Archiv der Kategorie: Ökonomie

Ewiggestrige Apostel: Nach einer Wiederheirat soll weiterhin gekündigt werden

FB-Page, Screenshot:bb

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Mehrere Bischöfe boykottieren die Lockerung der neuen Richtlinien für Kirchenmitarbeiter: Nach einer Wiederheirat soll weiterhin gekündigt werden. Ein Affront gegen den Chef der Bischofskonferenz.


Von Christian Eckl|DIE WELT

Dürfen die das? Diese Frage stellt sich seit Jahren immer dann, wenn ein kirchlicher Mitarbeiter wegen seines Lebenswandels aus Sicht der katholischen Kirche etwas Verwerfliches getan hat. Für Aufsehen sorgte beispielsweise der Fall eines Arztes aus Düsseldorf, der als Chefarzt für Innere Medizin ein zweites Mal geheiratet hatte. Sein Fall landete vor dem Bundesverfassungsgericht, das im Oktober 2014 entschied: Ja, die Kirchen dürfen ihren Moralkodex im Arbeitsrecht anwenden.

Ende April hatte die große Mehrheit der deutschen Bischöfe entschieden, die Richtlinien für das Arbeitsrecht neu zu fassen. Traditionell ist die Deutsche Bischofskonferenz etwas liberaler gesinnt, als es viele Bischöfe sind. Grund: In ihr haben auch die Weihbischöfe ein Stimmrecht. Monatelang hatte die Bischofskonferenz um neue Richtlinien für das Arbeitsrecht gerungen.

Der Kompromiss am Ende: Lediglich verkündigungsnahe Berufe sollen weiterhin nach strengen moralisch-sittlichen Gesichtspunkten bewertet werden; etwa der Lehrer einer kirchlichen Schule, der die Missio besitzen muss – also die Bestätigung des Bischofs, dass er Religion lehren darf. Für den Mathelehrer sollen diese Regeln nicht mehr gelten. Die neue Regelung würde vor allem Unternehmen der katholischen Kirche entlasten, wo der Kampf ums Personal hart ist: Etwa im Bereich der Pflege – oder eben bei den Medizinern.

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Europa rutscht in die Post-Demokratie ab

Frans Timmermanns, erster Vizepräsident der EU-Kommission, verspricht “bessere Rechtsetzung” – Foto: dpa

EU-Kommissar Frans Timmermans will künftig nicht gewählte Technokraten entscheiden lassen, ob und wie das Parlament Gesetze ändern darf. Dabei braucht Europa mehr Demokratie, nicht weniger.


Von Harald Schumann|DER TAGESSPIEGEL

Der Plan kommt ganz harmlos daher. Die „Rechtsetzung“ in Europa solle „besser“ werden, erklärt Frans Timmermans, Vizechef der EU-Kommission. Darum solle es künftig „mehr Transparenz und Kontrolle“ geben, wenn die EU neue Gesetze beschließe, verspricht der Kommissar. Und dafür sollten sich auch das EU-Parlament und der Rat der EU-Regierungen vertraglich verpflichten, alle Gesetzesänderungen noch vor jeder Abstimmung einer „rigorosen“ Prüfung zu unterwerfen, fordert Timmermans und legte jetzt einen entsprechenden Vertragsentwurf vor.

Das klingt plausibel – und ist doch grob irreführend. Denn die wohlklingenden Worte verbergen in Orwell’scher Manier eine gegenteilige Absicht: Der Kommissar und sein Chef, Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, wollen die europäische Gesetzgebung dem Einfluss durch Bürger und Parlamente entziehen und stattdessen ungewählte Technokraten darüber urteilen lassen, was reguliert werden soll und was nicht.

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Die Männerlüge: Entzauberung eines vermeintlichen Wunderhormons

Robin Haring Die Männerlüge  Verlag: Braumüller, Wien 2015 ISBN: 9783991001461 21,90 €

Robin Haring
Die Männerlüge
Verlag: Braumüller, Wien 2015
ISBN: 9783991001461
21,90 €

Testosteron macht männlicher und hilft gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Alzheimer oder Diabetes? Frauen mit höherem Testosteronspiegel sind gieriger und misstrauischer? Mit solchen Mythen räumt der Epidemiologe Robin Haring im vorliegenden Buch auf.


Von Katharina Müller|Spektrum.de

Die Wahrheit ist, wie so oft, vielschichtiger und komplizierter. Es stimme zwar, schreibt Haring, dass Männer mit niedrigem Testosteronspiegel ein höheres Risiko tragen, zuckerkrank zu werden oder Herz-Kreis-Störungen zu erleiden. Diese Korrelationen machten Testosteron aber noch lange nicht zur Ursache dieser Erkrankungen. Bei Ratten beispielsweise, bei denen sich ein Diabetes manifestierte, sank der Testosteronspiegel erst nach der Diagnose. Und künstliche Testosterongaben senken laut klinischer Versuche nicht das Herz-Kreislauf-Risiko.

Daher, schreibt Haring, seien die Verheißungen der Testosterontherapien mit Vorsicht zu genießen. Diese könnten zwar bei manchen Männern die Libido verstärken, falls diese als mangelhaft empfunden wird, jedoch sei ein hoher Testosteronwert noch lange kein Garant für starken Geschlechtstrieb.

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ARD und ZDF privatisieren

dpa

2,7 Mio. € Gebührengelder dafür, dass Thomas Gottschalk NICHT sendet – das ist der jüngste Fall eines skandalösen Umgangs mit der Haushaltsabgabe. Unfassbar findet das Deutschlands größter Filmverband, die Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG Dok). Deren Vorsitzender Thomas Frickel sieht sogar einen möglichen Untreue-Tatbestand gegen die ARD-Entscheider: “Wurde dieser Fall von Leistung ohne Gegenleistung jemals rechtlich überprüft?”


Von Roland Tichy|The Huffington Post

Wie geht es weiter mit ARD und ZDF? Diese Frage steht im Raum, seit sich immer mehr Bürger und Unternehmen über die Haushaltsabgabe für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ärgern.

Der renommierte Ökonom Prof. Justus Haucap, Direktor des Instituts für Wettbewerbsökonomik in Düsseldorf und von 2008 bis 2012 Vorsitzender der Monopolkommission, hat im Auftrag von “Prometheus – Das Freiheitstinstitut” ein Gutachten verfasst, das die Abschaffung des Rundfunkbeitrags und die Privatisierung von ARD und ZDF vorschlägt. Das Gutachten ist Kernbestandteil einer Kampagne, die Prometheus gestern unter dem Motto „Zwangsbeitrag? Nein Danke” startete.

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“Mein Text hat mit Homophobie nichts zu tun”

Die Ratgeber-Kolumne der freien Autorin Barbara Eggert hatte dem Westfalen-Blatt Kritik eingebracht© Screenshot “OWL am Sonntag”

In ihrer Kolumne gab Barbara Eggert einem Vater den Rat, seine Töchter nicht zur Hochzeit seines schwulen Bruders mitzunehmen – und erntete dafür einen Shitstorm. Warum sie ihre Meinung nicht ändert.


stern.de

Sagen Sie Ihrem Bruder, dass Ihre Kinder an der Feier nicht teilnehmen, weil Sie nicht möchten, dass die Kinder verwirrt werden”: Mit ihrer Ratgeber-Kolumne löste die freie Autorin Barbara Eggert eine Welle der Entrüstung aus. In dem am vergangen Sonntag in dem Anzeigenblatt “OWL am Sonntag” veröffentlichten Beitrag rät sie einem Familienvater, seine Töchter nicht mit auf die Hochzeit seines schwulen Bruders zu nehmen. Was folgte, war ein Shitstorm im Internet. Der Vorwurf: Der Text strotze nur so vor Homophobie. Das “Westfalen Blatt” trennte sich daraufhin von seiner Kolumnistin.

Nun erklärt Eggert in einem Interview der Süddeutschen Zeitung, warum sie ihre Meinung dennoch nicht ändern möchte und von wem sie sich verraten fühlt:

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Erzapostel Schick: Pfingsten ist “Stiefkind” unter Feiertagen

FB-Seite des  Bamberger Bishcofs Schick. Screenshot: BB

FB-Seite des Bamberger Bishcofs Schick. Screenshot: BB

Pfingsten ist nach Einschätzung des katholischen Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick ein “Stiefkind” unter den christlichen Feiertagen.


evangelisch.de

Während Sinn und Bedeutung von Weihnachten und Ostern bekannt sind und die Feste selbst von Nichtchristen begangen würden, sei das bei Pfingsten anders, sagte Schick am Samstag: “Mit Pfingsten können viele Menschen nichts anfangen. Der Heilige Geist ist das unbekannte Wesen.” Dabei sei der Geist aber wichtig, und es müsse mehr von ihm geredet werden. Der Geist gebe den Menschen Würde und Rechte und verbinde sie in ihrer Verschiedenheit.

“Ohne diesen verbindenden Heiligen Geist gibt es auch keine globale Menschheitsfamilie”, sagte der Erzbischof, der auch Vorsitzender der Kommission Weltkirche der katholischen Deutschen Bischofskonferenz ist. Ohne den Heiligen Geist gäbe es “nur Globalisierung des Kapitals, der Technik und der Informationen, die oft den Menschen nur bewerten und verwerten”, sagte Schick. Der Geist sei es auch, der die Wahrheit suche und erkenne, “dass jeder Mensch nicht Zufallsprodukt der Natur ist, sondern in Gottes Plan und Willen seinen unverwechselbaren Platz hat”.

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The Search for Perfect Gravity

gravity

Bild: youtube/Screengrab

No matter which place space colonisation will target first – the Moon, Mars or a captive asteroid – there’s one, complex issue NASA and private contractors will have to tackle and solve first: gravity. Without a G-environment compatible with human physiology, no adventure into space is going to be of long duration.


By Stephen P. Bianchini|Serious Wonder
According to NASA, humans can withstand higher gravity than Earth, up to 4 g, while lower gravity is more problematic. Gravity itself is essential for human body – to keep muscles functioning, for example. They can vanish at a rate as high as 5% a week, as according to available data. If we look for habitats in the outer space near us, Venus is the only place with conditions close to Earth’s gravity (=0.9; too bad that the rest of the planet is so unwelcoming). Mars is the second best, with 0.38, and this is why actual planning for a Mars Colony is on the way. (The rest of the candidates are less interesting: Moon = 0.17, Titan = 0.14, Europa = 0.13, Ceres = 0.028.)  

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Eidgenössisch diplomierte Esoteriker

Bild: svz.de

Bild: svz.de

Meilenstein für die Naturheilpraktiker: Homöopathen und Ayurveda-Therapeuten können in Zukunft ein eidgenössisches Berufsdiplom erlangen.


Von Hugo Stamm|Tages Anzeiger

Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) hat am 28. April 2015 die Höhere Fachprüfung für Naturheilpraktiker genehmigt. Somit dürfen Globuli neu mit dem Segen der staatlichen Behörden verabreicht werden. Das ist ein Durchbruch für die Alternativmedizin. Ihre Vertreter können nun nicht nur mit den Krankenkassen abrechnen, sie werden auch noch mit einem eidgenössischen Diplom geschmückt.

Die «Organisation der Arbeitswelt Alternativmedizin Schweiz OdA AM», die die Anerkennung anstrebte, jubiliert: «Diese Berufsreglementierung ist ein wichtiger Meilenstein im schweizerischen Gesundheitssystem. Europaweit hat ein anerkannter Abschluss Pilotcharakter und bewirkt eine Verankerung der Alternativmedizin in der Gesellschaft

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Papst stoppt geplanten Investmentfonds der Vatikanbank

Bild: tilly

Bild: tilly

Papst Franziskus hat einem Medienbericht zufolge die geplante Einrichtung eines Investmentfonds der Vatikanbank (IOR) gestoppt. Laut dem italienischen Internetportal “Vatican Insider” untersagte er die vom Aufsichtsrat unter Leitung von Präsident Jean-Baptiste de Franssu gewünschte Institution des Fonds in Luxemburg.


kathweb

Zuvor habe sich auch die Kardinalskommission des IOR, der auch der Wiener Kardinal Christoph Schönborn angehört, gegen das Vorhaben ausgesprochen und den Plan umgehend an Franziskus weitergeleitet, berichtete das Portal am Wochenende. In den Fonds sollten demnach Teile des IOR-Kapitals zu Profitzwecken überführt werden.

Gemäß den Vorgaben des Papstes soll das “Institut für die religiösen Werke” künftig vor allem als Finanzdienstleister für Orden und kirchliche Einrichtungen dienen. Selbstständige Investitionen auf den Finanzmärkten sind nicht vorgesehen. Beobachter gehen davon aus, dass das IOR nach dem zurückliegenden Reformprozess in diesem Jahr seine endgültige Gestalt erhält.

Ölförderanlage in Golf von Mexiko in Brand geraten

foto: reuters/liam mcdonnell/u.s. coast guard Auf der brennenden Ölplattform befinden sich mehr als 600.000 Liter Rohöl.

Im Golf von Mexiko ist am Freitag eine Ölförderanlage in Brand geraten. Wie die US-Küstenwache mitteilte, wurden 28 Menschen in Sicherheit gebracht. Verletzt wurde demnach niemand, die Produktion wurde gestoppt.


derStandard.at

Der Küstenwache zufolge wurden Einsatzschiffe zum Unglücksort entsandt. Demnach befanden sich in Tanks auf der Plattform schätzungsweise mehr als 600.000 Liter Rohöl.

Über mögliche Belastungen für die Umwelt wurde zunächst nichts bekannt. Am 20. April 2010 war im Golf von Mexiko die Plattform “Deepwater Horizon” des Konzerns BP explodiert. Elf Arbeiter kamen ums Leben, hunderte Millionen Liter Erdöl strömten ins Meer. 87 Tage dauerte es, bis BP das Leck schließen konnte. Die Küsten von fünf US-Staaten wurden verseucht sowie Fischfang und Tourismus schwer geschädigt.

Italienischer Pfarrer wegen Kinderprostitution festgenommen

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Der katholische Priester soll am römischen Hauptbahnhof Termini regelmäßig Sex mit minderjährigen Prostituierten gehabt haben, zudem hätten Ermittler auf seinem Computer rund 1.700 kinderpornografische Bilder gefunden.


kath.net

Die italienische Polizei hat einen 68-jährigen katholischen Priester unter Pädophilieverdacht festgenommen. Der Mann soll am römischen Hauptbahnhof Termini regelmäßig Sex mit minderjährigen Prostituierten gehabt haben, berichteten italienische Medien am Freitag. Zudem hätten Ermittler auf seinem Computer rund 1.700 kinderpornografische Bilder gefunden.

Der Pfarrer betreut den Angaben zufolge zwei Gemeinden im mittelitalienischen Viterbo. Die Polizei nahm sechs weitere Männer im Alter zwischen 35 und 79 Jahren fest, darunter auch einen Ex-Priester aus der Toskana, der aber in der Vergangenheit bereits wegen anderer krimineller Delikte aus dem Klerikerstand entlassen worden sei, hieß es.

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Österreich: Caritas und Diakonie warnen vor Budgetkürzungen im Sozialbereich

Bild: tilly

Bild: tilly

Mit Sorge verfolgen Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz, und Volkshilfe die im jetzt verabschiedeten Budgetrahmengesetz veranschlagten Ermessensausgaben-Kürzungen im Sozialbereich. “Kürzungen bei den sogenannten Ermessensausgaben treffen Beratungsstellen für Menschen in Not, Hilfe für pflegende Angehörige, Demenzberatung und Integrationsmaßnahmen”, warnte Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich, einer Aussendung am Freitag: “Das betrifft die Wärmestube, die dem Wohnungslosen bei Minusgraden zur Verfügung steht oder das Lernprogramm, mit dessen Hilfe Jugendliche ihren Pflichtschulabschluss schaffen.” All diese und viele weitere Angebote würden zumindest zum Teil aus öffentlichen Mitteln gefördert, die nicht fix in Budgets verplant, sondern Ermessensausgaben sind.


kathweb

Ermessensausgaben machten oft erst Innovationen in der Sozialpolitik möglich, hielten die Hilfsorganisationen fest. Die zivilgesellschaftlichen Organisationen seien Spezialisten für kleine Zielgruppen: “Nahe am Menschen, kennen wir seine Bedürfnisse und entwickeln neue, wirksame Lösungen”, so Michael Opriesnig vom Roten Kreuz. Viele dieser Modelle würden dann von der öffentlichen Hand als Standardanbieter für große Zielgruppen übernommen. Auf der Basis dieser Logik seien zahlreiche heute selbstverständliche Dienstleistungen entstanden: etwa die mobile Pflege und Betreuung, neue Wohnformen für pflegebedürftige Menschen oder Hospizangebote.

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Theologe: Loyalität zum Arbeitgeber ist keine Frage des Glaubens

Bild: fis-kirchenrecht.de

Bild: fis-kirchenrecht.de

Die Lockerung des katholischen Arbeitsrechts geht dem evangelischen Theologen und Diakoniemanager Dierk Starnitzke nicht weit genug.


evangelisch.de

Nach einem Beschluss der Bischöfe von Ende April sollen das Bekenntnis zu einer homosexuellen Beziehung oder die Wiederheirat nach einer Scheidung künftig nicht mehr automatisch zu einer Entlassung führen. Kirchliche Arbeitgeber sollen nun stets den Einzelfall prüfen. Starnitzke, der im westfälischen Bad Oeynhausen eine große evangelische Behinderteneinrichtung leitet, hält dies jedoch für kaum praktikabel. Auch der evangelischen Kirche empfiehlt er eine Reform ihrer Loyalitätsrichtlinie, die die Loyalitätsansprüche an die Beschäftigten neu festlegt.

Für Starnitzke ist die von den katholischen Bischöfen beschlossene Liberalisierung des Arbeitsrechts insoweit konsequent, als die Gesellschaft das Abstrafen bestimmter Lebensformen durch katholische Arbeitgeber kaum noch akzeptiere. Hinzu kommt laut Starnitzke, dass “sich daraus für viele der 650.000 Beschäftigten in der katholischen Kirche und ihrer Caritas eine enorme Spannung ergibt, die sowohl für die betroffenen Mitarbeitenden als auch für die zuständigen Leitungen manchmal kaum noch erträglich ist”. Die Mehrzahl der Bischöfe habe deshalb zurecht eine Reform des kirchlichen Arbeitsrechts für überfällig gehalten.

Debatte geht anders

cc bycc by sa “Thinker” von “Martin Fisch” lizensiert unter “CC-BY-SA”

Weil Debatten niemals enden, endet auch diese nicht. Noch einmal zum Thema Orient und Okzident, wer hat wem was zu verdanken?


Von Heiko Heinisch|The European

The European definiert sich schon im Untertitel ausdrücklich als Debattenmagazin, und so ist es zu begrüßen, dass Muhammad Sameer Murtaza auf meinen Einwand gegen seinen Artikel mit einer Erwiderung reagiert. Eine Debatte zeichnet sich dadurch aus, dass verschiedene Seiten ihre Argumente vortragen und versuchen, die des Gegners zu widerlegen, um Leserinnen und Leser – eventuell auch den Gegner – von den eigenen Thesen zu überzeugen. Aber anstatt in diesem Sinne auf die vorgetragenen Argumente einzugehen, verlegt sich Murtaza leider darauf, mir Aussagen zu unterstellen und andere sinnentstellend aus dem Zusammenhang zu reißen, nur um diese dann widerlegen zu können. Ganz nebenbei nimmt er seine bereits kritisierte Apologetik von Neuem auf. Debatte geht anders.

Leere Behauptungen sind keine konstruktive Kritik

Schon im ersten Satz unterstellt Murtaza, mein Artikel wolle eine Minderwertigkeit des Islam festschreiben, würde ich doch behaupten, die „seit mehr als 1000 Jahren andauernde Anwesenheit der Muslime in Europa habe überhaupt keine Rolle auf dessen Entwicklung gehabt“. Ewas weiter unten schreibt er, ich würde den Einfluss muslimischer Religionsgelehrter und Philosophen unterschlagen und den Muslimen lediglich den Transfer griechischer Schriften und griechischen Wissens zugestehen. Dass er diese Behauptungen nicht durch entsprechende Zitate untermauern kann, liegt daran, dass sich derlei Ausführungen in meinem Text nicht finden lassen. An keiner Stelle leugne ich die Leistungen arabischer und persischer Denker, Philosophen und Wissenschaftler, und an keiner Stelle schreibe ich, diese hätten nur Wissen transferiert. Im Gegenteil.

Die Rolle ibn Rushds als maßgeblicher Kommentator der Werke Aristoteles’, seinen Einfluss auf die Scholastik und damit auf die Aufklärung hebe ich dezidiert hervor. Man könnte noch präzisieren, dass ibn Rushd von den Scholastikern meist in Anlehnung an die Bezeichnung der Philosoph für Aristoteles schlicht der Kommentator genannt, also mit größter Hochachtung bedacht wurde.

Murtaza weiß auch, dass die muslimischen Eroberungen von mir nicht erwähnt wurden, um von den Kreuzzügen abzulenken, sondern einzig, weil er die Kreuzzüge zum ersten „weniger friedlichen Wissenstransfer“ zwischen Christen und Muslimen erklärt – womit er die Jahrhunderte islamischer Eroberungen, die ihnen vorausgingen, einfach unterschlägt.

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Katholische Kirche will Religionsunterricht im Internet

Will beim Religionsunterricht neue Wege gehen: Bischof Neymeyr

Die Katholische Kirche will den Religionsunterricht in Thüringen künftig via Internet und als Fernstudium anbieten. Erfurts Bischof Ulrich Neymeyr stellte das bundesweit einmalige Konzept am Freitag bei einem Treffen von katholischen und evangelischen Bischöfen mit der Landesregierung in der Erfurter Staatskanzlei vor.


MDR Thüringen

Online-Fernstudium statt Unterricht in Klassen

Die Katholische Kirche reagiert damit auf Probleme vor allem im Süden und Osten des Landes genügend Schüler für Lerngruppen zusammenzubekommen. Vorgesehen sei, zunächst Gymnasiasten der Oberstufe nach dem Modell zu unterrichten. Über eine Online-Plattform erhalten sie Lehrmaterial und Arbeitsaufträge, die sie wie bei einem Fernstudium selbstständig abarbeiten. Zudem sind regelmäßige gemeinsame Tagesveranstaltungen mit Präsenzpflicht vorgesehen. Das Land muss dem Modell noch zustimmen, damit es als ordentlicher Unterricht anerkannt ist und die Note auf dem Zeugnis erscheinen kann. Wie der Leiter des Katholischen Büros Erfurt, Winfried Weinrich, erklärte, bewertete die Landesregierung das Modell aber bereits als “zukunftsweisend”. Nun wollten Bistum und Bildungsministerium die Möglichkeiten einer praktischen Umsetzung prüfen.

Kirchen drängen auf stetig steigende Finanzierung Freier Schulen

Weiteres Thema auf dem jährlichen Treffen war die künftige staatliche Förderung Freier Schulen. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) erklärte dabei nach Weinrichs Angaben seine Bereitschaft, ein neues Finanzierungssystem zu vereinbaren. Die Kirchen forderten, die Zuschüsse an die Tarifentwicklung bei den staatlichen Lehrern zu binden, statt sie jährlich neu zu verhandeln.

Ramelow verteidigt Kirchen-Asyl

Außerdem debattierten die Teilnehmer über Flüchtlingshilfe. Ramelow dankte den Kirchen, die “helfen, Asylbewerbern zu helfen” und verteidigte noch einmal das Kirchenasyl. Diese stehe nicht zur Disposition. Um das Kirchenasyl hatte es in diesem Jahr Streit mit Bundesinnenminister de Maizière gegeben, der den Kirchen vorgeworfen hatte, geltendes Recht zu unterlaufen.

An dem Treffen nahmen neben Ramelow und Neymeyr der stellvertretende Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Diethard Kamm, der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, und der Generalvikar des Bistums Dresden-Meißen, Andreas Kutschke, teil.

Wie digitale Transparenz die Welt verändert

Hauptplatine eines Rechners.

Hauptplatine eines Rechners.

So paradox es klingt: Die Entwicklung des Lebens im urzeitlichen Ozean kann uns einiges über die Zukunft unserer Gesellschaft lehren. Da im Zeitalter der digitalen Vernetzung kein Geheimnis mehr sicher ist, stehen wir an der Schwelle einer Epoche, die das Verhältnis von Öffentlichkeit und Privatleben ganz neu definieren muss.


Von Daniel C. Dennett und Deb Roy|Spektrum.de

Vor rund 543 Millionen Jahren ereignete sich die so genannte kambrische Explosion: eine spektakuläre Häufung biologischer Innovationen. Binnen weniger Millionen Jahre – nach geologischen Maßstäben fast augenblicklich – entwickelten Lebewesen völlig neue Körperformen, neue Organe, neue Strategien für Angriff und Verteidigung. Die Evolutionsbiologen streiten noch über die Ursache dieser erstaunlichen Welle von Neuerungen. Aber eine besonders überzeugende Hypothese des Zoologen Andrew Parker von der University of Oxford besagt, dass Licht der Auslöser war. Parker zufolge wurden damals die seichten Ozeane und die Atmosphäre durch plötzliche chemische Veränderungen viel lichtdurchlässiger. Zu jener Zeit gab es nur in den Meeren tierisches Leben, und sobald Sonnenlicht das Wasser durchdrang, wurde Sehkraft zum entscheidenden Evolutionsvorteil. Zugleich mit der rapiden Entwicklung von Augen entstanden auch entsprechend angepasste Verhaltensformen und weitere körperliche Besonderheiten.

Während zuvor alle Wahrnehmungen nur die nächste Nähe erfassten – durch direkten Kontakt oder durch Gespür für chemische Konzentrationsänderungen oder Druckwellen –, konnten Tiere nun auch entfernte Objekte identifizieren und verfolgen. Raubtiere schwammen gezielt auf ihre Beute zu; diese konnte sehen, dass sich Feinde näherten, und die Flucht ergreifen. Fortbewegung verläuft langsam und unsicher, solange sie nicht von Augen geleitet wird, und Augen sind nutzlos, wenn man sich nicht bewegen kann. Darum entwickelten sich Wahrnehmung und Bewegung parallel. Diese Koevolution war ein Hauptgrund für die Entstehung der heutigen Artenvielfalt.

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Regierungsaufgabe Israel: Entsorgung der Palästinenser

Bild:  phhesse/flickr

Bild: phhesse/flickr

Die neue stellvertretende israelische Außenministerin ist ehrlich und verkündet eine „Grundwahrheit“ über die Zwei-Staaten-Lösung. Die Palästinenser sehen sich in ihren Befürchtungen bestätigt.


Frankfurter Allgemeine

Israels neue stellvertretende Außenministerin Zipi Chotoveli hat sich von der Idee einer Zwei-Staaten-Lösung in Nahost distanziert. „Wir müssen zu der Grundwahrheit unseres Rechts auf das Land zurückkehren“, sagte sie am Donnerstag nach Angaben der Nachrichtenseite „ynet“. „Dieses Land gehört uns. Das ganze Land.“ Israel müsse sich dafür nicht entschuldigen. Israel besiedelt seit Jahrzehnten das palästinensische Westjordanland und durchkreuzt damit zunehmend Pläne der Palästinenser für einen eigenen Staat.

Am Mittwoch hatte Chotoveli von der konservativen Likud-Partei bei einem Treffen mit der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini noch bekräftigt, Israel wolle neue Friedensverhandlungen. Jedoch ist sie für die Annektierung des Westjordanlands. Dort lebende Palästinenser sollten Israelis werden. Diese aber fordern ihren eigenen Staat.

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This rich Texas jackass murdered a black rhino and now he thinks he’s the fucking saint of conservation

Corey Knowlton – Facebook

Knowlton — the son of Texas oil executive Lary Knowlton (that would be this cartoon of a man here)– is the one who dropped a cool $350,000 at an auction last year so he could kill a rare and endangered black rhino. Why did he want to kill a rhino? Because he’s an asshole like his dad who has enough money to be able to travel around the world and practice the manly art of serial animal killing for fun.


TBOGG|Raw Story

Take a brief perusal of his Facebook photos and you will see Corey showing off a sampling of his kills in his wonderfully appointed trophy room (below) that is a subtle reminder that all of the money in the world — to say nothing of artfully-placed indirect lighting — can’t create the illusion of good taste.

Facebook- Corey Knowlton Tacky Collection

Despite attempts since last year to stop the hunt for the black rhino, the hunt went forward, the rhino was killed, and CNN was there to document it with the kind of breathless spin that most Texas families pay big bucks for when their entitled children make asses of themselves.

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Surprise: BP’s Record-Breaking Oil Spill Decimated Dolphins

A dolphin that died off the Louisiana coast in 2012. Image: Louisiana Department of Wildlife and Fisheries

A dolphin that died off the Louisiana coast in 2012. Image: Louisiana Department of Wildlife and Fisheries

Dolphins have been dying off at unprecedented rates in the Gulf of Mexico over the last five years, and a new study helps confirm what researchers suspected: the 2010 Deepwater Horizon oil spill is to blame.


By Kari Paul|MOTHERBOARD

After the 2010 disaster, which was the largest marine-based oil spill in US history, scientists documented the highest number of dead bottlenose dolphin strandings on record in the northern Gulf of Mexico, with more than 1,300 washed ashore as of May 2015.

Scientists have been investigating the unusual mortality event over the last five years to see if it can be tied to the spill. Previous research showed dolphins in heavily affected areas showed signs of adrenal and lung disease, and the most recent study, published today in PLoS One, found exposure to oil was the most significant cause for these diseases and death.

“There is no feasible alternative that could reasonably explain the timing, location, and nature of the increase in deaths,” Dr. Stephanie Venn-Watson, veterinary epidemiologist at the National Marine Mammal Foundation and the study’s lead author, said of the oil spill.

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Blutspendentherapie: Anti-Aging durch junges Blut funktioniert anders als gedacht

Themenbild. wikimedia.org/CC-BY-3.0

Die Spende von jungem Blut hilft offenbar dem älteren Körper – und Pharmafirmen möchten unbedingt wissen, warum. Wie sich zeigt, sind die Zusammenhänge allerdings ziemlich verwickelt.


Von Jan Osterkamp|Spektrum.de

Seit einiger Zeit hatten Forscher gehofft, das Blut von jungen Spendern könnte für den Körper von Älteren eine Art Jungbrunnen sein: Zumindest hatten Studien gezeigt, dass Blutkonserven von kräftigen und gesunden Jungmäusen die Muskeln von gebrechlichen Artgenossen stärken können. Diese Vermutung hatte auch schon Experimente befördert, bei denen zum Beispiel der Einfluss von jungem Blut auf den Fortschritt von Alzheimersymptomen bei Älteren untersucht wurde, um vielleicht ein Medikament entwickeln zu können, das ähnlich arbeitet. Dabei waren die Forscher auf ein bestimmtes Blutprotein namens GDF11 gestoßen, das die Ursache des Jungbrunneneffekts sein könnte und Hoffnung auf eine einfache und kräftigende Blutspendentherapie für Senioren machte. Diese Hoffnung scheint nun allerdings ganz zu platzen, denn eine neue Studie zeigt, dass das hoffnungsvolle Protein tatsächlich sogar das Gegenteil des Gewünschten bewirkt.

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