Haken mit Kreuz

Bild: Leipziger Blatt
Für billigen Protest gegen die AfD sind die Kirchen leicht zu haben. Über den militanten Islam wollen sie lieber nicht sprechen – obwohl das nötig wäre.

Von Reinhard Müller | Frankfurter Allgemeine

Dieses Mal wollen die Kirchen alles richtig machen, also: sich einmischen, Widerstand leisten. Unter dem Banner „Unser Kreuz hat keine Haken“ wollen katholische und evangelische Funktionäre durch Köln marschieren. Nicht, um gegen einen Parteitag von Nationalsozialisten zu demonstrieren, sondern einen der AfD. Oder ist das aus Sicht der wohlmeinenden Christen schon dasselbe?

Ja, zu Hass und Gewalt sollte auch der Kirche etwas einfallen. Und es gibt unsägliche Äußerungen von Funktionären der AfD. Die Kirchen sind aber weder der Verfassungsschutz, der auch AfD-Politiker im Visier hat, noch politische Parteien noch öffentliche Hygieneanstalten.

weiterlesen

Abdel-Samad: ‚Integration der muslimischen Türken in Deutschland ist gescheitert‘

Hamed Abdel-Samad, Bild: bb

Islamkritiker Abdel-Samad: In Deutschland hätten sich nicht etwa die benachteiligten oder arbeitslosen Türken für Erdogan ausgesprochen, „sondern jene Krawatten-Islamisten, die gute Berufe haben und perfekt Deutsch sprechen“.

kath.net

Das Ja zur umstrittenen Verfassungsreform in der Türkei ist auch ein Zeichen, dass die Integration der in Deutschland lebenden muslimischen Türken gescheitert ist. Davon schreibt der Publizist und Islamkritiker Abdel-Samad auf seiner Facebook-Seite, wie idea berichtet. Im Gegensatz zur Türkei seien die in Deutschland lebenden Türken nicht gespalten, schreibt Abdel-Samad. Nur 36 Prozent der Deutschtürken hätten gegen das Gesetz gestimmt. Wenn man bedenke, dass neben einigen assyrischen Christen rund 25 Prozent der hier lebenden Türken kurdische Aleviten seien, die das Gesetz aus existenziellen Gründen ablehnten, dann liege die Zustimmungsquote für die „Einführung der Diktatur“ schon bei über 90 Prozent: „Propaganda“ für das Ja zur Erdogan „in Deutschland haben nicht etwa die benachteiligten oder arbeitslosen Türken gemacht, sondern jene Krawatten-Islamisten, die gute Berufe haben und perfekt Deutsch sprechen. Es waren jene grinsenden Kopftuch-Muslimas, die uns verkaufen wollen, dass das Kopftuch ein Zeichen ihrer Emanzipation sei.“

weiterlesen

Erdogan, der Separatist

Bild: FB
Der türkische Präsident machte aus seinen Machtgelüsten nie ein Geheimnis. Umso mehr überraschen die Reaktionen auf seinen erneuten Wahlsieg.

Von Hülya Tektas | Wiener Zeitung

Nun ist genau das eingetreten, was man vor langer Zeit schon geahnt hatte. Mit nur knapper Mehrheit und trotz Vorwürfen über massiven Wahlbetrug und -manipulation wurde das türkische Verfassungsreferendum zugunsten des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan entschieden.

Erdogans Kampf um die Auslandsstimmen ließ zwar vermuten, dass er sich über die Stimmenknappheit bewusst war, dennoch ist der Wahlausgang keine allzu große Überraschung, wenn man bedenkt, dass er die Türkei seit 2003 zuerst als Premier und danach als Präsident mit eiserner Hand regiert. Die Welt konnte mitansehen, wie sich ein Mann und mit ihm auch eine ganze Nation innerhalb von 14 Jahren veränderten. Da Erdogan nicht erst seit dem Referendum, das ihm mit der Verfassungsänderung die lang ersehnte Ein-Mann-Herrschaft ermöglicht, eine Gefahr darstellt, sollten sich Politiker und alle anderen, die ihn kritisieren, fragen, ob man die Entwicklung der vergangenen 14 Jahre nicht hätte verhindern können.

weiterlesen

Selbstsäkularisierung: Der Sponti-Papst

Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Bei den Kirchenkritikern kommt Papst Franziskus mit seiner Anbiederung an den Zeitgeist fabelhaft an. Leider wiederholt er damit die Fehler, die schon die evangelische Kirche gemacht hat.

Von Jan Fleischhauer | SpON

Die einzige Kirche, die man ernst nehmen kann, ist die katholische Kirche. Ich weiß, dieser Satz ist für viele Leser eine Zumutung, es tut mir auch leid, dass ich das ausgerechnet im Luther-Jahr schreiben muss. Aber so sehe ich die Dinge.

Alles, was die Kritiker an der katholischen Kirche auszusetzen haben – die Marienverehrung, den Heiligenkult, das Priestertum, die römische Liturgie – gehört für mich zu den Dingen, die für den Katholizismus sprechen. Plus natürlich die Zeit: Eine Institution, die 2000 Jahre alt ist, muss man ernster nehmen, als eine die, sagen wir, erst 500 Jahre zählt. Wer zuerst da war, hat, wenn es um die letzten Fragen geht, eindeutig die Nase vorn. Alles, was später kommt, ist bis zu einem gewissen Punkt Häresie.

weiterlesen

John Lennons „Imagine“ – was für ein Kitsch!

John Lennon (1940-1980) bei einer Demonstration 1975 in Londons Hyde Park Quelle: Hulton Archive/Getty Images
Kein Besitz, kein Hunger, kein Krieg, kein Jenseits: Der berühmte Song des Beatles könnte ein Osterlied sein – hätte er sich nicht auch gegen Religion gewandt. Da half auch keine spätere Korrektur.

Von Torsten Krauel | DIE WELT

Diese dunkle, sehnende, betörend-verstörende Melodie, an einem Frühjahrsvormittag 1971 in wenigen Stunden niedergeschrieben, hat eine ganze Generation in den Bann gezogen. „Imagine“. „Malt euch aus“. Malt euch aus, wie die Welt ohne feindliche Länder wäre, ohne Gier, ohne Besitztümer, ohne Religionen.

Die melodische Anmutung ist so, als habe John Lennon den ersten Satz der Mondschein-Sonate Beethovens ins Popkulturelle gewandelt, wie auch der Text Anklänge an Beethovens utopische „Ode an die Freude“ enthält. Hart am Rande des Kitsches bewegen sich beide, Lennon und Beethoven.

Das so sanft wie unerbittlich präsente Klavier erinnert auch an Bachs Choralvorspiel „Alle Menschen müssen sterben“, nur jeder Ergebenheit entkleidet; die Grundtonart C-Dur wendet Glaubensdemut ins Plakative, Tröstliche, Volksseelenhafte.

weiterlesen

Wenn der türkische Pass erst weg ist, hören auch die Albträume auf

Moritz Rinke (mit ausgebreiteten Armen) und sein Sohn in Berlin. (Foto: privat)
Warum der Schriftsteller Moritz Rinke versuchte, noch vor dem Referendum in der Türkei den zweiten Pass seines Sohnes loszuwerden. Und wie er dabei scheiterte.

Von Moritz Rinke | Süddeutsche.de

Seit Wochen habe ich Albträume. Keine Ungeheuer, keine Kannibalen, auch kein freier Fall in die Tiefe, sondern eine Passkontrolle in der Türkei mit anschließender Verhaftung meines zweijährigen Sohnes, der danach in Isolationshaft verwahrt und vom türkischen Staatspräsidenten, noch vor Anklage des Gerichts, als Putschist, als Fethullah-Gülen-Anhänger oder als PKK-Mitglied oder kurdischer Spion vorverurteilt wird.

Mein Sohn hat einen deutschen und einen türkischen Pass. Mein Sohn lebt in Deutschland, hat einen Schriftsteller als Vater, der schon den einen oder anderen kritischen Text über die türkische Regierung verfasst hat. Mein Sohn hat eine türkische Mutter, die nachweislich nicht die Regierungspartei wählt, im Gegenteil, sie demonstriert gegen sie. Mein Sohn hat Großeltern in Antalya und einen Cousin in Ankara. Und seine regierungskritische Mutter will unbedingt am 16. April, am Tag des Referendums, in die Türkei reisen, der Cousin feiert seinen fünften Geburtstag, und gegen die Zusammenführung türkischer Familien ist kein Kraut gewachsen. Nicht mal dieses schreckliche Referendum.

weiterlesen

Wir brauchen eine neue Partei – „Die Europäer“

Foto: pixabay.com
Es ist noch gerade noch vorstellbar, dass der Brexit sich eines Tages als eine gute Sache herausstellt. Ich bezweifle es ernsthaft, bin aber nicht zu einem Urteil befähigt. Das genau ist mein Punkt. Ich war für das Referendum nicht qualifiziert.

Von Richard Dawkins | Richard-Dawkins-Foundation

Genauso wenig wie Sie, es sei denn, Sie haben einen Doktortitel in Ökonomie oder sind Experte auf einem relevanten Gebiet, etwa Geschichtswissenschaft. Es ist grotesk, wie David Cameron unsere Zukunft verspielte mit dem armselig beschränkten Ziel, den zu Ukip neigenden Flügel seiner Partei zum Schweigen zu bringen, und sie in die Hände eines Gesindels ignoranter Wähler legte, wie ich einer bin.

Ich wählte – unter Protest, denn man hätte mich niemals dazu einladen sollen, aber ich wählte. Getreu dem Grundsatz der Vorsorge wußte ich genug, um zu begreifen, dass eine solch signifikante, komplexe und verwickelte Änderung wie der Brexit hieße, einen tollpatschigen Elefanten durch Hunderte, über Jahrzehnte hinweg sorgfältig ausgestattete Porzellanläden zu jagen: Finanzielle Vereinbarungen, Partnerschaften der verarbeitenden Industrie, internationale Stipendien, Forschungszuschüsse, kulturelle und bildungserzieherische Beziehungen.

Ich stimmte für „Remain“, den Verbleib in der Union; unkundig der Details, konnte ich doch sehen, dass die Argumente für „Leave“, den Ausstieg, von Bauchgefühl geleitet waren, emotional und oftmals ausgesprochen xenophob. Und ich konnte die Argumente der Remainers als in erster Linie rational und evidenzbasiert erkennen. Sie wurden als „Projekt Angst“ verspottet, als Panikmache und Pessimismus, aber Angst kann rational sein. Die Angst eines von einem Eisbären Verfolgten unterscheidet sich fundamental von der Angst eines anderen, der meint, ein Gespenst gesehen zu haben. Die Kunst ist, berechtigte Angst von irrationaler Angst zu unterscheiden. Jene, die „Projekt Angst“ verachteten, machten nicht die geringsten Anstalten eines Versuchs.

weiterlesen

Rundfunk Berlin-Brandenburg: Dodo des Monats März 2017

Dodo des Monats März 2017 ©HFR

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) berichtet umfassend und multimedial vom 36. Evangelischen Kirchentag in Berlin und Wittenberg (24. bis 28. Mai 2017).Pressemitteilung des rbb

10 Jahre Zwangsmission finden ein Ende. Es reicht, Übersättigung gebiert Ekel. Der evangelische Kirchentag, einer kleinen religiösen Minderheit in Berlin, soll der Abschluss sein. Frau Käßmann will in Rente gehen, wir wünschen ihr einen angenehmen Lebensabend, verbunden mit der Hoffnung, nie wieder etwas von ihr hören oder lesen zu müssen. Der immer greinende, moralinsaure Bescheidwisser Huber reicht der Stadt völlig.

Gegen aufkommende Übelkeit, oder andere Peinlichkeiten kann man sich einen Lutherbonbon gönnen, der fette Pfaffe lässt sich wohl ganz gut weglutschen.

Und schon an dem süß-sauren Zuckerklumpen kann man erkennen das Marketing alles ist. Pfäffinnen und Pfaffen müssen nicht um Geld betteln, fremdes Geld, Politiker jedweder Coleur geben reichlich und gern aus dem Staatssäckel. Millionen kommen zusammen, ob nun in Brandenburg die Landesregierung, der Berliner Senat oder in Sachsen-Anhalt. Anders-und Ungläubige finanzieren die Pfaffensause. Peinliche Scham kennt man nicht, Anspruchsdenken aus alten Zeiten und so untersetzt der Rundfunk Berlin-Brandenburg die Christensausse in Berlin und Brandenburg. Dank der üppig fließenden Rundfunkbeiträge kann man aus den vollen schöpfen. Multimedial ist man dabei, Dokumentaionen wurden produziert, Reportagen, Programmplanungen. Hassprediger Luther gibt den Hintergrund. Die Pfaffen, allen voran die EKD, also die Hauptabteilung Protestantismus beim Bundeskanzlerinnenamt, erhofft sich eine Rendite für die Investitionen. Mach Geld mit anderer Leute Geld. Man hofft natürlich auch Missionieren zu können, die eine oder andere abtrünnige Seele in Schafsherde eingliedern zu können.

Der Religionsspiegel der Stadt Berlin spricht von 16,1% Hauptabteilungschristen hinzu kämen rd. 2,9% Freikirchler, Bibelfundis u.a.  Die Reformationsparty ist eine von Oben verordnete Lustparty. Die mediale Aufmerksamkeit entspricht in keiner Weise den tatsächlichen Gegebenheiten. Der Widerspruch ist signifikant, wird aber von Politik und Christen-Bonzen gekonnt überspielt. Der Volksmund nennt das dann Fake News und weiß, hier wird er verarscht, die öffentlich-rechtlichen Rundfunkstationen, hier der RBB, voran. Staatskirchenrundfunk, die rechtlich fixierten Normen sind geduldig, die Praxis eine andere. Vielleicht bräuchte es eine neue Reformation, eine Reformation die mit der unsäglichen Verflechtung von Politik und Kirchen Schluss macht und die weltanschaulich-religiöse Neutralität des Staates gewährleistet.

Die Protestanten sind, was Luther betrifft, mit sich im Reinen. Im Programm des RBB vermisse ich doch eine öffentliche Lesung aus der Luther-Schrift „Von den Juden und ihren Lügen.“ Das wäre eine ehrliche Grundlage um sich mit dem Fettwanst auseinandersetzen zu können.

„Unkraut wächst schnell, darum wachsen Mädchen schneller als Jungen.“zitiert nach Arnulf Zitelmann, 1997, „Widerrufen kann ich nicht. Die Lebensgeschichte des Marthin Luther“, Beltz&Gelberg, S. 111

Es finden sich noch viel mehr andere Zitate Luthers, Sexismus, Obrigkeitswahn und natürlich sein Judenhass.
Der RBB hilft eine feine Wolke guten Eindrucks zu verbreiten, die Lüge manifestiert sich medial. Aber schon der Thesenanschlag Luthers ist eine Lüge.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Wahl Dodo des Monats März 2017

Dodo des Monats März 2017 ©HFR

Der Monat März war bestimmt durch das Toben des Osmanischen AKP-Mobs in Europa. Psychotisch zu nennende Verbalinjurien mit nur einem Zweck, den Status des illegalen Dikators in legal zu verwandeln. Die Niederlande, Deutschland, Österreich, alles Nazis oder zu mindestens Nazi-Methoden anwendend. Wer solche Politiker an der Macht hat und deren Auffassung von Politik nicht vertritt kann eigentlich nur noch abhauen oder aber akzeptieren, dass er von Idioten regiert wird.
Die Kriechspur verlassend kommen die Vorbereitungen zum Reformationsjubiläum, eingebunden im Kirchentag der Evangelischen Kirche in die heiße Phase. Den Fettwanst Luther kann man jetzt schon fast überall sehen, spuckt man aus, trifft man ihn. Die Hauptabteilung Kirchen beim Bundeskanzlerinnenamt bietet dem Volk panem et circensis. Der Juden-und Frauenhasser repräsentiert wie kein zweiter den gebückten Gang der Obrigkeitshörigkeit. Die Fete um Luther wird nur möglich, weil man das Schlechte, Widerwärtige ausblendet und sich  auf das Gute konzentriert. Ein Politiker mit solchen Aussagen, wie Luther sie getätigt hat, muss sich um seine politische Zukunft keine Sorgen mehr machen.

Die Wahl ist bis zum 07.04. 2017, 18:00 Uhr befristet. Am folgenden Tag wird der Gewinner hier gewürdigt werden. Viel Spaß!

  1.  Samir Bouaissa, „in der Schule wird gebetet, gelernt nur in Ausnahmefällen.“
  2.  Hans Michael Heinig, „beklagt die verschwindende Märchendeutung an Universitäten.“
  3.  Techniker Krankenkasse, „Geld fürs Zuckerkügelchen.“
  4.   Jörg Kruttschnitt, „Kirchenrecht gegen Arbeitnehmerrechte.“
  5.  Helmut Kukacka, „träumt den Traum vom Kreuzestod.“
  6.  Franziskus-Krankenhaus Berlin, „Kirchenkonzern mit Profitmaximierung.“
  7.  Heiner Koch, „eloquente Homophobie.“
  8.  Heinrich Bedford-Strohm, „sollte politische Vorschläge in seiner SPD einbringen.“
  9.  Oberlandesgericht Düsseldorf, „Synagogen abfackeln ist Israelprotest, nicht Antisemitismus.“
  10.  Friedrich Schorlemmer, „Luther der Held der DDR.“
  11.  Feridun Zaimoglu, „mädchenhafte Luthersicht.“
  12.  Benjamin Hasslhorn, “ will zum Kern des Luthertums zurück.“
  13.  Rundfunk Berlin-Brandenburg(rbb), „teurer Religions-Spam im Funk.“
  14.  Ekkehart Vetter, „Heilungsgebete gegen Homosexualität.“
  15.  Michael Müller, „Instrumentalisierung der Terroropfer mit Islam.
  16.  Martina Münch, „säkularisiertes Kloster zurück an die Kirche, wer bezahlt den Scheiß?“
  17. Thomas Hartung, „wenn Frauen masturbieren...“

Weiterlesen „Wahl Dodo des Monats März 2017“

Gott vor Gericht gestellt

Warum sollte man einen Gott achten und respektieren, der diese Achtung und diesen Respekt in keiner Weise verdient?

Von Jürgen Fritz | Richard-Dawkins-Foundation

Warum all das Morden?

Sag, du, der du behauptest, der Eine und Einzige zu sein, warum hast du Jupiter (Zeus), Venus (Aphrodite), Mars (Ares), Minerva (Athene), Neptun (Poseidon), Wotan, Donar, Freya und all die anderen gemordet! Was hast du mit ihnen gemacht? Warum kannst oder willst du keinen anderen neben dir dulden, du im höchsten Grade Intoleranter? Sprich, was hast du mit deinen Brüdern und Schwestern getan!

Und sag, warum stachelst du die Sterblichen wieder und wieder dazu an, in deinem Namen zu morden und zu quälen! Bereitet dir das Lust oder Vergnügen? Brauchst du das? Wenn ja, warum brauchst du das? Was ist mit dir nicht in Ordnung?

Und sprich, warum willst du anderen verbieten zu morden, erlässt Gesetze und Gebote, in denen dies explizit untersagt wird, du selbst aber hältst dich nicht an dein fünftes Gebot!

Warum die Diskriminierung und Unterdrückung der Frau?

Warum redest du den Menschen ein, der Mann stünde über der Frau (Genesis 3,16; 1. Timotheus 2,12; 1. Korinther 14,34; 1. Petrus 3,1; 1. Timotheus 2,11; Levitikus 27,5; Epheser 5,22; 1. Korinther 11,3-9; Sure 2, 228; Sure 4, 34 …), er könne sie benutzen wann und wie er will, wie „seinen Acker“ (Sure 2, 223)?

Weil du selbst ein Mann bist und dich das aufgeilt, wenn Frauen unterdrückt werden? Weil du Potenzprobleme hast und dies das Einzige ist, was dich auf Touren bringt? Wie erbärmlich ist das? Empfindest du denn keinerlei Scham ob deiner selbst und deinem So-sein? Warum diese Versessenheit auf Macht, Gewalt und Unterdrückung? Sprich und erkläre dich!

weiterlesen

Wenn die Blume des Obskurantismus blüht

Symbolbild. Bild: hippo by swatts

Vor ein paar Wochen wurde auf der Webseite Dialog Theologie und Naturwissenschaften, der evangelischen Akademie im Rheinland, ein Leitartikel von Michael Blume unter der Überschrift: „Vertragen sich Religion und Evolution“, veröffentlicht.

Blume versucht Schnittmengen von Theologie und Evolutionstheorie auszuloten. Dem Prozess der Evolution ist das völlig egal, vollzieht er sich doch seit hunderten von Millionen Jahren ohne uns. Die Erst-Beschreibung des Prozesses, den Versuch Gesetzmäßigkeiten zu erkennen, zu interpretieren ist Darwins Werk. Seine Fixierung der Evolutionstheorien.

Charles Darwins Buch Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl ist wohl unstrittig das machtvollste Denkgebilde der letzten 200 Jahre. Die von ihm entwickelten Evolutionstheorien, Entwicklung der Organismen von der einfachen Zelle zum komplexen Organismus und die natürliche Auslese rissen einen Krater in die Gedankenwelt göttlicher Schöpfung. Das imago dei und heute lebende Affen haben gemeinsame Vorfahren. Die metaphorische Schöpfungsgeschichte der Bibel ein Märchen. Der gläubige Darwin wusste die Bedeutung dessen richtig einzuschätzen, er fühlte den scheinbare Mord, seiner Ehefrau musste er wiederholt bestätigen, dass die gewonnenen Erkenntnisse nicht auf die Menschen zutrafen. Auch wenn er in späteren Lebensjahren eine agnostische Position einnahm, Gott wurde von ihm nicht in Frage gestellt. Man könnte es durchaus Darwins Dilemma nennen. Gefangen im Glauben an den Gott der Bibel und den Schöpfungsberichten zeigen die Fakten eine andere Geschichte auf. Die Entwicklung des Lebens, vollzogen durch eine Maschine namens Evolution. Die Evolution ist, wer einigermaßen rational Denken kann, ein Faktum. In den Naturkundemuseen unserer Welt sind Millionen Tatsachen gesammelt und anschaulich, bildend dargestellt. Wir können durch Jahrmillionen der Entwicklungsgeschichte des Lebens wandern. Lücken sind benannt, was wir nicht Wissen als Nichtwissen dargestellt. Verblödete Zeitgenossen argumentieren dergestalt, dass der Teufel all diese gesammelten Fossilien(Fakten) versteckte, um die Sinne der Menschen zu verwirren. Die Erde 6.000 Jahre alt sei und der Mensch nach dem Ebenbild Gottes geschaffen wurde. Das sind die harten Fälle religiöser Verwirrung.

Unerheblich, welche mentalen Übungen religiöse Menschen unternehmen müssen, um anzuerkennen, dass ihre Weltsicht nicht stimmig mit den Fakten darstellbar ist. Wie religiöse Wissenschaftler evolutionstheoretische Fakten mit ihrem Weltbild in Übereinklang bringen ist deren Problem und muss uns nicht interessieren.

Die Darwinsche Kränkung wirkt fort, das Dilemma ebenso. Frömmler wie Michael Blume versuchen es mit einer Minimax-Strategie. Wenn ich schon nicht gewinnen kann, mach den Gegner, Anti-Theisten, Atheisten, Brights, was auch immer, bei sich jeder bietenden Gelegenheit fertig. Kinder handeln so, derartige Szenarien finden wir im Sandkasten unserer Kindheit, wir können darüber Lachen, Blume nicht. Man möchte meinen den „Leidartikel“ für die Plattform Dialog & Naturwissenschaften hat ein Fellow des Discovery Institutes geschrieben.

Blume kritisiert alles was mit evolutionär attributiert ist. Da es in seinen Argumentation-Rahmen passt erfindet er den Begriff der evolutionären Religionskritik. Nochmal, Darwin ist für ihn gut, da er Gott nicht in Frage gestellt hat. Nun verteidigt er, mit frömmelnder Obskuranz, Darwin gegen die Ungläubigen. Das er sozialdarwinistisch argumentiert ficht ihn nicht an, Minimax-Strategie. Eine saubere Trennung, nämlich den Unterschied von Darwinismus, der aus Darwins Idee eine Ideologie macht und Sozialdarwinismus darzustellen nimmt er nicht vor.

Religionskritiker erhoben dabei den Anspruch, durch die Wissenschaften seien Religionen „widerlegt“ worden und nicht wenige beriefen sich auch gleich auf die Evolutionstheorie, um sozialdarwinistische, rassistische und eugenische Menschenverachtung salonfähig zu machen.Leitartikel von Michael Blume: Vertragen sich Religion und Evolution?

Großzügig unterschlägt er, in bester Manier eines Propagandisten, die Verwerfungen seines Gottesglaubens, historisch allemal.

Blume lässt seinen Geist fließen. Richard Dawkins verzeiht er den Begriff des Gotteswahns nicht. Er findet eloquente Begründungen für das Zusammengehen von Evolutionstheorie und Religion. Dawkins hat ihn zutiefst gekränkt. Er will nicht gotteswahnsinnig sein und schon gar nicht als solcher verstanden werden. Den Argumenten, derer sich Dawkins bedient geht er aus dem Weg, stattdessen formuliert er, durchaus neurotisch, eine evolutionäre Religionskritik, die ebenso evolutionär entstanden ist wie die Religion.
Methodisch ist es nicht neu, was Blume zu bieten hat. Er nimmt Anleihen in der New Age Esoterik. Der „evolutionäre“ Theismus Teilhard de Chardins hat es ihm angetan, jener Jesuit, der selbst am Massensterben einen Anlass zur Freude sah. Das Universum sei ein selbst denkendes Objekt. Es entwickelt sich zum Omega-Punkt, an dem die gesamte Schöpfung, einschließlich der Menschheit, eins mit der Gottheit werden würde. Unweigerlich stellt sich die Frage, ob am LHC in Genf nicht Bruchstücke exotischer Materie entkommen sind, die mit dem ein oder anderen Religioten in Berührung kamen.

Blume mischt schlechte Geschichte mit fragwürdiger Wissenschaft. Mit seiner Argumentation, dass Wissenschaft für die Vertrauensverluste verantwortlich sei, die sich in Fake News, Verschwörungstheorien und sogenannten postfaktischen Wissen niederschlagen. Seine eigenen, religiös begründeten Weltsichten bezieht er nicht ein. Blume kennt den Plan Gottes und er lässt die armen dummen Menschen teilhaben an seinem Wissen. Die bösen Atheisten, wie Dawkins et al sind in seinem Plan nicht enthalten.

Immanuel Velikovski, Rael, Graham Hancock, Erich von Däniken, Zecharia Sitchin und Michael Drosnin haben in unterschiedlichen Themenbereichen kreationistische Hypothesen formuliert. Blumes Argumentation kommt ca. 20 Jahre zu spät, was ihn nicht daran hindert seine krude Pseudowissenschaft unters Volk zu bringen.

Formulierte Dawkins sinngemäß: „Meme sind kulturelle Information die durch Imitation weitergegeben werden.“ So nennt Blume Meme „virusartige“ Gebilde.

Der christliche Glaube selbst, wie jede Religion, ist ein erfolgreiches Mem. Das bekommt Frömmler Blume nicht in den Kopf. Wenn Gene die Grundbausteine des Lebens sind, sind Meme die Grundbausteine der Kultur. Das war Dawkins Anliegen.  Dass Meme in ihre deskriptiven Begrifflichkeit kritikwürdig sind ist unbestritten.

Blume spricht vom Vertrauensverlust der Wissenschaft, es sind Leute wie er, die Resultate, Erkenntnisse aus Wissenschaft und Technik sozial interpretieren, dabei völlig außer acht lassen, dass die Naturwissenschaften ein Werkzeug sind um unsere Realität zu erkennen und zu beschreiben. Es ist Sache der Politik aus den Erkenntnissen, wenn notwendig, Gesellschaftsrelevantes umzusetzen. Dass das Anwenden wissenschaftlicher Erkenntnis politisch unerwünscht ist sieht man anhand der Klimapolitik der aktuellen US-Regierung.

Blume unterteilt Menschen in Gruppen von Gläubigen, die eine hohe Reproduktionsrate haben, dass Kinder erst durch Indoktrination zu Gläubigen gemacht werden verschweigt er geflissentlich. Hohe Reproduktionsraten, bei Religiösen, sichern diesen einen evolutionären Überlebensvorteil. Er schwadroniert vom Tod des Atheismus. Atheistische Gesellschaften haben keinen Bestand. Da Atheisten eine niedrigere Reproduktionsrate haben. Was wäre denn, wenn Kindstaufen erst ab der Volljährigkeit möglich wären? Und Eltern ihren Zöglingen die Wahl, das Ob und Wenn einer religiösen Weltsicht überließen. Es gibt nicht wenige, auch Gläubige, die von einer Zwangstaufe reden, da man sich als Kleinkind gegen die Wahl der Eltern nicht wehren könne. Vor allem hat dies nichts mit Evolution zu tun, sondern ist eine sozio-kulturelle Angelegnheit. Signifikant, Blume weiß nicht was Evolution ist. Wenn dem so wäre, warum müssen Kinder getauft werden? Warum muss ein großer Zauber veranstaltet werden, um Kinder christlich, islamisch, jüdisch usw. werden zu lassen? Warum lässt der allmächtige Zausel im Himmel sein Volk nicht gläubig auf die Welt kommen? Man sollte Blume ein Labor geben und ihn ein paar Jahre Gene sequenzieren lassen, vielleicht findet er ja das Gottesgen. Gekennzeichnet mit C-E/K, I, J, H, B usw.

Der Höhepunkt Blumescher Religionssudelei findet sich am Ende. Theologie als Hüter der Wahrheitsfrage(n).

Schon jetzt gehören kirchliche Akademien, Institute und Bildungswerke zu den letzten Orten außerhalb der Hochschulen, an denen überhaupt noch Wahrheitsfragen im weltanschaulichen und interdisziplinären Dialog bearbeitet werden.ebenda

Und hier lässt er die Katze aus dem Sack der ewiggültigen Wahrheiten. Um die geht es ihm. Dass das Evolutionäre keine schlussendlichen Wahrheiten kennt übersteigt seinen Horizont und damit führt er seinen ganzen Leidartikel ad absurdum. Esoterisch-religiöser Stuss, New-Age-Esoterik mit kreationistischer Attitüde.

Er versucht den Eindruck zu erwecken, dass er an einer Theologie für Alle arbeitet. Sichtbar vermeidet Blume Attribute wie christlich oder islamisch. Vom Kreationismus scheint er sich zu distanzieren, dem Grunde nach ist er selbst ein Anhänger diese obskuranten Weltsicht.  Wir sind gespannt, wenn er den ersten Artikel bei Wort&Wissen veröffentlicht und die ganzheitliche Suche nach der Arche befördert.

„Je größer der Dachschaden um so schöner der Aufblick zum Himmel.“(Karlheinz Deschner)

Vielleicht entdeckt Michael Blume die Problematik der „evolutionären Homöopathie“ für sich, vielleicht gelingt es ihm das Gedächtnis des Wassers vom Anbeginn bis heute zu entschlüsseln und theologisch zu deuten, den Omega-Punkt dürfte er eh nicht erleben.

 

Heiko Maas will den digitalen Judge Dredd

Geht es nach dem Gesetzentwurf von Justizminister Heiko Maas, müssen Facebook und Co. bei Kommentaren und Beiträgen genauer…Foto: dpa
Der Justizminister Heiko Maas hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der sich so liest, als stamme er aus dem Roman „1984“. Ein Kommentar.

Von Harald Martenstein | DER TAGESSPIEGEL

Viele regen sich, und zwar zu Recht, über Adülf Erdogan auf, den Sultan mit dem Hitlertick. Er will sich zum Alleinherrscher machen, er lügt den Völkermord an den Armeniern weg, er unterdrückt Andersdenkende und Kurden. Das Wort „Nazimethoden“ müsste diesem Mann eigentlich jeden Morgen beim Blick in den Spiegel einfallen, stattdessen schwingt dieser Frechdachs die Nazikeule gegen andere.

Für eine Majestätsbeleidigung wie „Frechdachs Adülf Erdogan“ könnte einem Journalisten in der Türkei ja alles Mögliche zustoßen. Dort, wo es verboten ist, die Herrschenden zu kränken, sind wir in einer Despotie. Dort, wo die Regierung entscheidet, was „Wahrheit“ ist und was „Fake“, sind wir in einer Despotie. Aber genau jetzt, während wir uns noch über Erdogan aufregen, werden hier, in diesem Land, Erdogan-Methoden vorbereitet. Der Justizminister Heiko Maas hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der sich so liest, als stamme er aus dem Roman „1984“.

weiterlesen

Die Türkei hat die Grenze des Zumutbaren überschritten

Bild: FB
Wüste Drohungen, Nazi-Beschimpfungen und Ministerinnen im Guerilla-Wahlkampf: Erdoğans Türkei kann der EU nicht beitreten. Das Wochenende war der letzte Akt einer absurden Inszenierung.

Von Daniel Brössler | Süddeutsche.de

Die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei sind beendet. Nicht offiziell. Wiewohl das Europäische Parlament schon im November die Aussetzung der Gespräche gefordert hatte, hielt die Europäische Union an dem seit 2005 laufenden Prozess fest. Ungeachtet der Verfolgung Oppositioneller, der Knebelung kritischer Medien und unablässiger Attacken aus Ankara taten beide Seiten formell so, als sei die Türkei immer noch Beitrittskandidat. Mit der Eskalation der vergangenen Tage ist der letzte Akt dieser absurden Inszenierung erreicht. Verweigerte Landegenehmigungen, zur Grenze eskortierte Minister, umstellte Konsulate und schrille verbale Attacken schaffen Fakten. Ob da noch ein formeller Ratsbeschluss der EU nachgeliefert wird, ist fast schon egal.

weiterlesen

Volker Kauder: Dodo des Monats Februar 2017

Dodo des Monats Februar 2017 ©HFR

Die Frömmigkeit hat gewonnen. Angesiedelt zwischen evangelikalen Irrsinn und gestapelte Notrationen im Keller. Wartend auf das Jüngste Gericht. Kauder selbst ist wohl pietistischer Protestant mit katholischer Kontamination. Der Mensch ist die Schöpfung Gottes, geformt nach seinem Ebenbild. Von ihm kommen Menschenwürde und Menschenrechte. Erstere spricht Bibel-Fundamentalist Kauder den Homosexuellen, bei christlicher Notwendigkeit, mehrmals am Tag ab. Er meint, er sei konservativ. Er hat ein beschissenes Menschenbild, das ist der Punkt, nicht sein Konservatismus.
Als Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag wird er hauptsächlich in Sachen Glaube wahrgenommen. Dafür wird er vom säkularen Staat gut bezahlt. Ein Bild mit dem Ratzinger-Papst ist in seinem Zimmer zu sehen. Nichts dessen man stolz sein sollte. Aber so verschieden sind die Weltbilder.

Kauder selbst steht der Deutschen Evangelischen Allianz nahe, jener religiös klaustrophoben Truppe die gut gepflegte Homophobie artikuliert und in Sachen Lebensrecht und Bildung auch rot-braunen AfD Kontakten nicht aus dem Wege geht.

Eigener Darstellung ist zu entnehmen, dass er Kontakt zum Großscheich der Al-Azhar-Universität in Kairo, al-Tayyeb“ hat.  Der habe ihm gesagt:“„Hören Sie bitte auf, mit mir darüber zu reden, dass der Islam durch die Aufklärung muss. Wir wollen nicht durch die Aufklärung, denn bei der Aufklärung ist das Ergebnis gewesen, dass der Staat über der Religion steht und bei uns muss die Religion über dem Staat stehen …“ Kauders Antwort war tiefes Schweigen. Er war nicht entsetzt, empört, entrüstet, er schwieg. Nicht auszuschließen, dass er ähnliche Gedanken im Kopf hat. Wohlwissend, die Menschenrechte, die Gleichheit vorm Gesetz und nicht zuletzt die Religionsfreiheit sind Errungenschaften der Aufklärung, gegen die Interessen der Kirchen durchgesetzt. Die römische Spuktruppe hat fast 240 Jahre gebraucht um das Prinzip der Religionsfreiheit anzuerkennen um es danach mit Gutdünken bei jeder Gelegenheit zu missbrauchen. Kauder, in seinem Gotteswahn, ist durchaus zu zutrauen, dass er die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam partiell wenn nicht in Gänze anerkennt. Die Wege des Herrn sind unergründlich. Er selbst ist aber sehr schnell dabei, Gründe zu finden um Religion passfähig zu machen. Eloquent werden Halbwahrheiten dem Pöbel zum Fressen gegeben. Der frisst es.

Gelingt es den Kirchen nicht, den Islam auf das Niveau der Amtskirchen zu heben, Körperschaft des öffentlichen Rechts, Einzug von Steuern, eigenes Arbeitsrecht, soziale Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser, Pflegeheime auf der Grundlage des Korans zu schaffen, stehen die Pfründe der Kirchen zur Disposition. Der Staat kann nur als handlungsfähiges Rechtssubjekt existieren, wenn er religiös geeint ist. Geeint in dem Sinne, dass man katholisch, evangelisch, islamisch und jüdisch an einem Strang zieht. Hauptsache der Pöbel ist gläubig. Gelernt haben die Pfaffen und mit ihnen Kauder nicht. Die religiöse Gleichschaltung  bringt Ergebnisse hervor, die man nicht andenken konnte oder sie schlicht und einfach nicht für möglich gehalten hat.

Am 25. Februar zum Abschluss des 10. Kongresses christlicher Führungskräfte in Nürnberg äußerte sich Kauder folgendermaßen:

„Wenn die Türkei sagt: Interne Vorgänge sind unsere Sache, sage ich: Aber der Einsatz für Christen in diesem Land ist unsere Sache“Volker Kauder

Es ist nicht Sache des Fraktionsvorsitzenden einer Partei im Bundestag auf einem demokratisch nicht legitimierten Kongress mit seiner Funktion die Muskeln zur Errettung des Christentums, spielen zu lassen. Er könnte doch sofort, wie seine Kollegen von der AKP es in Deutschland tun, nach Erdoganistan reisen und auf dem Taksim-Platz in Istanbul für die Rechte der rd. 100.000 in der Türkei lebenden Christen eintreten. Rechtsstaatlichkeit, Presse-und Meinungsfreiheit, Parlamentarismus wären die Eckpunkte einer flammenden Rede, seinem Gott würde das Weihwasserbecken überlaufen. Selbst dann, wenn er verhaftet werden würde, wäre das immer noch ein positives Ergebnis. Der christliche Gott braucht Märtyrer und Kauder wäre doch ein ordentliches Opfer. Der CDU/CSU würde es zur anstehenden Bundestagswahl die absolute Mehrheit bringen. Ein paar Gottesbonzen der Deutschen Evangelischen Allianz würden mit Freuden zur Mission auf den Taksim-Platz aufbrechen. Das wäre ganz großes Kino, ein gutes Bier, Popcorn und Kartoffelchips bräuchte es dann aber.
Das Problem, alle, auch Kauder fläzen in ihrer sicheren sozialen Hängematte, ohne jede Risikobereitschaft für ihren Gott. Das ist Mangel am Glauben. Statt dessen sehen sie wohlgefällig wie die Kanzlerin Bedford-Strohm die Wangen hätschelt und überlegen sich ob der dicke Marx Stachelbeerwaden unter seiner Soutane versteckt.

In dem Sinne. Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

 

Wer darf sterben und wer nicht?

todesspritze

Das Bundesverwaltungsgericht begründet einen Rechtsanspruch auf Suizidhilfe aus dem Giftschrank. Einwände werden mit der Autonomiefloskel abgefertigt.

Von Christian Geyer | Frankfurter Allgemeine

Gegen die Verklärung der hochgehandelten Empathie, also der Fähigkeit zur Einfühlung in andere, hat Paul Bloom in den Vereinigten Staaten jüngst das Buch „Against Empathy“ veröffentlicht. Bloom, Psychologie-Professor an der Yale University, wird wegen seiner anti-empathischen Thesen im Internet seit Jahren heftig angefeindet. „Wissen Sie“, sagte er dazu 2015 in einem Interview mit der „Zeit“, „ich versuche sehr genau zu sagen, was ich meine. Wer jedoch nur hört, dass ich gegen Empathie bin, und meine Gründe und meine Argumentation nicht kennt, der wird verständlicherweise entrüstet reagieren. Dass diese Leute mich für eine Art Monster halten, wundert mich nicht. “

weiterlsen

Moral Posing statt Moral

Georg Heinrich Sieveking: Hinrichtung von Ludwig XVI, 1793
Georg Heinrich Sieveking: Hinrichtung von Ludwig XVI, 1793
Ich habe kürzlich mit jemandem auf der Straße geredet, der für eine große Umweltorganisation Spenden sammelt. Unter anderem ging es um die Rettung der Eisbären.

Von Andreas Müller | Richard-Dawkins-Foundation

Zuerst wolle ich einfach an ihm vorbeigehen wie an den Leuten von Amnesty International vor ein paar Wochen, aber als ich das bei Amnesty gemacht habe, wurde ich beinahe von einem Radfahrer erfasst. Also bitte. Die Unterhaltung hat mich auf eine Eigenschaft unserer Kultur aufmerksam gemacht.

In unserem Gespräch wies ich den Umwelt-Aktivisten auf die Problematik der Beeinflussung der Politik durch NGOs wie seine hin, auf die involvierten Interessenskonflikte mit den Leuten, die sich gegen Wildtiere zur Wehr setzen müssen, die verschiedenen Fälle von Massensterben in der Erdgeschichte, bei der auch ohne menschliche Eingriffe Millionen Tierarten ausgestorben sind. Kurz gesagt war auch ich mal wieder froh, über ein intellektuell interessantes Thema reden zu können. Er war nach meinen Ausführungen der Meinung, dass ich ein Wissenschaftler sein müsse. Schließlich gab er sich damit zufrieden, dass ich mich intensiv mit seinem Anliegen befasst habe, auch wenn ich zu einem anderen Ergebnis gelangt war als er. „Du bist heute der erste. Die anderen wissen gar nichts.“ (Ja, das sagt man eigentlich nicht, aber aus meinen Promoter-Zeiten kenne ich die Endzeit-Stimmung, die man am Ende eines langen Tages hat, den man mit dem Versuch verbrachte, Passanten von irgendetwas zu überzeugen).

Dabei erinnerte ich mich an mein Gespräch mit einem Tierrechtler von einer anderen Organisation vor ein paar Jahren. Er wollte Tiere retten, die für Tierversuche genutzt wurden. Ich sprach dann eine ganze Weile lang über die Geschichte des deutschen Tierschutzgesetzes, den Nutzen von Tierversuchen und so weiter, bis er irgendwann nickte und sagte: „Na gut, wenigstens hast Du Dich mit dem Thema befasst. Du bist heute der erste. Ich bin nur noch morgen hier, falls Du doch noch Deine Meinung änderst.“

weiterlesen

Wahl Dodo des Monats Februar 2017

Dodo des Monats Februar 2017 ©HFR
Dodo des Monats Februar 2017 ©HFR

Ohne Religion scheint es im säkularen Gemeinwesen Deutschlands nicht zu laufen. Statt weniger Kirchen, weniger Moscheen entscheiden sich selbst Ungläubige für Religion statt dagegen. Künstliche Konstrukte, nicht belegbar, Worthülsen wie das Abendland, christlich noch dazu, die ganz Eifrigen beschwören das Judentum, welches ihre Altvorderen in die Öfen von Auschwitz getrieben haben. Religion sei Kultur, dämlich grinsend in die Masse, werden solche Sätze erbrochen. Kultur ist eine Hure, die sich mit allem und jeden ins Bett gelegt hat und es fröhlich noch immer tut. Das macht ihre Vielfältigkeit, ihre Kreativität aus. Religion ist eine Untermenge, jener Bereich der privilegiertes Wissen vortäuscht und Wege zur Unsterblichkeit aufzeigen will, aber nur für diejenigen, die zum Klub gehören. Polit-Tourismus zum Vatikan, evangelische Bischöfe sitzen schmachtend an den Tischen der Macht und entscheiden über das Wohl und Wehe von Menschen, mit denen sie nicht zu tun haben. Religionssklavische Politik macht es möglich.

Die Wahl zum Dodo des Monats ist bis zum 07. März, 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird am folgenden Tag gewürdigt werden. Viel Spaß?

  1.  Regierungskoordinatoren Österreich, „zum Kreuz kriechende Sissies.“
  2.  Gerhard L. Müller, „gottverlassene Ahnungslosigkeit.“
  3.  Christoph Meyns, „religiöse Gefühle gehören beachtet.“
  4.  Markus Söder, „Gottesknecht braucht die Kirche nicht.“
  5.  Volker Kauder, „sorgt sich um die Christen in der Türkei.“
  6.  Michael Hüther, „Die EU fußt auf dem Christentum.“
  7.  Markus Dröge „Instrumentalisierung eines Terror-Aktes.“
  8.  Sigurd Rink „Beamter der Bundeswehr mit christlicher Attitüde.“
  9.  Jann Jakobs „Staatsknete für Gebete.“
  10.  Devid Striesow, „Religion als Pflichtschulfach.“
  11.  Binali Yildirim „Osmanen-Verschnitt in Oberhausen.“
  12.  Zita Schwyter „Zimbo als Heilpraktikerin?“
  13.  Christoph Markschies, „will seine Märchenkunde an der HU verstärkt wissen.“
  14.  Dirk Behrendt, „vorwärts in die Vergangenheit.
  15.  Josef Kraus, „christliche Homophobie-Pflege.“
  16.  André Poggenburg, „SA im Parlament.“
  17.  Johannes Singhammer, „zum Beten nach Washington.“
  18.  Gundrun Kugler, „das Kreuz sei ein säkulares Symbol.“

Weiterlesen „Wahl Dodo des Monats Februar 2017“

Brauchen wir ein Alkoholverbot?

glaser-des-bieres,-fass

Der vom Gesetzgeber empfohlene Veggie-Tag, mit dem uns die Grünen auf den Pfad der Tugend helfen wollten (und das schreibt ein langjähriger Vegetarier), ist noch in guter Erinnerung. Bereits verbotene Übergriffe auf Frauen wurden dank „Nein heißt Nein!“ sicherheitshalber und einstimmig vom Bundestag noch einmal verboten (Sexualstrafrechtsreform: Eine Beweisaufnahme).

Von Stephan Schleim | TELEPOLIS

Sexistische Werbung soll auch bald verboten werden. Gut für Männer, denen mit nackten Tatsachen vom Mobilfunkvertrag bis zum Auto alles angedreht werden soll. Hate Speech sowieso. Und Fake News auch – jedoch nur, wenn sie nicht in den Leitmedien stehen oder von unseren Ministern höchstpersönlich geäußert werden.

Die Journalisten Sanaz Saleh-Ebrahimi und Daniel Drepper mögen sich gefragt haben, was man denn noch alles verbieten könnte, als sie ihren Artikel über Alkohol schrieben. Dieser erschien am 22. Februar auf Correctiv.org: Wie die Alkoholindustrie uns dazu bringt, immer weiter zu trinken (anberaumte Lesezeit: 20 Minuten). Und zwei Tage später auf BILD.de, nein, Verzeihung, ZEIT Online mit dem könnerischen Titel: Alkohol: Saufen bis zum Darmkrebs.

Nun kann man sich freilich über Gesundheit Gedanken machen. Man sollte die zerstörerische Wirkung von Alkohol keinesfalls verharmlosen: Leberzirrhose und Korsakow-Syndrom sind kein Spaß. Noch lassen sich Menschen wiederbeleben, die von Betrunkenen totgefahren werden.

weiterlesen

Alle Wähler sind gleich – aber sind manche gleicher als andere?

https://pixabay.com/de/united-states-capitol-politik-1675540/
https://pixabay.com/de/united-states-capitol-politik-1675540/
Das Prinzip „eine Person, eine Stimme“ ist vernünftig, aber bei der Senatorenwahl in den USA hat ein Wähler aus North Dakota fünfzigmal so viel Einfluss wie ein Texaner

Von Richard Dawkins | Richard-Dawkins-Foundation

Vielleicht die Wahl eines gefährlichen Spitzbuben als Präsident vor Augen, implementierten die Gründerväter der Vereinigten Staaten zwei grundlegende Beschränkungen der präsidialen Macht: Den Kongress und die Judikative.

Das dreigliedrige System der gegenseitigen Kontrolle funktioniert für gewöhnlich ziemlich gut. Zu gut manchmal, etwa wenn ein feindseliger Kongress jede Entscheidung eines bestimmten Präsidenten ohne Rücksicht auf seine politische Linie blockiert, nur, weil man ihn nicht mag. Aber im Großen und Ganzen funktioniert das System der drei Wege, und das Vetorecht des Senats über präsidiale Berufungen des obersten Gerichts ist eine besonders wichtige Sicherheitsvorkehrung.

Diese zentrale verfassungsmäßige Rolle des Senats wirft ein scharfes Licht auf die Prozesse, mittels derer Senatoren gewählt werden, zumal die Richter nicht irgendwann in den Ruhestand treten müssen. „Eine Person, eine Stimme“ ist ein ehrenwertes Ideal; erstaunlich, dass es bis 1920 dauern musste, bevor es „ein Mann, eine Stimme“ ablöste. Das allgemeine Wahlrecht blieb nicht unhinterfragt. Winston Churchill sagte: „Das beste Argument gegen die Demokratie ist ein fünfminütiges Gespräch mit dem durchschnittlichen Wähler.“ (Obwohl er das bei anderer Gelegenheit abmilderte: „Man sagt, Demokratie ist die schlechteste Art der Regierung, abgesehen von allen anderen Arten, die schon ausprobiert wurden“).

weiterlesen

Gregor Gysi: Dodo des Monats Januar 2017

Dodo des Monats Januar 2017 ©HFR
Dodo des Monats Januar 2017 ©HFR

Gregor Gysi. Bild: FBEs wäre ein schöner Tag, wenn eine Politiker, Atheist, Humanist, was auch immer, den Arsch in der Hose hätte und völlig unbekümmert negative Religionsfreiheit in einer Kirche „predigen“ würde. Gregor Gysi ist von solchen Höhepunkten weit entfernt. Der Prototyp eines regressiven Linken.

Ich habe versucht zu erklären, weshalb Religion und Kirchen in unserer Gesellschaft so wichtig sind. Ich habe – obwohl ich selbst nicht an Gott glaube – versucht, der Gemeinde zu erklären, dass ich eine gottlose Gesellschaft ganz furchtbar fände. Und zwar schon aus folgenden Gründen: Erstens sind die Religions- und Kirchengemeinschaft Bestandteil unserer Kultur, und zweitens sind zurzeit nur die Kirchen- und Religionsgemeinschaften in der Lage, allgemeinverbindliche Moralnormen aufzustellen.
Gregor Gysi

Ich weiß ja nicht, was Gregor Gysi im Kopf hat als Atheist. Es muss furchtbar sein, damit er dieses Grauen im Zaume halten kann braucht er christliche Moral. Man sagt ja nicht umsonst, was ich denk und tu, trau ich anderen zu.
Darüber hinaus bleibt festzustellen, er findet einen absolutisch-feudal regierenden Kirchenfürsten, genannt der Pappa, Spukgestalt von Rom, annehmbar. Dessen Moral sich herleitet aus dem Naturrecht, eigentlich müsste Gysi als Rechtsanwalt beim Thema Naturrecht in schallendes Gelächter ausbrechen, aber das ficht ihn nicht an. D.h. eben jene katholische Kirche begründet mit dem Naturrecht die Nichtanerkennung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, sowohl von der UNO als auch von der EU. Tausende katholische Priester haben sich jahrzehntelang durch ganze Generationen von Kindern gevögelt, mit der ach so feinen Moral ihrer Kirche. Es wurde vertuscht, verheimlicht, gelogen und weltliche Gerichtsbarkeit umgangen.
Frauen wird die Gleichberechtigung versagt, das grundlegende Recht auf Selbstbestimmung nicht anerkannt. Die Benutzung von Kondomen untersagt, dann mit der Nonchalance eines Gnadenaktes unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Homosexuellen wird aus gleichen Gründen die Anerkennung als menschliches Wesen verneint. Die „unantastbare“ Menschenwürde wird tagtäglich mit feinziselierten Wortungetümen eben jenen Menschen genommen.
Wessen Moral Herr Gysi? Es kann nicht ihr ernst sein mit dieser bigotten Weltsicht der Kirchen übereinstimmen zu wollen.

Bei den Protestanten ist es nicht besser, der Vorteil, sie haben den römischen Mummenschanz der Antike abgelegt, aber ansonsten ist Bigotterie vorherrschend.
Auch hier ist der Wunsch nach Regulierung des Menschen ausgeprägt, Homophobie ebenso vorhanden wie die Entmündigung der Frauen. Allein die im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland stattfindenden Lebensrecht-und Bildungsdemonstrationen sind der Versuch einen evangelikalen Gottesstaat zu errichten. Konservative Christen entsagen ihren politischen Urgründen und landen bei der Alternative für Deutschland.
Allein Luther müsste Gysi ein sozialer Gegner sein.

„Wer den Müntzer gesehen hat, der hat den Teufel gesehen in seinem höchsten Grimm. … Nach der Rückkehr von einer Reise ins thüringische Aufstandsgebiet legte Luther nach und rief in einer Erweiterung der zweiten Auflage seiner Bauernschrift in vollkommen maßlosen zutiefst erschreckenden Worten die Obrigkeiten dazu auf, die Aufständischen ohne Gnade und Erbarmen wie „tolle Hunde“ niederzumetzeln. Denn wer sie nicht schlage, werde von ihnen geschlagen und das ganze Land dazu. Die Niederwerfung des Aufstands geriet zum Gottesdienst. „Solche wunderlichen Zeiten sind jetzt, dass ein Fürst den Himmel mit Blutvergießen verdienen kann, besser als andere mit Beten“. Veit-Jakobus Dieterich: „Martin Luther“, dtv, S. 85ff)

500 Jahre Reformation, wer gegen die Obrigkeit ist, wird dahingemetzelt. Eigentlich die Leute, die zur Klientel der Partei Die Linke gehören.

„Christen verzichten darauf, sich gegen die Obrigkeit zu empören.“ Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526

Valium für den Pöbel, damit er weiter in seiner sozialen Hängematte verdämmern kann.
Der Antisemitismus ist ebenso ein gut christliches Ding. Von Anbeginn bis Auschwitz, ohne Christentum kein Holocaust.

Kirchliche Moralnormen gelten für Anhänger der Kirchen. Für alle anderen gelten die Gesetze des weltlichen Staates, sie sind dort auch besser aufgehoben. Objektive moralische Werte, ob nun christlich, jüdisch, islamisch, existieren nicht. Der imaginäre Freund entzieht sich seit seiner menschlichen Geburt jedweder Einflussnahme. Das heißt aber auch, Moral die nicht mehr den Lebensumständen der Menschen entspricht wird abgeschafft. So sollte es sein, praktisch ist es anders. Politiker wie Gregor Gysi sorgen dafür, dass die ach so allgemeinverbindlichen Moralnormen, verbindlich werden. Anstelle des mittelalterlichen Throns sind die Politiker getreten, die kirchlich-religiöse Politik möglich machen. Neu ist, dass sich Atheisten den Pfaffen andienen. Hat bei den Sozialdemokraten 94 Jahre gebraucht, bis zum Godesberger Programm, da haben dann Johannes Rau, Gustav Heinemann und Erhard Eppler den Gotteswahn, von der Gesamtdeutschen Volkspartei, in die SPD gebracht.

Vorgelesen hat Gregor Gysi aus dem Römer, Kapitel 12, 17-21.

Haltet euch nicht selbst für klug.ebenda

Paulus‘ Römerbrief ist auch jenes Machwerk, welches gern herangezogen wird um gut christliche Homophobie zu pflegen.

Jede andere Institution, ob nun katholische- oder evangelische Kirche, hätte man bei den begangenen Verbrechen verboten, enteignet und abgeschafft. Dass dem nicht so ist, ist der Politik geschuldet, es klüngelt sich halt gut. Politiker gehen dann eben gern auf Stimmenfang, dass christliche Wahlvolk wird es danken.

Hüten wir uns vor Politikern, die Religion, egal in welcher Form, zur Maxime ihres Handelns machen.

Unmoral ist die Moral derer die sich amüsieren.Ambrose Bierce

Atheisten sind unmoralisch, Feinde der Gesellschaft, die sich der Kontrolle des Jesusklubs entziehen. Neu ist das nicht, eben regressiv.

In dem Sinne, herzlichen Glückwunsch, vielleicht bringen die Kirchen ja ein paar Stimmen im Bundestagswahlkampf. Der Zweck heiligt die Mittel.