Türkei enteignet massenhaft Kirchen und Klöster

Angesichts eines türkischen Erlasses zur Konfiszierung kirchlicher Besitztümer im Südosten des Landes haben die Aramäer in Deutschland die Bundesregierung um Unterstützung gebeten.

evangelisch.de

Die Türkei beschlagnahme „massenhaft aramäisches Eigentum“, erklärte der Vorsitzende des Bundesverbands der christlichen Aramäer in Deutschland, Daniyel Demir, am Montag in Heidelberg. Die Aramäer in der türkischen Stadt Mardin und Umgebung verlören mehr als 50 Kirchen, Klöster und Grabanlagen an die türkische Religionsbehörde Diyanet.

Nach Rücksprache mit der Leitung des türkischen Klosters Mor Gabriel, eines der ältesten christlichen Klöster, scheine die Übertragung von bis dato 50 kirchlichen Immobilien „nur die Spitze des Eisberg“ zu sein.

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EU zahlt Millionen an Flüchtlingshilfe an den türkischen Staat

© REUTERS Syrische Flüchtlinge in der türkischen Provinz Hatay
Rund 3 Milliarden Euro zahlt Brüssel an die Türkei. Die sind eigentlich für Hilfsorganisationen gedacht. Doch ein beträchtlicher Teil fließt an den Staat selbst. Und auch für einen möglichen EU-Beitritt bekommt die Türkei immer noch Geld.

Von Christian Geinitz | Frankfurter Allgemeine

Anders als geplant, kommt die Europäische Union bei der Flüchtlingsbetreuung in der Türkei um die Regierung in Ankara nicht herum. Für die Versorgung der mehr als 2,8 Millionen Syrer im Land stellt die Gemeinschaft 2016 und 2017 rund 3 Milliarden Euro bereit. Eigentlich sollte das Geld nicht an die türkische Regierung unter Präsident Recep Tayyip Erdogan gehen, die zunehmend autoritäre Züge zeigt. Sondern nur an internationale Hilfseinrichtungen wie Unicef oder das Rote Kreuz oder an die Entwicklungsorganisationen der EU-Staaten.

Jetzt stellt sich heraus, dass von den bisher eingesetzten 811 Millionen Euro mehr als ein Viertel doch dem türkischen Staat zukommt. Das Büro von Erweiterungskommissar Johannes Hahn bestätigte der F.A.Z., dass 120 Millionen Euro an das Gesundheits- und 90 Millionen Euro an das Erziehungsministerium in Ankara gegangen seien. Das sind die mit Abstand größten Posten nach dem Welternährungsprogramm. Weitere 12 Millionen Euro kamen der türkischen Generaldirektion für Migrations-Management zugute, die zum Innenministerium gehört. Zum Vergleich: Unicef hat 34 Millionen Euro erhalten, das Rote Kreuz 6,4 Millionen. „Bild“ hatte zuerst darauf aufmerksam gemacht, dass die Mittel anders eingesetzt werden als beabsichtigt.

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Schiff für ersten Atommüll-Transport auf deutschem Fluss unterwegs

gorleben_gns
Bild: GNS Gorleben
Auf dem Neckar ist ein Transportschiff für den ersten Castor-Transport auf einem deutschen Fluss gestartet.

Frankfurter Rundschau

Der Schubverband legte am Morgen in Neckarwestheim im Kreis Heilbronn in Richtung Atomkraftwerk Obrigheim ab. Laut Polizei ist ein Hubschrauber im Einsatz, es gebe keine Einsatzkräfte auf dem Schiff – und keine Kenntnisse über mögliche Störungen. Die Beförderung von zunächst drei Castor-Behältern per Schiff auf dem unteren Neckar ist heftig umstritten. Atomkraftgegner kündigten eine Mahnwache an.

Geistliche Ohrfeige für Mays Brexit-Kurs

foto: ap photo/alastair grant Justin Welby, das Oberhaupt der anglikanischen Staatskirche, hatte für Mays Brexit-Kurs erstaunlich kritische Worte übrig.
Der anglikanische Erzbischof Justin Welby mahnt Theresa May in der Brexit-Debatte zu konsensualem Vorgehen

Von Sebastian Borger | derStandard.at

Mit einer ungewöhnlich regierungskritischen Äußerung hat sich das Oberhaupt der anglikanischen Staatskirche in die britische Diskussion über den EU-Austritt eingemischt. Premierministerin Theresa May müsse „das Gift aus der Debatte nehmen“, glaubt der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, und redet einer parteiübergreifenden Brexit-Kommission das Wort. Diese solle Parlament und Regierung beraten, aber nicht binden, und auf diese Weise das Land zusammenführen. Großbritannien müsse seinen „Ort in der Welt neu bestimmen“.

Der Wortbeitrag des höchsten Geistlichen der Kirche von England für die Mail on Sunday stellt eine Ohrfeige für die treue Anglikanerin May dar und offenbart die zunehmende Alarmiertheit des gesellschaftlichen Zentrums über die anhaltende Brexit-Spaltung im Land. Politische Meinungsäußerungen des obersten Anglikaners, dessen weltliches Oberhaupt die Königin selbst ist, sind sehr ungewöhnlich.

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Erdogans Schläger sollen nicht nach Hamburg kommen

Trump-Gegner, PKK-Anhänger, Linksextremisten: Vor dem G-20-Gipfel warnen Verfassungsschützer vor Straßenschlachten zwischen radikalen Gruppierungen. Auch türkische Security-Leute könnten gefährlich werden.

Von Manuel Bewarder, Florian Flade, Martin Lutz | DIE WELT

Die Gegner des G-20-Gipfels am 7. und 8. Juli in Hamburg machen seit Wochen mobil. Mit Brandanschlägen auf Bahnanlagen haben sie erklärtermaßen die heiße Phase gestartet. Für die altehrwürdige Handelsstadt kündigen sie „anarchistische Tage“ an.

Gleich zu Beginn könnten sie am Airport in Fuhlsbüttel Hunderte mit Helium gefüllte Ballons und auch Drohnen aufsteigen lassen, um die Anreise von Staatsgästen zu blockieren – damit rechnet die Polizei.

„Das ist wahrscheinlich, um möglicherweise die Ankunft von Delegationen auf dem Flughafen zu stören“, warnt eine interne Lagebeurteilung. Staats- und Regierungschefs wie Merkel, Erdogan, Trump und Putin kommen zum Treffen der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer. Hamburg wird zum Magneten für die militante Szene aus ganz Europa.

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Alternativer wird’s nicht

Bild: heise.de/tp
Der Journalismus ist am Ende. Das weiß mittlerweile jeder. Die altehrwürdigen Medienhäuser kämpfen um ihre (zahlenden) Leser, allüberall wird nur noch manipuliert und gelogen. Zeit für eine echte Alternative! Oder – Moment mal – ernsthaft?!

Von Selma Mahlknecht | TELEPOLIS

Wenn es um das Lesen von Zeitungsartikeln geht, bin ich Ausdauersportlerin. Als Abonnentin mehrerer Newsletters wühle ich mich täglich durch zahllose Meldungen, Analysen, Kolumnen, Ansichtssachen. Dabei komme ich im Schnitt auf wöchentlich etwa zwanzig bis dreißig gelesene Texte unterschiedlichster Herkunft in drei Sprachen.

Ich dürfte damit zu den intensiveren Mediennutzern gehören. Wichtig ist mir dabei, neben meinen sieben-acht Standardportalen immer wieder auch andere Webseiten zu durchstöbern, und ich kann aus dem Stand sicher an die zwanzig Medienanbieter aufzählen, deren Artikel ich mehr oder weniger regelmäßig lese. Natürlich kann ich dabei nicht von jeder Zeitung sämtliche Artikel lesen – und das ist auch gar nicht nötig. Ich wähle mir meine Schwerpunkte und lasse mich gerne überraschen. Auf diese Weise habe ich ein breites Spektrum an Themen und Standpunkten dazu.

Mir fehlt nichts. Und hier beginnt das Problem. Wie kann mir nichts fehlen, wenn man doch allenthalben hört, der gute Journalismus sei tot? Und nur durch dieses neue, endlich mal völlig andere Start-up zu retten, das ich bitteschön mitfinanzieren soll?

Ständig stranden derartige Meldungen in meiner Timeline: Jetzt neu, verbessert, revolutionär, noch nie dagewesen! Das neue Medium, auf das wir alle gewartet haben! Das alles anders macht! Endlich seriöse Recherche! Endlich Leserbeteiligung! Endlich die Themen, die uns wirklich interessieren! Und mit der wirklich wahren Wahrheit, die uns vom Mainstream nicht erzählt wird! Mit zehn, zwanzig, fünfzig Euro im Monat bist du dabei!

Und dann erklären mir mehr oder weniger prominente Menschen, warum es nun endlich Zeit für einen Paradigmenwechsel ist, wie schön bunt und „diverse“ (sprich: daivöas) das neue Magazin werden wird. Endlich eine echte Alternative! Weg von Fake-News und Beschwichtigungspresse, weg von Populismus und Verzerrung, weg von Clickbait und Seichtigkeit, hin zu Seriosität, Kompetenz, Themendurchdringung und gültiger Welterklärung.

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US-Pipeline: Internationale Banken ziehen ihr Geld ab – die Deutsche Bank nicht

Bau der Dakota Access an der 50th Avenue bei New Salem, (Nord-Dakota) Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 2.0 Tony Webster
Monatelang forderten Umweltschützer und Vertreter betroffener Indianerstämme die Banken dazu auf, ihre Investments in die umstrittene Pipeline von North Dakota nach Illinois aufzugeben. Die Divestment-Kampagne sorgte für viel Aufmerksamkeit – doch nicht alle Kreditinstitute zeigen sich beeindruckt.

Von Matthias Lambrecht | greenpeace magazin

Seit knapp zwei Wochen fließt Öl durch die Dakota Access Pipeline (DAPL). Doch Vanessa Green sieht sich und ihre Mitstreiter noch lange nicht geschlagen: „Es gibt eine Schlacht – und es gibt einen Krieg“, erklärte die Kampagnendirektorin der Initiative „Divest Invest“. Green ist fest entschlossen, den Kampf um den Schutz der natürlichen Ressourcen in der nordamerikanischen Prärie am Ende zu gewinnen.

Gemeinsam mit anderen Organisationen und Umweltschutzverbänden, darunter auch Greenpeace, hatte Divest Invest in den vergangenen Monaten Investoren und Finanzinstitute dazu aufgerufen, den Bau der umstrittenen Pipeline nicht länger mit Krediten oder Beteiligungen zu unterstützen. Während einige europäische Banken diesem Aufruf gefolgt sind, halten die Deutsche Bank und die schweizerischen Banken Credit Suisse und UBS an ihren finanziellen Engagements fest.

Wie die indigenen Stämme der Sioux, deren Reservat die Ölleitung durchquert, fürchten die Umweltschützer die Belastung von Trinkwasserreserven durch Lecks in der Pipeline. Umstritten ist das Vorhaben darüber hinaus, weil das transportierte Öl im umweltbelastenden Fracking-Verfahren gewonnen wird und die Nutzung des fossilen Brennstoffs zur Klimaerwärmung beiträgt.

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Creationist Ken Ham blames atheists and ‘fake news’ for failing Ark Encounter theme park

The Kentucky Tourism Development Finance Authority gave $18 million in tax breaks to fund a $92 million Noah’s Ark theme park
The organization behind a tax-payer subsidized “replica” of Noah’s Ark in Kentucky is blaming atheists for tax-payers getting fleeced by the project.

By Bob Brigham | RawStory

Creationist Ken Ham built the $92 million Ark Encounter project in Williamstown, Kentucky. The “dismal failure” of the project has backers lashing out at “intolerant atheists” for mocking the return on investment taxpayers have received.

“Sadly, they are influencing business investors and others in such a negative way that they may prevent Grant County, Kentucky, from achieving the economic recovery that its officials and residents have been seeking,” complained Ken Ham, president of Answers in Genesis.

“Why so many lies and misinformation? Simply because we are in a spiritual battle, and the intolerant secularists are so upset with such world-class attraction like the Ark (and Creation Museum) that publicly proclaim a Christian message,” Ham claimed. “They will resort to whatever tactics they deem necessary to try to malign the attractions.”

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UN-Sondergesandter: G20 könnten Friedensprozess in Syrien helfen

UN-Posten in Syrien, Golan Höhen. Bild: RF
Nach sechs Jahren „dieses Kriegshorrors“ könne er zwar „nur schwerlich optimistisch sein“, räumte der UN-Sondergesandte ein. Beide Seiten seien noch immer nicht bereit, direkt miteinander zu reden.

evangelisch.de

Der UN-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, erhofft sich vom bevorstehenden Treffen der Supermächte auf dem G20-Gipfel in Hamburg „einen Schub“ für den Friedensprozess in Syrien. „Dass sich die USA und Russland verständigen, ist essenziell dafür, dass es in Syrien irgendwann Frieden gibt“, sagte de Mistura dem Berliner „Tagesspiegel“ (Sonntag). Das Gipfeltreffen der führenden Industrie- und Schwellenländer findet am 7. und 8. Juli in Hamburg statt. Die nächste Runde der Friedensgespräche sei für den 10. Juli geplant.

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Abu Dhabi warnt Katar vor „endgültiger Scheidung“

Eine Reihe arabischer Staaten boykottieren Katar. – APA/AFP/FAYEZ NURELDINE
Vier arabische Staaten legen dem Emirat 13 Bedingungen vor, etwa die Schließung des Fernsehsenders Al-Jazeera. Doha hat zehn Tage Zeit, die Forderungen zu erfüllen.

Die Presse.com

In der Katar-Krise haben vier arabische Staaten ihre Bedingungen für ein Ende ihres Boykotts übermittelt. Innerhalb von zehn Tagen müsse das Emirat 13 Forderungen erfüllen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag von einem Vertreter der Ländergruppe aus Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten und Bahrain. Unter anderem müsse die Regierung in Doha den Fernsehsender Al-Jazeera schließen und ihre Verbindungen zum Iran einschränken, dem Erzfeind der Boykott-Staaten. Nach der Frist ist das Verhandlungsangebot offenbar hinfällig. Katar nahm zunächst nicht Stellung.

Die arabischen Länder verlangen den Informationen zufolge von der Regierung Katars zudem, ihre Beziehungen zu Extremistenorganisationen wie der Muslimbruderschaft, dem Islamischen Staat, Al-Kaida und der Hisbollah abzubrechen.

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Witz der Woche: Christentum war schon immer „Multikulti“

Propaganda der „Deutschen Christen“ in Berlin (Bild: Bundesarchiv, Bild 183-1985-0109-502 / CC-BY-SA)
Das Christentum war nach den Worten des deutschen Caritas-Präsidenten Peter Neher „von Beginn an ein multikulturelles Experiment“.

kathpress

Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Schichten hätten sich von dem jungen Glauben angezogen gefühlt, sagte Neher am Mittwoch in München. „Ohne Offenheit für andere Kulturen wäre das Christentum eine galiläische Sekte geblieben und nicht zu einer Weltreligion geworden.“ Deswegen gehöre es „zu einer christlich-abendländischen Leitkultur“, sich für eine Gesellschaft einzusetzen, „in der alle Menschen ihre eigene Lebensperspektive entwickeln und am sozialen Leben teilhaben können“.

Neher äußerte sich in einem Grußwort bei der Feier des 100-jährigen Bestehens des Landes-Caritasverbands Bayern. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer würdigte bei dem Festakt das Wirken der Caritas. Der Verband sei „das mitmenschliche Gesicht unserer Gesellschaft, Retter und Engel in der Not“, sagte der Regierungschef: „Ich möchte mir ein Bayern ohne die Kirchen und Wohlfahrtsverbände nicht vorstellen.“

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Kirchen: Die Totenruhe ist nur die Sorge ums Geld

Bild: tilly
Ein Gesetzentwurf der niedersächsischen Landesregierung zur Lockerung des Bestattungswesens stößt auf Einwände bei den evangelischen Kirchen.

evangelisch.de

Kritisiert wurde vor allem, dass danach künftig das Verstreuen der Asche auf einem dafür vorgesehen Feld eines Friedhofs erlaubt werden soll. Dabei stelle sich die Frage, ob „die Totenruhe“ hinreichend gewährleistet sei, heißt es in einer Stellungnahme der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, die dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt.

„Manipulationen“ an der Asche lehne die Kirche ab. Aus ethischen Gründen halte sie das Verstreuen für nicht vertretbar: „Wir bitten von dieser Neuregelung Abstand zu nehmen.“ Gleiches gelte für die Herstellung eines Diamanten mit Teilen der Asche. Der Gesetzentwurf hatte hingegen geltend gemacht, es widerspreche der Menschenwürde, wenn der Gesetzgeber die Möglichkeit einer „erdfreien Bestattung“ verweigere.

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Stadtschloss bekommt Kuppelkreuz

Berliner Schloss, Album von Berlin; Globus Verlag, Berlin 1904, PD
Trotz Protesten soll das neue Berliner Stadtschloss wie geplant ein Kuppelkreuz erhalten. Evangelische und katholische Kirche begrüßten die Entscheidung.

DER TAGESSPIEGEL

Trotz Protesten soll das neue Berliner Stadtschloss wie geplant ein Kuppelkreuz erhalten. Das Humboldt-Forum, das in den Nachbau des historischen Gebäudes einziehen soll, werde trotz der Kritik der vergangenen Wochen von einem Kreuz gekrönt, bestätigte ein Sprecher der Stiftung am Donnerstag verschiedenen Medien. Aus dem Senat hieß es, damit sei die Entscheidung gefallen. Man werde aber weiter diskutieren. Evangelische und katholische Kirche begrüßten die Entscheidung. Der Stiftungsrat habe Anfang der Woche seine bisherige Beschlusslage bekräftigt, „dass die Kuppel auf dem Berliner Schloss originalgetreu rekonstruiert wird, mit allem historischen Bauschmuck und dem dazugehörigen Kreuz“, sagte der Sprecher der Stiftung. Der Auftrag für das Kupferdach der Kuppel sei bereits vergeben worden. Das Humboldt-Forum soll 2019 eröffnet werden.

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Die Bundesregierung prüft die Anschaffung der F-35

© AFP Schießt hoch hinaus: Kampfjet F-35 über Le Bourget
Die Bundesregierung prüft die Anschaffung der F-35. Doch es gibt etliche andere Optionen und auch Frankreich rührt kräftig die Werbetrommel. Wer macht wohl das Rennen?

Von Christian Schuber | Frankfurter Allgemeine

Scott Gunn ist ein amerikanischer Kampfpilot, der zehn Jahre lang über dem Pazifik nach feindlichen Flugzeugen Ausschau hielt. „Doch es gab nichts zum Abschießen“, sagt er und fügt hinzu: „Gottseidank“. Vor zwei Jahren wechselte Gunn vom Kampfflugzeug F-15 auf die neueste Jet-Generation, die F-35 Lightning II, auch genannt „Joint Strike Fighter“. In einem Zehn-Stundenflug brachte er den Militärjet von Utah zur Luftfahrtschau im französischen Le Bourget. „Die Maschine ist dermaßen leicht zu fliegen. Manchmal schweifen die Gedanken ab und man vergisst regelrecht, dass man ein Flugzeug steuert“, berichtet der 37 Jahre alte Oberstleutnant der Air Force.

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„Nacht der Kirchen“ startet mit großem Geläut – akustische Umweltverschmutzung

In Sankt Elisabeth werden die Entwürfe von Markus Hau für die neuen Chorfenster gezeigt. Foto: Monika Müller
Bei der Darmstädter „Nacht der Kirchen“, dem größten ökumenischen Glaubensfest in Hessen, wird es erstmals eine „Meile der Menschlichkeit“ geben.

Von Jens Joachim | Frankfurter Rundschau

Premiere bei „Hessens größtem Glaubensfest“: Die „Nacht der Kirchen“ in Darmstadt beginnt am kommenden Freitag schon am Nachmittag. Zum ersten Mal werden sich auf einer „Meile der Menschlichkeit“ auf der Wilhelminenstraße – zwischen dem Luisenplatz und der katholischen Ludwigskirche – 20 christlichen Hilfswerken und sozialen Organisationen präsentieren. Das katholische Hilfswerk Missio wird etwa mit einem 18 Meter langen Flüchtlings-Truck vertreten sein. Mit einer interaktiven Schau werden in dem Anhänger des Trucks die Lebensbedingungen der Menschen in der Krisenregion Kongo erfahrbar gemacht.

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Steht ein grüner Soldat in der afghanischen Wüste

Ein afghanischer Soldat – in waldgrün. Nicht sehr sinnvoll in einem Land, das fast keinen Wald kennt. (Foto: AP)
  • Vor zehn Jahren soll der afghanische Verteidigungsminister Wardak danach verlangt haben, dass seine Soldaten eine einheitliche Uniform bekommen.
  • Auf der Suche nach geeigneter Bekleidung ist Wardak, der 2012 das Amt aufgab, dann auf waldgrüne Tarnanzüge gestoßen.
  • Die Kosten von 28 Millionen Dollar übernahmen die USA, nun untersucht das Pentagon, wie es dazu kommen konnte.

Von Thorsten Denkler | Süddeutsche.de

Wald ist in Afghanistan so etwas wie Frieden: sehr, sehr selten anzutreffen. Das Land ist trocken. Gräser, Büsche, Salzsteppensträucher – mehr wächst da kaum. Nur in wenigen Tälern gibt es vereinzelt ein paar grüne Haine. Um genau zu sein: 2,1 Prozent der Fläche Afghanistans ist von Wald bedeckt.

Nicht genug Bäume jedenfalls, die es rechtfertigen würden, die komplette afghanische Armee mit Tarnanzügen in Waldgrün einzukleiden. Auf so eine Idee käme ja auch niemand. Fast niemand. Eigentlich kam nur einer auf diese Idee: der frühere afghanische Verteidigungsminister Abdul Rahim Wardak.

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Inkassounternehmen sollen Rundfunkbeitrag eintreiben

Der Beitragsservice in Köln-Bocklemünd: Auch 2016 Rückgang der Einnahmen Quelle: picture alliance / Geisler-Fotop/Uwe Geisler
Der Beitragsservice, der das Geld für ARD und ZDF eintreibt, zieht Bilanz. Die Einnahmen sanken im vergangenen Jahr. Etwa zehn Prozent aller Konten – 4,6 Millionen – befanden sich in Mahnverfahren.

Von Christian Meier | DIE WELT

Die Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag sind nach einem deutlichen Anstieg in den Jahren seit 2013 zum zweiten Mal hintereinander gesunken. 7,978 Milliarden Euro flossen im vergangenen Jahr an den Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio. 153 Millionen Euro weniger als im Vorjahr.

Stefan Wolf, der Geschäftsführer des Beitragsservice, begründete den Rückgang am Mittwoch bei der Vorstellung des Geschäftsberichts für 2016 nicht nur mit dem Rückgang des Beitrags auf 17,50 Euro pro Haushalt. Ebenfalls mache sich ein Anstieg der von der Beitragszahlung befreiten Personen bemerkbar. Zum Jahresende waren das 2,93 Millionen Personen. Mehr als zwei Drittel der Befreiten bezogen Sozialgeld oder Arbeitslosengeld II.

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Ethikrat plädiert für gesellschaftliche Debatte über autonome Systeme

Bild: Deutscher Ethikrat
Der Deutsche Ethikrat plädiert für eine verstärkte gesellschaftliche Diskussion über die Anwendung sogenannter autonomer Systeme.

evangelisch.de

Ihre Entwicklung sei nicht aufzuhalten, sagte der Vorsitzende des Ethikrates, Peter Dabrock, am Mittwoch in Berlin. Der Theologe sprach sich vor allem dafür aus, die unterschiedlichen Einsatzorte intelligenter Maschinen im Blick zu behalten.

Autonome Systeme kommen beispielsweise in der Industrie zum Einsatz, wenn Roboter bestimmte Aufgabenbereiche der Arbeiter übernehmen. Auch in der Pflege kranker Menschen findet man sie, im „smart home“, dem Haushalt, der über digitale Anwendungen gesteuert wird oder in Autos, die selbstständig fahren.

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3D-Drucker für die synthetische Biologie

Venters Konverter oder Drucker. Bild: Venter/nature biotechnology
Craig Venter stellt einen 3D-Drucker vor, der digitale Daten in Biopolymere verwandelt, aus denen Organismen hergestellt werden können

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Craig Venter ist einer der Pioniere der synthetischen Biologie, der die Erfindung neuen biologischen Lebens mit allen möglichen Mitteln vorantreiben will. Jetzt hat Venter, der durch den Wettlauf zur Entzifferung des menschlichen Genoms weltweit bekannt wurde, weil er dies mit seinen Methoden schneller und billiger als das internationale Humangenomprojekt war (Speed matters), eine Maschine vorgestellt, mit der sich angeblich biologische Bausteine wie Gensequenzen oder Proteins ausdrucken lassen.

Venter hatte mit seinem Institut bereits 2003 im Rahmen seines Minimalgenomprojekts den ersten künstlichen Virus zusammengebaut. Die Vision war, ein Grundgerüst herauszufinden, das lebens- und reproduktionsfähig ist, und es dann mit beliebigen Eigenschaften bzw. Genen als Arbeitsmaschine für alle möglichen Zwecke nach dem Baukastenprinzip aufzurüsten. 2007 gelang es, das Genom eines Bakteriums in ein anderes einzubauen und dort zu „booten“. 2008 soll gelungen sein, das erste Genom eines Bakteriums herzustellen oder zu reproduzieren bzw. reengineeren.

Unklar ist oft, wie viel Bluff hinter diesen Entwicklungen steckt, Venter ist auch ein begnadeter Verkäufer seiner Ideen, kann Investoren überzeugen und seine Artikel in den wichtigsten Wissenschaftsmagzinen wie Science unterbringen. „Dies ist der erste selbst-replizierende Organismus auf der Erde, der einen Computer als Eltern hat“, verkündete Venter 2010.

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Äthiopien: Klimawandel bedroht Kaffeeanbau

Geröstete Kaffeebohnen – Grundlage für eines der beliebtesten Getränke der Welt © Gemeinfrei
Bedrohte Bohne: Der Klimawandel setzt der Kaffeeindustrie in Äthiopien zu. Eine Studie zeigt: Steigen die Temperaturen ungebremst an, könnten bis zum Ende dieses Jahrhunderts bis zu 60 Prozent der heutigen Anbauflächen für die Kultivierung der Bohne unbrauchbar werden. Ein Ausweichen auf höhere Lagen könne den Verlust zwar zunächst ausgleichen. Langfristig werde jedoch nur der Kampf gegen die Erderwärmung Äthiopien als Wiege des Kaffees und größten Kaffeeproduzenten Afrikas bewahren, schreiben die Forscher im Fachmagazin „Nature Plants“.

scienxx

Ob als Cappuccino oder Espresso, gebrüht oder gefiltert: Kaffee ist eines der beliebtesten Getränke der Welt und für viele Menschen unentbehrlich. Geschätzt wird das schwarze Gold als Muntermacher am Morgen ebenso wie als wohlschmeckender Begleiter durch den Tag. Außerdem entpuppt es sich immer mehr als Gesundmacher. So könnte Kaffeetrinken unter anderem vor Leberzirrhose schützen, Diabetes vorbeugen und sogar unsere DNA vor Brüchen bewahren.

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