Astrophysiker ist sich sicher: Es gibt Außerirdische

Artist’s render of the TRAPPIST-1 system. Image: ESO/M.Kornmesser Themenbild
Mit dem Weltraumteleskop Kepler wurden schon Hunderte Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt. Der Astrophysiker Klaus G. Strassmeier vom Leibniz-Institut für Astrophysik erklärt, warum das nichts Besonderes mehr ist. Er weiß, was wir tun müssen, um die fernen Himmelskörper genauer zu studieren und möglicherweise sogar Hinweise auf Leben zu entdecken.

Von Rüdiger Braun | Märkische Allgemeine

Als Experte für kosmische Magnetfelder hat AIP-Professor Klaus G. Strassmeier auch mit Exoplaneten zu tun. Im Interview erklärt er, welche aufregenden Entdeckungen noch auf uns warten könnten.

Das Weltraumteleskop „Kepler“ hat jüngst etwa 200 neue Exoplaneten entdeckt, zehn davon erdähnlich. Geht das jetzt munter so weiter oder steigt die Rate sogar exponentiell?

Die schiere Anzahl ist nicht mehr das, was den Astronomen hinterm Ofen hervorlockt. Am 1. Juli waren insgesamt 3621 Planeten bei 2712 Sternen bekannt, inklusive 611 Systeme mit mehreren Planeten. Etwa 1500 davon stammen von Kepler. Die Detektionsrate wird weiter zunehmen, nicht exponentiell, aber sehr stark. Zum Beispiel sind 3000 weitere Objekte noch nicht endgültig bestimmt. Das Gesichtsfeld von Kepler umfasst ungefähr 150000 Sterne. Es werden also noch viele weitere Entdeckungen alleine von Kepler kommen, obwohl dessen Mission bereits beendet ist. Wir nehmen all diese Exoplaneten wahr, wenn sie vor ihren Muttersternen vorüberziehen. Bei diesem sogenannten Transit können wir den Radius des Planeten feststellen. Bei Folgebeobachtungen mit Teleskopen am Boden können wir dann die Masse des Planeten bestimmen. Mit der Masse und dem Radius können wir die mittlere Dichte des Exoplaneten bestimmen und damit mit theoretischen Modellen vergleichen.

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Dodo Voderholzer als „Fremdkostümierter“ abgewiesen

Erst nach Vorzeigen seines Dienstausweises konnte Voderholzer in seiner bischöflichen Kleidung (Talar und Bischofskreuz) das Festgelände der „Landshuter Hochzeit“ betreten – Kardinal Marx verzichtete daraufhin auf seinen Talar

kath.net

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer wollte das Volksfest „Landhuter Hochzeit“ besuchen, wurde aber von einem Ordner zunächst abgewiesen: Als „Fremdkostümierter“ habe er keinen Zutritt zum Festgelände. Das berichtete das Landshuter „Wochenblatt“ . Erst nach Vorzeigen seines Dienstausweises konnte Voderholzer in seiner erkennbaren bischöflichen Kleidung (Talar und Bischofskreuz) das Festgelände betreten. Aus Sicherheitsgründen hatte der Sicherheitsdienst die Anweisung, keine kostümierten Personen auf das Gelände zu lassen. Noch vor wenigen Jahren kamen viele Besucher in mittelalterlicher Kleidung.

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Identitäre: Unter Dschibutis Flagge

Flüchtlinge sollen am Weiterfahren gehindert werden. Bild: derStandard.at
Identitäre wollen die Flüchtlingsboote am Weiterfahren hindern

Von Einserkastel Hans Rauscher | derStandard.at

Unser Schiff heißt C-Star. 422 Bruttoregistertonnen. Wir sind die Verteidiger Europas. Gegen Flüchtlingsströme. An unserem Mast weht stolz die Flagge von Dschibuti (das ist da irgendwo bei den Dunkelhäutigen). Wir sind die „Identitären“ aus Frankreich, Deutschland und Österreich. Man nennt uns rechtsextrem, aber wir tun was. Auf hoher See vor Libyen. „Kurz und Co kündigen an, dass die Mittelmeerroute geschlossen werden soll. Wir setzen uns jetzt schon dafür in Bewegung“ (Kursiv: Originalzitate von der Facebook-Seite). Wir wollen die Flüchtlingsboote …, also, irgendwie am Weiterfahren hindern. Vielleicht bringen wir die Leute auch persönlich zurück an Land, vorausgesetzt jemand sagt uns, dass dort keine bewaffneten Banden sind. „Dank eurer Großzügigkeit haben wir bereits 50.000 von den nötigen 80.000 $ Charter erreicht und konnten den Eigner dazu bringen, das Schiff in Bewegung zu setzen.“ 

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20 Options on God (Find Yours Here)

Featured image ‘Confusion’ by lisa-skorpion via Flickr

There are at least twenty distinct options on God, found throughout history and afoot right now.
We can say there is considerable ‘variety’ in the approach to God as long as we admit that ‘variety’ is just a pretty word for disagreement.

By J. H. McKenna, Ph.D | HUMANIST Plus

What does disagreement show?

Theological disagreement shows us that humanity has never ever agreed about Who or What or Whether God is. Your own view of God (find it in the list below) will always be a minority opinion, outnumbered by all the other opinions combined.

Here are the twenty:

Polytheists say there are many Gods, as many as you like, into the millions if you prefer, perhaps billions, one for every pair of human eyes. You may worship and adore all the Gods.

Henotheists admit many Gods too, but you may only have time to devote yourself to one, and that’s okay because these are not self-doubting, jealous Gods.

Kat-henotheists also acknowledge many Gods, but you should dedicate yourself to a single God at a time, moving from one God to another God at different phases of your life, perhaps the phases offered in As You Like It by Shakespeare’s intellectualist idler, Jaques, who espies seven stages of life, beginning with infancy and ending in the second childishness of old-aged senility—‘sans teeth, sans eyes, sans taste, sans everything.’  There are Gods aplenty for each stage.

Trinitarians affirm one God but this God is to be worshiped and adored in three persons: Father, Son (Jesus), and Holy Ghost. To other monotheists like Jews, Muslims, Sikhs, Baha’is and Caodais, and to polytheists and atheists too, Trinitarian math is elusive (1+1+1=1?) and susceptible to being labelled a petite polytheism of three distinct Gods. Trinitarians vigorously defend the oneness of three.

Dualists acknowledge two Gods, one very very Good and the other one very very Evil. The need for two rests upon the world’s oscillation between beauty and ugliness, delight and dread, kindness and cruelty, irises and ebola viruses. In a family of Dualists you may hear the following dialogue:  Child:  ‘Mommy, did our good, loving and compassionate God create the talon, the fang and the claw?’  Mom:  ‘No, sweetie, the other God, the God of cruelty, made those.’ As if you needed to be told, you should adore the very very Good God.

Monotheists declare there has only ever been one good God to worship and adore. Several distinct and opposing monotheistic religions claim this God and define him in many different ways, with many different hues.

Dystheists say there’s one God who is not really all that good, given conspicuous evidence from our bloody red in tooth and claw, predator-prey natural world. Adore with caution.

Pantheists state that God is identical to the many things of the physical, material world, and when you adore the many things of the material world you adore God.

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Die ‚KjGay Berlin‘ verteilte auf Berliner Bistumsjugendtag Kondome – „KjGefickt“

Bild: KjGAY Berlin/FB

Kondomverpackungen waren beschriftet mit „KjGefickt“ und „Liebe ist für alle da!“ über dem offiziellen KjG-Logo – kath.net fragte das Erzbistum, warum die Aktion auch auf Facebook- und Twitterauftritten des Erzbistums erwähnt wurde.

kath.net

Im Erzbistum Berlin gibt es Aufregung rund um eine Kondomverteilung der „KJGay Berlin“-Bewegung. Diese hatte auf dem offiziellen Jugendtag des Erzbistums Berlin sogenannte „KJGay Berlin“-Kondome verteilt. Die bunt bedruckten Kondomverpackungen trugen Aufschriften wie „KLGefickt“ und „Liebe ist für alle da!“, die direkt auf das offizielle KJG-Logo aufgebracht worden waren. Zusätzlich dazu wurde gestern auf den beiden offiziellen Auftritten des Erzbistums Berlin auf Facebook und Twitter ein Post online gestellt, der positiv auf die Kondomverteilaktion der sogenannten „KJGay Berlin“ beim Bistumsjugendtag hinwies. Der Post löste bei nicht wenigen Katholiken Irritationen aus und wurde nach einiger Zeit wieder gelöscht. Auf dem Facebook- und dem Twitterauftritt des Erzbistums fand sich danach folgender Post: „Erzbistum Berlin: Aufgrund eines bestehenden Abstimmungsbedarfes in unserem Redaktionsteam haben wir einen Beitrag vorerst gelöscht.“ Auch dieser Post wurde einige Zeit später wieder gelöscht. Der Bistumsjugendtag fand vom 7. bis 9. Juli 2017 in Zinnowitz am Strand statt.

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‘God, The Official Autobiography of The Hidden Years’

‘God, The Official Autobiography of The Hidden Years’ was originally etched into a smooth patch of Arizona cliffs with a scrupulous and lush hand. The handwriting was none other than that of the Deity, who decided in some antique moment to record God’s earliest recollections.

By J. H. McKenna | HUMANIST Plus

Here then are the opening lines of God’s autobiography:

First  Memory
My genuine earliest memory is the awakening of my senses all at once. I saw blackness. I smelled burning orbs. I tasted the honeycombed luxury of my tongue. I felt the delicate surface of my being. I heard a vast stillness. My interior life commenced with my sensual arousal. And by interior life I mean my intellectual life.

First  Thought
My first thought, so far as memory permits, was as follows. I thought taste supersedes smell, smell supersedes touch, touch supersedes vision, and vision supersedes hearing. I have since reevaluated these in almost reverse order.

First  Word
I was immediately aware that I was using words to think these thoughts (though the origins of words in me is as mysterious to me as my coming to be). The first word I recall saying aloud was GOSTOSO. How I was able to utilize the Portuguese word for  TASTY  I’ll never know. My facility with language is inscrutable, even to me. Note too that the language you are reading me in right now is not my first.

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Biologistischer Populismus

Ulrich Kutschera, 2010, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Vor 12 Jahren verweigerte Ulrich Kutschera dem Ministerpräsidenten von Thüringen die Gefolgschaft. In der Staatskanzlei sollte der umstrittene Münchner Mikrobiologe Siegfried Scherer über die Evolution und den Schöpfungsakt Gottes diskutieren. Kutscheras Rückzug war eine schallende Ohrfeige für Dieter Althaus(CDU), welcher damals in den Höhen des Intelligent Design schwebte und wohl eine Kooperation anstrebte. Althaus ist Geschichte und Kutschera veröffentlicht heute Interviews auf eben jenen Plattformen, die der Weltsicht des Kreationismus und Intelligent Design frönen. Zur Prominenz-Liste seiner Veröffentlichungen kann er nun kath.net hinzufügen.
Am 05. Juli 2017 veröffentlich die Plattform ein Interview mit Prof. Dr. Ulrich Kutschera.
Inhaltlich wird der Versuch unternommen, die Entscheidung des Bundestages zur „Ehe für alle“, biologistisch zu kontern, während Kutschera Politikern Naivität im Umgang mit biologischen Begriffen vorwirft, enthüllt er sein äußerst fragwürdiges Menschenbild.

„Unsere naiven Politiker benutzen Begriffe aus der Biologie, ohne zu wissen, was diese überhaupt bedeuten.“Dr. Ulrich Kutschera

Man könnte wohlmeinend feststellen, naiver Evolutionsbiologe mit rudimentären Kenntnissen der Politik, Soziologie, Kultur ist „mausgerutscht.“

Die wichtigste Aufgabe von Staatsführern besteht darin, die ihnen anvertraute Population aufrecht zu erhalten; daher ist die Ehe zwischen einem Mann (Spermien-Produzent) und einer Frau (Eizellen-Bereitstellerin mit Gebärfähigkeit) vom Grundgesetz unter besonderen Schutz gestellt.
[…]
Der Staat hat nichts davon, wenn er sterile Homo-Pärchen privilegiert, denn die Rente dieser Menschen muss von den Kindern aus fertilen Mann-Frau-Ehen aufgebracht werden – eine Ungerechtigkeit ersten Ranges.
[…]
Sollte das Adoptionsrecht für Mann-Mann- bzw. Frau-Frau-Erotikvereinigungen kommen, sehe ich staatlich geförderte Pädophilie und schwersten Kindesmissbrauch auf uns zukommen.
[…]
Warum sollte ein 40jähriger Homo-Mann nicht z. B. den 15jährigen Adoptivling begehren, da zu diesem Kind überhaupt keine direkte erbliche Verwandtschaft besteht? Eine instinktive Inzucht-Abscheu existiert hier nicht. Betrachten wir ein Homo-Männerpaar mit Adoptivsohn im Detail. Mit 95 %iger Wahrscheinlichkeit ist der adoptierte Jüngling heteronormal veranlagt und daher mit einer erblich fixierten (instinktiven) Homophobie ausgestattet. Wie soll er dieses evolutionäre Erbe, verbunden mit einer massiven emotionalen Abscheu dessen, was er täglich mit ansehen muss, überwinden?
ebenda

Der Mensch ist mehr als nur ein trockennasiger Nacktaffe. Ein wesentliches Kriterium ist unsere Kultur, die uns letztlich dazu gebracht hat, nicht unter allen Umständen einem evolutionärem Selektionsdruck zu unterliegen. Die Ehe für alle ist keine Privilegierung Homosexueller, das Privileg Heterosexueller wird abgeschafft und die grundgesetzliche Norm, dass alle Menschen gleich sind gleichberechtigt durchgesetzt. Kutschera reduziert Homosexualität alleinig auf den sexuellen Aspekt, da er aber nicht soziologisch, kulturell argumentiert entgeht ihm dieser Punkt.

Zum Schluß seines Interviews lässt er die Katze aus dem Sack:

Mutige Personen, die ihre Ansicht darlegen und sachlich begründen, sind unerwünscht, z. B. wie die am „schwarzen Freitag“ vom Bundestagspräsidenten gleich einer Aussätzigen abqualifizierte ehemalige CDU-Politikerin Erika Steinbach (https://philosophia-perennis.com/2017/07/02/offener-brief-lammert/).ebenda

Hier wird deutlich wohin die Reise geht. Die Verlinkung Philosophie-Perennis.com führt uns auf die Seite von David Berger, schwuler Ex-Kirchenlehrer, der sich zwischenzeitlich tränenreich beim emeritus pappa für seine bösen Worte entschuldigt hat. Neuerdings sind Anzeichen zu erkennen die auf einen Erlöserwahn hindeuten. Seine Klagen über mangelnde Meinungsfreiheit sind ohne Zweifel Blödsinn, letztlich vertritt er einen gepflegten Narzissmus.
Alternativen für Evolutionsbiologie sind deutlich erkennbar.

Die Tatsache, dass Sex mehr als nur der Fortpflanzung dient, ganz einfach Spaß macht, wird wohl nur von einer Institution vehement bestritten, der katholischen Kirche. Bonobos regulieren ihre Konflikte mittels Sex, vielleicht…

„Die etablierten Parteien verirren sich im Wust des Populismus“

Der Sozialpsychologe Harald Welzer über die offene Gesellschaft, den „Seehofer-Effekt“ und die Krise der Grünen

Von Manuel Schumann | TELEPOLIS

Die Politik der Angst bestimme die öffentliche Meinung, es sei es an der Zeit, den verrückten Marsch nach rückwärts aufzuhalten, sagt der Sozialpsychologe Harald Welzer. In seinem Buch „Wir sind die Mehrheit“ warnt er vor einer Hysterisierung von Diskussionen und appelliert zugleich an jeden Einzelnen, sich mehr einzumischen. Denn: „Offene Gesellschaften geraten nicht in Gefahr, weil sie zu viele Feinde haben, sondern weil sie zu wenige Freunde haben, die sich zu ihr bekennen.“

Herr Welzer, haben Sie lange darüber nachgedacht, ob Sie Horst Seehofer in Ihrem Buch derart viel Raum geben?
Harald Welzer: (lacht) Da mich die politischen Interventionen von Horst Seehofer und seiner Partei schon seit geraumer Zeit beschäftigen, habe ich darüber nicht lange nachgedacht, nein.
Sie schreiben Sätze wie: „Seehofer bildet den personifizierten Tiefpunkt der politischen Kultur der heutigen Bundesrepublik“ und: „Er gehört zu den Totengräbern der Demokratie“…
Harald Welzer: Was keine Übertreibung ist. Dem Mann fehlt jeder Anstand, ja sogar das ganz normale moralische Grundgerüst.
Nennen Sie bitte ein Beispiel.
Harald Welzer: Wer wenige Tage nach dem Terroranschlag am Berliner Breitscheidplatz in seiner Trauerrede sagt, wir seien es den Opfern und der gesamten Bevölkerung schuldig, unsere Zuwanderungs- und Sicherheitspolitik zu überdenken und neu zu justieren, der handelt schlicht bösartig.
 Kann man die offene Gesellschaft verteidigen, indem man diejenigen, die man als eine Gefahr betrachtet, auf diese Art attackiert?
Harald Welzer: Ich bin ein historisch arbeitender Wissenschaftler und beschäftige mich schon lange damit, wie Gesellschaften ins Rutschen geraten. Die historische Erkenntnis ist, dass die Radikalen dabei nicht das große Problem sind, sondern diejenigen, die die Themen und Begriffe der radikalen Ränder in die Mitte der Gesellschaft tragen. Und genau das hat die CSU in einem geradezu obszönen Ausmaß getan – immer und immer wieder. Und zwar ohne dass dafür irgendein Grund vorgelegen hätte. Gegen diese Form der populistischen Instrumentalisierung von Inhalten muss man sich als Demokrat wehren. Und das ist, wie ich finde, bislang nicht mit der notwendigen Vehemenz geschehen.

Frank-Walter Steinmeier: Dodo des Monats Juni 2017

Dodo des Monats Juni 2017 ©HFR

Man könnte es sich einfach machen, ganz realistisch, die Zahlen der Umfragen nehmen und feststellen dass rund 2 Drittel der Menschen in Deutschland den Islam ablehnen bzw. misstrauisch gegenüber stehen. Frank-Walter Steinmeier ist anderer Auffassung, Realitätsverlust, Verweigerung der Fakten? Wahrscheinlich beides.

„Es ist schön, zu sehen, dass der Ramadan in Deutschland inzwischen zu einem selbstverständlichen Teil unseres gemeinsamen Lebens geworden ist“ Frank-Walter Steinmeier

Der Ramadan interessiert die meisten Menschen in Deutschland nicht und wer Selbstverständlichkeit unterstellt sagt die Unwahrheit. Präsidiale Fake News. Voller Spannung schauen wir ob der Bundesjustizminister mit dem NetzDG zukünftig gegen derartigen Falschmeldung mit der Zensur droht.
Im Ramadan, so die Sage aus der arabischen Wüste, wurde der Koran in Erstausgabe zur Erde gesandt. Zur Zeit des Ramadans war es auch, dass sich Mohammed, der Wüstenhäuptling, zurückzog um in der Einsamkeit zu meditieren. Ohne Nahrung, Wasser nur er, allein mit dem Sand. Die Sonne schien ihm die Birne weich und zauberte die tollsten Halluzinationen als Sinnbilder vor sein inneres Auge. In der Art kann man sich die Basics islamischen Glaubens vorstellen, Jesus sättigte Tausende, brach das Brot mit ihnen, Mohammed hungert sich durch die Wüste. So gegensätzlich können göttliche Schicksale sein. Dem reformierten Christen Steinmeier überzeugt das, ist ihm doch die Prädestinationslehre seiner Kirche nicht unbekannt. Erfolg ist der Ausdruck der Gnade seines Gottes.

Der Präsident der Bundesrepublik Deutschland huldigt politisch korrekt dem Islam. Gehen wir großzügisch davon aus, dass rund 25% der in Deutschland lebenden Muslime in ihren Moscheeverbänden „organisiert“ sind. Dem Rest ist das völlig egal, entweder er hat andere Wege gefunden seinen Glauben zu leben oder aber er ist säkular, dann ist der Ramadan eh nur noch von periphärem Interesse. Ein weiterer Eckpunkt der das Zitat Steinmeiers widerlegt.

Muslime, Juden und Christen teilten nicht nur die Freude an der Gemeinschaft, „sie teilen auch den Glauben an einen barmherzigen Gott. Die Barmherzigkeit des abrahamitischen Gottes ist deutlich in aller Welt zusehen. Mit diplomatischer Eloquenz vermittelt Steinmeier den Eindruck die Gesellschaft in Deutschland würde nur aus Abrahimiten bestehen, den Rest unterschlägt er.

„Wir können uns zusammen freuen, miteinander leben und uns mit Respekt und Fürsorge begegnen“Frank-Walter Steinmeier

Für das Zusammenleben braucht es Gott nicht in einer Dönerbude und schon gar nicht für Falafel. Wichtig ist das nur für Menschen die andere Menschen nach ihrer Religion beurteilen. Christen sind ja noch nicht einmal in der Lage miteinander einen Jesuskeks zu brechen. Also gilt, liebe deinen Nachbarn, reiß den Zaun aber nicht ein.

Wenn dem Bundespräsidenten solche unwahren Wortungetüme entfleuchen hat das seinen Grund. Es wird etwas herbeigeredet was nicht existiert, metareligiöse Mission des Staatsoberhauptes. Braucht kein Mensch, in der Praxis reguliert sich das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kulturkreise auf praktische Art und Weise. Altväterliches Geschnetzel über Gott und seine abtrusen Kulthandlungen braucht es da nicht.
Und hier liegt der Knackpunkt der geistigen Verwerfung des Präsidenten, diplomatische Sprache, verklausulierte Botschaften, versteckte Hinweise, das ist nicht authentisch sondern obskurant. Er sagt nicht was er meint, er redet drumherum. Der Zuhörer denkt, was redet der Typ da eigentlich? Es ist die gleiche obskure Sprache mit der Murat Kurnaz abgefertigt wurde, die Datenweitergabe an die NSA spitzfindig verklausoliert und die Armenien-Resolution des Bundestages  angeblich den Holocaust relativieren würde.

Man freut sich nicht wenn das Staatsoberhaupt so einen Stuss von sich gibt. Fremdschämen ist da nicht notwendig, es ist sein Stuss.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Die echte AfD-Familie lebt in Arizona

Die Familie auf dem AfD-Bild stammt aus Phoenix in den USA © Pixabay
Die Berliner AfD warb mit einem Foto für die klassische Hetero-Familie und erntete prompt Hohn und Spott, weil auf dem Bild scheinbar zwei gleich alte Frauen und ein Mann zu sehen sind. Das stimmt so aber nicht.

stern.de

Im Bundestag stand am Freitag die historische Abstimmung über die Ehe für alle an: Sie wurde mit überwältigender Mehrheit angenommen – ein Triumph für alle, die die Ehe auch für Schwule und Lesben in vollem rechtlichen Umfang wollten. Die AfD hingegen ist eine der entschiedensten Gegnerinnen der Ehe für alle, trotz ihrer lesbischen Spitzenkandidatin Alice Weidel, die in einer eingetragenen Partnerschaft mit einer Frau lebt. Also versuchte der Berliner Landesverband der rechtspopulistischen Partei im Vorfeld der Abstimmung, Propaganda für die eigene Sache zu betreiben und für ein traditionelles Familienbild zu werben. Für diesen Zweck twitterte die Berliner AfD ein sogenanntes Stockphoto, um das Familienideal zu illustrieren und schrieb dazu: „Das ist eine Familie.“

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James Randi: «Gellers Löffeltrick war simpel»

«Es gibt kein besseres Gefühl, als einen Scharlatan zu entlarven», sagt James Randi. Foto: Kevin Winter (Getty)

James Randi hing in einer Zwangsjacke über den Niagarafällen – er war einer der weltbesten Magier. Dann begann er, Hochstapler zu entlarven.

Mit James Randi sprachen Linus Schöpfer, Philippe Zweifel | Tages Anzeiger

Sie sind nicht nur ein Meistermagier, einer, der für viele als Nachfolger von Houdini gilt. Sie sind auch ein berühmter Entlarver.
Stopp! Forscher, nicht Entlarver. Ich erforsche erst Tricks und Methoden, erkläre ihre Hintergründe – und wenn ich dabei einen Betrug entlarve, umso besser. Damit habe ich übrigens als Zehnjähriger in der Sonntagsschule angefangen und so meinen Rausschmiss bewirkt.

Fallen die Menschen heute einfacher auf Hokuspokus herein als früher?
Kommt auf die Weltgegend an. Die Amerikaner haben mit Trump ja gerade einen Scharlatan zu ihrem Präsidenten gemacht. Dass die Leute nicht unbedingt klüger werden, merkte ich auch bei meiner jüngsten Kanada-Tournee. Die Leute kamen in meine Show, amüsierten sich, dann gingen sie raus und erzählten sich von Magiern, die echte, wirklich magische Tricks kennen und dergleichen. Sehr enttäuschend, so was.

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Wahl Dodo des Monats Juni 2017

Dodo des Monats Juni 2017 ©HFR

Bestimmend im Monat Juni „Die Ehe für alle“. Während die katholische Kirche um das kleinbürgerliche Konstrukt Ehe, die ihr zumindest ab und an neue Schafe zutreibt heftig streitet macht die Hauptabteilung Kirche beim Bundeskanzlerinnenamt gute Miene zum bösen Spiel. In der EKD selbst ist man zerstritten. Die Bibelfundamentalisten schreien auf, während sich Bedford-Strohm sichtlich um progessive Haltung bemüht. Die Erkenntnis, dass es keine schlussendlichen Wahrheiten gibt sickert langsam in die Gedankengänge der Händefalter. Die Gesellschaft ist zum Thema viel weiter als Thron und Kirchen.
Die AfD-Nazis träumen sich die Werbesprüche ihrer altvorderen Vorbilder in die Realität. „Deutschland den Deutschen“, wer anderer Meinung ist gehört ins Gas. Wir sollten Poggenburg und Co nicht mehr tolerieren.

Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die unbeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen.K.Popper Die offene Gesellschaft und ihre Feinde. Mohr Siebeck, Tübingen. Zwei Bände. 524 und 575 S.

Hier sind die Kandidaten. Die Wahl ist bis zum 07.07. 2017, 18:00 Uhr befristet. Am folgenden Tag wird der Gewinner gewürdigt werden. Viel Spaß!

  1.  Sigurd Rink, „Realitätverweigerung in Sachen Militärseelsorge.“
  2.  Heiner Koch, „alternder Apostel mit pseudofmiliärer Attitüde.“
  3.  Rudolf Voderholzer, „sollte sich mehr um Kindesmissbrauch in seiner Kirche kümmern.“
  4.  Kurt Appel, „Gott im Kopf macht dumm.“
  5.  Frank-Walter Steinmeier, „beglückt sein Volk mittels Ramadan.“
  6.  Aiman Mazyek, „sieht Extremismus im Niedergang, einfach mal den Kopf hoch nehmen.“
  7.  Monika Grütters, „das Kreuz und ihr Geschichtsrevisionismus.“
  8.  Peter Neher, „seltsames zum Thema ‚multikulti‚.“
  9.  Gerhard L.Müller, „die Lücke zwischen Brett und Auge nennt man Horizont.“
  10.  Mutherem Aras, „Bibel-Bullshistic für Abgeordnete.“
  11. André Poggenburg, „AfD-Gauleiter von Sachsen-Anhalt.“
  12.  Hartmut Steeb, „Evangelikale Bigotterie um die Pille danach.“
  13.  Manfred Lütz, „Wirres vom Psychiater.“
  14.  Heinrich Bedford-Strohm, „kognitive Dissonanzen über religiöse Gewalt.“
  15.  Johanna Haberer, „professoraler Christenkitsch für Google.“
  16.  Volker Kauder, „gut-christlicher Menschenfeind.“
  17.  Peter Turkson, „weiß über medizinisches Cannabis nichts.“

Weiterlesen „Wahl Dodo des Monats Juni 2017“

Unter Beobachtung

Bild: heise.de/tp
Von einem, der auszog der Massenüberwachung zu entgehen – und das Fürchten lernte. Ein Erfahrungsbericht

Von Jürgen Drommert | TELEPOLIS

Zugegeben: Das ist jetzt ein bisschen übertrieben. Aber tatsächlich beschleicht mich hin und wieder das Gefühl, es sei eine Vollzeitbeschäftigung, sich der allgegenwärtigen Bespitzelung zu entziehen, so rapide, wie sich die Techniken

„Und was machen Sie so?“

„Ich bin in der Spionageabwehr tätig.“

und Angriffsvektoren der Gegenseite entwickeln und vermehren.

Bei dieser Gegenseite handelt es sich nicht etwa um Geheimdienste oder Ermittlungsbehörden – abgesehen davon, dass mich dieses Bedrohungsszenario kaum betreffen dürfte, ist gegen solch gezielte Überwachung wenig auszurichten. Was diese angeht, hat Jewgenij Kasperskij ein schlüssiges Statement abgegeben, als er vor ein paar Jahren am Rande einer Konferenz in Dublin gefragt wurde, wie er denn vertrauliche Dokumente auf seinem Computer schützen würde: „Vertrauliche Dokumente? Auf einem Computer? Ich bin doch nicht verrückt.“ Und ausgebildet als Kryptograph an der Moskauer KGB-Hochschule, hat Kaperskij mir doch einiges voraus.

Was soll’s, meine Gegenwehr richtet sich nicht gegen gezielte Bespitzelung, sondern vorrangig gegen die Ausforschung durch kommerzielle Überwacher, die unter dem Buzzword „Big Data“ firmieren. Was wollen sie abgreifen? Meine Daten? Klingt harmlos. Informationen über mich? Schon eher. Meine Gedanken, meine Träume, meine Verletzlichkeiten, meine Vorlieben, meine Wut …? Das trifft’s.

Und schon sind wir bei Artikel 1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Die meisten mögen ihre Würde nicht beeinträchtigt sehen, wenn Fremde ihr Innerstes durchwühlen – wenn es denn nur auf eine Weise geschieht, die sich ihrer sinnlichen Wahrnehmung entzieht. Ich schon. Und für diese Bockigkeit in Bezug auf meine Menschenwürde muss ich zahlen: mit Zeit und Mühe, mit wachsenden Einschränkungen im Alltagsleben und auch mit Geld.

Kaputte Webseiten, die sich schon mal quälend langsam aufbauen wie damals zu Zeiten der Einwahlmodeme in den Neunzigern – so etwas gehört zu den alltäglichen Erfahrungen derer, die mit dem Tor Browser Bundle im Web unterwegs sind. Von dem Zirpen und Quäken der damaligen Netzwerktechnik bleibt man immerhin verschont, und außerdem bietet das Tor Project mit seiner Paketlösung für einen möglichst anonymen Webzugang eine Komfortlösung. Zu konfigurieren bleibt da wenig, in den Einstellungen das Sicherheitslevel auf „hoch“ zu stellen reicht eigentlich schon, um möglichst wenige Spuren zu hinterlassen – trotz der permanenten Angriffe von Geheimdiensten oder Ermittlungsbehörden auf das Tor-Netzwerk, von denen manche auch schon erfolgreich waren.

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Tornado beschädigte „atomsichere“ US-Jets – russischer Tornado?

Ex-Verteidigungsminister Asthon Carter mit einer Doomsday-Maschine in Saudi-Arabien. – APA/AFP/POOL/CAROLYN KASTER
Die „Doomsday“-Maschinen der US-Luftwaffe sollten im Falle eines Atomangriffs als fliegende Kommandozentralen dienen – ein Wirbelsturm setzte sie nun außer Gefecht.

Die Presse.com

Eigentlich sollen sie so stabil sein, dass sie der Hitze und den elektromagnetischen Wellen einer Atombombenexplosion standhalten können – nun hat ein simpler Tornado zwei Spezialflugzeuge der US-Armee aus dem Verkehr gezogen.

Die Maschinen vom Typ E-4-B Boeing 747 tragen den Namen „Doomsday“ (Tag des jüngsten Gerichts) und wurden während des Kalten Krieges konzipiert, um im Falle eines Atomangriffs auf die USA dem Verteidigungsminister oder dem Generalstabschef als eine Art fliegende Kommandozentrale zu dienen.

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Und sie werden eintreten und die Lieder von Mumford & Sons singen

Bild: RDF
Ein Auszug aus Annabelle Gurwitchs neuem Buch „Wherever You Go, There They Are“ über Familien jeglicher Art

Von Annabelle Gurwitch | Richard-Dawkins-Foundation

Wenn du durchblicken lässt, ungläubig zu sein, werden wohlmeinende Freunde Dinge sagen wie „Ich kann beweisen, dass es Gott gibt.“ Der Ehemann einer Freundin nahm kürzlich diese Herausforderung an. Er ist ein Musikproduzent, der nicht nur sein Leben nicht dem Studium der menschlichen Sinnsuche gewidmet hat; darüber hinaus ist er völlig unbelastet von seinem Mangel kultivierten Wissens. „Na los“ sagte ich, immerhin eine winzige Hoffnung hegend, er möge etwas Neues in der Tasche haben. Ich bin nicht der Typ „Hurra, es gibt keinen Gott!“ Ich bin der Typ „Es ist Mist, dass es keinen Gott gibt, aber ich habe mich damit abgefunden. Einen doppelten Espresso und das Neueste von Sam Harris bitte.“

„Ok, wenn es keinen Gott gibt, warum ist das Zahlenverhältnis von Männern zu Frauen auf der Welt immer im Gleichgewicht? Selbst nach Kriegen, in denen viele Männer sterben, kehren die Zahlen immer zum gleichen Niveau zurück. Das ergibt doch keinen Sinn, wenn nicht Gott eingegriffen hat?“

„Ich melde mich zu dem Thema wieder“ sagte ich, denn vor einem Kommentar wollte ich angemessene Sorgfalt üben. Also bat ich die Physikerin Lisa Randall, Autorin von „Knocking on Heaven’s Door“ („Die Vermessung des Universums“) und anderen unterhaltenden wie erhellenden Büchern um ihre Meinung.

„Wie hoch ist die statistische Wahrscheinlichkeit, dass Jeremy Wright, Musikproduzent aus Los Angeles, ein Welträtsel gelöst hat?“

„Reden wir über die Wahrscheinlichkeit vor dem Hintergrund aller Leute, die sich seit dem Beginn der Geschichtsschreibung dieser Aufgabe stellten oder nur dem unserer Generation? So oder so ist sie vermutlich nicht nur Null, sondern negativ. Wenn Mr Wright beweisen könnte, dass eine höhere Macht unser Universum am Laufen hält, nun, dann hätten wir den Beweis für Gottes Existenz. Er bringt aber nur ein weiteres ‚Intelligent Design‘-Argument, bei dem ein spezifisches wissenschaftliches Phänomen (in diesem Fall, wie menschliches Sperma eher männliche Nachkommen hervorbringt) als Erklärung einer völlig unverwandten Thematik benutzt wird, der Existenz Gottes nämlich.

Als „drei-minus-Schüler“, was die Wissenschaften betrifft, finde ich das Argument des „intelligenten Designs“ aus eher praktischen Gründen fehlerhaft. In einer wirklich intelligent designten Welt gäbe es keine Pädophilen, keine Diktatoren und man müsste keine Linsen essen. Es existierte weder AIDS noch Alzheimer noch Sportkleidung im Alltag. Wir hätten gleiche Bezahlung der Geschlechter, einen Mindestlohn, von dem sich leben lässt und die Leute hörten auf, „alles ist gut“ zu sagen. Antifaltencreme würde Falten beseitigen, das Glas von iPhones würde nicht springen, mit Unwahrheiten hausieren gehende Politiker würden durch Blitze niedergestreckt und Hot Pants wären gesetzlich verboten. Wenn jemand eine Theorie postulierte, die eine realistischere Beurteilung unserer Welt wiedergäbe, wäre ich geneigter, sie zu akzeptieren; skeptisch bin ich jedoch, dass „Gott liefert sein bestes Design“ auf große Begeisterung stieße. [1]

Ich fühlte nie die Verpflichtung, atheistische Gruppierungen ausfindig zu machen, bis zu jenem Tag, als mich ein Video über Bürger in seinen Bann zog, die im griechischen Legos freiwillig syrischen Flüchtlingen an Land halfen. Schon wollte ich den Namen der fördernden Organisation notieren, um mit ihr zwecks Beteiligung an den Rettungsbemühungen Kontakt aufzunehmen, als einer der Freiwilligen sich der Kamera zuwandte.

„Ich will nur, dass diese Leute gute Erfahrungen mit Christen machen.“

Können wir Humanisten jemals hoffen, mit solchem Enthusiasmus zu Werke zu gehen und so wie glaubensbasierte Gruppen auf Katastrophen und Krisen zu reagieren? Menschen, die sich als „ungebunden“ bezeichnen, sind gemäß „Pew Research„ die am wenigsten vertrauenswürdige Gruppe in Amerika. Könnte ich daran teilhaben, diese Wahrnehmung zu ändern?

Hätte ich in meinen Zwanzigern ein bisschen weniger Zeit damit verbracht, mit Esoterikern über frühere Leben nachzusinnen, dann hätte ich gewusst, dass größere Geister als ich schon an der Organisation säkularer Gemeinschaften rund um die Welt arbeiteten.

Eine schnelle Suche im Web ergibt, dass die Humanisten in meinem Stadtviertel Naturburschen sind, gern auf den örtlichen Wanderwegen unterwegs. Eine gesunde Ader für Humor durchzieht viele ihrer Online-Profile:

„Ich bin Atheist, weil ich sonntags gern ausschlafe.“

„Ich konnte wegen einer Pilzinfektion nicht zum Passahfest nach Hause; wenn das kein Grund ist, Gott aufzugeben, dann weiß ich auch nicht.“

„Ich bin Agnostiker, Satiriker, Autor und Rasputin-Darsteller. Besucht mein Blog für Blödsinn und Quark, hauptsächlich Quark.“

Dann erzählte mir ein Freund von der „Sunday Assembly“ in Los Angeles. Zwei britische Komiker, Sanderson Jones und Pippa Evans, hatten in England die Bewegung initiiert, als etwas wie „Kirche, aber völlig säkular“. Der Slogan „sei nützlich, staune mehr, hilf oft“ ist ihr Markenzeichen, übernommen von den siebzig weiteren Assemblies in acht Ländern, die seit 2013 aus dem Boden sprossen. Die Assembly-Website verkündet die Absicht, „radikal inklusiv“ zu sein; „wir machen nichts Übernatürliches, halten dich aber nicht davon ab“.

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Salman Rushdie zum 70.: Selig sind die Lügner

© AFP Seinen Roman „Die satanischen Verse“ kann man nicht mehr unbefangen als Fabelgespinst lesen, mit den anderen sollte man das aber unbedingt versuchen: Der britisch-indische Autor Salman Rushdie.
Er hadert mit den Religionen, guckt den Menschen lieber in die Gesichter als in die gläubigen Köpfe, schert sich nicht um Schubladen und ist vor allem eins: Geschichtenerzähler. Heute wird Salman Rushdie siebzig Jahre alt.

Von Dietmar Dath | Frankfurter Allgemeine

Der Roman, der diesem Schriftsteller am Bein hängt wie die Eisenkugel dem Kettenhäftling, ist nicht sein bester, aber doch voll sinnreicher Beobachtungen, die es gar nicht nötig haben, das, was der Verfasser nicht leiden kann (religiöse Einbildungen zum Beispiel) mit Röntgenblick zu durchleuchten, wo doch die Oberfläche der Erscheinung schon alles sagt: „Allmählich wurde klar, dass der große Regen ausbleiben würde. Klappriges Vieh durchstreifte das Land auf der Suche nach Wasser. ‚Liebe ist Wasser‘ hatte jemand mit weißer Tünche an die Backsteinwand einer Motorrollerfabrik geschrieben. Unterwegs begegneten sie anderen Familien, die nach Süden zogen, ihr Leben auf die Rücken sterbender Esel gebündelt, und auch diese strebten hoffnungsvoll dem Wasser entgegen. ‚Aber nicht zum Scheißsalzwasser‘, rief Mirza Said den Pilgern von Titlipur zu. ‚Und auch nicht, um zu sehen, wie es sich zweiteilt! Sie wollen am Leben bleiben, aber ihr Irren wollt ja sterben.‘ Geier rotteten sich am Wegesrand zusammen und schauten den Pilgern nach.“

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Bin ich transweiblich, cross-gender oder inter*?

Mann oder Frau? Biologische Tatsache oder soziale Konstruktion? / picture alliance
Das auf Selbstverwirklichung gepolte Individuum der Spätmoderne möchte keine Grenzen kennen. Am allerwenigsten so kontingente wie das Geschlecht. Auch wenn das mitunter absurde Züge annimmt

Von Alexander Grau | Cicero

Beginnen wir mit einem kleinen Gedankenexperiment aus dem Genre Science-Fiction: Stellen wir uns einfach vor, dass, irgendwann in ein paar tausend Jahren, wenn die Menschheit schon lange das Zeitliche gesegnet hat, Außerirdische unsere Erde besuchen. Sie werden Reste unserer einstmaligen Zivilisation finden, letzte Trümmer unserer Städte und Siedlungen. Neugierig geworden, werden sie früher oder später unsere Friedhöfe entdecken. Außerirdische Archäologen werden dann versuchen, aus den Gräbern Rückschlüsse über unsere Kultur zu ziehen, und ihre Humanpaläontologen werden sich über unsere Knochen beugen. Sie werden feststellen, wie alt wir im Schnitt geworden sind, welche Krankheiten wir hatten, wie wir uns ernäherten und sie werden – Achtung, Überraschung – feststellen, dass Homo Sapiens zwei Geschlechter hatte. Dafür benötigen unsere Alien-Freunde Gentests und anatomische Vergleiche.

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Für die Grünen wird der Wahlkampf zum Existenzkampf

Miese Umfragewerte, inhaltliche Spaltung – auf ihrem Parteitag versuchen die Grünen sich per öffentlicher Selbsttherapie neuen Schwung zu verleihen. Und dabei finden sie sogar einen gemeinsamen Nenner.

Von Claudia Kade | DIE WELT

Seltsam einig sind sich die Grünen diesmal. In der Führungsspitze genauso wie tatsächlich auch an der Basis. Und das ist bei den streitverliebten Grünen ein beunruhigendes Signal. Es geht nicht um eine neue inhaltliche Einmütigkeit, natürlich nicht. Aber auf dem Parteitag zum Start in den Bundestagswahlkampf machen sich die Grünen kollektiv auf die Suche nach der eigenen Existenzberechtigung.

Winfried Kretschmann ist der Erste, der offen ausspricht, was viele insgeheim bedrückt. „Wozu braucht es die Grünen noch?“ Der einzige grüne Ministerpräsident hat in Baden-Württemberg ein 30-Prozent-Ergebnis im Rücken und keine Existenzsorgen.

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Wie sich das US-TV über AfD-Frontfrau Weidel lustig macht

NBC strahlt seit 2014 die Show „Late Night with Seth Meyers“ aus Quelle: Getty Images/NBCUniversal/NBC
In den USA ist die AfD weitgehend unbekannt. Das könnte sich nun ändern: Satiriker Seth Meyers hat in seiner Show einen Witz über Spitzenkandidatin Alice Weidel gerissen – und der war gar nicht politisch korrekt.

DIE WELT

Humor ist für Alice Weidel eine ernste Angelegenheit. Erst im Mai ist die Bundestagsspitzenkandidatin der AfD mit einer Klage gegen das NDR-Satire-Magazin „extra 3“ gescheitert. In einem Beitrag war die 38-Jährige als „Nazi-Schlampe“ bezeichnet worden.

Nun folgt die nächste Satire-Attacke – dieses Mal sogar auf internationaler Ebene: Am Mittwochabend hat US-Comedian Seth Meyers in seiner Late-Night-Show für den TV-Sender NBC einen Witz über Weidel gerissen. Genauer gesagt: über Weidels Homosexualität. Dieser war so böse, dass Meyers sich Unterstützung suchen musste.

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Hitler im Bikini: Shahak Shapira verspottet neue AfD-Wahlplakate


Die Bildmontage von Shahak Shapira zeigt Björn Höcke, wie er ein Kalenderfoto von Hitler im Bikino präsentiert. Foto: Screenshot Twitter/Shahak Shapira
Hitler im Bikini, eine speiende Frau im Dirndl und Beatrix von Storch mit ’nem Döner – der Satiriker Shahak Shapira hat die neuen Wahlplakate der AfD ironisch optimiert.

Von Nina Kirstan | Berliner Zeitung

Die rechtspopulistische Partei setzt für die Bundestagswahl im September 2017 auf knallige bunte Farben und provozierende Sprüche wie „Burka? Wir steh’n auf Bikinis“ oder „Der Islam? Passt nicht zu unserer Küche“. Die Kampagne ist mit dem Slogan „Trau Dich Deutschland!“ überschrieben und sorgt für so heftige Kritik, dass der zugehörige Hashtag #traudichdeutschland es auf Twitter immer wieder in die Trend-Themen schafft.

Tausende Likes auf Twitter

Der in Berlin lebende jüdische Autor und Satiriker Shahak Shapira, der in der Vergangenheit bereits mit seiner umstrittenen Yolocaust-Aktion für Aufmerksamkeit gesorgt hatte, nimmt sich die AfD-Werbeplakte nun vor, um ein Zeichen gegen Diskriminierung zu setzen.

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