Archiv der Kategorie: Fundamentalismus

Adam „Nergal“ Darski: Freispruch für Bibel-Zerreißer bestätigt

Das Urteil gegen den Musiker Adam Darski ist vom Obersten Gericht Polens bestätigt worden Foto: Eigenes Werk / Wikipedia | CC BY 3.0

Der Sänger der polnischen Black-Metal-Band Behemoth, Adam „Nergal“ Darski, hatte 2007 während eines Konzertes auf der Bühne Seiten aus der Bibel auseinander gerissen. Das Oberste Gericht Polens hat den Freispruch für den Künstler in diesem Fall bestätigt.


pro Medienmagazin

Der Musiker Adam Darski hatte die Bibel in diesem Zusammenhang auch als „verlogenes Buch“ bezeichnet. Er war daraufhin wegen der Verletzung religiöser Gefühle angeklagt und 2011 freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen das Urteil Einspruch eingelegt.

„Katholische Kirche kriminelle Sekte“

Diesen Einspruch wiesen die Richter des Obersten Gerichts am Donnerstag als unbegründet zurück. Das Verhalten des Sängers sei nicht akzeptabel, stelle aber kein Verbrechen dar. Polen ist stark katholisch geprägt. Darski hatte die katholische Kirche in einem Interview schon einmal als „kriminelle Sekte“ bezeichnet.

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Schweizer Bischofskonferenz bekräftigt Nein zu Homo-Segnungen

Schweizer Bischofskonferenz. Screenshot: bb

Schweizer Bischofskonferenz. Screenshot: bb

Die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ist “nicht möglich”. Diese Haltung haben die Schweizer Bischöfe bei ihrer Vollversammlung von 2. bis 4. März bestätigt. Es liege nicht in ihrer Kompetenz, Lehre und Disziplin der Kirche zu ändern, heißt es in der Presseerklärung vom 5. März. Bei der Vollversammlung der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) war diese Woche die Frage nach der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare diskutiert worden. Anlass dazu war der Fall des Pfarrers von Bürglen, Wendelin Bucheli, der ein homosexuelles Paar gesegnet hatte.


kathweb

Die SBK erinnert in ihrer Presseerklärung daran, “dass dies nicht möglich ist und dass es nicht in ihrer Kompetenz liegt, Lehre und Disziplin der Kirche zu ändern”. Der konkrete Vorfall in Bürglen und dessen Klärung liege in den Händen der zuständigen Bischöfe, das sind Vitus Huonder und Charles Morerod.

Mit der Erklärung kam die SBK der Aufforderung des Churer Weihbischofs Marian Eleganti nach, der in einem Interview mit dem kirchlichen Portal kath.ch auf ein klärendes Statement gedrängt hatte. Eleganti sagte, dass er seine Mitbrüder aufgefordert habe, den Entscheid der Bischöfe Huonder und Morerod mitzutragen und “geschlossen und sofort Stellung zu beziehen”.

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The Bibi-Boehner Coalition

Screengrab Times of Israel

Screengrab Times of Israel

It was disconcerting to watch Congress cheer wildly as a foreign leader, the prime minister of one of America’s closest allies, trashed an American president’s foreign policy. It was equally strange that the speaker of our House of Representatives interjected the United States Congress into an Israeli political campaign.


By E.J. Dionne Jr.|Truthdig.com

It fell to Isaac Herzog, Benjamin Netanyahu’s leading opponent in Israel’s March 17 election, to make the essential point: that Tuesday’s speech was “a very harsh wound to Israel-U.S. relations” and “will only widen the rift with Israel’s greatest ally and strategic partner.”

The rapturous greeting Congress bequeathed on Netanyahu for his attack on President Obama’s approach to negotiations with Iran no doubt created great footage for television ads back home and won him some votes at the right end of Israel’s electorate.

But Herzog’s observation stands: John Boehner’s unprecedented act of inviting the leader of another nation to criticize our own president, and Netanyahu’s decision to accept, threaten to damage the bipartisan and trans-ideological coalition that has always come together on behalf of Israel’s survival.

Netanyahu may have spoken the words, “We appreciate all that President Obama has done for Israel,” but the rest of his speech painted the president as foolish and on the verge of being duped on a nuclear deal by the mullahs in Tehran.

The Israeli leader reached for the most devastating metaphor available to him, the appeasement of the Nazis that led to the Holocaust. He urged the United States “not to sacrifice the future for the present” and “not to ignore aggression in the hopes of gaining an illusory peace.” This is what he was accusing Obama of doing. No wonder House Democratic Leader Nancy Pelosi described herself as “near tears” over Netanyahu’s “condescension toward our knowledge of the threat posed by Iran.”

Pelosi was on to something here because the differences between Obama and Netanyahu are not over whether the Iranian regime in its current form is trustworthy. Nobody believes it is. At stake is a balance of risks, a choice between two imperfect outcomes.

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Aufstand gegen Erzbischof: „Wer bist du, um zu urteilen?“

Salvatore Cordileone, Bild: lgbtqnation.com

In San Francisco erließ Erzbischof Salvatore Cordileone eine Richtlinie, um die katholischen Werte an den katholischen Schulen sicherzustellen. Was ein selbstverständlicher Vorgang sein sollte, löste eine ungeahnte Widerstandswelle aus, bei der von außen massiver Druck auf die Katholische Kirche auszuüben versucht wird. Die Kritiker der erzbischöflichen Richtlinie fassen ihre Kritik mit einem päpstlichen Wort zusammen: „Wer bist du, um zu urteilen?“


Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

„In dieser Stadt, die dazu beigetragen hat, die Bewegung für die Homo-Rechte ins Leben zu rufen“, hätte man sich so etwas nicht vorstellen können, schrieb die New York Times. Gemeint war die neue von Erzbischof Cordileone erlassene Richtlinie für das katholische Schulwesen. Darin steht, daß in den Schulen des von ihm geleiteten Erzbistums die Lehrkräfte künftig die Grundsätze der katholischen Morallehre zu respektieren und zu vertreten haben. Es sei daher nicht angemessen, wenn vor dem Kruzifix in der Schulklasse den Schülern gesagt werde, daß „homosexuelle Handlungen nicht gegen das Naturrecht verstoßen“ würden. Oder daß künstliche Verhütung nicht „in sich negativ ist“. Oder daß die Stammzellforschung an menschlichen Embryonen einen große Errungenschaft der Wissenschaft sei.

Richtlinien um katholisches Profil an katholischen Schulen zu garantieren

Im Klartext tat Erzbischof Cordileone das, was jedes Unternehmen macht. Es stellt betriebsinterne Spielregeln auf, an die sich die Mitarbeiter zu halten haben. Spielregeln, sprich Grenzen, die schwarz auf weiß festgehalten werden und die kein Mitarbeiter eines Unternehmens übergehen wird, wenn er nicht seine Stelle verlieren möchte. Was allgemein als selbstverständlich akzeptiert wird, auch in den USA, scheint aber für jeden zu gelten außer für die Katholische Kirche. Gegen die erzbischöflichen Richtlinien ist geradezu ein Aufstand im Gange.

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Hoffnung: Religion wird in Zukunft wichtiger

Der Religionswissenschaftler Prof. Georg Schmid. Foto: PR

Die Bedeutung von Religion wird in den nächsten Jahrzehnten weltweit zunehmen – allerdings mit großen regionalen Unterschieden. Diese Einschätzung gibt der Religionswissenschaftler Prof. Georg Schmid (Rüti/Schweiz) im Materialdienst der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW/Berlin).


idea.de

Der Beitrag trägt den Titel „Die Zukunft der Kirchen und Religionen“. Wie Schmid schreibt, wird die Entkirchlichung in Mittel- und Westeuropa weiter fortschreiten. Vor allem die beiden großen Kirchen würden weiter Mitglieder verlieren. Ausnahmen bildeten lediglich einzelne attraktive Freikirchen. „Wahrscheinlich besteht weltweit ein Zusammenhang zwischen wachsendem Wohlstand und abflauender Religiosität“, so Schmid. Der Schwerpunkt des Christentums verschiebe sich immer offenkundiger in die außereuropäische Welt. In den sogenannten Schwellenländern zeige das Christentum vor allem in seinen evangelikal-charismatischen Ausprägungen eine in diesem Ausmaß noch nie dagewesene Anziehungskraft. Etwas überspitzt lasse sich sagen: „Der Westen wird ‚östlicher’ und säkularer, der Osten und der Süden werden christlicher.“ Ein Ende dieser Entwicklung sei nicht abzusehen.

Keine Meinungsfreiheit für Christen?

justiz_grossMeinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Doch dürfen sich auch bekennende Christen auf ihre Meinungsfreiheit berufen? Die Entwicklung in Deutschland lässt Zweifel aufkommen. kath.net-Kommentar

Von Dr. Klaus Michael Alenfelder|kath.net

Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Der freie Austausch von Meinungen und Gedanken ist Grundvoraussetzung jedes demokratischen Staates. Daher ist die Meinungsfreiheit in Artikel 5 Absatz 1 des Grundgesetzes ausdrücklich verankert. Gilt dies auch für bekennende Christen? Die Entwicklung in Deutschland lässt Zweifel aufkommen.

Da wird ein Christ politisch untragbar, weil er sich zum Lebensschutz bekannt hat (Markus Hollemann), gläubige Christen werden als „Fundamentalisten“ diffamiert und in die Nähe des Rechtsextremismus gerückt, statt sich sachlich mit ihrem Glauben und ihren Ansichten auseinanderzusetzen.

Es entsteht der Eindruck, Meinungsfreiheit und Fairness gelten für bekennende Christen nicht mehr.

Immer häufiger werden Christen angegriffen, die ihren Glauben außerhalb der eigenen vier Wände bekennen. Dabei werden vier Methoden angewandt:

  1. Lächerlich machen, verleumden und mundtot machen
  2. Straftaten und Gewalt
  3. Verlust der Arbeit – Vernichten der finanziellen Grundlagen
  4. Verbannen aus Politik und Öffentlichkeit

Ziel ist es, bekennende Christen aus der Öffentlichkeit zu verjagen und sie in die innere Emigration zu zwingen. Im Einzelnen:

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Facebook: Eine Freundschaftsanfrage vom Islamischen Staat

Facebook Welt 2010

Facebook Welt 2010

Ein paar unbedachte Facebook-Likes, etwas Pech beim Algorithmus – und schon können junge Menschen in die Fänge der Terrororganisation IS geraten. Die automatischen Empfehlungsmaschinen der sozialen Medien vernetzen Nutzer mit Anwerbern des Dschihadismus


Von Cathleen Berger, Lea Gimpel|Cicero

Kurz vor Weihnachten war es soweit: Tunesien, das Land, in dem der Arabische Frühling 2010 begonnen hatte, wählte einen neuen Präsidenten. Was nach den Protesten im Iran 2009 als die nächste Twitterrevolution in den ausländischen Medien hochgejubelt wurde, fand mit der Wahl von Präsident Béji Caïd Essebsi ein gutes Ende. Damit hat Tunesien auch die letzte Stufe der Demokratisierung erfolgreich genommen, lobten Medien hierzulande.

Seitdem haben Proteste wie im Gezi Park in Istanbul oder die Regenschirm-Revolution von Hongkong das Bild der sozialen Medien gestärkt: Sie erscheinen als Treiber von Freiheit und selbstorganisierter Demokratie – auch gegen den Willen der jeweiligen Regierung.

Doch die Rolle der sozialen Medien ist widersprüchlicher denn je. Weder können sie aus sich heraus mehr Demokratie schaffen, wie begeisterte Technikenthusiasten anführen. Noch sind sie ein Spiegelbild unserer realen Welt, wie Unternehmen wie Facebook und Twitter gerne behaupten. Ganz im Gegenteil: Sie sind darauf programmiert, unsere Aufmerksamkeit nach bestimmten Mustern zu steuern. Sie führen ein verdecktes Eigenleben.

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Papst besucht Camorra-Hochburg in Neapel

Bild: hiphop 'n'more

Bild: hiphop ‘n’more

Papst Franziskus reist nach Neapel, und das nun veröffentlichte Programm der Reise am 21. März verspricht einen intensiven Tag für das Kirchenoberhaupt. Wie Radio Vatikan bereits berichtete, wird Franziskus die Camorra-Hochburg Scampia im Norden Neapels besuchen.


Radio Vatikan

Das in ganz Italien als sozialer Brennpunkt verrufene Stadtviertel weist eine hohe Kriminalitätsrate auf. Vor den Hochhaussiedlungen des Vororts trifft der Papst am 21. März um 9.30 Uhr die Bevölkerung sowie Vertreter der Behörden und der Arbeitswelt und hält eine Rede.

Papst Franziskus reist mit dem Helikopter an. Sein erster Halt gilt, noch vor Scampia, dem Marienheiligtum in Pompeji nahe der antiken Ausgrabungsstätte.

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Tagung widmet sich religiösen Atheisten

HP der Sunday Assembly, Screenshot: BB

HP der Sunday Assembly, Screenshot: BB

Religiösen Atheisten widmet sich eine Tagung der Evangelischen Akademie Hofgeismar von Freitag, dem 17. bis Sonntag, 19. April 2015. Auch wenn Atheismus keine neue Erscheinung ist, so scheint sich doch ein Trend zu einer „Religion für Atheisten“ abzuzeichnen, wie sie sich gegenwärtig beispielsweise in der Sunday Assembly formiert.


Deutschland Today

Diese in Großbritannien entstandene Bewegung versteht sich als „religionsneutrale Kirche“ ohne Gott und hat nach 18 Monaten bereits über 50 Gemeinden weltweit. Sie ist ein Beispiel für das Bedürfnis nach neuen spirituellen Ausdrucksformen. Daneben lässt sich auch in Kunst, Literatur und Philosophie ein Ringen um zeitgemäße Formen von Spiritualität vor dem Hintergrund einer atheistischen Weltsicht wahrnehmen. Die Tagung will dieses Phänomen mit einem interdisziplinären Zugang beleuchten und einen Überblick über humanistische und atheistische Organisationen geben. Dabei stellt sich auch die Frage nach dem Gottesbegriff und einer Dialogmöglichkeit mit der christlichen Theologie. Anmeldungen bis zum 10. April bei der Evangelischen Akademie Hofgeismar, unter Tel. 05671/8810 und unter http://www.akademie-hofgeismar.de.

Fernsehen verzichtet auf Schock-Bilder von IS

ZDFChef des „heute-journals”: Wir machen uns nicht zu Werkzeugen von Terroristen – Einerseits dürfe man „das entsetzliche Geschehen nicht durch Wegschauen verschweigen, aber wir dürfen uns auch nicht zu Werkzeugen der Terroristen machen.“


kath.net

ZDF-Nachrichtensendung „heute-journal“ verzichtet darauf, noch drastischere Bilder von den Gräueltaten der Terrororganisationen „Islamischer Staat“ (IS) und „Boko Haram“ (Westliche Bildung ist Sünde) zu zeigen. „Die grausamen Bilder des Terrors sind Instrumente in den Händen von IS und Boko Haram, mit denen sie ihre Macht über die Herzen und Köpfe der Menschen absolut machen wollen“, sagte der Chef des heute-journals, Claus Kleber (Mainz), der Programmzeitschrift „HÖRZU“ (Hamburg). Journalisten begäben sich auf eine schwierige Gratwanderung: „Wir dürfen das entsetzliche Geschehen nicht durch Wegschauen verschweigen, aber wir dürfen uns auch nicht zu Werkzeugen der Terroristen machen.“ Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von „HÖRZU“ zufolge finden es 70 Prozent gut, wenn die Nachrichtenredaktionen auf Schockfotos verzichten und bei der Bildauswahl genau vorgehen. Gleichwohl sind 28 Prozent der Meinung, dass aus Informationsgründen noch mehr drastische Fotos und Videos gezeigt werden sollten.

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Ersetzt die Kirchensteuer durch eine Religionssteuer – Post eines Ahnungslosen

Bild: tilly

Bild: tilly

Unser Kirchensteuermodell war rechtlich schon immer fragwürdig. Zeit, daran etwas zu ändern. Wer einen deutschen Islam will, muss dafür auch deutsches Geld ausgeben.


Von Jochen Bittner|ZEIT ONLINE

Einen Islam, der rein faktisch zu Deutschland gehört, gibt es gratis. Entsprechend armselig ist bloß oft die Qualität der Lehre. Wer es zulässt, dass der saudische oder türkische Staat Imame in Deutschland finanziert, die weder Deutsch sprechen noch kritisch-aufgeklärt denken, darf sich nicht wundern, wenn die Glaubenspraxis vieler Muslime mit einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung weiterhin schwer vereinbar bleibt. Ein anderer Islam, einer, der auch normativ zu Deutschland gehörte, würde eine paar Euros kosten. Aber es wäre eine lohnende Investition.

Wie wichtig der Zusammenhang zwischen Geld und zeitgemäßer Religionsinterpretation ist, zeigt sich am Streit um das neue österreichische Islamgesetz. Es sieht eine Menge Rechte für Muslime vor (die staatliche Beachtung islamischer Feiertage und Speisegebote, Anspruch auf Seelsorge in Krankenhäusern oder beim Militär), aber auch eine Reihe von Pflichten und Einschränkungen. Die einschneidendste von ihnen ist das Verbot für islamische Gemeinschaften, künftig Geld aus dem Ausland anzunehmen. Diese Restriktion hat gute Gründe, wie Ednan Aslan hier vor ein paar Tagen darlegte, der Leiter der Islamischen Religionspädagogik und des Instituts für Islamische Studien an der Universität Wien: “Der in Österreich praktizierte Islam ist ein Islam türkischer, arabischer, pakistanischer oder tschetschenischer Prägung, nicht aber einer, der Elemente der Aufklärung auch nur ansatzweise aufgenommen hätte.”

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Türkei sperrt Internetseite von Atheistenverband

Die Türkische Nationalversammlung "Der Souverän ist ausnahmslos das Volk" (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG

Die Türkische Nationalversammlung “Der Souverän ist ausnahmslos das Volk” (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG

“Beleidigung religiöser Werte” als Grund


DIE WELT

Ein Gericht in der Türkei hat den Zugang zur Internetseite des ersten Atheisten-Verbandes des Landes wegen einer angeblichen “Beleidigung religiöser Werte” sperren lassen. Die Website des Verbandes könne zu einer “Störung der öffentlichen Ordnung” beitragen, argumentierte das Gericht in der Hauptstadt Ankara, wie die Atheisten-Gruppe am Mittwoch mitteilte. Der Verband nannte die Entscheidung “undemokratisch und illegal”.

Todesstrafe: Schwerstmögliche Strafe in Zahlen

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Während die meisten Staaten die Todesstrafe abgeschafft haben, halten einige weiterhin daran fest. Darunter befindet sich auch ein Land in Europa


Von Michael Bauer|derStandard.at

Die Todesstrafe als schwerstmögliche Strafe war bis Mitte des 19. Jahrhunderts in allen Staaten verbreitet. Als erster Staat schaffte San Marino 1848 die Todesstrafe ab, Österreich zog 1950 nach. 58 Staaten exekutieren sie heute noch, 34 Länder haben de jure noch die Todesstrafe, sie wird aber nicht mehr exekutiert. Als einziges europäisches Land führt Weißrussland die Todesstrafe durch, 2014 wurden mindestens 3 Menschen hingerichtet. Als einziges Mitglied der OECD führte die USA Hinrichtungen durch.

Genaue Zahlen zu Hinrichtungen sind schwer zu bekommen. Wissenschaftler und Aktivisten sind hier auf Medienberichte und Angaben von Regierungen angewiesen. Einige Staaten wie China oder Nordkorea behandeln die Todesstrafe als Staatsgeheimnis. So kann, obwohl bekannt ist, dass diese Staaten regelmäßig Menschen hinrichten, keine genaue Zahl ermittelt werden. Aus dem letzten Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zur Todesstrafe im Jahr 2013 (Zahlen zum Jahr 2014 werden Anfang April bekannt gegeben) geht hervor: 22 Staaten führten Hinrichtungen durch. In 57 Staaten wurden Menschen zur Todesstrafe verurteilt.

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Necla Kelek: “Religiöse Symbole gehören nicht in den öffentlichen Raum”

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Islamkritikerin Necla Kelek fordert ein generelles Burka-Verbot in Deutschland und tritt für mehr Säkularität ein


Von Kathrin Frank|Rhein-Neckar-Zeitung

Necla Kelek (57) wurde in Istanbul geboren und kam im Alter von zehn Jahren nach Deutschland. Die promovierte Soziologin arbeitet als freie Autorin und war bis 2004 Mitglied der Deutschen Islamkonferenz.

Sie bezeichnen sich als Muslimin, tragen aber kein Kopftuch. Wie geht das?

Das geht, weil ich muslimisch sozialisiert bin, aber in einem Land, das die Säkularität sehr hoch gehalten hat – die Türkei. Dort waren Politik und Religion getrennt und es war gesetzlich festgeschrieben, dass die Frauen das Recht haben, ohne Kopftuch auf die Straße zugehen. Ich wurde so erzogen, dass Religion im Privaten gelebt und nicht in die Öffentlichkeit getragen wird. Durch meinen Glauben an die Säkularität bin ich überzeugt, kein Kopftuch tragen zu müssen.

Schreibt der Islam überhaupt das Tragen eines Kopftuchs vor?

Der Islam im Zeitkontext des siebten und achten Jahrhunderts schreibt das schon vor. Aber nur, damit die Frau als ehrbare Frau vor den Blicken der Männer und vor Übergriffen geschützt ist. Ich interpretiere das so, dass wir in unserer heutigen Zeit dank der weltlichen Gesetze inzwischen auf das Kopftuch verzichten können. Denn wir haben ja Gesetze, die die Frau schützen. Sie haben die religiösen Gesetze überholt.

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Kod Adi K.O.Z.: Die britische Königin und die Zinslobby gegen die aufrechte Türkei

Filmplakat. Bild: AF-Media GmbH/heise.de

Kod Adi K.O.Z. – so heißt ein Film, der derzeit nicht nur in der Türkei für Furore sorgt. Im Netz türmen sich die Stellungnahmen: “Eine Beleidigung der Filmkunst” und “schlechte Propaganda für die türkische Regierungspartei AKP” wettern die einen; “der beste türkische Film, den ich je gesehen habe”, verteidigen die anderen. Allerdings überwiegt klar der “Shitstorm” und bei der renommierten “Internationalen Filmdatenbank” imdb.com erhielt der Film eine der schlechtesten Bewertungen aller Zeiten.


Von Rüdiger Suchsland|TELEPOLIS

Ein Kino im Berliner Wedding am vergangenen Donnerstag. Der Verleih lädt ein zur Deutschlandpremiere – weil es vorab keine Pressevorführungen gab, sind auch Journalisten erlaubt. Vorher gibt es einen Umtrunk, die Besucher sind fast durchweg Deutsch-Türken, man kennt sich, die Stimmung ist aufgeräumt, heiter, familiär. Man ist hier unter sich. Und wieder einmal ist es schön, mit einem Haufen Türken im Kino zu sein – ihre Energie ist anstreckend, die spontane Lebenslust, die sich vor allem im Alltäglichen, den kleinen Gesten äußert, unendlich viel angenehmer als die der steifen deutschen Landsleute. Viele hier sind auch Familien: Paare, ältere Eltern mit ihren erwachsenen oder nahezu erwachsenen Kindern.

Etwas mehr Männer als Frauen sind da. Unter den Frauen im Raum liegt die Kopftuchquote bei 40 bis 50 Prozent, also viel viel höher als bei vergleichbaren Premieren in der Türkei. In Deutschland ist das Kopftuch so etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal, das mit Stolz getragen wird, gerade auch von jüngeren Frauen. Man hört den – übrigens oft auf Deutsch geführten – Gesprächen an, sieht es in den Gesichtern, dass die meisten der Frauen Abitur haben, viele studieren. Sie sind wach, intelligent, und wage hier hinzuschreiben, dass die Hälfte derjenigen, die hier ein Kopftuch tragen, die Interessantesten ihrer Familie sind, die Rebellinnen.

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Polens Kirche im Gestern: «Zusammenleben ohne Trauschein ist Sünde»

kirche_polenKatholische Kirche in Polen startet Plakataktion für Eheschließung


kath.net

Mit einer Werbekampagne will die katholische Kirche in Polen junge Menschen von der Eheschließung überzeugen. Das nationale Zentrum für Familienseelsorge startete in Großstädten eine Plakataktion mit dem Slogan «Zusammenleben ohne Trauschein ist Sünde». Der Leiter des Zentrums, Pfarrer Przemyslaw Drag, kritisierte in der Tageszeitung «Rzeczpospolita» (Mittwoch), dass sich immer mehr Polen aus Angst vor der Verantwortung für ihren Partner gegen eine Hochzeit entschieden.

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Irak: “Befreiung vom IS geht auch ohne US-Unterstützung”

Auschnitt aus einem Video zur Offensive vom irakischen Militär (ISF). heise.de

Zwei Drittel der 30.000 Soldaten, die von der irakischen Regierung mobilisiert wurden, um Tikrit der Kontrolle des IS zu entreißen, stellen schiitische Milizen, werden Angaben aus Führungskreisen der Milizen wiedergegeben. Auch US-Generalstabschef General Dempsey bestätigt dies und sieht in der starken Beteiligung schiitischer Milizen Positives für die Anti-IS-Kampagne, solange sie eine “glaubwürdige Vorstellung” abgeben. Zum Problem würde das erst, wenn sich dadurch die Konflikte zwischen Sunniten und Schiiten weiter aufschaukeln würden.


Von Thomas Pany|TELEPOLIS

Dempsey machte diese Angaben vor einem Senatsauschuss. Ganz sicher wollte er dort keine schlechte Figur abgeben. Tatsächlich gibt es nämlich schon ein paar Aspekte der Tikrit-Offensive, die von der amerikanischen Regierung und dem Militärkommando wahrscheinlich nicht so positiv gesehen werden. Sollten sich die schiitischen Verbände bei Kampf gegen den IS auszeichnen, so hätte dies wahrscheinlich Beschränkungen des amerikanischen Einflusses im Irak zugunsten des Einflusses aus Teheran zur Folge.

Mehrere Quellen wiesen in den letzten Tagen darauf hin, dass Qasim Suleimani, ein iranischer Kommandeur für Spezialeinsätze außerhalb des Landes, an der Offensive mitwirkt; als beteiligte schiitische Milizen werden u.a. aufgezählt die Badr-Brigade, die Hisbullah-Brigaden, Asaib al Haq, Milizen von Muqtada as-Sadr und die Kata’ib Sayyid al-Shuhada. Gemeinsam ist ihnen, dass sie sich allesamt bislang nicht gerade als Freunde der USA verstanden haben, sondern als entschiedene Gegner. Manche ihrer Führer stehen auf US-Terrorlisten und manche kämpfen auch in Syrien, aufseiten Baschar al-Assad.

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Österreich: Seit 2010 wurden 20 Millionen Euro an 1.400 Missbrauchsopfer ausbezahlt

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Fünf Jahre nach ihrer Einrichtung ist die Opferschutzanwaltschaft für Fälle von Gewalt und sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche weiterhin tätig: Das hat die Leiterin der Kommission, Waltraud Klasnic, am Mittwoch gegenüber dem Ö1-Mittagsjournal dargelegt. Weiterhin würden sich Betroffene von Missbrauch in der katholischen Kirche melden – allein 138 im Vorjahr, erklärte die frühere ÖVP-Politikerin, derzufolge die Kommission bisher rund 20 Millionen Euro an Opfer ausgezahlt hat.


kathweb

Die schwersten Missbrauchsfälle dürften bereits in den ersten Jahren bei der Kommission gemeldet worden sein, so Klasnics Einschätzung; sie glaube auch, “dass es Menschen gibt, die sich nie melden werden, weil sie es nicht können, oder weil sie vielleicht nicht mehr leben”. Schließlich habe eine Untersuchung gezeigt, dass es auch zahlreiche Suizide gegeben habe. Ihr sei immer bewusst gewesen, dass manche traumatisierte Menschen ein schweres Schicksal tragen; seit Beginn der Kommissionsarbeit könne sie verstehen, dass dies bis zur Arbeitsunfähigkeit gehen könne.

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Jesus’s House Identified, Except That Whether He Was Born There, Or Ever Lived There, Is “Impossible To Say”

Image. Friendly Atheist

Exciting stuff from FOX News:

Archaeologists working in Nazareth — Jesus’ hometown — in modern-day Israel have identified a house dating to the first century that was regarded as the place where Jesus was brought up by Mary and Joseph.


By Terry Firma|Friendly Atheist

I had to read that confusing, equivocating sentence a few times — in context — to understand what it means. Follow along:

[The house] was first uncovered in the 1880s, by nuns at the Sisters of Nazareth convent, but it wasn’t until 2006 that archaeologists led by Ken Dark, a professor at the University of Reading in the United Kingdom, dated the house to the first century, and identified it as the place where people, who lived centuries after Jesus’ time, believed Jesus was brought up.

Whether Jesus actually lived in the house in real life is unknown, but Dark says that it is possible.

“Was this the house where Jesus grew up? It is impossible to say on archaeological grounds,” Dark wrote in an article published in the magazine Biblical Archaeology Review. “On the other hand, there is no good archaeological reason why such an identification should be discounted.”

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Religionssoziologe: “Nicht einfach weiter machen wie bisher”

Foto:brightsblog

Foto:brightsblog

Eine Studie aus dem Bistum Münster zeigt: Viele Menschen sind unzufrieden mit ihrer Kirche. Prof. Michael Ebertz, Religionssoziologe der Uni Freiburg, nennt im domradio.de-Interview Möglichkeiten der Kirche, verlorengegangenes Vertrauen zurückzugewinnen.


Von Hilde Regeniter|domradio.de

domradio.de: Dass viele Menschen heute unzufrieden mit der katholischen Kirche sind, das ist wirklich keine Überraschung. Laut aktueller Studie sind quer durch alle Altersstufen 20 Prozent unzufrieden mit der Institution – denken Sie, dass die Münsteraner Ergebnisse in etwa übertragbar ist auf die katholische Kirche in Deutschland insgesamt?

Prof. Michael Ebertz (Religionssoziologe Uni Freiburg): Ich bin nicht ganz sicher. Sie wird zwar als repäsentativ bezeichnet, aber es sind Telefoninterviews, und schon bei Telefoninterviews weiß man, nicht jeder hat ein Telefon, jedenfalls nicht einen Festnetzanschluss. Die meisten jungen Leute haben heute Handys. Darum bin ich mir nicht ganz sicher, ob diese Übertragbarkeit gegeben ist. Das müsste man methodisch nochmal genau klären.

domradio: Hat sie an der Studie etwas besonders überrascht?

Prof. Michael Ebertz: Zum einen muss ich eine kritische Bemerkung machen. Es wird nach der Zufriedenheit gefragt, diese Studie nennt sich auch “Zufriedenheitsstudie”. Sie wird allerdings nur sehr vage abgefragt. Ich hätte schon bei einer Zufriedenheitsstudie erwartet, dass man da genauer hinschaut. Also, dass z.B. gefragt wird, wie erlebe ich die Einflussmöglichkeiten, die Möglichkeit, Anerkennung zu finden, oder wie zufrieden bin ich mit der Freundlichkeit, mit der Hilfbereitschaft, der Empathie. Das alles wird in den verschiedenen Dimensionen, die ganz wichtig sind, bei Zufriedenheitsstudien nicht abgefragt. Es wird sehr allgemein über die Zufriedenheit mit den Pfarrgemeinden und mit der Kirche als Institution gefragt. Von daher halte ich den Erkenntniswert in dieser Hinsicht relativ gering. Was mich aber am meisten überrascht hat, ist die massive Diskrepanz zwischen den Einschätzungen der Mitarbeiter und der befragten Katholikinnen und Katholiken hinsichtlich der karikativen Leistungsfähigkeit der Pfarrgemeinden. Das ist eine unglaubliche Diskrepanz und weist auf ein Krisenproblem hin.

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