Archiv der Kategorie: Meinungsbeitrag

Charlie Hebdo: Der Konsens der „Charlies“ in der Kritik

charlie_hebdo_2War das „hysterisch“ und „katholisch-reaktionär“? Der Soziologe Emmanuel Todd irritiert Frankreich mit seiner Analyse der Solidaritätsumzüge unter der Devise „Je suis Charlie“.


Von Stefan Brändle|Frankfurter Rundschau

Er schwieg auffällig lange. Emmanuel Todd, einer der profiliertesten und temperamentvollsten Denker Frankreichs, äußerte sich bisher nicht zu den Terroranschlägen, die im Januar in der Redaktion von „Charlie Hebdo“ und einem jüdischen Supermarkt 17 Todesopfer forderten. Er blieb den Großkundgebungen fern, er nahm an keiner Talkshow teil, nahm keine Journalistenanrufe entgegen.

Untätig blieb Todd mitnichten. An seinem Schreibtisch tat der 63-jährige Soziologe, was er schon immer getan hatte: Er sichtete Karten, Zahlen und Statistiken – diesmal zu den Solidaritätsumzügen unter der Devise „Je suis Charlie“. Dann griff Todd in die Tasten. Das diese Woche erschienene Produkt, ein Essay von 250 Seiten mit dem harmlos klingenden Titel „Wer ist Charlie?“, ist wegen seiner soziologischen Analyse brisant.

Todd bescheinigt der Linken, das heißt seinem eigenen politischen Lager, eine „hysterische“ Reaktion in einem „katholisch-reaktionären“ Geiste à la „Vichy“. Todds empirischer Beleg: Die meisten Umzugsteilnehmer stammten, so eruierte er, aus der gehobenen Mittelklasse, und zwar in Regionen und Städten, die historisch gegen den Laizismus und für den Katholizismus eingetreten seien. Unter den landesweit vier Millionen „Charlie“-Demonstranten hätten sich mehr Kaderangestellte als Arbeiter befunden, bilanziert Todd.

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Katrin Göring-Eckardt: Dodo des Monats April 2015

Dodo des Monats April 2015

Dodo des Monats April 2015


KGEKatrin Göring-Eckardt ist schwarz-grün. Mit anderen Worten, sie würde auch ein gutes Mitglied in einer der C-Parteien abgeben. Erfahrungen diesbezüglich konnte sie an der  Pizza-Connection in den 1990er-Jahren sammeln.  Wertevorstellungen, moralische Haltungen werden von ihr christlich, bügerlich- konservativ begründet. Das Studium der evangelischen Theologie brach sie 1988 ab, mithin hat sie keinen erlernten Beruf, wenn man von den praktisch erworbenen Kenntnissen evangelischen Glaubens absieht. Dort wird auch ihre politische Inkompetenz manifestiert. Die Frau kann nichts. Bibelkenntnisse und Pragmatismus auf der politischen Spielwiese reichen aus.
Ihr Wissen in protestantischer Märchendeutung scheint fulminat. Gibt Käßmann den Pausenclown zur Reformation, ist Göring-Eckardt der politische Gotteskasper.
Der säkulare Staat sollte die Interessen aller seiner Mitglieder vertreten. KGE ist ein Protoyp für christliche Klientelpolitik, Themen, bei denen niemand einen Gottesbezug herstellt, werden von ihr christlich kontaminiert.

Vergessen wir nicht, es war die “Grüne” Göring-Eckardt die sich als entschiedene Befürworterin der Hartz-Reformen und der Agenda 2010 unter Gerhard Schröder profilierte. Noch heute ist sie der Auffassung, dass die Erhöhung des Rentenalters, auf 67 Jahre, eine Notwendigkeit gewesen sei. Sie sprach sich dafür aus, Religionsunterricht als verfassungsmäßig verankertes Recht zu garantieren.
1999 stimmte sie für den Kosovo-Krieg. Jahre später begründete sie ihre Entscheidung mit religiösen Motiven:
Katrin Göring-Eckardt:

„Damals las ich sehr, sehr viel in der Bibel und sprach mit vielen Leuten darüber, was mir sehr wichtig war. Ich sagte mir, wenn es um Krieg und Frieden geht oder um Leben und Tod, kann man nicht gegen den Glauben handeln. Ich stimmte allerdings für den Militäreinsatz, weil ich beim Abwägen fand, dass es wahrscheinlich richtig war. Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass es sich als richtig herausgestellt hat.

Hieß es früher für Kaiser und Gott, können wir heute getrost religiotische Politiker als Ersatz finden, es besteht kein Mangel an ihnen.
Mit Göring-Eckardt ist den Grünen die Wählertäuschung geglückt, oder mit anderen Worten vollendet worden.

In einem Interview, in der taz vom 25.04.2015 wird sie gefragt:

taz: Wodurch unterscheidet sich der evangelische Glauben vom Islam?

Antwort, Katrin Göring-Eckardt:

Der Islam ist eine Religion, der Protestantismus eine christliche Konfession. Die Unterschiede sind definitiv zahlreicher als nur freier Sonntag oder freier Freitag, aber ich frage ja lieber nach Gemeinsamkeiten.

Was für ein schönes Beispiel protestantischer Arroganz. Diese kompensatorische Renitenz, die allen anderen, egal welchen Glaubens oder Unglaubens, zu ertragen haben.

Allein die Feststellung, dass der Islam eine Religion ist stellt eine theologische Meisterleistung dar. Bis hin zum Unterschied, dass der Protestantismus eine Konfession sei.
Geschicktes taktieren. Die drei Hauptkonfessionen im christlichen Glauben sind die römisch-katholische, die evangelische und orthodoxe Kirche. Zur evangelischen Konfession gehören auch die baptistische, anglikanische und methodistische Kirche. Hiervon müssen aber einige Bewegungen wie der Evangelikalismus, die charismatische Erneuerung oder der Pietismus unterschieden werden, welche ohne definierte Grenzen und konfessionsübergreifend sind.

Gott ist kompliziert, kann der Außenstehende schon nicht mehr unterscheiden ob er katholisch oder protestantisch ist, kommen noch eine Reihe von Denominationen hinzu. In den USA sprich man von mehr als 20.000 solcher christlichen Kirchen. Die natürlich alle ganz exklusiv das Wort Gottes verkünden. Betrachten wir noch das Judentum und den Islam, alles abrahamitische Religionen, ist der Wirrwarr göttlicher Natur. Gottesmägde wie Göring-Eckardt verkünden klare Kante, Wahrheitsansprüche, die keiner Überprüfung standhalten.

Da wo Katrin Göring-Eckardt auftritt kann das Wort zum Sonntag immer  stattfinden. Völlig egal, ob Menschen das wollen, das ist der diktatorische Imperativ des Protestantismus. Evangelisch verkitscht, haben die Hillbillies die politischen Höhen erklommen.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Menschenrechte gelten nur für Europäer

Werner Felten © privat, bearb. MiG

In Europa werden Menschenrechte besonders groß geschrieben. Ja, in Europa! Nicht auf dem Mittelmeer oder in Afrika. Dort gelten die Regeln der Bewaffneten, die wiederum der Europäer besorgt. So schließt sich dann der Kreis doch – irgendwie.


Von Werner Felten|MiGAZIN

Die Menschenrechte gelten nur für Europäer und ehemalige Flüchtlingen aus Europa: also Bürger der Vereinigten Staaten und Australien. Seenotrettung ist ausschließlich der Marine vorbehalten, also Seeleuten in richtigen Schiffen, die in richtige Seenot geraten sind. Völkerrecht gilt für Völker und nicht für irgendwelche Stämme aus dem Dschungel. Schließlich wurde die Genfer Konvention in einer europäischen Stadt verabschiedet und nicht in irgendeinem Hüttendorf in Zentralafrika.

Die Australier haben das Problem mit den Flüchtlingen gelöst, indem sie sie abfangen und in Lager außerhalb ihres Kontinents deportieren. Man kann also doch aus der Geschichte lernen! Außerdem kennen sich die Australier mit Deportationen aus, wurden doch ihrer Vorfahren aus englischen Gefängnissen in den fünften Kontinent verbracht. Musste die australische Außenministerin nach Deutschland kommen und der Bundesregierung erklären, wie so etwas geht. Die Regierung hätte einfach nur mal bei der PEGIDA nachfragen sollen, die wissen da auch Bescheid. Bei diesen besorgten Bürgern gibt es die Alternative, entweder zu ertrinken oder im Asylantenheim verbrannt zu werden.

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Die ganze Erbärmlichkeit des Christentums

jesus_love_noLiebe Afrikaner, Europa und die ganze “zivilisierte”, christliche Welt braucht Euch nicht. Wir brauchen Eure Bodenschätze, Seltene Erden, Metalle, Öl, Diamanten, Gold, aber Euch brauchen wir nicht. Es ist ein tödliches Missverständnis, dass Ihr der Meinung seit, Euer Lebensglück läge im Norden, über den kleinen Teich, gemeinhin bekannt als Mittelmeer.
Selbst wenn die Förderung aller Reichtümer Eurer Länder, die Grundlagen des Lebens zerstören. Die Korruption, religiöser Wahnsinn Euch flüchten lassen.

Die christlichen Werte der ach so christlichen Welt sind beliebig. Man redet über Lebens-und Sterbehilfe, weil man befürchtet die Kontrolle über den Pöbel zu verlieren, und begründet dies gut-christlich. Ihr könnt nicht ernsthaft meinen Teilhabe in der Zivilisation zu erlangen. Das ist anmaßend, Ihr seit eine ernsthafte Bedrohung der westlichen Sozialsysteme und im göttlichen Schöpfungsplan des Christentums ist kein Platz für Euch.

Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, Präambel:

Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen,
von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.
Die Deutschen in den Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen haben in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands vollendet. Damit gilt dieses Grundgesetz für das gesamte Deutsche Volk.

Beseelt und verantwortlich gilt nicht für Euch. Die Würde des Menschen ist durch das Christentum jederzeit verletz-und antastbar. Es ist eine Frage der Prioritäten und nicht eine Frage der Menschlichkeit. Die gut bestellten Zivilisationen des Westens haben Angst vor Euch, Ihr seid Reichtum-schmälernd.

Immer dann, wenn die Menschlichkeit im Mittelmeer ersäuft erschrecken die Routinen, die Schlagzeilen und die Empörung der Politiker. Nicht zu vergessen die Schlagwortgeber aus den Kirchen, völlig nebensächlich ob nun evangelisch oder katholisch, geheuchelte Barmherzigkeit, die begrenzte Sicht christlicher Menschen, egoistisch allemal. Geheuchelte Betroffenheit, Tote als Abschreckung, das hat System und wird, weil man die Deutungshoheit in Sachen christlicher Nächstenliebe besitzt, beliebig verwendet. Solange der zivilisatorische Gradmesser Christentum mehr Geld für das Töten von Menschen ausgibt, als für Bildung, wirtschaftlicher Hilfe, Aufbau funktionierender Sozialsysteme, Beseitigung von lokaler Korruption, solange wird weiter Ersoffen und die Tränen der religiösen Politiker sind heimliche Freudentränen.

Ihr seid keine willkommene Ware. Mietet Euch ein Containerschiff, produziert Frachtpapiere und ihr werdet von den Seekriegsschiffen der Christenheit in die Häfen Eurer Träume geleitet. Ware ist willkommen, Menschen nicht.

Impfgegner: Ihr Motzer da draußen

Image: Katie Schwartz

Image: Katie Schwartz

Muss man immer noch über Feminismus diskutieren? Und über den Sinn von Impfungen? Oder zeigen diese Debatten bloß, dass eine demokratische Gesellschaft nur so intelligent ist wie ihre dümmsten Mitglieder?


Von Sibylle Berg|SpON

In der “Welt” diskutieren Mitarbeiter in Serie über den Feminismus, ein Wort, das ich auch nicht mehr lesen oder hören kann, ohne dass mir die Knie einschlafen. Als ob man seit 50 Jahren darüber redete, ob LehrerInnen Kinder schlagen dürfen oder nicht. Irgendwann müssen gesellschaftliche Probleme in einer demokratischen Welt die Phase der Diskussion verlassen und politisch zu Gesetzen werden, anders scheint mitunter keine Entwicklung möglich. Das Impfen, Sie erinnern sich? Rückkehr zu Masern, Mumps und Keuchhusten, es ist ja auch sonst nichts los. Ich wagte im Freundeskreis, den ich nicht besitze, jüngst die These, dass es westlichen Eltern bald gelingen würde, in eben den westlichen Ländern auch die Kinderlähmung wieder einzuführen. Zum Wohle aller. Ich komme noch aus einem Jahrhundert (zwei Kriege habe ich erlebt), als Kinder mit Geh-Schienen im öffentlichen Raum normal waren. Es lehrte uns Kindern Demut. Vielleicht scheint das Impf-KritikerInnen erstrebenswert.

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Die Suche nach der Weltformel ist keinen Groschen Einsatz wert

Bild aus der Bauzeit des LHC. ©CERN

Bild aus der Bauzeit des LHC.
©CERN

Praktisch nichts davon, was die Physiker im CERN beschäftigt, hat mit der Wirklichkeit zu tun – nichts mit der Welt, in die wir hineingeboren wurden.


Von Rudolf Taschner|Die Presse

Es ist bemerkenswert, dass ein reines Wissenschaftsthema – die neuerliche Inbetriebnahme des Kernteilchenbeschleunigers des CERN bei Genf – mit einem langen Artikel auf der Titelseite der „Presse“ vom letzten Dienstag prangt. Noch bemerkenswerter ist der Leitartikel zu diesem Thema von Thomas Kramar, weil er nicht, wie bei vielen Wissenschaftsjournalisten üblich, treuherzig den euphorischen Ankündigungen der dort beschäftigten Forscher Glauben schenkt und diese folgsam eins zu eins verbreitet, sondern weil er eine wohldurchdachte kritische Stellungnahme zu dem teuren Monsterprojekt des Europäischen Kernforschungszentrums formuliert hat, die eine Bestätigung und Verschärfung verdient.

Denn der „Aufbruch ins dunkle Universum“, mit dem die CERN-Leute protzen, ist das viele Geld, das diese Reise kostet, bestimmt nicht wert. Big Science wie diese spiegelt Laien – Politikern wie Steuerzahlern, die dafür zahlen wollen oder müssen – eine aus Wortgeklingel bestehende Welt vor, bei der es um die scheinbar fundamentalen Fragen über die Schöpfung geht: Gibt es nur ein Universum, gibt es davon mehrere? Gibt es davon gar unendlich viele? Aber praktisch nichts davon hat mit der Wirklichkeit zu tun – nichts mit der Welt, in die wir hineingeboren wurden. Es ist buchstäblich abstract nonsense.

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Erzbistum Berlin: Dodo des Monats März 2015

Dodo des Monats März  2015

Dodo des Monats März 2015


erzbistum_blnGeht es ums Geld ist die pfäffische Gier grenzenlos. Ein besonderes System nutzt die Kirche in Deutschland, heute geht es uns um die katholische, um ihre Schafe, zur Kasse zu bitten. Der “säkulare” Staat hat sich als Steuerbüttel angedient, lässt sich seine Häscherdienste mit ein paar Silberlingen bezahlen.  Die Kirchensteuerstellen bei den Finanzämtern sind für den Einzug der Zwangsabgabe zuständig. Nicht verwunderlich, wenn wir in einer Stellenausschreibung lesen

Die Mitgliedschaft in einer Gliedkirche der EKD oder römisch-katholischen Kirche setzen wir bitten um einen entsprechenden Hinweis in Ihren Bewerbungsunterlagen.

Soviel zur weltanschaulichen Neutralität des Staates, sprich des Finanzamtes. Die Bewerbungsunterlagen sind dann, wie im Falle dieser Ausschreibung an Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
Referat 1.1
Georgenkirchstraße 69
10249 Berlin

zu richten.

Die katholische Kirche selbst nennt expressis verbis keine Steuerpflicht, (can. 222 §1 CIC; und darüber hinaus can. 1260, 1262), es wird vielmehr von einer Pflicht gesprochen etwaige Beiträge zu leisten.
Der deutsche Staatsbürger weiß, will er sich dieser unchristlichen Geldlast entziehen, muss er aus der Kirche austreten, genau genommen, aus der Körperschaft öffentlichen Rechts, denn nur diese Wirtschaftsinstitution nimmt die Steuern ein. Glücklich, wer nicht getauft wurde, der hat mit dem ganzen Blödsinn nichts zu tun. Er kann seine Eltern, ob dieser Weitsichtigkeit lobpreisen, keine Zwangstaufe erduldet zu haben.

Die Tatsachen. Ein Berliner Bürger, Zuzug aus dem fernen Gallien, wird von der Kirchensteuer eingeholt. Katholisch getauft, keine Aktivitäten, erfreute er sich bis zu seiner Zeit in Berlin an einem ungläubigen Leben. Er meldet sich beim Bürgeramt und gibt keine Religionszugehörigkeit an. Kurze Zeit später erhält er von der Kirchensteuerstelle Berlin(Finanzamt) einen Fragebogen, den er ausfüllt und keinerlei religöse Zugehörigkeiten benennt. Wenige Wochen später dann das böse Erwachen, 550 Euro Kirchensteuerabzug von seinem Konto. Nachzahlung für das Jahr 2014. Was war geschehen.  Nach einigen Hin und Her mit den Behörden erfährt er vom Erzbischöflichen Ordinariat Berlin, dass seine Kirche in Frankreich, wo er getauft wurde, den Taufschein nach Berlin übersandt hatte. Somit ergab sich die gesetzliche Kirchensteuerpflicht des gallischen Mitbürgers. Die französische katholische Kirche, unter Missachtung der EU-Richtlinie 95/46 / EG, über den Schutz personenbezogener Daten, schickt auf eine einfache Anfrage, die persönlichen Daten des Franzosen an die Pfaffen in Berlin. Die Initiative zur Übersendung der Daten muss von den deutschen Schwarzkitteln ausgegangen sein. Datenabgleich, cross over?, die deutsche Polizei hat es da wesentlich schwieriger, Daten aus den unterschiedlichsten Banken abzugleichen, wenn überhaupt. Interne katholische Rasterfahndung, wir holen uns das Geld, welches uns unterschlagen wird, wir haben ein Recht darauf, in Gottes Namen.

Wissen muss man, dass französische Staatsbürger keine Möglichkeit haben aus der Kirche aus zutreten, das gilt für Frankreich, auf Grund des Gesetzes von 1905 zur Trennung von Kirchen und Staat, ist kein Kirchenaustritt möglich.

Also muss ein französischer Staatsbürger in Deutschland aus der Kirche austreten um sich vor der Gier der Kirche zu schützen. Lächerlich.

Es ist Diskriminierung wenn, Staat und Kirche in Deutschland einträchtig dabei sind Menschen auszunehmen. Es ist wahrlich an der Zeit die Gesetz zu ändern und den Kirchensteuereinzug durch den Staat abzuschaffen.
Die römische Spukgestalt ficht das eh nicht an, seine Kapitalismuskritik betrifft nicht den eigenen Laden und er ist nicht die hellste Kerze auf der päpstlichen Torte. Zumal das deutsche Episkopat sich auf den Sonderweg berufen dürfte.

Der säkulare Staat sollte endlich das sein, was er vorgibt zu sein, weltanschaulich neutral, plural. Die Privilegien der Gliedkirchen in Deutschland gehören abgeschafft, restlos und notfalls ersatzlos. Den fetten Wänstern der Pfaffen wird es gut tun.

Wahl Dodo des Monats März 2015

Dodo des Monats März  2015

Dodo des Monats März 2015

Im Monat März haben sich allerhand Blödsinn, Obskures und Dreistes angesammelt. Das Spektrum reicht von katholischer Rasterfahndung, bei der Kirchensteuerproblematik, bis hin zum intellektuell unbewaffneten Xavier Naidoo.

Die Wahl ist bis zum 07. April 2015, 18:00 befristet. Der Gewinner wird am 08. April, hier auf dem Blog, gewürdigt werden.

Viel Spaß!

  1. Erzbistum Berlin, “Rasterfahndung für Kirchensteuer bis nach Frankreich.”
  2. Volksinitiative Schleswig-Holstein, “will den Gottesbezug in die Verfassung.”
  3. Olaf Scholz, “Schirmherr beim Kongress christlicher Führungskräfte.”
  4. Christoph Graf, “Schweizer Garde nicht für Frauen und Ausländer.”
  5. Bayrischer Rundfunk, “Jesus-Schmonzetten im Osterei.”
  6. Raymond Burke, “Homosexuelle sind wie nett-tuende Mörder.”
  7. Andreas Laun, “Katholischer Lustgreis ohne Gesprächskultur.”
  8. Manuel Gogos, “schmecken Demeter-Kartoffeln.”
  9. Heinz Buschkowsky, “alles tanzt nach meiner Pfeife, oder fliegt.”
  10. Katrin Albsteiger, “weiß nicht was außerhalb ihres Glaubens als Ideologie zählt.”
  11. Hannelore Kraft, “ NRW zahlt die Christenparties. Armut kann warten.”
  12. Gerhard Ludwig Müller, “unverheirateter spricht über die Unlösbarkeit der Ehe.”
  13. Alexander Görlach, “halbgebildeter Christenmensch, ohne Wissen über Atheismus.”
  14. TMW Kern GbR, “Waldmeisterbrause passt nicht in Schwulen-Bars.
  15. Rainer Maria Woelki, “hofft auf 2 Milliarden Märtyrer.”
  16. Hermann Gröhe, “kann sich als Christ nicht raus halten.”
  17. Wolfgang Huber, “gottverdammter Christenfußball kann nicht zu Weihnachten gespielt werden, ihr Pfeifen.”
  18. Johannes Singhammer, “will Wahlrecht für Nacktaffen von Geburt an.
  19. Annette Beck-Sickinger, “muss Uni vor geilen Inder-Horden schützen.”
  20. Xavier Naidoo, “lebt in der Mannheimer Reichswelt.”
  21. Vorstand Stiftung Garnisonskirche Potsdam, “was interessiert uns der Wille der Bürger.”

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DRadio: Angst essen Journalismus auf

Bild: svz.de

Bild: svz.de

Mit einem herrlich unreflektierten Beitrag beglückte Deutschlandradio Kultur seine Hörer Ende Februar: Über etwas, das es nicht gibt. Weitere Gefahren, die nicht existieren. Von Einem, der sie trotzdem findet. Mit einem Gerät, das knattert. Es geht um so genannten Elektrosmog, die „Unsichtbare Belastung“, wie der Beitrag Angst machend titelt. Als kleinen aargks-Beitragsservice gibt’s hier ein paar Recherchetipps und wie man mit W-Fragen auch Radio machen könnte.


Von aargks|pro Logik

Bei mir läuft entweder Deutschlandfunk oder Deutschlandradio Kultur. Daheim, im Auto und im Büro, wenn ich alleine bin. Zwei saugute Sender. Das vorab, ganz ohne Ironie, und damit auch ausreichend gelobhudelt.

Am 27. Februar funkte Deutschlandradio Kultur den Beitrag „Elektro-Smog, die unsichtbare Belastung“, den jeder Redakteur seinem Praktikanten rechts und links um die Ohren gehauen hätte. Hat er aber nicht, war auch kein Praktikant, sondern eine Absolventin der Deutschen Journalistenschule, und so bzw. dennoch nimmt das Verhängnis seinen Lauf. Ein Geschwurbel ohnegleichen, schon im zweiten Satz, Zitat: „Rund 17 Prozent der Bevölkerung gelten als elektrosensibel.”

Kleiner Grundkurs Recherche aus der ersten Woche Journalistenschule: Die W-Fragen.

Was ist Elektrosensibilität? Antwort: Gibt’s sehr wahrscheinlich nicht.

Woher kommen denn die behaupteten 17 Prozent? Antwort: Keine seriöse Quelle gefunden, eine 2006 vom Bundesumweltministerium vorgenommene Umfrage geht von 6 Prozent aus. Nota bene, dabei ging’s nicht darum, ob Elektrosensibilität existiert oder nicht, Zitat: “Ausgangspunkt ist vielmehr die subjektive Perspektive, unabhängig  von der Frage, ob EMF-Gefahren oder Elektrosensibilität nachweisbar sind oder nicht. Die Studie hat nicht die Aufgabe, Argumente zu Elektrosensibilität und/oder EMF-Gefahren als wahr oder falsch zu bewerten oder in diesen Debatten Position zu beziehen.”

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Dodo des Monats Februar 2015: Beatrix von Storch

Dodo des Monats Februar 2015

Dodo des Monats Februar 2015


beatrix_storchDer Landadel hat gewonnen. Frau Beatrix von Storch, Frontfrau der Alternative für Deutschland(AfD), rechts von der CDU/CSU stehend, nach Franz Josef Strauß war dort die Wand, pflegt die geborene Herzogin von Oldenburg ihre konservative, reaktionäre Weltsicht.
Liest man sich durch den Blätterwald der Medien, die Dame betreffend, fällt auf, dass die Journaille meistens Superlative und höchste Steigerungsformen benutzt, um das Wirken der Störchin zu attributieren.

Ihr Neoliberalismus ist signifikant und passt zu Luckes Calvinismus. Beide gut christlich, sie evangelikal, Lucke halt Calvinist. Mussten sich die Chicago-Boys Milton Friedman’s noch Mühe geben, Militärputsche organisieren um ganze Völker Südafrikas zu enteigenen, die Aufmüpfigen gleich zu ermorden, den Rest in Konzentrationslager zu sperren, haben es Storch und Co. einfacher. Man bedient sich funktionierender Demokratie, nutzt diese zum Zwecke des Abschaffens. Hatten wir schon mal in deutschen Gefilden.
Den Christen oftmals anhängende Arroganz, dem Rest der Menschheit die einzig gültige und schlußendliche Wahrheit zu verkünden, die auch für Nichtchristen und Ungläubige gilt bringt der Landadel in folgender Form:
von Storch:

Ich bin schon seit einigen Jahren bei dem Marsch für das Leben dabei und trete für den Lebensschutz ein. Als überzeugter Christ ist es mir ein Bedürfnis, mich gerade auch für die Schwächsten unserer Gesellschaft einzusetzen. Für diejenigen, die noch keine Stimme, aber genau so wie wir ein Recht auf Leben haben. 100.000 Abtreibungen im Jahr! Man könnte verrückt werden bei dem Gedanken, wie viele tolle, einzigartige Menschen nie das Licht der Welt erblicken durften.

Arrogante Ewiggestrigkeit, Frauen wird nicht nur die Selbstbestimmung über ihren eigenen Körper abgesprochen, man drückt auf die Tränendrüse. Die Sentenz mit dem “verrückt werden” lasse ich jetzt unbeantwortet, es könnte zu weit führen. Mediziner, Soziologen, Politiker, Gewerkschafter, Parteien haben für dieses Recht der Frauen, abtreiben zu können, Jahrhunderte gekämpft. Und damit ist klar, wohin die Reise mit der Herzogin geht.
Calvinist Lucke möchte eh die Frauen zu Hause sehen, Kinder kriegen, Essen kochen und ehrenamtlich für die Kirche tätig sein. Alles andere reguliert der Markt, Staat nur für den Gebrauch von Macht, sollte es den Dummen und Entmündigten in den Sinn kommen anders leben zu wollen.
Weiter im Kontext:

von Storch:

Ich bin gegen Abtreibung, gegen Pränataldiagnostik und auch gegen Sterbehilfe.

Gut christlich, fortschrittsfeindlich und asozial, solche Sätze nach 250 Jahren Aufklärung, wissenschaftlichen und technischen Fortschritt formulieren zu können. Einhergehend mit der intellektuellen Unfähigkeit gesellschaftliche Veränderungen in ihrer Sozialisierung zu erkennen. Die klassische Familie ist kein Monopol mehr, verschiedene Formen menschlichen Zusammenlebens haben sich herausgebildet, diese Vielfalt gilt es zu fördern und vor allem zu erhalten.  Es ist aber diese Vielfalt, die Familien-konservatives Denken ad absurdum führt. Die Störchin wünscht sich alten Zeiten zurück, den Familienvater der den Unterhalt nach Hause bringt, die Frau, die sich um die Blagen kümmern muss und um die gute Laune des Hausherrschers. Und so setzt sich das, nach Vorstellung der Herzogin, bis nach Oben fort. Vielleicht nicht eben ein schnauzbärtiger Krüppel, für den es sich dann lohnt auf dem Felde der Ehre zu sterben, weil die Märkte nicht mehr mitgespielt haben und man ab und an einen kleinen Krieg braucht.

Storch und Co. sind der Untergang menschlicher Zivilisation, wie wir sie kennen. Homeschooling, etwas Kreationismus für den dummen Pöbel, die Frau als Gebärmaschine, vielleicht eines Tages für diese Leistungen mit dem Mutterkreuz zu verunzieren. Sind ungezügelter Markt, autoritäre Pfaffen, christliche Moral, Bigotterie und Despotismus.
Und trotzdem wird es Idioten geben, die so etwas wählen.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Wahl Dodo des Monats Februar 2015

Dodo des Monats Februar 2015

Dodo des Monats Februar 2015

Der Monat Januar war reichlich versorgt mit jeder Menge Blödsinn.
Seit Monaten zieht die Thematik Sterbehilfe durch die Medien, Islamismus, Terror und enorme Mengen christlicher Arroganz, verbunden mit dem Anspruch für Alle und Jeden zu reden. Viel Stuss aus Rom, dort wo die römische Spukgestalt schaltet und waltet, Abreibungen sind der Grund für die Wirtschaftskrise, würdevolles Schlagen von Kindern, die Burka aus Fleisch und aus der evangelikalen Ecke kamen die Bibeldeutungen des einzigen und wahren Christen, Olaf Latzel. Nebenbei bemerkt, aus solchen Leuten hatte sich vor Jahren mal die SA rekrutiert.
  1. Gabriele Heinisch-Hosek(SPÖ), tritt für gendergerechte Steinigungen ein. Darf man die an ihr ausprobieren?
  2. Fred Breinersdorfer, fordert die Kirchen zu mehr Subversion auf um an noch mehr öffentliche Gelder zu kommen.
  3. Deutsche Forschungsgemeinschaft, gibt öffentliche Gelder für unwissenschaftliche Protestantismus-Forschung aus.
  4. Thomas de Maizièr, dem der christliche Glaube ein Schatz ist. Erinnert an Gollum.
  5. Olaf Scholz, suhlt sich gern im evangelikalen, rechtkonservativen Christenkreisen.
  6. Stephan Weil, findet das Niedersachsen-Konkordat ganz toll. Andere Ideen hat er nicht.
  7. Frank Ochmann, journalistische Meisterleistung für das Kirchenasyl.
  8. ComECE, zölibatere Altmännerriege gibt sich Gebärmutter-Mitspracherecht.
  9. Manfred Lütz, will Christentum Atheisten-gerecht erläutert haben.
  10. Frauke Petry, paranoide Vorstellungen über Medien-Manipulation.
  11. Deutschlandradio, mit öffentlichen Geldern zur Koranschule.
  12. Hans-Josef Becker, will die Menschen christlich zu Tode quälen.
  13. Norbert Trelle, will unbedingt am Kirchenasyl festhalten.
  14. Rainer Maria Woelki, gegen Fußball-WM zum Advent.
  15. Beatrix von Storch, weniger Staat, mehr Familie, neoliberales Mantra.
  16. Reinhard Marx verteidigt Kirchenasyl.
  17. Bernd Lucke, Bildungspläne sind ihm ein Gräuel.
  18. Heinz Josef Algermissen, generelles Verbot von Sterbehilfe. Pfäffische Arroganz pur.
  19. Angela Merkel, fährt zum römischen Orakel und bezahlt es.
  20. Jens Spahn, verdummbibelter Christdemokrat.
  21. Deutsche Welle, Glaubensangebote im Äther.
  22. Andreas Kern, polit.-christliche Agitprop.
  23. John Lennox, dilettiert über Atheismus.
  24. Matthias Matussek, dauerbeleidigter Verwandlungskünstler

Die Wahl ist bis zum 07. März 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird am folgenden Tag, hier auf dem Blog, gewürdigt.

Viel Spaß.

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Dodo des Monats Januar 2015: Festkomitee Kölner Karneval

Dodo des Monats Januar 2015

Dodo des Monats Januar 2015


FestkomiteeDem französischen Satiremagazin Charlie Hebdo muss man eines zugutehalten, die Konsequenz in Sachen Religionskritik. Niemand wurde vergessen und niemand verschont. Solche Satire ist ehrlich und wird von den Lesern auch anerkannt. Der Terroranschlag auf die Redaktion, die Opfer;  ließen viele spontan Solidarität bekunden.
Das Festkomitee des Kölner Karnevals ließ es sich nicht nehmen, aus solidarischen Beweggründen heraus einen Charlie Hebdo-Persiflage-Wagen, für den Rosenmontags-Zug, zu organisieren. Entwürfe für den Wagen wurden erstellt und man ließ im Internet abstimmen. Ganz großes Kino.

(Foto: Festkomitee Kölner Karneval)

(Foto: Festkomitee Kölner Karneval)

Keine Mohammed Darstellung, eigentlich nichts, was den Islam satirisch “herabwürdigen” würde. Ein Terrorist, dem die Knarre mittels Zeichenstift aufgespleißt wird.
Nach dem großen Kino, der fragwürdige Rückzug. Vielleicht störten den Kölner Katholizismus die durchaus heftigen Karikaturen, die römische Spukgestalt und seine Kirche betreffend. Wir wissen es nicht und wir werden es wohl auch nicht erfahren.

In der Stellungnahme des Festkomitee-Präsidenten Markus Ritterbach liest sich das wie folgt:

„Als Festkomitee des Kölner Karnevals tragen wir und vor allem ich persönlich die Verantwortung, die Geschicke des Kölner Karnevals und damit auch die grundsätzlichen Entscheidungen zum Kölner Rosenmontagszug umzusetzen. Mit der Entscheidung, den „Charlie-Hebdo-Wagen“ zurückzuziehen, haben wir es uns wirklich nicht leicht gemacht.
Ganz sicher ist in der Vorbereitung des Persiflagewagens zur Meinungsfreiheit von uns nicht alles richtig gemacht worden. Doch die Situation ist sehr komplex. Vielleicht hätten wir auf die absolut öffentliche und transparente Abstimmung des Motivs verzichten sollen. Doch anders als in anderen Regionen legen wir Wert auf die Anregung der Diskussion, die unsere Persiflage-Entwürfe in der Öffentlichkeit auslösen. Diesen Bogen haben wir in der Öffentlichkeit vielleicht überspannt.

Unsere geradlinige Haltung zur Meinungsfreiheit hat sich nicht geändert. Sie ist die Basis der Narrenfreiheit des Karnevalisten. Doch Meinungsfreiheit bedeutet auch, dass sich eine Meinung oder eine Haltung ändern kann, wenn sich Rahmenbedingungen ändern.

Gut katholischer Euphemismus pur. So reden sich Pfaffen aus der Affaire. Die Meinungsfreiheit wird betont, wie dumm muss man sein, solches auch noch zu äußern, und abgeschafft.
Düsseldorfer Alt soll Mundfäule verursachen, Kölsch scheint das Gehirn zu reduzieren, auf alle Fälle aber den Charakter. Es ist einfacher Bunga-Bunga Titten-bandend durch die Straßen zu ziehen als konkret für ein Genre, nämlich die Satire, einzutreten. Statt aller Welt zu zeigen, wir lassen unsere Rechte nicht einschränken, zieht man den karnevalistischen Schwanz ein und steckt tief im Arsch des Islamismus. Dort kann man nicht mehr leuchten, egal welche schönen Worte bemüht werden. Die Unehrlichkeit des Rosenmontagzugs in Köln wird für die Zukunft festgeschrieben und bewiesen, nämlich dann, wenn man sich über religiöse Themen, gut christlich natürlich, auslässt. Unter welchen Prämissen will denn das Festkomitee zukünftig religionskritisch in Erscheinung treten, ohne sich den Vorwurf der Bigotterie, des Arschkriechens und der Charakterlosigkeit auszusetzen?

Nach Aussagen der Polizei gab es keine Hinweise auf eine mögliche Gefährdung. Einzelheiten wollte man nicht bekanntgeben, verständlich. Die Polizei war bereit den Wagen mit getarnten Spezialkräften zu begleiten.

Vorauseilender Gehorsam, grund-und vor allem planlos.

Bild: Heiko Sakurai

Bild: Heiko Sakurai

Zum Abschluss ein kräftiges Kölle Allah, herzlichen Glückwunsch zum Dodo, und die Narrenkappen von anhaftender Scheiße befreien, macht sich besser.

Wahl Dodo des Monats Januar 2015

Dodo des Monats Januar 2015

Dodo des Monats Januar 2015

Das neue Jahr ist mit einer Fülle von obskuren, religiotischen und ewiggestrigen Verlautbarungen gestartet. Der Terroranschlag auf die Redaktion des französischen Satire-Magazins “Charlie Hebdo”, die Pegida-Demonstrationen, die Auspeitschung von Raif Badawi in Saudi-Arabien, verbunden mit dem Abgang des königlichen Monsters Abdullah.

In diesem Spektrum sammelten sich die statements. Es ging um Satire, Meinungsfreiheit, um die Glaubwürdigkeit der Medien und um verletzte religiöse Gefühle.

Hier sind die Kandidaten:

  1. Pastor Olaf Latzel, “findet das urbi et orbi des Pappas als ganz großen Mist.”
  2. Daniel Krause, “ist die Massentierhaltung emotional näher als der Holocaust.”
  3. Gebhard Fürst, “die religiösen Gefühle anderer sind zu achten.”
  4. Festkomitee Kölner Karneval, “zieht “Charlie Hebdo” Karnevalwagen zurück.
  5. ORF, “Geisterstunde am Karfreitag ist rechtens.”
  6. Margot Käßmann, “suhlt sich im Narzissmus.”
  7. Bundessregierung, “im einseitigen Kampf gegen Genitalverstümmelung.”
  8. Christian Hillgruber, “will Paragrafen 166 verschärfen.”
  9. Andreas Laun, “bekannte Nazivergleiche, diesmal sind es Homosexuelle.”
  10. Markus Dröge, “sieht seinen Glauben verzerrt.”
  11. Julia Klöckner, “verharmlost den Hitlergruß.”
  12. Angela Merkel, “findet bei einem Monster Klugheit und Weitsicht.”
  13. Leeor Engländer, “fürchtet sich vor extremen Atheisten.”
  14. Heidi Mund, “PEGIDA und fundamentales Christentum.”
  15. Rüdiger Wulf, “Gefängnisse in Kirchenhand.”
  16. Werner Patzelt, “kennt seinen Forschungsgegenstand nicht.”
  17. Andrea Nahles, “fordert religiöse Agit-Prop-Stunden.”
  18. CDU-Fraktion Berliner Landtag, “gegen Welthumanistentag für Berliner Schüler.”
  19. Urusla von der Leyen, “Militärseelsorge ist fordernde Aufgabe.”
  20. Aldi-Süd, “Moschee-Seife und Gehorsam.”
  21. Bündnis90/DieGrünen, “keine Trennung von Staat und Kirche.”
  22. Micha Brumlik, “will weitere Vergottung des Unterrichts.”
  23. Papst Franz, “hat Probleme mit der Meinungsfreiheit.”

Die Wahl ist bis zum 07. Februar, 18:00 Uhr, befristet. Der Gewinner wird am folgenden Tag gewürdigt.

Viel Spaß!

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Die katholische Dümmlichkeit eines Dodos

weihbischof-andreas-launAndreas Laun, Hilfsbischof in Salzburg, steht wegen eines NS-Vergleichs in der Kritik.

Laut einem Bericht der Online-Ausgabe des deutschen Schwulen-Magazins “Männer” vom Dienstag soll er  im vergangenen November bei einem Vortrag im deutschen Trappisten-Kloster Mariawald (Nordrhein-Westfalen) das Tolerieren des Engagements Homosexueller gegen Homophobie mit dem Schweigen zu den Verbrechen der NS-Diktatur verglichen haben.

Der im Zölibat lebende Laun hat ein Lieblingsthema. Sex, Sexualität, Ehe, Familie, Kinder. Seine Kompetenz bezieht er aus der Bibel. Und für seine NS-Vergleiche ist er bekannt. Abtreibung ist Euthanasie, wohl wissend dass er sich hier der Diktion national-sozialistischer Ideologie bedient. Moralische Argumente gegen konkrete soziale, gesundheitlich Aspekte beim Thema Abtreibung. Ursächlich kamen solche Vergleiche vom katholischen Taliban Meisner, aus Köln. Meisner ist hinsichtlich reaktionärem Konservatismus ein anderes Kaliber und ein Vergleich mit dem dümmlich-naiven Laun verbietet sich von selbst.
Es ist usus in der katholischen Kirche Wertungen, Vergleiche mit dem Nationalsozialismus vorzunehmen. Das soll die Gegner gut-katholischer Denk-und Verhaltensweisen diskreditieren. Seine bigotte Katholiken-Moral kann er mit der Nazikeule erschlagen, da hat Laun gute Erfahrungen.

Im Internet, auf katholischen Plattformen wird seit Monaten eine Studienreise des Dodos nach Island beworben. Island ist für seine Pflege von mysthischen Gestalten bekannt, Riesen, Trolle, Elfen, Feen und Hexen. Man findet auf der Insel bestimmt einen Stein, Gletscher, Felsen oder einen Bach wo sich der Katholen-Troll Laun häuslich einrichten kann.

 

Blasphemie: Wenn Juristen die Islamisierung vorantreiben

Solange der öffentliche Frieden nicht gestört wird: Gläubige beim Freitagsgebet in der Khadija Moschee in Berlin-Pankow am bundesweiten Tag der offenen Moschee Foto: picture alliance / ZB

In einem Zeitungsbeitrag hat sich ein Bonner Rechtsprofessor dafür ausgesprochen, den Paragrafen 166 zu verschärfen. Gotteslästerung möge wieder härter bestraft werden. Im Sinne der Integration.


Von Henryk M. Broder|DIE WELT

Von wegen: Eine Islamisierung findet nicht statt. Und wie sie stattfindet. Nur eben nicht seitens des Zentralrates der Muslime oder auf Betreiben eines anderen Spitzenverbandes, sondern aus einer ganz anderen Ecke heraus.

Am Montag erschien in der “FAZ” ein ganzseitiger Artikel, geschrieben von Christian Hillgruber, Professor für öffentliches Recht an der Universität Bonn. Die Überschrift: “Ein Integrationshindernis ersten Ranges”.

Gemeint war nicht, wie man auf den ersten Blick annehmen konnte, die deutsche “Willkommenskultur” oder das fehlende Einwanderungsgesetz, nicht die Gettoisierung der Zuwanderer in Vierteln wie Neukölln, auch nicht das Satellitenfernsehen, das arabische und türkische Propaganda verbreitet, gemeint war – nota bene! – der Paragraf 166 des deutschen Strafgesetzbuches. Der sorge dafür, dass die “Diffamierung von Religion im Namen von Meinungs-, Presse- und Kunstfreiheit in Deutschland praktisch keine Grenzen” mehr kenne. Denn “die Beschimpfung von Religion” störe “den öffentlichen Frieden”.

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Manfred Lütz: Dodo des Monats Dezember 2014

Dodo des Monats Dezember 2014

Dodo des Monats Dezember 2014


Manfred_LützIn Deutschland, wo fast alles geregelt wird, sollte man die Erkennungspflicht der religiösen Weltsicht für Ärzte einführen. So wie auf Lebensmittelverpackungen der Hinweis zu lesen ist, dass z.B. Nüsse enthalten sind, sollte auf dem Arztschild die religiöse Zugehörigkeit desselben erkennbar sein. Dem Patienten wird so eine Auswahlmöglichkeit gegeben zu entscheiden ob man einen kompetenten Mediziner aussucht oder einen religiösen Scharlatan.

Sterbehilfe in Deutschland. Ein Thema welches die Gemüter anheizt, weniger die Befindlichkeiten der Betroffenen, mehr die Ansichten von Politik, Theologen und anderen Bescheidwissern. Die ganz Schlimmen darunter holen die Nazi-Keule aus dem Sack und versuchen so, jedwede rationale Diskussion zu erschlagen. Manfred Lütz ist so ein gut-katholisches Exemplar, der den Euphemismus der Nazis in die Jetzt-Zeit überträgt. Euthanasie gleich Lizenz zum Töten. Genau das ist Euthanasie eben nicht. Der Begriff wurde von den Nazis verwendet um Massenmorde zu umschreiben, Euphemismus par exellance. Euthanasie im nazistischen Sprachgebrauch war die Umschreibung für das systematische Morden als Teil der nationalsozialistischen Rassenhygiene.

Im antiken Griechenland wurden zwei Arten des Todes unterschieden. Einem Tod, der temporär war, wie etwa der Schlaf, und einem vorzeitigen Tod, der den Menschen aus dem Leben reißt. Der Begriff der Euthanasie bezog sich auf den temporären Tod und tauchte erstmals beim griechischen Dichter Kratinos, der ihn um 500 – 420 v.u.Z. zur Bezeichnung eines „guten Todes“, in Abgrenzung zu einem schweren Sterben gebraucht, auf. Der Tod ohne lange vorhergehende Krankheit, der “gute Tod”. Um nichts anderes geht es.

Es geht nicht um systematisches Morden und es geht nicht um Rassenhygiene. Es geht um den mündigen Bürger. Es geht nicht um Jux und Dallerei, sondern um die schwerwiegende Entscheidung, bei schwerer Erkrankung, zu erkennen, dass das eigene Leben nicht mehr individueller Kontrolle gehorcht. Für areligiöse Menschen eine sehr schwere, wenn nicht die schwerste Entscheidung überhaupt, wissend, dass es kein Leben nach dem Tod gibt, keine Reinkarnation, keine in den Orkus entschwindende Seele. Rational selbstbestimmt. Ich will nicht leiden, nicht an irgendwelchen Maschinen hängen, künstlich ernährt und entsorgt, sediert, ohne Bewusstsein dahin dämmernd, auf Gedeih und Verderb anderen ausgeliefert. Es gibt keine Institution auf dieser Welt, die die Entscheidung eines Menschen sterben zu wollen in Frage stellen kann. Der imaginäre Freund des Manfred Lütz ohnehin nicht. Lässt er doch genug Leid und Siechtum an seiner unperfekten Schöpfung zu.

Dann kommen diese religiösen Bescheidwisser, die dummschwätzend einer Mehrheit ihre Weltsicht aufs Auge drücken wollen, ob nun Lütz, Gröhe, Marx usw. All diese Vertreter eines imaginären Freundes, den sie Gott nennen versuchen nun den Menschen zu entmündigen. Die Lösung des Problems bieten sie an, Hospiz. Bis der Arsch kalt wird, wird am Kranken verdient. Diesem wird nun ein schlechtes Gewissen eingeredet und obwohl man sonst durchaus den materiellen Wert des Menschen beziffert, sagt man nun, es ginge nicht um die Finanzen. Dreiste Lüge.

Die Würde des Menschen ist unantastbar, korrekt, auch der Wille in Würde sterben zu wollen, den Zeitpunkt zu bestimmen. Diese Würde können Lütz und Co niemanden nehmen und sie können auch nicht die Verantwortung dafür übernehmen, gut so.

Dienst am Menschen, dass ist die Rolle der Ärzte, ihre weltanschaulichen Präferenzen interessieren eine Dreck, wenn diese mit dem Menschendienst nicht in Übereinstimmung gebracht werden kann sollten sie den Beruf wechseln. Für Manfred Lütz ließe dich doch bestimmt ein einträgliches Pöstchen in der katholischen Hierarchie finden, schließlich gibt es genug alte Männer im römischen Kreml.

Herzlichen Glückwunsch zum 2. Dodo.

Religionskritik: Es gärt in Deutschland

Bild: reuters Screenshot:brightsblog

Bild: reuters Screenshot:brightsblog

Die emotionalen Ausschläge der Bürgergesellschaft sind unkalkulierbar geworden. Während „Pegida“ in Dresden vor einer Islamisierung warnt, sollte in Potsdam der Auftritt der christlichen Sternsinger verhindert werden.


Von Alexander Kissler|Cicero

Ach, es ist eine seltsame Welt: In Dresden demonstrieren rund 18.000 Menschen abermals wider die „Islamisierung des Abendlandes“ und lassen sich von der vereinigten Deutungselite aus Amts- und Staatskirche beschimpfen. Kanzlerin Merkel gab die Wünschelrutengängerin und ortete „Hass in den Herzen“ der Pegidisten. Die diagnostische Kraft solcher Zeilen ist irgendwo zwischen Vorabendserie – „Ich seh‘ in dein Herz“ heißt es im Titelsong von „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ – und Dalai Lama angesiedelt: „Be happy!“. Nun, da auch das Tagesblatt für angewandten Populismus, die „Bild“-Zeitung, in den breiten Chor der Anti-Pegidisten einstimmt, müssen die Demonstrierer sich um weiteren Zulauf nicht sorgen. Selten hat eine lokal sehr begrenzte Bewegung derart rasch viel Aufmerksamkeit generiert. Die Panikattacken in den Redaktions- und Amtsstuben deuten auf ein tief sitzendes Problem.

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Dodo des Monats November 2014: Zweiter Senat des Bundesverfassungsgerichts

Dodo des Monats November 2014

Dodo des Monats November 2014

von links nach rechts: Prof. Dr. Huber |  Müller |  Prof. Dr. König |  Präsident Prof. Dr. Voßkuhle Dr. Maidowski |  Hermanns |  Dr. Kessal-Wulf |  Prof. Landau Bild: BVerfG©

von links nach rechts: Prof. Dr. Huber, Peter Müller ,Prof. Dr. König , Präsident Prof. Dr. Voßkuhle
Dr. Maidowski , Hermanns ,Dr. Kessal-Wulf ,Prof. Landau
Bild: BVerfG©


Der Chefarzt einer katholischen Klinik, geschieden, verfällt in die wahnwitzige Idee sich erneut zu verheiraten. Sein Arbeitgeber, die katholische Kirche, kündigt ihm. Nicht Gott, der Allmächtige, nein, das Weihrauch-schnüffelnde Bodenpersonal geriert sich wieder einmal als hartleibig. Ich erspare mir mich an den Bestimmungen des kirchlichen Selbstverwaltungs-und Bestimmungsrecht abzuarbeiten. Die juristischen Eckpfeiler sind bekannt. Kirchliches Arbeitsrecht ist Parallelrecht. Der scheinbar säkulare Staat räumt den Kirchen Befugnisse ein die zur Herausbildung einer Parallelgesellschaft geführt haben, ein Staat im Staate. Ähnliches finden wir bei der Mafia, den fernöstlichen Yakuza oder ganz allgemein bei der organisierten Kriminalität.

Im Chefarzt-Verfahren, alle vorherigen Instanzen haben dem Kläger recht gegeben, schleppt sich die katholische Kirche, in ihrer intriganten Art und Weise, zum Bundesverfassungsgericht. Die Kündigung erfolgt wegen “eines schweren Verstoßes gegen seine Loyalitätspflichten.” Die Wiederheirat. Die katholische Kirche will das ihr innewohnende weltanschauliche Monopol nicht preisgeben. Dafür ist zieht sie auch vor das Bundesverfassungsgericht. Der Zweite Senat selbigen Gerichts entscheidet zu Gunsten der Kirche. Alternativen sind nicht erkennbar. Die Grundrechte des Arztes werden in keiner Weise berücksichtigt. Im Gegenteil, sie werden ad absurdum geführt. Mit anderen Worten, das Verfassungsgericht der Bundesrepublik manifestiert was “katholisch” ist. Das bringen hinsichtlich rückständiger Sexualmoral noch nicht einmal die Pfaffen zustande. In Rom streiten hochqualifizierte Theologen, Bischöfe, Kardinäle eine Woche lang über den Umgang mit solchen “katholischen Menschen” ohne wesentliche Ergebnisse zu erlangen, das Bundesverfassungsgericht ficht das nicht an. Der Deutschen Bischofskonferenz wird  so das weitermachen wie bisher vermittelt. Kurz vor der Entscheidung des Gerichts waren einige Bischöfe zu Kompromissen, hinsichtlich des Arbeitsrechts, bereit, danach nicht mehr.

Es geht in keiner Weise um die fachliche Kompetenz des Chefarztes, sondern um Glauben, um die Lehre der katholischen Kirche. Um fragwürdige, nicht zeitgemäße moralische Vorstellungen, die im Loyalitätsgedanken gipfeln.
Der Gedanke, dass ein Arzt nicht wegen seiner Kompetenz in einem Krankenhaus seine Arbeit macht, sondern wegen seiner loyalen Einstellung zum kirchlichen Arbeitgeber muss Angst machen. Dem Patienten ist es völlig egal, ob der ihm behandelte Arzt nach katholischer Lehre lebt, geschieden ist, welche Sexualpraktiken er bevorzugt und vor allem welche weltanschauliche Sicht er hat, der Patient will geheilt werden. An der Kompetenz christlich-katholischer Ärzte darf gezweifelt werden. Die weltanschaulichen Monopole der Kirchen muss man ja nun nicht unbedingt aufsuchen. Ebenso darf an der weltanschaulichen Neutralität der Richter gezweifelt werden.

Das Verhältnis Staat Kirche stimmt nicht mehr. Im Falle des Kölner Chefarztes machen sich die Verfassungshüter zum Büttel der katholischen Kirche. Die Kirche gibt die Norm vor und die Richter springen. Individuelle Grundrechtsabwägungen werden dem Verlangen nach katholischer Deutungshoheit geopfert. Die Verrechtlichung religiöser Konflikte ist eine erbärmliche Methode kirchlicher Fragwürdigkeiten.

Die Macht der Kirchen, die solche Rechtssprechungen erzeugen macht Angst. Der Rechtsstaat bleibt außen vor, er dient lediglich der Zementierung von religiösem Unrecht.

In diesem Sinne, herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Dodo des Monats Oktober 2014: Erhat Toka

Dodo des Monats Oktober 2014

Dodo des Monats Oktober 2014


erhart_tokaDas deutsche Kabarett hat es schwer. Beschäftigen sich die Akteure der Branche mit Politik, USA, Armut, Menschenrechten, klopft sich das Publikum auf die Schenkel und hinterher ist es froh, demonstriert zu haben. Wehe, wenn das Kabarett Religion zum Ziel des Spottes macht. Der Kölner Jürgen Becker schimpfte den Katholiban von Köln, Meisner, einen Hassprediger und wurde mittels Einstweiliger Verfügung domestiziert. Georg Schramm hat sich gefrustet über die Wirkungslosigkeit seiner Bonmots auf seinen Demeter-Hof zurückgezogen und vergräbt dort mit Kuhscheiße gefüllte Kuhhörner um den Boden zu düngen. Wenn Merkel bei Pispers sitzt weiß sie, er spricht nicht von ihr, will sagen die politische Dickhäutigkeit lässt ernstzunehmende Kritik gar nicht durch.

Richtig beißende Satire in Richtung Gott, Rituale und Geistergeschichten kommen eigentlich nur von Carolin Kebekus und Dieter Nuhr. Letzteren nun einen Hassprediger zu nennen ist so dumm wie falsch und lässt einen erheblichen Mangel an Verständnis von Begrifflichkeiten erkennen. Nuhr et al sind die Protagonisten der verbalen, überspitzten und dramatisch überhöhten Realität, als solche sind sie Aufklärer, die die Rechte auf freie Meinungsäußerung, Freiheit der Kunst, nichts anderes ist Kabarett, für sich in Anspruch nehmen. Diese Freiheiten wurden hart erkämpft und wir lassen sie uns nicht von jedem Trottel nehmen.
Wer ins Kabarett geht erwartet keine theologisch exakte Koran-Exegese und das gilt für alle Märchenbücher. Unterhaltung, Nachdenken, kritisches Auseinandersetzen ja, nicht mehr aber auch nicht weniger. Kabarettisten lästern und wenn er dem Allmächtigen(sic) zu heftig gelästert hat, so kann man die Bestrafung erwarten, ein Blitz und Nuhr ist Vergangenheit, sitzt in der tiefsten Hölle. Jeder würde diese Art der Bestrafung akzeptieren, wer Gott gelästert hat, soll von Gott bestraft werden, aber nicht von unbedeutenden endothermen Schleimbeuteln, die selbst in Pott voller Sünden sitzen.  Um Nuhr wegen gotteslästerlichen Reden zu bestrafen bedarf es keiner weltlichen Staatsanwaltschaft, die vielleicht auch noch christlich kontaminiert ist, wie erbärmlich. Und die Staatsanwaltschaft hat entschieden, keine Verhetzung und keine Herabwürdigung religiöser Handlungen.

Erhat Toka:

„Wenn sich jemand über den Islam lustig macht, habe ich nichts dagegen“[…]dass er unter dem Deckmantel der Satire eine „blöde, dumme Hetze“ gegen eine Minderheit betreibe.

Was für eine ungöttliche Memme. Statt sich inhaltlich mit Nuhr auseinanderzusetzen, auch den Arsch in der Hose zu haben, von Angesicht zu Angesicht, strittige Punkte zu diskutieren, vielleicht um Verständnis zu erlangen, benötigt das Kind des unfähigen Gottes weltliche Macht und jammert die Zeitungen voll. Sein Vorbild Erdogan zieht da aber ganz andere Seiten auf. Islamismus ist die Instrumentalisierung des Glaubens nach den Erfordernissen eines politischen Programms, das gilt für den Katholizismus, den Protestantismus usw., ebenso. Mit der Gründung der Muslim Demokratischen Union, durch Erhat Toka, wurde eine politische Einheit geschaffen, die sich eindeutig den Islam als Grundlage der Politik auf die Fahnen geschrieben hat. Insofern ist Toka ein Islamist, der seine Schwierigkeiten mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung hat. Auf politische Interventionen mittels islamistischer Programmatik verzichte ich sehr gern, die tägliche Verdauung des Christlichen ist völlig ausreichend.

Aus humanistischer Sicht kann man sagen, dass Länder, die die Todesstrafe praktizieren, nicht zivilisiert sind. Was sind dann Auspeitschen, Steinigen, Abhacken von Gliedmaßen? Praktiziert in vornehmlich islamisch geprägten Ländern, von der Meinungsfreiheit ganz zu schweigen. Es ist Barbarentum und ich rede hier nicht vom IS, sondern Pakistan, Saudi-Arabien, Indonesien, Golfstaaten und etlichen anderen mehr.

Die Hofnarren westlicher Freiheit haben ein Recht über alles zu lästern, dass mag unangenehm sein, aber niemand hat behauptet, dass das Leben nur aus Annehmlichkeiten besteht.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

„Baustelle Jugendmedienschutz“ und die Gottesknechte

missbrauch_katholZur 7. Jugendmedienschutztagung unter dem Thema „Baustelle Jugendmedienschutz“ laden die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF sowie die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) am Donnerstag, den 27. November 2014, ein.

Angesichts der nicht aufgearbeiteten Missbrauchsfälle in der katholischen, wie in der evangelischen Kirche steht die Frage im Raum, was haben die Händefalter in unserer Medienpolitik zu suchen. Geradezu beängstigend die Vorstellung, dass eine Altmännerriege der katholischen Kirche sich als moralisches Standardmaß geriert, die Vertreter der evangelischen Kirche sind da nicht besser. Entsteht doch auch die Frage, wenn Vertreter christlicher Kinderfickersekten medial derartigen Einfluss ausüben dürfen, wo sind die Muslime und all die anderen Vertreter die sich in Gottes bunten Zoo so tummeln.

Für Jugendschutz, in den Medien, bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten braucht es keine religiotische Einflussnahme. Wir brauchen keine vertraglichen Regelungen die auf der Grundlage von moralischen Werten bestimmt werden, die ihren Ursprung in der Antike haben. Statt christliche Verblödung säkulare Moderne, die den Anforderungen an klassische und neue Medien entsprechen.

Quelle