EU-Kommission will Glyphosat-Zulassung für 18 Monate verlängern

Glyphosat ist nicht der einzige Inhaltsstoff in Pflanzenschutzmitteln, der bedenklich ist. (Foto: Flickr/ Roundup, Monsanto by Mike Mozart CC BY 2.0)
Glyphosat ist nicht der einzige Inhaltsstoff in Pflanzenschutzmitteln, der bedenklich ist. (Foto: Flickr/ Roundup, Monsanto by Mike Mozart CC BY 2.0)
  • Die Zulassung für Glyphosat läuft am 30. Juni aus.
  • Bislang konnten die EU-Staaten keine Einigung darüber erzielen, ob das Herbizid weiter eingesetzt werden darf – darum hat jetzt zunächst die EU-Kommission entschieden.

Süddeutsche.de

Die EU-Kommission will die Zulassung des umstrittenen Pflanzengifts Glyphosat um eineinhalb Jahre verlängern. Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis sagte am Dienstag, die Brüsseler Behörde werde damit ihrer rechtlichen Verpflichtung nachkommen. Die Zulassung läuft am 30. Juni aus. Bislang konnten die EU-Staaten keine Einigung darüber erzielen, ob das Herbizid weiter eingesetzt werden darf. Es steht im Verdacht, Krebs zu erregen. Der amerikanische Monsanto-Konzern, den Bayer übernehmen will, hat mit dem Mittel vergangenes Jahr Milliardenumsätze gemacht.

weiterlesen

Endlager-Kommission beschließt Abschlussbericht

Bild: GNS Gorleben
Bild: GNS Gorleben
Wie der Bundestag am Dienstag mitteilte, wurde das Ergebnis zweijähriger Arbeit in der Nacht zu Dienstag mit großer Mehrheit besiegelt.

evangelisch.de

Die Kommission war vom Bundestag beauftragt worden, Kriterien für ein Endlager des hochradioaktiven Atommülls festzulegen. Den Angaben zufolge plädiert die Kommission für ein Bergwerk, schließt aber kein bislang genanntes Gestein aus. Damit bleibt auch der umstrittene Standort Gorleben weiter möglich.

Der Kommission gehören 32 Mitglieder an. 16 sind Vertreter aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Jeweils acht nicht stimmberechtigte Mitglieder entsandten Bundestag und die Bundesländer. Die Kommission kommt am nächsten Dienstag zu ihrer letzten Sitzung zusammen. Dann soll auch der Abschlussbericht an Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) übergeben und der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

weiterlesen

Unicef warnt vor Tod von 69 Millionen Kindern bis 2030

Nigerianische Mädchen in einer Unicef-Schule im Tschad – sie flohen vor der islamistischen Terrormiliz Boko Haram. (Foto: AP)
Die unter Fünfjährigen werden aus weitgehend vermeidbaren Gründen sterben, schätzt das Kinderhilfswerk. Erschütternd sind auch die Zahlen zu Kinderehen und Bildungsmangel.

Süddeutsche.de

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) hat in der Nacht zum Dienstag seinen Jahresbericht vorgestellt. Darin finden sich erschütternde Zahlen über das voraussichtliche Leben und Sterben von Kindern weltweit bis ins Jahr 2030 – auf Basis der jüngsten Entwicklungen und des erwarteten Bevölkerungswachstums. Zentrale Aussagen im Überblick:

  • 69 Millionen Kinder unter fünf Jahren werden nach Schätzungen von Unicef bis zum Jahr 2030 an weitgehend vermeidbaren Ursachen sterben.
  • 167 Millionen Kinder werden bis dahin zudem in Armut leben.
  • 750 Millionen Mädchen werden zwangsverheiratet worden sein.
  • Besonders prekär ist die Lage im Gebiet südlich der Sahara: Dort könnten bis 2030 schätzungsweise neun von zehn Kindern in extremer Armut leben.
  • In diesem Gebiet wird dem Bericht zufolge dann auch die Hälfte aller Kinder weltweit leben, die keinen Zugang zu Grundschulunterricht hat.
  • Derzeit besuchen weltweit etwa 124 Millionen Kinder keine Schulen der Primar- und unteren Sekundarstufe.

weiterlesen

Gefräßige Giftfische breiten sich im Mittelmeer aus

Eigentlich kommt der Rotfeuerfisch im Roten Meer und Indischen Ozean vor. Im Bild ein Artgenosse aus Kuba. / Bild: APA/AFP/YAMIL LAGE
Aufgrund des Klimawandels expandiert der Indische Rotfeuerfisch rasant. Mit seinen Giftstacheln kann er auch Menschen gefährlich werden.

Die Presse.com

Es sind giftige Vielfraße, die sich noch dazu schnell vermehren – und sie dürften sich bereits im Mittelmeer ansiedeln. Die Indischen Rotfeuerfische kommen normalerweise im Roten Meer und im Indischen Ozean vor, fühlen sich wegen der steigenden Wassertemperaturen jedoch auch in unseren Gefilden immer wohler.

Der Pterois miles habe innerhalb eines Jahres fast die gesamte Südostküste von Zypern besiedelt, schreiben Forscher der Mittelmeerinsel und der britischen Universität Plymouth im Fachmagazin „Marine Biodiversity Records“. Zuvor hat es den Angaben zufolge nur wenige Sichtungen im Mittelmeer gegeben. Die Wissenschafter stützen sich unter anderem auf Angaben von Tauchern und Fischern.

weiterlesen

Frontex: „Zentrale Mittelmeerroute so stark frequentiert wie noch nie“

Seit Beginn des Jahres sind Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben. dpa
Seit Beginn des Jahres sind Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben. dpa
  • Die EU-Grenzschutzagentur Frontex schlägt Alarm: Wegen des Flüchtlingsdeals mit der Türkei wagen wieder mehr Menschen die Fahrt über das zentrale Mittelmeer.
  • Die Route sei „so stark frequentiert wie noch nie“ – zudem könnten in diesem Jahr etwa 300 000 Menschen aus Westafrika in die Maghreb-Staaten kommen und dann weiter reisen.
  • Ägypten wird demnach ein neues Zentrum für Schlepper.

Süddeutsche.de

Infolge des EU-Flüchtlingspaktes mit der Türkei wagen laut der EU-Grenzschutzagentur Frontex mehr Menschen denn je die lebensgefährliche Überfahrt über das zentrale Mittelmeer. „Mittlerweile kommen aus Libyen 13- bis 14-mal mehr Flüchtlinge nach Italien als Migranten aus der Türkei nach Griechenland“, sagte Frontex-Chef Fabrice Leggeri der Funke Mediengruppe. Die Zahl der illegalen Grenzübertritte zwischen Libyen und Italien übersteige in diesem Jahr die Zahl aller anderen illegalen Grenzübertritte in die EU.

weiterlesen

Im 100-Einwohner-Ort Sumte ist die Krise ausgeblieben

Sumte © MiG
Der kleine niedersächsische Ort Sumte wurde im vergangenen Jahr zum Symbol der deutschen Flüchtlingspolitik. Sieben Flüchtlinge pro Einwohner – kann das gutgehen? Der prophezeite Knall ist ausgeblieben. Bisher wurden Probleme ganz pragmatisch gelöst.

Von Karen Miether | MiGAZIN

Kardo Dilan Ibrahim legt mit flinker Hand Brötchen in den Backofen, noch eins und noch eins. Doch so viele Abendessen wie im November, als der 17-Jährige aus dem Irak in der niedersächsischen Notunterkunft Sumte angekommen ist, werden längst nicht mehr gebraucht. 1.000 Flüchtlinge auf 102 Einwohner, mit dieser Aussicht machte der kleine Ort Sumte im Nordosten Niedersachsens im Herbst Schlagzeilen. Mehr als 700 Menschen lebten zu Hochzeiten tatsächlich vorübergehend in dem ehemaligen Bürokomplex, sagt Mitarbeiterin Daniela Hartwig. Jetzt sind es nicht einmal mehr 60.

Noch bevor im November die ersten Flüchtlinge eintrafen, berichteten etwa die New York Times oder der arabische Nachrichtensender Al Jazeera über das Dorf, in dem sie ein Symbol der deutschen Flüchtlingspolitik sahen. Bürgerversammlungen waren von Ängsten geprägt. Straßenlampen wurden installiert, der Ruf nach mehr Polizei wurde laut. „Aber durch die gute Zusammenarbeit konnten die meisten Probleme gelöst werden“, bilanziert Ortsvorsteher Christian Fabel. Nur auf eine vernünftige Internetverbindung warte der Ort bis heute.

weiterlesen

Harvard-Forscherin: Fragment über „Ehefrau Jesu“ vermutlich gefälscht

Papyrus-Fragment "Evangelium der Ehefrau Jesu" (Bild: Karen L. King/HDS)
Papyrus-Fragment „Evangelium der Ehefrau Jesu“ (Bild: Karen L. King/HDS)
War Jesus verheiratet? Die US-amerikanische Wissenschaftlerin Karen King von der Harvard Universität (Cambridge, Bundesstaat Massachusetts) hatte 2012 ein in koptischer Sprache verfasstes Schriftstück präsentiert, das den Satz enthielt „Jesus sagte zu ihnen: ,Meine Ehefrau’.“

kath.net

Journalisten interpretierten dies als Hinweis darauf, dass Jesus eine sexuelle Beziehung zu Maria Magdalena gehabt haben könnte. King war bislang der Meinung, dass das Schriftstück echt und 1.200 Jahre alt sei. Jetzt musste sie aufgrund von Recherchen des Magazins „The Atlantic“ (Washington) zugeben, dass es sich sehr wahrscheinlich nicht um ein Original handelt. Die Recherchen des Magazins hätten ergeben, dass die Dokumente zum Nachweis der Herkunft des Papyrus scheinbar gefälscht seien.
Papyrus-Besitzer gründete Internetseiten mit pornografischen Inhalten

Unklar war bislang, wie das Schriftstück nach Cambridge gelangte. King hatte über seinen Besitzer nie berichtet, weil die Person ihren Angaben zufolge unerkannt bleiben wollte. Laut „The Atlantic“ handelt es sich dabei um den in Florida lebenden 50-jährigen Walter Fritz. Er soll in Süddeutschland aufgewachsen sein und an der Freien Universität Berlin Ägyptologie studiert, aber keinen Abschluss gemacht haben.

weiterlesen

Umweltschützer – In höchster Gefahr

Berta Cáceres kämpfte gegen einen Staudamm, der den heiligen Fluss ihres Volkes, der Lenca, bedroht. Drei Mit-Kämper waren in den…Foto: Pedro Pardo/AFP
Die britische Organisation Global Witness dokumentiert Morde an Umweltschützern seit 2002. Nie wurden mehr getötet als 2015. Die meisten in Brasilien, den Philippinen, aber auch im Kongo leben vor allem Ranger gefährlich.

Von Dagmar Dehmer | DER TAGESSPIEGEL

Nicht-Regierungs-Organisation (NGO) Global Witness seit 2002 in jährlichen Berichten, in denen die Morde an Umweltschützern dokumentiert werden. Die Organisation stützt sich dabei auf öffentlich zugängliche Quellen und geht deshalb davon aus, dass sie nur einen Bruchteil der tatsächlichen Fälle aufarbeiten kann. Als Beispiel benennt die Organisation die Proteste von Angehörigen des Oromo-Volkes in Äthiopien, das einem Staudammprojekt weichen soll. Bis zu 200 Oromo sollen bei Protesten erschossen worden sein. Allerdings sah sich Global Witness nicht in der Lage, dafür genügend Beweise zu finden, was kein Wunder ist, weil die äthiopische Regierung Berichte über die Proteste unterdrückt. Von Pressefreiheit kann in Äthiopien keine Rede sein, und auch die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch konnte nur Zeugenaussagen von geflüchteten Oromo dokumentieren.
Im aktuellen Bericht zählt Global Witness 185 Morde im Jahr 2015. Brasilien führt diese Liste mit 50 Morden an. Meistens sind es Angehörige von Minderheitenvölkern, die im Amazonas-Regenwald leben – und dort mit Mienenkonzernen, Holzfällern oder Milizen von Agrarkonzernen in Konflikt geraten. Nummer zwei sind die Philippinen, wo es ebenfalls vor allem um Landkonflikte mit Bergbauunternehmen geht. Auch dort sind Angehörige von Minderheitenvölkern überproportional auf der Todesliste zu finden.

weiterlesen

Slavoj Zizek: Gedanken zum Brexit – Unordnung unter dem Himmel

Slavoj Žižek bei der Vorstellung seines Buches „Blasphemische Gedanken“ auf der Leipziger Buchmesse 2015. Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA 4.0/Amrei-Marie
Europa hängt fest zwischen Brüsseler Trägheit und brennendem Nationalismus – der Brexit ist nur Symptom. Doch er könnte der Weckruf für ein neues, echtes, paneuropäischen Projekt sein.

Von Slavoj Žižek | SpON

Freud war kein ganz junger Mann mehr, als er mit der berühmt gewordenen Frage: „Was will das Weib?“ zu erkennen gab, dass die weibliche Sexualität ihm Rätsel aufgab. Eine ähnliche Ratlosigkeit befällt uns heute angesichts des Brexit-Referendums: Was will Europa?

Worum es bei diesem Referendum wirklich geht, wird klar, wenn wir es in einen größeren historischen Kontext einordnen. Sowohl in West- als auch in Osteuropa sind Anzeichen für eine langfristige Neuordnung des politischen Raums zu erkennen. Bis vor Kurzem war dieser im Wesentlichen geprägt von der Gegenüberstellung zweier großer Parteien: einer rechts der Mitte (Christdemokraten, Liberalkonservative, „Volkspartei“), einer links der Mitte (Sozialisten, Sozialdemokraten …).

weiterlesen

Merkel für klare Worte in Flüchtlingskrise

Angela_Merkel1

Kölner Silvesterübergriffe hätten «Verunsicherung mit sich gebracht». «Besonders schlimm war damals, dass man über die Dinge scheinbar nicht sprechen wollte.» Es gebe Beispiele über gelungene Integration, auch einzelne Berichte über Kriminialität.

kath.net

In der Flüchtlingsfrage ist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für klare Worte. Es gelte, deutlich die Rechte, aber auch die Pflichten in Deutschland zu benennen, sagte Merkel in ihrem Video-Podcast von Samstag. Dazu gehöre, sich an Gesetze zu halten, die Sprache zu lernen und den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen, «wo immer das möglich ist». Man könne in Deutschland frei leben, «aber immer auf der Basis des Grundgesetzes».
Auf die Frage, wie sie auf Sorgen im Umgang mit der Flüchtlingskrise reagiere, sagte die Kanzlerin: «Wir müssen natürlich mit den Menschen darüber sprechen.» Sie denke, dass die Silvesterübergriffe in Köln «Verunsicherung mit sich gebracht» hätten. «Besonders schlimm war damals, dass man über die Dinge scheinbar nicht sprechen wollte.» Es gebe Beispiele über gelungene Integration aber auch einzelne Berichte über Kriminalität – «leider auch bei der deutschen Bevölkerung mit Angriffen auf Flüchtlingsheime, aber eben auch von einigen Flüchtlingen oder Menschen, die schon eine ganze Weile hier sind».

weiterlesen

I Was Brainwashed by a Feminist Digital Cult Leader

A few months ago I received an unusual invitation. A woman called Unicole Unicron, who’d read one of my articles on gender and artificial intelligence reached out to ask if I’d like to join a sect called 3V3, comprised of women witches working at the intersection of magic and technology, with the goal of “matriarchal change in the digital realm.”

By Leigh Alexander | MOTHERBOARD

Unicole is the leader of UNICULT, which she describes as a communal framework for promoting joy. In this strange but unexpectedly gentle and compelling video, she says that following a suicide attempt, the belief that she is an incarnation of a divine being of light helped her heal, and inspired her to want to help others.

At the beginning of this year she quit her job at IBM to become, in her words, a “full time pop star and cult leader.” She’s released several homemade, cybertwee-aesthetic music videos, which criticize consumerism and promote spiritual and feminist ideals. In #GIRLPOWER, Unicole twirls and intones in sheer fabrics and undereye sparkles, against a backing track of the words “virginity, divinity” continuously repeating. In Pop Spirituality, she interrogates sacredness while wearing giant feathered angel wings and an emoji dress.

read more

Impulspapier „Kirche der Freiheit“: Mit viel Pathos falsche Ziele gesetzt?

Statt des erhofften Wachstums ist die Quote der Besucher von evanglischen Gottesdiensten auf 3,5 Prozent gesunken. (picture alliance / dpa/ Julian Stratenschulte)
Neoliberaler Zeitgeist durchzog das Papier „Kirche der Freiheit“, mit dem die EKD vor zehn Jahren Aufbruchsstimmung verbreiten wollte. Doch das Experiment mit Trau- und Taufquoten, Qualitätsmanagement und Benchmarking ging gründlich schief, sagen Kritiker.

Von Michael Hollenbach | Deutschlandradio Kultur

Zu den schärfsten Kritikerinnen des Impulspapiers „Kirche der Freiheit“ zählt Isolde Karle. Die Bochumer Theologieprofessorin moniert, dass die Spitze der EKD mit viel Pathos falsche Ziele gesetzt habe:

„Wir wachsen gegen den Trend, wir machen ganz tolle Reformen, es gibt einen Paradigmenwechsel und einen Mentalitätswechsel – das sind alles Dinge, die eine Organisation gar nicht entscheiden kann. Was eine Organisation entscheiden kann, das sind eben Strukturveränderungen, aber nicht das, was in den Köpfen der Leute vorgeht, und schon gar nicht den Glauben.“

Surfen auf der neuen Welle der Religiosität

Thies Gundlach, einer der Autoren des Impulspapiers und heute Vizepräsident im Kirchenamt der EKD, beschreibt die damalige Hoffnung:

„Wir hatten alle das Gefühl, es ist eine Aufbruchszeit, die Wiederkehr der Religionen führt dazu, dass unsere Gemeindeangebote neuen Wind unter die Flügel kriegen, dass wir auf dieser Welle surfen können.“

Deshalb die Vision, gegen den Trend wachsen zu können:

„Das war sicherlich eine zu euphorische Formel, die auch entmutigt hat, das glaube ich auch. Insofern würde ich diese Formel auch nicht noch mal nehmen.“

Thies Gundlach räumt ein, dass man die gesellschaftliche Debatte damals falsch eingeschätzt habe:

weiterlesen

Fachleute kritisieren unzureichende Kontrolle bei Asylverfahren

Interne Prüfer des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge kritisieren eine mangelhafte Qualitätssicherung bei Asylverfahren.

evangelisch.de

Interne Prüfer des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge kritisieren eine mangelhafte Qualitätssicherung bei Asylverfahren. Im vergangenen Jahr habe das hierfür zuständige Referat gerade mal 0,01 Prozent der 282.700 Asylentscheidungen stichprobenartig überprüfen können, heißt es in einem auf März datierten internen Papier, aus dem das Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ zitiert. Gründe für die unzureichende Kontrolle seien die Beschleunigung der Verfahren und die große Zahl neuer, unerfahrener Mitarbeiter in der Behörde.

Um nicht zu einer reinen „Alibifunktion“ zu verkommen, müsse die Qualitätssicherung dringend aufgestockt und verbessert werden, fordern die Fachleute in dem Papier. Bisher hätten die Kontrolleure deutlich weniger Mitarbeiter als vergleichbare Einheiten in Großbritannien und Schweden, wo die Zahl der Asylanträge um ein Vielfaches geringer ist. Das Bundesamt sagte auf „Spiegel“-Nachfrage, es gebe ein Konzept der Qualitätssicherung, das an die Bedingungen einer stark gewachsenen Organisation angepasst werde „und das jetzt in die Umsetzung geht“.

Seemannsmission: Seeleute leiden unter Flüchtlingssituation

Seit Beginn des Jahres sind Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben. dpa
Seit Beginn des Jahres sind Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben. dpa
Die Generalsekretärin der Deutschen Seemannsmission, Heike Proske, hat zum internationalen „Tag des Seefahrers“ am Sonntag mehr Wertschätzung und Unterstützung für die weltweit rund 1,6 Millionen Seeleute gefordert.

evangelisch.de

Die Generalsekretärin der Deutschen Seemannsmission, Heike Proske, hat zum internationalen „Tag des Seefahrers“ am Sonntag mehr Wertschätzung und Unterstützung für die weltweit rund 1,6 Millionen Seeleute gefordert. Die psychischen Belastungen durch die Flüchtlingskrise im Mittelmeer und in Südostasien wirkten sich auf die Handelsschifffahrt ebenso aus wie die Piraterie, sagte die evangelische Pastorin am Samstag in Bremen, dem Sitz der Deutschen Seemannsmission. Die Männer und Frauen auf See stünden im Zentrum der Globalisierung und seien täglich mit ihren Folgen konfrontiert.

weiterlesen

„God is great, Europe is destroyed“

Bild: nationalreview.com
Bild: nationalreview.com
IS frohlockt über Brexit: Der Dschihad setzt für die weitere Zukunft auf Zersplitterung und Niedergang des Kontinents – Neue Anschläge geplant?

Von Arno Kleinebeckel | TELEPOLIS

Nach dem Brexit-Votum von Freitag proklamieren Unterstützer der Terror-Organisation „Islamischer Staat“ den Niedergang Europas. „Europe is destroyed!“ lautet einer der Schlachtrufe. Dschihadisten erblicken offenbar die Morgenröte des Kalifats an europäischen Gestaden. Das amerikanische Portal „Vocativ“ berichtet von zahllosen Anhängern, die in Online-Foren bereits enthusiastisch jubeln.

Dutzende von Anhängern und Unterstützern ziehen sich am Ergebnis des britischen Referendums hoch, einer der Threads beruft sich auf Gott und frohlockt „God is great, Europe is destroyed“, ein Kommentator sieht die Europäische Union jetzt vor dem „Kollaps“. Die Erwartung richtet sich darauf, Europa zu „paralysieren“. Auch andere sehen offenbar Gottes Hand im Spiel:

At a time when Muslims are uniting under the flag of the Caliphate, Europe is choosing to divide and split. The victory is close with the help of God.Kommentar auf Twitter

Das passt, ist doch der IS im Irak und in Syrien auf dem Rückzug und verliert immer mehr an Einfluss.

weiterlesen

Twitterer laufen Sturm gegen Wiesenhof

© Youtube / Wiesenhof Atze Schröder und sein Würstchen.
In einem Werbespot für den Geflügelfleisch-Hersteller Wiesenhof spielt Atze Schröder auf den Fall Gina-Lisa an. Twitterer sind sauer.

Frankfurter Allgemeine

„Und, seid ihr bereit für die größte Wurst des Sommers? Hier ist das Ding. Danach müssen Gina und Lisa erst mal in die Traumatherapie.“ Das sagt Comedian Atze Schröder in einem Spot für die Geflügelfleisch-Marke Wiesenhof. Dann misst er die Länge des Würstchens mit dem Zollstock nach.

Die naheliegende Deutung: Atze Schröder spielt mit mit seinem Spruch auf den Fall von Gina-Lisa Lohfink an. Sie hat zwei Männern Vergewaltigung vorgeworfen. Von dem Geschehen gibt es ein Video, auf dem zu sehen ist, wie sie „Hör auf“ und „Nein, nein, nein“ sagt. Lohfink sagt, sie habe unter dem Einfluss von K.O.-Tropfen gestanden. Doch weil sie sich nicht körperlich wehrt, hat die Staatsanwaltschaft das Geschehen nicht als Vergewaltigung angesehen. Stattdessen sollte Gina-Lisa Lohfink für ihre Aussage 24.000 Euro Geldstrafe zahlen. Am Montag wird darüber vor Gericht verhandelt.

weiterlesen

Frankreich: Druckwasser-Reaktoren unter Verdacht einer „Anomalie“

Kernkraftwerk Fessenheim (auch auf der Liste der „verdächtigen“ Reaktoren). Bild: Florival fr/CC BY-SA 3.0
Laut einer Einschätzung der Behörde für nukleare Sicherheit ist die Umkleidung der Reaktordruckbehälter weniger widerstandskräftig als erwartet

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Die Druckwasser-Reaktoren in Frankreich sind erneut wegen Sicherheitsmängel in der Diskussion. Eine Analyse der Behörde für nukleare Sicherheit (ASN) bemängelt „Anomalien“ am Boden des Reaktordruckbehälters in der Art, wie sie vor gut einem Jahr in Flamanville festgestellt wurden (Flamanville: „Anomalien“ beim Reaktordruckbehälter). Das Material, die Stahlumkleidung des Druckbehälters, sei durch den Einschluss von Kohlenstoff weniger widerstandsfähig als erwartet. Es sei nicht ausgeschlossen, dass bei einer hohen Belastung Risse entstehen können.

Die Beanstandungen betreffen 18 Reaktoren (von neun AKWs) der insgesamt 58 Reaktoren des französischen Nuklearparks und, wie hervorgehoben wird, im Gegensatz zur Anomalie-Affäre bei dem EPR in Flamanville, sind diesmal Reaktoren betroffen, die aktiv sind.

weiterlesen

It’s Safe to Eat These 4 Crops Grown in ‚Martian Soil‘

A photo of the cress that was grown in normal, ‚moon‘, and ‚martian‘ soil. Image: Wieger Wamelink
Remember that scene in The Martian where actor Matt Damon grows crops in a makeshift greenhouse on Mars so he can eat them? There are people on Earth making that a reality.

By Emiko Jozuka | MOTHERBOARD

Since 2013, a Dutch researcher has successfully been cultivating crops and wild plant varieties in a soil that closely resembles that from the red planet and the moon. Now lab results have shown that four of his crops are safe for human consumption.

Wieger Wamelink, an ecologist at the Wageningen University in the Netherlands initially wanted to grow a garden in a computer simulation using the scientific data he had on Martian and moon soil. However, when he discovered that NASA sold “Mars soil”—soil that is found on Earth but shares similar chemical properties to Martian soil—Wamelink knew he had to try it out for real.

“Nobody could tell what would happen if you tried growing crops in this soil as NASA had made it to test habitats, rovers, and not for crop cultivation,” explained Wamelink. “People couldn’t even tell me what would happen if I added water to it.”

read more

Papst korrigiert Äußerung, dass die „große Mehrheit“ der kirchlichen Ehen ungültig ist

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Papst Franziskus hat eine auf dem Pastoralkongress der Diözese Rom gemachte Antwort auf einer Frage zur „Krise der Ehe“ korrigiert, wonach er die „große Mehrheit“ der kirchlich geschlossenen katholischen Ehen für ungültig hält: In der geänderten Fassung ist statt von der „großen Mehrheit“ nur mehr von einem „Teil“ der Ehen die Rede. Wie groß dieser Teil ist, bleibt offen.

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Die Ursache für die Ungültigkeit der Ehen sieht der Papst im Bewusstsein der Ehepartner: Diese haben seiner Ansicht nach oft keine ausreichende Vorstellung davon, wie dauerhaft und umfassend der Pakt ist, den sie mit dem Sakrament eingehen. Auch dann nicht, wenn sie vor dem Traualtar Versprechen dazu abgeben. „Sie wissen nämlich“, so Franziskus, „nicht, was sie sagen“, auch wenn sie „guten Willens“ sind.

Ohne das Bewusstsein darüber, dass katholische Ehen ein ganzes Leben lang gelten und nur durch den Tod gelöst werden können, seien Versprechen von Brautleuten „nur vorläufig“. Außerdem entgeht solchen ohne ausreichendes Bewusstsein über die Konsequenzen – und damit ungültig – verheirateten Ehepartnern seinen Worten nach die „Schönheit“ des Sakraments.

Deshalb forderte der Papst die anwesenden Priester auf, unverheiratete Katholiken, die bereits in einer gemeinsamen Wohnung leben, nicht in eine formelle Eheschließung hinein zu drängen und sie immer wieder zu fragen, warum sie nicht heiraten. Stattdessen empfahl er, in diesem „schwierigsten Bereich der Seelsorge“ abzuwarten, die Paare zu „begleiten“, sie bei der „inneren Reifung“ zu unterstützen und „der Treue zu helfen, heranzuwachsen“.

weiterlesen

Neue Behörde soll für Regierung verschlüsselte Kommunikation knacken

Die Mutter der Verschlüsselung: die deutsche Chiffriermaschine „Enigma“. Sie galt als Wunderwerk – und doch gelang es, ihre Codes zu knacken. (Foto: imago/ZUMA Press)
Für „Zitis“ sollen bald 400 Menschen arbeiten. Sie sollen Polizei und Geheimdiensten helfen, auf Smartphones und in besonders gut geschützten Messenger-Diensten mitzulesen.

Von Georg Mascolo, Nicolas Richter | Süddeutsche.de

James Comey hat Angst vor der Dunkelheit. Der Chef der amerikanischen Bundespolizei FBI fürchtet ein Phänomen namens „going dark“, und zwar nicht im Keller oder in einem langen Flur, sondern im Internet. Dort könnten sich viele dunkle Flecken ausbreiten, warnen Sicherheitsexperten, weil immer mehr Internetdienste und Telekommunikationsfirmen Verschlüsselungssysteme anbieten, die für Polizei und Geheimdienste schwer oder gar nicht zu überwinden sind. Der Staat, warnt Comey, bekomme dann nichts mehr mit. Er könne zwar die Nachrichtenströme im Netz verfolgen, sie aber nicht mehr entziffern. Kurzum, er tappe im Dunkeln.

Über die hereinbrechende Finsternis debattiert man auch in Europa. Der Chef der Polizeibehörde Europol, Rob Wainwright, weist darauf hin, dass Verschlüsselung bereits in 75 Prozent der Fälle eine Rolle spiele, und er verlangt Gegenmittel. Eine Stichprobe im Bundeskriminalamt (BKA) legt den Schluss nahe, dass dort inzwischen das Gros der Fälle betroffen ist.

weiterlesen