Archiv der Kategorie: Ökonomie

Kirchliche Medien sollen sich verstärkt jungen Menschen zuwenden

Image: DaC3
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Die evangelische Kirche erreicht mit ihren Medienangeboten bei älteren Menschen ein Millionenpublikum, kommt dagegen mit jüngeren Zielgruppen nur schwer in Kontakt. Der Medienbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Markus Bräuer, erklärte am Freitag in Stuttgart vor der württembergischen Landessynode, die Zukunft der Medien spiele sich vor allem auf Smartphones ab. Schon heute erfolgten 50 Prozent aller Internetzugriffe mobil. Die Kirche müsse deshalb mehr dafür tun, dass ihre Inhalte die möglichen Empfänger auch erreiche.


evangelisch.de

Bräuer warb für die Beschäftigung sogenannter Verbreitungsredakteure. Deren Aufgabe wird es sein, in sozialen Medien Videoclips und andere kirchliche Inhalte bekanntzumachen. Die zurückgehende Kirchenbindung erschwere den Zugang zu jungen Menschen. “Alle kennen die Rolling Stones, aber nicht mehr alle das ‘Vater unser'”, sagte Bräuer.

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Das Klischee vom ausländischen U-Bahn-Schläger

Sie lauern in der U-Bahn, verticken Drogen und machen mit Schlägerbanden deutsche Innenstädte unsicher. Jeden Tag begegnet uns in Medien das Klischee vom kriminellen Migranten. Eine Studie hat das Phänomen “Ausländerkriminalität” nun untersucht. Mit einem eindeutigen Ergebnis.


Von Fabian Köhler|TELEPOLIS

16. Juni, U-Bahn-Station Steintor in Hannover: Ein 59-jähriger Mann wird von mehreren Männern zu Boden geschlagen. Anschließend treten sie auf den Mann ein, rauben Tasche, Handy und Armbanduhr. Die Täter entkommen unerkannt. Die Lokalpresse berichtet später die jungen Männer hätten “vermutlich arabisch” gesprochen. Ihr Aussehen sei “südeuropäisch” oder “nordafrikanisch” gewesen. “War ja klar”, kommentiert ein Leser. Eine anderer fragt: “Wie lange sollen wir uns diese Schlägerbanden noch gefallen lassen, bis was passiert?”

Was am Phänomen der Ausländerkriminalität wirklich dran ist, hat nun ein Kriminalwissenschaftler untersucht. Das Ergebnis der am Mittwoch veröffentlichten Studie: Das Klischee, dass Migranten häufiger kriminell werden, ist falsch. Im Auftrag des “Mediendienst Integration” wertete der Kriminalwissenschaftler Christian Walburg von der Uni-Münster Polizeistatistiken, Studien und Umfragen aus. Seine Untersuchung widerspricht gleich in mehreren Punkten dem Klischee von der Ausländerkriminalität.

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“From Piss to Pilsener”: Kann man Bier aus dem eigenen Urin gewinnen?

Mit Bierdosen kann man Vieles machen. Doch auch das in den Dosen enthaltene Bier lässt sich auf vielfältige Weise herstellen. Bild: stern.de
Zwei Dinge fließen bei einem Festival in rauen Mengen: Bier und Urin. Warum nicht beides zusammenbringen? Im Rahmen des Roskilde-Festivals läuft gerade das Projekt “Beercycling” – aus dem Urin soll später wieder Bier werden. Kann das klappen?


Von Carsten Heidböhmer|stern.de

Es ist mehr als ein populärer Mythos: Urin ist ein hervorragender Dünger. Manche Wissenschaftler bezeichnen ihn sogar als “Dünger der Zukunft“. Denn darin sind zahlreiche Mineralstoffe enthalten, die Pflanzen zum Wachsen brauchen, darunter Kalzium, Magnesium, Kalium und vor allem Phosphor. Bei einem Rockfestival wird naturgemäß viel Bier getrunken und auf diese Weise viel Urin produziert. Bei mehr als 100.000 Besuchern kommt beim Festival im dänischen Roskilde, das noch bis Samstag läuft, einiges an Pipi zusammen.

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U.S. Robotics Company Challenges Japan to a Giant Robot Duel

Photo Credit: Maker Faire
In the spirit of Gundam and Voltron alike, U.S.A.-based robotics company MegaBots, Inc. has formally issued a challenge to Japanese robotics company Suidobashi Heavy Industry. The challenge? A GIANT ROBOT DUEL!


By B.J. Murphy|SERIOUS WONDER

If Suidobashi accepts MegaBots’ challenge, the duel will then commence exactly a year from now. Both robots would have to be combat ready, but the implication of such a new sport would reshape how we view robotics and their role in society. The age of robot wars are no longer confined to science fiction literature!

FUTURE IMPLICATIONS

Think of this challenge as being the “first shot heard around the world!” With this challenge, the integration of robots into sports entertainment will forever change as new companies emerge to design their own battle-ready giant robot. People will be packing large stadiums just to catch a glimpse of these robots, cheering them on as piece-by-piece fills the ground floor. If you thought boxing and MMA fights were popular, you haven’t seen anything yet!

These robots will be equivalent to watching gods duke it out as the whole world watches. There’s a reason why giant robot battles have sparked the imagination of several generations for so long. Science fiction gave us a futuristic sport that would change the industry forever. Now that we’re capable of engineering such a robot, I suppose the temptation was too much to ignore.

Vatikan-Klimakonferenz: „Megafon“ der Umwelt-Enzyklika

Naomi Klein im Vatikan – AFP
Als eine Art „Megafon“ der päpstlichen Umwelt-Enzyklika versteht sich eine Vatikan-Klimakonferenz, die an diesem Donnerstag und Freitag rund 200 Wissenschaftler, Politiker, Menschenrechtler und Kirchenvertreter an der Päpstlichen Universität Augustinianum in Rom versammelt.


Radio Vatikan

Neben Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und der UN-Sondergesandten für den Klimawandel Mary Robinson trägt auch die kanadische Globalisierungsgegnerin Naomi Klein auf der Tagung vor. Die Veranstaltung hat der Päpstliche Friedensrat zusammen mit dem Dachverband katholischer Entwicklungsorganisationen CIDSE organisiert.

Viele Etiketten hat Papst Franziskus‘ Enzyklika seit ihrer Veröffentlichung schon erhalten – so aber wurde sie bislang wohl kaum beschrieben: „Laudato sì“ sei „poetisch“ und zugleich „mutig“, sagte die kanadische Globalisierungsgegnerin Naomi Klein am Mittwoch vor Journalisten im Vatikan; das päpstliche Lehrschreiben sei ein „Dokument des Gemeinsinns“, das nicht nur zur katholischen Welt, sondern zu „allen Menschen auf dem Planeten“ spreche. Dass Franziskus in dem weit gefächerten Text auch auf wirtschaftliche Aspekte des Komplexes Klima und Umwelt eingeht, hatten einige Kritiker bemängelt. Klein sieht das anders:

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Goldener Reis: Wenn Technikfeindlichkeit tötet

Viele tausend Kinder sterben jedes Jahr an Vitamin-A-Mangel. Eine spezielle genmanipulierte Reissorte könnte diese Kinder retten. Doch das erlauben wir nicht.


Von Florian Aigner|futurezone.at

Bild: International Rice Research Institute (IRRI) CC BY 2.0
Bild: International Rice Research Institute (IRRI) CC BY 2.0

Vitamin-A-Mangel ist eines der großen Gesundheitsprobleme in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern. Am schlimmsten betroffen sind kleine Kinder. Hunderttausende erblinden jedes Jahr, sie sind besonders anfällig für Infektionskrankheiten, man schätzt dass jedes Jahr 670.000 Kinder im Alter von weniger als fünf Jahren daran sterben.

In Europa verdient man Geld mit Schlankheitstipps und Abmagerungskuren, man diskutiert über die gesundheitsfördernde Wirkung irgendwelcher neuer Lifestyle-Grüntee-Mixgetränke, man erkundigt sich, ob das Biovollkornbrot auch mit energetisiertem Wasser gebacken wurde. Und gleichzeitig sterben auf der anderen Seite der Erde Menschen an Vitamin A-Mangel. Das Schlimmste daran ist: Man könnte das ändern. Doch das erlauben wir nicht.

Vitamin-A-Magel betrifft vor allem Länder in Afrika und Südostasien. Wer sich abwechslungsreich ernährt und viel Gemüse isst, der muss davor keine Angst haben. Doch wer in Staaten wie Indien, Bangladesch oder den Philippinen wenig Geld hat, versorgt seine Familie hauptsächlich mit Reis, und genau dadurch kommt es zu Mangelkrankheiten.

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Grüne für höhere Besteuerung der griechisch-orthodoxen Kirche

Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag und früheres EKD-Präsidiumsmitglied, hat sich für eine höhere Besteuerung der orthodoxen Kirche in Griechenland ausgesprochen.


kath.net

© Katrin Göring-Eckardt / Stella von Saldern Deutscher Bundestag

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, hat sich für eine höhere Besteuerung der orthodoxen Kirche in Griechenland ausgesprochen. «Athen sollte die Rüstungsausgaben kürzen, die Reichen stärker besteuern – und an die Privilegien der orthodoxen Kirche ran», sagte sie der «Welt» (Donnerstag). Derartige Reformen sollten für eine linke Regierung selbstverständlich sein, zumal nach dem derzeitigen Vertrauensverlust durch die Eskalation der Schuldenkrise. Die orthodoxe Kirche sei nach dem Staat der zweitgrößte Immobilienbesitzer, zahle aber kaum Steuern, so Göring-Eckardt weiter. Zudem würden die Priester vom Staat entlohnt. Göring-Eckardt war von 2009 bis 2013 Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), hatte aber nach Kritik ihr Kirchenamt aufgegeben, als sie für den Fraktionsvorsitz von Bündnis 90/Die Grünen kandidierte, kath.net hatte berichtet, sie ist weiterhin aktives EKD-Mitglied.

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USA: Was republikanische Präsidentschaftskandidaten glauben

Lebensschutz und religiöse Freiheitsrechte standen im Mittelpunkt einer Konferenz


kath.net

Image: firstvote.org
Image: firstvote.org

Das Feld der republikanischen Präsidentschaftsbewerber in den USA ist auf 13 angewachsen. Zuletzt gab der Gouverneur von Louisiana, Bobby Jindal, am 24. Juni seine Kandidatur bekannt. Weitere Bewerber sind der Neurochirurg Ben Carson, der Unternehmer Donald Trump, die ehemalige Gouverneurskandidatin Carly Fiorina, die früheren Gouverneure Jeb Bush, Rick Perry, George Pataki und Mike Huckabee, die Senatoren Marco Rubio, Rand Paul, Ted Cruz und Lindsey Graham sowie der Ex-Senator Rick Santorum. Bei den Demokraten haben bisher die frühere Außenministerin Hillary Clinton, der Senator Bernie Sanders sowie die ehemaligen Gouverneure Lincoln Chafee und Martin O‘Malley ihre Kandidatur erklärt.

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Skandal in Heimen für schwer Erziehbare: Mädchen mussten sich zur Strafe nackt ausziehen

Friesenhof, Bild: Foto: Carsten Rehder/abendblatt
Kollektivstrafen, sexueller Missbrauch und ständige Kontrolle: Zwei Mädchenheime in Schleswig-Holstein mussten wegen schwerwiegender Vorwürfe dichtmachen. Jetzt stellt sich auch noch heraus: Eine Mitarbeiterin des Sozialministeriums soll Akten manipuliert und E-Mails gelöscht haben, um den Skandal zu vertuschen.


FOCUS ONLINE

  • Erniedrigende Strafen in Mädchenheimen in Schleswig-Holstein
  • Zwei der Heime sind jetzt geschlossen worden
  • Zwei Staatsanwaltschaften ermitteln

Gezielter Schlafentzug, Isolationshaft, Erniedrigungen, Kollektivstrafen – was klingt wie der Alltag in einem nordkoreanischen Straflager, hat sich bis vor kurzem in Mädchenheimen des Betreibers „Friesenhof“ in Schleswig-Holstein zugetragen. Zwei Heime für Mädchen mit schweren psychischen Problemen oder kriminellem Hintergrund wurden Anfang Juni geschlossen, nachdem es immer mehr Berichte über die Schikanen der Heimbetreuer gab. Mittlerweile ermitteln zwei Staatsanwaltschaften – unter anderem gegen einen Betreuer, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird.

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Ingress: Handy-Spiel nutzt Konzentrationslager als Kulisse

Ingress-Spieler trugen ihre virtuellen Kämpfe auch in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen aus. (Foto: AP)
  • Holocaust-Überlebende haben Google scharf kritisiert.
  • Das Handy-Spiel “Ingress” der Google-Tochter Niantic Labs ließ Nutzer virtuelle Kämpfe an KZ-Gedenkstätten austragen.
  • Mittlerweile hat sich Google entschuldigt und Konsequenzen angekündigt.


Von Simon Hurtz und Mirjam Hauck|Süddeutsche.de

Ein Handy-Spiel, das seine Nutzer virtuell in Holocaust-Gedenkstätten und an den Orten ehemaliger Konzentrationslager gegeneinander kämpfen lässt? “Ingress”, das weltweit bislang elf Millionen Mal heruntergeladen wurde, hat das jahrelang zugelassen, ohne dass es jemandem aufgefallen wäre. Dann berichtete das Zeit-Magazin am Donnerstag, dass historisch bedeutende Orte wie Erinnerungsstätten und Gedenkzeichen als Spielorte verwendet werden.

Bei Vertretern von Holocaust-Überlebenden löste das Empörung aus. Der Präsident des Verbandes der Überlebenden des KZ Dachau und ihrer Nachkommen, Jean-Michel Thomas, forderte ein “Verbot dieser Schändung”. Er sei entsetzt über diesen Missbrauch des Ortes. Auch Gabriele Hammermann, die Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, reagierte fassungslos: Das Spiel betreibe eine “Tilgung und Überformung der an diesen Orten repräsentierten Geschichte” und stelle damit “eine unerträgliche Verharmlosung” dar. Die Gedenkstätte sei für die Überlebenden und ihre Angehörigen ein Ort der Trauer.

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Abgeordnete ringen um Positionen in Sterbehilfe-Debatte

Die Sterbehilfe-Debatte im Bundestag wird konkret. Am Donnerstag hat das Parlament erstmals die Gruppenanträge beraten. Für einen Entwurf gegen organisierte Suizidbeihilfe zeichnet sich weiter eine Mehrheit ab. Entschieden ist aber noch nichts.


evangelisch.de

todesspritzeIn einer emotionalen, teils erregten Debatte hat sich der Bundestag am Donnerstag mit den Vorschlägen zur Neuregelung der Suizidbeihilfe befasst. Gegner und Befürworter einer organisierten oder ärztlichen Hilfe bei der Selbsttötung warben in einer knapp dreistündigen Debatte um ihre Positionen. Kerstin Griese (SPD), deren Gruppe für ein Verbot der umstrittenen Sterbehilfevereine eintritt, sagte, sie halte ein solches Geschäftsmodell für ethisch nicht tragbar. Sie wolle “keine Hilfe zum Sterben, sondern beim Sterben”, sagte sie. Peter Hintze (CDU) warb um sein Vorhaben, Ärzten die Hilfe beim Suizid zu erlauben. “Leiden ist immer sinnlos”, sagte er.

Den Parlamentariern liegen insgesamt vier Gruppenanträge vor, die größtenteils auf einen Umgang mit Vereinen und Einzelpersonen zielen, die organisiert Hilfe zum Suizid anbieten. Diese Hilfe, die etwa geleistet wird, wenn todbringende Medikamente überlassen werden, ist in Deutschland nicht strafbar.

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Schuldenschnitt für die Ukraine

Mit Nachdruck wird beim IWF über eine Umschuldung verhandelt, die Griechenland verweigert wird


Von Ralf Streck|TELEPOLIS

Kiew, Bild: worldbeautifullplaces.blogspot.de

Es geht doch, könnte man sagen. Schaltet der Internationale Währungsfonds (IWF) im Fall Griechenland in der Frage eines Schuldenschnitts auf stur, fordert er den im Fall der Ukraine. So wurde mit den Gläubigern am Sitz des IWF in Washington gerade vereinbart, in der kommenden Woche Verhandlungen ohne Vorbedingungen zu führen, denn der IWF drängt auf eine schnelle Einigung. Vitalij Lisovenko, der die ukrainische Verhandlungsdelegation anführte, hatte schon im Vorfeld gedroht, den Schuldendienst einzustellen, wenn das Treffen beim IWF scheitere.

Doch beim IWF ist man im Fall der Ukraine auch bei solchen Drohungen nachsichtig. Dabei soll es für private Geldgeber der Ukraine teuer werden, denn die sollen einen guten Teil ihrer Forderungen abschreiben. Sogar das im Frühjahr mit dem IWF vereinbarte Hilfsprogramm sieht das vor. Demnach erhält die Ukraine über die bisherigen Milliardenhilfen hinaus weiter 17,5 Milliarden US-Dollar vom IWF und dazu sollen weitere 7,5 Milliarden von anderen Geldgebern kommen. Eine Bedingung ist, dass Gläubiger ihrerseits auf etwa 15 Milliarden verzichten.

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Parzany: In Westeuropa herrscht die Geisteskrankheit des Atheismus

„Westeuropa und Nordamerika sind die einzigen Teile der Welt, wo die Geisteskrankheit des Atheismus herrscht.“ Dieser Ansicht ist der frühere ProChrist-Hauptredner, Pfarrer Ulrich Parzany (Kassel).


idea.de

DerverzweifelteJesusEr spricht bis zum 3. Juli bei der Veranstaltungsreihe „ProChrist Live“ im sächsischen Plauen. Nach seinen Worten hat jeder Mensch einen Gott, auch diejenigen, die sich als Atheisten bezeichneten. Die höchste Instanz, die das Leben eines Menschen bestimme, sei sein Gott. Nach Parzanys Beobachtung ist die stärkste religiöse Macht der Gegenwart das Geld. Jesus habe es nicht verurteilt. Nur dürfe aus einem Zahlungs- und Lebensmittel keine Gottesmacht werden.

Wenn das Fundament das Lebenshaus nicht trägt

Parzany zog den Vergleich zu einem Haus: Das Fundament müsse stabil sein, damit das Gebäude nicht einstürzt. Die Innendekoration verschönere ein Heim, könne es aber statisch nicht tragen. Ähnliches gelte für das „Lebenshaus“: Wo nicht Jesus Christus das Fundament sei, sondern stattdessen Dekoration wie Geld zu den tragenden Säulen gemacht werde, drohe das Gebäude einzustürzen. Auch Christen stünden in der Gefahr, das zu verwechseln.

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Jim Carrey tweets unfunny anti-vaccine bullshit

Bild: Twitter. Screenshot:bb
Bild: Twitter. Screenshot:bb
Impfungen verursachen Autismus – immer wieder vertreten Impfgegner diese längst widerlegte Behauptung. In Jim Carrey haben sie einen Unterstützer. Die Mutter eines autistischen Kindes gab ihm nun Kontra.


SpON

Kalifornien hat ein neues Gesetz. Demnach ist es verboten, aus persönlichen oder religiösen Gründen Impfungen zu unterlassen. Einigen Leuten passt das überhaupt nicht, und Jim Carrey gehört dazu. Der Schauspieler wetterte auf Twitter gegen das Gesetz und bediente sich mehr als zweifelhafter Methoden – und mehr als dürftiger Argumente.

Seinen mehr als 14 Millionen Twitter-Followern schrieb Carrey: “Kaliforniens Gouverneur [Jerry Brown, -Red.] sagt Ja dazu, Kinder mit Quecksilber und Aluminium in Zwangsimpfungen zu vergiften.” Brown, der mit seiner Unterschrift das Gesetz absegnete, sei ein “Firmenfaschist”, der gestoppt werden müsse.

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Ewiggestrig: Adelsfrauen, die täglich für den Kaiser beten

Vor 250 Jahren verstarb der Gemahl Maria Theresias unerwartet in Innsbruck. Bis heute beten für ihn täglich drei dafür eigens bezahlte Adelsfrauen in einem Stift des Landes Tirol


Von Katharina Mittelstaedt|derStandard.at

foto: günter richard wett Bis vor kurzem wurde in der Kapelle der Innsbrucker Hofburg einmal jährlich die Kaiserhymne gesungen.

So hatte Maria Theresia sich die Feierlichkeiten gewiss nicht vorgestellt. Vor genau 250 Jahren machte sie sich mit ihrem Gatten Franz Stephan von Lothringen, einigen Verwandten und ihrer Entourage auf den Weg von Wien nach Innsbruck. Einer der Söhne des kaiserlichen Paares, Erzherzog Leopold, sollte dort die spanische Prinzessin Maria Ludovica ehelichen. Ein mehrwöchiges Fest, für das Unsummen ausgegeben wurden, zahlreiche Gäste, der ganze Pomp – und dann die Tragödie.

Es gibt mehrere Erzählungen, wie sich das Unglück genau abgespielt habe, was die Ursache war. Fest steht, Maria Theresias geliebter Gemahl ist während dieser Hochzeit verstorben. Nach einer Theateraufführung soll ihm übel geworden sein, er habe sich gerade noch in die kaiserliche Residenz, die Innsbrucker Hofburg, schleppen können, auf dem Bett eines Dienerzimmers brach er schließlich nieder und war tot.

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Narkolepsie: Krank durch Schweinegrippe-Impfung

Die Betroffenen nicken einfach so ein, bei starken Emotionen versagen ihre Muskeln: Narkolepsie ist bislang nicht heilbar. Auch in Deutschland könnten einige Fälle auf die Schweinegrippe-Impfung zurückgehen. Entschädigungsforderungen laufen.


stern.de

Bild: AP, bearb.: bb
Bild: AP, bearb.: bb

Lucy ist 13 Jahre alt, als sie plötzlich dauernd vor dem Fernseher einschläft. Wenn sie lachen muss, kommt es vor, dass sie unvermittelt nach vorn sackt. Einige Monate vor dem Auftreten der merkwürdigen Symptome war das Mädchen gegen Schweinegrippe geimpft worden – wie etwa sechs Millionen andere Briten in den Jahren 2009 und 2010. Heute ist Lucy 18 Jahre alt – und leidet nach wie vor unter Narkolepsie. Etwa 40 Mal am Tag schläft sie ein, ohne sich dagegen wehren zu können, wie sie der britischen Tageszeitung “Guardian” berichtete.

Vorbeugende Impfungen sollen vor Krankheiten schützen. Umso größer war der Schock, als für den Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix ein gegenteiliger Verdacht aufkommt: Im August 2010 informierte die schwedische Arzneimittelbehörde über Narkolepsie-Fälle bei Kindern und Jugendlichen nach der Impfung. Weitere Analysen in Finnland, Irland, Frankreich und England stützten diese Vermutung, dass Pandemrix in seltenen Fällen die unheilbare Schlafkrankheit auslösen kann. Inzwischen fließen Entschädigungszahlungen – von Behörden, nicht vom Hersteller.

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Scharfe Kritik an deutscher Kirche: Kardinal will kein “Christentum light”

Der erzkonservative Kardinal Walter Brandmüller ruft seine deutschen Kollegen zur Ordnung. Nicht allen gesellschaftlichen Strömungen müsse nachgegeben werden. Auch zum Umgang mit Homosexuellen bezieht er klar Stellung.


n-tv.de

Sieht die Kirche als Kontrastprogramm zum Mainstream: Kardinal Walter Brandmüller. (Foto: picture alliance / dpa

Kardinal Walter Brandmüller Kritik hat seine deutsche Amtsbrüder scharf kritisiert. “Es ist absurd: Die Kirchen leeren sich und die Kassen füllen sich. Erhalten wird ein sich selbst genügender teurer Apparat, der mit seinem Klappern die Stimme des Evangeliums übertönt”, sagte der 86 Jahre alte frühere Chefhistoriker des Vatikan der “Rheinischen Post”. Der seit 2009 im Ruhestand lebende Brandmüller zählt zu den Vertretern der Erzkonservativen im katholischen Klerus.

Brandmüller forderte zudem ein entschiedeneres Auftreten der katholischen Kirche. “Wir sollten endlich, anstatt ein ‘Christentum light’ zu predigen, den Mut aufbringen, ein Kontrastprogramm zu dem gesellschaftlichen Mainstream von heute zu fordern und vorzuleben, was die Zehn Gebote und die Ethik des Neuen Testaments zum Inhalt haben.”

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Frankreichs Bürgermeistervereinigung: „Nein zu Gebet und Kreuzzeichen im Sport“

Es mag sein, daß manches Kreuzzeichen, das bei Wettkämpfen auf dem Sportplatz gemacht wird, mehr ein abergläubischer Gestus als ein wirklicher Glaubensakt zu sein scheint. Die persönliche Frömmigkeit hat jedoch unterschiedlichste Ausprägungen und sollte als solche respektiert werden.


Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Gebet und Glaube im SpitzensportJedenfalls ist es allemal besser, wenn Sportler zum Kreuz Zuflucht nehmen, als zu etwas anderem. Das Kreuzzeichen und jede andere religiöse Ausdrucksform im Sport zu verbieten, ist in jedem Fall ein Akt präpotenter Willkür.

Das aber soll in Frankreich durchgesetzt werden. Die Association des maires de France (AMF), in der die Mehrheit der Bürgermeister Frankreichs organisiert ist, verschickte ein Rundschreiben mit zahlreichen „Empfehlungen“, die den Gemeindeoberhäuptern „helfen“ sollen, die laizistische Staatsdoktrin Frankreichs im täglichen Leben umzusetzen. Diese „Propositions des maires de France en faveur de la laïcité“ betreffen vor allem die Schule einschließlich der Kindergärten und die Sportveranstaltungen.

Kreuzzeichen fällt ausdrücklich unter die Verbotsempfehlungen

Besonders den Sportlern, ob Profis, Dilettanten oder auch nur den Schülern beim Schulsport wird ausdrücklich verboten, bei den Wettkämpfen oder Fußballspielen zu beten oder auf dem Sportplatz religiöse Zeichen zu zeigen. Das Kreuzzeichen fällt explizit auch unter dieses Verbot. Die Bestätigung kam am 24. Juni von Patrick Molinoz, dem stellvertretenden AMF-Vorsitzenden und Co-Präsidenten der Arbeitsgruppe Laizität der Bürgermeistervereinigung. Molinoz nannte als Negativbeispiel einen Fußballer, der vor dem Betreten des Spielfeldes ein Kreuzzeichen macht und verglich ihn mit verschleierten Sportlerinnen, wie sie der Weltfußballverband FIFA erlaubt.

Molinoz wörtlich in einer Presseerklärung: „Eine Gemeinde kann keine Veranstaltung subventionieren, in der ein kultischer Charakter zum Ausdruck kommt, auch dann nicht, wenn es sich um einen traditionellen handelt und dieser im Rahmen von kulturellen Initiativen oder Festen erfolgt“.

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Parlamentarische Beratungen zur Neuregelung der Suizidbeihilfe im Deutschen Bundestag

Stellungnahme von Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm

EKD

In einer gemeinsamen Stellungnahme zu den bevorstehenden Beratungen im Deutschen Bundestag über eine Neuregelung der Suizidbeihilfe sprechen sich die evangelische und katholische Kirche in Deutschland für ein Verbot der organisierten Formen der Beihilfe zur Selbsttötung aus. „Wir müssen verhindern, dass die Suizidbeihilfe in unserem Land zur alltäglichen Selbstverständlichkeit wird“, heißt es in der heute veröffentlichten Erklärung des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und des Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm. Zugleich betonen beide die Notwendigkeit eines Ausbaus der Palliativ- und Hospizversorgung. „Die Gesellschaft und insbesondere die Politiker unseres Landes sind aufgerufen, jedes Leben in seiner ganzen Gebrechlichkeit und Verletzlichkeit zu schützen und die Rahmenbedingungen für eine angemessene menschliche und medizinische Fürsorge am Lebensende zu schaffen“, so Landesbischof Bedford-Strohm und Kardinal Marx. „In einer humanen Gesellschaft muss es ein wichtiges Anliegen sein, dass Menschen am Lebensende gut versorgt und begleitet in Würde sterben können.“ Ein Verbot für die Beihilfe zur Selbsttötung müsse für alle Vereine, Organisationen sowie Einzelpersonen, aber auch für Ärzte gelten, die den assistierten Suizid als Behandlungsoption in geschäftsmäßiger Form anbieten.

Die gemeinsame Stellungnahme im Wortlaut:

„In den vergangenen Wochen hat die gesellschaftliche und politische Diskussion über ein Sterben in Würde eine neue Dynamik erfahren. Zum einen hat sich der Deutsche Bundestag bereits in erster Lesung mit einem Gesetzentwurf befasst, der die Verbesserung der palliativen und hospizlichen Versorgung in Deutschland zum Ziel hat. Das begrüßen wir sehr. In einer humanen Gesellschaft muss es ein wichtiges Anliegen sein, dass Menschen am Lebensende gut versorgt und begleitet in Würde sterben können. Zum anderen sind verschiedene Gesetzesentwürfe zur Neuregelung der Suizidbeihilfe vorgestellt worden, die in den kommenden Tagen erstmals im Plenum des Deutschen Bundestages erörtert werden.

Wir sind sehr dankbar, dass die Fragen der Begleitung und Unterstützung schwerstkranker und sterbender Menschen mittlerweile eine so breite Aufmerksamkeit erfahren. In vielen Veranstaltungen, in den Medien, in den Landesparlamenten und nicht zuletzt im Deutschen Bundestag erleben wir eine fundierte und ernsthafte gesellschaftliche Auseinandersetzung, die von gegenseitigem Respekt geprägt ist.

Die Bandbreite des möglichen Umgangs mit dem Sterben ist groß und wird die Abgeordneten vor eine schwerwiegende Gewissensentscheidung stellen. Wir sind erleichtert, dass dabei nicht die extreme Forderung nach der Tötung auf Verlangen zur Wahl gestellt wird.

Anlässlich der anstehenden Beratungen sprechen wir uns nochmals dafür aus, jeglicher Normalisierung der Beihilfe zum Suizid entgegenzuwirken. Wir betonen mit Nachdruck, dass sich an der Frage des Umgangs mit Krankheit und Tod grundlegende Fragen unseres Menschseins und unseres gesellschaftlichen Selbstverständnisses entscheiden. Die Gesellschaft und insbesondere die Politiker unseres Landes sind aufgerufen, jedes Leben in seiner ganzen Gebrechlichkeit und Verletzlichkeit zu schützen und die Rahmenbedingungen für eine angemessene menschliche und medizinische Fürsorge am Lebensende zu schaffen.

Wir fordern gemeinsam den konsequenten Ausbau der Palliativ- und Hospizversorgung sowie ein Verbot der organisierten Formen der Beihilfe zur Selbsttötung. Diese gesetzliche Regelung sollte für Vereine, sonstige Organisationen und Einzelpersonen, aber auch für Ärzte gelten, die den assistierten Suizid als Behandlungsoption am Ende des Lebens in geschäftsmäßiger Form anbieten.

Ohne ein klares gesetzliches Zeichen gegen geschäftsmäßig angebotene Beihilfe zum Suizid befürchten wir eine zunehmende Aufweichung des Tötungstabus in unserer Gesellschaft. Gerade Menschen, die sich auf Grund ihres Alters, von Gebrechlichkeit oder schwerer Krankheit ohnehin in einer schwierigen Lebenssituation befinden und oft Angst davor haben, anderen zur Last zu fallen, würden hierdurch unter einen subtilen sozialen Druck geraten. Darin sehen wir eine erhebliche Gefahr für die Würde des menschlichen Lebens. Wir müssen verhindern, dass die Suizidbeihilfe in unserem Land zur alltäglichen Selbstverständlichkeit wird.

Die Kirchen treten deshalb aus christlicher Überzeugung für eine Kultur der Lebensbejahung und -förderung ein. Dazu ist es notwendig, dass die Bürgerinnen und Bürger noch besser als bisher über die bereits bestehenden vielfältigen Möglichkeiten der palliativen und hospizlichen Begleitung und Unterstützung aufgeklärt werden. Nur so werden sie befähigt, in wirklicher Verantwortung und Freiheit ihr Lebensende zu gestalten.“

Hannover, 1. Juli 2015

Pressestelle der EKD
Carsten Splitt

Der Tod ist ein Geschäft

Völlige Straffreiheit oder absolutes Verbot? Vier Gesetzesanträge zur Sterbehilfe, genauer gesagt zur Suizidbeihilfe, werden am 2. Juli im Bundestag zum ersten Mal diskutiert. So unterschiedlich die Anträge sind, haben sie doch eines gemeinsam: Eine gewerbsmäßige Sterbehilfe soll es auch in Zukunft nicht in Deutschland geben.


Von Franziska Fink|evangelisch.de

todesspritzeNach geltender Rechtslage sind Suizid und Beihilfe zum Suizid in Deutschland nicht strafbar. Es wird also auch niemand dafür bestraft, dass er anderen hilft, sich das Leben zu nehmen, also etwa ein tödliches Medikament besorgt. Aktive Sterbehilfe, also die Tötung auf Verlangen, ist hingegen verboten.

Doch es gibt Grauzonen: Ausgelöst wurde die aktuelle Debatte über Beihilfe zum Suizid durch Sterbehilfevereine wie dem des Hamburger Exjustizsenators Roger Kusch. Diese Vereine bieten ihren Mitgliedern Unterstützung bei der Selbsttötung an. Deswegen haben Bundestagsabgeordnete vier neue Gesetzesanträge zum Thema formuliert. Die erste Lesung der Anträge findet am 2. Juli statt.

Im Herbst will der Bundestag dann über eine neue Regelung entscheiden. Zeitgleich soll eine bessere Versorgung von sterbenden in der Palliativ- und Hospizmedizin ermöglicht werden. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat dafür ebenfalls ein neues Gesetz dem Bundestag vorgelegt. Danach soll die ambulante wie stationäre Palliativ- und Hospizversorgung flächendeckend ausgebaut werden. Dafür sind zusätzliche 200 Millionen Euro vorgesehen.

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