Hunderttausende indigene Frauen wurden in den 1990er-Jahren in Peru zwangssterilisiert

Bild: tagesschau.de
Hunderttausende indigene Frauen wurden in den 1990er-Jahren in Peru zwangssterilisiert. Die Begründung: Armutsbekämpfung. Bis heute warten sie auf Entschädigung.

Von Matthias Ebert | tagesschau.de

Die Krankenschwestern kamen in Begleitung von Polizisten und schlugen die Tür von Rute Zuñigas Lehmhütte auf. Kurz darauf saß die Quechua-Frau aus einem Andental bei Cusco im örtlichen Gesundheitszentrum. Im Behandlungszimmer erklärten ihr die Ärzte, dass Zuñiga jetzt zwangssterilisiert werde – während ringsherum miserable hygienische Bedingungen herrschten.

Hände und Beine festgebunden

Als sich die damals 28-Jährige wehrte, band man ihr Hände und Beine fest, bevor die Operation losging. Weil die Betäubung offenbar nicht stark genug war, spürte Zuñiga, wie am Ende ihre Wunde zusammengenäht wurde.

All das passierte am 10. Februar 1999 – ein Datum, welches Zuñiga nie mehr vergessen wird. Die Bäuerin hatte bereits vier Kinder und ihr Mann gibt ehrlich zu, dass er heute froh ist, dass die arme Familie durch den Zwangseingriff nicht noch kinderreicher wurde. Doch für Zuñiga ist das Leben seitdem nicht mehr dasselbe.

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Intermezzo: Bildung und Individualismus

Bild: Gerd Altmann / Pixabay
Oder: Wie wir uns Tag für Tag selbst an der Nase herumführen

Stephan Schleim | TELEPOLIS

Bildung. Ein großes Wort. Oft wird sie gefordert. Wir haben Bildungspolitiker, Bildungsaufträge, etwas altmodisch anmutend auch Bildungsanstalten, so wie es früher einmal Badeanstalten gab. Aber was heißt Bildung? Wofür brauchen wir sie?

Der eigentliche Wortsinn fiel mir erst auf, nachdem ich merkte, dass im Niederländischen für „Bildung“ das Wort „vorming“ (Formung) verwendet wird, etwa in der Form: „academische vorming“, die meine Kolleginnen und Kollegen mitunter fordern, also akademische Bildung.

Nun ist aber in Diskussionen „academische vorming“ hier in aller Regel so unbestimmt, dass viele Niederländer auf das deutsche Wort „Bildung“ ausweichen. Es steht sogar im Wörterbuch und wird dort als „algemene ontwikkeling“ (allgemeine Entwicklung) erklärt. Das ist für die drei dicken Bände des Grote van Dale, vergleichbar mit unserem Duden, doch eher dünn. Gerade dann, wenn man bedenkt, dass gebildete Menschen dieses Wörterbuch zusammenstellten.

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Gedankenverbrechen und Bestrafung

By LeonV – Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=34934403
Ein Jahr der Ausgrenzung und Rechtsstreite an einer kanadischen Universität

Von Lindsay Shepherd | RDF

Ende 2017 befand ich mich im Zentrum einer Kontroverse an der Wilfrid Laurier University (Waterloo, Kanada), wo ich als M.A. Student (Master of Arts) und Lehrassistent (TA) im Fachbereich Kommunikationswissenschaften tätig war. In dem Kurs, für den ich als TA arbeitete, spielte ich einen Teil einer Podiumsdiskussion, die im öffentlichen Fernsehen von Ontario ausgestrahlt wurde, vor. Wie viele Leser wissen, beinhaltete dieses Material Jordan Peterson, Professor an der University of Toronto, der gegen die Verwendung alternativer Geschlechterpronomen argumentierte, sowie die Argumente des Sexualdiversitätspädagogen Nicholas Matte, der zu dessen Gebrauch ermutigte.

Weil ich entschied, mich nicht von Petersons Ansichten zu distanzieren, bevor ich das Video zeigte, wurde ich in daraufhin vor einen Disziplinarausschuss zitiert. Der Betreuer des betreffenden Kurses, Nathan Rambukkana, sowie der Koordinator meines M.A.-Programms, Herbert Pimlott (manchmal auch bekannt als „Hillary X Plimsoll“), und die Managerin für geschlechtsspezifische Gewalt und Prävention von sexuellen Übergriffen, Adria Joel, beschuldigten mich, gegen das Gesetz zu verstoßen, indem ich ein Video mit Peterson im Klassenzimmer gezeigt, sowie Trans-Personen bedroht und angriffen habe, wodurch eine toxische Umgebung geschaffen wurde. All das ist bekannt, weil ich das ganze Treffen aufgezeichnet habe.

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«Gelbwesten» protestieren wieder in Frankreich

In Paris demonstrierten die «Gelbwesten» auch an diesem Wochenende wieder gegen die Mitte-Regierung. (Bild: Sameer Al-Doumy / Imago)
Fast auf den Tag genau drei Monate nach Beginn der «Gelbwesten»-Proteste in Frankreich haben erneut Tausende Menschen gegen die Politik der Pariser Mitte-Regierung demonstriert.

Neue Zürcher Zeitung

In der Hauptstadt verlief der Protest zunächst überwiegend friedlich, wie die Polizei mitteilte. Vereinzelt setzten die Sicherheitskräfte demnach Tränengas ein. Teilnehmerzahlen gab es zunächst nicht.

Auch in vielen anderen Städten fanden wieder «Gelbwesten»-Demonstrationen statt, darunter Marseille, Bordeaux und Strassburg. Auch hier blieb die Lage Berichten zufolge weitgehend friedlich. In Toulouse blockierten einige Dutzend «Gelbwesten» einen Standort des Online-Versandhändlers Amazon, wie der Sender BFMTV berichtete. Die Demonstranten versperrten demnach Lastwagen zeitweilig die Zufahrt zu dem Warenlager.

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„Für bezahlbare Wohnungen ist der Staat zuständig“

Luxuswohnungen am Schinkelplatz in Berlin: Käufer finden sich genügend Quelle: FRANKONIA Eurobau AG
Exklusive Neubauten in der Innenstadt sind das Geschäft von Frankonia. Der Chef beobachtet die Diskussion um bezahlbaren Wohnraum mit Sorge. Man könne nicht erwarten, dass Immobilienunternehmen auf Gewinne verzichteten, damit es den Mietern gut gehe.

Von Michael Fabricius | DIE WELT

Die Frankonia Eurobau ist bekannt für exklusive Neubauten in zentraler Stadtlage – beispielsweise das Andreas Quartier in Düsseldorf, die Sophienterrassen in Hamburg und Luxuswohnungen auf dem Berliner Schinkelplatz. Für solche Immobilien gebe es immer einen Abnehmer, sagt Frankonia-Chef Uwe Schmitz. Dennoch macht ihm die Diskussion um bezahlbares Wohnen Sorgen. Er warnt vor fehlgeleiteten Subventionen. Und vor einer Rückkehr hässlicher Sozialwohnungen.

WELT AM SONNTAG: Herr Schmitz, die Frankonia Eurobau hat in den vergangenen Jahren etliche hochwertige Wohnquartiere gebaut. Die Preise liegen in der Oberklasse. Allerdings dauert es auch lange, bis Käufer gefunden sind. Ist der Luxusmarkt gesättigt?

Uwe Schmitz: Generell ist das abhängig vom Standort. Aber für die Preisklasse oberhalb von zwei Millionen Euro muss ich sagen: Die Vermarktung dauert heute nicht länger als vor 15 Jahren. Da hat sich nicht viel geändert. Ich glaube, dass ich das ganz gut beurteilen kann. Wir haben in den letzten Jahren Wohnungen im Wert von 550 Millionen Euro in diesem Segment verkauft. Jetzt wird gemutmaßt, da sei am Bedarf vorbeigebaut worden. Das stimmt aber nicht.

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Spahn will Therapien gegen Homosexualität verbieten

Jens Spahn (rechts) mit seinem Partner Daniel Funke. – APA/AFP/DPA/GREGOR FISCHER
Jens Spahn will sogenannte Kornversionstherapien verbieten. Der Politiker geht mit seiner Homosexualität offen um: „Ich sage immer: Der liebe Gott wird sich was dabei gedacht haben.“

Die Presse

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn will sogenannte Konversionstherapien gegen Homosexualität verbieten. „Homosexualität ist keine Krankheit, und deswegen ist sie auch nicht therapiebedürftig“, sagte Spahn der „tageszeitung“ aus Berlin vom Freitag. Gemeinsam mit dem Justizministerium werde er bis zum Sommer einen Vorschlag für eine Verbotsregelung erarbeiten.

Sogenannte Konversionstherapien zielen darauf ab, Schwule und Lesben heterosexuell zu machen. „Ich halte nichts von diesen Therapien, schon wegen meines eigenen Schwulseins“, sagte Spahn der „taz“. „Ich sage immer: Der liebe Gott wird sich was dabei gedacht haben.“

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Why Misinformation Is About Who You Trust, Not What You Think

Image: NAUTILUS
Two philosophers of science diagnose our age of fake news.

By Brian Gallagher & Kevin Berger | NAUTILUS

I can’t see them. Therefore they’re not real.” From which century was this quote drawn? Not a medieval one. The utterance emerged on Sunday from Fox & Friends presenter Pete Hegseth, who was referring to … germs. The former Princeton University undergraduate and Afghanistan counterinsurgency instructor said, to the mirth of his co-hosts, that he hadn’t washed his hands in a decade. Naturally this germ of misinformation went viral on social media.

The next day, as serendipity would have it, the authors of The Misinformation Age: How False Beliefs Spread—philosophers of science Cailin O’Connor and James Owen Weatherall—sat down with Nautilus. In their book, O’Connor and Weatherall, both professors at the University of California, Irvine, illustrate mathematical models of how information spreads—and how consensus on truth or falsity manages or fails to take hold—in society, but particularly in social networks of scientists. The coathors argue “we cannot understand changes in our political situation by focusing only on individuals. We also need to understand how our networks of social interaction have changed, and why those changes have affected our ability, as a group, to form reliable beliefs.”

O’Connor and Weatherall, who are married, are deft communicators of complex ideas. Our conversation ranged from the tobacco industry’s wiles to social media’s complicity in bad data. We discussed how science is subtly manipulated and how the public should make sense of contradictory studies. The science philosophers also had a sharp tip or two for science journalists.

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Welcome back, Frau Scharia-Polizei

Themenbild.
Die IS-Anhängerin Fatima M. verbüßte im Irak eine Haftstrafe und kehrt nun zurück. Allem Anschein nach in ein salafistisches Milieu

Birgit Gärtner | TELEPOLIS

Vor wenigen Tagen kehrte Fatima M. aus der irakischen Gefangenschaft nach Deutschland zurück. Die tschetschenisch-stämmige Frau lebte mit ihrem Mann Magomed A. und zwei Söhnen (damals 4 und 8 Jahre alt) im nordrhein-westfälischen Detmold, bevor sie 2015 mit ihrer Familie nach Syrien ausreiste.

Laut Tagesschau ging die Reise weiter in den Irak, dort schlossen sie sich dem IS an und ließen sich in „einer einst christlichen Kleinstadt nahe Mossul nieder. Ihr Ehemann sei wenige Monate nach der Ankunft dort bei Gefechten ums Leben gekommen.“
Mitglied der Sittenpolizei

Fatima M. soll im Juli 2017 gemeinsam mit anderen IS-Frauen, darunter weitere Deutsche, in einem Tunnelsystem in Mossul entdeckt worden sein. Ihnen wurde vorgeworfen, zu den berüchtigten al-Ahansar-Brigaden gehört zu haben, einer weiblichen Sittenpolizei des IS, und auf Einhaltung der Vollverschleierung geachtet und bei Zuwiderhandlung die betreffenden Frauen ausgepeitscht und gefoltert zu haben.

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Klagemauerrabbiner kritisiert Amnesty International: „Überflüssiger schädlicher Bericht“

Jüdische Siedler in Ostjerusalem © dpa
Der für die Klagemauer in der Jerusalemer Altstadt verantwortliche Rabbiner Schmuel Rabinowitz hat Amnesty International kritisiert. Er rief die Organisation auf, einen Bericht zu Tourismus in den besetzten palästinensischen Gebieten zurückzuziehen.

DOMRADIO.DE

Indem die Menschenrechtsorganisation „weiter das Erbe der jüdischen Nation“ in Israel als politische Angelegenheit behandele „und seine heiligen Stätten als erobertes Land“, schüre sie Feuer, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Brief Rabinowitz‘ an ai.

Unter dem Titel „Destination: Occupation“ hatte ai Online-Buchungsplattformen vorgeworfen, in völkerrechtlich illegalen israelischen Siedlungen im Westjordanland einschließlich Ostjerusalems Hunderte von Unterkünften sowie touristische Aktivitäten anzubieten.

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Fünf Medizin-Probleme von Frauen, für die Jens Spahn wirklich mal fünf Millionen Euro locker machen sollte

Bild: bento.de
Damit Forschung macht, was sie kann: Leben retten!

Thembi Wolf | bento

Für fünf Millionen Euro will Gesundheitsminister Jens Spahn die seelischen Langzeitfolgen von Abtreibungen untersuchen lassen. Klingt erstmal gut: Über 100.000 Frauen treiben in Deutschland jährlich ab, die meisten davon zwischen 18 und 34. Was macht das eigentlich mit denen? Sind sie traumatisiert oder nur traurig? Bereuen sie das?

Weil diese Fragen naheliegend sind, haben sich das schon jede Menge Forscherinnen und Forscher gefragt und die Antworten veröffentlicht.

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Neues deutsches Sendungsbewusstsein: Die ARD will mit Moral das Publikum einseifen

Bist Du Wir, so bin ich Ihr: Das Erste Deutsche Fernsehen propagiert Gemeinwohl. (Bild: ARD)
Ein internes Manual vom «Berkeley International Framing Institute» soll dabei helfen, dass ARD-Zuschauer ihre Gebühren weniger als Pflichtbeitrag, sondern als eine Art Spende für den guten Zweck betrachten.

Claudia Schwartz | Neue Zürcher Zeitung

Als letzthin beim «Tatort» eine farbige Kommissarin vom Spielfilm-Verantwortlichen des Norddeutschen Rundfunks (NDR) eingeführt wurde mit einer kleinen Hassbotschaft an die Adresse der AfD, dachte man eigentlich noch an den Ausreisser eines Übereifrigen im Fach «Gesinnung statt Fakten». Nun gibt aber ein Manual zu reden, das die ARD selber beim «Berkeley International Framing Institute» bestellte.

Dieses lässt die Bemerkung, «Alexander Gauland und Konsorten» würden die schwarze Kommissarin «nicht als Nachbarin haben wollen», nun plötzlich in einem ganz anderen Licht erscheinen. Über die Bedienungsanleitung, welche die ARD mit Verweis aufs «Urheberrecht» nicht herausgibt, sollen sich nämlich ARD-Mitarbeiter beugen, um die berühmte Wirkmacht der Sprache zu begreifen.

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One Minute to Midnight

The Official CTBTO Photostream / Flickr
Late last month, the Bulletin of the Atomic Scientists unveiled its “Doomsday Clock” for the 26th time since its creation in 1947, declaring that the hands on the clock would remain where they had been at the last setting, in 2018.

Scott Ritter | truthdig

Rachel Bronson, the bulletin’s president, described the environment in which the bulletin assesses the threats faced by the world today (which have expanded beyond nuclear to include climate change and cyber) as the “new abnormal,” and noted that no one should take comfort from the fact that the hands of the clock have not moved.

“This new abnormal,” Bronson wrote in her statement explaining the decision, “is a pernicious and dangerous departure from the time when the United States sought a leadership role in designing and supporting global agreements that advanced a safer and healthier planet. The new abnormal describes a moment in which fact is becoming indistinguishable from fiction, undermining our very abilities to develop and apply solutions to the big problems of our time.”

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Kirche: Kultur der Vertuschung muss aufhören

Der Missbrauch von Minderjährigen, aber auch von Nonnen muss viel energischer bekämpft werden

Hans Rauscher |DERSTANDARD

Vor kurzem war hier die Rede von Zuwanderern aus Gesellschaften, die eine völlig verkorkste Beziehung zur Sexualität und zur Rolle der Frau haben. Aber wir sollten dabei nicht vergessen, dass ein beträchtlicher Teil unserer eingesessenen Gesellschaft an denselben Symptomen leidet. Vor wenigen Tagen hat das sogar Kardinal Christoph Schönborn in einer vielbeachteten TV-Sendung zugegeben: Sexueller Missbrauch ist ein ernsthafter, breitflächiger, nicht zu leugnender Bestandteil der katholischen Kirche.

Der wichtige Unterschied zu patriarchalisch-muslimischen Erscheinungen besteht allerdings darin, dass die Kirche längst nicht mehr die dominante Stellung in unserer Gesellschaft hat, wie es hunderte Jahre lang der Fall war – während der Islam in seinen Ursprungsländern fast überall integraler Bestandteil des gesamten gesellschaftlichen und politischen Lebens ist; und auch in der europäischen Diaspora versucht wird, diese Umklammerung für die Gläubigen beizubehalten oder gar zu verstärken.

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Can You Die From a Broken Heart?

Illustration by Katherine Streeter
What happens to our bodies when the bonds of love are breached.

By Kirsten Weir | NAUTILUS

Ruth and Harold “Doc” Knapke met in elementary school. They exchanged letters during the war, when Doc was stationed in Germany. After he returned their romance began in earnest. They married, raised six children and celebrated 65 anniversaries together. And then on a single day in August 2013, in the room they shared in an Ohio nursing home, they died.

“No relationship was ever perfect, but theirs was one of the better relationships I ever observed,” says their daughter Margaret Knapke, 61, a somatic therapist. “They were always like Velcro. They couldn’t stand to be separated.”

For years, Knapke says, she and her siblings watched their father’s health crumble. He suffered from longstanding heart problems and had begun showing signs of dementia. He lost interest in things he once enjoyed, and dozed nearly all the time.

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US-Baptisten ringen um Konsequenzen aus Missbrauchsfällen: Ruf nach Reformen

Themenbild. Dach einer Kirche © unsplash
Der Baptistenverband in den USA sieht sich mit hunderten Missbrauchsvorwürfen gegen Pastoren und ehrenamtliche Mitarbeiter konfrontiert. Mitglieder der größten protestantischen Kirche der USA fordern Reformen.

DOMRADIO.DE

Der Informationsdienst „Religion News Service“ zitierte den Präsidenten des Baptistenverbandes, J.D. Greear, es sei nun Zeit für „tiefgreifende Veränderungen“. Missbrauch sei nicht nur eine Sünde, sondern auch eine Straftat. Greear rief zum Gebet für die 700 Missbrauchsopfer auf und die „vielen anderen Opfer“, die noch nicht bekannt seien.

Im Informationsdienst „Baptist Press“ forderte der baptistische Berater Dale Johnson am Dienstag (Ortszeit), Kirchen müssten sexuellen Missbrauch künftig grundsätzlich bei der Polizei melden.

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Die Menschen erzählen der Welt von den Göttern, und die Götter erklären den Menschen die Welt

Religion kann Gemeinschaft stiften: Madonna mit dem Schutzmantel, um 1480. (Bild: Staatliche Museen zu Berlin)
In Mythen und Ritualen verständigen sich Gesellschaften über sich selber. Der Kunsthistoriker Neil MacGregor fragt in seinem neuen Buch, was es heisst, mit Göttern zu leben.

Clemens Klünemann | Neue Zürcher Zeitung

Vor über dreissig Jahren erschien ein kleines Büchlein des französischen Altphilologen Paul Veyne, der sich und seine Leser fragte: Glaubten die Griechen an ihre Mythen? Es ging Veyne natürlich nicht um ein schlichtes Ja oder Nein. Vielmehr wollte er zeigen, dass «glauben» im antiken Griechenland keine Bedeutung hatte.

Für die Griechen gab es das Wagnis des Glaubens schlichtweg nicht, denn der Mythos erzählte davon, wie die Welt war und wie sich eine Gruppe wie «die Griechen» konstituierte. Es ist dieser Identität stiftende Aspekt, der sich wie ein roter Faden durch Neil MacGregors Buch «Leben mit den Göttern» zieht – ein Buch wie ein Begleiter für eine Welt und noch mehr für eine Zeitreise.

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Das Anthropozän beginnt mit der Eroberung Amerikas

Darstellung von De Bry in Brevísima von De las Casas. Bild: public domain
Die Kleine Eiszeit ist nach einer Studie Folge der europäischen Invasion, durch die 90 Prozent der Indianer starben

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Die Eroberung Amerikas durch die europäischen Invasoren mit ihrer überlegenen Waffentechnik, ihrer Skrupellosigkeit und vermeintlichen rassischen Überlegenheit der christlich-abendländischen Tradition war ein regelrechter Völkermord. Die Indianer wurden vertrieben, getötet, versklavt und malträtiert, viele starben an Hunger und vor allem auch an den Seuchen, die die Eroberer wie Pocken oder Masern mit ins Land brachten. Mit der Eroberung blieb von der Bevölkerung der präkolumbianischen Zeit nur noch ein Bruchteil übrig.

Geografen des University College London und der University of Leeds sind nun einer interessanten Verbindung nachgegangen und versuchen zu zeigen, dass das Massensterben der amerikanischen Bevölkerung ein Auslöser der Kleinen Eiszeit gewesen sein könnte, die vom 16. Jahrhundert und bis Mitte des 19. Jahrhunderts anhielt. Das wäre auch ein Beleg dafür, dass die Menschen schon vor dem Anthropozän das Klima beeinflusst haben. Allerdings gibt es Hinweise, dass die Kleine Eiszeit früher begonnen hat, vielleicht bereits im 13. Jahrhundert. Allerdings nahm die Kälte im 16. und 17. Jahrhundert zu.

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Wie die Pille die Wahrnehmung stört: Verhütende Frauen können Gesichtsausdrücke schlechter deuten

Millionen Frauen nehmen die Pille – und nehmen dabei einige Nebenwirkungen in Kauf. © areeya_ann/ istock
Blind für Emotionen? Die Antibabypille wirkt sich offenbar negativ auf die emotionale Wahrnehmung aus. So zeigt ein Experiment: Frauen, die mithilfe oraler Kontrazeptiva verhüten, können Gesichtsausdrücke schlechter deuten. Im Vergleich zu nicht verhütenden Frauen haben sie demnach größere Probleme damit, Gefühle an subtilen Veränderungen der Augenpartie abzulesen. Dies gilt vor allem für komplexe und schwer zu erkennende Emotionen, wie die Forscher berichten.

scinexx

Die Antibabypille ist heute eines der beliebtesten Verhütungsmittel. Gleichzeitig wird das Medikament aber zunehmend kritisch gesehen, weil es bedenkliche Nebenwirkungen haben kann. So erhöht das Kontrazeptivum das Risiko für Thrombosen und Brustkrebs und wirkt sich auch auf die Psyche aus. Viele Frauen, die die Pille nehmen, klagen etwa über Stimmungsschwanken und ein vermindertes sexuelles Lustempfinden. Zudem wird ein Zusammenhang mit dem Auftreten von Depressionen diskutiert.

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Achtsam statt einsam: Kann Achtsamkeitstraining einsamen Menschen helfen?

Hilft Achtsamkeit bei Einsamkeit? © Maryna Patzen/ istock
Weg aus der Einsamkeit: Einsamen Menschen können womöglich Achtsamkeitsübungen helfen. Denn sie unterstützen Betroffene dabei, sich selbst zu akzeptieren – und somit auch offener gegenüber anderen zu werden, wie eine Studie zeigt. Probanden, die ein zweiwöchiges Training zur Achtsamkeit absolviert hatten, fühlten sich demnach nicht nur weniger einsam. Sie hatten im Alltag tatsächlich auch mehr soziale Interaktionen als vorher.

scinexx

Wer sich einsam fühlt, leidet längst nicht nur psychisch: Das Gefühl der sozialen Isolation kann auf Dauer auch konkrete körperliche Auswirkungen haben. So belegen Studien, dass einsame Menschen schlechter schlafen, anfälliger für Stress sind und Schmerzen oder Krankheitssymptome als schlimmer empfinden. Zudem hemmt die Einsamkeit das Immunsystem, sodass Betroffene häufiger krank werden – und möglicherweise sogar schneller altern.

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Rheinland-Pfalz entzieht muslimischer Kita Betriebserlaubnis

Umstrittene Verbindungen: Der muslimischen Al-Nur-Kita wird die Betriebserlaubnis entzogen. Bild: dpa
Die einzige muslimische Kita in Rheinland-Pfalz soll Verbindung zur islamistischen Muslimbruderschaft und Salafismus haben. Das Land hat die Schließung beschlossen – die Kita reagiert.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die einzige muslimische Kindertagesstätte in Rheinland-Pfalz muss nach einem Beschluss des Landesjugendamts schließen. Der Kita-Träger, der Mainzer Moscheeverein Arab Nil Rhein, vertrete Inhalte der islamistischen Muslimbruderschaft und des Salafismus und stehe damit nicht mehr auf dem Boden des Grundgesetzes, teilte der Präsident des Landesamts für Soziales, Jugend und Versorgung, Detlef Placzek, am Montag in Mainz mit. Es gebe starke Zweifel an der Zuverlässigkeit. Der Betrieb der Al-Nur-Kita in Mainz müsse spätestens zum 31. März eingestellt werden. Der Verein kann Rechtsmittel einlegen, die aber nach Angaben Placzeks keine aufschiebende Wirkung hätten.

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