Rezension des Buches „Der Skandal der Skandale“ von Manfred Lütz: Die geheime Geschichte des Christentums?

Bartholomäusnacht, „Massacre de la Saint-Barthélemy“ (1572) von François Dubois (1529–1584) gemalt zwischen 1572 und 1584 (Ausschnitt)
Der Autor und ehemalige Verleger Dr. Heinz-Werner Kubitza hat das letzte Buch von Manfred Lütz, „Der Skandal der Skandale. Die geheime Geschichte des Christentums“ gelesen. In seiner Rezension läßt er kein gutes Haar an dem Bestseller.

Von Dr. Heinz-Werner Kubitza | hpd.de

Eigentlich wollte ich kein Buch von Manfred Lütz mehr lesen. Sein Gottesbuch fand ich für einen studierten Theologen so naiv historisch-unkritisch, und dabei so befremdlich katholisch, dass ich noch heute, wenn ich das Buch aus dem Regal nehme, aufpassen muss, weil ein abgestandener Katholizismus an allen Seiten herauszulaufen droht, und dann unschöne Flecke auf dem gesunden Menschenverstand hinterlassen kann.

Dieses Buch ist auf der Bestsellerliste gelandet, obwohl es eigentlich eine Mogelpackung ist. Denn vermutlich alle Beispiele und Zitate daraus stammen aus dem Buch „Toleranz und Gewalt“ von Arnold Angenendt. Lütz hat dieses Buch gelesen, und war von ihm so fasziniert, dass er auf die Idee kam, es unter seinem eigenen Namen quasi erneut herauszubringen. Dabei hat er im Wesentlichen nur die Beispiele aus Angenendts Buch auf unter 300 Seiten eingedampft, und zuweilen mit einigen lockeren Lütz-Passagen versehen. Auch wenn nun „Lütz“ draufsteht, stammen sicher mehr als 90 Prozent des Textes von Angenendt. Da wirkt es fast schon etwas dreist, wenn es lediglich heißt, das Buch sei „unter Mitarbeit“ von Angenendt entstanden. Man kann nur hoffen, dass Lütz wenigstens so korrekt ist, nun auch 90 Prozent seines nicht unerheblichen Autorenhonorars an den eigentlichen Autor abzutreten (ich werde bei Angenendt mal nachfragen!). Denn da Lütz deutlich bekannter als Angenendt ist und auch schon vorher Bestsellerautor war, hat es auch dieses Buch mühelos in die Bestsellerlisten geschafft. Hilfreich dazu war auch noch der Titel, wo das Wort „Skandal“ gleich zweimal vorkommt und von einer „geheime(n) Geschichte des Christentums“ geraunt wird. Der Titel hat mit dem Inhalt des Buches reichlich wenig zu tun, und ist vermutlich nur eine Marketingidee von Herder, Gottes eigenem Verlag gewesen. Als ehemaliger Verleger habe ich für diese Strategie sogar ein gewisses Verständnis.

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Alexander Gauland – Dodo des Monats Juni 2018

Dodo des Monats Juni 2018 ©HFR

Der hetzende Polit-Opa Alexander Gauland hat sich gegenüber Jens Spahn durchsetzen können, auch wenn die ersten Tage Spahn wie einen Sieger aussehen lassen haben.

Um es vornweg zu nehmen. Gauland ist wie die meisten Mitlieder seiner Partei ein Kind der CDU, dort konnte er seine national-populistischen Attitüden pflegen und entwickeln. In ähnlicher Art und Weise wie Sozialdemokrat Sarrazin. Verbiesterte alte Männer, die einem mytholgischen Freiheitsbegriff anhängen, der scheinbar in der Moderne abhanden gekommen ist. Kerndeutsche Tugenden sind aber Gaulands Sache nicht. Unbezahlte Parkknöllchen führten zur Androhung des Führerscheinentzugs in Potsdam, schlampig oder aber viel geschworener Widerstand gegen das System. Egal, Gauland ist pragmatisch genug um auch einen Meineid zu leisten, wenn es der eigenen Sache dient, siehe die Affäre Gauland in Hessen.

Der Sachse Gauland offenbart hinsichtlich deutscher Geschichte einen lockeren Umgang mit derselben. Unkenntnis ist es nicht, gezielte Provokation schon eher, die Schnappatmung deutscher Politik ist ihm gewiss.

Der Partei- und Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag hatte beim Bundeskongress der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative im thüringischen Seebach gesagt:

„Wir haben eine ruhmreiche Geschichte, daran hat vorhin Björn Höcke erinnert. Und die, liebe Freunde, dauerte länger als die verdammten zwölf Jahre. Und nur, wenn wir uns zu dieser Geschichte bekennen, haben wir die Kraft, die Zukunft zu gestalten. Ja, wir bekennen uns zu unserer Verantwortung für die zwölf Jahre. Aber, liebe Freunde, Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über tausend Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte.“ Alexander Gauland, ebenda.

Unterstellt man dem deutsch-nationalen Gauland Deutschland als Nationalstaat gemeint zu haben hat er schlicht und ergreifend Blödsinn von sich gegeben. Die Reichsgründung erfolgte 1871, bis dahin war deutsches Land provinziell. Die 1000 Jahre deutscher Geschichte beinhalten die Schweiz, selbst die Niederlande, von denen hat Gauland sicherlich nicht geredet. Erst im 19. Jahrhundert schied Österreich aus der Phalanx „deutscher“ Staaten aus, nach der Niederlage bei Königsgrätz. Der kurze Abriss deutscher Geschichte muss genügen. Die 12 Jahre nationalsozialistischer Herrschaft nicht. Die waren alles andere als ein Vogelschiss und man muss sich fragen welcher Vogel mittels Darmentleerung Gauland da wohl getroffen hat. Der Vogelschiss, welcher in Gaulands Gehirn eingeschlagen sein muss war tief braun. Und so verwundert es nicht, wenn Gauland, nach Hosendiebstahl, in leicht braunen Schwimmschlüpfern, unter polizeilicher Begleitung, die Straße entlang schlurft, so gesehen am Heiligen See in Potsdam. Die Enttäuschung war groß, ich hatte mir zumindest Buggsn mit Dackelmuster vorgestellt. Der Skandal war nicht die Abbildung Gaulands in seinen Badehosen, der Skandal ist die Relativierung deutscher Verantwortung in der Zeit des Nationalsozialismus. Die Opfer sind egal, sie dienen nicht dem Zweck den Gauland verfolgt. Nationalismus, Revisionismus und eine gehörige Portion Chauvinismus lassen Gauland und die AfD deutsche Politik vor sich hertreiben.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Löw und Seehofer: Wir bleiben! – Neueste Nachrichten aus dem Sommer der Egos

Grafik: TP
Deutschland atmet auf! Jogi Löw und Horst Seehofer bleiben! Einen Moment dachten wir, wir wären beide los, aber …

Arno Kleinebeckel | TELEPOLIS

Also dann so, zwei generieren sich als Anker im aufgewühlten Meer, das die teutonische Ruhe unversehens aufschreckte. Jetzt kommen auch grad die großen Ferien, da passt es gar nicht, wenn man mit Mann und Maus die deutsche Grenze in den wohl verdienten Urlaub passiert und zu Hause ist Unordnung. Also freut sich der redliche Wochenmensch über gute, das heißt stabile Nachrichten.

Zwei, drei Fragezeichen sind indes erlaubt. Das eine ist relativ einfach: Wieso übernimmt Joachim Löw nicht die Verantwortung für das erbärmliche russische Roulette – und geht? Sicher, mit 58 in die Rente oder zurück in die Bundesliga, mag hart sein. Und den jetzigen Job gibt es schließlich auch nur einmal. Aber die Bilder- und Zeichensprache aus Russland weist den Weg: Jogi’s Time is out. Man sah den deutschen Nationaltrainer zuletzt einfach zu oft gutgelaunt mit einem Espresso in der Hand, das Gesicht entspannt in der Sonne – dank Jobgarantie.

Kurzer Rückblick: Anfang 2015 wird Löw zum FIFA Welttrainer 2014 ausgezeichnet. „Es ist wichtig, dass die Mannschaft stabil bleibt und die Qualifikation gnadenlos durchzieht“, orakelt der Coach anlässlich seiner (vor-)letzten Vertragsverlängerung zwei Jahre darauf, im Herbst 2016, über die bevorstehende Aufgabe der WM-Qualifikation.

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Amos Oz: „Liebe Fanatiker. Drei Plädoyers“

Fanatismus kann auch Motor für etwas Neues sein: Heute ist Ivrit, das moderne Hebräisch, für die meisten jüdischen Israelis die Muttersprache. (Buchcover: Verlag Suhrkamp; Hintergrundbild: picture alliance / dpa / epa / Olivier Fitoussi)
Der israelische Roman-Schriftsteller Amos Oz meldet sich auch immer wieder mit Essays zu Wort. In „Liebe Fanatiker. Drei Plädoyers“ beschäftigt er sich mit religiösem Fanatismus ebenso, wie mit dem Judentum oder der Zwei-Staaten-Lösung. „Ein Buch, dass jeder lesen sollte, der verstehen will, wie Israel tickt“, sagt Matthias Bertsch im Dlf.

Matthias Bertsch im Gespräch mit Melanie Longerich | Deutschlandfunk

Melanie Longerich: „Herr Bertsch: Ist es nun ein Brief an die Fanatiker, oder doch eher ein Plädoyer gegen Fanatismus?“

Matthias Bertsch: „Also sicher eher das Letztgenannte. Dieses ‚Liebe Fanatiker‘ ist eindeutig ironisch gemeint, und Ironie ist eine der Waffen, die Amos Oz in seinem Kampf gegen Fanatismus auffährt, denn Fanatiker, so seine Diagnose, kennen keine Ironie.“

Longerich: „Worum geht es denn genau in den Essays? Das erste trägt ja den Titel des Buches: ‚Liebe Fanatiker‘.“

Bertsch: „Genau. Das geht zurück auf eine Vortragsreihe, die Oz wenige Monate nach dem 11. September 2001, also nach den Terroranschlägen in den USA, in Tübingen gehalten hat. In dem Essay geht es nicht nur um Terror im Namen des Islam sondern darum, dass Fanatiker aller Couleur bereit sind, für ihre Sache – selbstverständlich immer eine gute Sache – über Leichen zu gehen.“

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Wahl Dodo des Monats Juni 2018

Dodo des Monats Juni 2018 ©HFR

Der Monat Juni war angereichert mit einer Fülle von kruden Obskurantismus. Der Papst stellt immer mehr unter Beweis ein Schwätzer zu sein, mit einer großen Diskrepanz zwischen Wort und Tat.
Alexander Gauland mit seinem Vogelschiss-Getöse und einer Beschönigung deutscher Geschichte die ihresgleichen sucht. Markus Söder übt sich weiter in der Prostitution seines Glaubens, der Tatsache zum trotz, dass es bis auf einige Theologen so richtig niemanden interessiert.
Die Bundesfamilienministerin Giffey findet Burkinis, als Badebekleidung für Mädchen ganz toll, und schmeißt so, ganz nebenbei ein paar wichtige Errungenschaften der Aufklärung ins Klo.
Religiotie ist zur Staatsdoktrin verkommen und einmal mehr erweisen sich Politiker als willfährige Steigbügelhalter der Gegenaufklärung.

Die Wahl ist bis zum 07. Juli 2018, 18:00 Uhr befristet. Mehrfachauswahl ist möglich. Der Preisträger wird am folgenden Tag hier gewürdigt werden. Viel Spaß!

  1.  Vitus Huonder, „alter Mann, der gern in fremden Schlafzimmern mitreden will.“
  2.  Jens Spahn, „selbstbestimmtes Sterben Schwerkranker verhindert er postalisch.“
  3.  Deutsche Zentrumspartei, „bedient sich in der Debatte um Abtreibungen nationalsozialistischer Vergleiche. Den Tenor kennen wir von den Kirchen.“
  4.  Sigurd Rink, „mit Waffen für den Frieden, ist wie Vögeln für die Jungfräulichkeit.“
  5.  Franziska Giffey, „ist es eine Frage der Zeit, wann sie in einer Burka auftritt?“
  6.  Joachim Heinz, „dilettiert gern über die Staatsleistungen an die Kirchen.“
  7.  Matteo Salvini, „weg mit der Impfpflicht in Italien.“
  8.  Detlev F. Neufert, „der Jesus-Walker von München.“
  9.  Gero Winkelmann, „Homoheiler mit Glaubulis. Zucker ist alles.“
  10.  Papst Franz, „sein Familienverständnis ist aus der Zeit gefallen.“
  11.  Rainer Hangler, „Homosexualität ist Mord.“
  12.  Jürgen Klopp, „betet des Ball ins Tor.“
  13.  Peter Dabrock, „mit bigotter christlicher Moral zum Werbeverbot von Abtreibungen.“
  14.  Alexander Gauland, „verzerrte Wahrnehmung in Sachen Vogelscheiße.“

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Atheismus: Nietzsche gab es immer wieder

Karfreitag in Jerusalem. Foto: afp
Es wird viel über Religion geredet. Aber auch der Atheismus hat eine lange Tradition. Nicht Gott hat die Menschen, sondern die Menschen haben die Götter geschaffen.

Von Arno Widmann | Frankfurter Rundschau

Tim Whitmarsh, geboren 1969, ist Professor für die Kultur des klassischen Griechenlands an der Universität Cambridge. 2016 veröffentlichte er im Verlag Faber & Faber das Buch „Battling the Gods – Atheism in the Ancient World“. Dreihundert Seiten für die Auseinandersetzung mit den Göttern und mit Gott von Homer bis zu Justin dem Märtyrer, also um eintausend Jahre Atheismus. Das klingt nach einem sehr schnellen Durchlauf durch hochkomplexe Materien. Whitmarsh ist aber ein sehr gründlicher Leser und der Reiz seines Buches besteht darin, dass wir, solange wir ihm folgen, auch zu gründlichen Lesern werden.

Zu dieser Gründlichkeit gehört natürlich, dass er uns beibringt, dass a-theos, zunächst, seit dem 5. vorchristlichen Jahrhundert, der genannt wurde, den Gott verlassen hatte. Ein Atheist war also ein Mensch, von dem die Götter ihre schützenden Hände abgezogen hatten. Erst danach wurde Atheist der genannt, der sich von Gott losgesagt hatte, der seine Existenz leugnete. In dem ihm auch wegen Gottlosigkeit gemachten Prozess erklärte Sokrates – so sein Schüler Platon – „Ich glaube sicher an Götter– ich bin Atheist“.

Wie es zu dieser zweiten Bedeutung kam, darüber schreibt Whitmarsh nicht. Weil die Quellen sich darüber ausschweigen.

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Missglückt: Restaurierte Heiligenfigur sorgt für Empörung

© Bild: ArtUs Restauración Patrimonio/Luis Sanz/flickr.com – CC BY-NC-SA 2.0
Die jahrhundertealte Holzfigur des heiligen Georg in der Provinz Navarra gehört zum spanischen Kulturerbe. Doch jetzt sieht sie aus wie eine Disney-Figur. Der Restauratorenverband spricht von einem „Anschlag“.

katholisch.de

Die missglückte Restaurierung einer jahrhundertealten Heiligenfigur in der spanischen Provinz Navarra sorgt landesweit für Empörung. Wie örtliche Medien (Montag) berichteten, sprach der Spanische Restauratorenverband (ACRE) von einem „Anschlag auf das kulturelle Erbe“ und bezeichnete den vorgenommenen Eingriff als „desaströs“.

Auch der Bürgermeister der Gemeinde Estella, in deren Kirche die aus dem 16. Jahrhundert stammende Holzfigur des heiligen Georg steht, reagierte betroffen: „Gerade hat man mich über diese von der Kirchengemeinde veranlasste ‚Restaurierung‘ informiert“, schrieb Koldo Leoz auf Twitter. Auf den ersten Blick handele es sich um eine „klägliche Arbeit“. Mit dem Erbe der Region müsse man verantwortungsvoll umgehen, so der Politiker. Das sei in diesem Fall nicht geschehen.

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Verschwörungstheorien? Nein danke!

Chemtrail-Alarm und Deutschland in den Grenzen von 1937: Das Wetter im „Wahre Welle“-Politmagazin „Frontal 23″Screenshot: Matthias Meisner/Tagesspiegel
Der Online-TV-Sender „Wahre Welle“ wirkte tagelang wie ein Projekt der Rechten. In Wahrheit will die Bundeszentrale für politische Bildung aufklären.

Von Matthias Meisner | DER TAGESSPIEGEL

Die Inszenierung war perfekt – beinahe jedenfalls: Auf wahrewelle.tv wurde seit Mitte vergangener Woche für ein Online-TV-Angebot getrommelt, das sich fast allen gängigen Verschwörungstheorien widmet und gut und gern auch vom „Compact“-Magazin, dem Kopp-Verlag, Breitbart oder dem rechten Portal „jouwatch“ hätte kommen können. „Garantiert unzensiert und zwangsgebührenfrei“ sei der Online-Sender, hieß es, „unabhängig, schonungslos, kritisch.“ Ein Trailer war zu sehen, der Reichstag in Flammen – dazu der Ton: „Es kommt die Zeit, in der das Kartenhaus der Lügen zusammenbricht.“

„Das Erwachen hat begonnen“, versprach die Internetseite. Angekündigt wurde, den „offenen Fragen bei 9/11“ ebenso nachzugehen und sich den Gefahren der Islamisierung zu widmen. Und dann wurde beinahe doch das Geheimnis, wer hinter dem Angebot steckt, für das breite Publikum gelüftet. Denn ein paar Stunden lang war am vergangenen Donnerstag im Quellcode der Seite zu lesen: „Wahrewelle.tv ist ein Satireprojekt der Bundeszentrale für politische Bildung 2018.“

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Deutschland ist Doppel-Weltmeister im Fußball – RoboCup-WM

(Bild: Hans-Arthur Marsiske)
Ungewöhnlich ruhig verlief der letzte Tag der RoboCup-WM. Die Roboter spielten teilweise vor fast leeren Zuschauertribünen – trotz spannender Finalpartien.

Hans-Arthur Marsiske | heise online

Was auch immer die genauen Gründe waren: Der RoboCup 2018 zählt sicherlich nicht zu den Glanzstücken der Eventorganisation. Der Stimmung tat das aber keinen Abbruch. Im Gegenteil: Die Notwendigkeit, das Geschehen in die eigenen Hände zu nehmen, scheint die Gemeinschaft der Teilnehmer noch mehr zusammengeschweißt zu haben. Insofern hat der RoboCup in Montréal gezeigt, dass er auch nach 22 Jahren immer noch eine lebendige Initiative voller Energie und Kreativität ist.

Das kam auch auf den Spielfeldern und in den Arenen zum Ausdruck – und teilweise sogar außerhalb: Als die Roboter der RoboCup@home League in einem richtigen Restaurant, aber mit vorbereiteten Testpersonen, zeigen sollten, wie gut sie die Aufgaben eines Kellners erfüllen können, wurden sie auch von ganz normalen Gästen herangewunken – und bedienten sie.

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Alle Jahre wieder …

Hubschrauberlandeplatz des Lingotto-Kongresszentrums in Turin, Veranstaltungsort des diesjährigen Bilderberg-Treffens. Foto: Jean-Pierre Dalbéra / CC BY 2.0
…treffen sich die Mächtigen dieser Welt zur Bilderberg-Konferenz. Wirklich?

Hermann Ploppa | TELEPOLIS

Auch die legendäre Bilderberg-Konferenz ist nicht mehr das, was sie mal war. Ihre 2018er Ausgabe fand statt in Turin, in einem Hotel auf dem ehemaligen Gelände der Autofabrik FIAT. Schmucklos und beengt sollen hier die Reichen und Mächtigen dieser Welt ein Wochenende lang brennende Themen der Gegenwart und Zukunft abarbeiten.

Über vier Jahrzehnte, seit ihrer ersten Sitzung im legendären Hotel De Bilderberg in den Niederlanden, hatte diese extrem diskrete Tafelrunde niemand bemerkt. Unter der Schirmherrschaft des Prinzen Bernhard der Niederlande wurden so folgenreiche Dinge wie die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft angestoßen.

Doch Ende der 1990er Jahre ging ein immer lauteres Raunen durch die Stammtische: Es gäbe da eine geheimnisvolle Runde der Superreichen, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit die Richtlinien der Politik bestimmen würden. Im Internet-Zeitalter gab es dann kein Halten mehr. Heute sind die Bilderberg-Treffen in aller Munde.

Der Verlust der Heimlichkeit hat der Bilderberg-Runde nicht gutgetan. Bereits die Liste der Teilnehmer jener vermeintlichen Artus-Runde der letzten zehn Jahre zeigt deutlich: Hier tummelt sich schon lange nur noch die zweite oder dritte Garnitur der Machtträger auf diesem Globus. Multimilliardäre mit Visionen (wie seltsam diese auch sein mögen) wie George Soros, Jeff Bezos, Bill Gates oder der bizarre Richard Branson bleiben den Bilderbergern fern.

Stattdessen: farblose „Domestiken der Superreichen“ und sogar deren Unterlinge. Da sitzt die Meinungsforscherin Renate Köchel aus Allensbach neben Albert Rivera von der spanischen Partei Ciudadanos. Ach ja, ein paar Urgesteine aus besseren Tagen sind auch noch dabei, wie z.B. der hochbetagte Meisterstratege Henry A. Kissinger oder der hochdekorierte Vier-Sterne-General und ehemalige CIA-Chef David Petraeus. Dann das Milliardärs-Ehepaar Marie-Josée und Henry Kravis, die den Bilderbergern als Organisatoren und Sponsoren seit Jahren verbunden sind.

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ZDF-Intendant: Osterhasen-Beitrag durch Satirefreiheit gedeckt

Der umstrittene Satirebeitrag mit einem ans Kreuz genagelten Osterhasen stand nach Auffassung von ZDF-Intendant Thomas Bellut nicht im Widerspruch zu den Programmrichtlinien des Senders. „Es war eine für mich nachvollziehbare Reaktion der ‚heute-show‘ auf eine politische Äußerung der AfD“, teilte er auf Nachfrage dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit.

evangelisch.de

Der Beitrag sei „von der Satirefreiheit gedeckt“. Zugleich sagte Bellut, er bedauere, „dass bei einem kleinen Teil der Zuschauer religiöse Gefühle verletzt wurden“. Wegen des „heute-show“-Beitrags vom 6. April waren mehrere Programmbeschwerden beim ZDF eingegangen.

Einer der Beschwerdeführer, der Christliche Medienverbund KEP, hatte am Mittwoch mitgeteilt, Bellut habe sich in seiner Antwort auf die Programmbeschwerde für den Satirebeitrag entschuldigt. In dem Schreiben, das dem epd vorliegt, hatte der Intendant erklärt, die „heute-show“ habe mit der Satire die „Instrumentalisierung christlich-abendländischer Werte durch die AfD zur Rechtfertigung islamfeindlicher Ressentiments“ anprangern wollen. „Ich kann – jenseits dieser Einordnung, die mir wichtig ist – sehr gut nachvollziehen, wenn Sie sich über diese Art der Darstellung beschweren“, heißt es in dem Brief weiter.

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Michael Müller: Dodo des Monats Mai 2018

Dodo des Monats Mai 2018 ©HFR

Der Tourismus deutscher Politik in den Vatikan bestimmte in den letzten Tage die Schlagzeilen. In Reisegruppenstärke standen sie vor dem heiligen Stühlchen und versuchten Zipfel der Scheinheiligkeit des absolutistisch regierenden Kirchenfürsten zu erheischen. Nie wird der Anachronismus deutlicher, hier demokratisch gewählte Politiker, dort klerikaler Absolutismus. Man will die Bilder nicht sehen, wenn Ministerpräsidenten, regierende Bürgermeister wie hechelnde, subalterne Beamte dem höfischen Chor der Schmeichler einstimmen. Wer den Papst in den Arsch kriecht kann nicht mehr leuchten und so verglüht Politprominez im Gestank der römischen Kurie. Der sprücheklopfende Pappa und die in leeren Worthülsen denkende Politik.
Die römische Spukgestalt interessiert sich nicht für Wählerwillen, parteiliche Programmatik, ihr geht es um die Konsolidierung, den Ausbau und die Entwicklung der institutionellen Macht seiner Paladine, da eine katholische Fakultät, an einer staatlichen Universität, dort die Rekonstruktion eines Kirchleins, für die der Steuerzahler aufkommen muss.
7,1% der in den Regionen des Erzbistums Berlin lebenden Bevölkerung sind katholisch. Von 5,8 Millionen Einwohnern sind ganze 412.000 Katholiken. Die Party der katholischen Kirche bezahlen alle, ohne jedwedes Gefühl für Scham greift man in die Töpfe staatlicher Kassen. Die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft sehen es mit Wohlwollen, die gesellschaftlich geringer werdende Bedeutung des Fossils katholische Kirche interessiert nicht. Die Gemeinschaft aller bezahlt ein Kasperletheater in dem alte Männer die Fäden für die Puppen ziehen und der Pöbel klatscht Beifall.
Nun gar reden Politiker, wie Michael Müller, Erzapostel Koch und der Pappa gar von einem Konkordat, also einem Staatskirchenvertrag zwischen Berlin und dem „Heiligen Stuhl.“
Die Hauptstadt des Atheismus braucht so etwas nicht.
Woelki, Meisners Ziehsohn, legte am 16. August 2011, dem vom Reichkonkordat vom 20. Juli 1933 geforderten Treueid auf den Berliner Senat ab. Ein freiheitlich-demokratisch gewählter Senat lässt sich die Treue, auf der Grundlage eines Nazi-Vertrages, schwören.

Protestant Müller will es regeln, vertraglich, die Notwendigkeit hat er sich einreden lassen und das deutsche Episkopat quietscht vor Vergnügen.
Die alles entscheidende Frage ist, was heißt das in Euro? Die Stadt Berlin hat andere Probleme, als sich einen Zoo seltsam kleidender alter Männer leisten zu können.
Diderot auf unsere heute Zeit angepasst:“ »Die Menschen werden niemals frei sein bis man nicht den letzten Berufspolitiker mit den Eingeweiden des letzten Priesters erdrosselt hat.“

In dem Sinne. Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Aktionstag gegen Söders Kreuz-Verordnung

Bild: GBS
Pünktlich zum Inkrafttreten der neuen Kreuz-Verordnung in Bayern am Freitag, dem 1. Juni 2018, veranstalten die Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) und der Bund für Geistesfreiheit (bfg) einen „Aktionstag für ein weltoffenes Bayern und einen weltanschaulich neutralen Staat“. Der Düsseldorfer Künstler Jacques Tilly hat hierzu eine Karikatur von Markus Söder gezeichnet, der mit einer Säge das deutsche Grundgesetzbuch auf Kreuzform zurückgeschnitten hat. Am Wochenende wird das Söder-Plakat in München vielerorts zu sehen sein.

Giordano-Bruno-Stiftung

Die von der gbs unterstützte Aktionsgruppe „Das 11. Gebot„, die im vergangenen Jahr mit ihrem „nackten Luther“ für Furore sorgte, wird am Freitag mit dem Plakat sowie der Skulptur „Der Quengel-Bischof“ durch die Fußgängerzone ziehen, während ein PR-Car mit dem Söder-Plakat von Freitag bis Dienstag durch die Münchener Innenstadt fahren und an symbolträchtigen Orten haltmachen wird. Für Presseanfragen und Fotos gibt es am Freitag folgende Gelegenheiten:

  • 09:30 Uhr: Marienplatz/Dienerstraße (mobile Einheit mit Söder-Plakat und Quengel-Bischof + PR-Car)
  • 13:30 Uhr: Max-Joseph-Platz/Residenzstraße (mobile Einheit mit Söder-Plakat und Quengel-Bischof)
  • 14.00 Uhr: Hofgarten/Bayerische Staatskanzlei (mobile Einheit mit Söder-Plakat und Quengel-Bischof)
  • 17:00 Uhr: Marienplatz/Dienerstraße (mobile Einheit mit Söder-Plakat und Quengel-Bischof + PR-Car)

Bei dem Termin um 14.00 Uhr an der Bayerischen Staatskanzlei soll dem bayerischen Ministerpräsidenten ein besonderes Präsent überreicht werden. Ob Markus Söder der Einladung folgen und die angebotene Möglichkeit zur Aussprache nutzen wird, ist nicht bekannt.

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Skeptizismus im Verdacht

(Bild: Karin Hofer / NZZ)
Verschwörungstheorien lauern heute angeblich überall. Doch ihre derzeitige Bekämpfung birgt die Gefahr von gewaltigen Kollateralschäden.

Milosz Matuschek | Neue Zürcher Zeitung

In einer Galaxie, nicht weit von uns entfernt: Die amerikanische Mittelschicht transformiert sich seit Jahrzehnten in die Kaste der «working poor»; der Einkommensverlust wird nicht selten durch billige, aber ungesunde Ernährung kompensiert – die Fast-Food-Kette Wend’s verkauft Burger für 25 Cents das Stück und eine «Mahlzeit» für 99 Cents. Die Folge davon ist, dass Amerikaner nicht nur zu zwei Dritteln übergewichtig, sondern auch kränker sind als je zuvor. Die Werbung unterstützt die Entwicklung mit Kampagnen zu «big is beautiful», und wer am meisten Hotdogs in sich hineinstopfen kann, wird als Held gefeiert. Das Ganze freut die Pharmabranche (450 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr 2017) sowie das «big business» der Abnehmindustrie.

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Warum die Wissenschaft nie die Religion ersetzen kann

( Themenbild.)
Seit Jahrtausenden verblüffen religiöse Forscher immer wieder die altmodische Wissenschaft. Erst wurde die Zell-Zweiteilung durch die Gott-Dreiteilung (Vater, Sohn und geiler Geist) in den Schatten gestellt.

Von Sven Larat | Richard-Dawkins-Foundation

Die Reproduktionsmedizin wurde beschämt durch die Heilige-Geist-Befruchtung einer Götter gebärenden Jungfrau. Reanimations-Systeme wurden über die Verwesung hinaus erfolgreich angewendet.

Es wurden schon im Paradies Lügendetektoren in Form von Äpfeln produziert. Sie lösten Porno-Phantasien und kritisches Denken aus. LSD und Psilocybin sind Schlafmittel dagegen. Eine alte Schlange, der schon beide Giftzähne ausgefallen waren, vergiftete hinterlistig aus lauter Boshaftigkeit die ersten beiden Menschen mit diesen Äpfeln. Sie bemerkten in ihrem Rausch sofort, dass im Hintergrund ein unsichtbarer, allmächtiger Spanner lauerte und klebten sich sofort Blätter auf ihre Genitalien.

So konnte durch Äpfel eindeutig nachgewiesen werden, dass alle Menschen neugierig, ungehorsam und bis in die letzten Generationen hinein schuldig sind. Diese Schuld konnte allerdings ein paar Jahre später weggezaubert werden, indem die Menschen ein Fabelwesen, das gleichzeitig Mensch und 1/3 Gott war, zu Tode quälten.

Viele Prozesse in der Wissenschaft sind noch immer irreversibel. Dazu gehört die Überführung einer Jungfrau in eine Frau. Der Islam hat inzwischen nicht nur eine zuverlässige Möglichkeit geschaffen, aus Frauen Jungfrauen zu recyceln, diese können auch in beliebiger Menge geklont und von ihrem Willen befreit werden, sodass auch bei einem hohen Ansturm von Selbstmordattentätern im Paradies zuverlässig 70 Jungfrauen für jeden zugeteilt werden können, ohne dass eine aufmuckt.

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Charlie Hebdo – Satire darf alles

Bild: CharlieHebdo.fr/Screenshot bb

Was darf Satire? Darüber wird nicht nur in Deutschland diskutiert, sondern auch erneut in Frankreich. Der Anlass: Auf dem aktuellen Cover zeigt „Charlie Hebdo“ eine Muslima mit Affengesicht.

Von Joachim Huber | DER TAGESSPIEGEL

Gegen „Charlie Hebdo“ sind viele Vorwürfe möglich, zwei aber sind es auf keinen Fall. Das französische Satiremagazin ist nicht feige, und fein ist es auch nicht. Wer das nachprüfen will, der sollte sich das Cover der aktuellen Ausgabe ansehen. Eine Muslima wird als Affe dargestellt. Nicht irgendeine, sondern Maryam Pougetoux, die 19-Jährige führt die Studentenunion UNEF an der Pariser Elite-Universität Sorbonne an.
Pougetoux musste schon allerhand Kritik einstecken, unter anderem vom französischen Innenminister, weil sie den Hijab in der Öffentlichkeit trägt, was in Frankreichs Universitäten erlaubt, in den Schulen verboten ist. Pougetoux, eine gläubige Muslima, will das nicht als politisches Signal verstanden wissen.

Zum Affen gemacht

Ihre Darstellung als Affe wird mit der Sprechblase „Ils m’ont prise pour diriger L’UNEF“ („Sie haben mich genommen, um den L’UNEF“ zu leiten“) unterschrieben. Das ist, wie bei „Hebdo“ häufig, durchaus doppeldeutig. Eine Version könnte lauten, die Studentenunion habe eine Äffin zur Präsidentin genommen, eine andere, UNEF habe Maryam Pougetoux mit der Wahl zum Affen gemacht.

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Could We Build the Millennium Falcon from ‚Star Wars‘?

Illustrator Kemp Remillard detailed the interior of the Millennium Falcon. Credit: Images from Star Wars: The Force Awakens™ Incredible Cross-Sections“ reprinted by permission of DK, a division of Penguin Random House. Copyright © 2015 by Jason Fry and Kemp Remillard
With so many incredible, newly developing technologies, could we build a real-life Millennium Falcon? In short, no. But we’re getting closer.

By Chelsea Gohd | SPACE.com

In the „Star Wars“ universe, the Millennium Falcon is heralded as the coolest ship around. The cargo vessel that Han Solo originally won from Lando Calrissian in the Cloud City Sabacc Tournament, the Millennium Falcon lies at the center of some of the most incredible adventures in the series.

With „Solo: A Star Wars Story“ hitting theaters on May 25, let’s explore some of the most notable technological features of this iconic ship and what would have to happen before we could build it today. [Tour the Millennium Falcon with These „Star Wars“ Photos!]

The Millennium Falcon’s signature speed comes from its hyperdrive, a propulsion system that pushes the vessel to light speed — though Han Solo has famously boasted that the ship can travel even faster. The hyperdrive functions by using „hypermatter particles“ to send the craft into hyperspace, an alternative dimension reached by traveling at or beyond the speed of light. This technique uses wrinkles in the fabric of space-time, or wormholes: pieces of the fabric that fold over to connect two otherwise-distant points.

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Hans-Christian Ströbele: „Ich trage einige Geheimnisse der RAF mit mir herum“

„Ich war gut im Schießen“: Western-Fan Ströbele Foto: Paulus Ponizak
Die Antwort kam prompt. Und sie fiel positiv aus. „Lieber Herr Ströbele, würden Sie mir ein Interview über das Altern geben?“, hatte ich per SMS gefragt. Und Hans-Christian Ströbele hatte rasch geantwortet: „Ja, würde ich. Bitte rufen Sie nächste Woche an.“

Von Markus Decker | Berliner Zeitung

Als ich im Büro des 78-Jährigen in Berlin-Moabit erscheine, ist er reservierter. „Ich muss ja nicht alles beantworten“, sagt er, leicht mürrisch. Das allzu Persönliche und Emotionale behagt Ströbele nicht. Die Antworten fallen dann kürzer aus. Und während der Anwalt und langjährige grüne Bundestagsabgeordnete bei den heiteren Themen auf seinem Bürostuhl vorrutscht, rutscht er bei den weniger heiteren schon mal ein Stück zurück.

Tatsächlich hat für Hans-Christian Ströbele hat eine neue Lebensphase begonnen, nachdem er das Parlament im Herbst verlassen und sein Büro Unter den Linden geräumt hat. Sein Renteneintritt kommt über zehn Jahre später als üblich. Und nach wie vor hat Ströbele keine Lust auf Ruhestand. Als wir uns nach neunzig Minuten bei einbrechender Dämmerung im Flur verabschieden, ist er wieder ganz in seinem Element. Es geht um die Politik – und um die Zukunft. Das ist sein Leben.

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„Baby-Hitler“ Kurz: Kein Verfahren gegen deutsches Satiremagazin

Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen „Titanic“ ein: „Baby-Hitler töten“ ist keine Aufforderung zu Straftaten – Bundeskanzler stellte keinen Strafantrag wegen Beleidigung

derStandard.at

Das deutsche Satiremagazin „Titanic“ muss wegen seines „Baby-Hitler töten!“-Bildes über Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) keine Konsequenzen fürchten. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Berlin sagte, wurden die diesbezüglichen Ermittlungen eingestellt. Eine „Öffentliche Aufforderung zu Straftaten“ sieht die Behörde nicht. Und für ein Verfahren wegen Beleidigung fehlte ein Strafantrag des Kanzlers.

Das Verfahren ging auf Oktober zurück. Damals war Kurz noch Außenminister und hatte gerade die Nationalratswahl gewonnen. „Titanic“ veröffentlichte daraufhin ein Bild des ÖVP-Chefs mit einer Zielscheibe und der Schlagzeile: „Endlich möglich: Baby-Hitler töten!“ Die österreichischen Behörden leiteten die Causa an die Kollegen in Deutschland weiter. Dort wurde der Fall geprüft, die Ermittlungen aber eingestellt.

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Krähe klaut Kreditkarte und versucht, ein Bahnticket zu kaufen

Dass Krähen sehr schlaue Vögel sind, ist kein Geheimnis. Das Video eines Twitter-Users beweist nun einmal mehr ihre Intelligenz. Zu sehen ist eine Krähe, die versucht, ein Bahnticket zu kaufen. Und das mit dreisten Mitteln.

Von Camares Amonat | DIE WELT

Es ist ein ganz gewöhnlicher Tag an der Bahnstation Kinshichō in Tokio. Menschen stehen vor Automaten und besorgen sich Tickets. Doch nicht nur die wollen hier Bahntickets kaufen, sondern auch eine reisefreudige Krähe.

Zuerst untersucht der Vogel den Automaten, pickt auf dem Bildschirm herum und versucht scheinbar, ein Ticket auszuwählen. Weiter kommt die Krähe allerdings nicht. Sie läuft nach rechts und links, um zu beobachten, wie die anderen Käufer das anstellen.

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