Vom Opferdiskurs der Frau

Foto: Pixabay.com / miawicks9
Ursprünglich sollte PC und Gender-Unsinn supportiv für Frauen wirken. Mittlerweile haben wir allerdings einen Punkt erreicht, an welchem genau das Gegenteil der Fall ist und Genderisierung Frauen deutlich schadet. Ich gehe so weit zu sagen, dass der moderne Genderismus extrem frauenverachtend ist und begründe das folgendermaßen:

Von Raya la Ratha | Richard-Dawkins-Foundation

Genderisierung sieht eine Sonderbehandlung von Frauen vor, meist zu ihrem Nachteil. Wesentliche Bestandteile der Sonderbehandlung sind Studiengänge nur für Frauen, Girl’s Day, Frauenquoten, „Frauenbeauftragte“, an welche man sich als Frau wenden kann, weil man sich im Meeting unterdrückt fühlt.

Was hierbei jedoch übersehen wird, ist, dass all diese Dinge, welche eine Sonderbehandlung von Frauen beinhalten, Frauen Freiheiten von Verantwortung einräumen und diese immer mehr in die Rolle eines Kindes drängen, welches besonderen Schutz benötigt.

Wo vorher der Feminismus dafür kämpfte, dass Frauen gleichberechtigt sind und gleiche Verantwortungen übertragen bekommen, möchten wir Frauen immer mehr zu Schutzbedürftigen, also Kindern, degradieren.

Es ist nur selbstverständlich, dass ein Kind, welches von Verantwortung befreit ist, nicht dieselben Rechte erhält.

Des Weiteren ist Genderisierung nicht tatsächlich, wie behauptet, den Frauen, sondern der PC-Agenda zugewandt. Dem Genderisten geht es nicht etwa darum, dass hässliche Gewalt oder Vergewaltigung – besonders in nichtwestlichen Ländern – eingedämmt wird. Zumindest nicht, solange du 3 berühmte schwarz-lesbisch-nichtgenderkonforme Queer-Personen jüdisch-islamischen Glaubens mit Behinderung benennen kannst.

Ich zeige bewusst die Absurdität des modernen PC und Genderismus auf.

Zuletzt sollten wir uns über die Ursprünge des modernen Genderismus klar werden. Auch wenn es Drittwellenfeministen ungern zugeben mögen, konnten Frauenrechtsbewegungen nur deshalb erfolgreich sein, weil jene Männer, welche wir als Unterdrücker und Vergewaltiger bezeichnen, diese einst unterstützten, was auf meinen folgenden Punkt hinausläuft: Eine Gesellschaft basiert auf Männern und Frauen. Gemeinsam.

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Wie Katholiken und Protestanten einander nerven

Bringt den Katholiken Seehofer zur Weißglut: die kühle protestantische Frau aus dem Norden (AFP / John MACDOUGALL)
In der Politik seien katholische Männer auf ausdauernde Protestantinnen oft zornig, weil alles an ihnen abprallt, meint Religionsphilosophin Gesine Palmer. Der schönste Versuch einer Demütigung wirke lächerlich, wenn die Gemeinte sich nicht getroffen fühlt.

Von Gesine Palmer | Deutschlandfunk Kultur

Wenn man nicht so genau weiß, was von einer Sache zu halten sei, ist ein gutes Vorurteil immer noch besser als gar kein Argument.

Einst, als die Bundesrepublik Deutschland in einem so selig provinziellen Schlummer lag, dass nicht nur die Jugend mehr Welt herbeisehnte, halfen Vorurteile vorzugsweise im Umgang mit anderen Deutschen. Wenn damals die besorgten Eltern vor religiösen Mischehen warnten, meinten sie das Wagnis einer Ehe zwischen einem Katholiken und einer Protestantin. Wer das später noch für ein ernstes Problem halten wollte, machte sich lächerlich. Dachte ich. Bis vor ein paar Wochen. Dass ich mir jetzt nicht mehr so sicher bin, hat auch mit Politik zu tun.

Fangen wir mit den Vorurteilen an über katholische Männer und protestantische Frauen. An sich streben in der Politik beide nach Macht, wie alle Welt, und sie teilen auch das Ideal: Wer Macht hat, gebrauche sie mit Demut und möglichst unprätentiös. Aber wenn es ums Detail geht, verhalten sich der Katholik und die Protestantin doch sehr unterschiedlich.

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Rezension des Buches „Der Skandal der Skandale“ von Manfred Lütz: Die geheime Geschichte des Christentums?

Bartholomäusnacht, „Massacre de la Saint-Barthélemy“ (1572) von François Dubois (1529–1584) gemalt zwischen 1572 und 1584 (Ausschnitt)
Der Autor und ehemalige Verleger Dr. Heinz-Werner Kubitza hat das letzte Buch von Manfred Lütz, „Der Skandal der Skandale. Die geheime Geschichte des Christentums“ gelesen. In seiner Rezension läßt er kein gutes Haar an dem Bestseller.

Von Dr. Heinz-Werner Kubitza | hpd.de

Eigentlich wollte ich kein Buch von Manfred Lütz mehr lesen. Sein Gottesbuch fand ich für einen studierten Theologen so naiv historisch-unkritisch, und dabei so befremdlich katholisch, dass ich noch heute, wenn ich das Buch aus dem Regal nehme, aufpassen muss, weil ein abgestandener Katholizismus an allen Seiten herauszulaufen droht, und dann unschöne Flecke auf dem gesunden Menschenverstand hinterlassen kann.

Dieses Buch ist auf der Bestsellerliste gelandet, obwohl es eigentlich eine Mogelpackung ist. Denn vermutlich alle Beispiele und Zitate daraus stammen aus dem Buch „Toleranz und Gewalt“ von Arnold Angenendt. Lütz hat dieses Buch gelesen, und war von ihm so fasziniert, dass er auf die Idee kam, es unter seinem eigenen Namen quasi erneut herauszubringen. Dabei hat er im Wesentlichen nur die Beispiele aus Angenendts Buch auf unter 300 Seiten eingedampft, und zuweilen mit einigen lockeren Lütz-Passagen versehen. Auch wenn nun „Lütz“ draufsteht, stammen sicher mehr als 90 Prozent des Textes von Angenendt. Da wirkt es fast schon etwas dreist, wenn es lediglich heißt, das Buch sei „unter Mitarbeit“ von Angenendt entstanden. Man kann nur hoffen, dass Lütz wenigstens so korrekt ist, nun auch 90 Prozent seines nicht unerheblichen Autorenhonorars an den eigentlichen Autor abzutreten (ich werde bei Angenendt mal nachfragen!). Denn da Lütz deutlich bekannter als Angenendt ist und auch schon vorher Bestsellerautor war, hat es auch dieses Buch mühelos in die Bestsellerlisten geschafft. Hilfreich dazu war auch noch der Titel, wo das Wort „Skandal“ gleich zweimal vorkommt und von einer „geheime(n) Geschichte des Christentums“ geraunt wird. Der Titel hat mit dem Inhalt des Buches reichlich wenig zu tun, und ist vermutlich nur eine Marketingidee von Herder, Gottes eigenem Verlag gewesen. Als ehemaliger Verleger habe ich für diese Strategie sogar ein gewisses Verständnis.

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Das Kreuz und die billige Münze

Das Kreuz mit den Religionen
Es kam, wie es kommen musste: In Bayern verweigern sich Behördenchefs, den Kreuz-Erlass umzusetzen. Ein Landrat im mittelfränkischen Roth, gläubiger Protestant mit Kreuz im Büro, gab die Devise aus: „Wir leben im Landratsamt sehr nach christlichen Grundsätzen, das ist wichtiger als irgendeine Äußerlichkeit, die man unter Zwang aufhängt.“

Andreas Püttmann | katholisch.de

Ich habe die Präsenz des Kreuzes in Schulen und Gerichten – wo sie Tradition hat – immer verteidigt. Als Zeichen selbstloser Liebe, höherer Gerechtigkeit, Leid und Tod überwindender Hoffnung haben Generationen von Christen das Kreuz verehrt, in Not bestürmt, im Leiden umklammert, ihren Kindern auf die Stirn gezeichnet und am Ende ihres Laufs mit ins Grab genommen. „Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben“, glauben wir. Unter dem Kreuz wuchs in Europa eine Hochkultur, in der die Menschenwürde, durch Rückfälle und Irrtümer hindurch, mehr und mehr ins Bewusstsein rückte. Mit dem Grundgesetz sogar in den Rang des zentralen Staatszwecks.

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Alexander Gauland – Dodo des Monats Juni 2018

Dodo des Monats Juni 2018 ©HFR

Der hetzende Polit-Opa Alexander Gauland hat sich gegenüber Jens Spahn durchsetzen können, auch wenn die ersten Tage Spahn wie einen Sieger aussehen lassen haben.

Um es vornweg zu nehmen. Gauland ist wie die meisten Mitlieder seiner Partei ein Kind der CDU, dort konnte er seine national-populistischen Attitüden pflegen und entwickeln. In ähnlicher Art und Weise wie Sozialdemokrat Sarrazin. Verbiesterte alte Männer, die einem mytholgischen Freiheitsbegriff anhängen, der scheinbar in der Moderne abhanden gekommen ist. Kerndeutsche Tugenden sind aber Gaulands Sache nicht. Unbezahlte Parkknöllchen führten zur Androhung des Führerscheinentzugs in Potsdam, schlampig oder aber viel geschworener Widerstand gegen das System. Egal, Gauland ist pragmatisch genug um auch einen Meineid zu leisten, wenn es der eigenen Sache dient, siehe die Affäre Gauland in Hessen.

Der Sachse Gauland offenbart hinsichtlich deutscher Geschichte einen lockeren Umgang mit derselben. Unkenntnis ist es nicht, gezielte Provokation schon eher, die Schnappatmung deutscher Politik ist ihm gewiss.

Der Partei- und Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag hatte beim Bundeskongress der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative im thüringischen Seebach gesagt:

„Wir haben eine ruhmreiche Geschichte, daran hat vorhin Björn Höcke erinnert. Und die, liebe Freunde, dauerte länger als die verdammten zwölf Jahre. Und nur, wenn wir uns zu dieser Geschichte bekennen, haben wir die Kraft, die Zukunft zu gestalten. Ja, wir bekennen uns zu unserer Verantwortung für die zwölf Jahre. Aber, liebe Freunde, Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über tausend Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte.“ Alexander Gauland, ebenda.

Unterstellt man dem deutsch-nationalen Gauland Deutschland als Nationalstaat gemeint zu haben hat er schlicht und ergreifend Blödsinn von sich gegeben. Die Reichsgründung erfolgte 1871, bis dahin war deutsches Land provinziell. Die 1000 Jahre deutscher Geschichte beinhalten die Schweiz, selbst die Niederlande, von denen hat Gauland sicherlich nicht geredet. Erst im 19. Jahrhundert schied Österreich aus der Phalanx „deutscher“ Staaten aus, nach der Niederlage bei Königsgrätz. Der kurze Abriss deutscher Geschichte muss genügen. Die 12 Jahre nationalsozialistischer Herrschaft nicht. Die waren alles andere als ein Vogelschiss und man muss sich fragen welcher Vogel mittels Darmentleerung Gauland da wohl getroffen hat. Der Vogelschiss, welcher in Gaulands Gehirn eingeschlagen sein muss war tief braun. Und so verwundert es nicht, wenn Gauland, nach Hosendiebstahl, in leicht braunen Schwimmschlüpfern, unter polizeilicher Begleitung, die Straße entlang schlurft, so gesehen am Heiligen See in Potsdam. Die Enttäuschung war groß, ich hatte mir zumindest Buggsn mit Dackelmuster vorgestellt. Der Skandal war nicht die Abbildung Gaulands in seinen Badehosen, der Skandal ist die Relativierung deutscher Verantwortung in der Zeit des Nationalsozialismus. Die Opfer sind egal, sie dienen nicht dem Zweck den Gauland verfolgt. Nationalismus, Revisionismus und eine gehörige Portion Chauvinismus lassen Gauland und die AfD deutsche Politik vor sich hertreiben.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Löw und Seehofer: Wir bleiben! – Neueste Nachrichten aus dem Sommer der Egos

Grafik: TP
Deutschland atmet auf! Jogi Löw und Horst Seehofer bleiben! Einen Moment dachten wir, wir wären beide los, aber …

Arno Kleinebeckel | TELEPOLIS

Also dann so, zwei generieren sich als Anker im aufgewühlten Meer, das die teutonische Ruhe unversehens aufschreckte. Jetzt kommen auch grad die großen Ferien, da passt es gar nicht, wenn man mit Mann und Maus die deutsche Grenze in den wohl verdienten Urlaub passiert und zu Hause ist Unordnung. Also freut sich der redliche Wochenmensch über gute, das heißt stabile Nachrichten.

Zwei, drei Fragezeichen sind indes erlaubt. Das eine ist relativ einfach: Wieso übernimmt Joachim Löw nicht die Verantwortung für das erbärmliche russische Roulette – und geht? Sicher, mit 58 in die Rente oder zurück in die Bundesliga, mag hart sein. Und den jetzigen Job gibt es schließlich auch nur einmal. Aber die Bilder- und Zeichensprache aus Russland weist den Weg: Jogi’s Time is out. Man sah den deutschen Nationaltrainer zuletzt einfach zu oft gutgelaunt mit einem Espresso in der Hand, das Gesicht entspannt in der Sonne – dank Jobgarantie.

Kurzer Rückblick: Anfang 2015 wird Löw zum FIFA Welttrainer 2014 ausgezeichnet. „Es ist wichtig, dass die Mannschaft stabil bleibt und die Qualifikation gnadenlos durchzieht“, orakelt der Coach anlässlich seiner (vor-)letzten Vertragsverlängerung zwei Jahre darauf, im Herbst 2016, über die bevorstehende Aufgabe der WM-Qualifikation.

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Töpfchen und Kröpfchen – Haltungen der Wohlmeinenden

Grafik: TP
Güteklassen für Menschen als Merkmal eines gut gemeinten Rassismus. Ein Kommentar

Marcus Hammerschmitt | TELEPOLIS

Vorbemerkung: In dem folgenden Artikel geht es nicht um kriminelle Handlungen von Ausländern, Flüchtlingen, Migranten. Dieses Thema wird landauf, landab in den Medien besprochen, ab und zu in sinnvoller, oft in weniger sinnvoller Weise. Es geht hier auch nicht um den offensichtlichen Rassismus der offensichtlichen Rassisten. Darüber wird ebenfalls viel debattiert. In diesem Artikel geht es um bestimmte Haltungen der Wohlmeinenden.

Online-Petitionen – man kann sie als Trostpflaster für die Ohnmächtigen in der parlamentarischen Demokratie sehen, als Beschäftigungstherapie oder als das Geschäftsmodell einer Klasse von NGOs, die mit ihnen erst entstanden ist. Wer ganz optimistisch denkt, hält sie für die Vorbereitung auf eine Zeit, in der die Stimmberechtigten wirklich etwas zu entscheiden haben. Würde das die Gesellschaft verbessern?

Ob bei change.org, Campact, Avaaz, openPetition – ein Thema gehört ganz gewiss zu den Klassikern auf allen Plattformen: Der Rassismus in all seinen hässlichen Erscheinungsformen, ob er nun von staatlichen oder nichtstaatlichen Akteuren ausgeht. Die Machenschaften im Zusammenhang mit dem Tod von Oury Jalloh, rassistische Äußerungen von Politikern oder ganz banaler Alltagsrassismus – Online-Petitionen haben sich dieser Themen immer wieder angenommen.

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Wahl Dodo des Monats Juni 2018

Dodo des Monats Juni 2018 ©HFR

Der Monat Juni war angereichert mit einer Fülle von kruden Obskurantismus. Der Papst stellt immer mehr unter Beweis ein Schwätzer zu sein, mit einer großen Diskrepanz zwischen Wort und Tat.
Alexander Gauland mit seinem Vogelschiss-Getöse und einer Beschönigung deutscher Geschichte die ihresgleichen sucht. Markus Söder übt sich weiter in der Prostitution seines Glaubens, der Tatsache zum trotz, dass es bis auf einige Theologen so richtig niemanden interessiert.
Die Bundesfamilienministerin Giffey findet Burkinis, als Badebekleidung für Mädchen ganz toll, und schmeißt so, ganz nebenbei ein paar wichtige Errungenschaften der Aufklärung ins Klo.
Religiotie ist zur Staatsdoktrin verkommen und einmal mehr erweisen sich Politiker als willfährige Steigbügelhalter der Gegenaufklärung.

Die Wahl ist bis zum 07. Juli 2018, 18:00 Uhr befristet. Mehrfachauswahl ist möglich. Der Preisträger wird am folgenden Tag hier gewürdigt werden. Viel Spaß!

  1.  Vitus Huonder, „alter Mann, der gern in fremden Schlafzimmern mitreden will.“
  2.  Jens Spahn, „selbstbestimmtes Sterben Schwerkranker verhindert er postalisch.“
  3.  Deutsche Zentrumspartei, „bedient sich in der Debatte um Abtreibungen nationalsozialistischer Vergleiche. Den Tenor kennen wir von den Kirchen.“
  4.  Sigurd Rink, „mit Waffen für den Frieden, ist wie Vögeln für die Jungfräulichkeit.“
  5.  Franziska Giffey, „ist es eine Frage der Zeit, wann sie in einer Burka auftritt?“
  6.  Joachim Heinz, „dilettiert gern über die Staatsleistungen an die Kirchen.“
  7.  Matteo Salvini, „weg mit der Impfpflicht in Italien.“
  8.  Detlev F. Neufert, „der Jesus-Walker von München.“
  9.  Gero Winkelmann, „Homoheiler mit Glaubulis. Zucker ist alles.“
  10.  Papst Franz, „sein Familienverständnis ist aus der Zeit gefallen.“
  11.  Rainer Hangler, „Homosexualität ist Mord.“
  12.  Jürgen Klopp, „betet des Ball ins Tor.“
  13.  Peter Dabrock, „mit bigotter christlicher Moral zum Werbeverbot von Abtreibungen.“
  14.  Alexander Gauland, „verzerrte Wahrnehmung in Sachen Vogelscheiße.“

Weiterlesen „Wahl Dodo des Monats Juni 2018“

Neue deutsche Solidaritätsbewegung

Heimat und Idyll. Bild: RitaE / gemeinfrei
Als „linke Ansage gegen Rassismus“ wird sie in sozialen Medien vielfach gehandelt, die Erklärung Solidarität statt Heimat. Sie sei gedacht als Antwort auf die Erklärung 2018, einer gemeinsamen Erklärung von Konservativen bis hin zu Rechten gegen „illegale Masseneinwanderung“ und für die Wiederherstellung der „rechtsstaatlichen Ordnung“. Die Liste ihrer Unterzeichnenden wird angeführt von dem Publizisten Henryk M. Broder, dem Autor Uwe Tellkamp und dem SPD-Politiker Thilo Sarrazin.

Birgit Gärtner | TELEPOLIS

Nun also gibt es eine Antwort. Belassen es die Initiatoren der „Erklärung 2018“ bei zwei Sätzen, holt die Antwort „Solidarität statt Heimat“ etwas weiter aus. Der Text ließe sich so zusammenfassen: Die Antwort auf die derzeitigen Migrationsbewegungen in historisch bislang nicht bekannten Ausmaß ist bedingungslose Solidarität und wer das anders sieht, ist mindestens rassistisch, rechts oder gleich Nazi, vor allem aber fehlt ihm oder ihr das Solidaritäts-Gen.

Das haben offenbar nur die Initiatorinnen und Unterzeichnenden der Erklärung „Solidarität statt Heimat“.Das zeichnet sie als die guten Deutschen aus. Alle anderen werden in Bausch und Bogen verdammt:

Vom „gefährdeten Rechtsstaat“ in Ellwangen über die „Anti-Abschiebe-Industrie“, vom „BAMF-Skandal“ über „Asylschmarotzer“, von der „Islamisierung“ bis zu den „Gefährdern“: Wir erleben seit Monaten eine unerträgliche öffentliche Schmutzkampagne, einen regelrechten Überbietungswettbewerb der Hetze gegen Geflüchtete und Migrant*innen, aber auch gegen die solidarischen Milieus dieser Gesellschaft. Die politischen Debatten über Migration und Flucht werden seit Monaten von rechts befeuert und dominiert – und kaum jemand lässt es sich nehmen, auch noch mit auf den rechten Zug aufzuspringen.

Solidarität statt Heimat

Doch deren Solidarität gilt offenbar nur für eine zur schützenswerten Spezies erkorenen „Rasse“ Geflüchteter, männliche Geflüchtete zumal, von Solidarität mit Frauen, z. B. denen, die auf der Flucht vergewaltigt werden, aber auch mit denen, die sich in diesem Land in der Öffentlichkeit zunehmend unsicherer fühlen, ist da nichts zu lesen. Aber die wollen ja auch bloß die Heimat schützen. Und das ist anrüchig, weil rechts und sowieso rassistisch.

Nennen wir das Problem beim Namen. Es heißt nicht Migration. Es heißt Rassismus.

Solidarität statt Heimat

Das ist mehr als zynisch, denn für die zig Millionen Menschen weltweit auf der Flucht heißt das Problem nicht Rassismus, sondern Verlust der Heimat oder der ökonomischen Existenz.

Problematisch ist zudem der Kreis der Initiatorinnen. Diese gehören einem von der ehemaligen Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Aydan Özoǧuz, geförderten Netzwerk an, in dem „Neue Deutsche“ unter dem Stichwort „neue Vielfalt“ agieren – und damit weite Teile der Zivilgesellschaft erreichen.

Das Problem dabei wiederum ist, dass das „neu“ bei der Vielfalt die Forderung nach Akzeptanz des fundamentalen Islams als gleichberechtigte Lebensweise bedeutet. Ein Umstand, der vielen der inzwischen mehr als 6.000 Unterzeichnenden vermutlich nicht klar ist. Diese neue deutsche Solidarität ist der neueste Coup der „NeuDeutschen“ und ihrem fragwürdigen Verständnis von Vielfalt.

Aiman Mazyek hat auch unterschrieben. Auf Platz 34 steht der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD). Also nicht so weit unten, dass ernsthaft von den Unterzeichnenden behauptet werden könnte, es sei nicht bekannt gewesen, dass der oberste Repräsentant des fundamentalen Islams, in dessen Vereinigung die Muslimbrüder mit den Grauen Wölfen tanzen, zu den Unterzeichnenden gehörte.

Oder der Vertreter der Überzeugung, die Scharia sei mit dem Grundgesetz vereinbar, dessen gesamtes Bestreben es ist, genau das hier durchzusetzen, die Regeln, Werte, Normen und daraus resultierend das Justizwesen des fundamentalen Islams, kurz Scharia, habe sich unter die inzwischen mehr als 6.000 Unterzeichnenden gemogelt.

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Austritt aus der Komfortzone absoluter Gewissheiten

Man mag sich zuweilen wundern, ob Donald Trump nicht ein makroskopisches Quantensystem darstellt. Sein intellektueller, emotionaler und allgemein geistiger Zustand ist objektiv nicht bestimmbar. Er lebt sozusagen in einer Superposition aus Dialogbereitschaft und sturer Wutpolitik, sozialen Versprechungen und knallhartem Reichen-Klientelen-Lobbyismus, Charmebemühungen und Rotzbengel-Auftritten.

Lars Jaeger | TELEPOLIS

Erst die konkrete Interaktion mit einem Gegenüber, sei es politischer Gegner, Partner oder die Presse, bringt einen bestimmten Zustand in seinem Verhalten hervor, und dies auf a priori nicht determinierte Weise. Vorher ist sein Zustand vergleichbar mit dem eines Elektrons vor der Messung: nicht nur unbekannt, sondern objektiv unbestimmt. Ihm kommt keinerlei eigene substantielle Realität zu. Mag diese Parallele zwischen Quantenphysik und dem heutigen Rechtpopulismus amerikanischer Prägung auch ein wenig zu sehr dem Wunsch nach satirischer Erfassung des Unfassbaren entspringen, so lassen sich auf einer tieferen Ebene durchaus Verbindungen beider herstellen, wie im Folgenden dargelegt werden soll.

Wir können unsere Epoche, die nicht ganz zufällig vor 100 Jahren mit dem Ende des 1. Weltkrieges ihren Anfang nahm, durch zahlreiche Prädikate beschreiben. Am stärksten geprägt wurde sie in materieller und lebensalltäglicher Hinsicht eindeutig vom technologischen Fortschritt. In geistiger, intellektueller und emotionaler Hinsicht kommt ihr allerdings eine noch eindeutigere Charakterisierung zu: der Verlust der Komfortzone absoluter Gewissheiten, seien diese von religiöser, philosophischer, psychologischer oder wissenschaftlicher Natur.

Bzgl. ersterer hatte dieser Prozess bereits 150 Jahre zuvor begonnen, in einer geistigen Epoche, die wir nicht ohne Grund die „Aufklärung“ nennen. Antriebfeder dieses epochemachenden Umbruchs war die wissenschaftliche Revolution des frühen 17. Jahrhunderts – nicht zuletzt wurde das Physikgenie Isaak Newton bereits früh als erster Held dieser Epoche gefeiert.

Von nun an sollten die Phänomene und Entwicklungen in der Natur, und sogar der Mensch selbst, keiner übernatürlichen Erklärungen mehr bedürfen. Gott verlor seine Stellung als letzte und absolute Instanz der Wahrheit. Doch auch die historischen Anfänge der neuen Autorität im Tempel des Wissens, der Naturwissenschaften, liegen in der philosophischen Sehnsucht und Suche nach einer absoluten und letzten Wahrheit. Bereits bei den Vorsokratikern und spätestens mit Platon und Aristoteles waren die Grundlagen einer Metaphysik entstanden, die nach den letzten hinter den Phänomenen der Natur verborgenen absoluten Gründen und Zusammenhängen sucht. Die Naturwissenschaftler des 17. und 18. Jahrhunderts übernahmen diese bedenkenlos.

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Alle Jahre wieder …

Hubschrauberlandeplatz des Lingotto-Kongresszentrums in Turin, Veranstaltungsort des diesjährigen Bilderberg-Treffens. Foto: Jean-Pierre Dalbéra / CC BY 2.0
…treffen sich die Mächtigen dieser Welt zur Bilderberg-Konferenz. Wirklich?

Hermann Ploppa | TELEPOLIS

Auch die legendäre Bilderberg-Konferenz ist nicht mehr das, was sie mal war. Ihre 2018er Ausgabe fand statt in Turin, in einem Hotel auf dem ehemaligen Gelände der Autofabrik FIAT. Schmucklos und beengt sollen hier die Reichen und Mächtigen dieser Welt ein Wochenende lang brennende Themen der Gegenwart und Zukunft abarbeiten.

Über vier Jahrzehnte, seit ihrer ersten Sitzung im legendären Hotel De Bilderberg in den Niederlanden, hatte diese extrem diskrete Tafelrunde niemand bemerkt. Unter der Schirmherrschaft des Prinzen Bernhard der Niederlande wurden so folgenreiche Dinge wie die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft angestoßen.

Doch Ende der 1990er Jahre ging ein immer lauteres Raunen durch die Stammtische: Es gäbe da eine geheimnisvolle Runde der Superreichen, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit die Richtlinien der Politik bestimmen würden. Im Internet-Zeitalter gab es dann kein Halten mehr. Heute sind die Bilderberg-Treffen in aller Munde.

Der Verlust der Heimlichkeit hat der Bilderberg-Runde nicht gutgetan. Bereits die Liste der Teilnehmer jener vermeintlichen Artus-Runde der letzten zehn Jahre zeigt deutlich: Hier tummelt sich schon lange nur noch die zweite oder dritte Garnitur der Machtträger auf diesem Globus. Multimilliardäre mit Visionen (wie seltsam diese auch sein mögen) wie George Soros, Jeff Bezos, Bill Gates oder der bizarre Richard Branson bleiben den Bilderbergern fern.

Stattdessen: farblose „Domestiken der Superreichen“ und sogar deren Unterlinge. Da sitzt die Meinungsforscherin Renate Köchel aus Allensbach neben Albert Rivera von der spanischen Partei Ciudadanos. Ach ja, ein paar Urgesteine aus besseren Tagen sind auch noch dabei, wie z.B. der hochbetagte Meisterstratege Henry A. Kissinger oder der hochdekorierte Vier-Sterne-General und ehemalige CIA-Chef David Petraeus. Dann das Milliardärs-Ehepaar Marie-Josée und Henry Kravis, die den Bilderbergern als Organisatoren und Sponsoren seit Jahren verbunden sind.

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Gabriel: Debatte über Bamf ist Stellvertreterdiskussion

Der frühere SPD-Chef Sigmar Gabriel sieht keine Notwendigkeit für einen Untersuchungsausschuss zur Aufarbeitung der Affäre im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf). „In Wahrheit geht es doch gar nicht um das Bamf, sondern die Mitarbeiter dort werden gerade zum Sündenbock gemacht“, sagte der frühere Vizekanzler den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montag). „Es ist doch illusorisch zu glauben, dass irgendeine Behörde in der Lage gewesen wäre, in kurzer Zeit über eine Million Menschen fehler- und makellos zu registrieren.“

evangelisch.de

In der Bremer Außenstelle des Bundesamts sollen mehr als 1.100 positive Asylbescheide ohne ausreichende Grundlage erteilt worden sein. Die Affäre hat eine politische Diskussion über die mutmaßlichen Rechtsverstöße in Bremen hinaus ausgelöst. Der Innenausschuss des Bundestags hat in Sondersitzungen mit der Aufklärung systematischer Mängel in der Behörde begonnen. AfD und FDP dringen auf die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses.

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Michael Müller: Dodo des Monats Mai 2018

Dodo des Monats Mai 2018 ©HFR

Der Tourismus deutscher Politik in den Vatikan bestimmte in den letzten Tage die Schlagzeilen. In Reisegruppenstärke standen sie vor dem heiligen Stühlchen und versuchten Zipfel der Scheinheiligkeit des absolutistisch regierenden Kirchenfürsten zu erheischen. Nie wird der Anachronismus deutlicher, hier demokratisch gewählte Politiker, dort klerikaler Absolutismus. Man will die Bilder nicht sehen, wenn Ministerpräsidenten, regierende Bürgermeister wie hechelnde, subalterne Beamte dem höfischen Chor der Schmeichler einstimmen. Wer den Papst in den Arsch kriecht kann nicht mehr leuchten und so verglüht Politprominez im Gestank der römischen Kurie. Der sprücheklopfende Pappa und die in leeren Worthülsen denkende Politik.
Die römische Spukgestalt interessiert sich nicht für Wählerwillen, parteiliche Programmatik, ihr geht es um die Konsolidierung, den Ausbau und die Entwicklung der institutionellen Macht seiner Paladine, da eine katholische Fakultät, an einer staatlichen Universität, dort die Rekonstruktion eines Kirchleins, für die der Steuerzahler aufkommen muss.
7,1% der in den Regionen des Erzbistums Berlin lebenden Bevölkerung sind katholisch. Von 5,8 Millionen Einwohnern sind ganze 412.000 Katholiken. Die Party der katholischen Kirche bezahlen alle, ohne jedwedes Gefühl für Scham greift man in die Töpfe staatlicher Kassen. Die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft sehen es mit Wohlwollen, die gesellschaftlich geringer werdende Bedeutung des Fossils katholische Kirche interessiert nicht. Die Gemeinschaft aller bezahlt ein Kasperletheater in dem alte Männer die Fäden für die Puppen ziehen und der Pöbel klatscht Beifall.
Nun gar reden Politiker, wie Michael Müller, Erzapostel Koch und der Pappa gar von einem Konkordat, also einem Staatskirchenvertrag zwischen Berlin und dem „Heiligen Stuhl.“
Die Hauptstadt des Atheismus braucht so etwas nicht.
Woelki, Meisners Ziehsohn, legte am 16. August 2011, dem vom Reichkonkordat vom 20. Juli 1933 geforderten Treueid auf den Berliner Senat ab. Ein freiheitlich-demokratisch gewählter Senat lässt sich die Treue, auf der Grundlage eines Nazi-Vertrages, schwören.

Protestant Müller will es regeln, vertraglich, die Notwendigkeit hat er sich einreden lassen und das deutsche Episkopat quietscht vor Vergnügen.
Die alles entscheidende Frage ist, was heißt das in Euro? Die Stadt Berlin hat andere Probleme, als sich einen Zoo seltsam kleidender alter Männer leisten zu können.
Diderot auf unsere heute Zeit angepasst:“ »Die Menschen werden niemals frei sein bis man nicht den letzten Berufspolitiker mit den Eingeweiden des letzten Priesters erdrosselt hat.“

In dem Sinne. Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Jeder Flüchtling sollte ein Bekenntnis zu Israel unterschreiben

Flüchtlinge im September 2015 vor einem Erstaufnahmelager in Eisenhüttenstadt. Sie waren aus München gebracht worden Quelle: picture alliance / dpa
Es gibt noch keine genaueren Zahlen über den durch Flüchtlinge importierten muslimischen Antisemitismus. Aber er existiert. Was man tun könnte, um ihm Paroli zu bieten.

Von Alan Posener | DIE WELT

Wie gefährlich ist der „importierte Antisemitismus“, und was kann man dagegen tun? Zur ersten Frage schickte mir ein israelischer Freund eine Statistik. 68 Prozent der befragten Deutschen waren 2004 der Meinung, Israel führe „einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser“. 51 Prozent meinten, Israel behandele die Palästinenser „wie die Nazis die Juden“.

Die Zahlen sind erschreckend. Aber haben sie etwas mit Zuwanderung zu tun? Zehn Jahre später meinten nur noch 40 Prozent, Israel führe einen Vernichtungskrieg, und nur 27 Prozent glaubten, Israel verhalte sich wie die Nazis. Das sind immer noch viel zu viele, aber die Tendenz ist sinkend. Und zwar in einer Zeit, da die Zahl der Schutzsuchenden aus dem muslimischen Raum rasant anstieg.

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Sind Ostdeutsche auch Migranten?

Grafik: TP
„Alle Menschen sind Ausländer – überall!“ So lautete eine Parole, die kritisch sein wollte, aber irgendwie nur redundant wirkt. Zur Bekämpfung von Rassismus zumindest trägt sie nicht bei, denn dabei handelt es sich eben nicht um Ausländerfeindlichkeit, wie manche noch immer annehmen.

Peter Nowak | TELEPOLIS

An die Parole muss man denken, wenn jetzt erneut diskutiert wird, ob Ostdeutsche und Migranten nicht doch die gleiche Stigmatisierung erleben. Diese These vertritt zumindest die Migrationsforscherin Naika Foroutan und gab dazu der Taz ein längeres Interview.

Frau Foroutan, Sie sind Migrationsforscherin. Warum interessieren Sie sich für Ostdeutschland?

Naika Foroutan: Sehr viele Erfahrungen, die Ostdeutsche machen, ähneln den Erfahrungen von migrantischen Personen in diesem Land. Dazu gehören Heimatverlust, vergangene Sehnsuchtsorte, Fremdheitsgefühle und Abwertungserfahrungen. Mich irritiert, dass darüber bis jetzt nicht gesprochen wird.

taz

Die Behauptung, dass über Abwertungserfahrungen von DDR-Bürgern nicht gesprochen wurde, stimmt nicht. Seit 1989 hört man immer wieder in regelmäßigen Abständen ein Lamento über die Ostdeutschen, die sich als Deutsche zweiter oder dritter Klasse fühlen. Dann kam oft der Ausruf: Dafür sind wir 1989 nicht auf die Straße gegangen.

Und hier wird schon der Unterschied zu den nichtdeutschen Migranten deutlich. Ostdeutsche berufen sich auf ein Privileg durch ihren deutschen Pass und wollen eben nicht Deutsche zweiter Klasse sein. Oft wehren sie sich daher umso vehementer dagegen, dass womöglich Migranten ohne deutschen Pass in Deutschland Rechte einfordern. Denn wer sich als Deutsche benachteiligt fühlt, agiert im nationalen Kollektiv mit allen Aus- und Abgrenzungen.

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Wahl Dodo des Monats Mai 2018

Dodo des Monats Mai 2018 ©HFR

Söders politische Zwangsevangelisierung, per Kabinettsbeschluss lässt die Wogen hoch gehen.
Im zweiten Film „Der Planet der der Affen“(Rückkehr), findet der durch die Zeit gesprungene Astronaut Brent eine Gruppe fanatischer Menschen, die eine Kobaltbombe anbeten. Eine sehr ernste Aussage. Denn das Kreuz ist nichts anderes, ein Tötungsinstrument. Die fanatischen Anhänger des Kreuzes möchte man an selbiges Nageln, Tackern oder Bolzenschussgerät wäre zeitgemäß, wäre auch wesentlich humaner. Auffallend in der ganzen Debatte, religiös, religiotisch, Markus. Die krudesten Aussagen zum Thema Christentum kommen von Personen, die Markus heißen, dass ist Vorsehung. Die Generation, mit dem Modenamen Markus scheint es in Sachen Religiotie besonders erwischt zu haben.

Die Wahl ist bis zum 07. Juni 2018, 18:00 Uhr befristet. Mehrfachnennungen sind möglich. Der Gewinner wird am folgenden Tag gewürdigt werden. Viel Spaß!

Hier sind die Kandidaten:

  1.  Land Bayern, „gut christlicher Abschiebeversuch einer Hochschwangeren.“
  2.  Michael Müller, „nach Papstaudienz wird ein Konkordat vorbereitet.“
  3.  Franz-Josef Overbeck, „beschwört die Notwendigkeit katholischer Militärseelsorge.“
  4.  Heiner Koch, „der katholische Erzbistums-Verein möchte ein Konkordat.“
  5.  Julia Klöckner, „Inkompetenz in Sachen Frauenrechten den Flüchtlingen nachgesagt.“
  6.  Markus Dröge, „kleine Kreuzspiele im Reli-Unterricht.“
  7.  Markus Grübel, „Kognitive Dissonanzen in Sachen Abendland und Nächstenliebe sind signifikant.“
  8.  Peek & Cloppenburg, „der sprichwörtliche Griff ins Klo, mit einem Werbespruch.
  9.  Jeffrey Myers, „Judenhasser Luther als Ampelmännchen in Worms.“
  10. Landesregierung Brandenburg, „Rückabwicklung der Säkularisation auf Kosten der Steuerzahler.
  11.  Ralf Brauksiepe, „Patientenbeauftragter mit christlicher Agenda.“
  12.  Annegret Kramp-Karrenbauer, „schwört auf religiöse Wellness ein.“
  13.  Markus Blume, „der Abstand zwischen Brett und Stirn ist sein Horizont.“
  14.  Volker Jung, „Pfarrer der das Internet regulieren will um Qualitätsjournalismus zu retten.

Weiterlesen „Wahl Dodo des Monats Mai 2018“

Ausbleibende Empörung – christliche Glaubwürdigkeit beim Lebensschutz

Am Mittwoch wies Günter Assenmacher hier Donald Trumps Rede von Migranten als „Tiere“ zurück. Er zitierte, zunächst zustimmend, einen FAZ-Kommentar zum Bruch „mit einem zivilisatorischen Minimum. Wo bleibt der weltweite Aufschrei?

Andreas Püttmann | katholisch.de

Der Protest der vielen Christen, denen nichts heiliger ist als das ungeborene Leben?“ – befand aber dazu: „Den Seitenhieb hätte sich der Kommentator sparen können.“ Wirklich?

Die Überzeugungskraft der christlichen Botschaft und ihrer Lehre von der Unantastbarkeit menschlichen Lebens hängt nicht nur von ihrer ideellen Plausibilität, sondern auch vom praktischen Zeugnis der Christen ab, einschließlich ihrer Distanz zu menschenfeindlichen Positionen oder Politikern. Wo immer Kirche sich im Bett autoritärer Kräfte prostituierte oder selbst inhuman agierte, blieb ihre Glaubwürdigkeit lange lädiert.

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Identitätspolitik bevormundet – von rechts und links

Der Karneval der Kulturen in Berlin steht für einen radikalen Multikulturalismus – ein durchaus umstrittenes Konzept Quelle: dpa/Paul Zinken
Der britische Publizist Kenan Malik kritisiert Fremdenfeindlichkeit ebenso wie den Multikulturalismus. Beide stehen für ihn einer liberalen Gesellschaft im Wege, die auf gemeinsamen Werten und Normen gründen sollte.

Von Kenan Malik | DIE WELT

Bis vor Kurzem sahen viele im Multikulturalismus das beste Instrument zum Umgang mit Vielfalt. Heute, da die Angst vor Vielfalt zugenommen hat, ist auch die Feindseligkeit gegenüber dem Multikulturalismus gestiegen. Sie hat unter anderem den Erfolg von rechtsextremen Parteien und populistischen Politikern in ganz Europa begünstigt.

Ich bin seit Langem ein Kritiker des Multikulturalismus. Heute aber stehe ich vielen Multikulti-Kritikern genauso ablehnend gegenüber wie dem Multikulturalismus selbst. Meine Kritik am Multikulturalismus basiert auf der Verteidigung von Gleichheit, Einwanderung, Freizügigkeit und einer offenen, kosmopolitischen Gesellschaft.

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Wer metaphysische Fragen stellt, muss kein Verächter der Physik sein

Der deutsche Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz vertrat die Ansicht, dass es einen immateriellen Geist gibt, der unabhängig von der materiellen Welt ist. (Bild pd)
Kürzlich wurde in dieser Zeitung mit dem Panpsychismus abgerechnet. In einer naturwissenschaftlich geprägten Welt befriedige die Vorstellung einer Weltseele das Bedürfnis nach metaphysischem Trost, hiess es. Eine Entgegnung.

Godehard Brüntrup | Neue Zürcher Zeitung

Der Panpsychismus behauptet, dass es Vorstufen des Psychischen in allen Wirklichkeitsbereichen gebe. Jüngst wurde in der NZZ nahegelegt, Panpsychisten seien religiös motivierte Verächter der Naturwissenschaft. Das verwundert, denn viele der heute einflussreichen Panpsychisten sind Atheisten. Dass die Freunde des Panpsychismus Verächter der Naturwissenschaften seien, fällt schwer zu glauben, wenn man einige bekannte Anhänger anführt: Giordano Bruno, Gottfried W. Leibniz, Sir Arthur Eddington, Bertrand Russell, Alfred N. Whitehead und Sir Roger Penrose.

Das harte Problem

Der theoretische Physiker Roger Penrose wurde unter anderem bekannt durch seine zusammen mit dem jüngst verstorbenen Stephen Hawking verfertigten Arbeiten zu Singularitäten in der Raumzeit. Penrose ist der Meinung, dass komplexe Konfigurationen von physikalischen Bausteinen allein nicht in der Lage seien, das Entstehen von Bewusstsein zu erklären. Für jede materielle Struktur, die in unserer Welt mit Bewusstsein korreliert ist, kann man sich eine funktional bedeutungsgleiche Struktur vorstellen, die kein Bewusstsein hervorbringt. Man nennt dies «das harte Problem des Bewusstseins». Es wird als Fragestellung selbst von reduktionistischen Materialisten gemeinhin akzeptiert.

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Evangelische Kirche – Teufelsaustreibung im Netz

Die Kirche kehrt zu ihrer Kernkompetenz zurück: der Teufelsaustreibung / picture alliance
Wer sich vom Islam bedroht fühlt, der ist ein Rassist. Das erklärt die Evangelische Kirche und will gemeinsam mit der Amadeu Antonio Stiftung das Netz reinigen. Dahinter verbirgt sich ein knallharter theologischer Verdrängungswettbewerb.

Von Alexander Kissler | Cicero

Endlich kehrt die Kirche zu ihrer Kernkompetenz zurück: der Teufelsaustreibung. Dass es die evangelische Kirche ist, mag überraschen, traut man einen ordentlichen Exorzismus doch eher den Katholiken zu. Doch für Martin Luther war der Teufel bekanntlich die einzige irdische Autorität, die er akzeptierte.

Daran mag sich die Evangelische Akademie zu Berlin erinnert haben. Sie lädt neuerdings mit Unterstützung der Evangelischen Kirche in Deutschland dazu ein, Netzteufel dingfest zu machen. Netzteufel aber ist, wer sich des Kardinalsverbrechens der freien Meinungsäußerung schuldig gemacht hat.

Das Ziel: „toxische Narrative“ vernichten

Natürlich klingt es anders bei dieser vom Bundesfamilienministerium im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ geförderten Aktion. Man will „toxische Narrative“ aufstöbern, anprangern und am liebsten vernichten. Giftige Redeweisen – so wäre das modische Doppelwort zu übersetzen – trügen dazu bei, dass die schöne Welt ein schlimmer Ort werde und „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Namen des christlichen Glaubens“ wachse. An erster Stelle den „antimuslimischen Rassismus“ will die Evangelische Akademie unter ihrem Präsidenten, dem Historiker Paul Nolte, nicht länger hinnehmen.

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