Archiv der Kategorie: Ökonomie

EU-Bischöfe sind Angriff auf die Menschenwürde

CCEEKritik an Ausbeutung schutzbedürftiger Frauen und “Ökonomisierung des Kindes” – ComECE für europaweite gesetzliche Regelung


kath.net

Die Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (ComECE) spricht sich für rasche einheitliche gesetzliche Regeln zur Leihmutterschaft auf europäischer und internationaler Ebene aus, insbesondere um die weitere Ausbreitung kommerzieller Leihmutterschaften zu verhindern. Alle Formen von Leihmutterschaft stellten eine schwere Verletzung der Menschenwürde der Beteiligten dar, heißt es in einer aktuellen ComECE-Stellungnahme an das Europaparlament. Darin wird festgehalten, dass die Praxis der Leihmutterschaft, Leihmütter aus armen Bevölkerungsgruppen zu Gunsten wohlhabender Paare oder Einzelpersonen instrumentalisiere und Kinder als Objekte behandle. Konkret warnt die Bischofskommission vor einer Gesellschaft, “in der Kinder hergestellt und als Produkte verkauft werden”.

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Betrugsverdacht bei katholischer Kirche in Norwegen

Bild: tilly

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Staatliche Millionenzuschüsse durch manipulierte Mitgliederzahlen


DIE WELT

Wegen Betrugsverdachts bei der katholischen Kirche hat die norwegische Polizei am Donnerstag den Sitz der Kirche in Oslo durchsucht. Die Diözese von Oslo, die alle Kirchendaten verwaltet, soll über Jahre hinweg die Zahl der Kirchenmitglieder künstlich aufgebauscht und auf diese Weise unrechtmäßig Millionenzuschüsse des Staats eingestrichen haben. Zwischen 2010 und 2014 habe die Kirche 65.000 neue Mitglieder gemeldet und umgerechnet 5,84 Millionen Euro an zusätzlichen Zuschüssen erhalten, sagte die Rechtsvertreterin der Polizei, Kristin Rusdal, der Nachrichtenagentur AFP.

The Robot Revolution Is Here

Building a robot has been one of humanity’s longest-standing dreams. Mechanical helper beings appear in the stories of ancient civilizations the world over, from Greece to China to Israel. On the flip side, the thought of robots running amok is one of our most enduring collective nightmares, a la Terminator and The Matrix. Living with robots in real life has been a completely different, far less dramatic story.


By Invention Factory|MOTHERBOARD

Most robots today—from the Roombas that vacuum our floors to those that assemble Tesla electric cars—go about their business without fuss or fanfare, and without much interaction with us ordinary humans. Things are about change though, as more consumer-focused companies from Google to Intel enter the robot race. GE’s new online video series Invention Factory explores what’s happening on the frontiers of robots research.

Before we get into that, it’s worth noting how far robots have already come in such a short time. Only in the past 50 years or so have robots gone from fantasy to practical reality, as big companies increasingly put purpose-specific robots to work assembling cars, solar panels, food, cooking appliances, and countless other products.

Most of these industrial bots are very expensive and usually confined to one spot on the factory floor, chugging away all day at tasks that human laborers find repetitive and physically demanding. They’re also typically impersonal looking—just a big arm or set of automated tools. As a consequence, many of us who don’t work in heavy industry scarcely think about the robots that make our modern lives possible, not even the ones that make us pancakes.

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Deutsche Bischöfe: “Islamischer Staat” muss gestoppt werden

Logo Deutsche Bischofskonferenz

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Ende der Bischofskonferenz-Vollversammlung: Kardinal Marx lobt Merkel-Einsatz für Frieden in der Ukraine – Profilschärfung bei Caritas und Schulen, Bilanzoffenlegen aller Diözesen 2016


kathweb

Die katholischen Bischöfe Deutschlands haben ihre Bundesregierung und die internationale Staatengemeinschaft zu einem energischen Eingreifen gegen den Terror des “Islamischen Staates” (IS) aufgeordert. Verhandlungen mit der Gruppe seien “offenbar sinnlos”, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, am Donnerstag zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe in Hildesheim.

Die Entwicklung nehme “dramatische Formen” an, sagte Marx mit Blick auf die Ermordung von 21 koptisch-orthodoxen Christen aus Ägypten durch IS-Sympathisanten in Libyen und die Entführung von mutmaßlich mehr als 250 Christen im Norden Syriens. Die vom IS ausgegebenen Parolen im Stile von “Wir erobern Rom” nannte Marx “erschreckend”. Die Kirche könne die Politik nur “ermutigen, ja auffordern”, dem Treiben der Terroristen ein Ende zu setzen.

Besorgt äußerten sich die Bischöfe zur humanitären Lage im Gazastreifen nach den jüngsten bewaffneten Auseinandersetzungen. Nach menschlichem Ermessen seien Israelis und Palästinenser von einem echten Frieden derzeit “weiter entfernt denn je”, hieß es in der abschließenden Mitteilung. Die “gewalttätigen Strategie” der radikalislamischen Hamas müsse ebenso ein Ende finden wie “die Arrondierung des international nicht anerkannten Grenzverlaufs zwischen Israel und dem Westjordanland” und der fortgesetzte israelische Siedlungsbau.

Würdigung für Merkels Ukraine-Einsatz

In Hinblick auf den Ukraine-Konflikt würdigte Marx das Engagement von Bundeskanzlerin Merkel (CDU) für den Frieden. Das Wichtigste in der dramatischen Lage in der Ostukraine sei es, dass die Waffen schweigen. Dazu habe die Kanzlerin mit ihrem beachtlichen persönlichen Engagement beigetragen.

Marx betonte, er sei persönlich zutiefst erschüttert darüber, dass 100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg der Krieg nach Europa zurückgekehrt sei. Die Bischöfe lehnten jede gewaltsame Veränderung der Grenzen ab, die völkerrechtswidrige Annexion der Krim und die Einmischung Russlands in die inneren Angelegenheiten der Ukraine seien klar zu verurteilen.

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Brief an den Impf-Skeptiker: Du bist nicht alternativ oder modern, sondern dumm

Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain - USGov)

Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain – USGov)

Man kann der modernen Medizin skeptisch gegenüberstehen und ihre Möglichkeiten zurückweisen. Das sollte man aber nicht für Menschen tun, die einem anvertraut sind. Oder lassen Sie Ihr Kind etwa ohne Helm Radfahren?
  • Hysterie überlagert Fürsorge.
  • Ablehnung nicht wissenschaftlich begründet.
  • Impfungen für alle statt einer Impfpflicht.


Von Martina Fietz|FOCUS ONLINE

Lieber Impf-Skeptiker,

Du bist gerade Mutter oder Vater geworden, lebst also in einer Zeit zwischen Glück und Erschöpfung. Oder Deine Kinder sind schon älter und Du kennst bereits das Auf und Ab zwischen dem normalen Alltags-Wahnsinn und dem Ausnahmezustand bei Schnupfen, Fieber und Bauchweh. Egal, ob Du Dich entscheiden musst, ein Baby zu impfen oder ein Kleinkind: Lasst Dich nicht verunsichern von notorischen Fortschrittsverweigerern. Impfschutz ist wichtig. Impfschutz ist richtig.

Wir erleben doch gerade, dass angeblich ungefährliche Kinderkrankheiten wie Masern todbringend sein können. Wer will das für seine Tochter oder seinen Sohn? Wir leben in einer hoch entwickelten Gesellschaft mit modernster Medizin. Warum sollten wir denen, die uns am meisten am Herzen liegen, nicht allen Schutz bieten, den sie bekommen können?

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Türkei sieht Islamgesetz als “gewaltigen Fehler”

Die Türkische Nationalversammlung "Der Souverän ist ausnahmslos das Volk" (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG

Die Türkische Nationalversammlung “Der Souverän ist ausnahmslos das Volk” (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG

Österreich beendet auch Schulungsprogramm für türkische Imame


Von Markus Bernath|derStandard.at

Acht Imame stehen im Salon der österreichischen Botschaft, und der Hausherr sagt einen schönen Satz: “Als Religionsbeauftragte haben Sie eine besondere Brückenfunktion zwischen Ihren Gemeinden und der österreichischen Gesellschaft, zwischen der Türkei und Österreich.”

Das mit der Brücke, die Klaus Wölfer, der Botschafter in Ankara, beschwor, stimmt nun so nicht mehr. Ziehbrücke wäre jetzt wohl treffender. Mit dem Islamgesetz hat das Außenministerium in Wien auch gleich die jährlichen “Imamschulungen” für beendet erklärt, mit denen muslimische Religionsbeauftragte aus der Türkei für ihren Einsatz in Österreich vorbereitet wurden – zwei Tage Rechts- und Landeskunde in Ankara, eine weitere Woche in Wien, nach der Ankunft in Österreich.

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Sterbehilfe: Pfäffische Bevormundung und katholische Arroganz

Bild: letzte-hilfe.de

Bild: letzte-hilfe.de

Paderborner Erzbischof Becker widmet seinen Fastenhirtenbrief 2015 der christlichen Ablehnung der aktiven Lebensbeendigung


kath.net

„Menschenwürde vom frühestmöglichen Zeitpunkt bis zum letzten Ende des menschlichen Lebens heißt: würdig der unbedingten Liebe Gottes und würdig der Liebe von Menschen zu sein.“ In seinem Hirtenbrief zur Fastenzeit 2015 mit dem Thema „Sterbehilfe zwischen Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung“ betont Erzbischof Hans-Josef Becker, dass sich aus christlicher Sicht eine direkte und aktive Beendigung des Lebens verbiete.

Liebe Schwestern und Brüder!
In den letzten Monaten ist in unserem Land verstärkt über eine gesetzliche Neuregelung von Euthanasie und Sterbehilfe diskutiert worden. Diese Diskussion wird uns auch in der kommenden Zeit noch begleiten – schon angesichts der demografischen und medizinischen Entwicklung.

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Kirchenasyl: Bischöfe greifen Regierung scharf an

Seit drei Jahren sind Sarah und Amir (Namen geändert) auf der Flucht. Im evangelischen Weigle-Haus in Essen hat das iranische Paar Kirchenasyl gefunden. Foto: epd

Im Streit über das Kirchenasyl greift die katholische Kirche das Bundesinnenministerium scharf an. Der Konflikt mit den Kirchen werde auf dem Rücken von Flüchtlingen ausgetragen, so der Vorwurf.


Von Joachim Frank|Frankfurter Rundschau

Der für Migrationsfragen zuständige Bischof Norbert Trelle (Hildesheim) verteidigte das Kirchenasyl zugleich vehement gegen die Kritik insbesondere von Bundesinnenminister Thomas de Maizière: Anders als unterstellt, „beansprucht das Kirchenasyl keinerlei Sonderrecht gegenüber dem Staat“, sondern „dient dem Rechtsfrieden“.

Überlegungen des Ministeriums, die Aufenthaltsfrist von Asylbewerbern so zu verändern, dass diese noch nach anderthalb Jahren in ein anderes EU-Land abgeschoben werden könnten, verfolgten eindeutig den Zweck, Kirchenasyl zu erschweren oder unmöglich zu machen, sagte Trelle. Wenn der Aufenthalt von Flüchtlingen in Räumen der Kirche bis zu 18 Monaten dauerte, hätte das „fast das Ende des normalen Gemeindelebens“ zur Folge.

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Vatikan nach Kritik aus Mexiko: Papst wollte nicht verletzen

Bild bearb. BB

Bild bearb. BB

Nach Kritik aus Mexiko an einer als beleidigend empfundenen Äußerung von Papst Franziskus hat der Vatikan offiziell Stellung genommen.


kath.net

Nach Kritik aus Mexiko an einer als beleidigend empfundenen Äußerung von Papst Franziskus hat der Vatikan offiziell Stellung genommen. Anlass war eine E-Mail von Papst Franziskus an einen argentinischen Freund, der sich im Kampf gegen Drogen engagiert. Darin hatte er geschrieben, man müsse eine «Mexikanisierung» in Argentinien verhindern. Er griff damit eine Formulierung des Freundes auf. Die Äußerung wurde publik und stieß in Mexiko auf Protest.

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De Maizière nimmt seinen Scharia-Vergleich zurück

justiz_gross

Im Streit über die drastisch steigenden Zahlen beim Kirchenasyl will Innenminister Thomas de Maizière “verbal abrüsten”. In der Sache bleibt er allerdings hart. Die Kirchen sollen sich bewegen.


Von Manuel Bewarder, Karsten Kammholz, Martin Lutz|DIE WELT

m Streit über das Kirchenasyl geht Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) auf die Kirchen zu. “Den Scharia-Vergleich möchte ich zurücknehmen, auch wenn ich hier teilweise falsch verstanden wurde”, sagte der Minister der “Welt”. Er sei dafür, “verbal abzurüsten, wie es ein Kirchenvertreter formuliert hat”.

De Maizière hatte Anfang Februar im Deutschlandfunk vor einem Missbrauch des Kirchenasyls gewarnt und hinzugefügt, dass auch Muslime nicht argumentieren dürften, dass für sie die Scharia über deutschen Gesetzen stehe. Er erklärte nun, dass er das Kirchenasyl unter Bedingungen auch künftig akzeptieren will. Wenn man ein paar Einzelfälle hinnehme und den Kirchen vertraue, dass sie solche Fälle wieder in ein rechtliches Verfahren eingliedern, dann fände er das noch in Ordnung, sagte der Minister. “Unter diesen Bedingungen habe ich nicht die Absicht, das Kirchenasyl zu beenden”, stellte er klar.

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Was hat der IS mit Flüchtlings-Schleusungen zu tun?

Der Islamische Staat will offenbar Schiffe entführen, um sie für Schleusungen zu nutzen© DPA

Der Islamischer Staat plant, Flüchtlinge für seine Zwecke zu missbrauchen. Das berichtet ein Ermittler der Bundespolizei dem stern. Warum Europas Grenzschützer so machtlos sind.


Von Joachim Rienhardt|stern.de

Das Piraten-Präventionsteam der Bundespolizei stieß bei Internet-Recherchen auf Informationen, wonach der Islamische Staat plant, das Elend der Menschen, die über das Mittelmeer nach Europa flüchten, für ihre Zwecke zu nutzen. “Der IS hat Pläne, Schiffe zu entführen, um sie für Schleusungen zu nutzen und so die EU mit Migranten auf dem Seeweg zu überschwemmen”, sagt einer der Ermittler zum stern. In einer internen Mitteilung des “Direktionsbereich Bundespolizei See” heißt es über die Erkenntnisse: “Es wird von Seiten des IS ebenfalls auf die einfache Einreise von IS-Kämpfern im Zuge des Migrationsstroms über das Mittelmeer hingewiesen und darauf, wie einfach es für Flüchtlinge sei, durch Checkpoints der Küstenwache in Städte zu gelangen.”

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Wie der Aberglaube zum Terrorhelfer wird

Themenbild

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Zu den dunklen Seiten radikaler Islamisten gehört auch ihre Vorliebe für Dämonenglauben. Mit Esoterik und Teufelsaustreibung werden labile Jugendliche geködert. Der Fall Mustafa T.


Von Stefanie Heckel|Augsburger Allgemeine

Die Erlösung lässt sich in Plastikflaschen füllen, bereit für alle Anlässe. Wenn der böse Blick trifft, die Wohnung von Teufeln und Dämonen heimgesucht wird, ein Fluch auf der Familie lastet. Der Mann im Internetvideo zeigt, was dann zu tun ist: den Körper großzügig mit dem Wasser aus der Plastikflasche einreiben. Denn das Wasser ist „belesen“, mit Koransuren – Geistesheilung made in deutschen Islamistenkreisen. Ausgerechnet Fundamentalisten schwören auf Esoterik und alternative Medizin. Mitten in Deutschland betreiben sie ein radikales „Gesundheitswesen“, dessen Ausläufer bis in die Mitte der Gesellschaft reichen. Doch diese Spur führt in den Terror. Vom Allgäu über Nordrhein-Westfalen in die Türkei und bis in den Krieg: Wir zeichnen die Wege islamistischer Esoterik nach.

Dinslaken: Mustafa T. gehört zu einer Extremistengruppe

Der Mann im Video gilt Ermittlern als Schlüsselfigur – und mit ihm soll diese Geschichte auch beginnen. Er sieht unauffällig aus, wenn er darüber spricht, wie wohltuend Lavendel und Honig wirken können. In einem seiner Videos trägt er einen Ringelpullover, das Haar ist kurz geschnitten, der Bart gestutzt. Er ist 35, vermutlich verheiratet, und in seiner Heimatstadt Dinslaken im Ruhrgebiet saß er vor ein paar Jahren im Schulausschuss. Der Fußballklub listet ihn bis heute als Fan, auch an Universitäten hat er gesprochen – 2012 etwa an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Mustafa T. nennt sich „Seelsorger“, und wer mit ihm darüber reden will, bekommt über soziale Netzwerke schnell Auskunft, eloquent und verbindlich. Er habe nie auch nur einen Cent genommen, ihm gehe es ums Helfen, teilt er mit.
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“Wer nicht impft, handelt verantwortungslos

Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain - USGov)

Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain – USGov)

Nach den Masern-Ausbrüchen in Berlin ist die Debatte über eine Impfpflicht neu entflammt. Gab es schon einmal eine Pflicht? Was spricht dafür? Was dagegen?


Von Andrea Hentschel|stern.de

Nach Masernausbrüchen in Deutschland wird erneut über eine Impfpflicht diskutiert. Die Debatte ist nicht neu und schwappte in der Vergangenheit immer mal wieder hoch – zuletzt im Sommer 2013. Den Befürwortern der Impfpflicht stehen diejenigen gegenüber, die stattdessen eine bessere Aufklärung zum Thema Impfen fordern.

Wie sind die aktuellen Regelungen?

In Deutschland besteht keine Impfpflicht. Impfungen werden von den obersten Gesundheitsbehörden öffentlich empfohlen. Dies basiert in der Regel auf Grundlage von Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko). Jeder Bürger entscheidet also frei über eine Impfung.

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Katholische Kirche: Richtungsstreit wegen Exodus der Gläubigen

konklave

Die konservativen Kreise innerhalb der katholischen Kirche lassen im Fall Bürglen die Muskeln spielen. Auch bei der Frage, wie die Kirche mit der Säkularisierung umgehen soll, pochen sie auf Deutungshoheit.


Von Simon Hehli|Neue Zürcher Zeitung

Die katholische Kirche erlebt derzeit einen konservativen Backlash. Die Bischofskonferenz stellt den Mediensprecher Simon Spengler auf die Strasse, weil er gegen aussen eine zu progressive Haltung vertrat. Der Westschweizer Bischof Charles Morerod hat angekündigt, im September beim «Marsch für das Leben» von christlichen Abtreibungsgegnern mitzulaufen. Und besonders schlagzeilenträchtig: Zusammen mit dem Churer Bischof Vitus Huonder will Morerod den Pfarrer des Urner Dorfes Bürglen abstrafen , weil dieser ein lesbisches Paar gesegnet hat. Es scheint, dass die Reformer in die Defensive geraten sind. Ihr Streit mit den Konservativen um die Deutungshoheit in der katholischen Kirche ist zwar ein Dauerbrenner, sowohl in der Schweiz wie auch weltweit. Doch die Frage, welche Seite die Oberhand gewinnt, könnte weitreichendere Konsequenzen haben als früher. Denn das Ringen spielt sich vor einer gesellschaftlichen Kulisse ab, in der die Existenz von Volkskirchen grundsätzlich infrage gestellt ist.

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Katholische Kirche will an Kirchenasyl festhalten

justiz_grossDie Zahl der Kirchenasyle hat deutlich zugenommen. Trotz Kritik wollen die Bischöfe an der Praxis festhalten. Als Argument dient auch ein Verweis auf die Statistik.


ZEIT ONLINE

Die Katholische Kirche will Flüchtlingen, denen die Abschiebung droht, auch künftig Kirchenasyl gewähren. “Wir wollen auf diese Tradition nicht verzichten”, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Das Instrument habe sich bewährt, denn in 90 Prozent der Fälle habe den Flüchtlingen durch eine erneute Überprüfung ihres Falles geholfen werden können.

Das Kirchenasyl dürfe nicht dazu missbraucht werden, um die Asylfrage grundsätzlich zu lösen, sagte Marx weiter. Es sei aber auch gut für den Staat, wenn schwierige Fälle noch einmal überprüft werden könnten. “Wir wollen nicht Staat im Staate sein und das Rechtssystem aushebeln.” Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte die Praxis zuletzt scharf kritisiert und den Kirchen vorgeworfen, sie versuchten, sich über staatliches Recht zu stellen.

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Hat sich Klimawandelleugner von der Industrie bezahlen lassen?

klimawandelEin Wissenschaftler gerät unter Beschuss: Seine Studien, die einer gefährlichen menschengemachten Erwärmung widersprechen, sollen heimlich von der Industrie bezahlt worden sein.


SpON

Der Klimaforscher Willie Soon soll heimlich hohe Geldbeträge von der Industrie bekommen haben. Das berichtet die “New York Times” (“NYT”) unter Berufung auf Greenpeace: Der Umweltorganisation lägen Dokumente vor, die entsprechende Forschungsverträge Soons aufführten.

Denen zufolge habe der US-amerikanische Wissenschaftler die Zuwendungen entgegen seiner wissenschaftlichen Pflicht verschwiegen, schreibt die “NYT”. Als “Leistungen” (“deliverables”) würde Soon seine Studien in den Verträgen bezeichnen.

Seine Arbeiten sind bekannt, weil sie einem gefährlichen menschengemachten Klimawandel widersprechen. Sogenannte Klimaskeptiker laden Soon gerne als Kronzeugen zu Vorträgen.

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Dechert: „Der christliche Grundwasserspiegel sinkt“

ERF Medien-Chef Jörg Dechert will den christlichen Sender fit machen für die Zukunft. Auch Stellenkürzungen sind dafür notwendig Foto: Claudia Dewald, Lohra

Das christliche Funkhaus ERF Medien will noch in diesem Jahr 20 von 220 Stellen streichen. pro hat darüber mit dem Senderchef Jörg Dechert gesprochen.


pro Medienmagazin

pro: Herr Dechert, Medien berichten über einen drohenden Stellenabbau beim ERF. Wie viele Mitarbeiter müssen sich jetzt um ihre Jobs Sorgen machen?

Jörg Dechert: Wir planen, 20 Stellen abzubauen. Daraus folgen aber nicht unbedingt 20 Kündigungen. Wir haben auch natürliche Fluktuation, zum Beispiel durch auslaufende Zeitverträge. Wir haben noch nicht entschieden, wen der Stellenabbau genau betreffen wird.

20 von 220 Stellen, das sind knapp zehn Prozent. Das klingt nach einer ganzen Menge. Wie kam es dazu?

Ich bin jetzt seit gut 100 Tagen im Amt. In dieser Zeit haben ich und mein Leitungsteam die finanziellen Entwicklungen der letzten Jahre angeschaut. Es hat sich gezeigt, dass der finanzielle Handlungsspielraum des Unternehmens immer etwas eingeschränkt war. Wir haben nun ein Reformpaket mit drei Schwerpunkten geschnürt. Erstens: Wir überführen unsere bisher drei Redaktionen für Hörfunk, Fernsehen und Online in eine integrierte Redaktion und wollen auch unsere fremdsprachigen Aktivitäten effizient mit einbinden. Zweitens wollen wir mehr Ressourcen investieren in Marketing, Fundraising und Außenkommunikation. Ich habe den Eindruck, dass wir da Nachholbedarf haben und besser werden müssen. Drittens müssen wir unsere Budgetplanung so umstellen, dass wir finanziellen Handlungsspielraum gewinnen. Wenn man das alles zusammen nimmt, dann müssen wir dafür einen Personalabbau in der Größenordnung von etwa 20 Planstellen durchführen. Ein Teil davon liegt in der Verwaltung und ein Teil im Bereich Redaktion/Produktion.

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Gucci-Paschtune Karsai: Afghanistan durch US-und Nato-Militäreinsatz radikalisiert

US-Soladten in Afghanistan, 2014. Bild: US-Army; gemeinfrei

In einem ARD-Interview wirft der frühere afghanische Präsident Hamid Karsai den USA und der Nato vor, dass sie Terror und Radikalismus in der Region mit ihrem Militäreinsatz nicht besiegt, sondern im Gegenteil verschlimmert haben. Darüber kritisiert er eine Propgandafunktion der “westlichen Medien”, die das Vertrauen in Afghanistan untergraben hätten.


Von Thomas Pany|TELEPOLIS

“Leider gab es seit 2012 nur negative Schlagzeilen über Afghanistan in den westlichen Medien”, sagte Karsai den ARD-Korrespondenten:

Sie haben versucht, unser Selbstvertrauen zu untergraben und sie haben versucht, es so dazustellen, dass uns Afghanen 2014 die Hölle erwartet. Ohne amerikanische Soldaten. Ohne ein unterschriebenes Sicherheitsabkommen.

Diese Medienkritik des “Ruheständlers” Karsai ließe sich wahrscheinlich auch auf deutsche Publikationen ausdehnen, das Thema Berichterstattung Afghanistan wurde aber leider im Gespräch nicht weiter vertieft. Die Rolle der deutsche Medien kam nicht zur Sprache. Da Karsai dem Einsatz der Deutschen in Afghanistan Lob zollte – “Deutschland hat sich vollkommen anders verhalten als die USA. Deutschland war immer ehrlich zu uns” – wurden möglicherweise vorhandene Impulse zu kritischen Nachfragen, die eigene Rolle betreffend, aber auch Annahmen Karsais, besänftigt.

“Es geht ihnen nur darum, sich militärisch in Afghanistan niederzulassen”

Interessant ist, dass die Vorhaltungen Karsais, die negativen Auswirkungen westlicher militärischer Interventionen ( der “Fluch der bösen Tat”, so Peter Scholl-Latour) zu einem Zeitpunkt kommen, an dem der neue US-Verteidigungsminister Ash Carter an den Abzugsplänen der US-Truppen aus Afghanistan rüttelt. Die US-Regierung denkt gegenwärtig über eine Revision des Truppenrückzugs nach und plant, nun doch mehr Soldaten in Afghanistan zu behalten.

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Gott ist (k)eine Option

Die Kirchen verlieren ihre Mitglieder, aber ihre Botschaft ist nach wie vor wichtig für die Gesellschaft Foto: Flickr/Trachtenland Hessen | CC BY-NC 2.0

Ohne Gott ist alles sinnlos. Das könnte die zentrale Botschaft der Kirchen in der Zukunft sein, stellt die Welt am Sonntag fest. Denn wenn Religion beliebig wählbar ist, wächst auch die Angst vor Fehlentscheidungen.


pro Medienmagazin

Die Katholische Kirche verliert ebenso wie die Evangelische immer mehr ihrer Mitglieder. Nicht einmal mehr die Hälfte der deutschen Bevölkerung gehört einer der beiden Großkirchen an, über 200.000 Menschen haben im vergangenen Jahr die Evangelische Kirche verlassen. Gleichzeitig „wird das Angebot der Freikirchen und Sekten, der Yogagurus und ‚Biodanza‘-Lehrer immer bunter“, schreibt die Wochenzeitung Welt am Sonntag.

Schmerzlich sei für die Volkskirchen die „Stabilität besonders glaubensfester christlicher Gruppen“. Zwar versammelten sich in den sechs größten Freikirchen insgesamt nur etwa 600.000 Gläubige – im Gegensatz zu 24,2 Millionen in der Katholischen und 23,4 Millionen in der Evangelischen Kirche. Doch die „Selbstgewissheit und Dynamik“ der Freikirchen beunruhige die großen kirchlichen Instititionen ebenso wie das „Selbstbewusstsein der Deutschen Evangelischen Allianz“. Zu diesem Netzwerk zählten sich rund 1,3 Millionen Christen, die einen bibeltreuen Protestantismus und politisch konservative Positionen verträten – jedoch mit variierender Radikalität.

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Religionen bewerten Religionen: Hilfe in der Szene der Sinnangebote

Vielfalt der Religionen (picture alliance / dpa / Collage Deutschlandradio)

Sekten- oder Weltanschauungsbeauftragte der christlichen Kirchen geben regelmäßig Expertisen über andere Glaubensgemeinschaften und religiöse Splittergruppen. Aber ist das objektiv und neutral, kann man den christlichen Einschätzungen trauen? Darüber debattierten in Berlin evangelische Theologen, ein Mormone und eine Buddhistin.


Von Thomas Klatt|Deutschlandfunk

“Der Begriff Apologetik ist aus der Mode gekommen, ganz klar, die Sache aber nicht. Es geht darum, auch unterscheidungsfähig zu bleiben, auskunftsfähig im Gegenüber zu anderen religiösen Bewegungen und Weltanschauungen. Und ich denke, in einer Zeit, in der der weltanschaulich-religiöse Pluralismus zunimmt, ist es notwendig auch ein eigenes Profil zu entwickeln und vor allem natürlich auch Unterschiede zu benennen.”

Der evangelische Theologe Matthias Pöhlmann. Er ist Ansprechpartner für Sekten, Psychogruppen, Neureligionen und Weltanschauungen bei der bayrischen Landeskirche. Er hält seine Aufgabe nicht für überholt. Einerseits könne sich im Internetzeitalter zwar jeder rund um die Uhr über Glauben in all seinen Facetten kundig machen. Andererseits gebe es mehr als nur die großen Kirchen und Weltreligionen. Die Szene der Sinnangebote werde immer unübersichtlicher. Da brauche es professionelle theologische Hilfe, wie sie etwa die Kirchen anbieten.

Sehnsucht nach spirituellen Meistern und Lehrerinnen

“Ich denke, wir können beobachten, dass die Zeit der großen Gruppen und Organisationen eher zurückgeht. Was wir beobachten können, das sind Kleinstgruppen, es sind Wohnzimmergurus wenn man so will. Dass sich im Bereich der Konfessionslosen auch Verbände gebildet haben, die den Anspruch haben, die ganzen Konfessionslosen zu vertreten. Dass es eher unorganisierte Formen gibt, also denken Sie an den Bereich der so genannten Esoterik-Szene, wo es eine sehr starke Fluktuation gibt. Und natürlich ungebrochen ist auch die Sehnsucht nach spirituellen Meistern und Lehrerinnen, die einem dann den wahren Weg zeigen.”

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