Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen

Bild: tagesschau.de
Zehntausende Frauen werden jedes Jahr Opfer von Gewalt – oft im häuslichen Umfeld. Bund, Länder und Gemeinden wollen die Unterstützung der Betroffenen verbessern. Frauenhäuser sollen mehr Geld bekommen.

tagesschau.de

Angesichts Zehntausender gewalttätiger Übergriffe auf Frauen jedes Jahr wollen Bund, Länder und Kommunen Hilfs- und Schutzangebote ausbauen. „In Deutschland wird jeden dritten Tag eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet“, sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey.

Laut Kriminalstatistik werden mehr als 100.000 Frauen jedes Jahr Opfer von versuchten oder vollendeten Gewalttaten ihrer Partner oder Ex-Partner: Mord, Totschlag, Körperverletzung, Bedrohung, sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung. Giffey erklärte: „Diesen Frauen müssen wir helfen, der Gewalt zu entkommen.“

weiterlesen

„Atemnot“ im Sankt-Lorenz-Golf

Der Nordwest-Atlantik vor der Mündung des Sankt-Lorenz-Stroms verliert Sauerstoff. Schuld daran sind Klimawandel und und Meerströmungen.© Mariona Claret/ University of Washington Zoom Washington
Verlagerte Strömungen: Das Meeresgebiet an der Mündung des Sankt-Lorenz-Stroms in Kanada leidet unter zunehmender „Atemnot“. Der Sauerstoffgehalt des Meerwassers ist hier doppelt so schnell gesunken wie im Rest des Nordatlantiks. Der Grund dafür: Der kalte, sauerstoffreiche Labradorstrom hat sich durch den Klimawandel abgeschwächt, dafür dringt der warme Golfstrom immer weiter nach Norden vor, wie Forscher im Fachmagazin „Nature Climate Change“ berichten.

scinexx

Der Sauerstoffschwund der Ozeane bereitet Forschern schon länger Sorgen, denn in vielen Meeresgebieten breiten sich sich sauerstoffarme „Todeszonen“ immer weiter aus – unter anderem im Indischen Ozean, im Schwarzen Meer, im Golf von Oman und vor der US-Küste, aber auch in der Ostsee und sogar auf dem offenen Atlantik. Als Ursachen dafür gelten die Erwärmung des Meerwassers durch den Klimawandel, aber auch der Einstrom von Nährstoffen.

weiterlesen

Feinstaub gelangt bis in die Plazenta

Ruß und Feinstaub aus der Luft gelangen über das Blut bis in die Plazenta von Schwangeren – und so auch in das ungeborene Kind. © janulla/ thinkstock
Belastung im Mutterleib: Erstmals haben Forscher nachgewiesen, dass Rußpartikel aus der Luft bis in die Plazenta von Schwangeren gelangen können. Das könnte erklären, wie und warum Feinstaub schon bei ungeborenen Kindern Gesundheitsschäden versuchen kann. Die Wissenschaftler wiesen die Schadstoffpartikel in Fresszellen des Mutterkuchens nach. Ihrer Ansicht liegt es nahe, dass der Ruß von dort auch in den Körper des Kindes gelangt.

scinexx

Feinstaub aus Ruß und anderen Partikeln ist längst ein weltweites Problem, dem bis zu 4,5 Millionen Menschen jährlich zum Opfer fallen könnten. Denn die winzigen Partikel dringen tief in die Lunge ein und können Krebs und Asthma, aber auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen. Studien belegen zudem, dass selbst Ungeborene durch die Belastung der Mutter beeinträchtigt werden: Sie werden früher geboren und leiden später häufiger unter Atemwegsproblemen.

weiterlesen

Türkei: „Des Sultans bundesrepublikanische Kleider“

Bild: Magazin „The Economist“
Berlins spektakuläre Wende in der deutschen Türkeipolitik, obwohl Ankara Menschenrechtsverletzungen und Verhaftungen fortsetzt und Schritte zur Einführung der Todesstrafe einleitet

Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Während Außenminister Heiko Maas und Wirtschaftsminister Peter Altmaier eine spektakuläre Wende in der deutschen Türkeipolitik eingeleitet haben, um die Türkei vor dem Bankrott zu retten, gehen die Menschenrechtsverletzungen und Verhaftungen in der Türkei ungehindert weiter.

Am vergangenen Samstag wurden über 500 Arbeiter verhaftet, weil sie sich an einem Streik für bessere Arbeitsbedingungen auf dem Istanbuler Großflughafen und die Auszahlung ihrer Löhne beteiligt hatten. Immer mehr Europäer werden verhaftet und zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Der Preis, sie frei zu bekommen, wird immer höher.

Erdogan pokert hoch. Die Wiedereinführung der Todesstrafe steht auf seiner Agenda – eigentlich eine von EU und UNO postulierte „rote Linie“. Aber um den Bankrott der Türkei abzuwenden und um neue Flüchtlingsströme zu verhindern, wird an dieser Stelle weggesehen. So kann der Machthaber walten und schalten, wie ihm beliebt – und wird dabei noch von Deutschland unterstützt.

Das fragte der Spiegel in seiner Printausgabe am 7. September. Keineswegs, meinte Wirtschaftsminister Altmaier demnach. Aber: „Es gehöre zur staatspolitischen Räson Deutschlands, das Brückenland zwischen Europa und dem Orient zu unterstützen“, erklärte Altmaier, wie ihn das Magazin wiedergibt. Also doch: „Ja, auf jeden Fall“?

Vor Kurzem meinte Altmaier noch, „die Türkei müsse erst eine Reihe von Reformen auf den Weg bringen, bevor deutsche Wirtschaftshilfe fließen könne“. Noch vor einem Jahr verhängte die Bundesregierung Sanktionen gegen die Türkei, das Auswärtige Amt gab aufgrund der Menschenrechtsverletzungen eine Reisewarnung heraus, staatliche Exportbürgschaften wurden eingeschränkt.

weiterlesen

Erst die Scheidung, dann die Kündigung?

Die Kirchen einschließlich ihrer Wohlfahrtsverbände beschäftigen in Deutschland mehr als eine Million Menschen.Foto: picture alliance / dpa
Die Caritas hat einen Chefarzt entlassen, weil dessen Lebensführung ihren Prinzipien widerspricht. Gut, dass der Mann sich dagegen wehrt. Ein Kommentar.

Von Jost Müller-Neuhof | DER TAGESSPIEGEL

Wenn sich ein Patient einer Ärztin oder einem Arzt unters Messer legt, ist Glaube wichtig. Der Glaube, dass da einer sein Handwerk versteht. Weniger der rechte Glaube, die richtige Konfession. Anders hat es lange die katholische Kirche in Deutschland gesehen. Wer operiert in einem katholischen Krankenhaus, muss ordentlich katholisch sein. Heirat, Scheidung, Heirat, für viele Normalprogramm im Lebenslauf, sind damit unvereinbar. Bei Katholiken steht auf Hochzeit Lebenslang. Und bei Bruch des Treueversprechens in manchen Anstellungsverhältnissen: Kündigung.

Dem Chefarzt der inneren Medizin einer Düsseldorfer Caritas-Klinik ist zu danken, dass er sich dagegen mit langem Atem zu Wehr setzt. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat jetzt geurteilt, dass eine solche Kündigung eine nach EU-Recht verbotene Diskriminierung sein kann. Gerechtfertigt wäre sie nur, wenn der Glaube für die Job-Ausübung eine Rolle spielt. Ärzte sind keine Seelsorger und sie nehmen auch niemandem die Beichte ab. Das Bundesarbeitsgericht (BAG), das über den Fall nun erneut zu befinden hat, wird der Kündigung widersprechen müssen.

weiterlesen

Arktis: Weniger Meereis als im Vorjahr

Offenes Meer statt dickem Eis: Meereis nördlich von Grönland © Alfred-Wegener-Institut
Der Eisschwund hält an: Die Ausdehnung des arktischen Meereises ist erneut geschrumpft, wie aktuelle Satellitenmessungen belegen. Demnach ist die Eiskappe über dem Nordpol momentan nur noch 4,4 Millionen Quadratkilometer groß – das ist weniger als 2017 um die gleiche Zeit. Vor allem die Nordostpassage war in diesem Sommer nahezu eisfrei. Das Meereis-Minimum erreicht damit 2018 den sechstkleinsten Wert seit Beginn der Messungen, wie Eisforscher berichten.

scinexx

Alljährlich zum Sommerende im September erreicht das arktische Meereis seine kleinste Ausdehnung – und nahezu jedes Jahr bleibt weniger von der nordpolaren Eiskappe übrig. Kein Wunder: Der Klimawandel bringt immer neue Wärmerekorde und heizt gerade die Arktis überproportional stark auf. Als Folge beobachten Forscher sogar schon im Februar 2018 einen neuen Rekord-Eisschwund des arktischen Meereises.

weiterlesen

Erste päpstliche Basilika in Sachsen – „Basilica minor“

Sachsen hat seine erste päpstliche Basilika: Papst Franziskus hat der Wechselburger Wallfahrtskirche den Ehrentitel „Basilica minor“ verliehen, wie der Bischof von Dresden-Meißen Timmerevers, am Sonntag bei der Bistumswallfahrt in Wechselburg verkündete.

DOMRADIO.DE

Sachsen hat seine erste päpstliche Basilika: Papst Franziskus hat der Wechselburger Wallfahrtskirche den Ehrentitel „Basilica minor“ verliehen, wie der Bischof von Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers, am Sonntag bei der Bistumswallfahrt im mittelsächsischen Wechselburg verkündete. Dazu werde es am 12. November, dem 850. Jahrestag der Ersterwähnung der Klosterkirche, einen feierlichen Gottesdienst geben, an dem auch der Botschafter des Papstes in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, teilnehmen will.

Erste päpstliche Basilika in Ostdeutschland

„Basilica minor“ ist in der katholischen Kirche ein Ehrentitel, mit dem der Papst bedeutungsvolle Kirchen auszeichnet. Weltweit gibt es etwa 1.500, in Deutschland nunmehr 77 solcher Gotteshäuser. Wechselburg ist dabei, außerhalb Berlins, die erste dieser Basiliken in Ostdeutschland. Die spätromanische Basilika gehört zu den am besten erhaltenen romanischen Bauten im Osten Deutschlands.

weiterlesen

Yoga: Esoterik oder Gesundheitstraining?

„Viele machen heute aus gesundheitlichen Gründen Yoga…Nicht immer sind diese Techniken harmlos“, warnt der Youcat (2005) Foto: Pixabay (CC0)
Auch wenn „New Age“-Schriften, Yoga-Varianten und alle möglichen esoterischen Praktiken rund um „Selbstfindung“ in der katholischen Kirche zu finden sind – sogar in Klostergemeinschaften, Priesterseminaren und katholischen Bildungswerken: Das bedeutet nicht, dass diese gut zu heißen sind, so Kardinal Paul Josef Cordes in seinem aktuellen Buch.

Von Hans Jakob Bürger | CNADeutsch

„Yoga – Ein religionsneutrales Gesundheitstraining?“ ist im Maria-Media-Verlag erschienen und gehört dringend in die Hände von Religionslehrern, Jugendseelsorgern und Referenten in Katholische Akademien.

Anlässlich eines wissenschaftlichen Symposiums der theol. Hochschule Heiligenkreuz zum Thema „Erlösung oder Selbsterlösung? Die Antwort des christlichen Glaubens auf Gnosis und Esoterik“ hat Kardinal Cordes eine Studie vorgelegt, die an Klarheit und Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt. In seinem schmalen Bändchen nimmt er einige der modischen Heilslehren unter die Lupe, zeigt ihre Herkunft und ihre ursprüngliche Bedeutung auf, sowie die Auswirkungen auf die Christen und ihre Seele.

weiterlesen

Kohlekommission: Angedeuteter Kompromiss schlägt hohe Wellen

Ein riesiger Schaufelradbagger baut Kohle im Tagebau ab. Foto: dpa
Der über einen Medienbericht angedeutete Kompromiss der Kohlekommission zum Ausstieg aus der Braunkohle hat in Ostdeutschland viel Kritik hervorgerufen.

Kölner Stadt-Anzeiger

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) forderte Aufklärung zur Arbeit der Kohlekommission. Das Gremium sei obsolet, wenn es Vorfestlegungen gebe, sagte der Regierungschef am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. „Die Arbeit der Kommission hat nur einen Sinn, wenn sie an Fakten orientiert ist und ergebnisoffen.“

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) lehnt derzeit eine Diskussion über konkrete Daten für den Kohleausstieg strikt ab. „Wir sind überhaupt nicht bereit, über Ausstiegsdaten zu reden, solange nicht klar ist, wie das Gesamtkonzept aussieht“, sagte Haseloff der dpa.

weiterlesen

Russische Kirche bricht mit Patriarchat von Konstantinopel – drohende Kirchenspaltung in der Orthodoxie

Paukenschlag in der orthodoxen Kirche: Im Streit um eine Eigenständigkeit der ukrainischen Kirche hat Moskau dem Ehrenoberhaupt und Patriarchen von Konstantinopel die Freundschaft gekündigt. Eine Eskalation droht.

DOMRADIO.DE

Der orthodoxen Kirche droht wegen eines Streits zwischen den bedeutendsten Kirchenzentren Konstantinopel und Moskau die Spaltung. Die Sondersitzung des Leitungsgremiums der russisch-orthodoxen Kirche, des Heiligen Synods, in Moskau endete am Freitagabend mit einem Paukenschlag: Aus Protest gegen die Initiative zur Schaffung einer eigenständigen orthodoxen Kirche in der Ukraine stellt die russische Kirche vorerst die Zusammenarbeit mit dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel ein.

weiterlesen

Jedes Jahr sterben Millionen Vögel durch Stromleitungen und Windkraftanlagen

Vögeln können sowohl Stromleitungen wie auch Windturbinen gefährlich werden. (Jean-Christophe Bott / Keystone)
Die Verluste durch Stromschläge und Kollisionen lassen sich mindern. Und gerade Offshore-Anlagen können sogar als neue Habitate dienen – allerdings mit noch unbekannten Folgen für die Ökosysteme.

Katharina Dellai-Schöbi | Neue Zürcher Zeitung

Zoé wurde nur ein halbes Jahr alt. Die in Rheinfelden geborene Störchin wurde 2016 in Marokko unter einem Freileitungsmast gefunden. Tod durch Stromschlag, vermutet man bei der Gesellschaft Storch Schweiz. Ein Schicksal, das auch den unzähligen anderen Zugvögeln droht, die zurzeit wieder unterwegs in ihre Winterquartiere sind. Strommasten und Freileitungen dienen ihnen als Schlafplätze, als Warten – oder werden zur tödlichen Falle. Auch bei Windturbinen kommt es häufig zum sogenannten Vogelschlag. Weltweit dürften so jedes Jahr Millionen von Vögeln wegen Stromleitungen und Windkraftanlagen verenden. Verschiedene Massnahmen können hier aber die Verluste verringern. Und insbesondere Offshore-Windparks könnten für manche Arten sogar auch Vorteile haben.

weiterlesen

Papst an Mafiosi: Euer Leben ist Gotteslästerung – priesterlicher Kindesmissbrauch auch

„Wer Mafioso ist, lebt nicht als Christ, denn mit seinem Leben lästert er Gott“: Mit scharfen Worten hat der Papst auf Sizilien die Mafia kritisiert und ihre Mitglieder zur Umkehr aufgerufen.

katholisch.de

Bei seiner Tagesreise nach Sizilien hat Papst Franziskus die Mafia scharf kritisiert und ihre Mitglieder zur Umkehr aufgerufen. „Wer Mafioso ist, lebt nicht als Christ, denn mit seinem Leben lästert er Gott“, sagte er bei einer Messe zu Ehren des Anti-Mafia-Priesters Pino Puglisi am Samstag in Palermo. „Den Mafiosi sage ich: Ändert euch, Brüder und Schwestern! Bekehrt euch zum wahren Gott. Sonst werdet ihr euer eigenes Leben verlieren und eure schlimmste Niederlage erleiden“, so Franziskus in seiner mehrfach von Applaus unterbrochenen Predigt.

weiterlesen

Bayern:Steuern sparen mit der GBW

GBW-Gewinne wurden offenbar systematisch nach Luxemburg verschoben, wo diese kaum besteuert wurden. Das zeigen Papiere, die die SZ einsehen konnte.
Daheim in Bayern klagen derweil viele Bewohner von GBW-Häusern über steigende Mieten, die ihnen das Leben schwer machten.

Von Klaus Ott | Süddeutsche Zeitung

Als die staatliche GBW samt ihren rund 30 000 Wohnungen vor gut fünf Jahren privatisiert wurde, da mussten sich die Mieter an neue, seltsam klingende Namen gewöhnen. Firmennamen, die nicht gerade nach Wohnungsbaupolitik zum Wohle der Bevölkerung klangen. Sondern eher nach anonymen Investoren, die sich nicht in die Karten schauen lassen wollten. Eine Pearl AcquiCo Eins und eine Pearl AcquiCo Zwei GmbH & Co. KG hätten die GBW erworben, erfuhren die Mieter. Pearl AcquiCo also, und das ausgerechnet bei der GBW, die als Gemeinnützige Bayerische Wohnungsbaugesellschaft viele Jahrzehnte lang ein sicheres und vertrautes Zuhause für Menschen mit nicht gerade hoch bezahlten Jobs gewesen war.

weiterlesen

Das älteste Bier der Welt

Steinzeitliche Braukunst: In Israel haben Archäologen die ältesten Spuren des Bierbrauens entdeckt – und den ältesten menschengemachten Alkohol überhaupt. Die 13.000 Jahre alten Rückstände in Steingefäßen belegen, dass schon die halbsesshaften Menschen der Natufien-Kultur Bier aus Wildgetreide und anderen Pflanzenzusätzen brauten. Bier könnte damit sogar älter sein als das Brotbacken – und rituellen Zwecken gedient haben, wie die Forscher berichten.

scinexx

Bier ist heute eines der beliebtesten alkoholischen Getränke – und der Gerstensaft hat eine lange Tradition. Schon vor gut 4.000 Jahren tranken die Sumerer einen vergorenen Getreidesaft, im Süden Ägyptens wurde vor rund 2.000 Jahren Bier als Medizin gegen Infekte konsumiert und auch bei den Galliern war das Brauen alltäglich. Die bisher ältesten Zeugnisse für Bier stammen jedoch aus dem alten China: Hier produzierten Braumeister schon vor 5.000 Jahren Getränke aus fermentiertem Getreide.

weiterlesen

Dodo Lütz: Atheisten sorgen sich um christliches Fundament

Nach den Worten des Bestseller-Autors Manfred Lütz sind es mittlerweile Atheisten wie der deutsche Linken-Politiker Gregor Gysi oder der Philosoph Jürgen Habermas, die sich Sorgen machen um das christliche Fundament der Gesellschaft.

kathpress

Sie wüssten nur zu gut, dass Verfassungspatriotismus allein nicht reiche, sagte der Theologe und Psychiater der in Würzburg erscheinenden Zeitung „Die Tagespost“. Er fügte hinzu: „Wenn die Trumps, Dieter Bohlens und Heidi Klums die Atmosphäre bestimmen, dann wird es eiskalt in unserer Gesellschaft.“ Denn dann zähle nur noch Erfolg, Geld und Der-Größte-Sein.

In einem solchen Gesellschaftsklima werde auch begonnen, sich wieder über Behinderte lustig zu machen, warnte Lütz. Dabei hätten Christen die Schwachen in den Mittelpunkt gestellt. „Denn in ihnen konnte man Christus, das heißt Gott, begegnen.“ Die Christen hätten das Mitleid erfunden, auch Krankenhäuser seien christliche Erfindungen.

weiterlesen

Technologische Allmachtphantasien

Bild: Mike MacKenzie/CC BY-2.0
In den 1970er-Jahren gelang den Biologen ein bedeutender Durchbruch: Die Entdeckung so genannter Restriktionsenzyme versetzte sie in die Lage, „Gen-Transplantationen“ durchzuführen.

Lars Jaeger | TELEPOLIS

Es war die Geburtsstunde der Gentechnik. Künstliche Gene produzierten bestimmte Proteine, mit denen sich dann entsprechende menschliche Krankheiten behandeln ließen. Mit dieser Form des „genetischen Engineering“ erregten die Biowissenschaften mit einem Schlag die Phantasie und das Interesse der Unternehmer.

Ein Pionier dieser Entwicklung war Molekularbiologie Herbert Boyer. Dieser traf sich im Jahr 1976 mit dem Manager und Finanzinvestor Robert Swanson, um ihm seine Ergebnisse zu erläutern. Das Ergebnis dieser Unterhaltung: Beide gründeten zusammen ein Unternehmen, das die Forschungsergebnisse Boyers in konkrete medizinische Produkte umsetzen sollte. Südlich von San Francisco, dort, wo zeitgleich zahlreiche neue Computerfirmen entstanden, gründeten sie die Firma „Genentech“. Nur wenige Jahre später (1982) brachte Genentech mit Insulin das erste gentechnisch hergestellte Medikament auf den Markt.

weiterlesen

Orbán hebelt die Freiheit der Wissenschaft aus

foto: mti / sandor kovacs / picturedesk.com Dunkle Zeiten für die ungarische Akademie der Wissenschaften: Die Orbán-Regierung will die wichtigste Forschungsinstitution des Landes mit allen Mitteln unter ihre Kontrolle bringen.
Nachdem Ungarns Akademie der Wissenschaften im Juli die Oberhoheit über ihr Budget verlor, soll nun auch ihre institutionelle Struktur zerstört werden.

Thomas Bergmayr | derStandard.at

Der Forschungsbetrieb in Ungarn ist in hellem Aufruhr – und das liegt nicht zuletzt daran, mit welcher Geschwindigkeit und Heftigkeit die Regierung unter Viktor Orbán gegen die freie Wissenschaft vorgeht. Nach der Central European University (CEU), die mithilfe von ganz auf die Schädigung der weltoffenen Privatuniversität zugeschnittenen „Anti-Soros“-Gesetze seit dem Vorjahr unter Druck gesetzt wurde, hat die Fidesz-Partei nun die höchste wissenschaftliche Institution des Landes im Visier: die renommierte ungarische Akademie der Wissenschaften.

Gegründet 1825 in Pressburg, dem damaligen Sitz des ungarischen Parlaments, ist die Magyar Tudományos Akadémia (MTA) heute die wichtigste wissenschaftliche Einrichtung Ungarns. 40 Institute und mehr als 100 Forschungsgruppen, verteilt auf mehrere Universitäten, vereinen sich unter ihrem Dach und decken dabei im Rahmen einer komplexen Organisationsstruktur ein breites und pluralistisches wissenschaftliches Spektrum ab – bis vor wenigen Monaten noch weitgehend autonom. Dieser Freiheit ist es auch zu verdanken, dass die international anerkannte Institution mehr als ein Dutzend Nobelpreisträger hervorgebracht hat.

weiterlesen

Nach dem Juncker-Deal mit Donald Trump: Schleusen auf für Fracking-Gas

Flüssigerdgastank in Massachusetts. Bild: Fletcher6 / CC BY-SA 3.0
Die Bundesregierung unterstützt den Bau von LNG-Terminals in Deutschland und Kanada. Die sind weder klimapolitisch noch wirtschaftlich sinnvoll, aber nützlich im Handelskrieg mit der Trump-Regierung

Malte Daniljuk | TELEPOLIS

Bei seiner Rede zur Lage der Union versuchte Jean-Claude Juncker am Mittwoch alle negativen Entwicklungen der letzten Jahre auszublenden. Der Kommissionspräsident richtete sich in dieser Funktion ein letztes Mal an das Europäische Parlament. Währenddessen tagen in Brüssel die Experten und versuchen im Hintergrund, die grundsätzlichen transatlantischen Differenzen beizulegen.

Nach Junckers Besuch in Washington bleiben der EU nur 120 Tage, um etwa die von Trump angedrohten Auto-Strafzölle abzuwenden.

Ende Juli hatte Jean-Claude Juncker in den USA zugesagt, dass die EU-Staaten demnächst mehr verflüssigtes Erdgas (LNG) aus Nordamerika einführen werde. Brisant ist diese Zusage vor allem deshalb, weil in den USA vor allem mithilfe von Fracking gefördert wird.

Wissenschaftler sind sich einig, dass die klimaschädlichen Emissionen bei der Fracking-Förderung und der LNG-Verflüssigung deutlich über denen der konventionellen Förderung und dem Pipeline-Transport liegen. Zu diesem Ergebnis kommen nicht zuletzt die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages.

Der Trump-Juncker-Plan widerspricht also direkt den in Paris festgelegten Klimazielen der EU. Schon in den vergangenen Jahren nahm der Import von Fracking-Gas aus den USA nach Europa erkennbar zu.

weiterlesen

Vatikan bestätigt Ermittlungen beim Päpstlichen Chor

© Bild: KNA
Geldwäsche, schwerer Betrug, Veruntreuung: Der Direktor des Chores der Sixtinischen Kapelle sieht sich derzeit schweren Vorwürfen ausgesetzt. Ermittelt wird zudem gegen den Chorleiter – wegen seines Umgangs mit den Sängerknaben.

katholisch.de

Gegen den Verwaltungsdirektor sowie den Leiter des Chores der Sixtinischen Kappelle im Vatikan wird derzeit ermittelt. Entsprechende Medienberichte bestätigte der Vatikan am Mittwochabend. Papst Franziskus habe „vor einigen Monaten Ermittlungen zu Finanz- und Verwaltungsangelegenheiten des Chores angeordnet„. Diese seien noch im Gange, hieß es.

Den Medienberichten zufolge wird Verwaltungsdirektor Michelangelo Nardella beschuldigt, Gelder aus Konzerteinnahmen des Chores auf ein italienisches Konto eingezahlt zu haben. Es gehe um die Straftatbestände Geldwäsche, schwerer Betrug und Veruntreuung. Aus dem von Nardella eröffneten Konto für Konzerteinnahmen seien persönliche Ausgaben bestritten worden.

weiterlesen

Studie: „Keine Invasion aus Afrika“

Hinweisschild zur Immigration im Grenzgebiet zwischen Mali und Mauretanien; Bild: Gregor Rom / CC BY-SA 4.0
Der französische Demograph François Héran widerspricht kursierenden Vorhersagen einer massiven Migration aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara in europäische Länder

Thomas Pany | TELEPOLIS

Noch ist der Afrikanist und Journalist Stephen Smith hierzulande nur wenigen bekannt. Das dürfte sich bald ändern. Sein Buch „Nach Europa!: Das junge Afrika auf dem Weg zum alten Kontinent“ ist ab 1. Oktober auf Deutsch erhältlich. Der Titel sagt schon viel. Sein Thema, die Migration aus Afrika, ist verbunden mit Ängsten, die von Rechtsnationalisten politisch aufgeladen werden. Deren Kampfbegriffe dazu heißen „Großer Austausch“ (Renaud Camus) oder „Umvolkung“ (Akif Pirincci).

Smith prognostiziert, dass eine massive Migration aus Afrika Richtung Norden „unausweichlich“ ist. Europa werde 2050 aus 450 Millionen alternden Bewohnern bestehen, so gibt ihn die Schweizer NZZ wieder, „während Afrika von 2,5 Milliarden mehrheitlich jungen Menschen bewohnt sein wird“.

Nach Smiths Schätzungen, die auf einen Vergleich mit der mexikanischen Einwanderung in die USA beruhen, rechnet Smith damit, dass die Zahl der Afrikaner, die in Europa leben, von gegenwärtig etwa 9 Millionen bis zum Jahr 2050 auf 150 oder 200 Millionen im Jahr 2050 steigen könnte.

In Frankreich ist Stephen Smith längst als Journalist bekannt, da er bei liberalen Medien mit einem linken Anstrich wie etwa Le Monde oder Libération, gearbeitet hat. In die rechte Ecke kann man ihn nicht stellen, wie seine Aussagen aus den beiden oben verlinkten deutschsprachigen Medien deutlich machen. Sein Buch heißt auf Französisch „La ruée vers l’Europe“, wörtlich übersetzt: „Der Ansturm auf Europa“ und hatte dort auch Präsident Macron zum prominenten Leser.

weiterlesen