Bruce Springsteen nennt Trump einen „Idioten“

Rocklegende Bruce Springsteen / Bild: APA/AFP/BERTRAND GUAY
Rocklegende Bruce Springsteen / Bild: APA/AFP/BERTRAND GUAY
Die Situation in den USA sei „eine Tragödie für unsere Demokratie“, meinte der 67-jährige Rockstar.

Die Presse.com

Die US-Rocklegende Bruce Springsteen („Born in the U.S.A.“) hat Donald Trump, den Kandidaten der Republikaner für das Weiße Haus, als „Idioten“ beschimpft. In einem Interview mit dem „Rolling Stone“ sagte der 67-Jährige, sein Land sei „praktisch unter Belagerung durch einen Idioten“.

Die Situation sei „tragisch, eine Tragödie für unsere Demokratie“. Das Magazin veröffentlichte Auszüge des Interviews am Samstag. Trumps Ideologien, darunter der Nationalismus für ein weißes Amerika, und die von ihm propagierte alternative konservative Bewegung seien „äußerst gefährlich“, meint der Rocksänger.

Trumps Rezept? Er biete „einfache Lösungen für überaus komplizierte Probleme, irreführende Antworten auf schwierige Fragen“, sagte Springsteen. Für ihn selbst komme nur seine demokratische Gegenkandidatin Hillary Clinton infrage. „Ich glaube, sie würde eine sehr, sehr gute Präsidentin sein.“

Ein Tier für Bäcker und Philosophen

Ein wunderschönes Tier: Gemeine Wespe, eine Nektarine verspeisend Foto: ap
Ein wunderschönes Tier: Gemeine Wespe, eine Nektarine verspeisend Foto: ap
Am meisten unter einer Wespenplage zu leiden haben traditionell die Bäckerei-Fachverkäuferinnen. Zusätzlich müssen sie auch noch hundertmal am Tag den Kunden, auf deren besorgte Frage, ob sie denn keine Angst hätten, gestochen zu werden, versichern: „Ach, man gewöhnt sich dran.“

Von Hartmut Höge | taz.de

Im Gegensatz zu ihrem Verkaufspersonal profitieren jedoch die Bäckereien von den Wespen. Zum Brotbacken braucht es Hefepilze. Insektenforscher der Universität Florenz fanden unlängst heraus, dass diese außerhalb der Backstube, frei schwebend sozusagen, in den Mägen von Wespen den Winter überleben – nicht hingegen in denen von Bienen. Dazu fütterten die Wissenschaftler weibliche Wespen vor ihrer Überwinterung mit genmarkierten Hefen, deren „Nachkommen“ sie dann im Frühjahr in den Wespenlarven fanden. Als eine der „wichtigsten Nützlinge des Menschen“ bezeichnet die Zeit die Hefe – die Wespe hilft ihr zu überleben und damit dem Bäcker.

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Die ersten Weihnachtsengel wurden über den Redaktionen gesichtet

Weihnachtsschmuck

Das Fest der Liebe naht, das Weihnachtsgebäck stapelt sich wieder in den Supermärkten, obwohl draußen die Blätter an den Bäumen noch nicht welken. Die Tage werden gleichwohl kürzer. Doch die süße Knusperei will irgendwie nicht recht zu den lauen Badestrandtemperaturen dieses Spätsommers passen. Derweil verbreiten, nach den harten Debatten des Sommers (Burkaverbot ja oder nein, jihadistische Attentate in Bayern und Frankreich, Staatsverträge mit DITIB & Co.), die ersten medialen Räuchermännchen in unseren Wohnstuben eine traulichte, geruhsame Stimmung. Genug von Unterdrückung, Terror und Verwirrung durch den Islam.

Von Paul Nellen | Achgut.com

Hier sind zwei Artikel, die man seinen Kindern noch vor dem Einschlafen vorlesen kann. Der erste handelt vom Brückenbauen zwischen den Religionen, vor allem  zu jener, die uns als „die wahre, tolerante Lehre des Islam“ beschrieben wird. Darin spielen der Pontifex Maximus im Vatikan in weißer Soutane und ein arabischer Prinz aus Abu-Dhabi, der den Papst besucht hat, anrührende Rollen. Sie erzählen uns, dass sozioökonomische Ungleichheiten Extremismus begünstigen. Die Armut und Hoffnungslosigkeit in der Welt wollen Papst und Ölprinz jetzt gemeinsam bekämpfen. Gut, dass der Milliardär Osama bin-Laden, die wohlhabend beelterten Entführer der 9/11-Maschinen und der oberste iranische Terrorinspirator Khomeini davon nichts mehr mitbekommen können, sie könnten in Selbstanklagen verfallen: Der Kronprinz von Abu Dhabi besuchte erstmals den Papst. Kann der interreligiöse Diskurs in Zeiten der Krise helfen?

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Winfried Kretschmann: Dodo des Monats August 2016

Dodo des Monats August 2016 ©HFR
Dodo des Monats August 2016 ©HFR

kretschmann150Winfried Kretschmann vollzieht praktisch, in schöner Regelmäßigkeit, seinen Tourismus zum Vizegott nach Rom. So wie früher die Staats-und Regierungschefs nach Moskau in den Kreml tingelten, ist heute Rom die bevorzugte Destination deutscher Politiker. Deutlich wird, Thron und Altar kungelten in der Vergangenheit die Schweinerein für die Untertanen aus. Der Thron wurde abgelöst durch den Habitus des Politikers. Heute versichern sich beide Seiten, der geschäftlichen Interessenlage zum beiderseitigen Vorteil. Der Staat schanzt den Pfaffen Steuergelder zu, insbesondere durch den in der Exekutive vorhandenen Gotteswahn und die Pfaffen bemühen sich die Untertanen, heute „Staatsbürger“ mit gesellschaftlicher Teilhabe mittels moralisierenden Zeigefinger bei der Fahne zu halten. Klappt nicht mehr so richtig. Das Kirchenvolk reduziert sich, die Bedeutung der Kirchen wird künstlich durch Politiker wie Kretschmann aufrechterhalten. Kretschmann selbst sitzt diesen Widerspruch aus, auch wenn er die Perfektion von Helmut Kohl, Probleme aussitzen zu können, weit verfehlt.

Tourismus zur römischen Spukgestalt, um mit dem absolutistischen Kirchenfürsten über „intelligentes“ Wirtschaftswachstum zu reden. Zwei Männer, die an sprechende Schlangen, Jungfraugeburt und Wiederauferstehung glauben kann man nicht als intelligent bezeichnen. Ein Wunder ist, dass solche Zeitgenossen die Errungenschaften moderner Medizin nutzen, statt die Rituale ihres Geisterbuches zu beschwören. Aber gut, Gottes begrenzte Schöpfung, die, nimmt man die Bücher nahöstlicher Mythologie, einst einen Kreis von rund 1.000km umfasste. Alles in der Mythologie beschriebene ereignete sich innerhalb dieses Kreises, Jerusalem wäre ein Punkt der westlichen Tangente dieses Kreises. Dort soll die Wirkmächtigkeit einer göttlichen Entität gegeben gewesen sein. Schönes Märchen.

Die begrenzte Schöpfung mag kein unbegrenztes Wirtschaftswachstum, weil die Ressourcen begrenzt sind, egal wie blöd oder auch intelligent man sein will. Es kommt der Punkt an dem Schluss ist. Der Theologe Traugott Holtz meinte dazu, “ immer dann, wenn die Wunder Gottes am Größten waren, war es die menschliche Dummheit auch.“

Demokratisch legitimierte Politik sollte sich nicht mit undemokratischen Gemeinwesen abgeben. Zumal die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen und der EU durch den Papst nicht anerkannt worden sind. Solange die Gleichberechtigung von Frauen verhindert wird, Homosexuelle, Transgender diskriminiert werden, Schwangerschaftsabbrüche mit Exkommunikation bestraft werden, Kondome mit zweifelhaften Begründungen verteufelt wurden und die Missbrauchsskandale, nach Jahren der Vertuschung, des Hinauszögerns immer noch einer umfassenden Auflärung harren, solange ist ein Gespräch auf Augenhöhe, auch mit dem Papst, nicht möglich. Die sogenannte „Umwelt-Enzyklika «Laudato si»“ ist eben mehr als nur Umwelt, es geht auch um Schwangerschaften, Abbrüche. Wissenschaft hat sich hier als Steigbügelhalter reaktionärer Weltsichten vereinnahmen lassen.
Glaubt man den Informationen steht die Anerkennung der Pius-Bruderschaft durch den Papst ins Haus. Theologe Schockenhoff nannte die Bruderschaft einen „rechtsradikalen Sumpf.“ Diese Pfaffenbande lehnt die religiöse Neutralität des Staates ab, die Todesstrafe solle wieder eingeführt werden, das Parteiensystem sei abzuschaffen und durch christliche Männer zu ersetzen. Eigentlich ein Fall für den Verfassungsschutz.
Wer mit dem Papst küngelt kommt mit katholischem Extremismus in Berührung. Den Grünen Kretschmann ficht das nicht an.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Unter Tieren: Heilige Rituale für fühlende Wesen

Bild: Frankfurter Rundschau
In ihrer September-Kolumne „Unter Tieren“ denkt Hilal Sezgin über Vorurteile gegen Veganer nach. Und über die Illusionen, die sich der moderne Mensch über Schlachtmethoden macht.

Von Hilal Sezgin | Frankfurter Rundschau

Das größte Kompliment, das man einem Veganer machen kann, ist bekanntlich, dass er oder sie nicht nervt. Dass er während des Grillabends die gute Laune behält oder dass sie – wie in meinem Falle – beim Texteschreiben nicht allzu moralisierend daherkommt. „Aufrüttelnd, aber ohne erhobenen Zeigefinger“, „ohne Vorwurfshaltung“, bestenfalls sogar „mit Humor“.

Diese Komplimente habe ich bereits mehrmals erhalten und mich auch jedes Mal gefreut. Doch seit einigen Monaten wächst in mir eine gewisse Ungeduld. Denn ehrlich gesagt: Von einem Amnesty-International-Mitglied würde auch niemand verlangen, gutgelaunt und moralfrei zu bleiben, wenn die Kanzlerin beim Händeschütteln mit einem bekannten Folterer und Diktator zu sehen ist. Vielmehr erwartet man, dass AI eine Petition ins Leben ruft und Protestpostkarten losschickt! Wieso also kommt das nicht ähnlich gut an, wenn wir Veganer „moralisieren“?

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Wahl Dodo des Monats August 2016

Dodo des Monats August 2016 ©HFR
Dodo des Monats August 2016
©HFR

Burkini, Burka, Niqab waren die scheinbar wichtigsten Themen des Monats August. Scheinbar deshalb, weil eine Fülle von politischen und religiösen Obskurantismus sich etwas leiser durch die Medien schleimten. Der Bundesinnenminister weiß nicht mehr wer er ist, der bayrische Finanzminister droht einen Urlaub in ausgewählten Regionen Afghanistans an, die er für sicher erklärt hat, Ramelow kommt in ein fremdes Dorf und erklärt den Ureinwohnern, dass ihr Leben Scheiße war, die Herz-Jesu-Fans Opfer einer staatsatheistichen Gesellschaft, im Potsdamer Landtag streitet man um ein Stück Holz und fromm, des Lesens und Schreiben unkundig, lieb macht. Es geht immer etwas blöder.
Hie sind die Kandidaten. Die Wahl ist bis zum 07. September 2016, 18:00 Uhr befristet, am folgenden Tag gibts einen kleinen Beitrag für den Gewinner.
Viel Spaß!

  1.  Thomas de Maiziére, „Minister mit Wahrnehmungsstörungen.“
  2.  Winfried Kretschmann, „kann ohne seinen römischen Übervater keine Politik machen.“
  3.  Jörg Meuthen, „Pseudo-Demokrat mit braun gefärbter Unterwolle.“
  4.  Annegret Kramp-Karrenbauer, „mit der Bibel gegen das Kopftuch, erinnert an George W. Bush.“
  5.  Markus Söder, „bayrische Stammtisch-Großmäuligkeit ohne Substanz.“
  6. Papst Franz, „mag Suppenküchen, tritt für den Erhalt derselben ein.“
  7.  Bodo Ramelow, „sozialdemokratischer Gotteswahn, links angetäuscht.“
  8.  Christian Schad, „träumt den Traum der Volkskirche, nur missionarisch soll es sein.“
  9.  Rudolf Voderholzer, „mit Hunger Flüchtlinge vertreiben.“
  10.  CDU-Fraktion Brandenburg, „Kruzifix braucht Physik, Gott klebt sonst nicht.“
  11.  Sawsan Chebli, „Analphabeten, fromm, können besten integriert sein.“
  12.  Heinrich Bedford-Strohm, „will mit seiner Christen-Moral die Ethik versauen.“

„Wahl Dodo des Monats August 2016“ weiterlesen

Toleranz kommt niemals ohne Grenzen aus

Donald Trump als Wahlkämpfer: Sein Leitmotiv ist Angst vor Fremdheit und Veränderung Foto: Getty Images/Getty Images North America
Unbeschränkte Freiheit zerstört sich am Ende selbst. Wir erleben derzeit einen Gezeitenwechsel von Duldsamkeit zu Unduldsamkeit. Irgendwann wird der Ernstfall der Toleranz eintreten.

Von Michael Stürmer | DIE WELT

Lange schon ist in deutschen Landen nicht mehr so viel Toleranz gepredigt worden wie in den letzten Jahren und das aus guten Gründen. Und lange schon ist die Predigt nicht mehr auf so gemischte Gefühle gestoßen wie heute.

Mit der Toleranz aber geht es wie mit der Demokratie, vor deren Exzess der altgriechische Philosoph Platon in einem lehrreichen Diskurs die Athener warnte: Unbegrenzte Freiheit zerstört sich am Ende selbst. Wie aber unbegrenzte Toleranz sich ausnimmt, möchte man lieber nicht im realen Experiment herausfinden. Platons Demokratiefantasie endet in der Ordnungsdiktatur.

Wer würde nicht, wenn er denn könnte, heute und morgen und alle Tage Lessings „Nathan den Weisen“ nachahmen und nach der berühmten „Ringparabel“ leben wollen? Christentum, Judentum und Islam in friedlichem Wettbewerb um Gegenwartsdeutung und Zukunftserwartung?

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Schule des Lebens

Die wahre und kluge Samstagskolumne von Heinrich Schmitz über den schäbigen Unsinn des „gesunden Menschenverstandes“, an den zu glauben genauso fatal ist, wie an das „gesunde Volksempfinden“, hat bei mir eine Erinnerung geweckt.

Von Wolfgang Brosche | DIE KOLUMNISTEN

Eigentlich wollte ich etwas schreiben über die neuerliche Internetniedertracht der Beatrix Storch (Adel als politische Macht ist in Deutschland abgeschafft und deshalb kriegt diese AfD-Dame kein „von“ zugestanden – und von menschlichem Adel kann bei ihr schon gar nicht die Rede sein) – jene blutige Häme über ein kleines verstörtes Kind aus Aleppo.

Meine Erinnerung erklärt vielleicht deutlicher als jede Analyse, woher diese grausame Kaltschnäuzigkeit, geistige Unbeweglichkeit, dieser grüne Neid und diese sättigungslose emotionale Gier stammen, die nicht nur Beatrix Storch auszeichnen, sondern vor allem die Massen, die ihr ungeniert zujubeln und behaupten, sie hätte verteidigungswerte, unangreifbare „Meinungen“, die auf gesundem Menschenverstand und ebensolchem Empfinden beruhten.

Zwergschule in Sennelager

Ich habe zwei Jahre meiner Grundschulzeit in einer Zwergschule in Sennelager verbracht, jenem künstlichen Kaff am ehemals größten deutschen Truppenübungsplatz, der schon in der Kaiserzeit dazu diente, aus Menschen Soldaten zu machen. In bloß zwei Klassenräumen waren sämtliche Jahrgangsstufen untergebracht über die zwei Lehrer herrschten, die wohl von einem allliterarisch begeisterte Schulrat hierher abgeschoben worden waren: Herr Pippert war der Jüngere und hatte wohl das Ende des Krieges als Werwolf erleben müssen. Herr Pagel erschien uns Siebenjährigen uralt; ein Erich von Stroheim mit Unteroffiziersstiernacken, dessen Sprache an das Bellen und Kläffen eines mittelgroßen Hundes denken ließ, der – so sehe ich es heute – sich weder den Dackeln, noch den Bulldoggen zurechnen konnte.

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Kill. Eat. Kill. Eat. Murder – Gewissen? Ich weiß von nichts

©Illustration: A. Passia
Unser täglich Fleisch gib uns heute und vergib uns unsere Gier. Rein und jungfräulich muss es sein, das tote Tier, das ritengetreu auf den Tisch kommt. Beim Stichwort Halal und Menschen, die das Lebewesen vom Endprodukt trennen, überkommt unserer Kolumnistin ein Brechreiz. Den gibt es hier in verbaler Form zu lesen:

Von Alissia Passia | DIE KOLUMNISTEN

Seit Merkel wissen wir: Der Islam gehört zu uns. Und damit auch all seine Riten. So wie der Koran auch den Verzehr des „reinen Fleisches“ gebietet. Nicht doch, dass der Mensch Schaden durch den Genuss eines Tieres nehme, das während der Herstellung bereits tot war. Gott, pardon, Allah bewahre, geschächtet muss es werden, da nützt auch ein Verbot nichts. Alleserlauberland zieht auch in puncto Tierrechte den Schwanz ein und lässt durch so genannte Ausnahmeregelungen die Schächtung zu, „… sofern das Fleisch des getöteten Tieres von Personen verzehrt wird, denen zwingende religiöse Vorschriften den Verzehr des Fleisches nicht geschächteter Tiere ausnahmslos verbieten.“ Auch was unter koscher auf den Tisch kommt, hat eine ebenso qualvolle Geschichte hinter sich. Befürworter stützen sich auf die Behauptung, dass ein schnelles Ausbluten gewährleistet sei, nur dass ein Tier mehrere Sekunden auf qualvollste Art und Weise um sein Leben ringt, interessiert niemanden.

Wie wäre es mit einer Probe aufs Exempel? Viele der Jasager jammern doch bereits bei einem Schnitt in den Finger, warum führen wir nicht mal bei ihnen den traditionellen Schächtungsschnitt durch.

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Absolute Religionsfreiheit gibt es nicht

Frauen mit Gesichtsschleier sind in deutschen Städten eine Ausnahmeerscheinung / picture alliance
Rechtsstaat oder Religionsfreiheit, was ist wichtiger? Für Alexander Grau ist die Sache klar: bereits heute steht das Strafrecht über religiösen Normen und Geboten. Der deutsche Staat sollte aufhören, sich bei Religionsgemeinschaften anzubiedern.

Von Alexander Grau | Cicero

Nun ist sie also offiziell: Die „Berliner Erklärung“, in der die CDU-Innenminister ein Verschleierungsverbot im öffentlichen Raum fordern, ein „Burka-Verbot light“, wie umgehend gespottet wurde.

Eine interessante Entwicklung, ist es doch erst wenige Tage her, dass Bundesinnenminister de Maizière ein Burka-Verbot verfassungsrechtlich für bedenklich hielt. Er betonte, man könne nicht alles verbieten, was man ablehne. Ähnlich hatte sich SDP-Chef Gabriel geäußert. Ob der sich allerdings ähnlich wendig zeigen wird wie de Maizière, bleibt abzuwarten. Sein Vize, Ralf Stegner, hatte noch letzte Woche zu Protokoll gegeben, ein Verschleierungsverbot sei mit der Religionsfreiheit nicht zu vereinbaren.

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Gesunder Menschenverstand – Ach was

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Er ist ein mächtiger Helfer in der Diskussionsnot. Selbst wenn man keine Argumente hat und auf verlorenem Posten steht, wenn die hässliche Frage nach dem Warum gestellt wird, wenn einem nichts mehr einfällt. Dann ist er stets zur Stelle. Bei jedem Thema. Ohne Ausnahme. Wie ein Notheiliger. Der Joker. Zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk. Der gesunde Menschenverstand.

Von Heinrich Schmitz | DIE KOLUMNISTEN

Ich hatte dem vor ein paar Jahren bei The European schon mal eine gehörige Breitseite verpasst, aber der Kerl ist nicht tot zu bekommen, dabei ist er nur ein elender Blender und Betrüger. Ein talentierter Mr. Ripley der Diskussionskultur.

Immer wieder wird behauptet, der gesunde Menschenverstand sage irgendetwas. Das ist eine plumpe Lüge. In Wirklichkeit sagt nur derjenige etwas, der behauptet, der gesunde Menschenverstand habe ihm etwas geflüstert. Das soll seiner Aussage mehr Gewicht verleihen, als sie in Wirklichkeit hat. Früher konnte man noch erzählen, man habe seine absoluten Weisheiten im unmittelbaren Gespräch mit Gott erhalten und sie in Stein gemeißelt vom Berg geschleppt, aber das ist heute zu gefährlich. Da landet man sehr schnell in der Psychiatrie, selbst wenn es denn wahr wäre. Göttliche Nachrichten gelten heute als suspekt. Also nennt man stattdessen den gesunden Menschenverstand als Quelle seiner Erkenntnis und macht ein wichtiges, bedeutsames Gesicht dazu. Oder das, was man dafür hält.

Der gesunde Menschenverstand und ein bisschen finanzielle Bildung reichen völlig aus.

meint z.B. Christian W. Röhr, Gründer der Internetplattform Dividenden-Adel. Komischer Name, denn in manchen Regionen Deutschlands bedeute Adel auch Gülle. Aber egal, dann versuchen Sie mal damit Ihr Geld zu vermehren. Wenn’s nicht klappt, war Ihr Menschenverstand vermutlich ein wenig kränklich. Aber Sie hätten dann immerhin eine wichtige Erfahrung gemacht: Ihr Geld ist futsch.

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Wir brauchen keinen reformierten Islam

Affen_MohammedSeit Monaten wird gestritten, christliche Politiker, islamische Politiker, Gottesknechte und Diener des Herrn, während die einen eine Reform des Islam verlangen beharren die anderen in ihren konservativen, fundamentalen Schlupflöchern. Nennen wir sie Moscheeverbände. Sicher ist auch, ein liberaler Islam braucht die heutigen Formen muslimischer Organisation nicht. Nun zu verlangen, dass die Moscheeverbände liberaler werden, kulturell organisieren, heisst, sie abschaffen zu wollen. Guter Vorsatz, nur darf man nicht auf die Selbstabschaffung von Moscheeverbänden hoffen. Das Beharrungsvermögen finden wir ja überall, in der Politik wie in der christlichen Religion. Entgegen der fortschreitenden Verweltlichung der Gesellschaft wird die Bedeutung des Religiösen künstlich erhöht. Dieser Widerspruch ist signifikant und vernehmbar in der Gesellschaft vorhanden. Wenn Pfaffen wie Bedford-Strohm oder Marx im „Wir“ sprechen muss die Grenze aufgezeigt werden. Sie sprechen für ihre Organisationen, für die damit verbundenen Strukturen, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Sie sprechen nicht für die 50% Konfessionslose im Land.
Moscheeverbände wollen ähnlich wie die christlichen Kirchen behandelt werden, dass ist ihr gutes Recht, finden wir im Grundgesetz. Die Frage die es zu beantworten gilt, wie sie sich darstellen, Anhängsel der Muslimbrüder, der Diyanet, doch wohl nicht. Schon gar nicht wenn Religiöses als Integrationsmedium verstanden werden will. Konflikte mit der säkularen Entwicklung sind aufgezeigt. Und sie lassen sich nicht mit dem Aussitzen der Politik lösen.

Andere Gläubige bringen andere Gläubige um, ermorden sie. Im religiösen Dorf Gottes bricht Panik aus. Diskreditieren doch die anderen Gläubigen Gott selbst. Geweihte Personen werden getötet, in einem Tempel Gottes, Gott tut nichts, wie immer. Zum Schluss sind die Beteiligten alle tot. „Tötet sie. Der Herr wird die Seinen schon erkennen.“ Der Gott der Christen, Juden und Muslime liebt Gerechte und Ungerechte, im Tode sind sie ihm willkommen. Der Widersinn zum stillen Karfreitag in Deutschland ist kaum deutlicher darstellbar.

Deutscher Gotteswahn lässt sich recht prononciert im Missionsbefehl(Matthäus-Evangelium) darstellen. Evangelikale und Katholiken wollen unter den Muslimen missionieren. Aiman Mazyek hatte seinerzeit deutlich protestiert in dem er die Kirchen vor aggressiver Mission warnte. Die Christen-Weicheier wollen natürlich unter den Muslimen missionieren, die bereits in Deutschland angekommen, sesshaft sind. Mission im Gebiet des Islamischen Staates kommt ihnen nicht in den Sinn. Ein eindeutiger Glaubensmangel. Nirgendwo besser lässt sich die Wirksamkeit des christlichen Gottes nachweisen, als im Gebiet des dämonischen Koran-Fundamentalismus. Nein, Theologe Schirrmacher, für die Evangelikalen und Christian Troll, für die Katholiken, schlagen dem Vorsitzenden des Zentralrates der Muslime einen interreligiösen Ethik-Kodex für Mission vor. Zumal Mazyeks Fähnlein der sieben aufrechten Muslime in Deutschland kaum Muslime vertreten kann. Es wäre lächerlich, wenn nicht die Tatsache bestehen würde, dass Evangelikale und Katholiken, im säkularen Gemeinwesen ihre krude Glaubenswerbung durchführen wollen.

Wir brauchen keinen reformierten Islam, wir brauchen eine reformierte Politik, die sich dem gesellschaftlichen Widerspruch zwischen der Religionisierung sozialer Konflikte und fortschreitender Verweltlichung entgegenstellt. Solange Politik die eigene Hausreligion bevorzugt, werden andere ihre berechtigten Ansprüche geltend machen. Nicht Neuevangelisierung sondern Säkularisierung ist die Lösung.
Dazu gehört auch islamistischen Terror als solchen zu benennen, nicht Irre, Verhaltensauffällige, sondern religiöser Fundamentalismus in seiner übelsten Darstellung sind das Problem. Wäre dem nicht so, müsste man das Versagen der Gesundheitspolitik konstatieren, genauer die psychiatrischen Dienste, die solche Gewalttäter nicht therapieren können.

Die Forderung den Islam reformieren zu wollen ist von geradezu lächerlicher Impertinenz.

Ditib: Dodo des Monats Juli 2016

Dodo des Monats Juli 2016 ©HFR
Dodo des Monats Juli 2016©HFR

DITIB-LogoErdogans Petzen haben gewonnen. Allein die Tatsache das Erdogan-nahe Islam-Gruppen in Deutschland nach Gülen-Anhängern suchen und diese listenmäßig erfassen zeigt eine gewisse Charakterlosigkeit. Doch dazu später.

Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e. V. (türkisch Diyanet İşleri Türk İslam Birliği, abgekürzt DİTİB) ein eingetragener Verein der dauerhaft der Leitung, Kontrolle und Aufsicht des staatlichen Präsidiums für Religiöse Angelegenheiten der Türkei untersteht. Die Tatsache, dass ein deutscher Verein dem türkischen Ministerpräsidentenamt angegliedert ist, stinkt gewaltig. Man spricht von ca. 1000 Beamten, die als Imame in Deutschland im Einsatz sind.

Die Imame der „Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion e.V.“ (DITIB) sind Beamte des türkischen Staates und werden vom türkischen Staat bezahlt. Ähnlich wie Diplomaten werden sie nach einem Rotationsverfahren alle vier Jahre ausgetauscht. Sie haben ein sicheres Beschäftigungsverhältnis und werden gut entlohnt (zurzeit ca. 2.000 € plus 60% ihres Gehalts in der Türkei). Imamen, die gut Deutsch gelernt haben, wird mittlerweile angeboten, ihren Aufenthalt in Deutschland zu verlängern, um weiterhin für DITIB tätig zu sein. Denn deutschsprachige Mitarbeiter sind auch im größten muslimischen Verband nach wie vor rar.

Religionen im Gespräch

Mit anderen Worten, der türkische Staat überweist monatlich 2 Milionen Euro nach Deutschland um seine Beamten zu bezahlen. Die Summen dürften deutlich höher liegen, kommen doch noch Angestellte, Beschäftigte, Verwaltungskosten ect.pp. hinzu. Die Türkei bezahlt ein ansehliches Orchester und für das Geld bestimmt sie die Musik, welche gespielt wird. Sie wäre ein Idiot, wenn sie das nicht tun würde. So orchestriert wird Politik nach Deutschland transportiert, ganz im Sinne der Islamisten der AKP. Nebenbei, Gülen ist auch Islamist, einer der auf anderen Wegen versuchen muss an sein Ziel zu kommen, letztlich steht ihm nicht der türkische Staat zur Verfügung, aber ein gut organisiertes Netzwerk von Schulen, Medien, Stiftungen usw.  Egal welche Informationen, von welcher Seite auch immer, erhältlich sind, islamistische Machtkämpfe zwische Erdogan und Gülen sind die Regel. Gotteswahn wird manifestierte Gewalt, der Gläubige ist immer der Dumme. Das Problem, der Gotteswahn macht die Dummheit süß und erträglich, vielleicht sehen wir bald Transparente auf denen türkische Frauen bekunden ein Kind von Erdogan haben zu wollen, der Wahnsinn ist noch lange nicht am Ende.

Die DiTiB ist Werkzeug türkischer Politik. Wer das nicht anerkennt wird sich auf Dauer mit Konflikten beschäftigen müssen, die durch die türkische Politik nach Deutschland getragen werden. Das Dilemma ist hausgemacht. Das Kirchenverfassungsrecht greift nicht bei den islamischen Moscheeverbänden. Deutsche Politik hat jahrzehntelang den Wildwuchs islamischer Strukturen geduldet. Es war ja auch so einfach, es hat fast nichts gekostet, Strukturen mussten nicht aufgebaut werden und die quasi nicht vollzogene Trennung von Staat und Kirche schlägt nun ins Taufbecken christlichen Wohlgefälligkeitsglauben zurück. Jesus-Popstar Bedform-Strohm spricht von flächendeckenden Religionsunterricht, für Muslime, meint aber generell Religionsunterricht einführen zu können. Die Muslime als Transportmedium evangelischen Firlefanz‘. Die DiTiB lehnt sich zurück und lässt die Pfaffen der deutschen Kirchen machen, die hoffen ihrer stetig wachsenden Bedeutungslosigkeit mit Hilfe der Muslime zu entkommen. Wer der DiTiB seine Kinder, in Sachen Religionsunterricht, gibt, überlässt sie dem Gotteswahn der AKP-Islamisten. Deutsche Behörden leben dann in der Einbildung Kontrolle ausüben zu können.

Hat man einen DiTiB-Verband erwischt, weil ein Hassprediger in einer Moschee seinen Dreck verkünden durfte, kommen die üblichen Ausreden, dass hätte man nicht gewusst, die Vergangenheit des Betroffenen sei nicht bekannt gewesen, aber wehe ein Witz über den Geisterbeschwörer Mohammed macht öffentlich die Runde, oder gar eine bildliche Karikatur, weinerliches Geheule über verletzte religiöse Gefühle, Diskriminierung, Rasssismus und Islamophobie sind die argumentativen Keulen mit denen Widerrede erschlagen wird. Werdet endlich mal erwachsen, benehmt euch auch so, selbst wenn Erdogan dem Benehmen nach in einer Buddelkiste sitzt und darüber petzt, Gülen wolle ihm die Backförmchen wegnehmen.  Schüffeldienste für den Übervater sind etwas für charakterlose Gesellen, Petzen tun so etwas, Feiglinge, Weicheier.

Von deutscher Politik wäre zu erwarten, dass sie sich von den islamistischen Umtrieben der DiTiB trennt, keine Imame aus dem Ausland, keine Finanzen. Muslime in Deutschland sind keine unmündigen Blagen des Irren vom Bosporus. Österreich hat da einen sehr guten Weg eingeschlagen, erinnert sei hier an das Islamgesetz.

In dem Sinne, den DiTiB nach Istanbul und wirkliche Interessenvertretungen für Muslime aufbauen, die auch von den Mehrheiten der betroffenen Menschen unterstützt werden, was man ja von den heutigen Islamverbänden nicht sagen kann.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Wahl Dodo des Monats Juli 2016

Dodo des Monats Juli 2016 ©HFR
Dodo des Monats Juli 2016 ©HFR

Geht es um spinnerte, religiotische Lautäußerungen aus Politik und Kirchen gibt es kein Sommerloch. Manchmal entsteht der Eindruck als wollten die Akteure unter Beweis stellen, dass sie gute Gottesknechte sind. Chemtrails sollten untersucht werden, darüber hinaus ist es interessant warum gerade in Berlin schiitische Muslime als Organisatoren des a-Quds-Tages in Erscheinung treten dürfen, die AfD suhlt sich im Antisemitismus, da darf man dann auch schon mal „Die Protokolle der Weisen von Zion“ bemühen und der Wiener Erzapostel hält den Dienst in der Armee für die Manneszucht, sprich Integration für bedeutend. Der reaktionäre Mief christlicher Religion bläst mit Macht durchs Gebälk. Am Islam arbeiten sich die 41.000 christlichen Denominationen mit dem Wort Gottes ab.
Die Wahl ist bis zum 07.08.2016, 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird am folgenden Tag gewürdigt werden.

Viel Spaß!

  1.  Martin Bäumer, „hält Chemtrails für untersuchungswürdig.
  2.  Verein Islamische Gemeinde der Iraner in Berlin-Brandenburg e. V., „lässt islamistisches Gedankengut in Berlin demonstrieren.“
  3.  Dr. Irmgard Schwaetzer, „wählt uns, ansonsten haltet die Klappe.
  4.  DITIB, „Namenslisten von Gülen-Angängern in Deutschland?
  5.  Bodo Ramelow, „linker Afterdienst.
  6.  Alexander Kissler, „Jesus wurde in Frankreich ermordet.
  7.  Alexander Gauland, „kennt Asylgesetz, Grundgesetz und Genfer Konvention nicht.
  8.  Christoph Schönborn, „bei der Armee werden integrierte Kerle synthetisiert.“
  9.  Joachim Herrmann, „möchte in Krisengebiete abschieben.
  10.  Volker Kauder, „weiß nichts von Ego-Shootern, davon aber viel.
  11.  Özkan Ezli, „findet Geisterstunden in Schwimmbädern toll.
  12.  Jozef Niewiadomski , „mit Katholizismus gegen Islamismus.
  13.  Gerd Landsberg, „islamischer Religionsunterricht ist seine kognitive Grenze.
  14.  Rainer Maria Woelki, „gebt Bettlern, auch wenn es zum Saufen ist.
  15.  Heinrich Bedford-Strohm, „will mit degenerativer Theologie soziale Probleme lösen.

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Linker Afterdienst

Bodo Ramelow. Bild: Cicero/bearb. BB
Bodo Ramelow. Bild: Cicero/bearb. BB

Immanuel Kant: „Ich nehme erstlich folgenden Satz als einen keines Beweises benötigten Grundsatz an: alles, was außer dem guten Lebenswandel der Mensch noch tun zu können vermeint, um Gott wohlgefällig zu werden, ist bloßer Religionswahn und Afterdienst Gottes.“(Kant Werke Band 7, Darmstadt 1968, S. 842.)

Dieser Tage findet in Bad Blankenburg/Thüringen die 121. Allianzkonferenz der Deutschen Evangelischen Allianz statt. Homophobe Bibelfundis, Kreationisten bis hin zu frauenfeindlichen Grundeinstellungen, etwa Schwangerschaftsabbrüche sind versammelt. Lebende Retros, die sich eine Zukunft vorstellen, die mehr als 100 Jahre zurückliegt.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow/Die Linke richtet ein Grußwort an den Kongress.

Bodo Ramelow: […]„dass die Deutsche Evangelische Allianz wieder in Thüringen, dem Kernland der Reformation, ihren Sitz und ihr Zentrum hat und dass die Blankenburger Bibel- und Glaubenskonferenz mit ihrer öffentlichen Ausstrahlung weit über die Grenzen unseres Landes hinausreicht“

Völlig unkritisch reflektiert Ramelow die Daseinsvoraussetzungen der Allianz. Kein Wort, zu homophoben Grundeinstellungen, kein Wort zur Diskriminierung homo-und transsexueller Menschen. Nichts kritisches zum Stuttgarter Gospel-Forum, Mission Freedom, zu Homoheilern und Umpolern, zu Manipulation und Desinformation. Allein die Kontroverse zwischen Michael Diener und der Allianz zur Thematik Homosexuelle und Evangelikale wäre ein Ansatz gewesen sich kritisch mit der Thematik auseinanderzusetzen.

Ramelow widmet sich der Arbeit der Allianz im Rahmen der Flüchtlingspolitik. Nicht mehr und nicht weniger. Sicherlich ein wichtiger Kernpunkt, aber nicht der alleinige.  Es wäre an der Zeit, dass Politik, die sich schon mit der Thematik des evangelischen Fundamentalismus auseinandersetzt kritisch jene Aspekte aufzeigt, in denen es erhebliche Widersprüche zur pluralen, weltanschaulichen Gesellschaft im Lande gibt.

Das, was Herr Ramelow in seiner Grußadresse abliefert ist Afterdienst Gottes, politisch verbrämt und völlig unnötig.

Religiotisch: Suchmaschine „Hulbee zensiert Sex“

Suchmaschine "Hulbee". Screenshot: bb
Suchmaschine „Hulbee“. Screenshot: bb

Die Welt des christlichen Fundamentalismus ist retardiert. Sex etwas übles und Pornografie geht schon gar nicht. Bekannt ist, dass aus dem amerikanischen „Bible Belt“, schlicht der Playground des evangelikalen Weltverständnisse, die meisten Zugriffe auf Porno-Webseiten im Internet kommen, die meisten Schwangerschaften unter Jugendlichen auftreten und ebenso die meisten Abbrüche. Bibel-Fundis in Deutschland können aufatmen, die größere Dislozierung lässt solche Analysen, wie in den USA, unmöglich erscheinen.
Also schafft man eine Suchmaschine, weil ja die Datenkrake Google die Pornoschleuder schlechthin ist und Kinder übersexualisiert werden. Sex ist böse, gut nur, wenn er der Fortpflanzung dient und eine Familie dahinter steht. Der eigenen Homophobie kann man dann wundervoll frönen.
Gibt man in die Suchmaschine den Begriff „Sexualität“ ein, kommen die im Screenshot dargestellten Ergebnisse, das linke Bild ist dann auch für die lieben Kleinen, Herzijesulein sichtbar.

Pappa geht dann heimlich auf die einschlägigen Pornoseiten und weil Mama nicht kann, wird kräftig einer runtergeholt. Christliche Bigotterie. Hodenhasser und lebende Retros wollen zurück in die Wüste.

Es braucht mehr Religion, um Extremismus zu bekämpfen

© Picture-Alliance In einem Prozess wollte eine Frau das Tragen des Kopftuches durchsetzen.
Wenn die Religion vollkommen aus dem öffentlichen Raum verdrängt wird, stärkt das religiösen Extremismus. Um Muslime besser integrieren zu können, das zeigt das Beispiel Frankreich, muss Religion stärker sichtbar werden. Ein Kommentar.

Von Rainer Hermann | Frankfurter Allgemeine

Die Trennung von Staat und Kirche ist eine der großen Errungenschaften der abendländischen Zivilisation. Der Kampf hat Jahrhunderte gedauert – vom Wormser Konkordat im Jahr 1122 bis zur Aufklärung im 18. Jahrhundert, das die Vernunft über den Glauben stellte. Von da an wurde die Trennung vollzogen. Den einen Königsweg, wie sie zu gestalten sei, hat es indes nie gegeben.

Frankreich, das Land der Aufklärung, entwickelte die „republikanische Laizität“. Der Staat verstand sich als Agent des Fortschritts und versuchte, Religion, die so gesehen nur Aberglaube sein konnte, aus der Gesellschaft fernzuhalten. In keinem Land Europas wurde Religion so radikal aus der Öffentlichkeit verdrängt wie in Frankreich. Atatürk, der Gründer der Republik Türkei, machte sich dieses Modell zu eigen.

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Wenn der Handschlag krank macht

In vielen, vor allem westlichen Ländern ist der Handschlag nonverbales Begrüßungs-und Verabschiedungsritual. Bei Historikern gibt es die Auffassung, dass der Handschlag aus dem Winken hervorgegangen sei, der jeweils anderen Partei wurde mit der leeren Waffenhand gewunken.

Von der Hygiene wissen wir, dass das Händeschütteln Krankheiten übertragen kann, Erkältungen oder auch Magen-Darm-Erkrankungen, Hand-Hygiene ist also besonders wichtig.

Wir finden Abbildungen vom Händegeben in den vielfältigsten Darstellungen, von der Antike bis zur heutigen Zeit. Rational erklärbar.

Begeben wir uns in das Reich irrationaler Wunder und Märchen. Jüngst verweigerte der Imam Kerim Ucar der Lehrerin seines Sohnes den Handschlag. Die Lehrerin tat was Pädagogen so gerne tun, sie belehrte und Mohammed Wizard fühlte sich in seinem Glauben verletzt. Der Punkt ist recht einfach. Sein fundamentaler Glaube meint, dass er seine rituelle Reinheit verliere, wenn er einer Frau, nicht der eigenen, die Hand gibt, mit anderen Worten, mit dem Verlust der rituellen Reinheit sei ihm der Zugang zu Paradies verwehrt. Frauen sind für diesen Purismus hoch infektiös, wie Bakterien oder Viren die den Eingang des gelobten Landes bewachen. Damit ist auch klar, all das, was Eingangs geschrieben wurde über den kognitiven Horizont des Imams hinausgeht. Er ist schlicht und einfach nicht in der Lage diesen Inhalt zu verstehen oder zu akzeptieren.

Der Konflikt zwischen Lehrerin und Imam hätte auf eine ganz einfache Art und Weise gelöst werden können. Mit dem Austausch der jeweiligen kulturellen Position. Punkt. Unserem menschenrechtlichen und egalitären Selbstverständnis sind rituelle „Unreinheiten“ fremd. Sie verletzen die Menschenwürde und stehen im Gegensatz zu der Achtung, die jeder Person aufgrund ihres Menschseins zusteht. Der Imam hätte nun seiner selbst willen erklären können, dass  dieses Verständnis nicht in seinem Entscheidungshorizont vorliege. Es  sich also nicht um „Frauenfeindlichkeit“ handele.

Das wäre die vernünftige, unter erwachsenen Menschen durchaus übliche Form der Konfliktlösung gewesen.

Der Imam stellt Strafanzeige, wegen „Beleidigung und Verletzung der Religionswürde.“ Das Dumme daran, einen solchen Straftatbestand gibt es nicht in Deutschland. Er hätte eine Anzeige machen können nach dem Gotteslästerungsparagrafen, das wäre aber ein Eigentor geworden, denn die Lehrerin hat keine blasphemische Handlung begangen. Religionswürde ist kein zu schützendes Rechtsgut. Um so dümmer die Entschuldigung der Schule, das ist Kapitulantentum, kulturelles Versagen unter dem Aspekt möglicher Schulgelder. Der Schule ins Stammbuch geschrieben „Wer sich selbst zum Wurm macht, darf sich nicht beklagen, wenn er getreten wird“ (Kant).

Das es sich bei dem Imam, Kerim Ucar, um einen Extremisten handelt zeigt folgendes Zitat:

Imam Khomeini hat der ganzen Welt die Tore der Liebe und Brüderlichkeit der islamischen Religion geöffnet. Die Menschen haben
durch diese großartige Persönlichkeit gesehen, was für eine schöne Gesellschaft der Koran schaffen kann“, sagte der sich anlässlich der Feierlichkeiten zum Todestag Khomeinis in der Islamischen Republik Iran aufhaltende Imam der Berliner Imam-Cafer-Sadik-Moschee, Ke-
rim Ucar, gegenüber der Iranischen Koran-Nachrichten-Agentur (IKNA) am 2. Juni 2007.

„Imam Khomeini ist der Führer, der dem letzten Vierteljahrhundert seinen Stempel aufgesetzt hat. Imam Khomeini hat allen Muslimen erzählt, dass ein ehrenhaftes Leben erst dann möglich ist, wenn man wieder zum Koran zurückkehrt“, erklärt Ucar. Weiter heißt es in dem Be-
richt, Kerim Ucar habe gesagt, Imam Khomeini hat ein Leben lang die Muslime zur Einheit eingeladen und wollte, dass die Muslime vor den Islamfeinden ein ehrenhaftes Verhalten vorleben sollten. „Wenn die Muslime zugehört hätten, was er (Khomeini) in Sachen Einheit ge-
sagt hat, würde heute kein Bruderblut fließen und die islamischen Länder würden nicht so ausgebeutet“, wird Ucar zitiert. Khomeini, so Ucar, habe gegenüber allen Buchreligionen Respekt gezeigt und den Angehörigen dieser Religionen immer eine freundschaftliche Hand
entgegengestreckt. „Aus diesem Grund“, so Ucar, „haben die Nichtmuslime, die seine religiösen Reden gehört haben, gesagt, dass sie dadurch inneren Frieden gefunden haben.“

Aus dem Türkischen übersetzt: Iranische Koran-Nachrichten Agentur: „Imam Khomeini ist ein Freiheitsdenkmal
gegen die Unterdrücker“, 2. Juni 2007, Original Türkisch unter: http://ikna.net/tr/news_print.php?ProdID=129806

Wer solche radikal-islamischen Auffassungen vertritt, dem gebe ich nicht die Hand. Nirgendow.

Danke Friedhelm für die Tipps.

Ruprecht Polenz: Dodo des Monats Juni 2016

Dodo des Monats Juni 2016 ©HFR
Dodo des Monats Juni 2016
©HFR

polenzDeutschland streitet über Kopftücher, Hidschabs, Niqabs, Burkas und Politik, die vermeint um des Hausfriedenswillen reaktionäre, rückwärtsgewandte Weltsichten gut gewaschen, getrocknet und gebügelt unter das Wahlvolk zu bringen. Es gibt genug Politiker die öffentlich verkünden religiöser Fundamentalismus habe nichts mit Religion zu tun, Terror noch weniger. Einig ist man hier mit den Aposteln und Pfaffen der nahöstlichen Mythologie, Christentum genannt. Terror habe nichts mit Religion zu tun. Das ist schlichtweg gelogen. Die jeweilige Religion, ob nun das Christentum, der Islam, das Judentum, Hinduismus, Buddhismus, liefert die normative und deskriptive Grundlage jedweden Terrors. Der Wahrheitsanspruch ist exklusiv. Wer nicht der eigenen Religion zugehörig ist, ist Dreck, minderwertig.

Eine Meldung auf der Online-Plattform The Scotsman.com, dass die schottische Polizei den Hidschab als Teil der Uniform schottischer Polizistinnen einführen will veranlasste CDU-Politiker Ruprecht Polenz zu der Aussage: „Wird Zeit, dass die deutsche Polizei das auch macht.“

Die islamische Kopfbedeckung verhüllt nicht das Gesicht, alles andere aber schon und es gibt Varianten, da ist aus dem Hidschab ein Niqab geworden, nur noch die Augen der betroffenen Person sind zu sehen.

Ruprecht Polenz, 300 Jahre Aufklärung für die Tonne. Ein Vertreter derjenigen Kreise, die religiösen Fundamentalismus in Deutschland salongfähig machen wollen. In der Hoffnung, dass die eigenen kruden rückwärtsgewandten Weltsichten niemanden mehr interessieren.

Was sagt das Tragen des Hidschabs aus:

Zu den Maßnahmen, die der islamische Hidschāb üblicherweise einschließt, gehören:

  • die Zugänglichkeit der Frau nur für diejenigen Männer, die in einem die Heirat ausschließenden Verwandtschaftsverhältnis (Mahram-Verhältnis) zu ihr stehen,
  • die Verhüllung der Frau vor allen Männern, die nicht in einem Mahram-Verhältnis zu ihr stehen,
  • der Rückzug der Frau in das Frauengemach im Haus bei Besuch von Männern, die zu diesem Kreis zählen,
  • die Verhüllung der Frau beim Ausgang auf der Straße und in der Öffentlichkeit.

Überhaupt kein Problem für einen toleranten modernen Menschen. Frauen die derartige Mode tragen wollen nicht kommunizieren, man kann sie also ignorieren. Burkaträgerinnen, manche erinnern an laufende Mülltüten, schon gar nicht, macht man einen Bogen darum. Das ist Toleranz. Die Kleidervorschriften religiöser Befindlichkeiten interessieren nicht. Man muss sie nicht verbieten, sie haben aber bei der Polizei, den Gerichten usw. nicht zu suchen. Traumtänzer wie Polenz, die sich irrlichternd durch den Zoo Gottes bewegen versuchen anderes zu vermitteln.

Stellen wir uns folgenden Sachverhalt vor. Ein Nomade, Sohn der arabischen Wüsten, gemeinhin als Tuareg bekannt, gelingt es in Deutschland Richter zu werden. Das Problem, bei den Tuareg sind die Männer verschleiert, die Frauen nicht. Dann sitzt also unser Tuareg-Richter vor uns und wir sehen nur seine Augen. Da kann man aufstehen und gehen, Kommunikation ist etwas anderes, durch den Gesichtschleier ist er zu dem noch akustisch gedämpft.

Statt sich darüber Gedanken zu machen ob die Polizei in Deutschland den Hidschab einführen sollte, könnte man überlegen, inwieweit die Trägerinnen überhaupt eindeutig zu identifizieren sind. Es gibt ja so etwas wie Vermummungsverbote.

All das ficht Ruprecht Polenz nicht an.

Bild: FB, Screenshot: bb
Bild: FB, Screenshot: bb

Es geht nicht um Bilder im Kopf, es geht um eine freie Gesellschaft, die für ihre Freiheiten einen heftigen Preis zu zahlen hatte. Es geht darum, dass arabische Mythologie um einen Schafhirten, dem es gelungen ist seine Traumbilder in materielle Gewalt umzusetzen nichts in einer aufgeklärten Gesellschaft zu suchen hat. Wer ja zum Hidschab, Niqab, Burka im öffentlichen Dienst sagt, sagt ja zur Gesellschafts-und Normenordnung des Islam. Brauchen wir nicht, wir haben eine gesellschaftliche Ordnung die durch Geschichte, Traditionen, Kultur geprägt ist. Die offen ist für anderes, für Weiterentwicklung und nicht Rückschritt in die Normenwelt der Wüste.
Wir brauchen keine Politiker die ihren persönlichen Glauben einhegen und den Begriff der Religionsfreiheit als Waffe gegen andere einsetzen. Religionsfreiheit ist kein Ehrschutz für irgendeine abrahamitische Mythologie.

Glaubt was ihr wollt, verschont diejenigen, die nichts mit Euren Weltsichten zu tun haben.

Wer wie ein Gespenst in der Öffentlichkeit aufreten will soll das tun, mit Gespenstern kann man nicht kommunizieren.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Keine Macht der Integration

Keine Macht der Integration © MiG
Stellen Sie sich vor, alle wären integriert. Was für eine grausame Vorstellung: keine Kopftücher mehr, keine Komplimente mehr aufgrund der Sprachkenntnisse, keine Ausweiskontrollen mehr… Nein, nein. Wir wollen ihn behalten, unseren Migrationshintergrund.

Von Selim Özdoğan | MiGAZIN

Integration, gelungene Integration, allein die Vorstellung ist schrecklich. Vermieter würden nicht mehr auflegen, wenn du am Telefon einen Namen mit Üs und Ös sagst, Polizisten würden dich nicht anhalten, um deinen Ausweis zu kontrollieren, ihr Ton würde sich nicht ändern, nachdem sie bei der Verkehrskontrolle deinen Namen gesehen haben. Du würdest nicht sofort überall als gefährlich gelten, als Drogendealer. Du würdest keine Komplimente mehr für deine Sprachkenntnisse bekommen und nicht mehr gefragt werden, wo du denn herkommst.

Es würde niemand mehr Kopftuch tragen oder Gebetskappe, es würde niemand mehr etwas anderes reden auf den Straßen und Schulhöfen außer Deutsch und Hessisch und Bayerisch und Sächsisch und Fränkisch und Platt und Sorbisch. Nach der Integration wären alle deutsch und stolz darauf, auch die Schwarzköpfe mit der olivfarbenen Haut.

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