Archiv der Kategorie: Fundamentalismus

Finanzgeschäfte im Vatikan: 350 verdächtige Fälle

Bild: tilly
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Die vatikanische Finanzaufsicht AIF hat im Jahr 2015 350 verdächtige Transaktionen gemeldet, im Jahr davor waren es 147, geht aus dem am Freitag veröffentlichten Jahresbericht der Behörde hervor. Der Verdacht lautete meist auf Betrug, Geldwäsche und gravierende Steuerhinterziehung.

derStandard.at

Die Daten zeigten, dass der Vatikan über ein effektives System zur Meldung verdächtiger finanzieller Transaktionen verfüge, betonte der vatikanische Staatsanwalt Gian Piero Milano in seinem Jahresbericht über die vatikanischen Justiz am Samstag.

Gegründet war die “Autorita di Informazione Finanziaria” (AIF) im Dezember 2010 von Papst Benedikt XVI. worden, um die Finanzgeschäfte im Vatikan transparenter zu machen und internationalen Standards anzupassen. Im April 2011 hatte die Behörde ihre Arbeit aufgenommen. Vor allem die Vatikanbank IOR war wegen des Verdachts auf Geldwäsche wiederholt in die Schlagzeilen geraten.

Säurenheiliger Pio bewegt die Massen

In langen Schlangen warten die Menschen auf eine „Begegnung“ mit dem Wunderheiler. Foto: dpa
Rom kennt derzeit nur ein Thema: Padre Pio. Noch bis Aschermittwoch ist der Leichnam des italienischen Heiligen im Petersdom zu sehen. Das beschert Rom im Heiligen Jahr endlich Besucherströme.

Von Regina Kerner|Frankfurter Rundschau

Bisher war das von Papst Franziskus ausgerufene Heilige Jahr eher ein Flop, jedenfalls was die Zahl der Pilger und Rom-Touristen angeht. Der Andrang ist längst nicht so groß wie erwartet, die Hoteliers klagen über Absagen, viele Gäste hätten Angst vor Anschlägen, heißt es. Aber – Padre Pio hilf! – jetzt sorgt der konservierte Leichnam des populärsten Heiligen Italiens für vorübergehenden Aufschwung. Acht Tage lang, noch bis Aschermittwoch, wird er in Rom ausgestellt und mehr als 70 000 seiner Verehrer wollen ihn sehen.

Der Schrein mit dem aufgebahrten Wunderheiler, Weissager und Beichtvater für die Massen war am Mittwoch aus dem süditalienischen Wallfahrtsort San Giovanni Rotondo nach Rom geschafft worden. Polizeieskorten flankierten ihn, sogar eine Flugverbotszone wurde während des 500 Kilometer weiten Überland-Transports eingerichtet. Auch Italiens Hauptstadt hat aufgerüstet für die Reliquien-Show. Etwa tausend Sicherheitskräfte sind im Einsatz, die Pilgerschlangen müssen Metalldetektoren durchschreiten, Anti-Terroreinheiten durchsuchten die Kanalisation rund um die Prozessionsroute auf Sprengsätze, ganze Straßenzüge sind gesperrt. Ein Aufwand wie bei einem Staatsbesuch.

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Kardinalstaatssekretär Parolin: Keine Reform des Zölibats geplant

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Parolin: Er wisse auch nicht, wie man das Versprechen katholischer Priester, ehelos zu leben,«reformieren» könne.

kath.net

Eine Reform des Zölibats steht nach Worten von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin derzeit nicht auf der Agenda des Papstes. «Nicht, dass ich davon wüsste», sagte er am Samstag am Rande eines Vortrags in Rom. Im Übrigen wisse er auch nicht, wie man das Versprechen katholischer Priester, ehelos zu leben,«reformieren» könne. Das Problem des Priesterrückgangs hänge unmittelbar mit der Bevölkerungsentwicklung insbesondere in der westlichen Welt zusammen. Auch bei Anglikanern, deren Priester verheiratet sein können, bestünden diese Probleme.

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Religiöse Atomkraftgegner und Juristen wollen sich verbünden

Bilder: wikipedia, Montage bb
Bilder: wikipedia, Montage bb
Anlässlich des fünften Jahrestags der Atomkatastrophe von Fukushima am 11. März wollen sich Vertreter von Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie Juristen gegen die Nutzung der Atomkraft stärker verbünden.

evangelisch.de

Zur Tagung “Recht und Religion gegen atomare Risiken” treffen sie sich vom 9. bis 11. März in Frankfurt am Main. Die Referenten kommen aus Europa, Nordamerika, Japan und Korea, wie der Referent für Friedensbildung im evangelischen Zentrum Ökumene, Wolfgang Buff, dem epd sagte.

Ziel der Tagung sei, Atomkraftgegner aus verschiedenen Milieus zusammenzuführen, um gegen die atomare Kette vom Uranabbau bis zur Endlagerung des Strahlenmülls vorzugehen. In diesem Jahr erinnere die Tagung auch an den 30. Jahrestag der Explosion des Atomkraftwerks im ukrainischen Tschernobyl am 26. April.

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“Jeder Aggressor wird in hölzernem Sarg wiederkehren”

Syriens Außenminister Walid al-Moallem tritt in Damaskus mit harten Worten vor die Presse. Er warnt Saudi-Arabien vor dem Eingreifen in den Bürgerkrieg: “Wir bedauern, dass diejenigen, die das tun, in Särgen in ihre Länder zurückkehren”, so Moallem. Quelle: Die Welt
Drastische Worte des syrischen Außenministers Walid al-Moallem: Die saudische Regierung sei “übergeschnappt”, wenn sie Bodentruppen auf syrisches Gebiet schickt. Die Drohung gilt auch anderen Ländern.

DIE WELT

Die syrische Regierung warnt Saudi-Arabien vor einem Eingreifen in den Bürgerkrieg. Jeder Angriff auf syrisches Gebiet ohne Zustimmung seiner Regierung sei ein Akt der Aggression, sagte Außenminister Walid al-Moallem am Samstag in Damaskus. Syrien werde entsprechend reagieren. Bodentruppen, die das Land beträten, würden in Holzsärgen heimkehren. Für die herkömmliche Logik sei es schwer vorstellbar, dass Saudi-Arabien Truppen nach Syrien schicke. Die saudische Führung sei jedoch “übergeschnappt”.

“Wir versichern, dass jeder Aggressor in einem hölzernen Sarg in sein Land wiederkehren wird”, sagte der syrische Außenminister am Samstag nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Sana.

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Scharfe Kritik an Kölner Pfarrern wegen Spende von Bordellbesitzer

Bild: tilly
Bild: tilly
Eine angekündigte Spende eines Bordellbesitzers an evangelische Pfarrer in Köln sorgt bei Kirche und Frauenverbänden für Empörung.

evangelisch.de

Die rheinische Landeskirche und der evangelische Frauen-Dachverband efir distanzierten sich im “Kölner Stadtanzeiger” von der Annahme einer in Aussicht gestellten Spende für soziale Projekte. Einer von offenbar zwei betroffenen Theologen hatte einen “Wohltätigkeitsabend” in dem Bordell besucht und die angekündigte Spende in Höhe von 8.500 Euro begrüßt.

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Uni schließt Raum der Stille nach Schwierigkeiten mit Muslimen

TU Dortmund: Muslimische Männer hatten Frauen den Zugang nur zu einem abgetrennten Bereich erlaubt – Flyer empfahl Frauen Kopftuchtragen und Parfumverzicht – Rektorat: “Gleichberechtigung von Mann und Frau ist ein unantastbarer Kernbereich”

kath.net

Mehrfach wurden „weibliche Besucher des Raumes am Eingang von männlichen muslimischen Nutzern abgefangen und darauf hingewiesen, dass sie nur Zugang zu einem kleineren, optisch und tatsächlich abgegrenzten Raumteil hätten, der größere Raumteil sei nur Männern vorbehalten.“ Dies beschreibt die Technische Universität Dortmund Beschwerden über das Verhalten muslimischer Studenten im hochschuleigenen „Raum der Stille“ im Physikgebäude des Campus. Das Rektorat gab nun bekannt, dass man dieses Angebot nicht länger aufrechterhalten werde, der Raum werde einer anderen Nutzung zugeführt. Die Technische Universität begründet ihre Entscheidung damit, dass dies ein „unter keinen Umständen hinnehmbarer Verstoß“ gegen „Art. 3 unseres Grundgesetzes (u. a. Gleichberechtigung von Mann und Frau)“ sei, was sie „zu einem unverzüglichen Handeln gezwungen“ habe. „Vor diesem Hintergrund betrachten wir den Versuch, einen neutralen und allen Glaubensrichtungen in gleicher Weise zur Verfügung stehenden ‚Raum der Stille‘ zu schaffen, leider als gescheitert“, erläuterte das Rektorat in einem Brief an Beschwerdeführer vom 3.2.2016.

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Erben der bayerischen Könige kassieren immer noch Millionen

Königstreu bis ins 21. Jahrhundert: ein Trachtler zwischen Fahnen mit Bildern von König Ludwig II. (Foto: dpa)
Das Geld wird nach einem geheimen Schlüssel aufgeteilt. Der größte Einzelanteil fließt an das Oberhaupt: Franz von Bayern.

Von Kassian Stroh|Süddeutsche.de

Auch knapp 100 Jahre nach dem Ende der Monarchie in Bayern ist es höchst lukrativ, der ehemaligen Herrscherfamilie der Wittelsbacher anzugehören. Nach Recherchen der Süddeutschen Zeitung kommt sie jedes Jahr in den Genuss von knapp 14 Millionen Euro, die der Wittelsbacher Ausgleichsfonds (WAF) ausschüttet. Diese Stiftung wurde im Jahr 1923 vom Freistaat Bayern errichtet, um die Mitglieder des Hauses Wittelsbach weiterhin zu alimentieren.

Das Geld fließt an den Chef des Hauses, Franz Herzog von Bayern, und an die Chefs der verschiedenen Linien der Familie, die es dann innerhalb ihrer Linie weiterverteilen. Die genauen Schlüssel sind geheim, den mit Abstand größten Einzelanteil erhält Franz von Bayern.

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Dabrock: Kirche muss Homo- und Transphobie aufdecken

Bild: bpb.de
Bild: bpb.de
Der Erlanger Theologieprofessor Peter Dabrock hat evangelische Christen dazu aufgerufen, homo- und transsexuelle Menschen zu akzeptieren. Eine Rede von “Sünde” in diesem Zusammenhang dürfe es in der Kirche nicht geben.

Von Anne Kampf|evangelisch.de

Dabrock erläuterte auf der Konferenz “Transsexualität. Eine gesellschaftliche Herausforderung im Gespräch zwischen Theologie und Neurowissenschaften” in Frankfurt am Main seinen Ansatz einer theologischen Ethik, die nicht auf einzelnen Bibelstellen, sondern auf bestimmten biblischen Kriterien basiert.

Mit Blick darauf, dass oft einzelne Verse herangezogen werden, um nicht-hetero-Sexualität zu verurteilen, sagte der Professor für Systematische Theologie: Statt einer willkürlichen “Wie-es-mir-beliebt-Vernutzung der Bibel” müsse es darum gehen, “primär die Grundperspektive der liebenden Zuwendung Gottes zu den Menschen in den Blick zu nehmen”.

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Foltervorwürfe: Pentagon veröffentlicht 200 Fotos von misshandelten US-Gefangenen

Das Pentagon hat 200 Fotos freigeben müssen. Die Bilder zeigen Gefangene in Afghanistan und im Irak, die von US-Soldaten misshandelt wurden. Weitere 2000 Aufnahmen halten die Militärs aber noch unter Verschluss.

SpON

Nach jahrelangem Rechtsstreit hat das Pentagon am Freitag etwa 200 Fotos veröffentlicht, die die Misshandlungen von Gefangenen durch US-Militärs in Afghanistan und im Irak dokumentieren. Die Bilder sind in den Jahren 2001 bis 2009 entstanden und waren Teil von mehreren Untersuchungen, in denen es um Folter– und Misshandlungsvorwürfe ging. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend, darunter der “Guardian” und “Newsweek”.

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Dodo Marx für Begrenzung der Flüchtlingszahlen

Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,
Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,

Deutschland könne nicht alle Notleidenden der Welt aufnehmen, sagt Kardinal Marx, Oberhaupt der deutschen Katholiken. Vehement wendet er sich aber gegen den Schusswaffengebrauch gegenüber Flüchtlingen.

DIE WELT

Das Oberhaupt der deutschen Katholiken, der Münchner Kardinal Reinhard Marx, hat sich dafür ausgesprochen, die Zahl der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge zu begrenzen. “Auch als Kirche sagen wir: Wir brauchen eine Reduzierung der Flüchtlingszahlen”, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz der “Passauer Neuen Presse”. Deutschland könne “nicht alle Notleidenden der Welt aufnehmen”.

Es gehe bei der Aufnahme von Flüchtlingen “nicht allein um Barmherzigkeit, sondern auch um Vernunft”, sagte Marx. Er sprach sich aber gegen eine Beschränkung des deutschen Asylrechts aus. “Jeder, der europäischen Boden betritt, muss anständig behandelt werden und ein faires Verfahren erhalten”, sagte der Erzbischof von München und Freising. Die Grenze Europas dürfe “keine Grenze des Todes sein”.

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Wollte dieser Mann ein Massaker in Berlin anrichten?

Der am Donnerstag festgenommene Algerier Farid A. (Foto: AFP)
Vor allem wegen der Fotos des Verdächtigen nehmen die Behörden den Terrorverdacht in Berlin sehr ernst. Sie sind sicher: Der IS nutzt die Balkanroute zum Einschleusen von Kämpfern.

Von Georg Mascolo|Süddeutsche.de

Bis zum Herbst des vergangenen Jahres schien der Flüchtlingsstrom vor allem eine Herausforderung zu sein. Aber keine Bedrohung. Akribisch hatten Bundesnachrichtendienst, Verfassungsschutz und Polizei die vielen eingehenden Hinweise abgearbeitet, dass sich Terroristen unter den Schutzsuchenden verbergen  könnten.

Experten des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) berichteten vor Abgeordneten des Bundestags, man sei allen Spuren nachgegangen, aber keine einzige von ihnen habe sich bestätigen lassen. Man könne zwar für die Zukunft keine Szenarien ausschließen, aber bisher gebe es keinerlei Beleg für die damals schon dutzendfach verbreitete  These, dass sich Terroristen unter die Flüchtlinge mischen würden.

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Satanists Have Trolled A Major City Into Submission

Image: Matt Anderson/Friendly Atheist
Image: Matt Anderson/Friendly Atheist

Phoenix, Arizona will no longer begin its city council meetings with a prayer, a reform the council adopted in order to prevent a Satanic Temple member from offering such an opening invocation.

By Ian Hillhiser|ThinkProgress

The move follows a 2014 Supreme Court decision that, ironically, was widely viewed as a huge blow to the separation of church and state when it was handed down. That impression, however, did not anticipate the Satanic Temple’s efforts to troll lawmakers who wish to begin their meetings with an endorsement of religion.

Town of Greece v. Galloway involved a town in upstate New York that invited local clergy to open its board meetings with an invocation. With a few exceptions, these prayers were delivered by Christian ministers, and many of them had overtly Christian themes. Nevertheless, a bare majority of the justices concluded that this arrangement did not violate the Constitution. “That nearly all of the congregations in town turned out to be Christian does not reflect an aversion or bias on the part of town leaders against minority faiths,” Justice Anthony Kennedy wrote for the Court. “So long as the town maintains a policy of nondiscrimination, the Constitution does not require it to search beyond its borders for non-Christian prayer givers in an effort to achieve religious balancing.”

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Glauben : Wo ist Gott? – Kreationismus

Expansion des Universums und Entwicklungsstadien als Modell (Bild: NASA / WMAP Science Team, Public Domain)
Expansion des Universums und Entwicklungsstadien als Modell (Bild: NASA / WMAP Science Team, Public Domain)
Wenn es um den Sinn des Lebens geht, stehen sich Religion und Wissenschaft meist als Widersacher gegenüber. Völlig zu Unrecht, findet Martin Nowak, Professor für Evolutionsbiologie in Harvard. Ein Gespräch über sein Vertrauen in Gott und in die Naturgesetze.

Interview: Andreas Lebert und Christian Schwägerl|ZEIT ONLINE

Charles Darwin hat Theologie studiert und sollte auf Wunsch seines Vaters Geistlicher werden. Doch nach seiner epochalen Forschungsreise wuchsen Darwins Zweifel an der christlichen Lehre, er bezeichnete sich später als Agnostiker. Viele prominente Evolutionsbiologen unserer Zeit distanzieren sich viel deutlicher vom Glauben als Darwin. Nicht so Martin Nowak, einer der weltweit führenden Forscher auf diesem Gebiet. Wir treffen den Harvard-Professor in seinem Geburtsort Klosterneuburg bei Wien, wo er zu Besuch ist. Dort ist in den vergangenen Jahren das österreichische Institute of Science and Technology entstanden, ein Ort der Spitzenforschung, für den Nowak als Berater wirkt. Auf den Fluren laufen einem dort Ameisenforscher, Immunexperten, Robotiker und Physiker über den Weg. Nur in einem Raum geht es an diesem Nachmittag nicht um Spitzenforschung, sondern um ein Glaubensbekenntnis.

ZEIT Wissen: Herr Nowak, was macht Ihnen Angst?

Martin Nowak: Was mir Angst macht, ist, dass wir Menschen die Möglichkeit haben, Böses zu tun.

ZEIT Wissen: Lässt das Böse in der Welt Sie an Gott zweifeln?

Nowak: Augustinus zufolge ist die Natur Gottes, dass er das Gute auch aus dem Bösen erschaffen kann. Das Böse hat nicht die gleiche Existenz wie das Gute.

ZEIT Wissen: Sie sind Professor für Biologie und Mathematik an der Universität Harvard und leiten ein Programm für Evolutionsbiologie. Zugleich sind Sie gläubiger Katholik. Passt das zusammen?

Nowak: Sehr gut. Es gibt keinen Widerspruch zwischen Naturwissenschaft und christlicher Weltanschauung.

ZEIT Wissen: Das sehen oder sahen viele Ihrer sehr bekannten Kollegen in der Biologie anders, von denen einige große Namen behaupten, Wissenschaft und Glauben seien komplett inkompatibel.

Nowak: Aber die Argumente, die dabei vorgebracht werden, sind nicht wissenschaftlich, sondern subjektive Weltanschauungen. Sie liefern keinen Beweis, ob es Gott gibt oder nicht. Die Existenz Gottes kann man nicht wissenschaftlich prüfen. Jetzt zu sagen, ich interpretiere die wissenschaftlichen Beobachtungen, als ob sie zeigen würden, dass es Gott nicht gibt, das ist nicht wissenschaftlich. Das ist selbst eine Art von Religion. Eine Religion des Atheismus. Diese Haltung ist unter Biologen aus irgendeinem Grund häufiger verbreitet als unter Mathematikern und Physikern.

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Das Gender-Paradoxon 2016 von U. Kutschera vor der Auslieferung

Bild: RDF
Da in den letzten Wochen immer wieder Anfragen bzgl. des Fachbuchs „U. Kutschera: Das Gender-Paradoxon. Mann und Frau als evolvierte Menschentypen. LIT-Verlag, Berlin“ eingegangen sind, folgt hier die gewünschte Information.

Von Ulrich Kutschera|Richard Dawkins-Foundation

Entgegen der ersten Ankündigung hat die Monographie, als Ergänzungsband zum UTB-Lehrbuch „Evolutionsbiologie“ Die Gott-lose Evolution und ihre Antriebskräfte, ca. 445 Druckseiten mit 75 Originalabbildungen und wird daher zum Preis von 24,90 € Ende Februar erhältlich sein. Obwohl im UTB-Standardwerk der Mensch, von der ersten bis letzten Druckseite, immer wieder als Biospezies behandelt wird, konnten dort aus Platzgründen zahlreiche humanbiologische Aspekte nicht berücksichtigt werden (vorgegebene Seitenzahl durch den Verlag). Daher folgen im „Gender-Paradoxon“ mehrere Kapitel, z. B. zur „Frau als primärem Geschlecht“, zu dem „neuen evolutionsbiologischen Menschenbild (Ganzkörper-XY- bzw. -XX-Modell)“ sowie ausführliche Darlegungen zur „Homosexualität bei Tieren, Pflanzen und Menschen“. Während im UTB-Lehrbuch der Kreationismus ausführlich thematisiert und als Pseudowissenschaft widerlegt worden ist, sind im Ergänzungsband, neben biowissenschaftlichen Abhandlungen zu „Sex und Gender“, die Thesen der Gender-Ideologen ausführlich dargelegt und ad absurdum geführt. Grundlegende Begriffe, wie z. B. „Heteronormalität“, „Biophobie“, „homoerotische Handlungen“, „Moneyismus“ (als Synonym für die Gender-Irrlehre) werden eingeführt.

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Türkisches Religionsamt: Augenbrauenzupfen ist Sünde

Kein Haar zu viel: Emine Erdoğan im Gespräch mit ihrem Mann, dem türkischen Präsidenten. (Foto: AFP)
  • Das staatliche Religionsamt der Türkei erklärt die Entfernung von Haaren an Augen und Oberlippe von Frauen zu einer Sünde.
  • Allerdings zeigen sich auch Frau und Tochter des konservativen Präsidenten Erdoğan mit gezupften Brauen.

Von Deniz Aykanat|Süddeutsche.de

Türkische Politiker und Geistliche sparen seit jeher nicht mit wertvollen Ratschlägen für die Frauen in ihrem Land. Kopftuch rauf. Kopftuch runter. Werdet Ärztinnen und Pilotinnen. Nein, bleibt daheim bei Kindern und Küche. Oder nehmen wir eine konkretere Handlungsanweisung des türkischen Vize-Ministerpräsidenten Bülent Arınç: Der forderte, dass Frauen gefälligst nicht so viel lachen sollten. Zumal in der Öffentlichkeit und womöglich auch noch laut. Wie ordinär, geht gar nicht!

Falls die Türkin nicht schon längst an einer Persönlichkeitsstörung leidet, dann ist das nur ihrem über Jahrzehnte eingeübten Stoizismus zu verdanken. Und ihrem Humor. Unter dem Hashtag #direnkahkaha (übersetzt in etwa: beharrlich hahahaha) lachten sich Türkinnen erst recht kaputt über Arınç.

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Islamische Feministinnen kämpfen um Anerkennung

Feminismus © Pete @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Islamischer Feminismus ist für viele ein Widerspruch. Nicht-Muslime betrachten den Islam oft als unterdrückerische Religion, Muslime sehen im Feminismus meist ein westliches, antiislamisches Konzept. Beides Irrtümer, sagen muslimische Feministinnen.

Von Sophie Elmentahler|MiGAZIN

„Es ist wichtig, dass wir nicht nur einen muslimischen Feminismus vertreten, sondern einen islamischen,“ sagt die islamische Theologin Anse Tamara Gray aus den USA. Auf der Konferenz „Islamischer Feminismus – Internationale Annährungen“ der Friedrich-Ebert-Stiftung am Mittwochabend in Berlin hielt sie den Eröffnungsvortrag. Gray will den Feminismus im Islam auf eine theologische Basis stellen und nicht nur als Muslimin feministische Positionen vertreten. Man könne sich prinzipiell fragen, ob Feminismus und eine Religion wie der Islam überhaupt kompatibel seien, sagt sie. „Wenn wir uns aber darauf einigen, dass Feminismus bedeutet, für die Ermächtigung und Gleichberechtigung aller Frauen einzutreten“, dann gebe es keinen Grund, einen islamischen Zugang auszuschließen.

Theologinnen, die die islamischen Quellen wie Koran und Hadith feministisch interpretieren, gehen davon aus, dass die meisten gängigen Praktiken und Interpretationen patriarchal verzerrt sind, also die Schriften in einem Frauen benachteiligenden Sinne auslegen. „Die erste und fundamentale Erkenntnis, die man aus dem Studium der religiösen Quellen ziehen kann, ist, dass der Prophet Mohammed Frauen als gleichwertige Gläubige und Personen angesehen hat“, sagt Gray. Das sei für die damalige Zeit geradezu radikal gewesen. Vieles, was heutigen muslimischen Frauen oft abgesprochen werde – wie das Recht auf Bildung, eigenes Geld zu verdienen oder politisch aktiv zu sein – sei aus den religiösen Quellen klar abzuleiten. Allerdings gebe es viele Hindernisse bei der Durchsetzung solcher Rechte. Neben Problemen wie Armut und Krieg in vielen islamischen Ländern seien das vor allem kulturelle Gepflogenheiten, Unkenntnis und die Angst vor Verwestlichung.

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Rapide Steigerung evangelischer Kirchenaustritte

Bild: tilly
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Die neusten Daten zeigen: 2014 kehrten 270.000 Protestanten ihrer Kirche den Rücken, das sind 52,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

kath.net

Die Zahl der Austritte aus den evangelischen Landeskirchen hat einen neuen Höchststand seit 1995 erreicht. Das geht aus der neuen EKD-Statistik hervor, die in Hannover veröffentlicht wurde. 270.003 Protestanten verließen demnach 2014 ihre Kirche. Das waren 52,9 Prozent mehr als im Jahr davor. Als Hauptursache für den Aderlass nennen die Kirchen den neu geregelten Einzug der Kirchensteuer auf Kapitalerträge. Seit dem 1. Januar 2015 behalten Geldinstitute und Versicherungen diese Beträge automatisch ein. Die Ankündigung des Verfahrens hatte 2014 erhebliche Irritationen ausgelöst und die Kirchenaustritte stark ansteigen lassen. Selbstkritisch räumten die Kirchen ein, dass sie die neue Regelung nicht ausreichend kommuniziert hätten. Die höchsten Austrittsquoten haben die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) mit jeweils 1,7 Prozent der Mitglieder sowie die evangelischen Kirchen in Bremen und Mitteldeutschland (jeweils 1,6 Prozent). Die prozentual wenigsten Austritte verzeichneten die Evangelisch-reformierte Kirche (0,6 Prozent) sowie die Landeskirchen in Kurhessen-Waldeck, Lippe, Westfalen (jeweils 0,8 Prozent) und Schaumburg-Lippe (0,9 Prozent). Die Zahl der Kircheneintritte innerhalb der EKD ging 2014 deutlich zurück: Sie sank um 11,9 Prozent auf 44.151.

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“In göttlichem Auftrag”: Mann gesteht Mord an niederländischer Ex-Ministerin

Els Borst, 2002. Bild: wikimedia.org/PD

2014 wurde die frühere Gesundheitsministerin der Niederlande Els Borst tot aufgefunden. Nun hat ein Mann gestanden, die 81-Jährige erstochen zu haben – weil sie die aktive Sterbehilfe legalisierte.

SpON

Ein Mann hat den Mord an der früheren niederländischen Gesundheitsministerin Els Borst 2014 gestanden. Er habe einen “göttlichen Auftrag” erhalten sie zu töten, da sie für die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe in den Niederlanden verantwortlich gewesen sei, begründete der Mann vor dem Strafgericht in Rotterdam seine Tat.
Die damals 81-jährige linksliberale Politikerin war im Februar 2014 in ihrem Haus bei Rotterdam mit Dutzenden Messerstichen getötet worden. Die Tat hatte große Bestürzung in den Niederlanden ausgelöst.
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Missionswerk missio fordert Ende der Mädchenbeschneidung

beschneidung

Das Internationale Katholische Missionswerk missio hat ein Ende der Genitalverstümmelung von Mädchen gefordert. Die Beschneidung verletze das Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit, erklärte missio-Präsident Klaus Krämer zum internationalen Tag gegen Mädchenbeschneidung am 6. Februar. “Wir dürfen nicht nachlassen im Kampf gegen diese grausame Praxis.”

evangelisch.de

Gesetzliche Verbote reichten nicht aus, vielmehr müsse es eine Bewusstseinsänderung der Bevölkerung geben, betonte Krämer am Donnerstag. Er warb für Aufklärungsprogramme in den betroffenen rund 30 Staaten Afrikas und des Mittleren Ostens. Das Aachener Missionswerk hat den Angaben zufolge in den vergangenen drei Jahren solche Projekte in Kenia und Tansania mit 164.000 Euro gefördert.

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