„March for Science“ sogar in der Antarktis

(Bild: AWI/Tim Heitland)
Um gegen der Verdrehung der Fakten durch Populisten zu protestieren, gingen Wissenschaftler auch in der Nähe des Südpols „auf die Straße“.

heise online

Weit weit weg, aber voll dabei: Auch die Wissenschaftler der Polarforschungsstation „Neumayer III“ in der Antarktis haben sich am Samstag am weltweiten „March for Science“ beteiligt. Ein vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven verbreitetes Foto zeigt sieben dick eingepackte Forscher mit einem Transparent vor der Station. Die „Überwinterer“ unterstützten den Marsch für die Wissenschaft, heißt es darauf, gefolgt von einem Zitat der Physik-Nobelpreisträgerin Marie Curie (1867-1934): „Man braucht nichts im Leben zu fürchten, man muss nur alles verstehen. Jetzt ist die Zeit mehr zu verstehen, damit wir uns weniger fürchten.“

weiterlesen

AfD übt scharfe Kirchenkritik

Die Kirchen Kölns hatten sich am Samstag unter dem Motto „Unser Kreuz hat keine Haken“ an den Protesten gegen den AfD-Parteitag beteiligt. Der Vorsitzende des AfD-Landesverbandes Niedersachsen, Armin-Paul Hampel: „In dem Verein sollte keiner von uns mehr Mitglied sein, das sollten wir durch unseren Austritt dokumentieren.“

evangelisch.de

Die rechtspopulistische Partei AfD hat mit scharfer Kirchenkritik auf den Protest von Kirchen gegen den Bundesparteitag am Wochenende in Köln reagiert. Der Vorsitzende des AfD-Landesverbandes Niedersachsen, Armin-Paul Hampel, rief zum Kirchenaustritt auf: „In dem Verein sollte keiner von uns mehr Mitglied sein, das sollten wir durch unseren Austritt dokumentieren.“ Zuvor hatte die AfD-Parteichefin Frauke Petry „hässliche, abwertende, und polarisierende Bemerkungen“ der Kirchen gegenüber der Partei kritisiert. Fakten seien dabei ausgeblendet worden. Die Kirchen Kölns hatten sich am Samstag unter dem Motto „Unser Kreuz hat keine Haken“ an den Protesten gegen den AfD-Parteitag beteiligt.

weiterlesen

Schluss mit der Appeasement-Politik!

Viktor Orban wählt Anfang April im ungarischen Parlament in Budapest. (Foto: dpa)
Viktor Orbán demontiert die liberale Demokratie in Ungarn. Europas Konservative müssen aufhören, ihn nur zu ermahnen – und seine Fidesz-Partei aus der EVP-Fraktion werfen.

Von Timothy Garton Ash | Süddeutsche.de

Es reicht. Das Appeasement muss aufhören. Sollte Ungarns antiliberaler Ministerpräsident Viktor Orbán weiterhin versuchen, die beste und unabhängigste Universität seines Landes, die Central European University (CEU), zu schließen und die liberale Demokratie auch noch auf andere Weise demontieren, dann muss die Europäische Volkspartei (EVP), die mächtige Gruppe der Mitte-rechts-Parteien in der EU, Orbáns Partei Fidesz aus ihren Reihen ausschließen. Anderenfalls ist das Bekenntnis der EVP zu universellen Werten das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben wurde. Und die politische Familie von Angela Merkel und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, um zwei Namen zu nennen, wird wie ein Haufen prinzipienloser Appeaser aussehen.

Ungarn ist berühmt für seine Salami, und Orbán ist ein Meister der Salamitaktik. Der Begriff geht auf Mátyás Rákosi zurück, den stalinistischen Führer Ungarns, der in den Vierzigerjahren sagte, er werde die nicht-kommunistischen Parteien zurückschneiden „wie Scheiben einer Salami“.

weiterlesen

Johannes Willms: „Die Franzosen klammern sich an einer Lebenslüge fest“

foto: karin rocholl Johannes Willms: „Die Lage in Frankreich ist in der Tat beunruhigend. Zumal völlig unklar ist, wer am Sonntag als Sieger aus dem ersten Wahlgang hervorgehen wird.“
In einem Gespräch vor den Präsidentschaftswahlen gibt sich der Historiker, Biograf und Frankreich-Kenner skeptisch

Interview Stefan Brändle | derStandard.at

Standard: Der aktuelle Präsidentschaftswahlkampf Frankreichs verläuft ziemlich chaotisch und – das jüngste Attentat zeigt es – bis zum Schluss dramatisch. Ist das neu, verglichen mit den eher rituellen Abläufen früherer Kampagnen?

Willms: Diese Kampagne offenbart viele neue Aspekte, nicht nur in Sachen Terrorismus. Es fehlt ihr an einem zentralen Wahlthema – kein einziges wird von den Kandidaten richtig verhandelt. Das hängt wohl auch damit zusammen, dass sehr viele und sehr disparate Kandidaten antreten. Wenn diesen elf Bewerbern etwas gemein ist, dann ist es – von Emmanuel Macron abgesehen – ihre europafeindliche oder -kritische Haltung. Europa wird das große Negativthema dieses Wahlkampfs. Das ist in dieser Radikalität schon neu für Frankreich; es geht viel weiter als bei der Maastricht-Abstimmung 1992. Jetzt sind auch viele im gemäßigt linken oder bürgerlichen Lager dagegen.

weiterlesen

Was die legalisierte Prostitution anrichtet

Der Tiergarten als Strich für junge Flüchtlinge? Und wieso regt das niemanden auf?Foto: Paul Zinken/dpa
Flüchtlinge prostituieren sich im Tiergarten – und niemand stört sich dran? Das hat auch mit Deutschlands liberalem Prostitutionsgesetz zu tun. Ein Zwischenruf

von Barbara John | DER TAGESSPIEGEL

Als vor Kurzem über junge Männer mit Flüchtlingshintergrund berichtet wurde, die im Tiergarten Sex gegen Geld anbieten, gab es kaum öffentliche Reaktionen. Es herrschte schulterzuckendes Desinteresse à la „wen kümmert das schon“. Doch nachdem mehr Details die Runde machten, kam Dynamik in das Thema, genauer, Empörungsposen, wie im Leserforum des Tagesspiegels. Eigentlich kein Wunder, denn wenn Begriffe aufeinanderprallen wie: Junge schutzsuchende Flüchtlinge, Geldbeschaffung, Asyl, Männerstrich, Sex, Obdachlosigkeit, Illegalität, Menschenhandel, lässt sich vieles hineinprojizieren, überzeichnen und vereinfachen. So werden die Flüchtlingspolitik und die Helfer als verantwortlich angeprangert. Anwohner beschweren sich über Belästigungen. Ratschläge kursieren, doch lieber Zeitungen auszutragen. Es wird gemahnt, wir verspielten die Zukunft dieser Jugendlichen. Auch die „Kenner“ melden sich zu Wort und schwadronieren, Prostitution sei in einer weltoffenen, internationalen Großstadt nichts weiter als eine Randnotiz, nicht wert, erwähnt zu werden.

weiterlesen

Russland: Debatte um Lenin-Mausoleum

Quelle: Lenin-Mausoleum
Die Debatte über den einbalsamierten Revolutionsführer zeigt Russlands schwieriges Verhältnis zur eigenen Geschichte.

Von Stefan Scholl | Frankfurter Rundschau

Wladimir Lenin lässt sich einfach nicht beerdigen. Am Donnerstag zog die Staatspartei „Einiges Russland“ (ER) ihre Unterstützung für einen Gesetzentwurf zurück, der die Entfernung der Mumie des Revolutionsführers aus dem Mausoleum auf dem Roten Platz in Moskau vorsah. Der Entwurf wurde erst wenige Stunden zuvor gemeinsam mit Abgeordneten der nationalpopulistischen Liberaldemokraten eingebracht.

Aber die ER distanzierte sich gleich von dem Gesetz. Auch die Kommunisten reagierten heftig. Parteiführer Gennadi Sjuganow forderte gestern vom Sicherheitsrat Russlands eine Garantie, dass Lenin niemals umgebettet werde. Wladimir Lenin, Autor der bolschewistischen Oktoberrevolution von 1917 und Begründer der Sowjetunion, wird von gläubigen Kommunisten bis heute als überlebensgroße Figur verehrt. „Lenin lebte, Lenin lebt, Lenin wird leben“, lautet eine der Parolen über den erfolgreichsten Berufsrevolutionär der Weltgeschichte, der heute seinen 147. Geburtstag gefeiert hätte. Schon unter Boris Jelzin gab es mehrere Anläufe, Lenins einbalsamierte Leiche aus dem Mausoleum zu schaffen. Sie scheiterten am lautstarken Widerstand der Kommunisten und ihrer zum Großteil aus Rentnern bestehenden Anhängerschaft.

weiterlesen

Französisch-Guayana öffnet wieder, Raketen sollen bald starten

Eine Ariane-5-Rakete wird auf dem Weltraumbahnhof Kourou vorbereitet. (Aufnahme vom 13. März 2017) (Bild: Arianespace)
Nach einem Monat Protest mit Straßenblockaden gibt es eine Einigung zwischen Französisch-Guayana und Paris. Damit könnte auch der Weltraumbahnhof in Kourou bald wieder in Betrieb gehen – doch eine Straßensperre wäre da noch.

Von Daniel AJ Sokolov | heise online

Nach einem Monat Stillstand kann das wirtschaftliche und soziale Leben Französisch-Guayanas wieder losgehen. Mit umfassenden Verkehrsblockaden, Streiks und anderen friedlichen Protesten konnte die Viertelmillion Einwohner des südamerikanischen Gebiets der französischen Regierung ein bereits 2013 versprochenes Abkommen abringen. Nun könnte auch der Weltraumbahnhof Kourou bald wieder den Betrieb aufnehmen. Doch gerade dort steht noch eine Straßensperre.

Der Weltraumbahnhof heißt offiziell Centre Spatial Guyanais und ist das Aushängeschild des tropischen EU-Überseegebiets. Gleichzeitig ist er aber auch Brennpunkt für die grassierende Armut und den infrastrukturellen Mangel in Französisch-Guayana. Während auf der einen Seite des Zauns höchstentwickelte europäische Technik brilliert, gibt es auf der anderen Seite oft keinen – und in manchen Dörfern nie – Strom, enorme Arbeitslosigkeit, unzureichende medizinische Versorgung, eine hohe Mordrate, Kinder, die keinen Schulplatz finden, und so weiter.

weiterlesen

Die Einfalt der Vielfaltsapostel

Die Aktion der Kirchen: Zeichen der Haltung oder Einschränkung von Meinungsvielfalt? / picture alliance
Auch die Kirchen demonstrieren gegen den Parteitag der AfD. Protest ist legitim, doch die Aktion unter dem Motto „Unser Kreuz hat keine Haken“ ist anmaßend und in sich widersprüchlich

Von Alexander Kissler | Cicero

Manchmal scheitert gute Gesinnung an der Algebra. Daran, dass fünf doch größer als vier ist, zweimal drei sechs ergibt und sechs wiederum kleiner wird, wenn man zwei abzieht. Wer es anders sieht, der muss sich auf persönliche Eingebungen, postmoderne Theorien oder gleich den lieben Gott berufen. Insofern ist es vielleicht folgerichtig, wenn sich deutsche Christen mit Leidenschaft und Kirchensteuer an einer neuen mathematischen Theologie versuchen. Sie erklären uns: Eine Summe wird größer, wenn man das Richtige abzieht. Den Einzug eines wundertätigen Moralkoeffizienten in die allgemeine Mengenlehre erleben wir derzeit im Vorfeld des AfD-Parteitags. Dieser ist für kommendes Wochenende in Köln annonciert.

weiterlesen

Anti-AfD-Protest: Meuthen legt sich mit der Kirche an

Bild: Merkur.de
Schon einen Tag vor dem AfD-Bundesparteitag in Köln wird gegen die Rechtspopulisten demonstriert. Auch die Kirchen wollen am Wochenende dabei sein. Eine politische Einmischung, findet der Parteivorsitzende.

Merkur.de

Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen hat den Kirchen vorgeworfen, sich auf unlautere Weise in die Politik einzumischen. Meuthen kritisierte am Freitag auf seiner Facebook-Seite „den politischen Kampf von sich moralisch überlegen fühlenden Kirchenfürsten, denen augenscheinlich die in Deutschland übliche Trennung von Staat und Kirche nicht mehr ganz geläufig ist“.

Er selbst sei zwar gläubiger Christ, denke jedoch „in Anbetracht dieses vollkommen fehlgeleiteten klerikalen Klamauks“ erstmals darüber nach, aus der Kirche auszutreten. Seinen Post versah Meuthen mit einem Spruchbild, auf dem „Bei den Kirchen ist ein Schräubchen locker – Beten gegen die AfD: Oh Herr, gib Hirn!“ zu lesen war.

Damit bezog sich Meuthen auf das bereits am Freitagabend in einer Kirche in der Nähe des AfD-Tagungshotels geplante „Politische Nachtgebet“. Meuthen sprach in dem Zusammenhang von „Geiselhaft, in welche gläubige Christen genommen werden, die jetzt am Sonntag in eine Kölner Kirche gehen“.

weiterlesen

Haken mit Kreuz

Bild: Leipziger Blatt
Für billigen Protest gegen die AfD sind die Kirchen leicht zu haben. Über den militanten Islam wollen sie lieber nicht sprechen – obwohl das nötig wäre.

Von Reinhard Müller | Frankfurter Allgemeine

Dieses Mal wollen die Kirchen alles richtig machen, also: sich einmischen, Widerstand leisten. Unter dem Banner „Unser Kreuz hat keine Haken“ wollen katholische und evangelische Funktionäre durch Köln marschieren. Nicht, um gegen einen Parteitag von Nationalsozialisten zu demonstrieren, sondern einen der AfD. Oder ist das aus Sicht der wohlmeinenden Christen schon dasselbe?

Ja, zu Hass und Gewalt sollte auch der Kirche etwas einfallen. Und es gibt unsägliche Äußerungen von Funktionären der AfD. Die Kirchen sind aber weder der Verfassungsschutz, der auch AfD-Politiker im Visier hat, noch politische Parteien noch öffentliche Hygieneanstalten.

weiterlesen

So nicht, Frau Roth, so nicht, Herr Özdemir!

Wolfgang Kubicki ist stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP Quelle: picture alliance / Soeren Stache
Mit einer schon fast exhibitionistisch zur Schau gestellten Kopflosigkeit wickeln sich die Grünen als ernst zu nehmende Kraft langsam selbst ab. Das sieht man exemplarisch an der Türkei-Debatte.

Von Wolfgang Kubicki | DIE WELT

Das Verfassungsreferendum in der Türkei vom vergangenen Sonntag hat nicht nur für die Europäische Union schwerwiegende Fragen aufgeworfen. Das Resultat vom 16. April stellte auch ernste Fragen an die Integrationspolitik der Bundesrepublik Deutschland. Denn diese Abstimmungsergebnisse zeigten vor allem für das größte türkische Land neben der Türkei ein vergleichsweise hohes Maß an Zustimmung für die Erdogan’schen Autokratiereformen.

In Stuttgart stimmten 66,26 Prozent, in Düsseldorf 69,58 und Essen – als trauriger Spitzenreiter – 75,89 Prozent für die demokratiefeindlichen Pläne am Bosporus. Im Schnitt waren dies fast zwei Drittel der Wähler. Wer diese Werte nicht zumindest im Ansatz als Ausdruck einer integrationspolitischen Unebenheit versteht, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, bewusst wegzuschauen.

weiterlesen

US-Justizminister: Festnahme von Wikileaks-Gründer Assange hat „Priorität“

Wikileaks-Gründer Julian Assange spricht von einem Balkon der Botschaft von Ecuador in London zu Journalisten. (Foto: dpa)
  • Seit 2012 lebt Julien Assange, Betreiber der Enthüllungplattform Wikileaks, im ecuadorianischen Exil in der Botschaft in London.
  • Bisher wurde keine Anklage gegen den Enthüller erhoben. Das könnte sich nun ändern.
  • Die US-Regierung debattiert Medienberichten zufolge über eine Anklage gegen Assange. Seine Festnahme habe Priorität, sagt US-Justizminister Sessions.

Süddeutsche.de

Der US-Justizminister Jeff Sessions hat die Festnahme von Wikileaks-Gründer Julian Assange sowie den Kampf gegen die Veröffentlichung von Staatsgeheimnissen zu einer „Priorität“ der neuen US-Regierung erklärt. „Wir werden unsere Anstrengungen gegen alle undichten Stellen verstärken und verstärken diese bereits“, antwortete Sessions am Donnerstag in Washington auf die Frage eines Journalisten, ob Assanges Festnahme eine Priorität der USA sei.

weiterlesen

Zwangsmissionierung: Berlin bekommt Titel „Reformationsstadt“ verliehen

Berlin wird „Reformationsstadt Europas“. Bei einem Festakt am Donnerstag nächster Woche verleiht der Schweizer Kirchenpräsident und Präsident der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), Gottfried Locher, der Stadt den Titel, wie die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz mitteilte.

evangelisch.de

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) werde die Auszeichnung im Museum Nikolaikirche entgegennehmen. Bischof Markus Dröge werde ein Grußwort sprechen.

Die Verleihung des Ehrentitels gehört zum Programm des Europäischen Stationenwegs, auf dessen Spuren ein Multimedia-Truck mit Geschichten der Reformation aus 67 Städten in 19 Ländern seit November 2016 durch Europa fährt. Ab 26. 2017 April stoppt der Truck in Berlin.

Die Zeit der Tierversuche mit Affen ist vorbei

Ein Rhesus-Affe mit zwei Implantaten im Kopf: Im Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen wird mit Elektroden die Aktivität des Gehirns untersucht. Die Aufnahme entstand 2016. © Picture-Alliance
Die massive Kritik von Tierschützern zeigt endlich Erfolg: Das Max-Planck-Institut stellt in der Gehirnforschung die Versuche an Affen ein. Derzeit wird im Institut noch wegen Tierquälerei ermittelt.

stern.de

Das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik (MPIBK) in Tübingen forscht nach anhaltender Kritik von Tierschützern nicht mehr an Affen. „Wir bestätigen, dass die Affenversuche endgültig beendet sind und wir keine Affen mehr haben“, teilte die Sprecherin des Instituts mit. Abteilungsdirektor Nikos Logothetis hatte schon vor zwei Jahren angekündigt, nach Abschluss der laufenden und bereits genehmigten Experimente nur noch mit Nagetieren forschen zu wollen.

Der Vorsitzende des Vereins Soko Tierschutz, Friedrich Mülln, bezeichnete das Ende der Affenversuche als historischen Erfolg der Tierschutzbewegung Deutschlands. Ein als Pfleger arbeitender Tierschützer hatte die Affenversuche und die Haltung der Tiere im Herbst 2014 heimlich gefilmt. Die Aufnahmen zeigen Affen mit Gehirn-Implantaten, eines der Tiere hat einen blutverschmierten Kopf, einem anderen läuft Spucke oder Erbrochenes aus dem Mund.

weiterlesen

AfD mit Themenabend zu Hitlers Geburtstag gescheitert

Logo der AfD (Symbolfoto). Foto: dpa
Die AfD wollte am 20. April, dem Geburtstag Adolf Hitlers, einen Themenabend in einem Restaurant abhalten. Nach Protesten wird die Reservierung storniert.

Von Ute Fiedler | Frankfurter Rundschau

Ausgerechnet für den heutigen Donnerstag, 20. April, am Geburtstag Adolf Hitlers, hatte der Wiesbadener Kreisverband der AfD zu einem Themenabend eingeladen. Im „Andechser“ im Ratskeller am Schloßplatz sollte Sebastian Münzenmaier, der rheinland-pfälzische Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, über die „AfD im Schicksalsjahr 2017“ sprechen. Doch nach heftigen Auseinandersetzungen über die Plattform Facebook stornierte Restaurantleiter Bechir Nefzi gestern die Reservierung.

weiterlesen

Somuncu über AKP-Anhänger: „Sie würden nicht eine Woche in der Türkei leben können“

Der türkischstämmige Kabarettist Serdar Somuncu versucht zu verstehen, warum so viele Deutschtürken für das Referendum gestimmt haben Quelle: pa/dpa/Karlheinz Schindler/dpa-ZB
Serdar Somuncu hat die Deutschtürken, die für Erdogans Referendum gestimmt haben, scharf kritisiert. Leute, die den Türken vorschrieben, sich einer Diktatur unterzuordnen, haben ihren „Platz hier verloren“.

DIE WELT

Mit scharfen Worten hat Kabarettist Serdar Somuncu die Türken in Deutschland kritisiert, die beim Verfassungsreferendum mit „Ja“ gestimmt haben.

„Viele von denen, die hierzulande die AKP bei dem Referendum unterstützt haben, würden wahrscheinlich nicht einmal eine Woche in der Türkei leben können, weil ihnen dann elementare Freiheiten fehlen würden“, sagte Somuncu in der Sendung Stern-TV.

weiterlesen

 

Thüringen: CDU fordert Bundesbeauftragten für Abschiebungen

Abflug (Symbolfoto) © MiG
Die CDU in Thüringen fordert einen Bundesbeauftragten „für Asylfragen“. Er soll in den Bundesländern die Umsetzung der bestehenden Abschieberegelungen kontrollieren und Anweisungen erteilen.

MiGAZIN

Die Thüringer CDU fordert eine härtere Gangart des Bundes gegen Bundesländer, die kaum Abschiebungen vornehmen. Dazu sollen „Bundesbeauftragte für Asylfragen“ entsandt werden, sagte der Eisenacher Bundestagsabgeordnete Christian Hirte laut der Ostthüringer Zeitung. Die Beauftragten sollten die Umsetzung des bestehenden Ausländerrechts überprüfen und notfalls Anweisungen erteilen, sagte Hirte, der CDU-Vizeparteichef in Thüringen ist.

„Der Bund hat laut Artikel 84 des Grundgesetzes die Möglichkeit, gegenüber den Bundesländern Maßnahmen zu ergreifen“, betonte der Politiker. Es gebe immense Unterschiede zwischen den Ländern bei der Abschiebung von abgelehnten Asylanwärtern. Aus politischen oder ideologischen Gründen sperrten sich einzelne Länder wie Schleswig-Holstein und Thüringen nahezu völlig gegen Abschiebungen.

weiterlesen

„Sarrazin und Erdogan arbeiten Hand in Hand“

Türken auf den Kurfürstendamm in Berlin nach Bekanntgabe der vorläufigen Ergebnisse des türkischen Verfassungsreferendums.Foto: Reuters
Islamfeinde und Populisten befeuern das Wahlverhalten wie das der deutschen Türken für Erdogan, sagt Migrationsforscher Haci-Halil Uslucan. Dabei seien viele Einwanderer im Alltag viel weniger konservativ.

Von Andrea Dernbach | DER TAGESSPIEGEL

Die Schlagzeilen lauten gerade: 63 Prozent der in Deutschland lebenden Türken haben für Erdogans autoritäre neue Türkei gestimmt. Was sagt das über die größte ethnische Einwanderergruppe in diesem Land aus?

Nicht viel. Die Stimmen für Erdogan kamen in Wirklichkeit von 13 Prozent aller hier lebenden Türkeistämmigen. Natürlich ist es nicht gut, dass Leute, die hier leben, für Einschränkungen der Freiheit anderswo sind. Aber aus dieser Zahl muss man kein Skandalon machen.

Weil das heißt: Die übrigen 87 Prozent waren gegen eine Ein-Mann-Herrschaft in der Türkei?

Auch das lässt sich nicht sagen. Fürs Nichtwählen gibt es immer vielfältige Gründe. Das kann Desinteresse ebenso sein wie aktiver Verzicht, der eine politische Aussage enthält. Es gibt ja auch viele ganz apolitische Menschen, nicht nur unter Türken. Die lassen sich aber nicht alle zum Gegenlager rechnen.

weiterlesen

Kirchen protestieren gegen Parteitag der AfD in Köln

Kölner Kirchen unterstützen den Protest gegen den AfD-Parteitag am Wochenende in Köln. Bei der Kundgebung des Bündnisses „Köln stellt sich quer – kein Rassismus bei uns in Köln“ am Samstag werden auch Vertreter der Kirchen sprechen, wie evangelische und katholische Kirchen in Köln ankündigten.

evangelisch.de

Zudem würden Kirchenvertreter während der Demonstration in der Kölner Innenstadt ein Banner mit der Aufschrift „Unser Kreuz hat keine Haken“ gut sichtbar tragen. An dem Protest beteiligten sich die in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) engagierten Gemeinden.

weiterlesen

John Lennons „Imagine“ – was für ein Kitsch!

John Lennon (1940-1980) bei einer Demonstration 1975 in Londons Hyde Park Quelle: Hulton Archive/Getty Images
Kein Besitz, kein Hunger, kein Krieg, kein Jenseits: Der berühmte Song des Beatles könnte ein Osterlied sein – hätte er sich nicht auch gegen Religion gewandt. Da half auch keine spätere Korrektur.

Von Torsten Krauel | DIE WELT

Diese dunkle, sehnende, betörend-verstörende Melodie, an einem Frühjahrsvormittag 1971 in wenigen Stunden niedergeschrieben, hat eine ganze Generation in den Bann gezogen. „Imagine“. „Malt euch aus“. Malt euch aus, wie die Welt ohne feindliche Länder wäre, ohne Gier, ohne Besitztümer, ohne Religionen.

Die melodische Anmutung ist so, als habe John Lennon den ersten Satz der Mondschein-Sonate Beethovens ins Popkulturelle gewandelt, wie auch der Text Anklänge an Beethovens utopische „Ode an die Freude“ enthält. Hart am Rande des Kitsches bewegen sich beide, Lennon und Beethoven.

Das so sanft wie unerbittlich präsente Klavier erinnert auch an Bachs Choralvorspiel „Alle Menschen müssen sterben“, nur jeder Ergebenheit entkleidet; die Grundtonart C-Dur wendet Glaubensdemut ins Plakative, Tröstliche, Volksseelenhafte.

weiterlesen