Misery-Index: Diese Liste offenbart die Wahrheit über den Zustand der Türkei

Der türkische Präsident Erdogan rühmt sich mit zweistelligen Wachstumsraten und suggeriert damit, dass sein Land auch ohne gute Beziehungen zum Westen florieren kann. Jetzt wird eine Rangliste veröffentlicht, die ein ganz anderes Bild zeichnet.

 

Von Anja Ettel, Holger Zschäpitz | DIE WELT

Recep Tayyip Erdoğan lässt nahezu nichts unversucht, um die wirtschaftlichen Probleme seines Landes zu kaschieren. Zuletzt verkündete Ankara sogar zweistelliges Wirtschaftswachstum. Um 11,1 Prozent ist die türkische Ökonomie im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Zwar bezweifeln Ökonomen die Prognosekraft vieler dieser positiven Meldungen, weil der Vergleich wegen des versuchten Putsches im Juli 2016 hinkt. Doch das ist dem türkischen Staatspräsidenten offenkundig egal.

Weit weniger gleichgültig dürfte ihm ein aktuelles Ranking sein. Im sogenannten Misery-Index, einer Art Rangliste der schlimmsten Ökonomien der Welt, taucht sein Land ganz weit oben auf – und konterkariert damit die Versuche Erdogans, die wirtschaftliche Lage am Bosporus schönzureden.

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Macron will den Islam neu erfinden

Frankreich will Imame stärker kontrollieren. Das wird schwierig, schreibt Necla Kelek Quelle: picture alliance / ZB
Der französische Präsident versucht, die Ausbildung von Imamen staatlich zu kontrollieren. Ob so die anhaltende Entfremdung zwischen Muslimen und der Mehrheitsgesellschaft gestoppt werden kann, hält unsere Autorin für fraglich.

Von Necla Kelek | DIE WELT

Die Stellung des Islam in Europa ist umstritten. Die einen sagen – vor allem die maßgeblichen Politiker in Deutschland –, der Islam sei, schon allein zahlenmäßig, Teil Europas. Andere beziehen das nur auf die säkularen Muslime. In Großbritannien, Frankreich, Belgien, Holland und auch den anderen westeuropäischen Ländern hat sich in den letzten fünfzig Jahren die Zahl der Muslime, der Moscheen und der entsprechenden Verbände vervielfacht. Arbeitsmigration, Zuwanderung aus ehemaligen Kolonien oder durch Flucht stellen enorme Anforderungen an die Integrationsfähigkeit der Aufnahmegesellschaften.

In großen Teilen ist die kulturelle Integration speziell der muslimischen Migranten gescheitert. Parallelgesellschaften und -justiz, Bildungsferne, hohe Arbeitslosigkeit bis hin zu Fundamentalismus und religiös fundierter Terrorismus bestimmen die Agenda. Die Versuche, die islamischen Organisationen in einen gesellschaftlichen Diskurs einzubeziehen, sind, wie am Beispiel der Deutschen Islamkonferenz deutlich wurde, in den Anfängen stecken geblieben. Vor allem, weil es den Islamvertretern im Kern nur darum ging, dass ihre Gruppeninteressen gesellschaftliche Norm werden. Die erste Islamkonferenz diskutierte ernsthaft drei Jahre darüber, ob den Islamverbänden zuzumuten ist, dass sie die Priorität des Grundgesetzes vor dem Koran, also Allahs Gesetzen, als verbindlich ansehen.

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Monsanto verklagt Umweltschützer: Netzwerk soll alle Akten offenlegen

Protestaktion in Brüssel gegen die Verlängerung der Zulassung des Pflanzengifts Glyphosat. Foto: ap
Der US-Pestizidkonzern erwirkt eine Anordnung, nach der ihm Avaaz alle Infos über ihre Kampagne gegen Glyphosat offenbaren muss.

Von Jost Maurin | taz.de

Das Kampagnen-Netzwerk Avaaz soll interne Dokumente über seinen Kampf gegen das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat dem Pestizidhersteller Monsanto vorlegen. Das hat ein US-Gericht vor Kurzem auf Betreiben des Konzerns angeordnet. Die Organisation müsse bis Freitag ihre E-Mails und alle anderen Dokumente „im Zusammenhang mit Öffentlichkeitsarbeit und Lobbying in den Vereinigten Staaten und/oder Europa zu Glyphosat, … Monsanto“ und anderen Firmen vorlegen, heißt es in der Anordnung, die der taz vorliegt. „Sie wollen sogar die E-Mail-Adressen von Hunderttausenden Avaaz-Mitgliedern“, sagte Emma Ruby-Sachs, Vize-Chefin der Organisation, am Mittwoch.

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Gewaltvorwürfe gegen katholisches Kinderheim in Donauwörth

Im ehemaligen Kloster Heilig Kreuz in Donauwörth war von 1916 bis 1977 ein Kinderheim untergebracht. Schutz fanden die Kinder dort offenbar nicht. (Foto: imago)
  • In einem früheren Kinderheim der katholischen Kirche in Donauwörth soll es Misshandlungen gegeben haben.
  • Obwohl das Bistum einigen Betroffenen bereits 2011 eine Entschädigung zahlte, kommen die Vorwürfe erst jetzt an die Öffentlichkeit.
  • Die Methoden, von denen die Opfer berichten, erinnern an die Missbrauchsfälle bei den Regensburger Domspatzn.

Von Andreas Glas, Johann Osel | Süddeutsche Zeitung

Die katholische Kirche ist erneut mit Fällen von brutalen Erziehungsmethoden und Misshandlungen in einem früheren Kinderheim konfrontiert. In Donauwörth, im ehemaligen Kloster Heilig Kreuz, soll es in den Sechziger- und Siebzigerjahren zu willkürlichen Bestrafungen und Gewalt gekommen sein. Zwei Schwestern, die 1965 mit drei Geschwistern in das Heim kamen, berichten von wahllosem Sadismus – „aus dem Beichtstuhl raus und gleich auf den Stuhl und mit dem Rohrstock auf das nackte Hinterteil“, sagt eine Betroffene. Zudem soll es sexuelle Übergriffe durch ältere Burschen im Heim gegeben haben. Der Bayerische Rundfunk hat das Martyrium der Frauen am Mittwoch an die Öffentlichkeit gebracht. Nur 24 Stunden später haben sich bereits zwei weitere Betroffene beim Bistum Augsburg gemeldet.

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Studie: Deutsche und österreichische Rechtsextreme manipulieren Facebook

Symbolbild: Facebook. – (c) APA/AFP/LOIC VENANCE (LOIC VENANCE)
Eine kleine Minderheit ist für den Großteil der Hasspostings auf Facebook verantwortlich, so eine Studie. Die meisten der hochaktiven Accounts lassen sich der AfD und der „Identitären Bewegung“ zuordnen.

Die Presse.com

Nur eine sehr kleine Minderheit der Nutzer ist für einen Großteil der Hasspostings auf Facebook verantwortlich. Fünf Prozent der Facebook-Konten verteilen 50 Prozent der „Likes“ bei Hasskommentaren auf dem Sozialen Netzwerk, ein Prozent hochaktiver Nutzer vergibt sogar ein Viertel aller „Likes“. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die dem NDR vorliegt. Auch Österreich ist in den Daten vertreten.

Die Studie, die vom IT-Experten Philip Kreißel zusammen mit dem Institute for Strategic Dialogue in London erstellt wurde, bezieht sich laut NDR (Norddeutscher Rundfunk) auf 3.000 Veröffentlichungen und 18.000 Kommentare auf Facebook zu Beiträgen großer deutschsprachiger Internetmedien. Darunter befindet sich auch die Kronen-Zeitung (online), deren Beiträge von Rechtsextremen besonders oft geteilt werden, wie Julia Ebner vom Institute for Strategic Dialogue der APA am Donnerstag mitteilte.

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Theologe Dabrock, als Vorsitzender des Ethikrats, gegen Änderungen bei Abtreibungen

Bild: Deutscher Ethikrat
Der Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Peter Dabrock, warnt vor einer weitreichenden Änderung des Abtreibungsrechts. Die derzeit geltende Regelung habe sich „grundsätzlich bewährt“ und „über mehr als 20 Jahre gesellschaftlichen Frieden bei diesem höchst kontroversen Thema gestiftet“, sagte Dabrock der in Chemnitz erscheinenden „Freien Presse“.

evangelisch.de

„Jeder, der in dieser hochemotionalen Fragestellung Veränderung will, muss sich darüber klar sein, zu welchen neuen Verwerfungen das führen kann“, betonte er. Zugleich verteidigte der Vorsitzende des Ethikrats das gesetzliche Werbeverbot für Abtreibungen. „Werbung für eine rechtswidrige Tat kann den Eindruck erwecken, sie wäre doch eine normale Option. Aber das sollte sie nicht sein“, sagte Dabrock der Zeitung. Ein Schwangerschaftsabbruch sei „keine normale Option der Familienplanung“. Vor diesem Hintergrund sei die heute geltende Regelung formuliert worden.

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Säkular und religiös an einem Tisch

Wie säkular ist der jüdische Staat, wie religiös die Demokratie? In Tel Aviv standen grundlegende Fragen auf dem Programm. ©Sabine Brandes
In Tel Aviv wurde über Judentum, Demokratie und Herzls Erbe diskutiert

Von Sabine Brandes | Jüdische Allgemeine

Alle bedeutenden Belange der israelischen Gesellschaft standen auf der Tagesordnung: Gleichheit, Minderheiten, Heirat und Scheidung, die Rolle der Frau, die Frage »Wer ist ein Jude?« und die Bedeutung des Schabbats. Beim ersten israelischen Kongress zu Judentum und Demokratie taten bekannte Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft ihre Sicht der Dinge kund. Unter anderem waren der ehemalige Präsident des Obersten Gerichts, Aharon Barak, Justizministerin Ayelet Shaked, der einstige US-Senator Joe Lieberman und Parlamentarier verschiedener Parteien im Hotel Intercontinental in Tel Aviv dabei.

Justizministerin Shaked von der Partei Jüdisches Haus nahm sich der umstrittenen »Nation State Bill« an, die die jüdische Identität des Staates festschreiben will. Kritiker bezeichnen dies als Diskriminierung der mehr als 20 Prozent starken arabischen Minderheit. »Es gibt Raum, um die jüdische Mehrheit zu wahren – auch wenn dabei Rechte verletzt werden«, machte Shaked klar. Jedoch müsste dieses Ansinnen mit dem demokratischen Charakter des Staates abgewogen werden. Aus konstitutioneller Sicht habe die Demokratie einen Vorteil, daher müsse das Oberste Gericht weitere Werkzeuge erhalten, um auch dem Judentum Macht zu geben. »Denn Judentum und Demokratie sind Werte, die zusammen existieren können.«

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Ein Zettel entlarvt Trump – auf der Manschette steht sein IQ

Entlarvender Notizzettel: Donald Trump muss sich bei einer „Listening Session“ daran erinnern, zuzuhören. (Foto: dpa)
  • Bei einem Termin im Weißen Haus mit Überlebenden von Schulmassakern hat Trump den anwesenden Fotografen einen Blick auf seinen Notizzettel erlaubt.
  • Der Präsident hatte sich unter anderem Fragen notiert, die er seinen Besuchern stellen wollte.
  • Ein Punkt macht schmerzhaft deutlich, dass Trump nicht nur politisch Defizite hat.

Von Johanna Bruckner | Süddeutsche Zeitung

Staatsoberhäupter sind auch nur Menschen und als solche anfällig für Lampenfieber und Blackouts. Dass sie sich vor wichtigen öffentlichen Auftritten coachen lassen, ist mitnichten eine Entwicklung der jüngeren Zeit.

Der Vater der amtierenden britischen Monarchin Elizabeth beispielsweise, König Georg VI., litt seit seiner Kindheit unter Stottern und begab sich nach einer besonders desaströsen Rede 1925 im Wembley Stadion vor 100 000 Menschen in Behandlung eines für damalige Verhältnisse unkonventionellen Sprachtherapeuten. Heutzutage sind Medientrainings für eine Kanzlerin, einen Premier oder Präsidenten eine Selbstverständlichkeit. Und sie alle sprechen vorher mit ihren Mitarbeitern ab, was sie sagen – oder tunlichst vermeiden zu sagen.

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Amnesty warnt vor der „Dämonisierung“ von Minderheiten

Brennende Hütten in einem Dorf der Rohingya im September 2017 (Foto: AFP)
Weltweit leiden Millionen Menschen unter den Folgen einer zunehmenden Ausgrenzung, warnt Amnesty International im aktuellen Jahresbericht. Auch im Westen setzen Politiker zunehmend auf dieses Mittel.

Von Markus C. Schulte von Drach | Süddeutsche Zeitung

Ein Jubiläum ist eigentlich ein Grund zum Feiern. Und jenes, das im Dezember 2018 bevorsteht, ist es ganz besonders: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“, unabhängig von Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion oder Herkunft. Vor 70 Jahren haben die Vereinten Nationen die Menschenrechtscharta, in der dieser Satz steht, verabschiedet.

Doch das Jubiläum in diesem Jahr „macht es uns schmerzlich bewusst, dass unsere Menschenrechte alles andere als selbstverständlich sind“, beginnt Salil Shetty, Generalsekretär von Amnesty International (AI), den Jahresbericht 2017/18 der Organisation. Denn auch das vergangene Jahr war aus Sicht der Aktivisten geprägt von unzähligen Angriffen auf die Menschenrechte.

Dazu kommt, dass in etlichen Ländern – auch im Westen – systematisch ganze Gruppen von Menschen ausgegrenzt und diskriminiert wurden.

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»Er wollte möglichst viele Opfer«

Bombenentschärfungskommando der Berliner Polizei bei einem Einsatz ©Marco Limberg
Ein Student syrischer Herkunft, der in Würzburg Medizin studiert, soll einen Anschlag auf eine Berliner Synagoge geplant haben. Dafür hatte der mutmaßliche Täter sich bereits Anleitungen zum Bau einer Bombe aus dem Internet heruntergeladen, wie die Münchner Staatsanwaltschaft mitteilte.

Jüdische Allgemeine

Der Mann namens Abdulhadi B. wird seit dieser Woche vor dem Oberlandesgericht München angeklagt, weil er den Sohn seiner Partnerin misshandelt haben soll und ihn zum Kindersoldaten der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) drillen wollte. Laut Staatsanwaltschaft wollte er den Siebenjährigen als Kämpfer für den IS gewinnen.

»Ungläubige« Die Anklage ist davon überzeugt, dass der 30-Jährige dem Jungen Videos vorgeführt hatte, die zeigten, wie andere Kinder für den IS kämpften, auf andere Menschen schossen und selbst erschossen wurden. Staatsanwalt Jürgen Rohrmüller sagte dazu: »Er hat unter völliger Missachtung der ihm überlassenen Fürsorge aus einer rohen und gefühllosen Gesinnung heraus gehandelt.«

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Frankreich plant deutliche Verschärfung der Asylregeln

Anwälte protestieren in Paris gegen die geplante Verschärfung der Asylregeln in Frankreich © Julien Mattia/ Picture Alliance
2017 haben mehr als 100.000 Flüchtlinge einen Asylantrag in Frankreich gestellt. Angesichts der steigenden Zahlen will die Regierung ihre Flüchtlingspolitik nun deutlich verschärfen. Kritiker fürchten eine „Auslese“ der Asylsuchenden.

stern.de

Asylverfahren in sechs statt elf Monaten, Abschiebehaft für bis zu 90 Tage: Dies sieht ein neues Asyl-Gesetz in Frankreich vor, das die Regierung am Mittwoch vorgelegt hat. Angesichts der Höchstzahl von Asylanträgen im vergangenen Jahr soll die Flüchtlingspolitik verschärft werden. Hilfsorganisationen protestieren scharf gegen die Pläne von Innenminister Gérard Collomb. Auch in der Regierungspartei von Präsident Emmanuel Macron ist das Vorhaben umstritten.

Im vergangenen Jahr hatte Frankreich erstmals mehr als 100.000 Asylanträge registriert, 17 Prozent mehr als 2016. Im EU-Schnitt halbierte sich die Zahl der Bewerber dagegen.

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Trumps Migrationspolitik stellt Urmythos der USA in Frage

Image: NBCNews/YouTube
Es ist ein amerikanischer Urmythos: Menschen aus aller Welt kommen in die Neue Welt, um etwas Neues zu schaffen. Doch heutzutage sind viele US-Bürger nicht begeistert über die Neuankömmlinge – und zeigen dies auch offen.

Von Konrad Ege | evangelisch.de

Die Tageszeitung „Washington Post“ spottete kürzlich, Präsident Donald Trump versuche mit seiner Einwanderungspolitik die „weiße Mehrheit“ in den Vereinigten Staaten zu sichern. Trump hatte Medienberichten zufolge in einem Treffen mit Senatoren am 11. Januar in Bezug auf Einwanderer aus Haiti, El Salvador und afrikanischen Ländern gefragt, wieso die Menschen aus diesen „Drecksloch-Ländern“ (shithole countries) in die USA kämen. Trump will das nicht genau so gesagt haben.

Tatsächlich ist die Einwanderungsdiskussion in den USA festgefahren. Trump fordert scharfe Maßnahmen gegen „Illegale“ und eine starke Beschränkung legaler Einwanderung. Er hält zudem weiter an seinen Plänen für den Bau einer Mauer zwischen den USA und Mexiko fest. Mitte Februar konnte sich der Kongress zu diesen Punkten und zum Schicksal von bis zu 1,8 Millionen sogenannten Dreamer nicht einigen. Diese „Träumer“ sind junge Menschen, die im Kindesalter ohne Papiere gekommen sind.

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Sinn Fein: Keine Gewissensfreiheit bei Abstimmung über Abtreibung

Abgeordnete, die gegen die Legalisierung der Abtreibung stimmen, müssen mit disziplinären Maßnahmen rechnen. In Irland soll nach Streichung des Lebensschutzes in der Verfassung eine Fristenregelung eingeführt werden.

kath.net

Die Abgeordneten der Sinn Fein Partei werden bei der kommenden Abstimmung des Unterhauses des irischen Parlaments über die Abtreibungsregelung nicht unbedingt ihrem Gewissen folgen dürfen. Wer von der Parteilinie abweicht und gegen die Legalisierung der Abtreibung stimmt, wird mit disziplinären Maßnahmen zu rechnen haben, sagte die neue Parteivorsitzende Mary Lou McDonald.

„Es ist eine Frage des persönlichen Gewissens, aber es ist auch eine Frage der Politik“, sagte sie wörtlich gegenüber dem Sender RTÉ. Die Abgeordneten hätten der Parteilinie zu folgen, betonte sie.

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Die neue BND-Zentrale und ihre Nachbarn

Die BND-Zentrale. Kritiker sagen, sie sei ein abgeschirmter Bau, der den Stadtteil regelrecht zerschneidet.Foto: imago/PEMAX
135000 Kubikmeter Beton, 20000 Tonnen Stahl, abgeschottet von der Umgebung. Die Zentrale des Bundesnachrichtendienstes spaltet das Viertel an der Berliner Chausseestraße. In Alte und Neue, Gewinner und Verlierer.

Von Hannes Soltau | DER TAGESSPIEGEL

Ein hoher Zaun, gesichert und überwacht. Die andere Seite unerreichbar. Es ist ein Bild, das Werner Jacob aus seiner Kindheit kennt. Nur wenige Schritte von seinem Elternhaus entfernt, begann damals der Todesstreifen. Und vor der Haustür lag das „Ende der Welt“, wie Jacob es heute ausdrückt.

Knapp drei Jahrzehnte später teilt wieder ein Bauwerk seine Nachbarschaft. 36 Fußballfelder groß, 283 Meter lang erstreckt sich die dreiflügelige neue Zentrale des Bundesnachrichtendienstes längs der Chausseestraße in der Nordwestecke des Berliner Ortsteils Mitte. Eine Häuserreihe versperrt zwar Jacobs Blick aus dem Fenster auf den Neubau, doch nur 50 Meter Luftlinie trennen ihn von den „Schlapphüten“. So nennt Jacob seine neuen Nachbarn.

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Gutachten: Tatverdächtiger von Kandel ist älter als gedacht

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Der mutmaßliche Mörder der 15-jährigen Mia aus Kandel ist einem Gutachten zufolge älter als bisher angenommen

Frankfurter Rundschau

Demnach ist der Ex-Freund des am 27. Dezember in einem Drogeriemarkt erstochenen Mädchens wahrscheinlich etwa 20 Jahre alt, wie die Staatsanwaltschaft Landau mitteilte. Bislang hatte der Flüchtling aus Afghanistan als 15 Jahre alt gegolten. Das Alter des Verdächtigen ist wichtig für ein späteres Gerichtsverfahren. Ob Erwachsenen- oder Jugendstrafrecht angewendet wird, beeinflusst etwa das Strafmaß bei einer Verurteilung.

Warum in Deutschland immer noch Babys sterben

Die Versorgung von Frühchen braucht viel Erfahrung. (Foto: Alessandra Schellnegger)
Laut einer neuen Statistik ist die Säuglingssterblichkeit in Deutschland höher als zum Beispiel in Japan oder Island. Geburtsmediziner Uwe Hasbargen über vermeidbare Todesursachen und die Verniedlichung der Geburt.

Von Berit Uhlmann | Süddeutsche Zeitung

2,6 Millionen Kinder sterben jährlich in den ersten vier Lebenswochen, heißt es in einem Bericht von Unicef. In Deutschland überleben etwa zwei von 1000 Neugeborenen den ersten Monat nicht. Verglichen mit Entwicklungsländern ist das ein sehr guter Wert, doch es gibt einige Industrienationen, die in der Statistik noch deutlich vor der Bundesrepublik liegen. Wie ein Teil der Todesfälle vermieden werden könnte, erläutert Uwe Hasbargen, Leiter des Perinatalzentrums der LMU München. Das Zentrum umfasst Geburtshilfe, pränatale Diagnostik sowie Neu- und Frühgeborenenstationen.

SZ: Deutschland schneidet in der jüngsten Unicef-Statistik zur Säuglingssterblichkeit schlechter ab als beispielsweise Japan oder Island. Liegt das an der Medizin oder an der Statistik?

Uwe Hasbargen: Ich kann Ihnen nicht sagen, wie die Geburtshilfe in Japan organisiert ist oder welche Gepflogenheiten dort herrschen. Prinzipiell aber kann es in internationalen Vergleichen zu Verzerrungen kommen. In einigen Ländern werden extreme Frühchen, die vor der 25. Woche zur Welt kommen, von vornherein als nicht lebensfähig erachtet und die Geburt so geleitet, dass sie tot geboren werden. Sie werden in der Sterblichkeitsstatistik nicht berücksichtigt. In Deutschland bemühen sich die Ärzte, wenn Eltern das wollen, mit allen Mitteln um diese Kinder. Leider sterben einige von ihnen trotzdem – und tauchen in der Statistik auf.

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Finanzkommission: ARD nimmt zu viel Geld ein

Grafik: Initiative No Billag
Bei der Volksabstimmung zur Abschaffung der Rundfunkpauschale in der Schweiz könnten Einkommensschwache den Ausschlag geben

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

In ihrer Berechnung des Finanzbedarfs für die Jahre 2017 bis 2020 hatte die ARD eine Deckungslücke von 142,4 Millionen Euro geltend gemacht. Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) kommt in einem gestern erschienenen 420 Seiten dicken Bericht zu einem ganz anderen Ergebnis: Danach nimmt die ARD in diesem Zeitraum nicht 142,4 Millionen Euro zu wenig, sondern 502,4 Millionen Euro zu viel ein.

Beim ZDF, das sich einen Fehlbetrag von 63,6 Millionen Euro errechnet hatte, kam die KEF auf einen Überschuss in Höhe von 27,7 Millionen Euro. Die Unterschiede ergeben sich unter anderem dadurch, dass ARD und ZDF der KEF zufolge die steigende Entwicklung der Beitragseinnahmen auf insgesamt 31,185 Milliarden Euro bis 2020 ebenso wenig ausreichend berücksichtigten wie die voraussichtlich 1,03 Milliarden Euro an Werbe- und weitere 156,8 Millionen Euro aus Sponsoringeinnahmen.

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Katholische Kirche untersucht Betrugsverdacht in Kinderheim

Freiburger Erzapostel Stephan Burger. Bild: Archiv/dpa
Krisenmanagement in der Erzdiözese Freiburg: Es geht um einen Betrugsverdacht in einem kirchlichen Kinderheim in Sigmaringen. Parallel läuft die Aufarbeitung einer millionenschweren Finanzaffäre.

Eßlinger Zeitung

Nach dem Betrugsverdacht in einem katholischen Kinderheim in Sigmaringen hat die Kirche Aufklärung angekündigt. Der Fall werde umfassend untersucht, sagte ein Sprecher der Erzdiözese Freiburg am Montag. Dies stehe jedoch erst am Anfang. Um welche Betrugssummen es sich handele, könne noch nicht beziffert werden. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hechingen sagte, die Behörde sei von der Kirche informiert worden und prüfe den Fall. Einzelheiten seien noch nicht bekannt. Der Vize-Direktor des erzbischöflichen Kinderheims steht den Angaben zufolge im Verdacht, die Einrichtung betrogen zu haben. Laut Erzbistum Freiburg geht es dabei um Personal- und Finanzthemen. Zuvor hatte die „Schwäbische Zeitung“ berichtet.

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149 Kältetote in diesem Winter in der Bastion des Christentums Ungarn

In diesem Winter sind in Ungarn bis Mitte Februar 149 Menschen erfroren. Das berichtete das Internet-Portal „24.hu“ unter Berufung auf das Ungarische Sozialforum, ein Netzwerk unabhängiger Hilfsorganisationen.

Frankfurter Rundschau

Bei 47 Prozent der Opfer handele es sich um Menschen, die in Armut lebten und in ihren ungeheizten Wohnungen erfroren seien, heißt es in dem Bericht. Die anderen starben an Erfrierungen, die sie im Freien erlitten hatten.

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