Bischofskonferenz weist Kritik an Missbrauchs-Aufarbeitung zurück

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Im Herbst hatten die deutschen Bischöfe ihre Missbrauchsstudie vorgestellt. Ein halbes Jahr später spricht Studienleiter Harald Dreßing von mangelnder Aufarbeitung und einer fehlenden gemeinsamen Strategie. Die DBK zeigt sich von der Behauptung „überrascht“.

katholisch.de

Die Deutsche Bischofskonferenz wehrt sich gegen die Kritik an ihrer Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs: „Den Vorwurf, es gebe keine gemeinsame Strategie, weisen wir zurück, weil das Gegenteil durch den Beschluss der Vollversammlung von Fulda der Fall ist“, sagte Sprecher Matthias Kopp am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Die Kritik des Leiters der Forschergruppe, die im Herbst eine wissenschaftliche Studie über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche vorlegt hatte, „überrascht uns“, so Kopp weiter: „Die deutschen Bischöfe haben umgehend nach Erscheinen der MHG-Studie einen Maßnahmenkatalog beschlossen, welche Konsequenzen aus der Studie abgeleitet werden. Dieser Maßnahmenkatalog wird kontinuierlich bearbeitet.“ Erst vor wenigen Wochen habe der Missbrauchsbeauftragte, Bischof Stephan Ackermann, einen Statusbericht vorgelegt hat, „der gezeigt hat: Die Bischöfe arbeiten gemeinsam an den Themen.“

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Italien beschlagnahmt „Sea-Watch 3“

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Italiens Behörden haben das deutsche Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ festgesetzt. Zuvor waren die 47 auf dem Schiff verbliebenen Migranten an Land gebracht worden – offenbar gegen den Willen von Innenminister Salvini.

tagesschau.de

Vier Tage nach der Rettung von 65 Bootsflüchtlingen durch die deutsche Hilfsorganisation „Sea-Watch“ haben die italienischen Behörden deren Hilfsschiff beschlagnahmt und die Migranten an Land gebracht. Die italienische Finanzpolizei setzte die „Sea-Watch 3“ am Sonntag in italienischen Gewässern fest.

Die verbliebenen 47 Migranten an Bord wurden in Motorbooten auf die italienische Finanzpolizei gebracht. „Die geretteten Personen sind alle an Land und werden von der italienischen Bevölkerung willkommen geheißen“, teilte „Sea-Watch“ via Twitter lediglich mit. Die deutsche Hilfsorganisation fügte einen Dank an die Italiener in der Landessprache hinzu: „Grazie Italia!“ Zur Beschlagnahme ihres Schiffes machte „Sea Watch“ keine Angaben.

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Missbrauch in der Kirche: Sind wirklich die Homosexuellen schuld?

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Betroffene von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche sind vor allem Jungen. Woran liegt das? Konservative sehen den Grund in der Homosexualität und belegen das mit teils abenteuerlichen Zahlenkonstruktionen. Doch so einfach ist es nicht, denn das Thema führt tief ins Gehirn.

Von Christoph Paul Hartmann | katholisch.de

Missbrauch in der Kirche ist ein männliches Problem: Die Täter sind Männer, die Opfer in der Regel Jungen. Mit einem Anteil von 63,8 Prozent sind sie deutlich überrepräsentiert, resümiert auch die von der Deutschen Bischofskonferenz in Auftrag gegebene MHG-Studie. In Reihen der Glaubenskongregation im Vatikan geht man weltweit sogar von mehr als 80 Prozent aus. Woran das liegt?

Für erzkonservative Kreise ist klar: Es sind homosexuelle Taten, die gleichgeschlechtliche Orientierung ist also das Problem. Und tatsächlich: Die MHG-Studie hat bei 19 Prozent der Täter Hinweise auf eine homosexuelle Orientierung gefunden. In Einzelinterviews lag sie noch deutlich höher. Der US-Theologe Timothy J. Dailey hat Zahlen wie diese zum Anlass für folgende These genommen: Es gibt prozentual deutlich mehr Übergriffe von Männern auf Jungen, als es Homosexuelle in der Gesellschaft gibt. Dass sie als Täter überrepräsentiert sind, nimmt Dailey dann zum Anlass für die Vermutung, dass Homosexuelle generell eher zum Kindesmissbrauch neigten.

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Solidarität mit Israel – aber aus rein taktischen Gründen

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Der Bundestag hat die antisemitische BDS-Bewegung verurteilt. Doch Union, SPD und Grüne haben das vor allem getan, um nicht als Antisemiten abgestempelt zu werden. Deutschlands moralpolitische Grundlage im Umgang mit Israel bröckelt.

Von Michael Wolffsohn | DIE WELT

Das moral- und geschichtspolitische Fundament der Bundesrepublik Deutschland wird derzeit umgebaut. Das beweisen unzählige Krisen und Konflikte mit vielen unserer westlichen Partner (Amtsdeutsch „Freunden“) und eben nicht nur mit Trumps USA. Auch das Verhältnis zu Israel und den Juden zeigt den neudeutschen Wertewandel.

Das dokumentierte am 17. Mai die Bundestagsabstimmung über die antizionistische BDS-Kampagne. Was BDS („Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen“) gegenüber Israel verlangt, ist mehr als Kritik an der Regierung Israels und Premier Netanjahu.

Ein Blick auf die Website genügt: Der jüdische Staat, also die Antwort auf 3000 Jahre jüdischer Verfolgungsgeschichte und damit die Lebensversicherung aller Juden weltweit, solle verschwinden. Wer Juden diese Existenzsicherheit verweigert, ist Antisemit. Das hilft keine Klügelei.

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Trump kritisiert scharfes Abtreibungsgesetz

US-Präsident Donald Trump rief auf Twitter alle Abtreibungsgegner dazu auf, gemeinsam „für das Leben“ zu kämpfen Quelle: AP/Manuel Balce Ceneta
Alabama hat ein striktes Abtreibungsverbot beschlossen, das einen Schwangerschaftsabbruch selbst nach Inzest und Vergewaltigung verbietet. Das Gesetz ist so rigide, dass sich sogar Abtreibungsgegner Donald Trump einschaltet.

DIE WELT

US-Präsident Donald Trump hat sich für ein Recht auf Abtreibung nach einer Vergewaltigung ausgesprochen. Das schrieb er am Samstag auf Twitter. Trump bezeichnete sich dort selbst zwar als entschiedenen Abtreibungsgegner, nannte aber mehrere Fälle, in denen er Ausnahmen befürwortet. Der US-Bundesstaat Alabama hatte in dieser Woche Schwangerschaftsabbrüche nahezu vollständig verboten.

Er sei „klar gegen Abtreibungen“, schrieb Trump wenige Tage nach der Entscheidung in Alabama auf Twitter. Als Ausnahmen nannte er Schwangerschaften nach einer Vergewaltigung oder durch Inzest sowie Fälle, in denen das Leben der Mutter gefährdet ist. „Diese Position vertrat auch Ronald Reagan“, twitterte Trump mit Verweis auf den früheren republikanischen Präsidenten.

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Publizist Friedman für mehr Gleichberechtigung der Religionen

Der Publizist Michel Friedman fordert eine stärkere Gleichberechtigung der Religionen in Deutschland. Der Staat privilegiere nach wie vor das Christentum und auch das Judentum, sagte der Publizist jüdischen Glaubens am Sonntag in Bonn auf einer Podiumsdiskussion über Religionsfreiheit in Deutschland. Die Veranstaltung unter dem Titel „Freiheit.Glauben.Grundgesetz“ fand im Rahmen der „Bonner Tage der Demokratie“ statt.

evangelisch.de

Als Beispiele nannte Friedman den Einzug der Kirchensteuer durch den Staat, die Möglichkeit, die Religionsgemeinschaft als Körperschaft öffentlichen Rechts zu etablieren und die christlichen Feiertage. Gleichheit sei nicht quantifizierbar. Religionen sollten unabhängig von der Anzahl ihrer Mitglieder gleich behandelt werden. Solange der Staat Religionen „betreue“, sei von einer Neutralität nicht zu sprechen.

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Tausende Ewiggestrige bei „Marsch für das Leben“ in Rom

Vatikan. Bild: Pixaby, Selim Gecer.
Es gehe darum, „das Recht auf Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod zu verteidigen“: Rund 15.000 Gegner von Abtreibung und Sterbehilfe haben in Rom beim „Marsch für das Leben“ demonstriert.

katholisch.de

Rund 15.000 Gegner von Abtreibung und Sterbehilfe haben am Wochenende in Rom beim „Marsch für das Leben“ demonstriert. Das berichtet die italienische Tageszeitung „Avvenire“ (Sonntag) unter Berufung auf die Organisatoren. Unter den Teilnehmern war neben internationalen Vereinigungen zum Lebensschutz, Priestern und Ordensleuten auch US-Kardinal Raymond Leo Burke. Er marschierte bei der Demonstration im Zentrum Roms in der ersten Reihe. Medienberichten zufolge nahm ebenso der Utrechter Kardinal Willem Jacobus Eijk teil.

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Zentralrat der Muslime kritisiert Debatte um Kopftuchverbot

Aiman Mazyek (Bild: Wikimedia Commons/Jakub Szypulka)
Der Zentralrat der Muslime hat das erneute Aufflammen einer Debatte um ein Kopftuchverbot in Deutschland kritisiert.

ZEIT ONLINE

Er finde es absurd, dass eine solche Diskussion «gefühlt zum tausendsten Mal» geführt werde – meist vor Wahlen, sagte dessen Präsident Aiman Mazyek im rbb-Inforadio. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, nenne es absurd, dass Mädchen Kopftuch tragen, und die meisten Muslime sähen das auch so. Es gäbe kein Kopftuchgebot für Schulkinder. Mazyek sprach von Fällen im «Promillebereich», die Schulen und Familien regeln könnten.

UNHCR fordert „dringend“ Aufnahme weiterer Migranten

Männer in einem Auffanglager für Flüchtlinge in Libyen Quelle: picture alliance/dpa
Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen kritisiert die Situation für Migranten in Libyen. Durch neue Kampfhandlungen in dem Bürgerkriegsland habe sich die Lage noch einmal verschärft.

Von Christoph Schiltz | DIE WELT

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) hat die Europäische Union mit Nachdruck dazu aufgerufen, dabei mitzuhelfen, die Situationen in den libyschen Haftlagern zu verbessern und zugleich einen Rücktransport von Migranten in diese Lager zu verhindern. „Menschen, die von der libyschen Küstenwache im Mittelmeer gerettet werden, sollten auf keinen Fall wieder in die Haftlager in Libyen zurückgebracht werden. Es muss jede politische Einflussmöglichkeit – auch seitens der EU – genutzt werden, um das Leid in den Lagern zu beenden“, sagte der Leiter des UNHCR in Deutschland, Dominik Bartsch, WELT AM SONNTAG.

Die Lage der Flüchtlinge und Migranten haben sich durch die Kampfhandlungen in Libyen noch einmal zugespitzt, so Bartsch: „Die humanitäre Situation der Menschen in den Lagern ist verheerend. Es fehlen Nahrung, Wasser und viele brauchen dringend medizinische Hilfe. Hinzu kommt, dass die Haftlager in der Hauptstadt Tripolis ins Kreuzfeuer der bewaffneten Gruppen geraten.“

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Wegen des Namens: Kardinal Woelki distanziert sich brüsk von „Maria 2.0“

Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Zum Abschluss des einwöchigen Kirchenstreiks von Katholikinnen für mehr Frauenrechte unter dem Motto „Maria 2.0“ hat sich Kardinal Rainer Woelki brüsk von der Aktion und ihren Anliegen distanziert.

Von Joachim Frank | Kölner Stadt-Anzeiger

Im Marienwallfahrtsort Hennef-Bödingen (Rhein-Sieg-Kreis) wandte er sich gegen eine – missbräuchliche – Verwendung des Namens der Gottesmutter zur Durchsetzung kirchenpolitischer Forderungen.

An Orten wie Bödingen sei dagegen das Original, die wahre Maria, anzutreffen. „Hier begegnen wir einer Maria, die nicht irgendwelche Wahrheiten verkündet“, sagte der Erzbischof in seiner Predigt. „Hier begegnen wir einer Frau, die steht für die überzeitlichen Wahrheiten; für die Wahrheiten, die wesentlich für unser Leben sind, weil sie entscheidend sind für das Heil unserer Seele.“

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Kirche am Tagebau Hambach wird profaniert: Stummer Protest geplant

St. Albanus und Leonhardus in Manheim © Wikimedia Commons/gemeinfrei
Die katholische Kirche St. Albanus und Leonhardus in Kerpen-Manheim wird profaniert, da sie sich im Abbaugebiet des Braunkohletagebaus befindet. Klimabündnisse wollen mit stillen Aktionen dagegen protestieren.

DOMRADIO.DE

Im Rheinischen Revier wird an diesem Samstag die nächste Kirche für einen Tagebau entweiht. In der katholischen Kirche St. Albanus und Leonhardus in Kerpen-Manheim soll bei der letzten Heiligen Messe nach Kirchenangaben ein Schreiben vom Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki verlesen werden, mit dem die Kirche außer Dienst gestellt und dann nicht mehr für kirchliche Zwecke genutzt wird.

Abriss nach Umsiedlung

Der Kirchenbau und das Dorf Manheim, in dem bis Ende 2011 noch 1700 Menschen lebten, soll nach Ende der Umsiedlung in wenigen Jahren für den Tagebau Hambach abgerissen werden. Nach der Empfehlung der Kohlekommission, bis 2038 aus der Kohleverstromung auszusteigen, gibt es Forderungen, Kirchen und Dörfer zu erhalten.

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„Spiegel“: AfD-Politiker managte Millionen für Piusbrüder

Der AfD-Politiker Maximilian Krah möchte am 26. Mai in das Europaparlament gewählt werden. Wie „Der Spiegel“ jetzt berichtet, hat der Rechtsanwalt jahrelang millionenschwere Vermögenstransaktionen der Piusbruderschaft gemanagt.

katholisch.de

Der AfD-Europakandidat Maximilian Krah hat nach einem Medienbericht „jahrelang millionenschwere Vermögenstransaktionen“ der traditionalistischen Piusbruderschaft gemanagt. Durch die Gründung von Organisationen in mehreren Ländern sollten offenbar Steuerzahlungen vermieden werden, berichtet das Magazin „Der Spiegel“. Das Magazin beruft sich auf Unterlagen, die Krah bestätigt habe. Der Rechtsanwalt, der bis 2016 Mitglied der CDU war, ist inzwischen sächsischer Vizechef der AfD und kandidiert auf Listenplatz drei seiner Partei zur Europawahl am kommenden Sonntag. Als Anwalt trat er anfangs auch in der Affäre um den britischen Holocaust-Leugner und illegal geweihten Traditionalistenbischof Richard Williamson in Erscheinung.

Wie der „Spiegel“ berichtet, kümmerte sich Krah ab 2008 im Auftrag der traditionalistischen Priestervereinigung um die Übernahme einer Erbschaft in zweistelliger Millionenhöhe, die eine vermögende Gönnerin den Piusbrüdern vermacht habe.

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„Verbrennen oder vom Dach stoßen!“ – Wie homophob ist der Islam?

Bild: BR24
In acht Ländern der Welt steht auf gleichgeschlechtliche Liebe die Todesstrafe. Sie alle sind muslimisch geprägt. Muslimisch und homosexuell sein klingt deswegen für viele wie ein Widerspruch. Doch das muss nicht so sein.

Nabila Abdel Aziz | BR24

Afghanistan, Brunei, Iran, Irak, Mauretanien, Pakistan, Saudi Arabien, Sudan: In all diesen Ländern ist der Islam die prägende Religion – und in allen steht auf gleichgeschlechtliche Liebe die Todesstrafe. Muslimisch und homosexuell sein klingt deswegen für viele Menschen wie ein Widerspruch. Doch immer mehr muslimische Aktivisten und Gelehrte setzen sich für ein anderes Islamverständnis ein.

In der Türkei und im Libanon feiern Aktivisten Gay-Pride-Paraden

So zum Beispiel in der Türkei. Dort flatterte im vergangenen Jahr ein Meer von Regenbogenflaggen in Izmir – einer Stadt voller Moscheen. Hunderte Menschen demonstrierten für die Rechte von Homo- und Transsexuellen. Neben der Türkei haben auch im Libanon immer wieder Aktivisten öffentlich Gay-Pride-Paraden gefeiert. Doch nicht immer hält sich der Staat zurück. Und in vielen anderen muslimischen Ländern ist so etwas schlichtweg ganz unmöglich.

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Kirchenrechtler über Frauenweihe: „Das letzte Wort ist gesprochen“

Bild: © picture-alliance/Philippe Lissac / GODONG
Die Initiative „Maria 2.0“ fordert weitreichende Reformen in der Kirche, wie etwa die Frauenweihe. Kirchenrechtler Georg Bier aus Freiburg sieht jedoch keine Chance für einen Erfolg der Forderung. Im Interview erklärt er, warum auch Papst Franziskus dieser Meinung ist.

Von Volker Hasenauer | katholisch.de

Unter dem Schlagwort „Maria 2.0“ fordern Katholikinnen die Weihe von Diakoninnen und Priesterinnen. Im Interview beschreibt der Freiburger Kirchenrechtler Georg Bier die Gesetzeslage. Und zeigt sich skeptisch, ob es in der Frauenfrage zu einer Öffnung kommen kann.

Frage: Herr Professor Bier, welche kirchlichen Gesetze verbieten die Weihe von Frauen?

Bier: Das Gesetzbuch der katholischen Kirche hält in Canon 1024 schlicht fest: ‚Die heilige Weihe empfängt gültig nur ein getaufter Mann.‘ Das ist alles – und zugleich völlig klar.

Frage: Warum scheint in den aktuellen Debatten eine Diakoninnen-Weihe eher möglich als eine Priesterinnen-Weihe?

Bier: Weil es die Idee von unterschiedlichen, abgestuften Weihe-Graden gibt. Demnach ist die Diakonenweihe niedriger eingestuft als die Priesterweihe. Hinzu kommt, dass sich die maßgeblichen lehramtlichen Äußerungen der Kirche ausdrücklich nur auf das Verbot der Priesterinnenweihe beziehen – und nicht auf Diakoninnen. Allerdings hat die Glaubenskongregation im Jahr 2001 auch der Diakoninnenweihe eine Absage erteilt. Aber diese Aussage hat nicht den gleichen lehramtlichen Stellenwert wie die päpstliche Ablehnung der Priesterinnenweihe. Hier liegt nach Ansicht mancher ein Ansatzpunkt, um eine Weihe von Diakoninnen möglich zu machen.

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„Seht her. Diese Idioten…“: Viele US-Promis kritisieren Abtreibungsgesetze scharf

Sängerin Rihanna Foto: dpa
Mit persönlichen Geschichten und Angriffen auf Politiker reagieren immer mehr Prominente auf die geplanten, strikten Abtreibungsgesetze in mehreren US-Bundesstaaten.

Kölner Stadt-Anzeiger

„Seht her. Diese Idioten treffen Entscheidungen für FRAUEN in Amerika“, schrieb R&B-Sängerin Rihanna (31) am Donnerstag (Ortszeit) auf Instagram. Dazu zeigte sie Bilder der 25 männlichen Politiker, die in Alabama zusammen mit Gouverneurin Kay Ivey für das neue Gesetz stimmten, das Abtreibungen in den meisten Fällen verbietet und unter Strafe stellt. Der Eintrag sammelte über 2,6 Millionen Likes.

„Game of Thrones“-Star Lena Headey, Sänger Charlie Puth, Model Gigi Hadid oder Rapper P. Diddy posteten den Spruch „Männer sollten keine Gesetze machen, die den Körper von Frauen betreffen“.

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Dodo Gysi bietet Papst Zusammenarbeit an: „Ich fürchte eine gottlose Gesellschaft“

Gregor Gysi und Papst Franziskus © privat (Die Linke)
Der Präsident der Europäischen Linken, Gregor Gysi, hat sich mit Papst Franziskus getroffen und mit ihm über Armut und Migration gesprochen. Sein Fazit: Um Europa zu retten, müssten Kirche und Politik zusammenarbeiten.

DOMRADIO.DE

DOMRADIO.DE: Migration und Armut – das waren zwei der Themen, die Sie mit dem Papst besprechen wollten. Sie selbst bezeichnen sich als nicht gläubig. Warum wollten Sie denn in diesen Fragen das Oberhaupt der katholischen Kirche mit ins Boot holen?

Gregor Gysi: Ich glaube tatsächlich nicht an Gott, aber ich fürchte eine gottlose Gesellschaft. Ich kenne die Bedeutung der Religion und der Kirchen für Tradition, für Kultur und auch für eine allgemein verbindliche Moral.

Zweitens haben wir jetzt einen Papst, der versucht, an die ursprünglichen Werte des Christentums zu erinnern und deshalb im nächsten Jahr eine Konferenz machen will, wo es um die Wirtschaftsstrukturen geht. Weder will er den Kapitalismus wie er jetzt ist, noch will er die Wirtschaft aus dem Staatssozialismus, sondern etwas anderes. Ich habe ihm zum Beispiel angeboten, wenn er da Unterstützung braucht, dass ich gerne bereit bin diese zu liefern – auch die europäische Linke ist dazu bereit.

Ich halte den Papst für eine sehr wichtige moralische Autorität auf der Erde, und wenn er eine Welt-Armutskonferenz initiiert, kann die UNO schlecht Nein dazu sagen. Wenn ich dahin schreibe, dann habe ich das Nein schon, bevor der Brief angekommen ist. Aber am Papst kommen die nicht so einfach vorbei. Das sollte er nutzen, sollten wir alle nutzen.

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Haftgeld von Motassadeq – Acht Beschuldigte

Der Terrorhelfer Mounir el Motassadeq (M.) wurde Mitte Oktober 2018 von einem Hubschrauber aus der JVA Fuhlsbüttel abgeholt worden und in sein Heimatland Marokko abgeschoben Quelle: picture alliance/dpa
Ob der verurteilte „9/11“-Terrorhelfer Motassadeq sein fälschlicherweise ausgezahltes Haftgeld mit nach Marokko genommen hat, ist nach wie vor unklar. Nun sind die Ermittlungen ausgeweitet worden.

DIE WELT

Im Fall des fälschlicherweise ausgezahlten Haftkontos des verurteilten „9/11“-Terrorhelfers Mounir al-Motassadeq sind die Ermittlungen ausgeweitet worden. Statt bislang vier führt die Hamburger Generalstaatsanwaltschaft nun acht Beschuldigte, wie eine Sprecherin der Behörde am Freitag auf WELT-Anfrage sagte.

Einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Focus“, wonach sich die Untersuchungen gegen acht Polizei- und Justizbeamte richten, wollte sie nicht bestätigen. Die Ermittlungen dauerten an. Weitere Einzelheiten nannte die Sprecherin nicht.

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Flüchtlingsrat kritisiert Abschiebung von iranischer Christin

Der Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern hat die Abschiebung einer iranischen Christin kritisiert und die Landesregierung aufgefordert, keine Christen in den Iran zurückzuschicken. Bei einer Rückkehr drohe Christen Inhaftierung, Folter und gegebenenfalls der Tod, teilte der Flüchtlingsrat am Freitag in Schwerin mit.

evangelisch.de

Die Ausländerbehörden sollten angewiesen werden, dieses so genannte zielstaatenbezogene Hindernis ab sofort zu prüfen. Offizielle Bescheinigungen von Kirchengemeinden über Gemeindemitgliedschaften oder Taufurkunden müssten ausreichen, künftig keine Christen mehr in muslimische Länder abzuschieben, in denen auf das Bekenntnis zum christlichen Glauben die Todesstrafe steht.

Der Flüchtlingsrat sei fassungslos über das Exempel, das am 8. Mai in Torgelow (Kreis Vorpommern-Greifswald) an einer 58-jährigen Iranerin statuiert worden sei, sagte Flüchtlingsratsvorsitzende Ulrike Seemann-Katz. Die Frau habe eigentlich „alles richtig gemacht“, einen Pass abgegeben, sich in Deutschland integriert.

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Wieso NRW vorerst mit einem Kopftuchverbot scheiterte

Ein Mädchen mit Kopftuch steht in einer Schule vor einem Klassenzimmer. Bild: dpa
In Österreich soll das Tragen eines Kopftuchs unter 14 verboten werden. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung will das prüfen lassen. In Nordrhein-Westfalen hat man schon eigene Erfahrungen gemacht.

Von Reiner Burger | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Kann man per Gesetz verbieten, dass junge Mädchen Kopftuch tragen? Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), will einem Zeitungsbericht zufolge ein Kopftuchverbot für Schulmädchen prüfen lassen. „Dass kleine Mädchen Kopftuch tragen ist absurd – das sehen auch die meisten Muslime so“, sagte Widmann-Mauz der „Bild“-Zeitung. „Alle Maßnahmen, die Mädchen davor schützen – vom Elterngespräch bis zum Verbot – sollten geprüft und angegangen werden.“ Das österreichische Parlament hatte am Mittwoch ein Verbot von Kopftüchern an Grundschulen beschlossen. Kritiker sehen durch den Vorstoß die Religionsfreiheit in Gefahr.

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Bischof und Bayern-Boss debattieren über Werte im Fußball: Auch Fußballer zahlen Kirchensteuer

Freud und Leid liegen im Fußball eng beieinander © Nikita Taparia (unsplash)
Von Integration über Franck Riberys goldenes Steak bis zu Menschenrechten in Katar: Ein Podium mit Bayern-Chef Hoeneß, Schalke-Mann Tönnies und Ruhrbischof Overbeck befasste sich mit Fußball und Gesellschaft.

DOMRADIO.DE

„Ihr müsst nur hoffen, dass unsere Spieler katholisch sind, um die Kirchensteuer zu bekommen.“ So konterte Bayern-Boss Uli Hoeneß die Worte von Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck, der die Millionengehälter beim Fußball von außen betrachtet als „unsittlich“ bezeichnete. Das blieb einer der wenigen Spannungsmomente beim Podiumsgespräch zum Thema „Sozialer Klebstoff? Die Rolle des Fußballs in Deutschland“ am Donnerstagabend in Bonn.

Einig waren sich die Teilnehmer, dass Fußball und Kirche vieles bewegen könnten. „Der Sinn für Solidarität und Hilfe muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe wahrgenommen werden“, sagte der Sozialbischof der Deutschen Bischofskonferenz. Der Präsident des FC Bayern München pflichtete Overbeck bei, wichtig sei es als Verein, auch in der Öffentlichkeit soziales Engagement zu zeigen. „In dem Bereich müssen wir mehr tun“, gestand er ein.

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