Afrikas Geiersterben bedroht die Menschen

foto: beckie garbett via ap Charles Darwin nannte sie „widerliche Biester“, doch sie sind ziemlich nützlich: Geier.
Geier ernähren sich von Aas. Damit sorgen sie dafür, dass sich Anthrax oder Tuberkulose nicht noch weiter verbreiten

Johannes Dieterich | derStandard.at

Sie gelten als Vorboten und als Wegweiser des Todes: Doch nun droht ihnen selbst der Exitus. Fachleute sprechen von einem beispiellosen Geiersterben vor allem in Afrika – mit verheerenden Folgen für die Umwelt und nicht zuletzt für ihren größten Feind, den Menschen.

Naturschützer trafen sich kürzlich in der nigerianischen Hafenstadt Lagos, um die Alarmglocken zu läuten: Sollten die Aasfresser tatsächlich aussterben, muss nach den Worten Muktari Aminu-Kanos, des Generaldirektors der Nigerianischen Naturschutz-Stiftung (NCF), mit wachsenden Seuchengefahren, mit vermehrten Krankheiten und Todesfällen auch unter Menschen gerechnet werden.

Wichtige Funktion

Die Riesenvögel mit dem noch größeren Reputationsproblem – schon Charles Darwin nannte sie „widerliche Biester“ – übernehmen in der freien Wildbahn eine wichtige Funktion: Sie sorgen dafür, dass verstorbene Lebewesen nicht weiter vergammeln und gefährliche Erreger wie Anthrax, Tuberkulose oder Tollwut in die Natur abgeben.

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UNHCR fordert „dringend“ Aufnahme weiterer Migranten

Männer in einem Auffanglager für Flüchtlinge in Libyen Quelle: picture alliance/dpa
Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen kritisiert die Situation für Migranten in Libyen. Durch neue Kampfhandlungen in dem Bürgerkriegsland habe sich die Lage noch einmal verschärft.

Von Christoph Schiltz | DIE WELT

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) hat die Europäische Union mit Nachdruck dazu aufgerufen, dabei mitzuhelfen, die Situationen in den libyschen Haftlagern zu verbessern und zugleich einen Rücktransport von Migranten in diese Lager zu verhindern. „Menschen, die von der libyschen Küstenwache im Mittelmeer gerettet werden, sollten auf keinen Fall wieder in die Haftlager in Libyen zurückgebracht werden. Es muss jede politische Einflussmöglichkeit – auch seitens der EU – genutzt werden, um das Leid in den Lagern zu beenden“, sagte der Leiter des UNHCR in Deutschland, Dominik Bartsch, WELT AM SONNTAG.

Die Lage der Flüchtlinge und Migranten haben sich durch die Kampfhandlungen in Libyen noch einmal zugespitzt, so Bartsch: „Die humanitäre Situation der Menschen in den Lagern ist verheerend. Es fehlen Nahrung, Wasser und viele brauchen dringend medizinische Hilfe. Hinzu kommt, dass die Haftlager in der Hauptstadt Tripolis ins Kreuzfeuer der bewaffneten Gruppen geraten.“

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Missing Link: Predictive Policing – die Kunst, Verbrechen vorherzusagen

(Bild: dpa, Silas Stein)
In ersten Untersuchungen wird die Wirksamkeit vorausschauender Polizeiarbeit geprüft. Was bringt Predictive Policing? Und welche Daten werden dafür genutzt?

Von Ulrike Heitmüller | heise online

Ein Verbrechen geschieht. Kurz darauf ein Zweites, ähnliches, ganz in der Nähe. Die Polizei will die Verbrechen aufklären und hat dabei drei Ziele: Erstens, herauszufinden ob diese beiden Verbrechen möglicherweise den Anfang einer Serie bilden. Zweitens, wenn es nach einer Serie aussieht, zukünftige Verbrechen zu verhindern. Drittens, die Verbrechen aufzuklären und den Täter zu verhaften. Tja, und wie geht sie nun vor?

Dieses Vorgehen ist seit ein paar Jahren im Umbruch. Die Polizeiarbeit hat vielerorts den Sonntagabend-Tatort hinter sich gelassen, bei dem man Netzwerke noch auf Flipcharts dargestellt und Tatorte und Fluchtwege mit Stecknadeln auf Karten gepinnt hat. Sie wird aber wohl auch nie so weit sein, dass sie wie in Philip K. Dicks „Minority Report“ Präkogs einsetzt, die einen Mord vorhersehen, so dass die Polizei den potentiellen Mörder vor dem Mord verhaftet.

Wo aber steht die Polizei denn nun? Klar ist: Immer mehr Polizeibehörden nutzen „Predictive Policing“, im Allgemeinen übersetzt als „vorausschauende Polizeiarbeit“. In Deutschland funktioniert das meistens so, dass die Polizei einen Algorithmus nutzt, der Statistiken analysiert und wahrscheinliche zukünftige Tatorte und Tatzeiten nennt. Hat sie diese Einschätzung, reagiert sie, indem beispielsweise mehr Beamte zu der prognostizierten Zeit und an dem prognostizierten Ort Streife gehen. Eingesetzt wird Predictive Policing in Deutschland hauptsächlich für Serieneinbrüche, weil Serieneinbrecher sich erfahrungsgemäß einen gewissen Modus Operandi angewöhnen und gern in der Nähe eines Ortes wieder einbrechen, an dem sie schon einmal Erfolg hatten.

Das klingt gut, aber ich sehe offene Fragen. Vor allem diese drei:

  • Erstens: Um solche Algorithmen zu erstellen, braucht man Daten. Was sind das für Daten, und was geschieht mit ihnen?
  • Zweitens: Noch gibt es kaum Auswertungen. Aber bislang sieht es so aus, als ob Predictive Policing, so wie es in Deutschland angewendet wird, die Kriminalität kaum senkt. Wird es ausgeweitet, damit man seine Wirkung sieht? Wenn ja: wie?
  • Drittens: Predictive Policing ist ein wachsender Markt – wie gestalten Politik und Gesellschaft die Entwicklung und Nutzung?

In den 1990er Jahren entwickelte der New Yorker Polizeikommissar William Bratton das Statistikprogramm CompStat. Im Jahr 1994 führte das New York Police Department es ein als System zur Datenerfassung und -auswertung, und nach und nach wurde es von den meisten US-Polizeiabteilungen übernommen. Im Jahr 2002 zog Bratton nach Kalifornien und dort, im Los Angeles Police Department, entwickelte er auf der Basis von CompStat das erste Predictive-Policing-Modell, eigentlich als Rechercheprojekt des LAPD und der Uni Kalifornien. So entstand PredPol, das Predictive-Policing-System, das heute international am weitesten verbreitet ist. In den folgenden Jahren arbeiteten Polizeibehörden in immer mehr Staaten mit solchen Modellen.

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Kirche am Tagebau Hambach wird profaniert: Stummer Protest geplant

St. Albanus und Leonhardus in Manheim © Wikimedia Commons/gemeinfrei
Die katholische Kirche St. Albanus und Leonhardus in Kerpen-Manheim wird profaniert, da sie sich im Abbaugebiet des Braunkohletagebaus befindet. Klimabündnisse wollen mit stillen Aktionen dagegen protestieren.

DOMRADIO.DE

Im Rheinischen Revier wird an diesem Samstag die nächste Kirche für einen Tagebau entweiht. In der katholischen Kirche St. Albanus und Leonhardus in Kerpen-Manheim soll bei der letzten Heiligen Messe nach Kirchenangaben ein Schreiben vom Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki verlesen werden, mit dem die Kirche außer Dienst gestellt und dann nicht mehr für kirchliche Zwecke genutzt wird.

Abriss nach Umsiedlung

Der Kirchenbau und das Dorf Manheim, in dem bis Ende 2011 noch 1700 Menschen lebten, soll nach Ende der Umsiedlung in wenigen Jahren für den Tagebau Hambach abgerissen werden. Nach der Empfehlung der Kohlekommission, bis 2038 aus der Kohleverstromung auszusteigen, gibt es Forderungen, Kirchen und Dörfer zu erhalten.

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Migrationsexperte: Integration bedeutet auch mehr Konflikte

Die Integration von Migranten bedeutet nach Auffassung des Soziologen Aladin El-Mafaalani auch eine Zunahme von Verteilungskonflikten. „Integration bedeutet, dass sich mehr Menschen an einen Tisch setzen“, sagte El-Mafaalani, Abteilungsleiter im NRW-Integrationsministerium, am Freitagabend auf einer Tagung der Evangelischen Akademie Villigst in Schwerte.

evangelisch.de

Wenn der zu verteilende Kuchen nicht größer werde, seien die Folge programmiert: „Es gibt mehr Konflikte.“ Dies sei jedoch nicht nur negativ zu beurteilen. „Konflikte haben eine wichtige Funktion für den sozialen Frieden.“

Die Entwicklung der zurückliegenden 30 Jahren zeige eindeutig, dass die deutsche Gesellschaft offener geworden sei. Am deutlichsten werde das bei der Rolle der Frauen in der Gesellschaft, die die höheren Bildungsabschlüsse und besseren Examina als Männer vorweisen könnten. Nur beim Erreichen von Spitzenstellungen in Wirtschaft oder Politik sowie bei der Entlohnung seien sie weiterhin benachteiligt. Auch andere Gruppen wie die Zuwanderer, Homosexuelle, Behinderte fänden heute mehr Gehör.

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„Spiegel“: AfD-Politiker managte Millionen für Piusbrüder

Der AfD-Politiker Maximilian Krah möchte am 26. Mai in das Europaparlament gewählt werden. Wie „Der Spiegel“ jetzt berichtet, hat der Rechtsanwalt jahrelang millionenschwere Vermögenstransaktionen der Piusbruderschaft gemanagt.

katholisch.de

Der AfD-Europakandidat Maximilian Krah hat nach einem Medienbericht „jahrelang millionenschwere Vermögenstransaktionen“ der traditionalistischen Piusbruderschaft gemanagt. Durch die Gründung von Organisationen in mehreren Ländern sollten offenbar Steuerzahlungen vermieden werden, berichtet das Magazin „Der Spiegel“. Das Magazin beruft sich auf Unterlagen, die Krah bestätigt habe. Der Rechtsanwalt, der bis 2016 Mitglied der CDU war, ist inzwischen sächsischer Vizechef der AfD und kandidiert auf Listenplatz drei seiner Partei zur Europawahl am kommenden Sonntag. Als Anwalt trat er anfangs auch in der Affäre um den britischen Holocaust-Leugner und illegal geweihten Traditionalistenbischof Richard Williamson in Erscheinung.

Wie der „Spiegel“ berichtet, kümmerte sich Krah ab 2008 im Auftrag der traditionalistischen Priestervereinigung um die Übernahme einer Erbschaft in zweistelliger Millionenhöhe, die eine vermögende Gönnerin den Piusbrüdern vermacht habe.

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Haftgeld von Motassadeq – Acht Beschuldigte

Der Terrorhelfer Mounir el Motassadeq (M.) wurde Mitte Oktober 2018 von einem Hubschrauber aus der JVA Fuhlsbüttel abgeholt worden und in sein Heimatland Marokko abgeschoben Quelle: picture alliance/dpa
Ob der verurteilte „9/11“-Terrorhelfer Motassadeq sein fälschlicherweise ausgezahltes Haftgeld mit nach Marokko genommen hat, ist nach wie vor unklar. Nun sind die Ermittlungen ausgeweitet worden.

DIE WELT

Im Fall des fälschlicherweise ausgezahlten Haftkontos des verurteilten „9/11“-Terrorhelfers Mounir al-Motassadeq sind die Ermittlungen ausgeweitet worden. Statt bislang vier führt die Hamburger Generalstaatsanwaltschaft nun acht Beschuldigte, wie eine Sprecherin der Behörde am Freitag auf WELT-Anfrage sagte.

Einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Focus“, wonach sich die Untersuchungen gegen acht Polizei- und Justizbeamte richten, wollte sie nicht bestätigen. Die Ermittlungen dauerten an. Weitere Einzelheiten nannte die Sprecherin nicht.

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Klimaschutz könnte globale Ernährungssicherheit gefährden

Bewässerung wird oft als Wunderwaffe für die Ernährungssicherheit angesehen, weil man damit auch in Gegenden und Zeiten ohne ausreichend Niederschlag Ertrag produzieren kann. Der Ressourcenaufwand ist aber immens. – GEPA pictures/ PAMMER Franz
Unvorsichtige Maßnahmen für mehr Klimaschutz führen möglicherweise zu mehr Welthunger, warnen Forscher vom IIASA in Laxenburg.

Die Presse.com

Unbedachter Klimaschutz könnte 160 Millionen Menschen weltweit Hunger bringen. Das stellte ein Team um Shinichiro Fujimori vom Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien fest. Dies könne der Fall sein, berichten sie im Fachmagazin „Nature“ (13. 5.), wenn man sich ausschließlich um den Klimaschutz kümmert. Also zum Beispiel massiv Biomasse für die Energieherstellung produziert sowie vormals landwirtschaftlich genutzte Flächen aufforstet, aber alles andere außer Acht lässt.

Die Forscher berechneten, dass die Ernährungssicherheit schon durch einen geringen finanziellen Aufwand gewährleistet werden könnte: Dazu müsste man lediglich 0,18 Prozent des weltweiten Bruttosozialprodukts etwa in die Agrarförderung für einkommensschwache Länder stecken und Lebensmittelhilfen für durch Hunger gefährdete Bevölkerungen organisieren.

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Bischof und Bayern-Boss debattieren über Werte im Fußball: Auch Fußballer zahlen Kirchensteuer

Freud und Leid liegen im Fußball eng beieinander © Nikita Taparia (unsplash)
Von Integration über Franck Riberys goldenes Steak bis zu Menschenrechten in Katar: Ein Podium mit Bayern-Chef Hoeneß, Schalke-Mann Tönnies und Ruhrbischof Overbeck befasste sich mit Fußball und Gesellschaft.

DOMRADIO.DE

„Ihr müsst nur hoffen, dass unsere Spieler katholisch sind, um die Kirchensteuer zu bekommen.“ So konterte Bayern-Boss Uli Hoeneß die Worte von Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck, der die Millionengehälter beim Fußball von außen betrachtet als „unsittlich“ bezeichnete. Das blieb einer der wenigen Spannungsmomente beim Podiumsgespräch zum Thema „Sozialer Klebstoff? Die Rolle des Fußballs in Deutschland“ am Donnerstagabend in Bonn.

Einig waren sich die Teilnehmer, dass Fußball und Kirche vieles bewegen könnten. „Der Sinn für Solidarität und Hilfe muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe wahrgenommen werden“, sagte der Sozialbischof der Deutschen Bischofskonferenz. Der Präsident des FC Bayern München pflichtete Overbeck bei, wichtig sei es als Verein, auch in der Öffentlichkeit soziales Engagement zu zeigen. „In dem Bereich müssen wir mehr tun“, gestand er ein.

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Geschacher um Raketenabwehrsysteme

S-400-Systeme auf dem russischen Stützpunkt in Syrien. Bild: Sputnik / Mihail Mokrushin
Noch will die Türkei trotz Androhung ernsthafter Folgen russische S-400-Systeme erwerben, jetzt kommt in der angespannten Lage in der Region auch noch der Irak hinzu

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Noch immer zögert die Türkei hinaus, das russische Luftabwehrsystem S-400 zu erwerben und damit russische Waffentechnik in die Nato zu bringen. Allen voran die USA üben Druck auf Ankara aus, nachdem die Türkei das amerikanische Patriot-System verschmähte. Angedroht wird, dafür die Türkei von der Herstellung von Teilen des F-35-Kampfflugszeugs auszuschließen und den geplanten Kauf von 100 Maschinen zu verhindern. Die Zulieferung von Bauteilen wurde bereits gestoppt.

Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu gab sich jetzt unbeeindruckt und sagte, man werde den Kauf, der ab Juli erfolgen soll, weder aufschieben noch stoppen. Im Gespräch ist jetzt eine türkisch-amerikanische Arbeitsgruppe, um die Folgen eines Kaufs des S-400-Systems auf den Zugang zu F-35 zu diskutieren. 2,5 Milliarden US-Dollar sollen die S-400-Systeme kosten, beim Deal mit den F-35 geht es angeblich um mehr als 10 Milliarden.

„Die Annäherung an Wladimir Putin ist inakzeptabel“

Im Repräsentantenhaus von demokratischen und republikanischen Mitgliedern des Auswärtigen Ausschusses wurde gerade eine neue Resolution eingebracht, in der die Türkei aufgefordert wird, keine militärischen Beziehungen zu Russland aufzunehmen, die das Verhältnis zu den USA und zur Nato gefährden könnten. „Die Annäherung an Wladimir Putin ist inakzeptabel“, heißt es. „Der US-Kongress wird nicht untätig zuschauen, wenn Erdogan das russische Luftabwehrsystem S-400 erwirbt. Dieses Gesetz sendet eine klare Botschaft an Erdogan: Wenn Sie diesen Weg weiter gehen, werden sie mit ernsthaften Folgen rechnen müssen.“

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Werberat rügt Brauerei wegen Bierdeckel

Bild: dpa
Alkohol dürfe nicht als „Schlüssel für Glücksmomente“ angepriesen werden. Die Brauerei sieht „scheinheilige Moralisten“ am Werk und will die gerügten Bierdeckel nachdrucken lassen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Ein Bierdeckel des Hofbräuhauses Traunstein erzürnt den Deutschen Werberat, weil er nach deren Einschätzung die „Verhaltensregeln für eine verantwortliche Alkoholwerbung“ missachte. Der Bierdeckel zeigt ein Paar in inniger Umarmung, die lachende Frau hält dabei ein frisches Weißbier in der Hand, darüber steht der Slogan „Hilft in Sekunden – wirkt für Stunden“.

Laut Werberat entstehe beim Betrachter der Eindruck, „dass sich der Konsum des Biers positiv auf das Verhältnis zwischen Mann und Frau auswirkt“. Die Alkoholbranche habe sich aber im Rahmen der Selbstkontrolle dazu verpflichtet, Alkohol nicht als „Schlüssel für Glücksmomente“ anzupreisen.

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7 Millionen Euro Steuergelder für Unabhängigkeit der Moscheen

Die Berliner Şehitlik Moschee © onnola @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Moscheen, die ihre Abhängigkeiten vom Ausland und den Verbänden vermindern, sollen finanzielle Unterstützung vom Bund bekommen. Grünen-Politikerin Polat wirft der Bundesregierung ein gespaltenes Verhältnis zur Moscheelandschaft in Deutschland vor.

MiGAZIN

Mit bis zu 2,5 Millionen Euro jährlich will die Bundesregierung ab der zweiten Jahreshälfte Moscheen in Deutschland unterstützen. Das Geld sollen Moscheegemeinden bekommen, die öfter Deutsch reden und ihre „Abhängigkeiten“ vermindern. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums an die Grünen-Abgeordnete Filiz Polat hervor, das dem MiGAZIN vorliegt. Weitere Voraussetzungen sind dem Papier zufolge die Verfassungstreue der Moscheegemeinden sowie eine Selbstverpflichtung zur stärkeren Kooperation mit Kommunalverwaltungen und zu mehr Transparenz.

Das Förderprogramm wurde bereits im Rahmen der Deutschen Islam Konferenz angekündigt und läuft unter dem Titel „Moscheen für Integration – Öffnung, Vernetzung, Kooperation“. Dem Ministerium zufolge befindet es sich noch in der Vorbereitung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Der Modellzeitraum für das Projekt umfasst drei Jahre. Für das laufende Jahr sind 2 Millionen Euro, für 2020 und 2021 jeweils 2,5 Millionen Euro vorgesehen. An dem Projekt können sich „sowohl verbandsunabhängige als auch verbandsgebundene muslimische Gemeinden teilnehmen“, erklärt das Ministerium.

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Dürfen männliche Küken weiterhin getötet werden?

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhandelt über die Rechtmäßigkeit des millionenfachen Tötens männlicher Küken. (Foto: dpa)
Über das millionenfache Schreddern und Vergasen entscheidet das Bundesverwaltungsgericht, die Vorinstanz hatte es erlaubt. Antworten auf die wichtigsten Fragen zu der fragwürdigen Praxis.

Süddeutsche Zeitung

Das Bundesverwaltungsgericht verhandelt über die Rechtmäßigkeit des millionenfachen Tötens männlicher Küken. Das Land Nordrhein-Westfalen hatte 2013 den Brütereien die umstrittene Praxis untersagen wollen. Dagegen klagten zwei Betriebe und bekamen in den Vorinstanzen Recht. Jetzt muss das oberste deutsche Verwaltungsgericht in einem Grundsatzurteil klären, ob das Kükentöten mit dem Tierschutzgesetz vereinbar ist.

Was ist das Problem?

Für die Produktion von Eiern werden Legehennen gezüchtet. Sie sind darauf getrimmt, viele Eier in kurzer Zeit zu legen. Männliche Tiere braucht man nicht. Legehuhnrassen setzen kaum Fleisch an und werden deshalb nicht zum Verzehr verwendet.

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Warum die Fassade von Anastasia so gut funktioniert

Bild: dpa/Michael McKee
Sehnsucht nach Natur, ökologischem Wirtschaften, einem Ausstieg aus der modernen Gesellschaft: Die Anastasia-Bewegung scheint ein großes Bedürfnis unserer Zeit zu bedienen, sagt Sektenexperte Matthias Pöhlmann. Doch das sei nur die äußere Fassade.

rbb24

rbb|24: Herr Pöhlmann, was ist die Anastasia-Bewegung?

Matthias Pöhlmann: Die Anastasia-Bewegung ist eine weitverzweigte Bewegung. Sie beruht auf einer Buchreihe des russischen Geschäftsmannes und Autors Wladimir Megre. Sie umfasst zehn Bände. Darin berichtet er über eine Frau aus Sibirien in der Taiga, die naturnah lebt. Ihr soll er begegnet sein. Er schildert sie in ganz bunten Farben: Sie hätte übernatürliche Fähigkeiten, hätte einen Heilstrahl, würde mit den Tieren leben. Sie klärt ihn auf über das Weltgeschehen, über die wahren Hintergründe des Weltgeschehens: über ein dunkles Zeitalter und ein geheimnisvolles wedrussisches Wissen, das breit entfaltet wird.

Anastasia entfaltet ein umfassendes Weltbild, das geprägt ist von der Vorstellung der Abkehr vom urbanen, städtischen, zivilisierten Leben. Zurück zur Natur. Ein Zauberwort lautet Familienlandsitz – also dass man einen eigenen Familienlandsitz errichtet. Und man sollte sich möglichst gegenüber politischen Formen fernhalten. Die Demokratie gilt als bedrohlich, als entstellt. Deswegen der Rückzug auf das überschaubare, ein Hektar umfassende Land.

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Wie eng waren „Identitäre“ und Christchurch-Attentäter?

Bild: tagesschau.de
Der Chef der österreichischen „Identitären“, Martin Sellner, und der Christchurch-Attentäter standen mehrfach in Kontakt. WDR, NDR, SZ und der „Standard“ konnten E-Mails und Ermittlungsunterlagen dazu einsehen.

Von Georg Mascolo, Sebastian Pittelkow, Katja Riedel | tagesschau.de

Nachdem er im neuseeländischen Christchurch 51 Menschen während des Gebets erschossen und die Tat in Onlineforen live übertragen hatte, präsentierte der Attentäter ein krudes „Manifest“: Eine Schrift, die schon in ihrem Titel, „Der große Austausch“, auf eine Ideologie Bezug nahm, auf die sich in den vergangenen Jahren in Europa vor allem die „Identitäre Bewegung“ (IB) immer wieder bezog und sie aktiv verbreitet und die inzwischen in rechte Kreise bis in Teile der AfD reicht.

Deutliche Gemeinsamkeiten bei der Ideologie

Diese Ideologie suggeriert, die einheimische Bevölkerung solle gegen Migranten ausgetauscht werden. Im deutschsprachigen Raum ist das bekannteste Gesicht jener zumeist jungen, extrem rechten und aktivistischen „Identitären Bewegung“ der Österreicher Martin Sellner.

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Über so viel Vermögen verfügt die Kirche in Deutschland

Bild: tilly
Die Kirche in Deutschland ist eine Wirtschaftsmacht, die über ein großes Vermögen verfügt. Ein großer Anteil der Einnahmen stammt aus der Kirchensteuer, doch die Kirche ist auch als Unternehmer aktiv, betreibt Krankenhäuser, Kindergärten und die eine oder andere Brauerei.

Von Virginia Kirst | Web.de

Die Kirchen sind eine große Wirtschaftsmacht in Deutschland: Sie sind Arbeitgeber, Grundstücksbesitzer und Unternehmer und bewegen Jahr für Jahr beachtliche Summen. Für den größten Teil ihrer Geschichte haben die Institutionen sich zu den Details ihres Vermögens jedoch bedeckt gehalten.

Der Politikwissenschaftler und Publizist Carsten Frerk beschäftigt sich seit über zwanzig Jahren mit dem Vermögen der Kirchen in Deutschland. Wichtig sei zu bedenken, dass es „den Konzern Kirche mit einer zentralen Leitung“ nicht gebe. „Jedes Bistum macht, was es will und lässt sich dabei so wenig wie möglich in die Karten schauen.“

Erst die Finanzskandale der katholischen Kirche in Deutschland in der jüngeren Vergangenheit haben zu mehr Transparenz bei dem Thema geführt: So gipfelte die Aufregung um die hohen Baukosten der Bischofsresidenz des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst 2013 darin, dass die deutsche Bischofskonferenz die katholischen Bistümer zu einer Transparenzoffensive aufforderte. Daher veröffentlichen seit 2015 alle 27 Bistümer mit ihren Jahresabschlüssen auch eine Bilanz ihrer Finanzen. Diese vermitteln eine Idee davon, wie vermögend sie sind.

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USA ziehen Botschaftsangehörige aus dem Irak ab, Bundeswehr setzt Einsatz aus

In den Nahen Osten wurden B-52H Stratofortress zur 20th Expeditionary Bomb Squadron verlegt. Bild: DoD
Britischer Offizier streitet erhöhte Gefährdung ab, CentCom spricht weiter von glaubwürdigen Bedrohungen, Truppen in erhöhter Bereitschaft

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Bahnt sich ein Krieg der USA mit dem Iran an? Man könnte es vermuten, denn klar ist nicht nur, dass man im Weißen Haus, auch zugunsten von Saudi-Arabien und Israel und im Machtspiel mit den engen Alliierten, einen Regime Change durch wirtschaftliche Strangulation anstrebt. Dann kündigten US-Sicherheitsberater John Bolton und Verteidigungsminister Patrck Shanahan an, dass das Flugzeuträgergeschwader Abraham Lincoln und Bomber in die Region verlegt werden. Es gebe eine von den Geheimdiensten ermittelte „glaubwürdige Bedrohung“ durch den Iran. Das Pentagon kündigte zudem die Verlegung von Patriot-Raketenabwehrsystemen in die Region an, sie waren erst vor kurzem abgezogen worden.

Außenminister Pompeo blies letzte Woche seinen geplanten Besuch in Deutschland ab, sprach von einer Eskalation und flog von Finnland gleich nach Bagdad, was den Ernst der Lage noch einmal demonstrieren sollte. Angeblich ginge die Bedrohung von schiitischen in Syrien und im Irak Milizen aus, wo sich 2000 bzw. über 5000 US-Soldaten aufhalten. „Proxy-Gruppen in Syrien und im Irak“ könnten US-Truppen angreifen, bekannt ist, dass die mit Teheran verbundenen schiitischen Milizen der Al-Haschd asch-Scha’bī (PMF – Volksmobilisierungseinheiten), die in die irakischen Streitkräfte eingebunden wurden, die Amerikaner aus dem Land haben wollen und hin und wieder schon mal mit Angriffen gedroht hatten.

Verwirrung um angeblichen Aufmarschplan

Schließlich wurde verbreitet, dass das Pentagon u.a. im Auftrag von Bolton den Plan ausgearbeitet habe, 120.000 US-Soldaten in die Region zu schicken und mit einem Cyberangriff die iranische Infrastruktur auszuhebeln, wenn der Iran, wie angekündigt, sein Atomprogramm wieder hochfahren sollte, falls die anderen Unterzeichnerstaaten des Iran-Abkommens nicht die Verluste durch die amerikanischen Sanktionen kompensieren. Die New York Times war wie so oft führendes Medium, um mit Berufung auf anonyme Quellen aus dem Sicherheitsapparat die Gerüchteküche anzufahren.

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Was die Impfmuffel aufs Spiel setzen

Wer aus Nachlässigkeit, Zeitmangel, Desinteresse und fahrlässiger Unaufgeklärtheit Impftermine verstreichen lässt, trägt Mitschuld an der gesundheitlichen Misere. Bild: dpa
Die eigene Entfaltung zählt für Impfgegner mehr als die Solidarität mit Schwächeren. Statt ständig um die persönliche Freiheit zu fürchten, sollten die Menschen lieber eine andere Frage an die Gesundheitspolitik stellen.

Von Lucia Schmidt | Frankfurter Allgemeine Zeitung

In der Debatte über eine Zunahme von Maserninfektionen, eine sinkende Impfquote und den gerade von Gesundheitsminister Jens Spahn vorgelegten Gesetzesentwurf zur Masernimpfpflicht fällt immer wieder der Begriff Impfmüdigkeit. Die Deutschen seien „impfmüde“, heißt es dann gerne. Damit soll kurz und prägnant erklärt werden, was auch wissenschaftliche Untersuchungen nahelegen. Zur Wiederkehr fast ausgerottet geglaubter Erkrankungen tragen nicht nur überzeugte Impfgegner bei – die machen laut Befragungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter den Eltern nur rund zwei Prozent aus. Die größere Schuld an dieser gesundheitlichen Misere tragen diejenigen, die aus Nachlässigkeit, Zeitmangel, Desinteresse und fahrlässiger Unaufgeklärtheit Impftermine und -aufforderungen verstreichen lassen.

Ein solches Verhalten, eine solche Haltung kann sich nur leisten, wer, wie die Deutschen, in einem reichen Staat mit einem hohen Maß an gesundheitlicher Sicherheit und Versorgung lebt. Impfmüdigkeit ist Begleiterscheinung einer Gesellschaft, in der die eigene Entfaltung mehr zählt als Solidarität und Fürsorge für den Nächsten und den Schwächeren. Impfmüde kann nur werden, wer fälschlicherweise den Respekt vor tödlichen Infektionskrankheiten verloren hat und sich selbst für unverwundbar hält. Impfmüde zu sein bedeutet aber auch, Errungenschaften der modernen Medizin aufs Spiel zu setzen.

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Tropen: Jagddruck gefährdet Säugetiere

In der Hälfte der tropischen Wälder stehen Säugetiere unter Jagddruck. © Ruth Archer/ pixabay
Tierwelt unter Druck: Viele Säugetiere in den Tropen sind durch menschliche Jagdaktivitäten bedroht. Wie eine Studie zeigt, stehen die Populationen in rund der Hälfte der tropischen Wälder unter erheblichem Jagddruck – sogar in geschützten und auf den ersten Blick noch intakten Gebieten. Langfristig drohen dadurch nicht nur empfindliche Folgen für die Tierwelt, warnen die Forscher.

scinexx

Ob zur Holzgewinnung oder um Platz für Siedlungen oder große Monokulturen zu schaffen: Die Abholzung der tropischen Regenwälder ist schlecht für das Klima und nimmt vielen Tieren den Lebensraum. Doch selbst in auf den ersten Blick noch intakten Waldgebieten ist die Tierwelt zunehmend bedroht. Denn viele Spezies werden dort im großen Stil bejagt – oftmals auch illegal.

Wie sehr dieser Jagddruck die Fauna gefährdet, hat jüngst eine Studie von Ana Benitez-Lopez von der Radboud-Universität im niederländischen Nijmegen und ihren Kollegen offenbart. Demnach gingen die Vogelpopulationen in einigen bejagten Wäldern um 58 Prozent zurück, die Säugetierzahlen sogar um 83 Prozent. Wie sehr aber wirkt sich die Bejagung insgesamt auf die Säugetierwelt in den Tropen aus?

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Amerikanische Senatoren legen Gesetz gegen Nord Stream 2 vor

Spezielle Schiffe verlegen gerade die neue Gasleitung durch die Ostsee. Bild: AP
Die amerikanische Regierung will verhindern, dass Deutschland die neue Gasleitung nach Russland fertig baut. Politiker in Washington arbeiten nun an einem Gesetz, das es in sich hat.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Im amerikanischen Kongress machen mehrere Senatoren mobil gegen die im Bau befindliche neue Ostsee-Gasleitung Nord Stream 2. Sie schlugen am Dienstag ein Gesetz vor zur Verhängung von Reise- und Finanzsanktionen gegen Unternehmen und Einzelpersonen, die an dem Bau der Pipeline beteiligt sind.

Bis das von den Republikanern Ted Cruz, John Barrasso und Tom Cotton sowie der Demokratin Jeanne Shaheen eingebrachte Gesetz in Kraft treten kann, dauert indes noch. Zunächst müsste es von beiden Kammern angenommen und dann vom Präsidenten Donald Trump unterzeichnet werden.

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