Archiv der Kategorie: Ökonomie

Bananenrepublik Bavaria

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Ein Bericht des Rechnungshofes von 2013 zeigt das subtile Zusammenspiel zwischen dem Finanzminister und einem damals noch einflussreichen CSU-Abgeordneten: Bei der Verlagerung zweier Behörden von München an die Donau wurden alle Regeln des Haushaltsrechts grob missachtet.


Von Stefan Mayr|Süddeutsche.de

Auf den ersten Blick klingt alles wunderbar. 57 Arbeitsplätze will der Freistaat Bayern von München nach Höchstädt an der Donau verlagern. Die Bewertungsstellen der Finanzämter München-Stadt und München-Land sollen künftig in der schwäbische Kleinstadt untergebracht werden. Hierfür hat der Freistaat ein Gebäude des ehemaligen Krankenhauses für exakt zwei Euro erworben. Dieses soll für etwa 18 Millionen Euro saniert werden – und hier beginnt der große Ärger. Der Oberste Rechnungshof (ORH) hat den Kauf der Immobilie geprüft und eine umfassende Liste an Beschwerden zusammengetragen. Der Süddeutschen Zeitung liegt der Prüfbericht des ORH vor – er fällt vernichtend aus: “Die Planungen gehen am tatsächlichen Bedarf vorbei”, stellt der ORH fest, das Finanzministerium habe “die haushaltsrechtlichen Vorgaben ignoriert.”

Der ORH hat seinen Prüfbericht dem Finanzministerium bereits Ende 2013 vorgelegt – mit der Bitte um Stellungnahme. Heute sind 15 Monate vergangen, doch Söders Haus hat bis heute noch nicht geantwortet. Warum? Finanzminister Markus Söder (CSU) will sich auf Anfrage der SZ jedenfalls nicht zu diesem Thema äußern.

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Dementenwohngruppen als Alternative zum Pflegeheim

Foto: Georg Eichinger / WG-Qualitaet.de /heise.de

Wer demente Familienagehörige pflegt, lebt mit dem steigenden Risiko, über kurz oder lang selbst zum Pflegefall zu werden. Selbst hohe Belastbarkeit und ein stabiles Nervenkostüm halten der Beanspruchung durch den kranken Familienangehörigen auf Dauer nicht stand.


Von Christoph Jehle|TELEPOLIS

Kommt dann zur psychischen Beeinträchtigung noch ein körperliches Handicap (wie etwa eine Oberschenkelhalsfraktur) dazu, lässt sich eine 24/7-Rundumbetreuung praktisch nicht mehr vermeiden. Für die Angehörigen ist dies jedoch jenseits von Mehrgenerationen-Großfamilien auf dem Lande heute nicht mehr zu leisten. Auch wenn der Verbleib in der gewohnten Umgebung wünschenswert ist, so ist dies in der Regel auf die Dauer nicht zu realisieren.

Meist wird in solchen Fällen (und leider vielfach erst dann, wenn sich die Überforderung der Angehörigen – auch für Dritte erkennbar – manifestiert hat) eine Übersiedlung in ein Pflegeheim erwogen. Dort hofft man, dass die Angehörigen von qualifizierten Kräften gepflegt werden – nur um später oft feststellen zu müssen, dass auch die Fachkräfte in den Pflegeheimen mit der Betreuung Dementer durchaus ihre Probleme haben.

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GOP’s Carly Fiorina: Economy is suffering because workers are ‘watching porn all day long’

Carly Fiorina speaks to Fox News (screen grab)

Former Hewlett Packard CEO Carly Fiorina, who is expected to announce a campaign for president, said over the weekend that she could improve the economy by cutting federal worker pay because they were “watching porn all day long.”


By David Edwards|Raw Story

In a Sunday interview with Fox News host Chris Wallace, Fiorina said that there was a “higher than 90 percent” chance that she would become a Republican presidential candidate.

The former HP CEO explained that she would make a formidable candidate “because I understand technology: a transformational tool, because I understand bureaucracies, how they work and how you need to change them. And our government is a huge bureaucracy.”

According to Fiorina, the United States was “destroying more businesses than we are creating” for the first time in U.S. history under President Barack Obama’s administration.

“Washington, D.C. has become a vast and unaccountable bureaucracy. It’s been growing for 40 years,” she opined. “We have no idea how our money is spent.”

Fiorina said that she had two prong plan for boosting the economy by reforming the federal government.

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“Menschen wie Waren auf einem Tisch ausgelegt”

Die Professorin Eva Illouz im Studio am Mikrofon. (Deutschlandradio / Bettina Straub)

Die Eva Illouz ist Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem. Im Deutschlandfunk erläutert sie, warum Soziologie die Profession des Fremden an sich sei – und warum Gefühle in die Geschäftswelt und Maximierung in die Liebe Einzug halten.


Eva Illouz im Gespräch mit Torsten Teichmann|Deutschlandfunk

Torsten Teichmann: Am Mikrofon heute Torsten Teichmann, heute aus Israel, genauer gesagt aus Jaffa, einer Jahrhunderte alten arabischen Stadt am Mittelmeer, die heute ein Teil von Tel Aviv ist.

Mir gegenüber sitzt Eva Illouz, sie ist Professorin für Soziologie an der hebräischen Universität in Jerusalem. Herzlich willkommen!

Eva Illouz: Good morning!

Teichmann: Eva Illouz ist in Marokko geboren, 1971 zog die Familie nach Frankreich, nach Sarcelles, einem Vorort im Norden von Paris. Sie hat in Paris und Jerusalem studiert; Soziologie, Kommunikation und Literatur, in den USA promoviert.

Eva Illouz forscht auf einem Gebiet der Emotionen, also der Beziehung zwischen Gefühlen, Wirtschaft und Kommunikation in der modernen Gesellschaft. Zur Arbeit gehören Vorlesungen, zum Beispiel am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main 2004, Forschung am Wissenschaftskolleg in Berlin und Gastprofessuren, zum Beispiel in Princeton, in den USA.

In Deutschland ist zuletzt ihr Buch “Warum Liebe weh tut” erschienen, das war 2011. Und in diesem Jahr gibt der Suhrkamp-Verlag eine Sammlung von Kolumnen und Essays heraus, das sind dann auch Texte zur gegenwärtigen Politik.

  • Eva Illouz, Sie wurden in Marokko, in eine jüdische Familie geboren. Und als Sie zehn Jahre alt waren, beschloss Ihre Familie, nach Frankreich zu gehen. Warum entschieden sich Ihre Eltern 1971 für Frankreich?

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Wie Pegida gegen den Koran kämpfen will

Bild: pegida/FB, Screenshot:BB

Bild: pegida/FB, Screenshot:BB

Die Anti-Islam-Bewegung Pegida will Rechtspopulisten aus ganz Europa auf ihre Kundgebungen in Sachsen holen – und mit einem Förderverein ihre Aktivitäten auf dauerhafte sichere finanzielle Grundlage stellen.


Von Matthias Meisner und Lars Radau|DER TAGESSPIEGEL

Für Pegida war es ein Vorgeschmack. auf den Gastauftritt des niederländischen Islam-Hassers Geert Wilders am 13. April in Dresden. Am vergangenen Freitag war der Rechtspopulist Gast bei der einer Veranstaltung der rechtspopulistischen FPÖ in der Wiener Hofburg – und die Dresdner Anti-Islam-Bewegung war ganz begeistert.

“Wir werden diesem mutigen Mann an der Spitze des europäischen Widerstands gegen die Islamisierung unsere volle Unterstützung zeigen und seinen Mut honorieren”, schrieb Pegida auf ihrer Facebook-Seite mit Blick auf die Dresdner Kundgebung am Montag nach Ostern, zu der Zehntausende mobilisiert werden sollen. Und zitierte aus der Wilders-Rede: “Der Islam wurde an den Toren Wiens besiegt. … Unsere deutliche Botschaft an den Islam ist: Wir werden den Islam besiegen!”

Nach Wien eingeladen hatte das Freiheitliche Bildungsinstitut und der FPÖ-Bundesobmann Heinz-Christian Strache.

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“Essen ist einverleibtes Wissen”

Bild: Wikimedia Commons/alfa88papa (CC-BY-SA 3.0)

Bild: Wikimedia Commons/alfa88papa (CC-BY-SA 3.0)

Bis auf wenige Ausnahmen haben die Philosophen eine Grundvoraussetzung ihres Denkens nicht mitreflektiert: die Ernährung. Sobald man diese mit auf die philosophische Rechnung setzt, entschlüsseln sich auch die gegenwärtigen gesellschaftlichen Verhältnisse, meint Harald Lemke, der dazu ein Buch geschrieben hat.


Von Reinhard Jellen|TELEPOLIS

Herr Lemke, Ihr neues Buch trägt den Untertitel “Philosophische Erkundungen”. Warum ist Essen denn ein philosophisches Thema?

Harald Lemke: Warum sollte es kein philosophisches Thema sein? Wenn man sich die Philosophiegeschichte ansieht, haben sich die Philosophen über wirklich alle möglichen Dinge Gedanken gemacht. Es stellt sich doch eher die Frage, wie es sein kann, dass man sich Philosoph nennen darf, ohne über das Essen nachzudenken.

Was ist Philosophie und was ihre genuinen Themen? Üblicherweise wird zwischen theoretischer und praktischer Philosophie unterschieden. Die theoretische Philosophie versteht sich als das Streben nach der Wahrheit, nach Erkenntnis und Wissen. Und ich denke, Essen ist einverleibtes Wissen. In allem, was wir essen, steckt sehr viel Wissen. Wir essen Wissen und sogar Unwissen. Dieser Zusammenhang macht das Essen zu einem zutiefst philosophischen Erkenntnisbereich.

Darüber hinaus beschäftigt sich praktische Philosophie um das gute Leben und eine der alltäglichsten Lebensaktivitäten des Menschen ist nun mal das Essen. So ist der Schritt zum Nachdenken über gutes Essen eigentlich zwingend. Ihre Frage ist aber auch berechtigt und zeigt ein großes Dilemma auf, denn aus der Philosophie heraus zu fragen, welche philosophische Relevanz das Essen besitzt, sagt auch einiges über das jeweilige Philosophieren aus. Es zeigt sich, dass sich die Philosophie bislang einer zentralen Thematik ihrer selbst verweigert hat.

“Selbst unter den gastrosophischen Vordenkern hat keiner das Essen zu einer eigenen philosophischen Theorie ausgearbeitet”

Geht es bei Aristoteles, Hegel, Schopenhauer wirklich nie auch um das Essen?

Harald Lemke: Die Beantwortung dieser Frage ist komplex, denn innerhalb des Kanons der philosophischen Meisterdenker vollzieht sich eine gegenläufige Bewegung. Es gibt einesteils von Platon bis Hegel eine Auseinandersetzung, die negativ verläuft. Bei Platon, Seneca und Augustin dreht sich viel um Essen, bei Kant vergleichsweise auch, Hegel drängt das Essen in seinem idealistischen System in den Kontext des Verdauungsprozesses ab, der aber bei ihm ein hochspekulativer Vorgang ist, weil durch den Stoffwechsel aus Materie tatsächlich menschlicher Geist wird und damit letztlich der Weltgeist samt Vernunft in die Welt kommt, was Hegel irgendwie erklären muss. Dieser rätselhafte und fundamentale Vorgang macht aber letztendlich nur eine Fußnote seines Systems aus.

Es gibt also (im großen Bogen betrachtet) eine negative und abwertende Beschäftigung mit dem Essen. In der Gegenwart feiert dieser platonische Kältestrom weiter seine Triumphe: Bei Habermas und Foucault beispielsweise kommt Essen überhaupt nicht vor. Ist es aber wirklich philosophischer, über Kommunikation nachzudenken oder über Sexualität zu reden? Dennoch gibt es auch einen kleinen Wärmestrom, der mit Epikur beginnt und über Rousseau, Marx, Nietzsche und Feuerbach verläuft. Das sind namhafte Philosophen, die sich der Thematik zuwenden. Doch selbst unter diesen gastrosophischen Vordenkern hat keiner das Essen zu einer eigenen philosophischen Theorie ausgearbeitet.

“Essen ist ein komplexer, kultureller Vorgang”

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Bullshistic zu Rudolf Steiner

Rudolf Steiner (Bild: public domain)

Rudolf Steiner (Bild: public domain)

Rudolf Steiner (1861 – 1925), der Mann im schwarzen Kaiserrock, der Mann hinter dem Spiegel. Jedem scheint er etwas anderes gewesen zu sein. Seine Anhänger riefen ihn als Lichtgestalt aus, Künstler wie Wassily Kandinsky oder Franz Kafka umschwirrten ihn wie die Motten das Licht. Oder war sein Charisma nichts anderes als das hohle Pathos eines Hochstaplers, wie Erich Mühsam meinte?


Von Manuel Gogos|Deutschlandfunk

An die 5000 Vorträge hat der manische Redner gehalten, überall in Europa. Vor Bauern, die ihn fragen warum die Kartoffeln nicht mehr schmecken; vor Pädagogen, die die Macht der Erziehung fürchten; vor Ärzten, die wieder richtige Heiler sein wollen.

Während Steiners Anthroposophie auch über 150 Jahre nach seiner Geburt weiterhin des Okkultismus verdächtigt wird, werden die “Früchte” ihrer praktischen Anwendung immer mehr in unseren Alltag aufgenommen: in der Bewegung der Waldorf-Schulen, in deren Refugien immer mehr Eltern ihre Kinder in Sicherheit zu bringen suchen; im Bio-Kult, der uns ein Stück “heile Welt” zurückgibt; oder in der Hinwendung zu alternativen Heilverfahren, um den Tatorten der Schulmedizin zu entkommen.

Steiner bleibt zukunftsträchtig. Woher hatte er diese Weitsicht? War er tatsächlich ein Hellseher? Und kann, wie Steiner behauptete, jeder zum Hellseher werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Lange Nacht als kritische  Annäherung an Rudolf Steiner und sein Lebens- und Menschenbild.

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Herrenmensch: “Unsere Lebensregeln gelten für alle”

Heinz Buschkowsky war fast 15 Jahre lang Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln. (imago/Müller-Stauffenberg)

Der scheidende Bürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD), kritisierte im Deutschlandfunk das Bundesverfassungsgericht, das ein pauschales Kopftuchverbot für Lehrerinnen untersagt hatte. Die Richter hätten keine Ahnung, wie es in vielen Stadtvierteln zugehe. Sie stützen die falsche Botschaft: Die Frau habe zu gehorchen, sie sei das Eigentum ihres Mannes.


Interview mit Christoph Heinemann|Deutschlandfunk

Christoph Heinemann: Herr Buschkowsky, was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie in dieser Woche die Nachricht vom Absturz der Germanwings-Maschine hörten und auch die, über die mutmaßliche Ursache?

Heinz Buschkowsky: Ich glaube, im ersten Moment geht vielen Menschen überhaupt nichts durch den Kopf – mir auch nicht. Es entsteht eine gewisse Leere und man fragt sich: ‘Hast du das eben richtig verstanden?’ Dann kommen die ersten schrecklichen Details: Eine Schulklasse ist an Bord gewesen, es wird mit Sicherheit überhaupt keine Überlebenden geben. Und später: Die Maschine ist quasi atomisiert worden, es wird schwer werden, überhaupt irgendwas zu identifizieren. Das sind so Dinge, die man sich ja nicht vorstellen kann. Ich glaube, das ist auch gut so – man will sie sich auch nicht vorstellen. Wenn man dann die Bilder sieht aus der Schule, wenn man dann die Bilder sieht der Angehörigen und dann heute zur Kenntnis nehmen muss, dass alle Anzeichen dafür sprechen, dass es sich um einen gezielten Suizid handelt, bei dem man huckepack nochmal 149 Menschen mit in den Tod reißt, dann bleibt eigentlich nur eine einzige Frage: Was war das denn? Und kann eigentlich das Denken eines Menschen sich so pervertieren, dass es ihm egal ist, dass er junge Menschen, die am Beginn ihres Lebens stehen, einfach in den Tod reißt. Also da muss eine solche Kurzschlusshandlung vorgefallen sein, die einem normalen Menschen völlig verschlossen ist. Also dieses minutenlange Schweigen, obwohl ja ihm klar war, was passiert, deutet darauf hin, dass der Mensch sich völlig aus der Realität verabschiedet hatte.

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Warum Europa einen Dritten Weltkrieg riskiert

Es ist hart so jung zu sterben, wenn man noch viele Träume hat – New Anti-War Movie from David LaChapelle and Sergei Polunin.

Die EU ist ein multinationales Konstrukt aus 28 Gesellschaften und bleibt das größte Friedensprojekt der Geschichte. Sie fungiert als Vorbild für viele andere Länder der Welt, gilt als solider Partner im Wirtschaftsbereich und angesehener Akteur auf dem Parkett der Diplomatie. Doch für einen etwaigen Dritten Weltkrieg ist dieser Kontinent nicht gewappnet.


Von Isabelle-Constance V. Opalinski|Huffington Post

Europa eint, Europa verbindet, Europa fördert. Und doch fehlt eins den Europäern – eine gemeinsame Außen-und Sicherheitspolitik. Dies ist nicht zuletzt einer der Gründe, warum Europa keine Weltmacht ist – zumindest in absehbarer Zeit. Schließlich müsste eine Weltmacht über Nuklearwaffen verfügen und hätte einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen.

Hiervon sind wir allerdings weit entfernt. Was bleibt, ist die historische Erfahrung, die Europa mit sich bringt – ja, an der es gewachsen ist. Die Frage ist nur, ob wir Europäer aus unserer Geschichte wirklich lernen.

Vor genau 100 Jahren herrschte ein furchtbarer Waffenkampf in Europa – niemand konnte damals ahnen, dass aus diesem Konflikt der Erste Weltkrieg wird. Niemand spürte, welch’ unglaubliches Leid ein Feldzug wie jener über die Europäer bringen würde. Jeder war blind, taub und hatte nur die eigenen nationalistischen Motive im Sinne.

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Gottesknechte zocken um einen Radweg – Gier in Torgelow

Von der B 109 bis Hammer ist der neue Radweg schon fertig, weiter geht es erst einmal nicht. Die Kirche will ihr Grundstück nicht so einfach verkaufen. Bild. Thomas Krause

Der Radwegebau von der B 109 bis nach Torgelow stockt. Ungeklärte Grundstücksangelegenheiten sind der Grund. Die Stadt Torgelow soll jetzt vermitteln und sieht sich auf einem guten Weg. Spätestens im Mai sollen die Bauarbeiter weitermachen können.


Uckermark Kurier

Normalerweise sollten Radfahrer schon auf der neuen Piste von der B 109 am Abzweig Torgelow bis in die Ueckerstadt entlang rollen können. Das können sie auch, allerdings ist hinter Hammer erst einmal Schluss mit der Tour auf dem fein asphaltierten Radweg.

Hinter einem Stoppschild endet der neue Radweg, die Bauarbeiten im Auftrag des Landestraßenbauamtes Neustrelitz ruhen seit einigen Wochen. Grund: Die Grundstücksfrage, die schon Anfang Dezember für das Einstellen der Bautätigkeit gesorgt hatte (der Nordkurier berichtete), ist noch immer nicht geklärt. Die Kirche weigert sich derzeit, ein Grundstück, das genau im Bereich des neuen, gut 550 000 Euro teuren Radweges liegt, einfach so zu verkaufen. Es geht um etwa 7000 Quadratmeter, die der Kirche gehören.

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“Emma”: Amoktrips sind Männersache, Frauenquote fürs Cockpit

Themenbild.

Themenbild.

Das feministische Magazin “Emma” nutzt die Germanwings-Katastrophe, um eine Frauenquote in Cockpits zu fordern. Das sorgt für Empörung.


SpON

Auch die feministische Zeitschrift “Emma” befasst sich mit der Katastrophe von Flug 4U9525. Unter dem Bild eines abhebenden Germanwings-Fliegers heißt es dort gleich in der Einleitung: “Amoktrips sind Männersache. Und die Lufthansa hat 94 Prozent männliche Piloten.” Sowie: “Die Opfer sind überwiegend Frauen, die Täter sind männlich.”

Das Magazin nutzt das Unglück für einen Text, in dem, so lautet auch die Überschrift, eine “Frauenquote fürs Cockpit!” gefordert wird. Die Autorin verweist darin auf die “bei Männern viermal so hohe” Suizidquote. Daraus folgt dieser Satz:

“Die Lufthansa könnte also das Risiko, dass ihre Piloten das Flugzeug zu Selbstmord und vielfachem Mord missbrauchen, mit jeder Frau, die sie zur Pilotin ausbilden, ganz erheblich reduzieren.”

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Kelly Clark: Profi-Snowboarderin im Gotteswahn

In einem Jahr entscheidet Kelly Clark, ob sie 2018 erneut zu den Olympischen Winterspielen antritt. Das wäre ihr fünftes Mal Foto: Burton Snowboards

Kelly Clark ist amerikanische Profi-Snowboarderin und Olympia-Goldmedaillen-Gewinnerin. Vor rund zehn Jahren ist sie zum Glauben an Jesus gekommen. Auf ihrem Snowboard klebt der Sticker „Jesus, ich kann meine Liebe nicht verbergen“.


pro Medienmagazin

Die Snowboard-Kultur ist eine Performance-Kultur. Kelly Clark ist ein Teil davon. Mit 14 Jahren sah sie im Fernsehen, wie die Deutsche Nicola Thost die erste Goldmedaille im Snowboarden überhaupt gewann. Den Wettbewerb der Olympischen Spiele 1998 hatte Kelly extra auf Video aufgenommen. Zu dem Zeitpunkt entschloss sie sich: „Das ist das, was ich tun möchte.“ Vier Jahre später gewann die junge Frau auf ihrem Snowboard bei der Winterolympiade in Salt Lake City die Goldmedaille in der Halfpipe.

„Gott liebt dich trotzdem.“

Mit 18 Jahren war Clark bereits auf dem Zenit ihrer Karriere. Sie galt als Pionierin und Star der Szene. Der Erfolg war riesig, er erfüllte sie aber nicht. Im Inneren fühlte sie sich einsam. Sie suchte nach Liebe: „Ich habe viel mehr erreicht, als die meisten Menschen jemals in ihrem Leben die Möglichkeit haben. Das war aber wertlos. Das war nicht das, was ich gesucht habe. Ich konnte keine Bedeutung im Erfolg finden.“ Die erfolgsverwöhnte Sportlerin hatte keine Ziele mehr, hatte sogar Suizid-Gedanken: „Wenn das alles ist, möchte ich das nicht mehr machen.“ Aber sie fuhr weiter, von Wettbewerbssaison zu Wettbewerbssaison.

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„Wir sind Kirche“: Deutsche Bischöfe verhindern Reformen

DBK, Screenshot: BB

DBK, Screenshot: BB

Die katholische Laienorganisation „Wir sind Kirche“ vermisst bei den deutschen Bischöfen die Bereitschaft zu Reformen.


FOCUS ONLINE

Papst Franziskus stoße wichtige Veränderungen an, teilte die Reforminitiative zum Auftakt ihrer Bundesversammlung am Freitag in Freiburg an. Die Führung der Kirche in Deutschland greife diese aber zu wenig auf. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, habe es bislang versäumt, seine Kollegen auf den Reformkurs einzustimmen. Dies müsse sich ändern. Sonst drohe der katholischen Kirche ein weiterer Vertrauensverlust. „Der Mentalitätswandel, den Papst Franziskus eingeführt hat, ist bei den Bischöfen in Deutschland noch nicht angekommen“, sagte der Bundessprecher von „Wir sind Kirche“, Christian Weisner. „Und es gibt derzeit auch keine Zeichen, dass sich dies bald ändert.“ Deutschlands Bischöfe verhinderten neue Strukturen und lähmten den Dialog. Marx als Chef der Bischöfe müsse bei diesen den von Papst Franziskus initiierten Wandel einfordern.

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CDU-Politiker warnen vor Zuwanderung “in unser Sozialsystem”

Rhizinus? (CC-by-nc-sa/3.0/de by Pantoffelpunk)

Rhizinus? (CC-by-nc-sa/3.0/de by Pantoffelpunk)

Aufgrund einer EU-Regelung könnten Einwanderer möglicherweise schon früher als nach einem Jahr Anspruch auf Hartz IV haben. CDU-Politiker sehen darin einen “Anreiz für Zuwanderung in unser Sozialsystem”.


evangelisch.de

CDU-Politiker warnen davor, dass großzügigere Hartz-IV-Leistungen in Deutschland für EU-Bürger Anreize zur Einwanderung schaffen. “Die hohen Sozialleistungen in Deutschland sind schon heute ein Anreiz für Zuwanderung in unser Sozialsystem. Dieser Anreiz darf nicht noch größer werden”, sagte Christian von Stetten (CDU), Chef des Parlamentskreises Mittelstand in der Unionsfraktion, der “Bild”-Zeitung (Samstagsausgabe).

Stetten reagierte auf ein Gutachten des EU-Generalanwalts Melchior Wathelet, wonach Deutschland die Vergabe von Hartz-IV-Leistungen an arbeitsuchende EU-Zuwanderer großzügiger regeln muss. Das Gutachten könnte wegweisend für ein anstehendes Urteil des Europäischen Gerichtshofes sein. Demnach solle es eine Einzelfallprüfung geben, wenn jemand länger als drei Monate im Land ist und während dieser Zeit schon gearbeitet habe. Bislang gilt in Deutschland für den dauerhaften Hartz-IV-Bezug eine Mindestgrenze von einem Jahr Beschäftigung (AZ: C-67/14).

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Burke: Kirche soll Kultur umformen statt vereinnahmt zu werden

Headquarter des Konzerns.

Headquarter des Konzerns.

US-Kardinal Raymond Leo Burke befürchtet, dass sich die katholische Kirche von der Gegenwartskultur vereinnahmen lässt. Dies sei eine der großen Gefahren in der aktuellen innerkirchlichen Diskussion, sagte Burke der “Tagespost” (Samstag) in Würzburg. In der Begegnung mit der Kultur müsse sich die Kirche über ihre eigene Identität und Lehre im Klaren bleiben, “um diese Kultur umzuformen”. Daher müsse es “eine sehr deutliche Unterscheidung geben zwischen dem Verhältnis von Glaube und Kultur”.


kathweb

Angesichts der Debatten um die katholische Auffassung von Ehe und Familie unterstrich der Kardinal die Bedeutung der Kontinuität in den päpstlichen Lehrschreiben des 20. Jahrhunderts. Es gelte nun erneut aufzuzeigen, “dass sich das Lehramt nicht ändert” und dies auch gar nicht könne. Die Lehre Jesu Christi sei besonders hinsichtlich des heiligen Bundes der Ehe eindeutig. “Da es zu einem Bruch gekommen ist – dass Menschen sich in Rebellion gegen die Lehre der Kirche gewandt haben – müssen wir diese kraftvoll wieder von Neuem darlegen und die Menschen zur Bekehrung aufrufen”, so Burke.

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Nasa schickt gigantischen Forschungsballon um die Erde

Die US-Weltraumbehörde Nasa hat in Neuseeland einen riesigen Forschungsballon in die Atmosphäre steigen lassen. dpa/FOCUS ONLINE

Die US-Weltraumbehörde Nasa hat in Neuseeland einen riesigen Forschungsballon in die Atmosphäre steigen lassen. Er soll in Rekordzeit die Erde umrunden – die bisherige Bestmarke liegt bei 54 Tagen.


FOCUS ONLINE

Die US-Weltraumbehörde Nasa hat in Neuseeland einen riesigen Forschungsballon in die Atmosphäre steigen lassen. In einer Höhe von rund 33 Kilometern soll das mit Helium gefüllte Fluggerät die Erde umrunden, wie die Nasa am Freitag mitteilte. Ziel ist es, die bisherige Rekord-Flugdauer von 54 Tagen für einen solchen Ballon zu übertreffen. Die Wissenschaftler wollten beweisen, dass Riesenballons sogar 100 Tage lang im Einsatz sein können, sagte die Verantwortliche des Nasa-Ballon-Programms, Debbie Fairbrother.

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Voyeurismus statt Aufklärung

Der Kopf des heiligen Apollinaris wird in der Apollinaris Kirche, Remagen, aufgewahrt. Foto: ZDF und WDR/K.P. Baum

3sat beschäftigt sich in einer Themenwoche mit dem Glauben. Die Beiträge „Heilige Knochen“ und „makro: Glaube und Profit“ bleiben allerdings zu sehr im Anekdotischen hängen, um wirkliche Denkanstöße zu geben.


Von Franziska Schuster|Frankfurter Rundschau

Es fühlt sich ein bisschen an wie eine Mischung aus der Sendung mit der Maus und einem soliden Fernsehkrimi: Joviale Moderatoren, parataktische Erläuterungen und ein Anflug ironischer Abgeklärtheit, während die präsentierten Sachverhalte illustrativ bebildert werden.

Damit das nicht zu harmlos daherkommt, streut man ein paar Vorschläge für Themen ein, vor denen sich der Zuschauer fürchten möge. Im Fall der Sendung „Heilige Knochen“ sind das die Satanisten, beim Wirtschaftsmagazin „makro“ die große Inflation.

Experten werden befragt, die belegen, dass die Angst auch wirklich berechtigt ist – das Gruseln darf ein wenig ausgekostet werden. Dann kommt auch schon das Rettungsangebot mit versöhnlichen Allgemeinplätzen. Irgendwie war es doch immer schon so: „Das Irrationale ist eher normal, doch auch das ist menschlich.“ Und man geht zur Tagesordnung über.

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Berlin: Evangelische Kirche plant “Flüchtlingskirche”

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz will ihre Flüchtlingsarbeit intensivieren. Es soll eine “Flüchtlingskirche” eingerichtet werden sowie eine mobile Beratung für Kirchengemeinden, wie die Kirche am Freitag in Berlin mitteilte. Ferner gebe es nun Förderungsmöglichkeiten für die Beratung und Unterstützung von Flüchtlingen sowie von Haupt- und Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit. Dazu habe die Kirchenleitung eine Rahmenkonzeption beschlossen.

kathweb

Unter dem Namen “Flüchtlingskirche” werde ein Ort für die Beratung und für Begegnungen von und mit Flüchtlingen geschaffen. Eine konkrete Lokalität dafür gebe es noch nicht. Das Team der “Flüchtlingskirche” soll auch Ansprechpartner in Flüchtlingsfragen für die gesamte Landeskirche sein. Träger werde der Kirchenkreis Berlin-Stadtmitte in Zusammenarbeit mit der Landeskirche.

Im November 2014 hatte die evangelische Herbstsynode 500.000 Euro für die Arbeit mit Flüchtlingen bewilligt und weitere 500.000 Euro in Aussicht gestellt, verbunden mit dem Auftrag an die Kirchenleitung, ein Rahmenkonzept zu erstellen.

“Grüner” Straßenbelag soll Asphalt umweltfreundlicher machen

Bild: 4ever.eu

Bild: 4ever.eu

Ein Abfallprodukt der Papierherstellung könnte den Straßenasphalt umweltfreundlicher machen: Der Holzbestandteil soll den Einsatz von Bitumen reduzieren.


Von Jan Dönges|Spektrum.de

Jedes Jahr fallen weltweit rund 50 Millionen Tonnen Lignin an. Der Stoff wird bei der Papierproduktion aus dem Holz abgetrennt und dann meist zur Energiegewinnung verbrannt. Niederländische Forscher um Ted Slaghek von der Niederländischen Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung (TNO) experimentieren nun mit einer alternativen Verwendung für das Lignin: Sie schlagen vor, es dem Bitumen beizumischen, einem der Hauptbestandteile von Asphalt.

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Eine Alternative zum konventionellen Stromnetz?

Das Stromnetz in Deutschland soll für die zukünftigen Anforderungen ausgerüstet werden. © Pixabay.com/Nikiko

Damit die zuverlässige Stromversorgung in Deutschland auch in Zukunft gewährleistet werden kann, ist ein Ausbau des Stromnetzes notwendig. Nur so gelangt der Strom, der zukünftig immer mehr aus erneuerbaren Energien gewonnen wird, selbst von den entlegensten Offshore-Windparks und Photovoltaik-Dächern zeitnah zu den Verbrauchern. Langfristig könnte sich allerdings auch noch die Möglichkeit der kabellosen Stromversorgung ergeben. Bisherige Forschungen dazu sind bereits sehr erfolgreich.


scinexx

In den vergangenen Jahren ist der Strom durch den für die Energiewende notwendigen Ausbau des deutschen Stromnetzes immer teurer geworden. Im Rahmen des geplanten Netzausbaus sollen bis 2023 gemäß dem Netzentwicklungsplan 2.650 Kilometer neue Stromtrassen verlegt und 2.800 Kilometer Trassen verbessert werden. Diese Maßnahmen für die zukünftige Stromversorgung kosten insgesamt 21 Milliarden Euro. Die EEG-Umlage trägt bis jetzt maßgeblich zu diesen erhöhten Strompreisen bei. So kostete die EEG-Umlage Anfang 2014 noch 6,240 Cent pro Kilowattstunde. 2015 soll sie erstmals nach langer Zeit immerhin um 0,07 Cent auf 6,17 Cent pro Kilowattstunde sinken.

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