Archiv der Kategorie: Ökonomie

Christlich geprägte Kultur des Sterbens entwickeln – Igitt

Bild: letzte-hilfe.de

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Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Hamburger Hauptkirche St. Katharinen haben der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, am Samstag die Woche für das Leben eröffnet, die bundesweit vom 18. bis zum 25. April 2015 stattfindet. Unter dem Jahresthema „Sterben in Würde“ befasst sich die Aktion mit der gesellschaftlichen und politischen Debatte um assistierten Suizid sowie dem Umgang mit schwerstkranken und sterbenden Menschen.


EKD

„In Würde sterben zu dürfen, heißt eben nicht, alle Optionen zu haben, um sich jederzeit selbst töten zu können, betonte der Ratsvorsitzende der EKD in seiner Predigt. „In Würde zu sterben heißt, nie aus der Beziehung zu Gott und den Menschen herauszufallen“. Das Hauptaugenmerk in der Woche für das Leben sei darauf gerichtet, „dass wir eine Kultur des Sterbens entwickeln, die nicht länger von der Angst geleitet ist, sondern in der die Liebe Raum gewinnt.“ Notwendig sei eine Kultur, „in der über dem Schmerz und der Trauer, über den Abschied nie die Ahnung von offener Zukunft und neuem Leben verloren geht“, sagte Bedford-Strohm.

„Tod und Sterben gehören für die meisten von uns nicht mehr zur Erfahrungswelt. Sie sind die Angelegenheit von Spezialisten geworden“, betonte Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, in seiner thematischen Einführung. Die Angst, am Lebensende nicht mehr über sich selbst bestimmen zu können, ein Leben in Schmerzen zu führen und den Angehörigen zur Last zu fallen, nehme zu und führe dazu, dass die Attraktivität von Sterbehilfevereinen steige. „Doch was ist das für ein Armutszeugnis für eine Gesellschaft, in der die Möglichkeit zur Selbsttötung bloß zu einer weiteren Option unter vielen wird: Pflegeheim, Krankenhaus, Suizid“, so Kardinal Marx weiter. „Die Humanität einer Gesellschaft misst sich doch gerade daran, wie man mit alten, kranken, schwachen und schwerkranken Menschen umgeht. … Sie verdienen in besonderer Weise unsere Zuwendung – und nicht den Giftbecher.“

An dem Ökumenischen Eröffnungsgottesdienst in Hamburg, mit mehreren Hundert Teilnehmern aus Politik, Gesellschaft und Religionsgemeinschaften, wirkten außerdem die Hamburger und Lübecker Bischöfin Kirsten Fehrs, (Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland) sowie Erzbischof Stefan Heße (Erzbistum Hamburg) mit.
Im Anschluss an den Eröffnungsgottesdienst diskutierten Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm und Kardinal Reinhard Marx in der Katholischen Akademie beim Podiumsgespräch „Sterben in Würde“ mit Dr. Michael de Ridder (Notfallmediziner und Geschäftsführer a. D. Vivantes Hospiz Berlin) und Prof. Dr. Armin Nassehi (Professor für Soziologie an der Universität München) unter anderem über die Frage, warum Sterben vielfach mit „Autonomieverlust“ gleichgesetzt wird. „Wenn man die Selbstbestimmung auf die Frage nach gesetzlichen Rahmenbedingungen reduzieren würde, die eine Selbsttötung möglichst leicht machen, wäre das eine völlige Verarmung einer Vorstellung von Autonomie und Freiheit“, so der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm.

Kardinal Reinhard Marx unterstrich, dass die Kirchen nie eine Verpflichtung betont hätten, Menschen unter allen Umständen am Leben zu erhalten. Zudem ist „die Palliativversorgung bereits heute eine hervorragende Möglichkeit, schwerstkranke Menschen auf ihrem letzten Lebensweg zu begleiten“, so Kardinal Marx. Sie kümmere sich nicht nur um körperliche Schmerzen, sondern auch um die Psyche und spirituelle Bedürfnisse.

Die Woche für das Leben ist seit mehr als 20 Jahren die ökumenische Aktion der evangelischen und katholischen Kirche für den Schutz und die Würde des Menschen vom Lebensanfang bis zum Lebensende. Themenheft, Info-Flyer und weitere Informationen zur Woche für das Leben stehen unter http://www.woche-fuer-das-leben.de zur Verfügung.

Hannover, 18. April 2015

Pressestelle der EKD
Carsten Splitt

 

Big Brother Award 2015: Die schlimmsten Saboteure des Datenschutzes

matrix_2_1Der Big Brother Award 2015 geht unter anderem an Innenminister Thomas de Maizière und Gesundheitsminister Hermann Gröhe.


Von Christian Bommarius|Frankfurter Rundschau

Die Frage, wer die größten Verdienste um die nachhaltigste Verletzung der Privatsphäre und um die souveränste Missachtung des Datenschutzes in Deutschland erworben hat, wird Jahr für Jahr auf höfliche Weise beantwortet. Eine Jury tritt zusammen, berät die einschlägigen Leistungen und gibt schließlich die Gewinner der „Big Brother Awards“ bekannt. Der Name des Preises – er wurde dem Überwachungsstaats-Roman „1984“ George Orwells entnommen – ist Programm, und Absicht der Jury ist es wohl, die Gewinner spüren zu lassen, was die unerwünschte Herstellung von Öffentlichkeit bedeutet. Stifter und Verleiher des Preises ist der Verein digitalcourage.

In der Kategorie Politik werden in diesem Jahr Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und seinem Amtsvorgänger Hans-Peter Friedrich (CSU) geehrt. Sie werden, sagt die Jury, ausgezeichnet „für die systematische und grundlegende Sabotage der geplanten Europäischen Datenschutzgrundverordnung“. Statt – wie öffentlich behauptet – Deutschlands hohes Datenschutzniveau nach Europa zu tragen, hätten beide Innenminister ihre Beamten in enger Kooperation mit Lobby-Verbänden den europäischen Datenschutz ins Gegenteil verkehren lassen.

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„Der Austausch von Informationen zwischen Medizin und Veterinärmedizin ist nicht ausreichend institutionalisiert”

Infektionsmedizinische Fragen sind in Deutschland in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus gerückt. Dabei standen häufig zoonotische Erreger, die zwischen Tieren und Menschen in beide Richtungen übertragen werden können, im Vordergrund. Die Arbeitsgruppe Zoonosen und Infektionsforschung der TMF ­– Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung hat dazu bereits im vergangenen Jahr ein Positionspapier vorgelegt, das für einen One-Health-Ansatz in der Infektionsforschung wirbt.


aerzteblatt.de

5 Fragen an Prof. Dr. med. Eberhard Straube, Institut für Medizinische Mikrobiologie, Universitätsklinikum Jena

DÄ: Was besagt One Health in der Infektionsforschung?
Straube: Der One-Health-Ansatz bedeutet, dass Veterinär- und Humanmedizin sowie auch Landwirtschaft interdisziplinär zusammenarbeiten und Strukturen entwickeln, um auf Probleme zu reagieren, die in einer gemeinsamen Umwelt begründet sind. Das betrifft Ernährung und insbesondere Infektionen. Man darf nicht vergessen, dass etwa 60 Prozent der Infektionen Zoonosen sind. Influenza beispielsweise ist eine klassische Zoonose, ein etwa durch Salmonellen oder Campylobacter verursachter  Durchfall ebenso – das sind häufige Ereignisse.

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Forscher wollen das erste künstliche Lebewesen erschaffen

Im Kieler Wirkstoff-Zentrum werden Substanzen aus marinen Mikroorganismen untersucht und patentiert Sieg/Nölting, IFM-GEOMAR

Sie sollen Treibstoff produzieren, Krankheiten heilen oder Umweltgifte entschärfen. Synthetische Lebewesen sollen viele Probleme des 21. Jahrhunderts lösen. Bei ihrer Entwicklung entfernen sich Forscher von der universellen Sprache des Lebens. Das bietet Chancen und birgt Risiken.


FOCUS ONLINE

  • Wissenschaftler wollen Lebewesen synthetisch herstellen.
  • Bei den künstlich veränderten Lebewesen handelt es sich um Mikroorganismen.
  • Die Forscher wollen durch ihre Forschung Lebewesen von den „Fesseln der Evolution“ befreien.

Der Golem, Frankensteins Monster oder die Dinosaurier aus “Jurassic Park”: Leben künstlich zu erschaffen, fasziniert Menschen seit jeher – bis vor kurzem meist nur als Fiktion. Doch inzwischen streben Forscher gezielt die Herstellung neuartiger Organismen an und wetteifern darum, wer das erste synthetische Lebewesen erschafft.

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Tebartz-van Elst missioniert jetzt Abtrünnige

Tebartz van Elst in Rom. Bild; DIE WELT|Screenshot: bb

Tebartz van Elst in Rom.
Bild; DIE WELT|Screenshot: bb

Der einstige Skandal-Bischof aus Limburg ist nun im Päpstlichem Rat für Katechese. Zum Neustart im Vatikan hat er sich modisch verändert. Zudem bekommt er doppelte Bezüge – zumindest vorläufig.


Von Constanze Reuscher|DIE WELT

Passend zum neuen Job hat Franz-Peter Tebartz-van Elst seinen Look modisch verändert: Schon zu Ostern zeigte der einstige Skandalbischof im Petersdom eine neue Brille mit dunklem Horngestell und einen fülligen Bart, unter der violetten Bischofskappe ragte eine längere Haartolle hervor.

Der neue Arbeitsplatz des ehemaligen Limburger Oberhirten ist jetzt auch offiziell. Im neuen Päpstlichen Jahrbuch ist Tebartz-van Elst im Kapitel “Internationaler Rat für Katechese” an zweiter Stelle hinter dem Sekretär dieses Päpstlichen “Ministeriums” eingetragen, dem der italienische Erzbischof Rino Fisichella vorsteht.

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Apostel Denunzianten

A. Paul Weber – Der Denunziant; Quelle: privat

Bischof Mogavero war von Benedikt XVI. nach finanziellen Unregelmäßigkeiten seines Amtes enthoben worden. Mogavero macht aber seinen Ökonomen für die Unregelmäßigkeiten verantwortlich und fühlt sich von bischöflichem Amtsbruder diffamiert.


kath.net

In Italien sorgt ein Streit zwischen zwei sizilianischen Bischöfen für Aufsehen. Nach Informationen der Zeitschrift «Panorama» soll der frühere Bischof von Trapani, Francesco Micciche (71), einen Amtsbruder wegen «Diffamierung» bei Papst Franziskus angezeigt haben.

Wie «Panorama» berichtet, handelt es sich um den Bischof von Mazara del Vallo, Domenico Mogavero (68), der 2011 eine vom Vatikan angeordnete Untersuchung des Finanzgebarens der Diözese Trapani leitete. Dabei wurden finanzielle Unregelmäßigkeiten in Millionenhöhe festgestellt. Benedikt XVI. (2005-2013) enthob Micciche daraufhin im Mai 2012 seines Amtes. Dieser wies die Vorwürfe zurück und machte seinen Ökonomen für die Unregelmäßigkeiten verantwortlich.

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Bistum Limburg: Was die Kirche mit 1 Milliarde Euro macht

Bild: @Kiwi_Gold/twitter

Bild: @Kiwi_Gold/twitter

Der frühere Limburger Bischof Tebartz-van Elst und sein mehr mehr als 30 Millionen Euro teurer Bischofssitz beschäftigen heute noch die Gemüter. Eine Ausstellung soll nun Transparenz schaffen und über das Vermögen der Kirche aufklären.


Von Peter Hanack|Frankfurter Rundschau

Die ersten Christen hatten – so steht zu vermuten – noch kein Problem mit Geld. Sie hatten einfach nicht viel davon, und das wenige teilten sie dann christlich. So ist es nicht geblieben. Das Bistum Limburg etwa besitzt heute rund tausend Millionen Euro. Viel Geld. Oder doch nicht? Und woher kommt eigentlich dieses Vermögen? Für was ist es gut? Und wer bestimmt darüber, wofür es ausgegeben wird? Fragen wie diese sind es, um die es in einer Ausstellung geht, die die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) des Bistums erstellt hat. Seit Donnerstag ist sie im Kreuzgang des Bischöflichen Ordinariats in Limburg zu sehen, und zwar bis 30. April. Danach soll die Ausstellung mit ihren 17 Schautafeln durch die Pfarrgemeinden wandern.

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Vergewaltigungen, Zwangsprostitution, Drogen: Sexuelle Gewalt in bayerischen Flüchtlingsunterkünften

In der Bayernkaserne sollen Frauen täglich sexueller Gewalt ausgesetzt seien | DPA

Sie flohen vor Krieg und Armut – nun sehen sie sich sexueller Gewalt und Missbrauch ausgeliefert: Nach einem Bericht des Bayerischen Rundfunks (BR) leiden Frauen in Flüchtlingsunterkünften in Bayern unter unerträglichen Zuständen. 


Von Benjamin Prüfer|The Huffington Post

Dort soll es regelmäßig zu Vergewaltigungen und Prostitution kommen. Der Sender beruft sich dabei auf den SPD-Abgeordneten Hans Ulrich Pfaffmann und die Frauenrechtsorganisation Imma.

“Tagtäglich Vergewaltigungen und Prostitution”

So habe es etwa in der Bayernkaserne, einer ehemaligen Bundeswehr-Kaserne, in der nun Flüchtlinge untergebracht sind, immer wieder Fälle von Prostitution oder Gewalt gegen Frauen gegeben.

“Beobachtungen in der Bayernkaserne zeigen, dass tagtäglich Vergewaltigungen, sexuelle Gefälligkeitsdienstleistungen und Prostitution stattfinden”, schreibt die Organisation laut BR in einer Mitteilung an die Presse.

Pfaffmann sagte dem Sender, dass unter den Tätern neben anderen Flüchtlingen auch Wachleute der Sicherheitsfirma Siba seien.

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Muslime sollen Christen aus Flüchtlingsboot geworfen haben

Brand auf einem Flüchtlingsschiff vor den Küsten Europas © Szene aus "Report Mainz"

Brand auf einem Flüchtlingsschiff vor den Küsten Europas © Szene aus “Report Mainz”

Dicht gedrängt auf kleinen Booten begeben sich viele Flüchtlinge auf den gefahrvollen Weg von Afrika über das Mittelmeer gen Norden. Doch statt in Solidarität übten sich die Menschen auf einem Schiff nun in Hass. Auslöser soll ein unterschiedlicher Glaube gewesen sein.


evangelisch.de

Die italienische Polizei hat 15 muslimische Migranten festgenommen, weil sie vor der Küste Siziliens zwölf Christen aus einem Flüchtlingsboot über Bord geworfen haben sollen. Wie italienische Medien übereinstimmend berichteten, genehmigte Justizminister Andrea Orlando am Donnerstagabend die Strafverfolgung. Die Tat sei zwar in internationalen Gewässern geschehen, aber nach der Anordnung des Ministers konnten die Verdächtigen im sizilianischen Palermo festgenommen werden. Den Berichten zufolge sollen die Muslime aus religiösem Hass gehandelt haben.

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Assistierter Suizid: „Wer sich umbringen will, der findet auch einen Weg“

Bild: letzte-hilfe.de

Bild: letzte-hilfe.de

141 Strafrechtlerinnen und Strafrechtler fordern in einem Aufruf, den assistierten Suizid nicht unter Strafe zu stellen. Das sieht ein geplantes Gesetz vor, das im Herbst vom Bundestag verabschiedet werden könnte. Ein Gespräch mit einem der Initiatoren, Henning Rosenau, Vizepräsident der Universität Augsburg.


Interview mit Henning Rosenau|Cicero

Herr Rosenau, was fordern Sie?
Wir fordern, dass es keine neue Strafnorm gibt, die die Beihilfe zum Suizid unter Strafe stellt. Im Grunde geht es darum, dass man die Entkriminalisierung, die man bei den Fragen ums Lebensende erreicht hat in den letzten zehn, zwanzig Jahren, nicht wieder rückgängig macht.

Die gesetzlichen Pläne sind aber auch als Schutz vor Missbrauch gedacht. Wie wollen Sie ohne eindeutige Regelungen Missbrauch verhindern?
Es ist ja nicht so, dass es keinen rechtlichen Rahmen gibt. Missbrauch bei der Suizidhilfe liegt dann vor, wenn man jemanden zum Sterben bringt, ohne dass dieser sich wirklich bei klarem Verstand und voller Entscheidungsfreiheit zum Selbstmord entschieden hat. Und das ist heute schon strafbar, das ist eine Tötungsstrafbarkeit, Totschlag in mittelbarer Täterschaft, vielleicht auch Tötung auf Verlangen. Wir haben also schon strafrechtliche Grenzen. Es gibt gar kein Bedürfnis für neue Strafnormen.

Die Frage ist nun, ob ein Mensch überhaupt jemals frei über das eigene Sterben entscheiden kann?
Wer soll das denn sonst für einen tun?, wäre die Gegenfrage. Wenn wir die Selbstbestimmung hoch halten, dann müssen wir auch akzeptieren, dass diese bis zum Lebensende reicht. Sonst würden wir die Autonomie wieder massiv einschränken. Das wäre ein Rückschritt.

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Deutsche Studie: Zufriedene Seelsorger mit Zölibatsproblemen

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Katholische Seelsorger in Deutschland sind mit ihrem Leben zufriedener als der Durchschnitt der Bevölkerung. Jeder dritte Priester empfindet den Zölibat jedoch als belastend für seinen Dienst, wie eine am Donnerstag in Berlin vorgestellte Studie ergab. Für die bundesweit erste derartige Untersuchung befragte eine Forschergruppe um den Münchner Jesuitenpater Eckhard Frick rund 8.600 Priester und Diakone sowie Pastoral- und Gemeindereferenten.


kathweb

Die Umfrage ergab, dass die “Lebenszufriedenheit” der Priester mit der von Menschen in anderen akademischen Berufen vergleichbar ist. Wesentlich dafür seien Identifikation mit dem Beruf sowie Zufriedenheit in der zölibatären Lebensform oder Partnerschaft, ein unterstützendes soziales Umfeld und positive spirituelle Erfahrungen.

Burnout-Symptome seien eher niedriger als in vergleichbaren Berufsgruppen wie Ärzten, Lehrern und Sozialarbeitern. Allerdings hätten 25 Prozent der Seelsorger eine erhöhte Stressbelastung mit leichter Burnout-Gefährdung, 14 Prozent seien von ihrer Arbeit überfordert und hätten eine erhöhte Burnout-Gefahr. Jeder vierte Priester weise erhöht depressive Symptome auf.

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Ökonom: Erste deutsche Islambank wird nicht nur auf Muslime setzen

Bild: arcadia.com.tr

Das erste islamische Geldinstitut mit voller Banklizenz in Deutschland kann nach Expertenansicht nur dann Erfolg haben, wenn es sich auch an nichtmuslimische Kunden richtet.


evangelisch.de

Die Bank müsse mit Produkten überzeugen und die Religion nicht in den Vordergrund stellen, sagte der Essener Volkswirtschaftsprofessor Volker Nienhaus dem Evangelischen Pressedienst (epd). Dann passe das Konzept durchaus auch zu nicht- oder andersgläubigen Kunden.

Die Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin hatte der Kuveyt Türk Bank Mitte März die Lizenz erteilt. Nienhaus nannte dies einen Durchbruch im deutschen Bankensystem. “Es werden aber jetzt nicht automatisch scharenweise Muslime ihr Geld dort anlegen”, sagte Nienhaus, der auch am “International Centre for Education in Islamic Finance” in Kuala Lumpur unterrichtet.

Menschenrechtsinstitut: Kirchliche Angestellte vor Gericht benachteiligt

Bild: fis-kirchenrecht.de

Bild: fis-kirchenrecht.de

Die besonderen Rechte kirchlicher Arbeitgeber sorgen immer wieder für Streit. Vor Gericht gewinnen zu oft die Kirchen, kritisiert das Deutsche Institut für Menschenrechte. Es fordert eine bessere Abwägung der Gerichte zugunsten der Beschäftigten.


evangelisch.de

Das Deutsche Institut für Menschenrechte kritisiert den Umgang deutscher Gerichte mit Streitfällen, die das kirchliche Arbeitsrecht betreffen. Das Verhältnis zwischen dem kirchlichen Selbstbestimmungsrecht und den individuellen Menschenrechten der Beschäftigten und Bewerber sollte neu austariert werden, heißt es in einem Positionspapier, das dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt. Das Menschenrechtsinstitut beklagt, dass Gerichte in der Vergangenheit dem Selbstbestimmungsrecht der Kirchen in der Regel den Vorrang gegeben haben. Die Rechte der Religionsgemeinschaft und der Betroffenen seien insgesamt besser abzuwägen.

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Deutlicher Vogelschwund in Fukushima

Rauchschwalben waren um Fukushima einst häufig, heute gibt es sie dort kaum noch © Lip Kee/ CC-by-sa 2.0

Kein Zwitschern mehr: Vier Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima zeigen sich deutliche Folgen in der Vogelwelt der Region. Die Zahl der Singvögel im Sperrgebiet ist stark geschrumpft, einige einst häufige Arten sind fast ganz verschwunden. Der Rückgang ist klar dosisabhängig und hat sich trotz sinkender Radioaktivität in den letzten Jahren sogar noch verstärkt, wie die Forscher im Fachmagazin “Journal of Ornithology” berichten.


scinexx

Atomkatastrophen wie Tschernobyl oder Fukushima hinterlassen ihre Folgen nicht nur bei den Bewohnern der betroffenen Regionen, auch die Natur verändert sich. Wie vor allem Tiere mit den erhöhten Strahlendosen zurechtkommen, ist bisher nur in Teilen untersucht. So scheinen sich einige Vögel im Sperrgebiet von Tschernobyl inzwischen an die Radioaktivität angepasst zu haben. Ob dies aber grundsätzlich gilt und wie Vogelpopulationen in den ersten Jahren nach einer solchen Verseuchung reagieren, war bisher unklar.

Um das zu ändern, haben Tim Mousseau von der University of South Carolina und seine Kollegen seit dem Atomunglück von Fukushima im April 2011 jedes Jahr im dortigen Sperrgebiet eine Reihe von Vogelzählungen durchgeführt. Zusätzlich analysierten sie Blutproben einiger Vogelarten, um festzustellen, welche physiologischen Folgen die erhöhte Strahlung für die Tiere hatte. Jetzt haben sie ihr erstes Fazit in mehreren Publikationen veröffentlicht.

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Autonome Waffensysteme

Abschuss einer Drohne. Bild: US Navy

Die US Navy präsentiert erste Schritte zu Schwärmen von autonomen Kampfdrohnen, während in Genf bei den Vereinten Nationen über ein Verbot von autonomen Waffensysteme diskutiert wird


Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Das Office of Naval Research (ONR) der US Navy hat seine Entwicklung einer Technik vorgestellt, mit der ein Schwarm von Drohnen von einem Schiff abgeschossen werden kann, um angreifende Drohnen unschädlich zu machen. Mit dem Programm Low-Cost UAV Swarming Technology (LOCUST) will die Navy den Soldaten eine “entscheidende taktische Überlegenheit” zur Verfügung stellen. Der Drohnenschwarm soll von Schiffen, Fahrzeugen, Flugzeugen und verschiedenen unbemannten Systemen starten können.

Vorgeführt mit einem Video wurden Tests, bei denen Coyote-Drohnen verschiedene Geräte mit sich führten, in einer anderen Demonstration flogen neun Drohnen autonom und synchronisiert. Damit seien die ersten Schritte gemacht worden, um nächstes Jahr einen Prototypen zu erproben. Von einer Art Kanone sollen dann in schneller Folge bis zu 30 Drohnen in einer Minute gestartet werden. Wenn sie sich in der Luft befinden, sollen sie ihre Flügel entfalten und über einen Zeitraum von 90 Minuten fast ohne menschliche Steuerung Manöver und simulierte Aufgaben ausführen. Letzten Sommer hatte ONR im Rahmen von LOCUST 13 Robotboote in einem Schwarm auf dem James River in Virginia vorgeführt. Sie führten einige Aufgaben aus, die erforderlich wären, um ein Schiff vor einer Bedrohung zu schützen.

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Buddha sitzt auf der Festplatte

Das Silicon Valley zieht Informatiker und Investoren an, aber auch viele Esoteriker und Hochstapler. Eine TV-Serie macht nun einen Heidenspass daraus.


Von Linus Schöpfer|Basler Zeitung

Für viele Fans wars die beste Szene der ersten Staffel: Informatiker Erlich Bachmann fährt mit psychoaktiven Pilzen im Gepäck in die kalifornische Wüste; er sucht dort nach dem ultimativen Namen für sein neues Start-up. Bachmann kommt auf den Trip, die Logos von Google, Facebook, Twitter und anderer Digitalgrössen umschwirren ihn. Ein Name fällt ihm zwar nicht ein – dafür ein Slogan, der sich als Mantra in seinem Kopf festsetzt: «Making the World a Better Place.»

Bachmann, seine nerdigen Buddies und ihre gemeinsame IT-Bude stehen im Zentrum der HBO-Produktion «Silicon Valley», deren zweite Staffel diese Woche begonnen hat. Die Serie macht sich lustig über die Esoterik und das Weltverbesserungspathos, die das namensgebende kalifornische Tal seit längerem schon umwabern. In den 50ern und 60ern pilgerten die Beatniks hierher; die Hippies gründeten Kommunen, um mit politischen Theorien, Drogen und fernöstlichen Religionen zu experimentieren.

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Katholischer Pastor sucht Haushaltssklavin – all inclusive

Job_Angebot

Bild: Jobportal Würzburg/Facebook

 

Volker Kauder: “Deutschland kann sich mehr Flüchtlinge leisten”

Volker Kauder: Nichts ist wichtiger als Religion (= Christentum)
Deutschland kann nach Ansicht von Unionfraktionschef Kauder deutlich mehr Flüchtlinge aufnehmen. Das Land könne sich das leisten. Zur Untermauerung seiner These führt er das Beispiel Kurdistan an.


DIE WELT

Deutschland soll nach Aussage von Unionsfraktions-Chef Volker Kauder (CDU) weitere Flüchtlinge aufnehmen. “In Kurdistan leben fünf Millionen Einwohner mit einer Millionen Flüchtlinge zusammen. Wir können in Deutschland noch deutlich mehr Flüchtlinge aufnehmen”, sagte Kauder der “Bild”-Zeitung. “Diese Menschlichkeit müssen und können wir uns leisten.”

Forderungen der Bundesländer nach mehr Geld vom Bund für die Unterbringung der Flüchtlinge wies Kauder zurück. “Die Kommunen und Länder erhalten jetzt eine Milliarde Euro extra aus Bundesmitteln für die Unterbringung. Das ist viel Geld.” Wenn die Länder weitere Mittel wollten, müssten auch sie ihre Anstrengungen erhöhen und zum Beispiel mehr abgelehnte Asylbewerber abschieben, sagte Kauder. “Erforderlich ist eine Kraftanstrengung aller.”

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Absolute Mehrheit für die Union – wenn nur Frauen wählen würden

Bei Frauen besonders beliebt.

Bei Frauen besonders beliebt.

Würden nur Frauen wählen, sähe der Bundestag anders aus: Laut dem stern-RTL-Wahltrend hätte die Union die absolute Mehrheit und AfD und FDP hätten keine Chance.  


stern.de

Die Unionsparteien CDU/CSU behaupten im stern-RTL-Wahltrend ihre 42 Prozent, während sich die SPD im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt auf 24 Prozent verbessern kann. Auch die FDP legt zu und kommt wieder auf 5 Prozent. Die Grünen bleiben bei 10 Prozent, die Linke rutscht ab auf 8 Prozent. Wenn jetzt gewählt würde, müsste die AfD, die nun wieder bei 5 Prozent liegt, um ihren Einzug in den Bundestag bangen. Auf die sonstigen kleinen Parteien entfallen nach wie vor 6 Prozent. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen beträgt 29 Prozent.

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Anthropozän: Zeitalter des Menschen

Menschheitsspuren. Staudämme verändern das Antlitz der Erde – und nicht nur optisch. Sand und andere Sedimente werden aufgehalten und ganze Landschaften verändert. – Foto: AFP

Der Mensch verändert die Erde enorm – Grund genug, gleich eine neue geologische Epoche auszurufen? Das Für und Wider wird hart diskutiert.


Von Richard Monastersky|Spektrum.de

Nachdem fast alle Dinosaurier aus dem Naturhistorischen Museum in Washington DC abtransportiert sind, wirkt die Fossilienhalle ziemlich leer. Langsam schlendert der Paläobiologe Scott Wing durch den Raum, der mit seinen dunkel gestrichenen Wänden wie eine tiefe Höhle wirkt. Wing arbeitet mit einem ganzen Team an der 45 Millionen Dollar teuren Neugestaltung der Ausstellungsfläche der Smithsonian Institution. Zur Neueröffnung der Räume im Jahr 2019 werden hier nicht nur die vergangenen Erdzeitalter mit den üblichen Exponaten wie Tyrannosaurus rex und Triceratops geboten – ein ganzer Bereich soll dann speziell der Spezies gewidmet sein, die derzeit die Erde beherrscht. “Die Besucher sollen sich ihrer Rolle auf der Welt bewusst werden: Der Mensch verändert sie nämlich stärker, als viele meinen”, sagt er.

Die neue, etwas provokante Ausstellung gilt dem Anthropozän, jenem kurzen Abschnitt in der langen Erdgeschichte, in dem der Mensch zur treibenden geologischen Kraft wurde. Allein durch den Bergbau wurden mehr Sedimente verschoben, als alle Flüsse der Erde je geschafft haben. Homo sapiens verursachte die Erderwärmung, ließ die Meeresspiegel ansteigen, zerstörte die Ozonschicht und bewirkte die Versauerung der Ozeane.

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