Es braucht mehr Religion, um Extremismus zu bekämpfen

© Picture-Alliance In einem Prozess wollte eine Frau das Tragen des Kopftuches durchsetzen.
Wenn die Religion vollkommen aus dem öffentlichen Raum verdrängt wird, stärkt das religiösen Extremismus. Um Muslime besser integrieren zu können, das zeigt das Beispiel Frankreich, muss Religion stärker sichtbar werden. Ein Kommentar.

Von Rainer Hermann | Frankfurter Allgemeine

Die Trennung von Staat und Kirche ist eine der großen Errungenschaften der abendländischen Zivilisation. Der Kampf hat Jahrhunderte gedauert – vom Wormser Konkordat im Jahr 1122 bis zur Aufklärung im 18. Jahrhundert, das die Vernunft über den Glauben stellte. Von da an wurde die Trennung vollzogen. Den einen Königsweg, wie sie zu gestalten sei, hat es indes nie gegeben.

Frankreich, das Land der Aufklärung, entwickelte die „republikanische Laizität“. Der Staat verstand sich als Agent des Fortschritts und versuchte, Religion, die so gesehen nur Aberglaube sein konnte, aus der Gesellschaft fernzuhalten. In keinem Land Europas wurde Religion so radikal aus der Öffentlichkeit verdrängt wie in Frankreich. Atatürk, der Gründer der Republik Türkei, machte sich dieses Modell zu eigen.

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Wenn der Handschlag krank macht

In vielen, vor allem westlichen Ländern ist der Handschlag nonverbales Begrüßungs-und Verabschiedungsritual. Bei Historikern gibt es die Auffassung, dass der Handschlag aus dem Winken hervorgegangen sei, der jeweils anderen Partei wurde mit der leeren Waffenhand gewunken.

Von der Hygiene wissen wir, dass das Händeschütteln Krankheiten übertragen kann, Erkältungen oder auch Magen-Darm-Erkrankungen, Hand-Hygiene ist also besonders wichtig.

Wir finden Abbildungen vom Händegeben in den vielfältigsten Darstellungen, von der Antike bis zur heutigen Zeit. Rational erklärbar.

Begeben wir uns in das Reich irrationaler Wunder und Märchen. Jüngst verweigerte der Imam Kerim Ucar der Lehrerin seines Sohnes den Handschlag. Die Lehrerin tat was Pädagogen so gerne tun, sie belehrte und Mohammed Wizard fühlte sich in seinem Glauben verletzt. Der Punkt ist recht einfach. Sein fundamentaler Glaube meint, dass er seine rituelle Reinheit verliere, wenn er einer Frau, nicht der eigenen, die Hand gibt, mit anderen Worten, mit dem Verlust der rituellen Reinheit sei ihm der Zugang zu Paradies verwehrt. Frauen sind für diesen Purismus hoch infektiös, wie Bakterien oder Viren die den Eingang des gelobten Landes bewachen. Damit ist auch klar, all das, was Eingangs geschrieben wurde über den kognitiven Horizont des Imams hinausgeht. Er ist schlicht und einfach nicht in der Lage diesen Inhalt zu verstehen oder zu akzeptieren.

Der Konflikt zwischen Lehrerin und Imam hätte auf eine ganz einfache Art und Weise gelöst werden können. Mit dem Austausch der jeweiligen kulturellen Position. Punkt. Unserem menschenrechtlichen und egalitären Selbstverständnis sind rituelle „Unreinheiten“ fremd. Sie verletzen die Menschenwürde und stehen im Gegensatz zu der Achtung, die jeder Person aufgrund ihres Menschseins zusteht. Der Imam hätte nun seiner selbst willen erklären können, dass  dieses Verständnis nicht in seinem Entscheidungshorizont vorliege. Es  sich also nicht um „Frauenfeindlichkeit“ handele.

Das wäre die vernünftige, unter erwachsenen Menschen durchaus übliche Form der Konfliktlösung gewesen.

Der Imam stellt Strafanzeige, wegen „Beleidigung und Verletzung der Religionswürde.“ Das Dumme daran, einen solchen Straftatbestand gibt es nicht in Deutschland. Er hätte eine Anzeige machen können nach dem Gotteslästerungsparagrafen, das wäre aber ein Eigentor geworden, denn die Lehrerin hat keine blasphemische Handlung begangen. Religionswürde ist kein zu schützendes Rechtsgut. Um so dümmer die Entschuldigung der Schule, das ist Kapitulantentum, kulturelles Versagen unter dem Aspekt möglicher Schulgelder. Der Schule ins Stammbuch geschrieben „Wer sich selbst zum Wurm macht, darf sich nicht beklagen, wenn er getreten wird“ (Kant).

Das es sich bei dem Imam, Kerim Ucar, um einen Extremisten handelt zeigt folgendes Zitat:

Imam Khomeini hat der ganzen Welt die Tore der Liebe und Brüderlichkeit der islamischen Religion geöffnet. Die Menschen haben
durch diese großartige Persönlichkeit gesehen, was für eine schöne Gesellschaft der Koran schaffen kann“, sagte der sich anlässlich der Feierlichkeiten zum Todestag Khomeinis in der Islamischen Republik Iran aufhaltende Imam der Berliner Imam-Cafer-Sadik-Moschee, Ke-
rim Ucar, gegenüber der Iranischen Koran-Nachrichten-Agentur (IKNA) am 2. Juni 2007.

„Imam Khomeini ist der Führer, der dem letzten Vierteljahrhundert seinen Stempel aufgesetzt hat. Imam Khomeini hat allen Muslimen erzählt, dass ein ehrenhaftes Leben erst dann möglich ist, wenn man wieder zum Koran zurückkehrt“, erklärt Ucar. Weiter heißt es in dem Be-
richt, Kerim Ucar habe gesagt, Imam Khomeini hat ein Leben lang die Muslime zur Einheit eingeladen und wollte, dass die Muslime vor den Islamfeinden ein ehrenhaftes Verhalten vorleben sollten. „Wenn die Muslime zugehört hätten, was er (Khomeini) in Sachen Einheit ge-
sagt hat, würde heute kein Bruderblut fließen und die islamischen Länder würden nicht so ausgebeutet“, wird Ucar zitiert. Khomeini, so Ucar, habe gegenüber allen Buchreligionen Respekt gezeigt und den Angehörigen dieser Religionen immer eine freundschaftliche Hand
entgegengestreckt. „Aus diesem Grund“, so Ucar, „haben die Nichtmuslime, die seine religiösen Reden gehört haben, gesagt, dass sie dadurch inneren Frieden gefunden haben.“

Aus dem Türkischen übersetzt: Iranische Koran-Nachrichten Agentur: „Imam Khomeini ist ein Freiheitsdenkmal
gegen die Unterdrücker“, 2. Juni 2007, Original Türkisch unter: http://ikna.net/tr/news_print.php?ProdID=129806

Wer solche radikal-islamischen Auffassungen vertritt, dem gebe ich nicht die Hand. Nirgendow.

Danke Friedhelm für die Tipps.

Ruprecht Polenz: Dodo des Monats Juni 2016

Dodo des Monats Juni 2016 ©HFR
Dodo des Monats Juni 2016
©HFR

polenzDeutschland streitet über Kopftücher, Hidschabs, Niqabs, Burkas und Politik, die vermeint um des Hausfriedenswillen reaktionäre, rückwärtsgewandte Weltsichten gut gewaschen, getrocknet und gebügelt unter das Wahlvolk zu bringen. Es gibt genug Politiker die öffentlich verkünden religiöser Fundamentalismus habe nichts mit Religion zu tun, Terror noch weniger. Einig ist man hier mit den Aposteln und Pfaffen der nahöstlichen Mythologie, Christentum genannt. Terror habe nichts mit Religion zu tun. Das ist schlichtweg gelogen. Die jeweilige Religion, ob nun das Christentum, der Islam, das Judentum, Hinduismus, Buddhismus, liefert die normative und deskriptive Grundlage jedweden Terrors. Der Wahrheitsanspruch ist exklusiv. Wer nicht der eigenen Religion zugehörig ist, ist Dreck, minderwertig.

Eine Meldung auf der Online-Plattform The Scotsman.com, dass die schottische Polizei den Hidschab als Teil der Uniform schottischer Polizistinnen einführen will veranlasste CDU-Politiker Ruprecht Polenz zu der Aussage: „Wird Zeit, dass die deutsche Polizei das auch macht.“

Die islamische Kopfbedeckung verhüllt nicht das Gesicht, alles andere aber schon und es gibt Varianten, da ist aus dem Hidschab ein Niqab geworden, nur noch die Augen der betroffenen Person sind zu sehen.

Ruprecht Polenz, 300 Jahre Aufklärung für die Tonne. Ein Vertreter derjenigen Kreise, die religiösen Fundamentalismus in Deutschland salongfähig machen wollen. In der Hoffnung, dass die eigenen kruden rückwärtsgewandten Weltsichten niemanden mehr interessieren.

Was sagt das Tragen des Hidschabs aus:

Zu den Maßnahmen, die der islamische Hidschāb üblicherweise einschließt, gehören:

  • die Zugänglichkeit der Frau nur für diejenigen Männer, die in einem die Heirat ausschließenden Verwandtschaftsverhältnis (Mahram-Verhältnis) zu ihr stehen,
  • die Verhüllung der Frau vor allen Männern, die nicht in einem Mahram-Verhältnis zu ihr stehen,
  • der Rückzug der Frau in das Frauengemach im Haus bei Besuch von Männern, die zu diesem Kreis zählen,
  • die Verhüllung der Frau beim Ausgang auf der Straße und in der Öffentlichkeit.

Überhaupt kein Problem für einen toleranten modernen Menschen. Frauen die derartige Mode tragen wollen nicht kommunizieren, man kann sie also ignorieren. Burkaträgerinnen, manche erinnern an laufende Mülltüten, schon gar nicht, macht man einen Bogen darum. Das ist Toleranz. Die Kleidervorschriften religiöser Befindlichkeiten interessieren nicht. Man muss sie nicht verbieten, sie haben aber bei der Polizei, den Gerichten usw. nicht zu suchen. Traumtänzer wie Polenz, die sich irrlichternd durch den Zoo Gottes bewegen versuchen anderes zu vermitteln.

Stellen wir uns folgenden Sachverhalt vor. Ein Nomade, Sohn der arabischen Wüsten, gemeinhin als Tuareg bekannt, gelingt es in Deutschland Richter zu werden. Das Problem, bei den Tuareg sind die Männer verschleiert, die Frauen nicht. Dann sitzt also unser Tuareg-Richter vor uns und wir sehen nur seine Augen. Da kann man aufstehen und gehen, Kommunikation ist etwas anderes, durch den Gesichtschleier ist er zu dem noch akustisch gedämpft.

Statt sich darüber Gedanken zu machen ob die Polizei in Deutschland den Hidschab einführen sollte, könnte man überlegen, inwieweit die Trägerinnen überhaupt eindeutig zu identifizieren sind. Es gibt ja so etwas wie Vermummungsverbote.

All das ficht Ruprecht Polenz nicht an.

Bild: FB, Screenshot: bb
Bild: FB, Screenshot: bb

Es geht nicht um Bilder im Kopf, es geht um eine freie Gesellschaft, die für ihre Freiheiten einen heftigen Preis zu zahlen hatte. Es geht darum, dass arabische Mythologie um einen Schafhirten, dem es gelungen ist seine Traumbilder in materielle Gewalt umzusetzen nichts in einer aufgeklärten Gesellschaft zu suchen hat. Wer ja zum Hidschab, Niqab, Burka im öffentlichen Dienst sagt, sagt ja zur Gesellschafts-und Normenordnung des Islam. Brauchen wir nicht, wir haben eine gesellschaftliche Ordnung die durch Geschichte, Traditionen, Kultur geprägt ist. Die offen ist für anderes, für Weiterentwicklung und nicht Rückschritt in die Normenwelt der Wüste.
Wir brauchen keine Politiker die ihren persönlichen Glauben einhegen und den Begriff der Religionsfreiheit als Waffe gegen andere einsetzen. Religionsfreiheit ist kein Ehrschutz für irgendeine abrahamitische Mythologie.

Glaubt was ihr wollt, verschont diejenigen, die nichts mit Euren Weltsichten zu tun haben.

Wer wie ein Gespenst in der Öffentlichkeit aufreten will soll das tun, mit Gespenstern kann man nicht kommunizieren.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Keine Macht der Integration

Keine Macht der Integration © MiG
Stellen Sie sich vor, alle wären integriert. Was für eine grausame Vorstellung: keine Kopftücher mehr, keine Komplimente mehr aufgrund der Sprachkenntnisse, keine Ausweiskontrollen mehr… Nein, nein. Wir wollen ihn behalten, unseren Migrationshintergrund.

Von Selim Özdoğan | MiGAZIN

Integration, gelungene Integration, allein die Vorstellung ist schrecklich. Vermieter würden nicht mehr auflegen, wenn du am Telefon einen Namen mit Üs und Ös sagst, Polizisten würden dich nicht anhalten, um deinen Ausweis zu kontrollieren, ihr Ton würde sich nicht ändern, nachdem sie bei der Verkehrskontrolle deinen Namen gesehen haben. Du würdest nicht sofort überall als gefährlich gelten, als Drogendealer. Du würdest keine Komplimente mehr für deine Sprachkenntnisse bekommen und nicht mehr gefragt werden, wo du denn herkommst.

Es würde niemand mehr Kopftuch tragen oder Gebetskappe, es würde niemand mehr etwas anderes reden auf den Straßen und Schulhöfen außer Deutsch und Hessisch und Bayerisch und Sächsisch und Fränkisch und Platt und Sorbisch. Nach der Integration wären alle deutsch und stolz darauf, auch die Schwarzköpfe mit der olivfarbenen Haut.

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Studie beweist: Jungs spielen Fußball, Mädchen stehen am Herd

In einem Alter, in dem sie sich ihres eigenen Geschlechts noch gar nicht wirklich bewusst sind, greifen Kleinkinder zu „genderspezifischem“ Spielzeug © iStock
Hätte ich diese Überschrift ohne die zwei Worte „Studie beweist“ formuliert, müsste ich mich jetzt wahrscheinlich warm anziehen. Dann sähe ich die Trolle schon aus den düsteren Winkeln des Internets aufsteigen und die Messer wetzen.

Von Mark Bourichter | Daddylicious

Aber auf diese Gender-Diskussion muss ich mich zum Glück gar nicht einlassen. Denn kluge Menschen haben es bewiesen und ich erzähle nur davon.

Geforscht haben die Wissenschaftler der City University London und UCL. Sie haben 101 Jungs und Mädchen in drei Altersgruppen beobachtet. In der gewohnten Umgebung ihrer Kinderkrippen und ohne Eltern in der Nähe wurde Spielzeug angeboten und dann beobachtet, wie die Kleinen darauf reagieren. Besonders interessant sind die Ergebnisse im Kindesalter 9 bis 17 Monate, so Dr. Brenda Todd, Dozentin für Psychologie an der City University.

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Wahl Dodo des Monats Juni 2016

Dodo des Monats Juni 2016 ©HFR
Dodo des Monats Juni 2016
©HFR

Die Armenien-Resolution des Deutschen Bundestages war im Monat Juni das entscheidende Ereignis. Die Höflinge von Gnaden des Sultans Erdogan kamen aus ihren Schlupflöchern und offenbarten ihre Unkenntnis demokratischer Gepflogenheiten. Weinerlich jammernd, dümmliche, machohafte Racheglüste bis hin zu Morddrohungen gegen Paramentarier, wurden medial offenkundig.
Die Protokolle der Weisen von Zion, gefälschtes Machwerk, erlangten wieder Bedeutung, in der Alternative für Deutschland sitzen Antisemiten alten Stils. Solcherart Idiotie war schwer vorstellbar.
Die Wahl ist bis zum 07.07.2016, 18:00 Uhr befristet. Die Laudatio, für den Gewinner, wird am folgenden tag, hier auf dem Blog, veröffentlicht werden.
Viel Spaß!

  1.  Thomas de Maizière, „hat Schwierigkeiten mit Statistik.“
  2.  DITIB, Erdogans Hofschranzen mit Demokratie-Defiziten.“
  3.  Joachim Gauck, „braucht Reformation in seinem Denken.“
  4.  Michael Diener, „Vorsitzender der Alliierten Homophoben.“
  5.  Ruprecht Polenz, „möchte den Hijab für Polizistinnen.“
  6.  Bodo Ramelow, „missioniert in Schweden.“
  7.  Winfried Kretschmann, „erbricht den Islam in Deutschland.“
  8.  Christian Tsalos, „Wüstenreligion mit technischen Fortschritt.“
  9.  Rainer Rupp, „unterentwickelte Kapitalismuskritik mit Donald Trump.“
  10. Timo Al-Farooq, „geballte Religiotie gegen den Atheismus.“
  11. Papst Franz, „Die Kirche ist eine Braut, see a doctor.“
  12. Wolfgang Gedeon, „hält Die Protokolle der Weisen von Zion für echt.“
  13. Kerim Uca, „Islamist mit pathologischen Frauenbild.“
  14. true fruits GmbH, „rassistische Grundeinstellung.
  15. Duisburger Integrationsrat, „vielleicht in Diyarbakir integrieren.“
  16. Christian Schmidt, „Minister mit hochpolitischen Gotteswahn.“

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Kognitive Dissonanzen: „Im Vergleich zur korrupten Hillary ein ehrlicher Geschäftsmann“

trump

Während deutsche Medien nahezu einhellig Hillary Clintons „Mission“ propagieren, die Welt vor einem Präsident Trump zu bewahren, sieht der ehemalige NATO-Insider Rainer Rupp den bizarr frisierten Kandidaten als Bewahrer vor den Neocons.

Von Markus Kompa | TELEPOLIS

Sie wünschen sich – für einen Marxisten etwas ungewöhnlich – dass der karikaturhafte Kapitalist Donald Trump US-Präsident wird. Wie denn das?

Rainer Rupp: Erstens ist die Frage, ob „The Donald“ bekennender Kapitalist ist oder nicht, eine Sache der US-amerikanischen Wähler. Das ist ihre Angelegenheit und geht mich nichts an. Zudem ist Frau Clinton kein Jota weniger kapitalistisch als Trump.

Zweitens erscheint mir Trump im Vergleich zur korrupten Hillary als ehrlicher Geschäftsmann.

Im Unterschied zu Trump steckt Hillary voll und ganz in den Taschen der Banken und Rüstungskonzerne, von denen Hillary bereits Hunderte von Millionen Wahlkampfspenden bekommen hat, während Trump aus keiner dieser Branchen auch nur eine Spende bekam. Bei Hillary müssen zudem die etwa 30 Millionen Dollar hinzugerechnet werden, die sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Bill allein in den letzten 5 Jahren an Honoraren für Reden (bis zu 400.000 pro Rede) von den global operierenden US-Großkonzernen privat eingenommen hat.

Hinzu kommen die Zig-Millionen Dollar Spenden für die Clinton-Stiftung. Sie kommen vornehmlich aus Saudi Arabien und benachbarten Scheichtümern und anderen Diktaturen. Aktuelle Untersuchungen machen zunehmend deutlich, dass Sinn und Zweck der Clinton-Stiftung einzig und allein darin zu bestehen scheint, den Wohlstand von Hillary und Bill zu mehren.

Im Vergleich zu dieser scheußlichen, kaum verdeckten Korruption bzw. Prostitution der um die Gunst des Großkapitals buhlenden Kandidatin Hillary erscheint Trump nicht nur für seine Parteigänger als einfacher und ehrlicher Geschäftsmann. Er ist bereits Milliardär, allein letztes Jahr ist er um fast 600 Millionen Dollar reicher geworden.

Die Wahrscheinlichkeit, dass er in der Politik käuflich wird, ist daher gering. Das halten viele US-Bürger, welche die korrupte Kaste der Berufspolitiker in Washington am liebsten mit Knüppeln davonjagen würden, Trump besonders zugute. Von seinem öfters exzentrischen oder „karikaturhaften“ Auftreten lassen sie sich nicht beeinflussen. Wenn er kein kühl rechnender Kopf wäre, wäre sein Immobilienimperium längst zusammengebrochen, ist ein oft gehörtes Argument.

Drittens: Wenn es nach dem Einknicken von Sanders nur noch um die außenpolitischen Intentionen der verbliebenen zwei Präsidentschaftskandidaten geht, dann fühle ich mich bei Trump um ein Vielfaches besser aufgehoben, als bei der Lieblingskandidatin der global agierenden US-Konzerne und der republikanischen und demokratischen Kriegstreiber, weshalb ihre Kritiker sie nicht zu Unrecht inzwischen Killery nennen.

Bei Trump dagegen haben die Neocons keine Chance, weshalb letztere nicht müde werden, sich neue Intrigen auszudenken, um ihn doch noch zu Fall zu bringen. Zugleich hat sich Trump bezüglich der Verbrechen der Neocons und ihrer Unterstützung und Zusammenarbeit mit Terroristen aller Art (ob islamische Fundamentalisten oder ukrainische Nazis) auf Kosten der US-Sicherheit und Bürger wiederholt als äußerst gut informiert gezeigt. Das sind gute Voraussetzungen zur sicherheitspolitischen Verständigung mit Russland und China, die man weder bei Sanders erkennen konnte und erst Recht nicht bei der käuflichen „crooked“ Hillary.

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Nächstes Fahrtziel: Jüdische Nazis

Stell dir vor, du kannst die Leute Nazis nennen und niemand regt sich großartig auf. In Israel ist das der Fall. Unser Kolumnist hat die jüdischen Nazis besucht.

Von Tuvia Tenenbom | ZEIT ONLINE

Dieser Staat, den man Israel nennt, das ist schon ein interessanter Ort.

Ich bin zwar gerade mittendrin, aber ich versuche, ihn mit ein wenig Distanz zu betrachten, als wäre ich es nicht.

Was sehe, höre und fühle ich?

An einem Tag, der dem Gedenken der Toten gewidmet ist, liefert der stellvertretende Generalstabschef der Israelischen Armee eine interessante Rede ab. Er spricht zu seinen Mitbürgern, als sei er kein Soldat, sondern ein Priester, und er erklärt ihnen, dass die Gräueltaten, die ihren Eltern und Großeltern im weit entfernten Deutschland vor Jahrzehnten während des Zweiten Weltkriegs widerfahren sind, erneut begangen würden, von Ihnen, den Enkeln, jetzt und hier im heutigen Israel.

Details verrät er nicht. Meint er damit, dass im heutigen Israel Krematorien ihre Arbeit verrichten? Gibt es eine SS im heutigen Israel? Werden Menschen aus ihren Häusern geholt, um sie zu Asche zu verbrennen. Gibt es hier Konzentrationslager? Ist Hitler zum Judentum konvertiert und jetzt in Wirklichkeit Israels Führer.

Vielleicht, aber man kann sich nicht sicher sein, denn der Stellvertreter wollte es nicht weiter ausführen.

Der Stellvertreter hat den Rang eines Generals. Er ist General der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte, ein Jude, um exakt zu sein. Wäre er nicht Jude und wäre er nicht General im jüdischen Staat gewesen, seine Worte hätten ihn teuer zu stehen kommen können. Wäre er zum Beispiel General der US-Armee, und würde er seinen amerikanischen Mitbürgern am Memorial Day erzählen, dass sie ihn an Nazis erinnern, er stünde schon am nächsten Tag in der Schlange am Arbeitsamt. Aber er ist kein Amerikaner, er ist Jude, und das Land ist nicht Amerika, sondern Israel. Und in Israel, stell dir vor, kannst du die Leute Nazis nennen und niemand regt sich deshalb großartig auf. In welchem Land der Erde, nennt man schon jemanden einen Nazi, nur weil man ihn nicht leiden kann. In Deutschland selbstverständlich. Da wird täglich irgendwer von irgendwem als Nazi bezeichnet – wenn ich mich recht erinnere. Aber sogar in Deutschland würde sich kein General vor die Einwohner des Landes stellen, die er beschützen soll, und sie als Nazis bezeichnen.

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Christdemokraten für das Leben: Dodo des Monats Mai 2016

Dodo des Monats Mai 2016 ©HFR
Dodo des Monats Mai 2016
©HFR

cdl_1Forschern der Rockefeller Universität (USA) und des King’s College in Cambridge (Großbritannien) ist es erstmals gelungen, menschliche Embryonen außerhalb einer Gebärmutter zu züchten und diese 13 Tage am Leben zu erhalten. Auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen sowohl in den USA als auch in Großbritannien wurde der Versuch abgebrochen.
Für den Verein „Christdemokraten für das Leben“ ein unglaublicher Vorfall. Menschliche Embryonen außerhalb einer Gebärmutter. Das ist gegen die Moral des Christentums. Das wäre ja noch in Ordnung, so lange es sich um das Christentum handelt. Die obskuren Lebensschützer, gequält von pränatalen Fruchtwasser-Träumen, können für ihresgleichen sprechen, aber nicht für andere. Halten wir fest.

Die Vereinsmitglieder glauben an die Jungfrauengeburt, glauben an sprechende Schlangen, glauben, dass ihr Gott mittels der großen Flut den größten Genozid menschlicher Geschichte auslöste und Noah beauftragt wurde die Arche zu bauen, um der Tierwelt ein überleben zu sichern. Paarweise, zwecks Reproduktion, wurde die Tiere auf die Arche getrieben oder fanden sich ein. Mit anderen Worten, die Pinguine aus der Antarktis mühten sich auf das heftigste in den Nahen Osten zu kommen. Australische Kängeruhs hüpften gen Noah. Südamerikanische Faultiere, nicht die schnellsten in der Fortbewegung ebenso.  Es muss also ein paar Geschöpfe gegeben haben, die die Fähigkeit übers Wasser zu gehen schon vor dem Gottessohn besaßen.  Noahs Familie, seine Ehefrau und seine drei Söhne, alle verehelicht, wurden die Stammväter der Menschen. Der zweite inzentuöse Schöpfungsakt des Christengottes.

Mit diesem Scheiß im Kopf wollen die Mitglieder des Vereins grundlegend anderen Menschen ihr Weltbild aufzwingen. Die Reproduktion des Menschen sichert den Händefaltern und der Pfaffenschaft den Nachwuchs und die Vererbung ihres Obskurantismus. Geht die Menschheit andere Wege, um sich aus dem wissenschaftlich-technisch Fortschritt ergebende Lösungen nutzbar zu machen ist das Geschrei der Fortschrittsfeinde groß. Für sich selbst können sie Entscheidungen im Rahmen ihres Glaubens treffen. Darüber hinaus nicht. Man sollte ihnen ein ganz bestimmtes und deutliches „Schnauze halten“ ins Gesicht schleudern.
Die christliche Realität ist eine andere. Die Menschenliebe des christlichen Gottes lässt wohlgefällig tausende Menschen im Mittelmeer ersaufen, die Unschuldigsten der Schöpfung, Kinder, erkranken an Krebs, werden verkauft, gejagt, getötet und von kinderfickenden Priestern missbraucht.

Man macht sich Sorgen um das Leben. Welches in den Augen der Christen-Fundis mit der Befruchtung der Eizelle beginnt.  Vor der möglichen Befruchtung werden Millionen Spermien abgetötet. Welch eine Verschwendung und nur ein Spermium trifft das 80.000-fach größere Ei.  Selbst Jesus musste diesen komplizierten und gefährlichen Weg gehen. Nach dem Eindringen des Spermiums in die Eizelle ist noch lange keine Party angesagt. Die befruchtete Eizelle wandert nun in Richtung Gebärmutter, bleibt sie im Eileiter, kann es zur Eileiterschwangerschaft kommen, mit allen negativen Konsequenzen.
In der Gebärmutter nistet sich die befruchtete Eizelle ein. Ist das Einnisten nicht erfolgreich, man geht immerhin von 50% Fehlerquote aus, geht das befruchtete Ei ab. Oftmals völlig unbemerkt. Was gedenken denn die „Christdemokraten für das Leben“ gegen diese hohe Fehlerquote beim Einnisten zu unternehmen. Immerhin, es wird ja in ihrem Sinne Leben vernichtet. Vielleicht sollte die befruchtete Eizelle durch ein Gesetz gezwungen werden sich einzunisten, oder einen Bibelspruch, einen Exorzismus, pfäffische Nachhilfe. Gebete helfen eh nicht, sie kommen immer zu spät und ändern nichts.

In dem Sinne. Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Für uns wichtig, solchen vernunftfernen Zeitgenossen die Macht, die sich politisch haben, weiter zu kürzen. Mit ihren Blödsinn richten sie sonst noch die Menscheit zu grunde.

 

 

Populismus auf katholisch (3): Die Kirche als Hohepriester der Regierung

Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Sicherlich gibt es viel Leid auf der Welt und jedem ethisch denkenden und handelnden Menschen sollte daran gelegen sein, neben der Maximierung des eigenen Glückes auch das Leid anderer zu minimieren – im Rahmen der Möglichkeiten und des demokratischen Rechtsstaates. Mit letzterem ist es beim katholischen Kirchenführer nicht weit her. Der Vatikan ist einer der wenigen Staaten auf der Welt, die die Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen für säkulares Teufelszeug halten.

Von Lutz Neumann | Achgut.com

Das Asylrecht nach Artikel 14 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 wie auch die Europäische Menschenrechtskonvention werden von der katholischen Kirche in Gestalt der Institution des Vatikans weiterhin abgelehnt. Der Kardinal bewegt sich in einem Club mit Saudi-Arabien, die lieber ihrer übernatürlichen Gesetzgebung – der Scharia – den Vorzug vor rechtsstaatlichen Prinzipien und individuellen Menschenrechten geben. Aber der Kölner Vatikan-Angestellte Kardinal Woelki kommt mit leeren Worten durch. Oder dürfen sich die Vereinten Nationen zukünftig auf den Kardinal und auf den Vatikan als weitere Unterstützer der individuellen Menschenrechte freuen? Eine Nachfrage, die kein Journalist gestellt hat. Die Medien von FAZ über Kölner Stadt-Anzeiger und WDR bis Express nahmen die inkompetente kirchliche Politikberatung unkritisch bis applaudierend auf.

Die inkompetente kirchliche Politikberatung

Auch keine Nachfrage, ob es durch die kirchliche Unterstützung des deutschen Sonderwegs der unkontrollierten Grenzöffnung zugunsten jeder Person, die den Wunsch hat, nach Deutschland einzureisen, mehr Tote und Verletzte auf den Fluchtrouten gegeben hat, oder weniger? Auch nicht eingepreist, was die religiös überhöhte Regierungspolitik bereits kurzfristig an Risiken und Belastungen für die öffentliche Sicherheit und die sozialen Sicherungssysteme und langfristig für die säkular-freiheitliche Orientierung der deutschen Gesellschaft und die nachfolgenden Generationen in Deutschland heißt.

Verglichen zu Woelkis Einlassungen zur Flüchtlings- und Staatskrise sind andere Worte von ihm in dem erwähnten Boulevard-Interview von größerem Realitätssinn geprägt: „Er hat sich so klein gemacht, dass er selbst in einem Stück Brot gegenwärtig wird – das ist die Botschaft von Fronleichnam.“ Der „Er“ in dem Brotstück ist nach Ansicht des Kardinals der mutmaßliche übernatürliche Erschaffer seiner Domschatzkammer, Kölns, Deutschlands, des IS und der USA, der Erde und des gesamten Universums. Diesen tragen er und seine Kollegen in der Substanz des Fleisches und Blutes (in echt!) eines Juden in einem Schaugefäß durch die Städte und Dörfer – glauben sie. Derartiges ist allerdings wahrscheinlicher, als dass Woelkis Worte zum politischen Zeitgeschehen zutreffend sind.

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Der Mitleidswahn

Wir sollen Mitleid mit den Flüchtlingen haben. Mitleid mit den Tieren. Mitleid mit den Armen in der Dritten Welt. Mitleidsapostel untergraben die rationale Debatte und verdienen kein Mitleid. Bild: RDF
Ein selbstbezeichneter Flüchtling klingelt an meiner Tür. Gelassen bereitet er einen Zettel mit einer deutschsprachigen Spendenbitte vor. Als ich die Tür öffne, braucht er einen Moment, um grinsend von dem Zettel aufzublicken und meine Anwesenheit zu bemerken. Dann bricht er in Tränen aus und murmelt etwas über „Familie“ und „Krieg“. Ich weise ihn darauf hin, dass es in Deutschland staatliche und auch viel freiwillige private Hilfe für Flüchtlinge gibt und er darum nicht beliebige Bürger zu Hause belästigen muss. Ich schließe die Tür, er lacht auf und geht weiter zum Nachbarn.

Von Andreas Müller | Richard Dawkins-Foundation

In der Innenstadt von Würzburg haben beim Stadtfest mehrere Organisationen ihre Stände aufgebaut. Ein Tierrechtler hält mir alte Aufnahmen von toten Singvögeln und für Experimente genutzte Affen unter die Nase und fordert, dass ich etwas unterschreibe, damit Tierquälerei verboten wird. Ich weise ihn auf das Tierschutzgesetz hin, welches die Misshandlung von Tieren in Deutschland bereits unter Strafe stellt. Er hat noch nie davon gehört.

In der Hamburger S-Bahn gehen Punker von Abteil zu Abteil, um mit Hinweis auf ihre Obdachlosigkeit um Spenden zu bitten. Einige Fahrgäste geben ihnen etwas und fühlen sich sichtlich wohl dabei. Ich fühle mich derweil an einen Ausspruch von Friedrich Nietzsche erinnert: „Mitleid ist das angenehmste Gefühl bei solchen, welche wenig stolz sind und keine Aussicht auf große Eroberungen haben: für sie ist die leichte Beute – und das ist jeder Leidende – etwas Entzückendes. Man rühmt das Mitleid als die Tugend der Freudenmädchen.“ Im McDonald’s im Frankfurter Bahnhof setzt sich eine Roma-Frau mir gegenüber und bittet um Geld für ihren armen Jungen, der sonst hungern müsse. Da sie gerade mit dem Jungen einen Burger verspeist hatte, und zwar am selben Tisch wie ich, muss er wohl besonders großen Hunger haben.

„Das öffentliche Zurschaustellen von Mitleid ist eine manipulative Geste.“

Gute Bettler sind sehr empathisch, denn sie wissen, wie sie bei ihren Adressaten auf die Tränendrüse drücken müssen, damit jene ihre Brieftasche öffnen. Ihre Spender haben viel Empathie, wenn auch kein sehr differenziertes, denn sie lassen ihre Münzen springen für alle Heulsusen, die da täglich angekrochen kommen. Ich habe in solchen Fällen überhaupt kein Mitleid mehr, auch wenn der aktuelle Konsens etwas Anderes verlangt. Wir sollten uns „besser an die Instinkte halten, an das, was ‚von Natur aus‘ hervorbricht, wenn der Mensch nicht lange überlegt. Dann ist er nämlich durchaus hilfsbereit – und menschlich“, ermahnt Werner Bartens in einem Essay über Empathie. Doch würde ich mich an das halten, was in solchen Situationen natürlich aus mir herausbricht, müssten Notärzte Überstunden machen, um die ganzen professionellen Heulsusen ins Krankenhaus einzuliefern.

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Wahl Dodo des Monats Mai 2016

Dodo des Monats Mai 2016 ©HFR
Dodo des Monats Mai 2016
©HFR

Ausfallbedingt weniger Posts im Monat Mai, dafür eine übersichtliche Auswahl der Kandidaten. Das Spektrum der Auswahl reicht von den „Christdemokraten für das Leben“ und Embryonenschutz, über die DITIB-Imame in Deutschland, ganz ungefähr so, als wären 4 Millionen, in Deutschland lebende Muslime, nicht in der Lage eigene Vorbeter zu bestellen, es müssen die institutionalisierten Gottesknechte von AKP-Gnaden sein. Präses Rekowski wünscht sich, trotz schwindender Mitgliedschaft in seiner Kirche, leeren Gottesdiensten, die öffentliche Präsenz seines untoten Geliebten. Die Kirche von Berlin-Brandenburg installiert Wlan für die Gläubigen, eigene Fortschrittsfeindlichkeit wird dann gern vergessen. Religionsunterricht für alle Muslime, der Kölner Erzapostel hält eine Büttenrede zum Thema Flüchtlinge, Gehsteigberatung in München erlaubt das dortige Verwaltungsgericht und und die bibelfesten Evangelikalen halten einen Stuhlkreis während des Ramadan ab. Reichlich Religiotie vorhanden.

Die Wahl ist bis zum 07. Juni 18:00 Uhr befristet.  Der Gewinner wird am folgenden Tag mittels Laudatio gewürdigt werden. Mahrfachabstimmungen sind möglich. Viel Spaß!

„Wahl Dodo des Monats Mai 2016“ weiterlesen

Recep Tayyip Erdoğan: Dodo des Monats April 2016

Dodo des Monats April 2016 ©HFR
Dodo des Monats April 2016
©HFR

erdoganDer „Irre vom Bosporus“ hat das Rennen um die kotztürenblaue Dronte des Monats April gewonnen.  Ausgestattet mit einem schon pathologisch zu nennenden Verfolgungswahn kennt Erdogan nur zwei Typen von Menschen, seine Anhänger und seine Feinde, letztere natürlich alles Terrorristen.  Die Paranoia hat System und ist nicht erst seit ein paar Wochen signifikant erkennbar. Rund 2.000 Klagen wegen Beleidigung seiner Person lassen überdies noch an der Zurechnungsfähigkeit des selbsternannten Sultans zweifeln. Osmanen-Kult, der Islam sowohl als Religion, wie auch als politisches Programm und türkisch-islamische Identität sind die Eckpunkte seines Weltbildes.

Unter Kemal Atatürk, der bekanntlich die Reste des Osmanischen Reiches zur türkischen Republik formte, wäre Erdogan schon lange füsiliert worden.  Noch braucht er Atatürk als Aushängeschild und Etikett seiner Politik, möglich dass Erdogan selbst eines Tages mit dem Namen „Attacktürk“ in die Geschichte eingehen wird.

Skandale gab es zu jeder Zeit, als Ministerpräsident und nun als Präsident, der sich zum Despoten gemausert hat. Demokratie, Menschenrechte gelten nur aus pragmatischen Gründen, sie werden gebraucht um unter dem Deckmatel der Legalität einen islamischen Gottesstaat zu etablieren.

Die EU schaut zu, hilflos, beschwichtigend kriechen die Granden europäischer Politik Erdogan in den Arsch. Der lässt sie dort wohlgefällig zappeln. Presse-und Meinungsfreiheit, im europäischen Bündniss immer dann mantra-artig beschworen wenn es gilt gegen die Widersacher der Politik des Westens einen Shitstorm zu organisieren. Andere sind böse, Erdogan gestaltet mit der europäischen Hilflosigkeit seinen islamischen Gottesstaat.  Er schlachtet die Kurden ab, verbündet sich mit dem  Abschaum  des Islamischen Staates,  liefert Waffen, lässt Gotteskrieger in seinen Krankenhäusern behandeln und ermöglicht den Tourismus der Dschihadisten.
Die Würde des Menschen soll ein universelles Recht sein, unantastbar gar. Sie wird aber immer wieder zur Verhandlungsmasse gemacht, wenn es gilt eigene Interesse durchzusetzen. Die Europäische Union ist hier ein Vorreiter des Pragmatismus. Argumentativ wird die Menschenwürde von allen beschworen, mit Erdogan ist sie 6 Milliarden Euro wert, um zu verhindern, dass das Kriegselend des Mittleren Osten über europäische Grenzen kriecht. Das Ersaufen im Mittelmeer nicht eingerechnet.  EU-Beitritt, nicht mit Erdogan, die Türkei unter seiner Knute wird andere Wege einschlagen, die Europäische Union eine Kuh, die sich vortrefflich melken lässt.

Erdogan Größenwahn gipfelte in der Aussage:

„Eroberung heißt Mekka. Eroberung heißt Sultan Saladin, heißt, in Jerusalem wieder die Fahne des Islams wehen zu lassen.“

Die Welt vom 31. Mai 2015

Spätestens hier muss auch dem letzten Europa-Politiker klar geworden sein, im Oberstübchen des türkischen Präsidenten geht einiges gewaltig durcheinander, kompetente, professionelle Hilfe angeraten.

Erdogan formt einen islamischen Fundamentalismus in der Türkei, seine Anhänger werden fanatisiert und schießen auch schon mal auf einen erklärten Feind Erdogans.

Deutsche Satiresendungen, die sich Erdogan als Ziel auserkoren haben werden zum Ziel präsidialer Politik.  Diplomatisches Einschreiten, Anzeigen und ein desaströses Verhalten der Bundesregierung mit der Kanzlerin voran, bestärken  den kranken Mann noch in seinem Wahn.  Das ZDF macht sich freiwillig und ohne Not zum Büttel der Politik der Bundesregierung. Strafanzeigen, im dreistelligen Bereich gegen Jan Böhmermann zeigen, im dreistelligen Bereich wird Satire nicht verstanden.  Bildungsdefizite im dreistelligen Bereich, zu kompliziert, verflachtes Gehirn. Entrüstung vorprogammiert.  Da kann man von Glück sagen, dass die Entrüsteten nicht gleich das ZDF angezündet  und die Mitarbeiter zerhackt haben.  Es gibt genügend Beispiele, wo man ein paar Zeichungen zum Anlass nahm um einen dschihadistischen Shitstorm mit Toten und Verletzten vom Zaune zu brechen.

Beim nächsten Besuch Erdogans in Deutschland empfiehlt sich die fachärtztliche Untersuchung auf Zurechnungsfähigkeit, öffentliche Auftritte wären nur unter dieser Voraussetzung möglich.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Wahl Dodo des Monats April 2016

Dodo des Monats April 2016 ©HFR
Dodo des Monats April 2016
©HFR

Die Mediale Aufmerksamkeit im Monat April konzentrierte sich in aller Gänze auf Jan Böhmermann, der nun mit der Ermächtigung durch die Bundesregierung, strafrechtlich wegen Majestätsbeleidigung zur Verantwortung gezogen werden kann. Der „Irre vom Bosporus“ darf nun ganz öffentlich in Deutschland seinen paranoiden Gelüsten nachgehen. Aber auch Kirchtürme, Minarette, MIssion unter Muslimen und religiöse Parallelwelten spielten im Zirkus der öffentliche Meinung eine Rolle. Von extrem bis banal ist alles vertreten.
Die Wahl ist bis zum 07. Mai 2016, 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird am folgenden Tag gewürdigt werden.
Viel Spaß!

Hier sind die Kandidaten:

  1.  Frauke Petry, „weiß die Architektur von Minaretten nicht zu schätzen.“
  2.  Volker Kauder, „will Moscheen überwachen lassen, seine christlichen Extremisten spart er aus.“
  3. Bono, „singt weniger, dafür mehr Religiotie.“
  4. Rainer Maria Woelki, „mag spitze Phallussymbole.“
  5. Aiman Mazyek, „braucht Fremd-Imame für seinen Glauben.“
  6. Christian Troll, „möchte unter Flüchtlingen christlich trollen.“
  7. Joachim Gauck, „möchte gekrönt werden.“
  8. Alexander Kissler, „katholisch demagogische Weltsichten.“
  9. Eckart von Hirschhausen, „die Einfachheit der Bibel im Medizin-Studium vermisst.“
  10. Bernd Lucke, „mit Vulgärsprache mediale Aufmerksamkeit.“
  11. Wolfgang Thierse, „beschwört den Religionsfrieden.“
  12. Dr. Georg Rüter, „mag dezente Hinrichtungswerkzeuge.“
  13. Andreas Kersten, „Kondome vom Bibel-Apotheker.“
  14. Ulrich Parzany, “ weiß dass die Apostel nicht schwul waren.“
  15. Gert Pickel, „Religionsphobie unter den neuen Atheisten.“
  16. Nabil Arab, „mit dem Islam kam die Befreiung der Frauen.
  17. Recep Tayyip Erdoğan, „gelebte Paranoia.“

„Wahl Dodo des Monats April 2016“ weiterlesen

Vielfältige Menschen zählen, nicht vielfältige Religionen

HumanismMitte April berichtete der Deutschlandfunk in seiner Sendung „Tag für Tag“ von einem französischen Projekt namens „Slam unterm Halbmond“, bei dem muslimische Jugendliche der Pariser Banlieues zu Rappern und Dichtern werden sollen. „Mit diesem Workshop reagieren wir auf ein Problem, das wir in den meisten Banlieues antreffen: Hier wachsen Kinder aus muslimischen Familien auf, die praktisch nichts über die philosophischen Grundlagen des Islams wissen. Sie gehen selten in die Moschee. Die Schule jedoch vermittelt kein Wissen über den Islam. Diese Lücke wollen wir füllen. Außerdem sollen sich die Jugendlichen persönlich ausdrücken, und zwar in einer Form, die sie mögen, nämlich Rap und Slam.“

Von Roger Letsch | Achgut.com

Nun ist gegen Rap und Slam als Ausdrucksformen nichts einzuwenden, aber warum müssen die Jugendlichen das im Zusammenhang mit ihrer Religion erfahren – und was geht dies den laizistischen französischen Staat an, dass er diese Art der Selbstfindung zum Nachhilfeunterricht in Koranfragen umdeklariert? Kaum zu glauben, dass in christlichen Gegenden Frankreichs oder Deutschlands Jugendliche aufwachsen, die noch nie von den philosophischen Lehren der frühen Kirchenväter Augustinus oder Benedikt von Nursia gehört haben und in einem Streitgespräch über die Thesen eines Thomas von Aquin jämmerlich versagen würden. Welche philosophischen Grundlagen müssen eigentlich Atheisten auf Verlangen aufsagen, um ihre Eignung als Bürger Frankreichs unter Beweis zu stellen? Es ist absurd.

Warum nicht die Religion einfach mal beiseite lassen?

Das christlich/abendländische Wissensfundament in Frankreich oder auch Deutschland ist im Durchschnitt nicht dicker als eine Hostie, warum wird dort nicht mit ordentlich Staatskohle Abhilfe geschaffen? Die Sektiererei in den Banlieues, ihre Absonderung vom Rest der französischen Gesellschaft wird durch die Betonung des genuin muslimischen nur noch verstärkt. Man belästigt die Jugendlichen mit ausgewählten Aspekten ihrer Religion, anstatt sie zu ermuntern, diese Religion einfach mal beiseite zu lassen, um endlich ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Wer nun glaubt, das sei ein französisches Problem, der schaue auf die Arbeit der Islam-Verbände in Deutschland, ihre Forderungen und ihre Wortmeldungen. Sylvie Forestier von „Slam unterm Halbmond“ beklagt, dass es „Immer mehr private Koranschulen“ gäbe und „…Frankreich Stellen und Geld für Sozialarbeiter, Erzieher und Vereine zusammenstreiche“. Privates Engagement und private Finanzierung ist in Frankreich für alle anderen Religionen eine Selbstverständlichkeit. Was ist anders am Islam, dass man ihn staatlich anleiten und in die richtige Richtung drücken muss?

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Auf dem Nachttisch

Bild: DIE KOLUMNISTEN.de
…nannte Kurt Tucholsky eine Rubrik, die er in den 1920er Jahren für die „Weltbühne“ schrieb. Ob nun eine Monographie über John Heartfield, Gedichte von Walter Mehring, Studien über das „Geschlechtsleben in Melanesien“, katholische Moralbroschüren oder wohl im Suff geschriebene deutsch-französische Wörterbücher, den lombardischen Leser interessierte auch das, was sonst wenig öffentliche Beachtung fand, aber sie doch verdient hatte.
Ich lese zwar nie im Liegen, aber auch bei mir sammelt sich Gedrucktes, das ich nicht wegwerfen kann und das es verdient hätte, eine breitere Öffentlichkeit zu finden. Also, Tucho zu Ehren, bauen wir am Nachttisch an…

Von Wolfgang Brosche | DIE KOLUMNISTEN

Kennen Sie „Cleopatra“?

Ich meine nicht die berühmt-berüchtigte ägyptische Königin, sondern den monumentalen Film gleichen Namens, in dem die veilchenäugige Liz Taylor ihre üppigen Formen im ToddAO-Format ausbreiten durfte. Jenen Film, der 1964 als der teuerste aller Zeiten galt – nach heutigen Maßstäben würde er 300 Millionen Dollar kosten – und der deshalb die Produktionsfirma  Twentieth Century Fox fast in den Ruin trieb. Er wurde zu einer Zeit  gedreht, in der es noch keine computergenerierten Bilder gab und nahezu alle Schauplätze in echter Größe nachgebaut, tausende an Komparsen engagiert und ganze Seeschlachten mit richtigen Schiffen nachgestellt wurden. (Nur die überbordenden Stadtansichten Roms wurden von Genies auf Glas gemalt und unsichtbar ins Bild eingefügt – davon erzähle ich vielleicht ein anderes Mal!)

Vor fünfzig Jahren floppte „Cleopatra“, der Film,  an den Kinokassen einerseits weil die Welle der Antikepen, die er krönen sollte, abebbte und anderseits weil es ihm zwar nicht an optischer Pracht fehlte, aber dafür an erzählerischer Konsequenz, deren Mangel die Zuschauer durch geschichtliche und kulturhistorische Kenntnisse ergänzen mußten. Das große Publikum, das straff erzählte Geschichten gewohnt ist, die sich nicht verzetteln, war weder episch ausdauernd noch genügend ästhetisch gebildet, um den Film mit Wonne zu goutieren.

Wenn man heutzutage die über vierstündige integrale Fassung auf DVD anschaut – der Roughcut soll sogar sechs Stunden lang gewesen sein – dann beeindruckt eben nicht die im Film erzählte Geschichte  – auf die das Hollywoodkino sonst den allergrößten Wert legt – sondern es überwältigen die Tableaux, in denen der Film schwelgt. Die Üppigkeit der Diva Liz Taylor findet ihre Entsprechung in der detailstrotzenden Pracht von Sälen, Tempeln und Gemächern, in denen lebende Bilder stattfinden. Im Sinne eines Narrativs  statisch, aber optisch überwältigend.
„Cleopatra“ von Joseph L. Mankiewicz bezieht  seine Kraft nicht so sehr aus den erzählten Intrigen, Machtträumen und den Liebesgeschichten der Königin mit Julius Cäsar und Marcus Antonius, sondern aus einer malerischen Augenlust  des 19. Jahrhunderts. Er setzt noch einmal eine damals eigentlich schon ausgestorbene Tradition des frühen Stummfilms fort.

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Heinz-Josef Algermissen: Dodo des Monats März 2016

Dodo des Monats März 2016 ©HFR
Dodo des Monats März 2016
©HFR

algermissenImmer zur Zeit des Frühlingsvollmondes laufen die christlichen Kirchen zur Hochform auf. So soll der Vollmond, welcher den Frühlingsanfang markiert, Tod und Auferstehung eines gewissen Jesus aus Nazareth kennzeichnen. Die Gestalt ist beliebig, die Geschichte auch, nichts ist belegbar und dem Klub der Christen ist zudem noch der Leichnam ihres Klubvorsitzenden abhanden gekommen. Mit gutem Grund, so kann man behaupten was man will und den Klubmitgliedern die schönsten Geschichten auftischen, es ist wahr, weil es in der Bibel steht. Der Frühlingsanfang war immer ein Fest, der Winter ging, die Natur entfaltete ihre Pracht, Fruchtbarkeit, symbolisch durch die Ostereier ausgedrückt, man hat also nicht die Eier von Jesus angemalt und versteckt, das Christentum hat einfach diesen Anbeginn einer neuen Jahreszeit geklaut und mit einer großen Geschichte des imaginären Gottessohnes verbrämt.

In dieser Zeit, liefen und laufen die Anhängsel des Vizegottes zur Höchstform auf. Zur Zeit des Pessah-Festes gab es 12 Apostel, so die Sage, der römischen Spukgestalt stehen heute mehr als 30.000 Apostel zur Verfügung, die den ganzen Klub zusammenhalten sollen. Inflationäre Entwicklung. Und da es in der Jesus-WG keine Frauen gab, gibt es auch keine weiblichen Apostel, bis heute. Über die Jahrhunderte waren Frauen die dunkle, feuchte Gruft, das Einfallstor des Teufels.
Es sind aber gerade die Pfaffen und Apostel, die sich anmaßen in Sache Familie und Ehe mitreden zu wollen und vor allem Vorschriften zu erstellen. Algermissen ist so ein besonderes Exemplar. Zu vergleichen wäre das, als wenn man sein Auto zwecks Ölwechsel zum Bäcker bringt.

Im Dom zu Fulda erinnerte sich  nun Algermissen, von Staats wegen bezahlter Diener Gottes, an alte glorreiche Zeiten, als man Anders-und Ungläubige bis hin zur Gefahr für Leib und Leben verdammen konnte.
Sein Hass gegen alles Nicht-Christliche bringt er mit folgenden Worten zum Ausdruck:
Heinz-Josef Algermissen

„Der Mensch ohne Ostern lebt unter der gnadenlosen Devise: Was Du bis zu deinem Tod nicht erreicht hast, das hast Du für immer verloren; was Du bis zur Stunde deines Sterbens nicht erjagt hast, das wirst Du nie mehr einholen; was Du hier auf Erden nicht zu Ende bringst, das verendet im wahrsten Wortsinn. Der Mensch ohne Ostern wird darum zu einem großen Sicherheitsrisiko für die Mitwelt, denn seine innere Hektik, diese ausgesprochene oder unausgesprochene Daseinsangst lassen ihn dann auch im Letzten blindwütig zuschlagen und alles zerstören.“

Das ist Hetze, unverfroren ausgesprochener Hass auf alles Nicht-Christliche. Protest gegen solche Hasspredigt, von Seiten der Politik, war nicht zu vernehmen, Frieder Otto Wolf, der Präsident des Humanistischen Verbandes Deutschland protestierte ganz deutlich. Politik, die schon lange die Rolle des Feudaladels in der Beziehung zu den Kirchen eingenommen hat schweigt bis heute.
Algermissen hat ein Grundgehalt von 9700 Euro, welches das Land Hessen zahlt. Also, alle Ungläubigen, Muslime, Juden, Buddhisten, Hindus bezahlen mit ihren Steuern die Haus-und Hofhaltung des Katholiban Algermissen. Er nimmt das Geld von „Menschen ohne christlichen Glauben, die ein Sicherheitsrisiko für die Mitwelt darstellen.“ Judas war billiger zu haben.
Man sollte diesen katholischen Popanz die Mittel ersatzlos streichen. Weg mit den Länderausgleichzahlungen, ohne weitere Verhandlungen, was Fürsten und Pfaffen vor 200 Jahren verhandelt haben sollte nicht mehr unsere Angelegenheit sein. Die Kirchen gehören in die Selbständigkeit, die sie immer aufs neue beschwören, entlassen. Der Staat als Finanzbüttel der Pfaffen sollte die unsägliche Beziehung beenden.In anderen Ländern ist das auch möglich.

Am gestrigen Tage widersprach das Bistum Fulda den Vorwürfen Algermissen hätte eine Hasspredigt gehalten.

«Die Osterpredigt von Bischof Algermissen hatte keineswegs die Absicht, irgendjemanden zu diffamieren»

Mit Lachtränen in den Augen nehmen wir diesen Blödsinn zur Kenntnis.
In der 174 Quadratmeter großen Wohnung des Apostels findet sich ein Plätzchen für das Nest des Dodos.

Herzlichen Glückwunsch.

Erdogan – der Kalif, der aus der Volksneurose kam

erdogan-sultan

„Wie können die ihn immer noch wählen?“ Das Erfolgrezept Erdoğans lautet Verfolgungswahn, Hybris und Fanatisierung seiner Anhänger. Zugeschnitten auf die Untiefen der türkische Seele.

Von Deniz Yücel | DIE WELT

Die Gezi-Proteste? Eine Verschwörung von „internationaler Finanzlobby“ und ausländischen Medien. Die Korruptionsermittlungen gegen die AKP-Regierung? Eine Intrige der Gülen-Gemeinde, die von den USA und Israel gelenkt wird. Die kurdische PKK? Eine von Deutschland und Europa gesteuerte Agentur voller armenischer Söldner. Der „Islamische Staat“?

Ein globales Projekt gegen die Türkei und den Islam. So sieht sie aus, die Welt von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan und seiner Anhänger. Überall „ausländische Kräfte“ und ihre inländischen Handlanger, die danach trachten, den Aufstieg der Türkei zur Weltmacht zu verhindern. Auch das Lied in der NDR-Sendung „extra 3“ ist darum nicht bloß eine Satire, sondern Teil einer globalen Kampagne.

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Wahl Dodo des Monats März 2016

Dodo des Monats März 2016 ©HFR
Dodo des Monats März 2016
©HFR

Terror, Ostern, Politik die sich ihrem Glauben vor die Füße wirft, Universitäten die den wissenschaftlichen Dialog scheuen und christliche Feindesliebe gegen den Terrorismus.
Eine reichhaltige Palette kruden Unsinns hat sich im März angesammelt.

Die Wahl ist bis zum 07. April, 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird am folgenden Tag, hier auf dem Blog, gewürdigt werden.

Mehrfachabstimmung ist möglich.

  1. Aiman Mazyek, „Terror ist eine Todsünde im Islam.“
  2. Heinz Josef Algermissen, „Katholiban gegen den Unglauben.“
  3. Stadt Halle, „Zwangsmission mit Lutherwoche, bezahlt von Steuergeldern.“
  4. Landesregierung Hessen, „viel Steuergeld für imaginären Freund.“
  5. Markus Dröge, „und die unnütze Garnisionskirche in Potsdam.“
  6. Konrad Zdarsa, „Kreuzholz im Kopf.“
  7. Margot Käßmann, „kindlich-naiver Narzissmus.“
  8. Bodo Ramelow, „linker Befreiungstheologe als Ministerpräsident.“
  9. Heinrich Bedford-Strohm, „und demokratischer Islam.“
  10. Silke Lorch-Göllner, „unbequeme Wissenschaft ausladen.
  11. Markus Frank „Tanzverbot um jeden Preis.“
  12. Annegret Kramp-Karrenbauer, „Recht unterm Kreuz.“

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Gott, hilf

der_die_das_gott

Ein Muslim, ein Christ und ein Buddhist treffen sich im mongolischen Grasland zum Wettstreit der Argumente – und hinterher trinken alle gegorene Stutenmilch und verstehen sich nach einem wilden Zechgelage. Ein Traum? Nur fast.

Von Kai Strittmatter|Süddeutsche.de

Himmel. Auch so genervt? Fassungslos? Über die globale Renaissance der Religion im hysterischen Gewande? Wirklich weg waren sie ja nie, die selbstgerechten, bigotten, im Extremfall mörderischen Moralapostel unter den Religiösen, denen ihr Gott, Allah, Jahwe, Shiva oder Buddha zu nichts gut ist, als ihn dem jeweils anderen einfach überzustülpen. Aber dass man sie seit ein paar Jahren wieder ernst nehmen soll, dass sie die öffentliche Debatte und den Lauf der Welt bestimmen, das tut weh. So. Was tun? Ich weiß es nicht. Ich habe aber einen Traum: Was, wenn die Hand Gottes die ganze hartherzige Bagage packte und weit hinten in der Mongolei wieder ablüde?

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