Warum Asia Bibi für ihren Glauben sterben sollte

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild

Der Christengott liebt das Blut seiner Anhängerschar. Das monetäre Opfer, Geldzahlungen, in Deutschland Kirchensteuer genannt, reicht ihm nicht. Er braucht Tote, die für den Glauben an ihn gestorben sind, ermordet wurden, gefoltert, was auch immer. Stuss dieser Art versucht der absolutistische Kirchenfürst aus Rom der Allgemeinheit zu vermitteln. So twittert er, zwischen den Feiertagen:

„Die Kirche wächst durch das Blut der Märtyrer, der Männer und Frauen, die ihr Leben für Jesus hingeben. Heute gibt es viele von ihnen, auch wenn sie keine Nachricht wert sind.“

Nehmen wir als Beispiel die Katholikin Asia Bibi, wegen Blasphemie gegen den islamischen Gott zum Tode verurteilt, Jahre in Haft zugebracht, steht nun für die römische Spukgestalt die Gefahr, dass sie mit dem Leben davon kommt und schon ist sie für die Weltkirche der Katholen nicht mehr wertvoll. Asia Bibi, von einem frommen, islamischen Extremismus auf der Straße geschlachtet, in der Wohnung oder im Gefängnis. Der vatikanische Geisterbeschwörer würde um ihre Seele beten, nicht um ihr Leben, da ist sie, den Worten nach, wertlos. Nur Blut, von frommen Katholiken hilft der Kirche im Wachstum.
Das vom Papst zitierte von einem islamistischen Mufti, Ayatollah geäußert und die westliche Welt würde kollektiv Aufschreien. Die islamistischen Verbände in Deutschland entschuldigen sich reihenweise um dann zum Althergebrachten zurück zu kehren.
Dass, vom römischen Franz geäußerte ist schlichtweg idiotisch zu nennen, inhuman und zeigt ein äußerst fragwürdiges Menschenbild. Was die politischen Gottesmägde und -knechte nicht davon abhält ihm metaphorisch die Füße zu küssen. Keine Kritik am Ewiggestrigen, feuchten Auges blickte man die letzten Tage nach Rom, sehend, den Kitsch, die esoterische Geisterbeschwörung, den Obskurantismus des Todes, weil dieser die Kirche wachsen ließe.

Also, Asia Bibi, geh sterben, kirchengefällig, oder lebe menschlich. Letzteres ist eine gute Alternative.

Bild: Twitter @Pontifex_de. Screenshot: bb

Brief an einen jungen Philosophen

Grafik: TP
Gut gemeinte Ratschläge für das Studium der Philosophie, um das Schlimmste zu verhindern

Winfried Degen | TELEPOLIS

In Zeiten, in denen der Mangel an guten Fachkräften, besonders in den MINT-Fächern, die Entwicklung der deutschen Wirtschaft in zunehmenden Maße behindert, ist jeder talentierte junge Mensch, der sich irgendeinem Orchideenfach zuwendet, anstatt Natur- oder Ingenieurwissenschaften zu studieren, ein schwerer Verlust für unser Land. Der Autor hatte einen solchen Fall in der Familie und, um das Schlimmste zu verhindern, schrieb er einen Brief an einen jungen Philosophen.

Lieber S. ,

von Deiner Mutter erfuhr ich, dass du beschlossen hast, in B. Philosophie zu studieren. Das bekümmert mich sehr und ich schreibe Dir diesen Brief, um Dich zu bewegen, doch noch von diesem unnützen Unternehmen abzulassen.

Dabei geht es mir nicht zuerst um Deine wirtschaftliche Zukunft. Du weißt selber, wie viele Doctores Philosophiae letztlich als Taxifahrer ihr Brot verdienen müssen. Nein, Taxifahrer ist ein ehrenwerter Beruf, und jene, die diesen Beruf ausüben, leisten der Gesellschaft einen nützlicheren Dienst als die meisten Philosophen. Darum geht es mir also nicht.

Ich möchte Dich vielmehr bitten, Deine Motive für diesen Beschluss ernsthaft und ehrlich Dir selbst gegenüber zu prüfen. Du hast mir gesagt, dass Naturwissenschaften und Technik nicht ‚dein Ding‘ seien. Deine Mathematiknoten in der Schule seien selten besser als ausreichend gewesen. Dies alles interessiere Dich nicht. Ich kenne Dich auch als einen jungen Mann, der sich viele Gedanken macht, dem viele Fragen unbeantwortet bleiben. Ich kenne Deinen Einsatz für die Gerechtigkeit, Deine Unterstützung der Schwächeren.

Dies alles ehrt dich, und ich bin weit davon entfernt, dies als eine Schwärmerei der Jugend abzutun, die sich mit dem Alter schon legen wird. Aber glaube mir, um zu erfahren, was Gerechtigkeit ist, was Du also tun sollst, wie die Welt beschaffen ist, was Du also erkennen kannst, und wie Du selbst in dieser Welt stehst, wie Du also zu Dir selbst finden kannst, dazu wird Dir ein Studium der Philosophie wenig helfen. Wenn Du das glaubst, machst Du den gleichen Fehler, wie diejenigen, die glauben, mit einem Psychologiestudium ihr verkorkstes Seelchen wieder zurechtbiegen zu können.

Warum muss es unbedingt ein Studium sein? Warum willst Du nicht ein ehrbares Handwerk erlernen? Ein Tischler, der mit seinen Händen nützliche Dinge erschafft, ein Gärtner, der die Schönheit der Natur zum Blühen bringt oder ein Koch, der mit seiner Gaumenkunst seine Gäste beglückt – all diese können am Ende des Tages stolz darauf verweisen, dass sie die Welt, jeder an seinem Platz, ein wenig besser gemacht haben. Du sagst, du hättest zwei linke Hände, und Handwerk sei nichts für Dich. Höre ich da etwa einen Unterton von Hochmut durch?

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Journalismus-Skandal

Bild: CC0
Geheime Tagebücher eines Starreporters geleakt

Selma Mahlknecht, Simon Raffeiner | TELEPOLIS

Viel ist in den letzten Tagen geschrieben worden über den Fall Relotius und den Verfall des Journalismus, auch hier auf unserer Plattform. Wenn Reportagen zu kitschigen Rührstücken verkommen, wird aber oft eines vergessen: der Mensch im Hintergrund. Wer sind diese Journalisten, die sich mühsam rührselige Geschichten ausdenken, um uns zu erfreuen? Wie ergeht es ihnen, was treibt sie um? Wir lechzen nach einer empathischen, authentischen Innensicht, mit der die menschliche Dimension hinter der Zuckerguss-Fassade zum Vorschein kommt.

Unseren Reportern ist es gelungen, an die geheimen Tagebücher einer sogenannten Edelfeder zu gelangen, die erstaunliche Einsichten zutage fördert. Der Whistleblower, der diese Dokumente geleakt hat, möchte seinen Namen nicht in der Zeitung lesen, wir nennen ihn daher „C.R.“. Das R steht für „reliable“.

15.03.2007

Liebes Tagebuch,

Mama sagt, jetzt, wo ich bald 30 werde, soll ich weniger Schundromane lesen und endlich etwas aus meinem Leben machen. Werde ich halt auch Romanautor. Ideen hab ich ja genug.

20.06.2008
Liebes Tagebuch,

der Suhrkamp-Verlag hat meinen Romanentwurf mit dem Kommentar „kitschtriefende, bollywoodeske Schmonzette, von welcher man Brechdurchfall bekommt“ abgelehnt. Egal, mache ich daraus eben eine Reportage über einen erzkatholischen Waffennarren aus Bochum mit Erektionsstörungen und Mutterkomplex, welcher davon träumt, einmal in seinem Leben das noch schlagende Herz eines Büffels essen zu können. Vielleicht nimmt sie ja wer.

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Weihnachten feiern mit der CIA

Bild:TP
Vertrauliche Anweisungen des US-Geheimdienstes für Weihnachtsbäume

Markus Kompa | TELEPOLIS

In seinem Gründungsjahr 1947 sorgte man sich beim US-Auslandsgeheimdienst Central Intelligence Agency (CIA) vor allem um den Erhalt der eigenen Gesundheit. Als Risiko erkannte man nicht nur schallgedämpfte Pistolen der fiesen Kommunisten, sondern auch die Weihnachtszeit.

Eine bis 2002 geheime CIA-Anweisung reglementierte insbesondere den Einsatz von Weihnachtsbäumen in CIA-Gebäuden. Diese waren nur in angemessenem Umfang für brandsichere Gebäude mit Sprinkleranlage gestattet. Für Christbaumschmuck durften ausschließlich schwer entflammbare Materialien verwendet werden, zur Beleuchtung waren nur elektrische Kerzen gestattet. Wer in Baumesnähe tanzen wollte, bedurfte einer Sondererlaubnis des Vorgesetzten.

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Der Mythos Mondholz

Foto: AP/Mike Zacchino
Mondholz kostet rund 30 Prozent mehr als vergleichbares Holz. Eine bessere Qualität erhält man dafür nicht, aber schöne Erklärungen

Christian Kreil | Blog-derStandard.at

Erwin Thoma führt ein florierendes Bauunternehmen, es ist die Nummer Eins im Holzbau, seine Arbeiten in aller Welt sorgen für Aufsehen, er ist Autor zum Thema Holz und Wald, er predigt eine nachhaltige Bauweise und Wirtschaft glaubhaft. So einer kann sich aussuchen, wo er auftritt, spricht und philosophiert: Thoma hat sich im Jahr 2017 die „Anti-Zensur-Konferenz“ des Schweizer Sektengurus Ivo Sasek ausgesucht. Bei der Veranstaltung sprachen vor Thoma: Hagen Grell, ein publizistischer Aktivist, der sich für Angelegenheiten der AfD und rechts der AfD stark macht und Heiko Schrang, der in seinen Publikationen schon mal an der deutschen Kriegsschuld zweifelt und behände von der Verschwörung jüdischer Bankiers und der „Illuminaten“ auf dem Weg zur Weltherrschaft schwadroniert. Dieses Milieu muss man mögen.

Das Mondholz, ein Geheimnis das Thoma mit allen teilt

Thoma mag in erster Linie die Bäume und den Wald. „Die geheime Sprache der Bäume“ lautet das Referat und ein Buch Thomas. Der Unternehmer unterhält das Publikum mit der Attitüde des Naturburschen, die etwas gekünstelt wirkt. Die Photosynthese erklärt er dem Publikum, als würde ein Waldbauernbub Märchen vorlesen: „Diese Luft ist die Nahrung des Baumes.“ Bäume hätten „die größte Lebenserfindung gemacht, die es auf Erden gibt, nämlich: die grüne Farbe.“

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Philosophie des Gehens: Wer zu Fuss geht, ist Anarchist

«Gehen ist eine Zeitmaschine»: Erling Kagge, 55, ist zu Fuss unterwegs in Oslo. (Bild: Frode Hansen / NTB Scanpix Norway / Keystone)
Der Norweger Erling Kagge meditiert über das Gehen im Freien. Mit seiner Weisheitsliteratur trifft er einen Nerv der Zeit.

Von Martina Läubl | NZZamSonntag

Eigentlich wäre es ganz einfach. Man müsste nur die Schuhe anziehen und losgehen. Hinaus, weg, in die Weite. Kein Ziel erreichen, sondern einfach einen Fuss vor den anderen setzen, bis nichts anderes mehr zählt als der nächste Schritt. Erling Kagge tut das immer wieder, stunden-, tage- und wochenlang. Für den 55-jährigen Norweger ist Gehen eine Quelle der Energie, auch wenn es ihn zwischendurch an den Rand der Erschöpfung bringt.

Er erreichte zu Fuss den Nordpol und den Südpol und bestieg den Mount Everest. Ausserdem gründete er einen Verlag, sammelt Kunst und schreibt Bücher, in denen sich seine vielfältigen Erfahrungen niederschlagen. «Stille. Ein Wegweiser» wurde im vergangenen Jahr zum Bestseller.

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Im Namen des Atheismus wurde noch kein Kondom verboten und kein Selbstmordattentat durchgeführt

Zeitgemäßer Zynismus: Mathias Tretter brachte vor rund 300 Zuschauern im Festsaal des Kultur im Oberbräu sein aktuelles Soloprogramm „Pop“ auf die Bühne. © Andreas Leder
Ein fulminantes und fesselndes Spitzenkabarett lieferte Mathias Tretter. Mit seinen Soloprogramm „Pop“ war er im Festsaal des Holzkirchner Kultur im Oberbräu.

Reinhold Schmid | Merkur.de

Mit seinem aktuellen Soloprogramm „Pop“ liefert Mathias Tretter ein Musterbeispiel für fesselndes und dichtes Kabarett. Zwei Stunden lang brannte er am Samstag vor knapp 300 Zuhörern im Festsaal des Holzkirchner Kultur im Oberbräu ein satirisches Feuerwerk ab. Dabei kamen leichtere Gags zum zwischenzeitlichen Durchschnaufen ebenso zum Einsatz wie verblüffende Geistesblitze, frappierende Gedankenverbindungen und schonungslos zugespitzte kabarettistische Abrechnungen mit Missständen und Fehlentwicklungen unserer Zeit.

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Größtes männliches Vorbild: Jesus nur auf Platz zwei

democraticunderground.com

Sehen die Deutschen Jesus noch als Vorbild? Geht es nach einer aktuellen Umfrage, lautet die Antwort: ja. Doch für Platz eins hat es leider nicht gereicht. Den belegt ein anderer „Heilsbringer“.

katholisch.de

Der Sohn Gottes spielt im öffentlichen Bewusstsein offenbar doch noch eine Rolle: Jesus Christus liegt auf Platz zwei der größten männlichen Vorbilder der Deutschen. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „Mafo.de“, die im Auftrag des Männermagazins „Playboy“ durchgeführt wurde. Demnach würden ihn 11 Prozent der Frauen und 14,1 Prozent der Männer ihren eigenen Söhnen als Vorbild empfehlen. Für die Umfrage wurden 1.066 repräsentativ ausgewählte Frauen und Männer aus Deutschland herangezogen. Zur Auswahl standen 36 bekannte Männer.

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Richard Dawkins und die Verteidigung menschlicher Vernunft

Richard Dawkins: Forscher aus Leidenschaft. Foto: Ralf Julke
Von fundamentalen Dummköpfen nicht irre machen lassen

Ralf Julke | Leipziger Internet Zeitung

Es ist erstaunlich: Zu Beginn des 21. Jahrhunderts kämpfen wir nun wieder gegen ein Dunkelmännertum, das eigentlich in dieser Vernunftfeindlichkeit zuletzt im 17. Jahrhundert zu finden war. Es wird an Verschwörungstheorien und Astrologie geglaubt, an göttliche Pläne und heimliche Kräfte. Und umso mehr fällt ein Bursche auf, der seit Jahrzehnten mit Witz und Sarkasmus für die Benutzung des gesunden Menschenverstandes wirbt.

Zum ersten Mal so richtig ins Hornissennest gestochen hat der englische Evolutionsbiologe Richard Dawkins ja bekanntlich 1976 mit der Veröffentlichung seine Buches „The Selfish Gene“, das in der deutschen Variante dann als „Das egoistische Gen“ erschien. Was natürlich all den Diskutanten, die nur das Wörtchen „egoistisch“ lasen, suggerierte, Dawkins würde die Gene geradezu personifizieren und den Egoismus zur neuen Triebkraft der Evolution erklären. Tatsächlich erzählte er mit seinem Buch sehr plastisch, wie die darwinistische Evolution tatsächlich vor sich geht – nämlich auf Basis der Gene, den Informationsträgern des Lebens.

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Aus Protest: Schwedischer Provider blockiert Elsevier

Bild: heise online
Der umstrittene Wissenschaftsverlag Elsevier zwang einen schwedischen Provider, den Zugang zu Sci-Hub zu blockieren. Die Schweden zeigten Haltung.

Von Daniel Berger | heise online

Der schwedische Internet-Provider Bahnhof sperrt aus Protest den Zugang zu Elsevier. Der niederländische Wissenschaftsverlag hatte zuvor von Bahnhof gefordert, den Zugang zu einigen Domains zu blockieren, darunter die von Sci-Hub. Dabei handelt es sich um eine Art Schattenbibliothek, in der wissenschaftliche Aufsätze bereitstehen, die es sonst nur hinter Bezahlschranken gibt – etwa bei Elsevier.

Weil Sci-Hub das Urheberrecht verletze, sollen Bahnhof und sechs andere Provider ihren Kunden den Zugang zur Plattform verwehren, verlangt Elsevier und ging vor Gericht. Das schwedische Patent- und Marktgericht (PMD) gab dem Verlag Recht. Die Gerichtsentscheidung sei „schrecklich“ und richte sich gegen „die Seele des Internets“, erklärte Bahnhof-Chef Jon Karlung gegenüber TorrentFreak.

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12 Mind-Bending Perceptual Illusions

Breezy Clothing
Everyone loves a good optical illusion. Most people first come across them as kids, and are instantly transfixed. And most of us never quite outgrow them. Even cats seem to enjoy the occasional optical illusion!

By Steve Stewart-Williams | NAUTILUS

The good news, then, for humans and nonhumans alike, is that our illusions seem to be getting better over time. In the age of social media, lots of people are making and sharing them, and the best ones are quickly going viral and setting the new standard. In effect, our illusions are evolving culturally to be more and more powerful.

But although perceptual illusions are fun, they also have important philosophical implications. They show us in a clear and unambiguous way that we don’t directly perceive the world around us. Perceptual experience is a simulation—a mental model—that doesn’t always correspond to the reality it aims to depict.

The following illusions are some of my favorites. Enjoy!

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Die Heiligsprechung der Angela Merkel im grünen Milieu

Die taz nimmt Abschied von ihrer Königin der Herzen und warnt vor „breitbeinigen Nachfolgern“

Peter Nowak | TELEPOLIS

„Vor 28 Jahren, am 2. November 1990, öffnete Angela Merkel die Tür dieses Fischerschuppens in Lobbe, Südost-Rügen. Es war kühler, stürmischer, nebliger als im November 2018.“ Das könnte ein etwas banaler Anfang eines modernisierten Hedwig-Courths-Mahler-Romans sein.

Diese Zeilen handeln tatsächlich von einer Liebesgeschichte, der des grünen Milieus in Deutschland zu Angela Merkel. So beginnt in der aktuellen Ausgabe der taz eine sentimentale Rührstory über den politischen Weg von Merkel. Die Fischerhütte wird da zum romantischen Mythos und gleichzeitig zur Projektion. So geht es in der aktuellen taz-Ausgabe auf vielen Seiten weiter. Anlass ist das absehbare Ende der Ära Merkel-Schäuble nach dem angekündigten Verzicht auf den Unionsvorsitz durch Merkel.

In unterschiedlichen Artikeln wird der Heiligen Angela gehuldigt. Sogar verschiedene Fotografen werden aufgeboten, die daran erinnern sollen, wann sie in der politischen Laufbahn Merkels nach 1990 welches Foto von Merkel aufgenommen haben.

Man reibt sich die Augen und vergewissert sich noch mal, ob man wirklich die Taz vor sich hat und nicht eines der Herz-Schmerz-Blätter, die immer so romantisch den Menschen die Sorgen und Nöte von Prinzessinnen und Grafen nahebringen wollen. Doch kein Zweifel, es ist die taz und für die und das grüne Milieu war Merkel schon länger zur Königin der Herzen geworden.

Immer wieder haben sich in den letzten Jahren Menschen aus diesem Milieu als Merkel-Fans geoutet und dann immer beteuert, mit den Unionsparteien eigentlich nie viel zu tun gehabt zu haben.

Die Bezeichnung als „Szene“ ist wichtig, weil nicht alle Funktionsträger der Grünen vom Merkel-Fieber angesteckt waren. Doch niemand widersprach dem fundamental, weil sie wussten, dass ihnen das nicht gut bekommen würde. Zudem ist mit dem Begriff „Szene“ oder „Milieu“ eben auch das ganze Umfeld der Grünen gemeint, die mit ihrem Habitus dieses Milieu noch immer gut abbildet, auch wenn sie vielleicht in der grünen Partei selbst nicht aktiv sind oder sie vielleicht auch gar nicht wählen.

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Space Pirates Take Warning: This ‚Skull and Crossbones Nebula‘ Is Full of Gas and Baby Stars

Avast, mateys! The Skull and Crossbones Nebula, in the constellation Puppis (or „poop deck“) has two terrifying eyes peering out of a skeletal face in space. Credit: ESO
Avast, mateys! Unsheathe your spyglasses and train them on the southern skies. There sails a star-forging nebula on the horizon, and it’s flying the Jolly Roger from its stellar sails!

By Brandon Specktor | SPACE.com

Ahem Enough of that. The point is, a cluster of stars out there called NGC 2467 looks like an awesome skeletal nightmare mask in the sky — hence its nickname, the „Skull and Crossbones Nebula.“ Today, the European Southern Observatory (ESO) released a new photo of the nebula’s shrieking „mouth“ spitting fresh stars across the cosmic sea.

Keeping with the high-seas theme, the Skull and Crossbones nebula lives in the constellation Puppis, or „the poop deck,“ near the Perseus Arm of the Milky Way. It’s located a few tens of thousands of light-years away from Earth.

The nebula is thought to consist of several young star clusters that have been around for only 1 million or 2 million years at most, and it’s an active stellar nursery for new star formation, according to the ESO. For this reason, scientists interested in the birth of fresh stars have occasionally studied nebula NGC 2467. [11 Fascinating Facts About Our Milky Way Galaxy]

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Als die Hexengöttin mit Bart Brett Kavanaugh verflucht

In Zeiten von Donald Trump greifen einige Amerikaner zu ungewöhnlichen Mitteln, um ihren Missmut auszudrücken: auch zu Okkultismus und Hexenritualen. Mit Friedhoferde im Einmachglas verflucht ein New Yorker Hexenzirkel den neuen Obersten Richter Brett Kavanaugh.

Von Hannes Stein | DIE WELT

In dem kleinen, feinen Esoterik-Buchladen „Catland Books“ versammelte sich ein merkwürdiger Menschenhaufen, während sich der Abend über Brooklyn herabsenkte. Frauen waren eindeutig in der Überzahl, die meisten von ihnen jung; viele trugen Hexenkostüme. Wachskerzen wurden angezündet, Fotos verbrannt.
Auch Erde von einem frischen Grabmal und Sargnägel spielten eine wichtige Rolle. (Die Erde von dem Grabmal wurde in ein Einmachglas gefüllt, damit man immer wieder von seinen magischen Kräften Gebrauch machen konnte.)

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Darwin Award: Die dümmsten Tode der Welt

Bild: tag24.de
Im Jahr 1994 hat eine besonders morbide Internetgemeinschaft den „Darwin Award“ ins Leben gerufen. „Ausgezeichnet“ werden Menschen, die aus außerordentlicher Dummheit aus dem Leben schieden und denen es deshalb nicht mehr möglich ist, ihre Gene zu verbreiten. Benannt wurde der Preis nach Charles Darwin (1809-1882), Vater der Evolutionstheorie und Entdecker der natürlichen Auslese. Hier eine kleine Auswahl aus Preisträgern und Nominierten.

Von Juliane Weigt | TAG24

Der kanadische Rechtsanwalt Garry Hoy versuchte 1993 die Stärke der Fensterscheiben eines Wolkenkratzers in Toronto zu demonstrieren. Er warf sich mit voller Wucht gegen das Glas – das dann zerbrach. Garry Hoy stürzte 24 Stockwerke tief in den sicheren Tod. In einem Zeitungsinterview beteuerte sein Chef später, Garry sei einer seiner intelligentesten Mitarbeiter gewesen…

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Vögel im Vollrausch

Bild: Neue Zürcher Zeitung
Auch Tiere trinken gern mal einen über den Durst. In Neuseeland ist jetzt die trinkfreudige Neuseeland-Fruchttaube zum Vogel des Jahres 2018 gewählt worden.

Elena Panagiotidis | Neue Zürcher Zeitung

Wenn in der Schweiz der Vogel des Jahres gekürt wird, handelt es sich dabei meist um ganz seriöse Tiere. Oft vom Aussterben bedroht, haben sie besondere Talente: Sie singen bezaubernd, können tauchen oder sind Meister im Höhlenbau. So ist der Vogel des Jahres 2018 der Wanderfalke, im Vorjahr war es die Wasseramsel und 2016 der Buntspecht.

In Neuseeland ist nun ein Tier zum Vogel des Jahres gewählt worden, welches einen weniger soliden Lebenswandel pflegt: die Neuseeland-Fruchttaube. Der bunte Vogel, in der Landessprache Kererū genannt, wird von der Umweltschutzgruppe «Forest and Bird», die die Wahl ausschreibt, als «tollpatschig, betrunken, gefrässig und glamourös» bezeichnet.

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Wenn das Brathähnchen wieder Broiler heißt

Bild: DER TAGESSPIEGEL.de
Schwierige Zeiten für die Sprache: Nicht jeder sollte alles sagen. Manchmal hängt es von der Religion ab. Schöne alte Begriffe aber sollten erhalten bleiben. Eine Glosse.

Von Harald Martenstein | DER TAGESSPIEGEL

Verwirrende Zeiten. Ausgerechnet Heinz Buschkowsky, der Helmut Schmidt von Neukölln, soll aus der SPD ausgeschlossen werden. Die „AG Migration“ hat es einstimmig beantragt. Sie werfen ihm vor, er sei rechts, also, im Grunde ein Faschist oder auch Sozialfaschist. Sein Sündenkatalog war in dieser Zeitung zu lesen. Unter anderem hat Buschkowsky sich zu der Aussage verstiegen, der Islam habe ein „absurdes Frauenbild“.

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Wo eiserne Jungfrauen im Mekka-Wasser baden

Spott mit Gott: eine typisches Noktara-Wunder (Noktara.de)
Das Portal „Noktara.de“ – erfunden von zwei Satirikern aus Wiesbaden – macht sich lustig über Fundamentalisten, Terroristen und Nazis. Die Meldung, dass während des Ramadan die Stadt Essen in „Fasten“ umbenannt werde, schaffte es sogar ins ungarische Staatsfernsehen.

Von Kirsten Lorek | Deutschlandfunk

„Noktara.de – feinste Ethno-Satire mit Nachrichten aus dem Morgenland, schon heute.“

Mal ehrlich, wer nach diesem Werbetrailer nicht kapiert hat, dass es hier um Satire geht, ist selber schuld. Und Satire darf, frei nach Tucholsky, schließlich alles. Obwohl, da schränken die beiden Macher von „Noktara.de“ ein:

„Ich würde sagen, man kann sehr viel machen, es ist immer die Frage, wie man es macht. Man kann auch sehr viel machen mit dem Islam.“

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Zwei berühmte mathematische Vermutungen sorgen für Zündstoff

Der Mathematiker Peter Scholze hat mit einem Kollegen einen möglichen Schwachpunkt in einem Beweis der abc-Vermutung entdeckt. (Bild: Volker Lannert / Universität Bonn)
Immer wieder kommt es vor, dass sich ein mathematischer Beweis als falsch herausstellt. Meist bekommt die Öffentlichkeit davon nichts mit. Doch in den letzten Wochen haben zwei Ereignisse hohe Wellen geworfen.

George Szpiro | Neue Zürcher Zeitung

Die Mathematik liefert selten Schlagzeilen. Doch in den vergangenen Wochen stand sie gleich zweimal im Rampenlicht. Zuerst entzauberten zwei Mathematiker einen vermeintlichen Beweis der sogenannten abc-Vermutung. Kurze Zeit später verkündete ein vielfach geehrter Mathematiker, er habe auf wenigen Seiten die 160 Jahre alte Riemannsche Vermutung bewiesen. Der Spott liess nicht lange auf sich warten.

Bei der abc-Vermutung geht es um Zahlentripel – a, b und c –, die keine Primzahlen gemein haben und für die gilt a+b=c. (Primzahlen sind ganze Zahlen, die nur durch eins und durch sich selber geteilt werden können.) Es wird vermutet, dass das Produkt der Primfaktoren dieser drei Zahlen im Allgemeinen grösser ist als c. Zum Beispiel ist 6+25=31. Die Zahl 6 hat die Primfaktoren 2 und 3, 25 hat den Primfaktor 5, und 31 ist selber prim. Das Produkt der Primfaktoren ist somit 2×3×5×31=930, was grösser ist als 31. (Genauer besagt die Vermutung, dass es bloss endlich viele solche Tripel gibt, deren Primfaktorprodukte, potenziert mit d (d>1), kleiner sind als c.)

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Und alle so: Huch, herrje!

© dotpolka, flickr.com, CC BY-NC-ND 2.0
Kirchenvertreter zeigen sich schockiert über den sexuellen Missbrauch, den ihre Kollegen weltweit zigtausendfach begangen haben. Die Wahrheit ist: Diese perfide Form der Unterdrückung ist in Ideologie und Struktur der Kirche bereits angelegt.

Von Klaus Ungerer | hpd.de

Wie um Himmels Willen konnte das passieren? Die nun allseits verlautbarte Betroffenheit ist groß. Kirchliche Vortragskünstler gucken mit traurigen Gesichtern in die Kameras, offensichtlich haben auch sie schwer, schwer zu tragen daran: Tausende von jungen Menschen sind von ihren Kollegen, hauptberuflichen Märchenerzählern einer religiösen Organisation, an Leib und Seele massiv geschädigt worden, aus Geilheit und Machtgenuss, was ja gerade bei Männern oft ineinanderfällt. Ja, sapperlot noch einmal, wie überraschend! Wie unglaublich betroffen machend, nachdem der ganze Saustall das jahrzehntelang gedeckt und die Schuldigen im besten Fall weggelobt hat!

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