Archiv der Kategorie: Fundamentalismus

Papst an Muslime: „Wir sind Geschwister!“

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Sich nicht an „Zerstörung“ gewöhnen, sondern geduldig „aufbauen“: Dazu rät Papst Franziskus allen, die sich im christlich-islamischen Dialog engagieren. Im Vatikan empfing er an diesem Mittwoch Mitglieder des Königlichen Instituts für Interreligiöse Studien aus Jordanien; von diesem Think-tank in Amman ist vor knapp zehn Jahren die Initiative zum berühmten Brief der 138 Islam-Gelehrten ausgegangen.

Radio Vatikan

„Die Arbeit, die Sie leisten, ist eine Arbeit des Aufbauens. Wir leben in einer Zeit, in der wir uns an die Zerstörungen, die Kriege anrichten, gewöhnt haben. Die Arbeit des Dialogs und der Annäherung hilft uns hingegen dabei, aufzubauen.“

Der Brief der 138 Islam-Gelehrten war 2007 eine Reaktion auf interreligiöse Verstimmungen nach der Regensburger Rede des damaligen Papstes Benedikt XVI. Er führte zur Öffnung eines neuen Gesprächskanals zwischen dem Vatikan und der islamischen Welt.

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Bosbach fordert „Notbremse“ für Visafreiheit

72 EU-Kriterien soll die Türkei vor Aufhebung der Visumpflicht erfüllen, fünf sind noch offen: Bei vielen Politikern von CDU und CSU stößt der Plan für baldige Visafreiheit deshalb auf Ablehnung.

DIE WELT

Der geplante Wegfall der Visumpflicht für Türken stößt bei führenden Politikern von CDU und CSU auf Widerstand. „In der Fraktion gibt es nach wie vor erhebliche Bedenken gegen die Visafreiheit, weil sie zu einer nicht unerheblichen Ausweitung der irregulären Migration führen könnte“, sagte der CDU-Innenexperte im Bundestag, Wolfgang Bosbach, der „Passauer Neuen Presse“. „Deshalb brauchen wir sowohl ein zentrales Ein- und Ausreiseregister als auch eine Art Notbremse für den Fall, dass die illegale Einwanderung tatsächlich deutlich ansteigen sollte.“

Die EU-Kommission hatte die Aufhebung der Visumpflicht am Mittwoch unter dem Vorbehalt empfohlen, dass die Türkei einige verbliebene EU-Bedingungen erfüllt. Zieldatum für die visafreie Einreise in die EU ist Ende Juni. Zuvor müssen die EU-Staaten und das Europaparlament zustimmen.

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„Eine einzige Bibelstelle zur Norm zu erheben ist Irrweg“

Sozialethiker Kurt Remele plädiert dafür, dass die Kirche ihre tierfreundliche Tradition wiederentdeckt

Interview Julia Schilly | derStandard.at

STANDARD: In Ihrem Buch fordern Sie eine „neue christliche Tierethik“. Wo besteht Ihrer Meinung nach Nachholbedarf?

Remele: Es bedarf einer Neubesinnung auf die tierfreundlichen Traditionen im Christentum: Franz von Assisi ist der bekannteste christliche Anwalt der Tiere, aber es gibt eine Menge anderer, von denen man bisher zu wenig weiß. Die vegetarische Bewegung im viktorianischen England des 19. Jahrhunderts und die Bewegung gegen Tierversuche waren ebenfalls stark christlich geprägt.

STANDARD: Durch die Bibel habe Gott laut christlicher Lehre „die Lizenz zum Töten“ erteilt: „Ich setze euch über die Fische im Meer, die Vögel in der Luft und alle Tiere, die auf der Erde leben.“ Handelt es sich dabei um einen Irrweg?

Remele: Wenn eine einzige Bibelstelle, die auf eine konkrete Situation bezogen ist und vor dem Hintergrund ganz bestimmter historischer Verhältnisse entstanden ist, zu einer ewig gültigen ethischen Norm erhoben wird, handelt es sich dabei im Allgemeinen um einen theologisch-ethischen Irrweg. Der Herrschafts- oder Unterwerfungsbefehl aus dem Buch Genesis, den Sie hier zitieren, ist zu einer Zeit entstanden, als die meisten Menschen sich berechtigterweise noch vor sogenannten wilden Tieren fürchteten. Heute sieht das – zumindest bei uns – ganz anders aus.

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Regenburg: Flüchtlinge sollen neben Salafisten-Moschee wohnen

In Regensburg entsteht eine Asylbewerber-Unterkunft für Familien – wenige Hundert Meter von einer Salafisten-Moschee entfernt. Eine CSU-Stadträtin geht auf die Barrikaden. Wie konnte das passieren?

Von Christian Eckl | DIE WELT

CSU-Stadträtin Bernadette Dechant ist eine Kämpfernatur. Die resolute Regensburgerin setzt sich seit Jahren für ihren Stadtteil ein. Sie ist die „Patrona Bavariae“ des Regensburger Stadtostens – eines Ortsteils, in dem Menschen 36 unterschiedlicher Nationalitäten seit Jahren ohne Probleme miteinander leben.

Wie furios Dechant kämpft, haben schon Staatssekretäre am eigenen Leib erfahren – zum Beispiel vor ein paar Jahren, als sie einen Innenstaatssekretär in den Stadtteil zitierte, weil die wilde Wohnhausprostitution ihrer Meinung nach überhandnahm. Nicht dass sie etwas gegen Prostitution per se hätte – doch die hauptberuflich beim Regensburger Bistum beschäftigte Politikerin hatte grundlegend Sorge vor steigender Kriminalität in „ihrem“ Stadtosten.

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Anzeichen für Rücktritt Davutoglus mehren sich

Der Machtkampf in der Türkei zwischen Präsident Erdogan (links) und Ministerpräsident Davutoglu scheint entscheiden.Foto: Reuters/Murad Sezer
Hat der türkische Ministerpräsident Davutoglu den Machtkampf gegen Staatschef Erdogan verloren? Davutoglu will offenbar nicht Chef der Regierungspartei bleiben. Heute will er sich erklären.

DER TAGESSPIEGEL

Im Machtkampf zwischen Ministerpräsident Ahmet Davutoglu und Staatschef Recep Tayyip Erdogan steht die Türkei vor einer Regierungskrise. Türkische Medien berichteten unter Berufung auf Kreise in der Regierungspartei AKP, Davutoglu werden einen Sonderparteitag einberufen, bei dem er nicht mehr für den Vorsitz kandidiere. Der Parteitag solle noch vor Beginn des Fastenmonats Ramadan am 6. Juni stattfinden. Ohne den Parteivorsitz gilt ein Verbleib im Amt des Ministerpräsidenten als undenkbar.

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„Die 33. Hochzeit der Donia Nour: „Bitterböse Groteske gegen den Islamismus

Hazem Ilmis Sci-Fi-Groteske stellt viele kritische Fragen an den Islam (imago/Xinhua)
Großägypten im Jahr 2048: Islamisten sind an der Macht, es gilt eine Neo-Scharia, das Ministerium für Sleepvertising sendet Botschaften direkt in die Gehirne. Gegen diese totalitäre Herrschaft begehrt die junge Donia Nour auf. Orwell arabisch.

Von Dina Netz | Deutschlandradio Kultur

Großägypten im Jahr 2048 ist dreigeteilt: Im Norden leben die Reichen, in der Mitte – klar – die Mittelschicht, im Süden die Armen. Das hat der weise Herrscher, der „Nizam“, so geregelt, um die Konflikte zwischen den Bevölkerungsschichten zu beenden.

Das Zusammenleben regelt die Neo-Scharia, eine Art islamistische Koran-Auslegung, die die Menschen in der Mitte und im Süden quasi entmündigt und die Wohlhabenden zum Konsumieren antreibt. Hazem Ilmis Vision von Großägypten im Jahr 2048 ist eine bitterböse Groteske, die die Pläne der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ mit den finsteren Auswüchsen des Kapitalismus kreuzt.

Werbebotschaften direkt ins Gehirn

Ein muslimisches „1984“ nach Orwell: Das Ministerium für Sleepvertising sendet den Bürgern Werbebotschaften direkt in die schlafenden Gehirne. Die Menschen werden bewertet nach der Zahl ihrer Gebete, die ein elektronischer Rosenkranz übermittelt. Jeder, der sich kritisch äußert, wird verbannt.

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Volker Kauder: „Muslime gehören zu Deutschland – der Islam nicht“

Volker Kauder: Nichts ist wichtiger als Religion (= Christentum)

Natürlich dürften in Deutschland Moscheen mit Minaretten gebaut werden, sagt Unions-Fraktionschef Kauder und wendet sich gegen den Anti-Islam-Kurs der AfD. Aber in einem Punkt stimmt er der Partei zu.

DIE WELT

Die rund vier Millionen Muslime hierzulande gehören nach Ansicht von Unions-Fraktionschef Volker Kauder „ganz klar“ zu Deutschland – der Islam aber nicht. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte der CDU-Politiker, Muslime dürften nicht ausgegrenzt werden, „so wie dies im Augenblick die Rechtspopulisten betreiben“. Sie genössen wie die Angehörigen anderer Glaubensrichtungen Religionsfreiheit. „Natürlich dürfen daher Moscheen mit Minaretten gebaut werden.“

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Lehmann glaubt nicht an schnelle Reform der katholischen Kirche

Kardinal Lehmann (Bild: Wikimedia Commons/Kandschwar)
Kardinal Lehmann (Bild: Wikimedia Commons/Kandschwar)
Der scheidende Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, hat Hoffnungen auf zeitnahe große Reformen in der katholischen Kirche gedämpft.

evangelisch.de

Die Kirche bewege sich, allerdings nur langsam und in kleinen Schritten, sagte Lehmann am Mittwoch in Mainz bei der vermutlich letzten Pressekonferenz vor seinem Wechsel in den Ruhestand. Auch Papst Franziskus könne die Kirche nicht schnell verändern. „Die Starrköpfe sitzen an verschiedenen Stellen, und man kann nur hoffen, dass der Papst lange lebt und gesund bleibt“, sagte der 79 Jahre alte Lehmann. Um zukunftsfähig zu bleiben, sollte die Kirche insbesondere die Öffnung des Priesteramtes für verheiratete Männer „intensiv prüfen“.

„XXL-Gemeinden keine Lösung“

Alle anderen Möglichkeiten zum Umgang mit dem Priestermangel wie immer größere Gemeindeverbünde seien letztlich nicht befriedigend. „Ich bin überzeugt, dass diese XXL-Gemeinden keine Lösung darstellen“, sagte Lehmann. Auch ein immer größerer Anteil ausländischer katholischer Priester aus Ländern wie Polen oder Indien werde allein nicht ausreichen, um die Seelsorge vor Ort für die Zukunft sicherzustellen. Er selbst habe aber in seiner langen Amtszeit selbst erfahren, wie schwer es sei, die Priesterweihe für im kirchlichen Leben „bewährte Männer“ („viri probati“) zu öffnen. Er habe sich abgewöhnt, auf eine Entscheidung noch zu Lebzeiten zu hoffen.

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Dodo Müller: Papstdokument keine Abkehr von bisheriger Lehre

Gerhard L. Müller links im Bild
Gerhard L. Müller links im Bild
Präfekt der Glaubenskongregation widersprach Deutungen, das Dokument von Papst Franziskus bedeute einen grundsätzlichen Wandel im Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen.

kath.net

Der deutsche Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller (Foto) sieht im päpstlichen Schreiben «Amoris laetitia» keine Abkehr von der bisherigen Lehre. Bei einem Vortrag im spanischen Oviedo am Mittwoch widersprach der Präfekt der Glaubenskongregation Deutungen, das Dokument von Papst Franziskus bedeute einen grundsätzlichen Wandel im Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen. Vielmehr sei das, was Johannes Paul II. in «Familiaris consortio» und Benedikt XVI. in «Sacramentum caritatis» gelehrt hätten, nach wie vor gültig, sagte Müller laut dem Redemanuskript, das der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vorliegt.

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Menschenrechtler fordert: Keine Gebetsräume in Flüchtlingsunterkünften

coexist

Internationale Gesellschaft für Menschenrechte: Solche Gebetsräume ermöglichten es Islamisten erfahrungsgemäß, einen Gruppenzwang aufzubauen, denen Christen, Jesiden und Säkulare in den beengten Unterkünften nicht entrinnen könnten.

kath.net

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM/Frankfurt am Main) warnt davor, Gebetsräume in Flüchtlingsunterkünften einzurichten. Man habe die Erfahrung gemacht, dass sich die Atmosphäre dann dramatisch verschlechtere. Islamisten sei es dadurch möglich, einen Gruppenzwang aufzubauen, denen Christen, Jesiden und Säkulare in den beengten Unterkünften nicht entrinnen könnten. Dadurch sei der religiöse Frieden in den Einrichtungen massiv gestört, sagte IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin. Viele Muslime würden in einer Atmosphäre des öffentlichen Zwangs zu „religiös korrektem“ Verhalten immer radikaler. Regelmäßige öffentliche Gebete stärkten somit den Einfluss von Islamisten.

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Jüdisches Leben blüht im Iran

Wer ist wer? Ein Jude (mit Fez) und ein Muslim in einer Straße in Casablanca in den 1960er Jahren. Gabriel-Axel Soussan und sein…Foto: Gabriel-Axel Soussan
Das kulturelle Erbe der Juden im islamischen Kulturraum – von Marokko bis Iran – wird neu entdeckt. Sowohl Juden als auch ihre islamischen Heimatländer beginnen sich mit dieser Geschichte auseinanderzusetzen.

Von Andrea Dernbach | DER TAGESSPIEGEL

Es ist schwer geworden, über das Verhältnis von Juden und Muslimen zu sprechen, ohne die Bilder des Nahostkonflikts im Kopf zu haben – und damit Feindbilder, die unüberwindlich scheinen. Und es liegt nahe, dafür die Geschichte beider Religionen zu bemühen, auch in Europa, wo die Debatte um muslimischen Antisemitismus und Islamophobie immer öfter eine, je nach Standpunkt, verteufelte oder verklärte Vergangenheit jüdisch-muslimischen Zusammenlebens aufruft.

„Mythen und Gegenmythen“ nennt sie der Historiker Mark R. Cohen, wohl einer der wichtigsten Kenner dieser Vergangenheit. Die Geschichte der Juden unter Osmanen und Kalifen ist aus seiner Sicht zwar nicht das fleckenlose Gegenbild zur jahrhundertelangen „Geschichte der Tränen“ in Europa – das übrigens im 19. Jahrhundert Europas Juden erfanden, die aus Enttäuschung über ihre schleppende Emanzipation ein Goldenes Zeitalter in der Vergangenheit suchten. Am Anfang der islamischen Geschichte steht sogar blutige Gewalt gegen Juden, Mohammeds Massaker an den Juden von Medina, die der neuen Religion Widerstand geleistet hatten und sie lächerlich machten. Und es gab den antijüdischen Terror der Almohaden-Dynastie, die im 12. und 13. Jahrhundert den Maghreb und Andalusien beherrschte – niemand sonst habe dem Volk Israel Schlimmeres angetan und es stärker dezimiert, schrieb der Philosoph Maimonides, selbst ein Überlebender.

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Das Wagnis der Religionsfreiheit

coexist

Das Grundgesetz schützt den Islam. Es kommt aber immer darauf an, wie er hier gelebt wird.

Von Reinhard Müller | Frankfurter Allgemeine

Etwas zu heftig war die europäische Kritik an Viktor Orbáns Äußerung, Europa sei ein christlicher Club. Natürlich ist dieser Kontinent christlich geprägt. Der freiheitlich-säkulare Verfassungsstaat ist ohne Christentum so nicht denkbar. Das gilt gerade für Deutschland, für das Land der Reformation und für dessen Grundgesetz. Die christlichen Kirchen haben bisher faktisch eine Sonderstellung. Und die Präambel der Verfassung hebt an mit den Worten: „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen…“

Aber was folgt daraus? Wohl hatten die Väter und Mütter des Grundgesetzes einen christlichen Gott im Sinn. Doch hatten sie noch vieles andere aus ihrer Zeit im Sinn – und haben gerade nicht eine christliche Gottesordnung aufgestellt. Die Präambel ist vielmehr ein Hinweis auf die Fehlbarkeit des Menschen, eine Mahnung gegen absolute Staatsgewalt.

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Umstrittene Missionierung: Der Kampf um die Flüchtlingsseelen

Bild: br.de
Die Amtskirchen sind beim Thema Missionierung von Flüchtlingen skeptisch. Mitarbeitern kirchlicher Hilfsorganisationen ist die Verbreitung religiöser Botschaften oft ausdrücklich untersagt. Evangelikale Freikirchen sind weniger zurückhaltend.

Von Johannes Reichart, Christina Hertel | BR24

Freitagnachmittag, Wilhelm-Löhe-Kirche Fürth. Hier findet regelmäßig Teestunde für Flüchtlinge statt. Danach lädt Pfarrer Walter Drescher sie zur Andacht ein. Obwohl die meisten der Flüchtlinge muslimisch sind, nehmen viele daran teil. Manche überlegen sogar zum Christentum zu konvertieren. Das Angebot sei freiwillig, sagt der Pfarrer, niemand werde gezwungen. Doch zu der Teestunde kommen auch evangelikale Missionare. Sie verteilen Bibeln und Broschüren über das Christentum auf Farsi und Arabisch.

Einer von ihnen ist Jürgen Grau, er arbeitet für den Arbeitskreis Migration und Integration der Evangelischen Allianz, dem Dachverband der Freikirchen. In Gesprächen mit den Flüchtlingen betont er vor allem die Vorzüge des Christentums gegenüber dem Islam.

„In der Bibel muss man immer ehrlich sein, auch wenn es zum eigenen Nachteil geht. Im Koran ist das oft anders, dass man einfach ja, andere Religionen, auch Christen belügen kann. Und das sorgt selbst unter den eigenen Landsleuten für großes Misstrauen.“

Jürgen Grau vom Arbeitskreis Migration und Integration

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Kreml Rom: Kreml-Chef empfängt Merkel zu Privataudienz

Bild: epd, bearb.BB
Bild: epd, bearb.BB
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird am Freitag von Papst Franziskus zu einer Privataudienz im Vatikan empfangen.

kath.net

Das bestätigte Vatikansprecher Federico Lombardi am Dienstag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Merkel reist zur Verleihung des Karlspreises an den Papst nach Rom. Die Zeremonie findet am Freitag im päpstlichen Palast statt. Zuvor trifft die Bundeskanzlerin am Donnerstag in Rom mit Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi zusammen.
Es ist die vierte Begegnung der beiden und das dritte Mal, dass die Protestantin Merkel von Franziskus zu einer Privataudienz empfangen wird.

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Katholikin gefeuert, weil sie keine Scientology-Videos gucken wollte

Scientology in Los Angeles (Bild: PictorialEvidence, CC-BY-Sa 3.0)
Scientology in Los Angeles (Bild: PictorialEvidence, CC-BY-Sa 3.0)
In Las Vegas ist eine Frau entlassen worden, weil sie sich weigerte, Werbevideos der umstrittenen Scientology-Kirche zu gucken. Die Katholikin klagt gegen den republikanischen Firmenboss.

SpON

Grecia Echevarria-Hernandez war froh, als sie einen Job beim Trinkwasserabfüller „Real Alkalized Water“ in Las Vegas fand. Dort sollte sie als „Markenbotschafterin“ tätig sein. Die Firma verkauft Trinkwasser, das „mit Elektronen versetzt“ wurde, um „das körperliche Gleichgewicht wieder herzustellen“ und damit der Konsument sein „volles Potential erreichen kann“.

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Klosterinternat Damme bestätigt Missbrauchsfälle

missbrauch_kathol

Wie das Kloster auf seiner Homepage mitteilte, gab es zwischen 1966 und 1974 sexuelle Grenzverletzungen und körperliche Gewalt durch einen Benediktinerpater. Der Pater ist bereits verstorben.

kath.net

Der Missbrauchsverdacht gegen einen bereits verstorbenen Pater des Klosters Sankt Benedikt in Damme hat sich bestätigt. Wie das Kloster auf seiner Homepage mitteilte, gab es zwischen 1966 und 1974 sexuelle Grenzverletzungen und körperliche Gewalt durch den Benediktiner. Das habe ein Treffen ehemaliger Internatsschüler ergeben. Weder die Namen der Opfer noch die damaligen Vorgänge oder die jetzt zu ergreifenden Maßnahmen würden aber publik gemacht. Das sei der ausdrückliche Wunsch der Opfer, so das Kloster, das ein Priorat der Benediktinerabtei Münsterschwarzach ist.
Wegen des Verdachts auf mögliche Missbrauchsfälle in den 60er und 70er Jahren in dem Internat hatte die Benediktinerabtei Münsterschwarzach rund 80 ehemalige Schüler angeschrieben und zu einem Treffen eingeladen.

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Ditib-Imame im Spagat: Vorbeter zwischen deutschen und türkischen Interessen

Die Ditib-Moschee in Köln-Ehrenfeld © MiG
Imame aus der Türkei müssen ein Studium und Berufserfahrung vorweisen sowie Tests bestehen und Deutschkurse besuchen, ehe sie nach Deutschalnd entsandt werden. Dennoch stehen sie in der Kritik, integrationsfeindlich zu sein. Das weist die Ditib zurück. „Die Imame machen gute Arbeit.“

Von Andreas Gorzewski | MiGAZIN

„In welchem Jahrhundert begann die von Martin Luther angestoßene Reformation?“, heißt es in einem Test der staatlichen türkischen Religionsbehörde Diyanet für türkische Imame, die in deutschen Moscheen arbeiten wollen. Der Test bietet vier mögliche Antworten.

Wer als Imam in eine der knapp 900 Moscheen der Türkisch-Islamischen Union (Ditib) in Deutschland kommt, soll nicht nur Gebete und Korankurse leiten. Er soll auch Kontakte zu Kirchen, Polizei und Schulen pflegen können. Doch damit tun sich viele Imame noch schwer. Die meisten von ihnen sind türkische Beamte, ausgewählt und bezahlt vom türkischen Staat. Das wird immer wieder kritisiert, zum Beispiel von CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer, der die Finanzierung von Moscheen und die Entsendung von Imamen aus dem Ausland beenden will.

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Franz: „Wir haben herzlich wenig für Frauen getan“

Papst Franziskus fordert mehr Einsatz für Frauenrechte. / Bild: (c) Youtube Screenshot/Vatikan
Der Papst kritisiert in einer Videobotschaft den mangelnden Einsatz für Frauenrechte. Franziskus verurteilt sexuelle Gewalt gegen Frauen.

Die Presse.com

Papst Franziskus hat einen mangelnden Einsatz für die Rechte von Frauen angeprangert. „Wir haben herzlich wenig für Frauen getan, die sich in schweren Lagen befinden, wo sie verachtet, an den Rand geschobenen und sogar ins Sklaventum herabgesetzt sind“, sagt der Papst laut Kathpress in einer am Dienstag veröffentlichten Videobotschaft.

Es reiche nicht aus, den Beitrag von Frauen in allen Bereichen nur festzustellen. Franziskus verurteilt in dem Video sexuelle Gewalt gegen Frauen. Zudem fordert er mehr Einfluss für sie in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Hindernisse auf diesem Weg müssten beseitigt werden.

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Terroristen als Märtyrer?

© dpa Im Februar gedachten in Kopenhagen hunderte Menschen der Terroropfer, die bei einem Anschlag auf die Synagoge und das Kulturhaus „Krudttonden“ ums Leben kamen. Jetzt will eine Ausstellung die Täter als „Märtyrer“ zeigen.
Islamisten, die das Leben unschuldiger Menschen auf dem Gewissen haben, sollen in Kopenhagen als „Märtyrer“ erscheinen. So lautet der Plan für eine Ausstellung, die mit dem Terror spielt. Kritiker sprechen von „Wahnwitz“.

Von Matthias Hannemann | Frankfurter Allgemeine

Ob das jemand braucht? Eine „Märtyrer“-Ausstellung, die sich mit islamistischen Terroristen befasst? Die Täter, die Verantwortung für den Tod vieler Menschen tragen, in ihrem Selbstbild präsentiert? So plant es jedenfalls Christian Lollike in Kopenhagen – derselbe Mann, der 2012 schon das Manifest des norwegischen Rechtsterroristen Anders Behring Breivik inszeniert hat. Gemeinsam mit dem Künstlerkollektiv „The other eye of the tiger“ will Lollikes Theater „Sort/Hvid“ untersuchen, „weshalb einige Menschen für das, woran sie glauben, in den Tod gehen“.

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Geht es wirklich nur Menschenrechte, wenn Erdogan kritisiert wird?

Bild: FB
Bild: FB
Manche finden das gestiegene Interesse ein bisschen heuchlerisch – zur Sonderausgabe der deutsch-türkischen Taz

Von Peter Nowak | TELEPOLIS

Wer schon immer die Türken vor Berlin stehen sieht, kann sich heute bestätigt fühlen. Die linksliberale Taz erscheint heute in deutsch-türkischer Version: Die taz.die günlük gazete  ist ein Beitrag der Taz-Redaktion in enger Kooperation mit linksliberalen und linken türkischen Medien zum Internationalen Tag der Pressefreiheit. Beim Durchblättern bekommt der Leser einen guten Überblick über den Stand der Pressefreiheit aktuell in der Türkei.

So sind bis 2015 unter der AKP-Regierung 2.211 Journalistinnen und Journalisten entlassen worden. 31 Journalisten waren 2015 in der Türkei inhaftiert. Mindestens 150 Beschlüsse zu Nachrichtensperren gab es zwischen 2010 und 2014 in dem Land.  110.464  Webseiten wurden in den letzten Jahren in der Türkei geblockt. Auf 16 Seiten versuchen linke und linksliberale Journalisten  in Deutsch und Türkisch darzulegen, wie der Alltag eines kritischen Medienarbeiters heute in der Türkei aussieht.

So beschreibt die Journalistin Pinar Ögünc von der liberalen türkischen Tageszeitung Cumhuyriyet, was sich zwischen dem Beginn und dem Schluss dieses Artikels, also wohl in einer relativ kurzen Zeit ereignet hat:

In den wenigen Stunden zwischen Anfang und Textes war viel geschehen: „Bilal Güldem, Reporter der Nachrichtenagentur Diha, wurde verhaftet. Die Diha-Reporter arbeiten in den kurdischen  Provinzen unter andauernden Gefechten. ….. Gleichzeitig wurde die türkisch-niederländische  Journalistin und Kolumnistin Ebru Umar in Kusadasi festgenommen. Der Vorwurf: Sie soll den Staatspräsidenten Erdogan in Tweets und in einem Artikel in der Zeitung Metro beleidigt haben“. Gleichzeitig wurde in griechischer Fotograf am Flughafen von Istanbul  an der Einreise in die Türkei gehindert worden.

So ist taz.die günlük gazete ein gutes Beispiel für eine transnationale zivilgesellschaftliche Aktion, um auf verfolgte Journalistinnen und Journalisten aufmerksam zu machen.

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