Interview mit Mina Ahadi: Der Islam gehört nicht zu Deutschland

Foto: brightsblog
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Die Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime Mina Ahadi, die in einem offenen Brief die Einladung der AfD abgelehnt hat, spricht über den Islam in Deutschland, die AfD und das Versagen der Linken.

The European

Petra Adick: Als Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime wurden Sie von Frauke Petry zu einem Gespräch mit der AfD eingeladen. Ihre Antwort war ein offener Brief, in welchem Sie die Einladung abgelehnt haben. Warum?

Mina Ahadi: Ich bin grundsätzlich dazu bereit mit Menschen zu diskutieren, aber ich hatte den Eindruck das die AfD mich und den ZdE für ihre politische Richtung vereinnahmen und instrumentalisieren wollte. Ich hielt es für besser, meine Gründe in einem offenen Brief darzulegen.

Petra Adick: Wäre es nicht besser gewesen, sich mit der AfD zu treffen, um über diese Themen zu reden?

Mina Ahadi: Die AfD spricht über Themen, über die sich viele Menschen in Deutschland Sorgen machen. Sie redet nicht nur über den Islam, sondern auch zum Beispiel darüber, dass die etablierten Parteien ihre Nähe zum Normalbürger verloren haben. Doch wie man darüber diskutiert, vergiftet das Klima in Deutschland.

Die AfD zeigt ihr wahres Gesicht beim Thema Flüchtlinge. Ihre Aussagen darüber sind brutal und herzlos. Meiner Meinung nach hetzen sie gegen Ausländer. Wenn die Partei das Sagen hätte, dann wäre das ihre Essenz und das ist erschreckend.

Im Gegensatz zu den etablierten Parteien reden die rechtspopulistischen Parteien über die Themen, die den Menschen Sorgen machen. Doch letztendlich befinden sie sich alle auf einem rechten Kurs, der wahrscheinlich mit der Zeit noch schlimmer werden wird. Ihre wesentlichsten Merkmale sind gegen Flüchtlinge und die EU zu kämpfen.

Frauke Petry sagt, dass man in ihrem Parteiprogramm nichts finden kann, was sich gegen Ausländer richtet. Ich bin da aber anderer Meinung. Die AfD schwenkt gerne die Fahne des Nationalismus und redet gegen die EU und über das “Flüchtlingschaos”. Frau Petry hat gesagt, dass man im Notfall auch auf die Flüchtlinge an den Grenzen schießen kann. Im Wesentlichen ist das doch fremdenfeindlich.

Und das hat Folgen. Viele junge Menschen, auch gerade solche mit ausländischem Wurzeln, haben sehr positiv auf meinen offenen Brief an Frau Petry reagiert. Man sieht ihnen ihre ausländische Herkunft natürlich an, und es sind gerade sie, die diese neue Atmosphäre, dass es hier immer mehr zu ausländerkritischen bis zu ausländerfeindlichen Haltungen kommt, besonders spüren können. Sie haben Angst vor diesem neuen Klima in Deutschland.

Frauke Petry kann die Identität ihrer Partei weder schönreden noch verharmlosen.
Die AfD wird von vielen Menschen gewählt, die den etablierten Parteien und dem System die Rote Karte zeigen wollen. Die Partei ist aber auch zum Sammelbecken von rechten bis rechtsextremen und rassistischen Menschen geworden, die man schon in die Nähe der Pegida einordnen kann und das ist sehr problematisch.

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Päpstliche Religiotie des Tages

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild

Papst Franz:

„Die Frauen sehen die Dinge in einem anderen Licht und die Lösung war am Ende immer sehr fruchtbringend und schön. Es ist viel wichtiger die Art der Frauen, zu verstehen, zu denken und zu sehen, als ihre Funktion. Und dann wiederhole ich: Die Kirche ist Frau, das ist die Kirche, und nicht eine alte Jungfer, sie ist die Braut Jesu Christi.“

Quelle: kath.net

Harvard-Forscherin: Fragment über „Ehefrau Jesu“ vermutlich gefälscht

Papyrus-Fragment "Evangelium der Ehefrau Jesu" (Bild: Karen L. King/HDS)
Papyrus-Fragment „Evangelium der Ehefrau Jesu“ (Bild: Karen L. King/HDS)
War Jesus verheiratet? Die US-amerikanische Wissenschaftlerin Karen King von der Harvard Universität (Cambridge, Bundesstaat Massachusetts) hatte 2012 ein in koptischer Sprache verfasstes Schriftstück präsentiert, das den Satz enthielt „Jesus sagte zu ihnen: ,Meine Ehefrau’.“

kath.net

Journalisten interpretierten dies als Hinweis darauf, dass Jesus eine sexuelle Beziehung zu Maria Magdalena gehabt haben könnte. King war bislang der Meinung, dass das Schriftstück echt und 1.200 Jahre alt sei. Jetzt musste sie aufgrund von Recherchen des Magazins „The Atlantic“ (Washington) zugeben, dass es sich sehr wahrscheinlich nicht um ein Original handelt. Die Recherchen des Magazins hätten ergeben, dass die Dokumente zum Nachweis der Herkunft des Papyrus scheinbar gefälscht seien.
Papyrus-Besitzer gründete Internetseiten mit pornografischen Inhalten

Unklar war bislang, wie das Schriftstück nach Cambridge gelangte. King hatte über seinen Besitzer nie berichtet, weil die Person ihren Angaben zufolge unerkannt bleiben wollte. Laut „The Atlantic“ handelt es sich dabei um den in Florida lebenden 50-jährigen Walter Fritz. Er soll in Süddeutschland aufgewachsen sein und an der Freien Universität Berlin Ägyptologie studiert, aber keinen Abschluss gemacht haben.

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Papst Franz: „Die Kirche muss sich nicht nur bei Homosexuellen entschuldigen“

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Papst Franziskus erklärt, Homosexuelle hätten eine Entschuldigung für ihre Behandlung durch die Kirche verdient. Auch Frauen, Geschiedene und ausgebeutete Kinder müsse man um Verzeihung bitten.

SpON

Selbst wenn Papst Franziskus über den Wolken spricht, hallen seine Worte bisweilen am Boden nach: Auf dem Rückflug von seiner Reise nach Armenien hat sich das Kirchenoberhaupt den Fragen von Journalisten gestellt. Dabei sagte Franziskus, dass Schwule und Lesben eine Entschuldigung für ihre Behandlung durch die katholische Kirche verdient hätten.

Franziskus schloss sich damit den Worten des deutschen Kardinals Reinhard Marx an. Der Erzbischof von München hatte nach dem Attentat auf den LGBT-Nachtklub „Pulse“ in Orlando im US-Bundesstaat Florida in einem Interview mit der „Irish Times“ gesagt: „Die Geschichte der Homosexuellen in unserer Gesellschaft ist schlimm, denn wir haben viel dazu beigetragen, sie ins Abseits zu schieben.“ Dafür müssten sich Kirche und Gesellschaft entschuldigen.

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Katholische Kirche: Die meisten Opfer sind Jungen

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Ein Forschungsprojekt zu sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche liefert erste Ergebnisse. Bei einem Drittel der Taten liegt demzufolge eine „erhebliche Schwere“ vor.

Frankfurter Allgemeine

Nach dem ersten Bekanntwerden von Missbrauchsfällen im großen Ausmaß in der katholischen Kirche im Jahr 2010 liegen nun Teilergebnisse eines Forschungsprojekts zu Ursachen und Ausmaß vor. Forscher stellten bei Geistlichen als Tätern unter anderem emotionale und sexuelle Unreife, Persönlichkeitsstörungen und Pädophilie fest.

Aus einer Metaanalyse bereits vorhandener Studien haben sie Aussagen zu Täter- und Opferstruktur gewonnen. Wesentliche Teile des Forschungsprojekts, darunter die geplante umfangreiche Aufarbeitung von Akten aus deutschen Bistümern, sind aber gerade erst angelaufen. Die katholische Deutsche Bischofskonferenz und die 27 Diözesen haben die umfangreiche Studie in Auftrag gegeben, um Umfang und Hintergründe sexuellen Missbrauchs in der Kirche aufzuklären.

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Arie Folger: „Mehr Angst vor Antisemitismus von morgen“

Bild: bb
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Arie Folger, neuer Oberrabbiner von Wien, im Interview mit der „Presse am Sonntag“ über Identität, FPÖ und den Islam.
 

Von Ulrike Weiser, Teresa Schaur-Wünsch | Die Presse.com

Ihr Vorgänger hat Interviews gern mit einem Witz begonnen. Sie auch?

Arie Folger: (Lacht.) Das ist schwierig, wenn man sein Publikum noch nicht kennt. Das erinnert mich an eine amerikanische Stand-up-Komödiantin, die mit einer Hörbehinderung geboren wurde. Sie konnte nur mit den Füßen hören, also anhand der Vibration des Bodens spüren, ob die Leute lachen. Ich stehe vor einem neuen Publikum, das „wienerisch tickt“.
Sie waren zuletzt in Deutschland tätig. Gibt es Unterschiede zu Österreich?

In Deutschland gibt es viele Gemeinden, die so groß oder größer als Wien sind, aber viel weniger jüdisches Lebens bieten. In Deutschland war die Gemeinschaft bis in die Neunzigerjahre sehr klein. Die österreichischen jüdischen Alteingesessenen waren bereits viel mehr traditionell gebildet, zudem ist die Gemeinde früher gewachsen, durch die Einwanderung ehemaliger Bürger der Sowjetunion, aus Buchara und Georgien. Die Juden aus den Sowjetrepubliken waren auch viel traditioneller als jene aus Russland – weil man sie weniger an ihrer religiösen Praxis gehindert hat. Man hat sie weniger beachtet.

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Merkel für klare Worte in Flüchtlingskrise

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Kölner Silvesterübergriffe hätten «Verunsicherung mit sich gebracht». «Besonders schlimm war damals, dass man über die Dinge scheinbar nicht sprechen wollte.» Es gebe Beispiele über gelungene Integration, auch einzelne Berichte über Kriminialität.

kath.net

In der Flüchtlingsfrage ist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für klare Worte. Es gelte, deutlich die Rechte, aber auch die Pflichten in Deutschland zu benennen, sagte Merkel in ihrem Video-Podcast von Samstag. Dazu gehöre, sich an Gesetze zu halten, die Sprache zu lernen und den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen, «wo immer das möglich ist». Man könne in Deutschland frei leben, «aber immer auf der Basis des Grundgesetzes».
Auf die Frage, wie sie auf Sorgen im Umgang mit der Flüchtlingskrise reagiere, sagte die Kanzlerin: «Wir müssen natürlich mit den Menschen darüber sprechen.» Sie denke, dass die Silvesterübergriffe in Köln «Verunsicherung mit sich gebracht» hätten. «Besonders schlimm war damals, dass man über die Dinge scheinbar nicht sprechen wollte.» Es gebe Beispiele über gelungene Integration aber auch einzelne Berichte über Kriminalität – «leider auch bei der deutschen Bevölkerung mit Angriffen auf Flüchtlingsheime, aber eben auch von einigen Flüchtlingen oder Menschen, die schon eine ganze Weile hier sind».

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Vatikan verteidigt Papst gegen scharfe Kritik aus der Türkei

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
  • Papst Franziskus bezeichnet das Massaker an den Armeniern bei seinem Besuch in Eriwan zum wiederholten Male als Völkermord.
  • Das empfindet die Türkei als „Kreuzfahrermentalität“, woraufhin der Vatikan vehement widerspricht.
  • Die Gräultaten des Osmanischen Reiches sind in der Türkei ein Politikum, der Begriff „Völkermord“ wird dort strikt abgelehnt.

Süddeutsche.de

Der Ton zwischen dem Vatikan und der Türkei wird schärfer. Nachdem Papst Franziskus am ersten Tag seiner Armenienreise das Massaker im Osmanischen Reich vor 101 Jahren als Völkermord verurteilte, reagierte der türkische Vize-Regierungschef Nurettin Canikli empört. Die Erklärung sei „sehr unglücklich“, habe „keinerlei Bezug zur Realität“ und zeige eine „Kreuzfahrermentalität“ des Papstes.

Das wiederum wollte der Vatikan nicht auf sich sitzen lassen. „Der Papst befindet sich nicht auf einem Kreuzzug“, sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi. Franziskus versuche nicht, Kriege zu organisieren oder Mauern zu erreichten, er wolle Brücken bauen. „Er hat die Menschen in der Türkei nicht angegriffen oder beleidigt“. sate Lombardi.

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Impulspapier „Kirche der Freiheit“: Mit viel Pathos falsche Ziele gesetzt?

Statt des erhofften Wachstums ist die Quote der Besucher von evanglischen Gottesdiensten auf 3,5 Prozent gesunken. (picture alliance / dpa/ Julian Stratenschulte)
Neoliberaler Zeitgeist durchzog das Papier „Kirche der Freiheit“, mit dem die EKD vor zehn Jahren Aufbruchsstimmung verbreiten wollte. Doch das Experiment mit Trau- und Taufquoten, Qualitätsmanagement und Benchmarking ging gründlich schief, sagen Kritiker.

Von Michael Hollenbach | Deutschlandradio Kultur

Zu den schärfsten Kritikerinnen des Impulspapiers „Kirche der Freiheit“ zählt Isolde Karle. Die Bochumer Theologieprofessorin moniert, dass die Spitze der EKD mit viel Pathos falsche Ziele gesetzt habe:

„Wir wachsen gegen den Trend, wir machen ganz tolle Reformen, es gibt einen Paradigmenwechsel und einen Mentalitätswechsel – das sind alles Dinge, die eine Organisation gar nicht entscheiden kann. Was eine Organisation entscheiden kann, das sind eben Strukturveränderungen, aber nicht das, was in den Köpfen der Leute vorgeht, und schon gar nicht den Glauben.“

Surfen auf der neuen Welle der Religiosität

Thies Gundlach, einer der Autoren des Impulspapiers und heute Vizepräsident im Kirchenamt der EKD, beschreibt die damalige Hoffnung:

„Wir hatten alle das Gefühl, es ist eine Aufbruchszeit, die Wiederkehr der Religionen führt dazu, dass unsere Gemeindeangebote neuen Wind unter die Flügel kriegen, dass wir auf dieser Welle surfen können.“

Deshalb die Vision, gegen den Trend wachsen zu können:

„Das war sicherlich eine zu euphorische Formel, die auch entmutigt hat, das glaube ich auch. Insofern würde ich diese Formel auch nicht noch mal nehmen.“

Thies Gundlach räumt ein, dass man die gesellschaftliche Debatte damals falsch eingeschätzt habe:

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Kundgebung in Istanbul: Grünen-Abgeordneter Volker Beck gewaltsam abgeführt

Photographer Angelika KohlmeierBei einer geplanten Erklärung von Aktivisten der Homosexuellenbewegung zum Ende der „Pride Week“ in Istanbul ist der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck gewaltsam von der Polizei abgeführt worden.

FOCUS ONLINE

„Die Polizei hat mir meinen Pass entrissen und mich geschubst“, sagte Beck der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. Er sei inzwischen wieder freigelassen worden und wohlauf.

Der Gouverneur von Istanbul hatte die traditionelle Schwulen- und Lesbenparade unter Berufung auf Sicherheitsbedenken verboten. Die Organisatoren sagten den „Marsch des Stolzes“ zum Abschluss der „Pride Week“ daraufhin ab. Sie wollten stattdessen auf der Istiklal Caddesi eine Erklärung verlesen.

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Türkei: Kurdische Dörfer werden zwangsgeräumt

Türkisches Militär soll im Lice-Distrikt Feuer gelegt haben. Bild: Kurdish Question
Militäroperationen gegen die Provinzstadt Licê und weitere Orte, kurdische Kommunen werden zunehmend unter Zwangsverwaltung gestellt

Von Elke Dangeleit | TELEPOLIS

In der Provinz Amed (türk. Diyarbakir) sind Mitte Juni erneut Ausgangssperren verhängt worden. Betroffen sind neben der Provinzstadt Licê 25 weitere Ortschaften und Dörfer, wie z.B. die Dörfer Hani, Farqîn (Silvan) und Hêzro (Hazro). 17.000 Soldaten und Sondereinheiten wurden dafür eingesetzt. Ausgangssperren bedeuten, dass die Bewohner ihre Häuser und Ortschaften nicht verlassen dürfen. Ab Mittwoch begann die türkische Armee mit F16-Kampfflugzeugen Luftangriffe auf diese Orte zu fliegen. Die HDP-Abgeordnete Sibel Yigitalp, die sich auf Grund der Angriffe nach Licê begeben hat, warnte vor neuen Massakern an der Zivilbevölkerung.

Wie die Informationsstelle Kurdistan e.V. am Samstag meldete, dauern die Militäroperationen bis heute an. Sie berichten von Angriffen aus der Luft und am Boden. In mehreren Dörfern wurde die Bevölkerung zwangsvertrieben und die Dörfer von den Militärs besetzt. Im Landkreis Hazro der Provinz Amed wurde begonnen, das Dorf Helhel (türk. Çiftlibahçe) in Brand zu stecken. Das Militär rückte mit Baggern an, forderte die Bevölkerung auf, die Häuser zu verlassen, da das Gebiet zur Sicherheitszone erklärt wurde. Dann wurden die Häuser in Brand gesetzt. Die Bewohner, die sich weigerten, ihre Häuser zu verlassen, wurden verhaftet.

Bewohner aus dem Umland wollten als lebende Schutzschilder den Menschen in dem betroffenen Gebiet zur Hilfe kommen. Die 75 Personen zählende Gruppe wurde auf der Hauptstraße zwischen Amed (türk. Diyarbakır) und Cewlig (türk. Bingöl) festgenommen.

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Israel: Lebenslange Haft für strengreligiösen Juden

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)
Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Ein ultra-orthodoxer Jude ist wegen der Ermordung einer 16-Jährigen bei einer Gay-Parade in Jerusalem zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

 

Neue Zürcher Zeitung

Das Jerusalemer Gericht verhängte am Sonntag auch weitere 31 Jahre Haft wegen versuchten Mordes in sechs Fällen. Der Verurteilte muss seine Opfer jeweils mit 258’000 Schekel (umgerechnet rund 65’000 Franken) entschädigen, wie das Gericht mitteilte.

Der strengreligiöse Mann hatte im vergangenen Sommer bei einer Parade von Schwulen und Lesben in Jerusalem die 16-Jährige erstochen und sechs weitere Menschen mit einem Messer verletzt, bevor er von der Polizei überwältigt wurde. Als Erklärung für die Tat sagte er, die Parade sei eine «Provokation Gottes».

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Datteltäter rufen das „Satire-Kalifat“ aus

Bild: rbb|24
Die „Datteltäter“ verüben freundliche Attentate auf Vorurteile. In ihren Youtube-Videos kämpft die Gruppe gegen Stereotypen und Fundamentalismus. Sie parodieren die Terrormiliz „IS“, nehmen anti-muslimische Kommentare auf die Schippe und verbreiten ganz nebenbei noch Grundwissen zum Islam.

Von Mara Nolte | rbb|24

Den „Bildungsdschihad“ erklären die Berliner Datteltäter Vorurteilen und muslimischen Stereotypen – so schreiben sie es zumindest auf ihrem Youtube-Kanal. Satire-Videos sind dabei das beste Mittel für die Youtuber, sagt Marcel Sonneck, selbst ernannter „Quotenchrist“ der Gruppe: „Wir bringen die Leute zum Lachen und brechen damit das Eis. Wenn wir dann am Ende noch einen Punkt setzen, mit dem wir sagen: Denk mal darüber nach, dann ist das die beste Art und Weise, um in den Köpfen etwas zu verändern.“

Dattel + Attentäter = Datteltäter

Neben dem „biodeutschen Quotenchristen“ Marcel gehören die „gebürtigen Muslime mit arabischem Migrationshintergrund“ Younes Al-Amayra, Farah Bouamar aus Bielefeld, Nemi El-Hassan und der mit 18 Jahren zum Islam konvertierte Fiete Aleksander zu den Datteltätern.

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Papst ruft Armenier und Türken zur Versöhnung

Papst Franziskus und das Oberhaupt der armenisch-apostolischen Kirche, Katholikos Karekin II. pflanzen gemeinsam einen Baum. Reuters/Alessandro Bianchi
Mit einem Appell zur Versöhnung zwischen Armeniern und Türken hat Papst Franziskus den zweiten Tag seiner Armenien-Reise beendet. Zuvor besuchte der Papst die Gedenkstätte Zizernakaberd in der armenischen Hauptstadt Eriwan.

religion.ORF.at

„Gott segne eure Zukunft und gewähre, dass der Weg der Versöhnung zwischen dem armenischen und dem türkischen Volk wiederaufgenommen werde“, sagte er anlässlich eines ökumenischen Friedensgebets auf dem Platz der Republik in Jerewan. Zugleich mahnte der Papst eine friedliche Beilegung des Konflikts zwischen Armenien und dem Nachbarland Aserbaidschan um die Region Bergkarabach an.

Die Armenier müssten sich engagieren, „um die Fundamente für eine Zukunft zu legen, die sich nicht von der trügerischen Kraft der Rache vereinnahmen“ lasse, sagte Franziskus mit Blick auf die Massaker an den Armeniern, die das Osmanische Reich im Ersten Weltkrieg beging. Sie belasten das Verhältnis zwischen der Türkei, der Rechtsnachfolgerin des Osmanischen Reichs, und Armenien. Armenien erkennt die Grenze mit der Türkei bis heute nicht an. Zusätzlich angespannt ist die Lage in der Region durch den Konflikt um Bergkarabach, in dem die Türkei Aserbaidschan unterstützt. Seit 1993 hält die Türkei die Grenze zu Armenien geschlossen.

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Von der Leyen will selbst nach Incirlik reisen

© Reuters Die deutsche Verteidigungsministerin bei einer Übung der Marine.
Der Streit zwischen Deutschland und der Türkei spitzt sich zu: Angesichts von der Türkei erteilter Besuchsverbote will die Verteidigungsministerin jetzt persönlich zum Luftwaffenstützpunkt Incirlik reisen.

Frankfurter Allgemeine

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen will nach den jüngsten Verstimmungen zwischen Deutschland und der Türkei selbst den Luftwaffenstützpunkt Incirlik besuchen. Zuvor hatte die Türkei den Besuch eines deutschen Staatssekretärs aus dem Verteidigungsministerium untersagt.

Angespanntes Verhältnis

„Ich habe so etwas noch nie erlebt. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass die Leitung des Verteidigungsministeriums deutsche Soldatinnen und Soldaten im Einsatzgebiet besucht“, sagte die CDU-Politikerin der „Bild am Sonntag“. „Deshalb werde ich in den nächsten Tagen nach Incirlik reisen, um mich dort vor Ort mit unseren Soldaten über ihre Situation zu unterhalten.“

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Volker Beck: „Die Menschenrechte gelten auch im Ramadan“

Foto: pa/dpa Eine Ehe für alle – dafür demonstriert der Grüne Volker Beck im September 2015 in Berlin
Die türkische Regierung hat die Gay-Pride-Parade in Istanbul verboten. Volker Beck fährt trotzdem hin. Und will damit ein Zeichen setzen: für Europas Interesse an einer demokratischen Türkei.

Von Deniz Yücel | DIE WELT

Die Welt: Herr Beck, Sie wollen am Sonntag am Gay Pride in Istanbul teilnehmen. Warum?

Volker Beck: Weil ich im letzten Jahr, als die friedlichen Demonstranten extremer Polizeigewalt ausgesetzt wurden, versprochen habe, zu kommen und diese Veranstaltung zu beobachten.

Die Welt: Der Gay Pride wurde wieder verboten. Was erhoffen Sie sich von Ihrem Besuch?

Volker Beck: Ich hoffe, dass die internationale Aufmerksamkeit dazu beiträgt, dass sich die Türkei daran erinnert, welche Verpflichtungen sie im Rahmen der Europäischen Menschenrechtskonvention eingegangen ist. Nach dem Verbot der Gleichheitsparade 2005 in Warschau und des ersten Gay Pride 2006 in Moskau hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte allen Mitgliedsstaaten des Europarats ins Stammbuch geschrieben, dass es ihre Aufgabe ist, solche Kundgebungen zu genehmigen und friedliche Demonstranten vor Gewalt zu schützen.

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Bayerischer Integrationsbeauftragter: Lies unser Grundgesetz!

grundgesetz

Grundgesetz statt Koran: Als Antwort auf die islamistische «Lies!»-Aktion will Bayerns Integrationsbeauftragter Neumeyer (CSU) in München Gratisexemplare der deutschen und bayerischen Verfassung verteilen.

kath.net

Grundgesetz statt Koran: Als Antwort auf die islamistische «Lies!»-Aktion will Bayerns Integrationsbeauftragter Martin Neumeyer (CSU) am Dienstag in München Gratisexemplare der deutschen und bayerischen Verfassung verteilen. Der Aktion der Salafisten könne man nicht absprechen, «dass sie originell war», sagte Neumeyer am Freitag. Deshalb habe er sich entschlossen, mit «Lies… unser Grundgesetz!» für Demokratie und die freiheitliche Grundordnung zu werben. Er freue sich auf interessante Gespräche.

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Seemannsmission: Seeleute leiden unter Flüchtlingssituation

Seit Beginn des Jahres sind Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben. dpa
Seit Beginn des Jahres sind Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben. dpa
Die Generalsekretärin der Deutschen Seemannsmission, Heike Proske, hat zum internationalen „Tag des Seefahrers“ am Sonntag mehr Wertschätzung und Unterstützung für die weltweit rund 1,6 Millionen Seeleute gefordert.

evangelisch.de

Die Generalsekretärin der Deutschen Seemannsmission, Heike Proske, hat zum internationalen „Tag des Seefahrers“ am Sonntag mehr Wertschätzung und Unterstützung für die weltweit rund 1,6 Millionen Seeleute gefordert. Die psychischen Belastungen durch die Flüchtlingskrise im Mittelmeer und in Südostasien wirkten sich auf die Handelsschifffahrt ebenso aus wie die Piraterie, sagte die evangelische Pastorin am Samstag in Bremen, dem Sitz der Deutschen Seemannsmission. Die Männer und Frauen auf See stünden im Zentrum der Globalisierung und seien täglich mit ihren Folgen konfrontiert.

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Erdogan traf Hamas-Anführer in Istanbul

Khaled Mashaal / Bild: (c) REUTERS (Morteza Nikoubazl / Reuters)
Der türkische Präsident führte Gespräche mit Hamas-Führer Khaled Mashaal. Zuvor gab es Berichte über eine Versöhnung der Türkei mit Israel.

Die Presse.com

Inmitten von Berichten über eine bevorstehende Normalisierung der Beziehungen zwischen der Türkei und Israel hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den Anführer der radikalislamischen Hamas getroffen. Nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu wurde Khaled Mashaal am Freitag in Istanbul von Erdogan empfangen.

Bei den Gesprächen ging es demnach um humanitäre Hilfen für die Palästinenser sowie die Beziehungen zwischen der Hamas und der Fatah von Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas.

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„God is great, Europe is destroyed“

Bild: nationalreview.com
Bild: nationalreview.com
IS frohlockt über Brexit: Der Dschihad setzt für die weitere Zukunft auf Zersplitterung und Niedergang des Kontinents – Neue Anschläge geplant?

Von Arno Kleinebeckel | TELEPOLIS

Nach dem Brexit-Votum von Freitag proklamieren Unterstützer der Terror-Organisation „Islamischer Staat“ den Niedergang Europas. „Europe is destroyed!“ lautet einer der Schlachtrufe. Dschihadisten erblicken offenbar die Morgenröte des Kalifats an europäischen Gestaden. Das amerikanische Portal „Vocativ“ berichtet von zahllosen Anhängern, die in Online-Foren bereits enthusiastisch jubeln.

Dutzende von Anhängern und Unterstützern ziehen sich am Ergebnis des britischen Referendums hoch, einer der Threads beruft sich auf Gott und frohlockt „God is great, Europe is destroyed“, ein Kommentator sieht die Europäische Union jetzt vor dem „Kollaps“. Die Erwartung richtet sich darauf, Europa zu „paralysieren“. Auch andere sehen offenbar Gottes Hand im Spiel:

At a time when Muslims are uniting under the flag of the Caliphate, Europe is choosing to divide and split. The victory is close with the help of God.Kommentar auf Twitter

Das passt, ist doch der IS im Irak und in Syrien auf dem Rückzug und verliert immer mehr an Einfluss.

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