Archiv der Kategorie: Fundamentalismus

Religiotie: Peter Singer, werden Sie ein ‘Prophet des Lebens’!

lebensschutz

Bundesverband Lebensrecht protestierte gegen Preisverleihung an Peter Singer. Statt Menschen mit Behinderungen implizit als „lebensunwertes Leben“ abzutun, soll der bekannte Bioethik-Professor das Lebensrecht uneingeschränkt akzeptieren.


kath.net

Der Bundesverband Lebensrecht (BVL) protestierte am 26.05.2015 vor der Urania gegen Ethik und Äußerungen von Peter Singer anlässlich der Verleihung des Peter-Singer-Preises an ihn selbst. Für den Bundesverband Lebensrecht hat Gerhard Steier (Berlin) das öffentliche Angebot der Urania an alle Kritiker angenommen, eine Stellungnahme zu Beginn der Veranstaltung abzugeben.

Mit seinem jüngsten Interview in der NZZ vom 24.05.2015 bestätigt der Bioethiker Peter Singer noch einmal die auch von Behindertenverbänden stark kritisierten Positionen zum Lebensrecht für Säuglinge und anderen Menschen, das er im Falle der Bewusstseinseinschränkung oder Behinderung in die Hände Dritter übereignet.

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Amnesty International wirft Hamas “brutale Kampagne” vor

Hamas-Kämpfer hätten mindestens 23 Palästinenser hingerichtet und Dutzende weitere gefoltert, schreibt AI. – Foto: dpa

Während des Gazakrieges töteten vermummte Hamas-Kämpfer zahlreiche Palästinenser, die für Israel spioniert haben sollen. Amnesty International (AI) sieht darin ein System: Die Hamas wollte in Gaza ihre Gegner ausschalten.


DER TAGESSPIEGEL

In den Wirren des Gaza-Kriegs im vergangenen Sommer hat die im Gazastreifen herrschende Hamas nach Angaben von Amnesty International (AI) dutzende Palästinenser hingerichtet oder gefoltert. Die radikalislamische Organisation habe den Konflikt “für eine schamlose Abrechnung” mit ihren Gegnern ausgenutzt, kritisiert die Menschenrechtsorganisation in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht. Die israelische Luftwaffe flog derweil Angriffe auf mehrere Ziele im Gazastreifen.

Die Hamas habe den Krieg mit Israel genutzt, um Gegner zu beseitigen

Die Hamas habe den Konflikt mit Israel genutzt, um sich ihrer Gegner im Gazastreifen zu entledigen, heißt es in dem AI-Bericht. Sie habe mindestens 23 Palästinenser hingerichtet und Dutzende weitere gefoltert. Die Hamas habe “eine brutale Kampagne mit Entführungen, Folter und Verbrechen gegen Palästinenser” geführt, denen Zusammenarbeit mit Israel zur Last gelegt worden sei.

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Undemokratische Idioten wollen für die Menschheit sprechen

Kardinal-Staatssekretär Pietro Parolin: Man müsse alles dafür tun, die Familie zu verteidigen, sagt der Kirchenmann.© Rafal Guz Poland/EPA

Was denkt der Papst über die Homo-Ehe? Nach dem Referendum in Irland hat Franziskus’ rechte Hand, Kardinal-Staatssekretär Pietro Parolin, das Abstimmungsergebnis mit harschen Worten verurteilt.


stern.de

Der Vatikan hat das irische Ja zur Ehe für homosexuelle Paare als “Niederlage für die Menschheit” bezeichnet. “Ich bin sehr traurig über dieses Ergebnis, die Kirche muss diese Realität berücksichtigen, aber in dem Sinne, ihre Verpflichtung zur Evangelisierung zu stärken”, sagte Kardinal-Staatssekretär Pietro Parolin bei einer Veranstaltung in Rom. “Ich glaube, man kann nicht nur von einer Niederlage der christlichen Prinzipien sondern von einer Niederlage für die Menschheit sprechen”, zitierte ihn Radio Vatikan weiter.

Das katholische Irland hatte in einem Referendum am Wochenende für die Ehe für homosexuelle Paare gestimmt. Man müsse alles dafür tun, die Familie zu verteidigen, weil sie die Zukunft der Menschheit und der Kirche bleibe, sagte der Kardinal-Staatssekretär – der so etwas wie die rechte Hand des Papstes ist – weiter.

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Kirchenzeitung entschuldigt sich für Homo-Kritik – ändert nichts

Bild: bpb.de

Bild: bpb.de

Der Chefredakteur der Kirchenzeitung des Erzbistums Köln, Robert Boecker, hat sich für einen Artikel entschuldigt, in dem Homosexuelle mit Dieben verglichen werden. Auch Kardinal Rainer Maria Woelki ging auf Distanz.


pro Medienmagazin

In dem strittigen Text hatte der Verfasser die Forderung des Zentralkomittees der Katholiken (ZdK) nach einer „Wertschätzung für gleichgeschlechtliche Partnerschaften, deren Segnung eingeschlossen“, kritisiert.

Eines der Argumente war der Vergleich Homosexueller mit Dieben: „Die Zahl der Einbrüche und Diebstähle steigt Jahr für Jahr, während immer weniger Täter überführt werden können. So erleben viele Menschen heute ihre Lebenswirklichkeit“, heißt es in dem Kommentar, der am Montag auch von der Webseite der Kirchenzeitung entfernt wurde. „Wer etwas mitgehen lässt, muss sich anscheinend keiner Schuld bewusst sein. Machen doch alle. Damit die Zahlen nicht weiter stören, dringen wir darauf, dass Diebstahl nicht mehr bestraft wird und dass die Täter zu loben sind, weil sie vielleicht für die Playstation ihrer Kinder oder für eine Aufmerksamkeit für ihre Partnerin auf Beutezug gehen. Solches Handeln müsste die Gesellschaft eigentlich wertschätzen.“

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W00t: Deutsche Bischofskonferenz gegen Einführung der «Homo-Ehe»

Logo Deutsche Bischofskonferenz

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DBK-Sprecher Kopp: Der Verzicht auf das Merkmal der «Verschiedengeschlechtlichkeit der Ehepartner» könne dazu beitragen, das «bisherige Eheverständnis um eine wesentliche Dimension zu verkürzen».


kath.net

Die katholische Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) haben Forderungen nach einer Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften zurückgewiesen. Der Pressesprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp, sagte am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Bonn, die Forderung nach einer Gleichstellung von Ehe und Lebenspartnerschaften gehe zu weit. Das Rechtsinstitut der Ehe umfasse nicht nur die Partnerschaft zwischen Frau und Mann allein, sondern auch das Elternpaar, das Sorge und Verantwortung für Kinder trägt. «Daher gehört es auch zur Grundstruktur des verfassungsrechtlichen Eheverständnisses, dass die Ehe von einer Frau und einem Mann eingegangen wird. Denn Ehe und Familie sind wesenhaft miteinander verknüpft.» Der Verzicht auf das Merkmal der «Verschiedengeschlechtlichkeit der Ehepartner» könne dazu beitragen, das «bisherige Eheverständnis um eine wesentliche Dimension zu verkürzen».

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Pietistische Mission nannte Juden zur NS-Zeit einen “Fluch”

Bild: wikimedia.org

Die evangelikale Liebenzeller Mission hatte laut neuen Forschungsergebnissen während des Nationalsozialismus einen rassistischen Umgang mit Juden, selbst wenn sie zum Christentum übergetreten waren.


evangelisch.de

So heißt es in einer 1934 veröffentlichten Stellungnahme der Missionsleitung, die Juden seien “für die anderen Völker der Erde ein Fluch”. Der evangelische Pfarrer und Dozent Helmuth Egelkraut legte am Dienstag im baden-württembergischen Bad Liebenzell das Ergebnis seiner Recherchen vor, die er im Auftrag der Liebenzeller Mission in den vergangenen zweieinhalb Jahren über die Geschichte des Werks unternommen hatte.

Egelkraut zufolge war die Mission stark einem preußischen und patriotischen Denken verhaftet. Deshalb habe sie die Machtübernahme Hitlers begrüßt. Gleichzeitig heißt es in der Stellungnahme der damaligen Leitung, man habe “Mäckerer” und “kritische Stimmen in unseren Versammlungen” gegen die Hitler-Regierung nicht geduldet.

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Franz an Franziskaner: Arm wie Franz von Assisi werden

Geben ist seliger denn nehmen.

Geben ist seliger denn nehmen.

Papst Franziskus hat die Franziskaner aufgerufen, sich auf die Ideale ihres Gründers, des Heiligen Franz von Assisi (1181/82-1226), zu besinnen. Wichtig sei deshalb ein transparenter Umgang mit dem Besitz der Ordensleute. Ihre irdischen Güter müssten sie ethisch und solidarisch und im Geist der Einfachheit nutzen, sagte Franziskus vor den Teilnehmern des Generalkapitels am Dienstag im Vatikan. Wer dem Geist der Verweltlichung nicht widerstehe und nicht freiwillig arm und niedrig werde, der ende “nackt”, sagte Franziskus vor den rund 150 Oberen. Das Generalkapitel der Franziskaner tagt vom 10. Mai bis 7. Juni in Assisi und begab sich für die Papstaudienz nach Rom.


kathweb

Die Ideale des Franz von Assisi bestünden in Selbsterniedrigung und Brüderlichkeit untereinander, so der Papst. Selbsterniedrigung sei eine Grundvoraussetzung, um gegenüber Armen, Notleidenden und Ausgegrenzten barmherzig sein zu können. Die Brüderlichkeit sei essenziell für die Verkündigung des Evangeliums. Die Franziskaner müssten “wechselseitiges Vertrauen” wiederfinden und Träger von Barmherzigkeit, Versöhnung und Frieden sein. Die Besinnung auf die spirituellen Grundlagen des Ordens helfe auch bei den Herausforderungen durch fehlenden Nachwuchs und Überalterung.

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Jeb Bush’s Favorite Author Rejects Democracy, Says The Hyper-Rich Should Seize Power

Pre-Revolutionary kings would find a lot to like in Charles Murray’s new book against democracy CREDIT: public domain via Wikipedia

At the height of 2011’s debt ceiling crisis, then-Senate Minority Leader Mitch McConnell (R-KY) offered a candid explanation of why his party was willing to threaten permanent harm to the U.S. economy unless Congress agreed to change our founding document. “The Constitution must be amended to keep the government in check,” McConnell alleged. “We’ve tried persuasion. We’ve tried negotiations. We’ve tried elections. Nothing has worked.”


By Ian Millhiser|Think Progress

The amendment McConnell and his fellow Republicans sought was misleadingly named the “Balanced Budget Amendment” — a name that was misleading not because it was inaccurate, but because it was incomplete. The amendment wouldn’t have simply forced a balanced budget at the federal level, it would have forced spending cuts that were so severe that they would have cost 15 million people their jobs and caused “the economy to shrink by about 17 percent instead of growing by an expected 2 percent,” according to the Center for Budget and Policy Priorities. It was, in essence, an effort to permanently impose Tea Party economics on the nation, and to use a manufactured crisis to do so.

Few politicians are willing to admit what McConnell admitted when he confessed that elections have not “worked” to bring about the policy Republicans tried to impose on the nation in 2011. Elected officials, after all, only hold their jobs at the sufferance of the voters, and a politician who openly admits that they only believe in democracy insofar as it achieves their desired ends gives the middle finger to those voters and to the very process that allows those voters to have a say in how they are governed.

Charles Murray, an author who GOP presidential candidate Jeb Bush recently named first when he was asked which books have had a big impact upon him, is not an elected official, so he is free to rail against democracy to his heart’s content. And that is exactly what he does in his new book, By The People: Rebuilding Liberty Without Permission.

Pay no attention to the title. Government “by the people” is the last thing Murray cares to see. Murray admits that the kind of government he seeks, a libertarian fantasy where much of our nation’s regulatory and welfare state has been dismantled, is “beyond the reach of the electoral process and the legislative process.” He also thinks it beyond the branch of government that is appointed by elected officials. The Supreme Court, Murray claims, “destroyed” constitutional “limits on the federal government’s spending authority” when it upheld Social Security in 1937. Since then, the federal government has violated a “tacit compact” establishing that it would not “unilaterally impose a position on the moral disputes that divided America” (Murray traces the voiding of this compact to 1964, the year that Congress banned whites-only lunch counters).

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Bericht: Islamophobie behindert Gleichstellung

Die Friedrich-Ebert-Stiftung wünscht sich mehr Rechte für Muslime in Deutschland Foto: Weinstein/Fotolia

In einem Gutachten zur Lage des Islam in Deutschland stellt die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung fest: Vorbehalte gegenüber Muslimen erschweren eine gleichberechtigte Religionsausübung, wie sie das Grundgesetz fordert.


pro Medienmagazin

Die Stiftung beklagt in ihrem Papier, das am Dienstag in Berlin vorgstellt wurde, eine „auf hohem Niveau stagnierende Islamfeindlichkeit sowie eine weit verbreitete Islamskepsis in der Bevölkerung“. Das Gutachten warnt vor einer „politischen Instrumentalisierung der Islamdebatte wie in anderen europäischen Ländern“. Wer den Islam in Deutschland mit anderen Religionen gleichstellen wolle, wie es das Grundgesetz verlange, müsse sich mit diesen neuen Bewegungen auseinandersetzen. Gemeint ist hier offenbar unter anderem die Entstehung der Alternative für Deutschland (AfD).

Das Gutachten will zeigen, wo religionspolitischer Handlungsbedarf besteht, um den Islam in Deutschland etwa mit dem Christentum gleichzustellen.

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Bangladeshi Government Bans Group That Killed Atheist Bloggers, but It’s Not Enough

image: Friendly Atheist

This is the first real sign of justice we’ve seen in Bangladesh following the brutal killings of atheist writers Dr. Avijit Roy, Washiqur Rahman, and Ananta Bijoy Das.


By Hemant Mehta|Friendly Atheist

The government is banning the extremist group allegedly responsible for these killings:

The Home Ministry’s move to outlaw the Ansarullah Bangla Team (ABT) comes almost a week after police asked the government to ban the group, suspecting it of being behind the deaths of three bloggers this year.

Police had also earlier charged ABT members with the 2013 murder of blogger Ahmed Rajib Haider.

“The (junior home minister) today signed a government order, outlawing the militant organisation Ansarullah Bangla Team,” Sharif Mahmud, a ministry spokesman, told AFP.

That may not be enough to protect the lives of other critics of religion. It’s not like Islamic extremists are neatly quarantined in a single group, after all. The ideology is poisonous, pervasive, and spreading.

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Jüdische Theologie an einer staatlichen Universität

Der Rabbiner und Professor für jüdische Religionsphilosophie, Walter Homolka (Martin Schutt, dpa)

Bisher gab es an deutschen Universitäten nur die kulturwissenschaftlich ausgerichtete Judaistik oder die außeruniversitären Rabbinerseminare. Erst seit etwas mehr als einem Jahr bietet die Universität Potsdam auch das Studienfach Jüdische Theologie an, das gleichberechtigt neben der evangelischen und katholischen Theologie steht.


Von Michael Hollenbach|Deutschlandfunk

Die treibende Kraft hinter der Gründung der “Jüdischen Theologie, der School of Jewish Theology”, ist der Rabbiner und Professor für jüdische Religionsphilosophie, Walter Homolka. Für ihn war es ein Kampf um die Gleichberechtigung der jüdischen mit der christlichen Theologie an den Universitäten:

“Das hat einen geschichtlichen Hintergrund. Diese Gleichberechtigung hat Abraham Geiger schon 1836 eingefordert […] und daraus ergab sich das Bild, dass sich durch die Gleichberechtigung der geistlichen Ausbildung eine tiefe Wunde, die es seit 200 Jahren gab in der Emanzipationsgeschichte des Judentums in Deutschland, geschlossen werden konnte.”

Der Vordenker des Reformjudentums, Abraham Geiger, notierte schon 1830:

“Wenn doch einst ein jüdisches Seminar an einer Universität errichtet würde, wo Exegese, Homiletik und noch Talmud und jüdische Geschichte in echt religiösem Geiste vorgetragen würden; es wäre die fruchtbarste und belehrendste Anstalt!”

Die Wissenschaft vom Judentum

Fast 200 Jahre hat es gedauert, bis Abraham Geigers Wunsch in Erfüllung gegangen ist. Sein Wunsch, dass jüdische Theologie in Eigenverantwortung der Religion wissenschaftlich an einer staatlichen Hochschule gelehrt und geforscht wird – so wie es für die katholische und evangelische Theologie seit Jahrhunderten der Fall ist. Lange Zeit wurde die Wissenschaft vom Judentum nur aus nicht-jüdischer Perspektive unterrichtet, erläutert Walter Homolka:

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Islam-Kritiker spricht vor vollem Haus

Hamed Abdel-Samad, Bild: bb

Hamed Abdel-Samad, Bild: bb

Warum der Islamkritiker Hamed Abdel-Samad zwischen Moslems und Islam unterscheidet und welche interessanten Thesen er bei seinem Vortrag im Überlinger Augustinum ausführte.


Von Sylvia Floetemeyer|Südkurier

Islamismus habe mit dem Islam sehr wohl etwas zu tun. Das führte der Politologe und Auto r Hamed Abdel-Samad in einem Vortrag aus, den er im Wohnstift Augustinum in Überlingen hielt. „Ich bin dafür, dass man zwischen Islam und Muslimen unterscheidet“, sagte Abdel-Samad im ausverkauften Theatersaal. „Muslime sind Teil Deutschlands und jeder, der sich auf dem Boden des Grundgesetzes bewegt, verdient Respekt und hat Rechte und Pflichten wie jeder andere.“ Hingegen hatte Abdel-Samad Bundeskanzlerin Angela Merkel scharf kritisierte, als sie nach den Pariser Anschlägen bekräftigte, der Islam gehöre zu Deutschland. Von solchen Aussagen profitierten nur Islamisten, denn sie sie seien ein Freibrief dafür, dass man weiter „unkritisch mit dem Koran umgehen“ könne. Dieser beinhalte Dinge wie Körperstrafen und mangelnde Frauenrechte, die zum Islam, aber nicht zu Deutschland gehörten. Auch die Todesstrafe für Abtrünnige gehört dazu, was Abdel-Samad selbst erlebt: Nach einem Vortrag in Ägypten, wo Abdel-Samad 1972 als Sohn eines Imams auf die Welt kam, riefen Islam-Gelehrte 2013 zu seiner Ermordung auf. Abdel-Samad hatte Islamismus mit Faschismus verglichen. Anhänger dieser Gelehrten verfolgen Abdel-Samad auch in Deutschland. Derzeit wohnt er im Ausland. Im Augustinum saßen zu seinem Schutz zwei Polizeibeamte in Zivil. Eigentlich hatte Augustinum-Kulturreferentin Olivia Schnepf, die den Auftritt gemeinsam mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Bodensee organisierte, auch die Autorin und SPD-Politikerin Lale Akgün eingeladen, die aber aufgrund des Bahnstreiks nicht anreisen konnte.

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Berlin: Imame mit dem Segen des Senats

Geistlicher Beistand. Im Berliner Islamforum hat der Senat das geplante Zentrum bereits vorgestellt und erfahren, dass Verbände und Gemeinden Interesse an „Berliner“ Seelsorgern… – Foto: picture alliance / dpa

Jetzt sollen auch Berliner Universitäten islamische Seelsorger ausbilden. Wie schwierig die Gründung eines Instituts für islamische Theologie werden könnte, zeigen Erfahrungen anderer Bundesländer.


Von Claudia Keller|DER TAGESSPIEGEL

Sie suchen neue Zugänge zum Koran, erproben feministische Perspektiven, erforschen vergessene Auslegungen der heiligen Schriften. Bei alldem sind die gut 1500 Studenten der islamischen Theologie in Deutschland Pioniere. Erst seit gut drei Jahren reifen an den Universitäten Münster/Osnabrück, Frankfurt/Gießen, Tübingen, Erlangen-Nürnberg, Hamburg und Paderborn Islamgelehrte heran, die Muslime in Deutschland begleiten sollen: als Religionslehrer in den Schulen, als Imame und Seelsorger in Moscheen und Krankenhäusern, in Jugend- und Seniorenzentren.

Auch der Berliner Senat will das Fach in der Berliner Hochschullandschaft etablieren. Obwohl es hier keinen regulären Religionsunterricht gibt, wachse der Bedarf an qualifizierten muslimischen Religionslehrern, Seelsorgern und wissenschaftlichem Nachwuchs, sagt der Berliner Staatssekretär für Wissenschaft, Steffen Krach. Das geplante Zentrum soll mit drei bis vier Professoren für die unterschiedlichen Ausbildungsprofile beginnen, womöglich bereits zum Wintersemester 2017/18.

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Katholische Bischöfe: Sexualität ist Gabe Gottes

agorio_sex_ritesIn der Debatte um Ehe und Sexualität befürworten Bischöfe aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz eine Weiterentwicklung der katholischen Lehre.


evangelisch.de

“In einer sozial hoch komplexen und pluralen Gesellschaft kommt dem Einzelnen eine größere Verantwortung für die eigene Lebensgestaltung zu”, teilte die katholische Deutsche Bischofskonferenz am Dienstag in Bonn mit. Oftmals folge sie nicht mehr den tradierten Mustern.

Bei einem Studientag in Rom hatten die drei nationalen Bischofskonferenzen am Montag über das Thema der vatikanische Bischofssynode im Herbst beraten. Vom 4. bis 25. Oktober will sich die katholische Kirche mit Fragen der Ehe, Familie und Sexualität befassen. Dann sollen konkrete Beschlüsse zum katholischen Ehe- und Familienverständnis sowie zur Sexuallehre gefasst werden.

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Wie muslimische Karikaturisten den IS bekämpfen

Karikatur von Osama Hajjaj

Muslime hätten keinen Humor, Satire sei ihnen fremd. So ein weit verbreitetes Klischee. Dass das nicht stimmt, zeigen die vielen arabischen Karikaturisten, die sich bissig gegen den sogenannten Islamischen Staat richten. Humor ist ihre ultimative Waffe gegen den Terror


Von Katharina Pfannkuch|Cicero

Terroristen, Kämpfer, Dschihadisten – von Begriffen wie diesen für Mitglieder des sogenannten Islamischen Staates (IS) hält Osama Hajjaj nichts. Für den Jordanier sind die Anhänger der Terrorgruppe, die auf realen und virtuellen Schlachtfeldern für den selbsternannten Kalifen Abu Bakr Al-Baghdadi zu Felde ziehen, nur eins: „Feiglinge“. Ein Wort, aus dem Verachtung spricht. Für die Zerstörungswut des IS, für seine Vereinnahmung islamischer Symbole und für seine Brutalität.

Doch Hajjaj wäre nicht der, der er ist, wenn er dem IS nur mit Worten begegnen würde: Der 41-jährige Karikaturist macht den IS immer wieder zum Thema seiner Zeichnungen. „Ich will diese Leute bloßstellen“, erklärt Hajjaj, „und klar machen, dass der IS nicht den Islam repräsentiert.”

Dafür greift er zu einfachen, aber wirkungsvollen Bildern: Da knien fünf Geiseln mit gebeugtem Haupt vor vermummten, ganz in Schwarz gekleideten IS-Anhängern. Vier von ihnen halten Messer in den Händen, einer verliest einen Text. Es ist das mittlerweile auf zynische Weise klassisch anmutende Szenario der Hinrichtungsvideos, die der IS unermüdlich veröffentlicht. Die Körper der knienden Geiseln jedoch bilden in arabischer Schrift das Wort „Islam“. Nicht nur die Vereinnahmung der Religion wird hier sichtbar, Hajjaj stellt auch die muslimischen Opfer des IS in den Fokus, die in der medialen Öffentlichkeit oft untergehen.

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IOR: Nettogewinn von 69,3 Millionen Euro

Alter Wehrturm: Der Sitz des IOR im Vatikan – EPA

2014 war ein positives Jahr für die Vatikanbank IOR: mit einem Nettogewinn von 69,3 Millionen Euro, im Vergleich zu den rund 2,9 Millionen im Vorjahr. Im Gespräch mit Radio Vatikan bestätigte diese Zahlen Max Hohenberg aus dem Medienbüro der Vatikanbank. Er betont eine „normale wirtschaftliche Entwicklung“.


Radio Vatikan

Diese Verbesserung von rund 66,4 Millionen Euro ist laut dem neuesten Bericht auf Wertpapierhandel und den Rückgang von Betriebskosten zurückzuführen. Laut Hohenberg hat der Vatikanstaat nun auch alle finanziellen Richtlinien an internationale Standards angepasst. Das Institut erfülle die „Compliance“ Regeln. Vom jetzigen Gewinn will die Bank 55 Millionen an den Heiligen Stuhl abführen, 14,3 Millionen fließen in Reserven.

Die Kunden seien der Vatikanbank treu geblieben, mit einem kleinen Aufschwung: Rund sechs Milliarden Euro Rücklagen folgen auf mehr als 15.000 Kunden. Von Mai 2013 bis zum 31.Dezember 2014 hat die Vatikanband 4.614 Konten geschlossen – 2.600 waren „schlafende Konten“, also inaktive Konten, 554 davon waren nicht autorisiert, also Laien, und 1.460 sind „natürlich ausgelaufen“. Die Gesamtzahl der Konten sank laut Bilanz leicht von 15.495 auf 15.181. Darauf lagerten 6 Milliarden Euro (2013: 5,9 Milliarden). Das Eigenkapital der Bank betrug Ende 2014 insgesamt 695 Millionen Euro
(2013: 720 Millionen).

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CDU-Konservative wehren sich gegen Homo-Ehe

Homo_KauderDie Union ist bei der Homo-Ehe tief gespalten. Die Konservativen pochen auf den Koalitionsvertrag. Andere fürchten, man könne von der Rechtsprechung überholt werden und machen Druck auf die Kanzlerin.


stern.de

Mit Verweis auf den Koalitionsvertrag hat der stellvertretende CDU-Vorsitzende Thomas Strobl Forderungen auch aus der eigenen Partei nach einer Gleichstellung Homosexueller abgelehnt. “Wir sollten uns an unsere Verabredungen halten”, sagte Strobl der “Frankfurter Rundschau”.

Der CDU-Landesvorsitzende aus Baden-Württemberg bezeichnete den Ruf der Antidiskriminierungsbeauftragten des Bundes, Christine Lüders, nach einer fraktionsübergreifenden Bundestagsinitiative als falschen Weg. Das Parlament müsse berechenbar bleiben und dürfe nicht mit Zufallsmehrheiten operieren, argumentierte Strobl.

Nach dem Ja der katholisch geprägten Iren für die völlige Gleichstellung homosexueller Paare mit der klassischen Ehe von Mann und Frau melden sich auch in der Union die Befürworter einer Reform zu Wort. “Die Öffnung der Ehe hätte natürlich für viele gleichgeschlechtliche Liebende und weit darüber hinaus einen ungeheuren Symbolcharakter”, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Stefan Kaufmann der “Tageszeitung”. Am Ende werde man angesichts der bewussten Trennung von Kirche und Staat in Deutschland zu keinem anderen Ergebnis kommen als die Iren bei ihrem Referendum.

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“Kirchenzeitung” vergleicht Homosexuelle mit Dieben

Herausgeber der “Kirchenzeitung” ist Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki Bild: Erzbistum Köln

Die Segnung lesbisch-schwuler Paare sei ebensowenig akzeptabel wie Straffreiheit für Einbrecher, heißt es in der vom Kölner Erzbischof Woelki herausgegebenen “Kirchenzeitung”.


QUEER.DE

Auch nach dem Rücktritt von Joachim Kardinal Meisner im vergangenen Jahr scheint sich das Erzbistum Köln in seinen homophoben Entgleisungen treu zu bleiben. In der jüngsten Ausgabe der offiziellen “Kirchenzeitung”, herausgegeben von Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki, werden in einem Kommentar Lesben, Schwule und geschiedene Heteros mit Einbrechern und Dieben verglichen.

Unter der Überschrift “Ist das ZDK verzichtbar?” kritisiert Siegbert Klein, Chef vom Dienst des kostenpflichtigen Wochenblattes, die Forderung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), auch homosexuelle Paare und geschiedene Heterosexuelle zu segnen (queer.de berichtete). Der Begründung des ZdK, man müsse die “Lebenswirklichkeit” akzeptieren, hält der Autor entgegen, dass man schließlich auch Verbrechen nicht tolerieren würde: “Die Zahl der Einbrüche und Diebstähle steigt Jahr für Jahr, während immer weniger Täter überführt werden können. So erleben viele Menschen heute ihre Lebenswirklichkeit.”

Weiter heißt es in dem Kommentar von Siegbert Klein: “Wer etwas mitgehen lässt, muss sich anscheinend keiner Schuld bewusst sein. Machen doch alle. Damit die Zahlen nicht weiter stören, dringen wir darauf, dass Diebstahl nicht mehr bestraft wird und dass die Täter zu loben sind, weil sie vielleicht für die Playstation ihrer Kinder oder für eine Aufmerksamkeit für ihre Partnerin auf Beutezug gehen. Solches Handeln müsste die Gesellschaft eigentlich wertschätzen. Es ist vorbildlich. Sie schütteln energisch den Kopf?”

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Hobby-Imam: Masturbation führt zur Schwangerschaft der Hand

Der TV-Moderator und Hobby-Imam Mücahit Han geht auf die Fragen seiner Zuschauer ein. (Screenshot)

Ein TV-Imam aus der Türkei warnt seine männlichen Zuschauer davor, sich mit der Hand einen „runterzuholen“. Denn die vergewaltigte Hand werde am Tag des Jüngsten Gerichts vor ihren Peiniger treten und Zeugnis ablegen. Noch dubioser ist: Die Hand wird zu diesem Zeitpunkt schwanger sein.


Deutsch Türkische Nachrichten

Der Moderator des Islamisten-Kanals „Ehli-Sünnet TV“, Mücahid Han, schwadroniert in karnevalistisch anmutender Bekleidung nicht nur gerne über den Islam, sondern steht im TV auch für die alltäglichen Fragen seiner Zuschauer bereit.

So fragte ihn einer seiner Fans, wie es denn religiös zu klassifizieren sei, wenn man ständig masturbieren muss. Han begegnete der Frage mit einer klaren Antwort, die einem keine Interpretationsmöglichkeiten lässt. Er meinte, wer immer sich mit seiner Hand „verlobt“, also sich einen „runterholt“, wird am Tag des Jüngsten Gerichts auf seine Hand stoßen. Diese Hand werde „geschwängert“ vor seinen Peiniger, also dem ehemals Masturbierenden, treten und ihn dafür verurteilen, dass so mit ihr umgegangen wurde. Die Masturbation kommt einer Art „Vergewaltigung“ der Hand nahe, so der Hobby-Imam.

Die Erklärung des Hobby-Imams löste auf Twitter eine Welle der Belustigung aus. Der Twitter User Levent Pişkin schreibt: „Verlobung mit der Hand? Eine geschwängerte Hand? Wow, der Mann ist echt kreativ!“

Ein weitere Twitter-User unter den Synonym Cemil Marki schreibt: „Meine Hand kann gar nicht schwanger werden, weil ich beim masturbieren immer ein Kondom benutze.“

Vom Linksterroristen zum deutschen Gesicht al-Qaidas

Foto: Thomas Rabsch/laif . Bernhard Falk in der Kölner Abubakr-Moschee. Am Ärmel seines Militärparkas ist ein Aufnäher mit dem muslimischen Glaubensbekenntnis zu sehen

Früher beging Bernhard Falk linksextreme Anschläge, heute betreut er islamistische Straftäter. Mit Blick auf mögliche Terrorakte in Deutschland sagt der Al-Qaida-Anhänger: “Unschuldige gibt es nicht.”


Von Alfred Hackensberger|DIE WELT

Der Islamist isst Käsespätzle mit Beilagensalat und trinkt Wasser dazu. Sein Gegenüber nippt an einem Glas Bier und spießt Currywurst auf seine Gabel, an einem Restauranttisch im Düsseldorfer Hauptbahnhof. Alkohol und Schweinefleisch: Beides ist für gläubige Muslime “haram”, also verboten. Aber das stört den Islamisten nicht. “Ich weiß ja, wen ich hier treffe”, sagt der Mann mit dem dichten, grauen Bart. Dabei ist die Verbreitung des Glaubens zu seiner Mission geworden, seit er zur Lehre Allahs übergetreten ist.

Der Mann nennt sich Muntasir bi-llah, besser bekannt ist er aber unter seinem Geburtsnamen Bernhard Falk. Am Ärmel seines Militärparkas ist ein Aufnäher, darauf eingestickt die Schahada, das muslimische Glaubensbekenntnis: Es gibt keinen Gott außer Allah, und Mohammed ist sein Gesandter. Auch Bernhard Falk begreift sich als Vorkämpfer für die gute Sache. Er hat nur über die Jahre seine Meinung geändert, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Der heute 48-Jährige war früher Mitglied der linksextremen Antiimperialistischen Zellen (AIZ), die mehrere Bombenanschläge in der Bundesrepublik verübten. Falk saß wegen vierfachen Mordversuchs 13 Jahre lang im Gefängnis. Noch bevor er seine Haft antrat, konvertierte er zum Islam.

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