Archiv der Kategorie: Parawissenschaften

Bullshistic zu Rudolf Steiner

Rudolf Steiner (Bild: public domain)

Rudolf Steiner (Bild: public domain)

Rudolf Steiner (1861 – 1925), der Mann im schwarzen Kaiserrock, der Mann hinter dem Spiegel. Jedem scheint er etwas anderes gewesen zu sein. Seine Anhänger riefen ihn als Lichtgestalt aus, Künstler wie Wassily Kandinsky oder Franz Kafka umschwirrten ihn wie die Motten das Licht. Oder war sein Charisma nichts anderes als das hohle Pathos eines Hochstaplers, wie Erich Mühsam meinte?


Von Manuel Gogos|Deutschlandfunk

An die 5000 Vorträge hat der manische Redner gehalten, überall in Europa. Vor Bauern, die ihn fragen warum die Kartoffeln nicht mehr schmecken; vor Pädagogen, die die Macht der Erziehung fürchten; vor Ärzten, die wieder richtige Heiler sein wollen.

Während Steiners Anthroposophie auch über 150 Jahre nach seiner Geburt weiterhin des Okkultismus verdächtigt wird, werden die “Früchte” ihrer praktischen Anwendung immer mehr in unseren Alltag aufgenommen: in der Bewegung der Waldorf-Schulen, in deren Refugien immer mehr Eltern ihre Kinder in Sicherheit zu bringen suchen; im Bio-Kult, der uns ein Stück “heile Welt” zurückgibt; oder in der Hinwendung zu alternativen Heilverfahren, um den Tatorten der Schulmedizin zu entkommen.

Steiner bleibt zukunftsträchtig. Woher hatte er diese Weitsicht? War er tatsächlich ein Hellseher? Und kann, wie Steiner behauptete, jeder zum Hellseher werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Lange Nacht als kritische  Annäherung an Rudolf Steiner und sein Lebens- und Menschenbild.

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Geisterflüsterin Lotte Ingrisch: „Mit Esoterik hab ich nichts am Hut“

Bild: (c) Die Presse – Clemens Fabry

Im Krimi der 84-Jährigen geht es um Killer und Geister. Ein Gespräch über Störfelder und Kraftorte, amputierte Gehirnhälften und Quantenphysik.


Von Christine Imlinger|Die Presse

Bevor sich Lotte Ingrisch an den Tisch setzt, beobachtet sie ihren kleinen Finger. An dessen Bewegungen – der Finger sei, sagt sie, wie ein Pendel quasi ein Verstärker, der Wahrnehmungen sichtbar macht – erkennt sie, ob ein Platz gestört ist oder nicht. In ihrer Wohnung in der Hofburg lebt sie zwischen Kraftorten und Störfeldern – das intensivste Störfeld, sagt sie, sei das Fenster, das unter die Michaelerkuppel hinausgeht. Sitzt sie dort, hat sie starke übersinnliche Erfahrungen – beim Fernsehen sei da schon ein „blauer Mann“ durchs Zimmer gelaufen.

Das Übersinnliche, die Geister, der Tod und das Danach, das sind die großen Themen der 84-jährigen Autorin. Auch im neuen Buch: Darin stirbt ein Auftragskiller, ersteht als Geist wieder auf und verliebt sich in die Frau, die er töten sollte. Um sie zu retten, braucht er die Hilfe einer liebenswerten, verrückten alten Dame in der Hofburg, die als Einzige mit dem Geist kommunizieren kann. Und die ihm erklärt, dass das Sterben ganz anders ist, als er sich das vorgestellt hätte. Der Tod als Reich unbegrenzter Möglichkeiten.

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Sekten-Info NRW: «Geistheiler werden immer dreister und gefährlicher»

Bild: svz.de

Bild: svz.de

Sekten-Info NRW bietet Hilfe für Betroffene und Angehörige an, die im Konflikt mit Glaubensgemeinschaften stehen. Falsche Geistheiler beispielsweise hielten Patienten von wichtigen Arztbesuchen ab, warnen die Experten.


Westfälische Nachrichten

Nach den Erfahrungen von Sektenexperten sind in den vergangenen Jahren immer mehr Menschen Opfer falscher Versprechungen von Geistheilern geworden. Mit dem Erfolg der Esoterikwelle seien auch die Methoden der Wunderheiler dreister geworden, sagte die Leiterin von Sekten-Info NRW in Essen, Sabine Riede. Die Beratungsstelle stellt heute ihren Jahresbericht 2014 mit aktuellen Fällen vor.

Nach den Worten von Riede behaupten beispielsweise Esoterik-Heiler ohne medizinische Ausbildung, bei Krankheiten helfen zu können und halten so Patienten von einem wichtigen Arztbesuch ab. Die Zeugen Jehovas und Scientology seien immer noch gefährlich, warnte die Expertin. Die Anzahl an Beratungsfällen habe sich zwar nicht groß verändert, es gebe es aber inzwischen mehr Menschen, die aus solchen Gruppierungen ausstiegen.

Nach “Beckmann”-Sendung: Online-Petition will “Astro TV” verbieten

Gegen Astro TV liegt eine Online-Petition vor. Foto: Screenshot

Am Montag ging es in der Reportage-Reihe “Beckmann” um Abzocke bei vermeintlichen Heilsbringern und Wahrsagern, wie sie etwa beim TV-Sender “Astro TV” zu sehen sind. Jetzt laufen viele Menschen Sturm gegen den Sender und möchten sogar, dass er aufgelöst wird.


Berliner Kurier

Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg hat bis Donnerstagabend rund 100 Beschwerden über den Sender bekommen. “Die Beschwerden zielen auf eine Überprüfung der Sendelizenz und auf einen möglichen Lizenzentzug für AstroTV ab”, sagt eine Sprecherin der Medienanstalt.

Falschaussagen für den Umsatz

In der Sendung kam unter anderem eine ehemalige AstroTV-“Lebensberaterin” zu Wort, die die verantwortliche Produktionsfirma Adviqo AG kritisiert. Sie habe während ihrer Zeit bei dem Sender den Druck verspürt, immer mehr Umsatz zu generieren, weshalb sie Anrufern Dinge gesagt hätte, nur damit weiterhin bei ihr anrufen würden.

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Illegale Arznei MMS: Wirkt der Stopp des gefährlichen “Heilmittels”?

Bild. Pinterest

Bild. Pinterest

Eine Bundesbehörde hat MMS als bedenkliches, nicht zugelassenes Arzneimittel eingestuft. Damit ist der Verkauf ab sofort illegal – doch die Hintermänner machen weiter. Selbst eine Esoterikmesse, auf der MMS beworben wird, kann stattfinden.


SpON

Dieses “Wunder” ist gefährlich: Seit Monaten wird ein vermeintliches Heilmittel über das Internet beworben und über dubiose Online-Shops verkauft: “Miracle Mineral Supplement“, kurz MMS. Es wurde erfunden von Jim Humble. Der frühere Scientologe erklärt, sein Mittel helfe gegen allerhand Leiden gleichzeitig – Alzheimer, Krebs, MS, Autismus.

Nicht nur Behörden in Amerika, Kanada und Frankreich warnen vor MMS. Unerwünschte Wirkungen des Mittels sind Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall, Verätzungen der Speiseröhre sowie Atemstörungen durch Schäden an roten Blutkörperchen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat vor Kurzem zwei MMS-Präparate als zulassungspflichtige und bedenkliche Arzneimittel eingestuft – damit ist der Verkauf ab sofort illegal. Trotzdem geht der Verkauf von MMS-Präparaten im Netz weiter. Auch eine Esoterikmesse, die im April in Kassel stattfinden soll, und auf der laut Programm für MMS geworben wird, darf stattfinden.

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“Neue Homöopathie” können Sie sich sonst wo hinmalen

Malen Sie sich einfach ein “S” auf die Stirn. – Foto: Florian Aigner

Für die „neue Homöopathie“ braucht man keine Zuckerkügelchen. Ein Stift genügt – vorausgesetzt, es stört Sie nicht, dass die Wirkung ausbleibt.


Von Florian Aigner|futurezone

Wenn jemand mit seltsamen Streifen am Gesicht herumläuft, dann ist er eventuell ein Anhänger altertümlicher Riten. Vielleicht ist er auch einfach nicht besonders gut darin, sich nach dem Essen die Tomatensoße abzuwischen. Es kann allerdings auch sein, dass es sich um einen Anhänger der neuen Homöopathie handelt.

Der Wiener Techniker Erich Körbler hat nämlich vor Jahrzehnten mit Hilfe seiner Wünschelrute herausgefunden, dass man praktisch alle Krankheiten ganz einfach heilen kann. Man muss sich nur geometrische Symbole auf die Haut malen. Diese Idee, die heute als „neue Homöopathie“ verkauft wird, ist so verquer, dass man sie schon fast wieder charmant finden muss. Mit der gewöhnlichen Homöopathie hat sie eigentlich wenig gemeinsam – bloß den Glauben, mit Effekten zu heilen, die es wissenschaftlich betrachtet gar nicht gibt.

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Wien: Scientology stellt in staatlichem Palais aus

Scientology

Einer Frontgruppe der vom Verfassungsschutz beobachteten Bewegung wird für eine Anti-Psychiatrie-Schau das Wiener Palais Palffy zur Verfügung gestellt. Die Eröffnungsrede hielt der frühere Gerichtspräsident Demel


Von Michael Matzenberger|derStandard

Es ist ein edles Ziel, das sich die “Bürgerkommission für Menschenrechte” gesetzt hat. Wie sein internationaler Dachverband ,”Citizens Commission on Human Rights” (CCHR), bezeichnet sich der Verein als “gemeinnützige Organisation, die sich weltweit für die Menschenrechte in der Psychiatrie einsetzt”. Angeprangert wird vor allem, dass Kindern in reiner Gewinnabsicht Psychopharmaka verordnet werden.

Anders sieht das Ursula Caberta von der städtischen Hamburger Behörde “Arbeitsgruppe Scientology“. Caberta beschreibt CCHR als “radikalen Arm von Scientology, der vordergründig Missstände anprangert, auf diese Weise aber Menschen in die Organisation hineinzuziehen versucht.”

Der deutsche Verfassungsschutz stuft Scientology als Bewegung mit “totalitärem Charakter” ein. Auch der Wiener Verfassungsschutz beobachtet den von L. Ron Hubbard erdachten Science-Fiction-Kult – der sich selbst als Kirche deklariert, laut Aussteigern aber wie ein repressiver Konzern agiert, Vergehen mitunter mit Straflager sanktioniert und einen Geheimdienst unterhält.

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Alternativmedizin bei Plasberg: Von Impfgegnern und Geistheilern

Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain - USGov)

Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain – USGov)

Der Plasberg-Talk über Impfgegner und alternative Heilmethoden war zwar unterhaltsam, aber wenig konstruktiv. Weil Kritik an Impfungen pauschal als Esoterik abgetan wurde, blieben wichtige Fragen offen.


Von Irene Habich|SpON

Fast schon ein kleiner Themenabend wurde ARD-Zuschauern am Montag geboten: In der Doku “Ich mach dich gesund! Scharlatane und falsche Heiler” von Reinhold Beckmann ging es unter anderem um Therapeuten, die ihren Patienten gefährliche Kombinationen illegaler Drogen verabreichen. Der Moderator hatte auch selbst in Wallraff-Manier ermittelt: Mit versteckter Kamera ließ er sich dabei filmen, wie ihm eine Heilerin ohne Ausbildung den Knöchel verrenkte.

So richtig schockierend war das nicht, aber allemal lustig. Unter dem Motto: “Von Impfgegnern bis zu Geistheilern – alles nur Aberglaube?” wurde anschließend in Frank Plasbergs Talk “Hart aber fair” diskutiert. Von vornherein flog so in denselben Themen-Topf, was dort nur bedingt hineingehört. Das sollte sich auch im Laufe der Sendung nicht ändern.

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Pascal Voggenhubers Quanten-Spinnerein

Bild: youtube, brightsblog

Bild: youtube, brightsblog

Pascal Voggenhuber spricht mit Toten. Mit bluewin.ch redet das Basler Medium über unseriöse Kollegen, wissenschaftliche Beweise und warum er seine Gabe einst loswerden wollte.


Von Corina Hany|Bluewin.ch

Bluewin: Pascal Voggenhuber, wie erklären Sie jemandem, der Sie nicht kennt, was Sie tun?

Pascal Voggenhuber: Ich begleite trauernde Menschen, indem ich Botschaften von Verstorbenen übermittle. Das hat aber nichts mit Wahrsagen und Karten legen zu tun. Ich liess mich in der Tradition des englischen Spiritismus ausbilden. Dabei übernimmt ein Medium neben der Trauerbegleitung die gleichen Aufgaben wie ein Priester: Es führt Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen durch.

Ihnen liegt viel daran zu beweisen, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Woher kommt dieser Drang?

Früher war mir das tatsächlich ein grosses Anliegen, Jenseitskontakte zu beweisen. Weil die grundlegendste Angst der Menschen ist jene vor dem Tod. Wenn wir jedoch erkennen, dass es danach weiter geht, werden fast alle Sorgen und Ängste überflüssig. Inzwischen habe ich aber realisiert, dass es sinnvoller ist, mich auf jene Menschen zu konzentrieren, die bereits offen sind für meine Arbeit. Skeptiker überzeugen zu wollen, ist verlorene Zeit.

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Impfstoffe: Das Geschäft mit der Aluminium-Angst

Bild: AP, bearb.: bb

Bild: AP, bearb.: bb

Macht Aluminium in Impfstoffen krank? Trotz fehlender wissenschaftlicher Belege zieht ein Medizinjournalist mit seinen Warnungen durchs Land – und macht aus der Angst vor dem Metall ein Geschäft.


Von Silvio Duwe|SpON

Impfen oder nicht impfen? Viele Menschen sind verunsichert, weil sie mögliche Nebenwirkungen von Impfstoffen fürchten. Mitschuldig an dieser Verunsicherung sind auch vermeintlich investigative Dokumentationen im Fernsehen wie etwa “Die Akte Aluminium”, die Bert Ehgartner für Arte produziert hatte.

In seinem Film warnt Ehgartner vor einem “kleinen schmutzigen Geheimnis”: Aluminiumhydroxid in Impfstoffen. Es könne, so behauptet der österreichische Filmemacher, eine makrophagische Muskelentzündung auslösen. Die Betroffenen leiden demnach unter Muskelschmerzen, Müdigkeit, Schwindel und Sehschwäche. Eine Therapie dagegen gebe es nicht, schreibt Ehgartner in seinem Buch zum Film. Es gebe lediglich die Möglichkeit, sich so wenig Aluminiumquellen wie möglich auszusetzen – also auf Impfungen zu verzichten.

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Christlicher Aberglaube und die christliche Sicht drauf

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Das erste Podiumgespräch des großen Kongresses „Treffpunkt Weltkirche“ von „Kirche in Not“ in Würzburg beschäftigte sich mit dem Starttermin des Kongress. Ausgerechnet ein Freitag, der 13, wie kann man da einen Kongress beginnen, wurde Andre Stiefenhofer, Pressesprecher von Kirche in Not, der das Podium auch moderierte, von Journalisten gefragt. Auf dem Podium saßen Erzbischof Stankevics aus Riga, P. Dr. Clemens Pilar, P. Hans Buob und Michael Hesemann.


kath.net

Als Historiker gab Michael Hesemann zunächst einen geschichtlichen Überblick, wie sich der Freitag, der auf den 13. eines Monats fällt, besonders in Deutschland und in den USA zum Unglückstag entwickelt hat. Der wirtschaftliche Schaden, so Hesemann an Freitagen, die auf einen dreizehnten fallen, belaufe sich auf 800 Mio $, weil Menschen an diesen Tagen keine Geschäfte machten. Der Freitag ist als Unglückstag verschrieen, weil es der Tag ist, an dem die Hexen ausreiten. Der dreizehnte war besonders bei den Babyloniern verpönt, weil die 13 als Teufelsdutzend angesehen wurde. Dabei ist die 13 in jüdischer und germanischer Kultur durchaus eine Glückszahl. Für Katholiken steht die 13 besonders im Zusammenhang mit Fatima. Einen rationalen Grund, Freitag den Dreizehnten als Unglückstag anzusehen, konnte Hesemann nicht erkennen und benennen.

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DRadio: Angst essen Journalismus auf

Bild: svz.de

Bild: svz.de

Mit einem herrlich unreflektierten Beitrag beglückte Deutschlandradio Kultur seine Hörer Ende Februar: Über etwas, das es nicht gibt. Weitere Gefahren, die nicht existieren. Von Einem, der sie trotzdem findet. Mit einem Gerät, das knattert. Es geht um so genannten Elektrosmog, die „Unsichtbare Belastung“, wie der Beitrag Angst machend titelt. Als kleinen aargks-Beitragsservice gibt’s hier ein paar Recherchetipps und wie man mit W-Fragen auch Radio machen könnte.


Von aargks|pro Logik

Bei mir läuft entweder Deutschlandfunk oder Deutschlandradio Kultur. Daheim, im Auto und im Büro, wenn ich alleine bin. Zwei saugute Sender. Das vorab, ganz ohne Ironie, und damit auch ausreichend gelobhudelt.

Am 27. Februar funkte Deutschlandradio Kultur den Beitrag „Elektro-Smog, die unsichtbare Belastung“, den jeder Redakteur seinem Praktikanten rechts und links um die Ohren gehauen hätte. Hat er aber nicht, war auch kein Praktikant, sondern eine Absolventin der Deutschen Journalistenschule, und so bzw. dennoch nimmt das Verhängnis seinen Lauf. Ein Geschwurbel ohnegleichen, schon im zweiten Satz, Zitat: „Rund 17 Prozent der Bevölkerung gelten als elektrosensibel.”

Kleiner Grundkurs Recherche aus der ersten Woche Journalistenschule: Die W-Fragen.

Was ist Elektrosensibilität? Antwort: Gibt’s sehr wahrscheinlich nicht.

Woher kommen denn die behaupteten 17 Prozent? Antwort: Keine seriöse Quelle gefunden, eine 2006 vom Bundesumweltministerium vorgenommene Umfrage geht von 6 Prozent aus. Nota bene, dabei ging’s nicht darum, ob Elektrosensibilität existiert oder nicht, Zitat: “Ausgangspunkt ist vielmehr die subjektive Perspektive, unabhängig  von der Frage, ob EMF-Gefahren oder Elektrosensibilität nachweisbar sind oder nicht. Die Studie hat nicht die Aufgabe, Argumente zu Elektrosensibilität und/oder EMF-Gefahren als wahr oder falsch zu bewerten oder in diesen Debatten Position zu beziehen.”

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Wissenschaftler: Homöopathie nicht besser als Placebo

In einer gestern veröffentlichten Studie wird einmal mehr die Wirksamkeit von Homöopathie in Frage gestellt. / Bild: SuperMED, Fotolia

In einer gestern vom National Health and Medical Research Council (NHMRC), dem höchsten Gremium für medizinische Forschung in Australien, veröffentlichten Studie wird einmal mehr die Wirksamkeit von Homöopathie in Frage gestellt.


SuperMed.at

Darin wurden die Ergebnisse von 1.800 wissenschaftlichen Artikeln und 225 Studien zusammengefasst, die sich mit der Wirkweise von homöopathischen Mitteln beschäftigten. Die Forscher fanden in ihrer Untersuchungen keine Evidenz, dass homoöpathische Behandlungen effektiv seien und besser als ein Scheinmedikament (Placebo) wirkten.

NHMRC: „Homöopathie ist bei jeglicher Anwendung wirkungslos.“

Studien, in denen die Homöopathie sich als effektiv erwies, waren laut NHMRC von schlechter Qualität oder hatten zu wenige Teilnehmer.

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Xavier Naidoo-Interview: Einblick in eine Mannheimer Parallelwelt

Xavier-Naidoo

Xavier Naidoo galt vielen als gläubiger Sänger. Plötzlich stand er im Verdacht, politisch rechts zu stehen. Dem Magazin Stern hat er nun ein Interview gegeben, das Licht in die Denke des Sängers hätte bringen können. Doch die Antworten des Künstlers führen immer tiefer in ein Dickicht, das Naidoo selbst „Wahrheitssuche“ nennt.


Von Jörn Schumacher|pro Medienmagazin

Der 43-Jährige Xavier Naidoo machte früher Schlagzeilen durch seine Musik. Der „Sohn Mannheims“ verkaufte mehr als fünf Millionen Platten, bekannt wurde besonders sein Song „Dieser Weg“, der zu einer Hymne der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland wurde. Mittlerweile macht Naidoo nur noch Schlagzeilen mit kruden Äußerungen zu etwas, was er wohl Politik nennen würde.

Er habe das deutsche Grundgesetz immer dabei, sagt er, auch beim Interview mit den Reportern des Stern. Wählen geht er aber nicht. „Ich habe meine eigene Stimme, die ich erheben kann.“ Und Politiker will er gottseidank auch nicht werden. Politik machen heißt für ihn „gehört werden“, und das geht bei Naidoo auch einfacher: „Ich stelle mich an die nächste Straßenecke, und zwei Stunden später steht das Zeug schon bei YouTube.“ Das reicht.

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Die Masern – ein Esoterikschaden

Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain - USGov)

Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain – USGov)

Eine impfgegnerische Attitüde entwickelt sich nicht im ideologischen Vakuum. Impfgegner sollten wissen, in wessen Chor sie einstimmen


Von Christian Kreil(User)|derStandard.at

Ich habe meinen Sohn gegen Masern impfen lassen. Ich habe es zugelassen, dass ihm “ein Giftcocktail verpasst” wird. Zugleich habe ich ihm die Chance verwehrt, einen “echten Entwicklungsschub” nach dem Durchstehen “der harmlosen Kinderkrankheit” zu machen. Auf die Marketing-Maschinerie von “Big Pharma” bin ich gleichsam tölpelhaft hineingefallen.

Das sagen mir Impfgegner ins Gesicht, das flüstern mir die Verfechter “sanfter Medizin” seit Jahren ins Ohr. Was sie nicht sagen: dass die Impfung meines Sohnes auch ihre Kinder vor einer mitunter tödlichen Krankheit schützt. Dass ihre ungeimpften Kinder jene Kinder gefährden, die noch nicht geimpft werden können. Und, vor allem, dass sie sich bei ansteckenden Krankheiten ganz ungeniert auf die beste aller Impfungen verlassen: Das ist jene, die alle bekommen, außer sie selbst und die eigenen Kinder. Das macht mich ein wenig grantig auf die Impfgegner – und neugierig. Was treibt sie an?

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So entstehen Verschwörungstheorien

Verschwörungstheoretiker behaupten gern, dass die Anschläge vom 11. September 2001 von Amerika selbst verübt wurden© A. Keiser/DPA

Aliens, die Islamisierung Europas und die jüdische Weltverschwörung machen das Leben so schön einfach. Jedenfalls für Verschwörungstheoretiker. Ein Soziologe klärt auf.


stern.de

Das Internet ist das Beste, was Anhängern von Verschwörungstheorien passieren konnte. Was man sich früher mittels Mund- und Zettelpropaganda mühsam zusammensuchen musste, findet man nun gebündelt, konzentriert und von Gesinnungsgenossen mehr oder weniger hübsch aufbereitet im Netz. Das ist aber auch schon das einzig Neue an Verschwörungstheorien. Die gibt es nämlich schon jahrhundertelang, sagt der Soziologe Armin Pfahl-Traughber im Gespräch mit dem Magazin “Neon”: “Solche Theorien entstehen nach jedem öffentlichen Schockerlebnis”. Sei es die Französische Revolution oder der Angriff auf “Charlie Hebdo”.

So kommt es wohl, dass Xavier Naidoo behauptet, dass wir alle die wahren Drahtzieher von 9/11 nicht erkennen, dass der Autor Udo Ulfkotte mit Verschwörungstheorien über Geheimdienste, Hochfinanz und Medien viel Geld verdient und dass es Pegida gibt.

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Rudolf Steiner: Die Freiheit des Erkenntniswegs

Rudolf Steiner (Bild: public domain)

Rudolf Steiner (Bild: public domain)

Das Werk Rudolf Steiners umfasst neben philosophisch argumentierenden Texten (etwa zu Goethe, Nietzsche, Fichte) sowie Büchern und Vorträgen, in denen der Anthroposoph seine übersinnlichen Erfahrungen beschreibt (etwa «Die Geheimwissenschaft im Umriss»), auch verschiedene methodische Lehrschriften.


Von David Marc Hoffmann|Neue Zürcher Zeitung

In diesen beschreibt Steiner aus der Position eines spirituellen Lehrers und Eingeweihten Schulungswege für die seelisch-geistige Entwicklung des Menschen. Sein Lehransatz zum «Pfad der Erkenntnis» zieht sich durch viele Werke, Vorträge und individuelle Meditationsanweisungen wie ein roter Faden – bis hin zu den «Anthroposophischen Leitsätzen» von 1924/25. Darin definierte Steiner an seinem Lebensende die Anthroposophie nicht als systematisches Ideengebäude, sondern ausdrücklich als einen «Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschenwesen zum Geistigen im Weltenall führen möchte».

Arbeiten und umarbeiten

Rudolf Steiner hat dem Erkenntnis- oder Schulungsweg zwei zentrale Werke gewidmet: «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» (1904/05) und als dessen Fortsetzung «Die Stufen der höheren Erkenntnis» (1905/08). Zuerst sind diese Texte als Aufsatzfolge in Steiners Zeitschrift «Lucifer – Gnosis» erschienen, danach als Sonderdrucke der Zeitschriftenbeiträge und schliesslich als selbständige Buchausgaben. Das umfangreichere Werk «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» erlebte bis zu Steiners Tod insgesamt elf Auflagen, die der Autor kontinuierlich überarbeitete und erweiterte.

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Am Berliner Helmholtzplatz feiert die Idiotie fröhliche Urständ

Credit: Wellcome Library, London/CC BY 4.0

Credit: Wellcome Library, London/CC BY 4.0

Es ist erstaunlich, warum Deutsche so schnell in die USA schauen, wenn sie nach Prototyp-Idioten suchen. Religiöse Amerikaner findet man besonders dumm. Vor allem die, die glauben, Gott hätte die Welt in sechs Tagen erschaffen und zwar erst vor ein paar Tausend Jahren.


Böss in Berlin

Diese Leute nennen sich Kreationisten und bauen Museen, in denen Kinder auf Dinosauriermodellen reiten können, denn einst lebten Dinosaurier und Mensch nebeneinander. Eine These, die noch plausibler wäre, wenn es bei Jesaja heißen würde: „Tyrannosaurus Rex und Lamm sollen weiden zugleich, der Herrerasaurus wird Stroh essen wie ein Rind, und der Allosaurus soll Erde essen. Sie werden nicht schaden noch verderben auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der HERR.“

Tatsächlich bringen die Kreationisten ein beeindruckendes Maß an Ignoranz gegenüber wissenschaftlichen Erkenntnissen mit. Sollte das ein Maßstab für Dummheit sein, sind die Kreationisten tatsächlich dumm. Dann müsste aber auch nicht extra in die USA geschaut werden. Ein Blick nach Berlin würde völlig reichen. Genauer: Berlin Prenzlauer Berg. Hier leben gebildete Jungeltern, die ihre Kinder nicht impfen. Mit wissenschaftlichen Erkenntnissen muss man denen gar nicht kommen. Die kennen all diese Argumente und haben sie geprüft, doch sie konnten nicht vor ihrem homöopathischen Gewissen bestehen. Deswegen werden die Kinder nicht geimpft. Nicht aus Nachlässigkeit, sondern aus vollster Überzeugung.

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Malaysia geht gegen „Alternativheiler” vor

Bild: svz.de

Bild: svz.de

Malaysia macht Ernst im Kampf gegen den Aberglauben: „Alternativmediziner”, die Kranken gegenüber unhaltbare Versprechungen machen, müssen künftig mit Strafen rechnen.


Von Holger von Rybinski|GWUP

Einem Bericht des „Daily Express”  zufolge plant der kleine Staat zum Schutze der Allgemeinheit ein Gesetz zur Regelung traditioneller und komplementärer Medizin. Damit sollen Standards für diejenigen festgelegt werden, die „alternative” Heilmethoden anwenden. In dem Bericht ist von Tausenden Malaysiern die Rede, die Opfer dubioser Gesundmacher wurden. Viele dieser „Alternativheiler” bezeichnen sich offenbar fälschlicherweise als Doktoren, obgleich dies auch in Malaysia nicht ohne Erwerb eines entsprechenden Titels erlaubt ist. Außerdem müssen homöopathische und pflanzliche Arzneien künftig registriert werden. Der Gesundheitsminister des kleinen Landes sprach von über 12000  Arzneien in dieser Sparte. Die Polizei sieht in dem Gesetz, das auf eine Initiative aus dem letzten Jahr zurückgeht nun eine Möglichkeit, gegen die teils kriminellen Aktivitäten der falschen Doktoren vorzugehen.

Scheinmedizin boomt

Symbolbild, Bild: brightsblog

Symbolbild, Bild: brightsblog

Scheinmedizin erobert immer mehr Randbereiche des Gesundheitswesens mit rasant steigenden Umsätzen. Auch ein Teil der Ärzteschaft ist an diesem Geschäft interessiert: Scheinmedizin füllt die Kassen der Anbieter.


Initiative für wissenschaftliche Medizin

Ärztekammern in Österreich legitimieren Scheinmedizin

So akkreditiert die Österreichische Akademie der Ärzte als Fortbildungsorganisation der Österreichischen Ärztekammer Kurse und verleiht Spezialdiplome für Diagnose- und Therapiemethoden, die medizinische Kenntnisse missachten (z.B. Anthroposophische Medizin: erklärt Krankheiten als Kampf zwischen „Ätherleib“,“ Astralleib“, „physischer Leib“ und „Ich-Organisation“), den Naturgesetzen widersprechen (z.B. das Prinzip der  Homöopathie, dass die Verdünnung eines Stoffes seine Wirkung verstärkt), auf altem Aberglauben (z.B. das Prinzip Homöopathie, „Ähnliches heile Ähnliches“, hat sich nicht bestätigt) und irrigen Vorstellungen von Krankheiten und ihren Ursachen beruhen (z.B. unterliegt der Muskeltest der Applied Kinesiology dem Zufall und kann nachweislich nichts über Störungen aussagen.).

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