Blasphemie und andere „Hassrede“

Foto: pixabay.com
Ihr habt doch wohl nicht den Internationalen Tag des Rechts auf Blasphemie (International Blasphemy Rights Day – IBRD) vergessen, oder?

Von Ronald A. Lindsay | Richard-Dawkins-Foundation

Er ist in ein paar Tagen – am 30. September (Anmerk. d. Red.: Der Originalartikel erschien am 28. September 2017) – nur für den Fall, dass ihr diesen Tag bizarrerweise vergessen haben sollten.

Das Center for Inquiry (CFI), eine Nonprofit-Organisation, der ich früher vorsaß, hat den IBRD 2009 ins Leben gerufen, um darauf aufmerksam zu machen, dass die Kritik an religiösen Glaubensinhalten an vielen Orten auf der Welt durch gesetzliche Maßnahmen oder gesellschaftlichen Druck unterbunden wird. Unglücklicherweise gibt es viele Länder, insbesondere solche mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung, die an Gesetzen festhalten, die harte Strafen für Blasphemie fordern – obwohl es mittlerweile eine formale Kampagne gibt, diese Blasphemiegesetze abzuschaffen, die auch erste Erfolge zeigte – so hat Dänemark im Juni sein jahrhundertealtes Blasphemiegesetz abgeschafft. Pakistan, um nur ein Beispiel zu nennen, verhandelt jährlich über mehrere Fälle von Blasphemie, die oft religiöse Minderheiten betreffen und manchmal mit Todesurteilen enden.

Selbst wenn keine Blasphemiegesetze durch den Staat verhängt werden, führt die zugrundeliegende Mentalität hinter diesen Gesetzen oft zu einem sozialen Druck, der davon abhält, die Ansichten der zugrundeliegenden Religion zu hinterfragen. Dieser Druck reicht bis hin zu tödlicher Gewalt derer, die durch das Infragestellen ihres Glaubens aufgebracht sind. Denken wir nur an die vielen Blogger in Bangladesch, die in den vergangenen Jahren von religiösen Extremisten zerhackt wurden.

Der Zweck der Blasphemiegesetze ist klar: Sie schüchtern religiöse Minderheiten ein, stillzuhalten und sie helfen der Mehrheitsreligion sich vor Kritik zu immunisieren. Was als heilig gilt, darf nicht infrage gestellt werden.

Natürlich formulieren die Länder, mit Gesetzen, die religiösen Widerspruch kriminalisieren, ihre Gesetze üblicherweise nicht so. Sie verbieten religiösen Widerspruch nicht ausdrücklich. Stattdessen verbieten sie Verhalten, das „Verachtung“ für religiösen Glauben erkennen lässt oder Worte, die Religion herabwürdigen. Aber Gesetze mit dem Ziel zu erlassen, religiöse Gefühle zu schützen, kann die Tatsache nicht verschleiern, dass die Gesetze die freien Äußerungen von Meinungen, die der Mehrheitsreligion widersprechen, unterdrücken. Außerdem ist die angebliche Begründung für diese Gesetze moralisch unhaltbar: Es gibt kein Recht, dass die eigenen religiösen Glaubenssätze – ebenso wie politische oder philosophische – vor Fragen oder Kritik schützt, egal wie sehr man sich von solchen Fragen oder Kritik beleidigt fühlt.

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Was glaubt jemand, der nicht glaubt?

Vernunft als Leitfaden, der Mensch im Mittelpunkt: Wie ein Weltbild jenseits der Religionen aussehen kann.

Von Uwe Lehnert | DER TAGESSPIEGEL

Was Christen oder Muslime glauben, das ist in groben Zügen so ziemlich jedem geläufig. Dagegen ist in der Öffentlichkeit so gut wie nichts darüber bekannt, was konfessionsfreie Menschen denken und für „glaubwürdig“ halten. Das ist eigentlich erstaunlich, bilden sie doch in Deutschland mehr als ein Drittel der Bevölkerung, in Berlin zum Beispiel stellen sie die übergroße Mehrheit dar. Eine repräsentative Befragung des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Frühjahr 2016 ergab für Berlin, dass sich 61 Prozent der Berliner als konfessionsfrei, 21 Prozent als evangelisch und neun Prozent als Mitglied der katholischen Kirche bezeichneten. In den restlichen neun Prozent sind Muslime, Juden und rund 50 weitere Religionsgemeinschaften enthalten.

Konfessionsfreie vertreten mehrheitlich eine Weltanschauung, die sich bewusst von Religion und einem über allem stehenden Gott abgrenzt. Eine Minderheit unter ihnen ist zwar aus der Kirche ausgetreten, betrachtet sich aber oft noch in irgendeiner Weise als religiös.

Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen halten sich vornehm zurück, wenn es um die Darstellung des Denkens und Handelns nichtreligiöser Menschen in Deutschland geht. Dabei ist in allen Staatsverträgen, die zwischen jedem Bundesland und den jeweiligen Rundfunk- und Fernsehanstalten geschlossen wurden, ausdrücklich festgeschrieben, dass diese über alle relevanten gesellschaftlichen Gruppierungen und über alle relevanten gesellschaftlichen Ansichten und Meinungen angemessen zu berichten hätten. Aber lediglich die „staatstragenden“ Religionen haben Vertreter in den Medienräten. Und von denen verfügen fast nur die christlichen Kirchen über eigene Redaktionen und feste Sendezeiten. Diese besitzen somit trotz aller behaupteten Trennung von Staat und Religion ein staatlich gewährtes Privileg. Daher ist es verständlich, dass in oben erwähnter Emnid-Befragung 54 Prozent der interviewten Berliner sich durch die Medien und die Politik nicht ausreichend über die große Gruppe der Konfessionsfreien informiert fühlen.

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Wie der Individualismus das Parteiensystem zerstört

Demokratie in Zeiten der Ausdifferenzierung: jeder Sub-Gruppe ihre Partei / picture alliance
Demokratie basiert auf einem Grundkonsens und der Fähigkeit, Kompromisse einzugehen. Doch das Kennzeichen der Moderne ist der Individualismus. Wie lange können sich die klassischen Parteien noch halten?

Von Alexander Grau | Cicero

Der Individualismus ist das Kennzeichen der Moderne. Darin sind sich die meisten Beobachter einig. Und auch die Alltagserfahrung bestätigt das. Schließlich wollen wir alle ja ganz und gar einzigartig sein, autonom und unverwechselbar. Und so versorgt uns die Massengüterindustrie mit den Insignien eines echten individuellen Lebensstils: dem ganz persönlichen Outfit, der neuesten Extremsportart, und der Individualurlaub ist ohnehin gebucht.

Wie sehr die Ideologie des Individualismus unsere Gesellschaft bestimmt, sieht man auch daran, dass es kaum bekennende Antiindividualisten gibt. Zwar gibt es das übliche kulturkritische Dauerlamento über die Atomisierung und Individualisierung unserer Gesellschaft, über schwindenden Zusammenhalt und die allgegenwärtige Selbstsucht. Doch auf seinen persönlichen individualistischen Lebensstil verzichtet deshalb natürlich niemand. Denn der böse Individualist ist im Zweifelsfall immer der andere.

Doch in individualistischen Gesellschaften schwindet zunehmend der normative Konsens. Das liegt in ihrer Logik. Denn wenn jeder ganz individuell und einzigartig sein will, nimmt die Schnittmenge allgemein verbindlicher Ideale ab.

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Ursula von der Leyen: Dodo des Monats September 2017

Dodo des Monats September 2017 ©HFR

In keinem Bereich wird die Janusköpfigkeit des Christentums so deutlich wie in der Militärseelsorge. Auf der einen Seite propagiert man den Frieden und die Liebe Gottes, auf der anderen wie man feindliche Kinder Gottes am besten ins Jeseits befördert, ohne dabei in Sünde zu verfallen. Gläubige Soldaten sind gute Soldaten. So erklärte Hitler, am 26.04.1933 auf einer Diözesankonferenz den katholischen Bischöfen:

„Es droht eine schwarze Wolke mit Polen. Wir haben Soldaten notwendig, gläubige Soldaten. Gläubige Soldaten sind die wertvollsten. Die setzen alles ein. Darum werden wir die konfessionelle Schule erhalten, um gläubige Menschen durch die Schule zu erziehen.“A.Hitler

Die Bundesministerin meinte, dass die Bindung an eine sittliche Ordnung und das eigene Gewissen mache das Soldat-Sein in der Bundeswehr,„Um dies kritisch zu entwickeln brauchen wir Partner wie die Militärseelsorge.“
Die Zeiten ändern sich, gewisse Inhalte überhaupt nicht.

Artikel 141 der Weimarer Reichsverfassung in den Artikel 140 des Grundgesetzes übernommen:
„Soweit das Bedürfnis nach Gottesdienst und Seelsorge im Heer, in Krankenhäusern, Strafanstalten oder sonstigen öffentlichen Anstalten besteht, sind die Religionsgemeinschaften zur Vornahme religiöser Handlungen zuzulassen, wobei jeder Zwang fernzuhalten ist.“ Damit ist Militärseelsorge Anstaltsseelsorge.

Nichts davon steht in der Weimarer Reichsverfassung institutionelle Verbindungen von Staat und Kirche herzustellen, schon gar nichts davon Militärgeistliche als Staatsbeamte auf Zeit einzusetzen oder die ganze christliche Geisterbeschwörung staatlich zu finanzieren. Genau das ist der Fall.

Militärpfarrer werden von ihrer Heimatkirche für circa 6 Jahre freigestellt. Sie werden vom Militärischen Abschirmdienst überprüft, sie werden Bundesbeamte auf Zeit, sie leisten einen Beamten-Eid, sie haben ihr Büro in der Kaserne, sie fahren Dienstwagen der Bundeswehr, sie werden direkt vom Bundesministerium für Verteidigung bezahlt, sie tragen im Auslandseinsatz und auf Kriegsschiffen militärische Kleidung, und sie haben eine Bundeswehr-Mail-Adresse. Jedes Militärpfarramt ist eine Dienststelle des Bundesministeriums für Verteidigung. Offiziell sind die Militärpfarrer exemt, das ist lateinisch und heißt enthoben. Es bedeutet: Militärpfarrer haben keinen militärischen Dienstgrad. Aber in der Praxis wird ein Militärpfarrer von den Soldaten entsprechend seiner Bezahlung (A14/15) wie ein Oberstleutnant angesehen und angesprochen.

Das Evangelische Kirchenamt für die Bundeswehr ist keine Einrichtung der Kirche, es ist eine Behörde des  Bundesministeriums für Verteidigung. Wenn also die Evangelische Militärseelsorge der Bundeswehr ein Festkonzert im Berliner Dom gibt handelt es sich um eine Party des Bundesverteidigungsministeriums, die Kosten der Sause werden vom Steuerzahler bezahlt.

Von der Leyen ist für das großzügige Interpretieren von politischen Sachverhalten bekannt. Gläubige Soldaten sind sittlich und ordentlich. Ungläubige und Andersgläubige sind es nicht. Ohne das Gott-sei-bei-uns geht es nicht, wie wir oben gesehen haben, gläubige Soldaten setzen alles ein.

Kommen Militärpfarrer in etwas rauhere Gegenden, wo Andersgläubige andere Auffassungen haben, entfernen sie ganz einfach das Christenkreuz vom Schulterstück. Wer will schon so schnell und abrupt seinem Schöpfer gegenübertreten. Man will sittlich weiterleben.  Die Christen im römischen Kolosseum starben fest im Glauben an ihren Gott. Den Pfarrer-Weicheiern heutzutage liegt das nicht, ihre großen Meister verstecken ihre Kreuze ja schon in der Zivilisation des Tempelberges.

In dem Sinne: „Helm ab zum Gebet.“

Weder Adam noch Noah, Weder Abraham noch Mose, weder David noch Jesus waren Moslems


Bild: Lucas Cranach d. Ä. 1530 (public domain)
Der absurde Versuch des Islams die alten Gestalten der Bibel für sich zu beanspruchen

Von Laila Mirzo | Jüdische Rundschau

Jeder Mensch kommt als Moslem auf die Welt. Sie, ich, ja sogar der Papst und natürlich auch alle Rabbiner. Jeder ist von Geburt an Moslem, bis es die Eltern gründlich vermasseln, indem sie uns jüdisch erziehen, uns taufen lassen oder noch schlimmer, uns erzählen, dass es keinen Gott gibt. Der Islam ist die einzige legitime Ordnung, alle anderen Religionen sind Abweichungen und von Menschen konzipierte Irrlehren – so das gängige Narrativ in der islamischen Welt.

Mit Adam, dem Menschenvater und erstem Propheten des Islam, begann die Kette der Gesandten Allahs. Nach islamischer Vorstellung war jeder einzelne von ihnen – Abraham, Noah, Mose und Jesus – Muslime. Doch die Menschen verdrehten die Lehre von dem einen Gott, brachen seine Gesetze oder stellten ihm einen Sohn und einen Heiligen Geist zur Seite. Aus diesem Grund entsandte Gott letztendlich Mohammed, um die korrumpierten Lehren der Christen und Juden zu „korrigieren“.

Jeder wird nach islamischer Vorstellung „als Moslem geboren“
Wenn also ausnahmslos jeder Mensch als Moslem geboren wird, während das Judentum und das Christentum Initiationsriten haben, wie die Beschneidung und die Taufe, hat der Islam durch seinen Besitzanspruch einen erheblichen „Wettbewerbsvorteil“ gegenüber den anderen Schriftreligionen.

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Warum unsere Autorin nicht mehr über ihr „Jüdischsein“ schreiben möchte

Tel Aviv: Für Linda Rachel Sabiers nicht bloß eine aufregende Stadt, sondern ein Versprechen, nicht ständig als Jüdin auftreten zu müssen
Die Jüdin Linda Sabiers lebt in Deutschland und hat häufig über Antisemitismus geschrieben. Jetzt hat sie es satt. Verrät sie sich und ihre Herkunft, wenn sie ab jetzt zum Thema schweigt?

stern.de

Der Holocaust ist unbequem für die deutsche Gesellschaft. Aber nur halb so unbequem wie für Leute wie mich

Tel Aviv riecht unbeschreiblich. In der Kopfnote Oleander, die Herznote Katzenpisse, eine Basisnote aus Meersalz. Dieser Geruch ist, für mich, unmittelbar mit einem Gefühl verbunden, das ich empfand und jedes Mal empfinde, während ich die Frishman-Straße von Osten nach Westen laufe. Tel Aviv ist Eskapismus und Heimat, Anker und Heliumballon zu gleichen Teilen. Am Horizont sehe ich das Mittelmeer, im Hinterkopf sitzt das Schreiben, das mich in jenen Maitagen dieses Jahres nach Israel führte.

Vorab: Dieser Text sollte in seiner Ursprungsidee ein anderer werden als jener, der hier abgedruckt ist. Ich sollte über die Instrumentalisierung von Juden in der deutschen Politik schreiben. Darüber, was eine in Deutschland geborene, aufgewachsene und lebende Jüdin empfindet, wenn jemand wie Frauke Petry die AfD einen „politischen Garanten jüdischen Lebens auch in Zeiten illegaler antisemitischer Migration nach Deutschland“ bezeichnet oder ein Sigmar Gabriel Sätze sagt wie: „Sozialdemokraten waren wie Juden die ersten Opfer des Holocaustes“. In aller, aller Kürze: Natürlich will ich bei solchen Sätzen schreien.

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Was ist Realität?

Image: Timothy Yeo/Centre for Quantum Technologies/National University of Singapore
Ganze Bibliotheken füllen die Themen Idealismus, Subjektivismus, radikaler Konstruktivismus, Solipsismus. Mehr Menschen als man zunächst vermuten würde hängen derartigen Anschauungen an, oder zumindest Bruchstücken davon.

Föderation des Determinismus

Die eigentliche Frage ist:

  1. Von welcher Realität wollen wir sprechen, worum geht es?

Die Realität, die Schmerzen bereitet, wenn man sich einen Finger abhackt. Die Welt, in der wir unsere Probleme zu lösen haben. Nicht eine Drogenwelt im Sinne von „Strawberry Fields“ (Beatles) und auch nicht Michael Endes Phantasiewelt „Phantasia“. Wir sind natürlich Bestandteil dieser objektiven Realität. Man kann sich mit Selbsthypnose oder Drogen „die Realität abschalten“, wenn man sich einen Finger abgehackt hat. In der realen Realität ist der Finger dann aber trotzdem ab. Und natürlich können wir uns auch über eine phantasierte Realität unterhalten, wie in der Religion.
(Und das endet genaugenommen auch schon jede Philosophie).

  1. Mit welcher Erkenntnismethode innerhalb dieser Realität?
  • a) Wahrnehmung
  • b) kritische Rationalität

Alles baut auf Wahrnehmung auf, während die kritisch rationale Methode die Logik beinhaltet, mit der wir die Wahrnehmungen einordnen und verstehen.
„Ich habe eine Erkenntnis von der Welt, also muss ich einen Erkenntnisapparat haben und selbst wenn ich erkenne, dass das nicht sicher ist, ist das eine Erkenntnis, also muss ich so oder so eine Erkenntnisfähigkeit aufweisen. Ich denke, also bin ich.“
Hier dreht sich jedoch der Gedanke um sich selbst – und führt zu nichts; wenn ich traumlos schlafe, gibt es mich dann nicht?

Die Rückkopplung mit der realen Welt erfolgt im Wege der kritisch-rationalen Interpretation der Wahrnehmung:
Bei der Frage, wie wir die objektive Beschaffenheit der Welt erkennen und damit uns selbst am besten verstehen können, darf es keinen Vorrang der Subjektivität geben, sondern einen Vorrang der Rationalität. Wenn man Alkohol trinkt und einem wird schwindelig und alles dreht sich, dann weiß man um die Beeinträchtigung und kann trotz des Schwindels und Drehung rational erkennen, dass diese Wahrnehmung alkoholbedingt ist. Niemand meint, dass sich wirklich die Welt dreht, auch wenn man es so sagt.

Für mich hat die Logik also den Vorrang, weil sie weitreichender ist und besser, weil sie Erkenntnisfehler der direkten Wahrnehmung korrigieren kann. Sie muss aber natürlich immer irgendwo an die Wahrnehmung anknüpfen.

Mit der Rationalität kann man also auch aus der Subjektivität heraus die Subjektivität als solche erkennen und von der objektiven Beschaffenheit der Welt unterscheiden. Wobei natürlich Grenzen gesetzt sind in der korrekten Funktionalität des Gehirns: Mir scheint sie aber aufgrund der evolutionären Entwicklung recht gut ausgebildet zu sein.

Mit der reinen Empfindung ohne rationalen Erkenntnisapparat können wir gar nichts erkennen, außer eben diese subjektive Empfindung. Eine Empfindung ist eine Empfindung. Die Tiere empfinden überwiegend. Bei der Frage, warum wir so und nicht anders empfinden, brauchen wir schon wieder die Rationalität.

  1. Worüber sprechen wir?

Über die objektive Realität, die unabhängig von uns vorhanden ist.
Es mag stimmen, dass wir unsere Vorstellungen in Denkschablonen pressen und dass sich viele subjektive Bereiche aus unserer ganz speziellen Identität ergeben: Unser Verhältnis zu Emotionen, Autorität, Leistung, Angst, einfach alles ist abhängig davon, wann wir aufgewachsen sind, wo, wie, was wir erlebt haben etc. Unter der Farbe „blau“ stellen wir uns nur deshalb blau vor, weil die Augen entsprechende Rezeptoren für diese bestimmte Wellenlänge haben und weil diese Wellenlänge nach Übersetzung in elektrische Impulse in unserem Bewusstsein „blau“ abgebildet wird. Gewissermaßen erleben wir alles auf einer virtuellen Bühne. Dennoch können wir mittels Rationalität verstehen, wie weit dies „echt“ ist.

Und zur sprachlichen Eben: Wenn vor uns im Garten ein ausgewachsener Tiger lauert und wir unterhalten uns über das Problem, dann verwenden wir hierbei zwar Denkschablonen (das ist eine Methode, wenn auch unterbewusst), wir denken und sprechen mit der sprachlichen Übersetzung aber nicht über Denkschablonen, sondern über das Raubtier, das uns in der Realität frisst.

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Deutscher Idealismus:
Das Geistige allein ist das Wirkliche, es ist das Wesen oder das Ansichseiende.“ (G. F. W. Hegel, Phänomenologie des Geistes, Felix Meiner, Hamburg, 6. A., 1952 (Philosophische Bibliothek, Bd. 114), S. 24; Quelle: Bernulf Kanitscheider, Die Materie und ihre Schatten, 1. A., 2007, Alibri Verlag, S. 38).

vgl. auch „Empiriokritizismus“:
[griechisch] der, von R. Avenarius und E. Mach vertretene, kritisch-empiristische, positivistische Lehre, welche die These von der Existenz einer bewusstseinsunabhängigen Objektwelt als metaphysische Annahme ablehnt und durch eine »Kritik der reinen Erfahrung« die »Empfindungen« als Elemente des »natürlichen Weltbildes« zu erweisen sucht.
© 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG

Kanitscheider (s. o.)) nennt als Gegenbeispiel zum deutschen Idealismus Alexander von Humboldt, dem es darum ging, das Wesen der Natur zu verstehen, das unter der Decke der Erscheinungen verhüllt liegt.

Bei Martin Rey findet sich folgende Aussage:
Ein konsequenter Idealismus würde auch bedeuten, dass der Mond nur existierte, wenn jemand zum Mond hinschaut, respektive eine „Monderscheinung“ hat, die aber eben nicht auf einem „realen“ Mond basieren dürfte. Das Mondbeispiel geht auf Albert Einstein zurück, der damit manche Interpretationen der Quantenmechanik ad absurdum führen wollte, die – auf dem Idealismus basieren.“ Martin Rey, „Gibt es eine vom Menschen unabhängige Welt?“

Unabhängig von politischen Ansichten hier ein Lenin-Zitat:
Materialismus ist die Anerkennung der ‚Objekte an sich‘ oder der Objekte außerhalb des Geistes; die Ideen und Empfindungen sind Kopien oder Abbilder dieser Objekte. Die entgegengesetzte Lehre (Idealismus) sagt: die Objekte existieren nicht ‚außerhalb des Geistes‘; sie sind ‚Verbindungen von Empfindungen‘.
(W. I. Lenin: Materialismus und Empiriokritizismus. Kritische Bemerkungen über eine reaktionäre Philosophie. Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau 1947. S. 14.)

Wahl Dodo des Monats September 2017

Dodo des Monats September 2017 ©HFR

Je größer der gesellschaftliche Bedeutungsverlust des institutionalisierten Glaubens, um so lauter das Geschrei der Protagonisten in der Politik, den Kirchen und im Wahlkampf. Während Politiker Gefahr laufen bei unpopulärer Politik abgewählt zu werden, sonnen sich die Pfaffen im sicheren Hafen ihres beamtenrechtlichen Daseins, nicht jeder, aber bei denen die am großmäuligsten zu vernehmen sind ist es schon jeder. Zumal der temporäre Gewinn kirchlicher Appelle äußerst fragwürdig ist. Geht es um Kirchen, Religion, zumindest die christliche, können sogenannte Volksvertreter durchaus hohe Entscheidungsgeschwindigkeiten entwickeln, um danach ins politische Koma zu verfallen. Pfaffen gerieren sich als politische Weise, die jederzeit mit erhobenen Zeigefinger in gesellschaftliche Debatten eingreifen können. Das ist so, weil Politik ohne Rückrat, ohne jedwedes Risiko betrieben wird. Die öffentlich-rechtlichen Bedürfnisanstalten sind dann der Katalysator für gesellschaftliches Koma.

Hier sind die Kandidaten. Die Wahl ist bis zum 07. Oktober 2017, 18.00 Uhr, befristet. Am Folgetag wird der Gewinner hier gewürdigt werden. Viel Spaß damit.

  1.  Gaby Mayr, „dilettiert in Sachen Gleichberechtigung, Gleichstellung“, Evolutionsbiologie nur mit ad hominems.
  2.  Ursula von der Leyen, „Soldaten ohne Seelsorge sind gewissenlos“.
  3.  Manfred Rekwoski, „maßt sich an für die Menschheit sprechen zu können.“
  4.  Olaf Zimmermann, „mag den Hassprediger Luther im Reformationsfeiertag würdigen.“
  5.  Markus Dröge, „nicht gewählter Pfaffe, mit politischer Attitüde.“
  6.  Aiman Mazyk, „Hassan al-Bannas Enkel in Deutschland.“
  7.  Margot Käßmann, „ewig greinende Reformations-Pfäffin.“
  8.  Stephan Weil, „politisch versagt, droht er nun mit dem Reformationsfeiertag.“
  9.  Horst Schneider, „keine Probleme mit Wunderheilungen, empfiehlt sich für die SPD.
  10.  Marianne Birthler, „schön geredeter Bedeutungsverlust des Evangeliums.“
  11.  Heinrich Bedford-Strohm, „weiß nicht, dass es keine kirchlichen Feiertage gibt.“
  12.  Fabian Vogt, „Protestanten-Gott braucht Jesus-ähnlichen Roboter.“
  13.  Gregor Gysi, „reformatorischer Größenwahn.“
  14.  Dietmar Woidke, „sieht Randkirche in der Mitte seiner Gesellschaft.
  15.  Diakonie/Caritas, „arbeitsrechtliches Paralleluniversum, außerhalb gesellschaftlicher Kontrolle.“

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Dodo Mazyeks Echokammer

Bild. @aimanMazyek/Twitter. Screenshot: bb

Die Schwierigkeiten im begrifflichen Verständnis zum Thema Islam, Religionsfreiheit, Liberalismus, von Aiman Mazyek, sind hinreichend bekannt. Einer der Gründe zweifacher Dodo-Preisträger zu sein. Seine Interpretationen zum Thema Islamismus, Muslimbruderschaft sind hier unvergessen.
Die vergangene Bundestagswahl ist gerade zwei Tage Geschichte, aber für Mazyek ist viel früher klar, welche Ursachen die Alternative für Deutschland(AfD) in den Bundestag gebracht haben. Wer H. Abdel-Samad, A.H. Ourghi, B. Tibi, A. Hirsi Ali, S. Ates, A.Mansour liest, wählt die AfD. So einfach, so billig. Ein komplexer gesellschaftlicher Prozess, die Integration einer Religion wird mit einfachen Antworten gelöst. Nennen wir es islamischen Populismus. Mazyek befindet sich mit seinem Tweet auf Twitter genau da, wo er nicht hinwollte, bei der AfD, nicht besser aber auch nicht schlechter.
Schauen wir uns die weltanschaulichen Feinde des Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime an.
Hamed Abdel-Samad, Sohn eines Imams. Der deutsche Ägypter ist wohl einer der profiliertesten Islam-Kritiker. Er kennt den Koran, die Mythen, ihre Auslegungen und die Geschichte der islamischen Religion. Ein Abtrünniger, ein Apostat, in einer Reihe von islamischen Ländern würde er als vogelfrei gelten. Die Reformierbarkeit des Islam hält er für unmöglich.

Abdel-Hakim Ourghi und Syran Ates. Während Abdel-Samad seiner Religion abgeschworen hat und man ihn beim besten Willen nicht mehr als Muslim bezeichnen kann, sind Ates und Ourghi religiöse Muslime. Ourghi plädiert für einen Islam, der unserer modernen Lebenswelt angepasst ist, Predigten in deutscher Sprache, keine Auslandsfinanzierungen für Moscheevereine, Stiftungen und Dachverbände. Für Ourghi is das geoffenbarte Wort Gottes, das menschgewordene.
Seyran Ates, Feministin, Rechtsanwältin steht für einen säkularen, liberalen Islam, für die Trennung von Staat und Religion. Sie hat Attentate überlebt und erhält Polizeischutz. Seit der Gründung der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee gibt es wieder gehäuft Morddrohungen.

Die US-Amerikanerin Ayaan Hirsi Ali ist als Atheistin, die sich von ihrem muslimischen Glauben losgesagt hat ausreichend bekannt.

Bassam Tibi hat sich als Gelehrter einen Namen mit Begriffen wie Euro-Islam, Scharia-Islam, Parallelgesellschaft und Leitkultur gemacht.

Ahmad Mansour, Psychologe, Islamismus-Experte aktiv gegen Radikalisierung, Unterdrückung im Namen der Ehre und Antisemitismus in der islamischen Gemeinschaft.

Wer sich also mit den Lehren, Meinungen, Auffassungen, der hier kurz dargestellten Persönlichkeiten befasst, identifiziert, wählt AfD. So Aiman Mazyek. Das ist Anti-Aufklärung im besten Sinne. Einer der Gründe das Ates und Co Polizeischutz benötigen. Altgelebter, reaktionärer Islam. Wer anders denkt ist rassistisch, „islamophob“ um den gequälten Begriff der Muslimbruderschaft zu verwenden.
Wer so denkt und es auch noch twittert hat die Prinzipien einer freiheitlichen, demokratischen Gesellschaft nicht verstanden oder will sie nicht verstehen. Die Aufzählung in dieser Hinsicht ist unvollständig, Broder, Wolffsohn hätten auch noch gepasst.

 

 

Schutzmacht – Schutzgeld – Schutzjuden

Bild: Peter Laskowski/FB
Mal ganz abgesehen von dem martialischen Vokabular – ist der Begriff den Alice Weidel verwendet, auch noch ganz anders belastet, wenn sie behauptet die AfD sei die „einzig verbliebene Schutzmacht“ der Homosexuellen.

Von Wolfgang Brosche | Gespräche über Pflaumenbäume

Diese „Schutzmacht“ läßt natürlich sofort an Schutzgelderpressung denken – mag sein, daß die AfD für diesen Schutz kein Geld kassiert (da bezahlt wohl bereits Moskau – aber ein Zubrot kann an ja nicht abschlagen), doch Wohlverhalten, Liebedienerei, Kuschen…wird sie verlangen – wie es ja David Berger schon an den Tag legt, seit der mit der AfD schmust – und jetzt natürlich auch mit Frau Weidel.

Wenn Weidel von „Schutzmacht“ schwadroniert, heißt das eigentlich: „Haltet bloß die Goschen.Wir lassen Euch leben, das muß Euch reichen!“ Nie mehr Ehe für Alle Schutz vor Diskriminierung etc. Es ist kein Wunder, daß Berger in diesem Gesang einstimmt, denn sein Selbsthaß treibt immer bizarrere Blüten…

Eine zweite Assoziation, die mir sofort kam:
Seit dem Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert setzte dem allgemeinen und hoheitlichen Antisemitismus die Institution des „Schutzjuden“ bösartige Akzente auf den Judenhaß obenauf.
Gegen die Entrichtung von Gebühren konnten sich einige Juden diesen Titel kaufen und damit ein paar Privilegien, Gnadenakte also, die auch rasch wieder zurückgezogen werden konnten. Solange sie dem jeweiligen Landesherrn etwas einbrachten, wurden einige Juden geduldet.
Den Gipfel setzte dieser Praxis dann Goebbels auf mit seinem Spruch: „Wer Jude ist, bestimme ich!“
Noch viel schlimmer trieb es dann der Propagandaminister, als er gestattete, daß einige bereits im KZ vegetierende Juden beim übelsten Propagandafilm – „Jud Süß“ – mitachen durften als Statisten, damit ihre Gebräuche auch ganz authentisch dargestellt würden. Dieser Film erzählt auf perfideste Weise allerdings die tragische Geschichte eines solchen „Schutzjuden“ – der hier in niedrigster Propagandamanier zum Schurken Betrüger, Kriegstreiber und Vergewaltiger wird. Dafür also brauchten die Nazis „ihre“ Schutzjuden – zur Denunziation und Verleumdung. Keine Frage, daß diese Statisten schließlich doch ins Gas geschickt wurden.

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Die deutschen Wähler präsentierten Rechnung für die Flüchtlingskrise

(c) REUTERS
Mit ihrer Politik der offenen Grenzen schuf CDU-Kanzlerin Merkel zu viel Raum rechts der Mitte. Das rächte sich. Die Große Koalition ist abgewählt.

Von Christian Ultsch | Die Presse.com

Deutschland ist nach rechts gerückt. Mit zwei Jahren Verspätung präsentierten die deutschen Wähler ihre Rechnung für die Flüchtlingskrise. Es ist allein dieses Thema, das die Alternative für Deutschland (AfD) so stark gemacht hat. In einem anderen politischen Umfeld wären die Rechtsnationalisten angesichts ihrer eklatanten Führungsschwäche und ihrer wiederkehrenden inneren Grabenkämpfe längst auf dem Misthaufen der Geschichte gelandet. Doch der anhaltende Unmut über Angela Merkels Politik der offenen Grenzen und die Folgen der Massenzuwanderung hat dieser bereits todgeweihten Anti-Euro-Bewegung neues Leben eingehaucht.

Der Cordon sanitaire, den deutsche Medien um die AfD gezogen haben, hat nichts genützt. Das rechte Sammelbecken für die radikal Unzufriedenen verdreifachte bei der Bundestagswahl sein Ergebnis und katapultierte sich auf den dritten Rang. Sollte sich die SPD abermals für eine Große Koalition hergeben, wäre künftig eine europafeindliche Partei stärkste Oppositionskraft im Bundestag, die Rassisten und Geschichtsrevisionisten in ihren Reihen hat. Für Deutschland bedeutet das einen Kulturbruch. Weniger aufgeregt lässt sich anmerken, dass sich das Land gleichsam normalisiert: Der Rechtspopulismus hält nun auch in Europas letzter Bastion der Mäßigung Einzug. In Moskau gibt es jedenfalls jemanden, der sich über dieses Ergebnis sehr freuen wird.

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Fantasialand

Dass Deutschland ein Land bleibt, „in dem wir gut und gerne leben“, ist längst nicht sicher / picture alliance
Eine vierte Amtszeit von Angela Merkel senkt sich unvermeidbar auf das Land. Vor den ernsten Problemen duckt sich die Politik weg und fabuliert lieber von multikulturellen Gesellschaftsfantasien. Doch die Zeichen in der Welt stehen auf Sturm

Von Alexander Grau | Cicero

Es hat etwas Unwirkliches. Morgen wird das vierte Kabinett Merkel gewählt werden. So oder so. Es ist wie in einem Traum. Surreal und wirklichkeitsenthoben. Wie Zuckerwatte senkt sich das Unvermeidbare auf das Land, flauschig und süß, verführerisch und klebrig.

Wie genau die neue Regierung aussehen wird, ob Schwarz-Rot oder doch in den Farben von Jamaika, ist dabei vollkommen gleichgültig. Weil die neue Regierungschefin die alte sein wird, weil die Differenzen zwischen den Parteien sich fast nur noch im Symbolischen erschöpfen und weil die deutsche Politik sich ängstlich vor den ernsten Problemen wegduckt und lieber in Wohlfühlthemen à la frühkindlicher Bildung, Digitalisierung und Glasfaserausbau planscht. „Zukunftsthemen“ nennt man das dann. Dabei haben diese Politplacebos mit der Zukunft ungefähr so viel zu tun, wie die wirklichkeitsfremde „Parallelaktion“ in Robert Musils Roman „Mann ohne Eigenschaften“.

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Expect the Inquisition

Pool photo by Alberto Pizzoli
In the Catholic Church of Pope Francis, it is dangerous to be too conservative. Professor Josef Seifert, a distinguished Catholic philosopher from Austria, discovered this recently, when he was dismissed from his position at the University of Granada in Spain by the local archbishop.

By Ross Douthat | New York Times

Seifert’s sin was to have raised questions about “Amoris Laetitia,” the controversial papal exhortation on marriage, whose ambiguous statements on divorce and remarriage the philosopher described as a potential “theological atom bomb” for Catholic moral teaching. Such stark criticism of a sitting pope “damages the communion of the church,” Granada’s archbishop wrote, while retiring the professor from his academic post.

Meanwhile, in the Catholic Church of Pope Francis it is also dangerous to be too liberal. Father James Martin, a famous American Jesuit author, discovered this last weekend, when he was disinvited from a talk at the Theological College of the Catholic University of America, and had another talk in London rescheduled, after an internet campaign by traditionalist priests and laypeople.

Father Martin is the author of a new book, “Building a Bridge,” urging dialogue and reconciliation between the Catholic Church and gay people, and his critics charge him with effectively denying church teaching on sexuality (a charge that he denies). The institutions did not endorse the charge; they simply decided to duck the controversy.

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„Marsch für das Leben“ – Samstagszug der Religioten

Flyer des diesjährigen Marsches. Bild: bb

Am Samstag, dem 16. September 2017 ist es wieder soweit, gegen 13 Uhr beginnt in Berlin der Marsch der biblischen Bescheidwisser-und sager. Alexandra Maria Linder, Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht e.V. hat geladen.
Gut, dass es das Down-Syndrom gibt. Kinder bei denen auf Grund einer Genommutation das gesamte 21. Chromosom oder Teile davon dreifach vorhanden sind. Gottes Schöpfung ist fehlerbehaftet. Das Down-Syndrom wird von den Bibel-Fundamentalisten in hervorragender Art und Weise instrumentalisiert. „Menschen, die selbst von Abtreibung betroffen sind, die mit Krankheiten und Behinderungen leben oder Familien mit besonderen Kindern begleiten, die sich um Schwangere in der Not oder Sterbende kümmern, denen die Würde des Menschen in allen Stadien seiner Existenz, von der Zeugung bis zum Tod, wichtig ist.“ Lesen wir im Anschreiben des Bundesverbandes.
Die von pränatalen Fruchtwasserträumen gebeutelten geben vor „Die Schwächsten schützen“ zu wollen. Sie sind gegen den kassenfinanzierten PraenaTest, gegen Leihmutterschaft, Keimbahnmanipulationen und Experimente mit Mensch-Tier-Mischwesen. Sie sind gegen sexuelle Selbstbestimmung, das Recht der Frauen über ihren Körper, ihre Gesundheit bestimmen zu können. Sie sind gegen das Recht der Eltern gesunde Kinder zu zeugen. Sie wollen menschliche Reproduktion im Sinne ihres biblischen Weltverständnisses. Ihr Ziel ist es Politik so zu beeinflussen, dass Gesetze und Regeln gemäß der religiösen Weltsicht aufgestellt werden.

Unbestritten ihr Recht so zu leben wie sie es wünschen. Bestritten ist der Versuch ihre rückwärts gewandte Weltsicht auf Menschen übertragen zu wollen, die ihre Weltsicht nicht teilen, bestritten wird der Versuch Menschenrecht einzuschränken und Andersdenkende zu diskriminieren.  Die gleichen Leute, die am Samstag für das „Lebensrecht“ eintreten, sind gegen die Ehe für alle, diskriminieren die Würde von Homosexuellen und haben keine Hemmungen Andersdenkende zu diskreditieren.
Liest man die Liste der Grußworte dämmert die Drohung eines möglichen Gottesstaates auf. Wir finden Bosbach, Marx, Koch und jede Menge Religiotie die sich im Bundes-und Landtagen manifestiert. Die EKD und die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg versagen sich dem Bibel-Karneval.

Linder und Hartmut Steeb, Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, laden für den Freitag, 15. September 2017 zu einer „Fachtagung“ Bioethik und Menschenwürde ein. An der Wissenschaftlichkeit der „Fachtagung“ darf gezweifelt werden. Der Schlusssatz der Einladung meint, „Im Anschluss besteht die Gelegenheit zum gemeinsamen Abendessen.“ Das klingt wie eine Drohung.
Niemand vertritt evangelikale Ideologie deutlicher als Steeb, nicht von ungefähr seine Verbindungen zu Rechtspopulisten und rechtskonservativen Weltsichten. Er ist ein Beispiel dafür, wie christlicher Fundamentalismus  und rechtsextreme Ideologien zusammen gehen können.

Erbsenzählerei

Bild: 4ever.eu
In einem Forum erlebte ich es neulich, dass ein Indeterminist jemandem „Erbsenzählerei“ vorwarf – also zu genau zu sein: Übergenau. Der Vorwurf mag berechtigt sein, wenn Genauigkeit nichts bringt.

Föderation des Determinismus

Der Vorwurf der Ungenauigkeit im Denken geht aber gerade an die Indeterministen, die die Unbestimmtheit eines Vorgangs gerade zum Gegenstand ihrer Weltanschauung machen. Deshalb habe ich mich gefragt, ob sich das Bild des „Erbsenzählens“ nicht zur Darstellung des Indeterminismus verwenden lässt. Der Vorwurf der Unbestimmtheit im Denken lag schon dem Artikel „Pinkbox“ vom 25.04.2016 zugrunde.

Wir kennen verschiedene Formen von vorgestelltem Indeterminismus

  1. Grundlose Materieentstehung oder Schwund
  2. Grundlose Bewegung eines unbewegten Zustandes
  3. Grundlose Abweichungen in Vorgängen (z. B. Bewegungsabweichung)
  4. Vergleichbar, aber nicht ausdrücklich Indeterminismus: Annahme, dass bestimmten Eigenschaften der Materie (z. B. Magnetismus) nichts weiter zugrunde liegt, was diese Funktion irgendwie begründen könnte.

Allgemein kann man Indeterminismus als die Behauptung bezeichnen, dass überhaupt irgendeiner Eigenschaft, Erscheinung einem Objekt oder dessen Verhalten nichts weiter zugrunde liegt.

Plastische Musterbeispiele sind erforderlich, um klar zu machen, worum es geht, um die zwingenden Schlussfolgerungen indeterministischer Positionen zu verdeutlichen (vgl. Artikel Korollarium vom 16.02.2017), aber auch, um Missverständnisse zu vermeiden, z. B. aufgrund des unterschiedlichen Sprachgebrauchs in der Physik einerseits und der Alltagssprache andererseits (vgl. Über den anschaulichen Inhalt der quantentheoretischen Kinematik und Mechanik, 25.02.2015): Es muss also differenziert werden, ob man von dem bewiesenen Kenntnisstand über etwas spricht oder ob man davon redet, wie etwas wirklich ist – und das ist nicht nur in der Physik ein Problem.

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Heribert Hirte: Dodo des Monats August 2017

Dodo des Monats August 2017 ©HFR

Kannte jemand Heribert Hirte, vor seinem Interview, welches er dem Internetauftritt des deutschen Episkopats, katholisch.de gegeben hatte, als Mitglied des Bundestages? Wohl eher nicht. Rechtswissenschaftler Hirte ist so etwas wie ein Nebenberufspolitiker, ein parlamentarischer Hinterbänkler, der sich die Thematik der Religionsfreiheit auf die Fahnen geschrieben hat.
Hirte ist gebürtiger Kölner, sein rheinländischer Katholizismus damit älter als das Christentum, so argumentiert er auch, doch dazu später etwas mehr.
Seine private Facebook-Seite ist toter als Kardinal Meisner, Kommentatoren warten auf Antworten, die ihnen wahrscheinlich niemals gegeben werden. In Sachen Politik ist Unkenntnis, besser Desinteresse zu erkennen. Soviel gepflegte Inkompetenz wird dem Rheinländer wieder zu einem Direktmandat in den Bundestag verhelfen, katholische Provinzialität in Berlin, vielleicht ist er ja einer der Mentoren von Jens Spahn, der mit seiner Dorftrottel-Attitüde wesentlich mehr Schwierigkeiten in der Großstadt hat, als ein Kölner.

[…]
Wir haben – auch in Absprache mit den Bundesländern – die Vorschriften für das Bewachungspersonal in den Flüchtlingsheimen verschärft und mit Blick auf die Religionsfreiheit eine höhere Sensibilität angemahnt. Die tatsächlichen Herausforderungen für ein friedliches Miteinander in Deutschland sehe ich allerdings ganz woanders.

Frage: Nämlich wo?

Hirte: In dem zunehmenden Atheismus in unserem Land – damit tun sich alle Religionen gleichermaßen schwer. Ich vertrete entschieden die These, dass wir in Deutschland kein Problem der Islamisierung, sondern vielmehr ein Problem der Entchristlichung und des wachsenden Atheismus haben. Der Widerstand gegen Minarette, Kreuze oder andere religiöse Zeichen im öffentlichen Raum ist immer dort am stärksten, wo auch der Atheismus am stärksten ausgeprägt ist. Beispielhaft für dieses Problem kann man den geplanten Bau der Ahmadiyya-Moschee in Erfurt nennen, aber auch die Debatte um das Kuppelkreuz auf dem Neubau des Berliner Stadtschlosses.katholisch.de

Es ist diese dumme, alte Leier, deren sich Pfaffen, Politiker und ihre Apologeten seit Jahrhunderten bedienen, der Atheismus ist das Problem. Mir ist kein Fall bekannt, dass ein Atheist in einer Kirche seine Weltanschauung vertreten hätte, ausgenommen jene, die den Pfaffen das Maul reden und sich auf die moralbegründenden Eigenschaften kirchlichen Daseins berufen, dabei all jenes vergessen wollen, dass Frauenrechte, Gleichberechtigung, soziale Teilhabe, Bildung, Gesundheitsvorsorge den Kirchen abgerungen werden mussten. Die katholischen Pfaffen erst mit dem Zweiten Vatikanum die Religionsfreiheit anerkannten und bis heute die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verneinen, weil sie dem Naturrecht widerspreche. Das ist der Blödsinn Manisch-Depressiver die bei einer geschnitzten männlichen Halbnackt-Figur feuchte Träume bekommen.

Atheisten, und Ungläubige müssen sich dem Diktat des Christentums unterwerfen, ob nun akustische Umweltverschmutzung in Form von Glockengeläut, das Ertragen sogenannter Stiller Feiertage mit Tanzverbot, das Waffengeklirr und Geschrei aufeinander schießender Soldaten haben nie gestört. Atheisten müssen den Luther-Kult ertragen und die Kotzgrenze dürfte erreicht sein, es gibt nichts Blödes was im Zusammenhang mit dem Reformationsjubiläum nicht gesagt wurde. Wir müssen Radio u. Fernsehsendungen ertragen, die man wegschalten kann, die man als Atheist aber mit seinem Rundfunkbeitrag finanziert. Wir ertragen Eure besserwisserische Larmoyanz, dieses kindlich greinende beleidigt sein wenn es um Eure „religiösen Gefühle“ geht. Wir ertragen, dass man unseren Vereinen die Gleichheit vor dem Gesetz verweigert, weil man den aufklärerischen und bildungspolitischen Auftrag mit dem Wort Parodie wegredet. Wir ertragen Eure bigotte Moral, wir sehen die Diskrepanz zwischen Eurem Wollen und Eurem Sein. Wir ertragen Eure Bibelsprüche, Eure Werbung in S-und U-Bahnen, in Zügen, Bussen und in der Tram, auf Bahnhöfen, Straßen und öffentlichen Toiletten. Wir ertragen, wenn Eure milliardenschweren Kirchenkonzerne bettelnd auf den Plätzen stehen.

Und wenn es Euren Gott gibt, dann erträgt er uns, dann habt Ihr uns zu ertragen, alles andere ist ein Mangel an Glaube. Und wenn es ihn nicht gibt, ändert sich für uns nichts, für Euch aber Alles.
In Eurer ganzen göttlichen Verzweiflung seit Ihr lächerlich. Ihr erkennt nicht, dass der Prozess der Entchristlichung zu einem guten Teil aus Euch selbst entspringt, aus Eurer institutionalisierten Religion, Euer weltliches Leben steht im tiefen Widerspruch zu den Schriften Eurer Wüstenreligion. Ihr habt mitgeholfen die Bedingungen für die Säkularisation zu entwickeln, sie braucht Euch nicht mehr. Bis auf jene, die sich eben ein selbstbestimmtes Leben, ohne jedweden Gottesgehorsam vorstellen können.

Der erste Blitzableiter auf einer Kirche hat alles geändert. Ihr habt es noch nicht begriffen.
Ihr versprecht etwas und müsst es nie erfüllen, Ihr lasst Euch bezahlen, bringt aber keine Leistung – Krämerseelen.

Das macht Menschen wie Hirte Angst, dass macht ihm mehr Angst als eine mögliche Islamisierung. Sein Gott sei in der Welt und sei es als Dhimmi, nur keine Atheisten, alles andere ist recht.

 

Wahl Dodo des Monats August 2017

Dodo des Monats August 2017 ©HFR

Die Bundestagswahl in diesem Monat wirft ihre Schatten voraus. Politik und nicht wenige Schlagwort-Geber der Kirchen füllen den medialen Strom der Nachrichten täglich mit Blödsinn bis hin zur Idiotie. Die Feststellung der Kanzlerin Beten sei Privatsache ist so der Gipfel protestantischer Kleingeistigkeit, schweigen wäre die bessere Wahl gewesen. AfD-Gauland steht wohl kurz davor in SA-Uniform auf der Bühne zu erscheinen, während Theologen täglichen ihren Müll ins Internet gießen.

Die Wahl ist bis zum 07.09.2017, 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird, am folgenden Tag, hier gewürdigt werden.

Die Kandidaten:

  1.  Helmut Affelt, „kleinkindischer Protest eines Türkenfeindes.“
  2.  Angela Merkel, „beten sei eine sehr private Angelegenheit.“
  3.  Hermann Gröhe, „Rechtstreue gegen religiöse Bigotterie, letztere gewinnt.“
  4.  Deutsche Bibelgesellschaft, „missionieren unter Afghanen.“
  5.  Alexander Gauland, „alternativer Müllschlucker.“
  6.  Heinrich Bedford-Strohm, „Fake News Produzent verlangt Qualitätsmedien.“
  7.  Thomas de Maizière, „mag Sultane.“
  8.  Günther Oettinger, „großzügig mit Geld, dass ihm nicht gehört.“
  9.  Heribert Hirte, „Endkampf gegen den Atheismus.“
  10.   Aiman Mazyek, „islamische Heulsuse.“
  11.   Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“, Gotteswahn gegen Homoehe.“
  12.  Jens Spahn, „Hinterwäldler mit paranoiden Großstadtgefühl.“
  13.  Andreas Kruse, „Pseudowissenenschaft mit Luther.“
  14.  Ulrich Hemel, „Schwierigkeiten mit der Kirchensteuer.“
  15.  Hartmut Rosa, „professoraler Unsinn über Demokratie und Religion.“

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Warum Feminismus nicht nur ein Spezialfall des Humanismus ist

foto: apa/marcelo sayao Eine diskriminierungsfreie Gesellschaft wird auch der Feminismus nicht schaffen können. Das Bild zeigt die Ausstellung „Weight and lightness. Latin American photography between humanism and violence“, die 2012 im Cervantes Institut in Rio de Janeiro zu sehen war.
Humanismus bleibt aber die Antwort darauf schuldig, wie wir damit umgehen sollen, wenn die Würde des Menschen verletzt wird

Von Nils Pickert | dieStandard.at/Blog

Warum? Immer wieder: Warum? Seit ich mich mit Feminismus als sozialer Bewegung, politischer Theorie und, ja, von mir aus auch Ideologie beschäftige, verfolgt mich diese eine Frage: Warum machst du das? Flankiert wird diese Frage dabei oft von der Bemerkung, dass Gleichberechtigung „und so“ ja schön und gut sei, ich doch aber mit meinen Forderungen viel besser beim Humanismus aufgehoben sei. Der umfasse schließlich alle Menschen und beziehe die Rechte von Frauen folglich mit ein.

Überhaupt Frauen! Mit meinem Interesse an Geschlechtergerechtigkeit und Diskriminierungsfreiheit sei ich doch beim Feminismus nicht besonders gut aufgehoben, weil der ja schließlich, und wer wüsste das nicht, nur die Vorherrschaft des einen Geschlechts durch die des anderen ersetzen wolle.

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Warum sichere Grenzen nötig sind

Flüchtlinge warten in der Nähe des geräumten „Dschungel von Calais“ an einer Essensausgabe.FOTO: REUTERS
Am Montag treffen sich europäische und afrikanische Staaten zum Migrationsgipfel. Deutschland muss zugeben, dass offene Grenzen und ein Recht auf Einreise und ein Asylverfahren aus der Zeit gefallen sind.

Von Barbara John | DER TAGESSPIEGEL

Wer, wie ich, im Jahr 1990 den Fernsehfilm „Der Marsch“ gesehen hat, eine Gemeinschaftsproduktion europäischer Sendeanstalten unter der Federführung der BBC, der glaubt, Parallelen zu erkennen zu aktuellen Bildern von Bootsflüchtlingen im Mittelmeer. Der Film war ein Schreckensszenario. Vor mir sehe ich noch die fiktiven Bilder des endlosen stummen Marsches zehntausender verzweifelter Afrikaner in traditionellen Gewändern, die sich, aus Äthiopien, Somalia und dem Tschad kommend, auf den Weg nach Gibraltar machten. Der Grund: eine ökologische Katastrophe, verursacht durch die Klimaerwärmung und eine fünfjährige Trockenperiode. Die gelieferten Hilfsgüter aus Europa kamen bei den Hilflosen nie an. Also schleppen sie sich mit letzter Kraft nach Europa in der Erwartung: „Wir kommen, da wir glauben, ihr lasst uns nicht sterben, wenn wir kommen.“ Als am Ende des Films Tausende von Booten nach Gibraltar übersetzen, erwarten sie Panzer und bewaffnete Soldaten.

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Von Staatsrundfunk und Zwangsgebühr

© DPA Diese Herrschaften sind vielleicht essentiell für die MS Deutschland, aber die Demokratie im Lande käme zur Not auch ohne sie aus.
Nichts gegen Spaßköche und Heimatklänge, auch nichts gegen Arte und das Deutschlandradio. Doch wer behauptet, jeder müsse alles bezahlen, weil sonst das Gemeinwesen gefährdet sei, der verkauft die Bürger für dumm. Ein Kommentar.

Von Jürgen Kaube | Frankfurter Allgemeine

Wir sind von einer Rundfunkkollegin gerügt worden. Wir sollten, sagt sie, nicht „immer wieder“ das böse Wort vom „Staatsrundfunk“ drucken. Der Rundfunk sei hierzulande nämlich staatsfern organisiert. Und „Zwangsgebühren“ gebe es auch nicht, sondern nur eine finanzielle Sicherheit, die von der Verfassung gewollt sei, „um eine Grundversorgung an Information sicherzustellen“. Das wüssten wir doch alles. Warum schrieben wir denn dann dauernd anders?

Tatsächlich hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung das Wort „Staatsrundfunk“ in den vergangenen zwei Jahren für ARD und ZDFüberhaupt nicht verwendet, nur einmal – als einen Spruch der AfD – zitiert. Das Wort „Zwangsgebühren“ wurde ebenso wie „Staatsmedien“ ein einziges Mal gebraucht, „Zwangsbeitrag“ hingegen in etwa sechshundert Ausgaben dann doch zehnmal. Dies als Hinweis, wie die Empfindlichkeiten verteilt sind, und als Indiz, wie unsicher die Grundversorgung an Information mitunter dann doch ist.

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