Archiv der Kategorie: Soziales

Raif Badawi: “Auf wundersame Weise 50 Peitschenhiebe überlebt”

Bild: Center for Inquiry

Bild: Center for Inquiry

  • Der saudische Blogger Raif Badawi hat sich erstmals nach seiner Verhaftung öffentlich geäußert.
  • In einem Brief, der in der jüngsten Ausgabe des Nachrichtenmagazins Spiegel veröffentlicht wird, schreibt Badawi, er habe die ersten 50 Peitschenhiebe “auf wundersame Weise überlebt”.
  • Ein Buch Badawis kommt am 1. April in den Buchhandel. Darin sind auch die Blogeinträge zu lesen, wegen der Badawi veruteilt wurde. Er setzt sich für eine säkulare saudische Gesellschaft ein.


Von Christoph Meyer|Süddeutsche.de

Badawi äußert sich in Brief zur Prügelstrafe

Der saudische Blogger Raif Badawi hat sich erstmals seit seiner Verhaftung im Jahr 2012 zu Wort gemeldet. Dem Magazin Spiegel zufolge konnte er einen Brief aus dem Gefängnis schreiben, der in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift abgedruckt wird.

Darin schreibt der zu 1000 Peitschenhieben verurteilte Blogger, er habe die ersten 50 Hiebe auf “wundersame Weise überlebt”.

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Studie: “Systemversagen” im Stift Kremsmünster

Archivbild: Stift Kremsmuenster / Bild: Clemens Fabry / Die Presse

Ein Münchner Institut hat die Missbrauchs-Affäre aufgearbeitet – und 350 Fälle sexueller, körperlicher oder psychischer Gewalt ausgemacht.


Die Presse

“Das Stift Kremsmünster hat es über Jahrzehnte nicht geschafft, die ihm anvertrauten Schüler ausreichend vor pädosexuellen Übergriffen zu schützen” und “Es hätte mit einer besseren Kommunikationsstruktur verhindert werden können” – so fasst Sozialforscher Florian Straus eine von ihm und seinen Kollegen erstellte und am Freitag präsentierte Studie zum Missbrauchsskandal im Stift zusammen – und spricht von “Systemversagen”.

Nach dem Auffliegen der Affäre 2010 hat das Stift das Münchner Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) mit einer Studie zur Aufarbeitung beauftragt. Im Projektbeirat waren Abt und Prior, drei IPP-Experten sowie fünf ehemalige Schüler vertreten. Den Kern der Untersuchung bilden Interviews mit ehemaligen Schülern, Patres und weltlichen Angestellten, die zwischen 1945 und 2000 im Stift tätig waren. Dabei wurden 350 Fälle sexueller, körperlicher oder psychischer Gewalt ausgemacht, 24 Personen wurden beschuldigt. Da es sich um keine repräsentative Umfrage handelt, besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit.

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Wilders: “Lasst Jihadisten gehen – aber nicht zurückkehren”

Wilders und Strache / Bild: APA/EPA/HELMUT FOHRINGER

Dem niederländischen Rechtspopulisten ist es lieber, wenn Jihadisten ihre Verbrechen im Ausland begehen. Für FPÖ-Chef Strache sind die “Teufelskrieger” tickende Zeitbomben.


Die Presse

FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache und der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders diskutieren heute Abend in der Wiener Hofburg das Thema “Europas Bedrohung durch die Islamisierung”. Schon vorab ließ Wilders, der zu den prominentesten und umstrittensten Islamkritikern Europas zählt, mit einem ungewöhnlichen Lösungsvorschlag für das Problem ausländischer Kämpfer in Syrien und im Irak aufhorchen: Er verstehe nicht, warum westliche Regierungen dies Menschen an der Ausreise hinderten.

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Berlin: Evangelische Kirche plant “Flüchtlingskirche”

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz will ihre Flüchtlingsarbeit intensivieren. Es soll eine “Flüchtlingskirche” eingerichtet werden sowie eine mobile Beratung für Kirchengemeinden, wie die Kirche am Freitag in Berlin mitteilte. Ferner gebe es nun Förderungsmöglichkeiten für die Beratung und Unterstützung von Flüchtlingen sowie von Haupt- und Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit. Dazu habe die Kirchenleitung eine Rahmenkonzeption beschlossen.

kathweb

Unter dem Namen “Flüchtlingskirche” werde ein Ort für die Beratung und für Begegnungen von und mit Flüchtlingen geschaffen. Eine konkrete Lokalität dafür gebe es noch nicht. Das Team der “Flüchtlingskirche” soll auch Ansprechpartner in Flüchtlingsfragen für die gesamte Landeskirche sein. Träger werde der Kirchenkreis Berlin-Stadtmitte in Zusammenarbeit mit der Landeskirche.

Im November 2014 hatte die evangelische Herbstsynode 500.000 Euro für die Arbeit mit Flüchtlingen bewilligt und weitere 500.000 Euro in Aussicht gestellt, verbunden mit dem Auftrag an die Kirchenleitung, ein Rahmenkonzept zu erstellen.

The Deep Web Suicide Site

Image: Motherboard.vice.com

The deep web is not just a place for drugs and criminals. It hosts whistleblower platforms, Chinese netizens circumventing the country’s censorship Great Firewall, and a lot of other perfectly legal websites—heck, even Facebook is ​on it

By Lorenzo Franceschi-Bicchierai|MOTHERBOARD

There’s also a new website that’s on the edge between legality and illegality, between empathy and what some would see as sinfulness: a forum to discuss anything related to suicide, from suicidal thoughts and fantasies, to actual methods of killing oneself.

It’s called Sanctioned Suicide, and its professed ethos is to give anyone a safe and completely anonymous haven to talk about their darkest thoughts.

“It is a place for people to find help and a place to vent,” Apollo, the pseudonymous founder of the site, told Motherboard, “as well as a place to find a suitable way of choosing to end their own lives, if that is their desire.”​

Suicide is a taboo in our society, but it’s also a tragic reality. In 2013, there were more than 41,000 reported deaths by suicide in the United States, making it the 10th leading cause of death in the country, according to the Centers​ for Disease Control and Prevention.

Leading suicide prevention organizations see it as a health crisis.

“While suicide is a leading cause of death, it is preventable. As a nation, we have a mental health crisis,” read a statem​ent from the American Foundation for Suicide Prevention last year. “To reverse the trend of suicide increasing, we need to invest in research, education, and support policy that helps people with mental disorders get the help they need.”

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Genetik: Der Genschatz der Isländer

Island. Bild: ©Alex Akesson.

Island. Bild: ©Alex Akesson.

Island ist eine wahre Fundgrube für Genetiker: Eine homogene Gruppe, lange von der Außenwelt abgeschottet. Die Entschlüsselung des isländischen Genoms soll helfen, Risiken früh zu erkennen und neue Heilmethoden zu finden.


Moderator Dominik Schottner|DRadio Wissen

Die Isländer sind ein überschaubares Volk. Auf einer Fläche so groß wie Bayern, leben rund 300.000 Menschen. Nicht mehr als in Bielefeld, Augsburg oder Chemnitz. Rund sechs Jahrhunderte lang blieben die Isländer unter sich. Das führte dazu, dass die Menschen nah miteinander verwandt sind und der Genpool recht homogen ist.

“Es gab ein riesiges Experiment von Inzucht auf der Insel. Das hatte keine schlimmen Folgen, aber vergleichsweise sind die Isländer viel enger miteinander verwandt als hier in Deutschland.”

Michael Lange, Wissenschaftsjournalist

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Freiwillig Kopftuch – Eine Leipzigerin tritt zum Islam über

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So wie sich andere schminken, bindet sich Steffi Mahdi das Kopftuch. Früher trug sie ihr langes Haar offen, heute verlässt sie nie ohne Kopf-Bedeckung das Haus. Doch die Vorbehalte sind groß, die Konsequenzen auch.


MDR Kultur

Sie ist blond, Sportlehrerin und Muslima. Für Steffi Mahdi kein Widerspruch. Die Haare verhüllt sie inzwischen unter einem Kopftuch.  Als Deutsche zum Islam zu konvertieren, war für sie normal. Für ihr Umfeld dagegen überhaupt nicht.

Die Eltern finden es schwierig, der Kontakt ist schlecht. Feiertage wie Weihnachten und Geburtstage werden zur Zerreißprobe, denn für Steffi Mahdi sind sie kein Thema mehr. Ihre Arbeit als Sporttherapeutin hat sie verloren …

Heiße Debatte nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes

Seit dem 13. März ist das Tragen eines muslimischen Kopftuches wieder ein großes Thema: An diesem Tag entschied das Bundesverfassungsgericht, dass es gegen die Religionsfreiheit verstößt, wenn der Staat muslimischen Lehrerinnen pauschal verbietet, das Tuch während der Arbeit zu tragen. Es sei denn, der Schulfrieden oder die staatliche Neutralität sei dadurch nachweislich beeinträchtigt. Die Karlsruher Richter korrigierten damit eine Entscheidung aus dem Jahr 2003, nach der ein Kopftuch-Verbot prinzipiell zulässig war, wenn in den Ländern entsprechende Gesetze existierten. Viele ergänzten ihre Schulgesetze daraufhin um ein Kopftuchverbot. Auf die Novelle können sich nun muslimische Lehrerinnen landesweit berufen.

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Kopftuchurteil: Nur die Neutralität schafft Freiheit

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Sollen Lehrer als Bannerträger für Weltanschauungen und Religionen herhalten? Dann lebten wir wirklich in einem Obrigkeitsstaat. Davon aber gibt es anderswo schon genug.


Von Reinhard Müller|Frankfurter Allgemeine

Die Kopftuch-Erlaubnis des Bundesverfassungsgerichts dient weder der Integration noch der offenen Gesellschaft. Vor allem aber missachtet sie den Gesetzgeber und die Schule. Sie hilft noch nicht einmal muslimischen Lehrerinnen, die aus religiösen Gründen ein Kopftuch tragen. Denn Karlsruhe redet ihnen eine Rolle ein, die kein Lehrer in der Schule hat – Lehrer sind Staatsdiener.

Schon Angestellte in Privatunternehmen müssen sich einiges gefallen lassen: In manchen Firmen herrscht Duz-Zwang, in anderen muss man dunkle Anzüge tragen. In besonders kreativen Branchen herrscht Krawattenverbot, ist ein Bart Pflicht. Auch der Staat als Arbeitgeber macht Vorschriften: Polizisten dürfen nicht sichtbar tätowiert sein und nicht zu viel Metall im Gesicht herumtragen. Da geht es auch um Sicherheit, vor allem aber darum, dass jeder Beamte und auch jeder Angestellte im öffentlichen Dienst den Staat verkörpert. So tritt er dem Bürger gegenüber. Das gilt auch für Lehrer.

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“Boko Haram zeigt Scheitern des postkolonialen Staats”

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Islamwissenschafter Lohlker ortet ein massives Versäumnis der nigerianischen Regierung im Kampf gegen die Islamisten


Interview Judith Moser|derStandard.at

Der Feldzug der IS-Terrormiliz im Irak und in Syrien steht medial im Mittelpunkt. Islamistische Strömungen in Afrika sind hingegen meist nur Randthema. derStandard.at sprach anlässlich der Wahlen in Nigeria mit dem Islamwissenschafter Rüdiger Lohlker über die Ursprünge und Rolle der radikalislamischen Organisation Boko Haram.

derStandard.at: Boko Haram erlangte in Europa spätestens mit der Massenentführung von rund 300 Schülerinnen in Chibok im April 2014 traurige Bekanntheit. Zuletzt sollen diese Woche wieder rund 500 Frauen und Mädchen entführt worden sein. Die Gruppierung existiert jedoch schon bedeutend länger. Welche Faktoren haben zur Entstehung Boko Harams beigetragen?

Lohlker: Letztendlich geht Boko Haram auf die Kolonialzeit zurück, die die Bedingungen für die Attraktivität einer solchen Gruppierung geschaffen hat. Die Briten haben gewisse Regionen wie Nordkamerun oder den Nordosten von Nigeria vernachlässigt. In diesen Regionen gibt es nach wie vor großen Nachholbedarf in der Entwicklung, was in Perspektivlosigkeit resultiert. Natürlich kann man sagen, dass bereits in den 1960er-Jahren Radikalisierungstendenzen unter nigerianischen Muslimen festzustellen waren. Ich bin jedoch etwas bescheidener und sage, dass diese Tendenzen in Nigeria erst in den 1980ern durch transnationale Entwicklungen und das Scheitern der nationalen nigerianischen Politik verstärkt worden sind. Ohne massive Fehler der nigerianischen Regierung wäre Boko Haram vielleicht eine Sekte geblieben und nicht zu dem geworden, was es heute ist. Boko Haram ist für mich Ausdruck des Scheiterns des postkolonialen Staates.

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Kindesmissbrauch: Setzt sich Gewalt in der Familie fort

Bild: WAZ

Bild: WAZ

Werden geprügelte Kinder später selbst oft zu prügelnden Eltern und misshandeln den eigenen Nachwuchs? Jein, sagen nun Forscher, die Betroffene 30 Jahre lang begleitet haben.


Von Daniela Zeibig|Spektrum.de

Dass Kinder, die daheim regelmäßig Opfer von häuslicher Gewalt werden, später zu Eltern heranwachsen, die ihren eigenen Nachwuchs ebenfalls häufiger misshandeln, ist eine weit verbreitete Annahme. Tatsächlich ist bisher aber unklar, wie groß der Einfluss solcher bedrückenden Kindheitserfahrungen tatsächlich ist. Während manche Forschungsarbeiten darauf hinweisen, dass Gewalt von Generation zu Generation weitergegeben wird, fanden andere keinen Effekt. Ein neues Licht auf dieses Thema wirft nun eine Studie, die Wissenschaftler um Cathy Widom von der City University of New York im Fachmagazin “Science” veröffentlichten. Ihre aufwändige Langzeituntersuchung demonstriert: Die Antwort auf die Frage, ob Opfer später tatsächlich häufiger selbst zu Tätern werden, hängt vermutlich auch entscheidend davon ab, wen man fragt.

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Vorsitzende des Ethikrats warnt vor Überregulierung der Sterbehilfe

Bild: Deutscher Ethikrat

Bild: Deutscher Ethikrat

Woopen: In Gewissensentscheidung weder gesetzlich noch standesrechtlich eingreifen


Cicero

Die Entscheidung über ärztlich assistierten Suizid soll nach Ansicht der Vorsitzenden des Ethikrats, Christiane Woopen, dem behandelnden Mediziner überlassen werden. „Nicht nur der Gesetzgeber sollte sich zurückhalten, auch die ärztliche Berufsordnung“, sagte sie dem Magazin Cicero (Aprilausgabe). „Eine Gewissensentscheidung sollte weder per Gesetz reguliert noch standesrechtlich verboten, sondern einfach nur akzeptiert werden.“

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Pat Robertson: ‘Was the co-pilot a Muslim? Why did he want to kill all those people?’

pat-robertson-prophetChristian televangelist Pat Robertson suggested on Thursday that the co-pilot’s decision to crash Germanwings Flight 9525 could be explained if he was a Muslim.


By Dave Edwards|Raw Story

French prosecutors concluded on Thursday that co-pilot Andreas Lubitz had locked the pilot out of the cockpit, and then deliberately crashed the plane into the French Alps, killing 150 people.

“What happened to that plane that crashed into the French Alps?” Robertson asked on Thursday’s edition of The 700 Club. “Well, they’ve begun to find out. The pilot went to the lavatory and was soon locked out of the cockpit. He pounded on the door, begging to come in. But the door was not opened.”

“The co-pilot then takes the plane, pushes it into a dive and crashes it. The passengers are screaming as the plane went down. The pilot is yelling.”

“What a terrible tragedy,” the TV preacher continued. “Was that co-pilot a Muslim? Was he suicidal? What was it about him?”

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Canadian Christians: We’re Under Attack Because We Can’t Always Discriminate Against Gay People!

Christians in Canada, apparently, Image: Friendly Atheist

A group of Christian leaders in Canada are furious because they believe the government (and everyone else) is persecuting them:


By Hemant Mehta|Friendly Atheist

The group, including Charles McVety, president of the Institute for Canadian Values, pointed to a number of recent events they said equate to an attack on the Christian faith and impinge on Christians’ ability to practice their faith.

Well… this should be interesting.

What are their examples?

A refusal by three provincial bar associations to accredit any potential law school graduate of Trinity Western University, which prohibits sexual intimacy outside heterosexual marriage among its students.

I’ve written about this before. In general, I don’t think the students should be punished for attending an anti-gay school because they’ll ultimately have to practice (and follow) secular law. If they can show they understand that law, I don’t see why their religious beliefs matter unless they’re discriminating against their clients, which is a completely different issue.

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Dodo Müller bekräftigt Unauflöslichkeit der Ehe

Gerhard L. Müller links im Bild

Gerhard L. Müller links im Bild

Eine Scheidung sei nach katholischem Verständnis wie eine Amputation, sagte der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation. «Ich glaube, dass gewisse Theologen und Bischöfe sich dieser Worte wieder bewusstwerden müssen.»


kath.net

Mit Blick auf die Weltbischofssynode zu Ehe und Familie im Herbst hat Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller die Unauflöslichkeit des Ehesakraments bekräftigt. Eine Scheidung sei nach katholischem Verständnis wie eine Amputation, sagte der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation dem französischen Magazin «Famille Chretienne» (Samstag).

Angesichts der aktuellen Debatten gelte es, das bereits von dem Kirchenlehrer Johannes Chrysostomos (um 345 – 407) geprägte Bild in Erinnerung zu rufen, so Müller. «Ich glaube, dass gewisse Theologen und Bischöfe sich dieser Worte wieder bewusstwerden müssen.» Als Bezugspunkte für die katholische Ehelehre nannte der Präfekt der Glaubenskongregation Papst Pius XI. (1922 – 1939) und seine Ehe-Enzyklika «Casti Connubii» von 1930. Hinzu kämen die entsprechenden Schriften der Päpste Johannes Paul II. sowie Benedikt XVI. «Nicht zu vergessen das Zweite Vatikanische Konzil.»

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Sündenbock Islam

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Gerne werden die Muslime für den Antisemitismus in Deutschland verantwortlich gemacht. Das ist falsch und hilft niemandem weiter.


Von Ercan Karakoyun|The European

70 Jahre sind seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs vergangen. Noch immer müssen jüdische Einrichtungen und Synagogen bewacht werden. Sicherheitsvorkehrungen sind noch immer notwendig. Das hat vor allem einen Grund: Der Antisemitismus in Deutschland nimmt nicht ab, sondern zu. Laut den Zahlen der Amadeu-Antonio-Stiftung wurden 2013 in Deutschland 788 antisemitisch motivierte Straftaten registriert. 2014 hingegen waren es 864.

Das entspricht also einem Anstieg von etwa zehn Prozent. Zu den Vorfällen gehören Pöbeleien, E-Mails mit judenfeindlichen Inhalten, Hakenkreuz-Schmierereien und judenfeindliche Beiträge in Social-Media-Netzwerken. Zudem wurden 25 Gewalttaten sowie 128 Propagandadelikte registriert. Hinzu kommt, dass viele Straftaten nicht angezeigt werden, da es kaum Hoffnung auf Aufklärung gibt. Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden, macht dafür vor allem die Muslime in Deutschland verantwortlich.

Laut Kriminalstatistik liegt er mit dieser Behauptung jedoch falsch. 95 Prozent der Straftaten stammen von Nicht-Muslimen. Von Muslimen geht also nicht mehr Gewalt aus als von Nicht-Muslimen. Der Antisemitismus ist und bleibt daher vor allem ein Problem der Mitte der Gesellschaft. Die Diskussion darüber findet nicht statt, da das Augenmerk auf die Muslime gelegt wird. Das ist fatal.

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Der Spion, der aus der Kirche kam

Das Erbe der Spione: Akten von Inoffiziellen Mitarbeitern (IM) des Ministeriums für Staatssicherheit Bild: dpa

Im März 1990 flog in Oldenburg ein Stasi-Spitzel, der erste westdeutsche Kirchen-Spion, auf. Der Fall machte bundesweit Schlagzeilen. Noch heute lebt er in Oldenburg.


Von Karsten Krogmann|NWZ-Online

Er legte seine Jacke auf den Stacheldraht, so wie sie es ihm gezeigt hatten. Dann kletterte er über die Grenze, der Trick mit der Jacke funktionierte: Er verletzte sich nicht. Er rannte los, hinter ihm fielen wie verabredet die Schüsse.

Herr S. war jetzt im Westen. Es war der 12. August 1966, später Nachmittag; er war 22 Jahre alt.

23 Jahre und sieben Monate später stellen sich zwei Beamte des Landeskriminalamtes bei der Oldenburgischen Landeskirche vor. Sie haben einen Durchsuchungsbeschluss für ein Büro im Landesjugendpfarramt dabei. Den Jugendbildungsreferenten S., 46 Jahre alt, nehmen sie fest. Der Vorwurf: Verdacht auf geheimdienstliche Tätigkeit gegen die Bundesrepublik Deutschland.

S. ist der erste Stasi-Spion im Dienst der Kirche, der in der Bundesrepublik enttarnt wird. Der Fall macht deutschlandweit Schlagzeilen.

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Von NATO-Journalisten und mordenden Soldaten

Konstantin Wecker liefert in seinem Buch keine befriedigenden Antworten – da hilft auch die Kirchentags-Halskette im Stile Claudia Roths nicht Foto: Gütersloher Verlagshaus

Die Welterklärer Margot Käßmann und Konstantin Wecker haben ein Buch über Pazifismus herausgegeben. Es bietet eine Mischung aus Realitätsleugnung, Selbstgerechtigkeit und Lügenpresse-Verschwörungstheorie.


Von Moritz Breckner|pro Medienmagazin

„Der Pazifismus“, schrieb einst Henryk M. Broder, „ist eine moralische Position, die sich in etwa so lange aushalten lässt, wie der Lotussitz auf einer Kreissäge.“ Damit wäre zu diesem Thema eigentlich alles gesagt, gäbe es nicht Realitätsleugner wie Margot Käßmann und Konstantin Wecker, die sich seit Jahren in der argumenteresistenten Parallelwelt des Pazifismus in ihrer Selbstgerechtigkeit sonnen.

„Entrüstet euch“ heißt ein von beiden im April erscheinendes Buch. Es enthält ein Gesprächsprotokoll zwischen Käßmann und Wecker, ein Lyrik-Archiv zum Thema Frieden und neue, teils für das Buch entstandene „Texte zum Frieden“. Zu letzteren gehört der 20-seitige Abdruck einer Rede, die der katholische Theologe und Kirchenkritiker Eugen Drewermann im Dezember bei einer Kundgebung vor dem Sitz des Bundespräsidenten hielt. Die Friedensdemonstranten seien zwar viele, heißt es da, aber: „Gewiss, die Mainstream-Medien werden uns marginalisieren und bagatellisieren, aber was will man auch von eingekauftem NATO-Journalismus schon erwarten?“ Nein, nicht Udo Ulfkotte, sondern die Luther-Botschafterin der EKD, ziert hier das Cover.

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Anmerkung: K.Wecker trägt eine Chakren-Kette, die mit seiner buddhistischen Weltsicht einhergeht. Einseitig gebildete Bibel-Christen wissen das nicht.

„Verfehlung“: Und die Kirche schweigt

Die Freundschaft der Priesterkollegen Jakob, Dominik und Oliver (v.l.) wird durch den Vorwurf, Dominik habe einen Jungen sexuell misshandelt, hart auf die Probe gestellt Foto: Camino Filmverleih

Spätestens seit 2010 weiß die Öffentlichkeit vom systematischen Missbrauch in katholischen Einrichtungen. Seitdem kämpfen die Opfer um Aufklärung und Entschädigung. Der Spielfilm „Verfehlung“ fragt ab Donnerstag im Kino, ob das Vertuschen in der Kirche Methode hat.


Von Sebastian Schramm|pro Medienmagazin

Verschwitzt und untergehakt gehen Jakob, Dominik und Oliver vom Fußballfeld. Die drei Freunde verbindet viel. In einer Kneipe stoßen die Priester-Kollegen nach dem Spiel gemeinsam auf eine Beförderung an: Oliver wird stellvertretender Generalvikar. Die Heiterkeit des Films „Verfehlung“ endet abrupt, als plötzlich wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs gegen Dominik ermittelt wird. Die ungeheuerlichen Vorwürfe säen Zweifel. Sie stellen nicht nur die enge Freundschaft auf die Probe, sondern auch den Glauben an die gemeinsame Sache und die eigene Integrität.

Mit seinem Regiedebüt wagt sich Gerd Schneider an ein schwieriges Thema: dem Umgang der katholischen Kirche mit dem Missbrauch. Immer wieder habe er sich gefragt: „Wer bin ich eigentlich, dass ich diesen schwierigen Stoff bearbeite?“, sagte der Regisseur bei der Premiere von „Verfehlung“ am Dienstag in Berlin. Am Donnerstag läuft der Film offiziell in den deutschen Kinos an.

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Tauhid Germany: De Maizère verbietet Dschihadistengruppe

Bundesinnenminister Thomas de Maizière. Foto: REUTERS

Sie gehören zu einer Islamisten-Gruppe, die schon 2012 verboten worden war. Doch im Internet und mit Flugblättern warben sie weiter für den “Heiligen Krieg” in Syrien und im Irak. Jetzt schreiten die Sicherheitsbehörden erneut ein und verbieten die Vereinigung “Tauhid Germany”.


Frankfurter Rundschau

Die Bundesregierung hat im Kampf gegen Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die militant-dschihadistische Vereinigung «Tauhid Germany» verboten. Seit 6.00 Uhr würden bei Razzien in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern und Schleswig-Holstein 26 Objekte durchsucht, insgesamt gehe es um knapp 30 Verdächtige, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Donnerstag in Berlin. Unter den Verdächtigen seien auch Dschihadisten, die sich in Syrien und im Irak aufgehalten hätten. Bei der Aktion seien knapp 500 Polizisten im Einsatz, darunter Spezialkräfte.

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Polen: Priester wegen Missbrauch zu sieben Jahren verurteilt

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Der ehemalige Priester Wojciech G. ist wegen Kindesmissbrauch zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden. Zudem muss er rund 37.000 Euro Entschädigung an die Opfer zahlen. Er soll über Jahre in Polen und der Dominikanischen Republik Kinder sexuell missbraucht haben.


Von Lars Leschewitz|POLEN HEUTE

Der ehemalige Priester Wojciech G. ist von einem Gericht wegen sexueller Übergriffe auf Minderjährige zu sieben Jahr Gefängnis verurteilt worden. Der Angeklagte ist in allen zehn Anklagepunkten schuldig gesprochen worden. Für 15 Jahre darf er keinen Beruf im Bildungs- oder Erziehungsbereich ausüben.Er muss zudem 150.000 Zloty (rund 37.000 Euro) Entschädigung an die Opfer zahlen. Weitere Zivilklagen durch die Opfer sind zudem noch möglich.

Wojciech G. soll in seiner Funktion als geistliches Gemeindeoberhaupt in der Dominikanischen Republik und in Polen jahrelang Minderjährige missbraucht haben. Der Geistliche war Mitglied der Kongregation vom Heiligen Erzengel Michael. Nach Aussage des Vatikans wurde er jedoch nach Bekanntwerden der Taten auf eigenen Wunsch zum Laienbruder degradiert.