Archiv der Kategorie: Fundamentalismus

“Luther regiert” – Gottesstaat Deutschland

merkel_ratze

Fast alle CDU-Spitzenpolitiker sind Protestanten. Entsprechend finden sich Gemeinsamkeiten zwischen der Unionspolitik und dem Ablauf einer EKD-Synode, stellt die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung fest.


pro Medienmagazin

Bundesinnenminister Thomas de Maizière gehört zum Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentags. Gesunheitsminister Hermann Gröhe ist Mitglied der EKD-Synode. Bundeskanzlerin Angela Merkel stammt aus einem evangelischen Pfarrhaus, und auch ihre Kollegen Volker Kauder, Ursula von der Leyen und Wolfgang Schäuble haben protestantische Wurzeln. Der einzige katholische CDU-Minister ist derzeit Kanzleramtschef Peter Altmaier.

„Luther regiert“ schreibt deswegen der Journalist Markus Wehner in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und versucht zu deuten, woran das liegt. So erklärt der Autor, der Protestantismus passe besser in die säkularisierte Gesellschaft: „Er ist moderner und individualistischer, offener und unbestimmter als das Katholische.“ Während der Katholizismus klare moralische Forderungen stelle, gehe es im Protestantismus mehr um die Beziehung des Einzelnen zu Gott.

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Protestantischer Preußenprinz entschuldigt sich für Völkermord an Armeniern

Der Ururenkel des letzten deutschen Kaisers in Döttingen: Philip Kiril Prinz von Preußen ist evangelischer Pfarrer und Vater von sechs Kindern. Foto: Ufuk Arslan

Mit einem ökumenischen Bußgottesdienst in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ist am Sonntagabend des Völkermords an den Armeniern gedacht worden. Bei dem Genozid an der christlichen Minderheit in der Türkei waren im Jahr 1915 bis zu eineinhalb Millionen Armenier, Chaldäer und Assyrer ums Leben gekommen. Den Gottesdienst feierten der armenisch-orthodoxe Erzbischof Karekin Bekdjian und der Ururenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., Pfarrer Philip Kiril Prinz von Preußen, mit mehreren hundert Christen aus Berlin und Brandenburg.


kathweb

“Seit dem Flugzeugabsturz vom 24. März wird uns grauenvoll vor Augen geführt, wozu ein einzelner Mensch fähig ist, sofern er sich nicht von tiefstem Herzen an Jesus Christus bindet”, sagte von Preußen in seiner Predigt. Der Mensch, der sich nicht von Gottes Hand helfen lasse, sei zu den schlimmsten Dingen fähig, “sei er Copilot, Krankenpfleger, Beamter oder Reichskanzler”.

Zwischen 1915 und 1918 wurden im damaligen Osmanischen Reich zwischen 300.000 und 1,5 Millionen Armenier ermordet. Historiker sprechen vom “ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts”. Das Deutsche Kaiserreich war im Ersten Weltkrieg mit dem Osmanischen Reich verbündet und wusste auch über die Massaker und Vertreibungen Bescheid, ohne dagegen einzuschreiten.

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Amnesty wirft Hamas Kriegsverbrechen im Gaza-Krieg vor

Spendenaufruf durch Erhat Toka auf Facebook. Screenshot:BB

Spendenaufruf durch Erhat Toka auf Facebook. Screenshot:BB

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft bewaffneten Palästinensergruppen wie der Hamas Kriegsverbrechen im jüngsten Gaza-Krieg vor. In dem 50-tägigen Konflikt zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas im Juli und August 2014 seien Tausende Raketen und Granaten auf Wohngebiete in Israel abgefeuert worden, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht.


derStandard.at

Dabei seien insgesamt sechs Zivilisten in Israel getötet worden, unter ihnen ein Vierjähriger. Auch auf palästinensischer Seite habe es durch den wahllosen Beschuss mit Raketen und Granatwerfern durch bewaffnete Gruppen zivile Opfer gegeben.

In einem Bericht aus dem Dezember hatte Amnesty auch Israel mögliche Kriegsverbrechen in den letzten Tagen des Gaza-Kriegs vorgeworfen. Der Direktor des Nahost- und Nordafrika-Programms bei Amnesty, Philip Luther, betonte, die Tatsache, dass auch von palästinensischer Seite Kriegsverbrechen verübt worden seien, entbinde Israel nicht von den Verpflichtungen des humanitären Völkerrechts.

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Slavoj Žižek „Blasphemische Gedanken“

Der gebürtige Slowene Slavoj Žižek vor der Frankfurter Skyline (Archivbild).

Slavoj Žižek sorgt mit seinem neuen Buch erneut bewusst für Verwirrung. „Blasphemische Gedanken“ heißt es, aber schon der Titel stimmt und stimmt doch nicht.


Von Arno Widmann|Frankfurter Rundschau

Der Titel stimmt und stimmt nicht. „Blasphemische Gedanken“ mögen es in den Augen der Gläubigen sein. Der gläubigen Muslime und derer, die an die Werte des Westens glauben.

Für Slavoj Žižek sind es einfach Gedanken, die ihm durch den Kopf gehen, wenn er etwa an den Schleier und das Schleierverbot denkt. Es sind Gedanken. Keine Argumentation. Žižek stellt sich nicht vor seine Leser und erklärt ihnen etwas. Er setzt sich hin und schreibt. Dabei fallen ihm Dinge ein, Lesefrüchte, Erinnerungen fliegen ihm zu. Wir Leser sind dabei. Wir kommen mit seinem Tempo nicht mit. Wir stolpern, finden übertrieben, was er da tut, lachen über unsinnig Erscheinendes und werden dann wieder gepackt von einer Assoziation. Wer etwas beigebracht bekommen möchte, der ist falsch bei Žižek. Wer dabei sein möchte, wie einer in Stemmschwüngen denkt, der hat seinen Spaß an dem slowenischen Philosophen.

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Dhaka: Erneut Blogger in Bangladesch brutal ermordet

We-Want-Islam

In Bangladesch ist ein 27-jähriger Blogger ermordet worden. Er wurde in der Hauptstadt Dhaka nach Angaben der örtlichen Polizei mit großen Messern zerstückelt. Erst kürzlich war ein Kollege von ihm ermordet worden.


SpON

Einen Monat nach der Ermordung des prominenten atheistischen Bloggers Avijit Roy ist in Bangladesch ein Kollege von ihm getötet worden. Der 27-jährige Washiqur Rahman sei am Morgen in der Hauptstadt Dhaka “mit großen Messern brutal zerstückelt worden”, sagte der örtliche Polizeichef Wahidul Islam der Nachrichtenagentur AFP.

Demnach ereignete sich der Mord im Bezirk Begunbari wenige hundert Meter vom Haus des Mannes entfernt. Unmittelbar danach seien zwei Verdächtige festgenommen worden, die versucht hätten zu flüchten.

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Gladbeck: Muezzin bedroht nicht die christlich-abendländische Kultur

muezzinrufIn Gladbeck (bei Essen) wird ab dem 20. April einmal täglich vom Minarett einer Moschee der Gebetsruf eines Muezzin zu hören sein


kath.net

Bürgermeister Ulrich Roland (SPD) teilte dies in einer Pressekonferenz mit dem Vereinsvorsitzenden der Moschee, Nadir Kahraman, mit. Sie gehört zum Dachverband Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB). Die beiden großen Kirchen wurden vorab nicht darüber informiert, sondern erfuhren es aus den Lokalmedien. Dieses Vorgehen stößt beim Superintendenten des Evangelischen Kirchenkreises Gladbeck – Bottrop – Dorsten, Dietmar Chudaska (Gladbeck), zwar auf Kritik. Wie er der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, begrüßt er aber die städtische Entscheidung, da jeder das Recht auf freie Religionsausübung habe. Chudaska: „Wir leben in einem Rechtsstaat, und die Stadt hat formal korrekt nach einem Prüfverfahren die Genehmigung erteilt. Ich hätte mich aber gefreut, wenn vor dem Ratsbeschluss eine öffentliche Debatte geführt worden wäre. Das ist eine vertane Chance, um diese Debatte zu versachlichen.“

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Kardinal vergleicht Homosexuelle mit Mördern, die nur nett tun

Raymond Leo Kardinal Burke , Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

In einem Interview vergleicht Kardinal Raymond Burke gläubige Homosexuelle mit Mördern, die nett tun, um die anderen Gläubigen hinters Licht zu führen. Und so die Todsünde hoffähig machen.


Von Dr. David Berger|Huffington Post

Der US-amerikanische Cardinal Raymond Burke gilt derzeit als die große Hoffnungsfigur der extrem konservativen und traditionalistischen Katholiken weltweit. Bezüglich moralischer und auch liturgischer Fragen ist er der entscheidende Gegenspieler von Papst Franziskus. Vergangenen November wurde der Kardinal daher wohl vom Papst zum Kardinalpatron des Malteserordens ernannt und so von Rom weg-befördert.

Sein neuer Job in dem kleinen europäischen Staat hat ihn jedoch nicht zum Schweigen gebracht, sondern führt dazu, dass er jetzt seine teilweise menschenverachtenden Thesen umso offener und radikaler ausspricht.

Homosexuelle tolerieren? Auf keinen Fall!

In einem Interview mit der konservativen Internetseite LifeSiteNews hat er sich nun zu den Versuchen, die kirchliche Sexualmoral zu modernisieren, geäußert. Auf die Frage des Journalisten, ob man nicht Homosexuelle, die als gläubige Katholiken und gute Christen leben, akzeptieren könne, antwortete Burke:

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«Pille danach»: Rasantes Ansteigen des Verkaufs nach Rezeptfreigabe

pille_danachDer Hersteller HRA Pharma sieht laut Branchendienst in Deutschland ein hohes Wachstumspotenzial von bis zu 2,4 Millionen Packungen pro Jahr. Davon sei man mit zuletzt 400.000 Packungen im Jahr noch sehr weit entfernt, so HRA-Deutschlandchef Czort.


kath.net

Nach der Entlassung aus der Rezeptpflicht verzeichnet der Verkauf der «Pille danach» ein rasantes Wachstum. Wie der Branchendienst «Apotheke adhoc» am Samstag in Berlin unter Berufung auf das Marktforschungsunternehmen IMS Health berichtete, wurden allein in den ersten zwei Wochen fast ein Drittel mehr Packungen als im Vorjahreszeitraum abgegeben.

Demnach wurden in der 12. Kalenderwoche 13.500 Packungen der «Pille danach» in den Apotheken verkauft. Hochgerechnet auf den ganzen Monat entspricht das 54.000 Packungen.

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Dodo Laun wünscht “bessere Gesprächskultur”

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Gegen Kritik an seiner Person hat sich der Salzburger Weihbischof Andreas Laun (72) in einem Interview mit der Tageszeitung “Kurier” (Sonntag) gewandt. Er vermisse die gute Gesprächskultur, wenn er den Eindruck habe, oft nur deshalb gefragt zu werden, “weil man Streit sucht”, erklärte Laun, der vor 20 Jahren zum Bischof geweiht wurde. Auch bei den polarisierenden Themen vertrete er statt seiner Privatmeinung “das, was die Kirche sagt. Und die Kirche ist nicht politisch korrekt”, so Laun.


kathweb

Viele würden eine “katholische Antwort” nicht hören wollen, doch betrachte er es als “Sünde”, würde er zu manchen Zeitströmungen schweigen, betonte Laun. Er verwies hier etwa auf die “Sexualisierung von Kindern in den Schulen” sowie auf die Abtreibung, die “für die Kirche Mord, in der EU ein Menschenrecht” sei. Er selbst wäre heute “wahrscheinlich abgetrieben” worden, bemerkte der Bischof – “weil ich mit einer Hasenscharte und einem Wolfsrachen geboren bin”.

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Bananenrepublik Bavaria

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Ein Bericht des Rechnungshofes von 2013 zeigt das subtile Zusammenspiel zwischen dem Finanzminister und einem damals noch einflussreichen CSU-Abgeordneten: Bei der Verlagerung zweier Behörden von München an die Donau wurden alle Regeln des Haushaltsrechts grob missachtet.


Von Stefan Mayr|Süddeutsche.de

Auf den ersten Blick klingt alles wunderbar. 57 Arbeitsplätze will der Freistaat Bayern von München nach Höchstädt an der Donau verlagern. Die Bewertungsstellen der Finanzämter München-Stadt und München-Land sollen künftig in der schwäbische Kleinstadt untergebracht werden. Hierfür hat der Freistaat ein Gebäude des ehemaligen Krankenhauses für exakt zwei Euro erworben. Dieses soll für etwa 18 Millionen Euro saniert werden – und hier beginnt der große Ärger. Der Oberste Rechnungshof (ORH) hat den Kauf der Immobilie geprüft und eine umfassende Liste an Beschwerden zusammengetragen. Der Süddeutschen Zeitung liegt der Prüfbericht des ORH vor – er fällt vernichtend aus: “Die Planungen gehen am tatsächlichen Bedarf vorbei”, stellt der ORH fest, das Finanzministerium habe “die haushaltsrechtlichen Vorgaben ignoriert.”

Der ORH hat seinen Prüfbericht dem Finanzministerium bereits Ende 2013 vorgelegt – mit der Bitte um Stellungnahme. Heute sind 15 Monate vergangen, doch Söders Haus hat bis heute noch nicht geantwortet. Warum? Finanzminister Markus Söder (CSU) will sich auf Anfrage der SZ jedenfalls nicht zu diesem Thema äußern.

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Die Botschaft vom Kreuz: Keine Wellness-Religion

Nein Danke. Brauchen wir nicht.  Image. Godless Atheists/FB

Nein Danke. Brauchen wir nicht.
Image. Godless Atheists/FB

Das Kreuz Christi ist Provokation und spaltet die Christen in zwei Lager, schreibt FAS-Autor Christian Feldmann. Dabei werde das wichtigste allzu oft vergessen: Jesu Auferstehung. „Er lebt bis heute“, ist Feldmann überzeugt.


pro Medienmagazin

Die Hinrichtung Jesu sei unfassbar grausam gewesen, erklärt der Autor in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS). Ausführlich beschreibt Feldmann, wie sich der Tod Jesu vollzogen hat und welche Qualen dieser am Kreuz ausstand. Als „teuflische Quälerei“ bezeichnet er den Kreuzestod. Es gebe kaum eine Art, qualvoller zu sterben. Der Tod durch Kreuzigung habe in der Antike als erniedrigendste aller Todesstrafen gegolten. Unzählige Verbrecher starben auf die gleiche Weise wie Jesus. „Warum hat man diesen Gekreuzigten nicht vergessen – und mit ihm das Kreuz, das nicht nur Höhepunkt grausamer Strafjustiz markiert, sondern zu den Ursymbolen der Menschheitskultur gehört?“, fragt Feldmann.

Der Autor findet eine Antwort in der „ambivalenten Botschaft“, die Jesu Tod vermittle und die bis heute provoziere. Einerseits drücke Jesu Opfer eine „menschenfreundliche Tradition von Solidarität zwischen Schöpfer und Geschöpf und von stellvertretendem Leiden“ aus. Andererseits lasse der Kreuzestod auch „das fragwürdige Bild eines rachsüchtigen, unbarmherzigen, auf Sühne und Strafe sinnenden Gottes“ aufkommen.

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GOP’s Carly Fiorina: Economy is suffering because workers are ‘watching porn all day long’

Carly Fiorina speaks to Fox News (screen grab)

Former Hewlett Packard CEO Carly Fiorina, who is expected to announce a campaign for president, said over the weekend that she could improve the economy by cutting federal worker pay because they were “watching porn all day long.”


By David Edwards|Raw Story

In a Sunday interview with Fox News host Chris Wallace, Fiorina said that there was a “higher than 90 percent” chance that she would become a Republican presidential candidate.

The former HP CEO explained that she would make a formidable candidate “because I understand technology: a transformational tool, because I understand bureaucracies, how they work and how you need to change them. And our government is a huge bureaucracy.”

According to Fiorina, the United States was “destroying more businesses than we are creating” for the first time in U.S. history under President Barack Obama’s administration.

“Washington, D.C. has become a vast and unaccountable bureaucracy. It’s been growing for 40 years,” she opined. “We have no idea how our money is spent.”

Fiorina said that she had two prong plan for boosting the economy by reforming the federal government.

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Wie Pegida gegen den Koran kämpfen will

Bild: pegida/FB, Screenshot:BB

Bild: pegida/FB, Screenshot:BB

Die Anti-Islam-Bewegung Pegida will Rechtspopulisten aus ganz Europa auf ihre Kundgebungen in Sachsen holen – und mit einem Förderverein ihre Aktivitäten auf dauerhafte sichere finanzielle Grundlage stellen.


Von Matthias Meisner und Lars Radau|DER TAGESSPIEGEL

Für Pegida war es ein Vorgeschmack. auf den Gastauftritt des niederländischen Islam-Hassers Geert Wilders am 13. April in Dresden. Am vergangenen Freitag war der Rechtspopulist Gast bei der einer Veranstaltung der rechtspopulistischen FPÖ in der Wiener Hofburg – und die Dresdner Anti-Islam-Bewegung war ganz begeistert.

“Wir werden diesem mutigen Mann an der Spitze des europäischen Widerstands gegen die Islamisierung unsere volle Unterstützung zeigen und seinen Mut honorieren”, schrieb Pegida auf ihrer Facebook-Seite mit Blick auf die Dresdner Kundgebung am Montag nach Ostern, zu der Zehntausende mobilisiert werden sollen. Und zitierte aus der Wilders-Rede: “Der Islam wurde an den Toren Wiens besiegt. … Unsere deutliche Botschaft an den Islam ist: Wir werden den Islam besiegen!”

Nach Wien eingeladen hatte das Freiheitliche Bildungsinstitut und der FPÖ-Bundesobmann Heinz-Christian Strache.

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ISIS-Rückkehrer: »Ich hatte falsche Freunde«

Bild: oe24.at

Der 16-jährige Wiener Oliver N. floh von seinem Einsatz für die ISIS-Terroristen zurück nach Wien.


Von Iris Brüggler|oe24.at

Noch liegt Oliver N. (16) in der Sonderkrankenanstalt der Justizanstalt Wien-Josefstadt. Vergangene Woche ist der Wiener von seinem Einsatz bei den ISIS-Terroristen in Syrien zurück nach Österreich geflohen. ÖSTERREICH am SONNTAG wollte wissen, wie Oliver N. jetzt über seinen ISIS-Einsatz denkt und bat dessen Anwalt, Werner Tomanek, Fragen an Oliver N. zu übermitteln. Das sagt der ISIS-Aussteiger:

ÖSTERREICH: Wie froh sind Sie darüber, wieder in Österreich zu sein?
Oliver N.: Ich bin sehr froh, dass ich es geschafft habe, wieder nach Österreich zurückzukehren und dass der ganze Spuk endlich vorbei ist.

ÖSTERREICH: Wie geht es Ihnen?
Oliver N.: Obwohl ich jetzt inhaftiert bin, geht es mir deutlich besser als in den letzten Monaten, insbesondere seit ich bei einem Bombentreffer schwer verletzt worden bin.

ÖSTERREICH: Bereuen Sie, dass Sie für die ISIS gekämpft haben?
Oliver N.: Ich habe niemals für die ISIS gekämpft, ich habe auch keine Kampfausbildung erhalten. Ich war ­lediglich drei Tage als Rettungsfahrer im Kampfgebiet eingesetzt.

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Wenn deutsche Schulmädchen ins IS-Beuteschema passen

Diese Frauen mit Gewehren in einem IS-Propagandavideo gehören angeblich der Al-Chansaa-Brigade an. Al-Chansaa bedeutet “Gazelle”. Es ist eine IS-Kampfeinheit, die nur aus Dschihadistinnen besteht Foto: dpa

Die Terrortruppe IS wirbt offensiv um junge Frauen und Mädchen – auch in Deutschland. Im Internet kursieren “Reiseführer”. Mit Erfolg. Mehr als 70 Frauen sind bereits in die Kampfgebiete gereist.


DIE WELT

Die junge Frau veränderte sich schnell. Sie ging auf einmal oft in die Moschee, las Bücher über den Islam, fing an, sich zu verschleiern. Sie begann, die Eltern zu kritisieren für deren liberalen Lebensstil, suchte im Internet nach neuen Vorbildern und tauchte tief in die salafistische Szene ein. In einer Facebook-Gruppe lernte die Muslimin zwei andere junge Frauen kennen, die ihr vom Leben im Islamischen Staat vorschwärmten und ihr einflüsterten, auch sie müsse diesen Weg gehen. Ein paar Wochen später verschwand sie aus ihrem Elternhaus in Deutschland – Richtung Syrien.

“Die junge Frau hat ins ‘Beuteschema’ gepasst. Die IS-Propaganda hat sie angesprochen”, sagt Florian Endres von der Beratungsstelle Radikalisierung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Bei seinem Team landete der Fall der jungen Muslimin.

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Religiöse Toleranz im Alten Ägypten

Die Symbole Halbmond, Menora und Kreuz schmücken im Bode-Museum in Berlin eine Wand auf dem Weg zur Ausstellung “Ein Gott – Abrahams Erben am Nil”. (picture-alliance / dpa / Stephanie Pilick)

Es geht auch friedlich: Die Ausstellung “Ein Gott – Abrahams Erben am Nil” im Berliner Bode-Museum zeigt das alltägliche Miteinander von Juden, Christen und Muslimen. In Ägypten ging es bis zum Mittelalter dabei erstaunlich tolerant zu.


Von Rocco Thiede|Deutschlandradio Kultur

Abraham, der Urvater und Archetypus für den Glauben an den einen Gott ist Titelgeber der Ausstellung “Ein Gott” im Berliner Bode-Museum. Er ist das Bindeglied zwischen Judentum, Christentum und Islam. Friederike Seyfried leitet seit 2009 als Direktorin das Ägyptischen Museum der Staatlichen Museen zu Berlin. Die Ägyptologin ist eine der Kuratorinnen des über fünf Jahre geplanten Ausstellungsvorhabens. Frau Seyfried erläutert, wie es zur Ausstellungsidee “Ein Gott –Abrahams Erben am Nil: Juden, Christen und Muslime in Ägypten von der Antike bis zum Mittelalter kam:

Das Christentum in Ägypten existiert nicht ohne den Islam und beide existieren nicht ohne das Judentum. Da die Geschichte der drei Offenbarungsreligionen am Nil eine der längsten gemeinsamen Geschichten hat, haben wir uns überlegt, wir wollen eine Ausstellung machen, aber zu allen drei Religionen.”

Der Titel der Ausstellung “Ein Gott – Abrahams Erben” ist ganz bewusst gewählt und Programm. Das unterstreicht auch Friederike Seyfried:

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Italien weist Imam wegen islamistischer Propaganda aus

Der italienische Innenminister Angelino Alfano begründete die Ausweisung des Imam APA/EPA/GIUSEPPE LAMI

Der Imam einer Moschee in der toskanischen Stadt Lucca ist wegen fundamentalistischer Propaganda aus Italien ausgewiesen worden. Der Beschluss sei aus Sicherheitsgründen gefasst worden.


religion.ORF.at

Der Marokkaner habe eine Gefahr für die öffentliche Ordnung dargestellt, teilte der italienische Innenminister Angelino Alfano am Samstag mit.

Beweise für Propaganda gefunden

Der Marokkaner sei in Lucca festgenommen und nach Rom gebracht worden, wo er in ein Flugzeug in Richtung Marokko eingestiegen sei. „Wir haben unbestreitbare Beweise gefunden, dass der Imam fundamentalistische Propaganda betrieb. In unserem Land darf niemand zum Hass aufhetzen“, berichtete Alfano.

Nach dem Anschlag in Tunis, bei dem 21 Menschen, darunter vier Italiener, ums Leben gekommen sind, hat Italien die Anti-Terrorismusvorkehrungen drastisch verschärft. In den letzten Wochen habe Italien aus Sicherheitsgründen 26 Ausländer aus Italien ausgewiesen.

Herrenmensch: “Unsere Lebensregeln gelten für alle”

Heinz Buschkowsky war fast 15 Jahre lang Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln. (imago/Müller-Stauffenberg)

Der scheidende Bürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD), kritisierte im Deutschlandfunk das Bundesverfassungsgericht, das ein pauschales Kopftuchverbot für Lehrerinnen untersagt hatte. Die Richter hätten keine Ahnung, wie es in vielen Stadtvierteln zugehe. Sie stützen die falsche Botschaft: Die Frau habe zu gehorchen, sie sei das Eigentum ihres Mannes.


Interview mit Christoph Heinemann|Deutschlandfunk

Christoph Heinemann: Herr Buschkowsky, was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie in dieser Woche die Nachricht vom Absturz der Germanwings-Maschine hörten und auch die, über die mutmaßliche Ursache?

Heinz Buschkowsky: Ich glaube, im ersten Moment geht vielen Menschen überhaupt nichts durch den Kopf – mir auch nicht. Es entsteht eine gewisse Leere und man fragt sich: ‘Hast du das eben richtig verstanden?’ Dann kommen die ersten schrecklichen Details: Eine Schulklasse ist an Bord gewesen, es wird mit Sicherheit überhaupt keine Überlebenden geben. Und später: Die Maschine ist quasi atomisiert worden, es wird schwer werden, überhaupt irgendwas zu identifizieren. Das sind so Dinge, die man sich ja nicht vorstellen kann. Ich glaube, das ist auch gut so – man will sie sich auch nicht vorstellen. Wenn man dann die Bilder sieht aus der Schule, wenn man dann die Bilder sieht der Angehörigen und dann heute zur Kenntnis nehmen muss, dass alle Anzeichen dafür sprechen, dass es sich um einen gezielten Suizid handelt, bei dem man huckepack nochmal 149 Menschen mit in den Tod reißt, dann bleibt eigentlich nur eine einzige Frage: Was war das denn? Und kann eigentlich das Denken eines Menschen sich so pervertieren, dass es ihm egal ist, dass er junge Menschen, die am Beginn ihres Lebens stehen, einfach in den Tod reißt. Also da muss eine solche Kurzschlusshandlung vorgefallen sein, die einem normalen Menschen völlig verschlossen ist. Also dieses minutenlange Schweigen, obwohl ja ihm klar war, was passiert, deutet darauf hin, dass der Mensch sich völlig aus der Realität verabschiedet hatte.

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Schönborn: ‚Rücktritt von Franziskus ist denkbar‘

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild

Wiener Erzbischof zu kommenden Bischofsernennungen in Österreich: „Es sollen Personen mit Gespür für die Menschen sein.“


kath.net

Papst Franziskus hat mit seiner Aussage aufhorchen lassen, sein Pontifikat werde nur kurz dauern. Im großen ÖSTERREICH am SONNTAG-Interview sagt Kardinal Christoph Schönborn nun ganz offen: “Ein Rückstritt von Papst Franziskus ist denkbar”. Ihn, so Schönborn, der sich oft im Vatikan aufhält und von Franziskus als Aufseher für die Vatikanbank eingesetzt wurde, hätten die Ausführungen des Papstes nicht überrascht: “Ich habe ähnliche Aussagen von ihm schon früher gehört. Er ist 79 Jahre alt. Er hat nur einen Lungenflügel. Er spart seine Kräfte nicht. Er gibt sich voll und ganz hin für seinen Dienst. Dass er dieses Empfinden hat und es auch ausspricht, ist typisch für seinen Stil: Er sagt, was er denkt. Papst Franziskus hat in diesem Zusammenhang die Möglichkeit des Rücktritts genannt wie ihn sein Vorgänger Papst Benedikt gewählt hat.

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Indiana erlaubt Dienstleistungsverweigerung aus Gewissensgründen

cartoon-herzKeine Hochzeitstorten einer christlichen Bäckerei mehr an gleichgeschlechtliche Paare.


kath.net

Der Bundesstaat Indiana hat ein Gesetz beschlossen, das es erlaubt, Dienstleistungen aus religiösen Gründen zu verweigern. Medienberichten zufolge unterzeichnete der republikanische Gouverneur von Indiana, Mike Pence, am Donnerstag (Ortszeit) den «Religious Freedom Restoration Act».

Künftig können sich demnach etwa Bäckereien weigern, Hochzeitstorten an gleichgeschlechtliche Paare zu liefern. Die katholische Kirche in Indiana unterstützt das Gesetz, das in ähnlicher Form auch in anderen Bundesstaaten gilt. Die Demokraten hatten im Parlament gegen das Gesetz gestimmt.