Archiv der Kategorie: Ökonomie

Warum wir die Kirchen brauchen

Die Verdrängung des Religiösen ins rein Private ist weder liberal noch gemeinwohldienlich. Empirische Studien belegen die Bedeutung des Glaubens für die gesellschaftliche Integration


Von Andreas Püttmann|Cicero

passion-christi_kreuzigung_360In seinem Plädoyer „Nehmt den Kirchen ihre Privilegien“ nimmt Timo Stein die Forderung des Zentralrats der Muslime nach einer offiziellen politischen Vertretung in Berlin – vergleichbar denen von EKD und katholischer Bischofskonferenz – zum Anlass, Tabula rasa zu machen: Weg mit der ganzen „Verquickung von Staat und Religion“! Weg mit der von den Kirchen gesuchten „staatlichen Nähe und Alimentierung“! Weg mit der „Sonderrolle beim Arbeitsrecht“! Weg mit „steuerlichen Begünstigungen“, dem Recht, „Steuern zu erheben“ und der Mitwirkung der faktischen „Staatskirchen“ in „staatlichen Beiräten“. Mehr „Augenhöhe“ von Kirchen und Islamverbänden „auf einem möglichst niedrigen Niveau“, im Sinne einer „Gleichstellung nach unten“! Statt weiterer Verteilung des „Subventionskuchens“ bitte eine „Kuchenzurückholungsaktion ganz im Sinne des Grundgesetzes. Säkular und frei“! Das Brüllen des laizistischen Löwen kommt gut an: über 3000 Facebook-Likes!

weiterlesen

Bigott: Umstrittene Werbekampagne für ‘Traumbusen’

Evangelisches Krankenhaus stoppt Zusammenarbeit mit einer Agentur – Zuvor hatte der Hessische Rundfunk über die Werbekampagne berichtet.


kath.net

Bild: medical-partners.de

Wegen einer umstrittenen Werbung für Schönheitsoperationen hat das Evangelische Krankenhaus Mittelhessen in Gießen die Zusammenarbeit mit der Agentur „DS Deutscher Ärzte Service GmbH“ (Würzburg) beendet. Sie vermittelt unter anderem Frauen, die eine Brustvergrößerung vornehmen lassen wollen, an Kliniken und Arztpraxen. Die Agentur wirbt in Anzeigen mit der Überschrift „Traumbusen für 2.999 Euro“. Zugleich wird eine Ratenzahlung angeboten. Daneben ist eine junge Frau mit üppiger Oberweite im Bikini zu sehen. „Diese Form der Werbung entspricht nicht dem Stil unseres Hauses“, sagte der Leiter der Unternehmenskommunikation von Agaplesion, demLeiter der Unternehmenskommunikation von Agaplesion, (Frankfurt am Main), auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. „Da wir keinen Einfluss auf die Art der Werbung nehmen können, die der Deutsche Ärzte Service betreibt, haben wir die Zusammenarbeit mit ihm beendet.“ Zuvor hatte der Hessische Rundfunk über die Werbekampagne berichtet. Wie Drenger gegenüber idea weiter erläuterte, sind die Anzeigen inhaltlich zwar nicht falsch. Es falle jedoch „der sorglose Umgang mit einer Operation auf, die ja wie jeder Eingriff auch Risiken beinhaltet“.

weiterlesen

Nicht deutsch genug, um als Heimatvertriebene zu gelten

Eine Passage der Gauck-Rede zum Gedenktag für Flucht und Vertreibung sorgt für Diskussionen


Von Peter Nowak|TELEPOLIS

Am 20. Juni wurde erstmals ein Gedenktag für Flucht und Vertreibung bundesweit begangen. Spontan fällt einem kritischen Zeitgenossen ein, dass es ist natürlich sinnvoll ist, an die vielen Opfern der europäischen und speziell auch deutschen Flüchtlingspolitik zu erinnern.

Täglich erfahren wir, dass Geflüchtete im Mittelmeer ertrinken oder schon vorher auf den Transitwegen in Afrika ausgeraubt und ermordet werden. Wer es bis nach Deutschland schafft, ist vor Angriffen von Pegida-Deutschen der unterschiedlichen Couleur nicht sicher, wie sich in diesen Tagen im sächsischen Freital zeigte, wo schließlich zivilgesellschaftliche Initiativen verhinderten, dass sich Szenen, wie wir sie vor mehr als zwei Jahrzehnten in Hoyerswerda, Rostock etc. gesehen haben, wiederholten. Dort wurden Flüchtlingsheime unter dem Beifall von applaudierenden Wutbürgern attackiert und in Brand gesetzt.

Zu gedenken wäre auch den Opfern einer staatlichen Flüchtlingspolitik, die aus Angst vor Abschiebungen, oder weil sie Stigmatisierungen und Abschiebedrohungen nicht mehr aushielten, die Pulsadern aufschnitten, sich erhängten oder durch das Trinken von giftiger Chemikalien ihren Leben ein Ende setzten. Seit mehr als 20 Jahren liefert eine Arbeitsgruppe der Berliner Antirassistischen Initiative mit einer jährlich aktualisierten Dokumentation der tödlichen Folgen der bundesdeutschen Flüchtlingspolitik Nachweise für solche Verzweiflungstaten.

Dieser Aspekt kam auch bei den vom Zentrum für politische Schönheit initiierten Kampagne “Die Toten kommen” zu kurz. In vielen deutschen Städten sind Gräber ausgehoben worden, an denen den unbekannten Toten im Mittelmeer gedacht wird. Nicht überall sind die Gräber gleich wieder eingeebnet worden wie vor dem Bundestag.

weiterlesen

Ägypten und Deutschland: alternativloses “business as usual”?

Ein Rekordauftrag für die Firma Siemens und warum es sich die deutsche Regierung leisten könnte, die Machthaber deutlicher auf ihre Repressionspolitik anzusprechen


Von Martin Hoffmann|TELEPOLIS

Präsident al-Sisi, Bild: businessinsider.com/bearb.:BB
Präsident al-Sisi, Bild: businessinsider.com/bearb.:BB

Die Normalisierung der Beziehungen mit dem autoritären ägyptischen Regime unter Ex-General Al-Sisi ist nicht so alternativlos, wie sie in Deutschland bisweilen dargestellt wird. Die ägyptische Regierung kann sich nicht langfristig darauf verlassen, von den Golfstaaten finanziert zu werden. Sie ist letztendlich auch auf Investitionen und Know-How aus Deutschland und Europa angewiesen.

Rückblickend betrachtet war der Weg zum roten Teppich, der dem ägyptischen Staatspräsident Al-Sisi bei seinem Staatsbesuch in Berlin Anfang Juni ausgerollt wurde, ziemlich kurz. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel war bereits im März in Sharm-Al-Sheikh zu Besuch, wo die ägyptische Regierung durch eine Investorenkonferenz versuchte, das angeschlagene Image des Landes als Investitionsziel zu verbessern.

Im Mai folgte ihm Außenminister Frank-Walter Steinmeier, der in Kairo nicht nur Präsident Al-Sisi traf, sondern auch den Großscheich der traditionsreichen Al-Azhar-Universität, Ahmad al-Tayyib. Im Zentrum der Gespräche während des Staatsbesuchs soll vor allem die Terrorismusbekämpfung gestanden haben. Die Signale der Bundesregierung, die autoritäre ägyptische Regierung wie vor den arabischen Umstürzen wieder primär als Partner im Kampf gegen den Terrorismus und nicht als anti-demokratischen Dorn im Auge zu sehen, waren eindeutig.

Bis dato galt als deutsche Bedingung für einen möglichen Staatsbesuch Al-Sisis in Berlin jedoch noch das Abhalten von Parlamentswahlen, die ursprünglich für den März diesen Jahres angesetzt waren. Letztlich ließ die Bundesregierung auch diese Forderung fallen und rollte dem autoritär herrschenden Ex-General ohne Bedingungen den roten Teppich aus.

Wie kam es dazu? Manche Beobachter gehen davon aus, dass abgesehen von den klaren Koordinaten, die Al-Sisi angesichts des Chaos in der Region einer verunsicherten deutschen und europäischen Nahost-Politik anbieten kann, auch ein sehr handfestes Angebot von ägyptischer Seite den Ausschlag gab.

weiterlesen

The Underfunded, Disorganized Plan to Save Earth from the Next Giant Asteroid

Man looking out over the Barringer Crater just east of Flagstaff in Northern Arizona, which was created by a meteorite measuring only 50 meters in diameter. Image: Daniel Oberhaus
It is a cold January afternoon on the peak of Mt. Bigelow, an hour’s drive north from Tucson, and the wind burns my face as I watch the colors of the desert sunset bleed into the foothills of the Catalina mountains.


By Daniel Oberhaus|MOTHERBOARD

This is the home of the University of Arizona’s Catalina Sky Survey, a secluded astronomical observatory whose mission it is to discover and monitor Near Earth Objects (NEOs), comets and asteroids which pass within roughly 120 million miles of Earth’s orbit and therefore have the greatest potential to obliterate humanity.

I traveled here with Eric Christensen, a University of Arizona scientist and the principal investigator for the survey, who is letting me tag along to observe for an evening. Eric is 37, easy-going, and soft-spoken, with dark eyebrows accentuated by his shaved head. We unload groceries from his truck and haul them into the cramped combined kitchen-bedroom where he will be based for the next three nights while scanning the skies for NEOs—weather permitting, of course.

After he stores his groceries, Eric and I watch the sunset and the mass of thunderclouds amassing on the horizon. “It’s not looking good,” he says.

Arizona gets around 300 days of clear skies a year and as luck would have it I happened to pick one of the few stormy nights to participate in an activity that demands perfect visibility.

“The effects of an impact, even a comet or asteroid of a modest size, would be devastating.”

Eric’s phone rings; it’s his four-year-old daughter calling to say goodnight. He disappears into the observatory for a few minutes and then comes back outside. He takes another look at the sky as night descends, beckoning me indoors in the hope that we might be able to run some observations before our view is totally obscured by thunderheads.

For an outpost tasked with preventing mass extinction, the pace is certainly relaxed here at Catalina.

read more

“Die Sexualmoral muss sich ändern”

Die Homosexuellen-Ehe: Realität nun auch in den USA und in Irland. Warum gibt die katholische Kirche gleichgeschlechtlichen Partnerschaften nicht ihren Segen? Ein Interview mit dem Theologen Dr. Wunibald Müller.


Von Johannes Schröer|Domradio

Bild: bpb.de
Bild: bpb.de

domradio.de: Warum ist es uns in der katholischen Kirche nicht egal, ob ein Mensch hetero- oder homosexuell ist?

Dr. Wunibald Müller: Weil Homosexualität nach wie vor in unserer Gesellschaft tabuisiert wird, sie immer noch etwas Fremdes ist, wir die Last mittragen, dass Homosexualität noch in den 60er Jahren kriminalisiert und später pathologisiert wurde. Und manchmal auch, weil viele Menschen Angst haben, mit ihren eigenen homosexuellen Gefühlen in Berührung zu kommen, wenn sie das Thema zulassen. Und dann natürlich auch, weil viele innerhalb der Kirche davon ausgehen, dass die Homosexualität nicht der Schöpfungsordnung entspricht.

domradio.de: Die katholische Sexualmoral spricht von einer göttlichen Schöpfungsordnung, die auf heterosexueller Liebe aufbaut, weil nur so Fortpflanzung möglich ist. Ist das richtig? Sie sagen ja, dass die kirchliche Sexualmoral weiterentwickelt werden müsse…

Dr. Wunibald Müller: Dass die Fortpflanzung auf der heterosexuellen Liebe aufbaut, ist richtig, ob die Homosexualität damit der Schöpfungsordnung nicht entspricht, weiß ich nicht. Will die katholische Kirche, in dem, was sie zur gelebter Sexualität sagt, homosexuelle Menschen ansprechen, muss die Sexualmoral erweitert werden. Im Grunde genommen heißt es im Moment: Nur innerhalb der Ehe ist gelebte Sexualität moralisch gut. Es schließt also alle aus, die nicht innerhalb der Ehe ihre Sexualität leben. Und das betrifft natürlich auch die Homosexuellen.

Ich glaube, die Sexualmoral muss sich insofern ändern, dass man nicht mehr von der Heterosexualität als Norm ausgeht, sondern sagt: Es gibt das Potenzial der Sexualität und die Aufgabe der Kirche ist es, Menschen zu helfen, in ihrem Leben und in ihren Beziehungen dieses Potenzial der Sexualität so zu leben, dass es zu einer Bereicherung ihres Lebens beiträgt.

weiterlesen

Zusammenstöße bei Protest gegen Kirchenverkauf im Westjordanland

Israelische Sicherheitskräfte haben am Samstag eine palästinensische Demonstration gegen den Verkauf von Kircheneigentum an israelische Siedler unterbunden. Wie palästinensische Medien am Samstagabend berichteten, wurde der griechisch-orthodoxe Erzbischof Atallah Hanna dabei kurzzeitig festgenommen und in Jerusalem verhört. Bei Zusammenstößen zwischen israelischen Soldaten und Demonstranten wurden laut Bericht mehrere Demonstranten leicht verletzt.


kathweb

Bild:  phhesse/flickr
Bild: phhesse/flickr

Der Protest richtete sich den Angaben zufolge gegen israelische Baupläne. Die Demonstranten forderten den Schutz des Gebäudekomplexes zwischen Bethlehem und Hebron, der von einer Siedlerorganisation erworben wurde und zu Wohnungen für etwa 20 Familien umgebaut werden soll. Israels Verteidigungsminister Mosche Ya’alon genehmigte die Arbeiten unterdessen. Bei dem Kirchenkomplex handelt es sich um acht Gebäude des amerikanischen Missionars Thomas Lamby aus den 1950er Jahren, die unter anderem als Tuberkulosekrankenhaus und als presbyterianische Kirche sowie später als Hostel genutzt wurden.

weiterlesen

 

Warum Medien über den Terror berichten

Möchten gerne wissen, wo und wann genau Anschläge stattgefunden haben und ob mit weiteren zu rechnen ist – und zwar bevor die Behörden sie darüber informieren: Urlauber in Tunesien. (Foto: dpa)
Machen sich Journalisten zu Handlangern des internationalen Terrors, indem sie groß über die Anschläge berichten? Dieser Vorwurf fällt immer wieder – vor allem aber von Leuten, die jede Meldung begierig lesen.


Von Ruth Schneeberger|Süddeutsche.de

Terroristen brauchen Öffentlichkeit. Im stillen Kämmerlein Touristen, Journalisten, “Ungläubige” zu enthaupten oder zu erschießen, bringt kaum den gewünschten Effekt, der da lautet: weltweit Angst und Schrecken zu verbreiten, um die eigene Macht zu vergrößern und weitere Anhänger zu gewinnen. Ohne Berichterstattung kein – falscher – Ruhm, ohne ständige Liveticker zu jedem neuen Attentat wäre zumindest weniger Stilisierung zu Helden innerhalb der Terroristen-Szene möglich. Je mehr Berichterstattung über terroristische Anschläge stattfindet, desto mächtiger werden die Täter und Strippenzieher. Meinen sie.

weiterlesen

Dodo Hahne: Wo Christliches drauf steht, muss es auch drin sein

Peter Hahne forderte bei Ökumenischen Medientagen dazu auf, die Botschaft der Bibel mutiger und offensiver weiterzusagen. Der christlichen Publizistik gehe es umso besser, je mehr sie bei ihrer Sache bleibe.


kath.net

800px-Peter_Hahne1Ein Erfolgsrezept für christliche Publizisten ist: Wo Christliches drauf steht, muss es auch drin sein. Diese Ansicht vertrat der ZDF-Moderator Peter Hahne (Berlin) bei den 1. Ökumenischen Medientagen, die vom 24. bis 26. Juni in Berlin stattfinden. Veranstalter der Tagung unter dem Motto „Fürchtet euch nicht, christliche Medien haben Zukunft“ sind der Katholische Medienverband sowie die Vereinigung Evangelischer Buchhändler und Verleger. Hahne forderte dazu auf, die Botschaft der Bibel mutiger und offensiver weiterzusagen. Der christlichen Publizistik gehe es umso besser, je mehr sie bei ihrer Sache bleibe. Hahne verwies auf eine Aussage des Apostels Paulus: „Ich schäme mich des Evangeliums von Jesus Christus nicht, denn es ist eine Kraft Gottes“ (Römer 1,16). Die biblische Botschaft habe Sprengkraft. Nach seiner Erfahrung gingen fromme Veröffentlichungen „weg wie warme Semmeln“.

Die Redaktionsleiterin der Beilage „Christ und Welt“ in der Wochenzeitung „Die Zeit“, Christiane Florin (Bonn), sagte, christliche Journalisten und Verleger sollten aufregend, frei und experimentierfreudig sein. Auch Jesus sei weder konfliktscheu noch langweilig. Er sei auch kein Zensor gewesen und habe keine Angst vor Kritik gehabt. Entsprechend sollten auch christliche Journalisten und Verleger aufregend, frei und experimentierfreudig sein.

weiterlesen

Franz, der Papst der Endzeit

In seiner jüngsten Enzyklika zu Umweltfragen festigt Papst Franziskus sein Image als Apokalyptiker. Für Grautöne oder die Akzeptanz einer sozialen Marktwirtschaft ist in einer solchen Dramaturgie kein Platz.


Von Malte Lehming|DER TAGESPIEGEL

Bild bearb. BB
Bild bearb. BB

Vor rund 50 Jahren erschien ein Buch des italienischen Philosophen Umberto Eco mit dem Titel „Apokalyptiker und Integrierte“. Damit werden zwei extreme Pole einer Haltung beschrieben. Entweder der Mensch stellt sich außerhalb eines Phänomens und verwirft das Bestehende, oder er bildet ein Rädchen im Getriebe. Eco wollte zeigen, dass es einen dritten Weg gibt zwischen Revolution und Anpassung. Man könnte ihn als dynamischen Realismus bezeichnen: Die Dinge sind im Fluss, einiges entwickelt sich gut, anderes schlecht, Werte verändern sich, die Technik kann Freund und Feind des Menschen sein, Eigennutz, Lust und Streben nach Ruhm können die Welt bereichern oder ärmer machen. Je nachdem. Wahrscheinlich ist dies die Haltung der meisten Menschen in der westlichen Welt.

Die Apokalyptiker teilen sich in zwei Lager. Da sind, erstens, die Systemtheoretiker. „Die kapitalistische Produktion“, schreibt Karl Marx, „erzeugt mit der Notwendigkeit eines Naturprozesses ihre eigene Negation.“ Der britische Ökonom Thomas Malthus mahnte, die Nahrungsmittelproduktion werde nicht Schritt halten mit der Bevölkerungsexplosion. Bertrand Russell, Philosoph und Literaturnobelpreisträger, veröffentlichte 1948 einen Aufsatz, in dem er einen präventiven Atomkrieg gegen die Sowjetunion forderte („Towards a Short War with Russia“). Nur so könne verhindert werden, dass es zu einem Wettrüsten und dem dritten Weltkrieg komme.

weiterlesen

1965: “Satisfaction“, eine renitente Hymne rast um die Welt

Rolling Stones / Bild: (c) imago stock&people (imago stock&people)
Vergesst die 68er, die Sixties-Revolte begann im Sommer 1965. Vor 50 Jahren hörte die Welt zum ersten Mal „Satisfaction“. Der Song explodierte wie eine Granate, es war das wildeste und beste Jahr der Rolling Stones.


Von Günther Haller|Die Presse

„Es war der Sommer von ‚Satisfaction‘ – man hörte die Stones aus jeder Tür, jedem Fenster, jedem Zimmer und jedem Auto, du wusstest, dass es ‚Satisfaction‘ war, bevor die ersten paar Noten gespielt waren.“ So brachte es Andy Warhol auf den Punkt. Man kann es nachlesen in „POPism“, seiner Hymne auf die New Yorker Kultur der sechziger Jahre, als „sogar die steifen europäischen Typen zugeben mussten, dass Pop-Art Teil der Weltkultur geworden war.“ Seine, Warhols, Generation verachtete Schlaf, liebte Aufputschmittel. Die Röcke wurden kürzer, Mary Quant stellte den Minirock vor, neue halluzinogene Drogen kursierten, bei den Hollywoodparties von Zsa Zsa Gabor lernten die Stars LSD kennen. Das Leben: eine einzige Party. Der New Yorker Stromausfall von 1965: eine einzige große Liebesnacht in Zeiten des Blackouts; der Besuch von Papst Paul VI. in New York: eine religiöse Party.

Zugleich gaben die Jungen unmissverständlich ihren Frust und Überdruss, der sie beschäftigte, zu verstehen: Wir werden alles anders machen als die Alten. Es war das Jahrzehnt der berühmten Morde: die Kennedys, Malcolm X, Martin Luther King. Durch die grassierende Beatlemania wurden „die Gefühle von Hoffnung und schierer Unmittelbarkeit wiederhergestellt, die viele für immer tot geglaubt hatten, als Kennedy starb.“ (Charles Kaiser) In den Charts tauchten jetzt Songs auf, die sich mit Atombomben, Grundrechten und rassistischen Übergriffen gegen Schwarze beschäftigten, der Krieg in Vietnam wuchs sich aus. Irgendwann wurde dann der jugendliche Traum von einer besseren Welt zur Revolte, die Marseillaise dazu war „Satisfaction.“

weiterlesen

Leider eine ganze normale Stadt in Sachsen

Freital ist ein schöner Ort für Flüchtlinge. Zumindest an diesem Freitagnachmittag auf dem Vorplatz des ehemaligen Hotels Leonardo. “Wenn ich mir das schon einmal anschaue, kann ich ja auch gleich eine Kiste Klamotten mitbringen”, sagt Juliane, die “gleich da oben” wohnt. Neben ihr fallen sechs Kinder schreiend über drei Teddys her. Schon wieder hat jemand eine Kiste vorbeigebracht. Fast könnte man den Umgang der Freitaler mit ihren Flüchtlingen zum Vorbild für Sachsen erklären. Wären die, die da kaum 50 Meter entfernt gegen “Asylanten” skandieren, nicht auch Freitaler.


Von Fabian Köhler|TELEPOLIS

Blick auf Freital. Ausschnitt aus einem Panoramabild. Foto: Kolossos/CC BY-SA 3.0

Und würden unten beim Baummarkt-Parkplatz nicht 20 Mannschaftswagen voll mit sächsischen Bereitschaftspolizisten warten, wegen der anderen Art und Weise, auf die Freitaler in den letzten Wochen ihre Flüchtlinge willkommen hießen. Als Menschen, die in Freital Schutz suchten, die Faust von Freitaler Neonazis fanden. Als sie täglich vor der Flüchtlingsunterkunft gegen ihre neuen Nachbarn protestierten. Als Flaschen und Böller flogen. Als 24 Jahre nach Hoyerswerda angereiste linke Aktivisten den Job der Polizei übernehmen mussten.

Aber von all dem ist am Freitagnachmittag noch kaum etwas zu spüren. Federball. Umarmungen. Straßenmalkreide. Alles wirkt wie ein kleines Straßenfest unter neuen Nachbarn und nicht wie die Vorbereitungen zu einer Kundgebung, die vor allem dem Zweck dient, die neuen vor den alten Nachbarn zu schützen.

“Die Leute werden indoktriniert”

“Freital hat kein Flüchtlingsproblem. Die Flüchtlinge haben ein Freital-Problem”, sagt der 16-jährige Nico. Er und seine 15-jährige Freundin Laura organisieren im lokalen Aktionsbündnis den Protest. “Den meisten Freitalern ist es egal”, sagt Nico. “Das kotzt mich richtig an”, sagt Laura und meint, dass schon Grundschulkinder in Freital “über die bösen Flüchtlinge” redeten. Auch sie seien diese Woche schon mit Flaschen beworfen worden. “Die können sich nicht vorstellen, warum wir das machen, die halten uns alle für indoktriniert”, sagt Laura.

“Die Leute werden indoktriniert”, sagt einer mit einer Fahne aus den deutschen und russischen Farben in der Hand. Rund 70 Meter, zwei Reihen Mannschaftswagen und rund ein Dutzend Bereitschaftspolizisten trennen ihn von der Flüchtlingsunterkunft. “Wir sind ein stolzes Volk, das sich nicht spalten lassen darf. Eigentlich müssten wir alle gemeinsam vor das Rathaus marschieren”, sagt der junge Mann, der seinen Namen nicht verraten will. Gegen Flüchtlinge habe er nichts, “aber dagegen, dass Deutschland immer noch ein Vasall der USA ist.”

weiterlesen

Just a Tentacled Micro-Robot Clutching a Helpless Ant

Image: Kim et al
Microscale “soft” robots are a key feature of the robotic future, but they require suitably soft ways of manipulating micro-objects. A tiny translucent tentacle might make a lot of sense.


By Michael Byrne|MOTHERBOARD

The technology now exists, at least, courtesy of an Iowa State University-based team of engineers who’ve described their work in the current Scientific Reports. The point, as described in the paper, is to provide an alternative to the angular metal clutches of most of the robots we’re used to, thus enabling the “non-damaging manipulation of soft, fragile micro-objects.” Like ants, but a lot of other stuff that’s likely biomedical in nature.

There are several problems involved in creating robots with micro-tentacles and they often reduce to fabrication technology. The appendages are pneumatically-driven—which enables the requisite softness—but the actuators needed to make that happen are generally too complex and consist of many sub-elements. The solution the ISU researchers found was a material known as polydimethylsiloxane (PDMS), a silicon-based organic polymer with the unusual property of viscoelasticity. In some conditions it behaves as a thick liquid, like honey, and in others it’s more of a rubber-like solid. Jaeyoun Kim, the new paper’s lead author, had previously patented a method making PDMS-based wires.

read more

US official: Many concerns about Iran deal based on ‘myth’

Barack Obama (right) speaking to advisers Tony Blinken (foreground), and Ben Rhodes (background), regarding the Iran nuclear deal, on Sunday, November 24, 2013. (Pete Souza/White House)
Antony Blinken warns against keeping interim arrangement with Tehran as alternative to comprehensive agreement


By Rebecca Shimoni Stoil|The Times of Israel

Deputy Secretary of State Antony Blinken heralded the “unprecedented inspections” currently underway in Iran under the interim nuclear agreement, and challenged opponents of a nuclear deal to come up with a better alternative to any comprehensive agreement reached by the P5+1 member states during a Friday afternoon keynote speech.

“We have negotiated, of course, an interim agreement with Iran that froze and in some places rolled back its nuclear program with unprecedented inspections, with the possibility of a comprehensive solution now before us,” Blinken told the audience at the Center for New American Security’s annual conference.

Blinken, who served as the administration’s point man for Iran talks before a number of Congressional hearings, gave a broad overview of the US’s positions and challenges worldwide, ranging from the world’s growing refugee population to the administration’s efforts to pivot foreign policy towards east Asia.

Less than a week before the deadline to reach a comprehensive agreement, Blinken also sought to calm concerns regarding key aspects of the impending deal.

Blinken reiterated administration assertions that “the deal we’re working towards will close each of Iran’s four pathways toward fissile material” – the uranium enrichment at Natanz and Fordo, the plutonium plant at Arak, and any covert path that Tehran could pursue toward acquiring fissile material.

Arguing that “many [concerns about the deal] are based much more on myth than on fact,” Blinken said that the US demands that a deal “must include monitoring and intrusive transparency measures.”

He dismissed warnings that the deal contains a sunset clause – that Iran will be free to pursue a full-scale industrial uranium enrichment program after a decade of intense monitoring.

“The deal will not expire,” he said, reiterating a point he made in early June during the annual meeting of the American Jewish Committee. “There will not be a so-called sunset.” Blinken cited as proof the fact that even after the most stringent terms of a deal expire, Iran will still be required to meet the obligations of the NPT and other anti-proliferation regimes.

read more

Von der Anarcho-Kommune in die katholische Kirche

Ein Bild aus alten Zeiten: Michael Ruge (vorne rechts) mit Mitgliedern seiner Kommune Foto: Michel Ruge
Vor einem Jahr lag unser Autor noch mit nackten Frauen und einer Kalaschnikow in der Badewanne. Sein Lebensziel: ein Bordell betreiben. Jetzt lebt er spirituell. Die Geschichte einer Wandlung.


Von Michael Ruge|DIE WELT

Gerade von mir hätte man das nie erwartet. Ich, der in Berlin-Mitte lange Zeit die Türen der Nachtclubs geleitet hat, der jahrelang einen Sportclub für Selbstverteidigung betrieb und einen Film über eine anarchistische Kommune drehte, bin zum Katholiken geworden. Letztes Jahr saß ich noch mit drei nackten Frauen und einer ungeladenen Kalaschnikow in der Badewanne, heute sitze ich mit meiner Verlobten und meiner Tochter auf der Kirchenbank.

Schon seit meiner Kindheit suchte ich tatsächlich innerhalb meines christlichen Glaubens Orientierung. Obwohl ich während meiner Jugend auf Hamburg-St.Pauli meine Kirche eher selten von innen gesehen habe, erinnere ich, dass mich die eindrucksvollen Zeremonien in der katholischen Kirche mehr als die in der evangelischen beeindruckten. Mein Gefühl sagte mir, hier wird das Ursprüngliche und Wahrhaftige des eucharistischen Mysteriums, des christlichen Glaubens, bewahrt.

weiterlesen

Asylberechtigte: Nicht die Kirche, sondern der Staat muss zahlen

Damit Flüchtlinge aus Syrien Asyl erhalten, verpflichtet sich die Kirche zu Unterhaltszahlungen. Doch wenn Asyl gewährt wird, muss der Staat für den Unterhalt aufkommen, urteilt ein Sozialgericht.


DIE WELT

justiz_grossEine evangelische Kirchengemeinde muss nach einem Gerichtsbeschluss nicht für anerkannte Flüchtlinge aus Syrien aufkommen, obwohl sie sich zuvor für deren Unterhalt verpflichtet hatte. Nach der Entscheidung des Sozialgerichts Detmold muss der Staat für das bedürftige Ehepaar zahlen, auch wenn die Kirchengemeinde Gütersloh zuvor eine Zahlungsverpflichtung eingegangen sei.

Da die Antragsteller als Asylberechtigte anerkannt seien, dürften ihnen staatliche Leistungen nicht verweigert werden, heißt es in dem am Donnerstag bekannt gegebenen Urteil vom 2. April. Die Kirchengemeinde begrüßte die Entscheidung. (Az: S 2 SO 102/15 ER)

Das Ehepaar, das im August 2014 nach Deutschland gekommen war, hatte Anfang des Jahres Asyl erhalten. Die von dem Ehepaar beantragte Sozialhilfe lehnte der Kreis Gütersloh ab. Nach Auffassung des Kreises war das Ehepaar nicht bedürftig, weil die Kirchengemeinde eine Zahlungsverpflichtung übernommen hatte.

weiterlesen

Komplizierte Glaubensfragen: Neue Götter

Religion war unter Mao in China verboten. Die Partei hatte dafür eine eigene Bibel. (Foto: Gino Begotti/ddp images)
China ist einerseits das atheistischste Land der Welt. Andererseits fragt keine Nation so hartnäckig nach Sinn und sucht so nach spiritueller Orientierung.


Von Kai Strittmatter|Süddeutsche.de

China ist ein Paradox, auch was den Glauben angeht. China ist das atheistischste Land der Welt. Stimmt. China ist das Volk mit den meisten Sinnsuchern, das Land, in dem die Religionen boomen. Stimmt auch.

Kulturrevolution: Der Staat schloss alle Tempel und Kirchen

Nirgendwo auf der Welt leben mehr Menschen, die von sich sagen, sie glaubten an keinen Gott. Umfragen belegen das immer wieder. Als die Firma WIN/Gallup International etwa vor zwei Jahren die Völker der Welt befragte, da bezeichneten sich 47 Prozent der Chinesen als überzeugte Atheisten. Dahinter kamen, mit weitem Abstand: Japaner, Tschechen, Franzosen. Der eine, offensichtliche Faktor ist dabei die Herrschaft der Kommunistischen Partei, die 1949 die Volksrepublik gründete und in den folgenden Jahrzehnten mit beispielloser Gründlichkeit und Grausamkeit daranging, alle Spuren von Religion auszumerzen. In den Jahren der Kulturrevolution, als dem ideologischen Irrsinn keinerlei Zügel mehr angelegt waren, schloss der Staat, von 1966 bis 1979, gar alle Tempel, Moscheen und Kirchen. Weltweit geschah das nur noch in Albanien, selbst die Sowjetunion unter Stalin hatte immer ein paar Hundert Kirchen offen gelassen. Diese schlimmen Jahre sind längst vorbei, die KP duldet Religion wieder, allerdings verlangt sie weiterhin die Unterwerfung der Religiösen unter ihre allumfassende Kontrolle.

weiterlesen

Schweiz: Politik nimmt Scientology ins Visier

Die SP und SVP intervenieren mit einem Vorstoss im Parlament. Der Psychosekte soll das Missionieren schwerer gemacht werden, denn die Anwohner leiden bereits darunter.


Von Markus Vogt|Basler Zeitung

Scientology-Kreuz Irreführendes Kreuz: Das Symbol soll von der Fassade der Scientology-Filiale entfernt werden, weil es fälschlicherweise einen Bezug zur Religion suggeriere.
Scientology-Kreuz Irreführendes Kreuz: Das Symbol soll von der Fassade der Scientology-Filiale entfernt werden, weil es fälschlicherweise einen Bezug zur Religion suggeriere.

Die Organisation Scientology kommt mit ihrer im April bezogenen Liegenschaft an der Burgfelderstrasse, der sogenannten Flag Org, ihrer grössten Filiale in der Schweiz, bei verschiedenen Parteien nicht gut an. Schlecht goutiert wird auch, dass das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) den Verein Scientology als «religiöse Gemeinschaft» anerkannt hat.

SVP-Grossrat Michel Rusterholtz und SP-Grossrätin Sarah Wyss fordern in einem Vorstoss, das Übertretungsstrafgesetz so anzupassen, «dass die Polizei restriktiver und nachhaltiger vorgehen kann gegen Anwerbungen von Scientology (oder Dritten)». Für nicht belehrbare Wiederholungstäter sollen nicht nur Ordnungsbussen verhängt werden können – diese sollen vielmehr an die Staatsanwaltschaft verzeigt werden, fordern die beiden Politiker. Für die Staatsanwaltschaft seien die Voraussetzungen für die Aussprache von wirkungsvollen Strafen zu schaffen.

weiterlesen

Katholische Kirche zum US-“Homo-Ehe”-Entscheid: Ein tragischer Fehler

scotus_1

Vorsitzender der katholischen US-Bischofskonferenz, EB Kurtz: Entscheidung des obersten Verfassungsgerichts im Fall genauso wenig wie einst das Abtreibungsurteil «Roe gegen Wade» in der Wahrheit verwurzelt: Wird am Ende keinen Bestand haben


kath.net

Der Vorsitzende der katholischen US-Bischofskonferenz, Erzbischof Joseph Kurtz, wertete die knappe Fünf-zu-vier-Entscheidung zugunsten der «Homo-Ehe» am Freitag als «einen tragischen Fehler, der dem Gemeinwohl und verletzlichsten unter uns schadet.» Die Entscheidung des obersten Verfassungsgerichts im Fall «Obergefell gegen Hodges» sei genauso wenig wie einst das Abtreibungsurteil «Roe gegen Wade» in der Wahrheit verwurzelt. «Beide werden am Ende keinen Bestand haben». Der Erzbischof sagte, es sei «unmoralisch und ungerecht» von der Regierung «zu behaupten, dass »zwei Menschen desselben Geschlechts eine Ehe schließen könnten«. Das sei allein dem »Bund von einem Mann und einer Frau« vorbehalten

Der Vorsitzende der katholischen US-Bischöfe drückt die auch von anderen Religionsgruppen geteilte Sorge aus, das Urteil könne dazu benutzt werden, die Kirche zu zwingen, gegen ihre Überzeugungen zu handeln. »Ich fordere nun alle auf, ihre Macht und Befugnisse so auszuüben, dass sie die gottgegebene Freiheit derer respektieren, die die Wahrheit suchen, leben und Zeugnis dafür ablegen.«

weiterlesen

Evangelische Stiftung Alsterdorf stellt ab jetzt auch Nichtchristen ein

Wer bei der Evangelischen Stiftung Alsterdorf arbeiten möchte, muss nicht mehr Mitglied einer christlichen Kirche sein. Dies gelte für neue ebenso wie für bestehende Verträge, teilte das diakonische Unternehmen in Hamburg mit. Bisher hatten Konfessionslose, Muslime oder Buddhisten nur Chancen auf eine befristete Anstellung.


evangelisch.de

Verbund der Evangelischen Stiftung Alsterdorf in Hamburg. Bild: sugmu.de

Man könne das Profil einer kirchlichen Einrichtung nicht mehr formal an der kirchlichen Zugehörigkeit festmachen, sagte Vorstandschef Hanns-Stephan Haas. Stattdessen müsse die Stiftung deutlich machen, wofür sie stehe. Im “Hamburger Abendblatt” sprach Haas von einer “Glaubwürdigkeitslücke”: “Auf der einen Seite stehen wir konsequent für Inklusion.” Auf der anderen Seite sei die Stiftung ausgerechnet bei der Auswahl ihrer Mitarbeiter extrem restriktiv gewesen, indem sie auf die Kirchenzugehörigkeit bestand. “Das hat sich gebissen.”

Mitarbeitende müssen nun eine Erklärung unterzeichnen, in der sie bestätigen, nach den christlichen Werteprinzipien der Stiftung zu arbeiten. Haas sieht die Öffnung für Nichtchristen als “Weiterentwicklung eines modernen christlichen Unternehmensbildes”: Die Stiftung stärke dadurch ihre Werte, denn der Leitgedanke christlicher Verantwortung werde dadurch in Zukunft eine noch stärkere Rolle spielen, unabhängig von formaler Mitgliedschaft.