Elf Personen entblößen sich vor ehemaligem KZ Auschwitz

Archivbild: Die historische Aufschrift im KZ Auschwitz – APA / dpa / Ulrich Haessler
Elf Frauen und Männer schlachteten am Eingang zzum ehemaligen KZ ein Schaf, entblößten sich, ketteten sich aneinander und filmten die Aktion mit einer Drohne. Sie alle wurden festgenommen.

Die Presse.com

Am Eingang zum früheren Nazi-Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz haben sich am Freitag elf Frauen und Männer entblößt und aneinandergekettet, nachdem sie ein Schaf geschlachtet hatten. Wie das Museum des Lagers mitteilte, wurden alle Teilnehmer der Aktion festgenommen, unter ihnen auch ein Deutscher.

Laut einem örtlichen Fernsehsender filmten die Teilnehmer ihr Vorgehen mit Hilfe einer Drohne. Vertreter der Gedenkstätte und der jüdischen Gemeinde zeigten sich schockiert.

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Nach Identitären-Aktion: Türkei wirft Wien „Sicherheitslücke“ vor

foto: apa/hochmuth Die türkische Botschaft in Wien wurde Ziel einer rechtsextremen Aktion – und macht heimischen Behörden nun Vorwürfe.
Rechtsextreme entrollten Plakat auf Fassade der türkischen Botschaft, Militärpolizei bemerkte Vorgang zu spät

Von Fabian Schmid | derStandard.at

Eine Aktion der rechtsextremen Identitären Bewegung bei der türkischen Botschaft in Wien sorgt nun für weitere diplomatische Verstimmung zwischen Österreich und der Türkei. Den Extremisten war es am Mittwoch gelungen, auf das Dach der Botschaft zu gelangen und an der Fassade ein Plakat mit der Aufschrift „Erdoğan – Hol deine Türken ham“ zu entrollen. Während dieser Aktion stand die Botschaft unter dem Objektschutz der Militärpolizei, die der Wiener Polizei bei der Bewachung von gefährdeten Einrichtungen assistiert.

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Heiner Bielefeldt: „Populisten greifen Menschenrechte an“

Heiner Bielefeldt, Podium, 2011. Bild: brightsblog
Populistische Bewegungen in Europa greifen den gesellschaftlichen Konsens über Menschenrechte an. Das beobachtet der Theologe, Philosoph und Historiker Heiner Bielefeldt. Der Deutsche, der zwischen Juni 2010 bis Oktober 2016 Sonderberichterstatter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit des UN-Menschenrechtsrats war, ist in diesen Tagen anlässlich einer Konferenz zu Menschenrechten und Katholischer Kirche in Rom.

Radio Vatikan

Im Gespräch mit Radio Vatikan sagte der Inhaber des Lehrstuhls für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg an diesem Mittwoch:

„Neu ist, dass die Menschenrechtsidee selber zerfleddert, zerpflückt und direkt attackiert wird durch populistische Regime, durch populistische Bewegungen, in vielen Teilen der Welt, aber eben auch in Europa. Lange Zeit, hat man den Eindruck in Europa, im Westen überhaupt, sind die Menschenrechte einigermaßen klar gewesen, Anfragen dazu kamen ,von außen‘. Mittlerweile kommen die Anfragen von allen Seiten her! Manche populistische Regime – etwa in Ungarn – berufen sich auch auf die Demokratie, spielen aber Demokratie gegen Menschenrechte aus. Sie spielen beispielsweise ein Wir-Gefühl, das manchmal auch etwas vordergründig mit christlichem Abendland unterlegt wird, gegen menschenrechtliche Solidarität mit Flüchtlingen aus. Das ist schon eine Konstellation, die auch sehr neue Züge hat und die sehr klare Antworten verlangt.“

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Yücels Haftbedingungen beschäftigen die Bundesregierung

Deniz Yücel, Türkei-Korrespondent der „Welt“, ist seit mehr als drei Wochen inhaftiert Quelle: picture alliance / ZB
Deniz Yücel wird im türkischen Gefängnis schlechter behandelt als andere Journalisten. Er sitzt seit 25 Tagen in einer Einzelzelle. Der „Welt“-Korrespondent scheint einen Sonderfall darzustellen.

DIE WELT

„Durch das Fenster sehe ich nur eine sechs Meter hohe Mauer. Den Himmel sehe ich nur durch den Stacheldraht auf der Mauer“ – so diktierte es Deniz Yücel vor etwas mehr als zwei Wochen der türkischen Parlamentsabgeordneten Safak Pavey, als sie ihn in der Haft besuchte.

Und er ließ seine Freunde und Unterstützer wissen: „Hier im Gefängnis Silivri bin ich in einer Einzelzelle untergebracht. Das ist sehr verstörend. Ich werde gut behandelt. Aber das Alleinsein ist schon fast eine Art Folter.“ Es war Yücels sechster Tag in der Untersuchungshaft. An diesem Mittwoch dauert dieser quälende Zustand schon 24 Tage an. Je länger die Einsamkeit anhält, desto leidvoller wird sie. Und es scheint, als könne oder wolle niemand erklären, warum es so ist und wie lange es so bleiben wird.

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Hamed Abdel-Samad: «Gott will Blut sehen»

Hamed Abdel-Samad, Bild: bb

Gewalt gehört zum Islam, sie ist im Koran angelegt und wurde von Mohammed vorgelebt. Das sagt der Islamwissenschafter Hamed Abdel-Samad im Gespräch mit NZZ-Chefredaktor Eric Gujer.

Neue Zürcher Zeitung

Hamed Abdel-Samad wendet sich entschieden gegen die Entschuldigung, islamistische Gewalt habe nichts mit dem Islam zu tun, sondern sie bedeute einen Missbrauch der Religion. Im Gespräch mit NZZ-Chefredaktor Eric Gujer und der politischen Philosophin Katja Gentinetta sagt er:

«Es ist kein Missbrauch der Religion, sondern ein Gebrauch. Denn die Religion schreit förmlich danach, gebraucht zu werden für Gewalt, weil es ein Bestandteil der Religion ist.» «25 Tötungsbefehle gibt es im Koran, direkte Tötungsbefehle, wo Gott den Tod sehen will. Gott will Blut sehen.» Und: «Mohammed war ein Krieger, lebte von Kriegsbeute.»

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Razzien gegen „Reichsbürger“ – Waffen und Blankodokumente sichergestellt

Auch bei der „Zentralen Verwaltung Bundesstaat Bayern“ in Pliening ist Werbung unerwünscht. (Foto: dpa)
  • Bei Razzien gegen sogenannte Reichsbürger in Bayern und Rheinland-Pfalz durchsuchen Ermittler 36 Objekte.
  • Dabei finden sie zahlreiche Blankopapiere zur Herstellung von Urkunden, aber auch Waffen, Munition und Totschläger.

Süddeutsche.de

Polizei und Justiz sind an diesem Dienstag mit weiteren Razzien gegen die sogenannte Reichsbürgerbewegung vorgegangen. Mehr als 300 Ermittler durchsuchten insgesamt 36 Objekte in Bayern und Rheinland-Pfalz, wie das bayerische Innenministerium in München mitteilte.

Die Razzien richtetet sich demnach gegen 45 Beschuldigte. Dabei handle es sich um „Führungsmitglieder“, aber auch um sogenannte Staatsangehörige und „Ausweisbezieher“ des selbsternannten „Bundesstaats Bayern“, teilte das Innenministerium weiter mit.

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Wie umgehen mit Luthers Judenhass?

Ursula Rudnick, Kirchenbeauftragte für das Judentum und Pastorin Hanna Kreisel-Liebermann verbinden der Luther-Statue in Hannover die Augen. Die Aktion am 9.11.2016 sollte die „Blindheit“ Martin Luthers gegenüber dem Judentum symbolisieren. (picture-alliance / dpa / Julian Stratenschulte)
Der junge Martin Luther wollte die Integration von Juden. Der alte Luther wollte Juden vertreiben und Synagogen niederbrennen. Wie sollen Protestanten heute mit diesem Erbe umgehen? Wie zentral ist die Judenfeindschaft in Luthers Lehre? Fragen, die im Reformationsjubiläum gestellt werden. Auch von Juden, die Luther – trotz allem – Positives abgewinnen können.

Von Christian Röther | Deutschlandfunk

Am Hauptsitz der Evangelischen Kirche in Deutschland wehen die Luther-Fahnen. In dreifacher Ausführung blickt der Reformator auf Herrenhausen herab, einen Stadtteil von Hannover. „Luther 2017“ steht groß auf den Fahnen – und etwas kleiner: „500 Jahre Reformation“. Martin Luther ist das Gesicht der EKD-Kampagne zum Reformationsjubiläum. Der Mann, der die Bibel ins Deutsche übersetzt hat, der die Reformation ins Rollen brachte – und der Juden vertreiben wollte und Synagogen niederbrennen.

„Dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke und das, was nicht verbrennen will, mit Erden überhäufe und beschütte, dass kein Mensch ein Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich. Und solches soll man tun unserm Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, dass wir Christen seien.“

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Unter Weißen: „Rassismus gibt es überall“

Mohamed Amjahid. Bild: Götz Schleser
Jeder hat rassistische Vorurteile – es kommt darauf an, sie zu erkennen und zu korrigieren, meint der Journalist Mohamed Amjahid

Von Gerrit Wustmann | TELEPOLIS

Wie fühlt es sich an, als nichtweißer Mensch „Unter Weißen“ zu leben, wie geht man mit dem alltäglichen mal mehr, mal weniger subtilen Rassismus um? Wie erkennt man Vorurteile, wie kann man sie korrigieren? Die Geschichte der Ressentiments ist auch eine Frage der Privilegien, also der Stellung eines Menschen in der Gesellschaft, meint der Journalist Mohamed Amjahid, der marokkanische Wurzeln hat und jetzt ein Buch zu dem Thema vorgelegt hat: „Unter Weißen. Was es heißt, privilegiert zu sein“.

Wann hast Du Dich zuletzt bei einem rassistischen Vorurteil ertappt? Und wie hast Du reagiert?
Mohamed Amjahid: Einmal, als ich in den USA war, habe ich an einem Busbahnhof mein Handy aufgeladen. Als der Bus kam, stöpselte ich es aus. Neben mir stand ein junger schwarzer Mann und sagte: Du denkst, dass ich dein Handy klauen will. Ich verneinte und rannte zum Bus. Und fragte mich, warum ich eigentlich so sicher bin, dass ich nichts Derartiges gedacht habe, ob ich nicht unbewusst doch Vorurteile hatte. Das hat mich tagelang umgetrieben. Ich bin überzeugt, dass wir alle solche Ressentiments in uns haben.
Ein anderes Beispiel: Kurz nach der Silvesternacht recherchierte ich in Köln fürs Zeit-Magazin. Ich war in der Taunusstraße in Köln-Kalk. Die Gegend gilt als „Marokkanergetto“. Unter einer S-Bahn-Brücke kam mir ein junger Mann entgegen, der nordafrikanisch aussah. Da hatte ich ein mulmiges Gefühl. Er lief einfach vorbei. Ich hatte vorher all diese Berichte über Silvester gelesen, auch in der Bild, dem Express, das gehörte zu meiner Recherche. Dabei sehe ich selbst ja auch so aus, dieses Gefühl war völlig irrational und unbegründet. Aber Gefühle kann man nicht immer kontrollieren. Deshalb ist es so wichtig, sich selbst immer zu hinterfragen und zu reflektieren.

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Volker Bouffier: „Herr Erdogan ist in Deutschland nicht erwünscht“

Volker Bouffier (CDU), Ministerpräsident von Hessen, sagt, es sei eine Frage der Selbstachtung, Erdogan als unerwünscht in Deutschland zu betrachten Quelle: dpa
Scharfe Worte gegen Erdogan kommen nun von Hessens Regierungschef. Der türkische Präsident sei in Deutschland ab jetzt unerwünscht, so Bouffier. Das müsse „eine Frage der Selbstachtung“ sein.

DIE WELT

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat ein deutliches Zeichen gegen die Ausfälle des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan gefordert.

„Was muss eigentlich noch passieren, bis wir irgendwann mal sagen, jetzt ist es gut?“, fragte Bouffier im Deutschlandfunk. „Der Mann ist nicht willkommen. Wenn er herkommt, wird er bei uns aus meiner Sicht nicht auftreten dürfen, das gefährdet die Sicherheit dieses Landes“, sagte er mit Blick auf einen möglichen Wahlkampfauftritt des türkischen Präsidenten in Deutschland.

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Von der postfaktischen zur Post-Fake-Wirklichkeit

Bild: heise.de/tp
Russische bzw. amerikanische Medien sollen auf Rechtmäßigkeit geprüft werden, der russische Sender will nun auch Fake News bekämpfen

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Was die USA mit den Untersuchungen der Geheimdienstausschüsse können und auch in Europa die Regierungen beschäftigt, kann Moskau auch. Lange beschuldigt, mit seinen Staatsmedien und Hackern nicht nur zu versuchen, die öffentliche Meinung beeinflussen, sondern auch direkt in Wahlen einzugreifen, wird nun versucht, den Spieß umzukehren. Ähnlich wie Donald Trump im Weißen Haus sieht man sich im Kreml auch von Fake News und einseitiger Berichterstattung bedrängt, auch wenn es bei Trump um amerikanische Medien geht und für die russische Regierung um ausländische.

Gerade erst hatte man sich im russischen Außenministerium über die antirussische Berichterstattung beschwert, in der die russisch-syrische Offensive auf Aleppo scharf wegen der zivilen Opfer kritisiert wurde, während die westlichen Medien über die in der Mosul-Offensive durch Artilleriebeschuss und Bombardierung getöteten Zivilisten schweigen würden. Man kritisiert die westlichen Geheimdienste, wenn sie über Cyberaktivitäten der Russen berichten und wie unlängst der britische Geheimdienst davor warnen, dass Russland sich in Wahlen einzumischen versuche.

Vergangenen Freitag hat die Duma, das russische Unterhaus, beschlossen, einen Vorschlag aufzugreifen, der von Konstantin Zatulin, Abgeordneter der Kreml-Partei Einiges Russland, eingereicht worden war. Er sieht vor, eine Untersuchung der ausländischen Medienorganisationen zu starten, die in Russland tätig sind. Die Untersuchung soll vom Ausschuss für Informationspolitik, Informationstechnologie und Kommunikation vorgenommen werden.

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Der „Bund für Geistesfreiheit“ will an Karfreitag feiern

Auch andere Gruppen demonstrieren seit Jahren gegen das Tanzverbot am Karfreitag, im Bild etwa Jugendliche, die im Jahr 2012 einem Aufruf der Münchner Grünen gefolgt waren. (Foto: Alessandra Schellnegger)
  • Der Münchner Ableger des „Bundes für Geistesfreiheit“ lädt am Karfreitag zur „Heidenspaß-Party“.
  • 2016 hat das Bundesverfassungsgericht das generelle Tanzverbot in Bayern an Karfreitag für verfassungswidrig erklärt. Seitdem müssen an den „stillen Tagen“ Ausnahmen möglich sein.
  • Das Kreisverwaltungsreferat will nun prüfen, ob die geplante Party mit den Vorgaben des Feiertagsgesetzes in Einklang steht.

Von Jakob Wetzel | Süddeutsche.de

Vor zehn Jahren ist er untersagt worden, jetzt aber soll dem Tanz am Karfreitag nichts mehr im Wege stehen: Nachdem das Bundesverfassungsgericht entschieden hat, dass ein entscheidender Halbsatz im bayerischen Feiertagsgesetz verfassungswidrig ist, hat der Münchner Ableger des „Bundes für Geistesfreiheit“ (BfG) erneut zur „Heidenspaß-Party“ geladen.

Unter dem Motto „10 Jahre verboten – jetzt erlaubt!“ sind im Oberangertheater in der Altstadt unter anderem eine Comic-Lesung, eine Filmvorführung, eine Tanz-Einlage und ein Kabarettprogramm vorgesehen. Ob die Party wie angekündigt stattfindet, ist allerdings auch nach der neuen Rechtslage noch unklar.

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Kann künstliche Intelligenz Suizidgefährdete erkennen?

© AP Gina Alexis weint um ihre 14 Jahre alte Tochter, die bei einer Pflegefamilie lebte und im Januar ihren Suizid in Florida auf Facebook Live übertragen hatte. Später kam heraus, dass die Mutter selbst die Suizid-Ankündigung verfolgt hatte und nicht eingeschritten war – wie Hunderte weitere auch.
Regelmäßig kursieren auf Facebook Videos von Suiziden. Nun will das Unternehmen gefährdete Nutzer automatisch identifizieren. Kritiker fürchten, der ernste Anlass könne genutzt werden, um noch mehr Überwachung durchzusetzen.

Von Sebastian Eder | Frankfurter Allgemeine

Es ist noch nicht lange her, dass Videos zweier dramatischer Ereignisse auf Facebook erschienen. Im Dezember filmte ein zwölf Jahre altes Mädchen aus dem amerikanischen Bundesstaat Georgia ihren Suizid. Das Video lief in Echtzeit auf Live.me, Mitschnitte wurden auf Facebook veröffentlicht. Im Januar folgte eine Vierzehnjährige aus Miami dem furchtbaren Vorbild. Auch sie konnte nicht gerettet werden, obwohl ihr Suizid live auf Facebook zu sehen gewesen sein soll und angeblich sogar die Mutter des Mädchens unter den Zuschauern war.

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Christen-Klüngel streitet um „gotteslästerliche Bude“ in Potsdam – Christen-Populismus

Bild: Potsdam ohne Garnisonskirche/FB
Evangelische Christen streiten sich um den Wiederaufbau der Garnisonkirche. Dabei fielen bei einer Tagung der Martin-Niemöller-Stiftung scharfe Worte.

Von Holger Catenhusen, Peer Straube | DER TAGESSPIEGEL

Im Streit um den Wiederaufbau der Garnisonkirche verschärft sich jetzt auch der Ton zwischen Befürwortern und Gegnern innerhalb der evangelischen Kirche. Anlass ist eine Tagung am vergangenen Wochenende in Potsdam, die die kirchennahe Martin-Niemöller-Stiftung gemeinsam mit der Initiative „Christen brauchen keine Garnisonkirche“ und der Französisch-Reformierten Gemeinde organisiert hatte. Bei diesem Treffen wurde das Wiederaufbauprojekt in teils polemischer Form kritisiert. Die Initiatoren der Garnisonkirchen-Stiftung waren nicht eingeladen, was wiederum dort für starke Verstimmung sorgte.

Es sei ihm unbegreiflich, wie man sich mit der Garnisonkirche beschäftigen und dazu eigens nach Potsdam reisen könne, ohne sich das Projekt von jenen erklären zu lassen, die es vorantreiben, kritisierte Alt-Bischof Wolfgang Huber, der Kuratoriumsvorsitzende der Garnisonkirchen-Stiftung. Und Wieland Eschenburg vom Vorstand der Garnisonkirchen-Stiftung rügte, das Vorgehen sei „demokratietechnisch stark zu hinterfragen“.

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Versuchte Wahlfälschung: Wurde die AfD-Bundestagsliste manipuliert?

Stellte gestern mit dem Vorstand in Berlin das Wahlprogramm der AfD vor: Frauke Petry. Bild: dpa
Als die Berliner AfD am Sonntag verkündete, wer sie künftig im Bundestag vertreten soll, gab sie sich betont seriös. Man ziehe „mit starken Kandidaten in die Bundestagswahl“, hieß es: Neben Beatrix von Storch landeten ein Physiker, ein Gymnasiallehrer und eine Richterin auf den vorderen Listenplätzen. Doch eines erwähnte die AfD dabei nicht: Bei der Kandidatenkür am Wochenende wurde manipuliert.

Von Hannes Vogel | FOCUS ONLINE

Nach FOCUS-Online-Informationen fiel am Sonntag auf der Wahlversammlung auf, dass bei einem Wahlgang zwei ineinander gefaltete Stimmzettel mit der gleichen Handschrift abgegeben wurden. Eine Reihe von AfD-Mitgliedern wurde Zeuge der Manipulation. Die AfD bestätigte auf FOCUS-Online-Anfrage die versuchte Wahlfälschung. Der betroffene Wahlgang sei wiederholt worden und habe einen hinteren Listenplatz betroffen. Wann genau der Betrugsversuch stattgefunden habe, wisse man nicht mehr.

Die versuchte Fälschung von Wahlen wird damit zur Gewohnheit in der Berliner AfD. Denn bereits auf dem Landesparteitag im Januar 2016, bei dem von Storch und Georg Pazderski den liberaleren Landeschef Günter Brinker entmachteten, gab es massive Manipulationen.

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Spanien: „Am 9. April ist die ETA entwaffnet“

Die baskische Zivilgesellschaft führt die Entwaffnung nun durch und fordert von Frankreich, auf den „Weg des gesunden Menschenverstands“ einzuschwenken

Von Ralf Streck | TELEPOLIS

Fünf Jahre ist es her, seit die baskische Organisation „Euskadi ta Askatasuna (Baskenland und Freiheit/ETA) ihren bewaffneten Kampf für ein unabhängiges, vereintes und sozialistisches Baskenland „definitiv“eingestellt hat. Und nun soll die ETA bis 9. April entwaffnet sein, wurde am Samstag in französisch-baskischen Biarritz auf einem Kongress von Persönlichkeiten der Zivilgesellschaft erklärt. Sie nennen sich „Handwerker für den Frieden“ und wollen die Entwaffnung durchführen, welche spanische und französische Regierung bisher hintertrieben haben.

Michel Berhokoirigoin gehörte zu den fünf Aktivisten, die im vergangenen Dezember im Dorf Luhuso festgenommen wurden, da sie Waffen der ETA zerstören und sie danach an die französischen Behörden schicken wollten. Im überfüllten Bellevue-Saal des Seebads erklärte der Chef der Landwirtschaftskammer, dass über die erlittene Repression die Aktivisten nur weiter angetrieben wurden, auf ihrem Weg voranzuschreiten. „Wir waren uns bewusst darüber, dass die Entwaffnung der Schlüssel ist, um den blockierten Friedensprozess voranzubringen und dass die Zivilgesellschaft darin einbringen muss.“

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Dürfen Christen AfD wählen?

Illustration: M. Jahr/SVZ.de
Die Rechtspopulisten geben sich gern christlich. Den beiden großen Kirchen ist das gar nicht recht, analysiert Benjamin Lassiwe.

Von Benjamin Lassiwe | SVZ.de

Im schwarzen Talar eines evangelischen Pfarrers stand Thomas Wawerka vor dem Berliner Kanzleramt. Wenige Tage vor Weihnachten und nur kurz nach dem Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche veranstaltete die rechtspopulistische „Alternative für Deutschland“ (AfD) dort eine Mahnwache für die Terroropfer und demonstrierte gegen die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Björn Höcke war gekommen, Alexander Gauland stand dabei – und Wawerka trat ans Mikrophon, erinnerte daran, dass Christen die Pflicht zum Widerstand hätten, wenn Unschuldige bedroht seien, und sprach ein Gebet. Ein Auftritt, bei dem jeder Beobachter zuerst daran gedacht hätte, dass es sich bei Wawerka um einen echten Pfarrer handelte. Doch am nächsten Tag meldete sich die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens zu Wort. Wawerka sei zwar einst Pfarrer auf Probe dieser Landeskirche gewesen. Das Dienstverhältnis sei aber schon im August 2016 beendet worden. Er sei kein Pfarrer mehr und habe deswegen auch gar kein Recht mehr, einen Talar zu tragen.

Religion im Bierzelt

Der Auftritt des evangelischen Theologen bei einer Demonstration der AfD hatte Symbolkraft. Zum Ausdruck kommen sollte eine Verbindung zwischen den Kirchen und der AfD – schließlich berufen sich die Rechtspopulisten immer und immer wieder auf das „christliche Abendland“. In Bierzelten und auf Parteitagen, in Landtagsreden und auf Demonstrationen nehmen sie für sich dieselben Werte in Anspruch wie die beiden großen Kirchen – was Kirchenvertretern zunehmend übel aufstößt.

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Islam-Kritiker Abdel-Samad tritt nun doch in Dortmund auf

Islamkritiker Hamed Abdel-Samad. Bild: WAZ
Im September 2016 wurde eine Veranstaltung mit Islam-Kritiker Hamed Abdel-Samad in Dortmund abgesagt. Nun steht ein Nachholtermin fest.

Von Tobias Großekemper | WAZ

Kurz vor dem geplanten Termin im September 2016 sagte die Stadt die Veranstaltung „aus organisatorischen Gründen“ ab. Tatsächlich waren es wohl Sicherheitsbedenken, die zur Absage führten. Abdel-Samad nannte sie später „feige und charakterlos“. Am 31. März findet die Veranstaltung nun doch statt – an einem anderen Ort.

Mordaufrufe im Netz

Wer sich Abdel-Samad als Redner zu einer Veranstaltung einlädt, muss wissen, worauf er sich einlässt: Der deutsch-ägyptischen Politologe und Publizist ist einer der bekanntesten Islam-Kritiker. In seinem 2015 erschienenen Buch „Mohamed – Eine Abrechnung“ skizziert er den Propheten als gekränkten Außenseiter, Paranoiker und Massenmörder, der „für seine Ziele über Leichen ging“.

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WDR-Film zu Geert Wilders: Verschwörungstheorie gefällig?

© Hollandse Hoogte/laif Reizfigur: Geert Wilders nach der Wahl in den Niederlanden, bei der er seine selbstgesteckten Ziele deutlich verfehlte.
Ein Film über Geert Wilders attestiert dem Rechtspopulisten nicht nur Islamhass, sondern große Nähe zu Israel und dem Judentum. Das hat eine antisemitische Konnotation, die man nicht übersehen kann.

Von Michael Hanfeld | Frankfurter Allgemeine

Dass mit diesem Film etwas nicht stimmt, merkt man schon nach wenigen Sekunden. In schneller Abfolge sehen wir Bilder von den von Islamisten verübten Terroranschlägen in Paris, Nizza, Brüssel und Berlin und dann – geht es um den niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders, den Vorsitzenden der Partij voor de Vrijheid. Vor ihm will der Film „Holland in Not – Wer ist Geert Wilders?“ warnen. Ausgestrahlt wurde er vom Westdeutschen Rundfunk in dessen drittem Programm in der Reihe „Die Story“ am 8. März. Also genau eine Woche vor der Wahl, bei der Wilders sein Ziel, an die Regierung zu kommen, verfehlte. In dem Film des WDR wird, mit bangem Unterton, noch erwartet, dass nicht nur die Niederlande abdriften: „Europa droht eine politische Verschiebung nach rechts.“

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Rassistische Gewalt in Südafrika eskaliert

foto: apa/afp/phill magakoe In Südafrikas Hauptstadt Pretoria setzte die Polizei gegen rassistische Demonstranten Gummigeschosse und Tränengas ein.
Eine neu geformte Einheit soll mit Hilfe von Polizei, Einwanderungsbehörde und Ministerien in Südafrika gegen Ausländerhass vorgehen. Besonders Nigerianer werden häufig Opfer. Politiker verabsäumten es bisher, die Gewalt offen als ausländerfeindlich anzusprechen

Von Martina Schwikowski | derStandard.at

Ausländerhass hat sich in Südafrika in den Köpfen vieler Menschen verfestigt. Die jüngste Gewaltwelle gegen Einwanderer wütete vor wenigen Wochen in Johannesburg und der Hauptstadt Pretoria. Dort wurden Läden ausländischer Besitzer geplündert und Menschen in Straßen angegriffen. Oft sind Nigerianer die Opfer, denen Kriminalität im Drogengeschäft nachgesagt wird. Bei einem aktuellen Vorfall marschierten ausländerfeindliche Demonstranten zum Außenministerium. Einige trugen Stöcke oder Rohre. Die Polizei musste Blendgranaten und Gummigeschoße gegen den Mob einsetzen. 163 Menschen wurden verhaftet. Die Stiftung des verstorbenen Friedensnobelpreisträgers Nelson Mandela kritisierte, die Behörden hätten „einen Marsch des Hasses“ genehmigt.

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Zehntausende Kurden trotzen Erdogan

Die zentrale Kundgebung zum kurdischen Neujahrsfest Newroz in Frankfurt teht im Schatten der im April geplanten Volksabstimmung in der Türkei. Foto: RALPH ORLOWSKI (X00960)
Rund 30.000 Kurden sind in Frankfurt auf die Straße gegangen. Es bleibt friedlich. Das Zeigen von verbotenen Fahnen und Symbolen wird wohl aber Konsequenzen haben.

Von Danijel Majic | Frankfurter Rundschau

Anlässlich des Neujahrsfestes Newroz haben Polizeiangaben zufolge am Samstag rund 30.000 Kurden in der Frankfurter Innenstadt demonstriert (lesen Sie hier das Minutenprotokoll).

Die aus dem gesamten Bundesgebiet angereisten Demonstranten zogen in zwei Zügen von der Bockenheimer Warte und dem Opernplatz aus los, ehe sich beide Züge am Platz der Republik vereinigten.

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