Archiv der Kategorie: Ökonomie

Bischofsbier “Urbi et Ortie”: Saufen ist gottgefällig

la-croix.com

“Urbi et Ortie”: Unter diesem Namen wird im westschweizerischen Fribourg ab Montag ein sogenanntes Bischofsbier angeboten.


evangelisch.de

Zunächst stehen 500 Flaschen zum Verkauf, wie Bistums-Sprecherin Laure-Christine Grandjean am Donnerstag auf Anfrage mitteilte. “Aber falls es funktioniert, werden wir sofort mehr bestellen”, versicherte sie. Die Einnahmen sollen an zwei Flüchtlingshilfswerke gehen.

Angestoßen hat die Aktion der Bischof der Diözese von Lausanne, Genf und Fribourg, Charles Morerod. Anlass ist die Beteiligung des Bischofshauses von Fribourg an der Nacht der Museen am Samstag. Zudem soll Morerod wenig erfreut gewesen sein, als die Brauerei “Cardinal” vor vier Jahren ihre Produktion in Fribourg einstellte. In Bistum Lausanne, Genf und Fribourg leben rund 700.000 Katholiken.

Das neue Bischofsbier wurde den Angaben zufolge von einer Brauerei in Fribourg gebraut und schmeckt leicht nach Brennnesseln. Dies erklärt – neben der Anspielung auf den päpstlichen Segen “Urbi et Orbi” – auch den Namen des Gerstensaftes: Im Französischen steht “Ortie” für Brennnessel.

DIA-Dokument: Das Märchen vom US-Masterplan für den “Islamischen Staat”

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Haben die USA den Aufstieg des “Islamischen Staats” gefördert? Ein Papier des US-Militärgeheimdienstes DIA soll das beweisen. Doch das Dokument belegt vor allem Heuchelei und Versagen der US-Regierung.


Von Christoph Sydow|SpON

Das Geheimdokument ist nur sieben Seiten lang, davon sind drei Blätter fast völlig weiß, weil zensiert. Doch die übrigen Zeilen sollen dafür sorgen, dass der Aufstieg der Terrororganisation “Islamischer Staat” (IS) in einem neuen Licht erscheint. Das Dokument aus dem Jahr 2012 belegt angeblich, dass die USA den Aufstieg der Dschihadisten förderten. Davon sind zumindest Kritiker der US-Regierung überzeugt. Doch bei genauerer Betrachtung lässt sich diese Schlussfolgerung nicht halten.

Das Papier, um das es geht, wurde in der vergangenen Woche von der konservativen Organisation Judicial Watch veröffentlicht. Die Gruppe steht den Republikanern nahe und hatte erfolgreich auf die Herausgabe von Regierungsunterlagen zum tödlichen Anschlag auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi 2012 geklagt. Unter den Dokumenten, die daraufhin von der Regierung herausgegeben wurden, ist auch ein Bericht der Defense Intelligence Agency (DIA). Die DIA ist die Dachorganisation der Nachrichtendienste der vier Teilstreitkräfte im US-Militär.

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Die ‘Festung Europa’ und der Tod im Meer

Prof. Dr. Klaus J. Bade, ehemaliger Vorsitzender des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration © David Ausserhofer, MiG

Flucht und Asyl werden seit den Schiffsunglücken mit Hunderten Toten auf dem Mittelmeer kontrovers diskutiert. Aus humanitärer Perspektive erscheint dabei die EU-Migrationsagenda als Reform und Fiasko zugleich.


Von Prof. Klaus J. Bade|MiGAZIN

Am Ende seiner Amtszeit (1998-2005) meldete sich Bundesinnenminister Otto Schily im Zusammenhang der Diskussion um Flucht und Asyl mit dem Vorschlag zu Wort, nach Europa strebende Flüchtlinge und Asylsuchende weit vor den europäischen Grenzen in Aufnahmeeinrichtungen genannten Auffanglagern aufzuhalten und damit auch die steigende Zahl der Opfer bei der illegalen Zuwanderung über das Mittelmeer zu begrenzen. Das weckte in humanitär engagierten Kreisen die nicht unbegründete Vorstellung, dass es hier mehr um defensive Sicherheitspolitik als um humanitäre Erwägungen gehe.

Mit ähnlichen, allerdings differenzierteren und weitgreifenderen Überlegungen zu nunmehr ‘Transitzentren’ genannten Aufnahmeeinrichtungen trat zuletzt der amtierende Bundesinnenminister Thomas de Maizière hervor. Hintergrund waren die dramatisch steigenden Zahlen von illegal über das Mittelmeer zuwandernden Flüchtlingen und Asylsuchenden sowie die Katastrophen auf See.

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Glaube und Moderne: Religion lässt sich nicht komplett abschreiben

hawkings_gott

Mit Beginn der 1960er-Jahre flaute das Interesse an Kirche und Religion in Deutschland ab. Ein Vorgang, der bis heute anhält. Warum ist das so? Detlef Pollak und Gergely Rosta haben in ihrem Buch “Religion in der Moderne – Ein internationaler Vergleich” den aktuellen Stand von Religion in säkularen Zeiten analysiert.


Von Mirko Smiljanic|Deutschlandfunk

Deutschlands christliche Kirchen hatten ihre beste Zeit in den 1940er- und 1950er-Jahren. Städte lagen in Schutt und Asche, die Zahl der Opfer des mörderischen Krieges ging in die Millionen, traumatisiert suchten Überlebende Hilfe und Orientierung bei den großen Konfessionen. Und fanden sie auch. Die Gotteshäuser waren voll, was Pfarrer sagten, hatte Gewicht. Ein Einfluss, den die Kirchen nutzten: Geschickt verbanden sie religiöse Werte mit politischen, wirtschaftlichen und nationalen Interessen. “Funktionale Diffusion” nennen Religionssoziologen diesen Prozess. Doch nach dem Aufstieg folgte der Fall, den Soziologen mit dem Begriff “Funktionale Differenzierung” umschreiben. Sobald die Ziele erreicht waren – also mit Beginn der 1960-Jahre – flaut das Interesse für Religion und Kirche ab. Ein Vorgang der bis heute anhält, so Detlef Pollak, Professor für Religionssoziologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und Autor der Studie “Religion in der Moderne – Ein internationaler Vergleich”.

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Justizminister Maas will Staatsvertrag mit Muslimen

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) © Frank Nürnberger

Staatsverträge könnten Muslime enger an die deutsche Verfassung heranführen. Deshalb plädiert Bundesjustizminister Maas für einen Staatsvertrag mit Muslimen und warnt davor, den Islam pauschal abzuqualifizieren.


MiGAZIN

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hat sich für einen Staatsvertrag mit den muslimischen Gemeinschaften in Deutschland ausgesprochen. Staatsverträge könnten ein wichtiger Schritt sein, “um die muslimischen Gemeinschaften enger an den Verfassungsstaat und seine Werte heranzuführen”, sagte Maas am Mittwochabend laut Redemanuskript in der Berliner Humboldt-Universität. Der Minister sieht in einem solchen Vertrag eine Chance für die Entwicklung eines deutschen Islam.

Maas zog dabei eine Parallele zum kirchlichen Arbeitsrecht. Bislang habe die katholische Kirche Mitarbeiter regelmäßig entlassen, wenn diese nach Scheidung wieder geheiratet hätten oder eine homosexuelle Lebensgemeinschaft eingegangen seien, sagte Maas. Diese Praxis war in der Gesellschaft zunehmend auf Ablehnung gestoßen. Inzwischen hat die Kirche Änderungen angekündigt. “Solche positiven Einwirkungen des staatlichen Rechts auf die Binnenorganisation der Religionsgemeinschaften kann ich mir auch bei den Muslimen gut vorstellen”, sagte Maas.

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“Folterwerkzeuge dürfen in der EU noch immer beworben werden”

Elektrische Schlagstöcke. Bild: igfm

Amnesty-Experte Marczynski über Folter in Europa und wie ein bestehendes EU-Handelsverbot mit Folterwerkzeugen umgangen wird


Interview Bianca Blei|derStandard.at

Im Jahr 2006 führte die Europäische Union die weltweit erste Handelsregulierung für Gegenstände ein, die keinen Zweck außer der Hinrichtung, der Folter oder ähnlichen Misshandlungen von Menschen haben. Eine Reihe von Dingen wie elektrische Fußfesseln, elektrische Schlagstöcke und Netzbetten landeten auf der Liste von verbotenen Gütern, die in die EU weder ein- noch ausgeführt werden dürfen.

Ein Bericht von Amnesty International zeigt allerdings, dass europäische Unternehmen immer noch in den Handel mit solchen Gütern involviert sind. Am Donnerstag begann im EU-Parlament eine Debatte über eine Verschärfung der Richtlinie. Amnesty-Experte Marek Marczynski über Schlupflöcher in der aktuellen Bestimmung, wie Firmen die Regulierung umgehen und wo Folter noch immer stattfindet.

STANDARD: Wenn man von Folter spricht, dann ist das etwas sehr Mittelalterliches. Wie gängig sind solche Praktiken in der heutigen Zeit noch?

Marczynski: Klar ist, dass Folter unter internationalem Recht streng verboten ist. Das gilt für alle Staaten dieser Welt. Da gibt es einen sehr hohen gesetzlichen Standard. Realität ist aber, dass laut unserem Bericht aus dem vergangenen Jahr 82 Prozent der Länder weltweit in irgendeiner Weise und in einem gewissen Grad foltern.

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Vatikan weist Erdogans Darstellung zu Papst-Flugzeug zurück

Headquarter des Konzerns.

Headquarter des Konzerns.

Erdogan hatte behauptet, der Papst verfüge über eigene Flugzeuge. Hintergrund der Erdoganaussage ist, dass das türkische Religionsamt wegen eines teuren Dienstwagens für den Behördenleiter in die Schlagzeilen geraten war.


kath.net

Der Vatikan hat die Darstellung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zurückgewiesen, wonach Papst Franziskus über eigene Flugzeuge verfüge. In einem Interview der privaten türkischen Nachrichtenagentur DHA erklärte Vatikansprecher Ciro Benedettini laut Presseberichten vom Donnerstag, der Papst nutze bei Auslandsreisen Charterflüge der italienischen Gesellschaft Alitalia. Erdogan hatte eine Forderung, der Chef des türkischen Religionsamtes solle künftig mit Regierungsflugzeugen reisen können, mit Hinweis auf den Papst begründet.

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Islamischer Staat: Flitterwochen im Kalifat

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Der “Islamische Staat” soll von einer Idee zu einem realen Land werden. Dazu schafft die Miliz in Syrien neue Fakten und lockt mögliche Bürger aus aller Welt an. Ihre wichtigsten Köder: Sex und Geld.


Von Raniah Salloum|SpON

Seine Zukünftige hatte Abu Bilal al-Homsi online kennengelernt. Monatelang chatteten die beiden. Dem 28-jährigen Syrer gefiel die 24-jährige Tunesierin: Intelligent, gebildet, religiös konservativ. Genau wie er. Dazu teilten beide denselben Traum: ein Leben im “Islamischen Staat” (IS).

Auch die junge Frau fand den studierten Informatiker offenbar sympathisch. Als er um ihre Hand anhielt, willigte sie ein. Sie reiste über die Türkei zusammen mit anderen Frauen nach Syrien. Ihr Verlobter ließ seine Heimat Homs hinter sich und zog in die IS-Hochburg Rakka. Dort trafen sich die beiden zum ersten Mal.

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Kurienerzbischof Marcelo Sanchez Sorondo: (menschengemachter) Klimawandel schuld an Abtreibung

Marcelo Sánchez Sorondo, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Msgr. Marcelo Sánchez Sorondo, ein argentinischer Kurienerzbischof, ist Kanzler der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften. Die Akademie geriet jüngst wegen der Durchführung einer internationalen Konferenz zum Klimawandel und nachhaltiger Entwicklung in die Kritik.


Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Kritisiert wurde vor allem die Anwesenheit von UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon, der von Papst Franziskus empfangen wurde und anschließend die Eröffnungsrede der Konferenz hielt, und von UNSDNS-Direktor Jeffrey Sachs (UN Sustainable Development Solutions Network), der Hauptreferent der Konferenz war. Beide sind bekannte Neo-Malthusianer, die es geradezu als Pflicht betrachten, die Weltbevölkerung zu dezimieren. Rund um die Konferenz und die angekündigte Öko-Enzyklika von Papst Franziskus wurden Fragen laut, ob sich die Katholische Kirche der Klimadoktrin, der Weltbevölkerungsdoktrin und der Abtreibungsdoktrin der UNO beugt.

In einem Interview der amerikanischen Internetseite C-Fam versuchte Erzbischof Sánchez Sorondo die Päpstliche Akademie gegen die Kritik an der Konferenz zu verteidigen. In Wirklichkeit bestätigte der ranghohe argentinische Kurienvertreter, daß Sorgen und Kritik durchaus berechtigt sind.

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Your Tool to Access Netflix Content Abroad Is Hijacking Your Internet Connection

An example of a spam post created by Bui on 8chan using Luminati.

On Saturday, a well-known spammer that goes by the name of “Bui” posted more than a thousand junk posts to a few messaging boards on 8chan, a popular anonymous internet imageboard.
He did it just “to disrupt” and “for kicks,” Bui told Motherboard. But he actually ended up taking down the site for a few minutes, thanks to a sort of denial of service attack made of 1,474 nonsense posts, according to the administration of 8chan.


By Lorenzo Franceschi-Bicchierai|MOTHERBOARD

This seemingly minor incident reveals that millions of users of a popular free VPN service called Hola are being sold as exit nodes in a private network, potentially exposing them to having their connections and IP addresses involved in illegal or abusive activities.

Bui’s attack was made possible by a paid service called Luminati, which, until recently, was described by its creators as a “larger, faster and more anonymous” version of the anonymizing software Tor, with “millions” of exit nodes.

What Luminati’s vague website doesn’t say, however, is where these nodes come from. As it turns out, the nodes are actually unwitting users of the popular free VPN service Hola, an app used by millions of people, mostly to skirt geolocation blocks to, for example, watch Netflix abroad. Luminati is owned by Hola Networks.

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Esoterik und Zen im Private Banking

Bild: svz.de

Bild: svz.de

Führungskräfte in Pferdeställen, Mitarbeiter in Psychoseminaren und Meditieren vor wichtigen Kundengesprächen. Die Esoterik-Welle hat das Private Banking erreicht.


finews.ch

Die Achtsamkeitsmeditation ist als Allzweckwaffe zur Optimierung sämtlicher Lebensbereiche bereits bekannt. Die von Buddhisten-Mönchen angewendete Medidationsform fördert eine besondere Form der Aufmerksamkeit und verhilft zu einem besonderen Wahrnehmungs- und Bewusstseinszustand.

Die «Mindfullness» – den englischen Begriff kann das deutsche Wort Achtsamkeit nur unvollständig wiedergeben – findet als Konzept nun auch Eingang ins Private Banking. Tatsächlich soll es die Kundenberater-Ausbildung ergänzen, wie das Branchenportal «Wealth Management» schreibt.

Achtsamkeit, als eine Kombination von östlicher Philosophie mit westlicher Psychologie und Medizin, sei «fruchtbar für die Berater-Kunden-Beziehung» schreibt die Autorin des Berichts Patricia Angus. Sie leitet ein Beratungsunternehmen für Family Offices. Hier beschreibt sie die Methode und gibt gleich die richtige Anleitung dazu:

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Antijudaismus: Das Märchen vom christlich-jüdischen Abendland

“do warden die iuden…mit gepürlicher peen des tods gestraft”: Pogrome in einer Darstellung der Schedel’schen Weltchronik aus dem Jahr 1493 Foto: commons.wikimedia.org

Eine Studie von David Nirenberg zeigt: Das Christentum war stets vom Kampf gegen die “Judaisierung” des Abendlandes geprägt. Dürfen wir unsere Kultur überhaupt noch “christlich-jüdisch” nennen?


Von Alan Posener|DIE WELT

Als Hannah Arendt 1933 aus Deutschland floh, widmete die Schülerin Martin Heideggers ihren ersten Essay dem Antisemitismus. Wie in ihrer späteren Arbeit über den Totalitarismus kritisierte die jüdische Denkerin die Vorstellung, der Antisemitismus sei etwas völlig Irrationales. Die Juden müssten sich fragen, warum sie von den Nazis als “Sündenböcke” auserwählt wurden. Ihre “Verhaftung” für die Ideologie, der sie zum Opfer fielen, lag – so Arendt – in den “speziellen Funktionen”, die sie im Kapitalismus ausübten: “Alle ökonomischen Statistiken beweisen, dass die deutschen Juden nicht zum deutschen Volk gehörten, höchstens zu seiner Bourgeoisie.”

Nun, die Statistiken, die Arendt heranzog, waren oft den Werken nationalsozialistischer Ökonomen entnommen. Aber selbst wenn es stimmte, wovon auch Theodor Adorno und Max Horkheimer bei ihren Erklärungsversuchen für den Antisemitismus ausgingen, dass Juden vor allem in der “Zirkulationssphäre” des Kapitals tätig waren: Wieso wurden nur sie zu Sündenböcken, und nicht die “Bourgeoisie” oder das “Finanzkapital” insgesamt?

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Experten: Religionen werden im Nahen Osten für Kriege missbraucht

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Mit Glaubenskonflikten werden im Nahen Osten Experten zufolge immer wieder wirtschaftliche und politische Kriegsgründe verschleiert.


evangelisch.de

“Die Religionen werden benutzt, um die Kriege dort zu legitimieren”, sagte der langjährige Nahost-Korrespondent Jörg Armbruster am Mittwochabend in Hannover. “Menschen lassen sich durch Glaubenskonflikte einfach leichter gegeneinander aufwiegeln als durch politische Einflusszonen und wirtschaftliche Interessen”, sagte der frühere Leiter des ARD-Studios Kairo. Er sprach bei einer Podiumsdiskussion der evangelischen Hanns-Lilje-Stiftung über die Christenverfolgung in der Region.

So werde etwa der innerislamische Gegensatz zwischen Sunniten und Schiiten bei den Konflikten im Irak, in Syrien und im Jemen vorgeschoben. Tatsächlich gehe es bei all diesen Kämpfen jedoch um den machtpolitischen Konflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Iran, erläuterte Armbruster. Beide Regionalmächte konkurrierten um die Kontrolle wichtiger Öltransport-Routen wie die Straße von Hormus und um die geopolitische Vormachtstellung im gesamten Nahen Osten.

54 Millionen Euro Entschädigung für Holocaust-Überlebende

Holocaust-Überlebende. Bild: yadvashem.org

Die Claims Conference hat mit der Entschädigung jüdischer Holocaust-Überlebender begonnen, die zur NS-Zeit noch Kinder waren.


evangelisch.de

Zunächst sollen 21.600 Überlebende aus 49 Ländern Einmalzahlungen von jeweils 2.500 Euro erhalten, wie die Opferorganisation am Mittwoch in Frankfurt am Main mitteilte. Das entspricht einem Gesamtbetrag von 54 Millionen Euro. “Das besondere Leiden der jüdischen Kinderüberlebenden hat über Jahrzehnte keine Anerkennung erfahren”, sagte der deutsche Repräsentant der Claims Conference, Ruediger Mahlo. Durch die überfällige symbolische Zahlung 70 Jahre nach Kriegsende werde dies nun korrigiert.

Evangelikale in Brasilien: Rinder, Bibel und Gewehrkugeln

Themenbild

Evangelikale Politiker wollen traditionelle Familienwerte in Brasilien stärken. Gemeinsam mit der Null-Toleranz-Fraktion und den Agrariern nutzen die Religiösen den Rechtsruck im Parlament.


Von Andreas Behn|evangelisch.de

Parlamentspräsident Eduardo Cunha nimmt kein Blatt vor den Mund. Die “Schwulen-Ideologie“ müsse in Brasilien zurückgedrängt und traditionelle Familienwerte endlich wieder aufgewertet werden. Der stramm rechte Politiker nutzt seine Machtposition, um seit Jahresbeginn eine moralische Wende in Brasilien einzuleiten. Abtreibung soll grundsätzlich verboten werden, ein neues Statut soll ausschließlich die Beziehung von Mann und Frau als Familie definieren. Was andere als Komik bezeichnen würden, will Cunha allen Ernstes in Gesetzesform gießen: Eine sogenannte “Hetero-Phobie“ soll unter Strafe gestellt und ein “Tag des Hetero-Stolzes” ähnlichen Initiativen der Schwulenbewegung entgegengestellt werden.

Cunha, aktives Mitglied der Pfingstkirche “Assembleia de Deus”, symbolisiert den Rechtsruck im brasilianischen Kongress und den zunehmenden Einfluss evangelikaler Politiker. Obwohl er der PMDB, einer Koalitionspartei der Regierung angehört, betreibt er offen Oppositionspolitik gegen die Mitte-Links-Präsidentin Dilma Rousseff. Im vergangenen Oktober war Rousseff für eine zweite Amtszeit gewählt worden, doch machen ihr die Dissidenten an der eigenen Basis das Regieren schwer.

Die parteiübergreifende Fraktion der Evangelikalen stellt mittlerweile 75 Abgeordnete, das sind fast 15 Prozent der Parlamentssitze. Um Mehrheiten für konservative Gesetzesvorlagen zu zimmern, haben sich die Religiösen mit anderen Gruppen zusammengetan, die ebenfalls durch den Rechtsruck bei den Kongresswahlen Ende vergangenen Jahres gestärkt wurden. Zum einen die “Null-Toleranz-Fraktion”, die vor allem aus ehemaligen Polizisten und Soldaten besteht. Zum anderen die Agrarfraktion, die die Interessen der Großgrundbesitzer vertritt – gegen Kleinbauern und Indigene, die um ihre Landtitel kämpfen.

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Deutsche Polizei und Zusammenarbeit mit ägyptischen Islamisten

Präsident al-Sisi, Bild: businessinsider.com/bearb.:BB

Präsident al-Sisi, Bild: businessinsider.com/bearb.:BB

Ägyptische Polizisten beim DFB-Pokalfinale, Geheimdienstler zu Besuch beim Bundeskriminalamt und ein Expertenaustausch zur “Terrorismusbekämpfung” – die Bundesregierung will ihre Kooperation der Sicherheitskräfte mit Ägypten ausbauen. Daran gibt es im Vorfeld des Besuchs von Staatschef Al Sisi in Berlin massive Kritik.


Von Elisa Simantke, Mohamed Amjahid und Martin Gehlen|DER TAGESSPIEGEL

Eine Woche vor dem Staatsbesuch von Präsident Abdel Fattah al Sisi in Berlin wächst die Kritik an der Zusammenarbeit von deutschen und ägyptischen Sicherheitsdiensten, die die Bundesregierung trotz schwerer Menschenrechtsverstöße und haarsträubender Polizeiwillkür am Nil ausbauen will. Vertreter der Oppositionsparteien und Verteidigungsexperten kritisierten die Pläne als ein falsches Signal in der jetzigen Situation.

Was wird kritisiert?

Der menschenrechtspolitische Sprecher der Grünen, Tom Königs, sagte dem Tagesspiegel, die deutsche Außenpolitik müsse darauf abzielen, die Menschenrechtsverletzungen in Ägypten zu stoppen. „In Verbindung mit diesem Ziel kann die punktuelle Unterstützung ägyptischer Sicherheitskräfte sinnvoll sein, sofern sie der Rückkehr zum Rechtsstaat dient. Davon ist im Fall von Ägypten erstmal noch nicht auszugehen“, sagte Königs. „Deshalb halte ich eine Kooperation mit den ägyptischen Sicherheitsbehörden gegenwärtig für nicht sinnvoll.“ Verteidigungsexperte Otfried Nassauer kritisierte: „Eine solche Kooperation ist immer ein zweischneidiges Schwert. Die Politik macht sich selbst etwas vor, wenn sie glaubt, solche autokratischen Regime hätten ein ernsthaftes Interesse an Deeskalationsstrategien.“
Es gebe von Seiten des ägyptischen Regimes keinen echten Willen, den Polizeiapparat zu reformieren, argumentierte auch die grüne Bundestagsabgeordnete Franziska Brantner bei einem Besuch in Kairo. Stattdessen befinde sich die Polizei auf einem Rachefeldzug gegen Andersdenkende. Der Abgeordnete der Linken, Andrej Hunko, forderte, „die geplanten Kooperationen deutscher Polizeibehörden und Geheimdienste zu annullieren“

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Schwachsinn: Sachsen eröffnet gesamten Lutherweg

Bild:sachsen-anhalt-tourismus.de

Der Lutherweg gilt als das wichtigste touristische Projekt in Vorbereitung auf das Reformationsjubiläum 2017. Mit der Eröffnung der sächsischen Strecke ist nun auch das gesamte mitteldeutsche Wegenetz komplett.


evangelisch.de

Ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Reformationsjubiläum 2017 ist getan: Am Mittwoch wurde der letzte Abschnitt des sächsischen Pilgerpfades auf den Spuren des Reformators Martin Luther (1483-1546) und seiner Weggefährten in Döbeln eröffnet. Auf rund 550 Kilometern Länge können Wanderfreunde nun insgesamt 27 Orte der Reformation in Sachsen entdecken. Zugleich ist mit der Eröffnung des sächsischen Lutherweges das insgesamt rund 2.000 Kilometer lange Wegenetz in Mitteldeutschland komplett.

Auch Sachsen sei neben Sachsen-Anhalt und Thüringen ein “Mutterland der Reformation”, sagte Sachsens stellvertretender Ministerpräsident Martin Dulig (SPD). Mit dem Lutherweg könnten nicht nur Orte besucht werden, “von denen aus die Reformation ihren Weg in die Welt angetreten” habe. Das Projekt diene zudem der regionalen Belebung und werde Gäste aus Nah und Fern anlocken. Die spirituelle Wanderung ohne eindeutiges Ziel sei zudem für jeden eine “Einladung zum Nachdenken”, sagte Dulig.

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If You’ve Wondered Why So Many Politicians Deny Climate Change, Science Has Your Answer

Sen. James Inhofe, R-Okla., one of the Senate’s most high-profile deniers of climate science. CREDIT: AP Photo/J. Scott Applewhite

Scientists have known for a long time what’s causing current climate change. What’s been less clear is why so many U.S. politicians aren’t listening.
Sure, there’s been falsely balanced media coverage of climate science. And there are both financial and ideological incentives to deny that carbon emissions are causing the phenomenon.


By Emily Atkin|ClimateProgress

But according to new research published in Nature Climate Change, there’s at least one statistically proven reason why more than 56 percent of Congressional Republicans deny climate change: echo chambers.

The term “echo chambers” traditionally refers to situations where people surround themselves with information they want to hear, and block out the rest. We’ve known for a while that these present themselves in climate politics; A 2014 study suggested that the reason Americans haven’t fully accepted the scientific consensus on climate change is because of echo chambers like Fox News, where conservative viewers are “exposed only to content consistent with their opinions, while shielded from dissenting views.”

The study published Monday, however, looked at how echo chambers specifically affected members of Congress and the people who influenced them during the 2010 debate over cap-and-trade. And what it found was that the presence of echo chambers only impeded scientific debate when they appeared on the side that denied the science of human-caused climate change. That’s because those echo chambers relied on significantly fewer pieces of peer-reviewed science to make their claims that carbon emissions were not worth limiting.

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Mittelmeer: “Jedes Kriegsschiff wird einen Warnschuss abgeben”

Bild: Noborder Network/CC-BY-4.0

Alexander Graf von Lambsdorff über den Kampf gegen Schlepperbanden, alte Souveränitätsgedanken sowie den Streit um eine EU-Quote für Flüchtlinge


Von Manuel Schumann|TELEPOLIS

Mit welchen drei Adjektiven würde Sie die Flüchtlingspolitik der EU-Staaten der vergangenen Jahre auf den Punkt bringen?

von Lambsdorff: (überlegt) Zögerlich, halbherzig, verantwortungslos.

Seit Jahresbeginn sind im Mittelmeer 30 Mal mehr Flüchtlinge gestorben als im gleichen Zeitraum 2014. Die EU hat kürzlich angekündigt, das Geld für die Seenotrettung zu verdreifachen und verstärkt gegen Schlepper vorzugehen – unter anderem sollen deren Boote zerstört werden. Betreiben die Staaten Symbolpolitik?

von Lambsdorff: Leider ja. Auch Bundesinnenminister de Maizière betont ja bei jeder sich bietenden Gelegenheit vollmundig, die Schlepperbanden bekämpfen zu wollen. Was fehlt, sind konkrete Bilanzen und Erfolge. Der politische Wille, gegen diese Kriminalität vorzugehen, muss steigen und es muss dann organisatorisch auch umgesetzt werden. Der Haushalt von Frontex beispielsweise ist mit 90 Millionen Euro geradezu lächerlich klein – das deutsche Innenministerium, nur einmal zum Vergleich, hat einen Haushalt von sechs Milliarden, also 6000 Millionen Euro.

Militärisch gegen Schleuserboote vorgehen – wie genau muss man sich das vorstellen?

von Lambsdorff: Es gibt die berühmte Redensart “Einen Schuss vor den Bug geben”. Klar ist: Jedes Kriegsschiff wird zunächst einen Warnschuss abgeben, selbstverständlich nachdem die Besatzung sich versichert hat, dass sich auf dem Schlepperboot keine Flüchtlinge mehr befinden.

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China zieht rote Linie für einen Krieg mit den USA

Satellitenaufnahme vom Atoll Mischief 2001 – noch unverbaut. Bild: Nasa

In einem Weißbuch für militärische Strategie schaltet China von Verteidigung auf “aktive Verteidigung” um und spricht von “Neo-Interventionsimus”


Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Letzte Woche ist ein US-Spionageflugzeug, in das man auch ein CNN-Team für eine “embedded” Berichterstattung eingeladen hat, provozierend nahe über die drei Atolle Fiery Cross, Subi und Mischief der Spratley-Inseln im Südchinesischen Meer geflogen und hat dabei wiederholte Warnungen des chinesischen Militärs missachtet. China beansprucht die um ein Riff künstlich aufgebauten Inseln 1000 km vor seiner Küste seit Ende des Zweiten Weltkriegs für sich und richtet sie als vorgelagerte Militärstützpunkte ein. Gestern ist das Weißbuch über die Militärstrategie der Volksarmee erschienen. Darin wird deutlich gemacht, dass China nun aggressiver seine Ansprüche auf dem chinesischen Meergebiet und auch in internationalen Gewässern vertreten will. Man will aber nicht in ein nukleares Wettrüsten einsteigen, wünscht keine Militarisierung des Weltraums, werde aber dort die eigenen Interessen schützen, und will die Cyberwar-Kapazitäten ausbauen. Die Strategie wird umgestellt von Verteidigung auf eine “aktive Verteidigung” (“We will not attack unless we are attacked, but we will surely counterattack if attacked.”). Das ist eine Warnung an die USA und ihre Verbündeten.

In dem CNN-Bericht über den Flug, der China provozieren wollte, weil die USA die Ansprüche nicht anerkennen und dagegen diejenigen der Philippinen und Taiwans unterstützen will, wird der ehemalige stellvertretende CIA-Direktor Michael Morell zitiert, der aus der Konfrontation ableitet, dass ein hohes Risiko eines Kriegs zwischen den USA und China bestehe. Während die USA ähnlich wie in Europa Russland in Asien China einzudämmen versuchen, u.a. ebenfalls mit einem Raketenabwehrsystem (Konflikt zwischen USA und China könnte sich weiter zuspitzen), und die militärischen Beziehungen und Stützpunkte in den Nachbarländern Südkorea und Japan ausgebaut haben aber auch mit den Philippinen und Vietnam militärisch enger kooperieren.

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