Kara Cahil

Aydan Özoğuz. Bild: RDF
Über Aydan Özoğuz und die deutsche Kultur

Von Giordano Brunello | Richard-Dawkins-Foundation

Die deutsche Sprache ist eine wunderbare Sprache, reich an Ausdrücken, die manchmal so perfekt sind, um gewisse Dinge zu umschreiben, dass andere Sprachen Begriffe aus ihr eins zu eins übernommen haben. Der französische Ausdruck le leitmotiv ist ein solches Beispiel, oder le kitsch, oder le glockenspiel. Das Französisch steht aber nicht alleine da, wenn es darum geht, der deutschen Sprache Wörter zu entnehmen. Auch das Englische hat sich mehrfach aus dem deutschen Sprachschatz bedient. So gibt es im Englischen Begriffe wie the bildungsroman, the doppelganger, the rucksack oder the wunderkind.

Die türkische Sprache ist gewiss nicht so reich an Ausdrücken wie die deutsche. Nichtsdestotrotz konnte sie die deutsche Sprache beispielsweise mit den Begriffen Kiosk (köşk für Villa oder Pavillion) oder Joghurt (yoğurt) bereichern, die aus dem Türkischen stammen. Es gebe noch weitere Wörter im Türkischen, welche Aufnahme in andere Sprachen – unter anderem auch ins Deutsche – finden könnten, weil sie Dinge beschreiben, für die es in anderen Sprachen keine befriedigende Übersetzung gibt, so wie der deutsche Begriff Leitmotiv, den ich oben erwähnt habe. Yakamoz ist ein solches Beispiel. Yakamoz beschreibt das Leuchten im Meer, das insbesondere in Mondnächten entsteht, wenn sich Fische im Wasser bewegen, oder wenn sich die Ruder von Booten, die sich im Wasser befinden, bewegen. Gemäss Spiegel-Bericht sei yakamoz übrigens im Jahr 2007 zum schönsten Wort der Welt ernannt worden, wobei der Artikel den Begriff fälschlicherweise und damit etwas unglücklich mit „Widerspiegelung des Mondes im Wasser“ übersetzt. Phosphoreszenz wäre als Übersetzung sicherlich treffender, wobei yakamoz eben nicht jede Phosphoreszenz umschreibt, sondern nur jene in der vorerwähnten Konstellation.

Es gibt einen weiteren wunderbaren türkischen Ausdruck, der sich ähnlich wie yakamoz auch nicht so ohne weiteres ins Deutsche übersetzen lässt: Kara cahil. Mir ist es wichtig, dass die Leser kara cahil richtig aussprechen: Kara Dschaahill. Nur so gibt es wenn auch nur eine äußerst kleine Chance, dass der Ausdruck wenigstens in der deutschen Umgangssprache Gebrauch findet, insbesondere wenn von Aydan Özoğuz die Rede ist. Und jetzt alle zusammen: Kara cahil! Und nochmals: Kara cahil!

Genau diese beiden Wörter sprach ich ganz spontan und laut aus, als ich gestern die nachfolgenden zwei Sätze der Integrationsbeauftragten des Bundes Aydan Özoğuz in einem von ihr verfassten Artikel im Tagesspiegel las:

„Kein Wunder, denn eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar. Schon historisch haben eher regionale Kulturen, haben Einwanderung und Vielfalt unsere Geschichte geprägt.“

Da ich meistens in deutscher Sprache denke, erst recht, wenn ich Deutsch spreche oder einen deutschen Text lese, war ich selbst ein wenig überrascht, als ich ausgerechnet auf Türkisch spontan und laut (keine Angst, liebe Leser, ich war in meinem Wohnzimmer) „Kara cahil!“ rief. „Kara cahil Aydan Özoğuz!“ sprach ich weiter. Dann sagte ich noch einige weitere Dinge auf Türkisch, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte.

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Julian Assange fordert bedingungslose Transparenz – aber nur von anderen

Julian Assange steht am Freitag auf dem Balkon der ecuadorianischen Botschaft in London. (Foto: dpa)
Der Erfinder von Wikileaks stellt die Geheimnisse von Staaten ins Netz. Sich selbst und seine Motive aber hält er lieber versteckt. Damit schadet er der guten Sache, für die er eigentlich kämpft.

Kommentar von Nicolas Richter | Süddeutsche.de

Julian Assange ist keine Lichtgestalt, er ist eher ein Beleuchter. Er steht mit einem Theaterscheinwerfer auf dunkler Bühne, leuchtet die Ecken aus; das Publikum staunt über Peinliches und Ungeheuerliches. Assange selbst aber steht im Dunkeln: Das Licht geht von ihm aus, es fällt nicht auf ihn.

Vor einem Jahrzehnt hat er die Enthüllungsplattform Wikileaks erfunden, als moderne Waffe gegen Machtversessenheit und -missbrauch. Er selbst aber blieb oft unsichtbar, vor allem in den vergangenen Jahren: Die schwedische Justiz suchte ihn per Haftbefehl, um ihn zu Vergewaltigungsvorwürfen zu befragen; Assange aber entzog sich, indem er sich in der Londoner Botschaft Ecuadors Asyl gewähren ließ. Nun hat die Staatsanwaltschaft in Schweden die Ermittlungen vorerst eingestellt. Weder aber ist Assange frei, noch weiß die Öffentlichkeit besser als vorher, was sie von ihm zu halten hat.

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„Alien: Covenant“: Der Lockruf der Schöpfung

foto: twentieth century fox Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen: In Ridley Scotts Sequel „Alien: Covenant“ stürzen sich Natur und Technik aufeinander.
Regisseur Ridley Scott fügt der von ihm entwickelten „Alien“-Saga einen fulminanten Baustein hinzu. Das Sequel zu „Prometheus“ knüpft an die alten Tugenden der Serie an

Von Michael Pekler | derStandard.at

„There’s only death here now, and I’m leaving it behind.“ So die Warnung der einzigen Überlebenden in Prometheus an die Menschheit, damit zukünftig niemand mehr auf diesem Planeten landen dürfe. Doch nach ihrem langem Überlebenskampf ließ die junge Frau nicht nur den Tod zurück, wie Regisseur Ridley Scott erst mit der letzten Einstellung das Geheimnis preisgab – auch neues Leben war im Begriff zu entstehen. Es war das erste in diesem Film sichtbare Alien.

Es war zugleich eine Wiedergeburt. Als Prometheus vor fünf Jahren in die Kinos kam, waren Erwartungshaltung und Enttäuschung groß. Letztere aber nur bei jenen, die sich von diesem Prequel zu der 1979 von Scott selbst entwickelten, populären Alien-Saga ein weiteres Monsterspektakel im Weltraum erhofften – eine Aufgabe, die dieser Film aber nicht zu erfüllen gedachte und die stattdessen erst vor wenigen Wochen der Sciencefiction-Horror Life routiniert erledigte.

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Naidoo und Gerüchte über das System

Screenshot aus einem YouTube-Video
Xavier Naidoo ist kein „Systemkritiker“. Wer das Unverzeihliche an seinen Texten verteidigt, läuft Gefahr, zur Marionette seiner Medienstrategie zu werden

Von Marcus Hammerschmitt | TELEPOLIS

Mit einer geschickten Provokation hat der Troubadour von Mannheim wieder einmal eine Empörungswelle in den Medien losgetreten. Das uhrwerkartig ablaufende Spiel führt zu glänzenden Chartplatzierungen und klingelnden Kassen; außerdem schließt es selbstverständlich ein, dass manche sich schützend vor die hehren Ideale des Künstlers werfen und die schnöde Kritik der Medienmeute abwehren wollen. Für Telepolis hat diese Rolle jüngst Marcus Klöckner übernommen, indem er mit viel rhetorischem Aufwand Naidoo zu einem Opfer stilisiert hat (siehe Medienhetze gegen Systemkritik).

Dem muss widersprochen werden.

„Medienhetze“, „Rudeljournalismus“, „mediales Standgericht“ – das sind einige der Beschreibungen, die Marcus Klöckner für die Pressereaktionen auf Xavier Naidoos jüngste Produkte übrig hat. Es sei einmal dahingestellt, ob es in diesem Fall eine irgendwie geartete Formierung „des“ Journalismus gegeben hat; viel wahrscheinlicher ist, dass Medienakteure, wie so oft, zu einem auflagerelevanten Remmidemmi einfach voneinander abgeschrieben haben, weil das – wie damals in der Schule – halt einfach ökonomischer ist.

Für den Moment sei nur festgehalten, dass Marcus Klöckner aus meiner Sicht in seinem Artikel haarscharf an der Unterstellung vorbeischrammt, hinter den Kulissen säßen einige, die auf Knopfdruck die Puppen tanzen lassen, um Naidoo zu schaden – Rudel ohne Anführer und Standgerichte ohne militärische Befehlskette sind nunmal recht selten. Das wäre dann an sich schon sehr naidoonistisch gewesen.

Klöckner bezeichnet Naidoo als einen Künstler. Das ist sein gutes Recht, obwohl man angesichts der textlichen Qualität des Liedes, um das es hier geht an dieser Aussage zweifeln kann. Ganz sicher irrt sich Klöckner meiner Auffassung nach aber mit der Behauptung, Naidoo sei ein „Systemkritiker“.

Wenn das kapitalistische System, also das Verhältnis zwischen den Besitzern von Kapital und Produktionsmitteln auf der einen und den Lohnabhängigen auf der anderen Seite je das Thema von Xavier Naidoos Schaffen war, dann hat er es bisher gut verborgen.

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Katrin Göring-Eckardt: Dodo des Monats April 2017

Dodo des Monats April 2017 ©HFR

KGE macht Marmelade, Erdbeeren und Rhabarber gemischt, letzterer verschwindet, ist also nicht mehr sichtbar, so wie der von ihr geliebte Gott. Kochen und etwas Farbe lassen den Göttlichen im Dampf unsichtbar werden. Dumme Erläuterungen für ein Kind. Indoktrination nennt man das wohl.
Mit KGE begibt man sich in die Niederungen spiritueller Rauschzustände die wir eigentlich nur von Frau Käßmann kennen. Beiden gemeinsam, die Liebe zu Martin Luther, dem Helden freiheitlichen Denkens. Und schon sind wir beim Lug und Trug mit dem das geschichtliche Abbild Luthers geschmiert wird. Aus einem Brief, mit den Thesen, an seinen Bischof, wird der Thesenanschlag, aus dem Mönch ein judenhassender Theologe, ein Frauenverächter gewürzt mit blanken Sexismus, was Pseudo-Feministinnen wie KGE nicht davon abhält ihren kruden Thesen von Luther und den Frauen im Kitsch einer Tschibo-Werbung anzupreisen.

„Darum hat die Maid ihr Punzlein, daß es dem Mann ein Heilmittel bringe.“ zitiert nach: „Luther heute: Ein trefflich Wort“, Verlag Neues Leben, S. 33

Wenn Gott wie Rhabarber ist spielen solche frauenfeindlichen Sprüche natürlich keine Rolle. Kritik darf nicht formuliert werden, sie und ihre Luther-Paladine von der Hauptabteilung Kirche im Bundeskanzleramt  sofort in Abwehrhysterie verfallen. Die von Luther geforderte Freiheit des Glaubens wird ganz dreist sozial transformiert und religiös okkupiert.

„Unkraut wächst schnell, darum wachsen Mädchen schneller als Jungen.“ zitiert nach Arnulf Zitelmann, 1997, „Widerrufen kann ich nicht. Die Lebensgeschichte des Marthin Luther“, Beltz&Gelberg, S. 111

Der göttliche Rhabarber bedarf der Pflege, er kann verunkrauten und von Parasiten befallen werden. Im alten China nutzte man die Pflanze als sanftes Abführmittel. Gott garantiert seiner geschöpften Kreatur die Darmentleerung. Unstrittig ist, das diese durchaus göttlichen Charakters sein kann. Die Erleichterung ist menschlich spürbar, dank KGE göttlich. Luther lästerte seinerzeit über Äußerungen des Papstes „er habe gepforzet.“ Unbekannt ist ob der Papst dies mittels Rhabarber erreichte.

Dank Luther wissen wir auch dass Frauen unter einem Mangel an Verstand leiden

der Weiber Regiment von Anfang der Welt nie nichts Guts ausgerichtet hat, wie man pflegt zu sagen: Weiber Regiment nimmt selten ein gut End! Da Gott Adam zum Herrn über alle Kreaturen gesetzt hatte, da stund es Alles noch wohl und recht, und Alles ward auf das Beste regieret; aber da das Weib kam und wollte die Hand auch mit im Sode haben und klug sein, da fiel es Alles dahin und ward eine wüste Unordnung. … Wenn Weiber beredt sind, ist das an ihnen nicht zu loben, es paßt besser zu ihnen, daß sie stammeln und gut reden können. Das ziert sie viel besser.“ zitiert nach Hubert Mynarek, „Luther ohne Mythos“, S. 45f

Luther forderte darüber hinaus die Todesstrafe für Ehebruch, ist die Frau zickig und verweigert den ehelichen Beischlaf, so kann sich der Herr der Schöpfung eines anderen Weybes bedienen.

Wo nun eyns sich sperret und nicht wil, da nympt und raubet es seynen leyb, den es geben hatt dem andern, das ist den eygentlich widder die ehe unnd die die ehe zuryssen. Darumb muß die weltliche ubirkeyt das weyb zwingen oder umb bringen. Wo sie das nicht thutt, muß der man dencken, seyn weyb sey yhm genomen von raubern und umb bracht und nach eyner andern trachten.“ zitiert in Hubert Mynarek, „Luther ohne Mythos“, S. 56

Soviel zur Freiheit der Christenfrau ala Martin Luther. Vielleicht sind ja in den süß-sauren Lutherbonbons, die man gut marktwirtschaftlich zum Kirchentag unter die Jecken werfen will, durchaus mit göttlichen Rhabarber gefüllt. In diesem Falle sollte die Stadt Berlin noch ein paar zusätzliche Dixie-Klos anmieten.

In dem Sinne, jederzeit eine gute Verrichtung, dank göttlichen Rhabarbers. Die Zeit sollte KGE für eine Lutherlektüre nutzen.

Herzlichen Glückwunsch zum zweiten Dodo.

 

„Keine Muslima muss Herrn de Maizière die Hand geben“

Jürgen Habermas (Archivbild). FOTO: Endermann Andreas
Jürgen Habermas hält eine deutsche Leitkultur für unvereinbar mit dem Grundgesetz. Der Vorschlag des Innenministers irritiert ihn. Ein Gastbeitrag.

Von Jürgen Habermas | RP ONLINE

Der juristisch gebildete Innenminister erstaunt mich. Eine liberale Auslegung des Grundgesetzes ist mit der Propagierung einer deutschen Leitkultur unvereinbar. Eine liberale Verfassung verlangt nämlich die Differenzierung der im Lande tradierten Mehrheitskultur von einer allen Bürgern gleichermaßen zugänglichen und zugemuteten politischen Kultur. Deren Kern ist die Verfassung selbst. Erforderlichenfalls können Minderheiten sogar kulturelle Rechte einklagen, die ihnen erlauben, die Integrität ihrer Lebensform im Rahmen der gemeinsamen politischen Kultur zu wahren. Keine Muslima darf dazu genötigt werden, beispielsweise Herrn de Mazière die Hand zu geben.

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Wahl Dodo des Monats April 2017

Dodo des Monats April 2017 ©HFR

Bestimmend im Monat April, Tod und Auferstehung der Spukgestalt namens Jesus. Des menschgewordenen Gottes, der einst sein Ebenbild aus Staub formte um dann später, bei seiner Selbsterzeigung eine Jungfrau benötigte. Also, er hat diese Frau befruchtet, dazu benötigte er einen engelhaften Besamer, um dann selbst völlig ungöttlich geboren zu werden. Jahre später lässt er sich vom weltlichen Pöbel umbringen, als Sohn eines Gottes der er selbst ist, unter Mitnahme aller Sünden und dem Müll seines Leibes verschwindet er wieder gen Himmel und stellt sein Bodenpersonal sündenfrei.

Die Todesstunde wird gefeiert, still unter Zwang, es ist die karfreitägliche Geisterstunde, von 24:00 auf 15:00 vor verlegt. Diesem Stuss muss sich weltlich alles unterordnen. Die Apologeten gehören ausgelacht und in ihren Tempeln für die Dauer der Todesfeier eingeschlossen. Krudes Zeug im Monat gab es reichlich. seht selbst.

Die Wahl ist bis zum 07. Mai 2017 18:00 Uhr befristet. Viel Spaß!

  1.  Willi Steul, „katholischer Erklärer des Korans.“
  2.  Alexander Van der Bellen, „demnächst mit Kopftuch?“
  3.  Monika Grütters, „Steuergelder für fragwürdige Party.“
  4.  Papst Franz, „liebt Blutzeugen, also tote Katholiken.“
  5.  Stefan Theo Reichel, „Widerstand gegen staatliche Maßnahmen.
  6.  Christina Aus der Au, „Mit Obama Kirchentagswahlkampf für Merkel.“
  7.  Gottfried Locher, „Zwangsmission in Berlin.“
  8.  Margot Käßmann, „Luther-hörige Theologin.“
  9.  Markus Dröge, „Bigottes zum völkischen Denken.“
  10.  Heinrich Bedford-Strohm, „karfreitäglicher Geisterbeschwörer.“
  11.  Bernd Althusmann, „fordert Respekt für seinen Geist.“
  12.  Gregor Gysi, „Welt ohne kirchliche -Moralinstanzen unvorstellbar.“
  13.  Uwe Köster, „Polizeiseelsorger sieht Fußball zu Ostern als Gefahr.“
  14.  Reinhard Marx, „Skrupelloser Erzapostel in Sachen Geld, Steuern, Soziales.“
  15.  Ralf Meister, „mag Kontrolle für anders Denkende.“
  16.  Rauf Ceylan, „Staatsknete für Moschee-Imame.“
  17.  Katrin Göring-Eckardt, „Gott ist wie ein Abführmittel.“

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De Maizière legt 10-Punkte-Katalog für deutsche Leitkultur vor

„Wer sich seiner Leitkultur sicher ist, ist stark“, schreibt der Innenminister. (Foto: dpa)
  • Bundesinnenminister de Maizière hat in der Bild am Sonntag zehn Punkte für eine deutsche Leitkultur aufgestellt.
  • De Maizière sieht seinen Gastbeitrag in der Boulevard-Zeitung als Einladung zur Dikussion.
  • Kritik am Begriff Leitkultur weist er zurück.

Süddeutsche.de

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat einen zehn Punkte umfassenden Katalog zur Skizzierung einer deutschen Leitkultur vorgelegt. „Ich will mit diesen Thesen zu einer Diskussion einladen“ schrieb der CDU-Politiker in einem Gastbeitrag für die Bild am Sonntag, den das Blatt vorab veröffentlichte. Es gehe dabei um eine Richtschnur für das Zusammenleben in Deutschland. „Wer sich seiner Leitkultur sicher ist, ist stark.“ Es gebe über Sprache, Verfassung und Achtung der Grundrechte hinaus Dinge, die uns im Innersten zusammenhielten, uns ausmachten und uns von anderen unterschieden.

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Ein Ausflug in die Sprachwelt der Islamverteidiger

Islam-Apologeten-Deutsch oder „Das hat nichts mit dem Islam zu tun“

Von Giordano Brunello | Richard-Dawkins-Foundation

Insbesondere nach islamistisch motivierten Terroranschlägen werden in Fernsehsendungen oder Zeitungsinterviews Musliminnen und Muslime immer wieder mit dem Gewaltpotenzial des Islam konfrontiert. Häufig werden dabei vom Moderator respektive vom Interviewer Gewaltpassagen aus dem Koran zitiert und der muslimische Studiogast respektive Interviewpartner haben dann zum Ganzen Stellung zu nehmen. Ich persönlich habe Mühe mit solchen Konfrontationen, weil sie für mich Ausdruck einer Art von Sippenhaft darstellen. Aus meiner Sicht besteht nämlich kein besonderer Grund dafür, weshalb ein Muslim aufgrund solcher Taten persönlich herausgefordert werden und sich erklären müsste. Wenn ein muslimischer Studiogast sich über eine solche Frage angegriffen fühlt, bin ich auch auf seiner Seite, insbesondere dann, wenn er sich dahingehend äußert, dass solche Taten mit dem individuellen Islam, den er, seine Familie, seine Bekannten und Freunde praktizieren, nichts zu tun hätten. Wenn ein Muslim Gewalt ablehnt und dies auch im Zusammenhang mit dem Islam, den er offenbar anders erlebt, ist dies meines Erachtens völlig zulässig. Es wäre absurd und vor allem extrem kontraproduktiv von ihm zu erwarten, dass er aufgrund der Gewaltpassagen im Koran ebenfalls gewalttätig sein sollte, insbesondere wenn er es offenbar nicht ist.

Leider ist es jedoch so, dass die allermeisten Muslime, die in Interviews oder Talkshows mit solchen Fragen konfrontiert werden, nicht sich selbst respektive ihre individuelle Sicht des Islam verteidigen, sondern vielmehr den Islam selbst, den sie dann als den „wahren Islam“ bezeichnen und dabei Positionen einnehmen, die nicht haltbar sind. Genau in solchen Augenblicken verwandeln sich diese Muslime von bloßen Gläubigen zu Islamapologeten, d.h. zu Verteidigern des Islam, wobei sie immer wieder Dinge aussprechen, die sich in etwa wie folgt anhören:

„Sie verstehen das ganz falsch! Zum einen kann man den Koran nur auf Arabisch wirklich verstehen! Zum anderen reißen Sie den Koran völlig aus dem Zusammenhang! Im wahren Islam ist so etwas verboten! Im Koran heißt es nämlich „Wer einen Menschen tötet, tötet die ganze Menschheit“. Der Islam ist eine Religion des Friedens!“

Damit keine Missverständnisse aufkommen, möchte ich mich an dieser Stelle wiederholen: Ich habe soeben nicht etwa ein real existierendes Zitat einer bestimmten Person wiedergegeben, wobei ich natürlich nicht ausschließen kann, dass genau diese Worte exakt in dieser Reihenfolge auch schon ausgesprochen wurden. Möglich ist dies durchaus. Das Zitat ist nämlich eine willkürliche Collage von Sätzen aus dem Vokabular der Islamapologeten, die ich schon unzählige Male gehört habe. Mich würde es jedenfalls erstaunen, wenn die Leser noch nie solche Sätze vernommen hätten. Im Nachfolgenden werde ich diese – so wie ich annehme – allseits bekannten apologetischen Floskeln Stück für Stück auseinandernehmen und kritisch interpretieren, wobei ich annehme, dass vieles, was der Leser dabei erfahren wird, ihm bisher in dieser Form unbekannt sein wird.

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Veganer glauben, moralisch überlegen zu sein. Sind sie das auch?

Fleisch, unverpackt: der Schlachthof in Oensingen. (Bild: Simon Tanner / NZZ)
Es gibt viele gute Gründe, kein Fleisch zu essen. Veganer glauben sie zu kennen und erklären sie zu moralischen Prinzipien. Schaut man genauer hin, entdeckt man lediglich Widersprüche und Paradoxien in ihrer Haltung.

Von Damiano Cantone | Neue Zürcher Zeitung

Im Jahre 1924 hörte der vierzehnjährige Donald Watson von einem Augenblick auf den anderen damit auf, Fleisch zu verzehren. Angeekelt von der Gewalt, die Tieren in jener Fabrik angetan wurde, in der er aufgewachsen war, machte er aus seinem Entschluss seinen Lebenssinn. So wurde Watson zu einem Aktivisten für die Tierrechte und prägte 1944 den Begriff «vegan» (indem er die ersten und die letzten Buchstaben von «vegetarian» zusammenzog). Damit beschrieb er einen Lebensstil, der konsequent jede Form der Ausbeutung von Tieren ablehnt.

Die Veganer übertrumpfen in der Tat die Vegetarier in der Konsequenz ihrer Haltung. Sie verzichten auf jedes Nahrungsmittel tierischen Ursprungs (also auch auf Milch, Honig und Eier) und ebenso auf jede andere Nutzniessung von Tieren. Der Veganismus hat eine stetige Verbreitung in unseren Gesellschaften erlebt, in den letzten zehn Jahren besonders akzentuiert. Die Regale der Supermärkte füllen sich mit veganen Produkten, vegane Restaurants spriessen wie Pilze aus dem Boden, und längst wird darüber diskutiert, ob Mensen zwingend ein veganes Menu anbieten müssen.

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Haken mit Kreuz

Bild: Leipziger Blatt
Für billigen Protest gegen die AfD sind die Kirchen leicht zu haben. Über den militanten Islam wollen sie lieber nicht sprechen – obwohl das nötig wäre.

Von Reinhard Müller | Frankfurter Allgemeine

Dieses Mal wollen die Kirchen alles richtig machen, also: sich einmischen, Widerstand leisten. Unter dem Banner „Unser Kreuz hat keine Haken“ wollen katholische und evangelische Funktionäre durch Köln marschieren. Nicht, um gegen einen Parteitag von Nationalsozialisten zu demonstrieren, sondern einen der AfD. Oder ist das aus Sicht der wohlmeinenden Christen schon dasselbe?

Ja, zu Hass und Gewalt sollte auch der Kirche etwas einfallen. Und es gibt unsägliche Äußerungen von Funktionären der AfD. Die Kirchen sind aber weder der Verfassungsschutz, der auch AfD-Politiker im Visier hat, noch politische Parteien noch öffentliche Hygieneanstalten.

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Abdel-Samad: ‚Integration der muslimischen Türken in Deutschland ist gescheitert‘

Hamed Abdel-Samad, Bild: bb

Islamkritiker Abdel-Samad: In Deutschland hätten sich nicht etwa die benachteiligten oder arbeitslosen Türken für Erdogan ausgesprochen, „sondern jene Krawatten-Islamisten, die gute Berufe haben und perfekt Deutsch sprechen“.

kath.net

Das Ja zur umstrittenen Verfassungsreform in der Türkei ist auch ein Zeichen, dass die Integration der in Deutschland lebenden muslimischen Türken gescheitert ist. Davon schreibt der Publizist und Islamkritiker Abdel-Samad auf seiner Facebook-Seite, wie idea berichtet. Im Gegensatz zur Türkei seien die in Deutschland lebenden Türken nicht gespalten, schreibt Abdel-Samad. Nur 36 Prozent der Deutschtürken hätten gegen das Gesetz gestimmt. Wenn man bedenke, dass neben einigen assyrischen Christen rund 25 Prozent der hier lebenden Türken kurdische Aleviten seien, die das Gesetz aus existenziellen Gründen ablehnten, dann liege die Zustimmungsquote für die „Einführung der Diktatur“ schon bei über 90 Prozent: „Propaganda“ für das Ja zur Erdogan „in Deutschland haben nicht etwa die benachteiligten oder arbeitslosen Türken gemacht, sondern jene Krawatten-Islamisten, die gute Berufe haben und perfekt Deutsch sprechen. Es waren jene grinsenden Kopftuch-Muslimas, die uns verkaufen wollen, dass das Kopftuch ein Zeichen ihrer Emanzipation sei.“

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Erdogan, der Separatist

Bild: FB
Der türkische Präsident machte aus seinen Machtgelüsten nie ein Geheimnis. Umso mehr überraschen die Reaktionen auf seinen erneuten Wahlsieg.

Von Hülya Tektas | Wiener Zeitung

Nun ist genau das eingetreten, was man vor langer Zeit schon geahnt hatte. Mit nur knapper Mehrheit und trotz Vorwürfen über massiven Wahlbetrug und -manipulation wurde das türkische Verfassungsreferendum zugunsten des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan entschieden.

Erdogans Kampf um die Auslandsstimmen ließ zwar vermuten, dass er sich über die Stimmenknappheit bewusst war, dennoch ist der Wahlausgang keine allzu große Überraschung, wenn man bedenkt, dass er die Türkei seit 2003 zuerst als Premier und danach als Präsident mit eiserner Hand regiert. Die Welt konnte mitansehen, wie sich ein Mann und mit ihm auch eine ganze Nation innerhalb von 14 Jahren veränderten. Da Erdogan nicht erst seit dem Referendum, das ihm mit der Verfassungsänderung die lang ersehnte Ein-Mann-Herrschaft ermöglicht, eine Gefahr darstellt, sollten sich Politiker und alle anderen, die ihn kritisieren, fragen, ob man die Entwicklung der vergangenen 14 Jahre nicht hätte verhindern können.

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Selbstsäkularisierung: Der Sponti-Papst

Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Bei den Kirchenkritikern kommt Papst Franziskus mit seiner Anbiederung an den Zeitgeist fabelhaft an. Leider wiederholt er damit die Fehler, die schon die evangelische Kirche gemacht hat.

Von Jan Fleischhauer | SpON

Die einzige Kirche, die man ernst nehmen kann, ist die katholische Kirche. Ich weiß, dieser Satz ist für viele Leser eine Zumutung, es tut mir auch leid, dass ich das ausgerechnet im Luther-Jahr schreiben muss. Aber so sehe ich die Dinge.

Alles, was die Kritiker an der katholischen Kirche auszusetzen haben – die Marienverehrung, den Heiligenkult, das Priestertum, die römische Liturgie – gehört für mich zu den Dingen, die für den Katholizismus sprechen. Plus natürlich die Zeit: Eine Institution, die 2000 Jahre alt ist, muss man ernster nehmen, als eine die, sagen wir, erst 500 Jahre zählt. Wer zuerst da war, hat, wenn es um die letzten Fragen geht, eindeutig die Nase vorn. Alles, was später kommt, ist bis zu einem gewissen Punkt Häresie.

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John Lennons „Imagine“ – was für ein Kitsch!

John Lennon (1940-1980) bei einer Demonstration 1975 in Londons Hyde Park Quelle: Hulton Archive/Getty Images
Kein Besitz, kein Hunger, kein Krieg, kein Jenseits: Der berühmte Song des Beatles könnte ein Osterlied sein – hätte er sich nicht auch gegen Religion gewandt. Da half auch keine spätere Korrektur.

Von Torsten Krauel | DIE WELT

Diese dunkle, sehnende, betörend-verstörende Melodie, an einem Frühjahrsvormittag 1971 in wenigen Stunden niedergeschrieben, hat eine ganze Generation in den Bann gezogen. „Imagine“. „Malt euch aus“. Malt euch aus, wie die Welt ohne feindliche Länder wäre, ohne Gier, ohne Besitztümer, ohne Religionen.

Die melodische Anmutung ist so, als habe John Lennon den ersten Satz der Mondschein-Sonate Beethovens ins Popkulturelle gewandelt, wie auch der Text Anklänge an Beethovens utopische „Ode an die Freude“ enthält. Hart am Rande des Kitsches bewegen sich beide, Lennon und Beethoven.

Das so sanft wie unerbittlich präsente Klavier erinnert auch an Bachs Choralvorspiel „Alle Menschen müssen sterben“, nur jeder Ergebenheit entkleidet; die Grundtonart C-Dur wendet Glaubensdemut ins Plakative, Tröstliche, Volksseelenhafte.

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Wenn der türkische Pass erst weg ist, hören auch die Albträume auf

Moritz Rinke (mit ausgebreiteten Armen) und sein Sohn in Berlin. (Foto: privat)
Warum der Schriftsteller Moritz Rinke versuchte, noch vor dem Referendum in der Türkei den zweiten Pass seines Sohnes loszuwerden. Und wie er dabei scheiterte.

Von Moritz Rinke | Süddeutsche.de

Seit Wochen habe ich Albträume. Keine Ungeheuer, keine Kannibalen, auch kein freier Fall in die Tiefe, sondern eine Passkontrolle in der Türkei mit anschließender Verhaftung meines zweijährigen Sohnes, der danach in Isolationshaft verwahrt und vom türkischen Staatspräsidenten, noch vor Anklage des Gerichts, als Putschist, als Fethullah-Gülen-Anhänger oder als PKK-Mitglied oder kurdischer Spion vorverurteilt wird.

Mein Sohn hat einen deutschen und einen türkischen Pass. Mein Sohn lebt in Deutschland, hat einen Schriftsteller als Vater, der schon den einen oder anderen kritischen Text über die türkische Regierung verfasst hat. Mein Sohn hat eine türkische Mutter, die nachweislich nicht die Regierungspartei wählt, im Gegenteil, sie demonstriert gegen sie. Mein Sohn hat Großeltern in Antalya und einen Cousin in Ankara. Und seine regierungskritische Mutter will unbedingt am 16. April, am Tag des Referendums, in die Türkei reisen, der Cousin feiert seinen fünften Geburtstag, und gegen die Zusammenführung türkischer Familien ist kein Kraut gewachsen. Nicht mal dieses schreckliche Referendum.

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Wir brauchen eine neue Partei – „Die Europäer“

Foto: pixabay.com
Es ist noch gerade noch vorstellbar, dass der Brexit sich eines Tages als eine gute Sache herausstellt. Ich bezweifle es ernsthaft, bin aber nicht zu einem Urteil befähigt. Das genau ist mein Punkt. Ich war für das Referendum nicht qualifiziert.

Von Richard Dawkins | Richard-Dawkins-Foundation

Genauso wenig wie Sie, es sei denn, Sie haben einen Doktortitel in Ökonomie oder sind Experte auf einem relevanten Gebiet, etwa Geschichtswissenschaft. Es ist grotesk, wie David Cameron unsere Zukunft verspielte mit dem armselig beschränkten Ziel, den zu Ukip neigenden Flügel seiner Partei zum Schweigen zu bringen, und sie in die Hände eines Gesindels ignoranter Wähler legte, wie ich einer bin.

Ich wählte – unter Protest, denn man hätte mich niemals dazu einladen sollen, aber ich wählte. Getreu dem Grundsatz der Vorsorge wußte ich genug, um zu begreifen, dass eine solch signifikante, komplexe und verwickelte Änderung wie der Brexit hieße, einen tollpatschigen Elefanten durch Hunderte, über Jahrzehnte hinweg sorgfältig ausgestattete Porzellanläden zu jagen: Finanzielle Vereinbarungen, Partnerschaften der verarbeitenden Industrie, internationale Stipendien, Forschungszuschüsse, kulturelle und bildungserzieherische Beziehungen.

Ich stimmte für „Remain“, den Verbleib in der Union; unkundig der Details, konnte ich doch sehen, dass die Argumente für „Leave“, den Ausstieg, von Bauchgefühl geleitet waren, emotional und oftmals ausgesprochen xenophob. Und ich konnte die Argumente der Remainers als in erster Linie rational und evidenzbasiert erkennen. Sie wurden als „Projekt Angst“ verspottet, als Panikmache und Pessimismus, aber Angst kann rational sein. Die Angst eines von einem Eisbären Verfolgten unterscheidet sich fundamental von der Angst eines anderen, der meint, ein Gespenst gesehen zu haben. Die Kunst ist, berechtigte Angst von irrationaler Angst zu unterscheiden. Jene, die „Projekt Angst“ verachteten, machten nicht die geringsten Anstalten eines Versuchs.

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Rundfunk Berlin-Brandenburg: Dodo des Monats März 2017

Dodo des Monats März 2017 ©HFR

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) berichtet umfassend und multimedial vom 36. Evangelischen Kirchentag in Berlin und Wittenberg (24. bis 28. Mai 2017).Pressemitteilung des rbb

10 Jahre Zwangsmission finden ein Ende. Es reicht, Übersättigung gebiert Ekel. Der evangelische Kirchentag, einer kleinen religiösen Minderheit in Berlin, soll der Abschluss sein. Frau Käßmann will in Rente gehen, wir wünschen ihr einen angenehmen Lebensabend, verbunden mit der Hoffnung, nie wieder etwas von ihr hören oder lesen zu müssen. Der immer greinende, moralinsaure Bescheidwisser Huber reicht der Stadt völlig.

Gegen aufkommende Übelkeit, oder andere Peinlichkeiten kann man sich einen Lutherbonbon gönnen, der fette Pfaffe lässt sich wohl ganz gut weglutschen.

Und schon an dem süß-sauren Zuckerklumpen kann man erkennen das Marketing alles ist. Pfäffinnen und Pfaffen müssen nicht um Geld betteln, fremdes Geld, Politiker jedweder Coleur geben reichlich und gern aus dem Staatssäckel. Millionen kommen zusammen, ob nun in Brandenburg die Landesregierung, der Berliner Senat oder in Sachsen-Anhalt. Anders-und Ungläubige finanzieren die Pfaffensause. Peinliche Scham kennt man nicht, Anspruchsdenken aus alten Zeiten und so untersetzt der Rundfunk Berlin-Brandenburg die Christensausse in Berlin und Brandenburg. Dank der üppig fließenden Rundfunkbeiträge kann man aus den vollen schöpfen. Multimedial ist man dabei, Dokumentaionen wurden produziert, Reportagen, Programmplanungen. Hassprediger Luther gibt den Hintergrund. Die Pfaffen, allen voran die EKD, also die Hauptabteilung Protestantismus beim Bundeskanzlerinnenamt, erhofft sich eine Rendite für die Investitionen. Mach Geld mit anderer Leute Geld. Man hofft natürlich auch Missionieren zu können, die eine oder andere abtrünnige Seele in Schafsherde eingliedern zu können.

Der Religionsspiegel der Stadt Berlin spricht von 16,1% Hauptabteilungschristen hinzu kämen rd. 2,9% Freikirchler, Bibelfundis u.a.  Die Reformationsparty ist eine von Oben verordnete Lustparty. Die mediale Aufmerksamkeit entspricht in keiner Weise den tatsächlichen Gegebenheiten. Der Widerspruch ist signifikant, wird aber von Politik und Christen-Bonzen gekonnt überspielt. Der Volksmund nennt das dann Fake News und weiß, hier wird er verarscht, die öffentlich-rechtlichen Rundfunkstationen, hier der RBB, voran. Staatskirchenrundfunk, die rechtlich fixierten Normen sind geduldig, die Praxis eine andere. Vielleicht bräuchte es eine neue Reformation, eine Reformation die mit der unsäglichen Verflechtung von Politik und Kirchen Schluss macht und die weltanschaulich-religiöse Neutralität des Staates gewährleistet.

Die Protestanten sind, was Luther betrifft, mit sich im Reinen. Im Programm des RBB vermisse ich doch eine öffentliche Lesung aus der Luther-Schrift „Von den Juden und ihren Lügen.“ Das wäre eine ehrliche Grundlage um sich mit dem Fettwanst auseinandersetzen zu können.

„Unkraut wächst schnell, darum wachsen Mädchen schneller als Jungen.“zitiert nach Arnulf Zitelmann, 1997, „Widerrufen kann ich nicht. Die Lebensgeschichte des Marthin Luther“, Beltz&Gelberg, S. 111

Es finden sich noch viel mehr andere Zitate Luthers, Sexismus, Obrigkeitswahn und natürlich sein Judenhass.
Der RBB hilft eine feine Wolke guten Eindrucks zu verbreiten, die Lüge manifestiert sich medial. Aber schon der Thesenanschlag Luthers ist eine Lüge.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Wahl Dodo des Monats März 2017

Dodo des Monats März 2017 ©HFR

Der Monat März war bestimmt durch das Toben des Osmanischen AKP-Mobs in Europa. Psychotisch zu nennende Verbalinjurien mit nur einem Zweck, den Status des illegalen Dikators in legal zu verwandeln. Die Niederlande, Deutschland, Österreich, alles Nazis oder zu mindestens Nazi-Methoden anwendend. Wer solche Politiker an der Macht hat und deren Auffassung von Politik nicht vertritt kann eigentlich nur noch abhauen oder aber akzeptieren, dass er von Idioten regiert wird.
Die Kriechspur verlassend kommen die Vorbereitungen zum Reformationsjubiläum, eingebunden im Kirchentag der Evangelischen Kirche in die heiße Phase. Den Fettwanst Luther kann man jetzt schon fast überall sehen, spuckt man aus, trifft man ihn. Die Hauptabteilung Kirchen beim Bundeskanzlerinnenamt bietet dem Volk panem et circensis. Der Juden-und Frauenhasser repräsentiert wie kein zweiter den gebückten Gang der Obrigkeitshörigkeit. Die Fete um Luther wird nur möglich, weil man das Schlechte, Widerwärtige ausblendet und sich  auf das Gute konzentriert. Ein Politiker mit solchen Aussagen, wie Luther sie getätigt hat, muss sich um seine politische Zukunft keine Sorgen mehr machen.

Die Wahl ist bis zum 07.04. 2017, 18:00 Uhr befristet. Am folgenden Tag wird der Gewinner hier gewürdigt werden. Viel Spaß!

  1.  Samir Bouaissa, „in der Schule wird gebetet, gelernt nur in Ausnahmefällen.“
  2.  Hans Michael Heinig, „beklagt die verschwindende Märchendeutung an Universitäten.“
  3.  Techniker Krankenkasse, „Geld fürs Zuckerkügelchen.“
  4.   Jörg Kruttschnitt, „Kirchenrecht gegen Arbeitnehmerrechte.“
  5.  Helmut Kukacka, „träumt den Traum vom Kreuzestod.“
  6.  Franziskus-Krankenhaus Berlin, „Kirchenkonzern mit Profitmaximierung.“
  7.  Heiner Koch, „eloquente Homophobie.“
  8.  Heinrich Bedford-Strohm, „sollte politische Vorschläge in seiner SPD einbringen.“
  9.  Oberlandesgericht Düsseldorf, „Synagogen abfackeln ist Israelprotest, nicht Antisemitismus.“
  10.  Friedrich Schorlemmer, „Luther der Held der DDR.“
  11.  Feridun Zaimoglu, „mädchenhafte Luthersicht.“
  12.  Benjamin Hasslhorn, “ will zum Kern des Luthertums zurück.“
  13.  Rundfunk Berlin-Brandenburg(rbb), „teurer Religions-Spam im Funk.“
  14.  Ekkehart Vetter, „Heilungsgebete gegen Homosexualität.“
  15.  Michael Müller, „Instrumentalisierung der Terroropfer mit Islam.
  16.  Martina Münch, „säkularisiertes Kloster zurück an die Kirche, wer bezahlt den Scheiß?“
  17. Thomas Hartung, „wenn Frauen masturbieren...“

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Gott vor Gericht gestellt

Warum sollte man einen Gott achten und respektieren, der diese Achtung und diesen Respekt in keiner Weise verdient?

Von Jürgen Fritz | Richard-Dawkins-Foundation

Warum all das Morden?

Sag, du, der du behauptest, der Eine und Einzige zu sein, warum hast du Jupiter (Zeus), Venus (Aphrodite), Mars (Ares), Minerva (Athene), Neptun (Poseidon), Wotan, Donar, Freya und all die anderen gemordet! Was hast du mit ihnen gemacht? Warum kannst oder willst du keinen anderen neben dir dulden, du im höchsten Grade Intoleranter? Sprich, was hast du mit deinen Brüdern und Schwestern getan!

Und sag, warum stachelst du die Sterblichen wieder und wieder dazu an, in deinem Namen zu morden und zu quälen! Bereitet dir das Lust oder Vergnügen? Brauchst du das? Wenn ja, warum brauchst du das? Was ist mit dir nicht in Ordnung?

Und sprich, warum willst du anderen verbieten zu morden, erlässt Gesetze und Gebote, in denen dies explizit untersagt wird, du selbst aber hältst dich nicht an dein fünftes Gebot!

Warum die Diskriminierung und Unterdrückung der Frau?

Warum redest du den Menschen ein, der Mann stünde über der Frau (Genesis 3,16; 1. Timotheus 2,12; 1. Korinther 14,34; 1. Petrus 3,1; 1. Timotheus 2,11; Levitikus 27,5; Epheser 5,22; 1. Korinther 11,3-9; Sure 2, 228; Sure 4, 34 …), er könne sie benutzen wann und wie er will, wie „seinen Acker“ (Sure 2, 223)?

Weil du selbst ein Mann bist und dich das aufgeilt, wenn Frauen unterdrückt werden? Weil du Potenzprobleme hast und dies das Einzige ist, was dich auf Touren bringt? Wie erbärmlich ist das? Empfindest du denn keinerlei Scham ob deiner selbst und deinem So-sein? Warum diese Versessenheit auf Macht, Gewalt und Unterdrückung? Sprich und erkläre dich!

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