Tibet-Eklat in Regionalliga – Peking reagiert scharf

Foto: brightsblog
Der Eklat während des Freundschaftsspiels zwischen Mainz und der chinesischen U20 hat die politische Ebene erreicht.

DIE WELT

  • Das Außenministerium der Asiaten verurteilte den Vorfall und kritisierte Deutschland für sein Verhalten als Gastgeber.
  • In der ersten Halbzeit hatten Zuschauer tibetische Fahnen aufgehängt. Darauf verließen die Spieler den Platz.

Der Eklat während des Freundschaftsspiels zwischen dem Fußball-Regionalligisten TSV Schott Mainz und der chinesischen U20-Nationalmannschaft (3:0) hat am Montag die politische Ebene erreicht. Das Außenministerium der Asiaten verurteilte den Vorfall und kritisierte Deutschland für sein Verhalten als Gastgeber.

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Schweiz: Verein kämpft für ein Verbot von Körperstrafen gegen Kinder

Bild: WAZ
Die Gruppe «Keine Gewalt gegen Kinder» fordert anlässlich des Internationalen Tages der Kinderrechte vom Montag ein gesetzliches Verbot von Körperstrafen und psychischer Gewalt gegen Kinder.

Neue Zürcher Zeitung

Die Gruppe gründet dazu einen Verein, der eine Petition lanciert. Konkret gefordert wird das Recht der Kinder auf eine gewaltfreie Erziehung. Ein ausdrückliches Verbot von Körperstrafen und psychische Gewalt an Kindern soll im Zivilgesetzbuch verankert werden, wie die Gruppe am Montag mitteilte.

Darüber hinaus werden Begleitmassnahmen gefordert, um der gesellschaftlichen Akzeptanz von Körperstrafen an Kindern entgegenzuwirken. Dazu gehören beispielsweise Informationen über die Rechte der Kinder sowie Beratung für gewalttätige Eltern.

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„Oury Jalloh, das war Mord!“

Polizeirevier Dessau-Roßlau. Ort des Geschehens, das am 5. Januar 2005 zum Tod des in Deutschland lebenden Sierra Leoners Oury Jalloh führte. Bild: M_H.DE / CC BY-SA 4.0
Ein beispielloser deutscher Justizskandal: Ein Mann wird in einer Polizeizelle verbrannt und niemand interessiert es

Von Peter Nowak | TELEPOLIS

Es war ein massiver Polizeieinsatz im Januar 2012, der aber nur in einer kleinen politischen Szene wahrgenommen wurde. Es waren vor allem Migranten aus Afrika, die wie jedes Jahr am 7. Januar auf die Straße gegangen sind, um am Todestag ihres Freundes und Bekannten Oury Jalloh zu gedenken. Jalloh war am 7.Januar 2005 in einer Dessauer Polizeizelle verbrannt.

Für die Polizei stand sofort fest, der Tote hat die Zelle selbst in Brand gesetzt. Ein kleiner Kreis von Jallohs Freunden und Bekannten wollte sich damit aber nicht zufriedengeben. Immer zum Todestag gingen sie in Dessau auf die Straße. Was 2012 geschehen ist, beschrieb die Initiative so:

Anlässlich des 7.Todestags von Oury Jalloh gab es am Sonnabend, den 7. Januar 2012, eine Gedenkdemonstration in Dessau. Im Laufe dieses Tages gab es vielfache, von der Polizei strategisch im Voraus geplante Übergriffe – explizit auf afrikanische Aktivistinnen der Initiative und ihre Unterstützer. Zwei Tage zuvor hatten Polizeibeamte Mouctar Bah in seinem Laden in Dessau aufgesucht und verkündet, die Initiative habe Meinungen wie „Oury Jalloh, das war Mord!“ zu unterlassen, sie unterstellten einen Straftatbestand. Mouctar Bah weigerte sich, sich der Drohung zu beugen.

Am Gedenktag selbst, und noch bevor die Demonstration von den 250 Teilnehmenden eröffnet wurde, kam es zu Übergriffen seitens der Polizeibeamten, die Aktivisten aus der Menge herausgriffen, Pfefferspray sprühten und mehrere Menschen stark verletzten. Einige Transparente und Schilder wurden den Demonstrierenden gewaltsam entrissen. Als die Demonstration schließlich los gehen sollte, haben die Versammlungsbehörde und die Polizei die Teilnehmenden über eine Stunde davon abgehalten, ihr Versammlungsrecht wahrzunehmen und das Recht auf freie Meinungsäußerung rechtswidrig unterbunden. All dies wurde mit damit begründet, die Parole „Oury Jalloh, das war Mord!“ stelle einen Straftatbestand dar.

Initiative Oury Jalloh

Es sollte noch häufiger vorkommen, dass Demonstrationen wegen Transparenten mit der Parole „Oury Jalloh, das war Mord“ angehalten wurden und es gab häufiger Strafbefehle gegen Menschen, die sie getragen oder gerufen haben. Und nun haben sich den Inhalt dieser inkriminierten und kriminalisierten Parolen nicht nur zahlreiche Feuer- und Brandexperten zu eigen gemacht.

Auch der Dessauer Oberstaatsanwalt Folker Bittmann geht mittlerweile von einem begründeten Mordverdacht im Fall Oury Jalloh aus. Das ist besonders brisant, weil Bittmann seit Jahren den ungeklärten Todesfall bearbeitet und lange Zeit ein Anhänger der offiziellen Version war, wonach Oury Jalloh die Zelle selber in Brand gesetzt hat. Von daher ist die Schlagzeile von ARD-Monitor berechtigt, wo von einer „dramatischen Wende im Fall Oury Jalloh“ berichtet wurde.

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10 Jahre Widerstand gegen den politischen Islam

Am Anfang war das Wort, heißt es in einem einschlägig bekannten Text. In diesem Fall hieß das Wort „Ex-Muslim“. Es trat im Jahr 2007 mit der Gründung des „Zentralrats der Ex-Muslime“ in die Öffentlichkeit und verbreitete sich rasant über den gesamten Globus. Heute findet Google unter diesem Stichwort mehr als 3,5 Millionen Einträge – ein Hinweis auf den Erfolg der Ex-Muslimen-Bewegung, deren Geschichte nun erstmals in einem Film dokumentiert wird.

Red. hpd.de

Die Filmemacherin Ricarda Hinz hat die 12-minütige Kurz-Doku „10 Jahre Ex-Muslime – Die Geschichte einer internationalen Menschenrechtsbewegung“ im Auftrag der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) produziert.

Der Film wurde am 17. November 2017 auf dem „Internationalen Festakt zum 10-jährigen Bestehen des Zentralrats der Ex-Muslime“ in Köln uraufgeführt und ist ab sofort online verfügbar.

Er klärt darüber auf, warum die Bewegung der Ex-Muslime „eine der wichtigsten politischen Widerstandsbewegungen der Welt ist“ (Michael Schmidt-Salomon) und zeigt nicht zuletzt auch den außergewöhnlichen Mut, den Ex-Muslime wie Mina Ahadi oder Maryam Namazie Tag für Tag in ihrem Widerstand gegen den politischen Islam beweisen.

Von der Feministin zur IS-Unterstützerin

Eine Frau schiebt im Januar 2017 einen Kinderwagen durch die zerstörte syrische Stadt Duma – in diesen Bürgerkrieg sind die Geschwister aus Seierstads Buch freiwillig gereist (Foto: REUTERS)
Warum verlassen zwei selbstbestimmte Mädchen Norwegen, um sich dem IS anzuschließen? Åsne Seierstad rekonstruiert in „Zwei Schwestern“ eine atemberaubende Radikalisierungsgeschichte.

Von Luise Checchin | Süddeutsche Zeitung

„Frauenkampf“ heißt der Schulaufsatz der fünfzehnjährigen Ayan Juma und aus jedem Wort liest man Empörung: „Wir müssen erbärmliche kleine Männerratten zur Welt bringen, die unsere Liebe und Fürsorge bekommen, bis eines Tages Männer aus ihnen werden, die auch wieder nur ihre Frauen unterdrücken.“ Vier Jahre später, im Oktober 2013, wird dieselbe Ayan Juma Norwegen in Richtung Syrien verlassen, um sich zusammen mit ihrer sechzehnjährigen Schwester Leila dem sogenannten Islamischen Staat anzuschließen. Sie wird einen norwegischen IS-Kämpfer heiraten, eine Tochter zur Welt bringen und sich fortan darum kümmern, den Nachwuchs für das „Kalifat“ aufzuziehen.

Wie konnte es dazu kommen? Wie konnte ein feministisch bewegtes Mädchen sich mit einer frauenverachtenden Terrororganisation identifizieren? Genau das versucht die norwegische Journalistin Åsne Seierstad in ihrem Buch „Zwei Schwestern. Im Bann des Dschihad“ zu ergründen. Sie erzählt darin von der Radikalisierung der Geschwister, die als Kinder mit ihrer Familie vor dem somalischen Bürgerkrieg in die norwegische Kleinstadt Bærum flohen. Sie erzählt aber auch von deren Eltern, Sara und Sadiq Juma, die sich verzweifelt fragen, an welchem Punkt ihnen ihre Töchter abhanden gekommen sind.

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Lena Dunham verteidigt Produzenten – trotz Vergewaltigungsvorwurf

Jenni Konner (l.) und Lena Dunham bei einer Fashionshow im September in New York Quelle: pa/Globe-ZUMA/Globe Photos via ZUMA Wire
Das ist mal ein anderer #metoo-Dreh: Eine US-Schauspielerin wirft einem Produzenten Vergewaltigung vor. Feministin Lena Dunham ist entrüstet – und bezichtigt die Frau der Lüge. Die „Girls“-Fans toben.

Von Clara Ott | DIE WELT

Lena Dunham provoziert bekanntlich gerne, aber mit diesem Shitstorm dürfte die US-amerikanische Schauspielerin nicht gerechnet haben. Dunham, die auch als Drehbuchautorin und Schriftstellerin arbeitet, hat jetzt einen Autor ihrer Erfolgsserie „Girls“ verteidigt – nachdem gegen Murray Miller Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs laut geworden waren. Die 23-jährige Schauspielerin Aurora Perrineau (“Passengers“) wirft ihm vor, sie vor fünf Jahren vergewaltigt zu haben.

Demnach soll Miller Perrineau im Jahr 2012 angegriffen und belästigt haben. Sie habe Miller damals zusammen mit Freunden in einem Hotel getroffen und „einige alkoholische Getränke konsumiert“. „Er flirtete mit mir. Ich habe ihm wiederholt gesagt, dass ich 17 Jahre alt bin“, sagte sie laut der Erklärung. Perrineau und ihre Freunde begleiteten den damals 35-jährigen Miller angeblich zu sich nach Hause, weil er betrunken war.

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RBB-Doku über Wolfgang Schnur: Verraten und verkauft

Am Ende: Wolfgang Schnur im März 1990 im Krankenhaus, wenige Tage nach Bekanntwerden seiner Stasi-Spitzeleien. Es ist das Aus für…Foto: rbb/Alexander Kobylinski
Tief in einer Parallelwelt: Eine RBB-Doku zeigt das doppelte Leben des Stasi-Spitzels Wolfgang Schnur.

Von Michel Graupner | DER TAGESSPIEGEL

Die Rollen in einer Diktatur sind in der Regel klar verteilt. Es gibt die, die das System unterstützen – aktiv oder passiv – und die, die es ablehnen. Und es gibt einige Wenige, die auf beiden Seiten zu finden sind. Es sind die Janusgesichter der Diktatur. Ein solches war der Rechtsanwalt, DDR-Oppositionspolitiker und Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit Wolfgang Schnur.

Als Schnurs Doppelköpfigkeit am 8. März 1990 auffliegt, können es seine engsten Mitstreiter in der DDR-Oppositionsgruppe des Demokratischen Aufbruchs nicht glauben. Das könne nur eine Intrige der Stasi sein, meinen ehemalige Mandanten. Tage zuvor war Schnur noch mit Helmut Kohl in Erfurt vor über 100 000 Menschen im Wahlkampf zur Volkskammer aufgetreten. Er schien der kommende Mann der DDR, vielleicht sogar ihr erster demokratisch gewählter Ministerpräsident.

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Die Union stellt sich geschlossen gegen den Familiennachzug

Geht es nach der Union und der FDP, finden ihre Forderungen kein Gehör: Flüchtlinge demonstrierten Anfang November vor dem…Foto: Silas Stein/dpa
Streitthema Flüchtlinge: Die Union zeigt nach langen Verhandlungen eine klare Haltung. Die FDP glaubt nicht an eine Einigung „ohne Bewegung der Grünen“.

DER TAGESSPIEGEL

Angesichts der verhärteten Fronten zwischen Grünen und CSU beim Streitthema Familiennachzug für Flüchtlinge hat der Parlamentarischer Geschäftsführer der Unions-Fraktion im Bundestag, Michael Grosse-Brömer (CDU), die geschlossenen Haltung von CDU und CSU bei dem Thema in den Jamaika-Sondierungen hervorgehoben. „Wir wollen eine Begrenzung der Zuwanderung“, sagte der CDU-Politiker der „Bild“-Zeitung (Samstagsausgabe). „Wir haben lange genug gebraucht, um diese gemeinsame Position zu erarbeiten. Nun haben wir sie. Jetzt setzen wir sie natürlich auch durch.“

„Familiennachzug an sich findet ja statt in Deutschland“, sagte Grosse-Brömer. „Es ist ja nicht so, dass wir keinen Familiennachzug haben.“ Daher stelle sich die Union „berechtigt die Frage“, warum die Familie erst noch kommen müsse, wenn ein Flüchtling mit sogenanntem subsidiärem Schutzstatus möglicherweise „sowieso in wenigen Wochen und Monaten wieder in sein Heimatland zurückkehren kann?“

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Wie BDS gegen Israel hetzt

Im Traditionsreich. Menschen, die „Ich hasse Juden“ rufen, sollte man nicht gleich Judenhass unterstellen, sagt eine…Foto: Imago/Christian Ditsch
Sie rufen zum Totalboykott gegen Israel auf. Setzen Künstler und Firmen unter Druck. Auch in Berlin geben sich BDS-Aktivisten friedlich – und brüllen Holocaust-Überlebende nieder.

Von Sebastian Leber | DER TAGESSPIEGEL

Die meisten ziehen wortlos an Sophia Deeg vorüber, manche schimpfen. Kaum ein Konzertbesucher nimmt ihr ein Flugblatt ab. Der Einzige, der ihre Nähe sucht, ist Alfons. So heißt ihr Dackel. „Die Leute gucken, als wäre ich ein Nazi“, sagt Sophia Deeg. Bei der gleichen Aktion neulich in Paris hätten die Menschen viel offener reagiert. Dann steht plötzlich Ben Becker vor ihr. Der Schauspieler. Er trägt Schottenrock, reckt die Faust in den Abendhimmel und ruft: „Free Palestine!“. Becker versichert, er sei auf ihrer Seite. Erinnerungsfotos werden gemacht.

Seit einer Stunde protestieren sie vor der Max-Schmeling-Halle. Doris, Anja, Achmed, Eva, Sophia und ein paar andere. Mit Palästina-Flaggen und -Schals, Flugblattstapeln in den Händen. Nachher soll hier Nick Cave auftreten. Gegen den Sänger haben sie nichts. Gegen sein Konzert in Berlin ebenfalls nichts. Nur die zwei Konzerte, die Cave Mitte November in Tel Aviv geben will, die müsse er unbedingt absagen. Weil gar kein Künstler mehr nach Israel solle. Auch kein Wissenschaftler. Auch kein Unternehmen und keine Institution.

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#meetoo-Welle: Juristen warnen vor neuer „McCarthy-Ära“

Demo in Los Angeles im Zuge der Protestwelle gegen sexuelle Übergriffe. Den verschachtelten Slogan kann man in etwa mit „Belästiger-Arschlöcher“ übersetzen. – imago/ZUMA Press
Deutsche Rechtsgelehrte und -Praktiker warnen vor einem Bruch rechtsstaatlicher Grundsätze angesichts der ausufernden medialen Verurteilung von Beschuldigten und ihrer faktischen Folgen durch die Möglichkeiten von Internet und sozialen Medien.

Die Presse.com

In der aktuell herrschenden Debatte um angebliche sexuelle Übergriffe kommt es nach Ansicht deutscher Rechtsexperten massiv zu faktischen außergerichtlichen Vorverurteilungen mit verheerenden Folgen. „Die derzeitige Hetzjagd von Prominenten erfolgt unter Missachtung rechtsstaatlicher Grundsätze“, sagt etwa der Medienrechtler Thomas Hoeren von der Uni Münster. Und: „Man kann nur hoffen, dass das Thema wieder in sachliche Bahnen kommt. Sonst droht eine unkontrollierte Verdachtsaktion mit Diffamierungen, die der McCarthy-Ära entsprechen.“

Mit dem Namen des US-Senators Joseph McCarthy (1908-1957) verbindet sich eine wilde Jagd samt Ermittlungen und schauprozessartiger Inszenierungen auf mutmaßliche Kommunisten und Spione für den Ostblock im Amerika der 1950er-Jahre. Die Zielpersonen waren vor allem Künstler, Medienleute, Schauspieler, Beamte und Wissenschaftler, am Ende sogar Militärangehörige. Meist war die Verdachtslage objektiv dünn bis nicht vorhanden, und oft sogar vorsätzlich konstruiert.

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Islamisten und Rechtsextremisten: Vereint im Kampf für Glaube und Volk

Negative Gemeinsamkeiten: Islamisten und Rechte:FOTO: MONTAGE TSP
Islamisten und Rechtsextremisten hassen einander – und den Westen. Sie kopieren Ideologie und Methode. Es sind zwei Seiten derselben Medaille.

Von Malte Lehming | DER TAGESSPIEGEL

Sie sind jung, männlich, radikal. Sie lehnen den Westen und dessen Institutionen ab. Sie sind gegen die Emanzipation der Frau und die Ehe für alle. Sie verachten die Demokratie, den Liberalismus, den Individualismus. Sie schlüpfen gerne in die Opferrolle, aus der sie ihre Gewalttaten ableiten. Sie wähnen sich in einem endzeitlichen Kampf, in dem es gilt, den Feind zu besiegen oder selbst unterzugehen. Den Weg, auf dem sie wandeln, halten sie für den einzig richtigen, wahren und ursprünglichen. Von wem ist die Rede? Es könnten Rechtsextremisten sein – oder Islamisten. Die Parallelen sind jedenfalls frappierend.

Im Hass vereint: Seit mehr als zehn Jahren beschäftigen sich Soziologen, Historiker und Politologen mit ideologischen Gemeinsamkeiten, sich ähnelnden Fanatisierungsprozessen und oft austauschbar wirkenden Charaktermerkmalen von militanten Dschihadisten und Rassisten.

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Berlin: AfD droht Ausschuss-Aus

Die AfD will nicht auf ihren Sitz im Untersuchungsausschuss zum Terroranschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt verzichten.FOTO: BRITTA PEDERSEN/DPA
Die Fraktion der Alternative für Deutschland könnte zwei Sitze verlieren, nachdem sie sich von ihrem Abgeordneten Andreas Wild getrennt hat.

Von Ronja Ringelstein | DER TAGESSPIEGEL

Ganz sicher ist es noch nicht, doch dem Vernehmen nach wollen die Fraktionen im Berliner Abgeordnetenhaus am Donnerstag darüber abstimmen, ob die AfD-Fraktion jeweils einen Sitz im Verfassungsschutz- und dem Untersuchungsausschuss zum Terroranschlag am Breitscheidplatz abgeben muss.

Ausschüsse sind spiegelbildlich zur Fraktionsstärke zu besetzen

Die Rechtslage und das in der Berliner Verfassung festgeschriebene sogenannte D’Hondtsche Zählverfahren gebieten es, dass die AfD einen ihrer jeweils zwei Sitze in den beiden Ausschüssen abgibt, da sie im Juli den Abgeordneten Andreas Wild aus ihrer Fraktion ausgeschlossen hatte.

Ausschüsse sind spiegelbildlich zur Fraktionsstärke zu besetzen. So würden sich beide Ausschüsse von zwölf Mitgliedern auf elf verringern, der Wissenschaftliche Parlamentsdienst hatte eine entsprechende Verkleinerung empfohlen. Die AfD aber fürchtet um ihre Minderheitenrechte, etwa beim Stellen von Beweisanträgen.

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Amnesty wirft großen Firmen vor, von Kinderarbeit zu profitieren

Eine Kobalt-Miene im Kongo. (Foto: AFP)
  • Amnesty International hat einen Bericht zur Kinderarbeit im Kongo vorgelegt.
  • Demnach tun auch große deutsche Autobauer zu wenig, um Menschenrechtsverletzungen beim Abbau von Kobalt zu verhindern.
  • Kobalt ist beispielsweise wichtig für Energiespeicher von E-Autos.

Süddeutsche Zeitung

Amnesty International wirft mehreren internationalen Konzernen vor, von Kinderarbeit in der Demokratischen Republik Kongo zu profitieren und nicht genug dagegen zu unternehmen. Unter den beschuldigten Unternehmen sind neben den Technikriesen Apple, Samsung und Sony auch deutsche Autokonzerne wie BMW, Daimler und Volkswagen.

Konkret geht es um den Abbau und die Verarbeitung des Stoffes Kobalt, der für Batterien von Elektroautos oder Handyakkus dringend benötigt wird und nach dem die Nachfrage mehr und mehr steigt. Nach Angaben von Amnesty wird mehr als die Hälfte des weltweiten Bedarfs an dem Stoff durch Kobalt-Minen im Kongo gedeckt.

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Wissenschaftlerin fordert mehr Abgrenzung von „Schreihälsen im Netz“

foto: apa/dpa/silas stein Das Internet erlaubt es vielen Menschen ihre Meinung zu verschiedenen Themen zu veröffentlichen. Mitunter ist diese jedoch unflätig oder gewaltverherrlichend.
Nur drei Prozent der Hörer oder Leser äußern sich – Kommentare ganz abschalten würde Kapazität für Journalismus freimachen

derStandard.at

Foren im Internet und Social Media bieten Menschen Gelegenheit, sich öffentlich zu äußern. Oft aber sind Kommentare unflätig oder gar gewaltverherrlichend. Die Rostocker Medienwissenschafterin Prommer stellt den Wert solcher Meinungsäußerungen generell in Frage.

Die Medienwissenschafterin Elizabeth Prommer fordert von klassischen Medien wie Tageszeitungen, Radio und Fernsehen, sich stärker von „Schreihälsen“ im Internet abzugrenzen. „Journalisten lassen sich teilweise extrem durch Reaktionen im Netz irritieren und vermitteln dann das Gefühl, das ist „die Meinung“ da draußen“, sagte Prommer der dpa in Rostock. Die Wissenschafterin leitet das Institut für Medienforschung an der Universität Rostock.

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„Russia Today“ auf Liste der Auslandsagenten: Moskau will nachziehen

foto: apa/afp/kudryavtsev Der staatlich kontrollierte Sender RT (Russia Today) sendet auf Englisch, Arabisch, Spanisch. Seit 2014 gibt es RT Deutsch online.
Nachdem der Sender RT in den USA auf der Liste der Auslandsagenten landete, gerät nun neben US-Medien auch die Deutsche Welle ins Visier Russlands

Von André Ballin | derStandard.at

Auge um Auge: Das US-Justizministerium hat den russischen Staatssender RT trotz massiven Widerstands aus Moskau als „foreign agent“ registriert. RT ist damit einer von vier russischen (von insgesamt 409) „Auslandsagenten“. Der Sender habe keine andere Wahl gehabt, als die Registrierungsunterlagen einzureichen, ansonsten hätte ein Strafverfahren gedroht, klagte RT-Chefin Margarita Simonjan, die die Einstufung als „diskriminierend“ und als Zensur bezeichnete.

RT muss nun jedes Halbjahr Rechenschaft über seine Finanzen ablegen und – sollte das US-Justizministerium die RT-Tätigkeit als politische Propaganda einschätzen – seine Berichte mit dem Vermerk „Vertreter einer ausländischen Organisation“ markieren.

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Verfassungsschutz warnt vor „Alltags-Antisemitismus“

Bild © picture-alliance/dpa
Tausende Kommentare aus sozialen Netzwerken hat der hessische Verfassungsschutz auf antisemitische Inhalte untersucht, das Ergebnis lässt die Alarmglocken läuten. Muslime und Rechte sind dabei gleichermaßen vertreten.

hessenschau.de

Der Anteil an antisemitischen Kommentaren mit muslimischem und derjenigen mit rechtem Hintergrund ist in sozialen Netzwerken ähnlich hoch. Zu dem Ergebnis kommt eine am Dienstag in Wiesbaden veröffentlichte Studie des hessischen Verfassungsschutzes.

Zehn Prozent der Kommentare antisemitisch

Für die Studie wurden etwa 7.000 Nutzerkommentare zu thematisch einschlägigen Beiträgen auf den Facebook- und Youtube-Kanälen großer deutscher Medien ausgewertet. Knapp zehn Prozent seien dabei als antisemitisch identifiziert worden, sagte die Leiterin der Analysestelle und Autorin der Studie, Ann-Christin Wegener, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Expertin hatte die Kommentare vor allem auf politische und religiöse Hintergründe untersucht. Als Ergebnis der Auswertung habe sich eine zunehmende Bedeutung des Antisemitismus unter Muslimen bei gleichzeitig fortdauernder Existenz rechtspopulistischer und rechtsextremistischer Formen der Judenfeindschaft gezeigt, erklärte Wegener.

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Ayaan Hirsi Ali on free speech

Ayaan Hirsi Ali. Image: Church and State
When the Cartoon Crisis was at its peak in January and February 2006, I recognized among critical Muslims and ex-Muslims in the West a pattern similar to the one I had seen among Soviet dissidents. I found it striking that so many Muslim dissidents, regardless of where they positioned themselves in the political spectrum, supported the cartoons’ publication.

By Flemming Rose | Church and State

They viewed the drawings as input to the struggle for free speech and free religious exercise against totalitarian regimes and movements. Like the Soviet dissidents, they were speaking out against the fear society and warning of the consequences of bowing down to intimidation.

That view was evident in a manifesto published in several European newspapers (including Jyllands-Posten) in February 2006, titled “Together Facing the New Totalitarianism.”[1] That manifesto was a reaction against the violence and threats that had issued from publication of the cartoons. It was signed by prominent former Muslims and secular Muslims, all of whom had grown up in Muslim societies and were now critical of Islam as a political instrument of persecution wielded against freethinkers. All had personally received threats because of their opinions, though they assumed widely different political standpoints—from Iranian-born communist Maryam Namazie and left-wing activist Chahla Chafiq to the liberal Ayaan Hirsi Ali from Somalia; from practicing Muslim Irshad Manji to atheists Ibn Warraq and Salman Rushdie; from professors Antoine Sfeir and Mehdi Mozaffari to author Taslima Nasreen. In addition, the statement was signed by three French intellectuals: Bernard-Henri Lévy, Caroline Fourest, and Philippe Val. The latter two were from the satirical publication Charlie Hebdo, a magazine that was sued in 2007 for reprinting the cartoons, only to be acquitted.

The statement read:

After having overcome fascism, Nazism, and Stalinism, the world now faces a new global totalitarian threat: Islamism. We writers, journalists, intellectuals, call for resistance to religious totalitarianism and for the promotion of freedom, equal opportunity and secular values for all. Recent events, prompted by the publication of drawings of Muhammad in European newspapers, have revealed the necessity of the struggle for these universal values. This struggle will not be won by arms, but in the ideological field.

Islamism is a reactionary ideology that kills equality, freedom, and secularism wherever it is present. Its victory can only lead to a world of injustice and domination: men over women, fundamentalists over others. On the contrary, we must ensure access to universal rights for the oppressed or those discriminated against.

The statement concluded:

We refuse to renounce our critical spirit out of fear of being accused of “Islamophobia,” a wretched concept that confuses criticism of Islam as a religion and stigmatization of those who believe in it. We defend the universality of the freedom of expression, so that a critical spirit can exist in every continent, towards each and every maltreatment and dogma. We appeal to democrats and free spirits in every country that our century may be one of light and not dark.

As a reaction to the debate on the Muhammad cartoons, so-called Councils of Ex-Muslims were established in a number of European countries under the unifying banner “We have renounced religion!” The significance of this movement for people of Muslim background and their rights as individuals to convert, give up, or practice their religion can hardly be exaggerated, but it was also of considerable importance for Europe as a community upholding the freedom and rights of the individual. The Councils of Ex-Muslims began speaking out against the culture of fear in Muslim societies, challenging intimidation of the individual by Islamic movements and governments. Rejecting fear, they openly stepped forward and appeared, with their photographs, on websites and brochures for branches set up in Belgium, Denmark, Germany, Great Britain, Sweden, Switzerland, and other countries. It was a direct challenge to the totalitarian society, which can only exist as long as its people submit to the intimidation that forms the basis of social control.[2]

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München hält Boykott-Kampagne gegen Israel für antisemitisch

Im Mai protestierten Demonstranten gegen eine Veranstaltung der anti-israelischen BDS-Kampagne im Gasteig. (Foto: Michael Trammer)
Laut einem Dokument aus dem Rathaus wird München nicht mit der BDS-Bewegung zusammenarbeiten.

Von Jakob Wetzel | Süddeutsche Zeitung

In der Auseinandersetzung um Veranstaltungen zum Nahost-Konflikt in München steht eine Entscheidung bevor: Nachdem im Juli die Stadtratsfraktionen von SPD und CSU gefordert hatten, die Stadt solle sich gegen Antisemitismus, konkret gegen die anti-israelische Kampagne „Boycott, Divestment, Sanctions“ (BDS) stellen, liegt jetzt die vom Direktorium der Stadt ausgearbeitete Beschlussvorlage vor.

Es gehe um die historische Verantwortung Münchens, schreibt Reiter. Die Stadt solle zunächst die „Arbeitsdefinition Antisemitismus“ anerkennen, die 2004 von der Europäischen Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit erarbeitet wurde und die unter anderem von der Bundesregierung befürwortet wird: Solange Kritik an Israel vergleichbar ist mit der an anderen Ländern, gilt sie demnach nicht als antisemitisch. Die Grenze werde überschritten, wenn etwa das Recht des jüdischen Volkes auf Selbstbestimmung bestritten werde.

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Erdogan-Zeichnung mit Karikaturenpreis ausgezeichnet

Türkischer Präsident mit rotem Eimer auf dem Kopf – Jury: „Gnadenlose Wahrheit – fabelhaft treffend“

Die Presse.com

Mit einer Zeichnung, die den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zeigt, hat Frank Hoppmann den Deutschen Karikaturenpreis gewonnen. Dem Zeichner und Illustrator aus Münster wurde am Sonntag in Dresden der „Geflügelte Bleistift in Gold“ überreicht. Die Auszeichnung ist mit 5000 Euro dotiert.

Hoppmanns preisgekrönte Karikatur zeigt den türkischen Präsidenten in einer beleidigten Pose. Der Politiker trägt einen roten Eimer auf dem Kopf, der wie ein orientalischer Fes wirkt. Der 1975 geborene Hoppmann arbeitet unter anderem für das Kulturmagazin „Rolling Stone“, die Satirezeitschrift „Eulenspiegel“ und Zeitungen.

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Muss ich als Pädagogin in die Kirche eintreten?

Bild: fis-kirchenrecht.de

Viele potentielle Arbeitgeber von Suchttherapeutin Katja M. stellen nur Kirchenmitglieder ein. Die konfessionslose Bewerberin bittet den SZ-Jobcoach um Rat.

Süddeutsche Zeitung

SZ-Leserin Katja M. fragt:

Ich bin Diplom-Sozialpädagogin mit suchttherapeutischer Zusatzausbildung und verfüge über eine inzwischen zwanzigjährige ununterbrochene Berufserfahrung. Seit mehreren Jahren übe ich eine Leitungsfunktion mit geschäftsführender Verantwortung aus. Ich lebe in der Oberlausitz (Sachsen) und möchte nun der Liebe wegen nach Bayern ziehen. Als gebürtige DDR-Bürgerin weise ich jedoch den Makel auf, über keine Konfessionszugehörigkeit zu verfügen. In Bayern befinden sich die meisten sozialen Einrichtungen jedoch in kirchlicher Trägerschaft. Meine Bewerbung für eine leitende Position dürfte daher mit hoher Wahrscheinlichkeit aussortiert werden.

Ich bin nicht bereit, in eine Kirche einzutreten, weil ich das zutiefst ablehne. Mich erinnert das zu sehr an DDR-Zeiten, wo die Karrierechancen an eine SED-Mitgliedschaft gekoppelt waren. Eine Selbständigkeit wäre eine denkbare Option, ist im Sozialwesen jedoch nur beschränkt Erfolg versprechend. Sehen Sie andere Alternativen?

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