Theologe schreibt über „Fake News“ rund um die Bibel

Märchen-Bibel (Bild: Twitter/Caleb Kaltenbach)

Durch soziale Medien wie Twitter haben Falschmeldungen heutzutage Konjunktur. Doch auch schon vor 2.000 Jahren gab es Autoren, die „Fake News“ verbreiteten. Einen Faktencheck der Bibel hat der Theologe Simone Paganini vorgenommen.

Christine Süß-Demuth | evangelisch.de

Der Wahrheitsgehalt der biblischen Aussagen beschäftigt Gläubige und Wissenschaftler seit Jahrhunderten. Jetzt hat der katholische Theologe Simone Paganini (Aachen) das Buch der Bücher augenzwinkernd einem Faktencheck unterzogen. Über die Falschmeldungen der Bibel berichtet er in seinem Buch „Von Evas Apfel bis Noahs Stechmücken“. Es ist an diesem Montag (19. August) im Freiburger Herder-Verlag erschienen.

Was Bibelwissenschaftler schon lange wissen, will Paganini auch den Laien verdeutlichen: Die meisten biblischen Texte seien weder historisch zu verstehen, noch sollen sie naturwissenschaftliches Wissen vermitteln, schreibt er. Dies werde aber noch zu zögerlich wahrgenommen, kritisiert der Theologe. So gebe es auch heute noch viel Menschen, die auf „der absoluten Wahrheit der Bibel beharrten“ und andere, die der Bibel jeglichen Wahrheitsgehalt absprächen. Beide hätten Recht und Unrecht zugleich.

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„Strahlen-Tsunami“ – Jetzt formiert sich der Widerstand gegen 5G

Brüssel: Die Stadt hat weltweit mit die strengsten Vorschriften für Handystrahlung Quelle: Getty Images/N.BELLEGARDE

Mit jedem 5G-Mast, der errichtet wird, wächst der Protest gegen das superschnelle, mobile Netz: In Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Gegner haben eine attraktive Erzählung. Und die spielt ausgerechnet in der EU-Hauptstadt.

Hannelore Crolly | WELT

Selten gelingt es einer regionalen Umweltministerin mit einem einzigen Satz, in der ganzen Welt Schlagzeilen zu schreiben. Die Belgierin Céline Fremault, bis vor Kurzem in der Regionalregierung der Stadt Brüssel zuständig für Lebensqualität und Ökologie, schaffte das Ende März. Eine Anmerkung der 45-jährigen Juristin sauste wie ein Blitz durch ganz Europa, ja sogar bis Übersee: „Die Brüsseler sind keine Versuchskaninchen, deren Gesundheit ich für den Profit verkaufen kann“, hatte Fremault gesagt.

Zwar war das wohl nicht ganz so drastisch gemeint, wie es aus dem Zusammenhang gerissen klang. Dennoch wird Fremault bis heute oft und hartnäckig zitiert, selbst wenn sie nicht mehr im Amt ist, nachdem in Belgien Wahlen waren. Aber ihre Aussage kommt all jenen bestens zupass, die vor dem neuen Mobilfunkstandard 5G als Teufelszeug warnen.

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AfD-Rede bei „Pegida“: Festival der Fake-Zitate

Bild: tagesschau.de

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Heßenkemper hat bei einer „Pegida“-Veranstaltung diverse Fake-Zitate verbreitet. Er sprach von einer „Umvolkung“ und bezeichnete Grünen-Politiker als „Öko-Faschisten“.

Von Patrick Gensing | tagesschau.de

Falsche Zitate kursieren seit Jahren im Internet. Sie werden in Kommentaren unter Artikeln und in sozialen Medien immer wieder angeführt, obwohl Faktenchecker sie oft längst widerlegt haben. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Heiko Heßenkemper hat nun auf einer „Pegida“-Veranstaltung gleich mehrere Fake-Zitate aufgegriffen und weiterverbreitet.

Beispielsweise behauptete Heßenkämper, der Grünen-Politiker Cem Özdemir habe gesagt: „Was unsere Urväter vor den Toren Wiens nicht geschafft haben, das schaffen wir jetzt!“ Dieses angebliche Zitat kursiert mit Abwandlungen seit Jahren im Netz. Özdemir betont allerdings, dass es falsch ist. Dies habe er bereits 1998 in einem Leserbrief an den „Focus“ richtiggestellt:

Leider greifen Sie in Ihrem Beitrag auf ein angebliches Zitat aus der türkischsprachigen „Hürriyet“ von mir zurück, das prompt per Pressemitteilung der CDU/CSU-Fraktion kommentiert wurde. Richtiger wurde es dadurch nicht. Wie Sie wissen, werde ich öfter zur Zielperson der „Hürriyet“, gerade weil ich mich nicht vor deren nationalistischen Karren spannen lasse. Nachdem ich in dieser Zeitung als PKK-Anhänger, grüne Spinne und Vaterlandsverräter dargestellt wurde, erhielt ich kürzlich noch das Prädikat islamistisch. Mich nun auf eine Stufe mit Kara Mustafa, der das Abendland vor Wien in Angst und Schrecken versetzte, zu stellen ist zuviel der Ehre. Dazu mußten meine Äußerungen im Pressegespräch in München schon erheblich zusammengebastelt werden. Ich kann Ihnen versichern, dass ich auch in Wahlkampfzeiten keinen nationalistischen Neigungen anzuhängen pflege.

„Ikone der neuen Öko-Faschisten“

Den ehemaligen Bundesaußenminister Joschka Fischer bezeichnete Heßenkemper als „Ikone der neuen Öko-Faschisten“ und behauptete, der Grünen-Politiker habe gesagt, Deutschland müsse „von außen eingehegt“ und durch Zustrom „quasi verdünnt werden“. Doch auch dieses Zitat ist falsch, es stammt aus einer Buchbesprechung in der „Welt“, die Fischers Forderungen zugespitzt zusammengefasst hatte. Ein weiteres Zitat, das Heßenkemper Fischer zuschreibt, ist ebenfalls nicht belegt, taucht aber seit Jahren im Netz auf.

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Homöopathie: Der Betrug, gegen den keiner zu klagen wagt

Foto: istockphoto.com/at/portfolio/PicLeidenschaft

Europäische Staaten verschärfen die Gangart gegen die Pseudomedizin, auf EU-Ebene behält das Globuli-Business noch rechtliche Privilegien, die den Arznei-Betrug unterstützen.

Christian Kreil | DERSTANDARD/Diskurs

Homöopathische Zaubermittelchen dürfen als Medizin verkauft werden, an die strengen Zulassungsbestimmungen für Arzneimittel sind die Globuli aus Milchzucker allerdings nicht gebunden. So lässt sich die Arzneimittelrichtlinie der EU aus dem Jahr 2001 auf den Punkt bringen. Homöopathika gelten demnach als Medizin, weil die Hersteller es behaupten und nicht, weil sie eine Wirkung nachweisen können. Die „Initiative Homöopathie“ macht in einem offenen Brief an die Abgeordneten der Europäischen Parlaments Druck, dieses absurd anmutende Arzneimittelprivileg für Homöopathika auf europäischer Ebene zu Fall zu bringen. Der Hintergrund: Länder wie England, Frankreich und Spanien verschärfen den Ton gegen die Homöopathie in nationalen Alleingängen. Mit anderen Worten: Auf EU-Ebene ist pharmazeutischen Unternehmen mit dem Vertrieb wirkungsloser Produkte nach wie vor ein Betrug gestattet, den immer mehr Regierungen durchschauen und einzudämmen versuchen.

Die Initiative gegen die Sonderstellung der Pseudomedizin ist ehrenwert und nötig. Warum Patienten, Kunden oder Geschädigte noch nie gegen den Betrug mit inhaltslosen Zuckerkugeln geklagt haben, erschließt sich dem Blogger nicht ganz. Was außer Betrug soll der Verkauf von Zucker als Arznei schon sein?

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Kreationismus — von astronomischer Dummheit

Die Astrophysikerin Sarah Salviander kontert den «Infinite Monkey Theorem» mit einer astronomischen Rechnung. Die ehemalige Atheistin, die inzwischen Christin wurde, stellt damit eine Theorie auf den Prüfstand, welche Atheisten-Papst Richard Dawkins verwendet, um die Evolutions-Theorie zu untermauern.

jesus.ch

«Nach vier Wochen haben sie nicht nur kein einziges Wort der englischen Sprache produziert, sondern sie haben sich auch gelangweilt und angefangen, sich an den Tastaturen zu entleeren.» So lautet die Zusammenfassung eines Tests aus dem Jahr 2003 zur «Infinite Monkey Theorem». Sechs Affen hatten einen Monat Zeit, auf einer Computer-Tastatur-Texte zu schreiben. Das Endergebnis waren rund fünf Seiten, die überwiegend aus dem Buchstaben «s» bestanden. Ausserdem hatten die Affen mit einem Stein auf die Tastatur geschlagen und sich auf ihr entleert.

Diese Theorie, ein Favorit des atheistischen Autors Richard Dawkins, versucht zu erklären, wie ein unglaublich fein abgestimmtes Universum, wie das unsere, spontan aus dem Nichts durch einen ungeführten Prozess entstanden sein könnte. Dawkins hat sich auf die Theorie in Büchern und bei Auftritten auf der Bühne bezogen.

«Warum Materialisten aufhören müssen …»

Dieser Lehrsatz besagt, dass ein Affe – andere Varianten des Theorems sprechen von unendlich vielen Affen –, der unendlich lange auf einer Schreibmaschine herumtippt, fast sicher irgendwann alle Bücher der «Bibliothèque nationale de France» schreiben wird. In englischsprachigen Ländern wird kolportiert, dass irgendwann die Werke von William Shakespare auf diese Weise entstehen werden.

Die Astrophysikerin Sarah Salviander stört sich daran, dass diese Theorie immer noch als Allegorie für die Evolutionstheorie herangezogen wird. Deshalb verfasste die einstige Atheistin, die selbst zur Christin wurde, eine Reihe von Tweets zum Thema. Sie beginnt mit: «Warum Materialisten aufhören müssen, die Affen-auf-Schreibmaschinenanalogie zu benutzen und Christen aufhören müssen, sich Sorgen zu machen», beginnt sie ihre Reihe.

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Hilfe, die Schamanen sind los – und treiben in der Schweiz ihr Unwesen

Indianerhäuptling Chief Dancing Thunder. Bild: watson.ch

Der vermeintliche Schamane Chief Dancing Thunder ist auf Trauma-Therapien spezialisiert und führt in Zürich ein Seminar durch.

Hugo Stamm | Watson.ch/Blog

Esoterische Ideen zeichnen sich dadurch aus, dass alle alten spirituellen Traditionen und Heilsverfahren als äussert sanft und wirksam gepriesen werden. Vor allem aber stehen sie im Ruf, der menschlichen Natur gerecht zu werden. Im Gegensatz zu den auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und technischen Hilfsmitteln basierenden modernen Methoden.

Bei den esoterischen Heilmethoden und den komplementären Therapien sind angeblich immer spirituelle Energien im Spiel. Oft auch Geistwesen und göttliche Kräfte, die Geistheiler auf die Patienten übertragen.

Prototypen dieser naturverbundenen Heiler, die altes Wissen und heilerische Traditionen verkörpern, sind die Schamanen. Der Neo-Schamanismus ist ein erfolgreicher Zweig der modernen Esoterik. Die New-Age-Bewegung holte die verbliebenen Schamanen aus der Versenkung und zerrte sie ins Rampenlicht. Und der Erfolgsautor Carols Castaneda hauchte ihnen mit seinen unsäglichen Schinken neues Leben ein. Und plötzlich tauchten Tausende von Schamanen auf, die sich Chief oder Häuptling nennen.

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FBI warnt vor Verschwörungstheorien

Bild: TP

Das FBI hat erstmals im Mai in einem Dokument, das über Yahoo News bekannt wurde, Verschwörungstheorien als „heimische Terrorbedrohung“ bezeichnet. Heimische Terroristen, die von Verschwörungstheorien motiviert sind, seien eine wachsende Gefahr. Sie sei nicht neu, habe sich aber durch das Internet verstärkt.

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Hingewiesen wird etwas auf QAnon, das Verschwörungstheorien über den tiefen Staat gegen Präsident Trump verbreite. Aus dem Kontext kam auch das im Präsidentschaftswahlkampf hochgekochte Pizzagate-Gerücht, dass ein Pädophilenring, dem Hillary Clinton und andere demokratische Politiker angehören sollen, von einer Pizzeria in Washington betrieben werden. Verwiesen wird auch auf den Attentäter, der im Oktober 2018 aufgrund einer Migrationsverschwörungstheorie einen Anschlag auf eine Synagoge in Pittsburgh begangen und 11 Menschen getötet hat.

Während der Präsidentschaftswahlen 2020 würden solche Verschwörungstheorien oder Gerüchte noch stärker werden, so das FBI, das sagt, „dass diese Verschwörungstheorien sehr wahrscheinlich im modernen Informationsmarkt entstehen, sich verbreiten und weiterentwickeln und manchmal Gruppen oder einzelne Extremisten dazu bringen, kriminelle oder gewalttätige Taten zu begehen“. Das könne sich gegen bestimmte Personen, Orte oder Organisationen richten. Die Warnung basiere auf Aussagen von Extremisten, die Straftaten oder Gewalt begangen oder geplant hatten.

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Mehr als jeder Vierte glaubt an Telepathie und Wunderheilungen

15 Prozent glauben daran, dass eine Kontaktaufnahme mit Verstorbenen möglich ist.Foto: APA/Anniev Kosta

Frauen abergläubischer als Männer – Glaube an Hellseherei und Magie nahm laut Spectra-Umfrage leicht zu

DERSTANDARD

Mehr als ein Viertel der Österreicher glaubt an Gedankenübertragung, Wunderheilungen und übersinnliche Wahrnehmungen. Das ergab eine Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts Spectra.

Telepathie halten 28 Prozent der 1.000 in persönlichen Interviews befragten Über-15-Jährigen für plausibel, Wunderheilungen – etwa durch Handauflegen oder Energieübertragung – 27 Prozent und übersinnliche Wahrnehmungen 26 Prozent. Im Mittelfeld rangieren Hellsehen (19 Prozent), Magie (17 Prozent), Wiedergeburt (16 Prozent) und die Kontaktaufnahme mit Verstorbenen (15 Prozent). Am unteren Ende der Skala sind Telekinese (zehn Prozent), Geisterbeschwörung und Hexerei (je sieben Prozent) sowie Exorzismus (sechs Prozent) und UFO-Sichtungen (fünf Prozent) – Zitat spectra – in der Kategorie „Humbug“.

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Zeigen Originalquellen von Behörden gezielte Wettermanipulation?

Themenbild. Bild von Hermann Traub auf Pixabay

Wenn man sich durch die Blogs und Seiten von Verschwörungstheoretikern klickt, trifft man zumeist auf dubiose oder gar keine Quellen.

Von Ralf Nowotny | MIMIKAMA

Umso erstaunlicher, dass der Blog von Dagmar Neubronner zum Thema „Wettermanipulation“ auch tatsächlich offizielle, seriöse Quellen nennt.
Doch passen die Quellen auch zu den Behauptungen?

Wahre Ursachen der Klimaprobleme Ich habe Quellen rausgesucht – UNO, EU, US-Verteidigungsministerium und US-Militär -…

Gepostet von Dagmar Neubronner am Sonntag, 28. Juli 2019

Frau Neubronner ist in der Esoterik-Szene nicht unbekannt, 2007 und 2008 hatte sie auch mehrere TV-Auftritte, in denen sich sich für „Homeschooling“ (also Schulunterricht zu Hause) einsetzte, da sie ihre Kinder nicht auf eine Bremer Schule gehen lassen, sie stattdessen daheim nach ihren eigenen esoterisch-spirituellen Methoden unterrichten wolle.

Im Folgenden werden wir uns die einzelnen Aussagen ihres Beitrages „Gezielte Wettermanipulation“ betrachten und ihre Quellen auswerten.

Dokument 1

Hier wird auf das „Übereinkommen über das Verbot des militärischen oder feindlichen Einsatzes von Techniken zur Veränderung der Umwelt“ vom 10. Dezember 1976 verwiesen. Insbesondere wird dieser Absatz des Übereinkommens herausgestellt:

„Folgende Beispiele zeigen Möglichkeiten auf, welche durch die Benutzung von Umweltmanipulations-Techniken verursacht werden könnten: Erdbeben, Tsunamis, die Unterbrechung der ökologischen Balance einer Region, Änderung der Wettermuster (Wolken, Niederschlagsmenge, Zyklone und Tornados), Änderungen in Klima-Mustern und in Meeresströmungen, Änderungen des Zustandes der Ozonschicht und der Ionosphäre.“

Jenes Übereinkommen, welches auch ENMOD-Konvention genannt wird, ist ein völkerrechtlicher Vertrag, der 1976 von der Abrüstungskommission der Vereinten Nationen ausgearbeitet wurde. Darin verpflichten sich die Länder, in einem militärischen Konflikt keinerlei Waffen zu benutzen, welche die natürlichen Abläufe der Umwelt manipulieren und stören könnten, aber auch die Nutzung der natürlichen Umwelt als Waffe.

Hintergrund dieser Vereinbarung, welche von mittlerweile 77 Nationen unterzeichnet wurde, ist  der Vietnamkrieg mit seinen Umweltfolgen, in dem auch unter strenger Geheimhaltung US-Piloten im Auftrag der CIA und der Air Force die Wolken über Laos und Nordvietnam künstlich mittels Chemikalien abregnen ließen.

Der auf dem Blog herausgestellte Absatz bezieht sich auf mögliche zukünftige Methoden, welche technisch irgendwann möglich sein könnten. Diese werden als Beispiele genannt, um klarer herauszustellen, welche Art der Wettermanipulationen ebenfalls durch dieses Übereinkommen verboten sind.

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Soll Homöopathie von der Krankenkasse bezahlt werden?

Globuli, die zuckerhaltigen Kügelchen, sorgen immer wieder für Diskussionen. Foto: Getty Images/iStockphoto

Placebos auf Kosten des öffentlichen Gesundheitssystems – Frankreich und Großbritannien drehen den Geldhahn zu, in der Schweiz ist Homöopathie Teil der Grundversicherung

derStandard.at

Homöopathie ist beliebt, aber auch heftig umstritten. Der bisherige Stand der Wissenschaft lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Es gibt keine Krankheiten oder Beschwerden, bei denen Homöopathie nachweislich besser hilft als ein Scheinmedikament, sprich Placebo. Das ist auch der Grund dafür, warum in immer mehr Ländern Globuli und Co nicht mehr vom öffentlichen Gesundheitssystem bezahlt werden. In Großbritannien wurde Ende 2017 eine Leitlinie veröffentlicht, nach der homöopathische Arzneimittel nicht mehr zulasten des National Health Service (NHS) verschrieben werden dürfen.

Frankreich steuert in die gleiche Richtung: Anfang Juli 2019 gab die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn bekannt, dass die Sozialversicherung die Ausgaben für Homöopathika nicht mehr zurückerstatten wird. Die Maßnahme soll mit 1. Jänner 2021 in Kraft treten.

In Österreich werden die Kosten für homöopathische Mittel nur in Ausnahmefällen übernommen – etwa wenn alle schulmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind und eine homöopathische Therapie eine Verbesserung der Situation bringen kann.

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Tödliche Therapie – Bewährungsstrafe für Heilpraktiker

  • Ein Heilpraktiker aus Moers ist für die fahrlässige Tötung von drei Krebspatienten zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.
  • Der Fall hatte bundesweit eine Debatte über das Verfahren zur Zulassung von Heilpraktikern ausgelöst.

Süddeutsche Zeitung

Fahrlässige Tötung in drei Fällen und fahrlässige Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz in vier Fällen – so lautete die Anklage gegen einen Heilpraktiker aus Moers. Jetzt hat ihn das Landgericht Krefeld zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Das Gericht attestierte ihm „schwere Verletzungen der Sorgfaltspflicht“. Im Juli 2016 habe der 61-Jährige den Tod von drei seiner Patienten verschuldet. Ein 55-jähriger Mann aus den Niederlanden, eine 43-jährige Niederländerin und eine 55-jährige Belgierin starben nach einer Behandlung.

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Esoterik ist die neue Weltreligion – und sie verblendet die Massen

Der russische Esoteriker Alexander Kalen verkündet bei seinen Seminaren übersinnliche Obskuritäten.Bild: shutterstock.com/watson

Der russische Esoteriker Alexander Kalen ist ein Shootingstar der Szene. Er verbreitet Obskuritäten, die er als Wissenschaft verkauft.

Hugo Stamm | watson.ch

Esoterik der harten Sorte kann bedenkenlos als neue Weltreligion bezeichnet werden. Es ist zwar weder eine klar definierte Heilslehre noch eine geschlossene Glaubensgemeinschaft, doch die pseudospirituelle Lehre hat einen gemeinsamen Kern: Der Glaube an paranormale übersinnliche Phänomene, bei denen alles für wahr gehalten wird, was die Fantasie von überspannten Gurus und spirituellen Meistern ausspuckt.

Diese heterogene Bewegung ist jung, aber trotzdem schon weltumspannend. Selbst in Russland, einem einst marxistisch-atheistischen Grossstaat, wuchert der esoterische Aberglaube in den schillerndsten Farben.

Aushängeschild und exemplarisches Beispiel für das esoterische Phänomen ist Alexander Kalen oder Kalenjuk. Der Esoteriker lässt nichts aus und hat für alles eine esoterische Erklärung.

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Deutschlandfunk Kultur: Eine Eloge für Rassismus, Pseudowissenschaft und Bullshistic

Rudolf Steiner (Bild: public domain)

Die einen verteufeln ihn, nicht nur wegen seiner Rassenlehre. Die anderen vergöttern ihn: Rudolf Steiner. Er begründete die Anthroposophie. Doch wer ihn darauf reduziert, der wird dem einflussreichen Universalgelehrten nicht gerecht.

Ein Kommentar von Philip Kovce | Deutschlandfunk Kultur

Wer Anthroposophie sagt, der denkt an Rudolf Steiner, und wer Rudolf Steiner sagt, der denkt an Anthroposophie. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Ohne Rudolf Steiners Leben und Werk gäbe es beispielsweise keine Waldorfpädagogik und damit keinen Anlass, dieses Jahr den 100. Geburtstag der ersten Freien Waldorfschule in Stuttgart zu feiern.

Und es gäbe auch all die anderen anthroposophischen Jubiläen nicht, die demnächst anstehen: Bis 2025, Steiners 100. Todesjahr, werden noch die von ihm inspirierte anthroposophische Medizin, die freikirchliche Christengemeinschaft sowie die biologisch-dynamische Landwirtschaft 100 Jahre alt.

Nicht verachten oder verehren, sondern verstehen

Doch so sehr sich Rudolf Steiner auch für all diese Initiativen einsetzte, und so oft sich diese Initiativen auch heute noch auf Steiner berufen, so dringend tut es not, sie nicht länger aufeinander zu reduzieren. Denn Steiner war beileibe nicht nur Anthroposoph, und Anthroposophie ist alles andere als bloßer Steiner-Kult.

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Sektenbericht 2018: Mehr Beratungen, viele Staatsverweigerer-Anfragen in Österreich

Die Stelle beschäftigt sich mit Esoterik, Okkultismus und Satanismus.
Foto: Reuters

Die Themen reichen von Esoterik über Satanismus bis zu Verschwörungstheorien und Wunderheilungen

derStandard.at

Die Bundesstelle für Sektenfragen hat der Regierung am Mittwoch ihren Tätigkeitsbericht für 2018 präsentiert. Sie verzeichnete 429 Beratungsfälle, 2017 waren es 402. 95 Prozent der Anfragen betrafen weder gesetzlich anerkannte noch staatlich eingetragene Religions- oder Bekenntnisgemeinschaften. Die meisten Medienanfragen gab es zu Staatsverweigerern.

Im letzten Jahr wandten sich 1.649 Personen an die Bundesstelle. Im Rahmen der psychosozialen Beratung und Begleitung von 429 Beratungsfällen setzten sich 247 Frauen und 182 Männer mit der Einrichtung in Verbindung. Oft bemühten sich nicht die Betroffenen selbst um Hilfe, sondern deren Angehörige. Die meisten Anfragen kamen aus Wien. Insgesamt wurde die Sektenstelle zu 243 Gemeinschaften, Bewegungen, Organisationen, Bereichen und Themen angefragt.

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Koalitionsexperten wollen Zuzahlungen für Homöopathie abschaffen

Globuli sind hoch umstritten.Foto: imago images / STPP

Es ist eine Glaubensfrage: Viele Patienten vertrauen auf Homöopathie. Doch die Stimmen in der Politik mehren sich, die Mittel nicht mehr zu bezuschussen.

DER TAGESSPIEGEL

Nach den Kassenärzten haben sich auch Fachpolitiker der großen Koalition dafür ausgesprochen, die Zuzahlungen der Krankenkassen für homöopathische Mittel abzuschaffen. „Es ist schwer vermittelbar, dass Kosten für Homöopathie teilweise übernommen werden, während an anderer Stelle gespart werden muss“, sagte der Vorsitzende des Bundestag-Gesundheitsausschusses, Erwin Rüddel (CDU), dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Deswegen kann ich mir durchaus ein Ende der Erstattungsfähigkeit vorstellen.“

Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sabine Dittmar, sagte, die Wirksamkeit homöopathischer Mittel sei nicht nachgewiesen. „Ich sehe es deshalb kritisch, dass Krankenkassen und damit die Beitragszahlerinnen und Beitragszahler diese Mittel finanzieren.“ Zuvor hatte sich der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach im Tagesspiegel explizit dafür ausgesprochen, die freiwillige Kostenerstattung durch die Krankenkassen für Homöopathie zu verbieten.

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Die Barcode-Verschwörung: Warum manche Hersteller ihre Strichcodes „entstören“

Bild: bento

Die Gefahr lauert auf der Rückseite von Milchpackungen und Wasserflaschen: im Barcode. Der soll eine ungesunde Strahlung aussenden und durch das Einscannen an der Kasse Gift im Körper freisetzten – das glauben zumindest Verschwörungstheoretiker.

Fabian Schmidt | bento

Dafür bekommen sie seit Jahrzehnten Unterstützung aus der Bio-Branche. Denn manche Unternehmen erfüllen ihren Kunden den Wunsch nach einem „sicheren“ Strichcode und „entstören“ ihn, beispielsweise mit einem aufgedruckten Querbalken.

Wir haben mit einem Laserphysiker über die „Barcode-Theorie“ gesprochen und die Bio-Unternehmen gefragt, warum sie den Unsinn unterstützen.

Was besagen die Verschwörungstheorien?

Die Strichcodes zum Einscannen an der Supermarktkasse sollen wie eine Antenne fungieren und ungesunde Strahlung absondern. Das esoterische Portal „Mein Seelenquell“ schreibt, der Strichcode sei omnipräsent und der Mensch seinen „schwächenden negativen Antennenstrahlungen“ daher permanent ausgesetzt. In „größerer Dosierung“ habe er eine „energetisch toxische, also energieflussstörende Wirkung auf den menschlichen Organismus“.

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Yes, it’s worth arguing with science deniers — and here are some techniques you can use

Image credit: Niemann Lab

Plus: A fake news game that seems to inoculate players against fake news.

By Laura Hazard Owen | NiemanLab

Countering science denialism. Arguing with the anti-vaxxers/flat earthers/climate change deniers may feel futile, but research just published in Nature Human Behaviour suggests that it’s actually worth it and can be effective.

Philipp Schmid and Cornelia Betsch of the University of Erfurt in Germany conducted six experiments, online with 1,773 subjects, to see how to “counter arguments of denial at the very moment that they reach an audience, that is, rebutting deniers in public discussions.” These discussions may take place on social media or TV. “Science advocates” have often been reluctant to enter into these discussions at all, worrying they’ll do more harm than good. Here’s what Schmid and Betsch tested, per a write-up of their research by Sander van der Linden, also published in Nature:

All participants were first exposed to an interview with a science denier. Afterwards, they were randomly assigned to a topic-based rebuttal, a technique-based rebuttal or both. A topic-based rebuttal presented the reader with scientific facts countering the misinformation, and the technique-based rebuttal exposed the logical fallacies in the deniers’ persuasion technique. Thus, depending the exact condition, a science advocate was either present or absent and (if present) responded to the denier using a topic-based rebuttal, a technique-based rebuttal or a combination of both approaches. Attitudes towards vaccines and intentions to vaccinate were measured both before and after exposure. Attitudes and intentions to mitigate climate change were measured in the same way.

Schmid and Betsch found is that ignoring the deniers is dangerous: “Public discussions with a science denier have a damaging effect on the audience,” they write. After reading or listening to anti-vaxxers, for instance, subjects had less positive attitudes toward vaccination and said they were less likely to vaccinate; this was exacerbated “when no advocate for science was present.”

But, van der Linden writes, “providing either a topic-oriented rebuttal (for example, approved vaccines are a safe way to avoid disease) or unmasking the denier technique (for example, “impossible expectations,” i.e. no medical product is 100% safe) significantly and meaningfully reduces the negative influence of denialist claims. Interestingly, both techniques proved to be about equally effective.”

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Frankreich glaubt nicht an Homöopathie

Im Labor: Produktion homöopathischer Mittel in Lyon Bild: AFP

Die französische Gesundheitsbehörde sieht keinerlei Nutzen in Globuli. Streicht die Regierung deshalb bald die Erstattung der Kassen? Das dürfte die Debatte auch in Deutschland verschärfen.

Von Christian Schubert | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis für ihre Wirksamkeit, doch irgendwie glauben viele Menschen, Homöopathie tue ihnen gut. Soll die Kosten deshalb die Allgemeinheit tragen? In dem Streit über die Erstattung durch die Krankenkassen, der in vielen Ländern tobt, könnte Frankreich bald ein aufsehenerregendes Signal setzen: Die oberste Gesundheitsbehörde des Landes, die Haute Autorité de Santé (HAS), ist zu dem Schluss gekommen, dass homöopathische Mittel nichts bringen und sie deshalb nicht erstattet werden sollten. Das berichtete die Tageszeitung „Libération“ in ihrer Donnerstagsausgabe.

Die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn, eine Ärztin, hat mehrfach angekündigt, dass sie sich nach dem Rat des HAS richten werde. Am Donnerstag sagte die Ministerin im Fernsehen zwar, dass sie die Entscheidung nicht sofort treffen wolle, denn sie habe mit der aktuellen Hitzewelle genug zu tun. „Ich finde, die Entscheidung kann noch einige Tage warten“, sagte Buzyn. Doch aufgrund ihrer früheren Aussagen müsste der Beschluss eigentlich auf die Streichung aus dem Leistungskatalog der staatlichen Krankenkassen hinauslaufen.

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Unterwäsche, die vor 5G-Strahlung schützt? Schweizer eröffnen weltweit ersten Laden

Aussenansicht des neu eröffneten Ladens an der Bahnhofstrasse in Wettingen. bild: zvg

Im Kanton Aargau ist ein höchst ungewöhnliches Verkaufsgeschäft eröffnet worden. Das Angebot umfasst Textilien für Jung und Alt, die gegen Mobilfunk- und WLAN-Strahlung abschirmen sollen.

Daniel Schurter | watson.ch

Was ist passiert?

In Wettingen AG ist am Samstag das angeblich «weltweit erste» Verkaufsgeschäft für Schutzkleidung gegen elektromagnetische Strahlung eröffnet worden. Das Angebot von Wavesafe umfasst Kleider, Moskitonetze und andere Textilien, die vor Handy- und WLAN-Strahlung abschirmen.

Was wird verkauft?

Das Sortiment umfasst:

  • Kleider, Hosen und Unterwäsche
  • Baby- und Kinderbekleidung
  • Kopfbedeckung (Mützen)
  • Baldachine – eine Art Moskitonetz, mit der man angeblich den Schlafplatz vor Strahlung schützen kann.
  • Duvet- und Matratzenüberzüge.
  • Handystrahlenschutz-Taschen
  • Messgeräte für hochfrequente elektromagnetische Strahlung.
  • «Geschirmte» Elektroartikel – das sind zum Beispiel spezielle Steckdosenleisten und Adapter.

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Finanz-Voodoo: Die richtige Mondphase für den Aktienkauf

„Der Kurs reagiert stark auf die Mondphasen“: Vollmond über dem Frankfurter Finanzviertel
Quelle: Getty Images

„Sell in May and go away“ oder „Kaufen, wenn die Kanonen donnern“. Solche Sprüche sollen Anlegern den besten Zeitpunkt für Ein- oder Ausstieg an der Börse verraten. Analysten haben jetzt eine neue Strategie: In den Nachthimmel schauen.

Von Frank Stocker | DIE WELT

Wann ist der ideale Zeitpunkt, um am Aktienmarkt einzusteigen? Oder auszusteigen? Es gibt zig brauchbare oder weniger brauchbare Tipps dazu, oft sogar in Form eines Spruches zusammengefasst: Kaufen, wenn die Kanonen donnern. Sell in May. Buy on bad news, sell on good news.

Doch die kennt ja jeder. Wie schön wäre es da, einen ganz neuen Indikator zu finden, den noch niemand zuvor entdeckt hat?

So oder so ähnlich müssen es sich die Analysten der Hamburger Sutorbank gedacht haben. Und eines Abends, als sie vielleicht so vor sich hin sinnierend in den Sternenhimmel blickten, vielleicht auch schon von einigen Sommer-Cocktails begleitet, muss ihnen dann die ultimative Idee gekommen sein: Vielleicht ist ja der Mond für die Kursentwicklungen verantwortlich?

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