Archiv der Kategorie: Laizismus

Frankreichs Bürgermeistervereinigung: „Nein zu Gebet und Kreuzzeichen im Sport“

Es mag sein, daß manches Kreuzzeichen, das bei Wettkämpfen auf dem Sportplatz gemacht wird, mehr ein abergläubischer Gestus als ein wirklicher Glaubensakt zu sein scheint. Die persönliche Frömmigkeit hat jedoch unterschiedlichste Ausprägungen und sollte als solche respektiert werden.


Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Gebet und Glaube im SpitzensportJedenfalls ist es allemal besser, wenn Sportler zum Kreuz Zuflucht nehmen, als zu etwas anderem. Das Kreuzzeichen und jede andere religiöse Ausdrucksform im Sport zu verbieten, ist in jedem Fall ein Akt präpotenter Willkür.

Das aber soll in Frankreich durchgesetzt werden. Die Association des maires de France (AMF), in der die Mehrheit der Bürgermeister Frankreichs organisiert ist, verschickte ein Rundschreiben mit zahlreichen „Empfehlungen“, die den Gemeindeoberhäuptern „helfen“ sollen, die laizistische Staatsdoktrin Frankreichs im täglichen Leben umzusetzen. Diese „Propositions des maires de France en faveur de la laïcité“ betreffen vor allem die Schule einschließlich der Kindergärten und die Sportveranstaltungen.

Kreuzzeichen fällt ausdrücklich unter die Verbotsempfehlungen

Besonders den Sportlern, ob Profis, Dilettanten oder auch nur den Schülern beim Schulsport wird ausdrücklich verboten, bei den Wettkämpfen oder Fußballspielen zu beten oder auf dem Sportplatz religiöse Zeichen zu zeigen. Das Kreuzzeichen fällt explizit auch unter dieses Verbot. Die Bestätigung kam am 24. Juni von Patrick Molinoz, dem stellvertretenden AMF-Vorsitzenden und Co-Präsidenten der Arbeitsgruppe Laizität der Bürgermeistervereinigung. Molinoz nannte als Negativbeispiel einen Fußballer, der vor dem Betreten des Spielfeldes ein Kreuzzeichen macht und verglich ihn mit verschleierten Sportlerinnen, wie sie der Weltfußballverband FIFA erlaubt.

Molinoz wörtlich in einer Presseerklärung: „Eine Gemeinde kann keine Veranstaltung subventionieren, in der ein kultischer Charakter zum Ausdruck kommt, auch dann nicht, wenn es sich um einen traditionellen handelt und dieser im Rahmen von kulturellen Initiativen oder Festen erfolgt“.

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Frankreich: Kommission fordert Ein- und Ausreisebeschränkungen

Die Kommission fordert mehr Personal für Spezialermittler und Staatsanwälte – mehr als die Hälfte aller jungen Franzosen, die sich dem Dschihad anschließen, sei polizeilich zuvor nicht erfasst gewesen. (picture alliance / dpa / Joel Le Gall)
Dem Kampf gegen den IS hatte sich Frankreich bereits vor den Anschlägen in Paris im Januar angeschlossen. Auch ein Bericht über die Bedrohungslage im Land wurde schon Ende 2014 in Auftrag gegeben. Kurz vor der Anti-IS-Konferenz in Paris nennt die zuständige Untersuchungskommission nun Fakten und Forderungen.


Von Ursula Welter|Deutschlandfunk

  1. Januar 2015, die französische Nationalversammlung tagt. Parlamentspräsident Bartolone verliest die Namen der 17, die eine Woche zuvor ermordet worden waren. Die Attentäter, Charif und Said Kouachi und Amédy Coulibaly, waren in Frankreich aufgewachsen, waren in Frankreich in islamistische Kreise geraten.

An diesem Tag gedenken die Parlamentarier der Opfer, bevor sie mit großer Mehrheit beschließen, dass Frankreich seinen Militäreinsatz im Irak gegen die Terrorgruppe “Islamischer Staat” fortsetzt. 488 Ja-Stimmen, eine Nein-Stimme. Luftangriffe im Irak, Unterstützung der gemäßigten Kräfte in Syrien: Frankreich exponiert sich auch militärisch im Kampf gegen den islamistischen Terror.

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Genf verbietet Schülern Auftritt in religiöser Oper

religion_dark_agesGrundschüler aus Genf dürfen nicht bei der Kinderoper «Noahs Sintflut» von Benjamin Britten mitsingen, lediglich das Zuhören sei erlaubt. Es gehe um die vorgeschriebene Laizität.


kath.net

Grundschüler aus Genf dürfen nicht bei der Kinderoper «Noahs Sintflut» von Benjamin Britten (1913-1976) mitsingen. Lediglich anhören sei für Primarschüler erlaubt, entschied die zuständige Bildungsbehörde des Kantons Genf unter Berufung auf die vorgeschriebene Laizität, wie das Portal «kath.ch» (Mittwoch) berichtet. Das Genfer Kammerorchester wollte das religiöse Werk aufführen.

Das Genfer Bildungsdepartement beruft sich bei seinem Verbot unter anderem auf Artikel 15 der Bundesverfassung, der Glaubens- und Gewissensfreiheit gewährleistet. Niemand darf demnach gezwungen werden, eine religiöse Handlung vorzunehmen oder religiösem Unterricht zu folgen.

Aus Sicht der Behörde ist das «Singen eines biblischen Werkes, insbesondere von Texten mit starker religiöser Konnotation» vergleichbar mit dem «Vollzug einer religiösen Handlung», erklärte die stellvertretende Generalsekretärin Teresa Skibinska auf Anfrage. Das Singen der besagten Oper sei darum nicht vereinbar mit der Bundesverfassung. Die Beteiligung der Primarschüler an der Oper widerspreche der «religiösen Neutralität», die für die Schulen im Kanton gelte. Primarschüler seien zudem in Fragen des Glaubens nicht gefestigt.

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Islamismus: Alice Schwarzer gegen „falsche Toleranz“

Alice Schwarzer Foto: dpa
Gegenüber der konsequent betriebenen „islamistischen Unterwanderung auch des Westens“ dürfe es keine „falsche Toleranz“ geben, sagte die deutsche Feministin Alice Schwarzer am Donnerstag beim „Pfingstdialog“.


religion.ORF.at

Das würde letztlich im Widerspruch zu den hart erkämpften Menschenrechten und Freiheiten Europas stehen, so Schwarzer beim „Pfingstdialog“ im Rahmen der Reihe „Geist & Gegenwart“ im kirchlichen Bildungszentrum Schloss Seggau (Steiermark).

Islamisten „Faschisten“ der Gegenwart

Gewaltbereite muslimische Extremisten und „selbst ernannte Gotteskrieger“ bezeichnete Schwarzer am Donnerstag als „Faschisten“ der Gegenwart. Sie betrieben die Verbindung von Fundamentalismus mit Rassismus und Sexismus. Die Publizistin sagte, sie enthalte sich jeder Bewertung des Islam, wende sich aber gegen den zunehmenden Einfluss des Islamismus in europäischen Medien, auf den Universitäten und auch im Rechtswesen.

Die streitbare Galionsfigur des deutschen Feminismus und Herausgeberin der Zeitschrift „Emma“ referierte bei der Tagung unter dem Titel „Europa.wertvoll“ über ihre seit der iranischen Revolution von 1979 zurückreichenden Erfahrungen und Recherchen über jene Formen des politisch missbrauchten Islam, die westlichen Werten wie Pluralismus und Toleranz feindlich gegenüberstehen. Den Anstoß zu ihrer langjährigen Beschäftigung mit dem Thema gab laut Schwarzer ein Hilferuf von Iranerinnen, die kurz zuvor noch gegen das Schah-Regime gekämpft hätten und bald danach von den Revolutionswächtern Khomeinis systematisch aus dem öffentlichen Leben in die Rechtlosigkeit getrieben worden seien.

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„Charlie Hebdo“-Anschlag: Wer trägt Schuld?

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„Zombie-Katholen“ und „französisches Erwachen“: Nach dem Anschlag auf die „Charlie Hebdo“-Redaktion kursieren wirre Thesen zu Islam, Europa und Antisemitismus.


Von Jürg Altwegg|Frankfurter Allgemeine

Nach dem Anschlag auf die Zwillingstürme wandte sich Usama Bin Ladin in Videobotschaften, die er Al Dschazira zukommen ließ, an die Weltöffentlichkeit. Einmal sprach er von „einem Typen“, der den Zusammenbruch der Sowjetunion vorausgesehen habe und den Niedergang Amerikas prophezeie. Bin Ladin dachte an den französischen Autor Emmanuel Todd.

Mit dem Ende des amerikanischen Imperiums lag Todd ziemlich daneben. Jenes der UdSSR hatte er 1976 angekündigt – er selbst spricht von einem „Traum“, in dem es ihm erschienen sei: Der damals 25 Jahre alte Demograph hatte auf dem Sofa seiner Mutter im Geiste die Karten des Kommunismus und der familiären Strukturen übereinandergelegt. Er ist dieser Methode in vielen Studien treu geblieben. Jetzt beschreibt er mit ihren Mitteln die Geographie der französischen Demonstrationen nach den Terroranschlägen im Januar in Paris und betitelt sein Buch: „Qui est Charlie?“.

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Frankreich: Bürgermeister fordert Islamverbot

Ein französischer Polizist steht vor einer Moschee in Paris. ©DPA
Ein Bürgermeister in Frankreich hat gefordert, den Islam in seinem Land zu verbieten. Außerdem müsse die Verfassung geändert und die Trennung von Staat und Religion aufgehoben werden. Das brachte ihm ein Parteiausschlussverfahren ein.


Von Michaela Wiegel|Frankfurter Allgemeine

Ein UMP-Bürgermeister in Südfrankreich hat ein Islamverbot für sein Land gefordert. Jetzt droht Robert Chardon, der dem 8000-Einwohner-Ort Venelles bei Aix-en-Provence vorsteht, ein Parteiausschluss. Die stellvertretende UMP-Vorsitzende Nathalie Kosciusko-Morizet kündigte am Freitag an, sie habe ein Ausschlussverfahren gegen Chardon wegen „absurder Forderungen, die in keiner Weise den Werten und dem Programm der UMP entsprechen“ eingeleitet.

Bürgermeister Chardon hatte sich an einem „Twitter-Chat“ mit dem UMP-Vorsitzenden Nicolas Sarkozy beteiligt und für ein Islamverbot plädiert. „Wer den muslimischen Glauben praktiziert, muss sofort an die Grenze zurückgebracht und ausgewiesen werden“, schlug Chardon vor. Die französische Verfassung müsse geändert und die seit 1905 geltende Trennung von Religion und Staat aufgehoben werden. „Die Republik sollte den christlichen Glauben fördern“, verlangte der Bürgermeister.

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Luxemburgs Erzbischof will in Laizismus-Debatte Stärke zeigen

Jean-Claude Hollerich,
Luxemburgs Erzbischof Jean-Claude Hollerich will sich stärker in die Diskussionen um die Trennung von Kirche und Staat einbringen. “Wir sind viele Kompromisse eingegangen, doch nun kommt eine Zeit, in der wir härter durchgreifen müssen”, sagte Hollerich der Tageszeitung “Luxemburger Wort” (Montag).


kathweb

Von den Plänen der Regierung, Kirchengebäude künftig für nichtkirchliche Zwecke zu nutzen, hält Hollerich nichts. Viele würden sich dadurch auf die Füße getreten fühlen. Auch wenn der Staat nicht für alle Kosten zum Erhalt der Gotteshäuser aufkommen könne und daher die Pfarren selbst mithelfen müssten, gehöre die Kirche den Menschen, die für sie gezahlt und Geld gespendet hätten. “Im französischen Laizismus haben die Kommunalgemeinden die Pflicht, die Kirchengebäude zu unterhalten – was in Luxemburg Staat und Gemeinden nicht mehr tun”, so Hollerich.

Der Erzbischof äußerte sich nach dem Ende der sogenannten Muttergottesoktav, einer 14-tägigen Wallfahrt. Pilger aus allen Dekanaten des Landes, Mitglieder von Kongregationen, Gruppen, Verbänden sowie zahlreiche Pilger aus der Eifel, aus Lothringen und belgischen Dekanaten hatten bis 10. Mai an Andachten, Gottesdiensten, Konferenzen und Gebeten in der Kathedrale von Luxemburg teilgenommen.

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Frankreich: Gestürzte Grabsteine

©dpa
Zerschossene Fenster, verstreute Hostien, geschändete Gräber: In Frankreich häufen sich Angriffe auf Kirchen, Moscheen und jüdische Stätten. Die Motive sind verschieden. Gemeinsam ist die Missachtung heiliger Orte.


domradio.de

Auf dem Altartuch in einer Pfarrkirche im nordfranzösischen Valenciennes: Brandspuren. 50 Kilometer weiter in Tourcoing: acht Einschusslöcher in den Kirchenfenstern. In Saint-Martin-le-Beau bei Tours: die mittelalterliche Dorfkirche ist durch Brandstiftung weitgehend zerstört. Raub in Hendaye im südwestfranzösischen Departement Pyrenees-Atlantiques: Liturgische Gefäße gestohlen, samt den darin aufbewahrten Hostien.

Täglicher Vandalismus

Kaum ein Tag vergeht derzeit in Frankreich, an dem es nicht einen neuen Fall von Vandalismus gibt. Und es geht keineswegs nur um Kirchen. In Macon in Burgund wurden zwei junge Männer wegen versuchter Brandstiftung an einer Moschee zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Der jüdische Friedhof von Sarre-Union im Elsass wird verwüstet, in einem jüdischen Supermarkt in Paris werden Geiseln genommen.

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Charlie Hebdo: Der Konsens der „Charlies“ in der Kritik

charlie_hebdo_2War das „hysterisch“ und „katholisch-reaktionär“? Der Soziologe Emmanuel Todd irritiert Frankreich mit seiner Analyse der Solidaritätsumzüge unter der Devise „Je suis Charlie“.


Von Stefan Brändle|Frankfurter Rundschau

Er schwieg auffällig lange. Emmanuel Todd, einer der profiliertesten und temperamentvollsten Denker Frankreichs, äußerte sich bisher nicht zu den Terroranschlägen, die im Januar in der Redaktion von „Charlie Hebdo“ und einem jüdischen Supermarkt 17 Todesopfer forderten. Er blieb den Großkundgebungen fern, er nahm an keiner Talkshow teil, nahm keine Journalistenanrufe entgegen.

Untätig blieb Todd mitnichten. An seinem Schreibtisch tat der 63-jährige Soziologe, was er schon immer getan hatte: Er sichtete Karten, Zahlen und Statistiken – diesmal zu den Solidaritätsumzügen unter der Devise „Je suis Charlie“. Dann griff Todd in die Tasten. Das diese Woche erschienene Produkt, ein Essay von 250 Seiten mit dem harmlos klingenden Titel „Wer ist Charlie?“, ist wegen seiner soziologischen Analyse brisant.

Todd bescheinigt der Linken, das heißt seinem eigenen politischen Lager, eine „hysterische“ Reaktion in einem „katholisch-reaktionären“ Geiste à la „Vichy“. Todds empirischer Beleg: Die meisten Umzugsteilnehmer stammten, so eruierte er, aus der gehobenen Mittelklasse, und zwar in Regionen und Städten, die historisch gegen den Laizismus und für den Katholizismus eingetreten seien. Unter den landesweit vier Millionen „Charlie“-Demonstranten hätten sich mehr Kaderangestellte als Arbeiter befunden, bilanziert Todd.

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Frankreich: In die Schule mit Allahs Segen

laiciteDie muslimische Mittelschule in Lille bildet die Ausnahme im Land des Laizismus. Nun rebellierte ein Lehrer gegen den Geist der Schule.


Von Rudolf Balmer|taz.de

Es gibt diesen Satz, den Soufiane Zitouni zu seinen Schülern gesagt hat. „Ich frage mich, ob nicht viele Muslime ein Problem mit dem Humor haben.“ Er bereut den Satz nicht. Zitouni wiederholte ihn gar für eine Kolumne in der Tageszeitung Libération, die den Titel trug „Auch Mohammed ist Charlie“ und kurz nach dem mörderischen Anschlag auf die französische Satirezeitschrift im Januar erschien. Seither ist Zitouni jedoch das Lachen vergangen. „In den zwanzig Jahren meiner Lehrertätigkeit habe ich noch nie derartige antisemitische Äußerungen von Schülern zu hören bekommen.“ Seine Stelle als Philosophielehrer an der muslimischen Mittelschule Averroès in Lille hat er daraufhin gekündigt.

Über Nacht sah sich Zitouni an seiner Schule geächtet. „Mein Pro-Charlie-Text ist mehrmals vom Anschlagbrett im Lehrerzimmer entfernt worden. Ein ehemaliger Kollege meinte, ich hätte mir viele Feinde gemacht und solle in Zukunft auf der Straße hinter mich schauen.“ War das eine Drohung? Zitouni demonstriert eine Gelassenheit, die man ihm nicht ganz abnimmt.

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Religiöse Vielfalt Religion und Freiheit – zwei Welten begegnen sich

Kann die Welt liberal, gelassen und konstruktiv mit religiöser Vielfalt leben? (picture alliance / dpa / Karl Thomas)
In knapp zwei Dritteln aller Staaten wird die Religionsfreiheit missachtet. Tendenz steigend. Das besagt ein Bericht der beiden christlichen Kirchen in Deutschland: Fast täglich gibt es Nachrichten über Gewalttaten im Namen der Religion.


Von Burkhard Schäfers|Deutschlandfunk

“Jede Religion hat fundamentalistische Strömungen. Ich verstehe unter Fundamentalismus vor allem die Bemühung, einer pluralen Welt mit sehr vielfältigen Herausforderungen zu entgehen und zu einer eindeutigen Stellungnahme zurückzufinden. Unter Ausblendung all der anderen Herausforderungen der Religionen, der Kultur, der Welt, der Fragen unserer Zeit.”

Drangsaliert, verschleppt, umgebracht

Religiöse Fanatiker, die offenbar nicht damit leben können, dass ihre Mitmenschen einen anderen Glauben haben: Dieses Phänomen scheint zuzunehmen. Der Münchner Dogmatiker Peter Neuner beschäftigt sich damit seit vielen Jahren. Die Freiheit der anderen wird eingeschränkt, sie werden drangsaliert, verschleppt, umgebracht. Dabei galt lange die These von der Säkularisierung: Vom Rückzug der Religion in einer zunehmend aufgeklärten Welt.

“Die gesamte Tendenz eines Säkularismus ist ja eine europäische Angelegenheit. Weltweit ist die Ausnahme Europa. Insgesamt sind die Religionen in einer expandierenden Bewegung. In Ostasien auf jeden Fall – China, Korea. Ähnlich die Situation in den USA, wo man auch von Säkularisierung in gar keiner Weise sprechen kann.”

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Frankreich: Denkmal Johannes Paul II. muss weg

Papst Johannes Paul II. im Heiligen Jahr 2000. Bild: Ökumenisches Heiligenlexikon
Das Verwaltungsgericht von Rennes in Frankreich mag Johannes Paul II. nicht.
Im vergangenen Februar entschied das Verwaltungsgericht von Grenoble, daß eine Marienstatue am Genfer See entfernt werden müsse, weil sie gegen die „Trennung von Staat und Kirche“ verstoße und damit die „Laizität verletzt“. Nun verlangt das Verwaltungsgericht von Rennes die Entfernung einer Statue von Papst Johannes Paul II. und eines Kreuzes, das die Statue überragt.


Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Das Denkmal für das katholische Kirchenoberhaupt, das von 1978-2005 regierte, wurde 2006 in der 9.000 Einwohner zählenden bretonischen Gemeinde Ploërmel errichtet.

„Freidenker“-Verein zog gegen Denkmal vor Gericht

Die Fédération nationale de la Libre Pensée (Nationaler Freidenkerbund), die bereits gegen die Marienstatue von Publier vor Gericht gezogen war, kämpft auch gegen das Papstdenkmal von Ploërmel. Die militant kirchenfeindliche Vereinigung bekam erneut recht. Das Verwaltungsgericht von Rennes fällte ein Urteil: Die Statue von Johannes Paul II. und das Kreuz widersprechen dem Artikel 28 des Gesetzes zur Trennung von Kirche und Staat von 1905.

Grundlage des Urteils sind 4.500 Euro, die von der Gemeindeverwaltung von Ploërmel beigesteuert wurden. Das Denkmal wurde privat finanziert. Die Gemeinde gab jedoch die genannte Summe für die Errichtung des Fundaments aus. In Summe nur ein kleiner Teil, doch ausreichend für die Richter, um ihr Urteil zu fällen. Es wurden öffentliche Gelder für einen religiösen Zweck ausgegeben, was inakzeptabel sei. Die genaue Urteilsbegründung liegt allerdings noch nicht vor.

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Charlie Hebdo Cartoonist Says He’ll Stop Drawing Muhammad

Rénald Luzier, Image: Friendly Atheist
Rénald Luzier, better known as Luz, is one of the (remaining) cartoonists for Charlie Hebdo.


By Hemant Mehta|Friendly Atheist

According to news reports, he avoided the same fate as his colleagues because he overslept and was late to work the day they were massacred. It’s fitting, then, that he illustrated the cover of the first issue following the attacks:

Bild. Charlie Hebdo
Bild. Charlie Hebdo

But in an interview published today in Les Inrockuptibles, Luz says he’ll never draw Muhammad again: “It does not interest me.”

It’s a little hard to believe that he just suddenly lost interest after years of satirizing religion, but it’s also hard to fault him for his decision.

Luz didn’t say that he was stopping because he felt his illustrations were offensive or provocative. He didn’t apologize for his past drawings. He didn’t say that he felt lucky to still be alive and feared another attack. But it’s hard to see this is anything but the culmination of a successful bullying campaign. His critics wanted to censor him and they’re getting their wish. Luz is just trying to take the high road by saying he wants to move on to other topics… whatever they are.

No word yet on whether other Charlie Hebdo cartoonists will follow his lead.

Frankreich will Religionsstätten besser schützen

laiciteNach dem vereitelten Terroranschlag auf Kirchen will Frankreich religiöse Stätten im Land besser schützen. Regierungschef Manuel Valls will weiter entschlossen gegen jede Art der Bedrohung vorgehen. Ziel des mutmaßlichen Islamisten seien Christen gewesen, sagte der Premierminister nach einem Besuch einer Kirche in Villejuif südlich von Paris.


derStandard.at

Frankreich werde weiter alle Maßnahmen ergreifen, um wichtige Orte wie Kirchen, Synagogen oder Moscheen zu schützen, sagte Valls. Gleichzeitig betonte er, die historischen Stätten Frankreichs müssten weiter für die Öffentlichkeit und Besucher zugänglich bleiben.

Anschlag vereitelt

Zuvor war bekanntgeworden, dass die französische Polizei mit der Festnahme eines 24-Jährigen einen Terrorangriff vermutlich auf eine Kirche vereitelt hat. Die Staatsanwaltschaft sucht nach möglichen Komplizen. Der Mann habe sich mit einer weiteren Person über Anschlagspläne ausgetauscht, sagte der für Terrorismus zuständige Staatsanwalt Francois Molins. Der Gesprächspartner könnte sich in Syrien befinden. Er habe den Studenten aufgefordert, eine Kirche ins Visier zu nehmen.

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Pressefreiheit: Spott über Gott?

Scheren im Kopf? Journalisten und Experten aus verschiedenen Ländern und Kulturen diskutierten über Gefährdungen der Pressefreiheit in Zeiten des Terrors Foto: pro/Schramm
Meinungsfreiheit ist ein universelles Menschenrecht. Aber wo liegen ihre Grenzen? Sollte man wirklich alles sagen, was juristisch erlaubt ist? Darüber haben am Dienstag Journalisten und Experten aus verschiedenen Ländern und Kulturen in Berlin diskutiert.


pro Medienmagazin

Millionen Menschen gingen Anfang Januar in Europa aus Solidarität mit den Opfern des Terroranschlags auf die Redaktion des französischen Satiremagazins Charlie Hebdo in Paris auf die Straßen. Das blutige Massaker galt vielen als Angriff auf die universellen Rechte der Presse- und Meinungsfreiheit. Zeitgleich demonstrierten in anderen Teilen der Welt viele Menschen gegen eine vermeintlich nicht hinnehmbare Verunglimpfung ihres Glaubens durch Karikaturen wie die von Charlie Hebdo.

Nach dem Pariser Terroranschlag stellt sich die Frage, ob man alles sagen und schreiben sollte, was juristisch erlaubt ist. Wo liegen die Grenzen der Meinungsfreiheit? Antworten auf diese Fragen suchten die Gäste einer Podiumsdiskussion mit dem Titel: „Spott über Gott. Gefährdung der Pressefreiheit in Zeiten des Terrors“, zu der die Friedrich-Naumann-Stiftung, Reporter ohne Grenzen (ROG) und Die Welt am Dienstagabend ins Axel-Springer-Haus in Berlin eingeladen hatten.

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Singende Priester sorgen für Unmut

„Les Prêtres“ dürfen nun in der Pariser U-Bahn „Metro“ Reklame für ihr Benefitzkonzert machen Foto: Christian R. Hamacher (flickr) | CC BY-NC-SA 2.0
Frankreich legt Wert auf die konsequente Trennung von Staat und Kirche. Ein Beispiel aus Paris zeigt, dass dieses Ansinnen mitunter seltsame Züge annimmt.


pro Medienmagazin

Die Franzosen Jean-Michel Bardet, Charles Troesch und Joseph Dinh Nguyen Nguyen machen gemeinsam Musik. Sie singen und nennen sich „Les Prêtres“, die Priester. Der Name ist Programm, denn die Musiker sind katholische Geistliche. Nun haben die Christen mit einem Werbeplakat für ein Konzert ungewollt für Unfrieden gesorgt.

Drei Alben haben sie eingespielt und damit vordere Plätze in den französischen Charts belegt. Mehr als 800.000 Stück wurden allein von der ersten Platte mit religiöser Musik unter dem Titel „Spiritus Dei“ in Frankreich verkauft. Auch in den Nachbarländern Belgien und Schweiz sind die beiden Priester und der ehemalige Seminarist als die singenden Priester populär. Teile der Einnahmen spenden die Musiker an karitative und humanitäre Einrichtungen. Das haben die Musiker auch mit den Einnahmen eines Konzertes am 14. Juni in der Pariser Konzerthalle „Olympia“ geplant. Daher ließen sie auf das Werbeplakat den Hinweis drucken, dass ein Teil des Erlöses Christen im Mittleren Osten zugute kommen soll. Das wiederum rief die Verwaltung des staatlichen Betreibers des öffentlichen Personennahverkehrs in Paris, die „Groupe RATP“, auf den Plan.

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Frankreich schickt schwulen Botschafter in den Vatikan

Laurent Stefanini, seit 2010 Chef des Protokolls der französischen Regierung, soll künftig sein Land im Vatikan vertreten Bild: Ministère des Affaires étrangères et du développement international
Mit Laurent Stefanini soll erstmals ein offen homosexueller Diplomat seinen Dienst im Zwergstaat von Papst Franziskus antreten – dort ist man wenig begeistert.


QUEER.DE

Eine Personalentscheidung der französischen Regierung sorgt für Wirbel: So soll mit Laurent Stefanini ein offen schwuler Diplomat künftig seinen Dienst als neuer Botschafter im Vatikan antreten. Kein einziger Staat weltweit hatte sich dies zuvor getraut.

Auf den derzeitigen Chef des Protokolls im französischen Außenministerium legte sich die Regierung von François Hollande bereits am 5. Januar fest – seitdem wartet man in Paris allerdings auf die Bestätigung aus dem Vatikan. Mit dem Ausscheiden von Stefaninis Vorgänger Bruno Jouvert ist die Botschafter-Position seit 1. März vakant.

Der Erzbischof von Paris, Kardinal André Vingt-Trois, billigte in einem Brief an Papst Franziskus die Entscheidung der französischen Regierung.

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Paris subway firm under fire over Christian ad censorship

Image: Raw Story
The firm operating the Paris subway has come under fire for apparently pushing France’s beloved secularity too far with its refusal to display an ad with the mention “Christians of the East.”


Agence France-Presse/Raw Story

French music group “The Priests” had planned to advertise their upcoming June concert in Paris with a poster sporting a banner that said proceeds would go towards the cause of Christians persecuted in places such as Iraq and Syria.

But the state-owned RATP firm that operates the subway and its advertising agency Metrobus ordered the group’s producers to take off the banner, pointing in a statement issued last week to the public service’s requirement for neutrality “in the context of an armed conflict abroad.”

But Jean-Michel Di Falco Leandri, the bishop who created “The Priests”, told AFP that Metrobus had previously explained the ban on the banner was due to “the religious nature of the mention ‘Christians of the East’,” and the ad was published without it.

France is a deeply secular country where the state and religion are strictly separated.

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Frankreich: Militärschüler sollen Moschee-Anschlag geplant haben

Montélimar, Bild: ladrometourisme.com
Gegen vier Schüler einer Militärschule wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung eröffnet. Ihr Motiv ist noch nicht bekannt.


Die Presse

Die französische Justiz ermittelt gegen vier Schüler einer Militärschule, die einen Angriff auf eine Moschee in der Stadt Montelimar im Südosten des Landes geplant haben sollen. Gegen die Schüler eines Gymnasiums der Luftwaffe bei Grenoble sei ein Ermittlungsverfahren wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung eröffnet worden, verlautete am Freitag aus Justizkreisen. Wie die Regionalzeitung “Le Dauphine Libere” berichtete, werden die Schüler verdächtigt, einen “Sprengstoffanschlag” auf die Moschee geplant zu haben. Ein Justizvertreter wollte dagegen nicht von einem Anschlag sprechen. Die genauen Pläne und das Motiv der Schüler müssten noch ermittelt werden.

Luftwaffe “schockiert” über Schüler

Ein Armeesprecher sagte, die Luftwaffe sei “schockiert” über das Verhalten der Schüler, die bereits vom Unterricht ausgeschlossen wurden. Ihre Absichten seien mit den Werten der Luftwaffe und ihrer Schule nicht zu vereinbaren.

Frankreich: Zwischen Dschihad und Front National

Tatort Friedhof: geschändete Gräber vergangene Woche im elsässischen Sarre-Union ©dpa
Der islamistische und der rechtsextreme Hass verunsichern die jüdische Gemeinschaft


Von Nina Schönmeier|Jüdische Allgemeine

Sie schrien »Heil Hitler« und spuckten auf jüdische Symbole. Vier Wochen nach dem Terroranschlag auf einen koscheren Supermarkt in Paris verwüsteten fünf Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren 250 Gräber auf dem jüdischen Friedhof in der elsässischen Ortschaft Sarre-Union. Die Tat war kein dummer Jungenstreich, und die Jugendlichen wählten den Friedhof nicht zufällig aus. Dies bestätigt der ermittelnde Staatsanwalt Philippe Vanier: »Auch wenn die Betroffenen die antisemitische Motivation ihrer Tat zunächst bestritten, tritt sie klar zutage.«

Niemand randaliere »zufällig« auf einem jüdischen Friedhof – »und schon gar nicht, wenn man die Gegend kennt, weil man in der Nähe wohnt«, sagt Pierre Levy, der Regionalvorsitzende des Rates jüdischer Einrichtungen in Frankreich (CRIF). Jacques Wolff, einer der wenigen Juden in Sarre-Union, ist entsetzt von der Tat: »Vandalismus hat es hier schon mehrmals gegeben, aber es ist das erste Mal, dass so viele Gräber umgestürzt und zerstört wurden.« Er merkt an, dass die Täter auch einen Gedenkstein für die Opfer der Schoa zerstört haben. »Ich bin sehr betroffen, mein Vater kam in Auschwitz ums Leben.«

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