Fast 400 Flüchtlinge stürmten spanische Exklave Ceuta

Präfektur der spanisch-nordafrikanischen Stadt spricht von fünf Verletzten: Drei Flüchtlingen und zwei Grenzschützern

derStandard.at

Fast 400 Flüchtlinge haben nach Angaben der Behörden die spanische Exklave Ceuta in Marokko gestürmt. Wie die örtliche Präfektur am Freitag mitteilte, überwanden die Migranten am frühen Morgen an zwei Punkten den Grenzzaun. Dabei wurden zwei Grenzschützer und drei Flüchtlinge leicht verletzt.

Die spanische Zeitung El Mundo sprach hingegen unter Berufung auf die Polizei von rund 250 Flüchtlingen. Der Großteil sei von den Behörden aufgegriffen und in eine Flüchtlingseinrichtung gebracht worden. Rund 20 Prozent könnten sich aber noch in den Bergen rund um die Stadt aufhalten. Laut El Mundo sind viele der Menschen beim Versuch, den Zaun zu überqueren verletzt worden. Sie würden behandelt. Bei den Flüchtlingen soll es sich um Frauen und Männer aus dem subsaharischen Afrika handeln.

Die wichtigsten Reformatoren: Thomas Müntzer (um 1489 – 1525)

Älteste, allerdings nachträgliche und nicht verbürgte Darstellung Thomas Müntzers aus dem Jahr 1608; Kupferstich von Christoph van Sichem. Bild: wikimedia.org/PD
Älteste, allerdings nachträgliche und nicht verbürgte Darstellung Thomas Müntzers aus dem Jahr 1608; Kupferstich von Christoph van Sichem. Bild: wikimedia.org/PD

Er kämpfte für soziale Gerechtigkeit – zuletzt mit dem Schwert. Für die einen war Thomas Müntzer ein Aufrührer, Schwärmer, ja gewalttätiger Irrer, für die anderen ein Vorläufer des Sozialismus und Anwalt der Menschenrechte am Beginn der Neuzeit.

Von Stephan Cezanne | evangelisch.de

Im Mai 1525 reitet Thomas Müntzer in die entscheidende Schlacht. Der Theologe und Prediger führt rund 300 Mann nach Frankenhausen im heutigen Thüringen, um das bis zu 8.000 Mann starke Bauernheer zu verstärken. Als Zeichen ihres Bundes mit Gott und als Symbol ihres Aufstandes gegen die Obrigkeit führen die bewaffneten Bauern eine weiße Fahne mit einem Regenbogen mit.

Zeitzeugen zufolge soll sich am Morgen des 15. Mai vor der Schlacht tatsächlich ein Regenbogen am Himmel gezeigt haben. Doch das gute Omen ist trügerisch: Rund 5.000 aufständische Bauern werden an diesem Tag vom Fürstenheer erschlagen. Auf der Gegenseite sollen sechs Tote gezählt worden sein. Der rund 35 Jahre alte Bauernführer Müntzer wird gefangenengenommen, zwei Tage lang gefoltert und am 27. Mai 1525 enthauptet. Die Bauern wehrten sich gegen rechtliche, politische und soziale Repressionen durch ihre Landesherren, Frankenhausen hatte sich im April 1525 zum Zentrum des Protestes entwickelt.

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Christliche Familie aus Ägypten wird nicht abgeschoben

Vorgezogenes Weihnachtsgeschenk für die sechs Mitglieder der Flüchtlingsfamilie Shenouda aus Ägypten: Die Familie, die seit drei Jahren in Speyer lebt, wird nicht abgeschoben.

evangelisch.de

Das Trierer Verwaltungsgericht habe das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge angewiesen, den Asylantrag der katholisch-koptischen Christen anzuerkennen, sagte der Bonner Anwalt für Ausländerrecht, Jens Dieckmann, am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Speyer.

Das Bundesamt hatte das Asylbegehren der Familie im Juni als „offensichtlich unbegründet“ abgelehnt, wogegen sie klagte. Die Shenoudas hätten vor Gericht wie erwartet glaubhaft machen können, dass sie in ihrer ägyptischen Heimat als Christen unter der Diskriminierung durch Behörden und muslimischen Anfeindungen litten, sagt ihr juristischer Beistand Dieckmann.

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Lebenskunst ist kein Zeitgeist-Phänomen

Links: Buchcover von Sarah Bakewells
Links: Buchcover von Sarah Bakewells „Das Café der Existenzialisten, rechts: Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre im Jahr 1960. (C.H.Beck / dpa / picture-alliance / AFP)
Mitreißend und packend wie in einem Roman erzählt „Das Café der Existenzialisten“ die Geschichte der Bewegung um Jean-Paul Sarte und Martin Heidegger. Am Anfang von allem stand ein Aprikosencocktail.

Deutschlandradio Kultur

Der Existenzialismus und seine Protagonisten Jean-Paul Sarte und Simone de Beauvoir sowie deren Vordenker Edmund Husserl, Martin Heidegger und Karl Jaspers scheinen seit längerem irgendwo in die hinteren, leicht angestaubten Kapitel der Philosophiegeschichte gerutscht zu sein.

Überholt von den französischen Strukturalisten, Postmodernisten und Dekonstruktivisten, die in den 70er- und 80er-Jahren mit Zeichen und Bedeutungen jonglierten und uns vergessen ließen, dass „der Gegenstand der Philosophie alles sein kann, was man erlebt“ – also das Leben selbst. Wie lebensnah und lebendig der Existenzialismus tatsächlich ist, zeigt nun die britische Schriftstellerin Sarah Bakewell in ihrem famosen Buch „Das Café der Existenzialisten“.

Bescheiden erklärt sie, „die erneute Lektüre der Existentialisten könnte uns frische Perspektiven eröffnen“, und führt dann auf vierhundert Seiten derart überzeugend die Strahlkraft dieser Lebensphilosophie vor, dass man gleich selbst zum Existentialisten werden möchte.

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Religiotie: Die moderne Sexualpädagogik muss auf den Prüfstand

Themenbild.
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Demo-für-alle-Sprecherin reagiert auf den Berliner Pädophilenskandal – Berliner Senat vermittelte Jugendliche an zuvor verurteilte Pädophile – Beverfoerde: Kentlers Geist ist virulent wie nie

kath.net

„Die moderne Sexualpädagogik muss auf den Prüfstand.“ Das fordert die Sprecherin und Koordinatorin des Aktionsbündnisses für Ehe und Familie – „Demo für alle“ –, Hedwig von Beverfoerde (Magdeburg), nach der Vorstellung einer Studie zu einem Pädophilenskandal um den Psychologen Prof. Helmut Kentler (1928–2008) am 2. Dezember in Berlin. Kentler-Schüler betrieben bis heute „mit Hochdruck die flächendeckende Einführung“ der von ihm begründeten Pädagogik.

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Agaplesion gAG: Dodo des Monats November 2016

Dodo des Monats November 2016 ©HFR
Dodo des Monats November 2016 ©HFR

agaplesion_unternehmen_logoMan kann es die Konfessionalisierung des Gesundheitswesen nennen. Der Staat, die Kommunen ziehen sich in der Fläche aus der gesundheitlich-medizinischen Sorge zurück. Diese Zurückziehen geht mit der Übertragung des Sorge-und Vorsorge-Prinzips an konfessionelle Träger einher. Sofern der Bürger Mitglied des Klubs der konfessionell tätigen Gesundheitseinrichtungen ist dürfte kein Widerspruch entstehen. So ist es aber nicht. Die Regel, der Gesetzgeber überträgt vormundschaftliche Rechte an religiös gebundene Institutionen. Im Falle des Selbstbestimmungsrecht der Frauen, über sich selbst, über ihren Körper tritt die gesetzlich fixierte Entmündigung. Frauen wird das Recht abgesprochen, selbstbetreffende Entscheidungen zu verwirklichen. Menschenrechte, einschließlich das Selbstbestimmungsrecht des Menschen, geregelt im Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 Grundgesetz trifft für Frauen nicht zu. Man spricht ihnen den verantwortungsvollen Umgang mit Schwangerschaft ab.
Einhergehend mit der Tatsache, dass der Staat Funktionen seiner selbst an religiöse Einrichtungen des Sozial-und Gesundheitswesens abgibt tritt die Situation ein, dass pfäffische Entscheidungsträger zum Vormund von Frauen gekürt werden. Völlig außer acht lassend, dass kirchliche Institutionen nur im Rahmen ihren religiösen Auftrags tätig werden können. Mit anderen Worten, sie haben außer sich selbst, niemanden moralische, ethische und legale Vorschriften zu machen.

Nichts anderes ist im Landkreis Schaumburg passiert. Ein neues Krankenhaus wird gebaut, es gibt reichlich Steuergelder für den konfessionellen Träger der Einrichtung, hier also die Agaplesion gAG. Gemeinnützige Aktiengesellschaft

Die gemeinnützige Aktiengesellschaft (Abkürzung gAG) ist

  • eine Kapitalgesellschaft in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft,
  • ein Unternehmen, dessen Erträge für gemeinnützige Zwecke verwendet werden (§ 55 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 AO),
  • ein Unternehmen, das in Teilen von der Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer befreit ist.

Die Bezeichnung „gemeinnützige“ AG ist eine steuerrechtliche Besonderheit, mit der auf eine gemeinnützige Ausrichtung der AG hingewiesen werden soll. Entsprechen Satzung und tatsächliche Geschäftsführung den Anforderungen des Gemeinnützigkeitsrechts der Abgabenordnung, wird die Gesellschaft von bestimmten Steuern ganz oder zum Teil befreit.
Wikipedia

20 Aktionäre, Stiftungen, diakonische Rechtssubjekte, alle gut evangelisch, kein säkularer, weltanschaulich neutraler Aktionär involviert. Umsatz 2015 1,1Mrd. Euro, 6.300 Krankenhausbetten. Bezahlt aus den Kranken-und Pflegekassenbeiträgen der Patienten. Im Aufsichtsrat der gAG 18 Personen, davon zwei Frauen. Die Männer, Pfarrer, Pastoren, Staatsminister a.D.
Gesellschaftliche Kompetenz wurde in die Hände von Menschen gelegt, die ihren religiösen Obskurantismus ganz im Sinne Luthers, sola scriptura, allein durch die Schrift, auf die Allgemeinheit übertragen und im Landkreis Schaumburg gibt es keine Wahlfreiheit mehr. Das macht Angst, solcher Einrichtung möchte man nicht seine Gesundheit anvertrauen. Salafistische Christen, die über eine Milliarde Euro, im Jahr, umsetzen. Dort praktizierenden Ärzten, die ihre bigotte Moral an Abtreibungen festmachen kann man eigentlich nur mit tiefsten Misstrauen begegnen. Ein Vertrauensverhältnis von Patient – Arzt ist etwas anderes.
Beschäftigt man sich mit den Zahlen fallen andere Strukturen ins Auge. Die Sterbehilfe wurde in Deutschland vehement gegen Privatisierung verteidigt. Es war und ist schlicht ein Totschlag-Argument, dass Sterbehilfe-Vereine nicht im Sinne ihres Statuts wirksam werden können. Hochgerüstete Palliativ-Medizin, Hospize in Einrichtungen der Kirche müssen Umsatz erwirtschaften, also, genau das, was man den Sterbehilfe-Vereinen vorwirft wird praktisch realisiert. Sterbehilfe-Vereine stören das Geschäft. Unter dem Deckmantel Lebensschutz, der Bewahrung der Schöpfung werden Wettbewerber staatlich aus dem Markt geschmissen und die Monopolstellung der Krankenhauskonzerne gesichert. Politik bringt dann den Satz, dass Subsidiaritätsprinzip habe sich bewährt.
Die Würde des Menschen, sein Selbstbestimmungsrecht, formuliert und legalisiert im Zuge der Aufklärung, werden durch Staat und Kirche unterminiert.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

 

Menschenrechtsbericht: Flüchtlingsaufnahme war Verpflichtung

Humanität und Restriktionen: Der erste Bericht des Deutschen Instituts für Menschenrechte zieht eine gemischte Bilanz der deutschen Flüchtlingsaufnahme seit dem Sommer 2015.

evangelisch.de

In dem Bericht heißt es, Deutschland sei seinen menschenrechtlichen Verpflichtungen gerecht geworden, als das europäische Asylsystem versagte. Der zusätzlich in leichter Sprache verfasste Bericht bringt es noch kürzer auf den Punkt: „Deutschland hat besser gehandelt als viele andere Länder in Europa.“ Kritisch sehen die Autoren aber die zahlreichen Asylrechtsverschärfungen seitdem – und die durch den CDU-Parteitag aufgeflammte Debatte um härtere Regeln bei der Abschiebung.

Ein im vergangenen Jahr verabschiedetes Gesetz verpflichtet das Menschenrechtsinstitut dazu, einmal jährlich dem Bundestag einen Bericht über die Menschenrechtslage in Deutschland vorzulegen. Schwerpunkt der ersten Dokumentation, die den Zeitraum Januar 2015 bis Juni 2016 betrachtet und am Mittwoch in Berlin veröffentlicht wurde, war das Thema Flucht. Der Bericht lobt, dass Zugänge eröffnet und bürokratische Hürden abgebaut worden seien. Das betrifft etwa die Teilnahme an Integrationskursen und den Zugang zum Arbeitsmarkt.

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„Naive Russophilie“

 Foto: Oast House Archive. Lizenz: CC BY-SA 2.0
Foto: Oast House Archive. Lizenz: CC BY-SA 2.0
Nur ausgemachte Optimisten können behaupten, dass es zur Zeit um Europa und die EU besonders gut bestellt ist. Allerdings stimmt die Kritik daran auch nicht froh. Ein Gespräch mit dem Politikwissenschaftler Claus Leggewie, der unlängst das Buch Anti-Europäer – Breivik, Dugin, al-Suri & Co. veröffentlicht hat.

Von Reinhard Jellen | TELEPOLIS

Herr Leggewie, Sie untersuchen in Ihrem Buch die Schriften von so unterschiedlichen wie sich widersprechenden Typen wie den Rechtsradikalen Breivik, den Islamisten al-Suri und den Nationalbolschewisten Dugin: Was eint diese Menschen – und repräsentieren sie eine politische Einstellung, die von vielen Menschen heutzutage in Bezug auf Europa geteilt wird?

Claus Leggewie: Al-Suri ist nicht Dugin ist nicht Breivik, die Protagonisten kommen aus ganz unterschiedlichen Traditionen und führen nicht denselben Kampf. Doch eint sie dasselbe Feindbild: Europa als normative Ordnung, gemeinsamer Markt und demokratische Union. Machen wir ein Gedankenexperiment: Würde man die drei in eine Zelle sperren, sie gingen sich wohl an die Gurgel.
Aber bei eventuellen Nacht-Gesprächen, wenn die Aufseher dazwischengegangen wären, entdeckten sie dann erstaunliche Gemeinsamkeiten: Erstens die Wiedereinführung der Leitkategorie des Raumes in die Politik, also eine geopolitische Rehabilitierung der Nation beziehungsweise des Imperiums (orthodoxes Eurasien, islamisches Kalifat, christliches Abendland) gegen die laufende Vergesellschaftung über Märkte und supranationale Organisationen.
Zweitens das Denken in Zivilisationen mit scharfen, zum Teil blutigen Rändern. Drittens die Rechtfertigung von politischer Gewalt. Viertens – und vor allem – die Resakralisierung der Politik, gegen die von der Aufklärung bewirkte Entzauberung der Welt; die seit der Neuzeit aufgerichtete, segensreiche Trennmauer zwischen Religion und Politik wollen christliche Fundamentalisten, Russisch-Orthodoxe und Salafisten gleichermaßen einreißen.
Schließlich fünftens die Etablierung autokratischer Herrschaftsformen mit charismatischen Führergestalten, die sich über Plebizitäre akklamieren lassen. Das fügt sich in eine lange Welle des Autoritarismus, die in den 1970er Jahren einsetzt und heute einen ersten und hoffentlich letzten Höhepunkt erreicht.

Darf ein Alkoholiker Sterbehilfe bekommen?

© Screenshot/BBC Marcel Langedijk: „Es ist nicht so, dass wir in Holland reihenweise Alkoholiker umbringen.“
© Screenshot/BBC Marcel Langedijk: „Es ist nicht so, dass wir in Holland reihenweise Alkoholiker umbringen.“
In den Niederlanden hat ein 41 Jahre alter Familienvater legal eine Giftspritze bekommen, weil er alkoholkrank war. Hätte es einen anderen Ausweg gegeben? Sein großer Bruder begleitete ihn bis aufs Sterbebett. Er sagt: Wir haben alles versucht.

Von Sebastian Eder | Frankfurter Allgemeine

Der 14. Juli 2016 war ein wunderschöner Tag in den Niederlanden, die Sonne schien, es war heiß, Marcel Langedijk aus Amsterdam verließ zusammen mit seinem 41 Jahre alten Bruder Mark am frühen Morgen das Haus. „Das ist also mein letzter Morgen“, sagte Mark. Zusammen tranken die Brüder ein Glas ihres Lieblingsweines, dann gingen sie zu einer Ärztin und rauchten dort eine letzte gemeinsame Zigarette.

Die Ärztin erklärte Mark Langedijk den weiteren Ablauf: Die erste Flüssigkeit, die sie ihm gleich spritzen werde, sei eine Salzlösung. Die zweite ein starkes Schlafmittel. Und die dritte sorge dafür, dass sein Herz aufhöre zu schlagen. Dann kam die Frage: „Sind Sie sich hundertprozentig sicher?“ Die beiden Brüder weinten, am Tag davor hatte sich Mark Langedijk von seinen beiden Söhnen verabschiedet, seine feuchten Augen mit „Heuschnupfen“ erklärt. Jetzt sagte er: „Ja.“ Wenig später war er tot.

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Sachverständigenrat für Verbot von Minderjährigen-Ehen mit Ausnahmen

Sachverständigenrates deutscher Stiftungen (SVR) © bearb. MiGAZIN
Sachverständigenrates deutscher Stiftungen (SVR) © bearb. MiGAZIN
Der Sachverständigenrat für Integration und Migration ist für ein Verbot von Kinderehen. Bei im Ausland geschlossene Ehen von 16- bis 18-Jährigen sollten jedoch Ausnahmen möglich sein.

MiGAZIN

Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration unterstützt in der Debatte um ein Verbot von Minderjährigen-Ehen die Pläne von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD). In einer am Dienstag in Berlin veröffentlichten Erklärung spricht er sich für ein generelles Verbot der Heirat von unter 18-Jährigen aus. „Es entspricht nicht unserer Vorstellung von einer selbstbestimmten und mündigen Entscheidung, wenn Kinder heiraten oder verheiratet werden“, sagte der Vorsitzende Thomas Bauer. Gleichzeitig plädiert er aber für Ausnahmen bei 16- und 17-Jährigen, wenn ein Fortbestand der Ehe dem Willen und Wohl der Betroffenen entsprechen.

Maas hatte vorgeschlagen, alle Ehen von unter 16-Jährigen grundsätzlich zu verbieten. Bei älteren Jugendlichen in Härtefallen aber Ausnahmen zuzulassen. Der Sachverständigenrat erklärte, in diesen Fällen müsse man den Bedürfnissen bereits vorhandener Kinder, eventuell bestehender Schwangerschaften sowie Unterhalts- und Erbansprüchen gerecht werden.

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Wenn Mütter ihre Söhne missbrauchen

Foto: imago/ Roland Mühlanger
Foto: imago/ Roland Mühlanger
Mütter, die ihre eigenen Söhne missbrauchen. Das ist ein Satz, in dem so gar nichts zu stimmen scheint. Die Mutter ist der Inbegriff des Warmen, Wohligen, Kuscheligen, des „Hast du denn auch deine Mütze dabei?“ und „Alles wird gut!“. Und dennoch gibt es Jungen, die stillschweigend unter den sexuellen Übergriffen ihrer wichtigsten Bindungsperson leiden.
 

Von Christine Kewitz | VICE.com

Diesem Thema widmet sich nun ein Spielfilm von Florian Eichinger, der aktuell in den Kinos läuft: Die Hände meiner Mutter. Jessica Schwarz spielt die Ehefrau des 39-jährigen Markus (gespielt von Andreas Döhler). Markus wurde in seiner Kindheit das Opfer seiner eigenen Mutter, die sich mit seiner Hilfe körperliche Befriedigung holte. Dabei schafft es der Regisseur, die Geschichte ohne Klischees zu erzählen. Eichinger scheint viel recherchiert zu haben und so gelingt es ihm, der Realität in einem Spielfilm sehr nahe zu kommen.

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Kindesmissbrauch: Als das Jugendamt Pädophile zu Pflegevätern machte

 Schatten auf der Kindheit: Mindestens drei Jugendliche wurden in den 70ern an Pädophile vermittelt Quelle: E+/Getty Images
Schatten auf der Kindheit: Mindestens drei Jugendliche wurden in den 70ern an Pädophile vermittelt Quelle: E+/Getty Images
Beste Absichten: Der Berliner Senat brachte in den 70ern auf Empfehlung eines renommierten Pädagogen Straßenkinder bei vorbestraften Päderasten unter. Jetzt beginnt endlich die Aufarbeitung.

Von Claudia Becker | DIE WELT

Es war ein Experiment. War es gut gemeint? „Diese Leute“, sagte er 1981 bei einer Fraktionsanhörung vor FDP-Bundestagsabgeordneten, „haben diese schwachsinnigen Jungen nur deswegen ausgehalten, weil sie eben in sie verliebt, verknallt und vernarrt waren.“

„Schwachsinnig“ und nur erträglich, wenn man in sie „verknallt“ war – so beschrieb der Berliner Sexualwissenschaftler Helmut Kentler die Jungen, die wie viele andere Kinder und Jugendliche Ende der 60er-Jahre auf West-Berlins Straßen unterwegs waren und mit denen er ein besonderes Experiment durchgeführt hatte. Er hatte sie bei „Pflegevätern“ untergebracht, die wegen Pädophilie bereits vorbestraft waren.

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The United States Is Not an Apocalyptic Wasteland, Explains Steven Pinker

Steven Pinker 2011, Image: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0/Rebecca Goldstein
Steven Pinker 2011, Image: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0/Rebecca Goldstein

Donald Trump’s rise to power was driven in part by an apocalyptic narrative according to which, in a phrase, you are in grave danger. This is consistent with many people’s intuitions about the world, given the ongoing threat of global terrorism, the US’s slow recovery from the Great Recession, and a sense that the Washington establishment is corrupt and doesn’t care about the average citizen’s needs.

By Phil Torres | MOTHERBOARD

Is Trump’s apocalypticism right? Are we living in an exceptionally dangerous period of human history? Are these the desperate times that call for desperate measures?

According to the Harvard cognitive scientist Steven Pinker, the answer is a resounding No. In his 2011 book The Better Angels of Our Nature, Pinker presents a mountain of evidence showing that violence has been declining for millennia—a trend that has continued through the twentieth century and up to the present. For example, since World War II there have been no major wars between the world’s great powers, a phenomenon dubbed the “Long Peace,” and Pinker argues that the end of the Cold War inaugurated a “New Peace” that’s marked by a worldwide decline of “organized conflicts of all kinds—civil wars, genocides, repression by autocratic governments, and terrorist attacks.”

But will this trend continue in a post-Trump, post-truth world? Pinker is clear in Better Angles that it might not—for instance, there could be accessible “weapons of total destruction” (WTDs) that precipitate a global catastrophe, or authoritarian demagogues that misuse and abuse their political power. To understand what Trump’s victory means for America and, even more, what it means for the future of civilization, I contacted Pinker via email.

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Schauergeschichte: Ein Daten-Guru hat Trump ins Amt gebracht?

usaEine Geschichte sorgt für Aufsehen: Eine geheimnisvolle Datenfirma soll mit Psychogrammen von US-Wählern Donald Trump ins Weiße Haus gehievt haben.

Von Fabian Reinbold | watson.ch

Wer deutschsprachige Journalisten zu seinen Internet-Bekanntschaften zählt, für den gab es in den vergangenen 48 Stunden vor einer Geschichte kein Entrinnen. Meist war sie als «Lesebefehl» deklariert oder als «wichtigster Text des Jahres», ein Kollege bot gar an, jedem, der diesen Text teilt, Käse-Sandwiches zu schmieren.

Es geht um einen Artikel aus dem Schweizer «Magazin», der sich dem beliebten Themenfeld »Wie zum Teufel konnte Donald Trump die Wahl gewinnen?« widmet. Der lange und interessante Text liefert eine Antwort: Big Data.

Eine Analyse-Firma habe im Auftrag Trumps und mit Hilfe von Daten die seelische Verfasstheit der Amerikaner vermessen – und das so genau, dass sie jedem potenziellen Wähler die Botschaften des Kandidaten genau so ausspielen konnten, dass sie verfangen. Je nach Persönlichkeit bekommt man die passende Trump-Anzeige.

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Frankreich verbietet Webseiten mit pro-life-Inhalten

Marianne-Büste mit phrygischer Mütze in einer französischen Schule. Bild: PD
Marianne-Büste mit phrygischer Mütze in einer französischen Schule. Bild: PD

Internetseiten, die Frauen von einer Abtreibung abhalten wollen, sind von nun an in Frankreich verboten. Bis zu zwei Jahre Haft oder Geldstrafe von 30.000 Euro.

Von Mathias von Gersdorff | kath.net

Internetseiten, die Frauen von einer Abtreibung abhalten wollen, sind von nun an in Frankreich verboten. Eine entsprechende Gesetzvorlage der sozialistischen Regierung fand eine Mehrheit im Parlament.

Das Gesetzesprojekt kommt aus dem Gleichstellungsministerium, welches unter der Leitung der Sozialistin Laurence Rossignol steht. Abtreibung sei ein Recht der Frau, und man dürfe keinen „moralischen Druck“ im Internet ausüben, so die Begründung des Gesetzes.

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It’s Trivially Easy to Watch Porn On a Restricted Tablet Made For Kids

Image: VTech
Image: VTech
Christmas is around the corner and parents all over the world are mulling over what gifts to give their kids. Many toys and other children gizmos these days have an internet connection, which poses an interesting dilemma: how do you keep the kids out of the more undesirable (read: porn) parts of the web?

By Lorenzo Franceschi-Bicchierai | MOTHERBOARD

VTech, the Hong Kong-based manufacturer of Internet of Things toys that got hacked last year, attempts to solve this dilemma with a restricted custom browser. The app does not display an address bar, and limits the websites you can browse to just a handful of seemingly harmless pages pre-approved by the company such as NASA’s Climate Kids, Disney Family and National Geographic, among others.

One of them, however, is Google Translate. And as it turns out, if you type the address of a porn site in the translation bar, you can just freely browse YouPorn or PornHub and even watch the videos.

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Griechische Justiz liefert türkische Militärs nicht aus

© AFP Zwei der acht aus der Türkei geflüchteten, mutmaßlichen Putschisten verlassen in Polizeibegleitung am 17. Juli 2016 das Gericht in Alexandroupoli.
© AFP Zwei der acht aus der Türkei geflüchteten, mutmaßlichen Putschisten verlassen in Polizeibegleitung am 17. Juli 2016 das Gericht in Alexandroupoli.
Griechenland wird die drei türkischen Militärs und mutmaßlichen Putschisten nicht an Ankara ausliefern. Es wird erwartet, dass das Gericht im Falle der restlichen fünf Geflüchteten genauso entscheidet.

Frankfurter Allgemeine

Ein Gericht in Athen hat einen Antrag der türkischen Justiz zur Auslieferung von drei mutmaßlichen Putschisten abgelehnt. Dies berichteten das Staatsradio (ERA) und der Nachrichtensender Skai am Montag. Die Entscheidung über fünf weitere türkische Militärs solle in den kommenden Tagen fallen, berichtete der Nachrichtensender Skai weiter. Griechische Rechtsanwälte rechneten damit, dass die Justiz auch sie nicht in die Türkei ausliefern werde.

Die Militärs – zwei Majore, vier Hauptmänner und zwei Unteroffiziere – waren nach dem gescheiterten Putsch in der Türkei Mitte Juli mit einem Militärhubschrauber in Alexandroupoli nahe der türkischen Grenze gelandet und hatten Asyl beantragt. Die türkische Regierung verlangt, dass Griechenland die Männer sofort ausliefert.

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UN brauchen 2017 Rekordsumme für humanitäre Hilfe

Die Vereinten Nationen brauchen 2017 die Rekordsumme von 22,2 Milliarden US-Dollar, um Opfern von Konflikten und Naturkatastrophen zu helfen.

evangelisch.de

Mit dem Geld sollen dringend benötigte Lebensmittel, Medikamente, Unterkünfte und andere Hilfsgüter für knapp 93 Millionen Menschen in 33 Ländern wie Syrien finanziert werden, wie der UN-Nothilfekoordinator, Stephen O’Brien, am Montag in Genf erklärte.

Die Welt sehe sich mit der größten humanitären Krise seit dem Zweiten Weltkrieg konfrontiert, sagte O’Brien. Insgesamt erfassten die UN mehr als 128 Millionen Menschen, die von Kriegen, Konflikten, Vertreibungen und Naturkatastrophen betroffen sind. Die größte einzelne humanitäre Hilfsaktion für 2017 hätten die UN und ihre Partnerorganisationen für die Opfer des Bürgerkriegs in Syrien geplant.

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McKinsey für Einrichtung von Abschiebungshaft- und Gewahrsamsanstalten

Bild: geralt/gemeinfre
Bild: geralt/gemeinfre
Die Regierung hat die Unternehmensberatung mit Lösungsvorschlägen für ein „besseres Rückführungsmanagement“ beauftragt. Sie liegen ganz auf der anvisierten Linie der Verschärfung

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Schon einmal hatte die Bundesregierung auf auswärtige Berater zurückgegriffen, um sich Anregungen für die Flüchtlingspolitik zu holen. So wurde der EU-Pakt mit der Türkei maßgeblich, wie es mehrere Seiten verstehen ließen, vom Think Tank European Stability Initiative (ESI) konzeptionell vorbereitet (vgl. Merkels Plan, Samsoms Plan, türkische Pläne oder alles ESI?).

Nun hat die Regierung Merkel viel Geld für den Rat von McKinsey ausgegeben. Die Unternehmensberatung sollte „Ausreisetipps“ (Die Welt) liefern und damit das ausgerufene Wahlkampf-Top-Thema der Kanzlerin – „Rückführung, Rückführung und nochmals Rückführung“ – untermauern. 14 Maßnahmen für eine „konsequentere Rückführung“ präsentiert das vertrauliche Papier von McKinsey, das im Auftrag des BAMF erstellt wurde.

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So macht’s die „Tagesschau“ den Lügenpresse-Hetzern recht

 In der
In der „Tagesschau“ am Samstagabend um 20 Uhr mit Thorsten Schröder kam der Mordfall in Freiburg nicht vor. © ARD/Screenshot
Der Fall bewegt ganz Deutschland. Doch als am Samstag die Freiburger Polizei im Mordfall Maria L. einen Verdächtigen präsentiert, schweigt die „Tagesschau“ um 20 Uhr dazu. Die Begründung ist absurd – und leistet dem Vorwurf der Lügenpresse Vorschub.
 

Von Jens Maier | stern.de

Die Themen der 20-Uhr-„Tagesschau“ am Samstagabend waren wichtig. Die ARD-Nachrichtensendung berichtete über Italien vor dem Referendum, über die geplatzte Übernahme von Aixtron oder über das Vorrücken des syrischen Militärs in Aleppo. Eine Meldung fehlte jedoch: die von der Festnahme eines Tatverdächtigen im Fall der in Freiburg getöteten Studentin Maria L.

Der Fall habe eher „regionale Bedeutung“, zudem gelte bei dem noch minderjährigen Verdächtigen „der besondere Schutz von Jugendlichen“, schrieb die in Hamburg ansässige Redaktion von ARD-Aktuell am späten Samstagabend in einem Facebook-Kommentar. Das ist völlig absurd. Sollte die Nachrichtenredaktion der „Tagesschau“ wirklich zu dieser Einschätzung gekommen sein, hat sie ihren Job verfehlt.

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