Archiv der Kategorie: Ökonomie

Gaming Computers Use a Truly Astonishing Amount of Energy

DreamHack 2004 Winter. Image: Wikimedia.org/CC-BY-SA-1.0
Gaming is continuing to boom, especially computer gaming. By the end of 2016, sales of PC games are expected to overtake sales for console games, though both will remain massive markets, worth $29 billion and $28 billion, respectively. Unfortunately, the trend comes with a cost—gaming computers are tremendous energy hogs.

By Brian Merchant|MOTHERBOARD

A new study published in the journal Energy Efficiency finds that worldwide, gaming computers suck down $10 billion worth of electricity (or 75 terawatt hours) a year. Given that sales rates are projected to double by 2020, that figure is expected to do the same. The study finds that while gaming computers comprise just 2.5 percent of personal computers worldwide, they account for 20 percent of global computer energy use.

Evan Mills, a UC Berkeley energy researcher and the study’s co-author, calculates that “a typical gaming computer uses 1,400 kilowatt-hours per year, or six times more energy than a typical PC and 10 times more than a gaming console.”

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Urteil: Verstößt die Kirchensteuer gegen Grundrechte?

Bild: tilly
Bild: tilly

Mit ihrer Klage wenden sich die Eheleute gegen die Festsetzung der römisch-katholischen Kirchensteuer durch das beklagte Land. Sie sind der Auffassung, die Kirchensteuerpflicht verletze die vom Grundgesetz gewährleistete Religionsfreiheit sowie den Gleichbehandlungsgrundsatz

Rechtsindex

Der Sachverhalt

Gleichzeitig seien auch die entsprechenden Vorschriften der Charta der Grundrechte der Europäischen Union verletzt. Die Erhebung von Kirchensteuer sei nicht Bestandteil der Religionsausübung innerhalb der römisch-katholischen Kirche.

Auch müsse gesehen werden, dass immer weniger Menschen Mitglied einer der großen christlichen Kirchen seien. Diesem gesellschaftlichen Wandel müsse die Verfassung Rechnung tragen. Eine Kirchensteuerpflicht sei nicht mehr zeitgemäß.

Das Urteil des Verwaltungsgerichts Koblenz (5 K 1028/14.KO)

Die Klage hatte keinen Erfolg. Die maßgebenden Vorschriften über die Erhebung von Kirchensteuer, so das Urteil des VG Koblenz (Az. 5 K 1028/14), stünden mit dem Grundgesetz und der Charta der Grundrechte der Europäischen Union in Einklang. Die freie Entscheidung des Einzelnen für oder gegen die Mitgliedschaft in einer Religionsgemeinschaft mache den Wesensgehalt der Religionsfreiheit aus.

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Austern sind Norovirus-Reservoir

Rohe Austern gelten als Delikatesse, doch Vorsicht: Die Schalentiere sind ein Reservoir des unangenehmen Norovirus. © FreeImages.com / Simon Wong
Delikatessen als Infektionsrisiko: Wer rohe Austern liebt, kann sich leicht Noroviren einhandeln. Denn Schalentiere dienen dem Virus als Reservoir, wie chinesische Wissenschaftler herausgefunden haben. Fast alle von kontaminierten Austern ausgelösten Epidemien des Virus gehen demnach auf Virenstämme zurück, die ursprünglich aus dem Menschen stammen. Austern und auch andere Muscheln sollte man daher nur gut durchgegart verspeisen, raten die Forscher.

scinexx

Noroviren sind hartnäckig und unangenehm: Sie verursachen beim Patienten Bauchkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Außerdem sind sie äußerst ansteckend und können sich rasend schnell ausbreiten. Übertragen werden sie vor allem durch den Menschen: Ausscheidungen, ungewaschene Hände und kontaminierte Lebensmittel sind die häufigsten Ansteckungsrouten. Vor allem Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser und Pflegeheime sind durch Norovirus-Epidemien gefährdet.

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Es gibt ein West-Bundesland, in dem Ausländerhass so schlimm ist wie in Sachsen

Natürlich: Die Zahlen sind erschreckend. In keinem anderen Bundesland gab es in diesem Jahr mehr Brandanschläge auf Asylbewerberheime. Die AfD hat dort bei der Europawahl 2014 knapp acht Prozent der Stimmen bekommen. Und gleichzeitig fachen Politiker mit billigem Populismus das Rassismus-Problem noch weiter an.

Von Sebastian Christ|Huffington Post

Dumpfe, fremdenfeindliche Ressentiments sind hier seit Jahrzehnten verbreitet. Gerade auf dem Land. Dabei leben dort viele Regionen vom Tourismus – ein bisweilen genauso tragischer wie kurioser Umstand.

Wer jetzt auf seiner inneren Deutschlandkarte mit dem Finger nach Osten reist, liegt falsch. Es geht hier nicht etwa um Sachsen. Sondern um den Freistaat Bayern.

Sachsen ist nicht das einzige Problem

Rechtsextremismus ist kein ostdeutsches Problem. Viele Menschen im Westen wünschten sich das vielleicht, weil der Gedanke so verdammt praktisch ist. Frei nach dem Motto: Was ich nicht seh’, das tut mir nicht weh. Die „Zeit“ trieb diese absolut kurzsichtige Debatte auf die Spitze, als einer ihrer Redakteure jüngst den Rausschmiss Sachsens aus Deutschland forderte.

Klappe auf. Sachsen rein. Problem gelöst.

Aber so einfach ist es nicht.

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Christliche Schulen in Israel bleiben geschlossen

Bild: phhesse/flickr
Bild: phhesse/flickr

Christliche Schulen in Israel bleiben bis auf weiteres geschlossen. Das ist das Ergebnis eines Treffens des israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin mit Vertretern des Büros für christliche Schulen vom 24. August. Ein Sprecher des Büros nannte die Verhandlungen einen positiven Schritt, es müsse jedoch weitere Gespräche geben. Rivlin lobte die pädagogischen Leistungen der 47 christlichen Schulen.

kath.net

Anlass für das Treffen war die finanzielle Krise, in der sich die Schulen befinden. Am 27. Mai hatten sie gegen eine diskriminierende Politik der Regierung demonstriert. Da sie nicht als öffentliche Schulen gelten, werden sie nur teilweise vom Bildungsministerium unterstützt. Ihr Budget wurde 2014 um 45 Prozent gekürzt. Dies belastet vor allem arme, meist arabische Familien, da das Schulgeld erhöht werden musste. Etwa jeder zweite der 30.000 Schüler an den christlichen Schulen in Israel kommt aus einer christlichen Familie. Von den rund 8,3 Millionen Einwohnern Israels sind etwa 75 Prozent Juden, 17,5 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen, 1,6 Prozent Drusen und 3,9 Prozent Anhänger keiner oder anderer Religionen.

Plastikmüll bedroht bald alle Meeresvögel

Diese Plastikteile steckten im Verdauungstrakt eines toten Seevogels. © Britta Denise Hardesty
Tod durch Plastik – dieses Schicksal könnte bis 2050 fast allen Meeresvögeln drohen. Denn wie Forscher ausrechneten, werden 99 Prozent aller Seevogelarten dann mehr oder weniger regelmäßig Kunststoffpartikel oder -objekte verschlucken. Besonders stark betroffen sind schon heute Vogelarten im Pazifik und an der Grenze zum Südpolarmeer, wie die Forscher im Fachmagazin “Proceedings of the National Academy of Sciences” berichten.

scinexx

Schon jetzt verseucht unser Plastikmüll die Meere bis in die entlegensten Gebiete hinein: Selbst in der Tiefsee und in küstenfernen Gebieten der Ozeane haben Forscher Reste von Fischernetzen, Plastiktüten oder Mikroplastik-Partikel nachgewiesen. Mehr als fünf Billionen Kunststoffpartikel schwimmen weltweit in den Meeren.

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Fehlgeleitete Galileo-Satelliten für Forschungsmission freigegeben

Galileo-Satellit. Bild: timeandnavigation.si.edu
Als im August 2014 bekannt wurde, dass die Galileo-Satelliten 5 und 6 nicht die vorgesehene Höhe erreichten, erkannte Claus Lämmerzahl, geschäftsführender Direktor des Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen, darin sofort einen möglichen Glücksfall für seine Forschungen zu Einsteins Relativitätstheorie. Inzwischen hat er vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Genehmigung und Unterstützung für sein „scientific recycling“-Projekt erhalten und beginnt im Oktober 2015 mit der wissenschaftlichen Auswertung der Galileo-Daten.

scinexx

Falsche Umlaufbahn

„Milena“ und „Doresa“ waren ursprünglich dafür konzipiert, die Erde in 23.000 Kilometern Höhe zu umkreisen und als Teil des europäischen GPS-Systems hochpräzise Navigationsdaten zu liefern. Aufgrund von eingefrorenen Treibstoffleitungen auf der russischen Trägerrakete SOJUS wurden die beiden Satelliten statt auf der geplanten Kreisbahn auf einer elliptischen Umlaufbahn ausgesetzt und sind folglich für diesen Zweck nicht mehr geeignet.

Da ihr Abstand zur Erde regelmäßig zwischen 17.500 und 25.000 Kilometern variiert, lassen sich die von den Satelliten gespeicherten Zeitdaten allerdings hervorragend zur Untersuchung der sogenannten gravitativen Rotverschiebung verwenden. Die Rotverschiebung ist eine der zentralen Vorhersagen der von Albert Einstein vor 100 Jahren aufgestellten Allgemeinen Relativitätstheorie. Sie besagt, dass Gravitation – in diesem Fall die Erdanziehungskraft – die Zeit beeinflusst. Das bedeutet, dass eine Uhr, die an der Spitze eines hohen Turms angebracht ist, aufgrund der dort schwächeren Gravitation schneller läuft als eine Uhr am Fuße desselben Turms.

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Wahl Dodo des Monats August 2015

Dodo des Monats August 2015
Dodo des Monats August 2015

Es ist wieder soweit. Obskures, Religiotische, politische Dreistigkeiten stehen zur Auswahl. Bestimmte die Landesverratsaffaire gegen die Internetplattform netzpolitik.org Anfang des Monats die Inhalte der Debatte, folgte stramm und voller Eile Vitus Huonder hinterher. Nichts bestimmt die Diskurse der Kirchen so sehr wie Sexualität, Ehe, Familie. Es gibt Würdenträger welche sich nicht entblöden den Plan Gottes aufzurufen und den Eindruck erwecken zu lassen, sie würden selbigen kennen. Die Auseinandersetzungen mit dem Zustrom der Flüchtlinge, christliche Kontingente einfordernd, gibt sich Politik im Spektrum des Rechtsextremismus banal. Das Versagen von Sozial-und Kommunalpolitik wird nicht einmal angedacht.
Die Wahl ist bis zum 07.September 2015, 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird hier, am folgenden Tag, in entsprechender Form gewürdigt werden. Mehrfachabstimmungen sind möglich.

Viel Spaß!

  1. Peter Hahne, “zwangsneurotisches Missionieren als Allheilmittel.”
  2. Reiner Haseloff, “beschwört die jüdisch-christliche Tradition.”
  3. Lutz Marmor, “ab 2017 braucht die ARD 400 Millionen Euro mehr.”
  4. Marlene Mortler, “kein Alkoholverkauf an Jugendlich ab 22:00 Uhr.”
  5. Andreas Laun, “will Lebensrecht um jeden Preis.”
  6. Rudolf Langthaler, “hat den Naturalismus von Richard Dawkins theologisch nicht verstanden.”
  7. Bistum Limburg, “feuert Kita-Leiterin, weil keine kirchliche Heirat.”
  8. Christoph Markschies, “Theologe ohne Bibelkenntnisse.”
  9. Sigmar Gabriel, “Nazi-Rethorik.”
  10. König Abdullah Bin Abdulaziz Zentrum-Wien, “Feigenblatt des Wahhabismus in Europa.”
  11. WDR, “löscht Plasberg-Talk in der Mediathek.”
  12. Robert Zwick, “Gehirnerweichung durch Granderwasser.”
  13. Carsten Rentzing, “Homophob, kennt aber Gottes Plan.”
  14. Waleed Ahmed, “ findet die Scharia so toll, braucht aber niemand.”
  15. Annette Schavan, “religiotisches zu Bildung und Wiedervereinigung.”
  16. Heinrich Bedford-Strohm, “Luther-besoffen und Staatsknete.”
  17. Günther Beckstein, “möchte christliche Flüchtlinge bevorzugt behandeln.”
  18. Vitus Huonder, “fundamentale Bibel-Exegese in Sachen Homosexualität.”

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Burnout: Ausgebrannt und erschöpft

Ausbrannte und in Folge eines Burnout länger arbeitsunfähige Mitarbeiter werden immer mehr zum Problem im Arbeitsalltag. Das haben aktuelle Studien ergeben. Die “Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde” führt Burnout bereits als zweithäufigste Ursache von Krankschreibungen. In aktuellen Studien versuchte man, der Ursache für den Burnout auf die Schliche zu kommen.

scinexx

Burnout in der Energiewirtschaft

Psychische Erkrankungen, die aufgrund von Stress, Leistungsdruck und erhöhter Arbeitsbelastung zu langen Fehlzeiten in Betrieben führen, belasten heutzutage auch die Energiewirtschaft. Eine Befragung von 100 Personalmanagern der deutschen Energiewirtschaft ergab, dass aus Sicht der Befragten lange und wechselnde Arbeitszeiten und eine Anhäufung von Überstunden ohne Freizeitausgleich einen der bedeutendsten Stressfaktoren darstellen.

Zeitdruck, Lärm, die schlechte Beleuchtungssituation, Gefahrenstoffe und die Mehrbelastungen Angestellter durch den Wegfall von Personal folgten auf der Skala der schlimmsten Stressoren. Eine hohe Zahl der Befragten nannte außerdem die ständige Unterbrechung der Arbeit durch verschiedenste Störfaktoren als Grund für einen Burnout. Mangelnde Unterstützung und Anerkennung durch Vorgesetzte wurde ebenfalls oft als Grund für Stress genannt.

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MP Haseloff gibt den katholischen Jubel-Lutheraner

Reiner Haseloff (2012). Bild: wikimedia.org/CC-by-sa 4.0

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat den christlich-jüdischen Dialog als Beitrag zum vertrauensvollen Verhältnis zwischen Israel und Deutschland gewürdigt.

evangelisch.de

“Der 50. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland ist in jeder Beziehung ein einzigartiges Jubiläum”, sagte Haseloff laut Redemanuskript am Sonntag auf der Tagung “Reformation und Israel gestern, heute, morgen” in Wittenberg.

Dass es nach der Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch im selben Jahrhundert gelang, zum jüdischen Staat nicht nur diplomatische Beziehungen aufzunehmen, sondern stabile und inzwischen von Vertrauen und sogar von Freundschaft geprägte Beziehungen zu gestalten, sei “eine Leistung, die uns staunen lassen kann”, sagte er.

Reformation und Israel seien in diesem Zusammenhang wichtige Stichworte, unterstrich Haseloff weiter: “Für den christlichen Glauben war und ist es von größter Bedeutung, sich bewusst zu machen, wie stark dieser aus jüdischer Geschichte, aus jüdischer Theologie, aus jüdischem Denken und aus jüdischer Liturgie erwachsen ist”.

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Katholische Kirche verliert mehr ältere Mitglieder

Bild: tilly
Bild: tilly

Die katholische Kirche in Deutschland hat im vergangenen Jahr offenbar deutlich mehr Austritte von älteren Kirchenmitgliedern verzeichnet als im Jahr davor.

evangelisch.de

Das ergab eine Umfrage der in Düsseldorf erscheinenden “Rheinischen Post” (Montagsausgabe) unter den 27 deutschen Bistümern, von denen elf über Erhebungen der Austritte nach Altersgruppen verfügen. Demnach verließen im Jahr 2014 in diesen elf Bistümern fast doppelt so viele über 60-Jährige die Kirche wie im Jahr zuvor.

Im Bistum Essen traten dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr 764 über 60-Jährige aus, 2013 waren es noch 341. Im Erzbistum Hamburg sei die Zahl von 330 auf 886 gestiegen, hieß es. In Freiburg kehrten 2013 noch 950 Senioren der katholischen Kirche den Rücken, ein Jahr später waren es 2.185. Das Bistum Bamberg verzeichnete einen Anstieg von 1.470 Austritten auf 2.074 und das Bistum Limburg von 399 auf 537.

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TV-Comedian John Oliver und das Geschäft mit Gott

Der amerikanische TV-Comedian John Oliver, jetzt Gründer einer eigenen Kirche. (Foto: Süddeutsche.de )
Der US-Komiker rechnet mit Fernsehpredigern ab. Dazu gründet er sogar eine eigene Kirche.

Von Felicitas Wilke|Süddeutsche.de

Zuerst landete ein Brief mit einem Ein-Dollar-Schein in John Olivers Post. Er solle ihn für eine Nacht in seine Bibel legen, hieß es darin, und zurückschicken. Mit 37 weiteren Dollar. Zur Belohnung werde er bald einen weiteren Dollarschein erhalten, und zwar einen gesegneten. Sieben Monate, 26 Briefe und 319 Dollar später sitzt der Satiriker Oliver in einem New Yorker TV-Studio und rechnet in seiner Show “Last Week Tonight” mit den Methoden amerikanischer Fernsehprediger ab. Dabei schreckt er nicht vor Selbstversuchen zurück.

Schon seit Jahrzehnten flimmern Abbilder von Männern und Frauen über US-Bildschirme, die das Wort Gottes predigen. Vor allem aber werben sie um Spenden leichtgläubiger Zuschauer.

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Das Neonazi-Netz hinter den Flüchtlingsangriffen

Foto: DW Aktionen gegen Flüchtlinge in Deutschland: Die Einfärbung der Städte und Kreise steht für den Stimmanteil für die Partei NPD bei der Bundestagswahl 2013

Die NPD triumphiert. Sie nutzt die Verunsicherung in der Nähe von Flüchtlingsheimen. Besonders gelingt das dort, wo Rechte kommunal verankert sind. Ein Plan, der in ganz Deutschland aufgehen könnte.

Von Uwe Müller, Timo Stukenberg, Olaf Sundermeyer|DIE WELT

Besser hätte es nicht laufen können, jedenfalls aus Sicht der Rechtsextremisten. Da war die Kanzlerin ins sächsische Heidenau gereist, um vor Ort klare Kante zu zeigen. Doch statt Beifall zu ernten, stieß Angela Merkel auf eine Wut, die sie bei ihren Auftritten noch nie erlebt hatte: “Blöde Schlampe”, “Volksverräterin”, schallte es ihr entgegen. Damit hatte niemand gerechnet. Aber war es wirklich Zufall, dass sich hier, in einer kleinen, 16.000-Seelen-Gemeinde nahe Dresden, rassistische Hetze gegen die Kanzlerin Bahn brach?

Aus Sicht von Jens Baur keinesfalls. Am Tag nach den rechtsextremen Pöbeleien gegen Merkel tönt der sächsische Landesvorsitzende der NPD, die Katastrophe von Heidenau sei ein “voller Erfolg” für seine Partei. Immer wieder hatten er und seine Leute in jüngster Zeit Proteste und Demonstrationen gegen den massenhaften Zustrom von Flüchtlingen organisiert, zuletzt in Dresden und Riesa. Bislang jedoch konnte man nur die ohnehin bekannten Sympathisanten mobilisieren. “Das hat sich nun geändert”, sagt Baur zufrieden. “Jetzt schließen sich Leute aus dem bürgerlichen Lager an.”

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Tabak-Studie: Raucher sind billiger

Rauchen kostet Frauen im Schnitt sieben Lebensjahre. Foto: REUTERS
Rein finanziell betrachtet profitiert die Gesellschaft vom Rauchen – zu diesem Schluss kommen zwei Wissenschafter. Die Mehrausgaben wegen des Rauchens seien deutlich kleiner als die „Einsparungen“ durch verkürzte Leben.

Von Timot Szent-Ivanyi|Frankfurter Rundschau

Raucher sind bedauernswerte Zeitgenossen. Sie sind Gefangene ihrer Sucht, haben gelbe Zähne, sind häufiger krank und sterben früher. Zudem wird ihnen – untermauert durch zahlreiche Studien – immer wieder der Vorwurf gemacht, durch ihre ungesunde Lebensweise die Sozialsysteme zu schädigen. Aber stimmt das überhaupt? Zwei Wissenschaftler haben für Deutschland alle Be- und Entlastungen bestimmt und zusammengerechnet, die durch Raucher entstehen. Das Ergebnis: Rein finanziell betrachtet profitiere die Gesellschaft enorm vom Rauchen.

Ausgangspunkt der Untersuchung von Florian Steidl und Berthold Wigger vom Karlsruher Institut für Technologie war die Frage, ob die Tabaksteuer mit Einnahmen von rund 14 Milliarden Euro jährlich die Kosten, die durch Raucher entstehen, tatsächlich deckt. Ausgehend von dem Basisjahr 2011 bestimmten die Autoren die bis zum Tode aller Altersgruppen entstehenden Kostenunterschiede zwischen der rauchenden und der nichtrauchenden Bevölkerung.

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Barockkirche in Berlin-Mitte: Die Parochialkirche bekommt neue Glocken und einen Turm

Pachorialkirche Berlin, Bild: yelp.de

Die Parochialkirche im Klosterviertel erhält jetzt ihren Turm zurück. Der war im Zweiten Weltkrieg zerstört worden. Die Barockkirche ist mittlerweile mehr als 300 Jahre alt, doch berühmt ist sie wegen etwas anderem.

Von Uwe Aulich|Berliner Zeitung

Das Holzpodest sieht massiv aus, es ist fast einen halben Meter hoch. Gezimmert wurde es jetzt auf der Klosterstraße in Mitte direkt vor der Parochialkirche. Und es soll einem ganz speziellen Zweck dienen: Auf der Holzplattform wird in den nächsten Monaten die Stahlkonstruktion für den neuen Turm der Parochialkirche montiert. „Es ist traumhaft, dass der Turm mit seinem einzigartigen Glockenspiel über 70 Jahre nach der Zerstörung jetzt neu errichtet werden kann“, sagt der Architekt Jochen Langeheinecke aus Werneuchen (Barnim).

Schon seit 1991 begleitet der Architekt die Rekonstruktion der über 300 Jahre alten Barockkirche. Der Turmstumpf ist wiederhergestellt, ebenso das Kirchenschiff und die helle Putzfassade. Auch für den Turm hat der Architekt die Planung erarbeitet, doch trotz vieler privater Spenden fehlte lange das Geld. „Ich verfolge über 20 Jahre die Idee für den Turm. Von Tag zu Tag wird nun alles klarer“, so Langeheinecke.

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Prominente gegen Fremdenhass: “Rassismus hat hier keinen Platz”

In einer Solidaritätsaktion haben sich 100 prominente Deutsche aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kirchen, Kultur und Sport gegen Flüchtlingshass gewandt.

evangelisch.de

Daran beteiligten sich auf Initiative der Zeitung “Bild am Sonntag” alle Minister der Bundesregierung, Unternehmenschefs, Gewerkschaftsführer und Schriftsteller.

SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel sagte: “Deutschland ist ein starkes und mitfühlendes Land. Nicht die Hetzer sind Deutschland, sondern all die Menschen, die mit Herz und Verstand helfen.” Auch Bundestagspräsident Norbert Lammert nannte Deutschland ein weltoffenes Land: “Ich komme aus dem Ruhrgebiet, einer Region, die durch Zuwanderung entstanden und gewachsen ist.”

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Spitzbergen: Die nördlichste Kirche der Welt

Die Svalbard Kirke am Rande von Longyearbyen auf Spitzbergen (picture alliance / dpa / Jens Büttner)
In Longyearbyen auf Spitzbergen hat sich eine verschworene Gemeinschaft aus Seeleuten, Wissenschaftlern, Minenarbeitern, Verwaltungsangestellten und Künstlern aus aller Herren Länder zusammengefunden. Hier steht auch die nördlichste Kirche der Welt, sie ist offen für alle christlichen Konfessionen.
 

Von Harald Brandt|Deutschlandfunk

78°13’32” Nord. Longyearbyen, Spitzbergen. Die Norweger nennen die Inselgruppe in der nördlichen Barentssee Svalbard, “kühle Küste”.

In der kleinen Kirche im ältesten Ortsteil von Longyearbyen hat Pfarrer Leif Magne Helgesen gerade ein Kind getauft und zum Abschluss des Gottesdiensts singt er mit den beiden anderen Mitgliedern des Svalbard Kirkes Trio ein Lied. Danach gibt es Kaffee und Kuchen im Gemeindesaal, der sich wie ein gemütliches Wohnzimmer direkt an den Kirchenraum anschließt. Die Kirche ist immer offen, auch wer um drei Uhr morgens hier beten, meditieren oder einfach nur in Ruhe am Kamin sitzen und ein Buch lesen will, kann das tun.

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Kirchen weiten Hilfe für Flüchtlinge aus

Matratzen für junge Asylbewerber liegen in der Pfarrei St. Otto in Cadolzburg (Bayern). /Illustration Foto: Daniel Karmann
Die Kirchen in Deutschland haben ihre Hilfe für Flüchtlinge deutlich ausgebaut. Viele katholische Bistümer und evangelische Landeskirchen haben – zum Teil millionenschwere – Sonderetats für die Betreuung der Asylsuchenden eingerichtet.

shz.de

Dies ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Hunderte Unterkünfte wurden zusätzlich bereitgestellt, etwa in Pfarrhäusern, Klöstern, Priesterseminaren, Kinder- und Jugendheimen. Allein in und um Köln sind mehr als 130 Immobilien der katholischen Kirche von Asylbewerbern bewohnt. Der evangelische Landesbischof von Hannover, Ralf Meister, stellt einen Teil seiner Dienstwohnung für Flüchtlinge zur Verfügung.

Zehntausende Ehrenamtliche in den Gemeinden kümmern sich um die Neuankömmlinge. Die Palette der Angebote ist groß: Deutschkurse, Begegnungs-Cafés, gemeinsames Kochen, Musikprojekte, Hausaufgabenhilfe, Kinderbetreuung, psychologische Hilfen, Geld für den Besuch einer Fahrschule, Einführungen ins Fahren mit Bus und Bahn. Ehrenamtliche begleiten die Flüchtlinge bei Behördengängen, zum Arzt, in Schützenvereine und Chöre. Einige Bistümer wie Paderborn übernehmen Kosten für Rechtsanwälte und Dolmetscher. Andere wie Magdeburg beteiligen sich an Flugkosten für das Zusammenführen von Familien. Auch die Ehrenamtlichen selbst erhalten Schulungsangebote.

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Afrikas Elite ignoriert Flüchtlingsproblem

Brand auf einem Flüchtlingsschiff vor den Küsten Europas © Szene aus "Report Mainz"
Brand auf einem Flüchtlingsschiff vor den Küsten Europas © Szene aus “Report Mainz”

Experte aus Senegal: Eigeninteressen seien wichtiger als Interessen des Landes und dessen Entwicklung.

kath.net

In der Debatte über die Ursachen der Flüchtlingskrise nimmt der senegalesische Priester und Sozialexperte Ambroise Tine die afrikanischen Eliten in die Pflicht. «Den Regierenden kommt die Migration gelegen», sagte der Botschafter der Stiftung pro missio am Freitag bei einem Besuch des Internationalen Katholischen Missionswerks missio in Aachen.

«Die Beträge, die gut ausgebildete Senegalesen in ihre Heimat überweisen, übersteigen die Entwicklungshilfe um ein Vielfaches», so Tine weiter. «Wer qualifiziert ist, ist auch kritisch und gefährlich für die Mächtigen», sagte der 64-Jährige. «Diese Leute wollen sie nicht. Sie brauchen ein Volk, das applaudiert.» Den Politikern in seinem Land warf er vor, nicht den Menschen zu dienen, sondern kurzfristige Eigeninteressen zu verfolgen.

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Vertriebenen-Präsident fordert mehr Empathie für Flüchtlinge

Bernd Fabritius (2014). Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
  • Der Präsident des Bundes der Vertriebenen Bernd Fabritius ruft zu mehr Empathie mit Flüchtlingen auf.
  • Die Lage der Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg und der Flüchtlinge sei verschieden, doch genau das erfordere eine Öffnung der Herzen.

Südduetsche.de

BdV-Präsident fordert mehr Empathie für Flüchtlinge

Der Bund der Vertriebenen (BdV) hat zu verstärkter Solidarität mit Flüchtlingen in Deutschland aufgerufen. Den leidgeprüften Menschen müsse noch mehr Empathie entgegengebracht werden “als uns und unseren Müttern und Vätern vor 70 Jahren entgegengebracht wurde”, sagte BdV-Präsident Bernd Fabritius beim “Tag der Heimat” in Berlin. Nötig sei europäische Solidarität.

Die Vertreibung Deutscher nach dem Zweiten Weltkrieg und die Lage der Flüchtlinge heute sei nicht vergleichbar. Denn heute handele es sich um Menschen mit anderer Sprache und oft Religion. Das erschwere die Lage für die Betroffenen und für die aufnehmende Gesellschaft. Gerade deshalb müsse die Bevölkerung in Deutschland den Flüchtlingen mit offenen Herzen begegnen.

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