Der „Bund für Geistesfreiheit“ will an Karfreitag feiern

Auch andere Gruppen demonstrieren seit Jahren gegen das Tanzverbot am Karfreitag, im Bild etwa Jugendliche, die im Jahr 2012 einem Aufruf der Münchner Grünen gefolgt waren. (Foto: Alessandra Schellnegger)
  • Der Münchner Ableger des „Bundes für Geistesfreiheit“ lädt am Karfreitag zur „Heidenspaß-Party“.
  • 2016 hat das Bundesverfassungsgericht das generelle Tanzverbot in Bayern an Karfreitag für verfassungswidrig erklärt. Seitdem müssen an den „stillen Tagen“ Ausnahmen möglich sein.
  • Das Kreisverwaltungsreferat will nun prüfen, ob die geplante Party mit den Vorgaben des Feiertagsgesetzes in Einklang steht.

Von Jakob Wetzel | Süddeutsche.de

Vor zehn Jahren ist er untersagt worden, jetzt aber soll dem Tanz am Karfreitag nichts mehr im Wege stehen: Nachdem das Bundesverfassungsgericht entschieden hat, dass ein entscheidender Halbsatz im bayerischen Feiertagsgesetz verfassungswidrig ist, hat der Münchner Ableger des „Bundes für Geistesfreiheit“ (BfG) erneut zur „Heidenspaß-Party“ geladen.

Unter dem Motto „10 Jahre verboten – jetzt erlaubt!“ sind im Oberangertheater in der Altstadt unter anderem eine Comic-Lesung, eine Filmvorführung, eine Tanz-Einlage und ein Kabarettprogramm vorgesehen. Ob die Party wie angekündigt stattfindet, ist allerdings auch nach der neuen Rechtslage noch unklar.

weiterlesen

Website That Simulates How Speech Works in Your Mouth Is So Weird and Cool

I can’t stop giggling uncontrollably at this web application. It’s not even the name, „Pink Trombone,“ that’s getting to me. It’s something about manipulating a disembodied mouth to sound as delightfully ridiculous as possible.

By Samantha Cole | MOTHERBOARD

t’s the creation of Neil Thapen, a researcher at the Institute of Mathematics of the Academy of Sciences of the Czech Republic.

The app is built to explore how speech is formed in the throat and mouth, from the sound generated at the glottis to each part of the soft palate, hard palate, lips, tongue and nasal cavity. Depending on where you click or press, the mouth lets out a steady, slightly bored scream, or a nasally babble that almost sounds like words (though I still haven’t been able to make it say anything distinct—motivation to keep trying!). Moving the tongue and pitch around produces vowels, while touching the lips and oral cavity produces consonant.

What are you trying to say, Pink Trombone? Muh-ma-OOwahoooOOOa? Got it.

„Saudi Girls Revolution“: Die Comic-Kämpferinnen Saudi-Arabiens

Latifa ist eine der Heldinnen des Comics – (c) Na3am
In einem Comic, der gerade in dem ultrakonservativen Königreich erschienen ist, kämpfen Heldinnen gegen die Unterdrückung durch das Regime. Geschrieben wurde er von einem Prinzen.

Die Presse.com

Die Frauen in Saudi-Arabien begehren auf und erheben sich gegen Unterdrückung des Regimes. So steht es jedenfalls in einem Comic, der gerade in dem ultrakonservativen Königreich erschienen ist. „Die herrschende Monarchie hat einen kranken Plan für ihren Untergang. Aber wie du bald bemerken wirst, kann nicht jede Frau unterworfen werden“, heißt es dort. Der Titel: „The Saudi Girls Revolution“.

Frauen? Revolution? Saudi-Arabien? Drei Worte, deren Kombination in Riad eigentlich die Alarmglocken schrillen lassen müsste. Dabei ist der Urheber sogar ein Spross der Königsfamilie. Die Heldinnen von Autor Prinz Fahad al-Saud sind Symbole des Widerstands und der Emanzipation. Sie loten die Grenzen des Erlaubten in einer der konservativsten Gesellschaften der Welt neu aus.

weiterlesen

Zeitung verunglimpft Merkel als „Frau Hitler“

In der Fotomontage auf der Titelseite verpasste die türkische Zeitung „Günes“ Kanzlerin Merkel einen Hitler-Bart. Foto: Linda Say (dpa)
Eine regierungsnahe türkische Zeitung zeigt Angela Merkel auf der Titelseite mit SS-Uniform und Hakenkreuz. Zudem wird die Kanzlerin als „weiblicher Hitler“ und „hässliche Tante“ bezeichnet.

Frankfurter Rundschau

Angela Merkel als „Frau Hitler“ in Nazi-Uniform – so sieht die türkische Boulevardzeitung „Günes“ die deutsche Kanzlerin. Auf seiner Titelseite druckte das regierungsnahe Blatt am Freitag eine Fotomontage der Bundeskanzlerin mit Hitler-Bart in schwarzer Uniform.

Regierungssprecher Georg Streiter sagte daraufhin lediglich: „Wir beteiligen uns nicht an diesem Wettkampf der Eskalationen. Die Kanzlerin macht das nicht mit.“

weiterlesen

Rheinische Kirche stoppt Luther-Kondome – „Hier stehe ich…“

Eine Verteilung von Kondomen mit provokanten Luther-Sprüchen als Werbebeitrag zum 500. Reformationsjubiläum ist auf Anordnung der rheinischen Kirche gestoppt worden (Symbolfoto). Foto: Oliver Berg / dpa
Eine Jugendkirche wollte Kondome mit Sprüchen wie „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ verteilen. Daraus wird jetzt nichts mehr.

Berliner Morgenpost

Eine Kondom-Verteilaktion mit provokanten Luther-Sprüchen ist auf Anordnung der rheinischen Kirche gestoppt worden. Die von der evangelischen Jugendkirche Düsseldorf verteilten Kondome mit Martin Luther zugeschriebenen Sprüchen wie „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ werden wieder eingesammelt. Das teilte die Evangelische Kirche im Rheinland am Freitag mit. Mehrere Medien hatten darüber berichtet.

In einem Brief schrieb der für Erziehung und Bildung zuständige Oberkirchenrat Klaus Eberl: „Wir halten diese Aktion für grundsätzlich ungeeignet für die Jugendarbeit.“ Daher sei sie in Absprache mit den Initiatoren gestoppt worden.

weiterlesen

Femninistische Burschenschaft: Und lachend zeigt die Hyäne ihre Zähne

foto: facebook/hysteria … weht dort nun die Hyänenfahne.
Die Burschenschaft Hysteria erfüllt alle Kriterien eines traditionellen Männerbundes – abgesehen davon, dass sie links und feministisch ist und allein Frauen aufnimmt

Von Julia Grillmayr | derStandard.at

„Bruder Sargnagel wurde geblockt.“ Das erste virtuelle und gleich virale Lebenszeichen der Burschenschaft Hysteria im April 2016 war der Aufruf, jenes Facebook-Posting zu teilen, das der Künstlerin Stefanie Sargnagel eine zeitweilige Sperre auf der Social-Media-Plattform einbrachte. Sie machte sich darin über ein Mitglied der rechten Bewegung der Identitären lustig. Kurz darauf formulierte die Burschenschaft – auf Facebook unter @BurschenschaftHysteria, auf Twitter unter B!Hysteria zu finden – ihr Leitbild. Als „älteste Burschenschaft Österreichs“ stehe Hysteria für starke ideelle Werte, die Unterdrückung Andersdenkender und für aktiven Vaterlandsverrat. Wie in jeder Burschenschaftssatzung fehlt der Wahlspruch nicht: „Ehre, Freiheit, Vatermord. Heil Hysteria!“ Nachtrag: „Der Beitritt von Männern ist aufgrund unserer jahrhundertealten Tradition selbstverständlich nicht möglich.“

weiterlesen

Ricky Gervais zu Stephen Colbert: „Sie glauben nicht an 2999 Götter. Es ist nur einer mehr, an den ich nicht glaube.”

Wenn der strenggläubige Katholik Stephen Colbert den Atheisten Ricky Gervais in seine Show einlädt, kann man darauf wetten, dass es in ihrem Gespräch irgendwann um Religion gehen wird. Gestern Abend (Anm. d. Red.: 1. Februar 2017) warteten beide nicht erst, bis das Thema von selbst auftaucht, sondern kamen gleich zur Sache; sie diskutierten „erste Ursachen”, die Definition von Atheismus und warum Gervais nicht einfach nur „an Wissenschaft glaubt”.

Von Hemant Mehta | Richard-Dawkins-Foundation

Die Konversation war nicht streitlustig, erlaubte aber beiden Bühnenkomikern, ihre Positionen klar zu machen.

Gervais: „Der Atheismus lehnt lediglich die Behauptung ab, es gäbe einen Gott. Er ist kein Glaubenssystem. Das ist Atheismus, in aller Kürze. Sie sagen, es gibt einen Gott. Ich sage: Können Sie das beweisen? Sie sagen: Nein. Ich sage: Daher glaube ich Ihnen nicht. Sie glauben an Gott, nehme ich an?

Colbert: „Ähm… in Gestalt dreier Personen, aber fahren Sie fort.”

Gervais: „Ok. Es gibt etwa 3000 Götter zur Auswahl. Im Grunde lehnen Sie einen weniger ab als ich; Sie glauben nicht an 2999 Götter, und ich glaube an nur einen weiteren nicht.”

Gervais sagte weiterhin, er fühle immense Dankbarkeit für seine Existenz, denn „die Chance war eins zu Milliarden, dass ich als ich selbst auf diesem Planeten erscheine, und ich werde es nie wieder.” Anschießend, nachdem er hörte, sein Vertrauen in die Wissenschaft sei auch nur eine Art Glaube, konterte Gervais mit diesem hübschen Monolog.

weiterlesen

Böhmermann geht in Berufung

Screenshot: youtube
  • Jan Böhmermanns Anwalt hat am Freitag Berufung gegen die Entscheidung des Landgerichts Hamburg zu Böhmermanns Schmähgedicht eingelegt.
  • „Man kann ein Kunstwerk nicht in Einzelteile sezieren“, so die Begründung von Christian Schertz. Das Gericht habe außerdem den aktuellen Gesamtkontext nicht berücksichtigt.
  • Das Landgericht Hamburg hatte Böhmermann am 10. Februar verboten, anzügliche Passagen aus seinem Schmähgedicht über den türkischen Präsidenten Erdoğan zu wiederholen.

Von Annette Ramelsberger | Süddeutsche.de

Jan Böhmermann will nicht klein beigeben. Er will den Streit mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan bis zum Ende ausfechten, der ihn wegen eines Schmähgedichts verklagt hatte. Der Fernsehsatiriker und fünffache Grimme-Preisträger geht gegen die Entscheidung des Landgerichts Hamburg vor, das ihm am 10. Februar große Teile seines „Schmähgedichts“ verboten hatte. Böhmermann hatte in seiner Sendung Neo Magazin Royale vor einem Jahr satirisch erklärt, wie man Erdoğan kritisieren darf und wie nicht.

weiterlesen

Psiram, Ruhrbarone und GWUP enttarnt Teil 2 – Markus Fiedlers neueste Enthüllungen

Markus Fiedlers langerwarteter zweiter Film „Zensur“ ist online. Ja, wir können es kaum abwarten zu erfahren, welche neuen Erkenntnisse wir diesmal wohl wieder erfahren werden *nervös-an-den Fingernägeln-kau*. Ich gehe hier nicht auf die Machtstrukturen innerhalb der Wikipedia ein. Da mag es oder mag es auch nicht Seilschaften, Cliquenbildung etc. geben. Das sollen Leute beurteilen, die sich besser damit auskennen. Mir geht es hier nur um die angeblichen Beziehungen zu anderen Projekten.

Niederrheiners Blog

Was Heiteres zum Einstieg: Irgend ein Käseblatt hat in einem Artikel den Titel von Fiedlers erstem Film „Die dunkle Seite der Wikipedia“ wohl aus Schusseligkeit falsch wiedergegeben als „Gut informiert durch Wikipedia“, was natürlich den ganzen Sinn des Films auf den Kopf stellt. Fiedler brezelt sich darüber auf [0:30:50] 😉

Fiedler entdeckt Psiram

Fiedler hat 3 Zeitungsartikel über eine Ausladung von Daniele Ganser als Redner auf einer Veranstaltung der „Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung“ (KAB) verglichen. Er vermutet aufgrund ähnlichen Inhalts eine gemeinsame Quelle. Der Wikipedia-Eintrag von Ganser enthält nicht alle wichtigen Inhalte dieser Texte. Googelt man aber nach diesen Punkten, kommt man auf den entsprechenden Psiram-Eintrag zu Ganser.

Sehr schön im Video ist die Dramahörnchen-Musik im Hintergrund, welche während der Enthüllung gespielt wird [0:33:39]! Wobei mir jetzt nicht klar ist, was daran dramatisch sein soll: Wahrscheinlich hat sich in der Presse schon herumgesprochen, dass bei Verschwörungstheoretikern Psiram eine gute Quelle ist. Der einzige Mensch auf der Welt, dem diese Erkenntnis besonders bemerkenswert oder neu vorkommt, scheint Herr Fiedler selbst zu sein 😉

Fiedler „entdeckt“ einen Zusammenhang zwischen Psiram und der Antifa

Auf der Facebook-Seite der Veranstaltung verlinkt ein User „Antifa e.V. Oberbayern“ den Psiram-Artikel zu Ganser, woraus Fiedler auf eine Verbindung zwischen 2 Gruppen der Antifa und Psiram schließt [0:35:26]. Fragt nicht, wie er auf 2 Gruppen kommt, das bleibt im Dunkeln. Aber alleine wegen einer einzigen Verlinkung von einer „offensichtlichen Verbindung“ zu reden, ist schlicht lächerlich.

weiterlesen

Palmer entschuldigt sich bei Erdogan für „Nazi-Methoden“

Bild: Magazin „The Economist“
Tübingens grüner Oberbürgermeister Palmer hat dem türkischen Präsidenten Erdogan im Fall Yücel vollumfängliche Solidarität zugesichert. Auch sonst ist sein Offener Brief voller Entschuldigungen – und vor allem Ironie.

DIE WELT

In den Fall des in der Türkei inhaftierten „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel hat sich nun auch Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer eingeschaltet. Der Grünen-Politiker hat am Dienstag einen Offenen Brief auf Facebook veröffentlicht, in dem er sich an den Präsidenten der Türkei, Recep Tayyip Erdogan, wendet.

Die Zeilen strotzen vor Ironie – und schlagen zugleich eine Brücke zum Fall von ZDFneo-Moderator Jan Böhmermann, der im vergangenen Jahr wegen Beleidigung Erdogans angeklagt worden war. Schon damals hatte Palmer einen Brief veröffentlicht. Diesen aber nun aufgrund der aktuellen Entwicklungen – auch mit Blick auf die Kontroverse um die Wahlkampfauftritte türkischer Politiker in Deutschland – aktualisiert und nochmals auf Facebook gepostet.

weiterlesen

Volker Kauder: Dodo des Monats Februar 2017

Dodo des Monats Februar 2017 ©HFR

Die Frömmigkeit hat gewonnen. Angesiedelt zwischen evangelikalen Irrsinn und gestapelte Notrationen im Keller. Wartend auf das Jüngste Gericht. Kauder selbst ist wohl pietistischer Protestant mit katholischer Kontamination. Der Mensch ist die Schöpfung Gottes, geformt nach seinem Ebenbild. Von ihm kommen Menschenwürde und Menschenrechte. Erstere spricht Bibel-Fundamentalist Kauder den Homosexuellen, bei christlicher Notwendigkeit, mehrmals am Tag ab. Er meint, er sei konservativ. Er hat ein beschissenes Menschenbild, das ist der Punkt, nicht sein Konservatismus.
Als Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag wird er hauptsächlich in Sachen Glaube wahrgenommen. Dafür wird er vom säkularen Staat gut bezahlt. Ein Bild mit dem Ratzinger-Papst ist in seinem Zimmer zu sehen. Nichts dessen man stolz sein sollte. Aber so verschieden sind die Weltbilder.

Kauder selbst steht der Deutschen Evangelischen Allianz nahe, jener religiös klaustrophoben Truppe die gut gepflegte Homophobie artikuliert und in Sachen Lebensrecht und Bildung auch rot-braunen AfD Kontakten nicht aus dem Wege geht.

Eigener Darstellung ist zu entnehmen, dass er Kontakt zum Großscheich der Al-Azhar-Universität in Kairo, al-Tayyeb“ hat.  Der habe ihm gesagt:“„Hören Sie bitte auf, mit mir darüber zu reden, dass der Islam durch die Aufklärung muss. Wir wollen nicht durch die Aufklärung, denn bei der Aufklärung ist das Ergebnis gewesen, dass der Staat über der Religion steht und bei uns muss die Religion über dem Staat stehen …“ Kauders Antwort war tiefes Schweigen. Er war nicht entsetzt, empört, entrüstet, er schwieg. Nicht auszuschließen, dass er ähnliche Gedanken im Kopf hat. Wohlwissend, die Menschenrechte, die Gleichheit vorm Gesetz und nicht zuletzt die Religionsfreiheit sind Errungenschaften der Aufklärung, gegen die Interessen der Kirchen durchgesetzt. Die römische Spuktruppe hat fast 240 Jahre gebraucht um das Prinzip der Religionsfreiheit anzuerkennen um es danach mit Gutdünken bei jeder Gelegenheit zu missbrauchen. Kauder, in seinem Gotteswahn, ist durchaus zu zutrauen, dass er die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam partiell wenn nicht in Gänze anerkennt. Die Wege des Herrn sind unergründlich. Er selbst ist aber sehr schnell dabei, Gründe zu finden um Religion passfähig zu machen. Eloquent werden Halbwahrheiten dem Pöbel zum Fressen gegeben. Der frisst es.

Gelingt es den Kirchen nicht, den Islam auf das Niveau der Amtskirchen zu heben, Körperschaft des öffentlichen Rechts, Einzug von Steuern, eigenes Arbeitsrecht, soziale Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser, Pflegeheime auf der Grundlage des Korans zu schaffen, stehen die Pfründe der Kirchen zur Disposition. Der Staat kann nur als handlungsfähiges Rechtssubjekt existieren, wenn er religiös geeint ist. Geeint in dem Sinne, dass man katholisch, evangelisch, islamisch und jüdisch an einem Strang zieht. Hauptsache der Pöbel ist gläubig. Gelernt haben die Pfaffen und mit ihnen Kauder nicht. Die religiöse Gleichschaltung  bringt Ergebnisse hervor, die man nicht andenken konnte oder sie schlicht und einfach nicht für möglich gehalten hat.

Am 25. Februar zum Abschluss des 10. Kongresses christlicher Führungskräfte in Nürnberg äußerte sich Kauder folgendermaßen:

„Wenn die Türkei sagt: Interne Vorgänge sind unsere Sache, sage ich: Aber der Einsatz für Christen in diesem Land ist unsere Sache“Volker Kauder

Es ist nicht Sache des Fraktionsvorsitzenden einer Partei im Bundestag auf einem demokratisch nicht legitimierten Kongress mit seiner Funktion die Muskeln zur Errettung des Christentums, spielen zu lassen. Er könnte doch sofort, wie seine Kollegen von der AKP es in Deutschland tun, nach Erdoganistan reisen und auf dem Taksim-Platz in Istanbul für die Rechte der rd. 100.000 in der Türkei lebenden Christen eintreten. Rechtsstaatlichkeit, Presse-und Meinungsfreiheit, Parlamentarismus wären die Eckpunkte einer flammenden Rede, seinem Gott würde das Weihwasserbecken überlaufen. Selbst dann, wenn er verhaftet werden würde, wäre das immer noch ein positives Ergebnis. Der christliche Gott braucht Märtyrer und Kauder wäre doch ein ordentliches Opfer. Der CDU/CSU würde es zur anstehenden Bundestagswahl die absolute Mehrheit bringen. Ein paar Gottesbonzen der Deutschen Evangelischen Allianz würden mit Freuden zur Mission auf den Taksim-Platz aufbrechen. Das wäre ganz großes Kino, ein gutes Bier, Popcorn und Kartoffelchips bräuchte es dann aber.
Das Problem, alle, auch Kauder fläzen in ihrer sicheren sozialen Hängematte, ohne jede Risikobereitschaft für ihren Gott. Das ist Mangel am Glauben. Statt dessen sehen sie wohlgefällig wie die Kanzlerin Bedford-Strohm die Wangen hätschelt und überlegen sich ob der dicke Marx Stachelbeerwaden unter seiner Soutane versteckt.

In dem Sinne. Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

 

The Future of the Dalai Lama, As Explained by John Oliver

For those of you who pride yourself on understanding the various religions of the world, how much do you really know about the Dalai Lama and Tibetan Buddhism?

By Hemant Mehta | Friendly Atheist

More importantly, how much do you know about what will happen after the current Dalai Lama dies? John Oliver explained the controversy on Last Week Tonight. 

As far as religious controversies go, this one seems unique… until you realize that mixing the spiritual with the political is hardly new. But at least the Dalai Lama’s laugh leaves me feeling a hell of a lot better than the cackles we typically hear from the Religious Right.

Sexpuppen-Bordell in Barcelona eröffnet

Neuheit in Europa: Während Bordellen mit Sexpuppen in Asien schon länger exisitieren, sind sie in Europa eine Neuheit. Foto: afp
Neuheit in Europa: Während Bordellen mit Sexpuppen in Asien schon länger exisitieren, sind sie in Europa eine Neuheit. Foto: afp
Eine Frage: Kommen Kunden? Aber die Frau am Telefon gibt keine Auskunft. In Barcelona hat vor zehn Tagen ein Bordell eröffnet, in dem auf die Besucher keine Frauen, sondern Puppen aus Silikon warten. In Japan gibt’s das schon länger, aber für Europa ist es eine Premiere.

Von Martin Dahms | Frankfurter Rundschau

Jetzt rufen dort ständig Journalisten an, aber die Frau am anderen Ende gibt keine Geheimnisse preis. Die Madrider Netzzeitung „El Español“ hat deswegen einen ihrer Mitarbeiter nach Barcelona geschickt, der sich als gewöhnlicher Kunde ausgab und hinterher eine Reportage über seine Erfahrungen schrieb.

Seine erste Erkenntnis: Ja, es kommen Kunden. Jedenfalls am Eröffnungswochenende. David López Frías, so heißt der Reporter, hatte sich ein Treffen mit der Puppe Aki gewünscht, aber Aki ist ausgebucht, ebenso wie Katy und Leiza. Nur Lily ist noch für eine Stunde zu haben. Als López Frías die angegebene Adresse in der Altstadt von Barcelona schon fast erreicht hat, bekommt er die Nachricht, dass Lily leider kaputt sei.

weiterlesen

Fünf Tricks zur Fastenzeit – Herrgottsbescheißerle

Die Kirche war in alten Zeiten einfallsreich, die strengen Fastenvorschriften zu umgehen. Es gibt viele Legenden, welche Tricks die Menschen anwendeten. Wir erklären, was eine Fischtaufe ist und warum Spanferkel in Klosterbrunnen nichts zu suchen hatten.

Von Julia Martin | katholisch.de

Fleisch war traditionell in der Fastenzeit strengstens untersagt. Im Jahr 590 bestimmte Papst Gegor I., dass warmblütige Tiere nicht mehr auf den Tisch kommen durften. Später kamen noch Butter, Milch, Käse und Eier auf die Verbotsliste. Kurfürst Maximilian ging in Bayern im 17. Jahrhundert sogar soweit, dass er Verstöße mit dem Gefängnis bestrafte. Doch die Not machte vor allem die Ordensleute erfinderisch.

1. Im Wasser leben Fische

Seit dem Konstanzer Konzil (1414-1418) stand fest: Alles, was im Wasser lebt, wird als Fisch gezählt. Und Fische sind ja schließlich erlaubt. Somit kamen in der Fastenzeit neben Fischen auch Biber (wegen ihres geschuppten Schwanzes) und Fischotter auf den Tisch. Das soll angeblich fast zur Ausrottung der Tiere geführt haben. Es heißt, dass vor allem in Klöstern das „Leben unter Wasser“ weit ausgedehnt wurde: Schweine wurden ertränkt und somit zu den „Wassertieren“ gezählt. Diese Praxis führte der Legende nach dazu, dass es in einem barocken Benediktinerkloster dem Abt und Konvent untersagt war, „ein Spanferkel in den Klosterbrunnen zu schmeißen und es wieder herauszuziehen und als Fisch, als Wassertier auch in der Fastenzeit zu essen“.

Wahl Dodo des Monats Februar 2017

Dodo des Monats Februar 2017 ©HFR
Dodo des Monats Februar 2017 ©HFR

Ohne Religion scheint es im säkularen Gemeinwesen Deutschlands nicht zu laufen. Statt weniger Kirchen, weniger Moscheen entscheiden sich selbst Ungläubige für Religion statt dagegen. Künstliche Konstrukte, nicht belegbar, Worthülsen wie das Abendland, christlich noch dazu, die ganz Eifrigen beschwören das Judentum, welches ihre Altvorderen in die Öfen von Auschwitz getrieben haben. Religion sei Kultur, dämlich grinsend in die Masse, werden solche Sätze erbrochen. Kultur ist eine Hure, die sich mit allem und jeden ins Bett gelegt hat und es fröhlich noch immer tut. Das macht ihre Vielfältigkeit, ihre Kreativität aus. Religion ist eine Untermenge, jener Bereich der privilegiertes Wissen vortäuscht und Wege zur Unsterblichkeit aufzeigen will, aber nur für diejenigen, die zum Klub gehören. Polit-Tourismus zum Vatikan, evangelische Bischöfe sitzen schmachtend an den Tischen der Macht und entscheiden über das Wohl und Wehe von Menschen, mit denen sie nicht zu tun haben. Religionssklavische Politik macht es möglich.

Die Wahl zum Dodo des Monats ist bis zum 07. März, 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird am folgenden Tag gewürdigt werden. Viel Spaß?

  1.  Regierungskoordinatoren Österreich, „zum Kreuz kriechende Sissies.“
  2.  Gerhard L. Müller, „gottverlassene Ahnungslosigkeit.“
  3.  Christoph Meyns, „religiöse Gefühle gehören beachtet.“
  4.  Markus Söder, „Gottesknecht braucht die Kirche nicht.“
  5.  Volker Kauder, „sorgt sich um die Christen in der Türkei.“
  6.  Michael Hüther, „Die EU fußt auf dem Christentum.“
  7.  Markus Dröge „Instrumentalisierung eines Terror-Aktes.“
  8.  Sigurd Rink „Beamter der Bundeswehr mit christlicher Attitüde.“
  9.  Jann Jakobs „Staatsknete für Gebete.“
  10.  Devid Striesow, „Religion als Pflichtschulfach.“
  11.  Binali Yildirim „Osmanen-Verschnitt in Oberhausen.“
  12.  Zita Schwyter „Zimbo als Heilpraktikerin?“
  13.  Christoph Markschies, „will seine Märchenkunde an der HU verstärkt wissen.“
  14.  Dirk Behrendt, „vorwärts in die Vergangenheit.
  15.  Josef Kraus, „christliche Homophobie-Pflege.“
  16.  André Poggenburg, „SA im Parlament.“
  17.  Johannes Singhammer, „zum Beten nach Washington.“
  18.  Gundrun Kugler, „das Kreuz sei ein säkulares Symbol.“

Weiterlesen „Wahl Dodo des Monats Februar 2017“

Deniz Yücel – das Haftprotokoll

 Deniz Yücel ist seit dem 14. Februar in türkischem Polizeigewahrsam Quelle: Esra Gültekin
Deniz Yücel ist seit dem 14. Februar in türkischem Polizeigewahrsam Quelle: Esra Gültekin
Im türkischen Polizeigewahrsam darf Deniz Yücel nicht schreiben. In solchen Fällen diktieren gefangene Autoren und Journalisten ihren Anwälten in Besuchszeiten häufig Berichte. Diesen Text haben Yücels Verteidiger mitgebracht.

DIE WELT

Bericht nach neun Tagen Polizeihaft im Polizeipräsidium Istanbul, Vatanstraße, Aksaray.

Der Korrespondent muss mal wieder was liefern. Wir sind ja nicht zum Spaß hier.

Polizeigewahrsam? – Polizeihaft!

Sachverhalt: Seit dem Ausnahmezustand wird in der Türkei die Polizeihaft oft als Bestrafungsinstrument benutzt. Immer wieder sitzen Leute bis zu 14 Tage (bis vor Kurzem: bis zu 30 Tage) und werden danach laufen gelassen. Darum Polizeihaft, nicht Polizeigewahrsam. Und manche Ex-Gefangene sagen, im Gewahrsam seien die Bedingungen härter als in vielen Gefängnissen.

weiterlesen

Bischof: Karneval sollte Menschenwürde und religiöse Gefühle achten

Erstmals hat der Braunschweiger Karneval, der sogenannte Schoduvel, anlässlich des 500. Reformationsjubiläums dem Reformator Martin Luther einen eigenen Motiv-Wagen gewidmet. Die überlebensgroße Styropor-Figur rollte am Sonntag entlang der sechs Kilometer langen Strecke durch die Braunschweiger Innenstadt. Am Rosenmontag werden auch in Düsseldorf und Mainz Luther-Jecken auf Wagen mitziehen.

Von Charlotte Morgenthal | evangelisch.de

Der braunschweigische Landesbischof Christoph Meyns verfolgte am Sonntag die Feierlichkeiten vom Rathaus-Balkon aus. Luthers Kritik am Karneval trifft heute kaum noch, sagte der evangelische Landesbischof im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd).

epd: Warum sind Sie auch in diesem Jahr beim Braunschweiger Schoduvel dabei?

Christoph Meyns: Weil der moderne Karneval von Humor und einem kritischen Geist geprägt ist. Beides brauchen wir mehr denn je. Der Spaß an der Narretei hört allerdings da auf, wo Menschen in ihrer Würde und ihren religiösen Gefühlen verletzt werden.

weiterlesen

Beale-Chiffre: Der sagenhafte Schatz des Wilden Westens

 Wie diese Männer schürfte Beale um 1820 in Colorado nach Gold. (Foto: Interfoto)
Wie diese Männer schürfte Beale um 1820 in Colorado nach Gold. (Foto: Interfoto)
Vor 200 Jahren fand Büffeljäger Thomas Beale in Colorado riesige Mengen Gold, zum Versteck führt ein bis heute nicht entzifferter Code. Oder ist alles nur ein Bluff?

Von Florian Welle | Süddeutsche.de

Er soll eine stattliche Erscheinung gewesen sein. Etwa 1, 80 Meter groß, langes, schwarzes Haar, entschlossener Blick. Nicht nur das verwegene Äußere von Thomas J. Beale regt die Fantasie an. Auch die Geschichte, die sich um seine Person rankt, hat alle Ingredienzien, sofort das Kind im Manne zu wecken und sein Abenteurerherz höher schlagen zu lassen: Amerika, ein Goldversteck, drei verschlüsselte Botschaften.

Die erste verrät den Ort, die zweite den Inhalt, die letzte nennt Personen, die anteilig bedacht werden sollten. Bis heute ist nur die zweite der sogenannten Beale-Chiffren entziffert. Das heißt, dass der Schatz im Wert von umgerechnet etwa 25 Millionen Euro immer noch nicht gehoben ist. Wenn es ihn je gab.

weiterlesen

Google will Trolle mit künstlicher Intelligenz bekämpfen

 Mit der künstlichen Intelligenz
Mit der künstlichen Intelligenz „Perspective“ will Google gegen Beleidigungen und Hasskommentare im Internet vorgehen. (Foto: promesaartstudio – Fotolia)
  • „Perspective“ heißt ein Programm der Google-Tochter Jigsaw. Es soll mit Hilfe von künstlicher Intelligenz sachlichere Diskussionen ermöglichen.
  • Perspective wurde trainiert, um Kommentare auf ihren „Giftgehalt“ hin zu überprüfen.
  • Das Angebot richtet sich zuerst an Verlage. Sowohl der Guardian als auch der Economist machen mit.

Von Hakan Tanriverdi | Süddeutsche.de

„Nicht die Kommentare lesen“ ist ein weit verbreiteter Tipp, wenn es um Online-Diskussionen geht. Menschen sollen davor bewahrt werden, ihre Zeit damit zu verschwenden, niveaulose Beleidigungen zu lesen. In den vergangenen Jahren haben sich mehrere Webseiten, darunter auch SZ.de, dazu entschlossen, den Kommentarbereich auf ihren Webseiten abzuschalten. (Hier die Begründung.)

Wenn es nach Jigsaw geht, einem Google-Thinktank, könnte dieser gut gemeinte Tipp bald überflüssig sein. Jigsaw hat an diesem Donnerstag ein Produkt mit dem Namen Perspective veröffentlicht. Künstliche Intelligenz wird dazu eingesetzt, beleidigende Kommentare schneller zu erkennen – und auszuschließen. Das erklärte Ziel ist es, die Aggression aus Online-Diskussionen zu nehmen.

weiterlesen