Archiv der Kategorie: Parawissenschaften

Braune Esoterik: Von Dethlefsen bis Osho

Sektenführer Bhagwan grüsst seine Anhänger (1984). Foto: Keystone

Letzte Woche schrieb ein Kommentator in diesem Blog zum Thema «Religiöse Fanatiker destabilisieren die Welt», Kriege und das Töten seien «gerechtfertigt, wenn damit die göttliche Ordnung (Ethik) wieder hergestellt wird».


Von Hugo Stamm|Tages Anzeiger

Ein Satz, der aufhorchen lässt. Ein Satz, der unverkennbar von einem Esoteriker stammt. Ein Satz auch, der die Geisteshaltung vieler spiritueller Sucher ausdrückt. Eine Aussage, die zeigt, was gern kaschiert wird oder vergessen geht: Manche Ideen der modernen Esoterik haben eine braune Schlagseite, und radikale Anhänger pflegen ein faschistoides Gedankengut.

Verhängnisvoll dabei ist, dass Esoterik in der breiten Bevölkerung ganz anders wahrgenommen wird. Die moderne Spiritualität gilt als sanfte Diszplin und Gegenkonzept zu unserer techniklastigen Umwelt und dem unmenschlichen Wirtschaftssystem. Esoterik als sanfte Alternative zur Welt der gnadenlosen Verdinglichung. Dass sich unter dem Mäntelchen einer modernen Spiritualität eine radikale Ideologie versteckt, erfährt nur, wer sich nicht blenden lässt.

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Erich von Däniken: “Die einen kennen mich, die anderen können mich”

Erich von Däniken (2009), Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 de/SvenTeschke

Fliegende Elefanten und Tentakelwesen: Seit mehr als 50 Jahren stellt Erich von Däniken Thesen über außerirdisches Leben auf – und erzielt mit seinen Büchern Millionenauflagen. Zu seinem 80. Geburtstag verrät er, wo das Geld geblieben ist.


Von Marc von Lüpke|SpON EINESTAGES

einestages: Herr von Däniken, wann werden die Außerirdischen wieder auf der Erde vorbeischauen?

von Däniken: Das weiß niemand. Aber! Vor Jahrtausenden haben sie versprochen, dass sie zurückkommen. Jede Glaubensgemeinschaft wartet auf die Wiederkehr ihres Heilbringers. Ich befürchte allerdings, dass weder ein Jesus noch ein Messias oder sonst jemand erscheint, sondern ganz einfach Außerirdische.

einestages: Wie stellen Sie sich außerirdisches Leben vor?

von Däniken: Alles ist denkbar. In meiner Fantasie kann ich mir Außerirdische als fliegende Elefanten vorstellen, von mir aus auch sprechende Bäume wie im Film “Avatar”. Möglicherweise existieren auch irgendwelche Wesen mit Tentakeln.

einestages: Derartige Lebensformen werden zukünftig hier erscheinen?

von Däniken: Es gibt eine Theorie, die sich Panspermia nennt. Demnach könnte eine alte Zivilisation – irgendwo da draußen im Universum – einen Sektor der Milchstraße mit sogenannten Lebensbausteinen infiziert haben. Wenn dies zutrifft, wären wir sozusagen deren Ableger. Getreu den alten Überlieferungen: “Die Götter schufen die Menschen nach ihrem Ebenbild.” Die Außerirdischen wären nicht zufälligerweise uns ähnlich – wir ähneln ihnen.

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Australien droht Impfverweigerern mit Entzug von Sozialleistungen

Credit: Wellcome Library, London/CC BY 4.0

Credit: Wellcome Library, London/CC BY 4.0

Die australische Regierung plant einen drastischen Schritt: Eltern, die ihre Kinder nicht impfen lassen, sollen Sozialleistungen gestrichen werden, bis zu 2100 Dollar pro Kind und Jahr.


The Huffington Post

Das berichtet der “Sydney Morning Herald”. Demnach will Sozialminister Scott Morrison die Regeln etwa für Steuervergünstigungen und Hilfen zur Kindesbetreuung verschärfen. Wer solche Hilfen suche, dürfe nicht länger Einwände gegen Impfungen aus Gewissensgründen vorbringen.

Dem Bericht zufolge reichten Eltern Zehntausender Kindern solche Einwände ein, aus persönlichen, philosophischen, religiösen oder medizinischen Gründen. Auch in Australien haben Ausbrüche von Masern, Keuchhusten und anderer vermeidbarer Erkrankungen eine Impfdebatte entfacht.

Gesundheitsminister Gröhe droht erneut mit Impfzwang

Impfverweigerer sind auch in Deutschland ein Problem. Angesichts der nach wie vor hohen Zahl an Masern-Erkrankungen hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) Impfverweigerern mit einem Impfzwang gedroht.

Nicht zu impfen sei verantwortungslos, sagte Gröhe der Deutschen Presse-Agentur und dem NDR und fügte hinzu: “Wir müssen auch der Panikmache einiger Impfgegner entgegentreten”. Er erläuterte: “Wer ohne medizinische Notwendigkeit seinem Kind den Impfschutz verweigert, schadet nicht nur diesem Kind, sondern auch Kindern, die zum Beispiel zu klein sind, um geimpft zu werden, oder Kindern, die tatsächlich aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können.”

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So perfide verführt Scientology Menschen

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Eine neue Doku zeigt die skrupellosen Machenschaften von Scientology. stern sprach mit dem Leiter der Scientology Beratungsstelle Hamburg über Methoden, Mitglieder und Gefahren der Sekte.


Ein Interview von Mirja Hammer|stern.de

Herr Napieralla, es ist bekannt, dass Scientolgy eine Organisation mit gefährlichen Praktiken ist. In Deutschland zählt sie etwa 3500 Mitglieder. Was macht die Sekte für diese Menschen attraktiv?

Von Scientology fühlen sich häufig Menschen in Lebenskrisen angesprochen, die nach Daseinserklärungen oder nach Problemlösungen suchen. Scientology verspricht den Menschen vermeintliche Hilfe, durch Kontakte, Gespräche und Kurse, sowie soziale Anerkennung – etwas, wonach wir letztlich ja alle streben. Stellen Sie sich da einen Menschen mit wenigen sozialen Kontakten vor, der zum Beispiel gerade eine Trennung hinter sich hat. Er wird von Scientology angesprochen, folgt der Einladung und wird dann von warmherzig scheinenden Menschen umschwärmt, die ihm das Gefühl geben, für ihn da zu sein. Scientologen trainieren über Jahre, wie sie andere geschickt für sich gewinnen und wie sie mit Menschen umgehen müssen, damit diese sich zunächst wohlfühlen.

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Wissenschafter machen Fehler – Esoteriker nicht

Symbolbild, Bild: brightsblog

Symbolbild, Bild: brightsblog

Die Wissenschaft lebt von Fehlern. Das ist kein Mangel, sondern eine grosse Stärke und eine Garantie für die beständige Erarbeitung von neuem Wissen. Und ganz nebenbei hilft es uns dabei, Wissenschaft von Esoterik zu unterscheiden.


Von Servan|NZZ Campus

Wie unterscheidet man Wissenschaft von Esoterik? Laut dem Philosophen Karl Popper ist eine Aussage nur dann wissenschaftlich, wenn wir sie so formulieren, dass sie überprüft und – zumindest theoretisch – widerlegt werden kann. Das ist das berühmte «Falsifikationsprinzip».

Widerlegbar bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, dass jede Aussage auch tatsächlich widerlegt wird. Es heisst bloss, dass sie überprüfbar sein muss.

Lichtnahrung

Ein Beispiel: Wenn ich sage: «Kein Mensch kann sich von Licht ernähren», dann handelt es sich eindeutig um eine widerlegbare Aussage. Es braucht mir nur irgendjemand irgendeine Person zu zeigen, welche ausschliesslich Licht als Nahrungsquelle nutzt, und ich werde anerkennen, dass meine oben gemachte Aussage falsch war.

Wenn ich jedoch sage: «Menschen können sich von Licht ernähren, wenn sie den richtigen Geisteszustand erreicht haben», dann stelle ich eine Behauptung auf, die nicht widerlegbar ist. Egal, wie viele Studien zeigen, dass es so etwas wie Lichtnahrung nicht gibt – ich kann immer behaupten, dass die Teilnehmer der entsprechenden Studien eben «nicht die richtige geistige Einstellung» an den Tag gelegt hätten.

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Selbst Apple war begeistert: Krebskranke erlebt Wunderheilung – alles gelogen!

Das Logo von “The Whole Pantry”. Unter diesem Markennamen veröffentlichte Belle Gibson eine App und ein Kochbuch mit Gesundheitstipps und Rezepten. Screenshot Twitter/TheWholePantry

Statt mit den Mitteln der Schulmedizin will eine junge Australierin ihre Krebserkrankung mit einem gesunden Lebensstil geheilt haben. Menschen aus aller Welt fieberten mit – Apple flog sie nach Kalifornien. Doch nicht nur die wundersame Heilung, auch die Krankheit waren frei erfunden.


FOCUS ONLINE

  • Krebskranke Australierin macht Karriere mit Gesundheits-App
  • Behauptet, gesunder Lebensstil habe sie geheilt
  • Krankheit war erlogen

Belle Gibson sieht aus wie das blühende Leben. Mit 23 Jahren ist das eigentlich nichts Ungewöhnliches, doch die Mutter eines Sohnes hat eine schwere Krebserkrankung mit Tumoren im Gehirn, der Milz, der Gebärmutter und der Leber sowie drei Herzoperationen hinter sich. Als Chemo- und Strahlentherapien erfolglos verlaufen waren, ließ sich die junge Frau nicht entmutigen – und versuchte, mit gesunder Ernährung, Sauerstoffinhalation, Darmspülungen und indischer Ayurveda-Medizin gegen ihr Schicksal anzukämpfen. Mit Erfolg, wie sie behauptete.

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Fui Sheng im Schloss: Bürgermeister will kein Eso sein

Das Wittelsbacher Schloss Friedberg / Foto: Wikipedia/Franzfoto/CC BY-SA 3.0

Bürgermeister Roland Eichmann will nicht in die esoterische Ecke gerückt werden. Er stellt klar, wie und warum es zu dem Auftrag an eine Beraterin mit medialen Fähigkeiten kam.


Von Thomas Gossner|Augsburger Allgemeine

Die Feng-Shui-Beratung für das Wittelsbacher Schloss hat Friedberg in den vergangenen Tagen einige Bekanntheit beschert – sehr zum Ärger von Bürgermeister Roland Eichmann. Der er sieht sich durch die Berichterstattung unserer Zeitung und die nachfolgenden Beiträge in zahlreichen Medien in ein falsches Licht gerückt. „Der Auftrag beruht nicht auf den Erfahrungen meines Hundes“, stellt er klar.

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Bullshistic zu Rudolf Steiner

Rudolf Steiner (Bild: public domain)

Rudolf Steiner (Bild: public domain)

Rudolf Steiner (1861 – 1925), der Mann im schwarzen Kaiserrock, der Mann hinter dem Spiegel. Jedem scheint er etwas anderes gewesen zu sein. Seine Anhänger riefen ihn als Lichtgestalt aus, Künstler wie Wassily Kandinsky oder Franz Kafka umschwirrten ihn wie die Motten das Licht. Oder war sein Charisma nichts anderes als das hohle Pathos eines Hochstaplers, wie Erich Mühsam meinte?


Von Manuel Gogos|Deutschlandfunk

An die 5000 Vorträge hat der manische Redner gehalten, überall in Europa. Vor Bauern, die ihn fragen warum die Kartoffeln nicht mehr schmecken; vor Pädagogen, die die Macht der Erziehung fürchten; vor Ärzten, die wieder richtige Heiler sein wollen.

Während Steiners Anthroposophie auch über 150 Jahre nach seiner Geburt weiterhin des Okkultismus verdächtigt wird, werden die “Früchte” ihrer praktischen Anwendung immer mehr in unseren Alltag aufgenommen: in der Bewegung der Waldorf-Schulen, in deren Refugien immer mehr Eltern ihre Kinder in Sicherheit zu bringen suchen; im Bio-Kult, der uns ein Stück “heile Welt” zurückgibt; oder in der Hinwendung zu alternativen Heilverfahren, um den Tatorten der Schulmedizin zu entkommen.

Steiner bleibt zukunftsträchtig. Woher hatte er diese Weitsicht? War er tatsächlich ein Hellseher? Und kann, wie Steiner behauptete, jeder zum Hellseher werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Lange Nacht als kritische  Annäherung an Rudolf Steiner und sein Lebens- und Menschenbild.

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Geisterflüsterin Lotte Ingrisch: „Mit Esoterik hab ich nichts am Hut“

Bild: (c) Die Presse – Clemens Fabry

Im Krimi der 84-Jährigen geht es um Killer und Geister. Ein Gespräch über Störfelder und Kraftorte, amputierte Gehirnhälften und Quantenphysik.


Von Christine Imlinger|Die Presse

Bevor sich Lotte Ingrisch an den Tisch setzt, beobachtet sie ihren kleinen Finger. An dessen Bewegungen – der Finger sei, sagt sie, wie ein Pendel quasi ein Verstärker, der Wahrnehmungen sichtbar macht – erkennt sie, ob ein Platz gestört ist oder nicht. In ihrer Wohnung in der Hofburg lebt sie zwischen Kraftorten und Störfeldern – das intensivste Störfeld, sagt sie, sei das Fenster, das unter die Michaelerkuppel hinausgeht. Sitzt sie dort, hat sie starke übersinnliche Erfahrungen – beim Fernsehen sei da schon ein „blauer Mann“ durchs Zimmer gelaufen.

Das Übersinnliche, die Geister, der Tod und das Danach, das sind die großen Themen der 84-jährigen Autorin. Auch im neuen Buch: Darin stirbt ein Auftragskiller, ersteht als Geist wieder auf und verliebt sich in die Frau, die er töten sollte. Um sie zu retten, braucht er die Hilfe einer liebenswerten, verrückten alten Dame in der Hofburg, die als Einzige mit dem Geist kommunizieren kann. Und die ihm erklärt, dass das Sterben ganz anders ist, als er sich das vorgestellt hätte. Der Tod als Reich unbegrenzter Möglichkeiten.

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Sekten-Info NRW: «Geistheiler werden immer dreister und gefährlicher»

Bild: svz.de

Bild: svz.de

Sekten-Info NRW bietet Hilfe für Betroffene und Angehörige an, die im Konflikt mit Glaubensgemeinschaften stehen. Falsche Geistheiler beispielsweise hielten Patienten von wichtigen Arztbesuchen ab, warnen die Experten.


Westfälische Nachrichten

Nach den Erfahrungen von Sektenexperten sind in den vergangenen Jahren immer mehr Menschen Opfer falscher Versprechungen von Geistheilern geworden. Mit dem Erfolg der Esoterikwelle seien auch die Methoden der Wunderheiler dreister geworden, sagte die Leiterin von Sekten-Info NRW in Essen, Sabine Riede. Die Beratungsstelle stellt heute ihren Jahresbericht 2014 mit aktuellen Fällen vor.

Nach den Worten von Riede behaupten beispielsweise Esoterik-Heiler ohne medizinische Ausbildung, bei Krankheiten helfen zu können und halten so Patienten von einem wichtigen Arztbesuch ab. Die Zeugen Jehovas und Scientology seien immer noch gefährlich, warnte die Expertin. Die Anzahl an Beratungsfällen habe sich zwar nicht groß verändert, es gebe es aber inzwischen mehr Menschen, die aus solchen Gruppierungen ausstiegen.

Nach “Beckmann”-Sendung: Online-Petition will “Astro TV” verbieten

Gegen Astro TV liegt eine Online-Petition vor. Foto: Screenshot

Am Montag ging es in der Reportage-Reihe “Beckmann” um Abzocke bei vermeintlichen Heilsbringern und Wahrsagern, wie sie etwa beim TV-Sender “Astro TV” zu sehen sind. Jetzt laufen viele Menschen Sturm gegen den Sender und möchten sogar, dass er aufgelöst wird.


Berliner Kurier

Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg hat bis Donnerstagabend rund 100 Beschwerden über den Sender bekommen. “Die Beschwerden zielen auf eine Überprüfung der Sendelizenz und auf einen möglichen Lizenzentzug für AstroTV ab”, sagt eine Sprecherin der Medienanstalt.

Falschaussagen für den Umsatz

In der Sendung kam unter anderem eine ehemalige AstroTV-“Lebensberaterin” zu Wort, die die verantwortliche Produktionsfirma Adviqo AG kritisiert. Sie habe während ihrer Zeit bei dem Sender den Druck verspürt, immer mehr Umsatz zu generieren, weshalb sie Anrufern Dinge gesagt hätte, nur damit weiterhin bei ihr anrufen würden.

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Illegale Arznei MMS: Wirkt der Stopp des gefährlichen “Heilmittels”?

Bild. Pinterest

Bild. Pinterest

Eine Bundesbehörde hat MMS als bedenkliches, nicht zugelassenes Arzneimittel eingestuft. Damit ist der Verkauf ab sofort illegal – doch die Hintermänner machen weiter. Selbst eine Esoterikmesse, auf der MMS beworben wird, kann stattfinden.


SpON

Dieses “Wunder” ist gefährlich: Seit Monaten wird ein vermeintliches Heilmittel über das Internet beworben und über dubiose Online-Shops verkauft: “Miracle Mineral Supplement“, kurz MMS. Es wurde erfunden von Jim Humble. Der frühere Scientologe erklärt, sein Mittel helfe gegen allerhand Leiden gleichzeitig – Alzheimer, Krebs, MS, Autismus.

Nicht nur Behörden in Amerika, Kanada und Frankreich warnen vor MMS. Unerwünschte Wirkungen des Mittels sind Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall, Verätzungen der Speiseröhre sowie Atemstörungen durch Schäden an roten Blutkörperchen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat vor Kurzem zwei MMS-Präparate als zulassungspflichtige und bedenkliche Arzneimittel eingestuft – damit ist der Verkauf ab sofort illegal. Trotzdem geht der Verkauf von MMS-Präparaten im Netz weiter. Auch eine Esoterikmesse, die im April in Kassel stattfinden soll, und auf der laut Programm für MMS geworben wird, darf stattfinden.

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“Neue Homöopathie” können Sie sich sonst wo hinmalen

Malen Sie sich einfach ein “S” auf die Stirn. – Foto: Florian Aigner

Für die „neue Homöopathie“ braucht man keine Zuckerkügelchen. Ein Stift genügt – vorausgesetzt, es stört Sie nicht, dass die Wirkung ausbleibt.


Von Florian Aigner|futurezone

Wenn jemand mit seltsamen Streifen am Gesicht herumläuft, dann ist er eventuell ein Anhänger altertümlicher Riten. Vielleicht ist er auch einfach nicht besonders gut darin, sich nach dem Essen die Tomatensoße abzuwischen. Es kann allerdings auch sein, dass es sich um einen Anhänger der neuen Homöopathie handelt.

Der Wiener Techniker Erich Körbler hat nämlich vor Jahrzehnten mit Hilfe seiner Wünschelrute herausgefunden, dass man praktisch alle Krankheiten ganz einfach heilen kann. Man muss sich nur geometrische Symbole auf die Haut malen. Diese Idee, die heute als „neue Homöopathie“ verkauft wird, ist so verquer, dass man sie schon fast wieder charmant finden muss. Mit der gewöhnlichen Homöopathie hat sie eigentlich wenig gemeinsam – bloß den Glauben, mit Effekten zu heilen, die es wissenschaftlich betrachtet gar nicht gibt.

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Wien: Scientology stellt in staatlichem Palais aus

Scientology

Einer Frontgruppe der vom Verfassungsschutz beobachteten Bewegung wird für eine Anti-Psychiatrie-Schau das Wiener Palais Palffy zur Verfügung gestellt. Die Eröffnungsrede hielt der frühere Gerichtspräsident Demel


Von Michael Matzenberger|derStandard

Es ist ein edles Ziel, das sich die “Bürgerkommission für Menschenrechte” gesetzt hat. Wie sein internationaler Dachverband ,”Citizens Commission on Human Rights” (CCHR), bezeichnet sich der Verein als “gemeinnützige Organisation, die sich weltweit für die Menschenrechte in der Psychiatrie einsetzt”. Angeprangert wird vor allem, dass Kindern in reiner Gewinnabsicht Psychopharmaka verordnet werden.

Anders sieht das Ursula Caberta von der städtischen Hamburger Behörde “Arbeitsgruppe Scientology“. Caberta beschreibt CCHR als “radikalen Arm von Scientology, der vordergründig Missstände anprangert, auf diese Weise aber Menschen in die Organisation hineinzuziehen versucht.”

Der deutsche Verfassungsschutz stuft Scientology als Bewegung mit “totalitärem Charakter” ein. Auch der Wiener Verfassungsschutz beobachtet den von L. Ron Hubbard erdachten Science-Fiction-Kult – der sich selbst als Kirche deklariert, laut Aussteigern aber wie ein repressiver Konzern agiert, Vergehen mitunter mit Straflager sanktioniert und einen Geheimdienst unterhält.

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Alternativmedizin bei Plasberg: Von Impfgegnern und Geistheilern

Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain - USGov)

Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain – USGov)

Der Plasberg-Talk über Impfgegner und alternative Heilmethoden war zwar unterhaltsam, aber wenig konstruktiv. Weil Kritik an Impfungen pauschal als Esoterik abgetan wurde, blieben wichtige Fragen offen.


Von Irene Habich|SpON

Fast schon ein kleiner Themenabend wurde ARD-Zuschauern am Montag geboten: In der Doku “Ich mach dich gesund! Scharlatane und falsche Heiler” von Reinhold Beckmann ging es unter anderem um Therapeuten, die ihren Patienten gefährliche Kombinationen illegaler Drogen verabreichen. Der Moderator hatte auch selbst in Wallraff-Manier ermittelt: Mit versteckter Kamera ließ er sich dabei filmen, wie ihm eine Heilerin ohne Ausbildung den Knöchel verrenkte.

So richtig schockierend war das nicht, aber allemal lustig. Unter dem Motto: “Von Impfgegnern bis zu Geistheilern – alles nur Aberglaube?” wurde anschließend in Frank Plasbergs Talk “Hart aber fair” diskutiert. Von vornherein flog so in denselben Themen-Topf, was dort nur bedingt hineingehört. Das sollte sich auch im Laufe der Sendung nicht ändern.

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Pascal Voggenhubers Quanten-Spinnerein

Bild: youtube, brightsblog

Bild: youtube, brightsblog

Pascal Voggenhuber spricht mit Toten. Mit bluewin.ch redet das Basler Medium über unseriöse Kollegen, wissenschaftliche Beweise und warum er seine Gabe einst loswerden wollte.


Von Corina Hany|Bluewin.ch

Bluewin: Pascal Voggenhuber, wie erklären Sie jemandem, der Sie nicht kennt, was Sie tun?

Pascal Voggenhuber: Ich begleite trauernde Menschen, indem ich Botschaften von Verstorbenen übermittle. Das hat aber nichts mit Wahrsagen und Karten legen zu tun. Ich liess mich in der Tradition des englischen Spiritismus ausbilden. Dabei übernimmt ein Medium neben der Trauerbegleitung die gleichen Aufgaben wie ein Priester: Es führt Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen durch.

Ihnen liegt viel daran zu beweisen, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Woher kommt dieser Drang?

Früher war mir das tatsächlich ein grosses Anliegen, Jenseitskontakte zu beweisen. Weil die grundlegendste Angst der Menschen ist jene vor dem Tod. Wenn wir jedoch erkennen, dass es danach weiter geht, werden fast alle Sorgen und Ängste überflüssig. Inzwischen habe ich aber realisiert, dass es sinnvoller ist, mich auf jene Menschen zu konzentrieren, die bereits offen sind für meine Arbeit. Skeptiker überzeugen zu wollen, ist verlorene Zeit.

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Impfstoffe: Das Geschäft mit der Aluminium-Angst

Bild: AP, bearb.: bb

Bild: AP, bearb.: bb

Macht Aluminium in Impfstoffen krank? Trotz fehlender wissenschaftlicher Belege zieht ein Medizinjournalist mit seinen Warnungen durchs Land – und macht aus der Angst vor dem Metall ein Geschäft.


Von Silvio Duwe|SpON

Impfen oder nicht impfen? Viele Menschen sind verunsichert, weil sie mögliche Nebenwirkungen von Impfstoffen fürchten. Mitschuldig an dieser Verunsicherung sind auch vermeintlich investigative Dokumentationen im Fernsehen wie etwa “Die Akte Aluminium”, die Bert Ehgartner für Arte produziert hatte.

In seinem Film warnt Ehgartner vor einem “kleinen schmutzigen Geheimnis”: Aluminiumhydroxid in Impfstoffen. Es könne, so behauptet der österreichische Filmemacher, eine makrophagische Muskelentzündung auslösen. Die Betroffenen leiden demnach unter Muskelschmerzen, Müdigkeit, Schwindel und Sehschwäche. Eine Therapie dagegen gebe es nicht, schreibt Ehgartner in seinem Buch zum Film. Es gebe lediglich die Möglichkeit, sich so wenig Aluminiumquellen wie möglich auszusetzen – also auf Impfungen zu verzichten.

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Christlicher Aberglaube und die christliche Sicht drauf

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Das erste Podiumgespräch des großen Kongresses „Treffpunkt Weltkirche“ von „Kirche in Not“ in Würzburg beschäftigte sich mit dem Starttermin des Kongress. Ausgerechnet ein Freitag, der 13, wie kann man da einen Kongress beginnen, wurde Andre Stiefenhofer, Pressesprecher von Kirche in Not, der das Podium auch moderierte, von Journalisten gefragt. Auf dem Podium saßen Erzbischof Stankevics aus Riga, P. Dr. Clemens Pilar, P. Hans Buob und Michael Hesemann.


kath.net

Als Historiker gab Michael Hesemann zunächst einen geschichtlichen Überblick, wie sich der Freitag, der auf den 13. eines Monats fällt, besonders in Deutschland und in den USA zum Unglückstag entwickelt hat. Der wirtschaftliche Schaden, so Hesemann an Freitagen, die auf einen dreizehnten fallen, belaufe sich auf 800 Mio $, weil Menschen an diesen Tagen keine Geschäfte machten. Der Freitag ist als Unglückstag verschrieen, weil es der Tag ist, an dem die Hexen ausreiten. Der dreizehnte war besonders bei den Babyloniern verpönt, weil die 13 als Teufelsdutzend angesehen wurde. Dabei ist die 13 in jüdischer und germanischer Kultur durchaus eine Glückszahl. Für Katholiken steht die 13 besonders im Zusammenhang mit Fatima. Einen rationalen Grund, Freitag den Dreizehnten als Unglückstag anzusehen, konnte Hesemann nicht erkennen und benennen.

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DRadio: Angst essen Journalismus auf

Bild: svz.de

Bild: svz.de

Mit einem herrlich unreflektierten Beitrag beglückte Deutschlandradio Kultur seine Hörer Ende Februar: Über etwas, das es nicht gibt. Weitere Gefahren, die nicht existieren. Von Einem, der sie trotzdem findet. Mit einem Gerät, das knattert. Es geht um so genannten Elektrosmog, die „Unsichtbare Belastung“, wie der Beitrag Angst machend titelt. Als kleinen aargks-Beitragsservice gibt’s hier ein paar Recherchetipps und wie man mit W-Fragen auch Radio machen könnte.


Von aargks|pro Logik

Bei mir läuft entweder Deutschlandfunk oder Deutschlandradio Kultur. Daheim, im Auto und im Büro, wenn ich alleine bin. Zwei saugute Sender. Das vorab, ganz ohne Ironie, und damit auch ausreichend gelobhudelt.

Am 27. Februar funkte Deutschlandradio Kultur den Beitrag „Elektro-Smog, die unsichtbare Belastung“, den jeder Redakteur seinem Praktikanten rechts und links um die Ohren gehauen hätte. Hat er aber nicht, war auch kein Praktikant, sondern eine Absolventin der Deutschen Journalistenschule, und so bzw. dennoch nimmt das Verhängnis seinen Lauf. Ein Geschwurbel ohnegleichen, schon im zweiten Satz, Zitat: „Rund 17 Prozent der Bevölkerung gelten als elektrosensibel.”

Kleiner Grundkurs Recherche aus der ersten Woche Journalistenschule: Die W-Fragen.

Was ist Elektrosensibilität? Antwort: Gibt’s sehr wahrscheinlich nicht.

Woher kommen denn die behaupteten 17 Prozent? Antwort: Keine seriöse Quelle gefunden, eine 2006 vom Bundesumweltministerium vorgenommene Umfrage geht von 6 Prozent aus. Nota bene, dabei ging’s nicht darum, ob Elektrosensibilität existiert oder nicht, Zitat: “Ausgangspunkt ist vielmehr die subjektive Perspektive, unabhängig  von der Frage, ob EMF-Gefahren oder Elektrosensibilität nachweisbar sind oder nicht. Die Studie hat nicht die Aufgabe, Argumente zu Elektrosensibilität und/oder EMF-Gefahren als wahr oder falsch zu bewerten oder in diesen Debatten Position zu beziehen.”

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Wissenschaftler: Homöopathie nicht besser als Placebo

In einer gestern veröffentlichten Studie wird einmal mehr die Wirksamkeit von Homöopathie in Frage gestellt. / Bild: SuperMED, Fotolia

In einer gestern vom National Health and Medical Research Council (NHMRC), dem höchsten Gremium für medizinische Forschung in Australien, veröffentlichten Studie wird einmal mehr die Wirksamkeit von Homöopathie in Frage gestellt.


SuperMed.at

Darin wurden die Ergebnisse von 1.800 wissenschaftlichen Artikeln und 225 Studien zusammengefasst, die sich mit der Wirkweise von homöopathischen Mitteln beschäftigten. Die Forscher fanden in ihrer Untersuchungen keine Evidenz, dass homoöpathische Behandlungen effektiv seien und besser als ein Scheinmedikament (Placebo) wirkten.

NHMRC: „Homöopathie ist bei jeglicher Anwendung wirkungslos.“

Studien, in denen die Homöopathie sich als effektiv erwies, waren laut NHMRC von schlechter Qualität oder hatten zu wenige Teilnehmer.

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