Archiv der Kategorie: Ökonomie

China: 5.000 Jahre alte Bierbrau-Werkstatt entdeckt

Bier ist keine europäische ERfindung: Auch die Chinesen brauten schon vor rund 5.000 Jahren den Gerstensaft. © Givaga/ thinkstock
Steinzeitliche Braukunst: Schon vor rund 5.000 Jahren beherrschten die Chinesen die Kunst des Bierbrauens. Das belegen Funde von Brau-Utensilien und Maische-Rückstände bei Ausgrabungen in Nordchina. Überraschend dabei: Die chinesischen Braumeister nutzten nicht nur komplexe Brauverfahren, sie verwendeten für ihre Rezepte auch ungewöhnliche Zutaten wie Wurzeln und ein asiatisches Süßgras.
 

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Die Herstellung alkoholischer Getränke durch Fermentation hat eine lange Tradition: Schon vor gut 4.000 Jahren tranken die Sumerer einen vergorenen Getreidesaft, im Süden Ägyptens wurde vor rund 2.000 Jahren Bier als Medizin gegen Infekte konsumiert und die Gallier sind für ihre Liebe zum Gerstensaft berühmt.

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Sachsens Linke wollen Kirche und Staat endgültig trennen

Bild: Die Linke/Landesverband Rheinland-Pfalz
Bild: Die Linke/Landesverband Rheinland-Pfalz
80 Prozent der Sachsen sind konfessionslos, trotzdem fördert die Regierung des Freistaats den Kirchentag in Leipzig mit Millionenzuschüssen. Die Linke fordert jetzt mehr Laizismus – das gefällt nicht jedem, auch nicht in der eigenen Partei.

Von Stefan Locke | Frankfurter Allgemeine

Der Dresdner Linken-Landtagsabgeordnete André Schollbach ist ein bisweilen spitzfindiger Jurist, der die Öffentlichkeit sucht. Am vergangenen Donnerstag verkündete er in Dresden mal wieder eine „Ungeheuerlichkeit“: Seit 1993 habe Sachsen 580 Millionen Euro Steuergeld an die Kirchen überwiesen. In akribischer Frage- und Rechenarbeit hat Schollbach pauschale Leistungen, Geld für Religionsunterricht, für Seelsorge bei Polizei und im Justizvollzug sowie für kirchliche Jugendarbeit und Kulturdenkmale bis hin zum „geldwerten Vorteil“ kostenloser Sendezeit im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ermittelt und aufgelistet. „Die öffentlichen Kassen“, so sein Urteil, „werden systematisch für kirchliche Zwecke angezapft.“ Das müsse „dringend revidiert“ werden, damit die im Grundgesetz garantierte Trennung von Staat und Kirche nicht länger ausgehöhlt werde.

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Zentralkomitee der deutschen Katholiken hält AfD für religionsfeindlich

zdkBeim 100. Deutschen Katholikentag wollen die Veranstalter der AfD kein Podium geben. ZdK-Präsident Sternberg verteidigt diese Haltung. Seiner Ansicht nach greift die Partei nicht nur den Islam, sondern auch das Christentum an.

evangelisch.de

Die religionspolitische Programmatik der AfD greift nach Ansicht des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) auch die Christen im Land an. Durch die entsprechenden Stellen im Grundsatzprogramm der Partei fühlten sich die Katholiken „ebenso bedroht“ wie islamische Glaubensgemeinschaften, sagte ZdK-Präsident Thomas Sternberg am Dienstag vor der Vollversammlung der Laienorganisation in Leipzig. Die AfD lege die „Axt an die Wurzel“ einer religionsfreundlichen Ordnung.

So lehne die AfD etwa das Tragen des Kopftuches aus religiösen Gründen ab. Die gleichen Ansichten könnten zum Beispiel auch bei einem Ordensgewand vorgebracht werden, warnte Sternberg. Wer zudem den islamischen Religionsunterricht ablehne, entziehe auch dem christlichen seine Legitimationsbasis. Auch sehe er die „Stellung in der Öffentlichkeit als Christen“ bedroht, „wenn man Muslime in dieser Art und Weise auszugrenzen versucht“, sagte der ZdK-Präsident.

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Bob Dylan: „Na ja, ich bin ein wahrer Gläubiger“

Bob Dylan auf dem Azkena Rock Festival, 26. Juni 2010. Bild. wikimedia.org/CC BY 2.0

Einer der größten Musiker der Gegenwart wird 75. Seit über 50 Jahren prägt er die Musik. Unzählige Künstler haben seine Lieder gespielt und sich von ihm inspirieren lassen. Auch Religion spielt für Bob Dylan eine Rolle – als Motiv und Thema seiner Werke, und bisweilen auch als Motiv seines Lebens.

Von Felix Neumann | katholisch.de

Geboren wird Bob Dylan als Robert Allen Zimmerman in Duluth/Minnesota in eine jüdischen Familie – Nachfahren jüdischer Immigranten aus Odessa. Sehr religiös war er allerdings nicht, wichtiger war die Musik. Unter dem neuen Namen Bob Dylan in New York feiert er nur ein Fest, Weihnachten, sagt seine damalige Freundin Suze Rotolo über ihn.

Religiöse Motive sind für sein Werk trotzdem wichtig – als eine von vielen Quellen des anspielungsreichen Gewebes seiner Motive neben dem Stoff des „Great American Songbooks“, jener Sammlung der goldenen Ära der frühen amerikanischen populären Musik, neben der Literatur und neben der Mythologie. Gospel, Blues und Folk prägten den frühen Dylan, sein Debutalbum schließt mit „See That My Grave Is Kept Clean“ von Blind Lemon Jefferson, der in den 20ern aus dem Gospel den Texas Blues entwickelte. Das Album endet mit den Worten „Well my heart stopped beating and my hands turned cold / Now I believe what the Bible told.“ („Mein Herz hat aufgehört zu schlagen, meine Hände sind kalt / Jetzt glaube ich, was in der Bibel steht.“)

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Klima: Auch der April auf Rekordniveau

Foto: AFP Korallenbleiche wird vor allem durch Hitzestress verursacht. Die Temperaturen am größten Korallenriff der Welt sind in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen
Foto: AFP Korallenbleiche wird vor allem durch Hitzestress verursacht. Die Temperaturen am größten Korallenriff der Welt sind in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen
Wenn es so weitergeht, wird 2016 erneut einen Wärmerkord aufstellen

Von Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

Der April ist im globalen Mittel erneut einer der wärmsten je gemessenen Monat seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen, wie die Daten des Goddard Institute for Space Studies der NASA (GISS) zeigen. Demnach lag der Monat um 1,11 Grad Celsius über dem April-Durchschnitt der Jahre 1951 bis 1980. Die GISS-Wissenschaftler stellen das fest, in dem sie den Mittelwert der sogenannten Temperaturanomalien messen. Das sind die lokalen Abweichungen vom jeweiligen Mittelwert für eine bestimmte für alle Stationen geltende Referenzperiode. Das GISS nimmt dafür die Jahre 1951 bis 1980.

Mit Anomalien zu rechnen, hat unter anderem den Vorteil, dass diese über erheblich größere Entfernungen repräsentativ sind als Schwankungen in der absoluten Temperatur, die leicht durch eher lokale Effekte beeinflusst wird.

Am GISS werden außerdem die Stationsdaten daraufhin überprüft, ob sie in der Nähe von Städten liegen. Solche Daten zeigen oft einen Trend, der die sogenannte urbane Erwärmung widerspiegelt, das heißt, eine langsame Zunahme der Temperatur als Folge des Wachstums der Städte, die in die Nachbarschaft der Messstationen vorrücken und für ein wärmeres Mikroklima sorgen. Entsprechende Datensätze werden von der Analyse der globalen Temperatur ausgeschlossen.

Wie dem auch sei, der vergangene April war der siebte Monat in Folge, in dem die Anomalie über einem Grad Celsius lag. Oder in anderen Worten: Ginge es in den nächsten Monaten so weiter, würde 2016 bereits über ein Grad wärmer als die Jahrzehnte zwischen 1951 und 1980 sein. Mit 1,33 Grad Celsius hatte der Februar 2016 die bisher höchste beobachtete Anomalie.

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Angst vor Trump – ein neues Syndrom plagt Amerika

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Was, wenn der republikanische Kandidat tatsächlich Präsident wird? Und sein Programm durchzieht? Unmöglich, sagen Sie? Wer weiß? Schon als Kandidat hat er es geschafft, immensen Schaden anzurichten.

Von Hannes Stein | DIE WELT

Seit diesem Jahr kennt die amerikanische Psychiatrie eine neue Krankheit, das „Trump Anxiety Syndrome“. Hunderte Patienten – vor allem viele Juden – leiden unter dieser Angststörung: Ihr Gefühlsleben ist beeinträchtigt, ihr Schlaf ist gestört, weil sie allen Ernstes befürchten, dass Donald Trump an die Macht kommt.

Ich gestehe, dass auch ich von dieser Angststörung betroffen bin. Anders als viele amerikanische Kommentatoren, anders auch als manche deutsche Kollegen habe ich Trump nie für eine Witzfigur gehalten. Vielleicht ist meine Herkunft daran schuld.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich als Kind Altgriechisch gelernt habe. Auf dem Gymnasium mussten wir Plato im Original lesen – etwa jene berühmte Stelle aus „Der Staat“, in der Plato schildert, wie eine Tyrannei entsteht.

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Creators of Siri Reveal First Public Demo of AI Assistant Viv

Photo Credit: Corey Ward
It is no secret that we live in the Information Age, whereby informational technologies take precedence. One of those informational technologies is Artificial Intelligence (AI).

By B.J. Murphy | SERIOUS WONDER

Growing at an exponential rate, in just a few short years we went from AI knowing when to block our sword attacks on an MMORPG to AI capable of defeating us humans at Jeopardy! and Chinese Go.

When it comes to AI assistants, a battle has been waged between different companies, with assistants like Siri, Cortana, and Alexa at the forefront of the battle. And now a new potential competitor enters the arena.

“Viv is an artificial intelligence platform that enables developers to distribute their products through an intelligent, conversational interface. It’s the simplest way for the world to interact with devices, services and things everywhere. Viv is taught by the world, knows more than it is taught, and learns every day.”

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Erdogan und die Union der katholisch-christlichen Völker(EU)

erdoganZur Person: Recep Tayyip Erdoğan ist ein Mann von ganz unten. „Er ist einer von ihnen. Er spricht ihre Sprache.“ Er hat sich durch Fleiß und Ehrgeiz hochgearbeitet. Er hat es den elitären Reichen gezeigt. Er bietet einfache Lösungen für ihre Probleme an. Er verspricht, dass sie etwas vom großen Kuchen abbekommen. Dass sie, wenn sie ihm folgen und loyale Türken sind, ein gutes Leben haben werden. Dass er sie als Vaterfigur gegen „Feinde“ im Innern und Außen beschützt. Er, der Mann aus dem Volk, wird den Kampf gegen die „Feinde der Türkei“ für sie aufnehmen. Das kommt an. Vor allem in Zeiten, wo die Geschäfte schlecht stehen.

Von Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Heute lebt er in seinem illegal gebauten Präsidentenpalast mit über 1000 Zimmern. Der Palast in Ankara ist sechsmal so groß wie das Weiße Haus. Möglich wurde dies durch einen Personenkult, den es seit dem Republikgründer Atatürk nicht mehr gegeben hat.

Im Herder-Verlag erschien im April eine detaillierte Biografie s von Cigdem Akyol, die für deutsche Leser interessante neue Details liefert. Erdoğan wächst im Istanbuler Armenviertel Kasimpascha als Sohn eines Istanbuler Hafenarbeiters aus Rize an der Schwarzmeerküste auf. Die Familie stammt ursprünglich aus Georgien.

Der 1954 Geborene hat drei Brüder und eine Schwester. Die Kinder werden muslimisch fromm und autoritär erzogen. Als Kind verdient Erdoğan als Straßenverkäufer von Sesamkringeln für die Familie hinzu. Nach der Grundschule besucht er die weiterführende religiöse Imam-Hatip-Oberschule in Istanbul.

Er war ein ehrgeiziger Schüler, wollte nach oben kommen. Und er war ein Einzelgänger. Außer Fußball mit Seinesgleichen gab es nichts, wofür sich der junge Erdogan interessierte. Er lebte die ihm vorgelebte Tradition und fand die modernen Einflüsse in der Metropole gottlos.

Erste politische Station: die Refah Partei Erbakans

Von 1973 – 1980 absolvierte er ein wirtschafts- und politikwissenschaftliches Studium an der Marmara-Universität. Als Jugendlicher engagierte sich der strenggläubige Muslim, der an seiner Oberschule Kontakt zu religiösen Kreisen geknüpft hatte, in der Jugendorganisation der Nationalen Heilspartei (MSP) von Necmettın Erbakan. In dieser islamischen Partei war er als Funktionär aktiv.

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Washington will neue nukleare Cruise Missiles bauen

AGM-86 ALMC (air launched cruise missile), ein Marschflugkörper, der mit einem Nuklearsprengkopf von B-52-Bombern abgeschossen werden kann. Bild: DoD
AGM-86 ALMC (air launched cruise missile), ein Marschflugkörper, der mit einem Nuklearsprengkopf von B-52-Bombern abgeschossen werden kann. Bild: DoD
Politisch ist es längst beschlossene Sache: Die USA modernisieren ihre Atomwaffen (Zurück im Kalten Krieg und im atomaren Wettrüsten). Zwar hatte Barack Obama 2009 die Vision einer Welt ohne Atomwaffen ausgerufen. Doch dann musste er den Republikanern im amerikanischen Kongress entgegenkommen, damit sie dem New-Start-Abrüstungsabkommen mit Russland zustimmen.

Von Dirk Eckert | TELEPOLIS

Und die setzten höhere Rüstungsausgaben durch: Sämtliche Atomsprengköpfe und ihre Trägersysteme sollen nun schrittweise durch neue ersetzt werden. Entsprechend beantragte Obama für den Haushalt 2017 Milliarden Dollar für neue Interkontinentalraketen, neue Flugzeuge und U-Boote. Und auch 95,6 Millionen Dollar für die Entwicklung eines neuen, nuklear bestückbaren Marschflugkörpers.

Doch kaum ist die Modernisierung angelaufen, da kommen erste Zweifel. Die Kosten für die Neuentwicklung des neuen Marschflugkörpers (Long Range Stand-Off Weapon – LRSO) werden mit 10 bis 20 Milliarden Dollar in 30 Jahren beziffert. Die Organisation Ploughshares Fund kommt in einer neuen Studie zu dem Ergebnis, dass der neue Marschflugkörper strategisch unnötig und extrem teuer ist und außerdem nicht mehr, sondern weniger Sicherheit bringt.

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Flüchtlinge in Türkei: „Natürlich wird auf uns geschossen“

Themenbild: Soldaten an der türkisch-syrischen Grenze / Bild: Reuers (Osman Orsal)
Immer wieder berichten Menschenrechtsorganisationen davon, dass Flüchtlingen an der türkisch-syrischen Grenze der Tod droht.

Die Presse.com

„Natürlich wird auf uns geschossen“, sagt Ala Hooms. Die Syrerin ist im Jänner aus dem syrischen Raqqa in die südosttürkische Provinz Gaziantep geflüchtet – nachts. „Mein Mann und ich haben nur überlebt, weil die Dunkelheit uns geschützt hat“, schildert die 27-jährige Lehrerin. „Doch andere Flüchtlinge wurden von türkischen Grenzbeamten aus der Ferne erschossen“, sagt sie mit fester Stimme.

Überprüfen lassen sich die Aussagen der Frau nicht, die bei Verwandten in Gaziantep untergekommen ist, und darüber nachdenkt, wie ihr Leben weitergehen könnte. Doch immer wieder berichten Menschenrechtsorganisationen davon, dass Flüchtlingen an der türkisch-syrischen Grenze der Tod droht.

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Boris Johnson vergleicht EU mit Hitler

Boris Johnson (2006) Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 2.0
  • In einem Interview wirft Londons Ex-Bürgermeister Johnson der EU vor, einen mächtigen Superstaat schaffen zu wollen.
  • Dies erinnere ihn an die Ziele Hitlers und Napoleons. Johnson, ein Brexit-Befürworter, wirft der EU Versagen vor.

Süddeutsche.de

Der britische EU-Kritiker Boris Johnson hat der Europäischen Union vorgeworfen, einen europäischen Superstaat anzustreben und denselben Weg wie Adolf Hitler und Napoleon zu verfolgen.

Johnson, der die Kampagne für einen Austritt Großbritanniens aus der EU, den sogenannten Brexit, anführt, warf der EU im Sunday Telegraph einen Mangel an Demokratie vor. Sie sei zum Scheitern verurteilt, sagte der frühere Bürgermeister von London. „Napoleon, Hitler, diverse Leute haben das versucht, und es endet tragisch“.

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EU-Parlament verschärft Ton gegenüber Erdogan

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EVP-Fraktionschef Weber stellt den privilegierten Zugang der Türkei zum EU-Binnenmarkt in Frage: „Nicht selbstverständlich“

derStandard.at

Das EU-Parlament wehrt sich gegen Drohungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, wegen des Streits über die Visa-Freiheit den Flüchtlingspakt aufzukündigen. So stellte Manfred Weber, Chef der konservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament, den privilegierten Zugang der Türkei zum EU-Binnenmarkt und schon existierende Visa-Erleichterungen für türkische Geschäftsleute infrage.

„Das ist nicht selbstverständlich“, zitiert das Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ am Samstag den deutschen Christdemokraten, einen Parteikollegen von Kanzlerin Angela Merkel. „Wenn Präsident Erdogan weiter droht und uns mit Vorwürfen überhäuft, dann kommen wir in eine Sackgasse“, sagte Weber. „Europa ist nicht von der Türkei abhängig.“

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Das Sykes-Picot-Abkommen: Eine verhängnisvolle Linie

Das gespaltene Land. In Iraks Hauptstadt Bagdad haben vor kurzem Tausende Schiiten gegen Korruption und Vetternwirtschaft der…Foto: Ali Abbas/dpa
Vor 100 Jahren teilten Paris und London den Nahen Osten in Einflusszonen auf. Doch die Konflikte in Syrien und Irak zeigen: Die Ordnung von einst löst sich auf.

Von Christian Böhme | DER TAGESSPIEGEL

Die Geschichte des modernen Nahen Ostens beginnt mit Verrat, kolonialer Willkür und einigen Federstrichen. Vor 100 Jahren, am 16. Mai 1916, unterzeichnen die Regierungen in Paris und London eine geheime Vereinbarung, mit der die damaligen Großmächte die arabische Welt unter sich aufteilten.

Grenzen, mit dem Lineal gezogen

Auf das Abkommen hatten sich der britische Politiker Mark Sykes und der französische Diplomat François Georges-Picot verständigt. Es sah vor, nach dem erwarteten Zusammenbruch des Osmanischen Reiches dem Nahen Osten sowohl eine neue strukturierende Ordnung zu geben als auch den beiden europäischen Ländern möglichst viel Einfluss in der Region zu sichern. So wurden Mandate ausgerufen, mit dem Lineal schnurgerade Grenzen in den Wüstensand gezogen, Staaten gegründet – willkürlich und allein auf Grundlage eigener Interessen. Die Briten sicherten sich dabei den Raum um den Irak, Jordanien und Palästina; Frankreich sollte fortan das heutige Syrien und den Libanon kontrollieren.

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Trump macht Klimawandel-Skeptiker zum Energieberater

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Kevin Cramer sieht Gefahren eher in Überregulierung, zu hohen Steuern und ausländischer Kontrolle über US-Energieanlagen

derStandard.at

Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump zieht einen bekannten Klimawandel-Skeptiker und Fracking-Befürworter als Energieberater hinzu.

Der Kongressabgeordnete Kevin Cramer aus North Dakota sagte der Nachrichtenagentur Reuters, er werde für seinen Parteifreund ein Weißbuch zu dem Thema erstellen. Darin werde er auf die Gefahren der Überregulierung, zu hoher Steuern und ausländischer Kontrolle über US-Energie-Anlagen eingehen.

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Ex-Rockerbräute und japanische «Meister»: Das übersinnliche Geschwurbel im Basler Psi-Verein

Brigitte Balzarini und Steve Lee am Zürcher Filmfestival 2009. Bild: KEYSTONE
Sie haben eine esoterische Metamorphose vollzogen und angeblich übersinnliche Kräfte: «Spirituelle Meister» wie Brigitte Balzarini, Partnerin des Gotthard-Sängers Steve Lee, oder Michael J. Tamura. Sie alle treffen sich im Basler Psi-Verein.

Von Hugo Stamm | watson.ch

Basel ist die Hauptstadt der Esoterik. Dieses unrühmliche Prädikat beanspruchen die Bebbi seit Jahrzehnten. Genau: seit 1967. Also eine halbe Ewigkeit. Und nichts deutet darauf hin, dass Basel die Spitzenposition abgeben wird.

Fahnenträger ist der Psi-Verein, ein Basler Urgestein. Früher gehörte Basel sogar zur europäischen Spitze. Denn jahrelang organisierten die spirituellen Überflieger die Basler Psi-Tage, die wohl grösste europäische Messe für übersinnliche Wunder und spirituellen Plunder.

Volles Wochenprogramm beim Psi-Verein

Die Psi-Tage gibt es nicht mehr, das wöchentliche Programm ist aber weiterhin voll befrachtet. Ein Blick ins aktuelle Geschehen zeigt die Stossrichtung der Veranstaltungen.

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Klimaforscher Latif: „Den Herrschenden geht es nur um ihren Vorteil“

Die großen Konzerne fühlen sich für das Gemeinwohl nicht mehr verantwortlich, beklagt Klimaforscher Mojib Latif. Foto: Picture Alliance/Sven Simon
Der renommierte Klimaforscher Mojib Latif gehört zu den angesehensten Experten des derzeit in Wien laufenden Kapitalismustribunals. Mit dem Greenpeace Magazin sprach er über die Macht der Wenigen, die sich auf Kosten der Natur bereichern – und die Unfähigkeit der Politik, Regeln zu setzen.

Kristian Lüders | greenpeace magazine

Warum unterstützen Sie das Kapitalismustribunal?

Weil es Kunst ist. Und die muss provozieren und innovativ sein. Ich denke es ist gut, den Kapitalismus zu hinterfragen. Das Tribunal deckt die Schwächen und Stärken des Wirtschaftsystems auf.

Eine zentrale Frage des Kapitalismustribunals lautet:  Was darf in einer Ökonomie der Zukunft nicht mehr geschehen?  Wie lautet Ihre Antwort?

Bei uns steht schon im Grundgesetz: Eigentum verpflichtet. Der Leitgedanke einer Wirtschaftsordnung sollte sein, dass man tatsächlich Verantwortung übernimmt für seine Mitmenschen. Eigentlich ganz einfach. Nur leider ist es im Moment im Kapitalismus so, dass viele dieses Gemeinwohl überhaupt nicht mehr im Blick haben. Nehmen Sie große internationale Konzerne wie Starbuck’s, die zusehen, dass sie keine Steuern zahlen. Die fühlen sich für das Gemeinwohl einfach nicht mehr verantwortlich. Und das ist der Kern des Problems, um den es gehen muss!

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Pfizer untersagt Nutzung seiner Substanzen für Hinrichtungen

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  • Pfizer verspricht, die Nutzung von sieben seiner Produkte bei Hinrichtungen in den USA zu verhindern.
  • Damit folgt der US-Konzern 24 anderen Herstellern.
  • Wegen des Boykotts sind US-Gefängnisse von der Versorgung mit zugelassenen Substanzen für den „Giftspritzen-Cocktail“ abgeschnitten.
  • Bundesstaaten wie Texas haben bereits dubiose Alternativen entwickelt.

Von Johannes Kuhn | Süddeutsche.de

Langsam, sehr langsam stirbt die Todesstrafe in den USA – und jetzt leistet auch Pfizer Beihilfe. Der Pharmakonzern hat angekündigt, künftig dafür zu sorgen, dass keines seiner Produkte mehr für die staatliche Tötung durch Injektionen verwendet wird.

Laut der Anti-Hinrichtungs-Organisation Reprieve blockieren damit alle 25 Pharmafirmen, deren Substanzen in den USA zur staatlichen Tötung verwendet werden, den Verkauf zu diesem Zweck. Damit ist kein von der US-Gesundheitsbehörde Federal Drug Administration (FDA) zugelassenes Mittel mehr auf dem Markt erhältlich, um Hinrichtungen durchzuführen. Vor Pfizer hatten bereits zahlreiche andere Pharmakonzerne Verkaufsstopps verkündet, die EU verhängte 2011 ein Exportverbot.

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Technik und Theologie: Gott ist online

Ein Kirchenfenster im Petersdom mit der Darstellung des Heiligen Geistes in Form einer Taube. (Foto: dpa)

„Man kann nicht elektrisches Licht und Radioapparat benutzen, in Krankheitsfällen moderne medizinische und klinische Mittel in Anspruch nehmen und gleichzeitig an die Geister- und Wunderwelt des Neuen Testaments glauben. Und wer meint, es für seine Person tun zu können, muß sich klar machen, dass er, wenn er das für die Haltung des christlichen Glaubens erklärt, damit die christliche Verkündigung in der Gegenwart unverständlich und unmöglich macht.“

(Rudolf Bultmann)

Technologie und Theologie schließen sich aus? Das Gegenteil ist der Fall. Überlegungen zu einem digitalen Pfingstwunder.

Von Johan Schloemann | Süddeutsche.de

Ist das jetzt das Pfingstwunder der globalen Verständigung? Wenn die ersten Smartphone-Hersteller eine Sättigung am Markt erreicht haben, also bald jeder eines hat? Wenn, wie jetzt auch in Deutschland, überall die letzten Hürden fallen für ein freies Wlan für alle Menschen und alle Dinge? Die unendliche Kommunikation erfasst die universale Netzgemeinde wie eine Zungenrede, wie ein Brausen, ein mal lautes, oft aber auch eher stilles, unsichtbares Brausen. Und nein, die Leute sind gar nicht betrunken, wie der Apostel Petrus zu Pfingsten versicherte – sie erfüllen nur eine alte Prophetie: „Ich will ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch.“

Digitalisierung und Erweckung sind immer schon eng verwandt. Das geht über einschlägig religiöse Zonen im Internet weit hinaus – also etwa Koran- oder Bibel-Apps, virtuelle Friedhöfe, „Chat-Andachten“, twitternde Päpste und Ähnliches mehr. Der ganze kalifornische Digitalkapitalismus, der nunmehr vielen gnadenlos erscheint, ist aus Erlösungshoffnungen der Hippiebewegung und der New-Age-Spiritualität hervorgegangen. Der kultische Charakter von Apple-Store-Eröffnungen entgeht inzwischen niemandem.

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Sterbehilfe-Weltkonferenz Das schwere Ringen um den sanften Tod

Ist die Entscheidung zu Sterbehilfe ein Selbstbestimmungsrecht des Menschen? © Oliver Berg/DPA
Für einige ist Sterbehilfe eine Schreckensvision – für andere das freie Recht des Menschen über seinen Körper bestimmen zu können. Auf einer Konferenz in Amsterdam zeigt sich: Das Thema sorgt weltweit für Zündstoff.

stern.de

Sue Carter will sterben. Die Kanadierin leidet an der Muskelkrankheit ALS. Immer mehr Körperfunktionen fallen aus, Sue leidet. Ihr Arzt darf ihr Leben aber nicht beenden, in Kanada ist Sterbehilfe verboten. 1992 zieht Sue vor Gericht und verliert. Zwei Jahre später stirbt sie – mit der Hilfe eines anonymen Arztes.

Das Schicksal von Sue Carter setzte in Kanada eine Debatte in Gang, die nicht mehr zu stoppen war, berichtete Julie Besner vom kanadischen Justizministerium bei der Weltkonferenz zur Sterbehilfe „Euthanasia“, die an diesem Samstag in Amsterdam zu Ende geht. Jetzt, fast ein Vierteljahrhundert nach dem Prozess, legte die Regierung einen Gesetzentwurf zur ärztlichen Sterbehilfe vor. „Es war ein langer Weg“, sagte die Juristin.

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Uni erforscht Zusammenhang von Bildung und Religion

jesus_guillotineBraucht Religion Bildung oder Bildung Religion? Dieser Frage wollen Wissenschaftler der Universität Göttingen in einem Sonderforschungsbereich auf den Grund gehen.

Frankfurter Rundschau

Mit dem Zusammenhang von Bildung und Religion beschäftigt sich ein neuer Sonderforschungsbereich an der Universität Göttingen. Er wird am 26. und 27. Mai mit einer Feierstunde und einem wissenschaftlichen Symposium offiziell eröffnet, wie die Hochschule am Donnerstag mitteilte. An den Vorhaben sind Forscherinnen und Forscher der Theologischen und der Philosophischen Fakultät beteiligt.

Sie beschäftigen sich unter anderem mit der Frage, ob Religion Bildung und ob Bildung Religion braucht. Der Forschungsbereich werde das Verhältnis zwischen Bildung und Religion im Geflecht griechisch-römischer, jüdischer, christlicher und islamischer Kulturen des antiken und mittelalterlichen Mittelmeerraums sowie in der Moderne untersuchen, hieß es.

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