Archiv der Kategorie: Ökonomie

Wer einen Asylantrag stellt, übt ein Recht aus, er missbraucht es nicht

Hendrik Cremer ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Deutschen Instituts für Menschenrechte
In den Diskussionen über die Flüchtlingspolitik in Deutschland sind zunehmend Äußerungen zu hören, die wie zu Beginn der 1990er Jahre Stigmatisierung, Rassismus und Gewalt befördern. Das ist brandgefährlich.


Von Hendrik Cremer|MiGAZIN

Die demokratischen Parteien in Bund, Ländern und Kommunen sollten sich dringend darauf verständigen, sachlich über Schutz suchende Menschen zu sprechen. Zur Beachtung der menschen- und flüchtlingsrechtlichen Verpflichtungen gehört es auch, Flüchtlinge nicht pauschal zu verdächtigen und zu diskriminieren. Das ist ebenso notwendig, um sich von populistisch und rassistisch agierenden Parteien und Gruppierungen wie der NPD, AfD und Pegida abzugrenzen. Diese versuchen gegenwärtig, den Diskurs auch auf der lokalen Ebene zu beeinflussen, indem sie etwa Protest gegen Unterkünfte von Asylsuchenden initiieren und Bedrohungsszenarien schüren.

Debattenbeiträge, die Menschen vom Westbalkan mit dem Schlagwort ‚Asylmissbrauch‘ in Zusammenhang bringen, missachten das individuelle Recht auf Asyl. Wesentlicher Bestandteil dieses Rechts ist, dass jeder Mensch Zugang zu einem Asylverfahren hat, in dem unvoreingenommen geprüft wird, ob die Voraussetzungen für Schutz vorliegen. Wer einen Asylantrag stellt, übt dieses Recht aus, er missbraucht es nicht.

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Die Türkei erwacht in einem Albtraum

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Die Regierung schickt Kampfflugzeuge, die PKK ermordet Soldaten, in Istanbul wächst die Angst vor Anschlägen. Der Türkei genügten wenige Tage, um Jahre des Fortschritts zunichte zu machen. Das Land hat wieder auf die 90er geschaltet, auf Gewalt, Angst und Druck.


Von Thomas Seibert|DER TAGESSPIEGEL

Ziya Sarpkaya ahnt nichts von der Gefahr, die ihm droht. Der 27-jährige türkische Soldat nutzt einen freien Vormittag für Besorgungen. Zur Bank wolle er, sagt Sarpkaya am Handy seinem Vater. Der junge Türke ist in Semdinli stationiert, einer kurdischen Stadt im Dreiländereck von Türkei, Iran und Irak im äußersten Südostanatolien.

Lange war es in Semdinli einigermaßen ruhig, doch seit dem Tod von 32 linken und kurdischen Aktivisten beim Anschlag von Suruc vergangene Woche ist nichts mehr gewiss. Mit der Ruhe ist es vorbei. Sarpkaya denkt sich trotzdem nichts dabei. Am Dienstag kurz vor Mittag geht er in Zivil zum Markt und dann zur Bank, wie ein ganz normaler Bürger in einem ganz normalen Land.

Sarpkayas Vater hört am Handy mit, wie sein Sohn am Geldautomaten mit jemandem spricht. Dann hört er einen Knall, die Verbindung bricht ab. Dieser jemand hat seinem Sohn in den Kopf geschossen. Wenig später stirbt der junge Sarpkaya im Krankenhaus.

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Vatikan beendet Kooperation mit Stiftung von Bergbau-Milliardär

Der Vatikan hat sich aus einem vom australischen Milliardär und Minenbetreiber Andrew Forrest finanzierten Netzwerk gegen Menschenhandel und Zwangsarbeit zurückgezogen.


kathweb

John Andrew Henry Forrest. Bild: wikimedia.org/CC BY 2.0

“Wir wollen uns nicht instrumentalisieren lassen”, sagte der vatikanische Bischof Marcelo Sanchez Sorondo nach einem Bericht des Internetportals “Vatican insider” vom Mittwoch. Ein Geschäftsmann habe das gute Recht Geld zu machen. Dafür dürfe er jedoch nicht den Papst benutzen, so der Kanzler der Päpstlichen Akademien für die Sozialwissenschaften und die Wissenschaften. Deshalb sei man schon vor einiger Zeit aus dem interreligiösen “Global Freedom Network” ausgetreten.

Forrest hat sein Vermögen als Betreiber von Eisenerzminen im Nordwesten Australiens verdient. Vor einigen Jahren gründete er die “Walk-Free”-Stiftung zum Kampf gegen Menschenhandel und Zwangsarbeit.

Der Vatikan hatte im März 2014 mit dieser Stiftung die Schaffung des “Global Freedom Network” vereinbart. Im Dezember unterzeichnete der Papst im Rahmen dieser Zusammenarbeit mit prominenten Vertretern von Islam, Buddhismus, Hinduismus und Judentum im Vatikan eine viel beachtete gemeinsame Erklärung dazu. Der Argentinier Sorondo war im Leitungsgremium des interreligiösen Netzwerks.

Trump will Sarah Palin in sein Team holen

Donald Trump fände es toll, wenn Sarah Palin bei einem Wahlsieg sein Regierungsteam verstärken würde. Die beiden Außenseiter der Republikaner hätten viel gemeinsam, sagte „The Donald“ in einem Interview.


Frankfurter Allgemeine

Dinosaur-PalinDonald Trump, der Kandidat der Republikaner für den Präsidentschaftswahlkampf im nächsten Jahr werden will, schmückt sich gerne mit seinem Außenseiter-Status. Außerdem ist der amerikanische Immobilienmogul überzeugt, dass nur er die notwendigen Qualifikationen habe, um die Vereinigten Staaten zu führen. Doch nun scheint er die Unterstützung eines anderen Außenseiters der Republikaner zu suchen: Sarah Palin.

In einer Radiosendung namens „The Palin Update“ sagte Trump auf die Frage, ob er als Präsident Palin um Rat fragen oder ihr sogar einen Posten anbieten würde: „Das wäre toll. Sie ist jemand, der weiß, was passiert. Sie ist eine ungewöhnliche Person. Ich denke die Leute wissen das, und sie hat eine Anhängerschaft, die unglaublich ist“, fuhr Trump fort. Palin habe eine Stärke, welche die anderen Kandidaten nicht hätten. Die anderen Bewerber seien „schwach“ und „ineffektiv“. Menschen mit Palins Stärke gebe es nicht mehr oft, so Trump.

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Limburger Staatsanwaltschaft bekräftigt ihre Rechtsauffassung

War es richtig von der Staatsanwaltschaft in Limburg, kein Ermittlungsverfahren gegen den früheren Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst einzuleiten? Die Behörde wehrt sich jetzt gegen die Kritik aus den letzten Tagen.


kath.net

justiz_grossDie Limburger Staatsanwaltschaft hält ihre Entscheidung weiterhin für richtig, kein förmliches Ermittlungsverfahren gegen den früheren Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst einzuleiten. Auch wenn es in den letzten Tagen von verschiedenen Seiten Kritik an der nun ein Jahr zurückliegenden Entscheidung gegeben habe, habe sich an der damaligen Rechtsauffassung nichts geändert, betonte ein Sprecher der Behörde am Dienstag auf Anfrage.

Die Staatsanwaltschaft hatte seinerzeit über mehrere Strafanzeigen zu entscheiden, in denen der Vorwurf der Untreue erhoben worden war im Zusammenhang mit dem umstrittenen rund 31 Millionen teuren Bau des bischöflichen Wohn- und Dienstsitzes auf dem Limburger Domberg.

Die Behörde hatte das Verfahren eingestellt und in der Begründung ausgeführt, dass zwar etliche Verstöße gegen innerkirchliches Recht festgestellt worden seien, dass diese jedoch nicht zu einer möglichen Strafbarkeit führten. Bei innerkirchlichen Entscheidungen und Verhaltensweisen komme eine Strafbarkeit nur dann in Betracht, wenn außerkirchliche Belange strafrechtlich relevant berührt würden. Das sei zum Beispiel dann der Fall, wenn Handlungen gegen die körperliche Integrität, das Leben, die sexuelle Selbstbestimmung oder auch Diebstahlsdelikte vorlägen.

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Warum die Deutschen mit der Vielfalt fremdeln

Die Deutschen entsandten keine Schiffe, um die Welt zu entdecken. Sie erlebten nicht, wie bereichernd Ein­flüsse aus Übersee sind. Kein Wunder, dass ihre Identität starre, ja weltabgewandte Züge hat. Dabei ist die deutsche Seele kosmopolitischer, als viele glauben


Von Anjana Shrivastava|Cicero

Die fehlende Kolonialisierungserfahrung habe aus Deutschland eine kulturelle Insel gemacht, sagt Anjana Shrivastava Illustration für Cicero: Martin Haake

Zu Beginn der neunziger Jahre, als in Berlin die letzten Reste der Mauer geschliffen und in alle Welt verscherbelt worden waren, als Philosophen über das Ende der Geschichte sinnierten und Politiker eine neue globale Ordnung absteckten, erschien in der Zeitschrift The New Yorker ein erhellender Cartoon. Ein Wanderer stieg einen Berg hinauf, um dort einen weisen Einsiedler über die Zukunft zu befragen. Als er wieder herunterkam, machte er ein frustriertes Gesicht. „What did he say?“, fragten seine Freunde. „Er hat viel erzählt“, antwortete der Wanderer: „But it was all in German“ – es war alles auf Deutsch.

Der Cartoonist ahnte damals zweierlei. Erstens: Die Deutschen werden bald wieder sehr wichtig sein. Und zweitens: Sie haben Probleme, sich anderen mitzuteilen. Wollen sie das überhaupt? „Die deutsche Innerlichkeit will ihren Schlafrock und ihre Ruh“, ätzte der Brandenburger Dichter Gottfried Benn im Jahre 1930 über seine Landsleute. Die Weltabgewandtheit zählt zu den dominierenden nationalen Wesensarten.

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Kirchenpfleger auf der Flucht

Mit diesem Plakat fahndet das BKA nach dem Kirchenpfleger und seiner mutmaßlichen Komplizin. (Foto: BKA
Der 44-Jährige soll aus der Kasse einer Kirchengemeinde in Hof 1,4 Millionen Euro abgezweigt haben. Er hat sich mit seiner Komplizin wohl nach Argentinien abgesetzt. Nun sucht die Polizei mit einem Kopfgeld nach den beiden.


Von Olaf Przybilla|Süddeutsche.de

Pfarrer Holger Fiedler holt tief Luft, dann sagt er: “Der Mensch in seiner Tiefe ist interessant.” Fiedler hat den Kirchenpfleger Erwin Kaus noch kennengelernt, vor fünf Jahren war das, da war Fiedler noch gar nicht Pfarrer in der katholischen Hofer Sankt-Marien-Gemeinde. Aber Kaus kannte man einfach. Die mit ihm zu tun hatten, berichten von einem leutseligen, eloquenten und vertrauenswürdigen Mann, von dem die Rede ging, der verstehe etwas von Geld. Bis der Kirchenpfleger plötzlich weg war, 2012 war das.

Allein die Kirchenstiftung in Hof soll der heute 44-Jährige um etwa 1,4 Millionen Euro betrogen haben. Auf der Fahndungsliste des Bundeskriminalamts steht Erwin Kaus inzwischen, außerdem sind nun 5000 Dollar für denjenigen ausgelobt worden, der Hinweise liefern kann, um ihn zu fassen.

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Kongo: “Wir sind der Kriege müde”

Im Osten des Kongo herrscht seit mehr als 20 Jahren Krieg. Es geht um Land, Rohstoffe und Macht. Auch die Präsenz der weltgrößten UN-Mission ändert daran nichts. Doch viele Bürger sind nicht länger bereit, das hinzunehmen.


evangelisch.de

Das Gesicht des Krieges, S. Dali 1940
Das Gesicht des Krieges, S. Dali 1940

Menschenrechtler schätzen, dass im Osten des Kongo jedes Jahr 25.000 Frauen vergewaltigt werden. In dem mehr als 20 Jahre andauernden Konflikt um Macht und Rohstoffe setzen Milizen und Armee sexuelle Gewalt als Waffe ein. Auch die 22.000 Mann starke UN-Mission ändert daran nichts. “Wir wollten der Not der Überlebenden nicht länger tatenlos zusehen”, erläutert Masika Kafanya den Grund, weshalb sie im Jahr 2000 mit weiteren Mitstreiterinnen in der Stadt Butembo die Hilfsorganisation FEPSI gründete.

Bei FEPSI, das seit 2007 von der Deutschen Welthungerhilfe unterstützt wird, erhalten die Überlebenden medizinische Betreuung und juristische Beratung. Außerdem bekommen sie Hilfe bei einem wirtschaftlichen Neustart. Die Mitarbeiterinnen gehen dabei ein hohes Risiko ein, denn Menschenrechtsverteidiger sind den Kriegsparteien ein Dorn im Auge.

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Police swarm illegal settlement buildings, 50 arrested

Israeli security forces scuffle with settlers who had barricaded themselves in an attempt to prevent the demolition of illegally constructed buildings, at the Jewish settlement of Beit El, near the West Bank town of Ramallah, on July 28, 2015 (Nati Shohat/FLASH90)
Preempting protests, special forces clear Beit El structures of barricaded Jewish settlers after court orders their destruction


By Times of Israel staff

Hundreds of Israel Police special forces early Tuesday morning stormed illegally constructed buildings in the West Bank settlement of Beit El, where settler demonstrators had barricaded themselves in an attempt to prevent the demolition of the structures.

Up to 50 demonstrators were detained following scuffles with officers.

Settlers had set up barbed wire and stockpiled tires to burn in preparation for a protest against a Supreme Court decision to demolish the disputed buildings, in the settlement’s Dreinoff neighborhood.

Shortly after 3 a.m., however, police arrived to preempt the demonstration ahead of the demolition. Protesters inside the neighborhood were removed forcefully by police, but there were no immediate reports of injuries.

Additional demonstrators were pouring into the settlement, which is located north of Jerusalem, with the intention of erecting a tent city as part of the effort to prevent the Supreme Court’s decision from being carried out.

“We came to build, not to be driven out,” settlers painted on one of the buildings slated for demolition.

“With my blood, I will defend the Land of Israel,” another sign declared.

Footage from overnight showed police forces marching on the two buildings containing 24 housing units, a large fire blazing to their left.

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Seelsorge auf dem Wacken-Festival

Image: wacken.com
Wenn am Mittwoch (29. Juli) 75.000 Heavy-Metal-Fans in das kleine schleswig-holsteinische Dorf Wacken pilgern, sind auch 20 Seelsorger dabei. Abwechselnd im Schichtdienst stehen sie vier Tage lang rund um die Uhr für Gespräche bereit.


evangelisch.de

Manche Besucher hätten den ganzen Tag über Spaß bei den Konzerten, sagt Diakon Björn Hattenbach (37). “Aber abends stellt am fest, man ist ganz allein unter 80.000 Besuchern.” Björn Hattenbach ist Diplom-Sozialpädagoge aus Neumünster und bereits zum fünften Mal dabei. Es sei eine besondere Stimmung auf dem Festival, weiß er aus den vergangenen Jahren. “Die Leute haben Urlaub und Partylaune.”

Durch die Musik würden viele Emotionen hochkommen, dazu kämen häufig Alkohol und Drogen. “Da brechen Sachen auf, mit denen sie gar nicht gerechnet haben.” Dann können sie sich bei Björn Hattenbach und seine Kollegen Rat holen. “Die Gespräche sollen helfen zu strukturieren, was ist da eigentlich los.”

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Berlin plant ein Islamisches Institut

Koran

Bislang werden an fünf Standorten in Deutschland Imame an Hochschulen ausgebildet. Bald soll es einen sechsten geben: Berlin plant ein Islamisches Institut. Im Wintersemester 2017/18 sollen die ersten Studenten anfangen, viele Fragen sind aber noch offen.


Von Kemal Hür|Deutschlandfunk

Die Diskussion über ein Islamisches Institut wird in Berlin seit 2008 geführt. Aber sie steckt dennoch in den Kinderschuhen. Ein zentraler Punkt ist die Ausbildung von Imamen. Allein bei dieser Frage sind die Auffassungen sehr verschieden. In der politischen und öffentlichen Diskussion lautet eine zentrale Forderung: Die Imame müssen hier ausgebildet werden, denn es sei wichtig, die hiesigen Lebensumstände zu kennen, um auf die Bedürfnisse vor allem junger Muslime einzugehen. Auch wird oft laut über Predigten in deutscher Sprache nachgedacht. Der stellvertretende Landesvorsitzende der DITIB in Berlin, Süleyman Küçük, hält das aber für eine Ungleichbehandlung. Genauso wie Russen, Griechen und Italiener ihre Predigten in ihrer Sprache hielten, müssten die Muslime das auch dürfen, sagt Küçük.

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Nanopapier: Die durchsichtige Stromquelle

Ein Forscher-Team hat transparentes Nanopapier modifiziert, so dass es selbst Energie generiert. Das könnte den Weg zu Papier-basierter Elektronik ebnen, die keiner externen Stromquelle bedarf.


Von Jennifer Lepies|Technology Review

3D-Visualisierungen von Kohlenstoff-Nanoröhren (Wikimedia Commons / Mstroeck / Wikimedia Commons / Mstroeck / cc-by-sa-3.0)

Papier mit eingebetteter Elektronik herzustellen, daran arbeiten Forscher bereits seit einigen Jahren. Sie versprechen sich davon leichte, flexible und in der Herstellung kostengünstige Geräte. Das Ziel dieser Forschung ist es, auf Kunststoff und Glas als Trägermaterial für elektronische Schaltkreise zu verzichten und stattdessen auf Papier als nachwachsenden Rohstoff zu setzen.

Eine Schlüsselrolle spielt dabei so genanntes Nanopapier. Im Unterschied zu normalem Papier mit seinen Mikrometer breiten Fasern sind beim Nanopapier die verwobenen Zellulose-Fasern nur noch wenige Nanometer breit. Die Zellulose wird aus Pflanzenfasern gewonnen und bildet als Zellstoff eine wichtige nachwachsende Ressource in der Papierherstellung. Das Nanopapier ist durch die feineren Fasern nahezu transparent und besitzt eine glatte, fast plastikartige, Oberfläche. Es bietet so optimale Voraussetzungen, um sehr feine elektronische Leiterbahnen aufzutragen.

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Wissenschaftler warnen vor autonomen Kampfrobotern

Bild: (c) EPA
Intelligente Drohnen, die eigenständig Menschen töten, könnten schon in wenigen Jahren verfügbar sein. 2000 Wissenschaftler, etwa Stephen Hawking, warnen.


Die Presse

Wissenschafter warnen vor dem Einsatz selbstständiger Kampfroboter im Krieg. Intelligente Drohnen, die anhand definierter Kriterien eigenständig Menschen töten können, seien möglicherweise schon in wenigen Jahren verfügbar, hieß es in einem offenen Brief, der anlässlich einer Technologie-Konferenz in Buenos Aires am Montag veröffentlicht wurde.

Unterzeichnet wurde das Schreiben unter anderem von dem Astrophysiker Stephen Hawking, Apple-Co-Gründer Steve Wozniak und Sprachwissenschaftler Noam Chomsky.

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Vorwurf: Evangelische Kirche veruntreut Kirchensteuern

Bekennende Gemeinschaften kritisiert: Mit den anvertrauten Kirchensteuern werde vieles finanziert, was dem kirchlichen Auftrag widerspreche, Gleichstellungs- und Genderstellen in Landeskirchen sowie das EKD-Studienzentrum für Genderfragen.


kath.net

Bild: tilly
Bild: tilly

Die evangelische Kirche vergeudet und veruntreut Kirchensteuermittel. Diesen Vorwurf erhebt der Präsident der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften (IKBG), Pastor Ulrich Rüß (Hamburg). Mit den anvertrauten Kirchensteuern werde vieles finanziert, was dem kirchlichen Auftrag widerspreche, schreibt er in der von der IKGB herausgegebenen Zeitschrift „Diakrisis“ (Unterscheidung der Geister). Als Beispiele nennt er Gleichstellungs- und Genderstellen in den Landeskirchen sowie das EKD-Studienzentrum für Genderfragen (Hannover). Rüß: „Dabei steht die Genderideologie mit ihrem Gleichheitswahn und Weltverbesserungsanspruch im Gegensatz zum biblisch-christlichen Menschenbild.“ Ehe und Familie hätten nicht mehr die Leitfunktion. Zum Hintergrund: „Gender Mainstreaming“ besagt, dass jeder Mensch unabhängig von seinem biologischen Geschlecht wählen kann, als Mann oder Frau zu leben. Rüß ist überzeugt: „Wenn die Kirchensteuerzahler wüssten, was alles mit ihrer Steuer finanziert wird, was nicht der Gemeinde und dem Auftrag der Kirche entspricht, sie würden in großen Scharen die Kirche aus Bekenntnisgründen verlassen.“

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Austria: Stifte und Klöster haben viel Platz – aber nicht für Flüchtlinge

Stift Altenburg: Keine freien Zimmer für Flüchtlinge © Michael Rausch-Schott
Die katholische Kirche ist die drittgrößte Immobilienbesitzerin des Landes. Doch Stifte und Klöster haben bisher kaum Flüchtlinge aufgenommen, meist mit fadenscheinigen Begründungen. Die öffentliche Kritik daran wird immer lauter – auch in der ÖVP.


Von Otmar Lahodynsky|profil.at

„Wir sind kein leerstehendes Haus“, seufzt Abt Georg Wilfinger vom Benediktinerstift Melk: „Wir haben keinen Platz für Flüchtlinge. Soll ich sie etwa gar im Kaisersaal oder in der Bibliothek unterbringen?“

Im größten österreichischen Barockkloster, dessen Hauptachse sich über 320 Meter erstreckt, ist derzeit angeblich kein einziges Zimmer frei. Nach dem Bosnien-Krieg fanden dort noch 50 Flüchtlinge im ehemaligen Internat des Stiftgymnasiums Unterschlupf. Und jetzt: kein Platz. Nicht einmal in den Schulferien werden die Klassenzimmer zur Verfügung gestellt. „Kein Personal“, bedauert der Abt – und fügt eilig hinzu, dass das Stift Sozialprojekte in Rumänien, Sri Lanka und Afrika betreibe.

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Internet-Befragung: Vegetarier haben weniger Vorurteile

Vegetarier und Veganer in Deutschland haben einer Umfrage zufolge offenbar seltener Vorurteile gegenüber Minderheiten als Menschen, die Fleisch essen. Außerdem hätten sie auch weniger Sympathien für autoritäre Denkmuster und soziale Hierarchien, lautet das Ergebnis einer Internet-Befragung von knapp 1.400 Personen.


evangelisch.de

Bild: Wikimedia Commons/alfa88papa (CC-BY-SA 3.0)
Bild: Wikimedia Commons/alfa88papa (CC-BY-SA 3.0)

Vegan lebende Personen schnitten dabei jeweils noch etwas günstiger ab als Vegetarier. Die Studienergebnisse eines Forscherteams aus Mainz und Wuppertal sind in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift “British Food Journal” veröffentlicht worden.

Die Verfasser der Studie räumten allerdings selbst ein, dass die Ergebnisse nur eingeschränkt repräsentativ sind. Um Teilnehmer war aktiv in Vegetarier- und Veganer-Netzwerken geworben worden. Um auch Fleischliebhaber für eine Beteiligung zu gewinnen, wurde unter anderem in der Zeitschrift “Beef!” für die Untersuchung geworben.

Griechische Orthodoxe Kirche beruft Leiter des EU-Büros ab

Kirchenkreise: Grund sei “Unbehagen über europäische Haltung angesichts der Nöte des griechischen Volkes” – Schließung der EU-Vertretung oder zumindest Herabstufung auf niedriges Niveau steht kurz bevor


kathweb

Image: GregPalast.com
Image: GregPalast.com

Die Orthodoxe Kirche von Griechenland steht offenbar vor der Schließung ihrer ständigen EU-Vertretung in Brüssel. Hinweise auf diesen Schritt hatte es mit Verschlechterung des Verhältnisses zwischen Athen und Brüssel seit Beginn der griechischen Schuldenkrise schon länger gegeben. Nun beruft Erzbischof Hieronymos Liapis den Leiter seines Büros bei der Europäischen Union, Metropolit Athanasios Chatzopoulos, “sofort” und “bis auf weiteres” aus Brüssel ab. Im Sprachgebrauch der griechisch-byzantinischen Kirchendiplomatie bedeutet dies die bevorstehende Schließung der EU-Vertretung von Griechenlands Kirche oder zumindest ihre Herabstufung auf niedriges Niveau.

In Athener Kirchenkreisen wird betont, dass die Abberufung von Metropolit Chatzopoulos nicht gegen diesen persönlich gerichtet sei. An seiner Amtsführung bei der EU gebe es nichts auszusetzen. Hingegen wolle die Kirche von Griechenland ihr Unbehagen über die europäische Haltung angesichts der Nöte des griechischen Volkes zum Ausdruck bringen. Außerdem spiele Kostenersparnis eine Rolle. Das Geld für das Brüsseler Büro käme besser den Armen in Griechenland zugute.

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Der Reichtum der Kirche ist Blutgeld

Spätestens seit dem skandalösen Prunkbau des Limburger Bischofs Tebartz-van Elst, kommt bei vielen Menschen die Frage auf: Woher stammt das ganze Geld der Kirche, über das die Kirchenoberen offenbar ganz ungehemmt verfügen können?
Die Dokumentation beantwortet diese Fragen und gibt Einblicke in ein Jahrhunderte altes System der Bereicherung im Namen Gottes.

Der Film zeigt (Kapitelangaben in Min.)

  1. Recherchen und Schätzungen bekannter Journalisten, Autoren und Historikern zum unermesslichen Reichtum der Kirche
  2. Wie kam der Vatikan zu diesem gigantischen Reichtum? 13:00

Kapitelübersicht:

Superreich durch …
… Blutgeld der Sklaverei 13:10
… Leibeigene 18:10
… Urkunden und Titelfälschung 19:25
… Handel mit Ämtern 22:58
… Handel mit Segen und Titeln 27:45
… Ablasshandel 29:52
… Raubmord 32:15
… Inquisition 41:15
… Erbschleicherei 46:50
… Zehnt 49:20
… Nebeneinnahmen 51:00
… Prostitution 53:05
… staatliche Subvention 55:15

Zahl der illegalen Einreisen in Bayern stark gestiegen

In Bayern ist die Zahl unerlaubter Einreisen nach Angaben der Bundespolizei in diesem Jahr “explosiv” gestiegen.


evangelisch.de

bayern_fahneAuch die gesamte vergangene Kalenderwoche habe alle bisherigen Dimensionen gesprengt. Beinahe 6.000 Menschen seien ohne die nötigen Papier nach Bayern eingereist, teilte die Bundespolizei mit. Die meisten illegalen Grenzübertritte fänden an der österreichisch-deutschen Grenze statt, am stärksten betroffen sei das Revier Passau der Bundespolizei und die Bundespolizeiinspektion Rosenheim.

Bayernweit habe die Bundespolizei im vergangenen Jahr rund 23.500 unerlaubte Einreisen erfasst, in den ersten sechs Monaten dieses Jahres seien es schon mehr als 32.000 gewesen. Die meisten aufgegriffenen Migranten ohne erforderliche Papiere stammen den Angaben zufolge aus Syrien, Afghanistan und Eritrea.

Kuba: Krebswirkstoff für einen Dollar

Lungenkrebs ist eine der häufigsten und tödlichsten Krebsarten der Welt. Hoffnung kommt jetzt ausgerechnet aus Kuba, dessen größter Exportartikel Zigarren sind.


Von Katja Ridderbusch|Technology Review

Bild: heise.de

Im Zentrum für molekulare Immunologie (CIM) in Havanna haben Wissenschaftler den therapeutischen Impfstoff Cimavax entwickelt. Nach der Lockerung des Handelsembargos greifen jetzt auch die USA danach; hier soll nach erfolgreichen klinischen Studien in Kuba das Roswell Park Cancer Institute in Buffalo, New York, innerhalb der nächsten zwölf Monate ergänzende Tests beginnen. TR sprach mit dem leitenden Roswell-Forscher Kelvin Lee über den Wirkstoff.

Kelvin Lee ist Forschungsdirektor für Immunologie am Roswell Park Cancer Institute und Professor für Mikrobiologie an der State University of New York in Buffalo. Seit der Lockerung des Embargos nahm er an mehreren Handelsmissionen nach Kuba teil. Er bereitet die Tests für Cimavax in den USA vor und arbeitet eng mit den Kollegen in Kuba zusammen.

Technology Review: Herr Lee, was ist das Besondere an Cimavax?

Kelvin Lee: Anders als die meisten Immuntherapien gegen Krebs attackiert es den Tumor nicht direkt. Vielmehr stimuliert er das Immunsystem so, dass es ein Protein erkennt, das das Zellwachstum regelt, den Epidermalen Wachstumsfaktor (EGF). Bei manchen Krebsarten wie Lungen-, Brust-, Darm-, Prostata- und Bauchspeicheldrüsenkrebs produziert der Körper zu viel davon. Cimavax bildet Antikörper dagegen, die das Protein binden und damit den Tumor aushungern.

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