Missbrauchsbeauftragter Ackermann beklagt mangelnde Kooperation

Der Missbrauchsbeauftragte der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Stephan Ackermann, hat den Umgang mancher Bischofskollegen mit der Missbrauchsstudie seiner Kirche kritisiert.

evangelisch.de

„Man hat das Thema offensichtlich nicht in allen Diözesen so prioritär behandelt, wie es erforderlich gewesen wäre“, beklagte Ackermann im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. „Wenn ein Bischof die Thematik nicht zur Chefsache erklärt, bleibt die Umsetzung schwierig“, so Ackermann. Darauf angesprochen, dass die Autoren der im September veröffentlichten Studie die Zusammenarbeit mit einzelnen Bistümern bemängelten, antwortete Ackermann: „Das ist beklagenswert.“ Ackermann kündigte an, die kirchlichen Archive externen Forschern zu öffnen: „Es ist klar, dass die nun folgende Aufarbeitung keine interne Sache mehr sein kann. Unabhängig heißt für mich, dass der jeweilige Bischof die weitere Untersuchung aus der Hand gibt.“

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Laut CIA befahl der saudische Kronprinz den Mord an Khashoggi

Nach Auffassung des CIA hat der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman den Mord an dem Journalisten Jamal Kashoggi angeordnet. (Bild: Amir Levy / Reuters Archiv)
Nach Auffassung des US-Auslandgeheimdienstes CIA hat der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman den Mord am Journalisten Jamal Khashoggi angeordnet. Dies berichtete die «Washington Post» am Freitag. Riad bestreitet eine Beteiligung des Kronprinzen am Mord.

Neue Zürcher Zeitung

Der US-Auslandsgeheimdienst CIA kommt nach Medienberichten zur Einschätzung, dass der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman die Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi angeordnet hat. Riad bestritt bisher jegliche Beteiligung des Kronprinzen am Mord. Die CIA sei zu dieser Schlussfolgerung gekommen, nachdem sie mehrere Quellen ausgewertet habe, darunter ein Telefongespräch zwischen dem Bruder des Kronprinzen und Khashoggi, berichtete die «Washington Post» am Freitag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Bei dem Telefonat habe Khalid bin Salman Khashoggi gesagt, dass er in das saudische Konsulat nach Istanbul gehen soll, um Dokumente abzuholen, schrieb die Zeitung. Er habe dem Journalisten zugesagt, dass dies sicher sei. Khalid bin Salman ist saudischer Botschafter in den USA. Er habe den Anruf auf Anordnung seines Bruders getätigt.

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Woelki: Kommunion für evangelische Ehepartner nur im Einzelfall

Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Die vollständige kirchliche Gemeinschaft, die im gemeinsamen Empfang der Kommunion zum Ausdruck komme, dürfe nicht „durch eine subjektive Gewissensentscheidung“ ersetzt werden: Kardinal Rainer Maria Woelki hat seine Position zum Kommunionempfang für nichtkatholische Ehepartner bekräftigt.

katholisch.de

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat seine Position zum Kommunionempfang für nichtkatholische Ehepartner bekräftigt. Der Schmerz von konfessionsverbindenden Ehepaaren sei „eine bittere Konsequenz aus der unseligen Spaltung, welche die Christenheit bis heute trifft“, sagte Woelki vor dem Diözesanpastoralrat, wie das Erzbistum am Samstag mitteilte. „Würde man trotzdem gemeinsam kommunizieren, würde man die noch nicht bestehende Kirchengemeinschaft lediglich liturgisch simulieren. Das wäre wohl kaum redlich“, so der Kardinal.

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„Die SA Jesu Christi“

Das Eingangsportal des 1934 eingeweihten Martin-Luther-Hauses in Köln-Marienburg zierten zwei überlebensgroße Reliefs des Bildhauers Willy Meller: links Martin Luther mit Rose und Kreuz, rechts ein SA-Mann mit NS-Hoheitszeichen. Der Reformator an der Seite eines Nazi.

Von Anne Burgmer | Kölner Stadt-Anzeiger

Es gibt unzählige Beispiele aus der Zeit zwischen 1933 und 1945, die belegen, wie häufig im nationalsozialistischen Deutschland Bezug auf Luther genommen wurde.

Das Ausmaß hat den Historiker Ulrich Prehn, Kurator der Ausstellung „Überall Luthers Worte…“, die nun im NS-Dokumentationszentrum zu sehen ist, überrascht. Prehn und seine Kollegen legen dar, dass sich diese Beschäftigung sowohl von staatlicher also auch von kirchlicher Seite durch die gesamten braunen Jahre zieht. „Luther hat eine viel größere Rolle in dieser Zeit gespielt, als ich dachte“, so Prehn.

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Verhaftungswelle in der Türkei

© Imago, FR
Türkische Justiz nimmt prominente Intellektuelle und Wissenschaftler aus dem Umfeld des inhaftierten Kulturmäzens Osman Kavala fest. Späte Rache für Gezi-Proteste?

Von Frank Nordhausen | Frankfurter Rundschau

Niemand ist mehr sicher, ziviler Ungehorsam wird als Umsturzversuch gewertet. Diese Botschaft sandte die türkische Justiz am Freitag an die verbliebene demokratische Zivilgesellschaft im Land. In einer massiven Operation der Sicherheitskräfte gegen angebliche „Terroristen“ wurden 20 prominente Intellektuelle und Wissenschaftler aus dem Umfeld des inhaftierten Kulturmäzens Osman Kavala zur Festnahme ausgeschrieben und mindestens 13 von ihnen festgenommen.

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Das Schweinefleisch-Verbot im Islam und seine Bedeutung

Grafik: Deutschlandfunk
Dass Muslime kein Schweinefleisch essen dürfen, ist ein prominentes Beispiel für Speisevorschriften; wobei die Gründe dafür umstritten sind. Speisevorschriften gibt es in vielen Religionen – auch im Christentum. Aber wie Nicolai Sinai von der Oxford University zeigt, geht es dabei nicht zwangsläufig um den Genuss eines Produkts, wie man meinen könnte.

Von Dr. Nicolai Sinai | Deutschlandfunk

„Sprich: Ich finde in dem, was mir eingegeben worden ist,
nichts, das jemandem zu essen verboten wäre,
außer Verendetem und ausgegossenem Blut und Schweinefleisch – denn es ist unrein –
oder Gräuel, über den anderes als Gott angerufen wurde.
Doch wenn jemand sich in einer Zwangslage befindet,
ohne Begehrlichkeit zu hegen und eine Übertretung zu begehen – nun, dein Herr ist vergebungsbereit und barmherzig.“

Der gerade vorgetragene Vers ist eine von vier Koranstellen, die mit fast identischen Worten eine Reihe grundsätzlicher Speiseverbote aufstellen: Untersagt sind der Genuss von verendeten Tieren, von Blut, von Schweinefleisch sowie von Nahrungsmitteln, die anderen Wesen als Gott geweiht wurden.

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Kirchlicher Friedensbeauftragter fordert Ächtung automatischer Waffen

Kardinaler Waffennarr. Themenbild.
Der evangelische Friedensbeauftragte Renke Brahms hat vor den Gefahren einer zunehmenden Digitalisierung und Automatisierung kriegerischer Waffen gewarnt.

evangelisch.de

„Es ist höchste Zeit, dass es möglichst bald zu einer internationalen Ächtung automatischer Waffensysteme kommt“, forderte der Leitende Geistliche aus Bremen aus Anlass der laufenden Ökumenischen Friedensdekade am Donnerstag. „Unsere Antwort auf einen Krieg 3.0 muss Frieden 3.0 sein. Dazu gehört der klare Vorrang für Zivil und Prävention“, betonte der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Die bundesweite Ökumenische Friedensdekade wird seit 1980 ausgerichtet und steht in diesem Jahr unter dem Leitthema „Krieg 3.0“. Sie hat am Sonntag begonnen und soll bis zum Buß- und Bettag am 21. November den Blick auf neue Waffentechnologien wie Drohnen und sogenannte Killerroboter lenken.

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Freiburg: Kommission untersucht Machtmissbrauch im Erzbistum

Bild: © JFL Photography/Fotolia.com
Mit einer neu eingerichteten Kommission will das Erzbistum Freiburg die Aufarbeitung des kirchlichen Missbrauchsskandals weiter vorantreiben. Dabei geht es um Strukturen und Verhältnisse innerhalb der Diözese.

katholisch.de

Wenige Wochen nach einer entsprechenden Ankündigung durch Erzbischof Stephan Burger hat im Erzbistum Freiburg am Freitag eine neue Kommission „Macht und Missbrauch“ ihre Arbeit aufgenommen. Das Gremium soll nach Angaben des Erzbistums „Strukturen und Verhältnisse in der Erzdiözese Freiburg“ daraufhin untersuchen, ob und wie dort missbräuchlich Macht ausgeübt wird.

Laut ihren Statuten soll die Kommission Erzbischof Burger vor allem hinsichtlich der Konsequenzen beraten, die aus den Ergebnissen der im September von der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlichten Studie zum sexuellen Missbrauch in der Kirche zu ziehen sind und entsprechende Empfehlungen aussprechen.

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Giffey warnt vor Folgen religiösen Mobbings an Schulen

Bild: © picture alliance/Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa
„Mobbing geht an niemandem spurlos vorbei und kann schlimme Folgen haben“, so Bundesfamilienministerin Franziska Giffey. Mit einem neuen Förderprogramm hat die SPD-Politikerin dem Mobbing nun den Kampf angesagt.

katholisch.de

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat vor den Folgen religiösen Mobbings an Schulen gewarnt. „Mobbing geht an niemandem spurlos vorbei und kann schlimme Folgen haben: von der Schulverweigerung bis hin zum Selbstmord“, sagte sie am Freitag in Hannover. „Wenn Schüler beschimpft oder gemobbt werden, weil sie anders aussehen, einen anderen Glauben haben oder anderer Herkunft sind, dann ist es höchste Zeit zu handeln.“ Giffey äußerte sich beim offiziellen Auftakt ihres Programms zur Förderung von Anti-Mobbing-Profis an Schulen. Rund 200 speziell geschulte Sozialarbeiter – sogenannte Respekt Coaches – arbeiten derzeit an bundesweit 175 Schulen. Gestartet war das Programm in diesem Schuljahr.

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Türkei: Sechs Jahre Gefängnis für deutsche Staatsbürgerin

Grafik: TP
Das dritte Urteil innerhalb von drei Monaten gegen deutsche Staatsbürger in der Türkei

Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Die Kölner Sängerin Hozane Cane wurde in der Türkei zu sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Dies ist nun das dritte Urteil innerhalb von drei Monaten gegen deutsche Staatsbürger in der Türkei. Allen drei Deutschen wurde „Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung“ oder „Terrorpropaganda“ vorgeworfen. Stichhaltige Beweise dafür benötigt man in der Erdogan unterstellten Justiz offenbar schon lange nicht mehr.

In München fanden in der letzten Woche gleich drei Prozesse gegen zwei Journalisten und einen Schauspieler wegen ähnlicher Vorwürfe statt. Auch hier sind die Beweise äußerst fragwürdig. Wird München zum deutschen Ankara? Das gab es schon einmal: 1923. Da wurde in dem völkischen Kampfblatt „Heimatland“ eine mehrteilige Serie über Atatürk veröffentlicht.

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Weniger Fleischkonsum, mehr Bahnverkehr

Bild: Flickr/Kim Scarborough (CC-BY-SA 2.0)
Um den Klimawandel zu bremsen, fordern Umweltschützer rasches Handeln. Konkrete Schritte im Verkehrs- und Energiesektor oder der Landwirtschaft werden in einem neuen Maßnahmenkatalog aufgelistet.

evangelisch.de

Ein Bündnis aus Umwelt- und Entwicklungsorganisationen sowie Kirchen hat von der Bundesregierung eine Wende für mehr Klimaschutz gefordert. Am Donnerstag stellte die Klima-Allianz Deutschland in Berlin dazu einen 56-seitigen Maßnahmenkatalog unter dem Titel „Wann, wenn nicht jetzt“ vor. Unter anderem werden konkrete Schritte in den Bereichen Verkehr, Landwirtschaft und Energie angemahnt.

„Deutschland wird das Klimaziel 2020 drastisch verfehlen. Für das 2030-Ziel ist das keine Option“, erklärte Antje von Broock, stellvertretende Vorsitzende des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND). Deutschland hatte sich verpflichtet, den Treibhausgas-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Die Bundesregierung hat bereits eingeräumt, dass dieses Ziel nicht mehr erreicht werden kann. Bis 2030 sollen die Emissionen um 55 Prozent verringert werden.

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Römisch-katholische Selbstwaschanlage

Pius XII beim Konkordat 1933 (CC-by-sa/3.0 Germany by Bundesarchiv DE)
Die Religion des Klerikalismus kennt keine Schamgrenzen: Auch im Franziskus-Pontifikat hält der Vatikan offenbar am Plan fest, Pius XII. selig zu waschen

Peter Bürger | TELEPOLIS

Die frühen Christen werden in der biblischen Apostelgeschichte als „Leute des Weges“ vorgestellt. Unter Berufung auf Jesus von Nazareth kann Kirche lediglich ein Mittel sein, „um den Armen eine gute Nachricht der Befreiung zu bringen und zerbrochene Herzen zu heilen“. Die durch das letzte Konzil in Rom nur halbherzig überwundene Häresie des Klerikalismus hat hingegen aus der Kirche stets einen Selbstzweck und Fetisch gemacht, ein Anbetungsobjekt.

In diesem Programm „Kirche als Religion“ sind Priesteranbetung und Priesterselbstanbetung weit verbreitet. Der Papstkult des 19. Jahrhunderts schreckte beispielsweise nicht davor zurück, den Bischof von Rom als „Dritte Inkarnation Gottes“ zu feiern.

Unter solchen Vorzeichen wurde aus den „Leuten des Weges“ das unfreie Fußvolk einer hierarchischen Kirchenpyramide, die bis heute nur aus Männern besteht. Der ausgewachsene Kirchenfürst handelte stets nach der Devise: „Ich bin der Herr, mein Gott“. Allen Mitgliedern des auserwählten Priesterstandes bescheinigte der Katechismus eine sakramentale Wesensverwandlung, die nie mehr erlöschen kann.

Diese Ideologie ließ sich freilich nur aufrechterhalten durch eine systematische Verdrängung von Versagen. Dass Priester in nicht wenigen Fällen das genaue Gegenteil des christlichen Auftrags praktizierten, indem sie die Herzen von Kindern und anderen Schutzbefohlenen zerbrachen, durfte nicht zur Sprache kommen.

Ganz analog zur systematischen Verschweigung und Vertuschung von sexueller Gewalt vollzieht sich der Umgang mit historischem Versagen in Krisenzeiten. Die Religion des Klerikalismus hat die Kirche mehr als einmal in der Geschichte zur passiven Zuschauerin oder Kollaborateurin werden lassen, wo ihr Auftrag Widerstand erfordert hätte.

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Kritik an schleppender Aufarbeitung der Kolonialzeit

Afrika-Aktivisten und Wissenschaftler fordern von Bund und Ländern eine baldige Aufarbeitung deutscher Gräueltaten während der Kolonialzeit. Yonas Endrias, Vize-Vorsitzender des Zentralrats der afrikanischen Gemeinde in Deutschland, betonte am Donnerstag bei einem Fachgespräch der Grünen-Fraktion im Bundestag: „Es geht nicht um Geld, es geht um Würde.“

evangelisch.de

Entscheidend seien die Anerkennung der Verbrechen, zum Beispiel gegen Angehörige der Volksgruppen Herero und Nama im heutigen Namibia, und historische Gerechtigkeit. Die deutsche Kolonialgeschichte vor hundert Jahren müsse integriert werden in Kultur und Bildung, müsse an den Schulen gelehrt werden. Endrias sprach sich zudem für ein Mahnmal aus.

Der Leiter Forschungsstelle „Hamburgs (post-)koloniales Erbe“ an der Universität Hamburg, Jürgen Zimmerer, kritisierte, dass es in Deutschland zwar eine Debatte gebe, „aber keinen Mut“. Entschuldigungen von Bundeskanzlerin und Bundespräsidenten stünden aus. Heftige Kritik äußerten er und andere Redner am Afrika-Beauftragten der Bundesregierung Günter Nooke (CDU).

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US-Bischöfe: Wir sind keine Filialleiter des Vatikan

Bild: © KNA/CNS photo/Bob Roller
Die US-Bischöfe haben ihre Vollversammlung beendet. Fest steht: Sie wollen das Vertrauen der Gläubigen nach dem Missbrauchsskandal zurückgewinnen. Der Vatikan hat ihnen ihre ohnehin schwierige Aufgabe allerdings nicht leichter gemacht.

Von Thomas Spang | katholisch.de

Am Ende huschte ein scheues Lächeln über das Gesicht des Vorsitzenden der US-amerikanischen Bischofskonferenz. Kardinal Daniel DiNardo sagte zum Abschluss des dreitätigen Treffens am Mittwochabend (Ortszeit) in Baltimore, seine Hoffnung ruhe in Christus. Er habe verstanden, wie entschlossen die Bischöfe seien, sich gegenüber den Gläubigen und den Opfern des Missbrauchsskandals rechenschaftspflichtig zu machen.

„Wir verlassen diesen Ort mit dem Versprechen, die stärkstmöglichen Maßnahmen zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu ergreifen“, erklärte DiNardo vor den rund 350 Bischöfen aus 196 Diözesen. „Wir werden das in Gemeinschaft mit der universalen Kirche machen“, versuchte er die Intervention Roms unmittelbar vor Eröffnung des Bischofstreffens in ein positives Licht zu rücken. „Zusammen als Weltkirche voranzuschreiten, macht die Kirche in den USA und die globale Kirche stärker.“

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Italien: Priester wegen Häresie und Schisma exkommuniziert

Bild: © iurii/Fotolia.com
Seit Jahren beschimpft ein Priester aus Palermo den Papst und die Kirche. Alle Vermittlungsversuche sind gescheitert, an Auftrittsverbote hält sich der Priester nicht – damit hat er sich nun die Exkommunikation zugezogen.

katholisch.de

Das Erzbistum Palermo hat einen seiner Priester exkommuniziert. Die Diözese teilte auf ihrer Webseite mit, dass Erzbischof Corrado Lorefice bereits im August in einem Dekret bestätigt hatte, dass sich Alessandro Maria Minutella aufgrund von Häresie und schismatischen Handlungen die Exkommunikation als Tatstrafe zugezogen hat. Am Dienstag sei dem Priester das Dekret zugestellt worden.

Über die Benennung der Straftaten hinaus, die dem Priester zulasten gelegt werden, macht das Erzbistum keine weiteren Angaben zu den Gründen für die Exkommunikation. Der Konflikt zwischen Minutella und dem Erzbistum schwelt schon seit 2015.

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Keine Lösung im Streit um Werbeverbot für Abtreibung in Sicht

Bundeskanzleramt, Bild: BB
Im Streit um das Werbeverbot für Abtreibungen zeichnet sich in der Großen Koalition keine Lösung ab. Die zuständigen Ressorts haben laut Medienberichten noch keine Einigung erreicht. Das Bundesjusizministerium zeigt sich dennoch weiterhin zuversichtlich.

DOMRADIO.DE

Eine Ministeriumssprecherin sagte am Mittwoch in Berlin, die Gespräche liefen konstruktiv und würden zeitnah fortgesetzt. Das RedaktionsNetzwerk Deutschland hatte zuvor berichtet, die Beteiligten hätten sich in der vergangenen Woche vergeblich getroffen, um eine Lösung in dem Streit zu finden.

Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) ringt seit mehreren Wochen mit ihren Ressortkollegen Franziska Giffey (SPD, Familie), Jens Spahn (CDU, Gesundheit), Horst Seehofer (CSU, Innen) und Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) um einen Kompromiss beim Streit um den entsprechenden Paragrafen 219a im Strafgesetzbuch.

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Mitarbeitervertreter müssen nicht zwingend Kirchenmitglieder sein

Image: Louis Berk/CC BY-ND 2.0
Die EKD-Synode hat die Neuregelung des Gesetzes zur Mitarbeitervertretung beschlossen. Die so genannte ACK-Klausel wird zur Option für Landeskirchen. Mitarbeitervertretungen können jetzt Einigungsstellen in allen Einrichtungen einfordern.

Hanno Terbuyken | evangelisch.de

Die Synode der EKD regelt das Kirchengesetz zur Mitarbeitervertretung (MAV-EKD) in einigen Punkten neu. Dabei hat das Kirchenparlament auch die ACK-Klausel gestrichen, also die Bestimmung, dass ein Mitglied einer Mitarbeitervertretung immer auch Mitglied in einer Mitgliedskirche der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen sein muss. Die Gliedkirchen können diese Bestimmung für sich selbst anders regeln.

Hintergrund der Diskussion sind zum einen die Entscheidungen des Bundesarbeitsgerichts über die Pflicht zur Kirchenzugehörigkeit, auf die das Kirchenparlament reagiert. Zum anderen steht auch die Frage hinter der Diskussion, wie Kirche in einer säkularisierten Welt weiterhin ihren Auftrag erfüllen kann, wenn qualifizierte Fachkräfte gebraucht werden, aber nicht getauft sind.

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Durchkitzeln auf dem Schoß des Pastors

Das evangelische Kirchenparlament will Missbrauch innerhalb der EKD mit einem Elf-Punkte-Plan aufklären Quelle: pa/imageBROKER/Ulrich Niehoff
Die Evangelische Kirche will eine lückenlose Aufklärung der sexualisierten Gewalt in ihren Einrichtungen. Eine Bischöfin erinnert an den größten Missbrauchsskandal und mahnt: „Eine Kirche, die solcher Gewalt nicht wehrt, ist keine Kirche mehr.“

Von Claudia Becker | DIE WELT

Die Bischöfin fand klare Worte. Von „wiederholt erfahrener Ignoranz“ sprach sie, von „mangelnder Empathie“, von „Verrat von Vertrauen und Gefühlen“. Die Worte, die Kirsten Fehrs auf der in Würzburg tagenden Synode für die Schuld gegenüber jenen fand, die in der Kirche zu Opfern sexualisierter Gewalt geworden sind, waren ein unverblümtes Bekenntnis. In dieser Deutlichkeit war es längst überfällig.

Dass es auch in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die keinen Zölibat kennt und so weitgehend befreit war vom Verdacht, ein Hort sexueller Verklemmungen zu sein, Missbrauch stattfand, war lange nicht im allgemeinen Bewusstsein. Doch als sich 2010 im Zuge der Enthüllung der Skandale in katholischen Einrichtungen die ersten Opfer evangelischer Geistlicher zu Wort meldeten, kam ein Fall nach dem anderen ans Licht.

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Netanyahus Verteidigungsminister tritt zurück und fordert Neuwahlen

Avigdor Lieberman wirft seinem Regierungschef eine «Kapitulation vor dem Terror» vor. (Bild: Atef Safadi / EPA)
Avigdor Lieberman war stets für eine harte Linie gegenüber der Hamas eingetreten. Nun kritisiert er Netanyahu dafür, vor dem Terror kapituliert zu haben. Der Ministerpräsident will sich verteidigen.

Ulrich Schmid | Neue Zürcher Zeitung

Spät kam er, früh geht er. Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman, der der Koalition von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu erst ein gutes Jahr nach der Wahl von 2015 beigetreten war, verlässt sie vorzeitig. Der in der Sowjetunion geborene Politiker gab am Mittwoch bekannt, er und alle Mitglieder seiner Partei Israel Beitenu (Unser Haus Israel) träten aus der Regierungskoalition aus. Netanyahu habe «vor dem Terror kapituliert», diese Politik wolle er nicht länger mittragen. Gleichzeitig regte Lieberman an, so schnell wie möglich Wahlen abzuhalten. Wie aus dem Likud-Block Netanyahus verlautete, wird der Ministerpräsident vorerst den Posten des Verteidigungsministers übernehmen.

«Kurzsichtige Politik»

Lieberman betonte, er habe sich stets loyal verhalten und Differenzen nicht nach aussen getragen, obwohl ihm das bei den Wählern Punkte gebracht hätte. Das ist richtig. Doch natürlich konnten die tiefen Zerwürfnisse in der Koalition niemandem verborgen bleiben. Lieberman befürwortete ein hartes Vorgehen gegen die Hamas.

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Digital-Investitionen für die evangelische Kirche beschlossen

Image: MIT News
2,2 Millionen Euro hat die Synode für sechs Digitalinitiativen im Jahr 2019 beschlossen, darunter auch der vorgeschlagene Innovationsfonds, der mit einer Million Euro ausgestattet ist.

evangelisch.de

Nach der Vorstellung der Pläne für Digitalinvestitionen gestern in der EKD-Synode hat das Kirchenparlament die sechs Vorschläge so beschlossen. Im Kirchenamt der EKD wird eine neue Stabstelle Digitalisierung geschaffen, deren Aufgabe die weitere Arbeit an der kirchlichen Digitalstragie und Vernetzung kirchlicher Akteure ist. Dem Leiter der Stabsstelle werden zwei halbe Stellen für Sekretariat und Sachbearbeitung zur Seite gestellt. Dazu kommen zwei volle Projektstellen, die auf drei Jahre befristet sind. Eine der Projektstellen bearbeitet hauptsächlich die theologisch-ethischen Fragen zu Digitalisierung, die andere kümmert sich um Verbesserungsmöglichkeiten in Verwaltung und IT.

Der Digitalinnovationsfonds kann 2019 eine Million Euro vergeben. Dafür fordert die EKD-Synode in dem Beschluss „schnelle und einfache Entscheidungsprozesse“, die der Rat der EKD jetzt finden muss.

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