Ägypten blockiert Internetangebot der Deutschen Welle – Qantara.de

Präsident al-Sisi, Bild: businessinsider.com/bearb.:BB

Agyptische Behörden haben den Zugang zur Internetseite Qantara.de der Deutschen Welle gesperrt. Ein Sprecher des Senders sieht darin die Fortsetzung einer Kampagne gegen die Presse- und Meinungsfreiheit.

heise.de

Ägypten hat die von der Deutschen Welle (DW) verantwortete Internetseite Qantara.de gesperrt. Die Maßnahme der Regierung sei „offensichtlich Teil einer fortgesetzten Kampagne gegen die Presse- und Meinungsfreiheit“, erklärte DW-Sprecher Christoph Jumpelt am Donnerstag. Er fordert die ägyptischen Behörden auf, die Seite unverzüglich wieder freizuschalten.

Nachrichtenseiten gesperrt

Qantara („Brücke“) berichtet auf Deutsch, Englisch und Arabisch über den Islam und die islamische Welt. Das renommierte Webangebot sieht sich als Dialogportal und wichtige Säule der Kulturpolitik Deutschlands. Qantara wird getragen von der Deutschen Welle, dem Goethe-Institut, dem Institut für Auslandsbeziehungen (Ifa) und der Bundeszentrale für Politische Bildung (BPB). Die Seite wird seit 14 Jahren vom Auswärtigen Amt gefördert.

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Gereimtes und Ungereimtes in Ankara

© AFP Angeklagt: Mutmaßliche Putschisten auf dem Weg zum Prozess
Seit dem gescheiterten Staatsstreich in der Türkei wurden Tausende Verdächtige verhaftet. Doch die Prozesse gegen die mutmaßlichen Putschisten werfen viele Fragen auf.

Von Michael Martens | Frankfurter Allgemeine

Geheimdienste gehören für gewöhnlich nicht zu jenen Behörden, die ihr Tun oder Lassen durch Presseerklärungen dokumentieren. Der türkische Geheimdienst MITbildet da keine Ausnahme, weshalb es einige Aufmerksamkeit erregte, als die Organisation sich Anfang April mit einer Erklärung an die Öffentlichkeit wandte. Der islamische Theologe Adil Öksüz, hieß es darin, habe weder für den türkischen Geheimdienst gearbeitet noch sei er dessen Informant gewesen. Anderslautende Behauptungen ordnete der Geheimdienst einem „psychologischen Krieg“ gegen die Türkei zu, der von „ausländischen Mächten und Terrororganisationen“ geführt werde.

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Kirchensteuer: Steuerschuldig, bis die Unschuld bewiesen ist

Kirchensteuer-Rasterfahndung: Solche Fragenbögen verschicken die Kirchensteuerstellen bei den Finanzämtern in Berlin zehntausendfach. Foto: © A. Platzek
Wie die Evangelische Kirche versucht, Konfessionsfreie zur Kasse zu bitten – ein Erfahrungsbericht

Von Barbro Walker | Gläserne Wände

Im Frühjahr dieses Jahres bin ich berufsbedingt nach Berlin umgezogen und erhielt nun – nach fünf Monaten am Wohnort – zu meiner Überraschung ein Schreiben von der „Kirchensteuerstelle beim Finanzamt Treptow-Köpenick“, die behauptet, dass meine Kirchenmitgliedschaft „ungeklärt“ sei. Ich bin vor 16 Jahren aus der Kirche ausgetreten. Ich wurde gebeten, umgehend hierzu Angaben in einem beigefügten Bogen zu machen. Der Bogen enthielt allerlei sehr persönliche Fragen (wie etwa wann und wo ich getauft wurde) und darüber hinaus wurden Angaben abgefragt, die wohl kaum von einem mittelalten Erwachsenen gemacht werden können (etwa wie meine genaue Anschrift zum Zeitpunkt meiner Geburt lautete). Insgesamt stellte der Bogen mehr als 20 Fragen, zu denen auch Details zu meinem Kirchenaustritt (wann, wo, zuständige Behörde) gehören. Ich wurde gebeten, meinen Kirchenaustritt nachzuweisen, indem ich die Austrittbescheinigung der Behörde, die mir (vor Jahrzenten) meinen Austritt bescheinigt hat, beizufügen. Selbstredend musste ich befürchten, das entsprechende Dokument nicht mehr zu haben. Ich wusste nicht mal mehr mit Sicherheit zu sagen, welchen Wohnort ich zum Zeitpunkt meines gewollten und ganz bewusst gewählten Austrittes hatte. Ich sollte nun aber bitte binnen zwei Wochen antworten.

Meiner verärgerten Rückfrage bei der „Kirchensteuerstelle“ des Finanzamtes wurde mit entspannter Nachdrücklichkeit begegnet. Ich brauche nur das beantworten, was ich auch wisse und man wolle mir ja keine Kirchenmitgliedschaft unterstellen. Die Verärgerung über den Fragebogen kenne man schon; das sei sogar schon in der Presse diskutiert worden.

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Moschee-Gründerin kämpft für Kopftuchverbot

Themenbild
In Berlin ist ein neuer Kopftuchstreit vor Gericht gelandet. Grund ist das Neutralitätsgesetz, das religiöse Symbole an Berliner Schulen weitgehend verbietet. Moschee-Gründerin und Anwältin Seyran Ateş vertritt das Land Berlin. Das Mandat sorgt in sozialen Medien für Belustigung.

MiGAZIN

Das Land Berlin will endgültig die grundlegende Verfassungsmäßigkeit seines Neutralitätsgesetzes prüfen lassen. Anlass ist ein neuer Kopftuchstreit, der vor Gericht landete. Für diesen Fall hat sich das Land Berlin – als beklagte Seite – prominente Unterstützung geholt und lässt sich von der renommierten Anwältin, Frauenrechtlerin und Gründerin einer liberalen Moschee in der Bundeshauptstadt, Seyran Ateş, vertreten.

Ateş kündigte an, notfalls durch alle Instanzen zu gehen: „Wir wollen eine Grundsatzentscheidung zum Neutralitätsgesetz“, sagte sie dem Evangelischen Pressedienst. Dazu sei unter Umständen auch der Gang zum Bundesverfassungsgericht und bis zum Europäischen Gerichtshof geplant, betonte Ateş.

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Trumps Debattenbeitrag: ein Schweineblut-Tweet

Bild: WilliamPriceJr./FB
  • Als Reaktion auf den Anschlag in Barcelona lobt US-Präsident Trump, wie General Pershing mit Terroristen umgegangen sei.
  • Er verweist damit auf eine Legende, nach der Pershing Anfang des 20. Jahrhunderts auf den Philippinen 50 muslimische Gefangene mit in Schweineblut getauchten Kugeln hatte erschießen lassen.
  • Historiker haben diese Geschichte allerdings längst widerlegt.

Von Johannes Kuhn | Süddeutsche.de

Nach dem tödlichen Anschlag von Charlottesville hatte US-Präsident Donald Trump eine klare Verurteilung der Tat und ihrer Hintergründe vermieden. Im Zuge des Terrorangriffs von Barcelona ist dies anders. „Die Vereinigten Staaten verurteilen die Terrorattacke“, twittert er kurz nach der Tat. „Bleibt stark und hart, wir lieben Euch!“ Keine Stunde später aber entfacht er mit einem weiteren Tweet eine neue Kontroverse: „Schaut euch an, was der amerikanische General Pershing mit Terroristen getan hat, wenn sie gefangen wurden. Es gab keinen radikalen islamischen Terror für die nächsten 35 Jahre!“

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Bewährungsstrafe für kirchlichen Mitarbeiter wegen Missbrauchs

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Ein ehrenamtlicher kirchlicher Mitarbeiter ist vom Landgericht Frankfurt am Main wegen sexuellen Missbrauchs einer Jugendlichen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.

evangelisch.de

Das milde Urteil begründeten die Richter zum einen damit, dass der heute 37-jährige Angeklagte die Tat eingeräumt hatte. Zum anderen sah die Kammer zwischen Täter und Opfer eine „Liebesbeziehung“, wie der Pressesprecher des Landgerichts, Werner Gröschel, dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Donnerstag erklärte.

Dem Angeklagten wurde vorgeworfen, im März und April 2015 Geschlechtsverkehr mit der damals 13-jährigen Konfirmandin gehabt zu haben. Die beiden hatten nach Angaben des Gerichts zufolge mindestens drei Mal einvernehmlichen Geschlechtsverkehr in der damaligen Frankfurter Wohnung des Angeklagten.

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Aufgehoben: Haftbefehl gegen Terrorverdächtigen

© FRANK RÖTH Beschlossen: Das Verwaltungsgericht Frankfurt hatte die Abschiebung von Haikel S. untersagt
Haikel S. ist nach Einschätzung von Ermittlern hochgefährlich. Der Bundesgerichtshof hat den Haftbefehl gegen ihn jetzt jedoch aufgehoben. Wie es weiter geht, ist noch unklar.

Frankfurter Allgemeine

Der Haftbefehl gegen den terrorverdächtigen Tunesier Haikel S. ist aufgehoben. Der dringende Tatverdacht gegen den 36 Jahre alten Mann habe sich nicht erhärtet, berichtete seine Anwältin, Seda Basay-Yildiz, am Donnerstag. „Er kommt aber noch nicht unmittelbar auf freien Fuß“, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, Alexander Badle, in Frankfurt. Die Ausländerbehörde stelle einen Antrag auf Erlass eines Abschiebehaftbefehls. Über diesen werde das Amtsgericht Frankfurt entscheiden. Er rechne mit einer Entscheidung am Freitag.

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hatte die Untersuchungshaft des vor einem halben Jahr bei einer Terror-Razzia festgenommenen Mannes überprüft. Die Sicherheitsbehörden werfen dem Tunesier vor, für die Terrormiliz IS in Deutschland einen Anschlag vorbereitet zu haben.

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Weiter Zulauf für die Gebetsgruppe im Weißen Haus – merkt man

Picture: Tiffany Trump/Facebook
Dear Lord, I pray in the Mighty name of Jesus, that you would give Donald J Trump wisdom and that you would protect him and fill him with Your Spirit and help him to withstand the fiery darts of the enemy
Mittlerweile nehmen ein Dutzend Regierungsmitglieder regelmäßig teil. Sie seien engagiert, gebildet und interessiert, sagt Ralph Dollinger von ‚Cabinet Ministries’, der das wöchentliche Treffen leitet.

kath.net

Die wöchentliche Bibelstunde, die er für Mitglieder der US-Regierung halte, sei die beste, die er je geleitet habe, sagt Ralph Drollinger, der Gründer und Vorsitzender von „Capitol Ministries“. Die Gebetsgruppe hat vor einigen Monaten begonnen.

Die teilnehmenden Kabinettsmitglieder seien engagiert, selbst sehr gebildet, aber interessiert und offen für neue Einsichten. Mittlerweile nimmt ungefähr ein Dutzend Personen an den wöchentlichen Treffen teil.

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Reichtum und Christentum: Durch das Nadelöhr in den Himmel

Bild: tilly
Wie das frühe Christentum es mit dem Reichtum hielt, wie Rom unterging und wie die Kirche aufstieg: Der Historiker Peter Brown führt es in einem meisterlichen neuen Werk vor Augen.

Von Stefan Rebenich | Neue Zürcher Zeitung

Wer kennt Jesu Wort aus dem Matthäusevangelium nicht? «Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben.» Der reiche Jüngling, dem diese Aufforderung galt, wollte aber von seinem Besitz nicht lassen und wandte sich ab. Jesus erklärte daraufhin seinen Jüngern: «Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher ins Reich Gottes kommt.»

Peter Brown hat dem schwierigen Verhältnis von christlichem Glauben und irdischem Reichtum sein neuestes Buch gewidmet. Einmal mehr schreibt der grosse irische Historiker, der in Oxford, London, Berkeley und Princeton geforscht hat, ein faszinierendes Kapitel der Geschichte der Spätantike. Die englische Originalausgabe erschien 2012 unter dem Titel «Through the Eye of a Needle. Wealth, the Fall of Rome, and the Making of Christianity in the West, 350–550 AD».

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Australische Rechts-Politikerin kommt mit Burka ins Parlament

Ein muslimischer Senator bezeichnete sie als „Schande“. – AAP/Mick Tsikas/via REUTER
Die Politikerin will damit ihre Forderung unterstreichen, das Tragen der Burka in der Öffentlichkeit zu verbieten. Im Parlament löste der Auftritt Proteste aus.

Die Presse.com

Die Vorsitzende von Australiens Rechtsaußen-Partei One Nation, Pauline Hanson, ist am Donnerstag vollverschleiert mit einer Burka im Parlament erschienen. Die 63-Jährige hatte Körper und Gesicht ganz mit einem schwarzen Schleier verhüllt, wie ihn Frauen in konservativen islamischen Ländern tragen.

Hanson wollte damit ihrer Forderung Nachdruck verleihen, das Tragen der Burka in der Öffentlichkeit zu verbieten. Bei den anderen Parteien löste der Auftritt Proteste aus. Australiens konservativer Justizminister George Brandis warf der Rechtspopulistin vor, Zwietracht zu säen. „Ich würde sehr, sehr vorsichtig damit sein, die religiösen Gefühle von anderen Australiern zu beleidigen.“ Zugleich versicherte er: „Wir werden die Burka nicht verbieten.“

Fremdenfeindlichkeit in Polen: Feindbild Islam

Während auch in Polen offener Antisemitismus tabubelastet ist, gilt das für Islamophobie nicht. (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)
Terroristen, Gewalttäter, Sexualverbrecher – immer öfter werden Muslime in Polen öffentlich verunglimpft und grundlos mit Straftaten in Verbindung gebracht. Die pauschale Herabwürdigung von Muslimen ist mittlerweile Alltag in Polen. Dazu trägt auch die Regierungspartei PiS bei.

Von Jan Pallokat | Deutschlandfunk

Sprechchöre gegen Araber im Warschauer Stadtzentrum bei einem Aufmarsch der Allpolnischen Jugend, dem wohl ältesten Rechtsaußen-Verband des Landes mit etwa 5000 Mitgliedern. Dass Polens Rechtsradikale jenseits des traditionellen Antisemitismus einen neuen Hauptfeind gefunden haben, zeigen auch Untersuchungen des Warschauer Zentrums zur Erforschung von Vorurteilen. Psychologin Karolina Hansen erklärt: „Was sich in den letzten Jahren verschlimmert hat, ist der Gebrauch von Hasssprache mit Blick auf Muslime und Flüchtlinge. Obwohl insbesondere letztere in Polen gar nicht vorhanden sind, sind die Leute sehr voreingenommen. Sie wollen keine Flüchtlinge aufnehmen und auch keinen Kontakt mit ihnen.“

Übergriffe nehmen zu

Ähnliches berichtet auch der Verein „Nie wieder“, der Übergriffe gegen Minderheiten dokumentiert. Er spricht von einem „explosionsartigen“ Anstieg von Aggressionen gegen die, die der Norm dessen nicht entsprechen, was angeblich einen „richtigen“ Polen ausmacht.

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Porno im Beichstuhl in niederländischer Kirche gedreht – keine Strafe für Darsteller

In einer niederländischen Kirche wurde ein Porno gedreht – bisher hat das jedoch keine rechtlichen Konsequenzen.Foto: imago stock&people / imago/Christian Ohde
  • Ein Porno erzürnte Gläubige in den Niederlanden: der Sexfilm wurde in einem Beichtstuhl gedreht
  • Der Priester der betroffenen Kirche reichte Beschwerde ein
  • Diese wurde nun von der Staatsanwaltschaft abgewehrt – mit einer logischen Begründung

DERWESTEN

Tilburg.  Es ist Blasphemie, aber keine Straftat: Die Staatsanwaltschaft hat die Beschwerde einer Kirche in der niederländischen Stadt Tilburg abgewiesen, nachdem zwei Pornodarsteller dort beim Sex im Beichtstuhl gefilmt wurden. Das Video erregte in den Niederlanden Anfang des Jahres Aufsehen, nachdem es auf einer bekannten Pornoseite veröffentlicht wurde.

Ein offizieller Sprecher erklärte, der Pornofilm sei zwar anstößig – in den Niederlanden gebe es jedoch kein Gesetz mehr gegen Blasphemie.

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Klaus Lederer findet Festival-Boykott „widerlich“

Plakate für das „Pop-Kultur“-Festival – nun boykottieren arabische Band das FestivalFOTO: PROMO
Weil die israelische Botschaft als Partner dabei ist, sagen Bands aus Syrien, Ägypten und Tunesien für das Berliner Festival „Pop-Kultur“ ab.

Von Ken Münster | DER TAGESSPIEGEL

Das Berliner Pop-Kultur-Festival, das am 23. August in der Kulturbrauerei startet, erlebt im Vorfeld einen politischen Skandal. Vier arabische Acts haben ihre Teilnahme abgesagt und damit auf einen Boykott-Aufruf des dreitägigen Events reagiert. Als Begründung wird die Tatsache angegeben, dass die israelische Botschaft Reisekosten von israelischen Musikern bezuschusst. Nach der Absage des syrischen Rappers Abu Hajar, der tunesischen Sängerin Emel Mathlouthi, des syrischen DJs Hello Psychaleppo und der ägyptischen Gruppe Islam Gipsy & EEK steht das Festival mit mehr als 70 Veranstaltungen nun gänzlich ohne Bands aus dem arabischen Raum da.

Das Festival selbst äußerte sich bedauernd und erstaunlich zurückhaltend. Gegenüber dem Tagesspiegel hieß es, man wolle sich für eine längere Stellungnahme erst intern absprechen. Auf der Pop-Kultur- Website findet sich ein kurzes Statement, darin wird betont, dass Partner und Geldgeber keinerlei Einfluss auf die Ausgestaltung des Festivals haben.

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Youtube löscht islamkritisches Video

Eyad Hadrous – Facebook. Screenshot: bb
Islamist Eyad Hadrous lässt ein Video des Youtube-Kanals „Achgut.Pogo“ sperren. In dem Film äußern sich unter anderem Hamed Abdel-Samad und Henryk M. Broder. BILD stellte jetzt das Video online.

kath.net

Fast 50.000 Menschen haben auf YouTube den Beitrag „Ateş, Abdel-Samad, Broder und ein Dutzend Personenschützer“ gesehen, dann verschwand das Video plötzlich am 14. August. Der Islamist Eyad Hadrous hatte sein Veto einlegte und Youtube ließ das Video sperren, weil angeblich Urheberrechte betroffen waren. Dies berichtet die BILD. Tatsächlich werden allerdings Ausschnitte aus einer Rede Hadrous eingespielt, die jedoch alle mit Zitat der Quelle gekennzeichnet wurden. Das Originalvideo ist übrigens weiterhin bei Youtube abrufbar. In dem Film ging es darum, der liberalen Muslima Ateş der Rücken zu stärken, die immer wieder bedroht wird und nun unter Personenschutz steht (kath.net hat berichtet). Im Film wird Hadrous mit folgenden Worten zitiert: „Wie kannst du als Frau kommen und sagen ich möchte die erste Imamin sein. (…) Frauenrechtlerin – ja mach deine Frauenrechte. Aber nicht in der Religion! Gibt’s nicht! (…) Die Männer sind den Frauen überlegen!“. Zur Rolle der Geschlechter sagt er: „Allah hat sie erschaffen. Allah sagt, sie sind nicht gleich. Allah bestimmt (…), dass ein Mann nicht von einer Frau in seinem Gebet geführt werden darf. Punkt!“

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Robert E. Lee: Amerikas Rommel

Relief am Stone Mountain. Bild: wikimedia.org/CC BY 2.5 – SteamFan
  • An der Frage, ob eine Statue von Robert E. Lee abgebaut werden soll, hatte sich der Neonazi-Aufmarsch von Charlottesville entzündet.
  • Der Südstaaten-General symbolisiert das zwiespältige Verhältnis einiger Amerikaner zur Sklaverei: Er sprach sich stellenweise dagegen aus, profitierte aber davon.
  • Viele Konservative definieren sich heute wieder über ihre Hautfarbe. Sie sehen in Lee vorrangig einen Unabhängigkeitskämpfer.

Von Johannes Kuhn | Süddeutsche.de

Der Künstler Clyde Broadway hat die Perspektive der konservativen weißen Südstaaten-Bewohner einmal in einem Gemälde festgehalten: „Trinity“ (Dreifaltigkeit) zeigt drei Heilige, umgeben von Blumen und rosa Wolken: Elvis Presley, Jesus Christus und den Konföderierten-General Robert E. Lee. Dabei ist der vermeintliche Held eine historisch ambivalente Figur, an dem sich eine landesweite Debatte entzündet hat.

Pläne zur Demontage einer Statue Robert E. Lees waren der offizielle Anlass für den Neonazi-Aufmarsch in Charlottesville, Virginia. Am Dienstag stellte sich US-Präsident Donald Trump auf die Seite der so genannten „Monument-Befürworter“ und wagte den Vergleich: Wenn Lee und sein treuer Untergebener Thomas „Stonewall“ Jackson abmontiert würden, was komme danach? Auch George Washington und Thomas Jefferson hätten schließlich Sklaven gehalten.

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Türkei fordert von Deutschland Auslieferung eines Theologen

Bild: Magazin „The Economist“
Die türkische Regierung dringt auf Auslieferung von aus ihrer Sicht terrorverdächtigen Personen aus Deutschland. Jetzt teilt sie der Bundesregierung einen ganz konkreten Fall mit.

DER TAGESSPIEGEL

Die Türkei verlangt die Auslieferung eines mutmaßlichen Wortführers des Putschversuchs, der sich angeblich in Deutschland aufhalten soll. Falls der Verdächtige Adil Ö. in der Bundesrepublik sei, wolle man seine sofortige Verhaftung und Auslieferung, sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Mittwoch dem Staatssender TRT. Man habe der Bundesrepublik dazu eine offizielle Note übermittelt.

Das Auswärtige Amt bestätigte, dass die Note am 12. August eingegangen ist. Man werde dem türkischen Wunsch „auf der Grundlage von Recht und Gesetz“ nachgehen, sagte ein Sprecher. Zur Frage, ob sich Ö. tatsächlich in Deutschland aufhalte, sagte er: „Ich weiß das nicht.“ Die Türkei reagierte mit der Note auf Medienberichte der vergangenen Tage, wonach sich Adil Ö. in Deutschland aufhalten soll.

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‚Vollverschleierung hat nichts mit Religionsfreiheit zu tun!‘

Ismail Tipi (2013). Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 – Gerd Seidel
„Vollverschleierung ist inzwischen zu einem politischen Symbol der Salafisten, Radikalislamisten und Scharia-Befürworter geworden.“

Von Ismail Tipi | kath.net

Vollverschleierung hat nichts mit Religionsfreiheit zu tun. Es ist weder unnötiger Wirbel noch Panikmache hier in Deutschland. Es ist bittere Tatsache. Politiker, die ein Verbot der Vollverschleierung fordern, werden inzwischen als Unruhestifter, Störenfriede, Provokateure oder als Populisten auf Stimmenfang dargestellt. Das liegt daran, dass möglicherweise das Problem nicht verstanden wurde.

Die Vollverschleierung (Burka oder Niqab) ist eine sicherheitsrelevante Kleidungsform. Manche sagen, in Deutschland war keiner der Attentäter mit einem Vollschleier bekleidet. Doch. Haben sie mal in andere Länder geschaut, wie oft vollverschleierte Attentäter Anschläge ausgeübt haben? Nein! Manche sagen: „Wir haben Religionsfreiheit“. Das ist richtig. Wissen diese Leute aber auch, dass Vollverschleierung kein islamisches Symbol oder Bekleidungsstück ist? Nein! Burka oder Niqab sind nur in manchen Ländern eine lokal kulturelle Bekleidung wie in Afghanistan oder in manchen arabischen Ländern.

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Der Lego-Islam der Attentäter

Bild: qantara.de
Wer in den Dschihad zieht, kennt mitunter nicht einmal den Koran. Es gibt andere Zeichen, die darauf hindeuten, dass jemand einen Anschlag im Namen Allahs begehen könnte.

Von Friederike Haupt | Qantara.de

Warum zieht jemand in den Dschihad, wenn ihm die Ideologie des Dschihad wenig bedeutet? Die Frage stellt sich, weil Selbstmordattentäter, die sich auf Allah berufen, oft kaum etwas über Allah wissen. Eine internationale Studie, für die vergangenes Jahr die Daten von 330 Rekruten des „Islamischen Staates“ ausgewertet wurden, zeigt: Je mehr religiöses Wissen sich die Männer selbst zuschrieben, desto weniger waren sie bereit zum Selbstmordanschlag. Was diejenigen antreibt, die dazu bereit sind, ist wichtig für die Frage, wie Anschläge verhindert werden können.

Im Fall des 26 Jahre alten Palästinensers, der vor einiger Zeit in einem Hamburger Supermarkt einen Mann erstach, ist es zu früh für eine Antwort. Auffällig ist, dass er zwar während der Tat „Allahu Akbar“ rief und später zu Protokoll gab, er habe gehofft, den Märtyrertod zu sterben. Allerdings sagte er auch, er habe sich erst zwei Tage vor der Tat zu einer islamischen Lebensweise entschlossen und erst am Tag der Tat zu dem Anschlag. Das Messer brachte er nicht mit in den Supermarkt, sondern er schnappte es sich aus dem Sortiment. Zuvor hatte der Mann wochenlang brav mitgeholfen, die Papiere für seine Ausreise aus Deutschland zu organisieren.

Nun sitzt er in Untersuchungshaft, in einer Spezialzelle für Suizidgefährdete. Der Palästinenser galt schon vor der Tat als psychisch labil, die Staatsanwaltschaft sieht aber derzeit keine „belastbaren Anhaltspunkte für eine erheblich eingeschränkte Schuldfähigkeit“. Die Ermittlungen dauern an.

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US-Bericht zur Religionsfreiheit: Kritik auch an Verbündeten

Beinahe 80 Prozent der Weltbevölkerung leben dem US-amerikanischen Jahresbericht zur internationalen Religionsfreiheit zufolge in Ländern, die die Religionsausübung begrenzen oder Gläubige anfeinden. Ein Umstand, den US-Außenminister Rex Tillerson scharf kritisiert.

evangelisch.de

Das US-Außenministerium hat die Verletzung der Religionsfreiheit in einer Reihe von Ländern kritisiert. Darunter befinden sich China wie auch mit den USA verbündete Staaten wie Saudi-Arabien und die Türkei. US-Außenminister Rex Tillerson beklagte am Dienstag (Ortszeit) bei der Vorstellung des Jahresberichts zur internationalen Religionsfreiheit, dass beinahe 80 Prozent der Weltbevölkerung in Ländern lebten, die die Religionsausübung begrenzten oder Gläubige anfeindeten.

Besonders scharf verurteilte Tillerson die Terrororganisation „Islamischer Staat“. Der IS habe einen Genozid gegen Jesiden, Christen und schiitische Muslime verübt und sei verantwortlich für „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. Der US-Botschafter für Demokratie und Menschenrechte, Michael Kozak, äußerte sich optimistisch, dass der IS besiegt werde und religiöse Minderheiten in ihre Wohnorte zurückkehren könnten.

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Apostel Oster: „Christentum ist nie unpolitisch“

FB-Page, Screenshot:bb
Im Mittelpunkt der Predigt von Bischof Dr. Stefan Oster am Fest Maria Himmelfahrt in Altötting stand zwar die Gottesmutter und ihre Bedeutung für die Christen, doch mit Blick auf die Bundestagswahl wurde der Passauer Oberhirte auch politisch: „Christentum ist nie unpolitisch. Christen haben eine Aufgabe in der Welt. Sie müssen schauen, dass die Familie, dass jeder Mensch in seiner Würde geschützt wird, dass die Schöpfung bewahrt, dass Gerechtigkeit geschaffen wird.“

Alt-Neuöttinger Anzeiger

Als Vertreter der Staatsregierung war Innenminister Joachim Herrmann nach Altötting gekommen. Im Gespräch mit der Heimatzeitung sagte Herrmann, der CSU-Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl ist, die Predigt sei eine „Ermunterung und Erinnerung“ gewesen, die christliche Botschaft als Basis für die eigene Arbeit zu nehmen. Eine „Wahlpredigt“ oder gar Empfehlung jedoch sei dies nicht gewesen, so Herrmann.

Weitere Themen des Redaktionsgesprächs waren der Weiterbau der A94, die Innen- und Sicherheitspolitik und die – so Herrmann – „starke Rolle“ von MdB Stephan Mayer auf diesen Feldern sowie die Frage, warum Stadt und Landkreis Altötting bei öffentlichen Projekten immer mit hohen staatlichen Förderquoten bedacht würden.