Archiv der Kategorie: Fundamentalismus

Forscherin: “Islamischer Staat” will Terrornetz in Europa ausbauen

Bild: nationalreview.com

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In der deutschen salafistischen Szene kursiert seit kurzem eine Anleitung der Terrormiliz “Islamischer Staat”, wie gezielt Kämpfer in Europa angeworben und für den Dschihad ausgebildet werden können.


evangelisch.de

Unter dem Titel “How to survive in the West” stehe darin genau beschrieben, wie sich die Anhänger des “wahren Islam” verhalten sollten, sagte die Göttinger Religionswissenschaftlerin Nina Käsehage der “Braunschweiger Zeitung” (Samstagsausgabe). Unter anderem würden auch mögliche Anschlagsziele genannt und Anweisungen zum Aufbau sogenannter Schläferzellen gegeben.

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Dodo Müller: „Tötung unschuldiger Menschen im Mutter­schoß“

Gerhard L. Müller links im Bild

Gerhard L. Müller links im Bild

Politiker und Geistliche kritisieren die massenhafte Abtreibung von gesunden Embryonen bei Mehrlingsschwangerschaften in Deutschland, den sogenannten Fetozid.


FOCUS ONLINE

Laut FOCUS gehen Experten von mehreren Hundert Fällen im Jahr aus, genaue Zahlen existieren jedoch nicht. CDU-Gesundheitspolitiker Hubert Hüppe forderte im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin FOCUS „eine belastbare Meldepflicht“. Es müsse klar sein „dass Fetozide bei Mehrlingsschwangerschaften unter den Paragraphen 218 fallen, damit wenigstens eine Beratung der Frau stattfindet“.

Der Vizepräsident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Leiter der Abteilung für Öffentliche Verantwortung, Friedrich Hauschildt, sagte gegenüber FOCUS, die Reduktion durch Fetozid sei ein „schwerwiegendes ethisches Dilemma“. Wenn die Mehrlingsschwangerschaft durch künstliche Befruchtung zustande komme, werde „dieses Dilemma oft in Kauf genommen“, da in der Regel mehrere befruchtete Eizellen eingepflanzt würden. Hauschildt: „Die EKD steht deshalb und aus weiteren Gründen der künstlichen Befruchtung kritisch gegenüber.“

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Türkei empört über Gaucks Völkermord-Aussage

Joachim_Gauck Die Äußerungen des deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck zum “Völkermord” an den Armeniern haben eine diplomatische Krise mit der Türkei ausgelöst. “Das türkische Volk wird dem deutschen Präsidenten Gauck seine Aussagen nicht vergessen und nicht verzeihen”, erklärte das Außenministerium in Ankara am späten Freitagabend.


derStandard.at

Gauck hatte die Massaker an bis zu 1,5 Millionen Armeniern im Ersten Weltkrieg am Donnerstagabend erstmals klar als Völkermord bezeichnet. Das Staatsoberhaupt setzte sich damit über Bedenken hinweg, dass die Einordnung des damaligen Geschehens als Völkermord die Beziehungen zur Türkei beschädigen könnte.

Am Freitag schloss sich der Bundestag dieser Bewertung an. “Das, was mitten im Ersten Weltkrieg im Osmanischen Reich stattgefunden hat, unter den Augen der Weltöffentlichkeit, war ein Völkermord”, sagte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU). Redner aller Fraktionen teilten diese Einschätzung. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) meldeten sich nicht selbst zu Wort.

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Plante Al Kaida Anschlag auf Vatikan?

Headquarter des Konzerns.

Headquarter des Konzerns.

Vor fünf Jahren haben Mitglieder der Terrororganisation Al Kaida offenbar einen Bombenanschlag auf den Vatikan geplant. Bei einer Razzia entdeckte die italienische Polizei nun einen Stützpunkt der Extremisten auf Sardinien.


tagesschau.de

Ein Ableger der Extremistenorganisation Al Kaida hat nach Angaben der italienischen Behörden offenbar einen Anschlag auf den Vatikan geplant. “Wir haben keine Beweise, aber einen starken Verdacht”, sagte Chef-Ermittler Mario Carta. Es gebe Hinweise, dass die Verdächtigen 2010 einen Bombenanschlag vorgehabt hätten, so die Staatsanwaltschaft auf Sardinien.

In abgehörten Telefonaten hätten die Verdächtigen von einem “großen Dschihad in Italien” gesprochen und den Vatikan als ein Ziel angedeutet.

Die Polizei habe einen möglichen Selbstmordattentäter aufgehalten, der im März 2010 – als Papst Benedikt XVI. im Amt war – am Flughafen Fiumicino gelandet sei. “Wir sprechen von einem Anzeichen, das auf die Vorbereitung eines möglichen Anschlags hindeutet”, so Staatsanwalt Mauro Mura. Ohne die Pläne zu realisieren, habe er aber Italien verlassen. Es sei nicht klar, warum.

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Bullshistic: Die Kraft der Religion

DPA

Die öffentliche Präsenz von Religion in Deutschland bewegt sich in diesen Tagen zwischen Trost und Terror. Soll sie deshalb Privatsache werden – oder ihr Wahrheitspotential offensiver zur Geltung bringen? Eines ist sicher: Mehr denn je brauchen wir in Deutschland wie in Europa Orte und Zeitpunkte der öffentlichen Auseinandersetzung mit Religion.


Dr. Heinrich Bedford-Strohm|Frankfurter Allgemeine

Religion hat Kraft. Wie kraftvoll sie ist, das ist für Christen selten so greifbar wie in den Tagen vor und nach Ostern. Es tut gut, eine religiöse Sprach- und Bildwelt zu haben, um Trauer und Schmerz zu bewältigen. Gerade dann, wenn eigene Worte fehlen. Die zweitausend Jahre alte Botschaft vom Sieg des Lebens über den Tod kann uns Halt schenken, wo alle Hoffnung verloren scheint. Das spüren auch Menschen, die sich sonst eher als religiös unmusikalisch bezeichnen würden.

Die Attentate von Paris, Kopenhagen, Tunis und Sanaa wie auch die massive Polizeipräsenz in deutschen Städten sprechen eine andere Sprache. Ließe man sich ganz von den damit verbundenen Eindrücken leiten, könnte es gar so erscheinen, als sei Religion zum Sicherheitsrisiko geworden. Die öffentliche Präsenz von Religion in Deutschland bewegt sich in diesen Tagen zwischen Trost und Terror. Die medial inszenierte Ikonographie der Gewalt im Namen von Religion hat Spuren hinterlassen und lastet als Hypothek auf uns allen.

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So gar nicht koscher

justiz_grossEin Metzger und sein Geschäftsführer verkaufen in 800 Fällen Fleisch als koscher, obwohl es das nicht ist. Das Landgericht verurteilt die beiden wegen Betruges zu Bewährungs- und hohen Geldstrafen.


Von Fabian Scheuermann|Frankfurter Rundschau

Ein im wahrsten Wortsinne blutiger Betrugsprozess fand am Freitag am Frankfurter Landgericht sein Ende: Weil sie an knapp 800 Kunden „normales“ Fleisch verkauft hatten, obwohl die Kunden koscheres Fleisch bestellt hatten, wurden der jüdische Metzger Akiwa H. und sein Geschäftsführer Leslie W. zu Bewährungsstrafen zwischen 22 und 24 Monaten verurteilt. Dazu kamen Geldstrafen zwischen 7200 und 9000 Euro. Außerdem müssen die beiden 56- und 48-Jährigen als Bestandteil ihrer Bewährungsauflagen je 30.000 Euro an den Sportverein TuS Makkabi überweisen.

Die Kammer sah es als erwiesen an, dass die Angeklagten 2010 und 2011 in ihrem finanziell strauchelnden Geschäft an der Hanauer Landstraße systematisch Kunden betrogen haben. Mindestens 10.000 Kilogramm Fleisch wurden nicht, wie vorgegeben, koscher in Belgien oder Frankreich gekauft, sondern beim herkömmlichen Schlachter.

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Exorzisten: Vampir-Filme lassen das Böse ‘sexy’ erscheinen

Underworld Evolution, Bild: lemanoirdessecrets.centerblog.net

Exorzisten warnen vor dämonischer Verführung durch Medien – Nach Einschätzung der Exorzismus-Experten sind Filme, die das Okkulte positiv darstellen, mitverantwortlich dafür, dass die Nachfrage nach Teufelsaustreibungen steigt.


kath.net

Vor den Gefahren von Filmen, die das Okkulte positiv darstellen, haben Exorzisten bei einem katholischen Kongress in Rom gewarnt. Diese Medienproduktionen könnten besonders Jugendliche verführen, sich mit dämonischen Mächten einzulassen. Zu den fragwürdigen Produktionen zählten etwa der Vampir-Film „Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen“ oder die US-Fernsehserie „True Blood“ (Wahres Blut). Nach Einschätzung der Exorzismus-Experten sind solche Filme mitverantwortlich dafür, dass die Nachfrage nach Teufelsaustreibungen steigt. An dem sechstägigen Schulungskongress an der katholischen Universität Regina Apostolorum nahmen Mitte April etwa 170 Fachleute aus über 30 Ländern teil. Spielfilme über Teufelsaustreibungen verzeichnen nach ihrer Ansicht das Phänomen dämonischer Besessenheit; sie könnten besonders für junge Zuschauer das Böse als „sexy“ darstellen. Jugendliche würden auch durch Musikstile wie Hardrock oder Heavy Metal, die satanische Botschaften verbreiten, zum Okkultismus verführt, so der italienische Religionssoziologe Prof. Guiseppe Ferrari. Nach seinen Erkenntnissen wächst die Zahl der Vampir-Gruppen, die Menschenblut trinken. Diese Gemeinschaften verleiteten auch zu speziellen sexuellen Praktiken, um dadurch besondere Kräfte zu erlangen.

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TV-Pastor über Absturz-Opfer: “Menschen sterben, weil sie schuldig sind”

Bergungskräfte haben in den französischen Alpen den gesuchten Flugschreiber von Germanwings-Flug 4U9525 gefunden. Nun erhoffen sich die Ermittler weitere Hinweise auf die Absturzursache dpa/Yves Malenfer/Dicom/Ministere Interieur/HO

Ein TV-Pastor hat mit einer Predigt für Aufregung gesorgt. In dieser verhöhnt er vermeintlich die Opfer der Germanwings-Katastrophe. Menschen sterben, weil sie schuldig sind – so seine Aussage. Seine Gemeinde äußerte sich zu seinen umstrittenen Worten.


FOCUS ONLINE

“Wenn Menschen sterben, ob in einem Altersheim oder bei einem Flugzeugabsturz, sterben sie, weil sie schuldig sind.“ Mit diesem Satz hat der Hamburger TV-Pastor Wolfgang Wegert rund einen Monat nach dem tragischen Absturz der Germanwings-Maschine für Aufregung gesorgt.

Seine Predigt mit dem Titel „Wenn es Gott gereut“ hielt der Pfarrer vor laufenden Kameras. Viele verstanden seine Äußerung vor dem Hintergrund der Tragödie um Flug 4U9525 als unpassende Anspielung. 150 Menschen waren an Bord der Germanwings-Maschine ums Leben gekommen. Darunter auch mehrere Babys und Kinder.

„Es tut Pastor W. Wegert sehr leid”

Auf der Homepage der reformierten Freikirche „Arche“ bezieht die Gemeinde zu der Predigt Stellung: „Leider wurde die Erwähnung ‚Flugzeugabsturz‘ von Medienvertretern so gedeutet, als ob Pastor W. Wegert sich speziell auf die Germanwings Katastrophe fokussiert und gesagt hätte, die Absturzopfer seien an ihrem Tod selbst Schuld und dass er sie und ihre Angehörigen auf diese Weise hätte verhöhnen wollen“, heißt es dort.

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Genozid-Vorwurf: Wieso die Türkei nur gegen kleine Gegner zuschlägt

erdogan-sultanAus mehreren Ländern hat die Türkei ihre Botschafter abgezogen, weil die von Völkermord an den Armeniern sprachen. Gegenüber großen Handelspartnern wie Deutschland übt Ankara aber Zurückhaltung.


Von Boris Kálnoky|DIE WELT

Die türkische Regierung brodelt. Und das schon seit Längerem. Immer öfter zieht sie ihre Botschafter aus anderen Ländern ab, denn Ankara ist unzufrieden. Gegenwärtig gibt es in sieben Ländern keinen türkischen Botschafter. Aus Israel zog die Türkei ihren Gesandten bereits 2010 ab, nachdem das Land gewaltsam gegen militante türkische Aktivisten vorgegangen war, die die Gaza-Blockade durchbrechen wollten. Dabei waren neun Türken getötet worden.

Aus Österreich und aus dem Vatikanstaat zog Ankara seine Botschafter ab, weil sie von einem “Genozid an den Armeniern” gesprochen hatten – ein Begriff, den die Türkei vehement ablehnt. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan gab dazu die wohl verbindliche Parole aus: “Unsere Vorfahren haben keinen Völkermord begangen.” Aus dieser Formulierung klingt zwischen den Worten heraus, dass ein Eingeständnis die “Ehre” der heutigen Türken beschmutzen würde.

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Austria: Kirche sieht Selbstständige als Steuersünder

Bild: tilly

Bild: tilly

Vor Gott sind alle Menschen gleich, lehrt die Bibel. Geht es ums Geld, gelten andere Regeln. Und diese trennen gleich einmal Selbstständige von Unselbstständigen. Die Erzdiözese Wien fordert von angestellten Arbeitnehmern 21 Euro an Mindest-Kirchenbeitrag ein. Selbstständige zahlen mit zumindest 96 Euro das mehr als Vierfache.


Von Verena Kainrath|derStandard.at

Was manchen Freiberufler dann doch etwas überraschte. Die Kirchenbeitragsstelle ließ daraufhin wissen, dass die in Einkommenssteuerbescheiden enthaltenen Zahlen “die tatsächlichen Einkommensverhältnisse nicht immer widerspiegeln”. Denn Unternehmer hätten “eine größere Vielfalt von Möglichkeiten der Einflussnahme auf die Höhe des zu versteuernden Einkommens”.

Zweifel an der Moral

Kurzum: Die Diözese zweifelt an der Moral selbstständiger Schäfchen, unterstellt pauschal Steuerbetrug und setzt den Pflichtbeitrag vorsorglich höher an. Er sei kein Antiklerikaler, aber hier werde eine ganze Berufsgruppe als Steuerhinterzieher diskreditiert, sagt Christian Fiala, der als Gynäkologe die Initiative gegen Kirchenprivilegien mitträgt, die sich unter anderem an zahlreichen Steuerbefreiungen der Kirche stößt. Ihr Chef möge hohe moralische Ansprüche haben, das Bodenpersonal hat es aus seiner Sicht nicht.

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Religiotie: Eine Liebesbotschaft für islamische Terroristen

Ein Video, das Kämpfern der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) Gottes Vergebung anbietet, sorgt im Internet für Furore.


kath.net

Ein Video, das Kämpfern der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) Gottes Vergebung anbietet, sorgt im Internet für Furore. Das christliche Hilfswerk „International Christian Concern“ (Washington) veröffentlichte den fast vierminütigen englischsprachigen Kurzfilm mit dem Titel „Ein Brief vom Volk des Kreuzes“ auf seiner Facebook-Seite. Die Macher wenden sich darin direkt an IS-Anhänger: „Eure apokalyptischen Träume und spektakuläre Sünden erschüttern derzeit den Nahen Osten. Aber das Volk des Kreuzes versammelt sich an euren Toren mit einer Botschaft: Die Liebe wird euch nachgehen. Eine Armee wird kommen, ohne Panzer und Soldaten. Es wird eine Armee von Märtyrern sein, die treu bis in den Tod sind und eine Botschaft des Lebens mit sich tragen.“

„Ihr sterbt für Euren Gott, unser Gott starb für uns“

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US-Denkfabrik: Die Türkei hat sich erfolgreich von EU gelöst

Nach Ansicht des Experten solle die Türkei ihre Beziehungen zur USA stärken. (Foto: Flickr/ Istanbul by Moyan Brenn CC BY 2.0)

Der Chef-Stratege der US-Denkfabrik Stratfor ist erfreut über die Veränderungen zwischen der Türkei und der EU. Die Türkei gehöre nach Europa aber nicht in die EU. Das Land müsse seinen eigenen Weg gehen.


Deutsch Türkische Nachrichten

Die Türkei hat sich aus der „Falle“ einer EU-Vollmitgliedschaft gerettet. Das eröffnet dem Land ungeahnte Möglichkeiten im Nahen Osten, im Kaukasus und auf dem Balkan. Diese Ansicht vertritt zumindest der Chef des privaten US-Geheimdiensts Stratfor, George Friedman. Auch die jüngst überwundene EU-Krise komme der Türkei zugute. Denn sie sei schlichtweg kein Teil der EU und befinde sich außerhalb der Euro-Zone. Doch das Land gehöre zu Europa.

Türkei unverzichtbarer Partner der USA

Friedman war vor einigen Monaten in der Türkei und sprach auf einer Veranstaltung des Unternehmer-Vereins Anatolische Löwen (ASKON). „Ein türkischer EU-Beitritt wäre eine große Überraschung gewesen – doch keine positive“, zitiert Bloomberg HT den Stratfor-Chef. Die Türkei sei ein unverzichtbarer Partner der USA.

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Sure 29 Vers 46: “Schöne” Streitgespräche sind Pflicht

(Deutschlandradio Grafik)

Die Selbstständigkeit des Islam als Weltreligion ist ohne den Bezug auf Christentum und Judentum kaum zu verstehen. Die jüdisch-christlich-islamische Tradition ist unter anderem auch dadurch in sich verflochten, dass sie insgesamt auf die hellenistisch-antike Tradition zurückgreift. Gerade deshalb ist Streit geboten.


Erläutert von Dr. Milad Karimi|Deutschlandfunk

“Und streitet mit den Leuten der Schrift auf die schönste Weise nur, außer mit denen, die Übles tun!”

Die Religion verspricht die Rückkehr des Menschen zu sich selbst aus dem schlechthin Unverfügbaren. Daraus ergibt sich die Frage, ob Religiosität im gegenwärtigen Leben überhaupt noch einen rechten Ort finden kann. Und daraus ergibt sich eine weitere Frage, nämlich in welchem Verhältnis die Religionen zueinander stehen. Öffentliche Religionsgespräche zwischen Muslimen, Christen und Juden haben eine lange und reiche Tradition.

Ein Streitgespräch zu entfachen, welches das Prädikat “schön” trägt, ist – nimmt man den Imperativ “Streitet!” im zitierten Vers ernst – die Pflicht der Muslime. Aus dieser Tradition sind zahlreiche Schriften islamischer Autoren entstanden. So erklärt sich der Umstand, dass eine Reihe dieser Streitschriften in der islamischen Tradition das Prädikat „schön” ernst nehmen. So lautet beispielsweise der Titel einer dem Theologen Abu Hamid Muhammad Al-Ghazzali aus dem 12. Jahrhundert zugeschriebenen Streitschrift “Die schöne Widerlegung der Gottheit Jesu”.

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Evangelische Kirche in Berlin will homosexuelle Paare trauen

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Die evangelische Kirche macht wohl bald keine Unterschiede mehr zwischen hetero- und homosexuellen Paaren in Berlin und der Region. Künftig soll es keinen abgestuften Segen mehr geben, sondern nur noch Traugottesdienste – unabhängig von der sexuellen Orientierung.


Von Claudia Keller|DER TAGESSPIEGEL

Seit 2002 können lesbische und schwule Paare in evangelischen Kirchen in Berlin den Segen Gottes erbitten. Die Segnungsgottesdienste sind aber deutlich unterschieden von den Traugottesdiensten für heterosexuelle Paare. Dadurch soll zum Ausdruck kommen, dass die Ehe zwischen Mann und Frau nach wie vor Leitbild in weiten Teilen der evangelischen Kirche ist.

Das soll sich nun ändern: Künftig soll es keinen abgestuften Segen mehr geben, sondern nur noch Traugottesdienste – unabhängig von der sexuellen Orientierung der Paare.

Die Trauung schwuler und lesbischer Paare soll auch in die Kirchenbücher eingetragen werden, so wie es bei Hetero-Paaren selbstverständlich ist. So fordern es die Kirchenkreise Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz, Stadtmitte und die Landesjugendversammlung in einem Antrag, der am Freitag auf der Frühjahrssynode der Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (Ekbo) diskutiert werden soll.

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Angriffe auf Kirche in Berlin – Russland fordert Aufklärung

Die russisch-orthodoxe Kirche in Marzahn-Hellersdorf. Foto: Philipp Mangold

Seit zwei Monaten erhalten eine russisch-orthodoxe Kirche und eine Schule in Marzahn-Hellersdorf Drohbriefe, zwei Mal sei ein Sprengsatz an der Kirche detoniert. Nun schaltet sich Russland ein.


Berliner Morgenpost

Nach Drohungen gegen eine russisch-orthodoxe Kirche und Schule in Berlin hat Russland von der deutschen Bundesregierung Aufklärung verlangt. Wie das Ministerium in Moskau am Donnerstagabend mitteilte, wurde der Briefkasten der Kirche bereits zweimal durch einen Sprengsatz zerstört. Seit zwei Monaten erhalte die Kirche zudem Drohbriefe, die von einer “Legion Königsberg” unterzeichnet seien. Darin werde damit gedroht, die Kirche anzuzünden.

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Halal Sex-Shop für Mekka

Bild: HUFFPO Religion

Bild: HUFFPO Religion

Es ist wohl so ziemlich der letzte Ort, an dem man das für möglich gehalten hätte: Doch jetzt soll in der heiligen Stadt Mekka offenbar schon bald ein Sex-Shop eröffnet werden. Dabei ist Saudi Arabien eigentlich für seine besonders strenge Auslegung des Islam bekannt.


Deutsch Türkische Nachrichten

Der halal Sex-Shop ist die Idee von Abdelaziz Aouragh. Dieser soll sein Konzept bereits im vergangenen Jahr verkündet haben. Mittlerweile sind seine Pläne wohl so weit ausgereift, dass der Laden kurz vor der Eröffnung steht.

Der künftige Sex-Shop-Besitzer will für sein Vorhaben sogar den Segen eines saudischen Klerikers haben, berichtet Russia Today. Dieser soll ihm nämlich erklärt haben, dass seine Idee „zur Verbesserung der sexuellen Beziehung zwischen Mann und Frau“ führen könnte.

Zunächst soll der Laden 18 als hala bezeichnete Spielzeuge führen, heißt es weiter. Insgesamt wolle man sich ganz auf die Bedürfnisse der besonders strengen Muslime ausrichten und auch nur diese bedienen. Ergo: Vibratoren wird es dort wohl nicht zu kaufen geben. „Unsere Produkte sollen das Empfindungen von Sinnlichkeit und die Atmosphäre zwischen dem Paar in der sexuellen Beziehung verbessern“, erklärt der Ideengeber.

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Das Recht zur Beleidigung verteidigen

Von Kurt Westergaard

Von Kurt Westergaard

Es ist fast zehn Jahre her, dass eine dänische Zeitung Karikaturen des Propheten Mohammed veröffentlichte und damit eine Welle von muslimischen Protesten auf der ganzen Welt auslöste.


Von Ayaan Hirsi Ali|The Huffington Post

Ebenso wurde die Kluft in Europa sichtbar zwischen jenen, die an freie Meinungsäußerung glauben und jenen, die um des lieben Friedens Willen religiöse Fanatiker beschwichtigen. Ziemlich genau zu dieser Zeit kam ich nach Berlin, um das Recht zur Beleidigung zu verteidigen. Leider ist dieses Recht heute weniger sicher als 2005.

Man denke nur an das Massaker an den Charlie Hebdo-Mitarbeitern in Paris am 7. Januar und die brutale Erschießung von Menschen im jüdischen Feinkostgeschäft am selben Tag. Und dann sind da die befremdlichen Kommentare des amerikanischen Karikaturisten Garry Trudeau in einer Rede vor zehn Tagen, in welcher er „die Absolutisten der Redefreiheit” dafür verdammte, dass sie nicht „Urteilsvermögen und gesunden Menschenverstand” benutzten.

Durch das Veröffentlichen von „geschmacklosen und vulgären Zeichnungen, die eher an Graffiti als Karikaturen erinnern”, so Traudeau, „sei Charlie im Bereich der Volksverhetzung gelandet”. Er kritisierte sogar die französischen Behörden dafür, dass sie Muslime verhaftet hätten, die „unüberlegterweise von der Redefreiheit Gebrauch gemacht und die Attacken gutgeheißen hätten”. Hätte er lieber gesehen, dass Stéphane Charbonnier, der Herausgeber von Charlie Hebdo, verhaftet wird?

Rufmord mit System

Ich bin ein Absolutist der Redefreiheit. Es ist vielleicht die größte Tragödie der westlichen Zivilisation heute, dass Redefreiheit nicht mehr selbstverständlich ist. Sie ist ein Privileg jener mit bewaffnetem Sicherheitspersonal.

Jenen, die die Debatte über den Islam – jene Dinge, die explizit im Namen Mohammeds und gemäß den Anweisungen des Korans geschehen – verstummen lassen wollen, wird nicht nur körperlicher Mord angedroht, sondern auch Rufmord mit System.

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Erdoğan warnt Obama: US-Präsident sollte den Begriff „Genozid“ nicht benutzen

erdogan-sultanDer türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan gibt in der Armenier-Debatte nun offenbar auch Anweisungen gen USA: Er erwarte von Präsident Barack Obama, dass dieser in einer Erklärung zum 100. Jahrestag der Gräueltaten an den Armeniern im Osmanischen Reich den Begriff Genozid tatsächlich nicht verwende. Bislang hat die US-Regierung eine solche Einordnung vermieden – aus Rücksicht auf ihre türkischen Freunde.


Deutsch Türkische Nachrichten

Kurz vor den Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Gräueltaten an den Armeniern stellt der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan noch einmal deutlich den vermeintlichen Alleinanspruch seiner Position heraus. Nach einem verbalen Schlagabtausch mit Papst Franziskus sendet er nun vorsorglich noch einmal warnende Worte gen Weißes Haus.

„Ich möchte von Obama so etwas nicht hören. Und ich erwarte auch nicht, dass er so etwas sagt“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet Erdoğan anlässlich eines Pressegesprächs zum Besuch der irakischen Präsidenten Fuad Masum in Ankara. Zuvor war in den Medien kursiert, dass Obama den Begriff Völkermord anlässlich des Gedenktags wohl erneut vermeiden würde. „Die Einschätzung der Rolle der Türkei und die Haltung der USA in dieser Sache liegen damit auf der Hand“, so der türkische Präsident weiter.

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Primas von Belgien wegen Fehlverhalten in Missbrauchsfall verurteilt

missbrauch_kathol

Erzbischof von Brüssel muss Opfer Entschädigung zahlen


DIE WELT

Der Primas der katholischen Kirche in Belgien, André-Joseph Léonard, ist wegen eines Missbrauchsfalls zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Der Erzbischof von Brüssel muss einem ehemaligen Mitglied eines Kinderchors 10.000 Euro zahlen, wie ein Gericht in Lüttich am Donnerstag entschied. Léonard habe es versäumt, nach Bekanntwerden der Vorwürfe Maßnahmen gegen einen pädophilen Priester einzuleiten, zitierte die Zeitung “Le Soir” aus der Urteilsbegründung.

Kampf gegen Terror: Bundestag stimmt Änderungen im Passgesetz zu

reisepassKünftig soll gewaltbereiten Islamisten der Personalausweis entzogen werden können, um sie an einer Ausreise in Kampfgebiete zu hindern.


evangelisch.de

Mit den Stimmen von Union und SPD verabschiedete der Bundestag am Donnerstagabend in Berlin ein entsprechendes Gesetz.

Bislang durften Behörden lediglich den Reisepass abnehmen, wenn Personen verdächtigt wurden, sich im Ausland einer terroristischen Vereinigung anschließen zu wollen. Nun sollen verdächtige Terroranhänger einen Ersatz-Personalausweis für bis zu drei Jahre erhalten, der nicht zu einer Ausreise berechtigt. Den Ersatz-Ausweis müssen sie selbst bezahlen.