Gefängnisse und Krankenhäuser auf Fastenmonat eingestellt

Islamische Gebetsbücher stehen in einem Gemeindezentrum. dpa/Peter Gercke
In Sachsen-Anhalt bereiten sich Muslime derzeit auf den Fastenmonat Ramadan vor.

FOCUS ONLINE

Auch viele Einrichtungen wie Kliniken und Gefängnisse haben sich inzwischen darauf eingestellt. Häftlinge hätten während des Ramadans die Möglichkeit, erst nach Sonnenuntergang zu essen, sagte der Sprecher des Justizministeriums, Detlef Thiel. Rund 90 der insgesamt etwa 1600 Gefangenen seien Muslime – also etwa 5,6 Prozent. Am kommenden Samstag beginnt für Muslime auf der ganzen Welt der Fastenmonat Ramadan. Am Universitätsklinikum Halle habe man ausschließlich positive Erfahrungen mit dem Fastenmonat gemacht, sagte die Leiterin des Patientenmanagements, Jeannette Korbanek. Es könnten jedoch nur wenige Patienten fasten. Wenn dies der Fall sei, brächten häufig Angehörige nach Sonnenuntergang landestypische Gerichte ins Krankenhaus.

Religionswissenschaftler kritisert ‚rosarotes‘ Buddhismusbild

Bild: brightsblog
Perry Schmidt-Leukel: Die Vorstellung, der Buddhismus sei eine Religion ohne Dogmen, Glaubensinhalte und Gebote, habe mit dem echten Buddhismus wenig zu tun, sondern spiegle eher eine Unzufriedenheit mit dem Christentum wider.

kath.net

Einseitige Vorstellungen über den Buddhismus kritisierte der Religionswissenschaftler Perry Schmidt-Leukel im Interview mit dem „Deutschlandfunk“. In Deutschland sei die Vorstellung weit verbreitete, dass der Buddhismus „eine Religion ohne irgendwelche Dogmen oder Glaubensinhalte“ sei, „eine Religion ohne Gebote, in der jeder tun und lassen kann, mehr oder weniger, was er will“. Gemäß dieser Vorstellung sei der Buddhismus „allem gegenüber tolerant“ und friedfertig. Dieses populäre Bild habe mit dem asiatischen wie auch mit dem klassischen Buddhismus „eigentlich wenig bis gar nichts zu tun“. Vielmehr spiegle sich hierin „eher eine Unzufriedenheit mit den kirchlichen Formen des Christentums wider“, daraus habe sich dann die Vorstellung entwickelt, „was für eine Religion man gerne hätte – und das hat man irgendwie dann auf den Buddhismus projiziert“.

weiterlesen

Religion in Ostdeutschland: Ach, Gott

Ja, leider sei sie Atheistin, sagt Christina Häseler. Sie lebt in Wittenberg, der Lutherstadt – nirgendwo im Land ist den Menschen der Glaube ferner als in dieser Gegend. Vor dem Kirchentag hat sie ihn wiedergefunden.

Von Kerstin Decker | DER TAGESSPIEGEL

Der Mann mit dem großen gelben Schild auf dem Rücken bemerkt den prüfenden Blick sofort, der wohl einen Moment zu lang auf ihm ruhte.

– Haben Sie schon eine Bibel zu Hause?, fragt er und öffnet die Arme.

– Vier Bibeln!

– Tragen Sie die Bibel auch in Ihrem Herzen?

– Auch, aber mehr im Kopf, doch da fällt immer alles raus.

Der Propagandist des Herrn weist mit sanftem Tadel darauf hin, dass dies ohnehin der falsche Aufbewahrungsort sei:

– Können Sie von sich sagen, dass Sie Jesus Christus gehören?

– Nein, ich kann sagen: Ich gehöre mir selber.

Wie schade! Ein tiefes Mitleid erscheint in den Augen des Bodenpersonals Gottes: Schon wieder eine unrettbare Seele! Und diese Stadt ist voll davon.

weiterlesen

China bohrt nach brennbarem Eis

Methanhydrat wird auch brennbares Eis genannt. Methanhydrat ist vereinfacht gesagt nichts anderes als Eis mit dem Gas Methan darin. Foto: U.S. Geological Survey
Entlang der Ozeanränder lagern enorme Mengen Erdgas – gebunden als Methanhydrat. Nach Japan hat nun auch China die Ressource erstmals erfolgreich angezapft. Umweltschützer schlagen jedoch Alarm.

Frankfurter Rundschau

China ist nach eigenen Angaben zum ersten Mal der Abbau von „brennbarem Eis“ gelungen, einer Ressource, die tief im Meeresboden lagert und als neue vielversprechende Quelle zur Gewinnung von Erdgas gehandelt wird.

Nach dem Stoff, der eigentlich Methanhydrat heißt, sei im Südchinesischen Meer in einer Tiefe von 1266 Metern gebohrt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua. Seit Ende März konnten bei den Tests demnach täglich durchschnittlich 16.000 Kubikmeter Gas gefördert worden.

weiterlesen

Trump im Heiligen Land – Israel zeigt gute Miene

Vorbereitungen für den Empfang Trumps am Flughafen von Tel Aviv. (Bild: Jim Hollander / EPA)
Unmittelbar vor dem Besuch des amerikanischen Präsidenten am Montag kommt die israelische Regierung den Palästinensern mit Reiseerleichterungen und Baubewilligungen entgegen. Der Beschluss sorgt allerdings für Streit im Kabinett.

Von Christian Weisflog | Neue Zürcher Zeitung

Kurz nach dem Mittag wird das Flugzeug des amerikanischen Präsidenten am Montag in Tel Aviv erwartet. Donald Trumps Besuch hätte eigentlich ein Heimspiel werden sollen, besonders bei den rechtsnationalen Teilen der israelischen Regierung und der Siedlerbewegung. Hatte er doch versprochen, an seinem ersten Amtstag die amerikanische Botschaft nach Jerusalem zu verlegen. Doch auch diese vollmundige Ankündigung aus Trumps Munde blieb bisher ohne Folgen. Ganz im Gegenteil: Anstatt eine Carte blanche zu erteilen, stellt die amerikanische Regierung nun auch Forderungen an Israel. Sie verlangt vertrauensfördernde Massnahmen, um direkte Friedensverhandlungen zu ermöglichen.

weiterlesen

Schweizer stimmen gegen neue Kernkraftwerke

Bild: heise.de/tp
Alte Meiler dürfen am Netz bleiben, solange sie die Sicherheitsanforderungen erfüllen

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Heute hatten 5,3 Millionen Schweizer bis zwölf Uhr Mittag Zeit, ihre Stimme für oder gegen ein Energiewendegesetz abzugeben, das das Parlament der Eidgenossenschaft im September verabschiedet hat. Der aktuellen SRG-Hochrechnung nach wurde dieses Gesetz bei 43 Prozent Stimmbeteiligung mit 58,2 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Umfragen waren zuvor von einer geringeren Zustimmung ausgegangen.

Anders als die im letzten Jahr vom Volk abgelehnte Initiative der Grünen verbietet das jetzt angenommene Gesetz zwar den Bau neuer Atommeiler, setzt aber keinen festen Termin für die Abschaffung der bereits gebauten, die die Ökopartei bis spätestens 2029 schließen lassen wollte (vgl. Nein zur Schweizer Atomausstiegs-Initiative). Diese fünf Atomkraftwerke sollen so lange am Netz bleiben dürfen, so lange sie die Sicherheitsanforderungen erfüllen. Derzeit liefern sie etwa ein Drittel des in der Eidgenossenschaft verbrauchten Stroms.

weiterlesen

 

These Bicycles Eat Smog and Spit Out Clean Air

Image: Studio Roosegaarde
The Smog Free Project was inspired by air pollution problems in Beijing.

By Lisa Cumming | MOTHERBOARD

Bike sharing programs in China are big right now. There are over 30 Chinese start-ups and one of the largest of them all, Ofo, has about 2.2 million bikes in 43 cities. Daan Roosegaarde, an inventor from the Netherlands and the designer behind China’s smog-sucking tower, wants to get in on the action with a bike that sucks up smog and releases clean air.

About three years ago his design and technology company, Studio Roosegaarde, launched the Smog Free Project, which started after he visited Beijing and saw the impacts of pollution. „Some days I couldn’t see the other side of the street,“ he told me over the phone.

„The project is about the dream of clean air, clean water and clean energy,“ he said.

read more

Wie reich die großen deutschen Kirchen sind

Der Berliner Dom kostet in der Unterhaltung jedes Jahr 600 Millionen Euro Bild: bb
Die katholische und die evangelische Kirche besitzen ein Milliardenvermögen. Kritiker stören sich daran, dass sie zusätzlich auch noch Leistungen vom Staat bekommen.

Von Carla Neuhaus | DER TAGESSPIEGEL

Die Badewanne des Bischofs von Limburg hat es den Besuchern angetan. Etliche Fotos von ihr tauchen derzeit im sozialen Netzwerk Instagram auf. Das Bistum hat im Mai gleich zwei Mal zu einem Rundgang der besonderen Art eingeladen. Interessierte konnten das Bischofshaus besuchen und wurden dabei aktiv aufgefordert, ihre Fotos bei Instagram hochzuladen. Eine mutige Entscheidung. Schließlich stehen Badewanne, Fitnessraum und Karpfenteich in Limburg für: Verschwendung und Protz. Der frühere Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat beim Bau des Komplexes so viele Sonderwünsche geäußert, dass die Kosten explodierten – statt sechs wurden 30 Millionen Euro fällig. Allein für die freistehende Badewanne sollen 15.000 Euro draufgegangen sein. Tebartz-van Elst hat das sein Amt gekostet. In Limburg wie in anderen Bistümern ist man seitdem sehr auf Transparenz bedacht. Und trotzdem ist das mit dem Geld und der Kirche bis heute immer noch so eine Sache.

weiterlesen

Riesenauge in Chiles Wüste soll Sternenlicht einfangen

Das Extremely Large Telescope kostet 1,1 Milliarden Euro – EPA
Ein abgelegener Berggipfel in Chiles Atacamawüste wird zum Zentrum eines weltweit einmaligen Projekts. Hier wird nach jahrelangen Vorbereitungen das größte optische Teleskop der Welt gebaut.

Die Presse.com

Der Armazones-Berg (3.048 Meter) befindet sich 130 Kilometer südlich von Antofagasta im Norden Chiles. Vor zwei Jahren wurde die Spitze gesprengt, um eine Plattform für das Extremely Large Telescope (ELT) zu errichten. Am 26. Mai will Chiles Staatschefin Michelle Bachelet den Grundstein legen. Ab 2024 soll das Teleskop hier sein erstes Sternenlicht einfangen.

Das Projekt der Europäischen Südsternwarte (ESO) hat in der Wüste einen idealen Standort gefunden. Dank der sogenannten Humboldt-Strömung ist die Region fast ständig wolkenfrei. Die Wolken bleiben entweder über dem Pazifischen Ozean oder auf der argentinischen Seite der Anden. In rund 90 Prozent der Nächte ist der Sternenhimmel in der äußerst sauberen und trockenen Wüstenatmosphäre zur Beobachtung frei.

weiterlesen

Kirchentag und Atheismus: Für mich bitte kein Kreuz

Bild: Leipziger Blatt
Messen sind oft große Shows, Gläubige engagieren sich, der Armenpapst wirkt bereichernd. Warum ich trotzdem nicht an Gott glaube: Bekenntnis eines Berliners zum Kirchentag.

Von Robert Ide | DER TAGESSPIEGEL

Heute werden sie wieder durch den Kiez klingen und in meinen Ohren, als Sinfonie unserer Großstadt, als schlagendes Herz meiner Nachbarschaft, als Unterbrechung des Alltags zumindest in Gedanken – die Kirchenglocken rufen wieder zum heiligen Sonntag. Ich werde sie gern hören und gleichzeitig überhören. Denn was ist Berlin schon heilig? Schon gar nicht die Kirche. Mir auch nicht.

Dies ist ein Bekenntnis zum Kirchentag, zu dem in der kommenden Woche Zehntausende nach Berlin pilgern werden, die an das Gute im Menschen und im Himmel glauben oder zumindest daran, dass selbst der Tod ein gutes Ende nehmen kann. Als neugieriger Mensch bedaure ich, dass mir diese Welt verschlossen ist und bleibt. Aber die Wahrheit, die ich mit vielen Berlinerinnen und Berlinern teile, ist schlicht und deshalb nicht schlecht: Ich kann mit der Kirche nichts anfangen, nicht an Gott glauben. Der Kirchentag wird trotz spannender Veranstaltungen an mir vorüberziehen wie einst die Loveparade. Verkleidete Menschen aus aller Herren und Frauen Bundesländer liegen sich zu mir unbekannten Liedern in den Armen. Wenigstens werden die Gotteskinder den Tiergarten nicht achtlos zumüllen.

weiterlesen

Wahabitenkönig gibt barhäuptiger Melania die Hand

Bild: Weißes Haus
Während Donald Trump auf Staatsbesuch in Saudi-Arabien weilt, kolportieren die New York Times, die Washington Post und CNN neue Gerüchte zur Russlandaffäre

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

In Saudi-Arabien ist der salafistische Wahabismus Staatsdoktrin. Er verbietet unter anderem, dass Männer fremden Frauen die Hand geben und regelt, dass Letztere nur in eine Abaja oder ein anderes Haar und Konturen verhüllendes Gewand gekleidet das Haus verlassen dürfen. Melania Trump, die Ehefrau des neuen US-Präsidenten, die ihn auf seinem Staatsbesuch begleitet, hat sich dafür in kein solches Gewand geworfen und auch kein Kopftuch aufgesetzt, als sie dem saudischen König gestern beim Empfang die Hand schüttelte.

Melania Trump war allerdings nicht die erste US-Präsidentengattin, die das wagte: 2015 hatte sich Michelle Obama, die Ehefrau von Trumps Vorgänger Barack Obama, ebenso barhäuptig gezeigt – was der heutige Präsident damals auf Twitter als unnötigen Affront kritisierte, der die USA einen ihrer Verbündeten kosten könne. Auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bei ihrem Saudi-Arabien-Besuch am 30. April kein Kopftuch auf. Das ermunterte das arabische Satireportal Khasenews dazu, ihre Haare amateurhaft zu verpixeln und zu scherzen, man habe sie so im saudischen Fernsehen gezeigt. Ein Scherz, den die SPD-Bundestagsabgeordnete Lale Akgün für bare Münze nahm.

weiterlesen

Bestandaufnahme der irdischen Pflanzenwelt

Pflanzen sind unsere Lebensgrundlage – aber auch eine längst nicht komplett erforschte Welt © Kew Gardens
Grüne Lebensgrundlage: Die irdische Pflanzenwelt ist bisher nur in Ansätzen erfasst und erforscht. Allein im letzten Jahr wurden 1.730 neue Pflanzenarten entdeckt, wie der aktuelle Zustandsbericht zur irdischen Pflanzenwelt darlegt. Erst bei 225 Pflanzenarten hat man bisher das Erbgut entschlüsselt – angesichts von knapp 400.00 Gefäßpflanzenarten weltweit eine verschwindend geringe Zahl.

scinexx

Sie produzieren den lebenswichtigen Sauerstoff und liefern Mensch und Tier die nötige Nahrung: Pflanzen. Ohne sie sähe die Erde nicht nur völlig anders aus, die Pflanzenwelt ist auch eine Voraussetzung für Leben wie wir es kennen. „Pflanzen bilden die Basis der irdischen Ökosysteme und haben das Potenzial, einige unsere drängendsten Probleme zu lösen“, sagt Kathy Willis, wissenschaftliche Leiterin der Royal Botanical Gardens im englischen Kew.

weiterlesen

USA und Saudi-Arabien schließen gigantischen Waffendeal

  • Bei seinem Besuch in Saudi-Arabien bahnen US-Präsident Donald Trump und die saudische Regierung ein riesiges Waffengeschäft an.
  • Das arabische Land will demnach im ersten Schritt Rüstungsgüter im Wert von fast 110 Milliarden Dollar kaufen. Insgesamt soll das Geschäft 350 Milliarden Dollar schwer sein.
  • Trump freut sich in einer ersten Reaktion über „Jobs, Jobs, Jobs“ in den Vereinigten Staaten.

Süddeutsche.de

Die USA und Saudi-Arabien haben während des Besuchs von US-Präsident Donald Trump ein Waffengeschäft in Höhe von fast 110 Milliarden Dollar (knapp 100 Milliarden Euro) vereinbart. Es sei der größte einzelne Rüstungsdeal in der US-Geschichte, teilte Regierungssprecher Sean Spicer am Samstag im Kurznachrichtendienst Twitter mit. Über einen Zeitraum von zehn Jahren soll Saudi-Arabien sogar Waffen im Wert von etwa 350 Milliarden Dollar aus den USA kaufen.

weiterlesen

„Es gehört viel Mut dazu, Gesicht zu zeigen“

Iris Gleicke (SPD) ist Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer. Foto: Bernd von Jutrczenka (dpa)
Die Ostbeauftragte der Bundesregierung über die neue Rechtsextremismus-Studie, die sie in Auftrag gegeben hat.

Von Markus Decker | Frankfurter Rundschau

Frau Gleicke, das Göttinger Institut für Demokratieforschung kommt in seiner Studie zu dem Ergebnis, dass Ostdeutschland ein größeres Problem mit Rechtsextremisten habe als Westdeutschland, warnt aber vor einem Generalverdacht. Teilen Sie die Einschätzung?
Ich finde die Ergebnisse sehr interessant, weil sie deutlich machen, dass es den Rechtsextremismus in Ostdeutschland eben nicht gibt. Es geht im Übrigen auch nicht um Stigmatisierung, sondern darum, Prozessen in bestimmten Regionen ein Stück weit nachzuspüren. Es gibt vielfältige, ganz unterschiedliche Gründe. Damit kann man weiter arbeiten. Die Antworten müssen vor Ort gefunden werden.

Man hat zuweilen den Eindruck, die Autoren wollten dem Osten nicht allzu wehtun, damit Sie nicht so viel Ärger kriegen wie 2016, als Sie erklärten, der Rechtsextremismus schade der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung.
Ich gehe davon aus, dass das Echo wie im vergangenen Jahr sehr geteilt sein wird. Die Ministerpräsidenten egal welcher Couleur haben mich damals alle beschimpft, auch die „Berliner Zeitung“ hat einen angeblichen ‚neuen Osthass‘ entdeckt. Dabei habe ich schon im vergangenen Jahr gesagt, dass Rechtsextremismus kein alleiniges Ost-Problem sei. Aber das Problem ist im Osten größer; die Zahlen sind da eindeutig. Deshalb ist es wichtig, sich das anzugucken und Handlungsempfehlungen zu geben.

weiterlesen

Gedächtniskirche, Garnisonskirche, Kreuz Humboldt-Forum – wann kommt der Kaiser

Berliner Dom, Bild: bb
Die Berliner Gedächtniskirche sollte nach Einschätzung von Experten nationales Kulturdenkmal werden. Die Kirche sei ein Mahnmal gegen den Krieg und ein Zeugnis der Architektur-Moderne, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, in Berlin. Die Bundeskulturpolitik habe sich bisher nicht ausreichend um das Gebäude gekümmert. Ein Beirat habe sich in den vergangenen zwei Jahren Gedanken über die Zukunft der Kirche gemacht.

EKD

Das wichtigste Ziel sei, dass sich die Gemeinde nicht mehr allein um den Erhalt des Gesamtensembles kümmern müsse, betonte Zimmermann. Sowohl der Bund als auch das Land Berlin und die Landeskirche müssten Verantwortung für die Kirche übernehmen. Das Thema „Erhalt der Gedächtniskirche“ solle möglichst im nächsten Koalitionsvertrag verankert werden, forderte der Geschäftsführer. Zimmermann ist Mitglied und Moderator im Beirat „Neues Nutzungskonzept“.

Sanierungen, Renovierungen und Baumaßnahmen

Die Gemeinde habe in den vergangenen Jahren viele Sanierungsarbeiten finanziert, sagte Pfarrer Martin Germer. Weitere Maßnahmen seien dringend notwendig. So starte nach Pfingsten die mit rund 1,8 Millionen veranschlagte Sanierung des Podiums, auch der zurzeit eingerüstete Glockenturm müsse dringend renoviert werden.

weiterlesen

Von der Zukunft der Bauroboter mit 3D-Druckern

Der Bauroboter der MIT-Wissenschaftler. Bild: Steven Keating, Julian Leland, Levi Cai, and Neri Oxman/Mediated Matter Group
Ein von MIT-Wissenschaftlern entwickelter Prototyp setzt in Größe und Geschwindigkeit Maßstäbe, neben dem Entwurf und dem Bau von Gebäuden soll auch deren Bewohnen revolutioniert wird

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Wie schnell autonome Fahrzeuge menschliche Fahrer ersetzen und arbeitslos machen, ist schwer abzusehen. Neben technischen Problemen und solchen der Infrastruktur müssen dazu vor allem juristische Fragen geklärt werden. Noch zögern die Gesetzgeber in den westlichen Ländern, autonome Fahrzeuge ohne einen Fahrer auf die Straßen zu lassen, der bei Bedarf eingreifen muss und dafür die Verantwortung trägt.

Schneller könnte es womöglich hingegen in anderen personalintensiven Bereichen wie etwa dem Bau gehen. Deutlich wird, dass die Robotik große Fortschritte gemacht hat, mit großen 3D-Druckern architektonische Raumstrukturen zu bauen. Gerade bei gleichförmigen Bauwerken, die aus vorgefertigten Materialien oder Elementen aufgebaut werden, vergrößern sich die Einsatzmöglichkeiten für automatische Bausysteme oder Architekturroboter. Dazu kommt, dass die Baubranche gewaltige Umsätze macht, man geht jährlich von 8,5 Billionen US-Dollar aus, ganze Volkswirtschaften hängen am fortgesetzten Bauboom. Doch die Technik ist noch oft alt, langsam, teuer und arbeitsintensiv. Robotik-Befürworter argumentieren auch hier damit, dass viele Arbeiter bei ihrer oft gefährlichen Tätigkeit verunglücken und sterben oder verletzt werden.

weiterlesen

In einem Sikh-Tempel will Boris Johnson mehr Whisky-Importe nach Indien

Boris Johnson (im orangen Turban). – (c) imago/i Images (Andrew Parsons / i-Images)
Der britische Außenminister setzte sich ausgerechnet in einem Sikh-Tempel für mehr Whisky-Importe nach Indien ein.

Die Presse.com

Der für seine verbalen Ausrutscher bekannte britische Außenminister Boris Johnson hat am Mittwoch seinem Ruf alle Ehre gemacht, als er sich ausgerechnet in einem Sikh-Tempel für mehr Whisky-Importe nach Indien einsetzte. Wann immer sie Verwandte in Indien besuchten, bringe er aus dem Duty Free-Shop Johnnie Walker mit, da der Einfuhrzoll auf Schottischen Whisky 150 Prozent betrage, sagte Johnson während eines Wahlkampfauftritts im südwestenglischen Bristol.

weiterlesen

Luthers Thesen bringen mehr als eine Million Euro

Luthers 95 Thesen zum Ablasshandel bringen sind auch 500 Jahre später immer noch ein Verkaufsschlager, der richtig viel Geld einbringt. Und auch die Verkaufspreise der anderen Werke des Bestsellerautors Martin Luther können sich sehen lassen.

evangelisch.de

Ein Exemplar der ersten Buchausgabe von Martin Luthers berühmten 95 Thesen zum Ablasshandel aus dem Jahr 1517 ist am Dienstag in Königstein für 1,1 Millionen Euro versteigert worden. Der nur knapp zwei Wochen nach der Veröffentlichung der Thesen bei Adam Petri in Basel erschienene Druck sei an einen Bieter aus Übersee gegangen, sagte Dirk Krah vom Auktionshaus Reiss & Sohn dem Evangelischen Pressedienst (epd). Der Schätzpreis hatte 150.000 Euro betragen. Die wenigen weiteren Exemplare der Erstausgabe befänden sich alle in privater Hand und seien im Handel „praktisch unauffindbar“, sagte Krah. An der Versteigerung hätten sich zwei Personen im Saal und fünf am Telefon beteiligt.

weiterlesen

Zehn Jahre für Glyphosat

Glyphosat ist nicht der einzige Inhaltsstoff in Pflanzenschutzmitteln, der bedenklich ist. (Foto: Flickr/ Roundup, Monsanto by Mike Mozart CC BY 2.0)
Das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat soll für zehn weitere Jahre zugelassen werden – so will es die EU-Kommission. Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen.

Frankfurter Allgemeine

Die EU-Kommission will den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat für weitere zehn Jahre in Europa zulassen und treibt damit Umweltschützer auf die Barrikaden. Eine Kommissionssprecherin betonte aber am Mittwoch, dass es zunächst nur ein Vorschlag sei und eine Debatte mit den EU-Mitgliedsstaaten geführt werden solle. Man suche eine Lösung, die möglichst große Unterstützung habe, sagte sie.

Das auch auf deutschen Feldern breit eingesetzte Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu verursachen. Allerdings kam die europäische Chemikalienagentur Echa im März zu dem Schluss, dass verfügbare wissenschaftliche Erkenntnisse nicht die Kriterien erfüllten, um Glyphosat als krebserregend zu bewerten.

weiterlesen

ARD-Film „Gift“: Schmutzige Pillen bringen den Tod

© diwafilm GmbH Sie kommt dem Skandal auf die Spur: Julia Koschitz spielt die Interpol-Agentin Juliette Pribeau.
Ein ARD-Themenabend über gefälschte Medikamente beleuchtet einen verborgenen Skandal: Weltweit blüht der Handel mit gefährlichen Präparaten. Was sie anrichten, zeigt der Film „Gift“.

Von Joachim Müller-Jung | Frankfurter Allgemeine

Ein Blick, so leer und verloren wie der vermeintliche Sieg, den sie errungen hatte: Die integre Interpolagentin Juliette Pribeau (Julia Koschitz) hat dank des Whistleblowers Günther Kompalla (Heiner Lauterbach) einen weltweit agierenden Händlerring auffliegen lassen, der gefälschte Medikamente in Umlauf bringt. Doch am Ende sitzt sie düpiert der falsch spielenden Pharmalobbyistin Vera Edwards (Maria Furtwängler) gegenüber, die in ihrer Antrittsrede als oberste Aufsichtsbehördenchefin jede höhere Moral gegen die Wand laufen lässt und den dunklen Mächten in der Gesundheitsbehörde zum Triumph verhilft.

weiterlesen