„Papst, Erzhäretiker, du bist im orthodoxen Georgien nicht willkommen“

Papst Franziskus / Bild: APA/AFP/VINCENZO PINTO
Papst Franziskus / Bild: APA/AFP/VINCENZO PINTO
Georgien. Kein herzlicher Empfang für Franziskus. Die georgisch-orthodoxe Kirche gilt als ultrakonservativ.

Die Presse.com

Selbst die katholische Presseagentur muss vermelden: „So einen Empfang ist Franziskus nicht gewohnt.“ Franziskus ist für zwei Tage in der orthodox geprägten Südkaukasusrepublik zu Besuch. Als er auf dem Flughafen von Tiflis ankommt, wird er mit Protest konfrontiert: „Papst, Erzhäretiker, du bist im orthodoxen Georgien nicht willkommen“, steht auf einem Plakat. Auf einem anderen wird der Vatikan als „Aggressor“ beschimpft.

weiterlesen

Türkei: Bei uns herrscht Rache statt Recht

© AFP Für ihn gibt es Gülen-Anhänger, soweit das Auge reicht: der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan.
© AFP Für ihn gibt es Gülen-Anhänger, soweit das Auge reicht: der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan.
Rund 32.000 Menschen hat Erdogan ins Gefängnis werfen lassen. In der Türkei regt sich dagegen fast kein Widerstand. Das hat seine traurigen Gründe.

Von Bülent Mumay | Frankfurter Allgemeine

„Das Leben prüft uns in vier Rechenarten: Es multipliziert mit Realitäten, dividiert durch Trennungen, subtrahiert von der Menschheit und sagt am Schluss, nun addier dich mal schön selbst.“ So lautete Tolstois Antwort auf die Frage, wie man das Leben abrechne. In der Tat sind es unsere Antworten auf die Aufgaben in der Mathematik des Lebens, die uns zu dem machen, was wir sind. Doch fiele unsere Endnote nicht viel besser aus, wenn wir manchmal gemeinsam vorgehen würden, statt die Aufgabe allein zu lösen? Ich wünschte mir, in unserem Land wäre Solidarität das, was unsere Note verbessert.

weiterlesen

Paris- und Brüssel-Terror: 14 Attentäter durch Ungarn gereist

Bild: APA/AFP/FREDERICK FLORIN
Bild: APA/AFP/FREDERICK FLORIN
Die Terroristen sollen im Herbst 2015 als als Flüchtlinge durch Ungarn gereist sein, erklärte die ungarische Anti-Terror-Einheit (TEK).

Die Presse.com

Im Herbst 2015 sollen insgesamt 14 Terroristen als Flüchtlinge durch Ungarn gereist sein, die im Zusammenhang standen mit den Anschlägen am 13. November 2015 in Paris und am 22. März 2016 in Brüssel. Das erklärte Csaba Majoros von der Direktion Aufklärung der ungarischen Anti-Terror-Einheit (TEK) am Freitag auf einer Pressekonferenz in Budapest laut der amtlichen Agentur (MTI). Ein Großteil der an diesen Anschlägen beteiligten Terroristen reiste demnach durch Ungarn. Laut Majoros hatte der „Islamische Staat“ (IS) in Ungarn aber kein „angelegtes, ausgedehntes Netz“. Laut dem stellvertretenden TEK-Generaldirektor Zsolt Bodnar trafen die in der syrischen IS-Hochburg Raqqa ausgebildeten Terroristen in Gruppen von zwei bis drei Personen in Ungarn ein.

weiterlesen

AfD in Sachsen-Anhalt: Staatsleistungen an Kirchen kürzen

Für eine Kürzung der Zahlungen an die Kirchen in Sachsen-Anhalt hat sich der AfD-Landtagsabgeordnete Jan Wenzel Schmidt (Magdeburg) ausgesprochen.

kath.net

„Wir wollen mit den Kirchen ins Gespräch kommen, um die Staatsleistungen nach und nach abzuwickeln“, sagte der 25-jährige Politiker der Mitteldeutschen Zeitung. Für die evangelischen Kirchen, die katholische Kirche sowie die jüdischen Gemeinden in Sachsen-Anhalt geht es dabei um Millionenbeträge. Nach Angaben des dortigen Finanzministeriums bekommen die Kirchen in diesem Jahr 32 Millionen Euro; 2010 waren es noch 29 Millionen Euro gewesen. Die jüdischen Gemeinden im Land erhalten im laufenden Jahr rund 1,4 Millionen Euro. Die Staatsleistungen gehen zurück auf den sogenannten Reichsdeputationshauptschluss von 1803. Damals waren als Entschädigung für die Enteignung von Kirchengütern zeitlich unbegrenzte Zahlungen des Staates an die Kirchen vereinbart worden. Sie werden heute von den Bundesländern als Rechtsnachfolger der damaligen Fürstentümer an evangelische Landeskirchen und katholische Diözesen geleistet. Sie könnten durch eine Einmalzahlung abgegolten werden.

weiterlesen

Warum Erdogan überall Verschwörungen wittert

Bild: FB
Bild: FB
Zehntausende Türken sind seit dem gescheiterten Staatsstreich Mitte Juli verhaftet oder entlassen worden. Die Regierung glaubt, eine gewaltige Konspiration enttarnt zu haben. Eine erklärbare Illusion.

Von Sven Felix Kellerhoff | DIE WELT

Kein Zweifel: Der Putsch in der Türkei am 15. und 16. Juli 2016 war dilettantisch. Das ist überraschend angesichts der Erfahrungen, die das türkische Militär seit Jahrzehnten mit Staatsstreichen hat. Mindestens genauso verwirrend erscheint Europäern allerdings die Reaktion des populistischen Regimes um Recep Tayyip Erdogan.

Obwohl der gescheiterte Coup gezeigt hatte, wie schwach die Aufständischen tatsächlich waren, witterte der islamistische Präsident überall Verschwörungen: Zu Tausenden wurden Offiziere, Richter, Journalisten festgenommen, mehr als 76.000 Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes entlassen.

Wenn tatsächlich alle oder auch nur die Mehrheit dieser Funktionsträger entschiedene Gegner des Erdogan-Regimes gewesen wären: Seine Regierung hätte den Putsch kaum überstanden. Das ist so offensichtlich, dass kaum jemand in Europa die Motive für Erdogans brutales Durchgreifen verstand.

weiterlesen

CSU und Sachsen-CDU preisen „Heimat und Patriotismus“ als „Kraftquelle“

 Ein mögliches Maskottchen für Sachsen-CDU und CSU? (Foto: Uwe Zucchi/dpa)
Ein mögliches Maskottchen für Sachsen-CDU und CSU? (Foto: Uwe Zucchi/dpa)
  • Vertreter von Sachsen-CDU und CSU stellen einen „Aufruf zu einer “ vor.
  • Das Papier ist der Versuch, das Thema Patriotismus nicht der AfD zu überlassen.
  • Die Wahrscheinlichkeit, dass sich bald auch Merkels Unterschrift unter dem Papier findet, dürfte ziemlich klein sein.

Von Robert Roßmann | Süddeutsche.de

Angela Merkel wird gerne vorgeworfen, die Union sozialdemokratisiert zu haben. Am Freitag konnte man jedoch erleben, dass ihr das zumindest noch nicht vollständig gelungen ist: Für elf Uhr hatten Vertreter der Sachsen-CDU und der CSU ins Jakob-Kaiser-Haus des Bundestags geladen – und was sie dort präsentierten, das passte so gar nicht zum Bild einer nach links gerückten Union.

Die Herren, Frauen waren keine zugegen, stellten einen „Aufruf zu einer Leit- und Rahmenkultur“ vor. Drei Seiten ist das Papier lang. Nach dem Wunsch der Autoren soll es der Auftakt für eine neue Leitkultur-Debatte in Deutschland sein. Verfasst haben es Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer (CSU), der Generalsekretär der Sachsen-CDU, Michael Kretschmer, Sachsens Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU), der Chef der CSU-Grundsatzkommission, Markus Blume, sowie der Vizepräsident des Bayerischen Landtags, Reinhold Bocklet (CSU). Ihr Ziel ist es, den „Markenkern von CDU und CSU zu schärfen“, um wieder „das ganze Spektrum Mitte rechts abzudecken“.

weiterlesen

Hessischer Rundfunk: Auch Ditib darf bei HR mitreden

Der hessische Rundfunk in Frankfurt. Bild: Frankfurter Rundschau
Der hessische Rundfunk in Frankfurt. Bild: Frankfurter Rundschau
Die Vertretung der Muslime im Rundfunkrat des HR ist geregelt: Drei islamische Verbänden sollen das unter sich ausmachen.

Von Pitt von Bebenburg | Frankfurter Rundschau

Drei islamische Verbände sollen sich darauf verständigen, wer die hessischen Muslime im Rundfunkrat des Hessischen Rundfunks (HR) vertritt. Auch der umstrittene Verband Ditib zählt dazu. Darauf haben sich die Wiesbadener Regierungsfraktionen von CDU und Grünen verständigt. Die SPD stimmt zu.

Mit dem neuen Rundfunkgesetz für den HR ziehen erstmals Vertreter des Landesjugendrings und der Muslime in das Kontrollgremium ein. In ihrem ersten Entwurf für das Gesetz hatte die Koalition sich aber noch nicht festgelegt, wer für die hessischen Muslime sprechen soll. Das wurde jetzt entschieden und in den Landtag eingebracht.

weiterlesen

Bemerkenswert

Wahl Dodo des Monats September 2016

Dodo des Monats September 2016 ©HFR
Dodo des Monats September 2016 ©HFR

Im Monat September gab es eine Fülle von religiotisch-obskuranten Äußerungen aus Politik, Kirchen und Geisteswissenschaften. Die Klerikalfaschisten um den Verein „Demo für alle“ nicht zu vergessen. Homosexuelle, Sexualkunde-Unterricht sind die ausgesprochenen Feinde der Unterleibsmafia.
Das „Völkische“, jener Begriff der historisch mit soviel Unheil, Verbrechen, Gewalt und Staatsterror verbunden ist, soll wieder positiv, AfD-gefällig konnotiert werden. Fast scheint es, dass Mitglieder der CDU, CSU und der AfD im Wettbewerb stehen die Schatten der deutschen Vergangenheit wieder aufleben zu lassen.
Schaut selbst.
Die Wahl ist bis zum 07.10. 2016 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird am folgenden Tage gewürdigt werden.
Viel Spaß!

  1.  Stefan Oster, „die Hölle als soziales Korrektiv katholischer Religiotie.“
  2.  Rüdiger Safranski, „hat Angst vor der Säkularisierung.“
  3.  Gerd Müller, „schwadroniert über gesellschaftlich Gestaltungskräfte.“
  4.  ZDF, „Jubelsendungen für Judenhasser Luther.“
  5.  Angela Merkel, „mehr Abenteuer-Urlaube in arabischen Ländern.“
  6.  Wolfgang Huber, „mit Theologie Gentechnik erläutern wollen.“
  7.  Peter Schmidt „peinliches zum Thema Ernährung.“
  8.  Bettina Kudla, „mit Nazi-Jargon auf Stimmenfang.“
  9.  Demo für alle e.V., „klerikalfaschistisch gegen die Aufklärung.“
  10.  Sejm-Polen, „katholische Reaktion mit totalem Abtreibungsverbot.“
  11. Thomas de Maizière, „liebt nahöstliche Mythologie.“
  12.  Rainer Maria Woelki, „pflegt pränatale Fruchtwasserträume.“
  13.  Ralf K. Wüstenberg, „Terror hat nichts mir Islam zu tun.“
  14.  Reinhard Marx, „Gebärmütter lassen ihn aufleben.“
  15.  Westermann-Verlag, „Selbstzensur in vorauseilendem Gehorsam.“
  16.  Ludwig Spaenle, „Wiedereinführung des § 175 geplant?“
  17.  Frauke Petry, „braune Soße auf rot-blauem Grund.“
  18.  Thomas Strobl, „Dummes zum Thema Atheismus, Religiotie halt.“

„Wahl Dodo des Monats September 2016“ weiterlesen

„Christen für Tiere“: Erntedankfest vegan feiern

Die Kampagne „Christen für Tiere“ der Tierrechtsorganisation Peta fordert, das Erntedankfest vegan zu feiern. Der Konsum tierischer Produkte wie Fleisch, Milch und Eier schade Mensch und Tieren und entspreche somit nicht dem Schöpfungsgedanken, der alle Lebewesen einschließen sollte, sagen die Initiatoren.

evangelisch.de

Viele Gemeinden laden an diesen Tagen ihre Mitglieder ein, um Gott für die Gaben zu danken. Aus diesem Grund hat sich die Kampagne „Christen für Tiere“ der Tierrechtsorganisation Peta mit einem Brief an evangelische und katholische Gemeinden gewandt, in dem sie dazu ermuntert, das Erntedankfest vegan zu feiern. Immer häufiger finden die Feiern unter dem Motto „Bewahrung der Schöpfung“ statt. Ein Zeugnis dafür, dass die industrielle Ausbeutung des Planeten und seiner Geschöpfe zunehmend wahrgenommen werde und die ökologische Krise zu einem Kernanliegen der Kirchen geworden sei. Der Konsum tierischer Produkte wie Fleisch, Milch und Eier schade Mensch und Tier und entspreche somit nicht dem Schöpfungsgedanken, der alle Lebewesen einschließen sollte, sagen die Initiatoren.

weiterlesen

Vollverschleierte Schülerin darf weiter am Unterricht teilnehmen

Eine Zehntklässlerin aus Belm bei Osnabrück darf vorerst weiter mit einem Gesichtsschleier am Unterricht teilnehmen. Obwohl das Verwaltungsgericht Osnabrück in einem anderen Fall die Vollverschleierung untersagt hatte, will die Landesschulbehörde zunächst versuchen, die Oberschülerin durch Gespräche zum Verzicht auf den Niqab zu bewegen. In der Vergangenheit hätten die Verantwortlichen in Niedersachsen bereits in drei anderen Fällen durch Gespräche darauf hinwirken können, dass die Vollverschleierung abgelegt worden sei, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums am Freitag in Hannover.

evangelisch.de

Offene Kommunikation

Nach einem Bericht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ kommt das Mädchen bereits seit dem Schuljahr 2013/2014 vollverschleiert zur Schule – der Niqab hält lediglich die Augen frei. Die Schule habe dies allerdings erst Ende August der Landesschulbehörde gemeldet, nachdem das Verwaltungsgericht Osnabrück sein Urteil zu der Abendgymnasiastin gefällt hatte. Die Schule und die Schulbehörde hatten in diesem Verfahren argumentiert, mit einem Niqab sei im Klassenraum keine offene Kommunikation mehr gewährleistet.

Bisherige Versuche, die Schülerin aus Belm und ihre Mutter zum Ablegen der Vollverschleierung zu bewegen, seien fehlgeschlagen, hieß es in dem Zeitungsbericht. Die Schule wollte sich am Freitag nicht zu dem Fall äußern.

Niedersachsen: Achtklässlerin kommt seit drei Jahren mit Nikab zur Schule

Bild: Wikimedia Commons/Steve Evans
Bild: Wikimedia Commons/Steve Evans

Seit Jahren sehen Mitschüler und Lehrer nur die Augen der Achtklässlerin: Obgleich eine Vollverschleierung im Unterricht verboten ist, hat eine Schule im niedersächsischen Belm erst jetzt die Behörden eingeschaltet. Warum?

SpON

Häufig hat die Johannes-Vinke-Schule in Belm bei Osnabrück, Niedersachsen, versucht, die Schülerin und ihre Mutter umzustimmen – ohne Erfolg. Wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ („NOZ“) berichtet, kommt die heutige Achtklässlerin bereits seit dem Schuljahr 2013/2014 mit einem Nikab zur Schule. Dieser Schleier lässt nur einen schmalen Sehschlitz frei.

Nun hat die Schule die Behörden eingeschaltet: Laut „NOZ“ meldete die Schulleiterin der Belmer Oberschule den Fall Ende August 2016 an die Landesschulbehörde. Kurz zuvor hatte das Verwaltungsgericht Osnabrück entschieden, dass ein Abendgymnasium eine Nikab-tragende Schülerin abweisend darf. Schule und Schulbehörde argumentierten, mit Nikab sei im Klassenraum keine offene Kommunikation mehr gewährleistet.

weiterlesen

Die plötzliche Merkel-Begeisterung der Katholiken irritiert

Ziemlich beste Freunde: Reinhard Kardinal Marx (r.) lobt die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel Quelle: pa/dpa
Ziemlich beste Freunde: Reinhard Kardinal Marx (r.) lobt die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel Quelle: pa/dpa
Gerade noch wurde die geschiedene Protestantin im Kanzleramt vielfach kritisiert. Jetzt erhält sie von der katholischen Kirche Applaus für ihre Flüchtlingspolitik. Eine solche Nähe ist befremdlich.

Von Robin Alexander | DIE WELT

Der deutsche König Heinrich musste im Jahr 1071 noch barfuß nach Canossa laufen, um vom Papst empfangen zu werden. Seitdem hat sich das Verhältnis zwischen Staat und Kirche deutlich entspannt.

Als Angela Merkel jüngst voll bekleidet zum St.-Michaels-Empfang in die katholische Akademie im Regierungsviertel pilgerte, bekam sie guten Wein gereicht. Berauschender aber für sie war das Interview, das der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, am Vortag in der „taz“ hatte.

weiterlesen

Apostel Oster: ‚Ja, natürlich gibt es die Hölle‘

FB-Page, Screenshot:bb
FB-Page, Screenshot:bb
Passauer Bischof: „Viele Menschen fragen mich: Herr Bischof, wie wollen Sie die jungen Leute wieder in die Kirche bringen? Ich will sie gar nicht in die Kirche bringen, nur damit ich eine volle Kirche habe. Ich will, dass sie dem Herrn begegnen“.

kath.net

„Ja, natürlich gibt es die Hölle. Sie ist weniger ein Ort als ein Zustand der absoluten Entfernung von Gott.“ Dies erklärte der Passauer Bischof Stefan Oster (Foto) in einem Interview mit der Kirchenzeitung des Bistums Hildesheim. Der vor kurzem zum Jugendbischof der Deutschen Bischofskonferenenz ernannte Oster erinnerte dann in diesem Zusammenhang an Jesus, der vom Feuer gesprochen hatte. „Gott ist das Feuer der Liebe. Die Liebe Gottes berührt und verwandelt mich – wenn ich zulasse, davon berührt zu werden. Wenn ich mich nicht davon berühren lasse, sondern mich verweigere, kommt mir irgendwann das Feuer der Liebe Gottes gleichsam von außen entgegen.“ Gott nehme die Freiheit des Menschen so ernst, dass man durchaus sagen könne, dass man mit ihm nichts mehr zu haben möchte. „Dann sagt Gott irgendwann: Okay, dein Wille geschehe! Du wolltest das so. Dann bin ich im Zustand der absoluten Verlorenheit.“

weiterlesen

Burkaverbot in der Schweiz: Als würde Afghanistan die Wehntaler Tracht verbieten

Frauen in London mit Niqabs. Bild: PaoloNapolitano/CC-BY-SA-3.0
Frauen in London mit Niqabs. Bild: PaoloNapolitano/CC-BY-SA-3.0
Mit knapper Mehrheit hat sich der Schweizer Nationalrat für ein Verbot von Burka, Niqab und Co. ausgesprochen

Von Fabian Köhler | TELEPOLIS

Das afghanische Parlament hat sich am Dienstag für ein Verbot der Wehntaler Tracht ausgesprochen. Mit knapper Mehrheit votierten die Abgeordneten des Unterhauses Wolesi Dschirga dafür, das Tragen des schweizerischen Schleiers zukünftig in der Öffentlichkeit zu verbieten. Parlamentssprecher Mohammad Younis Qanooni sagte, die Tracht „symbolisiert die fehlende Integrationsbereitschaft von Menschen, die aus Aargau zu uns an den Hindukusch“ kommen und sei „mit dem paschtunischen Menschenbild nicht zu vereinen“. Damit kommt das afghanische Parlament einer Forderung nach, die zuerst die schweizkritischen Taliban erhoben hatten.

Die Meldung ist natürlich Quatsch. So wenig die Wehntaler Tracht auch mit der islamischen Grundordnung Afghanistans gemein hat, so sicher ist auch, dass niemand in Afghanistan auf die Idee käme, sie zu verbieten. Der einfache Grund: In Afghanistan trägt niemand das schwarz-blaue Kleid mit Fächer-Mütze. Ganz anders verhält es sich in der Schweiz. Dort trägt zwar auch niemand die afghanische Burka, verboten werden soll sie dennoch. Hier die echte Meldung:

weiterlesen

Saudi-Arabien droht Amerika

wtc_911

Saudi-Arabien droht Amerika mit ernsten Konsequenzen. Grund ist ein neues Gesetz, das den Hinterbliebenen des Anschlag vom 11. September eine Klage gegen Saudi-Arabien ermöglicht.

Frankfurter Allgemeine

Saudi-Arabien hat ein neues amerikanisches Gesetz für Klagen im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. September 2001 scharf verurteilt. Es sei ein Grund für große Besorgnis, teilte das Außenministerium in Riad am Donnerstag mit. Ohne Änderungen drohten ernste Konsequenzen. Der Kongress hatte am Mittwoch mit großer Mehrheit ein Veto von Präsident Barack Obama überstimmt und ein Gesetz verabschiedet, mit der Angehörige der Anschlagsopfer den Golfstaat auf Entschädigung verklagen können. Hintergrund ist, dass 15 der 19 Attentäter aus dem Königreich kamen.

weiterlesen

Brandenburgs Landtag lehnt Burka-Verbot ab

Kein Verbot für Burka und Nikab in Brandenburg. Quelle: dpa
Kein Verbot für Burka und Nikab in Brandenburg. Quelle: dpa
Über die Vollverschleierung von Frauen entzünden sich in weiten Teilen Europas große Debatten. Nun hat die AfD das Thema auch in den Potsdamer Landtag gebracht – doch der Gesetzesentwurf ist am Donnerstag abgeschmettert worden.

Märkische Allgemeine

Der Brandenburger Landtag hat einen Vorstoß der AfD für ein Verbot von Burka und Nikab abgeschmettert. Nach einer hitzigen Debatte um Religionsfreiheit und Frauenrechte lehnten die Abgeordneten einen entsprechenden Gesetzentwurf am Donnerstag ab.

Die AfD hatte dafür argumentiert, dass eine große Mehrheit der Deutschen laut Umfragen ein Verbot der Vollverschleierung befürworte. Viele muslimische Frauen würden unter dem Zwang der Vollvermummung leiden, sagte die parlamentarische Geschäftsführerin der AfD, Birgit Bessin. Zudem habe der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte das Burka-Verbot in Frankreich für rechtens erklärt.

weiterlesen

Große Zweifel an spektakulärem Islamisten-Interview

 Bereits am 26.09. berichtete Jürgen Todenhöfer auf N24 von seinem umstrittenen Interview mit einem angeblichen Kommandeur der Nusra-Front. Nun werden zunehmend Zweifel an der Echtheit des Interviews laut. Quelle: Die Welt
Bereits am 26.09. berichtete Jürgen Todenhöfer auf N24 von seinem umstrittenen Interview mit einem angeblichen Kommandeur der Nusra-Front. Nun werden zunehmend Zweifel an der Echtheit des Interviews laut. Quelle: Die Welt
Der Journalist Jürgen Todenhöfer hat ein Interview mit einem angeblichen Al-Nusra-Kommandeur veröffentlicht.

Von Alfred Hackensberger | DIE WELT

  • Doch es gibt Zweifel an der Echtheit. Manche glauben, er habe sich in die Irre führen lassen.
  • Vor allem der IS-Experte Hassan Hassan führt Punkte an, die Zweifel an der Authentizität des Gesprächspartners nähren.

Der Geländewagen rollt im Schritttempo über eine staubige Piste den Abhang hinunter. Vorneweg marschiert ein bewaffneter Soldat in Militäruniform. „Wir sollten hier nicht runterfahren“, sagt der Mann hinter dem Steuer. „Wenn sie irgendetwas Schlimmes vorhaben, sitzen wir fest. Wir können uns nicht wehren.“ So beginnt ein Video, das Jürgen Todenhöfer von seiner 13-tägigen Syrienreise im September durch die vom Regime kontrollierten Gebiete mitbrachte.

Die Situation in einem Steinbruch bei Aleppo wirkt tatsächlich gefährlich. Der ehemalige CDU-Politiker lässt sich davon nicht abhalten, sein Interview mit Abu al-Ezz zu führen, einem Kommandeur der al-Qaida nahen Nusra-Front. Es sollte sein „schwierigstes“ Gespräch überhaupt im Syrien-Krieg werden, wie Todenhöfer im Internet danach schrieb.

weiterlesen

Türkei verbietet kurdischsprachigen Kindersender

Seit Ewigkeiten auch im ORF ausgestrahlte Kindersendungen wie Biene Maja halten die türkischen Behörden Kurdisch synchonisiert nun nach dem Militärputsch als Gefahr für die nationale Sicherheit. / Bild: imago/United Archives
Seit Ewigkeiten auch im ORF ausgestrahlte Kindersendungen wie Biene Maja halten die türkischen Behörden Kurdisch synchonisiert nun nach dem Militärputsch als Gefahr für die nationale Sicherheit. / Bild: imago/United Archives
Dass Biene Maja & Co. auf Kurdisch gezeigt werden, gilt in der Türkei nach dem Putschversuch vom Juli jäh als Gefahr für die nationale Sicherheit.

Die Presse.com

Nach der Schließung Dutzender Medien per Notstandsdekret seit dem gescheiterten Militärputsch Mitte Juli haben die türkischen Behörden nun die Ausstrahlung von zahlreichen vor allem pro-kurdischen Fernsehprogrammen gestoppt. Auf Antrag des Rundfunk-und Fernsehrates RTÜK habe der Satelliten- und Kabelanbieter „Türksat“ zwölf Fernseh- und elf Radiosender aus dem Programm gestrichen, meldete am Donnerstag die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

weiterlesen

Bibel: Zank ums Testament

Die Bibel mit dem Alten Testament steht in einem Regal in Euskirchen (imago / Hermann J. Knippertz)
Die Bibel mit dem Alten Testament steht in einem Regal in Euskirchen (imago / Hermann J. Knippertz)
Der Berliner Theologe Notger Slenczka löste im vergangenen Jahr eine Kontroverse aus. Er hatte sich dafür ausgesprochen, das Alte Testament aus dem christlichen Kanon herauszulösen. Unter Theologen, aber auch in den Medien, schlugen die Wellen hoch. Von Antijudaismus war die Rede. Was ist aus der Debatte geworden?

Von Carsten Dippel | Deutschlandfunk

Im christlichen Bibelkanon stehen Altes und Neues Testament als zwei gleichberechtigte Teile nebeneinander. Doch genau um diese Kanonizität wird in der evangelischen Theologie nun seit letztem Jahr heftig gestritten. Selbstverständlichkeiten sind ins Wanken geraten, der Streit reicht weit über die akademische Zunft hinaus. Denn hierbei geht es um die Grundfesten des christlichen Selbstverständnisses, um die Haltung gegenüber dem Judentum, um die Art und Weise, wie die biblische Botschaft in Forschung, Lehre, den Gottesdiensten behandelt wird. Es geht bei all diesen Fragen buchstäblich ums Ganze. Alexander Deeg lehrt Praktische Theologie an der Universität Leipzig:

„Wir lesen Texte, die nicht nur unsere Texte sind, aber die wir notwendig als unsere Texte reklamieren. Das führt uns immer in die Spannung: Christliche Identität ist niemals bei sich selbst und vollkommen, sondern wir erzählen uns hinein in die Geschichte Israels, die teils unsere Geschichte ist und zu gleichen Teilen bleibend eine fremde Geschichte ist.“

weiterlesen

Und Gott gab dem Mann die Lizenz zum Töten, … – Wer`s glaubt, wird selig

Bild: Reuters
Bild: Reuters
Was macht eine urdeutsche islamische Konvertitin, Burka-Trägerin in einer politischen Unterhaltungs-Sendung des öffentlich rechtlichen Fernsehens? Stell nur ich mir diese Frage? Sicher hat sich die Redaktion von “Hart aber fair“ das auch vor der Sendung am 12.09.2016 gefragt. Und sie hatten sofort die richtige Antwort: Sie bringt Quote! Sie zeigt kein Gesicht und bringt damit Quote.

Von Angela Klassmann | fraupolitik

Wahrscheinlich diskutiert demnächst auch Sven Lau, islamistischer Konvertit, selbsternannter Scharia-Prediger in “Hart aber fair“. Der bringt doch bestimmt Quote! Wenn er über die Scharia philosophiert. Und über das “religiöse“ Recht von Terroristen, ganz frei und selbst bestimmt nach ihrem Religions- und Rechtsverständnis jeden abzuschlachten, der oder die nicht ihrer Meinung sind.

Noch ein Vorschlag für die Redaktionen: Lassen wir doch mal ein nach “religiösem“  Recht verheiratetes zehnjähriges Kind zu Wort kommen. Natürlich in Gegenwart des erwachsenen Ehemannes und Missbrauchers und selbstverständlich in vorgeschriebener “religiöser“ Kleidung. Es darf dann den Fernsehzuschauern erklären, wie toll das ist, als Kind vergewaltigt zu werden. Wie es sich darauf freut, mit zwölf Jahren bereits das erste Mal Mutter zu sein. Das bringt richtig Quote!

Wir schauen uns diese politischen Unterhaltungs-Shows an, regen uns vielleicht noch ein wenig bei Twitter oder Facebook auf und gehen dann ruhig schlafen. Diskriminierung, Gewalt und Missbrauch im Namen einer fundamentalistischen Religionsauslegung wird so gerade salonfähig in Deutschland.

weiterlesen