Archiv der Kategorie: Soziales

LaRouche-Sekte: Wie starb Jeremiah Duggan?

Die Todesursache des britischen Studenten Jeremiah Duggan ist bis heute ungeklärt. Foto: Justiceforjeremiah.yolasite.com
Es kommt Bewegung in einen der brisantesten Kriminalfälle Deutschlands: Der britische Student Jeremiah Duggan soll doch keinen Suizid begangen haben. Welche Rolle spielt die antisemitische LaRouche-Sekte?


Von Steven Geyer|Frankfurter Rundschau

In den Todesfall des britischen Studenten Jeremiah Duggan, einer der brisantesten deutschen Kriminalfälle der letzten Jahre, ist neue Bewegung gekommen. Nachdem eine englische Untersuchung die Suizid-These der deutschen Behörden verworfen hat, fordern die Anwälte von Duggans Mutter Erica eine Ausweitung der Ermittlungen. Es sei zwingend, die Beteiligung der antisemitischen, verschwörungstheoretischen LaRouche-Sekte zu klären, forderten sie am Dienstag in Berlin.

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Der Tod ist ein Geschäft

Völlige Straffreiheit oder absolutes Verbot? Vier Gesetzesanträge zur Sterbehilfe, genauer gesagt zur Suizidbeihilfe, werden am 2. Juli im Bundestag zum ersten Mal diskutiert. So unterschiedlich die Anträge sind, haben sie doch eines gemeinsam: Eine gewerbsmäßige Sterbehilfe soll es auch in Zukunft nicht in Deutschland geben.


Von Franziska Fink|evangelisch.de

todesspritzeNach geltender Rechtslage sind Suizid und Beihilfe zum Suizid in Deutschland nicht strafbar. Es wird also auch niemand dafür bestraft, dass er anderen hilft, sich das Leben zu nehmen, also etwa ein tödliches Medikament besorgt. Aktive Sterbehilfe, also die Tötung auf Verlangen, ist hingegen verboten.

Doch es gibt Grauzonen: Ausgelöst wurde die aktuelle Debatte über Beihilfe zum Suizid durch Sterbehilfevereine wie dem des Hamburger Exjustizsenators Roger Kusch. Diese Vereine bieten ihren Mitgliedern Unterstützung bei der Selbsttötung an. Deswegen haben Bundestagsabgeordnete vier neue Gesetzesanträge zum Thema formuliert. Die erste Lesung der Anträge findet am 2. Juli statt.

Im Herbst will der Bundestag dann über eine neue Regelung entscheiden. Zeitgleich soll eine bessere Versorgung von sterbenden in der Palliativ- und Hospizmedizin ermöglicht werden. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat dafür ebenfalls ein neues Gesetz dem Bundestag vorgelegt. Danach soll die ambulante wie stationäre Palliativ- und Hospizversorgung flächendeckend ausgebaut werden. Dafür sind zusätzliche 200 Millionen Euro vorgesehen.

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150 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte im ersten Halbjahr 2015

Eine Demonstration von Neonazis © Tim @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
150 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte gab es im ersten Halbjahr 2015. Das ist fast so viel im gesamten Jahr davor. Auch die Zahl der rechtsextremen Gewalttaten ist deutlich gestiegen. Das geht aus dem aktuellen Verfasssungsschutzbericht hervor.


MiGAZIN

Die Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland nehmen weiter zu. Allein im ersten Halbjahr 2015 habe es rund 150 Straftaten gegen Asylunterkünfte gegeben, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichtes für 2014 am Dienstag in Berlin. Im vergangenen Jahr zählten die Behörden insgesamt 170 Angriffe, 2013 noch 55.

Der Verfassungsschutzbericht bestätigt damit einen Trend, der durch Brandanschläge im fränkischen Vorra, sachsen-anhaltischen Tröglitz und zuletzt in Meißen und Lübeck Schlagzeilen machte. In diesen Orten wurde in Gebäuden Feuer gelegt, bevor Flüchtlinge dort einziehen sollten. Weil sie noch nicht bewohnt waren, wurde dabei niemand verletzt.

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Beauftragter Wolosky soll Guantanamo-Schließung vorantreiben

Das umstrittene US-Gefangenenlager Guantánamo © Shane T. McCoy/US Navy/DPA
2009 versprach US-Präsident Barack Obama das Ende des umstrittenen Gefangenenlagers Guantanamo auf Kuba. Noch aber sitzen 116 Terrrorverdächtige dort fest. Nun soll Jurist Lee Wolosky die Schließung in die Tat umsetzen.


stern.de

Nach anderthalbjähriger Vakanz hat die US-Regierung einen neuen Guantanamo-Beauftragten ernannt, der sich um die Schließung des umstrittenen US-Gefangenenlagers auf Kuba kümmern soll. Wie Außenminister John Kerry am Dienstag in Washington mitteilte, betraute er mit der Aufgabe den Juristen Lee Wolosky, der den früheren US-Präsidenten Bill Clinton und George W. Bush als Leiter der Abteilung Grenzüberschreitende Bedrohungen diente. “Lee wird unsere laufenden diplomatischen Bemühungen leiten, die Schließung des Gefangenenlagers Guantanamo in einem angemessenen Zeitraum zu ermöglichen”, erklärte Kerry.

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Homo-Ehe spaltet Berliner CDU

In der Berliner CDU hingegen liegen Befürworter und Gegner der Homo-Ehe im ernsthaften Streit über das, was viele Mitglieder für einen Grundwert im Selbstverständnis der Partei… – Foto: imago/IPON
In der Berliner CDU werben einflussreiche Gegner der Ehe für alle unter den Mitgliedern für ihre Position – die USA oder Irland seien kein Vorbild, schreiben sie in einem offenen Brief. Die Befürworter wollen dagegenhalten.


Von Werner van Bebber, Sabine Beikler|DER TAGESSPIEGEL

In der Berliner CDU artikuliert sich deutliche Ablehnung gegenüber der Homo-Ehe. 17 Mitglieder des Abgeordnetenhauses – fast die halbe Fraktion – wenden sich in einem offenen Brief unter der Überschrift „Nein zur Ehe für Alle“ an die 12 500 Mitglieder der Berliner Union. Diese können bis zum 24. Juli darüber abstimmen, ob sie für oder gegen die „Ehe für alle“ sind – allerdings auf einer fünfteiligen abgestuften Skala. Bei einer Bundesratsabstimmung zur sogenannten Öffnung der Ehe hat sich das Land Berlin enthalten, weil sich SPD und CDU nicht einig waren. Das hatte zum Streit zwischen den beiden Koalitionspartnern geführt.

Unter den 17 Unterzeichnern des offenen Briefs sind einflussreiche Abgeordnete wie die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Cornelia Seibeld und der parlamentarische Geschäftsführer Sven Rissmann. Der ehemalige Regierende Bürgermeister und CDU-Ehrenvorsitzende Eberhard Diepgen unterstützt die Verfasser des Briefes ebenso wie der Landesvorsitzende der Jungen Union, Christoph Brzezinski, der Bundestagsabgeordnete Philipp Lengsfeld und der Europa-Abgeordnete Joachim Zeller.

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More than 25% of the 461 people killed by American police so far in 2015 were mentally disturbed

Police get little training in common-sense approaches to dealing with mentally ill people. attribution: mattthrono-CC
Reporters at The Washington Post are keeping a running tally of people shot and killed by police in 2015. It’s something the FBI also does, but the bureau itself concedes that its total count is incomplete. In fact, according to the Post, the FBI has never counted more than 460 fatal police shootings in a single year.


By Meteor Blades|DAILY KOS

In its own count, however, the newspaper found such shootings added up to one more than that in just the first six months of this year. More than a fourth of those slain, the reporters say, were “in the throes of mental or emotional crisis”:

The vast majority were armed, but in most cases, the police officers who shot them were not responding to reports of a crime. More often, the police officers were called by relatives, neighbors or other bystanders worried that a mentally fragile person was behaving erratically, reports show. More than 50 people were explicitly suicidal.More than half the killings involved police agencies that have not provided their officers with state-of-the-art training to deal with the mentally ill. And in many cases, officers responded with tactics that quickly made a volatile situation even more dangerous. […]

The Post summarizes several of these killings. The dead range in age from 15 to 86. On average, police killed a mentally disturbed person every 36 hours in the first six months of the year.

Police departments concede that they are not well equipped to deal with the mentally ill. But given the inadequacy of state and local budgets for mental health services, needlessly violent police responses are likely to continue.

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Das mit der Gentherapie klärt die Wissenschaft lieber selbst

Neue Methoden erlauben gezielte Eingriffe in das Erbgut des Menschen. Damit könnte man einmal genetische Krankheiten heilen – vielleicht auch mehr. Muss man die genetische Optimierung des Menschen verbieten? Die Nobelpreisträger würden auf eine politische Debatte lieber verzichten.


Von Alexander Mäder|Stuttgarter-Zeitung.de

Bild: merakname.com
Bild: merakname.com

Eigentlich sind sich die vier Wissenschaftler einig: Die neue Methode CRISPR (ausgesprochen: „Krisper“) ist zwar vielversprechend, funktioniert aber noch lange nicht gut genug, um sie bei menschlichen Embryonen einzusetzen. Mit CRISPR kann man, so die Idealvorstellung, krankhaft veränderte Gene ersetzen und dadurch einem heranwachsenden Kind eine Erbkrankheit ersparen. Doch eine Studie von Junjiu Huang und seinem Team von der Sun Yat-sen Universität im chinesischen Guangzhou hat vor einigen Wochen gezeigt, dass CRISPR noch viele weitere Veränderungen im Erbgut vornimmt, ohne dass die Wissenschaft verstehen würde, warum. Und nur bei 4 von 86 Embryonen hatte das Ersetzen des Gens überhaupt geklappt. (Die chinesischen Forscher hatten Embryonen verwendet, die bei künstlichen Befruchtungen aussortiert worden waren. Womöglich hat das die Fehlerrate zusätzlich erhöht.) Die vier Wissenschaftler auf dem Podium der Nobelpreisträgertagung in Lindau halten es daher für verfrüht und unverantwortlich, jetzt schon klinische Anwendungen von CRISPR in Erwägung zu ziehen.

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Warten auf 2050

Wir befinden uns im Weltkrieg gegen den Terror, meint Stefan Aust in der WELT – “besiegen” können den Jihadismus aber “nur die Muslime selbst”:
 


Von Paul Nellen|Die Achse des Guten

Oslo 22.07.2011. Themenbild
Oslo 22.07.2011. Themenbild

Wirklich nur die Muslime selbst? Das Vertrauen in die Selbstheilungskräfte des Islam, in die “peace-keeping mission” von Moscheen und Imamen in Deutschland gegenüber dem gewaltbereiten Islamismus, erscheint ungefähr so naiv, wie vor 40 Jahren die Vorstellung eines “mäßigenden” Einflusses der SPD (oder “gemäßigter Linker”) auf die RAF gewesen wäre. Eine auf Jahrzehnte angelegte, viel Papier, manche neue Lehrstühle und zahllose Dialogveranstaltungen produzierende Strategie, aber ohne jede Aussicht auf Erfolg. Denn zugleich – allen islamischen Gräueln zum Trotz – wächst die Anziehungskraft dieser Religion auf allen Kontinenten – 2050 wird der Islam 2050 die stärkste Religion weltweit sein – und erhöht damit die Siegeszuversicht der Muslime.

Insbesondere jener, die mit Khomeini der Auffassung sind, dass “der Islam es allen erwachsenen Männern zur Pflicht macht, sich für die Eroberung bereit zu machen, auf dass dem Wort des Islam in jedem Lande Folge geleistet werde”. Warum sollten gerade sie sich in einen innerislamischen Linienkampf stürzen, wenn es trotz Terrors und trotz des “IS” doch unterm Strich so gut für den Islam läuft? Und haben Fatwas oder eine “theologische” Verurteilung von angeblicher religiöser “Abweichung” schon jemals die irrenden Fanatiker oder “Abweichler” von ihrem Kurs abgebracht und zur Umkehr gezwungen?

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Indonesien legalisiert islamische Zwangsehe minderjähriger Mädchen

Um den moslemischen Ulema zu gefallen, sprach sich der indonesische Verfassungsgerichtshof für die Zulassung von Eheschließungen unter Minderjährigen aus. Bürgerrechtsaktivisten warnen, daß damit der unter Moslems verbreiteten Praxis kombinierter Ehen unter Minderjährigen und vor allem der Zwangsverheiratung minderjähriger Töchter Vorschub geleistet wird.


Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Themenbild rnw.nl
Themenbild rnw.nl

Teile der Zivilgesellschaft im südostasiatischen Land befinden sich wegen der Entscheidung der Höchstrichter im Aufruhr. Der Verfassungsgerichtshof des größten islamischen Staates der Welt legalisierte Eheschließungen von Minderjährigen. Bisher mußten die Brautleute mindestens 18 Jahre alt sein, um heiraten zu können. Nun setzte der Oberste Gerichtshof das Mindestalter auf 16 Jahre herunter. Menschenrechtsorganisationen fürchten, daß das nur der erste Schritt sei und das Mindestalter bald weiter gesenkt werden oder ganz wegfallen könnte. Entscheidend für das Urteil war die Einflußnahme des Indonesischen Ulema-Rates (MUI). Bürgerrechtsorganisationen sprechen von einem „gefährlichen Präzedenzfalle“.

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Tochter von Sarah Palin: Zweite Schwangerschaft war angeblich geplant

Bild. The Huffington Post
Bristol Palin (24, “Not Afraid of Life: My Journey So Far”), die Tochter der ehemaligen republikanischen US-Präsidentschaftskandidatin Sarah Palin (51), sorgt mit ihrer zweiten unehelichen Schwangerschaft für Wirbel. 


The Huffington Post

Über ihren Blog auf einer religiösen Webseite setzt sich die werdende Mutter nun gegen kritische Stimmen zur Wehr. “Diese Schwangerschaft war tatsächlich geplant”, so die Politiker-Tochter. Sie bereue es keineswegs, wieder schwanger zu sein. “Dieses Baby ist keine Enttäuschung und ich kann es gar nicht erwarten, Mutter von zwei Kindern zu sein”, führt sie ihren mit “Mein kleiner Segen” überschriebenen Blogeintrag fort.

Bei der Bekanntgabe ihrer zweiten Schwangerschaft hatte Bristol Palin auf ihrem Blog geschrieben, dass die Nachricht eine “riesige Enttäuschung für meine Familie und meine engsten Freunde” gewesen sei. 2008 musste ihre konservative und streng religiöse Mutter Sarah Palin während des Präsidentschaftswahlkampfs einräumen, dass ihre damals noch minderjährige Tochter unehelich schwanger sei. Sohn Tripp ist inzwischen sechs Jahre alt.

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Das nächste große Schlachtfeld ist Europa

Foto: Infografik Die Welt
Vor einem Jahr rief der IS sein Kalifat aus. Jetzt bereiten die islamistischen Terroristen eine neue Strategie vor. Systematisch schleusen sie Kämpfer über Flüchtlingsrouten in die EU.


Von Alfred Hackensberger|DIE WELT

Lorenz Berger ist immer noch fahl im Gesicht. Die Woche in Gefangenschaft der Terrormiliz “Islamischer Staat” hat Spuren hinterlassen. Sein Rücken schmerzt von den Gewehr- und Stockschlägen, die er für das Kruzifix an seiner Halskette bezog. Das verseuchte Wasser, das er trinken musste, verursacht ihm immer noch Magenkrämpfe. Berger heißt in Wirklichkeit anders, und mit Extrembedingungen kann er umgehen. Er war mal Soldat und ist schon länger im Nahen Osten unterwegs, für wechselnde europäische Geheimdienste, als freischaffender Agent sozusagen.

Doch in jenen Tagen in Nordsyrien glaubte er nicht, dass er noch einmal lebend davonkommen würde. Dann fielen die Bomben der Luftwaffe von Diktator Assad. Unter Bergers Peinigern brach Panik aus. Als einer von ihnen tot in der Ecke lag, griff Berger sich dessen Gewehr, stürmte los und schoss sich den Weg frei. “Ich sehe noch die Überraschung in den Augen der Männer”, erinnert er sich. “Aber als sie mich bemerkten, war es schon zu spät für sie.”

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Tod eines Punks

  • Vor 15 Jahren starb in Eberswalde der Punk Falko Lüdtke – sein Tod wird von den Forschern als eindeutig politisch motiviert bewertet.
  • Es gibt eine große Diskrepanz zwischen offizieller Statistik von Todesopfern rechtsextremer Gewalt und Recherchen von Journalisten und Stiftungen.
  • Als erstes Bundesland hat Brandenburg eine externe Forschungsstelle damit beauftragt, Altfälle zu überprüfen: Die Forscher kommen in neun Fällen zu dem Ergebnis, dass die Taten politisch motiviert waren.


Von Antonie Rietzschel|Süddeutsche.de

Mike B. trug ein Hakenkreuz am Hinterkopf. Der Punk Falko Lüdtke sprach ihn darauf an – das war sein Todesurteil. (Foto: Illustration: Yinfinity)

Der Taxifahrer kann nicht mehr bremsen. Der Körper von Falko Lüdtke knallt gegen die Motorhaube des Autos, zerschlägt die Windschutzscheibe, wird hochgeschleudert und bleibt leblos auf der Straße liegen. Zwei Stunden später stirbt Falko Lüdtke im Krankenhaus an einem Lungenriss. Was am 30. Mai 2000 an der Bushaltestelle Spechthausenerstraße in der brandenburgischen Stadt Eberswalde geschah, war jedoch kein einfacher Verkehrsunfall.

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Bigott: Umstrittene Werbekampagne für ‘Traumbusen’

Evangelisches Krankenhaus stoppt Zusammenarbeit mit einer Agentur – Zuvor hatte der Hessische Rundfunk über die Werbekampagne berichtet.


kath.net

Bild: medical-partners.de

Wegen einer umstrittenen Werbung für Schönheitsoperationen hat das Evangelische Krankenhaus Mittelhessen in Gießen die Zusammenarbeit mit der Agentur „DS Deutscher Ärzte Service GmbH“ (Würzburg) beendet. Sie vermittelt unter anderem Frauen, die eine Brustvergrößerung vornehmen lassen wollen, an Kliniken und Arztpraxen. Die Agentur wirbt in Anzeigen mit der Überschrift „Traumbusen für 2.999 Euro“. Zugleich wird eine Ratenzahlung angeboten. Daneben ist eine junge Frau mit üppiger Oberweite im Bikini zu sehen. „Diese Form der Werbung entspricht nicht dem Stil unseres Hauses“, sagte der Leiter der Unternehmenskommunikation von Agaplesion, demLeiter der Unternehmenskommunikation von Agaplesion, (Frankfurt am Main), auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. „Da wir keinen Einfluss auf die Art der Werbung nehmen können, die der Deutsche Ärzte Service betreibt, haben wir die Zusammenarbeit mit ihm beendet.“ Zuvor hatte der Hessische Rundfunk über die Werbekampagne berichtet. Wie Drenger gegenüber idea weiter erläuterte, sind die Anzeigen inhaltlich zwar nicht falsch. Es falle jedoch „der sorglose Umgang mit einer Operation auf, die ja wie jeder Eingriff auch Risiken beinhaltet“.

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Nicht deutsch genug, um als Heimatvertriebene zu gelten

Eine Passage der Gauck-Rede zum Gedenktag für Flucht und Vertreibung sorgt für Diskussionen


Von Peter Nowak|TELEPOLIS

Am 20. Juni wurde erstmals ein Gedenktag für Flucht und Vertreibung bundesweit begangen. Spontan fällt einem kritischen Zeitgenossen ein, dass es ist natürlich sinnvoll ist, an die vielen Opfern der europäischen und speziell auch deutschen Flüchtlingspolitik zu erinnern.

Täglich erfahren wir, dass Geflüchtete im Mittelmeer ertrinken oder schon vorher auf den Transitwegen in Afrika ausgeraubt und ermordet werden. Wer es bis nach Deutschland schafft, ist vor Angriffen von Pegida-Deutschen der unterschiedlichen Couleur nicht sicher, wie sich in diesen Tagen im sächsischen Freital zeigte, wo schließlich zivilgesellschaftliche Initiativen verhinderten, dass sich Szenen, wie wir sie vor mehr als zwei Jahrzehnten in Hoyerswerda, Rostock etc. gesehen haben, wiederholten. Dort wurden Flüchtlingsheime unter dem Beifall von applaudierenden Wutbürgern attackiert und in Brand gesetzt.

Zu gedenken wäre auch den Opfern einer staatlichen Flüchtlingspolitik, die aus Angst vor Abschiebungen, oder weil sie Stigmatisierungen und Abschiebedrohungen nicht mehr aushielten, die Pulsadern aufschnitten, sich erhängten oder durch das Trinken von giftiger Chemikalien ihren Leben ein Ende setzten. Seit mehr als 20 Jahren liefert eine Arbeitsgruppe der Berliner Antirassistischen Initiative mit einer jährlich aktualisierten Dokumentation der tödlichen Folgen der bundesdeutschen Flüchtlingspolitik Nachweise für solche Verzweiflungstaten.

Dieser Aspekt kam auch bei den vom Zentrum für politische Schönheit initiierten Kampagne “Die Toten kommen” zu kurz. In vielen deutschen Städten sind Gräber ausgehoben worden, an denen den unbekannten Toten im Mittelmeer gedacht wird. Nicht überall sind die Gräber gleich wieder eingeebnet worden wie vor dem Bundestag.

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Das lebensferne Nein der CDU zur Ehe für alle

In Deutschland stellt sich die Bundesregierung im Umgang mit der Ehe-Freigabe für alle weiterhin quer – obwohl der Kampf längst verloren ist. Foto: dpa
Während das Oberste Gericht in den USA die Ehe für alle freigibt, weigert sich die CDU weiter beharrlich – nicht mit Argumenten, sondern mit Verfahrenstricks. Sie versucht damit, einen längst verlorenen Posten irgendwie zu halten.


Von Holger Schmale|Berliner Zeitung

Das Oberste Gericht der USA verkündet stets vor der Sommerpause wichtige Urteile – es mag Zufall sein, dass seine Entscheidung zur Ehe für alle in die Tage der Christopher-Street-Feste gefallen ist. Ein besseres Datum aber hätten die Richter nicht finden können. Die Ehe ist ein Grundrecht, das schwulen oder lesbischen Paaren nicht verweigert werden darf, so klar lautet das Urteil aus Washington. Eine große Mehrheit im Bundestag sieht das genauso, und die Mehrheit der Bundesbürger auch.

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Der Hetzer aus dem Sauerland

In der radikalen Salafisten-Szene ist er ein Star: Hasan Keskin verteufelt den Staat, propagiert den Dschihad und folgte Befehlen deutscher Terroristen. Bisher nicht er nicht zu stoppen


Von Axel Spilker|FOCUS ONLINE

KoranHasan Keskin, 30, folgt einer Mission: „Wahre Muslime“ bekriegen „Ungläubige“. Unterlegt mit Maschinengewehrsalven, droht der radikal-islamische Salafist aus dem sauerländischen Hemer im Internet Andersdenkenden mit dem ewigen „Höllenfeuer“. Einmal in Fahrt, fordert der Deutschtürke gar die Todesstrafe für all jene Muslime, die nicht beten.

Die kruden Tiraden stammen von einem Mann, den die Staatsschützer als eine Schlüsselfigur in der gewaltbereiten Islamistenszene ansehen. Keskin alias Abu Ibrahim gilt nach FOCUS-Informationen als hiesiger Statthalter führender deutschsprachiger Kämpfer der Terrormilizen Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak. Laut Bundesinnenministerium infiziert er junge Leute mit radikalem Gedankengut und setzt Dschihad-Propaganda seiner Anführer aus Syrien ins Internet. „Er ist die Spinne im Netz“, meint ein Staatsschützer. Bisher aber ist er nicht zu stoppen.

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White supremacist who inspired Dylann Roof calls Charleston ‘a preview of coming attractions’

Harold Covington (YouTube)
Dylann Roof refers to Harold Covington’s white separatist group, the Northwest Front, in his alleged manifesto. The rightwing sci-fi writer distances himself from the shooting, but his followers speculate if his work influenced Roof’s actions.


By Sam Thielman|The Guardian|RawStory

One of the shadowy figures who appears to have influenced alleged Charleston killer Dylann Roof is Harold Covington, the founder of a white separatist movement and, within supremacist circles, an influential sci-fi author. Covington, the latest in a long line of rightwing sci-fi writers, has been linked to racist crimes in the past and this week called the massacre “a preview of coming attractions”.

The racist manifesto and photos apparently posted by Roof makes mention of the Northwest Front, created by Covington, a former member of the American Nazi party who traveled to South Africa and Rhodesia in order to agitate for white power. In the accompanying photos, Roof wore patches with Rhodesian and apartheid-era South African flags on them.

Covington, if you believe his website, runs a growing enclave of white supremacists near Seattle called the Northwest Front. The non-profit group is reflected in a series of sci-fi novels, authored by Covington, about a dystopian future in which a white nation is the only answer to US economic and racial woes.

American science fiction has long had a rightward tilt, from the contemporary strain of small-press sci-fi Tea Party fantasias swarming the Hugo Awards nominations all the way back to libertarian deity Ayn Rand. But Covington’s novels are a breed apart.

His followers see conspiracy in Covington’s connections to Roof. “And why did this young man have a flight jacket with flag patches from the old White ruled southern African countries, which is where HAC spent part of his early days in the Cause, hmmm,” wrote a commenter called Wingnut under a recent podcast on the Northwest website. “Wonder if they’ll ‘find’ a pile of NF-HAC stuff in this young man’s home? Then they can pull one of those ‘the devil made me do it’ numbers on HAC.”

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Wir befinden uns im Weltkrieg gegen den Terror

Deutsche Spezialkräfte üben in Frankfurt a.M. einen Einsatz gegen Terroristen Foto: dpa
Überall auf der Welt erhebt der Terrorismus sein Haupt. Der Westen kann noch so viel Geheimdienste, Überwachungsagenturen und Soldaten gegen ihn einsetzen. Ihn besiegen können nur die Muslime selbst.


Von Stefan Aust|DIE WELT

Ermordete Urlauber in Tunesien, ein abgetrennter, aufgespießter Kopf in Frankreich, die Serie der abscheulichen Mordtaten im Namen Allahs des Allmächtigen hört nicht auf. Im Fastenmonat Ramadan soll der Welt gezeigt werden, wozu man fähig ist. Keine Frage: Dieses ist ein Krieg, ein “asymmetrischer” sicherlich, aber ein Weltkrieg.

Die Front verläuft überall, wo selbst ernannte Gotteskrieger ihre weniger fanatischen Glaubensbrüder und “Ungläubige” aller Herren Länder und Religionen massakrieren. Der Rest der Welt reagiert vor allem – hilflos. Wie will man auch mit Hochtechnologie, modernster Waffentechnik oder gar Abhörmaßnahmen (unter anderem gegen die Staatschefs verbündeter Länder) gegen diese Mischung aus brutalstem Mittelalter und digitalem Neuland vorgehen.

Der islamische Staat ist überall, ob er sich nun als al-Quaida oder IS ausgibt, und dahinter steckt nicht nur religiöses Sendungsbewusstsein, sondern auch eine knallharte Machtstrategie.

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“Die Sexualmoral muss sich ändern”

Die Homosexuellen-Ehe: Realität nun auch in den USA und in Irland. Warum gibt die katholische Kirche gleichgeschlechtlichen Partnerschaften nicht ihren Segen? Ein Interview mit dem Theologen Dr. Wunibald Müller.


Von Johannes Schröer|Domradio

Bild: bpb.de
Bild: bpb.de

domradio.de: Warum ist es uns in der katholischen Kirche nicht egal, ob ein Mensch hetero- oder homosexuell ist?

Dr. Wunibald Müller: Weil Homosexualität nach wie vor in unserer Gesellschaft tabuisiert wird, sie immer noch etwas Fremdes ist, wir die Last mittragen, dass Homosexualität noch in den 60er Jahren kriminalisiert und später pathologisiert wurde. Und manchmal auch, weil viele Menschen Angst haben, mit ihren eigenen homosexuellen Gefühlen in Berührung zu kommen, wenn sie das Thema zulassen. Und dann natürlich auch, weil viele innerhalb der Kirche davon ausgehen, dass die Homosexualität nicht der Schöpfungsordnung entspricht.

domradio.de: Die katholische Sexualmoral spricht von einer göttlichen Schöpfungsordnung, die auf heterosexueller Liebe aufbaut, weil nur so Fortpflanzung möglich ist. Ist das richtig? Sie sagen ja, dass die kirchliche Sexualmoral weiterentwickelt werden müsse…

Dr. Wunibald Müller: Dass die Fortpflanzung auf der heterosexuellen Liebe aufbaut, ist richtig, ob die Homosexualität damit der Schöpfungsordnung nicht entspricht, weiß ich nicht. Will die katholische Kirche, in dem, was sie zur gelebter Sexualität sagt, homosexuelle Menschen ansprechen, muss die Sexualmoral erweitert werden. Im Grunde genommen heißt es im Moment: Nur innerhalb der Ehe ist gelebte Sexualität moralisch gut. Es schließt also alle aus, die nicht innerhalb der Ehe ihre Sexualität leben. Und das betrifft natürlich auch die Homosexuellen.

Ich glaube, die Sexualmoral muss sich insofern ändern, dass man nicht mehr von der Heterosexualität als Norm ausgeht, sondern sagt: Es gibt das Potenzial der Sexualität und die Aufgabe der Kirche ist es, Menschen zu helfen, in ihrem Leben und in ihren Beziehungen dieses Potenzial der Sexualität so zu leben, dass es zu einer Bereicherung ihres Lebens beiträgt.

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Freikirchen schrumpfen auch in den USA

Die USA sind eine tiefreligiöse, christlich geprägte Nation. Nirgends sonst leben so viele Christen. Und wohl in keinem andern Land wird die Religionsfreiheit so sehr beachtet und geschützt. Dies ist mit ein Grund, weshalb selbst die Sekte Scientology jahrzehntelang als seriöse Glaubensgemeinschaft betrachtet wurde.


Von Hugo Stamm|Tages Anzeiger Blogs

us_flagge_bibel_kreuzDie Dichte an Freikirchen ist eines der besonderen Merkmale der USA. Im Wahlkampf kommt kein Präsidentschaftskandidat darum herum, um die Gunst der frommen Christen zu buhlen. Doch nun erreicht der Zeitgeist auch Amerika: Die christlichen Kirchen verlieren zunehmend Mitglieder, die Zahl der Nichtgläubigen wächst rasch. In den USA verstärkt sich der Trend, der in Europa schon länger zu beobachten ist: Glauben und Religion verlieren an Bedeutung, die Tendenz zur Säkularisierung nimmt zu.

Dies bestätigt eine Studie des amerikanischen Pew Research Centers, das 35’000 Amerikaner befragt hat. Bekannten sich 2007 noch 78,4 Prozent zum christlichen Glauben, sind es heute nur noch 70,6 Prozent. Dies ist zwar immer noch ein hoher Wert, doch der Einbruch ist dramatisch. Vor allem auch, weil die meisten Abtrünnigen religiös erzogen wurden und sich als Erwachsene in einem bewussten Prozess vom Glauben abwandten, also agnostisch oder atheistisch wurden. (In Europa werden viele Kinder nicht mehr religiös erzogen, weshalb die Zahl der Ungläubigen besonders rasch wächst.)

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