Mapping the World of #FalseFlag Conspiracy Theories on Social Media

Alex Jones (L) and Paul Joseph Watson (R) in 2013. Image: Tyler Merbler/Flickr
A broad network of websites and social media accounts is creating confusion after every crisis event.

By Corin Faife | MOTHERBOARD

„Fake news“ has been around in some form for as long as there’s been any news at all, but in the social media era (and the President Trump era) it’s taken on a whole new proportion. Currently though, the term stands in for a range of different things: On the one hand stories crafted expressly for deception or financial gain, on the other, inaccurate journalism or critical views of the administration.

At the 11th International Conference on the Web and Social Media last week in Montreal, academic Kate Starbird presented a fascinating paper exploring one specific kind of social media misinformation: Conspiracy theories surrounding mass shootings. Starbird, Associate Professor of Human Centered Design & Engineering at the University of Washington, has spent years studying „alternative narratives“ that spring up around man-made crisis events—shootings, bombings, etc.—and mapping the links between what she describes as an ecosystem of websites and Twitter accounts by analyzing which URLs are shared by the same users, and what different kinds of content are published by connected sites.

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Relativer Quantenquark – kann moderne Physik die Esoterik belegen?

Bei vermeintlich übersinnlichen Phänomenen wird von Esoterikern gerne auf die Erkenntnisse der Quantenphysik verwiesen, die diese Beobachtungen angeblich stützen. Wissenschaftler setzen sich seit langem kritisch mit diesen Behauptungen auseinander.

Von Holger von Rybinski | GWUP

Gedankenübertragung, Spukerscheinungen, Homöopathie – kaum ein PSI-Phänomen, für dessen Erklärung nicht die Quantenphysik als scheinbar wissenschaftlicher Beleg angeführt wird. Dabei widersprechen  Experten wie Anton Zeilinger derartigen Behauptungen. Im österreichischen Nachrichtenmagazin „Profil“ erläutert das GWUP-Mitglied Dr. Florian Aigner, warum die Quanten nicht als Erklärung für übersinnliche Phänomene herhalten können. Dabei fällt ihm auf: „ Es ist paradox: Esoteriker, deren Geschäftsmodell darauf fußt, die Erkenntnisse der Naturwissenschaft zu ignorieren, berufen sich auf eine naturwissenschaftliche Theorie. Es ist, als würden Atheisten in der Bibel nach Bestätigung ihrer weltanschaulichen Thesen suchen. Oder als würde just ein Vegetarierverein mit Gratisschnitzelsemmeln Mitglieder anwerben wollen“. Er räumt jedoch ein, dass die Quantenphysik als ungewöhnlich und mystisch dargestellt werde, sei kein Zufall, liefere sie doch manchmal Ergebnisse, die wir mit unserem Alltagsverstand kaum begreifen können, weil sie uns merkwürdig oder verrückt erschienen.

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Das magische Elqui-Tal

Das Elqui-Tal in Chile (imago / imagebroker)
Im Elqui-Tal in Chile befindet sich der Energieknoten der Erde, glauben zumindest spirituelle Touristen, die in Scharen ins Gebiet um den Monte Cancana strömen. Er sei vom Himalaya dorthin gewandert. Reiseführer haben sich auf die Suche nach Energie, Sinn und Heilung spezialisiert.

Von Sophia Boddenberg | Deutschlandfunk

„Hier im Tal gibt es eine besondere Energie, weil wir den Berg Monte Cancana haben, den Berg mit dem höchsten Ferritin-Anteil der Welt. Er ist ein gigantischer Magnet. Wir sind Energie. Die Energie des Berges hat einen positiven Einfluss auf uns, auf unsere Sinne und Gefühle. Das ist das Mysterium der Energie im Tal. Dann gibt es noch eine andere Geschichte der Buddhisten, die besagt, dass sich die Kundalini-Energie der Erde von Tibet aus hierhin verschoben hat. Vorhersagen der Mayas und anderer Kulturen sagen, dass hier in Südamerika die neue Menschheit entstehen wird. Deshalb kommen viele Menschen verschiedener Kulturen und Länder nach Chile“, sagt René Fuentes.

Er ist um die 60 Jahre alt und lebt seit fünf Jahren im Elqui-Tal in Chile. Er hat graue Haare, indigene Gesichtszüge und von der Sonne gebräunte, ledrige Haut. Er kam hierher auf der Suche nach mehr Lebensqualität – vorher lebte er in Chiles Hauptstadt Santiago.

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TV- und Rundfunktipps: Pro und contra Homöopathie

Symbolbild, Bild: bb

Zunächst präsentiert der SWR am kommenden Dienstag, den 09. Mai 2017, um 20.15 Uhr, sein Verbrauchermagazin „Marktcheck“ , laut Ankündigung u. a. mit dem Beitrag „Homöopathie: Wirksame Medizin oder Geldverschwendung?“. Nähere Informationen liegen dazu leider noch nicht vor.

Holger von Rybinski | GWUP

Etwas ausführlicher wird sich der „Deutschlandfunk“ im Radio des Themas annehmen. „Eine Frage des Glaubens: Homöopathie auf dem Prüfstand“ heißt eine Sendung, die am Sonntag, 12. Mai 2017, von 19.15 bs 20.00 Uhr ausgestrahlt wird. Aus der Ankündigung: „Die medizinische Versorgung in Deutschland ist heute besser als je zuvor. Trotzdem wächst die Skepsis gegenüber der Schulmedizin, der seelenlosen Apparatemedizin. Viele Patienten suchen ihr Heil in der Homöopathie. Dabei scheinen auch kritische Menschen jegliche Bedenken zu vergessen und glauben an den heilenden Geist des Wassers.“ Und: ,,Da die Wirksamkeit von Homöopathika naturwissenschaftlich nicht belegt ist, müssen sie in den USA Warnhinweise tragen. In Deutschland hingegen sind sie zugelassen. Obwohl viele Forscher belegen, dass homöopathische Mittel nicht besser als Placebos wirken, erstatten die meisten Krankenkassen die Kosten dafür. Medizin ist nicht nur Wissenschaft, sondern auch Heilkunst. Das Dossier fragt: Gehört die Homöopathie dazu?“ Drei Homöopathen und drei Homöopathie-Kritiker aus der GWUP und dem INH (unter anderem voraussichtlich Dr. Natalie Grams  und Dr. Norbert Aust ) wollen zur Klärung dieser Frage beitragen. Vor wenigen Tagen wurde eine ähnliche Debatte im Magazin „Health Care Management“ geführt, wie im GWUP-Blog  berichtet.

Jahrestreffen der „Skeptiker“: Zweifeln hält gesund

Für Verschwörungstheoretiker ganz klar: Chemtrails – böse Regierungen lassen bewusstseinsverändernde Substanzen versprühen, um so das Volk besser manipulieren zu können. Foto:dpa
„Skeptiker“ ziehen gegen Geistheilung, Homöopathie und andere Pseudowissenschaften zu Felde. Bekämpft wird alles, was nicht in ihr Weltbild passt.

Von Manfred Ronzheimer | taz.de

Es begann mit gebogenen Löffeln. Als der Zauberkünstler Uri Geller in den 70er Jahren in Fernsehshows vorführte, wie sich metallenes Essbesteck scheinbar mit Geisteskraft verformen ließ, da wuchs bei dem Industrieforscher Amardeo Sarma die Skepsis. „Das war für uns die Initialzündung“, blickt der Vorsitzende der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) auf die Gründung seines Vereins vor 30 Jahren zurück. Aus den zehn Zweiflern von damals ist heute eine Organisation mit 1.500 Mitgliedern geworden, die sich kurz „Skeptiker“ nennen.

Ihr Ziel: Gegen irrige Glaubenssätze, die gleichwohl reale Handlungsmuster von Menschen bestimmen, mit wissenschaftlichem Faktencheck anzutreten, sie zu entzaubern. Das Feld ist weit: Es reicht von der Parapsychologie und der Beobachtung unbekannter Flugobjekte (Ufos), zu Verschwörungstheorien in Gestalt der „Chemtrails“–Wolkenmustern am Himmel, bis hin zur Leugnung des Klimawandels und den Versprechen einer Alternativmedizin mit zuweilen tödlichen Folgen. Am vergangenen Wochenende kamen die GWUP-Skeptiker zu ihrer Jahreskonferenz in der Berliner Urania zusammen.

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Verschwörungstheorien: Mit Sachlichkeit gegen den Unsinn

Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften diskutiert in Berlin über den richtigen Umgang mit Impfgegnern, Hömöopathen und Verschwörungstheoretikern. Der wichtigste Tipp: nicht aufregen.

Von Kathrin Zinkant | Süddeutsche.de

Berlin hat bekanntlich zwei Flughäfen und wer an diesem strahlend sonnigen Sonntag vor dem Tag der Arbeit in den berühmten Himmel über der Stadt blickte, sah der Widersprüchlichkeit des menschlichen Verstandes ins Antlitz: Kondensstreifen von Flugzeugen stehen nämlich einerseits für das physikalische Phänomen der Kondensation. Wasser schlägt sich am Ruß aus den Flugzeugdüsen nieder, künstliche Wolken entstehen. Manchen Menschen ist diese Erklärung aber zu vernünftig. Sie halten die Kondensationsstreifen deshalb für Chemtrails, für Spuren einer Weltverschwörung, die die Menschheit vergiften soll.

Und weil nicht nur ein paar Verrückte an Chemtrails glauben, sondern ziemlich viele Menschen an einen ganzen Strauß solcher Theorien, haben sich weit unterhalb dieser Kondensstreifen am Wochenende die Mitglieder der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) in der Berliner Urania getroffen. Kurz nennt sich der gemeinnützige Verein „Die Skeptiker“, und man sollte sich dieses Begriffs kurz versichern: Die GWUP versammelt keineswegs Menschen, die den Klimawandel oder den Nutzen von Impfungen leugnen, also häufig Impfskeptiker oder Klimaskeptiker genannt werden. Der Duden definiert Skepsis als Bedenken, kritische Zweifel. Auch sich selbst gegenüber. Und das ist es, was Klimawandelleugnern und Impfgegnern fehlt: Der Zweifel an sich selbst.

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Fünf SS-Forscher auf dem Dach der Welt

Peter Meier-Hüsing, „Nazis in Tibet – Das Rätsel um die SS-Expedition Ernst Schäfer“. € 25,55 / 288 Seiten. Theiss, Darmstadt 2017

Ein neues Buch rekonstruiert die nationalsozialistische Tibet-Expedition Ernst Schäfer und geht auch auf etliche Querverbindungen nach Österreich ein

Von Klaus Taschwer | derStandard.at

Vor fünf Jahren geriet die sogenannte Tibet-Expedition von Ernst Schäfer zum letzten Mal in die Medien: Forscher beschrieben 2012 in einem wissenschaftlichen Fachblatt eine ihrer Einschätzung nach uralte Buddha-Statue, die ein verkehrtes Hakenkreuz zierte und vor allem: aus dem sogenannten Chinga-Meteoriten gefertigt war. Angeblich war die mysteriöse Statue 1939 von Schäfer und seinen vier SS-Kameraden aus Tibet nach Deutschland mitgebracht worden, so die Autoren.

Wie sich nach bald nach der Veröffentlichung herausstellte, wurde der seltsam vollbärtige Buddha zwar tatsächlich aus dem seltenen Meteoritengestein herausgemeißelt. Doch alles andere dürfte eine jüngere Fälschung sein: Vor allem die Angabe eines Mittelsmanns, die Plastik von Schäfer erhalten zu haben, entsprach wohl nicht den Tatsachen. Denn im akribisch geführten Verzeichnis der Mitbringsel tauchte die Statue nicht auf.

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Die Top 10 der merkwürdigsten Dinge, die Menschen glauben

Bild: Pixabay.com
Michael Shermers „Hitliste“ abstruser Vorstellungen, die weit verbreitet sind. Im ersten Teil Platz 6 bis 10.

Von Michael Shermer | Richard-Dawkins-Foundation

Seit der Veröffentlichung meines Buches „Warum Menschen merkwürdige Sachen glauben“ (1997) wurde ich gefragt, was in meiner Erfahrung aus einem Vierteljahrhundert professionellen Skeptizismusses die abstrusesten Dinge seien, die Menschen glauben. Ich dachte, es wäre lustig und instruktiv eine Top 10 Liste zusammenzustellen. Natürlich sind die Kriterien, was „merkwürdig” ist zwangsläufig subjektiv, aber im Allgemeinen spreche ich über Dinge, die von den meisten Experten als unwahr abgetan werden, die aber dennoch in unserem kollektiven kulturellen Bewusstsein Fuß fassen konnten. Außerdem ziehe ich die allgemeinen Auswirkungen der Behauptungen auf die Gesellschaft in Betracht. Die Überzeugung, dass die Erde flach oder hohl ist, mag merkwürdig sein, aber es ist nichts über das die Allgemeinheit großartig nachdenkt. Im Gegensatz dazu scheinen die folgenden zehn Hirngespinste die Gedanken der Menschen nahezu anzuziehen.

#10. URALTE AUSSERIRDISCHE

Die Überzeugung, dass Außerirdische seit Jahrtausenden die Erde besuchen, wurde zur Massenbewegung, als Erich von Däniken 1968 sein Buch „Erinnerungen an die Zukunft“ veröffentlichte, das ein internationaler Bestseller wurde. Verlage lieben solche Goldesel und Verkäufe im zweistelligen Millionenbereich sorgten für zahlreiche Folgebücher, wie „Aussaat und Kosmos“, „Die Götter waren Astronauten“ und natürlich, gerade rechtzeitig zur Weltuntergangs Hysterie vom 21. Dezember 2012, „Götterdämmerung – Die Rückkehr der Außerirdischen“. Auf diese Rückkehr warten die Erdlinge noch heute.

Das jüngste Ventil für den Glauben, das antike Völker nicht in der Lage gewesen sein können, solche unglaublichen Leistungen wie das pyramidenförmige Aufeinanderstellen von zugeschnittenen Steinen zu vollbringen, ist der History Channel, oder genauer H2, dem bezeichnenderweise der Sauerstoff (O) des Originals fehlt. Dessen Serie „Ancient Aliens – Unerklärliche Phänomene“ präsentiert vom blauäuigen, volltourpierten Weltverbesserer Giorgio Tsoukalos, dessen Leitthema sich am besten in einem Poster mit seinem trotteligen Gesichtsausdruck und dem Ausspruch wiederfindet: „Ich sage nicht, dass es Außerirdische sind… aber es sind Außerirdische.”

Der Grund, dass es dieses Thema in die Top Ten geschafft hat, ist dessen Allgegenwart (77% der Amerikaner glauben, dass es Zeichen dafür gibt, dass Aliens zu irgendeiner Zeit die Erde besucht haben) und die Exemplarität für den logischen Trugschluss, den man als argumentum ad ignorantiam, bzw. Argument aus Unwissenheit kennt. Die unlogische Argumentation geht wie folgt: Wenn es keine zufriedenstellende irdische Erklärung für die ägyptischen Pyramiden oder beliebige andere antike Landmarken – wie die Nazca Linien Perus oder die Statuen der Osterinseln – gibt, so muss die extraterrestrische Theorie, dass sie von fremden Wesen geschaffen wurden, wahr sein.

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Die Top 10 der merkwürdigsten Dinge, die Menschen glauben#

Bild: Pixabay.com
Michael Shermers „Hitliste“ abstruser Vorstellungen, die weit verbreitet sind. Im zweiten Teil Platz 1 bis 5.

Von Michael Shermer | Richard-Dawkins-Foundation

Seit der Veröffentlichung meines Buches „Warum Menschen merkwürdige Sachen glauben“ (1997) wurde ich gefragt, was in meiner Erfahrung aus einem Vierteljahrhundert professionellen Skeptizismusses die abstrusesten Dinge seien, die Menschen glauben. Ich dachte, es wäre lustig und instruktiv eine Top 10 Liste zusammenzustellen. Natürlich sind die Kriterien, was „merkwürdig” ist zwangsläufig subjektiv, aber im Allgemeinen spreche ich über Dinge, die von den meisten Experten als unwahr abgetan werden, die aber dennoch in unserem kollektiven kulturellen Bewusstsein Fuß fassen konnten. Außerdem ziehe ich die allgemeinen Auswirkungen der Behauptungen auf die Gesellschaft in Betracht. Die Überzeugung, dass die Erde flach oder hohl ist, mag merkwürdig sein, aber es ist nichts über das die Allgemeinheit großartig nachdenkt. Im Gegensatz dazu scheinen die folgenden zehn Hirngespinste die Gedanken der Menschen nahezu anzuziehen.

 

#5. JFK VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN

Kevin Costner hatte auf Anhieb Recht, als er in dem 1988 erschienenen Film Annies Männer Susan Sarandons Charakter erklärte: „Ich glaube Lee Harvey Oswald hat allein gehandelt“ (neben anderen Wahrheiten wie „Viele Ballaststoffe, guter Scotch, der richtige Zeitpunkt, Softcore Pornos, die Weihnachtsgeschenke am Morgen statt am Heiligen Abend zu öffnen” und höchst einprägsam, „Ich bin Anhänger von langen, langsamen, tiefen, sanften, nassen Küssen, die drei Tage andauern”). Im Gegensatz zu Costners 1991er Film JFK, in dem er unvergesslich immer und immer wiederholte „hinten und links”, um klar zu machen, dass es mehrere Schützen – mindestens drei Teams – gab, versteckt im Dealey Plaza, in Position im Dal-Tex Gebäude, auf der von Rasen bedeckten Anhöhe, hinter dem Zaun, auf der Autobahnbrücke… die Möglichkeiten werden nur durch die Vorstellungskraft beschränkt.

Diese Theorie schafft es auf die Liste, weil sie sich im Laufe des letzten halben Jahrhunderts zur Mutter aller Verschwörungstheorien entwickelt hat (vielleicht mittlerweile von der nächsten auf der Liste abgelöst) und bemerkenswerte Verbreitung in der Öffentlichkeit genießt. Eine 2009 von CBS News durchgeführte Umfrage zum Beispiel ergab, dass 60-80% der Amerikaner glauben, dass Präsident Kennedy das Opfer eines Mord Komplotts wurde.

Auch wenn die Verschwörungstheorien große Unterstützung haben, so sind sie doch alle falsch. Oswald handelte allein. Wenn Gerald Posners vernichtendes Enthüllungsbuch „Case Closed“ es Ihnen nicht klarmacht (für mich tat es das), Vincent Bugliosis gigantisches „Reclaiming History“ zerstört auf 1648 Seiten (oder in der „Kurzfassung“ „Four Days in November“ mit schlanken 688 Seiten) jede einzelne Behauptung, die für die Verschwörung sprechen. Betrachten wir nur ein paar der vielen Fakten, die nicht gerade für die Anhänger der Verschwörung sprechen:

Verschwörungstheoretiker machen viel Aufhebens um die Tatsache, dass Oswald gerade erst einen Job in einem Gebäude auf JFKs Route gefunden hatte, was darauf hindeute, dass er dort von Verschwörern eingeschleust wurde. Tatsächlich hat Gerald Posner die zeitliche Abfolge aber minutiös zurückverfolgt, bis zu dem Zeitpunkt an dem im Weißen Haus die Entscheidung fiel, dass Kennedy überhaupt nach Dallas reisen sollte, was weit nach der Einstellung Oswalds war. Es war reiner Zufall.

Oswalds Carcano Repetiergewehr – mitsamt seinen Fingerabdrücken – wurde im sechsten Stock des Texas Schulmittel-Lagerhauses, in dem er auch angestellt war, gefunden, in einem Scharfschützennest, das er aus Kartons, ebenfalls mit seinen Fingerabdrücken, gebaut hatte.

Drei dort gefundene Hülsen entsprechen den, laut Aussagen von 81% der Zeugenaussagen des Dealey Plaza berichteten, drei Schüssen.

Tests mit diesem Gewehrtyp ergaben, dass drei Schuss in der Zeit die Oswald hatte, möglich sind.

Das Carcano war die gleiche Waffe, die Oswald im März 1963 im Versandhandel kaufte.

Mitarbeiter sahen Oswald im sechsten Stock des Gebäudes kurz bevor JFKs Autokorso eintraf und sahen ihn auch kurze Zeit später, nach dem Attentat, das Gebäude verlassen.

Oswald ging nach Hause und holte seine Pistole, machte sich wieder auf den Weg und wurde kurze Zeit später von J.D. Tippet, einem Streifenpolizisten der Dallas Police gestoppt. Ihn erschoss Oswald mit vier Kugeln, was von zahlreichen Augenzeugen belegt ist. Er floh vom Tatort in ein nahegelegenes Theater ohne Eintritt zu zahlen. Die Polizei wurde gerufen und Oswald wurde gestellt. Er zog seinen Revolver und versuchte auf einen Polizisten zu schießen, hatte jedoch Ladehemmung und wurde verhaftet, was er mit den Worten „Nun, dann ist jetzt alles vorbei.“ quittierte.

Und so ist es. Vorbei ist’s mit all den JFK Verschwörungstheorien. Oswald handelte allein. Punkt.

#4. 9/11 VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN

War 9/11 ein „Inside Job”? Soll heißen, hat die Bush Administration die Angriffe auf das World Trade Center und das Pentagon am 11, September 2001 fingiert? Nein.

Viele Leute denken, es wäre möglich, oder das Präsident Bush und seine Berater zumindest im Vorfeld der Angriffe von diesen wussten und sie geschehen ließen, um die amerikanische Öffentlichkeit für einen Krieg gegen den Irak zu einen. Um einen Job zu beenden, den Bushs Vater begonnen, aber nicht zu Ende gebracht hatte und die Interessen am irakischen Öl und an den Verbündeten im Mittleren Osten zu wahren. Genauso wie ich niemals geglaubt hätte, dass es die Holocaust-Leugnung irgendwie in die allgemeine Medienlandschaft schaffen würde, konnte ich mir nie vorstellen, dass 9/11 Leugnung irgendwie medial auf die Beine kommen würde. Aber jetzt kommt es nicht nur auf die Beine, sondern trägt sogar 7-Meilenstiefel und daher haben wir uns beim Skeptic Magazin entschlossen, eine vollständige Widerlegung aller 9/11 Verschwörungsthemen zu veröffentlichen.

Der Glaube, dass eine Handvoll ungeklärter Anomalien eine gängige Theorie unterminieren kann, ist das Herzstück jedes Verschwörungsdenkens und ist leicht durch die Anmerkung zu widerlegen, dass Glaube und Theorien nicht auf einzelnen Fakten beruhen, sondern auf einer Ansammlung von Beweisen aus verschiedensten Untersuchungen. Alle „Beweise“ für eine 9/11 Verschwörungstheorie fallen in diese Rubrik von Trugschlüssen. Im Gegensatz dazu sind die Beweise für eine echte Verschwörung durch Osama bin Laden und Al-Qaida überwältigend. Zum Beispiel:

Der Angriff auf die Armeeunterkünfte im Libanon von einer radikalen Hisbollah Fraktion 1983.

Der Bombenangriff auf das World Trade Center 1993.

Der Versuch, 12 von den Philippinen in Richtung USA gestartete Flugzeuge zu sprengen 1995.

Die Bombenanschläge auf die US Botschaft in Kenia und Tansania 1995, die 12 Amerikaner und 200 Kenianer und Tansanier töteten.

Die Angriffe auf den Khobar Tower in Saudi Arabien 1996, bei denen 19 amerikanische Militärangehörige starben.

Der versuchte Anschlag auf den Los Angeles International Flughafen durch Ahmed Ressam 1999.

Der Selbstmordanschlag 2000 mit einem Boot auf die U.S.S. Cole, bei dem 17 Seeleute getötet und weitere 39 verletzt wurden.

Die ausführlich dokumentierten Beweise, dass Osama bin Laden ein führender Finanzier und Führer Al-Qaidas war.

Die 1996 durch Bin Laden erklärte Fatwa, die den Jihad gegen die Vereinigten Staaten ausrief.

Die 1998 erlassene Fatwa, die seine Anhänger dazu aufrief „Amerikaner und ihre Verbündete zu töten – Zivilisten und Soldaten ist die persönliche Pflicht jedes Muslims der dazu in der Lage ist, in allen Ländern in denen es möglich ist.“

Nimmt man diese Beweise und die Tatsache, dass Osama bin Laden und Al-Qaida sich offiziell zu den Angriffen vom 9. September bekannt haben, sollten wir ihnen hier auch Glauben schenken.

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Aus für “Kopp Online”: Eine Quelle für gefälschte Nachrichten geht offline

Das Kopp-Verlagshaus in Rottenburg Flickr / Metropolico.org / CC BY-SA 2.0
Mit Neuigkeiten über außerirdische Raumschiffe, die „Umvolkung“ oder „Warum Impfstoffe, Pestizide und Chemtrails die Top 3 der Massenvernichtungswaffen sind“, ist nach Verlagsangaben nicht genug Geld zu verdienen: Das “Nachrichtenportal” des Kopp-Verlags namens “Kopp Online” ist Geschichte.

Von Stefan Lauer | BellTower News

„Beim Kopp Verlag (…) fließen Gewinne. Jeden Tag werden 25.000 Bücher verkauft. Außerdem freut man sich über ein jährliches zweistelliges Wachstum beim Verlag.“ So steht es am Ende des aktuellsten Artikels, der auf „Kopp-Online“ veröffentlicht wurde. Das war am 10.03.2017, also mittlerweile vor mehr als einem Monat. Die Realität ist möglicherweise nicht ganz so rosig, denn seitdem herrscht Funkstille auf der Website mit dem Untertitel: „Informationen, die Ihnen die Augen öffnen“. Laut eines Facebook-Posts auf der Seite des  Verlages  wird das “Nachrichten”-Portal “Kopp Online” wegen “mangelnder Unterstützung der Leser” eingestellt.

Die Leser von Kopp-Online wären nicht die Leser von Kopp-Online, wenn sie nicht empört wären und eine Verschwörung wittern würden. Schon vor Jahren wurden auf anderen verschwörungsideologischen  Websites behauptet, die Bertelsmann-Gruppe hätte in den Verlag investiert, um eine Kontrolle über Veröffentlichungen zu erlangen. Diese Gerüchte bestätigten sie nie. Trotzdem sind sie auch jetzt wieder Thema. Tatsächlich passiert schon seit Ende 2016 nicht mehr sonderlich viel bei “Kopp-Online”. Die Ausnahme sind Artikel, die sich mit Neuerscheinungen befassen oder Berichte über Artikel anderer Medien, die den Verlag und sein Programm kritisieren. Ansonsten erschien nur noch eine wöchentliche Presseschau, die „aktuellen Weltnachrichten“, bei denen die Verfasser_innen unter Zwischenüberschriften wie „Dschihad“ oder „Bunte Vielfalt für die bunte Republik“ Artikel aus Publikationen teilen, die im Kopp-Universum ansonsten eher unter „Lügenpresse“ gehandelt werden.

Eine Stellungnahme von Kopp zur Einstellung der Website gibt es nur indirekt und auf Anfrage, denn auch das Social-Media-Angebot des Verlags liegt seit dem 10.03. brach. Die vielen Nachfragen besorgter Facebook-Fans, die staatliche Zensur vermuten, bleiben unbeantwortet. Am 20.03. antwortet die Facebookseite aber schließlich doch noch auf die Frage eines Nutzers, die er zwölf Tage vorher gestellt hat:

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Inside Italy’s Thriving Market for Earthquake Pseudoscience

The town of Arquata del Tronto, partially destroyed by August 24 earthquake. Image: Federico Formica
Legitimate fears of deadly earthquakes are fueling a cottage industry of bogus detectors and predictors.

By Frederico Formica | MOTHERBOARD

Earthquakes are a fact of life in central Italy. On January 18, the area was hit by five shocks, all with magnitudes stronger than 5.0 on the Richter scale in a single day. People who live in the regions of Abruzzo, Marche, Lazio and Emilia Romagna coexist with the threat of earthquakes. Eight times over the last ten years, quakes stronger than 5.5 magnitude shook the faults of the Apennine Mountains.

In a country where most buildings were built centuries ago, without any quake-proofing techniques, these magnitudes are enough to destroy whole towns. The lives of many Italians hang by a thread, as approximately 24 million people live in high seismic hazard areas. Fear of earthquakes is innate in this region.

This fear has made some Italians more inclined to believe in scientifically suspect theories in the hopes that someone, anyone, will predict the next time the earth shakes. Even regular citizens are starting to hunt for ways to predict earthquakes.

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Robert Mercer: Der Mann, dem ein Stück Trump gehört

Der Milliardär und Hedgefonds-Manager Robert Mercer (Foto: The Washington Post/Getty Images)
  • Der Hedgefonds-Manager Robert Mercer war der größte Privatspender von Donald Trump im Wahlkampf.
  • Der 70-Jährige gilt als brillanter Kopf, aber auch als Anhänger von Verschwörungstheorien. Er soll der Überzeugung sein, dass die Clintons politische Gegner ermorden ließen.
  • Die politische Agenda, die Mercer und seine Tochter Rebekah verfolgen, ist unklar.
  • Kritiker halten es für möglich, dass Mercer das politische System der USA zu Fall bringen will – und dass er nur deswegen Trump unterstützt hat.

Von Johanna Bruckner | Süddeutsche.de

Als Donald Trump einige Wochen nach seiner Wahl zum US-Präsidenten eine Weihnachtsfeier besuchte, war das Motto der Party: „Heroes and Villains“, also „Helden und Schurken“. Trump trug bei der Veranstaltung im 1000-Einwohner-Ort Head of the Harbor im US-Bundesstaat New York einen dunklen Anzug und eine Krawatte mit schlichtem Muster. Auf die Frage der anwesenden Reporter, als was er gehe, sagte Trump: „Me.“ Der 70-Jährige dürfte sich mit dieser knappen Antwort nach eigenem Verständnis wohl in die Helden-Kategorie eingeordnet haben.

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50 Jahre „Verschwörungstheoretiker“

Bild: heise.de/tp
Ausgerechnet der „1. April“ ziert als Datum das CIA-Dokument 1035-960, in welchem die CIA 1967 den Begriff „Conspiracy Theory“ – „Verschwörungstheorie“ – einführte. Sie reagierte damit auf das verbreitete Unbehagen über die offizielle Interpretation des Kennedy-Attentats.

Von Markus Kompa | TELEPOLIS

Nach Präsentation des Warren-Reports, der maßgeblich von CIA-Mastermind Allen Dulles geprägt war, erschien eine Welle von Büchern, die bei damals 46% der US-Bürger Zweifel an der Alleintäterschaft Oswalds verursachte.

In Langley fürchtete man nicht nur um das Ansehen des Staates und des vom Attentat profitierenden Nachrückers Präsident Johnson, sondern auch um den Ruf der eigenen Organisation. Denn etliche dieser Theorien deuteten auf die CIA. Daher entwarf der US-Geheimdienst eine Handreichung, wie Zweifler am Warren-Report zu begegnen sei, etwa auch im Ausland.

Die CIA schlug ihrem Personal vor, das Thema diskret mit den ausländischen Eliten und Medienvertretern zu diskutieren. Diesen gegenüber solle der Warren-Report als substantiiert gepriesen und „Conspiracy Talk“ als kommunistische Propaganda hingestellt werden. Dem Dokument war eine Sammlung an freigegebenem Material beigefügt, das die positive Bewertung des Warren-Reports stützen sollte.

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Climate Change Deniers Believe Carbon Emissions Are Good for Us

Image: MOTHERBOARD
Climate change deniers have settled upon one rebuttal to the established science of human-caused climate change that has them feeling particularly brash, and almost giddy with nihilistic joy: carbon is good for us.

By Grennan Milliken | MOTHERBOARD

At a recent conservative-run climate change conference I attended in Washington, DC, Craig Idso, founder of the Center for the Study of Carbon Dioxide and Global Climate Change, a nonprofit research group dedicated to undermining climate science, faced the crowd and said: „Atmospheric CO2 is not a pollutant, It is the elixir of life.“

Carbon dioxide is simply plant food, he argued, and its buildup in the atmosphere over the last century has greatly increased global crop production „courtesy of the ever increasing human combustion of fossil fuels.“

The conference was put on by The Heartland Institute, a conservative think tank that’s one of the largest purveyors of climate skepticism in the US. In 2012, leaked documents showed Idso was receiving almost $12,000 a month from them.

Idso claimed, based on his own self published study, that burning fossil fuels has increased crop yield by $9.8 trillion dollars over the years. Emboldened by his own talking points, he went onto say that we could burn all the fossil fuels on Earth and see only environmental benefits.

Unfortunately for climate change deniers, this is not only misguided but profoundly ignorant of the complexity of Earth’s ecosystems and the array of domino effects that occur when balances are tipped.

The biggest problem with this assertion is that it assumes that because plants need carbon, no amount of it could be bad. It also assumes that all plant species need the same amount of carbon, or that they will react in the same way to rising temperatures. One just has to look at the diversity of the over 400,000 described species of plants says otherwise.

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Bericht über die Arbeit des Sekten-Info NRW

Die hohe Anzahl an Beratungsfällen in den letzten Jahren hat sich auch im Jahr 2016 nicht verändert. Die Arbeit im Konfliktfeld der neuen religiösen und ideologischen Bewegungen und Psychogruppen gestaltet sich fortwährend spannend und arbeitsintensiv. Die Gruppen versprechen Glück, Lebenserfüllung und einfache Antworten auf komplexe Fragen.

Von Sabine Riede | Sekten-Info NRW

Neu ist die steigende Zahl von Menschen, die bereit sind, Verschwörungstheorien Glauben zu schenken. Ob Reichsbürger, Impfgegner, Verschwörungstheoretiker oder Esoteriker, immer mehr Menschen richten sich nicht nach Evidenzen, sondern nach Gefühlen. Neben der konsumorientierten Esoterik, die nach wie vor den größten Zulauf zu verzeichnen hat, bilden sich immer wieder neue kleine Gruppen mit einer hohen Abhängigkeit der Mitglieder. Auch gibt es erschütternde Beispiele von Menschen, die abseits der Schulmedizin nach Heilungsmöglichkeiten suchen oder Menschen, die aus Glaubensgründen einen Kontaktabbruch zu den eigenen Kindern zulassen. Die großen bekannten Gemeinschaften der 80er Jahre haben eher rückläufige Mitgliederzahlen.

Insgesamt wurden im Jahr 2016 963 Anfragen beim Sekten-Info Nordrhein-Westfalen e.V. registriert. Von den 963 Anfragen erhielten 489 Personen durch ausführliches Informationsmaterial und ein bis zwei klärende Gespräche Hilfestellung von den MitarbeiterInnen des Sekten-Info Nordrhein-Westfalen e.V.. In 474 Fällen war ein intensiverer und längerer Beratungsverlauf mit bis zu 27 Fachkontakten notwendig. Um einen besseren Vergleich mit den Vorjahren zu ermöglichen, sind wie jedes Jahr die 489 Informationsanfragen und die 474 Beratungsfälle in zehn Kategorien zusammengefasst worden. Insgesamt sind in den zehn Kategorien Anfragen mit der Bitte um Information und Beratung zu 350 verschiedenen Gruppierungen und Anbietern enthalten (vgl. Diagramm 1).

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Online-Dating: Auf der Suche nach dem Verschwörungstheoretiker fürs Leben

Jarrod und Aine Fidden haben „Awake Dating“ gemeinsam gegründet. (Foto: https://awake.dating/)
Ein Dating-Portal soll einsamen Verschwörungstheoretikern dabei helfen, ihre große Liebe zu finden. Das klingt lustig – ist aber auch gefährlich.

Von Hanna Sellheim | Süddeutsche.de

Lernt man jemanden online kennen, birgt das stets ein gewisses Risiko: Schließlich kann derjenige anders aussehen als auf seinen Fotos, Mundgeruch haben oder aber beim romantischen Abendessen wilde Theorien darüber ausbreiten, dass Angela Merkel ein von Außerirdischen gesteuerter Reptilienmensch ist.

Damit Verschwörungstheoretiker künftig unter sich bleiben und ihre Ansichten diskutieren können, ohne Gefahr zu laufen, dass ihr Date hastig das Restaurant verlässt, gibt es nun „Awake Dating„: eine Dating-Seite, die sich an all jene richtet, die glauben, die Mondlandung sei im Fernsehstudio gedreht, die Terroranschläge am 11. September von der US-Regierung geplant und Barack Obama in Wirklichkeit in Kenia geboren.

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Razzien gegen „Reichsbürger“ – Waffen und Blankodokumente sichergestellt

Auch bei der „Zentralen Verwaltung Bundesstaat Bayern“ in Pliening ist Werbung unerwünscht. (Foto: dpa)
  • Bei Razzien gegen sogenannte Reichsbürger in Bayern und Rheinland-Pfalz durchsuchen Ermittler 36 Objekte.
  • Dabei finden sie zahlreiche Blankopapiere zur Herstellung von Urkunden, aber auch Waffen, Munition und Totschläger.

Süddeutsche.de

Polizei und Justiz sind an diesem Dienstag mit weiteren Razzien gegen die sogenannte Reichsbürgerbewegung vorgegangen. Mehr als 300 Ermittler durchsuchten insgesamt 36 Objekte in Bayern und Rheinland-Pfalz, wie das bayerische Innenministerium in München mitteilte.

Die Razzien richtetet sich demnach gegen 45 Beschuldigte. Dabei handle es sich um „Führungsmitglieder“, aber auch um sogenannte Staatsangehörige und „Ausweisbezieher“ des selbsternannten „Bundesstaats Bayern“, teilte das Innenministerium weiter mit.

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„Is Donald Trump a Manchurian Candicate?“

Screenshot Michael Walter/TP
Der US-amerikanische Politikwissenschaftler Richard Hofstadter attestierte 1963 in seinem zum Klassiker avancierten Vortrag „The Paranoid Style in American Politics“ seinem Land einen geschichtlich tief verwurzelten Hang zum politischen Verschwörungsdenken. Der dominante zeitgenössische „paranoide Stil“, der sich Hofstadter zufolge bis weit ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen lässt, wo wahlweise Illuminaten, Freimaurer oder Jesuiten als finstere Konspiranten fungierten, spiegelte sich für ihn vor allem in der antikommunistischen Verschwörungshysterie wider. Diese fand einige Jahre zuvor in der sogenannten McCarthy-Ära ihren Höhepunkt.

Von Michael Walter | TELEPOLIS

Seit einigen Jahren, insbesondere seit der Annexion der Krim durch Russland, scheint dieser Denkstil im politischen und medialen Diskurs des Westens eine Renaissance in Gestalt eines ausgeprägten antirussischen Verschwörungsdenkens zu erfahren. Nicht nur die geopolitischen Vorzeichen haben sich dabei seit Hofstadters Vortrag verändert. Während er den Ort der politischen Paranoia vor allem bei den „radical rights“ sah, hat sich das derzeitige Verschwörungsdenken offenkundig auch auf das linksliberal-progressive Lager ausgedehnt oder gar verlagert.

Augenscheinlichstes Zeugnis davon legt die nun schon mehreren Monaten schwelende Debatte um das konspirative Wirken Russlands im Kontext der US-Wahlen und der Präsidentschaft von Donald Trump ab.

Schon im Wahlkampf wurden angesichts der von Wikileaks veröffentlichten Emails unter anderem von Hillary Clintons Wahlkampfmanager John Podesta Vorwürfe laut, dass russische Hacker hinter den Veröffentlichungen steckten. Die Vorwürfe aus Clintons Wahlkampfteam reichten gar so weit, die Plattform Wikileaks generell als einen „propagandistischen Arm“ Putins zu brandmarken.

Richtig in Schwung kam der Diskurs um eine mögliche russische Intervention allerdings erst, nachdem die Washington Post und die New York Times eine „geheime Einschätzung“ des CIA zitierten, nach der es handfeste Belege für den vermuteten russischen Eingriff in den US-Wahlkampf geben solle. Diese Nachricht führte trotz einer – übrigens bis zum heutigen Tage – relativ vagen Informationslage, rasch zu einer alarmistischen, bisweilen schrillen Debatte in Politik und Medien, die die Einschätzung der CIA seitdem mehr oder weniger als Faktenwissen betrachten. So sprach etwa der Republikaner John Weaver auf Twitter von einer „9/11-Cyberattacke“ oder davon, dass Russland eine „Pearl Harbor-Cyberattacke“ durchgeführt habe, um ihre bevorzugte Person ins Weiße Haus zu bringen. Auch der liberale TV-Moderator Keith Olbermann griff auf eine martialische militärische Rhetorik zurück und sah seine Nation gar als Opfer eines – noch – „unblutigen Coup“.

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Glaubenskrieg um die Globuli

© dpa Kleine Pille, große Wirkung? Am Erfolg der Globuli scheiden sich die Geister.
Millionen Deutsche vertrauen auf Homöopathie, obwohl deren Wirkung nicht wissenschaftlich belegt ist. Nun flammt eine alte Debatte neu auf: Wer soll dafür zahlen?

Von Britta Beeger | Frankfurter Allgemeine

Es könnte sich ein bisschen angefühlt haben wie eine Strafarbeit früher in der Schule: An unzählige Nutzer schrieb das Social Media Team der Techniker Krankenkasse in den vergangenen Tagen auf dem Kurznachrichtendienst Twitter in verschiedenen Varianten eine Nachricht, die dann doch immer gleich klang – „Unser Tweet war unsachlich und tut uns leid.“ So sieht Schadensbegrenzung im 21. Jahrhundert aus.

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«Verschwörungstheorien sind ein Riesenbusiness – und gehören zur modernen Gesellschaft»

 9/11-Truth-Bewegung: Fest überzeugt, dass der Anschlag auf das World Trade Center 2001 eine Operation unter falscher Flagge war. bild: wikimedia/damond'amato
9/11-Truth-Bewegung: Fest überzeugt, dass der Anschlag auf das World Trade Center 2001 eine Operation unter falscher Flagge war. bild: wikimedia/damond’amato
Giftige Chemtrails, die Rothschild-Connection, Inside-Job 9/11: Verschwörungstheorien haben Hochkonjunktur. Ein Gespräch mit dem Kulturwissenschafter Michael Butter über den Reiz von Verschwörungstheorien, die Gefahr von Filterbubbles im Netz und warum die Verbreitung von Spekulationen im Netz ein Riesenbusiness ist.

Von William Stern | watson.ch

Wie definieren Sie Verschwörungstheorien?
Michael Butter: Die Wissenschaft unterscheidet zwei Komponenten: Erstens ist eine Verschwörungstheorie eine irrige Annahme, dass eine Gruppe von im Geheimen operierenden Akteuren einen Plan verfolgt, um Staaten oder Institutionen zu unterwandern. Drei Faktoren sind dabei entscheidend: Erstens steckt ein Plan dahinter, zweitens wird dieser Plan von einer Gruppe und nicht nur von einem Individuum ausgeheckt, und drittens schliesslich erfolgt eben alles im Geheimen.

Und die zweite Komponente?
Gleichzeitig ist der Wissenschaft völlig klar, dass der Begriff Verschwörungstheorie nicht neutral ist, sondern als Kampfbegriff dienen kann, um missliebige Gedankengebäude zu delegitimieren. Dann werden Ereignisse mit dem Label Verschwörungstheorie versehen, obwohl sie auf unbestrittenen Fakten basieren.

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Alchemie: Bis die Retorte platzt

© Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Vera Keil Alchemie
© Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Vera Keil Alchemie
Alchemie war angewandte Naturphilosophie, raunende Esoterik und zuweilen schlichter Betrug. Der nun ausgestellte Fund einer Laborausrüstung aus Wittenberg zeigt, was aus der „hermetischen Kunst“ um 1600 herum auch geworden war.

von Ulf von Rauchhaupt | Frankfurter Allgemeine

Gotisch wölbt sich die Decke. Zu dem spärlichen Licht, das durch die Spitzbögen sickert, gesellen sich Flammen, die aus tönernen Herdplatten schlagen. Dazwischen stehen mehrere Retorten sowie große, an längliche Kürbisse erinnernde Glaskolben. Was darinnen brodelt, ist nicht recht zu erkennen, denn die Gefäße sind bis oben hin mit Lehm ummantelt, nur Retortenhälse und die Schnäbel gläserner Destillierhelme schauen heraus. Aus ihren Enden tropfen ölige Essenzen in kleinere Kolben und verbreiten stechenden Schwefelgeruch oder das dumpfe Aroma von Stickoxiden, die sich mit dem Brandgeruch des Herdes mischen. Brennholz und Lehmbrocken liegen herum, eiserne Zangen und Unmengen weiterer Gefäße: Kolben, Becher, Tiegel.

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