Archiv der Kategorie: Fundamentalismus

IS-Miliz kontrolliert Zentrum der Ölstadt Baidschi

Die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) hat die Großstadt Baidschi im Nordirak mit Selbstmordattentätern angegriffen und die Regierungstruppen aus dem Zentrum verdrängt.


derStandard.at

foto: reuters/ahmed saad Iraks größte Raffinerie steht in Baidschi

Die Islamisten hätten am Samstagabend zwei Autobomben gezündet, berichteten zwei Armeeoffiziere am Sonntag. Dann habe es stundenlange Gefechte mit den Streitkräften und schiitischen Milizionären gegeben. Demnach beherrscht der IS drei Stadtteile und bekommt weiteren Nachschub.

In Baidschi steht die größte Raffinerie des Landes. Der IS hatte die Stadt bei seinem schnellen Vormarsch im vergangenen Jahr erobert. Seitdem gibt es dort immer wieder Kämpfe.

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‘For the glory of God': Entire staff in Tenn. county clerk’s office resigns over same-sex marriage

Female couple – Shutterstock
The entire staff at a Tennessee county clerk’s office submitted their resignations this week rather than issue same-sex marriage licenses, reports WBIR.


By Tom Boggioni|RawStory

Decatur County Clerk Gwen Pope —  along with employees Sharon Bell and Mickey Butler — said their last day on the job will on July 14, and that they are leaving because the Supreme Court’s decision to allow same-sex marriages clashes with their religious beliefs.

Speaking for the three employees whose resignations take effect July 14, Pope said they were doing it for “for the glory of God,” and not for the publicity.

“It’s kind of sort of like you don’t want to draw attention to yourself for any reason,” Pope explained. “That’s not why we’re doing this. Not doing it in any way to draw attention to us. It’s for the glory of God. He’s going to get all the glory.”

Pope said that none of the employees have new jobs lined up,  but that “I honestly believe God will take care of us.”

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CDU-Vize Klöckner erneuert Forderung nach Burka-Verbot

Die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Julia Klöckner hat ihre Forderung nach einem Burka-Verbot bekräftigt. Es dürfe in punkto Gleichberechtigung keinen «Religionsrabatt» geben, sagte sie der «Bild am Sonntag».


kath.net

Burqua Burka
Burka (CC-by-sa/2.0/en by Rockin’ the Khuff)

Vollverschleierung verhindere, dass man jemandem offen ins Gesicht sehen könne. «Das verstößt gegen die Regeln unseres Zusammenlebens.»
Sie erwarte von Einwanderern, dass sie sich an das Grundgesetz halten, so Klöckner weiter. «Deshalb dürfen wir nicht zulassen, dass Fundamentalisten ihre Frauen bei uns in Deutschland zur Vollverschleierung zwingen.» Auch das freiwillige Tragen einer Burka sei nicht mit der freiheitlichen Gesellschaft vereinbar.

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Der Unbeugsame aus Prag

Seine intensive Lektüre der Bibel machte ihn zu einem scharfen Kritiker der Kirche. Jan Hus (um 1370-1415) verlangte eine radikale Neuorientierung. Dafür bezahlte der böhmische Reformator mit dem Leben.


Von Marcus Mockler (epd)/ Christoph Vetter|EKD

Jan Hus auf dem Scheiterhaufen. Bild: wikimedia.org/PD

Wenn am Bodensee derzeit an das berühmte Konzil von Konstanz (1414-1418) erinnert wird, das vor 600 Jahren stattfand, dann gehört auch die Erinnerung an die Verbrennung des Priesters aus Prag am 6. Juli 1415 dazu. Selbst ein König wurde im Skandalprozess gegen Hus wortbrüchig: Der deutsche König Sigismund sicherte Hus freies Geleit für Hin- und Rückreise und die Zeit des Aufenthalts zu.

Über die Kindheit von Jan Hus ist wenig bekannt. Er hatte wohl eine fromme Mutter, besuchte die Lateinschule und studierte dann in Prag unter anderem Theologie und Philosophie. Seine Begabung zum Predigen scheint außergewöhnlich gewesen zu sein. Zwei Jahre nach seiner Priesterweihe bekam er die Predigtstelle in der Bethlehemkapelle in der Prager Altstadt. Bis zu 3.000 Menschen hatten dort Platz, und Hus hielt 200 Predigten im Jahr.

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Ohne Frauen könnte die Kirche zusperren

Starke Frauen braucht die Kirche. Elisabeth Rathgeb (l.) und Maria Plankensteiner haben eine Männerdomäne durchbrochen. © Thomas Boehm / TT
Von Gleichberechtigung ist die katholische Kirche weit entfernt. Das Priesteramt ist Männern vorbehalten. Doch das wird sich ändern, sind Elisabeth Rathgeb und Maria Plankensteiner überzeugt. Beide bekleiden wichtige Funktionen in der Diözese Innsbruck – als erste Frauen überhaupt.


Von Markus Schramek|Tiroler Tageszeitung Online

Frauen an die Macht? Das spielt es in der katholischen Kirche noch lange nicht. Geistliche Würdenträger männlichen Geschlechts stehen im Vordergrund. Doch dahinter wirken Frauen an einflussreichen Stellen.

In der Diözese Innsbruck leitet die Theologin Elisabeth Rathgeb (48) seit 2005 das Seelsorgeamt. Sie ist Ansprechpartnerin für jene Menschen, die in den Pfarren mitarbeiten. Ganz neu und noch gar nicht richtig im Amt ist Maria Plankensteiner. Die 55-jährige Vorarlbergerin hat Religionspädagogik und Germanistik studiert. Derzeit leitet sie die Schule für Sozialbetreuungsberufe in Innsbruck. Per 1. September wechselt Plankensteiner an die Spitze des Schulamts der Diözese. Sie übernimmt damit die Aufsicht über den Religionsunterricht an den Schulen.

Rathgeb und Plankensteiner sind die ersten Frauen in diesen hohen Kirchenfunktionen. Kein Zufall, wie im Gespräch mit beiden klar wird. Denn ohne engagierte Frauen sähe es in der Kirche mit all ihren Problemen deutlich finsterer aus.

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„Wann wird diese Religion endlich ausgerottet?“

Hass im Internet © by _michaaa auf flickr.com (CC BY 2.0),
Der Schweizer Stadtparlamentarier Mario Schmitt wurde wegen Rassendiskriminierung schuldig gesprochen. Grund dafür waren seine Facebook-Einträge.


IslamiQ

Aufgrund seiner Facebook-Einträge musste ein Schweizer Stadtparlamentarier sich wegen des Vorwurfs der mehrfachen Rassendiskriminierung verantworten. SVP-Stadtparlamentarier (Schweizer Volkspartei) Mario Schmitt wurde vom Kreisgericht zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 140 Franken und einer Busse von 1000 Franken verurteilt.

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Emanzipation von oben

Wie die Frauen den Postkommunismus überlebten und ihnen das Lachen trotzdem verging. Der Kampf um Feminismus und Gleichberechtigung im west-östlichen Systemvergleich


Von Slavenka Drakulic|dieStandard.at

foto: der standard Straßenarbeiterinnen und Straßenarbeiter beim gemeinsamen Asphaltieren einer Straße in Budapest (1968).

Die Geschlechterdemokratie ist ein essenzieller Teil der Demokratie schlechthin. Ohne Beteiligung der Frauen gibt es keine Demokratie, die diesen Namen auch verdient.

Es waren die banalen Alltagsdinge, die dem Kommunismus lange vor 1989 das Genick gebrochen hatten, und nicht die Sehnsucht nach Freiheit, Menschenrechten und Demokratie.

Als Europa vor kurzem den 25. Jahrestag des Untergangs des Totalitarismus in Osteuropa feierte, da wurde, merkwürdig genug, von einem Thema nicht oder nur sehr am Rande gesprochen: Wie hat sich dieser dramatische Wandel auf die Frauen ausgewirkt? Funktioniert das neue System, die Demokratie, für beide Geschlechter auf ein und dieselbe Weise?

Die Antwort ist nein, das tut es nicht. Selbst wenn die Frauen in Osteuropa heute (endlich) nicht mehr das Gefühl haben, einem einzigen Block anzugehören, so werden sie doch immer noch durch die gemeinsame Erfahrung des Kommunismus zusammengeschweißt, weil diese Erfahrung ihr Leben auch nach 1989 signifikant beeinflusst hat.

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Dalai Lama: Pekings Furcht vor einem Halbgott

Der Dalai Lama wird 80. Peking schenkt sich alle Glückwünsche. Dort wartet man schon auf seine Wiedergeburt und will einen neuen Dalai Lama unter Chinas Fittiche nehmen


Von Johnny Erling|derStandard.at

Dalai Lama in Hamburg, 1998. Foto: Jens NagelsIm zweiten Stock des Pekinger Außenministeriums, wo Pressekonferenzen abgehalten werden, liegen im Vorraum Broschüren zum Mitnehmen aus. Darunter passt ein in mehrere Sprachen übersetztes Buch nicht recht ins politische Sortiment. Unter dem Titel “Die Reinkarnation des Dalai Lama” erklärt der Tibetologe Chen Qingying die religiösen Rituale, nach denen seit 500 Jahren die Wiedergeburt des geistlichen Oberhaupts der Buddhisten in Tibet vonstattenging. Er nennt 14 Reinkarnationen bis zum heutigen, 14. Dalai Lama und Friedensnobelpreisträger. Am 6. Juli wird dieser 80 Jahre alt.

Das Buch ist wichtig, weil Chen herausfand, dass die Zentralregierung schon bei der Wiedergeburt des fünften Dalai Lama (1617 bis 1682) die Genehmigungsaufsicht führte. Der Kaiserhof erteilte seinen Segen. In Erbfolge meldete nun ausgerechnet Chinas atheistische Partei ihren Anspruch an, bei Reinkarnationen das letzte Wort zu haben.

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Pakistan: Polizei rettet Christen vor muslimischem Mob

islam_christentum

In Pakistan hat die Polizei einen Christen aus den Händen aufgebrachter Muslime gerettet, die den Mann wegen angeblicher Blasphemie umbringen wollten.


kath.net

Das berichtet der Informationsdienst World Watch Monitor. Demnach hatte der vierfache Familienvater Awai Qamar am 30. Juni in seinem Haus in einem Dorf nahe der Stadt Farrukhabad ein ausgedientes Anzeigenbanner mit Werbung verschiedener Schulen als Fußmatte ausgelegt. Auf dem Banner soll auch ein Vers aus dem Koran gestanden haben.

Das hätten muslimische Nachbarn mitbekommen und einen Verantwortlichen der örtlichen Moschee informiert. Dieser habe daraufhin dazu aufgerufen, den 35-jährigen Christen zu töten, weil dieser den Koran entweiht habe. Kurz darauf sei ein aufgebrachter Mob zu Qamars Haus gezogen. Versuche christlicher Nachbarn, die Muslime zu beruhigen und ihnen zu erklären, dass Qamar Analphabet ist und nicht habe wissen könne, dass auf dem Banner auch ein Vers aus dem Koran steht, hätten nichts gebracht. Zwei Angreifer hätten Qamar den Kopf geschert und sein Gesicht mit Ruß eingerieben.

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Augenzeugen der Conquista

Habgier war ihr Motiv, Mord ihr Mittel. Skrupel kannten sie nicht, und Mitleid war ihnen fremd. Seit der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus (1492) strömte eine wachsende Zahl von Abenteurern in die Neue Welt, viele von ihnen Desperados wie der ehemalige Schweinehirt Franzisco Pizarro (1475-1541), die in der Fremde zu finden hofften, was sie in der Heimat nicht bekamen: “oro y gloria”, Gold und Ruhm.


Von Theodor Kissel|Spektrum.de

Celso Gargia, Caspar de Carvajal, Samuel Fritz Die Eroberung von Peru Evamaria und Robert Grün (Hg.) Verlag: Edition Erdmann, Wiesbaden 2015 ISBN: 9783737400145 24,00 €
Celso Gargia, Caspar de Carvajal, Samuel Fritz
Die Eroberung von Peru
Evamaria und Robert Grün (Hg.)
Verlag: Edition Erdmann, Wiesbaden 2015
ISBN: 9783737400145
24,00 €

Robert und Evamaria Grün sind ausgewiesene Kenner auf dem Gebiet der Historischen Geographie und des Zeitalters der Entdeckungen. In ihrem neuen, äußerst lesenswerten Buch lassen sie drei Zeitzeugen zu Wort kommen, die in persönlichen Tagebüchern den welthistorisch so bedeutsamen wie folgenschweren Kulturkontakt zwischen Alter und Neuer Welt reflektierten. Ansätze für eine friedliche Koexistenz findet man darin kaum; meist drehen sich die Texte um blutige Auseinandersetzungen zwischen den spanischen Kolonialherren und der indigenen Bevölkerung Perus.

Im Irrsinn des Goldrauschs

Befeuert von dem verheißungsvollen Gerücht über ein legendäres Goldland “El Dorado” zog es um die Mitte des 16. Jahrhunderts Hunderte Hasardeure in die dünne Luft der Anden und in die grüne Hölle des Amazonas, um für die spanische Krone Land in Besitz zu nehmen. Die rechtliche Voraussetzung dafür schufen die “capitulationes”, staatliche Eroberungslizenzen, mit denen Spaniens König Karl V. die Kolonisierung Amerikas für private Investoren freigab und diesen ein befristetes Monopol zur kommerziellen Ausbeutung des Lands gewährte.

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Poroschenko warnt vor griechischem Virus

Präsident Poroschenko ehrte am 4. Juli die “Helden” der “Befreiung” von Slowiansk und Karamatorsk. Bild; president. gov.ua
Der ukrainische Präsident kritisiert die Werchowna Rada wegen eines “populistischen” Kreditgesetzes. Ein weiterer Rada-Beschluss macht die Stationierung von Atomwaffen in der Ukraine möglich


Von Ulrich Heyden|TELEPOLIS

Harte Kritik gab es am Freitag vom ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko an dem vom ukrainischen Parlament am Donnerstag in dritter Lesung beschlossenen Gesetz zur Restrukturierung von Fremdwährungskrediten. 229 Abgeordneten stimmten für das Gesetz, welches Banken zwingt, die Kredite nach dem Kurs umzutauschen, der zum Zeitpunkt der Eröffnung des Kredites aktuell war. Der Großteil der Fremdwährungskredite an Privatpersonen – vor allem Kredite für den Wohnungskauf – wurden vor der Finanzkrise 2008 vergeben. Damals kostete ein Dollar fünf Griwna. Heute kostet ein Dollar 21 Griwna.

Die Belastung für die Banken durch die Restrukturierung entspräche fünf Prozent des Bruttoinlandproduktes, hieß es von Seiten der Nationalbank. Wirtschaftsminister Aivaras Abromavicius erklärte, das beschlossene Gesetz widerspräche dem Memorandum, welches der IWF mit der Ukraine vereinbart habe und gefährde den Erhalt weiterer Kredite des Weltwährungsfonds.

Das Gesetz sei reiner “Populismus”, nütze “nur Wenigen” auf Kosten der Allgemeinheit, könne das Bankensystem zum Einsturz bringen und gefährde die Regierungskoalition, erklärte Präsident Poroschenko gegenüber dem Fernsehkanal Ukraina. Insgesamt 65.000 Ukrainer haben Fremdwährungskredite in Höhe von 5,8 Milliarden Dollar aufgenommen. Das von der Rada beschlossene Gesetz könne das ukrainische Bankensystem zum Einsturz bringen, erklärte der Präsident.

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‚Barnabas-Evangelium‘ eine Fälschung – nicht nur das

Tawadros II. kritisiert Leichtgläubigkeit internationaler Medien für angeblichen Sensationsfund und weist Polemiken islamischer Prediger gegen das Christentum zurück.


kath.net

Bild: spohr-publishers.de

Der koptisch-orthodoxe Papst-Patriarch Tawadros II. hat das sogenannte “Barnabas-Evangelium” als eine “Fälschung” bezeichnet. Bei seiner Mittwoch-Katechese in der Markuskathedrale der ägyptischen Hauptstadt stellte der Patriarch fest, das angebliche apokryphe “Evangelium” sei ein Buch “voller historisch-geographischer Fehler” und eindeutig das Produkt eines Fälschers, berichtet die Stiftung “Pro Oriente”.

Das “Barnabas-Evangelium” ist seit Jahrzehnten ein beliebtes Argument islamischer Prediger und Imame in Polemiken gegen das Christentum. In dem Buch wird u.a. behauptet, an der Stelle Jesu sei Judas Iskariot gekreuzigt worden, Gott habe den “Propheten Jesus” lebend in den Himmel “entrückt”, vor allem aber habe Jesus das Kommen Mohammeds als “Siegel der Propheten” angekündigt.

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Selbstmordewelle in Indien: Der Tag, an dem Sujit Singh Mäusegift trank

© AFP Bewässerung per Monsun: Mit einfachsten Mitteln bestellen Indiens Bauern ihre Felder – so wie dieser Mann im indischen Telangana.
Indiens Landwirtschaft ist ineffizient und wirft kaum etwas ab. Immer mehr Bauern geraten in die Schuldenfalle – und begehen Selbstmord. Manche gar aus Protest gegen die Regierung.


Von Till Fähnders|Frankfurter Allgemeine

Der Traktor schiebt eine Welle aus Matsch und Wasser vor sich her. Auf dem Fahrersitz thront ein kräftiger junger Mann mit einem tiefschwarzen Bart und einem orangefarbenen Turban auf dem Kopf. Das Gefährt kommt am Rand des Feldes zum Stehen. Der Mann springt ab und watet durch das knöcheltiefe Wasser. „Ich hatte nicht einmal eine Ahnung, wie man einen Traktor fährt, sie mussten es mir beibringen“, sagt Kulwinder Singh und zeigt auf ein paar Nachbarn, die am Feldrand stehen. Die Männer schauen verdruckst herüber. „Ich trage jetzt die ganze Verantwortung“, sagt der 32 Jahre alte Mann, der wie die meisten Inder im Punjab zum Volk der Sikhs gehört.

Die Bauern im Punjab, der Kornkammer im Nordwesten Indiens, beginnen jedes Jahr im Juni mit der Reispflanzung. Kulwinder Singh bereitet dafür an diesem Tag den Boden vor. Die Arbeit sei hart, sagt der Bauer und deutet auf seine schlammverschmierten Füße. Um zwei Uhr nachts steht er auf. Freiwillig tut er das nicht. Bis vor kurzem hatte sich sein Vater allein um alles gekümmert. Doch vor zwei Wochen hat sich Sujit Singh im Alter von 62 Jahren das Leben genommen. Was er hinterlassen hat, sind Schulden, ziemlich viele sogar, und eine Familie, die nicht mehr ein noch aus weiß.

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Erdogans Schattenkrieger in Deutschland

Türkische Spione in Deutschland sollen Erdogan-Gegner ans Messer geliefert haben. Ein Prozess gegen einen Top-Spion zeigt jetzt, wie Ankaras Geheimdienst massiv Spitzel nach Deutschland einschleust.


Von Josef Hufelschulte,Axel Spilcker|FOCUS ONLINE

Recep Tayyip Erdogan (Bild: Regierung v. Chile, CC-BY 3.0)
Recep Tayyip Erdogan (Bild: Regierung v. Chile, CC-BY 3.0)

Richterin Yvonne O. geriet ins Stocken. Die Verlesung des Haftbefehls gegen den mutmaßlichen türkischen Spion Taha Gergerlioglu, 59, hatte um 11.30 Uhr just begonnen, da stolzierte ein elegant gekleideter Herr in den Verhandlungssaal. Der Mann übersah mit diplomatischer Arroganz die einfachen Justizbeamten und erwartete Respekt. Immerhin, sagte er zu der Haftrichterin am Karlsruher Bundesgerichtshof, sei er der türkische Generalkonsul Serhat Aksen, 44. In schwerer Stunde wolle er seinem Landsmann Gergerlioglu beistehen, eingesperrt wegen angeblicher feindlicher Agententätigkeit in Deutschland.

Die sichtlich überraschte Richterin wollte gerade weiter den Haftbefehl vortragen, als das Telefon neben ihr klingelte. Ein Anwalt teilte im Auftrag eines Professors aus Ankara mit, dass der mutmaßliche Agentenführer zum einflussreichen Beraterstab des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gehöre.

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Duck Dynasty‘s Si Robertson: Atheists Don’t Exist Because “Our Calendars Are Based on Jesus Christ”

The Robertsons from Duck Dynasty are the gifts that keep on giving because of all the flat-out idiotic things they say. We’re used to those comments coming from patriarch Phil Robertson, but now Si Robertson (“Uncle Si”) is getting into the mix.


By Hemant Mehta|Friendly Atheist

Image: Friendly Atheist

In an interview with the Christian Post, Robertson (who’s promoting a new film called Faith of Our Fathers) explained why atheists don’t really exist:

I dont believe there’s a such thing as an atheist. Because there’s too much documentation. Our calenders are based on Jesus Christ.”

…. the hell?

While the Gregorian calendar we use has a religious history (because the powerful Catholic Church adopted it hundreds of years ago), most of the months are named after Roman gods, goddesses, and leaders while the rest have Latin roots. Jesus doesn’t come into play here.

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Es darf keine Ämter auf Lebenszeit in der Kirche geben

Papst Franziskus nahm am 3. Juli an einem Treffen von Rinnovamento nello Spirito, der größten charismatischen Gemeinschaft in der katholischen Kirche teil. Das Treffen fand auf dem Petersplatz statt.


Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Bild bearb. BB
Bild bearb. BB

Der Papst meinte in seiner Ansprache an die 35.000 Anwesenden, daß es in der Kirche keine Ämter auf Lebenszeit geben dürfe. Bei der Berichterstattung einiger katholischer und weltlicher Medien konnte der Eindruck entstehen, der Papst habe auch über das Petrusamt gesprochen und damit eine zeitliche Befristung oder eine Altersgrenze angeregt. Ein Thema, das erst 2013 durch den unerwarteten Amtsverzicht von Ppast Benedikt XVI. aufgetreten ist.

Trotz unpräziser Formulierungen seiner teils spontan gehaltenen Ansprache bezog sich das katholische Kirchenoberhaupt aber explizit auf Ämter der charismatischen Gemeindeerneuerung. Am Beginn dieses Kapitels seiner Rede sprach Papst Franziskus davon, daß es „sehr wichtig“ sei, einen „anderen Punkt“ zu klären „in dieser Strömung der Gnade“, eine Formulierung, mit der er auf dem Petersplatz mehrfach die Charismatiker in der katholischen Kirche ansprach. Der Papst sagte nicht, was ihn konkret zu dieser Ermahnung bewogen hat.

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John Gray: Steven Pinker is wrong about violence and war

Rubens’ The Massacre of the Innocents. Photograph: National Gallery, London
A new orthodoxy, led by Pinker, holds that war and violence in the developed world are declining. The stats are misleading, argues Gray – and the idea of moral progress is wishful thinking and plain wrong


By John Gray|TheGuardian

For an influential group of advanced thinkers, violence is a type of backwardness. In the most modern parts of the world, these thinkers tell us, war has practically disappeared. The world’s great powers are neither internally divided nor inclined to go to war with one another, and with the spread of democracy, the increase of wealth and the diffusion of enlightened values these states preside over an era of improvement the like of which has never been known. For those who lived through it, the last century may have seemed peculiarly violent, but that, it is argued, is mere subjective experience and not much more than anecdote. Scientifically assessed, the number of those killed in violent conflicts was steadily dropping. The numbers are still falling, and there is reason to think they will fall further. A shift is under way, not strictly inevitable but enormously powerful. After millennia of slaughter, humankind is entering the Long Peace.

This has proved to be a popular message. The Harvard psychologist and linguist Steven Pinker’s The Better Angels of Our Nature: a history of violence and humanity (2011) has not only been an international bestseller – more than a thousand pages long and containing a formidable array of graphs and statistics, the book has established something akin to a contemporary orthodoxy. It is now not uncommon to find it stated, as though it were a matter of fact, that human beings are becoming less violent and more altruistic. Ranging freely from human pre-history to the present day, Pinker presents his case with voluminous erudition. Part of his argument consists in showing that the past was more violent than we tend to imagine. Tribal peoples that have been praised by anthropologists for their peaceful ways, such as the Kalahari !Kung and the Arctic Inuit, in fact have rates of death by violence not unlike those of contemporary Detroit; while the risk of violent death in Europe is a fraction of what it was five centuries ago. Not only have violent deaths declined in number. Barbaric practices such as human sacrifice and execution by torture have been abolished, while cruelty towards women, children and animals is, Pinker claims, in steady decline. This “civilising process” – a term Pinker borrows from the sociologist Norbert Elias – has come about largely as a result of the increasing power of the state, which in the most advanced countries has secured a near-monopoly of force. Other causes of the decline in violence include the invention of printing, the empowerment of women, enhanced powers of reasoning and expanding capacities for empathy in modern populations, and the growing influence of Enlightenment ideals.

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Ein Kalifat des Krieges

Historische Aufnahme: Bagdadi bei seiner Predigt am 4. Juli 2014 ©DPA
Vor einem Jahr zeigte sich des Anführer des „Islamischen Staats“ erstmals in der Öffentlichkeit. Inzwischen herrscht er über ein Gebiet, das größer ist als Großbritannien. Und er gewinnt weiter an Stärke.


Von Rainer Hermann|Frankfurter Allgemeine

Vor genau einem Jahr, am 4. Juli 2014, hat der „Islamische Staat“ ein Gesicht bekommen: Damals zeigte sich sein Anführer Abu Bakr al Bagdadi zum ersten Mal in der Öffentlichkeit. In der Großen Moschee von Mossul hielt er die erste Freitagspredigt des Fastenmonats Ramadan. Damit erfüllte er eine Voraussetzung, um als „Kalif“ Anerkennung zu finden. Wenige Tage zuvor, am 29. Juni, dem ersten Tag im Ramadan, hatte er den „Islamischen Staat“ (IS) als „Kalifat“ ausgerufen. Die islamische Theologie verbietet es jedoch, jemandem als Kalifen zu folgen, der nur im Verborgenen wirkt und nicht bekannt ist.

Anfangs bezeichneten viele den IS noch als „Terrormiliz“ und stellten ihn in die Reihe zahlreicher nichtstaatlicher Akteure, die im Sog des Staatszerfalls in Syrien und im Irak entstanden waren. Aber der IS, dessen Vorläufer in das Jahr 1999 zurückreichen, eroberte im Sommer 2014 innerhalb von wenigen Wochen den größten Teil seines heutigen Territoriums. Ein Jahr nach seiner Gründung herrscht er nun über ein Gebiet, das größer ist als Großbritannien. In seinem Kerngebiet expandierte er trotz zeitweiliger Rückschläge, zuletzt mit der Eroberung der Städte Ramadi im Irak und Palmyra in Syrien. Im Irak näherte er sich der Hauptstadt Bagdad, in Syrien steht er vor Damaskus. Bedrohlich ist auch die Expansion in der Peripherie. Dschihadisten in mehr als zehn Ländern haben sich dem IS als „Provinz“ unterstellt. Der Bogen reicht von Afghanistan über den Kaukasus nach Algerien, von Nigeria über den Jemen nach Pakistan.

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CDU: Die CDU sucht neue Wege

Der Ringelschwanz soll erhalten bleiben. Dafür setzt sich die CDU künftig ein. Foto: imago stock&people
Die Zahl der Stammwähler nimmt ab. Deshalb versucht die CDU, ihre Anhängerbasis zu verbreitern, indem sie sich neue Themen wie Internet und Verbraucherschutz erschließt.


Von Daniela Vates|Frankfurter Rundschau

Die CDU erfindet sich neu und dabei spielen Kaffee und Ringelschwänze eine Rolle. Der Kaffee in Rathäusern, genauer gesagt. Der sollte nachhaltig produziert worden sein, findet die CDU. Und außerdem sei es wichtig, dass Schweine ihre Ringelschwänze künftig behalten.

Das klingt ein bisschen kleinteilig, mit einem Drall ins Lächerliche. Aber es hat seinen Grund.

Die Zahl der Stammwähler nimmt ab, die CDU versucht, ihre Anhängerbasis zu verbreitern, indem sie sich neue Themen erschließt. Der Blick geht dabei zur Konkurrenz. Übernommen hat Merkels Truppe bereits den Mindestlohn von der SPD, den Atomausstieg von den Grünen und den Ausstieg aus der Wehrpflicht von FDP und Grünen.

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Ein Rechtsstaat, der Menschenrechte missachtet

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Eva Illouz, die in Jerusalem Soziologie lehrt und eigentlich über Liebe und Ökonomie forscht, ist auch eine scharfe Kritikerin der Situation in Israel. Nun liegen ihre politischen Essays auf Deutsch vor.


Von Claudia Kühner|DER BUND

Von Eva Illouz, 1961 in Marokko geboren und in Frankreich aufgewachsen, kennt man vor allem ihre Studien über die Zusammenhänge von Emotionen, Kapitalismus und Konsum («Warum Liebe weh tut. Eine soziologische Erklärung», «Die neue Liebesordnung. Frauen, Männer und Shades of Grey»). Weniger bekannt sind hierzulande ihre scharfsinnigen Essays, die sie regelmässig in der israelischen Zeitung «Haaretz» publiziert. Darin setzt sie sich ebenso gründlich wie kritisch mit der israelischen Politik und Gesellschaft auseinander und greift dabei weit über die Tagesaktualität hinaus. Ihr geht es um Fehlentwicklungen in einem Land, dessen Grundlage sie freilich vorbehaltlos unterstützt. Am Recht von Juden, nach 2000 Jahren einen Staat zu schaffen, hat sie keinerlei Zweifel.

Daran, was heute daraus geworden ist, besonders mit der Besetzung seit 1967, aber schon. Oder daran, was die Besetzung nicht nur den Palästinensern antut, sondern wie sie auch die israelische Gesellschaft verändert. Ihre Methode nennt Illouz «soziologischen Journalismus», und sie hat auch für den mit der Tagespolitik nicht vertrauten Leser den Vorteil grosser Verständlichkeit.

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