Prokrastination: Das ist der wahre Grund, wieso du immer alles aufschiebst

Unangenehme Aufgaben erledigt niemand gern. Gegen das sogenannte Prokrastinieren, also das Aufschieben, haben Wissenschaftler aus Pittsburgh in den USA nun eine einfache Lösung gefunden. Quelle: Die Welt
Was du heute kannst besorgen – das verschiebst du gerne auf morgen? Da bist du nicht der oder die Einzige. Wissenschaftler haben herausgefunden, wieso wir so gerne Dinge aufschieben und was du dagegen tun kannst.

Von Britta Sieling | DIE WELT

Eigentlich wolltest du ja heute zum Sport gehen, aber dann hat deine Mutter angerufen. Dann hast du zufällig gesehen, dass es eine neue Folge deiner Lieblingsserie gibt und dann lag da noch dieser unglaublich spannende Fussel am Boden. Schließlich war es schon so spät, dass es sich nicht mehr gelohnt hätte, zum Sport zu gehen.

Wenn du allerdings dachtest, dass diese Eigenschaft einfach nur ein störender Charakterzug an dir ist, kannst du ab heute die Evolution dafür verantwortlich machen.

Denn das Bedürfnis etwas aufzuschieben ist evolutionär bedingt.

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Mensch Meyer: Der Islam hat das geilere Paradies!

Bild: Magazin „The Economist“
Ostern ist vorbei – der schlimmste islamistische Anschlag ereignete sich in der Türkei, wo Herr Erdogan sich seine Privat-Autokratie zimmerte.

Von Chin Meyer | Berliner Kurier

Ein großes Problem des radikalen Islamismus ist ja, dass eine Konvertierung Sinn macht, wenn man ohnehin einen Selbstmord plant. Weil das Bonussystem stimmt. Du nietest ein paar Typen um auf den letzten Metern – und bingo: Jungfrauen forever! Womit kann im Gegensatz dazu ein christlicher Mörder im Höchstfall rechnen? Eine Wolke, eine Harfe und dann ewig Hosianna jaulen in der Kälte der Stratosphäre… Ich wüsste auch, wofür ich mich im Ernstfall entscheiden würde.

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Verzierungstrend: Frohes Mustern

In der Osterzeit werden vor allem Hühnereier bemalt und gefärbt – über das Jahr hinweg verziert der Mensch fast alles. (Foto: dpa)
Ostereier, Haare, Cappuccino-Schaum und sogar Pferde – der Mensch muss fast alles verschnörkeln oder färben. Woher kommt der Drang zur Verzierung?

Von Laura Hertreiter | Süddeutsche.de

Wo nichts ist, herrscht Leere. Und Leere erträgt der Mensch offensichtlich schlecht. Auf dem Kaffee zum Beispiel: Der ist heute nur dann noch ordentlicher Kaffee, wenn darauf Milchschaum in Form von Schwänen und Blattwerk in die Tassen geschwenkt wurde. Wie auch der Fußballer nur noch ein echter Fußballer ist, wenn er sich wenigstens einmal seltsame Muster ins Haupthaar einrasieren lässt.

Der Mensch malt, fräst, schnitzt, stickt und sprayt, wo auch immer ihm die Leere entgegengähnt. Er strichelt und punktet und kariert und liniert. In den vergangenen Tagen bevorzugt auch auf Eierschalen, denn ein Ei ohne Dekor ist kein Osterei. Woher aber kommt der Drang, jede noch so kleine Freifläche zuzumustern?

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„Die Partei“: Bewusste Provokation – Je Suis Brian

Nico Wehnemann (r.) und seine Parteikollegen wollen mit ihrem Stand vor dem Dom ein Zeichen setzen. Foto: Andreas Arnold
Bei einer Mahnwache von „Die Partei“ vor dem Dom wird der Film „Das Leben des Brian“ gezeigt. Kroatische Katholiken sind verärgert.

Von Steven Miksch | Frankfurter Rundschau

Als die Prozession der kroatischen katholischen Gemeinde in den Kaiserdom einzieht, positionieren sich die Mitglieder der Partei „Die Partei“ in ihrem Blickfeld und halten Blätter mit der Aufschrift „Je suis Brian“ (Ich bin Brian) nach oben. Hinter ihnen pfeifen ein paar Schaulustige das bekannte Lied „Always look on the bright side of life“ aus dem Film „Das Leben des Brian“. Es gibt ein paar böse Blicke, manche Kroaten schütteln den Kopf.

„Die Partei“ hatte am Karfreitag zu einer Mahnwache am Dom aufgerufen. An ihrem aufgebauten Stand schenken sie Glühwein aus, verteilen Kekse und zeigen eben jenen Film von Monty Python – eine Satire über die Kreuzigung Jesus. „Ja, wir provozieren“, sagt Nico Wehnemann, Frankfurter Stadtverordneter von „Die Partei“. Er sehe sich dabei in einer Reihe mit Martin Luther, der ja auch provoziert habe. Durchaus passend im Jubiläumsjahr der Reformation, findet Wehnemann.

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Atheisten verspotten Christen mit „Heidenspaß-Partys“

Ausnahmen vom Tanzverbot sind nach dem Gerichtsentscheid möglich, wenn eine Veranstaltung Ausdruck einer Abgrenzung gegenüber dem Christentum ist. Foto: picture-alliance/dpa
Atheisten in Bayern veranstalten am Karfreitag – an diesem Tag gedenken Christen der Kreuzigung Jesu – „Heidenspaß-Partys“ mit Tanz in München und Regensburg.

idea.de

Im Freistaat gilt zwar ein Tanzverbot an „stillen Tagen“ – darunter Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag –, aber das Bundesverfassungsgericht hatte im November entschieden, dass es in Bayern insbesondere am Karfreitag Ausnahmen von der Pflicht zur Stille geben muss. Das Gericht gab damit einer Beschwerde des „Bundes für Geistesfreiheit München“ statt. Ausnahmen vom Tanzverbot sind demnach möglich, wenn eine Veranstaltung Ausdruck einer Abgrenzung gegenüber dem Christentum ist.

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Why I Published Cartoons of Muhammad and Don’t Regret It

Image: Church and State
Almost a decade has passed since I commissioned drawings of the Prophet Muhammad to run in Jyllands-Posten. But despite countless op-eds and even a book that laid out my motivation for publishing the drawings, confusion and bizarre conspiracy theories continue to cause controversy about that fateful decision.

By Flemming Rose | Church and State

In 2006, for example, a Syrian television series portrayed me as a Ukrainian Jew with close ties to neoconservative circles in the U.S. My purpose for publishing cartoons of the Prophet Muhammad, according to the show, was to stir up conflict between the Muslim world and the West.

The echo of those cartoons still reverberates in different parts of the world. The recent attacks on cartoonists and artists in France and Denmark are just the two most recent examples.

A few days ago, a Guardian commenter wondered: “I’d like to ask Flemming Rose why he commissioned the infamous cartoons. What news story was he seeking to illustrate, or what political statement was he seeking to make?”

Well, I wasn’t making any political statement. Back in 2005, I was trying to cover a story about self-censorship and fear among writers, artists, museums, publishers, comedians and other people in cultural life in Denmark and Western Europe. A children’s writer had made headlines when he claimed that he had difficulties finding an illustrator for a book about the life of the Prophet Muhammad; the reason, he said, was fear. That was the starting point for a debate about self-censorship in dealing with Islam. Several other examples followed. In one example, a Danish comedian admitted he was afraid of mocking Islam the same way he did with Christianity. In another, two imams called on the Danish government to pass laws criminalizing criticism of Islam.

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Von Kurt Westergaard

Wir brauchen eine neue Partei – „Die Europäer“

Foto: pixabay.com
Es ist noch gerade noch vorstellbar, dass der Brexit sich eines Tages als eine gute Sache herausstellt. Ich bezweifle es ernsthaft, bin aber nicht zu einem Urteil befähigt. Das genau ist mein Punkt. Ich war für das Referendum nicht qualifiziert.

Von Richard Dawkins | Richard-Dawkins-Foundation

Genauso wenig wie Sie, es sei denn, Sie haben einen Doktortitel in Ökonomie oder sind Experte auf einem relevanten Gebiet, etwa Geschichtswissenschaft. Es ist grotesk, wie David Cameron unsere Zukunft verspielte mit dem armselig beschränkten Ziel, den zu Ukip neigenden Flügel seiner Partei zum Schweigen zu bringen, und sie in die Hände eines Gesindels ignoranter Wähler legte, wie ich einer bin.

Ich wählte – unter Protest, denn man hätte mich niemals dazu einladen sollen, aber ich wählte. Getreu dem Grundsatz der Vorsorge wußte ich genug, um zu begreifen, dass eine solch signifikante, komplexe und verwickelte Änderung wie der Brexit hieße, einen tollpatschigen Elefanten durch Hunderte, über Jahrzehnte hinweg sorgfältig ausgestattete Porzellanläden zu jagen: Finanzielle Vereinbarungen, Partnerschaften der verarbeitenden Industrie, internationale Stipendien, Forschungszuschüsse, kulturelle und bildungserzieherische Beziehungen.

Ich stimmte für „Remain“, den Verbleib in der Union; unkundig der Details, konnte ich doch sehen, dass die Argumente für „Leave“, den Ausstieg, von Bauchgefühl geleitet waren, emotional und oftmals ausgesprochen xenophob. Und ich konnte die Argumente der Remainers als in erster Linie rational und evidenzbasiert erkennen. Sie wurden als „Projekt Angst“ verspottet, als Panikmache und Pessimismus, aber Angst kann rational sein. Die Angst eines von einem Eisbären Verfolgten unterscheidet sich fundamental von der Angst eines anderen, der meint, ein Gespenst gesehen zu haben. Die Kunst ist, berechtigte Angst von irrationaler Angst zu unterscheiden. Jene, die „Projekt Angst“ verachteten, machten nicht die geringsten Anstalten eines Versuchs.

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Rundfunk Berlin-Brandenburg: Dodo des Monats März 2017

Dodo des Monats März 2017 ©HFR

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) berichtet umfassend und multimedial vom 36. Evangelischen Kirchentag in Berlin und Wittenberg (24. bis 28. Mai 2017).Pressemitteilung des rbb

10 Jahre Zwangsmission finden ein Ende. Es reicht, Übersättigung gebiert Ekel. Der evangelische Kirchentag, einer kleinen religiösen Minderheit in Berlin, soll der Abschluss sein. Frau Käßmann will in Rente gehen, wir wünschen ihr einen angenehmen Lebensabend, verbunden mit der Hoffnung, nie wieder etwas von ihr hören oder lesen zu müssen. Der immer greinende, moralinsaure Bescheidwisser Huber reicht der Stadt völlig.

Gegen aufkommende Übelkeit, oder andere Peinlichkeiten kann man sich einen Lutherbonbon gönnen, der fette Pfaffe lässt sich wohl ganz gut weglutschen.

Und schon an dem süß-sauren Zuckerklumpen kann man erkennen das Marketing alles ist. Pfäffinnen und Pfaffen müssen nicht um Geld betteln, fremdes Geld, Politiker jedweder Coleur geben reichlich und gern aus dem Staatssäckel. Millionen kommen zusammen, ob nun in Brandenburg die Landesregierung, der Berliner Senat oder in Sachsen-Anhalt. Anders-und Ungläubige finanzieren die Pfaffensause. Peinliche Scham kennt man nicht, Anspruchsdenken aus alten Zeiten und so untersetzt der Rundfunk Berlin-Brandenburg die Christensausse in Berlin und Brandenburg. Dank der üppig fließenden Rundfunkbeiträge kann man aus den vollen schöpfen. Multimedial ist man dabei, Dokumentaionen wurden produziert, Reportagen, Programmplanungen. Hassprediger Luther gibt den Hintergrund. Die Pfaffen, allen voran die EKD, also die Hauptabteilung Protestantismus beim Bundeskanzlerinnenamt, erhofft sich eine Rendite für die Investitionen. Mach Geld mit anderer Leute Geld. Man hofft natürlich auch Missionieren zu können, die eine oder andere abtrünnige Seele in Schafsherde eingliedern zu können.

Der Religionsspiegel der Stadt Berlin spricht von 16,1% Hauptabteilungschristen hinzu kämen rd. 2,9% Freikirchler, Bibelfundis u.a.  Die Reformationsparty ist eine von Oben verordnete Lustparty. Die mediale Aufmerksamkeit entspricht in keiner Weise den tatsächlichen Gegebenheiten. Der Widerspruch ist signifikant, wird aber von Politik und Christen-Bonzen gekonnt überspielt. Der Volksmund nennt das dann Fake News und weiß, hier wird er verarscht, die öffentlich-rechtlichen Rundfunkstationen, hier der RBB, voran. Staatskirchenrundfunk, die rechtlich fixierten Normen sind geduldig, die Praxis eine andere. Vielleicht bräuchte es eine neue Reformation, eine Reformation die mit der unsäglichen Verflechtung von Politik und Kirchen Schluss macht und die weltanschaulich-religiöse Neutralität des Staates gewährleistet.

Die Protestanten sind, was Luther betrifft, mit sich im Reinen. Im Programm des RBB vermisse ich doch eine öffentliche Lesung aus der Luther-Schrift „Von den Juden und ihren Lügen.“ Das wäre eine ehrliche Grundlage um sich mit dem Fettwanst auseinandersetzen zu können.

„Unkraut wächst schnell, darum wachsen Mädchen schneller als Jungen.“zitiert nach Arnulf Zitelmann, 1997, „Widerrufen kann ich nicht. Die Lebensgeschichte des Marthin Luther“, Beltz&Gelberg, S. 111

Es finden sich noch viel mehr andere Zitate Luthers, Sexismus, Obrigkeitswahn und natürlich sein Judenhass.
Der RBB hilft eine feine Wolke guten Eindrucks zu verbreiten, die Lüge manifestiert sich medial. Aber schon der Thesenanschlag Luthers ist eine Lüge.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Harry Potter und Religion – Bei Merlins Bart

© Bild: picture-alliance/KPA
20 Jahre Harry Potter: Zum Jubiläum setzte sich eine Studentenkonferenz an der Uni Bonn mit den Büchern um den Zauberlehrling auseinander. Dabei ging es auch um Religion – mit erstaunlichen Erkenntnissen.

Von Agathe Lukassek | katholisch.de

Es ist unbestreitbar, dass Joanne K. Rowlings Fantasy-Buchreihe Harry Potter die Welt verändert hat – vor allem den jüngeren Teil der Welt. Das zeigte sich am Dienstag und Mittwoch an der Universität Bonn: Trotz vorlesungsfreier Zeit und Vorträgen auf Englisch war der Festsaal der Uni von morgens bis am späten Nachmittag gefüllt. Auf den Stühlen und auf dem Boden saßen die Studierenden und Fans der Zauberwelt, die zur Studentenkonferenz „Happy Birthday, Harry“ anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des ersten Bands in die Bundesstadt gekommen waren. Teilweise trugen sie Umhänge, Pullover oder T-Shirts aus dem Fan-Shop – in den Farben der einzelnen Häuser der Zaubereischule Hogwarts.

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Is It Ethical to Source Dank Memes From Nazi Mines?

Image: MOTHERBOARD
Many of the best memes are created by and shared on the worst parts of the internet. Is it OK to reshare them?

By Jason Koebler | MOTHERBOARD

There’s a meme about memes that frames the ongoing philosophical discussion I’ve been having with academics, colleagues, friends, and meme economists:

he idea is that many of the internet’s funniest memes come from the less savory parts of the web, in this case 4chan’s /b/ board, which gave us LOLcats, Rickrolling, and Anonymous but also normalized and perfected harassment, trolling, and other internet-afflicted diseases. Though I’ve reported on and dabbled with 4chan a bit, I’ve generally spent most of my internet career as the woman on the right—enjoying the harvest of those in the meme mines without ever getting dirty myself. This changed a month ago, as I realized I had run out of dank memes; I had to get in the shit. The search led me to the new fountain of memes on the deep recesses of Discord, a voice and chat app that is popular with gamers, the alt-right, and memelords.

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Vince Ebert extrapoliert: Was wäre, wenn es keine Religion gäbe?

Vince Ebert 2007. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 2.0 de/Frank Eidel

Religion ist ein allgegenwärtiges Thema. Sie wird für vieles herangezogen, verantwortlich gemacht oder als Lösung vorgeschlagen. Vince Ebert wagt ein Gedankenspiel …

Von Vince Ebert | Spektrum.de

Unterhält man sich mit tiefreligiösen Menschen, so sind viele der Meinung, dass es vor allem der Glaube ist, der uns zu moralischen Wesen macht. Demnach würde durch den Wegfall jeglicher Religion unter den Menschen das reinste Chaos ausbrechen.

Die Wissenschaft ist da ganz anderer Ansicht. Vor einigen Jahren haben Verhaltensbiologen beobachtet, dass Vampirfledermäuse ihre Nahrung – das Blut von Rindern – mit ihren hungrigen Artgenossen teilen, indem sie es wieder hervorwürgen. Interessanterweise teilen sie aber nur mit denen, die ihnen vorher ebenfalls etwas abgegeben haben. Diejenigen Tiere, die fair teilen, verhungern nicht. Die unfairen dagegen bleiben blutleer auf der Strecke. Da man nicht davon ausgehen kann, dass die kleinen Blutsauger irgendeiner Art von Religion angehören, bleibt nur eine einzige Schlussfolgerung: Fairness und Moral sind eindeutig biologisch und ganz und gar nicht religiös angelegt.

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Serdar Somuncu: „Erdogan tut alles dafür, im Knast zu landen“

Harte Witze für harte Zeiten: Serdar Somuncu, fotografiert in Köln © Christoph Voy
Der Kabarettist Serdar Somuncu testet aus, wo Schluss ist mit lustig. Das kann schmerzen – sein Publikum und auch ihn. Ein Gespräch über wütende Türken, seine Obdachlosigkeit und Hitler als Karriereförderer.

Von Stephan Maus, Hannes Roß | stern.de

Herr Somuncu, erklären Sie uns Recep Tayyip Erdoğan.

Beginnen wir mit einer Allegorie. Ich mähe gleich Rasen.

Elektrischer Sitzrasenmäher?

Nein, Benzin-Motor. Es muss laut sein und stinken.

Öl, Benzin, Krach: Das muss das proletarische Erbe des Gastarbeiterkindes sein. 

Ich liebe Rasenmähen. Bin ich da nicht urdeutsch? Mein größter Feind ist der Maulwurf. Der Maulwurf symbolisiert Erdoğan. Er gräbt sich von unten in den deutschen Rasen. Der Rasen ist die Demokratie. Die gewachsene Demokratie. Und er baut sich so einen Gang unter dem Rasen. Zwischendurch kommt er raus, weil er keine Luft mehr bekommt. Ist aber so ein Schisser, dass er sich sofort wieder versteckt.

Ist Erdoğan verrückter Diktator oder kluger Stratege?

Erdoğan denkt nicht, dass er Diktator ist. Er denkt, er kämpft gegen eine unsichtbare Staatsmacht. Er ist Revolutionär. Er denkt, er sei gerade aus dem Knast rausgekommen und müsste verhindern, wieder reinzukommen. Aber er tut letztendlich alles dafür, dass er irgendwann wieder dort landet. Auch Erdoğans Außenpolitik ist so. Er legt sich an mit Putin, er legt sich an mit den Amerikanern, er legt sich an mit Europa. Und in dem Moment, da er merkt, dass er zu weit gegangen ist, zieht er sich zurück und wartet ab.

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Warum die Schmähgedicht-Aufregung vermeidbar gewesen wäre

Screenshot: youtube
Majestätsbeleidigung? Mit dem Fall Böhmermann begann das Ende der guten deutsch-türkischen Beziehungen. Dabei hätte die Affäre vermieden werden können.

Von Jost Müller-Neuhof | DER TAGESSPIEGEL

Der Anfang vom Ende der guten Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei lässt sich recht genau datieren, es ist der 31. März des vergangenen Jahres. Der Fernsehunterhalter und Satiriker Jan Böhmermann geht am späten Abend mit seinem „Neo Magazin Royale“ auf Sendung. Rund 370 000 Zuschauer schalten ein. Böhmermann trägt seine „Schmähkritik“ vor, ein satirisches Arrangement, das in Spottversen gipfelt: „Sackdoof, feige und verklemmt ist Erdogan, der Präsident …“

Danach ist nichts mehr, wie es war im deutsch-türkischen Verhältnis. Angela Merkel rügt den Auftritt als „bewusst verletzend“ und liefert den Künstler damit internationalen Proteststürmen aus. Ein Fehler, sagt sie später, um darauf den nächsten zu begehen. Dessen Folgen noch schwerer wiegen. Aber den sie bis heute verteidigt.

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Was ist „Richard Dawkins: Evolution“?

Bild: RDF
Die Kickstarter-Kampagne für „Richard Dawkins: Evolution“ hat am 10. März 2017 begonnen.

Von Rich Stanton | Richard-Dawkins-Foundation

Ich hatte das Glück, mit beiden zusammen zu sitzen, Professor Dawkins und dem Entwickler des Spiels, Gordon Ross, um herauszufinden, was sie tun.

Das Ziel des Spiels ist bescheiden, 50000 Pfund Sterling, aber der Ehrgeiz grandios. Ich begann also mit der Frage, wie ein einzelner Mann, wenn auch mit Hilfe freier Mitarbeiter, etwas in dieser Größenordnung schaffen kann.

„Ursprünglich hatte ich ein probabilistisches Modell vor Augen, ein System etwa so, wie ich mir vorstelle, wie ‚No Man’s Sky‘ funktioniert, prozedural. Aber in unserem Fall haben wir dann doch… wissen Sie, interessanterweise erwähnte Richard sein Buch ‚Climbing Mount Improbable‘. Es ergab sich, dass die Technologie, die wir nutzen, von einem Unternehmen namens ‚Improbable‘ stammt.“

„Die Tests letzte Woche zum Beispiel, Richard würde es bestätigen, die früheren Prototypen, die wir auf dem Desktop laufen hatten, mit einer Population von etwa fünfhundert – wir landeten bei korallenartigen Wesen, fliegenden Kreaturen, allem möglichen, nur von diesem einfachen Startpunkt aus. Und sie evolvierten. So wie wir es bis jetzt machten, evolvierten sie in drei Stunden oder so. Aber jetzt haben wir eine Population von dreißigtausend, die in der ‚Cloud‘ läuft; sie spalten sich ab, migrieren, wandern über große Distanzen, werden isoliert, all diese Dinge. Interessante Effekte zeigen sich, wenn der Populations-Maßstab größer wird.“

Eines frage ich mich – wie wird die Evolution beobachtet? Vermutlich sitzt ihr nicht herum und seht zu, wie Wesen sich paaren und graduell sich verändernden Nachwuchs aufziehen?

„Stell dir ein Massen-Online-Gemeinschaftsspiel vor. Du läufst herum als diese kleinen Roboter, die selbst tatsächlich nicht evolvieren; es ist eher, wie auf einer Safari zu sein, oder Charles Darwin, der Proben sammelt. Wenn du etwas siehst, das dir gefällt, klonst du eine Kopie davon und behältst sie in der Stasis, ‚eingefroren‘.“

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Wahl Dodo des Monats März 2017

Dodo des Monats März 2017 ©HFR

Der Monat März war bestimmt durch das Toben des Osmanischen AKP-Mobs in Europa. Psychotisch zu nennende Verbalinjurien mit nur einem Zweck, den Status des illegalen Dikators in legal zu verwandeln. Die Niederlande, Deutschland, Österreich, alles Nazis oder zu mindestens Nazi-Methoden anwendend. Wer solche Politiker an der Macht hat und deren Auffassung von Politik nicht vertritt kann eigentlich nur noch abhauen oder aber akzeptieren, dass er von Idioten regiert wird.
Die Kriechspur verlassend kommen die Vorbereitungen zum Reformationsjubiläum, eingebunden im Kirchentag der Evangelischen Kirche in die heiße Phase. Den Fettwanst Luther kann man jetzt schon fast überall sehen, spuckt man aus, trifft man ihn. Die Hauptabteilung Kirchen beim Bundeskanzlerinnenamt bietet dem Volk panem et circensis. Der Juden-und Frauenhasser repräsentiert wie kein zweiter den gebückten Gang der Obrigkeitshörigkeit. Die Fete um Luther wird nur möglich, weil man das Schlechte, Widerwärtige ausblendet und sich  auf das Gute konzentriert. Ein Politiker mit solchen Aussagen, wie Luther sie getätigt hat, muss sich um seine politische Zukunft keine Sorgen mehr machen.

Die Wahl ist bis zum 07.04. 2017, 18:00 Uhr befristet. Am folgenden Tag wird der Gewinner hier gewürdigt werden. Viel Spaß!

  1.  Samir Bouaissa, „in der Schule wird gebetet, gelernt nur in Ausnahmefällen.“
  2.  Hans Michael Heinig, „beklagt die verschwindende Märchendeutung an Universitäten.“
  3.  Techniker Krankenkasse, „Geld fürs Zuckerkügelchen.“
  4.   Jörg Kruttschnitt, „Kirchenrecht gegen Arbeitnehmerrechte.“
  5.  Helmut Kukacka, „träumt den Traum vom Kreuzestod.“
  6.  Franziskus-Krankenhaus Berlin, „Kirchenkonzern mit Profitmaximierung.“
  7.  Heiner Koch, „eloquente Homophobie.“
  8.  Heinrich Bedford-Strohm, „sollte politische Vorschläge in seiner SPD einbringen.“
  9.  Oberlandesgericht Düsseldorf, „Synagogen abfackeln ist Israelprotest, nicht Antisemitismus.“
  10.  Friedrich Schorlemmer, „Luther der Held der DDR.“
  11.  Feridun Zaimoglu, „mädchenhafte Luthersicht.“
  12.  Benjamin Hasslhorn, “ will zum Kern des Luthertums zurück.“
  13.  Rundfunk Berlin-Brandenburg(rbb), „teurer Religions-Spam im Funk.“
  14.  Ekkehart Vetter, „Heilungsgebete gegen Homosexualität.“
  15.  Michael Müller, „Instrumentalisierung der Terroropfer mit Islam.
  16.  Martina Münch, „säkularisiertes Kloster zurück an die Kirche, wer bezahlt den Scheiß?“
  17. Thomas Hartung, „wenn Frauen masturbieren...“

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Gott vor Gericht gestellt

Warum sollte man einen Gott achten und respektieren, der diese Achtung und diesen Respekt in keiner Weise verdient?

Von Jürgen Fritz | Richard-Dawkins-Foundation

Warum all das Morden?

Sag, du, der du behauptest, der Eine und Einzige zu sein, warum hast du Jupiter (Zeus), Venus (Aphrodite), Mars (Ares), Minerva (Athene), Neptun (Poseidon), Wotan, Donar, Freya und all die anderen gemordet! Was hast du mit ihnen gemacht? Warum kannst oder willst du keinen anderen neben dir dulden, du im höchsten Grade Intoleranter? Sprich, was hast du mit deinen Brüdern und Schwestern getan!

Und sag, warum stachelst du die Sterblichen wieder und wieder dazu an, in deinem Namen zu morden und zu quälen! Bereitet dir das Lust oder Vergnügen? Brauchst du das? Wenn ja, warum brauchst du das? Was ist mit dir nicht in Ordnung?

Und sprich, warum willst du anderen verbieten zu morden, erlässt Gesetze und Gebote, in denen dies explizit untersagt wird, du selbst aber hältst dich nicht an dein fünftes Gebot!

Warum die Diskriminierung und Unterdrückung der Frau?

Warum redest du den Menschen ein, der Mann stünde über der Frau (Genesis 3,16; 1. Timotheus 2,12; 1. Korinther 14,34; 1. Petrus 3,1; 1. Timotheus 2,11; Levitikus 27,5; Epheser 5,22; 1. Korinther 11,3-9; Sure 2, 228; Sure 4, 34 …), er könne sie benutzen wann und wie er will, wie „seinen Acker“ (Sure 2, 223)?

Weil du selbst ein Mann bist und dich das aufgeilt, wenn Frauen unterdrückt werden? Weil du Potenzprobleme hast und dies das Einzige ist, was dich auf Touren bringt? Wie erbärmlich ist das? Empfindest du denn keinerlei Scham ob deiner selbst und deinem So-sein? Warum diese Versessenheit auf Macht, Gewalt und Unterdrückung? Sprich und erkläre dich!

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„Heiliger Zorn“ – CDU-Politiker Heiner Geißler rügt die Kirchen

Heiner Geißler auf der Frankfurter Buchmesse 2016. Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA 4.0 – Heike Huslage-Koch
Der CDU-Politiker Heiner Geißler (87) hat die beiden großen Kirchen gerügt. „Mich packt der heilige Zorn, wenn ich an die offizielle evangelische und katholische Theologie denke“, sagte der frühere Bundesminister und Jesuitenschüler der „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“.

evangelisch.de

Die katholische Kirche könne „sich noch nicht einmal auf ein gemeinsames Abendmahl einigen. Die politische Dimension des Christentums steht während der gesamten Reformationsfeierlichkeiten im Hintergrund. Das ist absurd, ein groteskes Missverständnis des Evangeliums.“ Er selbst habe mit den Jahren angefangen, „an Gott zu zweifeln“.

Geißler beklagte zudem eine unzureichende geistige Führung in den Kirchen. Diese müssten „Widerstand leisten gegen die Mächtigen dieser Erde. In der Welt des Kapitalismus, der Investmentbanker, einer gigantischen Finanzindustrie mit ihren gesellschaftlichen Leitbildern Egoismus, Gier, Geiz, Erfolg, Dividende, Konsum, Rang und Titel ist Jesus eine totale Provokation und die Verkörperung von Menschlichkeit und Barmherzigkeit“, mahnt der Autor und Redner: „Stattdessen preisen die Kirchen Gott und blasen die Posaune von den Türmen ihrer leeren Kirchen.“

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Somuncu: „Erdogan riskiert einen Bürgerkrieg in Deutschland“

„Erdogan geht an Limit, er provoziert, dass die Situation eskaliert“: Serder Somuncu kritisiert den türkischen Präsidenten scharf © Yasin Bulbul/Presidential Press Service, Pool Photo via AP/Karlheinz Schindler
Serdar Somuncu kritisiert den türkischen Präsidenten scharf: Erdogan gehe ans Limit und riskiere so einen Bürgerkrieg in Deutschland, sagte der deutsch-türkische Satiriker dem stern. Auch vor Kollegenschelte scheut Somuncu nicht zurück.

stern.de

Der deutschtürkische Comedy-Star Serdar Somuncu wirft dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan vor, er riskiere einen Bürgerkrieg in Deutschland: „Stellen Sie sich vor, es stirbt nur ein Türke in Deutschland, ein AKP-Anhänger oder ein Nicht-AKP-Anhänger in einem innertürkischen Zwist. Wir hätten in einer Woche Krieg“, sagte Somuncu dem stern.  Erdogan gehe ans Limit. Er provoziere, dass die Situation eskaliert.

Somuncu kam im Alter von einem Jahr nach Deutschland. Für ihn sind die Deutschen noch immer unberechenbar. „Ich weiß nie: Mögen die jetzt Flüchtlinge oder nicht?“, so Somuncu im stern-Gespräch. „Sind die türkenfreundlich oder türkenfeindlich? Wenn die heute sagen: ‚Wir sind alle für Integration‘ – kann sein, dass die morgen Sarrazin wieder gut finden.“

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