beim «Tatort» eine farbige Kommissarin vom Spielfilm-Verantwortlichen des Norddeutschen Rundfunks (NDR) eingeführt wurde mit einer kleinen Hassbotschaft an die Adresse der AfD, dachte man eigentlich noch an den Ausreisser eines Übereifrigen im Fach «Gesinnung statt Fakten». Nun gibt aber ein Manual zu reden, das die ARD selber beim «Berkeley International Framing Institute» bestellte.

Dieses lässt die Bemerkung, «Alexander Gauland und Konsorten» würden die schwarze Kommissarin «nicht als Nachbarin haben wollen», nun plötzlich in einem ganz anderen Licht erscheinen. Über die Bedienungsanleitung, welche die ARD mit Verweis aufs «Urheberrecht» nicht herausgibt, sollen sich nämlich ARD-Mitarbeiter beugen, um die berühmte Wirkmacht der Sprache zu begreifen.

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One Minute to Midnight

The Official CTBTO Photostream / Flickr
Late last month, the Bulletin of the Atomic Scientists unveiled its “Doomsday Clock” for the 26th time since its creation in 1947, declaring that the hands on the clock would remain where they had been at the last setting, in 2018.

Scott Ritter | truthdig

Rachel Bronson, the bulletin’s president, described the environment in which the bulletin assesses the threats faced by the world today (which have expanded beyond nuclear to include climate change and cyber) as the “new abnormal,” and noted that no one should take comfort from the fact that the hands of the clock have not moved.

“This new abnormal,” Bronson wrote in her statement explaining the decision, “is a pernicious and dangerous departure from the time when the United States sought a leadership role in designing and supporting global agreements that advanced a safer and healthier planet. The new abnormal describes a moment in which fact is becoming indistinguishable from fiction, undermining our very abilities to develop and apply solutions to the big problems of our time.”

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Spanischer Kardinal warnt vor Gender-Ideologie

Kardinales Themenbild.
Die spanische Regierung wolle die Gender-Ideologie auf diktatorische Weise dem Bildungswesen des Landes aufzwingen, sagte Kardinal Cañizares.

kath.net

Kardinal Antonio Cañizares Llovera hat die Gender-Ideologie als „die gröte Bedrohung für die Menschheit“ bezeichnet.

Cañizares wandte sich bei einer Protestveranstaltung für die Freiheit des Schulwesens gegen die von der Provinz Valencia erlassenen Gesetze zum „Schutz für LGBTQ-Personen“. Er bezeichnete die se als Anschlag auf die Freiheit. Die Gesetze würden die Gender-Ideologie auf diktatorische Weise allen Bereichen der Bildung aufzwingen. Das reiche bis in die Familien hinein, sagte der Erzbischof von Valencia.

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US-Baptisten ringen um Konsequenzen aus Missbrauchsfällen: Ruf nach Reformen

Themenbild. Dach einer Kirche © unsplash
Der Baptistenverband in den USA sieht sich mit hunderten Missbrauchsvorwürfen gegen Pastoren und ehrenamtliche Mitarbeiter konfrontiert. Mitglieder der größten protestantischen Kirche der USA fordern Reformen.

DOMRADIO.DE

Der Informationsdienst „Religion News Service“ zitierte den Präsidenten des Baptistenverbandes, J.D. Greear, es sei nun Zeit für „tiefgreifende Veränderungen“. Missbrauch sei nicht nur eine Sünde, sondern auch eine Straftat. Greear rief zum Gebet für die 700 Missbrauchsopfer auf und die „vielen anderen Opfer“, die noch nicht bekannt seien.

Im Informationsdienst „Baptist Press“ forderte der baptistische Berater Dale Johnson am Dienstag (Ortszeit), Kirchen müssten sexuellen Missbrauch künftig grundsätzlich bei der Polizei melden.

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