Burkiniverbot und Grundrechte: Was ist akzeptabel? Und für wen?

Baywatch Cannes: Wer hat hier zu viel an? Foto: dpa
Frankreich diskutiert darüber, ob ein Verbot des Burkinis verhältnismäßig ist. Die Regierung beruft sich auf das Prinzip einer strikten Laizität.

Von Rudolf Balmer | taz.de

Mit dem Burkini-Verbot an mehreren französischen Stränden eskaliert eine alte Polemik. Begonnen hatte diese 1989 mit dem Verbot des Kopftuchs und aller anderen „ostentativen“ Zeichen religiöser Konfessionen in staatlichen Schulen. Im Jahr 2010 nahm sie mit dem gesetzlichen Verbot von Nikab oder Burka in der Öffentlichkeit an Schärfe zu.

Frankreich beruft sich auf eine strikte, seit 1905 geltende Trennung von Religion und Staat. Diese Laizität garantiert einerseits die Neutralität der Republik gegenüber allen Konfessionen und die Glaubensfreiheit, umgekehrt verbietet sie jede religiöse Einmischung.

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Enteignungen wie im Osmanischen Reich

Verwandte und Freunde von Häftlingen vor dem Hochsicherheitsgefängnis von Silivri (80 Kilometer westlich von Istanbul): Bei Razzien in 18 Städten waren zuvor Geschäftsleute festgenommen worden, denen Verbindungen zum Prediger Fethullah Gülen vorgeworfen werden. (Foto: AP)
Festnahmen, Pfändungen, Willkür: Die Wut der Regierung von Präsident Erdoğan trifft nun auch Geschäftsleute. Und zwar genau diejenigen, die vor Kurzem noch bejubelt wurden.
 

Von Yavuz Baydar | Süddeutsche.de

„Als mir klar wurde, dass ich auf Anordnung von ganz oben verhaftet werden sollte, war meine Angst wie weggeblasen. In diesem Moment begriff ich, dass ich nichts verbrochen hatte.“ So beschreibt die Schriftstellerin Aslı Erdoğan am fünften Tag ihrer Einzelhaft ihre Gefühle.

Die Zeitung Cumhuriyet hatte ihrem Anwalt Fragen mitgegeben. Diese Antwort gibt jedoch nicht wieder, wie es ihr körperlich geht. Sie hat große Gesundheitsprobleme.

„Fünf Tage lang wurde mir meine Medizin verwehrt. Ich habe Diabetes, muss eine strenge Diät einhalten und kann nur Joghurt essen. Ich durfte nicht an die frische Luft“, so Aslı: „Ich werde so misshandelt, dass ich dauerhafte körperliche Schäden davontragen werde. Mein Bett war voller Urin. Wäre ich nicht aus voller Überzeugung hartnäckig, könnte ich das hier nicht überleben.“

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CSU fordert von Zuwanderern «Nähe des Kulturkreises»

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«Wir leben in einer offenen Gesellschaft, die wir bewahren wollen. Zuwanderer aus Gesellschaften, die vergleichbar offen sind, sollten deshalb bevorzugt behandelt werden.»

kath.net

Die CSU fordert, Nähe zur deutschen Kultur als Kriterium für Fachkräftezuwanderung einzuführen – eventuell aber auch für geduldete Asylbewerber. So heißt es in dem Entwurf des Grundsatzprogramms, der der «Welt» (Freitag) vorliegt: «Neben der beruflichen Qualifikation und dem Bedarf unserer Wirtschaft soll künftig auch die Nähe des Kulturkreises stärker bei der Auswahl der Zuwanderer beachtet werden.» Die «Nähe des Kulturkreises» versteht der Leiter der Grundsatzkommission, der Landtagsabgeordnete Markus Blume, dabei als Voraussetzung für eine gelungene Integration.
«Wir leben in einer offenen Gesellschaft, die wir bewahren wollen. Zuwanderer aus Gesellschaften, die vergleichbar offen sind, sollten deshalb bevorzugt behandelt werden.» Für Asylbewerber gelte dies nicht, schränkt Blume ein. «Hier gilt zunächst der Asylrechtsgrundsatz unseres Grundgesetzes.» Allerdings: Bei der Frage der Duldung könne dies sehr wohl eine Rolle spielen.

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Alt-Innenminister Friedrich: „Werden Sie erst mal Deutsche!“

30.000 Türkeistämmige demonstrieren gegen den Putschversuch in der Türkei © TwitterPictures
Besonders Türkischstämmige haben es nicht leicht in Europa. Sie müssen sich dauernd dem nie endenden Dauerbeschuss von Vorwürfen stellen. Mehr noch: Sie müssen im Dauerrechtfertigungs- oder Distanzierungsmodus leben.

Von Asiye Bilgin | MiGAZIN

Die Loyalitätsdebatte hat mir einen Dialog mit dem ehemaligen Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich in Erinnerung gerufen. Ich nahm im Jahr 2013 als UETD-Vertreterin an der Veranstaltung 180-Grad-Wende Präventions- und Hilfsinitiative im Kölner Polizeipräsidium teil, an der verschiedene Migrantenvereine vertreten waren. Das Präventionsprojekt wurde vorgestellt. Am Ende der Veranstaltung bin ich wie alle anderen NGO-Vertreter auch zu Bundesinnenminister Friedrich gegangen, habe mich kurz vorgestellt und habe ihn höflich und freundlich zu der UETD-Zentrale in Köln eingeladen. Was meinen sie was ich als Antwort bekam?

Er erwiderte mit einer eisernen Miene: „Werden Sie erst mal Deutsche“. Ich war in dem Moment natürlich schockiert, versuchte mein Lächeln im Gesicht nicht zu verlieren und antwortete „Ich bin schon Deutsche, ich habe die deutsche Staatsbürgerschaft und bin in Deutschland geboren“. Meine Antwort war natürlich lächerlich aber irgendeine Antwort musste ich ihm geben und auf die Schnelle war mir in dem Moment nichts anderes eingefallen.

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Jetzt räumen die Osmanen mit den „Bergtürken“ auf

Mit Unterstützung von US-Kampfjets konnten türkische Panzer den IS aus Dscharablus vertreiben. Auch kurdische Einheiten waren auf die Stadt vorgerückt. Das könnte einen alten Konflikt wieder anheizen. Quelle: Die Welt
Unbegrenzbar, immer gefährlicher, ohne Ziel und ohne Ende: Der Syrien-Krieg weitet sich mit dem Einmarsch türkischer Bodentruppen aus. Analysten sprechen von einem neuen Dreißigjährigen Krieg.
 

Von Michael Stürmer | DIE WELT

Türkische Panzer rollen nach Syrien, und die Welt rätselt, mit wem die Aktion abgestimmt ist – wenn überhaupt. Schon aus technischen Gründen braucht die türkische Militärführung, noch mehr aber die Politik in Ankara die Verständigung mit Russen und Amerikanern, die ihren eigenen Krieg aus der Luft führen, miteinander und gegeneinander.

Dass es eine Nato-interne Abstimmung gab und gibt, ist nach bisherigen Erfahrungen eher unwahrscheinlich. Der syrische Krieg erhält damit eine neue, weitere und weitgehend unbekannte Dimension.

Erdogan will das Vorfeld festigen, den Kurden die Faust zeigen, die Mordbuben des IS bestrafen und bei alldem noch als Sieger und Beschützer der Seinen dastehen. Da hat er sich viel vorgenommen – mehr jedenfalls, als er kontrollieren kann. So weit von außen erkennbar, ist eher Flucht nach vorn im Gang als große Strategie.

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Hetze nach Missverständnis: Flüchtlinge ‚pinkeln‘ angeblich an Kirche

Das Foto kursierte „tausendfach“ im Internet: „Dunkelhäutige Männer (Nordafrikaner, Flüchtlinge, Muslime!?!), die an eine Münchner Kirche pinkeln. Direkt unter dem großen Holzkreuz an der Außenwand.“ Darüber berichteten die „Münchner Kirchennachrichten“ und zeigten auch das Foto, das offenbar auf Facebook entsprechende ausländerfeindliche Kommentare nach sich gezogen hatte.

kath.net

Doch dann klärte die Kirchenzeitung näher auf: „Die Fakten hinter der Geschichte lassen das Foto aber in einem ganz anderen Licht erscheinen, das nichts mit dem Islam und Respektlosigkeiten von Flüchtlingen zu tun hat – im Gegenteil“. Die fotografierte Kirche ist Sankt Gertrud in München. In den Räumen der Pfarrei feiern seit 2009 „eritreische Christen ihre Gottesdienste“, sie „gehören der Eritreisch-Orthodoxen Tewahdo Ureal Kirche in München an“ Gemäß der Tradition orthodoxer Christen in Eritrea „gehen die Gläubigen oft nicht in die Kirche hinein, sondern beten draußen vor der Kirche. Sie lehnen sich an die Wand des Gotteshauses und beten“, zitieren die Münchner Kirchennachrichten aus einer Stellungnahme der katholischen Pfarrei zum falschinterpretierten Foto.

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Wilders fordert Koranverbot und Schließung aller Moscheen

Geert Wilders (Bild: Sebastiaan ter Burg, CC-BY-SA)
Geert Wilders (Bild: Sebastiaan ter Burg, CC-BY-SA)

Der Rechtspopulist Geert Wilders macht im Wahlkampf Stimmung gegen muslimische Einwanderer. Im Zentrum seines Wahlprogramms steht eine „Ent-Islamisierung“ der Niederlande. Verbieten will er nicht nur das Kopftuch.

 

Frankfurter Allgemeine

Die Partei des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders zieht mit der Forderung nach Schließung aller Moscheen und nach einem Verbot des Korans in die Parlamentswahl 2017. Der Chef der Partei PVV veröffentlichte am Donnerstagabend auf Twitter ein einseitiges Wahlprogramm, in dessen Zentrum eine „Ent-Islamisierung“ der Niederlande steht. Aktuellen Umfragen zufolge könnte die PVV bei der Wahl stärkste Kraft werden.

In dem Programm findet sich die Forderung „Schließung aller Moscheen und islamischen Schulden, Verbot der Koran.“ Nähere Ausführungen macht der Text dazu nicht. Wilders will zudem Migranten aus muslimischen Ländern die Einreise verwehren, die Aufnahmezentren für Asylbewerber in den Niederlanden schließen und das öffentliche Tragen des Kopftuchs verbieten.

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Frankreich erwartet Burkini-Urteil des Staatsrats

burkiniMindestens 26 französische Gemeinden haben Burkinis, den ganzen Körper bedeckende Badeanzüge für muslimische Frauen, an ihren Stränden verboten. Der französische Staatsrat prüft nun die Rechtmäßigkeit des Verbots.

evangelisch.de

Bei der Anhörung, die am Donnerstagnachmittag eröffnet wurde, geht es um eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts in Nizza, das am 22. August ein solches Verbot an den Stränden der südfranzösischen Gemeinde Villeneuve-Loubet für rechtmäßig erklärt hatte. Die Menschenrechtsliga und das Komitee gegen Islamophobie hatten daraufhin den Staatsrat angerufen.

Der Burkini – eine Zusammenziehung von Burka und Bikini – ist ein den ganzen Körper bedeckender Badeanzug für muslimische Frauen, der nur Gesicht, Hände und Füße sichtbar lässt. Das Baden am Strand der betroffenen Gemeinden ist im Wortlaut Personen verboten, die keine „korrekte Kleidung tragen, die den guten Sitten und dem Prinzip der Laizität entspricht und Hygiene- und Sicherheitsregeln im öffentlichen Meer respektiert“.

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Eine Form von Häresie: Wiederverheiratete Geschiedene

Robert Sarah (2015) Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA 4.0/François-Régis Salefran

Eine Obsession gewisser abendländischer Kirchen, die sogenannte „theologisch verantwortbare und pastoral angemessene“ Lösungen durchsetzen wollen – Leseprobe 8 aus dem Buch von Kardinal Sarah: „Gott oder Nichts – Ein Gespräch über den Glauben“

 

kath.net

Interviewfrage an Kardinal Sarah: Im letzten Dezember hat Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, erklärt: »Die Suche nach einer theologisch verantwortbaren und pastoral angemessenen Begleitung von Gläubigen, deren Ehe zerbrochen ist und die zivil geschieden und wiederverheiratet sind, gehört weltweit zu den drängenden Herausforderungen der Ehe- und Familienpastoral im Kontext der Evangelisierung.« Welche Ansicht haben Sie zu diesem Thema, das zu den Fragen der letzten Synode im Oktober 2014 gehörte?

Kardinal Sarah: Ich habe großen Respekt vor Kardinal Reinhard Marx. Doch diese allgemeine Aussage scheint mir Ausdruck einer Ideologie zu sein, die man im Gewaltmarsch der ganzen Kirche aufoktroyieren will.
Nach meiner Erfahrung – vor allem nach dreiundzwanzig Jahren als Erzbischof von Conakry und neun Jahren als Sekretär der Kongregation für die Evangelisierung der Völker – ist die Frage von »Gläubigen, deren Ehe zerbrochen ist und die zivil geschieden und wiederverheiratet sind«, keine drängende Herausforderung für die Kirchen Afrikas oder Asiens.

Im Gegenteil, es handelt sich um eine Obsession gewisser abendländischer Kirchen, die sogenannte »theologisch verantwortbare und pastoral angemessene« Lösungen durchsetzen wollen, die der Lehre Jesu und dem kirchlichen Lehramt radikal widersprechen.

Die dringendste Notwendigkeit in den Missionsländern besteht darin, eine Seelsorge aufzubauen, deren einziges Ziel die Antwort auf die Frage ist: Was bedeutet es in der heutigen geschichtlichen und kulturellen Situation unserer globalisierten Gesellschaften, wirklich Christ zu sein? Wie kann man furchtlose und großherzige Christen, eifrige Jünger Christi heranbilden?

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Abdel-Hakim Ourghi: «Dieser Islam gehört nicht zu Deutschland!»

Das konservative Glaubensverständnis, das in vielen Moscheen gepflegt wird, sieht Abdel-Hakim Ourghi als Hindernis für die Integration.(Bild: Ina Fassbender/Reuters)
Durch seine prononcierte Kritik an deutschen Moscheevereinen hat der Islamwissenschafter Abdel-Hakim Ourghi Staub aufgewirbelt. Gerade wer den Islam liebe, sagt er, müsse für seine Reform eintreten.

Von Beat Stauffer | Neue Zürcher Zeitung

Herr Ourghi, Sie sind kürzlich mit sehr scharfen Äusserungen über die muslimischen Dachverbände in Deutschland an die Öffentlichkeit getreten. Diese seien noch «meilenweit» von einem aufgeklärten Islam entfernt, duckten sich weg und stählen sich aus ihrer Verantwortung.

Die religiöse und politische Sozialisation sehr vieler Muslime in Deutschland in ihren Moscheevereinen ist, vereinfacht gesagt, geprägt von einer Pädagogik der Unterwerfung, die in den türkischen und auch in den arabischen Gemeinden durch sogenannte Import-Imame praktiziert wird. Diese hat verheerende Folgen.

Und diese Imame prägen wesentlich das Islam-Verständnis von unzähligen jungen Muslimen in Deutschland . . .

So ist es. Unsere Kinder werden durch den Koranunterricht aus ihrer westlichen Lebenswelt herausgerissen. Den 970 türkischen Imamen in den Ditib-Gemeinden, die in den meisten Fällen kein Deutsch sprechen, fehlt zudem jeglicher pädagogische und didaktische Ansatz. Es geht ihnen in erster Linie um die Weitergabe einer unreflektierten Tradition. Das ist der religiöse Hintergrund. Der politische ist, dass diese Imame die Aufgabe haben, die Beziehung der betreffenden türkischen Menschen zu ihrer Heimat aufrechtzuerhalten.

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Pfäffische Gier: Katholische Kirche in NRW gegen schnelle Ablösung der Staatsleistungen

Bild: tilly
Bild: tilly
Die katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen wendet sich gegen eine vorschnelle Ablösung der Staatsleistungen an die Glaubensgemeinschaften.

domradio.de

Forderungen der Grünen nach sofortiger Ablösung seien „wohlfeil, aber nicht hilfreich“, sagte der Vertreter der fünf NRW-Bistümer bei Landtag und Landesregierung, Antonius Hamers, der in Gelsenkirchen erscheinenden Wochenzeitung „Neues Ruhr-Wort“ (Samstag).

Die Grünen in NRW hatten angekündigt, im Wahlkampf auf Landes- und Bundesebene für eine Reform des Verhältnisses von Staat und Kirche einzutreten. „Jedes Jahr zahlen die Steuerzahler in Deutschland über 500 Millionen Euro an die beiden großen Kirchen, ohne dass diese dafür eine Leistung erbringen müssen“, sagte der Grünen-Landesvorsitzende Sven Lehmann dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

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Schweiz: Kulturkampf um Kirchen- und Kuhglocken

Läuten mit dem Segen des Bundesgerichts: Die Kirchenglocken von Gossau (ZH). (Bild: Christoph Beutler / NZZ)
Lautstark wird gegenwärtig über die Immissionen von urschweizerischen Traditionen debattiert. Befeuert werden die Kontroversen von einer durch und durch eidgenössischen Institution.

Von Erich Aschwanden | Neue Zürcher Zeitung

Die Angelegenheit hat Albert Rösti in derart negative Schwingungen versetzt, dass er sie unbedingt loswerden musste. An der DV in Wettingen berichtete der SVP-Präsident mit grosser Sorge, «der Zerfall unserer Werte wird von hochdekorierten Persönlichkeiten unseres Landes vorangetrieben». Hochdekoriert sind sie tatsächlich die ETH-Forscher, die herausgefunden haben, dass Glockenschläge die Schlafqualität verschlechtern. Wegen dieser Studie dürfen die Glocken der Kirche Worb nachts nur noch die vollen Stunden schlagen – statt jede Viertelstunde. Unter dem Applaus der Delegierten schimpfte Rösti, die gleichen Persönlichkeiten, die unseren Werten nicht mehr Sorge tragen, seien jene, die sich gegenüber anderen Kulturen besonders dem Islam inklusive der Verschleierung übertolerant zeigten.

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Terre des femmes für generelles Burkaverbot

Bild: Reuters
Bild: Reuters
Frauenrechtsorganisation: «Es ist an der Zeit, dass alle Parteien in Deutschland begreifen, dass es hier sowohl um die Verteidigung der Frauenrechte als auch unseres Grundgesetzes geht» – «Wir fordern ein Verbot der Ganzkörperverschleierung»
 

kath.net

Die Frauenrechtsorganisation Terre des femmes hat sich erneut für ein generelles Burkaverbot ausgesprochen. «Es ist an der Zeit, dass alle Parteien in Deutschland begreifen, dass es hier sowohl um die Verteidigung der Frauenrechte als auch unseres Grundgesetzes geht», erklärte Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle am Mittwoch in Berlin. Mimik und Gestik seien sichtbarer Ausdruck der Identität eines Menschen. Diese Sichtbarkeit der Person sei eine der Voraussetzungen für einen persönlichen Dialog und trage zur Vertrauensbildung bei. Auch ein Teilverbot, für das sich die Unions-Innenminister ausgesprochen haben, lehnt die Organisation ab.

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Verfassungsschützer beobachten Moschee-Dachverband

muslimbrotherhoodDem Moschee-Dachverband Rhein-Main werden Kontakte zur islamistischen Muslimbruderschaft vorgeworfen. Der Verfassungsschutz ist alarmiert. Zuschüsse für ein Demokratie-Förderprogramm wurden gestoppt.

DIE WELT

Der Deutsch-Islamische Vereinsverband Rhein-Main (DIV) steht seit dem 16. August unter Beobachtung des Hessischen Landesamtes für Verfassungsschutz. Nach intensiver Prüfung bestünden Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen, bestätigte das hessische Innenministerium, wie hr-iNFO am Donnerstag meldete.

„Von den 46 Mitgliedsvereinen ist etwa ein Drittel als extremistisch oder extremistisch beeinflusst zu bewerten“, erklärte ein Sprecher. Unter den Funktionsträgern des Verbandes befänden sich Personen, die dem extremistischen Spektrum zugerechnet werden.

Die extremistischen oder extremistisch beeinflussten Mitgliedsvereine sowie Funktionsträger wiesen Verbindungen zur islamistischen Muslimbruderschaft auf. Zum Teil seien auch salafistische Bezüge gegeben.

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Kirchen waren nie tabu

Ein Kirchenturm © H. Füller @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Nach einem gewaltsam beendeten Kirchenasyl konnte eine Asyl-Initiative die drohende Abschiebung eines Flüchtlings stoppen. Neben der Erleichterung über den guten Ausgang nimmt jetzt die Kritik über das Abschiebungsverfahren zu. Landesinnenminister Jäger soll Erklärung abgeben.

MiGAZIN

Der 31-jährige Flüchtling, der gewaltsam aus einem Kirchenasyl in Münster abgeführt wurde, soll im westfälischen Nordkirchen untergebracht werden. Das Verwaltungsgericht Münster hatte im Zuge eines Eilantrages die drohende Abschiebung nach Ungarn ausgesetzt. Asyl-Initiativen kritisieren das Vorgehen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sowie des Kreises Coesfeld. Sie sehen einen Bruch des Kirchenasyls und fordern Aufklärung.

Der Flüchtling habe eine Bescheinigung des Kreises Coesfeld erhalten, dass er sich bis Donnerstag in Nordkirchen einfinden solle, sagte ein Sprecher der Gemeinde am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst. Bis zum Mittwochnachmittag sei er zwar noch nicht eingetroffen. Der Mann werde aber von ehrenamtlichen Helfern betreut. „Daher gehen wir davon aus, dass das klappt“, sagte der Sprecher. In Nordkirchen habe die Gemeinde Wohnungen für Flüchtlinge angemietet. Der Mann war auch vor seinem Kirchenasyl in Nordkirchen untergebracht.

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Ramelow: „Für mich gibt es die Opfergruppe der Christen in der DDR“

Bodo Ramelow, Bild: FB
Bodo Ramelow, Bild: FB

Thüringens Regierungschef Ramelow wirbt dafür, über Einzelschicksale hinaus das Systemische bei der Unterdrückung des Glaubens in der DDR aufzuarbeiten.

evangelisch.de

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow sieht Aufklärungsbedarf bei dem Verhältnis von Kirche und Staat in der DDR und den Folgen bis in die heutige Gesellschaft hinein. „Für mich gibt es die Opfergruppe der Christen in der DDR. Es gibt sie in bestimmten Phasen und auch in unterschiedlicher Stärke. Und ja, es gab später dann auch die umgekehrte Strategie des Umarmens und des Toddrückens. Auch das hat Folgen gehabt“, sagte der Linken-Politiker und evangelische Christ dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Ramelow widersprach damit Thüringens Kultur-Staatssekretär Babette Winter (SPD), die in der rot-rot-grünen Landesregierung die Aufarbeitung des SED-Unrechts koordiniert. Dass in ihrem ersten Zustandsbericht die Unterdrückung der Kirchen faktisch keinen Eingang fand, begründete sie damit, dass Christen in der DDR keine besondere Opfergruppe dargestellt hätten.

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George W. Bush soff auch gerne bis zur Erweckung

Bild.de Redakteur Daniel Böcking hat sich zum Christentum bekehrt (Christian Langbehn)
Daniel Böcking ist stellvertretender Chef von bild.de. Vor einigen Monaten bekannte er sich in einem Artikel zum Christentum. Der Glaube habe sein Leben verändert, sagt er. Er trinkt keinen Alkohol mehr und verbietet sich die üblichen Lästereien unter Kollegen. Vom Boulevardjournalismus will er sich nicht verabschieden, der diene der Wahrheitsfindung, behauptet er.

Von Marie Wildermann | Deutschlandfunk

Der Glaube spielte in seinem Leben lange überhaupt keine Rolle, sagt Daniel Böcking, stellvertretender Chefredakteur von bild.de. Im Leben des heute 39-Jährigen lief alles rund: Journalistenschule, Karriere bei der Bild-Zeitung, glücklich verheiratet, drei Kinder.

„Was mich wirklich zum Nachdenken gebracht hat, das waren viele Ereignisse im Jahr 2010. Da war ich direkt nach dem Beben in Haiti mit über 300.000 Toten dort vor Ort. Und da gab es natürlich wahnsinnig viel Leid, Trauer, Verzweiflung und trotzdem hat man dort immer wieder sehr viel Glauben gefunden, sehr viele betende Menschen. Wir waren dort mit sehr vielen Hilfsorganisationen, einige davon auch christlich. Es hat mich einfach total fasziniert, wie Menschen in solchen Situationen aus dem Glauben Kraft schöpfen können und das war auch das erste Mal, dass mir der Glaube an Jesus Christus näher gebracht wurde.“

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USA liegen „keine Beweise“ für Gülens angebliche Putschverstrickung vor

"Es gibt viele Verschwörungs-Theorien um Fethulla Gülen"

Bisher fehlten Washington Beweise für eine Auslieferung des umstrittenen Predigers Fethullah Gülen. Nun sichert die US-Regierung Ankara ihre Unterstützung zu. Alle vorgelegten Belege sollen gründlich geprüft werden.

SpON

„Wir kooperieren mit den türkischen Behörden“, sagte US-Vizepräsident Joe Biden anlässlich seines Besuchs in Ankara. Er sicherte der Türkei formale Unterstützung im Fall Fethullah Gülen zu. Bisher fehlten jedoch Beweise für eine Verwicklung des islamischen Predigers Gülen in den Putschversuch vom 15. Juli. Ankara habe zwar vier Auslieferungsanträge für Gülen eingereicht, diese hätten aber nichts mit dem gescheiterten Putsch zu tun, sagte ein US-Vertreter aus Bidens Umfeld.

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Bolivien: 50 Ex-Priester gründen eigene Kirche – Frauen

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Die 50 Expriester waren meist wegen Nichteinhaltung des Zölibats aus dem kirchlichen Dienst entlassen worden – Sie gründeten daraufhin eine eigene „Kirche“ und feiern weiterhin angeblich „katholische“ Messen

kath.net

In Bolivien ist ein Streit zwischen der katholischen Bischofskonferenz und der «Nationalen Katholischen Apostolischen Kirche Boliviens» entbrannt. Die katholischen Bischöfe werfen rund 50 Geistlichen vor, ohne Autorisierung der Kirche die Sakramente zu spenden und Gottesdienste abzuhalten. Dies führe zur Verwirrung und zur Verunsicherung unter den Gläubigen, sagte der Sprecher der bolivianischen Bischofskonferenz, Jose Rivera, der Tageszeitung «Pagina Siete» (Mittwoch). Bei der Mehrheit der aus der katholischen Kirche entlassenen Priester handelt es sich laut Medienberichten um Geistliche mit Kindern und Ehefrauen.

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Flüchtlingsdeal: Bisher 2,2 Mrd. Euro an Türkei geflossen

Flüchtlingslager in der Türkei / Bild: REUTERS
Die EU-Kommission weist den türkischen Vorwurf zurück, die Pflichten aus dem Flüchtlingspakt vom März nicht zu erfüllen.

Die Presse.com

Die Europäische Union hat mittlerweile gut 2,2 Milliarden der zugesagten drei Milliarden Euro Hilfe für Flüchtlinge in der Türkei mobilisiert. Diese Zahl nannte die EU-Kommission am Mittwoch. Sie wies dabei erneut Vorwürfe aus Ankara zurück, die EU erfülle ihre Pflichten aus dem Flüchtlingspakt vom März nicht. Das sei „einfach nicht wahr“, betonte ein Sprecher in Brüssel.

Ende Juli sei eine Sondermaßnahme von 1,4 Milliarden Euro beschlossen worden, um Flüchtlingen und aufnehmenden Städten und Gemeinden in der Türkei zu helfen. Damit steige die mobilisierte Summe auf 2,24 Milliarden Euro. „Da stehen wir, das sind die Fakten“, sagte der Sprecher. Die versprochene Summe von drei Milliarden Euro bezieht sich auf die Jahre 2016 und 2017.

Die türkische Regierung hatte mehrfach bemängelt, dass die zugesagten Gelder nur spärlich flössen. Die Türkei hat rund drei Millionen Menschen aufgenommen, zumeist aus dem benachbarten Bürgerkriegsland Syrien.