EKD-Beauftragter findet, dass religionskritische Kunst bereichernd sein kann

Martin Kippenberger(Frosch), Deborah Sengl(Huhn) u.Bernard Arnault(PissChrist) Montage: bb

Der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Johann Hinrich Claussen, betrachtet religionskritische Kunst im öffentlichen Raum als einen guten Anstoß für Diskussionen.

evangelisch.de

„Oft stellt sich heraus, dass solche Werke große Bereicherungen sind“, sagte Claussen am Dienstag in einem epd-Gespräch zum Karlsruher „Genesis-Projekt“. Evangelische Christen hätten gelernt, gelassen mit vermeintlichen Blasphemien umzugehen. Es sei besser, neugierig zu sein, statt sich zu früh aufzuregen.

In Karlsruhe wird derzeit darüber diskutiert, dass der Künstler Markus Lüpertz die neue U-Bahn mit Reliefs der Schöpfungsgeschichte verzieren will. Kritiker sehen dies als einen Eingriff in den öffentlichen Raum. Bislang ist allerdings unklar, wie die Reliefs aussehen sollen, und ob das Werk nicht sogar antichristlich ausfallen wird.

weiterlesen

Advertisements

Helpful North Carolina Mom Invents Bigfoot-Attracting Spray

RIP Skymall
Has your search for the Bigfoot of your dreams been fruitless? Do you drive around the countryside late at night, hoping to run into one by accident? Did you attempt to purchase one the last time you took too much Xanax on a plane, only to find out that it was not, in fact, a real Sasquatch but merely a tacky lawn ornament?

By Robyn Penacchia | Friendly Atheist

Did you actually have a Bigfoot in your life at one point, but then sent him away for his own good by pretended not to like him anymore, but now you’re hoping for a sequel/reconciliation?

Well, have we got a product for you!

Allie Megan Webb of North Carolina, proprietor of Happy Body Care, has invented an environmentally friendly Bigfoot spray, meant to attract all the Bigfoots to you.

Skeptical? Well, how can you deny proof like this?

Field tests have been done, she said, and they include a recent outing by the research group Bigfoot 911, in which a Bigfoot sighting was reported. It happened the first week of August, in the woods of McDowell County. The report made national news.

“I think that’s enough to say it can attract a Bigfoot,” says Webb. “To attract a Bigfoot, you need a smell that is woodsy enough to keep from scaring him off. But slightly different enough to make him curious, and come to investigate.”

Of course, that particular Bigfoot sighting may have been less than legit. Several days after the story got out, a Minnesota tourist named Gawain MacGregor — who runs a blog devoted to worshiping Sasquatch as a divine creature of some sort — claimed responsibility for what the Bigfoot 911 team “discovered.”

read more

Die Schönheit des Scheiterns: «Try again. Fail again. Fail better»

Charles Pépin: Die Schönheit des Scheiterns. Kleine Philosophie der Niederlage. Aus dem Französischen von Caroline Gutberlet. Carl Hanser, München 2017. 203 S., Fr. 29.90.

Der französische Philosoph Charles Pépin hat einen hübschen Essay über die Tugenden des Scheiterns geschrieben.

Von Uwe Justus Wenzel | Neue Zürcher Zeitung

In einer erfolgssüchtigen Gesellschaft können Misserfolge, kann der Umgang mit ihnen naturgemäss zu einem Problem werden. Es lässt sich freilich systemkonform lösen – dann, wenn die Versuche, ein Scheitern zu bewältigen, ihrerseits unter dem Aspekt des Erfolgs beurteilt werden. Und das werden sie augenscheinlich zunehmend. Die «Erfolgskultur» erweitert dergestalt unter dem Firmennamen einer «Kultur des Scheiterns» ihr Revier; und das schlägt sich – nicht verwunderlich – auch in ausufernder Ratgeberliteratur nieder.

«Die Kunst des erfolgreichen Scheiterns» lautet der einschlägige Titel. Weniger offenkundig systemkonform, aber keineswegs systemkritisch tönen – gleichfalls derzeit marktgängige – Titel wie «Die Kunst des spielerischen Scheiterns», «Lässig scheitern», «30 Minuten gescheit scheitern». Derlei Lebenshilfebücher, ob sie sich an Manager oder an Otto Normalverbraucher wenden, erscheinen zwar vermehrt, aber nicht erst seit der jüngsten Finanzmarktkrise. Schon der legendäre Laotse soll gesagt haben, Scheitern sei die Grundlage des Erfolgs. Mit diesem Diktum wird der altchinesische Weise zumindest nicht selten zitiert.

weiterlesen

Ig-Nobelpreis verliehen: Didgeridooklänge mindern Schnarchen

foto: reuters/gretchen ertl Didgeridoo-Lehrer Alex Suarez bei der 27. Ig-Nobelpreis-Zeremonie an der Harvard University.
Von großen Ohren und verschüttetem Kaffee: Auf den ersten Blick kuriose Forschung wurde in Boston geehrt

Von Christina Horsten | derStandard.at

Kaffee verschütten nervt. „Wir alle tun es und wir alle hassen es“, sagt Jiwon Han auf der Bühne des Sanders-Theaters der US-Eliteuniversität Harvard in Boston. „In meiner Schulzeit hatte ich zu viel Zeit und habe ein Physik-Forschungspapier darüber geschrieben.“ Das Ergebnis – und das Geheimnis nicht verschütteten Kaffees: Den Becher von oben festhalten, geradeaus schauen und rückwärts gehen.

„Aber ist das praktisch? Überhaupt nicht! Also ist der Deckel erfunden worden. Aber ich habe verstanden: Bei Forschung geht es nicht darum, wie alt man ist oder wie klug – sondern darum wie viel Kaffee man trinkt. Und mit ausreichend Kaffee und etwas Pech landet man dann in Boston.“ Dort nahm Jiwon Han in der Nacht auf Freitag seinen Ig-Nobelpreis für sein Forschungspapier über verschütteten Kaffee entgegen – einen von zehn Spaßpreisen für wissenschaftliche Veröffentlichungen, die „erst zum Lachen und dann zum Denken anregen“. Die Ig-Nobelpreise („ignoble“ heißt auf Deutsch „unwürdig“) wurden bereits zum 27. Mal an seriöse, wenn auch kuriose Forschungen verliehen – und sind längst Kult. Die undotierten Auszeichnungen sollen „das Ungewöhnliche feiern und das Fantasievolle ehren“.

weiterlesen

Erbsenzählerei

Bild: 4ever.eu
In einem Forum erlebte ich es neulich, dass ein Indeterminist jemandem „Erbsenzählerei“ vorwarf – also zu genau zu sein: Übergenau. Der Vorwurf mag berechtigt sein, wenn Genauigkeit nichts bringt.

Föderation des Determinismus

Der Vorwurf der Ungenauigkeit im Denken geht aber gerade an die Indeterministen, die die Unbestimmtheit eines Vorgangs gerade zum Gegenstand ihrer Weltanschauung machen. Deshalb habe ich mich gefragt, ob sich das Bild des „Erbsenzählens“ nicht zur Darstellung des Indeterminismus verwenden lässt. Der Vorwurf der Unbestimmtheit im Denken lag schon dem Artikel „Pinkbox“ vom 25.04.2016 zugrunde.

Wir kennen verschiedene Formen von vorgestelltem Indeterminismus

  1. Grundlose Materieentstehung oder Schwund
  2. Grundlose Bewegung eines unbewegten Zustandes
  3. Grundlose Abweichungen in Vorgängen (z. B. Bewegungsabweichung)
  4. Vergleichbar, aber nicht ausdrücklich Indeterminismus: Annahme, dass bestimmten Eigenschaften der Materie (z. B. Magnetismus) nichts weiter zugrunde liegt, was diese Funktion irgendwie begründen könnte.

Allgemein kann man Indeterminismus als die Behauptung bezeichnen, dass überhaupt irgendeiner Eigenschaft, Erscheinung einem Objekt oder dessen Verhalten nichts weiter zugrunde liegt.

Plastische Musterbeispiele sind erforderlich, um klar zu machen, worum es geht, um die zwingenden Schlussfolgerungen indeterministischer Positionen zu verdeutlichen (vgl. Artikel Korollarium vom 16.02.2017), aber auch, um Missverständnisse zu vermeiden, z. B. aufgrund des unterschiedlichen Sprachgebrauchs in der Physik einerseits und der Alltagssprache andererseits (vgl. Über den anschaulichen Inhalt der quantentheoretischen Kinematik und Mechanik, 25.02.2015): Es muss also differenziert werden, ob man von dem bewiesenen Kenntnisstand über etwas spricht oder ob man davon redet, wie etwas wirklich ist – und das ist nicht nur in der Physik ein Problem.

weiterlesen

Heribert Hirte: Dodo des Monats August 2017

Dodo des Monats August 2017 ©HFR

Kannte jemand Heribert Hirte, vor seinem Interview, welches er dem Internetauftritt des deutschen Episkopats, katholisch.de gegeben hatte, als Mitglied des Bundestages? Wohl eher nicht. Rechtswissenschaftler Hirte ist so etwas wie ein Nebenberufspolitiker, ein parlamentarischer Hinterbänkler, der sich die Thematik der Religionsfreiheit auf die Fahnen geschrieben hat.
Hirte ist gebürtiger Kölner, sein rheinländischer Katholizismus damit älter als das Christentum, so argumentiert er auch, doch dazu später etwas mehr.
Seine private Facebook-Seite ist toter als Kardinal Meisner, Kommentatoren warten auf Antworten, die ihnen wahrscheinlich niemals gegeben werden. In Sachen Politik ist Unkenntnis, besser Desinteresse zu erkennen. Soviel gepflegte Inkompetenz wird dem Rheinländer wieder zu einem Direktmandat in den Bundestag verhelfen, katholische Provinzialität in Berlin, vielleicht ist er ja einer der Mentoren von Jens Spahn, der mit seiner Dorftrottel-Attitüde wesentlich mehr Schwierigkeiten in der Großstadt hat, als ein Kölner.

[…]
Wir haben – auch in Absprache mit den Bundesländern – die Vorschriften für das Bewachungspersonal in den Flüchtlingsheimen verschärft und mit Blick auf die Religionsfreiheit eine höhere Sensibilität angemahnt. Die tatsächlichen Herausforderungen für ein friedliches Miteinander in Deutschland sehe ich allerdings ganz woanders.

Frage: Nämlich wo?

Hirte: In dem zunehmenden Atheismus in unserem Land – damit tun sich alle Religionen gleichermaßen schwer. Ich vertrete entschieden die These, dass wir in Deutschland kein Problem der Islamisierung, sondern vielmehr ein Problem der Entchristlichung und des wachsenden Atheismus haben. Der Widerstand gegen Minarette, Kreuze oder andere religiöse Zeichen im öffentlichen Raum ist immer dort am stärksten, wo auch der Atheismus am stärksten ausgeprägt ist. Beispielhaft für dieses Problem kann man den geplanten Bau der Ahmadiyya-Moschee in Erfurt nennen, aber auch die Debatte um das Kuppelkreuz auf dem Neubau des Berliner Stadtschlosses.katholisch.de

Es ist diese dumme, alte Leier, deren sich Pfaffen, Politiker und ihre Apologeten seit Jahrhunderten bedienen, der Atheismus ist das Problem. Mir ist kein Fall bekannt, dass ein Atheist in einer Kirche seine Weltanschauung vertreten hätte, ausgenommen jene, die den Pfaffen das Maul reden und sich auf die moralbegründenden Eigenschaften kirchlichen Daseins berufen, dabei all jenes vergessen wollen, dass Frauenrechte, Gleichberechtigung, soziale Teilhabe, Bildung, Gesundheitsvorsorge den Kirchen abgerungen werden mussten. Die katholischen Pfaffen erst mit dem Zweiten Vatikanum die Religionsfreiheit anerkannten und bis heute die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verneinen, weil sie dem Naturrecht widerspreche. Das ist der Blödsinn Manisch-Depressiver die bei einer geschnitzten männlichen Halbnackt-Figur feuchte Träume bekommen.

Atheisten, und Ungläubige müssen sich dem Diktat des Christentums unterwerfen, ob nun akustische Umweltverschmutzung in Form von Glockengeläut, das Ertragen sogenannter Stiller Feiertage mit Tanzverbot, das Waffengeklirr und Geschrei aufeinander schießender Soldaten haben nie gestört. Atheisten müssen den Luther-Kult ertragen und die Kotzgrenze dürfte erreicht sein, es gibt nichts Blödes was im Zusammenhang mit dem Reformationsjubiläum nicht gesagt wurde. Wir müssen Radio u. Fernsehsendungen ertragen, die man wegschalten kann, die man als Atheist aber mit seinem Rundfunkbeitrag finanziert. Wir ertragen Eure besserwisserische Larmoyanz, dieses kindlich greinende beleidigt sein wenn es um Eure „religiösen Gefühle“ geht. Wir ertragen, dass man unseren Vereinen die Gleichheit vor dem Gesetz verweigert, weil man den aufklärerischen und bildungspolitischen Auftrag mit dem Wort Parodie wegredet. Wir ertragen Eure bigotte Moral, wir sehen die Diskrepanz zwischen Eurem Wollen und Eurem Sein. Wir ertragen Eure Bibelsprüche, Eure Werbung in S-und U-Bahnen, in Zügen, Bussen und in der Tram, auf Bahnhöfen, Straßen und öffentlichen Toiletten. Wir ertragen, wenn Eure milliardenschweren Kirchenkonzerne bettelnd auf den Plätzen stehen.

Und wenn es Euren Gott gibt, dann erträgt er uns, dann habt Ihr uns zu ertragen, alles andere ist ein Mangel an Glaube. Und wenn es ihn nicht gibt, ändert sich für uns nichts, für Euch aber Alles.
In Eurer ganzen göttlichen Verzweiflung seit Ihr lächerlich. Ihr erkennt nicht, dass der Prozess der Entchristlichung zu einem guten Teil aus Euch selbst entspringt, aus Eurer institutionalisierten Religion, Euer weltliches Leben steht im tiefen Widerspruch zu den Schriften Eurer Wüstenreligion. Ihr habt mitgeholfen die Bedingungen für die Säkularisation zu entwickeln, sie braucht Euch nicht mehr. Bis auf jene, die sich eben ein selbstbestimmtes Leben, ohne jedweden Gottesgehorsam vorstellen können.

Der erste Blitzableiter auf einer Kirche hat alles geändert. Ihr habt es noch nicht begriffen.
Ihr versprecht etwas und müsst es nie erfüllen, Ihr lasst Euch bezahlen, bringt aber keine Leistung – Krämerseelen.

Das macht Menschen wie Hirte Angst, dass macht ihm mehr Angst als eine mögliche Islamisierung. Sein Gott sei in der Welt und sei es als Dhimmi, nur keine Atheisten, alles andere ist recht.

 

Vom Bordell zur Frauenbadi – die Ängste der Wüstenreligionen

Ein Mann lehrt eine Frau Schwimmen: Gravierte Postkarte Foto: Archive Photos, Getty Images
Schwimmen ist nicht nur ein Sport. Es ist nicht nur ein Freizeitspass und nicht nur eine Überlebenstechnik. Das spüren wir, wenn wieder mal ein Fundamentalist seiner Tochter den Schwimmunterricht verbieten will. Der Sprung ins Wasser wirkt da offenbar moralisch zweifelhaft und kulturell getränkt.

Von Ralph Pöhner | Tages Anzeiger Blogs

Aber auch unsere lockere «Pack die Badehose ein»-Einstellung ist, historisch gesehen, eine sehr junge Sache. Dies können wir jetzt in einem neuen Buch über die Weltgeschichte des Schwimmens nachverfolgen, verfasst von Eric Chaline. Der englische Kulturhistoriker bemerkt dabei eine eigenartige Spannung: Der Mensch wird enorm stark angezogen vom Wasser, er springt fast natürlich hinein; kein anderes Landtier neigt so stark zum Schwumm, wenige sind sogar körperlich so gut angepasst dafür. Doch gleichzeitig hat sich der Mensch immer wieder vom Wasser abgewendet, hat es gefürchtet, verflucht und verteufelt.

Die Ängste der Wüstenreligionen

Sein Verhältnis zum Schwimmen spiegelt sein Verhältnis zum Körper. Die alten Griechen und Römer lebten zum Meer hin, sie bauten ihre Reiche über das Wasser, sie entwickelten auch eine prachtvolle Bade- und Thermenkultur. Und gleichzeitig stellten die antiken Mittelmeerreiche ganz selbstverständlich nackte Menschen aus, auf ihren Vasen, Mosaiken oder Statuen, ob Mann oder Frau.

weiterlesen

Jan Böhmermann droht mit Klage gegen Angela Merkel

Bild: FB
  • Laut einem Schreiben seines Anwalts erwägt Jan Böhmermann eine Klage gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel.
  • Mit ihrem Kommentar, Böhmermanns „Schmähgedicht“ gegen den türkischen Präsidenten Erdogan sei „bewusst verletzend“ gewesen, habe sie in die Gewaltenteilung eingegriffen.

Süddeutsche.de

Die Auseinandersetzung um das „Schmähgedicht“ von Jan Böhmermann geht weiter: Der ZDF-Satiriker will Bundeskanzlerin Angela Merkel laut einem Bericht des Berliner Tagesspiegels verklagen, sollte sie ihre öffentliche Bewertung seines umstrittenen Werkes nicht zurücknehmen.

In einem Schreiben seines Rechtsanwaltes Christian Schertz werfe Böhmermann Merkel vor, sie habe mit ihrer Kritik an seinem Auftritt eine juristische Bewertung des Werkes vorgenommen, „die einer Vorverurteilung gleichkommt“, schreibt der Tagesspiegel.

weiterlesen

„Spaghettimonster-Kirche“ zieht vor Bundesverfassungsgericht

Mit Schildern will der Verein für „Nudelmessen“ werben. FOTO: dpa, ppl vfd
Die „Kirche des fliegenden Spaghettimonsters“ wendet sich nun ans Bundesverfassungsgericht. Wie Kirchen will der Verein mit Schildern am Straßenrand für seine „Nudelmessen“ werben dürfen.

RP ONLINE

Das Brandenburgische Oberlandesgericht hatte das entsprechende Gesuch Anfang August abgelehnt. Nun ging die Verfassungsbeschwerde ein, wie ein Sprecher des Verfassungsgerichts am Montag bestätigte.

Der „Spaghettimonster“-Verein fordert eine Gleichbehandlung mit den Kirchen, die Gottesdienstzeiten nach einer staatlichen Richtlinie auf Schildern an Ortseingängen bekanntmachen dürfen. Der Brandenburger Landesbetrieb Straßenwesen hatte dies dem Verein am Ortseingang von Templin untersagt. Das Landgericht Frankfurt/Oder beurteilte dies im April 2016 ebenso wie später das Oberlandesgericht als rechtmäßig.

weiterlesen

Wahl Dodo des Monats August 2017

Dodo des Monats August 2017 ©HFR

Die Bundestagswahl in diesem Monat wirft ihre Schatten voraus. Politik und nicht wenige Schlagwort-Geber der Kirchen füllen den medialen Strom der Nachrichten täglich mit Blödsinn bis hin zur Idiotie. Die Feststellung der Kanzlerin Beten sei Privatsache ist so der Gipfel protestantischer Kleingeistigkeit, schweigen wäre die bessere Wahl gewesen. AfD-Gauland steht wohl kurz davor in SA-Uniform auf der Bühne zu erscheinen, während Theologen täglichen ihren Müll ins Internet gießen.

Die Wahl ist bis zum 07.09.2017, 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird, am folgenden Tag, hier gewürdigt werden.

Die Kandidaten:

  1.  Helmut Affelt, „kleinkindischer Protest eines Türkenfeindes.“
  2.  Angela Merkel, „beten sei eine sehr private Angelegenheit.“
  3.  Hermann Gröhe, „Rechtstreue gegen religiöse Bigotterie, letztere gewinnt.“
  4.  Deutsche Bibelgesellschaft, „missionieren unter Afghanen.“
  5.  Alexander Gauland, „alternativer Müllschlucker.“
  6.  Heinrich Bedford-Strohm, „Fake News Produzent verlangt Qualitätsmedien.“
  7.  Thomas de Maizière, „mag Sultane.“
  8.  Günther Oettinger, „großzügig mit Geld, dass ihm nicht gehört.“
  9.  Heribert Hirte, „Endkampf gegen den Atheismus.“
  10.   Aiman Mazyek, „islamische Heulsuse.“
  11.   Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“, Gotteswahn gegen Homoehe.“
  12.  Jens Spahn, „Hinterwäldler mit paranoiden Großstadtgefühl.“
  13.  Andreas Kruse, „Pseudowissenenschaft mit Luther.“
  14.  Ulrich Hemel, „Schwierigkeiten mit der Kirchensteuer.“
  15.  Hartmut Rosa, „professoraler Unsinn über Demokratie und Religion.“

Weiterlesen „Wahl Dodo des Monats August 2017“

Pratchett, plattgewalzt

Eine Dampfwalze hat die unvollendeten Werke des „Scheibenwelt“-Autors zerstört. Er wollte es so.

Die Presse.com

Für seine originellen Ideen und seinen Humor war Fantasy-Autor Terry Pratchett bekannt; seine „Scheibenwelt“-Romane zeugen davon, die ihn zu dem nach J. K. Rowling beliebtesten britischen Autor machten. Bevor Pratchett 2015 an Alzheimer starb, sagte er einem Freund, was er sich für seine unvollendeten Texte wünsche: Mitsamt seinen Computern sollten sie auf einer Straße abgelegt und von einer Dampfwalze niedergewalzt werden.

Der Verwalter von Pratchetts Nachlass ist diesem Wunsch nun nachgekommen. Auf Twitter kündigte er die Aktion an und zeigte dann eine zerstörte Festplatte; sie wird ab September in einer Pratchett-Ausstellung im Salisbury Museum zu sehen sein.

weiterlesen

Whitehouse.com, Your Favorite 90s Porn Site, Is Now Protesting the Trump Presidency

Image: NBCNews/YouTube
Somethingsomething Deep Throat.

By Sarah Emerson | MOTHERBOARD

One of my earliest internet memories is of telling friends to open Whitehouse.com—the .com porn site, not the official .gov government site!—in plain view on their screens. Preferably in the computer lab.

To an 11-year-old, this was the funniest goof ever, but in retrospect, I suppose it was also an instructional primer on domain name servers. How many people, looking for POTUS, accidentally saw penis?

As many as 80,000 people per day, apparently. That’s according to Dan Parisi, the site’s owner who recently spoke to me about Whitehouse.com’s latest iteration: protesting President Trump.

I first contacted Parisi, who works in New Jersey real estate, with an interview request back in May. Trump was waging war on government agencies, and I thought Parisi could offer an interesting perspective on censorship and digital transparency. He wouldn’t speak to me then, as he was in the process of relaunching Whitehouse.com, but agreed to chat when that came to fruition.

Yesterday evening, the new Whitehouse.com went live.

read more

Evangelische Kirche zum „Sprachpanscher des Jahres“ gewählt

Heinrich Bedford-Strohm (2011). Presseabteilung der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. bearb. bb
Der Verein Deutsche Sprache hat die evangelische Kirche zum „Sprachpanscher des Jahres 2017“ gekürt. Mehr als 2.100 Vereinsmitglieder hätten die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) auf den ersten Platz gewählt, teilte der Verein am Freitag in Dortmund mit. Moniert wurde ein laxer Umgang mit der deutschen Sprache und eine gehäufte Verwendung englischer Begriffe. Der Verein beanstandete etwa sogenannte „godspots“, mit denen in vielen Kirchen kostenloses W-Lan angeboten wird.

evangelisch.de

Auch das Programm mit dem Motto „Segen erleben – Moments of Blessing“ der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau auf der Weltausstellung zum 500. Reformationsjubiläum in Wittenberg und die dort präsentierte interaktive Installation „BlessU-2“ stießen auf den Unmut der Sprachpuristen. Die Sprachpanscherei sei eine Verhöhnung Luthers, der für seine Bibelübersetzung oft wochenlang nach deutschen Wörtern gesucht habe, erklärte der Verein.

weiterlesen

Man soll nicht eine Zeitung bekämpfen, sondern islamistischen Terror

© DPA Immerhin wird jetzt wieder diskutiert: Das Cover der deutschsprachigen Ausgabe von „Charlie Hebdo“.
Das Satireblatt „Charlie Hebdo“ stiftet mal wieder eine Debatte über religiösen Extremismus an. Das passt weder den Rechten noch den Linken – und ist genau deshalb gelungen.

Von Jürg Altwegg | Frankfurter Allgemeine

„Die Linke entdeckt das Realitätsprinzip“, twitterte Robert Ménard zur Titelseite der jüngsten Ausgabe von „Charlie Hebdo“: Ein Lieferwagen rauscht ab, auf der Straße liegen zwei Opfer – Legende: „Islam, religion de paix … éternelle“, Religion ewigen Friedens – für die Attentäter ist sie dies zweifellos.

Robert Ménard ist in Frankreich fast so bekannt wie die Satirezeitschrift seit dem Attentat auf ihre Redaktion. Als Leiter von „Reporter ohne Grenzen“ hatte er es verstanden, bei Geiselnahmen von Journalisten in arabischen Ländern – nicht nur im Falle von Florence Aubenas – die Öffentlichkeit über Monate hinweg in Alarmzustand zu halten. Auch noch als Chefredakteur einer Medienzeitschrift konnte man seinen Provokationen gegen die politische Korrektheit einiges abgewinnen. Doch Ménard rückte immer weiter nach rechts außen. Inzwischen ist er – mit der Unterstützung des Front National – Bürgermeister von Béziers, und seine Frau, die Journalistin Emmanuelle Duverger, ist Abgeordnete der Partei in der Pariser Nationalversammlung.

weiterlesen

„Islam, Religion des Friedens“: „Charlie Hebdo“-Cover sorgt in Frankreich für Aufruhr

  • Das Satire-Magazin „Charlie Hebdo“ reagiert auf den Anschlag in Barcelona
  • Und löst Empörung aus, weil es Islam und Terror gleichsetzt

Von Jade Toussey | HuffPost

Das Satire-Magazin „Charlie Hebdo“ sorgt einmal mehr für Aufregung. In der neuesten Ausgabe, die am Mittwoch erschienen ist, beschäftigen sich die Zeitungsmacher mit dem Anschlag in Barcelona, bei dem mindestens 15 Menschen starben.

Das Titelbild zeigt zwei Personen, die auf dem Boden liegen und einen weißen Wagen, der davonrast. Das allein wäre noch kein Fall für einen Skandal. Zusammen mit den Worten auf dem Titelblatt wird es aber einer.

„Islam, Religion des Friedens … auf ewig“, heißt es da in roter und weißer Schrift. Im Heft gibt es zwei weitere Seiten zum Anschlag in Barcelona. Überschrieben sind sie mit „Tourismus oder Islamismus, in Barcelona gibt es beides.“

weiterlesen

Bloß nicht zu integriert

Bild: Amed Sherwan/FB, barb.:bb
Ich habe ein Integrationsproblem. Dabei ist es gar nicht so, dass es mir schwer fällt, mich in die deutsche Gesellschaft einzuleben, im Gegenteil. Aber genau deswegen falle ich seltsamerweise immer wieder auf. Vielleicht bin ich einfach zu integriert?

Von Amed Sherwan | jungle world

Ich gehe lieber in die Kneipe als in den Kulturverein, denn ich trinke lieber Bier als Chai. Ich esse lieber vegetarisch als halal, rauche lieber Weed als Shisha und finde Frauen mit Dreadlocks schöner als mit Kopftuch. Ich tanze lieber bei LGBTI-Partys als in der Oriental-Disco und feiere lieber CSD als Eid. Ich gehe lieber Wandern als ins Fitnessstudio, spare lieber für eine Weltreise als auf ein Auto, und ich sage lieber Moin als Salaam.

Wenn ich im Ausland gefragt werde, wo ich herkomme, sage ich Deutschland und empfinde das auch so. Deutschland ist derzeit meine Heimat, Kurdistan nur der Ort, an dem ich aufgewachsen bin. Mit meiner Flucht habe ich meine Vergangenheit hinter mich gelegt und alles Neue begeistert aufgesogen. Meine erste Zeit in Deutschland war ich das einzige Kind mit Migrationshintergrund in einem Kinderheim – ich musste einfach auch schnell ankommen, um nicht alleine zu sein.

Ich kenne viele Geflüchtete, die ihre Heimat vermissen. Sie mussten weg, wären aber viel lieber dort geblieben. Und nun hängen sie in einer Art kulturellem Niemandsland fest. Sie kommen nicht richtig an, haben aber auch keinen Kontakt mehr nach Hause. Sie isolieren sich in ihrem Communities, hören traurige Musik aus ihrer Heimat und zelebrieren ihre Kultur. Im Exil werden sie dabei oft viel traditioneller, als sie jemals in ihrer Heimat gewesen sind.

weiterlesen

Porno im Beichstuhl in niederländischer Kirche gedreht – keine Strafe für Darsteller

In einer niederländischen Kirche wurde ein Porno gedreht – bisher hat das jedoch keine rechtlichen Konsequenzen.Foto: imago stock&people / imago/Christian Ohde
  • Ein Porno erzürnte Gläubige in den Niederlanden: der Sexfilm wurde in einem Beichtstuhl gedreht
  • Der Priester der betroffenen Kirche reichte Beschwerde ein
  • Diese wurde nun von der Staatsanwaltschaft abgewehrt – mit einer logischen Begründung

DERWESTEN

Tilburg.  Es ist Blasphemie, aber keine Straftat: Die Staatsanwaltschaft hat die Beschwerde einer Kirche in der niederländischen Stadt Tilburg abgewiesen, nachdem zwei Pornodarsteller dort beim Sex im Beichtstuhl gefilmt wurden. Das Video erregte in den Niederlanden Anfang des Jahres Aufsehen, nachdem es auf einer bekannten Pornoseite veröffentlicht wurde.

Ein offizieller Sprecher erklärte, der Pornofilm sei zwar anstößig – in den Niederlanden gebe es jedoch kein Gesetz mehr gegen Blasphemie.

weiterlesen

Deutsche Rechtspopulisten werben mit dem Schweizer Matterhorn

Bild: Die Presse.com
„Hol Dir Dein Land zurück“: Auf einem digitalen Wahlkampfplakat präsentierte die rechtspopulistische AfD den 4500 Meter hohen Berg. Der steht allerdings in der Schweiz.

Die Presse.com

Im Land geirrt oder Absicht? Die AfD in Nürnberg hat auf einem digitalen Wahlkampfplakat das Matterhorn kurzerhand nach Deutschland verlegt. Auf Facebook und Twitter postete die rechtspopulistische Partei ein Foto mit dem Spruch „Hol dir dein Land zurück“.

Im Hintergrund war der markante, fast 4.500 Meter hohe Berg samt Hinweis „Unser Programm für Deutschland“ zu sehen. Nur: Das Matterhorn steht in der Schweiz. In sozialen Medien sorgte dies für teils belustigte und hämische Reaktionen.

weiterlesen

Vom Fluchen

Die Kugel Schokoeis ist gleich vor der Eisdielentür auf den Gehsteig geplatscht? Schweinebraten! Foto: imago
Ach, der schöne Pomadenhengst ist rausgeflogen aus dem Duden. Wegen Nichtgebrauchs. Glücklicherweise werden andere Schimpfwörter noch munter gebraucht.

Von Sylvia Staude | Frankfurter Rundschau

Es gab einmal einen kleinen Jungen (und diese Geschichte ist wahr), der fluchte, wenn ihm etwas stark missfiel: Schweinebraten! Schweinebraten! Mancher, der den kleinen Jungen nicht näher kannte, meinte, er müsse sich verhört haben. Wie, Schweinebraten? Das soll ein Schimpfwort sein? Jahre später wurde der Junge Vegetarier, noch später Vater. Vielleicht gibt er das S-Wort ja an seine Kinder weiter. Vielleicht hat er aber auch längst vergessen, dass es für ihn einmal Ausdruck höchster Empörung war. Ein Erwachsener ist aus Versehen auf den kleinen gelben Bagger getreten (Lieblingsspielzeug!) und hat ein Rad abgebrochen? Schweinebraten! Die Kugel Schokoeis ist gleich vor der Eisdielentür auf den Gehsteig geplatscht? Schweinebraten!

weiterlesen

Wenn das Gelächter fad wird

Screenshot der Late Night-Satire „A Closer Look“ mit Seth Meyers, YouTube
Genialität mit Grenzen: Die Kehrseite des US-Satirebooms unter Trump

Von Marcus Hammerschmitt | TELEPOLIS

Der Schwätzer im Weißen Haus hat zumindest einem Wirtschaftszweig geholfen: der Satire. Aber all der Spaß wirft auch einen gewaltigen Schatten. Seth Meyers, Stephen Colbert, Trevor Noah, John Oliver, Jimmy Kimmel, Samantha Bee und wie sie alle heißen – die bekanntesten US-Satiriker arbeiten sich jetzt seit über einem halben Jahr hauptsächlich an einem Thema ab: Trump. Seine Eskapaden, die Ermittlungen gegen ihn und seine bizarre Entourage bieten viel Stoff für Witzeleien.

Wenn Alec Baldwin Trump zur Kenntlichkeit entstellt oder Michelle Wolf die irrsinnigen Wortspiele von Kellyanne Conway diskutiert, dann ist Unterhaltung garantiert. Das Zwischenspiel von Antony Scaramucci als Chefrauschmeißers im Weißen Haus war extrem amüsant. Trump liefert dankbares Satire-Material in einer solchen Fülle, dass sich die Satiriker wie an einem überreich bestückten Buffet vorkommen müssen.

Eigentlich egal, welche Sendung der besagten Komiker man einschaltet oder welchen Youtube-Kanal man verfolgt – ein paar gut gesetzte Spitzen, ein paar böse Witze sind immer dabei. Manchmal grenzt die Verulkung ans Geniale, und man kann vermuten, dass dieser oder jener Scherz die Präsidentschaft von Trump weit überdauern wird.

weiterlesen