Archiv der Kategorie: Soziales

Zentralafrika: Neue Missbrauchsvorwürfe gegen französischen Soldaten

Der Soldat soll eine junge Frau in der Zentralafrikanischen Republik vergewaltigt haben.

Die Presse

Die französische Justiz ermittelt gegen einen weiteren Soldaten, der bei einem Einsatz in der Zentralafrikanischen Republik eine junge Frau vergewaltigt haben soll. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Freitagabend aus Justizkreisen erfuhr, wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Vergewaltigung unter Ausnutzung einer Amtsstellung eingeleitet.

Der Soldat wurde demnach von der Jugendlichen beschuldigt, sie im Sommer 2014 vergewaltigt zu haben. Sie war schwanger geworden und hatte im April ein Kind zur Welt gebracht.

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Gauhar Besmil: Leiterin eines Berliner Flüchtlingsheims – “Religion ist Privatsache”

Die Afghanin Gauhar Besmil leitet ein Heim für Asylbewerber in Berlin. Sie toleriert keine Gewalt und keine Prediger im Haus. Die 61-jährige Muslimin sagt: “Religion ist Privatsache.”

SpON

Gauhar Besmil, 61, leitet als Angestellte der Arbeiterwohlfahrt (Awo) das Awo-Refugium in Berlin-Charlottenburg. Die zweifache Mutter kam vor mehr als 40 Jahren aus Afghanistan nach Deutschland und besitzt auch die deutsche Staatsbürgerschaft.

“Ich leite seit März die kleinste Erstaufnahme in Berlin, ein umgebautes Hostel am Kaiserdamm in Charlottenburg. Wir verfügen über 34 Zimmer, in die wir in der Regel höchstens drei Betten stellen. Jeder Raum hat eine Nasszelle, Badewanne, WC, Waschbecken. Es herrscht eine gute Atmosphäre, ich merke das daran, dass viele Menschen entspannt wirken und oft lächeln. Auch wenn sie zum Teil Schreckliches durchgemacht haben.

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Flüchtlinge: Merkel und Hollande schreiben Brief an EU-Kommission

Europa

In einem Brief an die EU-Institutionen dringen Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident François Hollande auf eine europäische Lösung der Flüchtlingskrise. Sie fordern einen verpflichtenden Mechanismus zur Verteilung der Flüchtlinge.

evangelisch.de

Es müssten nun alle zusammenstehen in Europa, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Nach seinen Angaben machen Merkel und Hollande in dem Schreiben an die EU-Kommission und den Europäischen Rat konkrete Vorschläge zum Umgang mit der steigenden Zahl von Flüchtlingen.

So fordern beide erneut die Einrichtung sogenannter Hotspots in Griechenland und Italien, in denen Flüchtlinge registriert und dann weiterverteilt oder bei negativem Asylentscheid wieder zurückgeschickt werden. Zudem sprechen sie sich für «Multifunktionszentren» in Herkunfts- und Transitländern von Flüchtlingen aus, in denen unter anderem Informationen über das Asylrecht gegeben werden sollen.

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Dodo Marx fordert “Globalisierung der Solidarität”

Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,
Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,

Angesichts wachsender Flüchtlingszahlen mahnt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, eine “Globalisierung der Solidarität” ein. Die Zahl der Flüchtlinge werde nicht zurückgehen, so lange Gewalt, Krieg, Terror, Naturkatastrophen und Hunger nicht zurückgingen, sagte Marx gegenüber dem Bayrischen Rundfunk. Gefragt sei eine Mitverantwortung für soziale und politische Gerechtigkeit. Außerdem müssten der Schutz der Schöpfung und der Einsatz für Menschenwürde verstärkt werden.

kathweb

Es gebe “keine einfachen Lösungen”, räumte der Münchner Erzbischof ein. Die Herausforderungen verlangten einen langen Atem. Die drängendste Aufgabe aber sei es nun, Flüchtlinge und Asylsuchende menschenwürdig aufzunehmen: “Aufnehmen heißt, diese Menschen willkommen zu heißen, sie spüren zu lassen, dass sie nach entbehrungsreicher, oft lebensgefährlicher Flucht angekommen sind an einem Ort, wo ihnen mit Nächstenliebe und unbedingter Achtung ihrer Würde begegnet wird.”

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Wir haben mit der Fotografin des toten Flüchtlingsjungen über ihr Foto gesprochen

Nilufer Demir. Foto: DHA

Am Mittwoch letzter Woche sind mindestens 12 Menschen ertrunken, als sie versuchten, vom türkischen Festland in einem Gummifloß die griechische Insel Kos zu erreichen. Einer der Ertrunkenen war der dreijährige Aylan Kurdi, der mit seiner Familie aus dem syrischen Kobane geflüchtet war.

Von Ismail Küpeli|Vice.com

Das Foto des kleinen Jungen, der mit dem Gesicht nach unten am Strand von Bodrum liegt, verbreitet sich in Windeseile in den türkischen sozialen Medien und schließlich auf der ganzen Welt. Schon jetzt ist das Bild zum Symbol für das Elend der Flüchtlinge geworden. Gleichzeitig hat sich eine ernsthafte Debatte darüber entsponnen, ob solche Bilder in den Medien erscheinen sollten oder nicht.

Auf der einen Seite stehen die Journalisten, die mit Hinweis auf Würde des Verstorbenen und aus Rücksicht auf seine Familie darauf verzichtet haben, das Bild zu veröffentlichen. Andere Redaktionen entschieden sich fürs genaue Gegenteil und veröffentlichten das Bild. Ihr Argument: Gerade weil es so schrecklich ist, darf das Bild der Öffentlichkeit nicht vorenthalten werden. Wenn das das Ergebnis unserer Abschottungspolitik ist, dann müssen die Menschen das sehen.

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Rechtsstreit wegen Züchtigung: “Zwölf Stämme” ziehen aus Deutschland weg

zwoelf_staemme_klosterzimmernMitglieder der Sekte “Zwölf Stämme” verlassen Deutschland nach 20 Jahren. Nach Prügelvorwürfen hatten Jugendamt und Polizei Dutzende Kinder aus der Glaubensgemeinschaft herausgeholt.

SpON

Die “Zwölf Stämme” wollen nicht länger in Deutschland leben und lösen ihre Kommunen in Bayern und Sachsen-Anhalt auf. “So brechen wir nach 20 Jahren Präsenz in diesem Land unsere Zelte ab, um in der Tschechischen Republik und anderen europäischen Nachbarländern eine neue Heimat zu finden”, schreibt die fundamentalistische Glaubensgemeinschaft am Freitag in einer Pressemitteilung.

Die “Zwölf Stämme” fühlen sich vom deutschen Staat ungerecht behandelt, nachdem Jugendamt und Polizei im September 2013 rund 40 minderjährige Kinder aus der Glaubensgemeinschaft geholt hatten. 16 von ihnen seien weiterhin bei Pflegefamilien und in Kinderheimen untergebracht, schreibt die Gemeinschaft auf ihrer Internetseite. Seit zwei Jahren läuft ein Sorgerechtsstreit vor dem Amtsgericht Nördlingen.

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Kreuz vor der chinesischen Botschaft in Berlin errichtet

jesus_schaukelDie Gesellschaft für bedrohte Völker (Göttingen) hat gegen die Verletzung der Religionsfreiheit von Christen in der Volksrepublik China demonstriert.

kath.net

Aus Protest errichtete die Menschenrechtsorganisation am 3. September ein drei Meter hohes rotes Kreuz vor der chinesischen Botschaft in Berlin. An der Aktion beteiligten sich rund 30 Personen. Zum Hintergrund: In den vergangenen zwei Jahren hatte das kommunistische Regime mindestens 1.200 Kreuze von offiziell anerkannten Kirchen in der Provinz Zhejiang abreißen lassen. Laut der Gesellschaft für bedrohte Völker haben dort viele Christen gegen die Zerstörung von Kirchen und Kreuzen friedlich Widerstand geleistet und wurden festgenommen. Unter den Inhaftierten seien auch 270 Rechtsanwälte, die die Rechte chinesischer Christen verteidigten.

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Deutscher Staatsschutz erwartet noch mehr Nazi-Gewalt

Der deutsche Verfassungsschutz befürchtet laut einem Zeitungsbericht einen weiteren Anstieg rechtsextremer Gewalt gegen Ausländer. “Eine Trendwende für die zweite Jahreshälfte ist derzeit nicht abzusehen”, sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Hans-Georg Maaßen, dem “Tagesspiegel” (Freitagsausgabe).

derStandard.at

Maaßen verwies auf eine massive “Anti-Asyl-Agitation” der rechtsextremistischen Parteien NPD, Die Rechte, Der Dritte Weg und Pro NRW. Es sei “bemerkenswert, dass sich die Internetseiten der Parteien nahezu vollständig auf dieses Thema fokussieren”.

Auch wenn sich die Parteien verbal von den Gewaltexzessen distanzierten, trügen sie “eine Mitschuld daran, wenn einige Protestierer zur Gewalt gegen Asylbewerber schreiten”, kritisierte Maaßen im “Tagesspiegel”. Er beobachte zudem mit Sorge, dass die Hetze gegen Flüchtlinge “zu einer weiteren Radikalisierung in der rechtsextremistischen Szene” führe. Damit werde ein Trend bestätigt, den der Verfassungsschutz schon in den vergangenen Jahren festgestellt habe.

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Kriminologe Pfeiffer: DDR-Erziehung ist schuld am Fremdenhass im Osten

Christian Pfeiffer, Bild: wikimedia.org/bph

Nein, Rechtsradikalismus sei kein rein ostdeutsches Problem, wehrten sich jüngst einige Ministerpräsidenten. Kriminologe Christian Pfeiffer erwidert im FOCUS: Die repressiven Erziehungsmethoden in der DDR seien die Ursache für den weit verbreiteten Fremdenhass im Osten.

FOCUS ONLINE

Die These einiger ostdeutscher Ministerpräsidenten, ihre Län­der hätten kein besonderes Problem mit dem Rechtsradikalismus, stößt auf Widerspruch aus der Wissenschaft.

„Ich verstehe nicht, warum ein kluger Kopf wie Bodo Ramelow so etwas behauptet“, sagte der ehemalige Direktor des Kriminologischen For­schungs­institut Niedersachsen, Christian Pfeiffer, dem FOCUS. Zuvor hatte Thüringens Ministerpräsident Ramelow (Linke) behauptet, es handele sich um ein gesamtdeutsches Problem.

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Ostdeutschland erwache

Jedes Mal wenn ich über das Flüchtlinge rede, endet die Diskussion beim Thema Aufstand

Von Alexander Augustin|TELEPOLIS

Warnung: Der folgende Text ist extrem polemisch. Diese Form wurde gewählt, um beim Leser affektive Reaktionen auszulösen. Diese Affekte sollen dem Leser helfen, bestimmte Gefühlswelten von Menschen aus Ostdeutschland, die vor allem in Plattenbauten leben, zu verstehen. Da empathisches Verstehen nun mal eine affektive Komponente beinhaltet, seien Sie sich bitte darüber im Klaren, dass Sie durch die nun folgenden Worte wahrscheinlich starke emotionale Reaktionen erleben werden. Das ist auch in Ordnung, wenn Sie diese Affekte reflektieren und diese Erkenntnisse für eine konstruktive Diskussion nutzen. Alle anderen können bitte mit der Dschungelkampftruppe “Rommel” oder der Jungfrauenbeschützerorganisation “Fidel Castro” diskutieren. Sorry, als Gutmensch bin ich der Meinung nun mal der Meinung, dass Linksradikale einen kognitiv anspruchsvolleren Beef benötigen.

Ich hatte in einem Leserkommentar (Ich bin Pack) geschrieben, dass ich als PRO-Flüchtlingsvertreter resigniert habe, mit ostdeutschen Asylkritikern über dieses Thema zu reden. Der Kommentar war sehr kurz gehalten und konnte die emotionale Komponente des Themas nur unzureichend darstellen. Die ausführliche Diskussion nach dem Artikel hat mich nun bewogen, das Thema noch polemischer und diesmal hoffentlich verständlicher darzustellen.

Ein entscheidender Punkt, warum ich aufgehört habe über das Thema Flüchtlinge zu reden, war eine Ansammlung von Gegenargumenten, die mir irrational erscheinen. Wenn ich allerdings meine Empathie verwende, nehme ich eine gefährliche Gefühlswelt wahr. Diese Gefühlswelt versuche ich nun erstmal zu beschreiben, damit vor allem Leser aus den alten Bundesländern diese etwas besser verstehen können.

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Kentucky: US-Standesbeamtin in Beugehaft

Die strenggläubige US-Standesbeamtin Kim Davis muss in Beugehaft bleiben. Foto: REUTERS
Der Streit um die vereitelten Hochzeitspläne eines schwulen Pärchens im fernen Kentucky ruft selbst das Weiße Haus auf den Plan. Niemand dürfe sich über die Verfassung stellen, mahnt ein Obama-Sprecher. Eine widerspenstige Beamtin bekommt die Härte des Gesetzes zu spüren.

Frankfurter Rundschau

Drakonische Strafe für eine US-Standesbeamtin: Die strenggläubige Staatsbedienstete muss so lange in Beugehaft bleiben, bis sie ihre Weigerung aufgibt, homosexuelle Paare zu trauen. Das zuständige Gericht im Bundesstaat Kentucky stellte am Donnerstag klar, dass die Beamtin Kim Davis an ihren Amtseid gebunden sei und nach dem Gesetz handeln müsse.

Mit dem Verweis auf ihren christlichen Glauben hatte Davis mehrfach einem schwulen Paar die Ausstellung von Ehe-Dokumenten verweigert. Dabei erklärte das Oberste Gericht vor Monaten gleichgeschlechtliche Ehen landesweit für zulässig.

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103-Jährige fordert Spende von Kirche zurück

Bild: tilly
Bild: tilly

Eine verarmte Unternehmerin will 20 000 Euro von einer Kirchengemeinde in Oberfranken wiederhaben. Die Landeskirche fühlt sich “moralisch in den Schwitzkasten genommen”.

Von Olaf Przybilla|Süddeutsche.de

Nein, von so einem Fall hatte Pfarrer Markus Rausch zuvor auch nie gehört und insofern, ja, hat sich der Kirchenvorstand von Kirchenlamitz grundlegend mit der Causa beschäftigen müssen. Dass dort alle einer Meinung gewesen wären, will der Pfarrer nicht behaupten, aber zu einer Entscheidung habe man sich eben durchgerungen. Und zwar in dem Sinn, dass die Bitte, die Spende einer ehemals vermögenden, nun aber verarmten Dame zurückzuzahlen, abschlägig beschieden wird. Der Pfarrer möchte nicht sagen, dass er schlaflose Nächte habe deshalb. Aber dass es ihm nachgeht, will er nicht verheimlichen. Und ja, man habe eine Anwaltskanzlei mit der Sache betraut. Auch die komme zum Ergebnis: nicht zurückzahlen.

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Opfer von Ex-Nuntius Wesolowski fordern Schadenersatz

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Kurz nach dem Tod des ehemaligen Papstbotschafters in der Dominikanischen Republik, Jozef Wesolowski, werden dessen Missbrauchsdelikte Gegenstand einer gerichtlichen Auseinandersetzung. Ein Sprecher der Betroffenen kündigte auf einer Pressekonferenz in Santo Domingo an, Schadenersatzforderungen zu stellen.

kathweb

Der Vatikan habe bereits Entschädigungszahlungen in Aussicht gestellt, ohne dabei auf die Höhe der Summe einzugehen. Zuvor hatte sich die Gruppe der Betroffenen bereits bei der Staatsanwaltschaft des Hauptstadtbezirks gemeldet, um ihre Ansprüche geltend zu machen.

Der aus Polen stammende Wesolowski wurde 2009 zum Nuntius in der Dominikanischen Republik ernannt und hatte dort der vatikanischen Staatsanwaltschaft zufolge mehrere Buben im Alter von 13 bis 16 Jahren sexuell missbraucht. Zudem soll er “enorme Mengen” kinderpornografischen Materials besessen haben. Nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe wurde Wesolowski im August 2013 von seinem Posten in der Karibik abberufen.

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„Affen haben ein Recht auf sich selbst“

Karsten Brensing, Bild: greenpeace magazine

Ein Orang-Utan hat am Montag versucht, aus dem Duisburger Zoo auszubrechen – und wurde erschossen. Im Interview spricht der Verhaltensforscher Karsten Brensing über die Legitimität der Zoohaltung von Menschenaffen.

Interview Julia Huber|greenpeace magazine

Der Orang-Utan „Nias“ hat am Montag einen Fluchtversuch aus dem Duisburger Zoo mit dem Leben bezahlt. Er schlüpfte durch ein Oberlicht des Affengeheges, traf auf einen Artgenossen, lief durch den Zoo und versuchte, über den Außenzaun nach draußen zu klettern. Um zu verhindern, dass der panische Affe auf eine nahegelegene Straße läuft, wurde er von einem Zoomitarbeiter erschossen. Ein Betäubungsschuss hätte den Orang-Utan nicht stoppen können, erklärte die Zooleitung, da die Wirkung erst nach zehn Minuten eingesetzt hätte. Wie konnte es so weit kommen?

Der Meeresbiologe, Verhaltensforscher und Autor Dr. Karsten Brensing kämpft seit Jahren dafür, dass intelligente Tiere wie Menschenaffen gerecht behandelt werden.

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Syrien-Flüchtlinge: Was machen die reichen Golfstaaten?

Icon “Flüchtlinge”: http://www.lekealderfoundation.org, Lizenz: CC-BY-3.0, Grafik: TP
Saudi-Arabien, Kuweit, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Katar nehmen keine Flüchtlinge auf. Sie könnten mit ihren Kapazitäten allerdings viele aufnehmen

Von Thomas Pany|TELEPOLIS

Dass sich Saudi-Arabien und Katar – auch wenn dies deren Regierungen offiziell bestreiten mögen – in den syrischen Krieg einmischen, mit Geld und Waffen, ist mehr als ein “offenes Geheimnis”. So unterstützt zum Beispiel Saudi-Arabien dschihadistische Milizen wie Ahrar al-Sham, die Verbindungen zu al-Qaida hat.

Aus dem Ziel, den syrischen Präsidenten Baschar-al-Assad von seiner Position zu entfernen und einen Regime-Change herbeizuführen, haben die Golfstaaten nie ein Hehl gemacht. Wenn es um die Konsequenzen des von ihnen unterstützten Krieges geht, um die geschätzt 4 Millionen Flüchtlinge, die bisher aus Syrien ausgereist sind, halten sich reichen Golfstaaten jedoch bedeckt. Sie geben Geld, wie das UNHCR berichtet.

Flüchtlinge nehmen sie aber nicht auf. Auf der UNHCR-Webseite kann sich der Leser über die Zahl von 133 Refugees und 88 Asylsuchende wundern, die als “statistischer Schnappschuss” für Katar notiert werden. Wie sich die Zahl zusammensetzt, woher die Flüchtlinge stammen, geht aus den erklärenden Anmerkungen nicht hervor.

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Papst und Abtreibung: Geschmacklose Folklore

Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Papst Franziskus hat ein Heiliges Jahr ausgerufen: Auch niedere Geistliche dürfen jetzt die Absolution für die Sünde der Abtreibung erteilen. Super.

Von Ambros Waibel|taz.de

Über das Recht auf Abtreibung zu reden, ist nur in einer Hinsicht sinnvoll: Wie nämlich dieses Recht global durchgesetzt werden kann.

Über die Tatsache Abtreibung wird hingegen ständig geredet – nicht zuletzt unter heterosexuellen Erwachsenen, die ihre Verhütungsmethoden abklären. Da wird dann durchaus nicht selten festgestellt, dass für die Frau eine Abtreibung nicht in Frage kommt; und – unter ganz anderen Voraussetzungen – sagen natürlich auch Männer so etwas. Genauso gibt es Frauen (und Männer, siehe oben), die mit der einen oder anderen Variante den Klassiker von Jutta Ditfurth zitieren: „Ich bin sechsunddreißig, da finde ich zwei Abtreibungen auf ein lustvolles, knapp zwanzigjähriges Geschlechtsleben relativ wenig.“

 

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Die Kinder der Anderen

Am Mittwoch wurde die Leiche eines Flüchtlingsjungen an einem türkischen Strand nahe Bodrum gefunden. Er wurde nur drei Jahre alt. © Nilufer Demir/Reuters
Das Bild eines toten Jungen an einem türkischen Strand schockiert die Welt. Er wurde nur drei Jahre alt. Die Politik trägt Verantwortung. Sie muss schnelle Antworten finden und sofort handeln.

Von Philipp Jessen|stern.de

Ein Junge liegt am Strand. Das kleine rote T-Shirt ist hochgerutscht. Er ist klitschnass. Seine Eltern sind nicht zu sehen. Er ist ganz alleine. Er heisst Ailan Kurdi. Er ist tot.

Dieses Foto tut unglaublich weh. Es bebildert auf tragische Weise das absolute Versagen der Politik. Wir ertrinken im Wohlstand. Syrische Kinder, auf der Flucht vor Krieg und Elend, ertrinken im Mittelmeer. Direkt vor Europas Küste. Dort, wo wir Sommerurlaub machen.

Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation. Und die Problemstellung, vor die uns die Massen an Flüchtlingen stellen, ist komplex. Aber der Tod eines Kindes ist nicht komplex. Sondern einfach nur grausam. Das Kind ist tot. Es wird nicht aufwachsen. Nicht mehr lachen. Nicht mehr spielen. Nicht mehr zu Schule gehen. Nicht mehr nachts in das Bett seiner Eltern krabbeln. Es wird in eine Kiste gesteckt – und in einem fremden Land, weit weg von zu Hause, vergraben.

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Gröhe befürwortet Gesundheitskarte für Flüchtlinge

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat die Einführung von Gesundheitskarten für Flüchtlinge durch die Bundesländer befürwortet.

evangelisch.de

Dadurch verringere sich der Verwaltungsaufwand bei der Abrechnung von medizinischen Leistungen in den Kommunen, sagte Gröhe am Mittwoch bei einem Besuch von Flüchtlingsunterkünften in Lebach und St. Wendel im Saarland. Für eine Regelung durch den Bund sehe er allerdings keine Notwendigkeit.

Das Saarland und Rheinland-Pfalz verhandeln derzeit darüber, ob sie gemeinsam eine solche Gesundheitskarte einführen. Nordrhein-Westfalen führte sie in der vergangenen Woche als erstes deutsches Flächenland ein. In Bremen und Hamburg gibt es die elektronische Gesundheitskarte für Flüchtlinge bereits seit längerem.

Gesetzlich Versicherte müssten nicht dafür zahlen

Gröhe widersprach zugleich Befürchtungen, die Ausgaben für die Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen gingen zulasten der gesetzlich Versicherten. “Gesundheitsleistungen sind Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz und werden aus Steuermitteln bezahlt”, betonte der Minister. “Die Krankenkassen werden dafür nicht in Anspruch genommen.”

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Terrorismus: Schon mehr als 340 Angriffe auf Flüchtlingsheime in diesem Jahr

Zerbrochene Fensterscheibe © iwanp. auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Bis Ende August wurden mehr als 340 Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte verübt. Das sind bereits doppelt so viele wie im gesamten Jahr 2014. Brandenburgs Ministerpräsident Woidke warnt: Das ist Terrorismus.

MIGAZIN

Die Zahl der Angriffe auf Flüchtlingseinrichtungen hat deutlich zugenommen. Wie Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Mittwoch nach einer Sondersitzung des Bundestagsinnenausschusses mitteilte, wurden bis Ende August mehr als 340 Anschläge auf Unterkünfte von Asylbewerbern gezählt. Das sind in den ersten acht Monaten des Jahres bereits fast doppelt so viele wie im Gesamtjahr 2014. Im vergangenen Jahr wurden 175 rechtsextrem motivierte Angriffe gezählt.

Die Sondersitzung des Innenausschusses wurde angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation in Deutschland und Europa anberaumt. Thema sollten auch die fremdenfeindlichen Ausschreitungen gegen Flüchtlinge wie im sächsischen Heidenau in der vergangenen Woche sein.

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Kentucky: Standesbeamtin kämpft gegen Homo-Ehe

Protest in Kentucky gegen die radikal christliche Standesbeamtin. Foto: AFP
Zählt Gottes Wort oder das Oberste Gericht? Eine evangelikale Standesbeamtin in Kentucky verweigert Homosexuellen trotz Anordnung den Trauschein.

Von Damir Fras|Frankfurter Rundschau

Kim Davis hat ihr Leben „Jesus Christus übergeben“. Die Beamtin aus dem US-Bundesstaat Kentucky weigert sich mit dieser Begründung, gleichgeschlechtlichen Paaren Trauscheine auszustellen, obwohl ihr das sogar der Oberste Gerichtshof in Washington Anfang der Woche aufgetragen hat. Für ihren Widerstand gegen die Homo-Ehe könnte die Frau nun eine Geldstrafe erhalten oder sogar ins Gefängnis gesteckt werden.

Die Stimmung war schnell ein wenig aufgeheizt, als sich David Ermold und David Moore am Dienstag im Standesamt der Kleinstadt Morehead einfanden, um wieder einmal zu versuchen, einen Trauschein von Kim Davis zu bekommen. Mit dabei waren Journalisten und Kameraleute, die Zeugen eines bemerkenswerten Dialogs wurden. Sie würden das Büro erst verlassen, wenn sie getraut seien, sagten Ermold und Moore.

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