Endspurt der Kohlekommission

Bild: stevepb/CC0
Die Energie- und Klimawochenschau: Bürger wollen Klimaschutz, Ministerpräsidenten Strukturhilfe, Schüler den Klimawandel abwenden und Eisbären mehr Eis

Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

Nun soll es die Bundeskanzlerin also richten. Am Dienstagabend hat Angela die Ministerpräsidenten der Braunkohleländer Sachsen (Michael Kretschmer, CDU), Brandenburg (Dietmar Woidke, SPD), Sachsen-Anhalt (Rainer Haseloff, CDU) und Nordrhein-Westfalen (Armin Laschet, CDU) ins Berliner Kanzleramt einbestellt.

Auf der Tagesordnung steht der Kohleausstieg, den die Länder sich teuer abkaufen lassen wollen. Rainer Haseloff hatte die Forderung von 60 Milliarden Euro in den Raum gestellt. Mit am Tisch werden die beiden Vorsitzenden der Kohlekommission sitzen.

Umweltschützer haben Proteste angekündigt und verweisen auf Meinungsumfragen. Emnid habe ermittelt, dass 68 Prozent der Ostdeutschen befürchten, der Klimawandel könnte in ihrer Region vermehrt zu Dürren und Waldbränden führen. 52 Prozent der Befragten seien der Ansicht, dass die Landesregierungen der Braunkohle-Länder den Klimawandel nicht ernst genug nehmen.

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Entwicklungshilfe verringert kaum Migration

Migration © Yannic Meyer @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Entwicklungshilfe wird in der Politik als wichtiges Mittel zur „Fluchtursachenbekämpfung“ angesehen. Forscher haben jetzt jedoch herausgefunden, dass das ein Trugschluss ist. Die Fördermittel müssten „unrealistisch“ hoch sein, um diesen Effekt zu erreichen.

MiGAZIN

Entwicklungshilfe kann Migration aus armen Ländern laut einer Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) nur dann eindämmen, wenn die öffentlichen Dienstleistungen in den Ländern verbessert werden. Eine Steigerung der Einkommen dort führe eher zu einer verstärkten Migration, da mehr Menschen die Kosten für die Auswanderung aufbringen könnten, so das Ergebnis der IfW-Wissenschaftler Rainer Thiele und Mauro Lanati, das am Dienstag in Kiel veröffentlicht wurde. Beide hatten im Rahmen des Projekts „Mercator Dialogue on Asylum and Migration“ die Auswirkungen der Entwicklungshilfe auf die Migration untersucht.

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Die pakistanische Armee hat gewonnen

In Pakistan haben die Armee und Geheimdienste das Sagen. Foto: Gilbert Kolonko
Die Gewinner des Abzugs amerikanischer Truppen aus Afghanistan sind die pakistanischen Generäle – erfolgreich haben sie die USA an der Nase herumgeführt

Gilbert Kolonko | TELEPOLIS

Zwei Tage nach dem Fall der Türme des Word Trade Centers änderte sich auch die Welt für die pakistanischen Generäle. Nur wegen ihrer militärischen und finanziellen Hilfe war es möglich, dass sich das grausame Taliban-Regime so lange an der Macht halten konnte – trotz völliger Inkompetenz, ein Land zu regieren.

In Washington bestellte der Staatssekretär Richard Armitage den pakistanischen Botschafter und den Chef des pakistanischen Geheimdienstes Inter-Services Intelligence (ISI) ein und stellte sieben Forderungen: darunter auch jene, die Unterstützung für die Taliban zu beenden. Laut des damaligen pakistanischen Diktators General Pervez Musharraf soll Armitage sogar damit gedroht haben, Pakistan zurück in die Steinzeit zu bomben.

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Evangelische Kirche plant Petition für Tempolimit 130

Bild: © sp4764/Fotolia.com
Am Ende soll es zu einer öffentlichen Anhörung im Petitionsausschuss des Bundestages kommen: Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland kämpft mit einer Petition für das Tempolimit 130 deutschen Autobahnen.

evangelisch.de

Mit einer Petition will sich die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) für das Tempolimit 130 auf deutschen Autobahnen einsetzen. Von Aschermittwoch (6. März) an sollen binnen vier Wochen 50.000 Unterschriften für das Anliegen zusammenkommen, wie EKM-Gemeindedezernent Christian Fuhrmann in Magdeburg ankündigte.

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Antarktis: Eisverlust hat sich versechsfacht

Die Gletscherschmelze in der Antarktis hat weiter an Fahrt aufgenommen, hier ein Blick auf Mount Baldfour und den Flemiong-Gletscher auf der Antarktischen Halbinsel © NASA/ Joe MacGregor
Rapide Schmelze: In den letzten knapp 40 Jahren hat sich der Eisverlust in der Antarktis drastisch erhöht. 1979 lag der jährliche Massenverlust noch bei 40 Milliarden Tonnen, 2017 sind es schon 252 Milliarden Tonnen pro Jahr, wie die bisher umfassendste Massenbilanz des Südkontinents enthüllt. Beunruhigend dabei: Anteil an dieser Eisschmelze haben auch Teile der Ostantarktis – einem bisher als stabil geltenden Gebiet, wie die Forscher berichten.

scinexx

Die Antarktis umfasst die kältesten Orte der Erde, dennoch schmilzt auch im größte Eisreservoir unseres Planeten das Eis. Von den Schelfeisen brechen immer häufiger enorme Eisplatten ab, zuletzt am Larsen-C-Schelfeis. Warmes Tiefenwasser dringt dort durch Kerben im Untergrund weit unter die Gletscherzungen vor. In Teilen der Westantarktis könnte die Eisschmelze deshalb sogar schon unumkehrbar sein, befürchten Forscher.

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NRW zahlt über 40 Millionen an Kirchen und Jüdische Gemeinden – Zuschüsse vom Land

Kirche und Geld © Harald Oppitz (KNA)
Das Land Nordrhein-Westfalen wird die beiden großen Kirchen und die Jüdischen Gemeinden in diesem Jahr mit über 40 Millionen Euro bezuschussen. Gegenüber dem Vorjahr sind die Zahlungen nur leicht um etwa 1,5 Prozent angestiegen

DOMRADIO.DE

Das teilte eine Sprecherin der Landesregierung am Montag auf Anfrage in Düsseldorf mit. Danach erhalten die fünf katholischen Bistümer insgesamt 13,6 Millionen Euro und die drei evangelischen Landeskirchen 9,2 Millionen Euro. Für die altkatholische Kirche seien 260.800 Euro vorgesehen. Die Zuschüsse für die Jüdischen Gemeinden beliefen sich auf 17,3 Millionen Euro.

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Alle Jahre wieder: Frankreich am großen Blackout vorbeigeschrammt

AKW Tricastin. Benji/CC0
In diesem Fall spricht die französische Energie-Regulierungskommission davon, dass auch europaweit die Netzfrequenz deutlich unter 50 Hz gesunken ist

Ralf Streck | TELEPOLIS

Haben Sie davon gelesen, dass das französische und vermutlich auch das europäische Stromnetz am vergangenen späten Donnerstag kurz vor dem Zusammenbruch standen? Vermutlich nicht. Denn darüber wird praktisch nicht berichtet. Lapidar hat am Samstag in einer knappen Erklärung die Energie-Regulierungskommission (CRE) auf den Umstand hingewiesen, dass am vergangenen Donnerstag „gegen 21 Uhr die Frequenz im französischen und europäischen Stromnetz deutlich unter 50 Hz gefallen ist.“ Die CRE erklärt auch, was es bedeutet, wenn die Frequenz deutlich abfällt, denn dann könne es zu „bedeutsamen Ausfällen“, einem „Blackout“, kommen.

Die CRE bezieht sich dabei auf eine Mitteilung des Netzbetreibers RTE, der am Donnerstag die industriellen Großverbraucher im Land dazu aufgefordert hatte, „ihren Verbrauch sofort um mehr als 1500 Megawatt zu senken, um die Netzfrequenz zu erhöhen“. Dank der Reaktion habe man dazu beitragen können, die Netzstabilität in Frankreich und Europa zu sichern, heißt es in der kurzen Erklärung weiter.

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Bahn wirbt für Kirchentag in Dortmund – nicht für mehr Pünktlichkeit

„Was für ein Vertrauen“: Mit dem Motto des diesjährigen evangelischen Kirchentags wirbt die Deutsche Bahn seit Montag auf einer Intercity-Lok für die Großveranstaltung im Juni.

evangelisch.de

100.000 Besucher würden zum Kirchentag erwartet, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Richard Lutz. Die Bahn werde alles tun, um sie zuverlässig ans Ziel zu bringen, versprach er. Der 37. Deutsche Evangelische Kirchentag findet vom 19. bis 23. Juni 2019 in Dortmund statt.

Kirchentagspräsident Hans Leyendecker sagte, auch wenn die Deutsche Bahn in Bezug auf Pünktlichkeit und Kapazitäten nicht nur gute Nachrichten produziere, gebe es ein Grundvertrauen in die Bahn.

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Rüstungsexportpolitik der Bundesregierung wirft Fragen auf: Stammkundschaft auf der Arabischen Halbinsel

Themenbild
Deutschland liefert wohl auch in Zukunft weiter Waffen in Krisen- und Konfliktregionen. Die Kritik daran wächst. Ein echter Kurswechsel der Bundesregierung ist bisher nicht erkennbar.

DOMRADIO.DE

„Die Bundesregierung verfolgt eine restriktive und verantwortungsvolle Rüstungsexportpolitik.“ So formuliert es ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums. Tatsache ist: Der Wert der von der Bundesregierung erteilten Einzelausfuhrgenehmigungen ging in den vergangenen drei Jahren zurück, 2018 betrug er 4,82 Milliarden Euro. Tatsache ist aber auch: Etwas mehr als die Hälfte davon bezog sich auf Rüstungsgeschäfte mit sogenannten Drittstaaten. Darunter fallen alle Länder außerhalb von EU, Nato sowie von Staaten, die der Nato gleichgestellt werden.

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Kommunen sind die großen Gewinner: „Katholische Kirche kritisiert Kita-Reform in NRW“- wer denn sonst

Bild: © Serhiy Kobyakov/Fotolia.com
Die Kirche ist der größte freie Träger von Kitas im Land. Ursprünglich sollten genau diese Träger durch Reformen der Landesregierung entlastet werden. Doch passiert ist etwas anderes. Und das sorgt für Verwirrung.

katholisch.de

Trotz Kita-Reform in Nordrhein-Westfalen befürchtet die katholische Kirche einen Rückgang von Kindertagesstätten in freier Trägerschaft. „Ursprünglich hatten die freien Träger entlastet werden sollen – jetzt sind die Kommunen die großen Gewinner“, sagte der Leiter des Katholischen Büros bei Landtag und Landesregierung, Antonius Hamers, am Sonntag dem Internetportal http://www.Kirche-und-Leben.de aus Münster.

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„Big Data“ in der Medizin nicht unproblematisch

/Gorodenkoff, stockadobecom
Die Auswertung großer Datenbestände – Big Data – für die medizinische Forschung aber auch für die individuelle Therapieplanung gilt weithin als äußerst vielversprechende Option für den medizinischen Fortschritt.

aerzteblatt.de

Einen kritischen Kommentar zu dieser Entwicklung hat jetzt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) publiziert. Er ist in der neuen Broschüre des Instituts „Auf den Punkt gebracht“ erschienen. In dieser jährlich erscheinenden Publikation veranschaulicht das Institut wichtige Aspekte seiner Arbeit in prägnanten Texten und Abbildungen – jetzt ist die vierte Ausgabe erschienen.

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Was heißt es, dass psychische Störungen Gehirnstörungen sind?

Bild: Lotusblute/pixabay.com/Pixabay-Lizenz
Milliarden an Steuer- und anderen Geldern werden Jahr für Jahr in die genetische und neurowissenschaftliche Erforschung psychischer Störungen gesteckt.

Stephan Schleim | TELEPOLIS

Dabei wird stillschweigend vorausgesetzt, dass sich die Probleme der Menschen auf dieser Ebene verstehen und behandeln lassen. Zehntausende Forscher gehen weltweit diesen Fragen nach und potenziell hunderte Millionen Patienten sind davon betroffen, was diese Forscher finden – oder auch nicht finden.

Die Frage, was psychische Störungen sind und auf welcher Ebene sie am besten beschrieben werden können, ist darum nicht nur theoretisch interessant, sondern auch unmittelbar praktisch relevant. Tatsächlich kritisierten einige führende Psychiater erst 2016 im British Journal of Psychiatry, dass der Neurohype in ihrem Fach zu viel Geld verschlinge. Für wichtige Ansätze etwa zur Suizidprävention, zur Förderung von Eltern mit psychischen Problemen oder für bessere Lernumgebungen für benachteiligte Kinder bleibe dann kein Geld übrig.

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Matthias Berninger: Vom Schokoriegel zu Glyphosat

© afp, FR Der umstrittene Pflanzenschutzwirkstoff Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu erregen.
Ex-Grünen-Politiker Matthias Berninger ist jetzt Lobbyist des Chemiegiganten Bayer.

Von Barbara Will | Frankfurter Rundschau

Meine Biografie ist glaubwürdig“, hat Matthias Berninger einmal gesagt. Das war 2006, und der damalige Grünen-Politiker hatte gerade den Abschied von seinem Bundestagsmandat verkündet, um zum Schokoriegel-Hersteller Mars zu wechseln. In Berningers Augen kein Widerspruch. Mars wolle etwas auf dem Themenfeld Ernährung und Gesundheit bewegen, sagte er.

Nun hat der 47-Jährige, der in Kassel geboren wurde und heute in den Vereinigten Staaten lebt, wieder einen neuen Posten, der eingeschworene Grüne ins Grübeln bringen dürfte. Seit Jahresbeginn ist er in den USA Cheflobbyist für den Chemie- und Pharmakonzern Bayer – mit Dienstsitz in Washington und hoch genug in der Firmenhierarchie angesiedelt, um direkt an Bayer-Chef Werner Baumann zu berichten.

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Was in Ramallah Recht ist

Ein Palästinenser wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, weil er einem Juden Land verkaufte

Von Ralf Balke | Jüdische Allgemeine

Im Grunde hat Issam Akel Glück, dass er noch lebt. Der 55‐jährige Palästinenser mit amerikanischem Pass war von einem Gericht in Ramallah zu lebenslanger Haft und Zwangsarbeit verurteilt worden, obwohl dafür auch die Todesstrafe verhängt werden kann.

Akels Vergehen: Er hatte in Ost‐Jerusalem ein Grundstück an Juden veräußert. Das gilt laut palästinensischem Recht als Verbrechen. Demnach ist jede Form von Landverkauf »an einen feindlichen Staat oder an einen seiner Bürger« verboten. Bestraft wird schon der Versuch, einen solchen Deal überhaupt einzufädeln.

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Begünstigt ein Parasit die Neigung zum Unternehmertum?

Toxoplasma gondii. Bild: AJC1/CC BY-SA-2.0
US-Wissenschaftler glauben, einen Zusammenhang zwischen der Infektion mit Toxoplasma gondii und unternehmerischer Risikobereitschaft belegen zu können

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Immer wieder sorgt der Katzenparasit Toxoplasma gondii, der sich auch in Menschen und deren Gehirne einnistet, für Interesse. Er gilt manchen Wissenschaftlern als Paradebeispiel dafür, wie Parasiten nicht nur krank machen, sondern auch das Verhalten ihrer Wirte verändern können (Neurotisch durch Parasiten?, Der Parasit, der das Verhalten seines Wirts verändert). Jetzt wollen amerikanische Wissenschaftler der University of Boulder herausgefunden haben, dass es einen Zusammenhang zwischen der Infektion mit T. gondii und der Stimulierung unternehmerischen Handelns gibt. Handelt es sich also um einen kapitalismusfördernden Parasiten, mit dem sich infizieren sollte, wer geschäftstüchtig werden will?

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Neue Wende im Fall Schwarz: Päpstlicher Visitator Lackner ruft Apostel Elbs zu Hilfe

Archivbild: Der Feldkircher Diözesanbischof Benno Elbs bei seiner Bischofsweihe 2013 – APA/DIETMAR STIPLOVSEK[/caption>

Ein weiterer Bischof wird die Vorwürfe gegen den nach St. Pölten strafversetzen Amtsbruder Alois Schwarz untersuchen. Salzburgs Erzbischof Franz Lackner will mit dem Vorarlberger Bischof Benno Elbs in die Kärntner Diözese reisen. Elbs ist ausgebildeter Psychotherapeut.

Dietmar Neuwirth | Die Presse.com

Neue Wende in dem an Wendungen nicht gerade armen Fall Alois Schwarz. Nun soll ein weiterer Bischof in die Ermittlungen gegen den früheren Kärntner Bischof eingeschaltet werden. Wie die „Presse“ exklusiv erfährt, hat sich der vom Papst knapp vor Weihnachten als Visitator ernannte Salzburger Metropolit Franz Lackner zu diesem höchst ungewöhnlichen Schritt entschlossen: Er hat um Unterstützung durch den Vorarlberger Amtsbruder Benno Elbs gebeten.

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Johanniskraut: Es ist ein Kreuz mit dem Kraut

Dem giftigen Jakobskraut zum Verwechseln ähnlich: Johanniskraut. Bild: Rainer Wohlfahrt
Nicht alles, was die Natur bereithält, ist ein Segen für Mensch und Tier. Auch das viel gelobte Johanniskraut wird regelmäßig zum Streitfall in der Naturheilkunde. Weshalb eigentlich?

Von Jörg Albrecht | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Vergangene Woche warnte ich davor, sich sein eigenes Antidepressivum nach schwedischem Vorbild zusammenzumixen, in Form eines alkoholischen Extraktes von Blüten und Blättern des Johanniskrauts. Warum soll der Laie die Finger davon lassen? Weil die Chance nicht gering ist, dass er stattdessen das Jakobskreuzkraut erwischt, das Ende Juni zur selben Zeit blüht und Ersterem zum Verwechseln ähnlich sieht. Jakobskraut enthält erhebliche Mengen an Pyrrolizidinalkaloiden, welche die Leber schädigen. Als Verunreinigung wurde es bereits in Teemischungen und Wildsalaten entdeckt, auch in Honig wurden seine Inhaltsstoffe gefunden und in Heu, das an Pferde und Rinder verfüttert wird. Das Bundesinstitut für Risikobewertung, das in anderen Fällen weniger streng ist, fordert in Bezug auf Pyrrolizidine sogar eine „Nulltoleranz“.

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Die Caritas, der politische Arm der katholischen Kirche

Caritas-Präsident Michael Landau. – APA/HERBERT NEUBAUER
Wer selbst politisch agiert, darf auch nach politischen Maßstäben gemessen werden. Es kommt allerdings auf den Ton an.

Oliver Pink | Die Presse.com

„Profitgier“ hat FPÖ-Klubchef Johann Gudenus der Caritas am Heiligen Abend unterstellt, FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker legte während der Weihnachtsfeiertage nach, sprach von der „Asylindustrie“, die die Caritas bediene. ÖVP-Staatssekretärin Karoline Edtstadler rief beide Seiten zur Mäßigung auf – und wurde dann heftig dafür kritisiert, dass sie die Angreifer (die FPÖ) mit den Angegriffenen (der Caritas) gleichsetze.

Allerdings: Begonnen hat diesmal die Caritas. Am 23. Dezember beklagte Caritas-Präsident Michael Landau das „Empathiedefizit der Regierung“. Wichtiger als neuer Stil sei guter Stil. „Mit Sorge beobachten wir einen Klimawandel in unserem Land.“ Der Ton werde rauer, das Klima kälter. „Ich habe den Eindruck, hier ist der gesellschaftliche Wertekompass ein Stück weit abhandengekommen oder verrutscht.“

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Theologe Ulf Schlüter: Christentum wird bald Minderheit sein

Der Theologische Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen, Ulf Schlüter, hat die christlichen Kirchen aufgerufen, ihre Kräfte zu bündeln und Synergien zu nutzen, um ihrem Auftrag in der Gesellschaft gerecht zu werden.

evangelisch.de

Im nächsten Jahrzehnt wird das Christentum Minderheit sein in dieser Gesellschaft“, sagte er am Montag vor der Landessynode der rheinischen Kirche in Bad Neuenahr.

Kirchengemeinden, Kirchenkreise und Landeskirchen müssten das Denken in Pfründen, Provinzen, Fürstentümern, Königreichen und Kirchenstaaten beharrlich und zügig überwinden. „Wir haben einen gemeinsamen Auftrag: das Evangelium zu kommunizieren, zum Vertrauen zu rufen, in Wort und Tat der Welt und dem Menschen heute zum Wohl und zum Heil zu dienen“, betonte Schlüter. Kirche dürfe niemals selbstgenügsam sein.

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Integrative Medizin: Homöopathie-Wende in Deutschland?

Mehr als jeder zweite Patient in Deutschland hat bereits Erfahrungen mit Globuli zur Krankheitsbehandlung gemacht.© micha / Fotolia
Patienten öffnen sich immer mehr für die Integration der Homöopathie in die Versorgung im Sinne einer integrativen Medizin, so der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte.

Von Matthias Wallenfels | ÄrzteZeitung

Homöopathisch tätige Ärzte sind davon überzeugt, dass die Homöopathie eine nützliche und hilfreiche Ressource im gegenwärtigen deutschen Gesundheitssystem darstellt.

„In Zeiten, in denen Ökonomisierung, Zeitverdichtung, Polymedikation und zunehmende Antibiotikaresistenz zu großen Herausforderungen werden, ist die Homöopathie insbesondere für viele chronisch kranke Patienten eine Hilfe“, postuliert Cornelia Bajic, 1. Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ), im Gespräch mit der „Ärzte Zeitung“.

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