Archiv der Kategorie: Fundamentalismus

Das Dilemma der assimilierten Juden

Die Stärke der Juden liegt in ihrer Schwäche. Zumindest was die Schwäche der Menge betrifft. Auf der ganzen Welt leben nach offiziellen Statistiken rund 13,2 Millionen Juden; davon knapp 5 Millionen in Israel und über 8 Millionen in der Diaspora; vorwiegend in Nordamerika und im europäischen Osten. In Wien leben ca. 14.000 Juden, davon sind nur die Hälfte Mitglieder der Kultusgemeinde. In Deutschland beträgt die Zahl der Juden rund 100.000.


Von Peter Stiegnitz|haGalil.com

Bild: bb
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Die Stärke der Juden liegt in ihrer Schwäche. Zumindest was die Schwäche der Menge betrifft. Auf der ganzen Welt leben nach offiziellen Statistiken rund 13,2 Millionen Juden; davon knapp 5 Millionen in Israel und über 8 Millionen in der Diaspora; vorwiegend in Nordamerika und im europäischen Osten. In Wien leben ca. 14.000 Juden, davon sind nur die Hälfte Mitglieder der Kultusgemeinde. In Deutschland beträgt die Zahl der Juden rund 100.000.

Im Gegensatz zu diesem geringen Anteil der Juden in Österreich und in der Welt scheint ihre Bedeutung groß zu sein. Das vor allem im Spiegel des Antisemitismus, aber auch – wenn auch bedeutend minimaler – in philosemitischen Kreisen. Dass rechtsgerichtete Medien, vor allem in den ehemaligen kommunistischen Ländern, ständig von der „zunehmenden Gefahr des internationalen Judentums“ faseln, ist bekannt und nicht mehr nennenswert. Leider lassen auch linke und liberale Medien keine Gelegenheit aus, um – völlig unsicherer Weise – von „jüdischen Künstlern“ oder von „jüdischen Wissenschaftlern“ zu berichten.

Die so genannte „jüdische Szene“ – und dazu zähle ich jetzt alle religiösen oder nicht-religiösen Juden, die sich dazu bekennen – teilt sich vor allem in Österreich und in Deutschland in drei Kategorien:
• Die „Richter“ unter den Diasporajuden nehmen sich das Recht, „im Namen der Opfer“ des Holocaust über Antisemitismus-Ja oder Antisemitismus-Nein zu urteilen, wobei der Freispruch des „Nein“ Seltenheitswert besitzt.
• Die „Rächer“ bilden sich ein, die „Exekutivorgane“ der „Richter“ zu sein; sie lieben die Tat und verabscheuen die Analyse der jeweiligen Situation, die unter Umständen auch zu anderen Schlüssen als denen der „Richter“ führen könnte. Sie wollen es auch nicht verstehen, dass 1933 in Deutschland und 1938 in Österreich die Menschen anders denken und handeln mussten, als man es heute von ihnen verlangt.
• Die wohl undankbarste Rolle unter den Diasporajuden haben die so genannten „Renegaten“ übernommen. Ohne die Taten der NS-Mörder und ihrer Helfershelfer zu entschuldigen, bemühen sich die „Renegaten“ um ein historisches Verständnis. Ihre Aufgabe ist keineswegs das Verzeihen, sondern das Verständnis. Sie sind die eigentlichen Träger der Idee von Franz Vranitzky, der als erster Regierungschef von Schuld und Verantwortung der Österreicher in der NS-Mordmaschinerie sprach, aber auch jedwede Kollektivschuld verurteilte.
Diese „Renegaten“ bilden – auch hier wartet auf sie eine undankbare Rolle – die Untergruppe der assimilierten Juden, die ihr „Judentum“ nicht religiös bindet, sondern die sich als Angehörige einer überwiegend negativ determinierten „Schicksalsgemeinschaft“ betrachten.

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Luxemburg:Einschreibequote liegt bei 70 Prozent – Religionsunterricht

Erzbischof Jean-Claude Hollerich nahm im April 2012 an einem Religionsunterricht in der Mamer Grundschule teil. Bild: Luxemburger Wort
Trotz der geplanten Abschaffung des Religion- und Moralunterrichts in der Grundschule zugunsten eines gemeinsamen Werteunterrichts, haben Eltern und Schüler in diesem Schuljahr erneut ihre Wahl bewusst getroffen, heißt es in einem Schreiben der “Association Luxembourgeoise d’Enseignants d’Education Religieuse et Morale dans l’Enseignement Fondamental” (Alerf).


Luxemburger Wort

Die Einschreibungsquote für den Religionsunterricht liege erneut bei 70 Prozent. Diese Zahl verdeutliche, dass der Religionsunterricht ein “beliebtes Schulfach an unseren Schulen” bleibe. Auch künftig würden zahlreiche Eltern gerne die Wahlfreiheit zwischen Religions- und Moralunterricht beibehalten.

Anfang des Jahres zeigten sich die Religionslehrer der Grundschule “unzufrieden und enttäuscht” über die Konvention zur Trennung von Kirchen und Staat. Der Beruf der Religionslehrer werde bald der Vergangenheit angehören, sagte damals Alef-Präsident Yves Brosius. Bildungsminister Claude Meisch wurde vorgeworfen, die Alerf nicht ausreichend in die Diskussionen eingebunden zu haben. Bedenken wurden auch hinsichtlich der Umschuldung der Religionslehrer geäußert.

NRW: Jeder dritte Christ hat die Kirche verlassen

Die Volkskirchen verlieren weiterhin dramatisch an Mitgliedern. Obwohl die offiziellen Gesamtzahlen für 2014 erst im Laufe der nächsten Wochen veröffentlicht werden, lässt sich bereits jetzt feststellen, dass die Austrittswelle im Vergleich zum Vorjahr noch weiter angestiegen ist.


Von Andreas Thieman|WAZ

Bild: tilly
Bild: tilly

13 092 Gläubige hat die Evangelische Kirche von Westfalen in 2013 verloren, im Bereich des Erzbistums Paderborn verabschiedeten sich 8356 Katholiken von ihrer Kirche.

Der Mitgliederschwund ist in der Region wie auch auf Bundesebene bei beiden Konfessionen prozentual gesehen annähernd gleich: Im Laufe der vergangenen vier Jahrzehnte verloren die Kirchen jeweils mehr als 30 Prozent ihrer Mitglieder.

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Britische Bank entlässt Angestellte wegen Nachahmung von Hinrichtung

Mitarbeiter der britischen Bank HSBC stellen während eines Betriebsausflugs eine Hinrichtungsszene nach – und wurden später deswegen entlassen. – Screenshot The Sun
Bei einem Belegschaftsausflug von Angestellten der britischen Bank HSBC haben Mitarbeiter eine dschihadistische Exekutionszene nachgestellt. Sechs Angestellte wurden daraufhin entlassen.


DER TAGESSPIEGEL

Weil sie bei einem Belegschaftsausflug eine Hinrichtung nach dem Vorbild der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat nachstellten und ein Video davon im Internet veröffentlichten, hat die britische Großbank HSBC sechs Mitarbeiter entlassen. Die Aufnahme, in der mehrere Mitarbeiter in Sturmhauben einen am Boden knienden Mann in einem orangefarbenen Overall mit einer Messerattrappe bedrohen, sei “abscheulich”, sagte ein HSBC-Sprecher am Dienstag. Die Mitarbeiter seien entlassen worden, die Bank bitte um Entschuldigung, fügte er hinzu.

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DBK und ZDK: Wo man kein Geld anlegen sollte

Nicht durch Geldanlage unterstützen: Abtreibung, Embryonale Stammzellforschung, Menschenrechtsverletzungen, ausbeuterisches Umweltverhalten etc. – Marx: Kirchlichen Einrichtungen sollten ihre Investments an kirchlichen Wertvorstellungen orientieren


kath.net

Bild: tilly
Bild: tilly

Die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) haben die Orientierungshilfe „Ethisch-nachhaltig investieren“ herausgebracht. Sie soll Finanzverantwortliche in kirchlichen Einrichtungen unterstützen, ihre Gelder nach ethischen Maßstäben anzulegen. So soll nicht in Unternehmen investiert werden, die etwa Abtreibung und Embryonale Stammzellforschung unterstützen, das Arbeitsrecht verletzen oder Tierversuche durchführen, die über medizinisch-wissenschaftliche Anforderungen hinausgehen. Korruption, Menschenrechtsverletzungen oder ein ausbeuterisches Umweltverhalten könnten Gründe sein, das Geld nicht in manchen Entwicklungs- und Schwellenländern anzulegen.

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Terrorverdacht: Israelische Lehrer sollen für den IS geworben haben

Die Terrororganisation “Islamischer Staat” hat auch unter Arabern in Israel Unterstützer. Der Inlandsgeheimdienst hat mehrere Lehrer festgenommen, die offenbar ihre Schüler für die Ideologie der Dschihadisten gewinnen wollten.


SpON

Bild: nationalreview.com
Bild: nationalreview.com

Der israelische Inlandsgeheimdienst Schin Bet hat sechs Männer festgenommen. Die Beduinen sollen die Terrororganisation “Islamischer Staat” (IS) unterstützt und für die Dschihadisten geworben haben. Vier der Festgenommenen sind Lehrer an Schulen in Hura, einer mehrheitlich von Beduinen bewohnten Siedlung am Rande der Negevwüste.

“Der harte Kern ist an Schulen im Negev beschäftigt. Einige haben ihre Position ausgenutzt und versucht, bei Schülern und Lehrern für den IS zu werben”, teilte der Schin Bet mit. Ein Schuldirektor soll die illegalen Aktivitäten bemerkt und geduldet haben. Er bestreitet eine Mitwisserschaft und ist weiter auf freiem Fuß.

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Rundfunkrat des BR berät über Programmbeschwerde

Der Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks (BR/München) befasst sich mit einer Programmbeschwerde zu einer Radiosendung, die vor konservativen Christen.


kath.net

Das bestätigte die Geschäftsstelle des BR-Rundfunk- und Verwaltungsrates auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Es geht um den am 14. Juni auf Bayern 5 ausgestrahlten Beitrag „Angstmacher vom rechten Rand der Kirche“. Die Autorin Veronika Wawatschek hatte schon im Februar auf Bayern 2 einen ähnlichen Beitrag verfasst. Er hatte den Titel „APO von christlich-rechts? Wie sich unter dem Deckmantel der Kirchen eine wertkonservative und demokratiefeindliche Opposition zusammenfindet – und die Gesellschaft beeinflusst“. Der Hörfunkausschuss des BR-Rundfunkrates war damals zu dem Schluss gekommen, dass die Sendung „handwerkliche Fehler“ enthält.

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Freital: Asylgegner brüllen auf Versammlung Kritiker nieder

Seit Wochen gibt es in Freital bei Dresden Proteste gegen eine Flüchtlingsunterkunft. In einer Bürgerversammlung sollte die Stimmung beruhigt werden. Der Versuch scheiterte. Quelle: N24
Bei einer Bürgerversammlung zum Thema Asyl im sächsischen Freital ist es zu Tumulten gekommen. Kritikern wurde das Mikrofon weggenommen, Reden niedergebrüllt. Sachsens Innnenminister wurde ausgebuht.


DIE WELT

Tumultartige Szenen und heftige Anfeindungen haben eine Bürgerversammlung zum Thema Asyl im sächsischen Freital überlagert. Die Stadt vor den Toren Dresdens hatte in den vergangenen Wochen mit teils rassistischen Protesten vor einer Flüchtlingsunterkunft in einem ehemaligen Hotel Schlagzeilen gemacht. Bei der Versammlung am Montagabend wurden erneut pauschale Vorurteile und Hetze gegen Asylbewerber laut. Versammlungsteilnehmer, die sich für Flüchtlinge einsetzten, wurden von anderen niedergebrüllt.

Die Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates und der künftige Oberbürgermeister Uwe Rumberg (CDU) forderten ein Ende von Fremdenfeindlichkeit und Hass. Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU), der sich den Fragen der Bürger stellte, zeigte sich von den Störern enttäuscht. Mit denen sei ein Gespräch unmöglich. “Erfolg sieht anders aus, aber wichtig war sie, die Veranstaltung.” Es sei darum gegangen, Sorgen und Themen der Bürger aufzunehmen.

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Anklage fordert lange Haft für Syrienkämpfer

Der 27 Jahre alte Deutsche Harun P. soll als Mitglied der Gruppe ‘Junud Al-Sham’ am Terror in Syrien beteiligt gewesen zu sein. (Foto: dpa)
Die Münchner Staatsanwaltschaft wirft dem Syrien-Rückkehrer Harun P. Mord vor. Das Gericht hatte einen Deal vereinbart – durch den der 27-Jährige einer lebenslangen Haftstrafe entrinnt.


Von Annette Ramelsberger|Süddeutsche.de

Der Mann ist in München geboren und hier aufgewachsen. Doch dann brach er drei Lehren ab, trennte sich von seiner langjährigen Freundin und schloss sich dem radikalen Islamismus an. Am Ende ging er nach Syrien in den Dschihad. Harun P. ist der erste Syrienkämpfer, dem nach seiner Rückkehr wegen eines Mordvorwurfs in Deutschland der Prozess gemacht wird.

Seit Frühjahr wird vor dem Oberlandesgericht München verhandelt, nun hat die Bundesanwaltschaft 13 Jahre und sechs Monate Haft für den 27 Jahre alten Mann gefordert – es ist auch ein Zeichen dafür, was rückkehrwillige Dschihadisten zu erwarten haben. Die Verteidigung plädierte auf zehn Jahre.

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Griff ins Klo: Neuer Ärger um CDU-Brief gegen Ehe für alle

Eberhard Diepgen (CDU ) ehemaliger Regierender Bürgermeister gehört zu den Unterzeichnern des Briefs gegen die Ehe für alle. – Foto: Doris Spiekermann-Klaas
Auf dem Brief der “Ehe für alle”-Gegner in der Berliner CDU liegt kein Segen: Nachdem sich einer der 17 Unterzeichner zuvor für ein Pro ausgesprochen hatte, enthält das Schreiben nun auch eine falsche Information.


Von Sabine Beikler|DER TAGESSPIEGEL

Falschinformation im offenen Brief der CDU-Gegner der Ehe für alle an 12.500 Parteimitglieder: 17 Fraktionsmitglieder und der frühere Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen schrieben, vor dem Referendum in Irland und der Entscheidung des amerikanischen Supreme Court für die Öffnung der Ehe habe es in beiden Ländern keine mit der „eingetragenen Lebenspartnerschaft“ in Deutschland vergleichbare Regelungen gegeben.

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Zahl der Christen in Deutschland sinkt

Die Zahl der Christen in Deutschland nimmt weiter ab. 2013 verzeichneten die 20 evangelischen Landeskirchen rund 23 Millionen Mitglieder, wie aus einer am Montag in Hannover veröffentlichten Statistik der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hervorgeht.


evangelisch.de

jesus_schaukelIm Jahr davor waren es rund 300.000 Kirchenmitglieder mehr. Der Statistik zufolge nahm in diesem Zeitraum auch die Zahl der Katholiken um rund 170.000 auf 24,2 Millionen ab.

Damit sank der Anteil der Christen an der Gesamtbevölkerung im Jahr 2013 auf 61,6 Prozent (2012: 62 Prozent). 2013 lebten insgesamt 49,7 Millionen Christen in Deutschland, im Jahr davor waren es noch 49,9 Millionen. Einbußen bei den Mitgliederzahlen mussten auch die evangelische Freikirchen hinnehmen, deren Mitgliederzahlen um 45.000 auf 287.929 sanken. Lediglich die orthodoxen Kirchen konnten einen Mitgliederzuwachs um 300.000 auf 1,7 Millionen verzeichnen.

Radio Vatikan musste Gay-Foto von Website entfernen

Radio Vatikan, Paar in Medellín, Kolumbien – AFP
Die deutschsprachige Abteilung von “Radio Vatikan” musste am Wochenende offenbar ein Gay-Foto von der Website entfernen. Das von der AFP gekaufte Foto zeigte zwei lesbische Frauen beim Kuss


kath.net

Die deutschsprachige Abteilung von “Radio Vatikan” musste am Wochenende offenbar ein Gay-Foto von der Website entfernen. Das von der AFP gekaufte Foto zeigte zwei lesbische Frauen beim Kuss. Das großformatige Bild sollte offensichtlich ein Interview mit einem Moraltheologen mit dem Titel “Kirchliche Sexualmoral ist in Bewegung” untermauern. Wie kath.net erfahren konnte, wurden bereits am Freitag im Vatikan hochrangige Kurienmitarbeiter über das Bild informiert. Am Wochenende wurde das Bild dann entfernt.

(wieder online)

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Prag: Europas Bischöfe beraten über Elternrolle bei Priesterberuf

Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) berät über Wege in das Priesteramt. Wichtig für Berufungen sei eine offene Familienkultur, in der entsprechende Entscheidungen gefördert würden, heißt es in einer am Montag in Prag zu Beginn der Beratungen veröffentlichten Stellungnahme der CCEE-Kommission für Berufungen. Die Familie sei zwar stark von der “erzieherischen Krise dieser Zeit gezeichnet”, könne jedoch zu einer entscheidenden Instanz beim Thema Berufungen werden, so die Bischöfe.


kathweb

DerverzweifelteJesusAn dem europäische Kongress für geistliche Berufungen nehmen bis Donnerstag Bischöfe, Verantwortliche für die Berufungspastoral, Referatsbischöfe für Berufungspastoral der europäischen Bischofskonferenzen, Referenten der Ordensgemeinschaften sowie Vertreter der Kommission für das gottgeweihte Leben in den USA teil. Das Treffen in Prag findet unter der Leitung von Bischof Oscar Cantoni (Crema/Italien) statt, des Präsidenten der CCEE-Kommission für Berufungen. An einem Teil der Plenarsitzungen und Arbeitsgruppen nimmt auch der Prager Erzbischof Kardinal Dominik Duka teil. Österreich ist durch den Generalsekretär des Canisiuswerks, Kurt Schmidl, vertreten.

Die Stimme der Eltern habe einen wesentlichen Einfluss auf die Entscheidung junger Menschen, so die Bischöfe. Die Eltern müssten deshalb stärker unterstützt werden. Der CCEE forderte die Mütter und Väter auf, sich nicht aus der Rolle der Erziehung zurückzuziehen und Jugendliche etwa den Medien zu überlassen.

DBK begrüßtgeplanten Bundestagsbericht zur Religionsfreiheit

Bundestag fordert von der Regierung Bericht zur Religionsfreiheit – Erzbischof Schick: Wichtiges Instrument zur Stärkung der Religionsfreiheit weltweit


kath.net

Logo Deutsche Bischofskonferenz
Logo Deutsche Bischofskonferenz

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Ludwig Schick (Bamberg), begrüßt den Beschluss des Deutschen Bundestages, die Bundesregierung zur Erstellung eines Berichts zur weltweiten Lage der Religions- und Glaubensfreiheit zu verpflichten.

„Ein solcher Bericht ist ein wichtiges Instrument, um systematisch die weltweiten und zunehmenden Verletzungen des Rechts auf Religionsfreiheit zur Sprache zu bringen“, so der Bamberger Erzbischof. „Die Freiheit der Religion ist ein fundamentales Menschenrecht. Es wird heute in vielen Teilen der Welt mit Füßen getreten. Daher bin ich den Bundestagsabgeordneten dankbar, dass sie mit ihrem einhelligen Beschluss dieses wichtige Thema in die Mitte des politischen Diskurses rücken wollen.“

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Zionist Lobby versus Obama Administration

“Freunde” vereint in der Zerstörung des Nahen und Mittleren Ostens und Irans? Bild. Between The Lines
Die US-amerikanische zionistische Lobby feuert aus allen Rohren und wendet alle politische Tricks an, um die bevorstehenden Vereinbarungen zwischen Iran und den USA zu torpedieren. Bei diesen Verhandlungen sind die anderen UN-Vetomächte nur schmückendes Beiwerk, von Deutschland als Annex gar nicht zu reden.


Von Ludwig Watzal|BETWEEN THE LINES

Der größte Widersacher gegen einen Ausgleich ist jedoch der israelische Ministerpräsident Netanyahu, der bisher nichts unversucht gelassen hat, den US-Präsidenten als irregeleiteten Polit-Tölpel vorzuführen. Dass beide Kammern des US-Kongresses dieses unwürdige Schauspiel mitgemacht haben, lässt sich nur durch den latenten Rassismus in den USA gegenüber der nicht-weißen Bevölkerung erklären.
US-Außenminister John Kerry begegnet seinem iranischen Gegenüber, Außenminister Mohammed Sarif, nicht auf Augenhöhe, sondern das US-Imperium verhandelt mit Iran in der Sprache der Unterwerfung. Den Begriff Würde, den die iranische Delegation immer wieder einführt, ist für den kriegswütigsten Staat der Welt, die USA, ein Fremdwort. “Die Iraner wissen genau, was sie zu tun haben”, so redet nur ein “Herr” mit seinem “Knecht”. Es scheint, als haben die USA bis heute noch nicht die Kultur des Iran begriffen, was keinen politischen Analysten überraschen sollte.
Dass die anderen UN-Vetomächte den USA die Verhandlungsführung überlassen haben, erweist sich als großer Fehler. Dadurch sitzt Israel immer mit am Verhandlungstisch. Darüber hinaus wird die US-Delegation, wenn sie die Informationen nicht gleich an Israel durchreicht, vom Mossad abgehört. Auf der Grundlage von geheimen Details argumentierte Netanyahu bei seiner letzten Rede vor dem US-Kongress, die er nur durch Ausspähung der US-Delegation erhalten haben konnte.

Ägypten: Ägyptischer Polizeistaat fördert den IS

Trauer in Kairo um ägyptische Sicherheitskräfte, die am Donnerstag bei Kämpfen auf dem Sinai getötet wurden. Foto: dpa
Der Nahost-Experte Stephan Roll spricht im Interview über die Repressionen in Ägypten. Er sieht sie als eine Ursache für das Erstarken der Terrormiliz “Islamischer Staat”.


Von Andreas Schwarzkopf|Frankfurter Rundschau

Herr Roll, die Anschlagsserie des Islamischen Staats auf dem Sinai zeigt, dass die Terrormiliz nun auch in Ägypten ihr Unwesen treibt. Wie stark sind die Dschihadisten am Nil?

Das lässt sich abschließend nicht beantworten. Fakt ist, dass sie auf dem Sinai sehr stark sind. Die verantwortliche Terrorgruppe hat dort seit Jahren eine Infrastruktur und kann Anschläge gegen das Militär wie jetzt mit Dutzenden Toten durchführen.

Die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) weist beim Thema Kampf gegen Terror immer wieder auf die regionalen Aspekte hin. Welchen Einfluss hat die hohe Jugendarbeitslosigkeit von 40 Prozent auf die Zunahme von Gewalt? Oder gibt es andere, wichtigere Gründe einer Radikalisierung?

Die verheerende sozioökonomische Lage in Ägypten ist natürlich ein Faktor. Sie war auch ein Grund für den politischen Umbruch im Jahre 2011. Dennoch gab es in den letzten Jahren unter Mubarak diese Form der Gewalt, die es jetzt gibt, nicht. Wesentlicher ist, dass seit 2013 eine äußerst repressive Militärregierung mit allen Mitteln des Polizeistaats jeglichen Protest unterdrückt, vor allem gegen die Muslimbruderschaft, aber nicht nur. Präsident Al-Sisi schafft damit den Nährboden für Terrorismus. Viele Ägypter sehen keinen anderen Ausweg, als sich bewaffneten Gruppen anzuschließen.

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„Katholizismus gilt als Götzendienst“

Rabbi Daniel Sperber meint: Jüdischem Extremismus muss theologisch das Wasser abgegraben werden.


Von Oliver Maksan|Die Tagespost

Rabbi Daniel Sperber. Foto: Oliver Maksan

Rabbi Daniel Sperber lehrte viele Jahre an der Bar-Ilan-Universität jüdische Studien und ist Verfasser zahlreicher theologischer Bücher. Er wird dem Spektrum der Modernen Orthodoxie zugerechnet. 1992 wurde Sperber mit dem renommierten Israel-Preis geehrt. Er gehört der Kommission des israelischen Chefrabbinats für interreligiöse Fragen an. In dieser Eigenschaft traf er mit allen Päpsten seit Johannes Paul II. zusammen. Rabbi Sperber lebt in Jerusalem.
Rabbi Sperber, jüdische Extremisten haben kürzlich auf das Brotvermehrungskloster in Tabgha einen schweren Brandanschlag verübt. Davon geht die Polizei aus. Sind das isolierte Täter oder reflektieren sie einen breiteren Trend im Judentum Israels?

Beides ist richtig. Es ist Teil eines breiteren Phänomens. Es ist aber nicht so, als ob dahinter eine Organisation stünde. Insofern sind es Einzeltäterattacken. Es gibt im nationalreligiösen Judentum einige extrem rechte Strömungen. Sie repräsentieren sicher nicht das ganze Spektrum des religiösen Zionismus. Aber an den Rändern gibt es ein starkes anti-christlich eingestelltes Element. Diese Ideen sind Teil der Erziehung. Ich weiß aber nicht, wie explizit diese anti-christlichen Ideen geäußert werden oder ob sie eher mitschwingen. Besonders junge Leute aber, Teenager meist, möchten ihre in der Schule oder Familie gewonnenen Überzeugungen ausdrücken. Sie sehen das Christentum, vor allem den Katholizismus, als götzendienerische Religion.

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Buch über den Terror: Als seien abgeschlagene Köpfe alltäglich

Hassan Blasim weiß, was Verfolgung bedeutet – er ist aus dem Irak geflohen. In seinem neuen Roman überzeichnet er die brutale Medialität des Terrorkriegs ins Groteske.


Von Hans-Peter Kunisch|Süddeutsche.de

Es gibt ein eindrückliches Youtube-Video, in dem Hassan Blasim bescheiden aber deutlich von seinem Fluchtweg erzählt. Er führte ihn aus Bagdad, wo er 1973 geboren wurde, im Jahr 1998 zuerst in den kurdischen Norden des Irak, nachdem ein Dokumentarfilm des Filmhochschülers ins Visier des Geheimdiensts geraten war. Im Norden dreht er unter falschem Namen Filme, darunter einen regimekritischen Spielfilm, die Lage spitzt sich zu. Schließlich entschließt sich Blasim, weiterzuziehen, gelangt mit wechselnden Schleppern über winterliche Gebirgsgrenzen: nach Iran, in die Türkei, nach Bulgarien, über Serbien und Ungarn bis nach Finnland, wo er 2004 ankommt.

Dreieinhalb Jahre dauerte die Odyssee, mit Schwarzarbeit in Restaurants und Fabriken finanziert. Mehrmals wurde Blasim aufgegriffen und verprügelt. An der bulgarischen Grenze mussten sich die Flüchtlinge ausziehen, eine halbe Stunde im Eiswasser sitzen. Sie kamen wieder. Heute ist Blasim in Finnland als Flüchtling anerkannt, doch in seinen großartigen provokativen Erzählungen sind die Erfahrungen der Flucht nicht vergessen.

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Der “neue Antisemitismus” existiert so nicht

Rote Linie. Polizisten trennen am Al-Kuds-Tag im Sommer 2014 in Berlin anti-israelische Demonstranten und Pro-Israel-Aktivisten. Zum diesjährigen Al-Kuds-Tag am 11. Juli hat ein… – Foto: picture alliance / dpa
Antisemitismus nimmt in Deutschland eher ab, die Zahlen bleiben gleichwohl beschämend. Dass aber jede kritische Haltung gegenüber der Politik Israels als “neuer Antisemitismus” denunziert wird, ist weder richtig noch hilfreich, schreibt der Historiker Wolfgang Benz in einem Gastbeitrag.


Von Wolfgang Benz|DER TAGESSPIEGEL

Die nächtliche Gewalttat gegen den Rabbiner erregte ebenso allgemeinen Abscheu wie der Angriff auf einen Israeli in der Berliner U-Bahn, der pöbelnden Rassisten entgegengetreten war. Judenfeindliche Schmährufe bei einer anti-israelischen Demonstration im Sommer 2014 wurden von Politik, Medien und Publikum entschieden und einmütig verurteilt. Gott sei Dank sind solche Unerfreulichkeiten nicht die Regel, sondern Ausnahme im deutschen Alltag.

Das Verhältnis zu Israel hat in der deutschen Politik herausragende Bedeutung. Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte bei einem Staatsbesuch 2008 in ihrer Rede vor der Knesset die Sicherheit Israels ein Element der Staatsräson der Bundesrepublik Deutschland. Schon im Sechstage-Krieg 1967 hatten hunderttausende Bürger der Bundesrepublik für das Existenzrecht des Staates Israel demonstriert. Empathie für das Land gehört zu den Grundlagen der politischen Kultur. Doch die bedingungslose Zustimmung bei vielen ist einer skeptischen Haltung gegenüber israelischer Politik gewichen. Dazu trägt das medial wirkungsvoll vorgetragene Leid der palästinensischen Zivilbevölkerung ebenso bei wie militärische Aktionen und politisch unbewegliche Positionen israelischer Regierungen.

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Der «Guru von Lonnerstadt» ein Fall für den BGH

Trotz unheilbarer und schwerer Krankheit bekam ein Kind von seiner Mutter und ihrem Lebensgefährten keine Medikamente. Auch zum Arzt gingen sie nicht mit ihm. Drei Jahre sollen die beiden dafür ins Gefängnis. Nun beschäftigt sich der Bundesgerichtshof mit dem Fall.


Deutsch Türkische Nachrichten

Meditation statt Medizin: Drei Jahre lang sollen eine Mutter und ihr Lebensgefährte mit einem schwerkranken Kind nicht zum Arzt gegangen sein und ihm keine Medikamente gegeben haben. Sie waren der Ansicht, dass man dem Jungen, der die Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose hat, auch mit anderen Mitteln helfen könne: Sie ließen den damals Zwölfjährigen etwa meditieren.

Das Landgericht Nürnberg-Fürth hatte die Frau und den Mann deswegen vor knapp einem Jahr wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen zu drei Jahren Haft verurteilt. Am Dienstag (7. Juli) wird der Fall vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe verhandelt.

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