Hans-Christian Ströbele: „Ich trage einige Geheimnisse der RAF mit mir herum“

„Ich war gut im Schießen“: Western-Fan Ströbele Foto: Paulus Ponizak
Die Antwort kam prompt. Und sie fiel positiv aus. „Lieber Herr Ströbele, würden Sie mir ein Interview über das Altern geben?“, hatte ich per SMS gefragt. Und Hans-Christian Ströbele hatte rasch geantwortet: „Ja, würde ich. Bitte rufen Sie nächste Woche an.“

Von Markus Decker | Berliner Zeitung

Als ich im Büro des 78-Jährigen in Berlin-Moabit erscheine, ist er reservierter. „Ich muss ja nicht alles beantworten“, sagt er, leicht mürrisch. Das allzu Persönliche und Emotionale behagt Ströbele nicht. Die Antworten fallen dann kürzer aus. Und während der Anwalt und langjährige grüne Bundestagsabgeordnete bei den heiteren Themen auf seinem Bürostuhl vorrutscht, rutscht er bei den weniger heiteren schon mal ein Stück zurück.

Tatsächlich hat für Hans-Christian Ströbele hat eine neue Lebensphase begonnen, nachdem er das Parlament im Herbst verlassen und sein Büro Unter den Linden geräumt hat. Sein Renteneintritt kommt über zehn Jahre später als üblich. Und nach wie vor hat Ströbele keine Lust auf Ruhestand. Als wir uns nach neunzig Minuten bei einbrechender Dämmerung im Flur verabschieden, ist er wieder ganz in seinem Element. Es geht um die Politik – und um die Zukunft. Das ist sein Leben.

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„Baby-Hitler“ Kurz: Kein Verfahren gegen deutsches Satiremagazin

Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen „Titanic“ ein: „Baby-Hitler töten“ ist keine Aufforderung zu Straftaten – Bundeskanzler stellte keinen Strafantrag wegen Beleidigung

derStandard.at

Das deutsche Satiremagazin „Titanic“ muss wegen seines „Baby-Hitler töten!“-Bildes über Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) keine Konsequenzen fürchten. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Berlin sagte, wurden die diesbezüglichen Ermittlungen eingestellt. Eine „Öffentliche Aufforderung zu Straftaten“ sieht die Behörde nicht. Und für ein Verfahren wegen Beleidigung fehlte ein Strafantrag des Kanzlers.

Das Verfahren ging auf Oktober zurück. Damals war Kurz noch Außenminister und hatte gerade die Nationalratswahl gewonnen. „Titanic“ veröffentlichte daraufhin ein Bild des ÖVP-Chefs mit einer Zielscheibe und der Schlagzeile: „Endlich möglich: Baby-Hitler töten!“ Die österreichischen Behörden leiteten die Causa an die Kollegen in Deutschland weiter. Dort wurde der Fall geprüft, die Ermittlungen aber eingestellt.

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Krähe klaut Kreditkarte und versucht, ein Bahnticket zu kaufen

Dass Krähen sehr schlaue Vögel sind, ist kein Geheimnis. Das Video eines Twitter-Users beweist nun einmal mehr ihre Intelligenz. Zu sehen ist eine Krähe, die versucht, ein Bahnticket zu kaufen. Und das mit dreisten Mitteln.

Von Camares Amonat | DIE WELT

Es ist ein ganz gewöhnlicher Tag an der Bahnstation Kinshichō in Tokio. Menschen stehen vor Automaten und besorgen sich Tickets. Doch nicht nur die wollen hier Bahntickets kaufen, sondern auch eine reisefreudige Krähe.

Zuerst untersucht der Vogel den Automaten, pickt auf dem Bildschirm herum und versucht scheinbar, ein Ticket auszuwählen. Weiter kommt die Krähe allerdings nicht. Sie läuft nach rechts und links, um zu beobachten, wie die anderen Käufer das anstellen.

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Höhlensystem unter Nottingham: Spuk im Bierkeller

Mortimers Hole unter der Burg von Nottingham. (Foto: Robert Harding/imago)
Das englische Nottingham ist von einem rätselhaften Höhlensystem durchzogen. Hinein kommt man durch die Gasträume von uralten Pubs.

Von Oliver Abraham | Süddeutsche Zeitung

Das Geheimnis um Rosie. Um ihrer Geschichte auf die Spur zu kommen, muss man hinabsteigen in die Unterwelt von Nottingham. Jason Weston öffnet eine unscheinbare Tür in der Wandverkleidung seines uralten Gasthauses. Ein geheimer Gang. Die Stufen führen immer weiter hinunter. Tief unter das Pub. In eine andere Zeit.

Das „Ye Olde Salutation Inn“ am Maid-Marian-Way gehört zu den wohl ältesten Public Houses Englands, erstmals erwähnt wurde es um 1240. Das Auge gewöhnt sich rasch an das Zwielicht unter dem Pub. Der Lärm der Stadt und die Gesprächskulisse in der Gaststube sind längst verstummt. Fünf, vielleicht sechs Meter unter der Kneipe sind wir erst – und doch schon in einer anderen Welt.

Der Weg teilt sich: Geradeaus endet er in einem Loch. „Das war die Booby Trap, eine Falle, drei Meter tief“, sagt Jason Weston und leuchtet mit seiner Taschenlampe hinein.

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Voltaires Bücher stecken voller ungeschminkter Wahrheiten

Der Philosoph Voltaire (1694-1778) war einer der einflussreichsten Autoren der europäischen Aufklärung Quelle: picture-alliance / maxppp
Voltaires „Philosophisches Wörterbuch“ ist eine messerscharfe Anleitung zum Selberdenken. Sein Werk aus dem Jahr 1794 ist zwar eine Kampfschrift, hat aber gar nichts Verbissenes oder Angestrengtes.

Von Denis Scheck | DIE WELT

Recht so, meine Herren, erobert euch die Erde, denn sie gehört dem Starken oder dem Geschickten, der sich ihrer bemächtigt. Ihr habt euch die Zeiten der Unwissenheit, des Aberglaubens, des Wahnsinns zunutze gemacht, um uns unser Hab und Gut zu rauben und uns mit Füßen zu treten, um euch auf Kosten der Unglücklichen zu mästen. Zittert vor dem anbrechenden Tag der Vernunft.“

Hier spricht eine Stimme wie eine Axt. Und diese Axt dringt Schlag um Schlag in den Stamm der Gesellschaftsordnung ihrer Zeit. Diese Stimme spricht wie eine Mischung aus Hans Magnus Enzensberger und Arno Schmidt, mal ironisch, mal polemisch, mal beredt und besonnen argumentierend, mal aggressiv auftrumpfend und durchdrungen von schneidender Intelligenz.

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Rihanna: Blasphemie-Vorwürfe gegen religiös inspirierte Gala in New York

Die Aufmerksam bei der diesjährigen Met-Gala wurde keiner Geringeren als Rihanna gewidmet. Die Sängerin erschien als Papst. ©ddp
Die diesjährige Met-Gala am Montag in New York hat teils heftige Empörung in den sozialen Netzwerken ausgelöst. Kritiker warfen den Organisatoren der Show, bei der etwa Sängerin Rihanna als eine Art weiblicher Papst auftrat, Blasphemie vor.

DOMRADIO.DE

„Bin ich die einzige, die das für Gotteslästerung hält“, schrieb eine erboste Twitter-Nutzerin. Eine andere fügte hinzu: „Man hätte dieses Thema gut umsetzen können, aber die Ausführung ist armselig und in den meisten Fällen eine Verhöhnung des Glaubens.“

Religiös inspiriertes Outfit

Bei der Gala waren zahlreiche Superstars wie Madonna oder Katy Perry unter dem Motto „Heavenly Bodies: Fashion and the Catholic Imagination“ in religiös inspirierten Outfits aufgetreten. Perry trug beispielsweise ein goldenes Kostüm mit Engelsflügeln.

Neben kritischen Äußerungen sorgte die Gala auch für allerhand Zuspruch. Ein Rihanna-Fan schrieb auf Twitter: „Jetzt glaube ich doch an einen Gott. Ihr Name ist Rihanna.“

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Markus Söder: Dodo des Monats April 2018

Dodo des Monats April 2018 ©HFR

Bayern im Frühjahr 2018. Markus Söder besteigt den Thron des Landesherren und verfügt überall soll Kreuz sein. Zwangsmission wie im Mittelalter, gerade so, als wenn die Aufklärung der letzten 300 Jahre überhaupt nicht stattgefunden habe. Landesherrlich verkündet Protestant Söder die Hegemonie des Kreuzes für bayrische Behörden.  Grundgesetz, was juckt das Grundgesetz, den Gotteswahnsinnigen juckt es nicht, nur die Gesetze seines imaginären Freundes im Nirgendwo.
Die religiös-weltanschauliche Neutralität des Staates ist kein Begriff aus dem Verfassungstext, ist jedoch aus den Artikeln 3 III, 4 I, 33 III GG und Artikel 136 I, IV Weimarer Reichsverfassung herleitbar. Soweit die Theorie, es sind Politiker wie Söder, und er ist da bei weitem nicht der einzige, die das Gebot der religiös-weltanschaulichen Neutralität mit den Füßen treten und mit den Händen schlagen.  Söder verordnet seinen Untertanen behördliches Christentum. Die sinkende Bedeutung der Kirchen machen Politiker wie der Protestant Söder wett, azyklisch versteht sich, geht es der Politik um den Glauben wird gelogen, dass sich die Balken des Kreuzes biegen. Er ist nicht die hellste Kerze auf der Torte namens CSU aber mit einem durchaus krankhaft zu nennenden Ehrgeiz behaftet, der Gotteswahn tut ein übriges dazu. Man wartet auf den Tag, an dem Söder ausruft: „Ich bin Jesus.“ Ein Politiker der seine Religion wie ein radschlagender Pfau in der Öffentlichkeit prostituiert. Politisch-religiöse Nuttigkeit.

Das Kreuz sei Liebe. Soviel Liebe, dass vor Jahren der Ratzinger-Papst vom Kreuz stieg, weil er dessen überdrüssig war und ein beschauliches Klosterleben vorzog.

Das Kreuz in wandelbarer Tradition, ob nun als Tatzenkreuz des Deutschen Ritterordens, der Templer, das Eiserne Kreuz bis hin zum Balkenkreuz der Wehrmacht und der Bundeswehr. In der Tradition steht das Kreuz der Christenheit für Aggression, Eroberung, Krieg, Dinge die Protestant Söder noch nicht einmal in Erwägung zieht. Das Kreuz als Macht-und Anspruchssymbol. Und so tut er ein übriges dazu, den Untertanen das Kreuz zu verordnen.

Leere Kirchen, aber spuckt man in bayrischen Landen aus, trifft man unweigerlich ein Christen-Kreuz. Bedford-Strohm umschleicht seinen Ministerpräsidenten wie ein subalterner Lakai, Marx anfänglich durchaus kritisch, kriecht mittlerweile zu Kreuze. Herrlich, wenn wir schon als Kirchen zu blöd sind unseren Bedeutungsverlust umzukehren, haben wir in Söder ja einen der rigoros missioniert.

Wie chronisch und vor allem tief manifestiert der Gotteswahn bei Söder ist, zeigt folgendes Beispiel:

In der Debatte um die MTV-Zeichentrickserie Popetown, für die der Sender mit einem vom Kreuz gestiegenen lachenden Christus vor einem TV-Gerät warb, forderte Söder 2006 ein klares Verbot von Blasphemie im Strafrecht. Wenn Kirche und Papst in einer Zeichentrickserie für Jugendliche lächerlich gemacht würden, habe das „nichts mehr mit Satire zu tun“. Er forderte, der § 166 des Strafgesetzbuches müsse um konkrete Schutztatbestände erweitert werden. Er begründete seine Position im Folgenden weiterhin damit, dass religiöse Symbole endlich gesetzlich geschützt werden müssten.

Nachdem Volker Beck erklärt hatte, der § 166 StGB sei „nicht mehr zeitgemäß“ und „ein Relikt aus voraufklärerischer Zeit“, erwiderte Söder: „Volker Beck spinnt.“ Er erklärte, der Schutz und die Achtung religiöser Gefühle gehörten zu den „Grundwerten unserer Gesellschaft“. Mit der CSU werde es daher eine Abschaffung des strafrechtlichen Verbots der Gotteslästerung „niemals“ geben. Stattdessen sei eine Verschärfung des Paragrafen notwendig, um religiöse Symbole besser vor Verunglimpfungen zu schützen.Wikipedia

Söder ist erst wenige Wochen im Amt, wir dürfen gespannt sein, welche Religiotie in Bayern noch verkündet werden wird.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Dodo Lütz, Kotzschalen und fragwürdige Wissenschaft

Nachdem sich im Humanistischen Pressedienst bereits Prof. Dr. Rolf D. Herzberg sowie auch Dr. Josef Breinbauer über das aktuelle Buch von Manfred Lütz, „Der Skandal der Skandale“, geäußert haben, nimmt nun auch der Autor selbst dazu Stellung.

Manfred Lütz | hpd.de

Deutsche Atheisten geben sich gewöhnlich einen wissenschaftlichen Anstrich, berufen sich auf den kritischen Rationalismus, aber offenbar ist es dann im konkreten Fall damit nicht immer weit her.

Im Mittelalter war es bei den so genannten Disputationes üblich, dass man zuerst die Argumente der anderen Seiten so überzeugend wie möglich zusammenfassen musste und erst dann kam die Antwort: „respondeo …“. Die Reaktionen von Atheisten auf mein Buch „Der Skandal der Skandale. Die geheime Geschichte des Christentums“ liegen zumeist weit unter diesem Niveau. Wenn ich mal von primitiven atheistischen Hassmails absehe, so glänzt da die hessische Sektion der Giordano-Bruno-Stiftung mit einem Paket von 100 Kotzschalen aus Pappe, die man mir ins Krankenhaus schickte. Es scheint da eine atheistische Stammtischatmosphäre zu herrschen, wo man so etwas wahnsinnig witzig findet und sich auf die Schenkel schlägt. Ehrlich gesagt war ich eher traurig, wie tief das intellektuelle Niveau des Atheismus offenbar seit Friedrich Nietzsche gesunken ist. Ich habe daraufhin Herrn Schmidt-Salomon eine ernsthafte intellektuell redliche Diskussion mit vier Kritikern bei einer seiner Atheisten-Versammlungen vorgeschlagen, darauf aber noch keine definitive Antwort. An polemischen Schlagabtäuschen bin ich nicht interessiert.

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Wahl Dodo des Monats April 2018

Dodo des Monats April 2018 ©HFR

Drei Haupthemen haben die Medien im Monat April beherrscht, der § 219a StGB, das Werbeverbot für Abtreibungen, die antisemitischen Vorkommnisse, religiöses Mobbing und die bayrische Kreuzespflicht. Markus Söders Gotteswahn spaltet die Gesellschaft, einschließlich derer, für die er vorgibt zu sprechen. Wurde früher mit dem Schwert missioniert erfolgt dies heute mittels Kabinetts-Ordre, demokratisch begründet. In Bayern sitzen die wahren Christen, alles andere sind Idioten, so die Botschaft des bayrischen Ministerpräsidenten. Wenn im Herbst der neue bayrische Landtag gewählt werden wird, ist das Kreuz auf dem Wahlzettel gleichzeitig christliche Botschaft, Söder wird seinen Zettel voller Rührung ankreuzen. Gottespartei CSU, nichts gilt mehr.

Die Wahl ist bis zum 07.05. 2018, 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird am folgenden Tag gewürdigt werden. Viel Spaß. Hier sind die Kandidaten.

  1.  Helge Braun, „Plakate am Straßenrand, die für Abtreibung werben sind ihm ein Gräuel.“
  2.  Ursula von der Leyen, „braucht mehr Geld für ihre Bundeswehr, sie könnte es auch gleich verbrennen.“
  3.  Peter Tauber, „Trennung von Kirche und Politik sind ihm nicht vorstellbar, verdammter Mangel an Fantasie.“
  4.  Markus Blume, “ wer das Kreuz verweigert ist ein Religionsfeind.“
  5.  Aiman Mazyek, „Antisemitismus ist eine Sünde im Islam.“
  6.  Kollegah, „für seine profunde Widerlegung der Evolutionstheorie.“
  7.  DiTiB, „spielt Krieg in den Moscheen und ist dann über sich selbst entrüstet.“
  8. Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland, „Luthers Judenhass ist Gotteslästerung.“
  9. Markus Söder, „in jeder Behörde Bayerns muss ein Kreuz hängen.“
  10. Markus Dröge, „möchte Menschen vorschreiben, wie nach ihrem Tod mit ihnen verfahren wird.
  11.  Alexander Dobrindt, „offenbart Wissensdefizite in Sachen Demokratie.“

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Hexensabbat, Maibäume und Krawalle – Die Walpurgnisnacht naht

Kein Monat des Jahres wird wohl von so vielen Festen und Bräuchen begleitet wie der Mai. Oft steht der Maibaum dabei im Mittelpunkt. Aber auch die Hexen tanzen wieder.

DOMRADIO.DE

Jetzt tanzen sie wieder, die Hexen und Teufel. In der Walpurgisnacht auf den 1. Mai feiern jedes Jahr rund um den Brocken im Harz Tausende Menschen ein karnevalistisch angehauchtes Volksfest mit Märkten, Feuerzauber und Tanz. Da der 1. Mai als gesetzlicher Feiertag in diesem Jahr auf einen Dienstag fällt, dürfen sich viele Bundesbürger auf ein langes Wochenende freuen.

1896: Erste Walpurgisnacht im Harz

Die erste organisierte Walpurgisfeier auf dem Brocken ist aus dem Jahr 1896 überliefert. Auch anderes Brauchtum ist mit dieser Nacht verbunden: Hunderte Hexenfeuer lodern in der sorbischen Oberlausitz – und begrüßen den Frühling. In Göda bei Bautzen findet wieder das traditionelle Hexengericht statt: Eine „Stara Jeba“ (alte Hexe), verkörpert durch eine Strohpuppe, wird in einer Gerichtsverhandlung für alles Schlechte im vergangenen Jahr angeklagt und muss dafür im Feuer büßen.

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Osterhase in der „heute-show“: Oliver Welke durfte kreuzigen

Der Osterhase durfte am Kreuz hängen – aber musste er das auch?Screenshot: Tsp
Staatsanwaltschaft Mainz wird kein Ermittlungsverfahren wegen einer Osterhasen-Kreuzigung in der „heute-show“ einleiten

Von Joachim Huber | DER TAGESSPIEGEL

Die Staatsanwaltschaft Mainz wird nicht wegen eines ans Kreuz genagelten Plüsch-Osterhasen gegen die Macher der ZDF-„heute-show“ vom 6. April ermitteln. Bei dem Satirebeitrag, gegen den mehrere Strafanzeigen erstattet worden waren, sei kein Anfangsverdacht einer Straftat erkennbar, teilte die Mainzer Leitende Oberstaatsanwältin Andrea Keller mit. Dass die Sendung von einigen gläubigen Christen als geschmacklos empfunden worden sei, reiche nicht aus, um einen Straftatbestand zu erfüllen. Seit dem 12. April 2018 waren bei der Staatsanwaltschaft mehrere Strafanzeigen von Privatpersonen gegen Welke eingegangen.

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Gekreuzigter Osterhase: Medienverbund legt Programmbeschwerde ein

Ist das noch Satire? In der „heute-show“ vom 6. April der Osterhase ans Kreuz genagelt.Scrrenshot: Tsp
Der Christliche Medienverbund KEP hat eine Programmbeschwerde gegen die ZDF-Satiresendung „heute-show“ eingelegt. Im Zentrum der Kritik stehen mehrere Bilder, auf denen unter anderem ein Osterhase am Kreuz zu sehen ist.

DOMRADIO.DE

Dies verstoße gegen den Programmgrundsatz, die sittlichen und religiösen Überzeugungen in der Bevölkerung zu achten, sagte KEP-Geschäftsführer Christoph Irion. Der Beitrag mache „den zentralen Glaubensinhalt des Christentums buchstäblich zur Lachnummer“.

Neben dem Christlichen Medienverbund, einem Zusammenschluss christlich-konservativer Medienvertreter mit Sitz in Wetzlar, sind beim ZDF-Fernsehrat nach Angaben des Mainzer Gremienbüros noch mindestens fünf weitere Programmbeschwerden von Privatpersonen eingegangen. Auch die Staatsanwaltschaft Mainz befasst sich bereits mit der Osterhasen-Satire. Nach mehreren Strafanzeigen wegen Verunglimpfung religiöser Bekenntnisse prüft die Ermittlungsbehörde nun, ob sie ein Verfahren gegen die Verantwortlichen einleitet.

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Was ist das überzeugendste Argument für den Atheismus?

Foto: pixabay.com / kalhh
Das hängt davon ab, wie man Gott definiert, d. h., welche Eigenschaften man ihm zuschreibt.

Von Volker Dittmar | Richard-Dawkins-Foundation

Gläubige weigern sich häufig, selbst anerkannte angenommene Eigenschaften als gegeben anzunehmen, sobald man sie mit einem Argument gegen diese Eigenschaft konfrontiert.

Beispiel: Als ich in einem katholischen Forum die Allmacht kritisierte und zeigte, dass es sich um eine selbstwidersprüchliche Eigenschaft handelt, kam sofort als Einwand: Wer behauptet denn, dass Gott allmächtig ist?

Allmacht ist die einzige göttliche Eigenschaft, die im Glaubensbekenntnis zweimal erwähnt wird. Wenn also jemand die Allmacht Gottes bestreitet, dürfte er eigentlich das allgemeine Glaubensbekenntnis nicht mehr aufsagen.

Man kann jedes Argument damit aushebeln, dass man die Logik nicht anerkennt, auf der es basiert. Wenn mir jemand erzählt, dass Gott „über” der Logik steht (das ist nicht einmal eine sinnvolle Behauptung), dann kann auch kein Argument gegen Gott funktionieren.

Gott wird als transzendent und supernaturalistisch bezeichnet. Beides sind Begriffe mit einem Sinngehalt von Null. Aber damit kann man Gott jedem Argument entziehen.

Man kann also nur fragen: Was ist das Argument, was Atheisten zum größten Teil überzeugt, dass es nicht sinnvoll ist, an Gott zu glauben?

Antwort: Das Theodizeeproblem von Epikur. Es gibt keine überzeugende Antwort auf dieses Problem, obwohl es vorchristlich ist. Georg Büchner bezeichnete das Argument als „den Fels des Atheismus”.

Epikur hat es so formuliert:

Entweder will Gott die Übel beseitigen und kann es nicht:
Dann ist Gott schwach, was auf ihn nicht zutrifft,
oder er kann es und will es nicht:
Dann ist Gott missgünstig, was ihm fremd ist,
oder er will es nicht und kann es nicht:
Dann ist er schwach und missgünstig zugleich, also nicht Gott,
oder er will es und kann es, was allein für Gott ziemt:
Woher kommen dann die Übel und warum nimmt er sie nicht hinweg?

Ich formuliere das Problem inzwischen anders als Epikur es tat. Man kann nämlich die Allmacht Gottes bestreiten, dann ist das Problem gelöst, aber siehe Glaubensbekenntnis!

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Fröhlicher Papst der Ungläubigen

Julien Offray de La Mettrie 1750, in einem Stich von Georg Friedrich Schmidt. | Bild: Alamy
Atheistisch werde die Menschheit glücklich, schrieb der Arzt und Philosoph Julien Offray de La Mettrie. Eine neue Biografie weist auf die Sprengkraft dieses Enfant terrible hin, der Menschen als Naturmaschinen sah.

Hansruedi Kugler | Luzerner Zeitung

Das Bild zeigt ihn als fröhlichen Philosophen mit lausbübischem Grinsen. So sah sich Julien Offray de La Mettrie selbst am liebsten: Als lustigen Kerl, vielleicht getarnt als Narr. Tarnung war im 18. Jahrhundert überlebensnotwendig. Die scharfzüngige Kritik am Feudalismus, an verknöcherter Wissenschaft und an der allmächtigen Kirche musste anonym erscheinen. Ihre Autoren flüchteten zuhauf ins Exil – in die liberalen Niederlande und zu Friedrich II. nach Potsdam. Der bekannteste Flüchtling hiess Voltaire. La Mettrie, gehasster Rivale, radikaler Materialist und Atheist, wurde Leibarzt des Preussenkönigs, ging nach seinem Tod 1751 aber vergessen, nicht zuletzt, weil ihn seine Philosophenkollegen als sittenlosen Querulanten verleumdeten. Das einzige überlieferte Bild bekam von Zeitgenossen den Beinamen «der lachende Demokrit». Das hat La Mettrie wohl gefallen. Schliesslich reiht er sich in die Galerie der Nachfahren des griechischen Denkers Demokrit ein, der die Welt als Ansammlung von Atomen im leeren Raum beschrieb.

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Unbekannte entfernen Hakenkreuz von Schweringer Kirchenglocke

Themenbild. Hitlerglocke Herxheim am Berg. Bild: youtube/Screengrab: bb. Themenbild
Unbekannte haben das Hakenkreuz und einen Teil der NS-Inschrift auf der Kirchenglocke der niedersächsischen evangelischen Kapellengemeinde Schweringen bei Nienburg entfernt.

evangelisch.de

Die Tat habe sich „irgendwann in der Karwoche“ ereignet, sagte Gemeindepastor Jann-Axel Hellwege am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Er bestätigte einen Bericht der Tageszeitung „Die Harke“. Die im vergangenen Jahr entdeckten „Nazi-Glocken“ in Schweringen und Faßberg bei Celle hatten über Niedersachsen hinaus für Aufsehen gesorgt.

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Wahl Dodo des Monats März 2018

Dodo des Monats März 2018 ©HFR

Der Monat März war von zwei grundlegenden Themen bestimmt, alles andere ging im Raunen, ob der Islam zu Deutschland gehöre und die Streichung des § 219a StGB, Werbung für Abtreibung, unter.
Medien, Politik, Kirchen scheinen nur ein Thema zu kennen, Islam und des politischer Ableger Islamismus. Man möchte Mohammed ins Grab kotzen. Tag für Tag, 24 Stunden, wird man mit der Thematik guter oder böser Islam regelrecht besoffen gemacht. Leute es reicht, zur Islam Suada gesellen sich noch die Vertreter der Kirchen, die auf irgendeine Art und Weise immer ihren religiösen Senf dazu geben müssen und die Polit-Christen der Bundesregierung, Bundestag und Länder. Wer noch nicht negativ zum Islam eingestellt ist, wird es, die Diskussionen sind Herpes verursachend.
Anschließend tobt sich der religiöse Mob der Republik zum Thema § 219a StGB aus. Werbung, Abtreibung zu guter Familienzeit im Früh-Abend-Programm von ARD und ZDF, grünblaue Flüssigkeiten, kleine Aspikklumpen, Ersatzflüssigkeiten wird am unteren Bildschirmrand eingeblendet. Das ist der Eindruck den Jens Spahn und Co vermitteln, Spahns Plattitüden lassen den morgendlichen Kaffee ausflocken, sofern er wieder Stimmenfang in eigener Sache betrieben hat. Es geht um Frauenrechte und nicht um Binden-oder Tamponwerbung, es geht um Information, Aufklärung, es geht um Hilfe für betroffene Frauen.
Hier sind die Kandidaten. Die Wahl ist bis zum 07.04. 2018, 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird am Folgetag hier gewürdigt werden.

  1.  Annegret Kramp-Karrenbauer, „glückliche Sklavin ihres Geschlechts.“
  2.  Gemeinderat Herxheim am Berg, „nie hat Hitlers Glocke schöner geklungen.
  3.  Horst Seehofer „erschreckende Unkenntnis des Grundgesetzes.“
  4.  Jens Spahn, „junger Ewiggestriger.“
  5.  Margot Käßmann, „mit christlichen Alleinvertretungsanspruch.“
  6.  Deutscher Kulturrat, „Mission in der Öffentlichkeit.“
  7.  Gregor Gysi, „möchte seine Politik mit den Kirchen abstimmen.“
  8.  Karsten Hilse, „die Irrungen und Wirrungen eines Geschichtenerzählers.“
  9.  Ursula von der Leyen, „ hat sich in die Taliban verliebt.“
  10.  Institut für Freiwillige Selbstkontrolle, „mediale Inquisition.“
  11.  Annette Widmann-Mauz, „noch so ein Fall des Unwissens übers Grundgesetz.
  12.  Deutsche Bischofskonferenz, „mit der Zuchtrute gegen die Ungläubigen.“
  13.  Heinrich Bedford-Strohm, „Gesinnungsbruder von Jens Spahn.“
  14.  Reinhard Marx, „Muslime nicht auf Religion reduzieren, gilt das auch für Katholiken?
  15.  Ludwig Schick, „das Kreuz als Hinrichtungswerkzeug ist seine Kultur.“

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Trauerfeier für Hawking: Ein Philosoph abseits der Philosophie

Jahrhundertphysiker Stephen Hawking am 12. April 2016 in New York. Bild: Reuters
Für Stephen Hawking findet heute die Trauerfeier in Great St. Mary’s in Cambridge statt. Bestattet wird er bald darauf neben Newton und Darwin in Westminster Abbey. Tatsächlich war Hawking mehr als Physiker, er war ein großer Denker und Schreiber. Ein Sonderverhältnis hatte er dagegen zur Philosphie.

Von Sibylle Anderl | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Es gab eine ganze Reihe von Themen weit jenseits der eigenen Forschungsinteressen, bei denen der am 14. März verstorbene weltbekannte Physiker Stephen Hawking kein Blatt vor den Mund nahm. Aliens, Künstliche Intelligenz und die Existenz Gottes gehörten dazu. Keines dieser Themen schien Hawking aber über die Jahrzehnte hinweg so anhaltend zu beschäftigen wie sein Verhältnis zur Philosophie – ein Verhältnis, das als intensive Hassliebe bezeichnet werden kann.

Bereits in seinem Mega-Bestseller „Eine kurze Geschichte der Zeit“ von 1988 beklagte er, die Philosophen seien nicht in der Lage, mit der Entwicklung naturwissenschaftlicher Theorien Schritt zu halten. Ihre Reaktion sei daraufhin eine immer stärkere Einengung ihres Horizontes, für ihn gipfelnd in Wittgensteinscher Sprachphilosophie: „Was für ein Niedergang für die große philosophische Tradition von Aristoteles bis Kant!“.

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Das Marienevangelium!

Foto: pixabay.com / Pexels
„Lebens- und Glaubenshilfen“ in den „Sonntagsgedanken“ als wöchentliche Indoktrination. Eine Satire.

Von Berit & Manfred Such | Richard-Dawkins-Foundation

In einem westfälischen Provinzblatt in der „Wallfahrtsstadt Werl“ erscheinen Woche für Woche sogenannte „Sonntagsgedanken“, in denen ausschließlich Vertreter der Kath. und Ev. Werler Kirchengemeinden seit Jahrzehnten zum Wochenende Texte veröffentlichen dürfen. Andere Religionsgemeinschaften oder religionsfreie Autoren sind nach Auskunft der Redaktion ausdrücklich von der Teilnahme an der Rubrik „Sonntagsgedanken“ ausgeschlossen. Kritik an den Inhalten wird grundsätzlich nicht veröffentlicht.

Die Autoren der Texte sind durch die Redaktion ausdrücklich berufen und fühlen sich offensichtlich befugt und kompetent, den Lesern ihre „Lebens- und Glaubenshilfen“ aufdrängen zu dürfen. Die wöchentliche Indoktrination!

Welche „Qualität“ solche „Sonntagsgedanken“ auszeichnet und welcher Geist dahintersteckt, mag man beispielhaft für viele solcher „sonntäglicher Gedanken“ aus dem Beitrag eines Anstaltsgeistlichen aus der Werler JVA entnehmen.

Dass der Verfasser in seinem erfundenen Brief, „Jesu an seine Mutter“, die Gedanken ermordeter Widerstandskämpfer gegen die Nazis benutzt und mit Heilssprüchen aus der Bibel vermischt und daraus einen absurden Zusammenhang konstruiert und dann damit eine „gesegnete Passions- und Osterzeit“ wünscht, dürfte besonders perfide sein.

In seinen „Sonntagsgedanken“, versetzt sich der Gefängnispfarrer in die Lage des durch Pilatus festgenommenen Jesus, der seiner Mutter aus dem Verliese des Pilatus schreibt. Jesus schildert seiner Mutter sein Schicksal, das er und sie vorausgesehen hätten. Er hält seiner Mutter vor, dass sie sich gesträubt habe, diesen Weg zu gehen, den er meinte gehen zu müssen. In der Einsamkeit der Zelle fühle er sich verlassen und der Versuchung ausgesetzt, doch ein König zu werden, wie ihn sich Pontius Pilatus vorstelle, ein König der Völker!

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Stichwort «Esoterik»

Wohin soll der Philosoph seinen Blick richten – nach oben oder nach unten? Und an wen wendet er sich mit seinen Schriften – an seine Schüler oder an die Allgemeinheit? (Bild: PD)
Das Mysterium der Esoterik verlangt nach behutsamer Annäherung. Das Wort zumindest stammt von einem, der für die Philosophen nur Spott übrig hatte.

Klaus Bartels | Neue Zürcher Zeitung

Esoterikkurse, Esoterikläden, Esoterikmessen: Esoterik ist «in», und mit diesem «in» sind wir der Sache und dem Wort unversehens schon ganz nahe. Aber eines nach dem anderen; das Mysterium der Esoterik verlangt eine gemächliche Annäherung. Fangen wir ganz aussen und ganz anfangs an, mit dem weniger gebräuchlichen Gegenbegriff des «Exoterischen». Die so nah aneinander anklingenden Wörter «Exoterik» und «Esoterik» sind prägefrisches altes Griechisch. Im «Exoterischen» hat sich das Adjektiv exoterikós erhalten; darin steckt an erster Stelle das Adverb éxo, «draussen», an zweiter Stelle ein -ter-, das im Griechischen eine Steigerung bezeichnet, und an dritter Stelle der Adjektiv-Ausgang -ikós, der sprachlich unserem «-isch» entspricht. Fügen wir die drei Teile zusammen, so verdolmetscht sich dieses «Exoterische» als das «weiter draussen Gelegene».

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«Religion ist das, was die Armen davon abhält, die Reichen umzubringen»

Wie schon viele Denker und Philosophen in früheren Zeiten war auch Napoleon ein Atheist.

Hugo Stamm | watson.ch/blog

Viele Gläubige reagieren ungläubig, wenn ihr Gott oder ihre Heilslehre kritisiert oder in Frage gestellt werden. Egal, ob sie an Jesus als Sohn Gottes, an Allah, Krishna, Buddha oder sonst einen Religionsführer oder spirituellen Meister glauben. Es scheint, als mache für Strenggläubige ein Leben ohne religiösen Inhalt keinen Sinn.

Ihre heftigen Reaktionen auf Kritik nähren die Vermutung, dass skeptische Fragen für sie eine existenzielle Bedrohung darstellen. Oder einen Angriff auf ihren Glauben. Kritiker werden von ihnen gern auch als moralisch bedenklich eingestuft, weil sie glauben, dass nur der Glaube an einen Gott Menschen zu wertvollen und verantwortungsbewussten Wesen machen könne.

Fromme Christen beispielsweise sehen oft den Satan am Werk, wenn Skeptiker kritische Fragen stellen. Oder gar atheistische Positionen vertreten.

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