Erklärung europäischer Muslime in Köln (DİTİB und Diyanet)

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit fand in Köln eine große Konferenz europäischer Muslime statt, organisiert von der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DİTİB, Köln) in Zusammenarbeit mit dem türkischen staatlichen Präsidium für Religionsangelegenheiten (Diyanet, Ankara). Mehr als hundert Teilnehmer aus 17 Ländern, so DİTİB, befassten sich in fünf thematischen Einheiten mit der „Zukunft der Muslime in Europa“. Die Veranstaltung, die vom 2.-4. Januar 2019 in der DİTİB-Zentrale stattfand, schloss mit einer Erklärung in 18 Punkten, die später als Pressemeldung ohne namentliche Zeichnung auf der Internetseite der DİTİB veröffentlicht wurde.

Dr. Friedmann Eißler | EZW

Dieses „II. Treffen der europäischen Muslime“ hat zwei praktische Ergebnisse: Ein „Koordinierungsrat“ soll gebildet werden, der „die effektive und schnelle Kommunikation zwischen den europäischen Muslimen gewährleistet und Visionen unterbreitet“, das gemeinsame Handeln koordiniert sowie als Ansprechpartner für die Öffentlichkeit fungiert (17). Ebenso wurde die Gründung eines „Sekretariats beim Präsidium für Religionsangelegenheiten“ (Diyanet) beschlossen, das die „Institutionalisierung“ von Treffen dieser Art im zweijährigen Turnus betreiben und die „Umsetzung der Beschlüsse“ kontrollieren soll (18). Die türkische Religionsbehörde ist Erdoğan unterstellt, ihr Präsident Ali Erbaş (Erbas), in Wahrnehmung seiner Funktion zugleich auch Ehrenvorsitzender und Beiratsvorsitzender der DİTİB, hielt den Hauptvortrag in Köln.

Die inhaltlichen Akzente betreffen hauptsächlich drei Felder: Forderung der gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe der Muslime in Europa, Abwehr von Intoleranz, Diskriminierung und Islamfeindlichkeit bis hin zur Gewalt gegenüber Muslimen, Betonung des friedlichen und gemeinschaftsdienlichen Charakters des Islam in seiner Universalität. Klar und deutlich wird dabei nicht ein „Islam in, aus und für Deutschland“ befürwortet oder gar als Ziel genannt, wie es etwa Horst Seehofer zu Beginn der Deutschen Islamkonferenz im November formulierte, sondern im Gegenteil eine solche „Einschränkung des Islams“ explizit abgelehnt und dazu aufgefordert, „gemäß kollektivem Bewusstsein zu handeln“, die Fragen und Probleme der in Europa lebenden Muslime im Rahmen der islamischen Tradition zu lösen und „hierfür ihre eigenen Dynamiken“ einzusetzen. Die „vorbildhaften Dienste“ des Islam seien „Garant für eine multikulturelle, multireligiöse und multinationale europäische Gesellschaft“ (8-11; 2).

Dies soll offenbar auf breiter Basis verwirklicht werden, europaweit, und richtet sich keineswegs nur an Türken oder türkeistämmige Muslime. Unter den Teilnehmern waren auch Vertreter der Muslimbruderschaft bzw. den Netzwerken der Muslimbruderschaft zuzurechnender Institutionen. So sind auf Fotos zumindest Khaled Hanafy (Frankfurt a. M.), Jasser Auda (London/Doha) und Hussein M. Halawa (Dublin) zu sehen. Alle drei sind Mitglieder des in Dublin ansässigen European Council for Fatwa and Research (ECFR), Letzterer dessen Generalsekretär. Hanafy ist zudem Vorsitzender des deutschen ECFR-Zweigs „Fatwa-Ausschuss in Deutschland“ wie auch des „Rates der Imame und Gelehrten in Deutschland“ (RIGD) sowie Dekan des „Europäischen Instituts für Humanwissenschaften“ (EIHW) in Frankfurt. Auda ist Gründer und Vorstandsmitglied der International Union of Muslim Scholars (IUMS). Sowohl der ECFR (1997) als auch die IUMS (2004) gehen auf die Initiative des „Global Mufti“ Yusuf al-Qaradawi zurück, der diese Zusammenschlüsse muslimischer Gelehrter unterschiedlicher „Konfessionen“ gegründet hat und bis heute leitet bzw. bis vor kurzem leitete.

Die Allianz zwischen Diyanet/DİTİB und Muslimbruderschaft bzw. muslimbruderschaftsnahen Akteuren ist weder neu noch erstaunlich. Erdoğan selbst ist in der türkischen Variante der Muslimbruderschaft, der Milli Görüş-Bewegung, groß geworden. Die Kontakte sind da, auch in die arabische Welt, Annäherungen gab es immer wieder, zumal in den letzten Jahren. Der Duktus der Abschlusserklärung liegt genau auf dieser Linie. Erdoğan versucht nun offenbar, die Anstrengungen zu bündeln und auf diesem Wege den Einfluss der Türkei und seiner Religionsbehörde auf die Muslime in Europa zu verstärken und den Führungsanspruch der Türkei zu unterstreichen – und erteilt Integrationsbemühungen damit (erneut, muss man sagen) eine klare Absage.

Einige Formulierungen der Erklärung lassen aufhorchen und lohnen eine etwas genauere Betrachtung.

  1. Ausführlich wird die Bedrohungslage der Muslime in Europa gezeichnet, die die Zuversicht auf das Gute schwinden lasse und den Frieden und das Zusammenleben gefährde. Die Gesellschaft lehne die Muslime ab, schützte sie zu wenig und stachele dadurch die Gewaltspirale an. Die Gülen-Bewegung wird direkt neben dem IS in die Terrororganisationen eingereiht, die sich „stets Muslime zur Zielscheibe nehmen“ und die „lichterne Gestalt des Islams“ zu diskreditieren versuchen (6).
  2. Vor diesem (überaus dunklen) Hintergrund ist die Betonung der „eigenen Dynamiken“ aussagekräftig. Es ist eben „der“ Islam in seiner Universalität – nicht „deutsch“, „französisch“ oder auch „europäisch“ –, „der alle Epochen und Orte zugleich erleuchtet“. „Der Islam ist eine Religion des Friedens, [die] überall auf der ganzen Welt dieselben universalen Werte verteidigt.“ (8) Die Prinzipien dieses uneingeschränkten Islam, der (nicht transformativ oder integrativ denkt, sondern) Europa „vorbildhafte Dienste“ leistet, bieten „eine Möglichkeit für die Lösung der genannten Probleme“ (5). (Wer dächte hier nicht an den Slogan der Muslimbrüder „Der Islam ist die Lösung“?)

  3. Der Universalität entspricht das Konzept der einen, alle Muslime verbindenden Umma. Es ist rechtsschulenübergreifend gedacht und hat von daher durchaus moderierende Aspekte, die Vermittlung und Kompromiss einschließen (16). Doch das „kollektive Bewusstsein“ (der Umma) korreliert mit weiteren Stichwörtern wie „ganzheitlich“, „Harmonie“, „Recht als universaler Wert“ usw. Es wird darauf eingeschworen, die Probleme im Rahmen des reichen Erkenntnis- und Methodenschatzes des Islam zu lösen, und erneut mit dem Konzept des Antagonismus „des Westen“ gegen „den Islam“ geimpft (11).

  4. Liberale Muslime werden nicht genannt, in einer Andeutung nur wird jeder Anspruch von „marginale[n] Personen und Gruppierungen“ auf Vertretung der Muslime als im Widerspruch zu den sozialen Realitäten stehend abgetan (9).

Man fragt sich abschließend, von wem und in welcher Richtung hier die scharfe Ab- und Ausgrenzung stattfindet. Und im Blick auf die Dialogakteure in Staat und Kirchen, welche konkreten Folgerungen sie aus der eindeutigen Positionierung der DİTİB und der mit ihr in Köln auftretenden europäischen Muslime zu ziehen gedenken.

A Pathway to Objective Morality: Why the Case for Scientific Humanism is Rational

In response to my January, 2019 column (“Stein’s Law and Science’s Mission: The Case for Scientific Humanism”), California State University historian Richard Weikart, who is also a Senior Fellow of the Discovery Institute’s Center for Science and Culture (an Intelligent Design creationism advocacy organization), has written a critique in which he claims “Michael Shermer once again confuses science with atheism, and inexplicably claims that science can support humanism.”

By Michael Shermer | Skeptic.com

He says that I try “to rewrite history by insisting that science is built on atheist assumptions.” Even though I never mention atheism, in the following passage from my column Weikart says “scientific naturalism as defined here is atheism.” Judge for yourself:

Modern science arose in the 16th and 17th centuries following the Scientific Revolution and the adoption of scientific naturalism, or the belief that the world is governed by natural laws and forces that are knowable, that all phenomena are part of nature and can be explained by natural causes, and that human cognitive, social, and moral phenomena are no less a part of that comprehensible world.

Atheism is simply the lack of belief in a God. Full stop. It is not a worldview, paradigm, or ideology. Most atheists, of course, embrace scientific naturalism as I’ve defined it, but so do many modern theists such as the renowned geneticist and Director of the National Institutes of Health, Francis Collins, whom Weikart says would not accept “this atheistic definition of science.” On the contrary, I know Dr. Collins and include our dialogue on this very topic in my book The Believing Brain (2011, Henry Holt) in which he reiterates his rejection of Intelligent Design creationism (his book The Language of God is one of the best refutations of all forms of creationism) and affirms his commitment to scientific naturalism without an underlying atheist assumption. On the evolution of the moral sense, for example, Collins told me “that wouldn’t rule out that God planned it, since for a theistic evolutionist like myself, evolution was God’s awesome plan for all creation. If God’s plan could give rise to toenails and temporal lobes, why not also a moral sense?” As Collins defined it in a 2006 article in Nature titled “Building Bridges”, theistic evolution is the position that “evolution is real, but that it was set in motion by God.”

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Katholische Verbände weisen Kritik an Bundestagsausweisen zurück – Kirchenlobbyismus

Bild: bb
Haben Lobbyisten zu leichten Zugang zum Bundestag? Das legt das Internetportal abgeordnetenwatch nahe, das eine Liste mit Organisationen veröffentlichte, die über Hausausweise des Parlaments verfügen. Betroffene katholische Verbände widersprechen.

Von Steffen Zimmermann | katholisch.de

„Neue Hausausweisliste: Diese Lobbyisten können jederzeit in den Bundestag“ – unter dieser Überschrift veröffentlichte das Internetportal abgeordnetenwatch.de am Montag eine Liste mit 778 Interessenvertretern, die dank eines Hausausweises des Bundestags „weitgehend ungehinderten Zugang“ zu den Büros der Abgeordneten und den Räumen der Fraktionen im Parlament hätten. Die Bundestagsverwaltung habe die Liste mit den Inhabern der Ausweise auf Antrag von abgeordnetenwatch.de herausgegeben, teilte das Internetportal mit.

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Die Gesichter des Bösen

Sie stellen ihre Ziele über das Wohl anderer, nehmen Schäden für Mitmenschen bewusst in Kauf: Laut einer Studie haben Narzissten, Psychopathen und Sadisten einen gemeinsamen Persönlichkeitsfaktor, den „dark factor“. Theologe Utsch hält dagegen.

Ulrike Roll | evangelisch.de

Die Bosheit hat viele Gesichter. Menschen können maßlos egoistisch, gehässig, narzisstisch oder sadistisch sein. Manche haben übertriebene Ansprüche, das Beste ist gerade gut genug. Andere denken, Moral gelte nicht für sie selbst. Es gibt Psychopathen und Machiavellisten. Bei Letzteren heiligt der Zweck die Mittel, und sie manipulieren andere ohne Mitgefühl. So verschieden diese zerstörerischen Neigungen sind – sie beruhten alle auf einem dunklen Persönlichkeitskern, erklärten Psychologen in einer im vergangenen Herbst veröffentlichten Studie.

„Es gibt Dutzende dunkle Eigenschaften, doch alle lassen sich auf das gleiche Prinzip zurückführen: Menschen verfolgen ihre Ziele rücksichtslos, auch wenn sie andere schädigen“, erklärt Morten Moshagen, Professor an der Universität Ulm. Das bezeichnen die Wissenschaftler als den „dunklen Faktor“ oder D-Faktor.

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Apostel schießt auf Mann – schwer verletzt

Bild: © picture alliance/blickwinkel/F. Bagyi (Symbolbild)
Bischof Vjekoslav Huzjak liebt das Jagen. Jetzt kam es dabei jedoch zu einem tragischen Unfall: Statt das anvisierte Wildschwein traf der kroatische Oberhirte mit seinem Gewehr einen anderen Jäger.

katholisch.de

Der kroatische Bischof Vjekoslav Huzjak hat bei der Jagd versehentlich einen 64-jährigen Mann schwer verletzt. Laut verschiedenen Medienberichten ereignete sich das Unglück bereits am Freitag während eines Jagdausflugs. Demnach verfehlte Huzjak mit seinem Gewehr ein Wildschwein und schoss einem anderen Jäger in den Oberschenkel. Gegen den Oberhirten des Bistums Bjelovar-Krizevci wird ein Strafverfahren eingeleitet, wie die Polizei mitteilte. Das Opfer sei in ein Krankenhaus in Zagreb gebracht worden, schwebe aber nicht in Lebensgefahr.

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Arabische Christin kritisiert Israels Nationalitätengesetz: „Ungleichheit legalisiert“

Priester vor der Grabeskirche in Jerusalem © Andrea Krogmann (KNA)
Die christlich-arabische Abgeordnete Aida Touma-Suliman hat das israelische Nationalitätengesetz scharf angegriffen. Israel habe damit offiziell einen neuen Apartheid-Staat etabliert, sagte sie bei einem Treffen mit internationalen Bischöfen.

DOMRADIO.DE

Touma-Suliman ist Abgeordnete im israelischen Parlament. Sie traf sich am Dienstag mit einer internationalen Delegation von Bischöfen in Haifa. Zwar werde die arabische Minderheit in Israel bereits seit der Staatsgründung 1948 als Bürger zweiter Klasse behandelt, so Touma-Suliman. Jedoch habe bislang rechtlich die Gleichheit aller Bürger gegolten, so die Politikerin.

Mit dem im Juli verabschiedeten Gesetz würden die bestehenden Praktiken der Abtrennung und Ungleichheit legalisiert. Teile des israelischen Rechts legten klar fest, «dass Juden auf der ganzen Welt in diesem Land höhergestellt sind als Bürger, die hier geboren wurden und aufgewachsen sind», so Touma-Suliman wörtlich.

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Obskur: Papst erkennt Wunder durch Schweizer Ordensfrau an

Bild: © Jean Claude Gadmer/CIRIC/KNA
Die Ordensfrau Marguerite Bays soll 1854 plötzlich von einer Krebskrankheit geheilt worden sein. In der Folge zeigten sich bei ihr die Wundmale Jesu. Auch Wunder werden mit ihr in Verbindung gebracht. Nun ist der Weg für ihre Heiligsprechung frei.

katholisch.de

Papst Franziskus hat ein auf Fürsprache der Seligen Marguerite Bays (1815-1879) erfolgtes Wunder anerkannt. Damit sind die formalen Voraussetzungen für eine Heiligsprechung der Schweizer Franziskanerin erfüllt. Bei einer Audienz mit dem Leiter der Heiligsprechungskongregation, Kardinal Angelo Becciu, erkannte Franziskus am Dienstag zudem das Martyrium von Maria del Carmen (bürgerlicher Name Isabella Lacaba Andia) und 13 Mitschwestern an, die 1936 im spanischen Bürgerkrieg getötet wurden.

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Die pakistanische Armee hat gewonnen

In Pakistan haben die Armee und Geheimdienste das Sagen. Foto: Gilbert Kolonko
Die Gewinner des Abzugs amerikanischer Truppen aus Afghanistan sind die pakistanischen Generäle – erfolgreich haben sie die USA an der Nase herumgeführt

Gilbert Kolonko | TELEPOLIS

Zwei Tage nach dem Fall der Türme des Word Trade Centers änderte sich auch die Welt für die pakistanischen Generäle. Nur wegen ihrer militärischen und finanziellen Hilfe war es möglich, dass sich das grausame Taliban-Regime so lange an der Macht halten konnte – trotz völliger Inkompetenz, ein Land zu regieren.

In Washington bestellte der Staatssekretär Richard Armitage den pakistanischen Botschafter und den Chef des pakistanischen Geheimdienstes Inter-Services Intelligence (ISI) ein und stellte sieben Forderungen: darunter auch jene, die Unterstützung für die Taliban zu beenden. Laut des damaligen pakistanischen Diktators General Pervez Musharraf soll Armitage sogar damit gedroht haben, Pakistan zurück in die Steinzeit zu bomben.

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Evangelische Kirche plant Petition für Tempolimit 130

Bild: © sp4764/Fotolia.com
Am Ende soll es zu einer öffentlichen Anhörung im Petitionsausschuss des Bundestages kommen: Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland kämpft mit einer Petition für das Tempolimit 130 deutschen Autobahnen.

evangelisch.de

Mit einer Petition will sich die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) für das Tempolimit 130 auf deutschen Autobahnen einsetzen. Von Aschermittwoch (6. März) an sollen binnen vier Wochen 50.000 Unterschriften für das Anliegen zusammenkommen, wie EKM-Gemeindedezernent Christian Fuhrmann in Magdeburg ankündigte.

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Sarrazin und Abdel-Samad: „Nicht jeder Muslim ist ein Koran auf zwei Beinen“

Thilo Sarrazin (l.) und Hamed Abdel-Samad sind Islamkritiker. In der Analyse der Probleme unterscheiden sie sich aber deutlich Quelle: Ricarda Breyton
In Dresden diskutieren Thilo Sarrazin und Hamed Abdel-Samad über Herausforderungen der Integration. Die beiden harten Islamkritiker debattieren vor einem homogenen Publikum. Doch bei der Analyse der Probleme unterscheiden sie sich deutlich.

Von Ricarda Breyton | DIE WELT

Ginge es nach Thilo Sarrazin, so dürfte es Geschichten wie die von Hamed Abdel-Samad künftig gar nicht mehr geben. Dieser wurde 1972 als Sohn eines sunnitischen Imams in Kairo geboren und kam als 23-Jähriger nach Deutschland. Er studierte dort Politikwissenschaft, wurde Lehrbeauftragter und Autor. Inzwischen ist er einer der bekanntesten Islamkritiker des Landes. Aber er ist eben auch ein Einwanderer aus einem muslimischen Land.

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Syrische al-Qaida-Milizenallianz: Die PKK ist auch unser Feind

Al-Golani, Anführer der Miliz Hayat Tahrir al-Sham, Screenshot Interview, Twitter
Der Anführer der Miliz Hayat Tahrir al-Scham versucht, als Verhandlungspartner anerkannt zu werden. Der Weg führt über die türkische Regierung

Thomas Pany | TELEPOLIS

Eigentlich waren die Dschihadisten dem Untergang geweiht. Wohin hätten die Mitglieder der Miliz Hay’at Tahrir al-Scham (HTS) gehen können, wenn sie, wie gefordert, ihre Rückzugsgebiete in Idlib verlassen hätten, wenn nicht mittenhinein ins gegnerische Feuer?

Es sah nach den Abmachungen in Sotschi und den Vereinbarungen zwischen der Türkei und Russland ganz und gar nicht gut aus für die von der al-Qaida stammenden Dschihadisten-Miliz, die früher als Jabhat al-Nusra bekannt war. Seit zwei Jahren heißt sie Hay’at al-Tahrir, hat noch immer den gleichen Anführer, „Emir“ Abu Muhammad al-Golani (manchmal auch: Jolani, Joulani oder Jawlani) – und seit ein paar Tagen die Kontrolle über Idlib.

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Katholische US-Historiker analysieren Missbrauchskrise

Sonnenstrahlen brechen sich an einem Kreuz, in der Hand einer bronzenen Jesusfigur © Bradley Birkholz (KNA)
Geschichtswissenschaftler suchen nach historischem Kontext für die Missbrauchskrise der US-Kirche. Die „American Catholic Historical Association“ will nun den Ursachen und Wurzeln des Skandals nachspüren.

DOMRADIO.DE

Einkehr und Gebet hatte Papst Franziskus den US-Bischöfen zu Jahresbeginn auferlegt, um die Untiefen der Missbrauchskrise in ihrer Kirche zu ergründen. Wie der Zufall es wollte, versammelten sich nur wenige Kilometer von den Einkehrtagen im Mundelein-Seminar nördlich von Chicago katholische Historiker, um die Wurzeln des Skandals aufzuarbeiten. Während sich die Bischöfe der Gegenwart und Zukunft der größten Kirchenkrise der USA stellen müssen, befasste sich der Historikerverband mit der Frage, wie es dazu kommen konnte.

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NRW zahlt über 40 Millionen an Kirchen und Jüdische Gemeinden – Zuschüsse vom Land

Kirche und Geld © Harald Oppitz (KNA)
Das Land Nordrhein-Westfalen wird die beiden großen Kirchen und die Jüdischen Gemeinden in diesem Jahr mit über 40 Millionen Euro bezuschussen. Gegenüber dem Vorjahr sind die Zahlungen nur leicht um etwa 1,5 Prozent angestiegen

DOMRADIO.DE

Das teilte eine Sprecherin der Landesregierung am Montag auf Anfrage in Düsseldorf mit. Danach erhalten die fünf katholischen Bistümer insgesamt 13,6 Millionen Euro und die drei evangelischen Landeskirchen 9,2 Millionen Euro. Für die altkatholische Kirche seien 260.800 Euro vorgesehen. Die Zuschüsse für die Jüdischen Gemeinden beliefen sich auf 17,3 Millionen Euro.

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US-Journalist Steinfels übt scharfe Kritik an Missbrauchsbericht

Bild: © KNA/Harald Oppitz
Im August hatte der Pennsylvania-Bericht über Missbrauch in der US-Kirche für Fassungslosigkeit gesorgt. Jetzt schreibt der renommierte Journalist Peter Steinfels, dass der Bericht „grob irreführend, unverantwortlich, ungenau und ungerecht“ sei. Ein Einwurf in aufgeheizter Stimmung.

Von Bernd Tenhage | katholisch.de

Der Grand-Jury-Bericht aus dem Bundesstaat Pennsylvania vom August 2018 zum Thema sexueller Missbrauch war ein Dokument des Grauens für die katholische Kirche in den USA. Nun greift ein langjähriger Reporter der „New York Times“ zentrale Aussagen des Untersuchungsberichts in den sechs Diözesen Pennsylvanias an. Teile des Berichts, der eine Vielzahl von Missbrauchsfällen durch Priester belegt, seien „grob irreführend, unverantwortlich, ungenau und ungerecht“, schreibt Peter Steinfels in einem investigativen Artikel für das Magazin „Commonweal“.

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Bahn wirbt für Kirchentag in Dortmund – nicht für mehr Pünktlichkeit

„Was für ein Vertrauen“: Mit dem Motto des diesjährigen evangelischen Kirchentags wirbt die Deutsche Bahn seit Montag auf einer Intercity-Lok für die Großveranstaltung im Juni.

evangelisch.de

100.000 Besucher würden zum Kirchentag erwartet, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Richard Lutz. Die Bahn werde alles tun, um sie zuverlässig ans Ziel zu bringen, versprach er. Der 37. Deutsche Evangelische Kirchentag findet vom 19. bis 23. Juni 2019 in Dortmund statt.

Kirchentagspräsident Hans Leyendecker sagte, auch wenn die Deutsche Bahn in Bezug auf Pünktlichkeit und Kapazitäten nicht nur gute Nachrichten produziere, gebe es ein Grundvertrauen in die Bahn.

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Umstrittene „Nakba“-Ausstellung kommt nach Reutlingen

Die Wanderausstellung „Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“ wird von 17. Januar an in der Reutlinger Volkshochschule gezeigt. Im vergangenen Jahr hatte die Schau in Stuttgart, Bad Boll und Heiningen bei Göppingen Aufsehen erregt.

evangelisch.de

Der württembergische Pfarrer Michael Volkmann, landeskirchlicher Beauftragter für das Gespräch zwischen Christen und Juden, warf ihr sachliche Fehler und selektive Zitate vor. Die Kuratorin der Ausstellung, Ingrid Rumpf, wies die Kritik am Samstag im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) zurück.

Nach Rumpfs Überzeugung ist in Deutschland zu wenig bekannt, wie sehr die Erfahrung der „Nakba“ die Identität der Palästinenser bestimmt.

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Protest in Hamm gegen „Krankes System Kirche“

Licht ins Dunkel zu bringen forderten die Teilnehmer der Aktion von der Katholischen Kirche. © Astrid Zill
Es war ein deutliches Zeichen, dass man die Situation in der katholischen Kirche im Zuge des Missbrauchsskandals nicht hinnimmt, als sich am Freitagabend rund 100 Hammer der Aktion „#MachtLichtAn“ vor der St.-Agnes-Kirche anschlossen. „Wir klagen, wir klagen an und wir beten“, sagte Maria Hagenschneider zu Beginn, als sich die Teilnehmer vor der Kirche versammelten.

Rabea Wortmann | wa.de

„Viele von uns fragen sich: Wollen wir in die Kirche noch hineingehen“, erklärte Heike Frankenberg. Und die Symbolik mit einer Taschenlampenaktion wurde schließlich noch deutlicher: „Wir wollen die vielen Ecken und Kanten der Kirche an- und ausleuchten und wir rufen die Bischöfe auf, Licht ins Dunkel zu bringen“, sagte Ricarda Hemshorn, ehe die Teilnehmer mit Taschenlampen und ihren Handys auf den Eingangsbereich der St. Agnes-Kirche leuchteten.

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Massenfestnahme bei Gottesdienst in Südafrika: Kircheninterner Streit mit Folgen

Symbolbild: Kirche in Südafrika © N.N. (Pixabay)
In Südafrika ist es bei einem Gottesdienst am Wochenende zu einer Massenverhaftung gekommen. Dabei wurden mindestens 23 Menschen festgenommen und zahlreiche Waffen sichergestellt, wie die Polizei am Sonntagabend mitteilte.

DOMRADIO.DE

Offenbar streiten die Anhänger der betreffenden evangelikalen Freikirche darüber, wer der legitime Anführer der Gruppierung ist. Medienberichten vom Montag zufolge brach beim Gottesdienst der International Pentecostal Holiness Church (IPHC) in der östlichen Provinz Limpopo am Wochenende Gewalt zwischen den rivalisierenden Gruppen aus. Zwei Besucher mussten mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. „Während der Festnahme konnten wir über 20 Benzinbomben, ein Messer und vier Speere sicherstellen“, so ein Sprecher der Polizei. Die Verhafteten seien zwischen 14 und 23 Jahre alt. Sie sollen nun vor Gericht erscheinen.

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Vatikan prägt neue Latein-Vokabeln: Von E-Mail bis Präservativ

Moderne Ansprache: Technische Neuerungen machen auch vor dem Vatikan nicht Halt. (picture alliance / dpa / Maxppp / Riccardo De Luca)
O tempora o mores! Wer spricht in Rom eigentlich noch Latein? Selbst der Papst und die Kardinäle verwenden die Sprache der Weltkirche kaum noch. Um sie lebendig zu halten, erfindet eine vatikanische Kommission neue Vokabeln für das 21. Jahrhundert.

Von Thomas Migge | Deutschlandfunk Kultur

Wenn es darauf ankommt, versteht Roberto Spataro sich auszudrücken wie ein antiker Rhetor: wortreich und in einer Art und Weise, wie höchstwahrscheinlich auch Cicero und Seneca gesprochen haben. Der katholische Geistliche lehrt als Professor am Pontificium Institutum Altioris Latinitatis, einer Salesianerhochschule im Norden Roms. In der italienischen Kirche eilt dem Altphilologen ein Ruf als Latein-Koryphäe voraus. Spataro ist fest davon überzeugt, dass die Sprache der alten Römer sehr wichtig ist, auch heute noch.

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Rüstungsexportpolitik der Bundesregierung wirft Fragen auf: Stammkundschaft auf der Arabischen Halbinsel

Themenbild
Deutschland liefert wohl auch in Zukunft weiter Waffen in Krisen- und Konfliktregionen. Die Kritik daran wächst. Ein echter Kurswechsel der Bundesregierung ist bisher nicht erkennbar.

DOMRADIO.DE

„Die Bundesregierung verfolgt eine restriktive und verantwortungsvolle Rüstungsexportpolitik.“ So formuliert es ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums. Tatsache ist: Der Wert der von der Bundesregierung erteilten Einzelausfuhrgenehmigungen ging in den vergangenen drei Jahren zurück, 2018 betrug er 4,82 Milliarden Euro. Tatsache ist aber auch: Etwas mehr als die Hälfte davon bezog sich auf Rüstungsgeschäfte mit sogenannten Drittstaaten. Darunter fallen alle Länder außerhalb von EU, Nato sowie von Staaten, die der Nato gleichgestellt werden.

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