Archiv der Kategorie: Islam

Der “wohl im letzten Moment vereitelten Terroranschlag in Hessen”

Oslo 22.07.2011. Themenbild

Oslo 22.07.2011. Themenbild

Die kritische Distanz im Journalismus schwindet, die FAZ hat erneut dafür ein peinliches Exempel statuiert


Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Mitunter könnte einen der Verdacht beschleichen, dass angesichts der Nöte der Bundesregierung bis hinauf zur Kanzlerin angesichts immer neuer Enthüllungen über die Arbeit des BND und des Kuschelns mit der NSA, ein Fall höchster terroristischer Bedrohung gerade recht käme. Die Festnahme des türkischstämmigen Paars in Oberursel war Donnerstagnacht vor dem Internationalen Radrennen “Rund um den Finanzplatz Frankfurt-Eschborn” festgenommen worden, weil die Polizei vermutete, dass womöglich ein Anschlag wie in Boston auf die Marathonläufer geplant gewesen sein könnte.

Das Radrennen wurde trotz der Festnahme abgesagt, einige hundert Radfahrer ließen es sich trotzdem nicht nehmen, am 1. Mai demonstrativ die Räder zu besteigen. Die Geste richtete sich gegen mögliche Islamisten, dass man sich nicht vor Angst zurückzieht, aber auch gegen die Behörden, die möglicherweise mit dem Verbot – nicht mit der Festnahme – überreagiert haben.

Das LKA Hessen teilte am 1. Mai mit, dass “die hessische Polizei mit der Unterstützung des BKA und anderer Sicherheitsbehörden weiter mit hoher Intensität und Sorgfalt an der Klärung der Hintergründe und der Motivation für den geplanten Anschlag” arbeite und suggerierte damit auch erneut, dass ein Anschlag auf das Radrennen geplant gewesen sei. Allerdings erklärte die Polizei bereits zur Festnahme: “Ein geplantes mögliches Anschlagsziel ist derzeit nicht bekannt.” Daran scheint sich auch nichts geändert zu haben.

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Doppelagent Aimen Dean: Der Gesegnete

© BBC/Screenshot

Früher war er Mitglied bei Al Qaida. Dann wurde Aimen Dean vom britischen Geheimdienst umgedreht und verhinderte Anschläge. Seine Lebensgeschichte erscheint unglaublich, seine Einsichten sind klar und richtig.

 

Von Michael Hanfeld|Frankfurter Allgemeine

Sein Name ist Dean. Aimen Dean. Und er ist Agent Seiner Majestät. Oder ist es gewesen. Aimen Dean: Aimen heißt im Arabischen der Glückliche, der Gesegnete. Und Dean? Wie der amerikanische Jugendrebell? Oder der Dekan, der Älteste? Das würde passen zu diesem Mann, der in Wahrheit anders heißt und wie eine Figur aus einem Roman von John Le Carré erscheint. Seine Vita liest sich wie ausgedacht: Aimen Dean stammt aus Saudi-Arabien. Er wächst in einer streng religiösen Familie auf. Als Junge schon folgt er konservativen Predigern. Er glaubt, dass der Westen einen Krieg gegen den Islam führt und die Muslime vernichten will. Er stößt zu den Gründungsmitgliedern von Al Qaida. Er wird bestens bekannt mit Usama Bin Ladin, ist sozusagen per du mit dem Scheich.

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Keine Mehrheit für EVP-Antrag gegen Christenverfolgung

Europa

EU-Parlament verurteilt zwar islamistischen Terrorismus in Kenia, aber eine Antrag, die allgemeine Christenverfolgung zu verurteilen, hat keine Mehrheit gefunden – EVP: Christen sind in mehreren Ländern des Nahen Ostens von der Auslöschung bedroht


kath.net

Im EU-Parlament hat ein Antrag der eher konservativen Europäischen Volkspartei (EVP), die Verfolgung von Christen zu verurteilen, keine Mehrheit gefunden. 269 Abgeordnete stimmten am 30. April dafür, 319 Abgeordnete – mehrheitlich von linken und liberalen Parteien – dagegen und 19 enthielten sich. Eine Resolution gegen den islamistischen Terrorismus in Kenia und die Verfolgung religiöser Minderheiten, darunter der Christen, erhielt mit 578 Stimmen hingegen eine deutliche Mehrheit. Es gab 31 Gegenstimmen und 34 Enthaltungen. Die Resolution verurteilt zwar im Titel die Christenverfolgung weltweit, erwähnt Christen aber nur in zwei von 29 Absätzen.

EVP: Christen in mehreren Ländern von der Auslöschung bedroht

Hintergrund der Plenardebatte ist der Terroranschlag der Islamistenmiliz Al-Schabab auf eine kenianische Universität am Gründonnerstag. Mindestens 170 Menschen kamen dabei ums Leben. Christen wurden von den Angreifern offenbar gezielt aussortiert und hingerichtet. In ihrem Antrag weist die EVP darauf hin, dass Christen in mehreren Ländern des Nahen Ostens von der Auslöschung bedroht sind, und bringt ihre Solidarität mit den „im Namen des Dschihad in Libyen, in Nigeria und im Sudan“ verfolgten Christen zum Ausdruck. Außerdem würden täglich Christen in Teilen der arabischen Welt „niedergemetzelt, verprügelt und gefangen genommen“.

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Wo ist Gott?

Eine Hindu bei einer Opferzeremonie für die Gottheit Shiva. Foto: Jayanta Dey, Reuters.

Das Mittelmeer ist zum Massengrab geworden, in Nepal rissen einstürzende Häuser Tausende in den Tod. Aus weltlicher Sicht gibt es einfache – wenn auch erschreckende Erklärungen: Die Not im Süden und der Wohlstand im Norden lassen die Welt kippen. Und beim Erdbeben erschütterten geologische Verwerfungen die Erdkruste. Die Erklärung für das Schreckliche ist oft schrecklich banal.


Von Hugo Stamm|Tages Anzeiger Blogs

Gläubige monotheistischer Religionen suchen bei Tragödien auch religiöse Antworten. Strenggläubige Christen, Juden und Muslime interpretieren existenzielle Ereignisse oft aus spiritueller Warte. Als gütiger und allwissender Vater, der uns laut Bibel nach seinem Ebenbild geschaffen hat, greift Gott in ihrem Verständnis in den Weltenlauf ein. Wie in biblischen Zeiten, als er Abraham anleitete, seinen Sohn Isaak zu opfern – als Treuebeweis. Oder als er bei der Sintflut die Menschheit ertrinken liess, weil sie von ihm abgefallen war. Und schliesslich Hiob, den Gott mit mehreren Schicksalsschlägen überzog, um seine Festigkeit im Glauben zu testen.

Seit Jahrhunderten beschäftigt deshalb Gläubige die Frage: Weshalb lässt Gott das Elend zu? Wie hält er es aus, wenn unschuldige Kinder auf der Flucht im Mittelmeer ertrinken? Kümmert es ihn nicht, oder kann er nicht eingreifen?

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Der Heilige Krieg im Internet

Das Internet  By Matt Britt  CC-BY-2.5. en.wikimedia.org

Das Internet
By Matt Britt CC-BY-2.5.
en.wikimedia.org

Expertentagung beleuchtet Gefahren und Prävention – Die Moderne ist den Dschihadisten ein Dorn im Auge. Doch das hält sie nicht davon ab, für ihren Kampf auf die neuesten Techniken zu setzen


Von Michaela Koller|kath.net

In der Mitte der hufeisenförmigen Runde von mehr als 70 Tagungsteilnehmern schwebt ein Objekt. Es sieht aus wie ein Sportwagenlenkrad und befindet sich zwei Meter über dem Teppichboden des Seminarraums. Simon Jacob, Vorsitzender des Zentralrats Orientalischer Christen in Deutschland (ZOCD), führt die Drohne vor und filmt alles aus der Vogelperspektive. Das Besondere: Er steuert das Gerät allein über die Sensorik seines Mobiltelefons.

Jakob könnte auch aus einem Versteck die Teilnehmer der Tagung der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung (HSS) in Wildbad Kreuth, darunter etliche Sicherheitsexperten, filmen. «Mit solchen Drohnen arbeitet der Islamische Staat (IS)», erklärt der syrisch-orthodoxe Christ. Früher sei diese Spionagetechnik sperrig und teuer gewesen. «Eines Transporters und 20.000 US-Dollar» hätte es bedurft. Das vorgeführte Gerät koste etwas mehr als 500 US-Dollar. Der irakische Christ Sharbil Hanna Matty aus Erbil, Direktor von Suroyo TV, bestätigt, solche Drohnen schon im Irak gesehen zu haben.

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Anti-Terror-Bündnis: “Dieser Plan wird die Niederlage des IS bringen”

Spielende Kinder auf einem Panzer im syrischen Kobane. Das internationale Bündnis im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ist zuversichtlich, die Ausbreitung der Terrormiliz zu stoppen

Das Bündnis gegen die Terrormiliz IS verbreitet Optimismus. Ein Strategietreffen der Allianz wird jedoch vom Tod vieler Zivilisten überschattet, die bei einem Bombardement gestorben sein sollen.


DIE WELT

Rund neun Monate nach Beginn der Luftangriffe gibt sich das internationale Bündnis im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) siegessicher. “Dieser Plan wird die Niederlage des IS herbeiführen”, sagte der britische Brigadegeneral Gary Deakin am Freitag nach einem mehrtägigen Strategietreffen von mehr als 300 Militärvertretern aus 39 Ländern in Tampa im US-Bundesstaat Florida. Dort hat das US-Zentralkommando seinen Sitz, das die Angriffe gegen die IS-Kämpfer koordiniert.

“Am Boden haben irakische Kräfte die Ausbreitung des IS gestoppt und drängen ihn zurück”, sagte der französische Generalmajor Bernard Commins. Es ist die dritte Runde dieser Art binnen eines Jahres, die vom US-Zentralkommando ausgerichtet wurde.

Kurz vor Ende des Strategietreffens war bekanntgeworden, dass bei einem US-Luftangriff auf die Terrormiliz im Norden Syriens Berichten zufolge bis zu 80 Zivilisten getötet und Dutzende weitere verletzt worden sein sollen. Es dürfte das bisher folgenschwerste Bombardement der US-geführten Allianz in Syrien sein.

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Faz-Redakteur ruft zur Bespitzelung der Mitbürger auf

Obgleich keineswegs klar ist, dass in Hessen ein Terroranschlag durch die Festnahme eines Ehepaars “vereitelt” wurde, wird Panik geschürt


Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Noch ist vieles unklar. Im hessischen Oberursel wurde ein Ehepaar festgenommen, dass unter dem Verdacht steht, einen Anschlag geplant zu haben. Das Paar stand schon länger unter Beobachtung, der Mann, ein Deutscher mit türkischer Herkunft, soll Kontakte mit salafistischen Extremisten gehabt haben. In der Wohnung der beiden wurden nach Angaben der Polizei drei Liter Wasserstoffperoxid, eine “augenscheinlich” funktionsfähige Rohrbombe, 100 Schuss Munition und ein Sturmgewehr G3.

Es bestehe der “konkrete Verdacht”, dass der Mann und die Frau einen Terroranschlag geplant und vorbereitet hätten, so die Polizei. Da der Mann sich in den letzten Tagen in der Nähe des Streckenverlaufs des Radrennens rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt aufgehalten haben soll, wurde trotz der Festnahme und offenbar keinen wirklichen konkreten Hinweisen das Radrennen abgesagt. Zwar wurde es dann inoffiziell doch noch durchgeführt, aber alles sieht danach aus, als ob die Sicherheitskräfte hier eher Panik verbreiten, als tatsächlich akute Gefährdungen verhindern.

Die Suche nach möglichen “Mittätern” gehe weiter, klar ist freilich schon gar nicht, ob es sich bei den Festgenommenen um potenzielle Täter handelt. Abgesehen von der “augenscheinlich” funktionsfähigen Rohrbombe und dem Gewehr scheint es keine Hinweise auf konkrete Pläne auf unmittelbar drohende Anschläge zu geben. Dass die Polizei Vermutungen nachgehen und in solchen Fällen auch präventiv eingreifen muss, ist nachvollziehbar. Das Verbot des Radrennens ist jedoch ebenso überzogen wie manche Stellungnahmen in Medien, die nicht nur einfach weiter geben, dass angeblich ein Terroranschlag “vereitelt” worden sei, was keineswegs gewiss ist, sondern auch noch wie Nikolas Busse, Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik der Faz, meinen, sie müssten die Menschen dazu aufrufen, ihre Mitmenschen zu bespitzeln.

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Allein unter Antisemiten

Mit dem Jüdischsein offen umgehen: für Lehrerinnen und Lehrer an Schulen hierzulande keine Selbstverständlichkeit. (picture-alliance / dpa / Britta Pedersen)

Antijüdische Beleidigungen: An Schulen mit hohem Migrantenanteil gehören sie zum Umgangston. Viele Lehrer hören bei den Beschimpfungen weg, doch einige der Pädagogen können sie nicht einfach ignorieren – weil sie jüdisch sind.


Von Jens Rosbach|Deutschlandradio Kultur

Typische Entgleisungen von türkisch- und arabischstämmigen Schülern in einem Berliner Problemkiez:

“Also ich, ich kann überhaupt keine Juden leiden; egal, ob sie nett sind oder nicht nett sind; die sind einfach dreckig irgendwie.” / “Ihnen gehört Marlboro, diese ganzen Zigaretten. Ihnen gehört McDonalds, den Juden gehört fast alles.” / “Wenn ein Jude unsere Schule betritt, er wird dann, glaub ich, kaputtgeschlagen oder so; ich würde ihn auch kaputtschlagen. (Lacht) Juden sind Schwänze!” / “Ganz ehrlich – ich fick alle Juden! (Lachen)”

Pädagogen wissen: In Schulen mit einem hohem Migrantenanteil ist das Wort “Jude” mittlerweile ein gängiges Schimpfwort. Das bekommt auch Jael, eine jüdische Lehrerin aus Norddeutschland, täglich zu hören. Die 43-Jährige, die anonym bleiben möchte, unterrichtet an einer Gesamtschule:

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Tränengas und Wasserwerfer gegen 1.-Mai-Demonstranten in Istanbul

Die Istanbuler Innenstadt ist im Ausnahmezustand. Tausende Polizisten sollen verhindern, dass Demonstranten am 1. Mai auf den Taksim-Platz vordringen. Es kommt zu den befürchteten Zusammenstößen.


Deutsch Türkische Nachrichten

Einen Monat vor der Parlamentswahl in der Türkei hat die Polizei die zentrale 1.-Mai-Demonstration regierungskritischer Gewerkschaften in Istanbul gewaltsam aufgelöst. Die Sicherheitskräfte setzten am Freitag in der Innenstadt Wasserwerfer und Tränengas ein, wie ein dpa-Reporter beobachtete. Aus den Reihen der Demonstranten wurden die Polizisten im Stadtteil Besiktas daraufhin mit Steinen beworfen. Zuvor war die Veranstaltung mit rund 1500 Teilnehmern stundenlang friedlich verlaufen. Die Organisatoren hatten erfolglos mit der Polizei darüber verhandelt, zum abgeriegelten Taksim-Platz marschieren zu dürfen.

Der Sender CNN Türk berichtete unter Berufung auf die Behörden, 21 000 Polizisten seien am Maifeiertag in Istanbul im Einsatz gewesen. 136 Menschen seien festgenommen worden. In Besiktas versuchte die Polizei, den dpa-Reporter festzunehmen, und rang ihn dabei zu Boden. Er wurde nach einigen Minuten freigelassen.

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Jerusalem ist eine zunehmend gespaltene Stadt

The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)

The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)

Israel-Kenner: Der Staat Israel verstehe Jerusalem als eine wiedervereinigte Stadt, „aber das ist sie nicht“, sondern der Nahost-Konflikt überlagere das Verhältnis der Religionen


kath.net

Jerusalem ist nach Ansicht eines Israel-Experten eine zunehmend gespaltene Stadt. Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern überlagere alles, auch das Verhältnis zwischen Juden, Muslimen und Christen, sagte der ehemalige Leiter des Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Jerusalem, Michael Mertes, im Deutschlandfunk (Köln). Der Staat Israel verstehe Jerusalem als eine wiedervereinigte Stadt – „aber das ist sie nicht“, so Mertes, der von 2011 bis 2014 dort tätig war. Sein Herz schlage für die arabischen Christen im Heiligen Land, auch wenn sie eine Minderheit von nur zwei Prozent der Bevölkerung stellten. Diese Menschen leben nach Ansicht von Mertes „zwischen Baum und Borke“: „Von ihren muslimisch-arabischen Mitmenschen werden sie gesehen als Vorposten des Westens; von den jüdischen Israelis werden sie als Araber und damit als Gegner gesehen.“ Es wäre ein großer Verlust für das Heilige Land, wenn diese Menschen langsam verschwänden, so Mertes. Er habe einige kennengelernt, die bewusst nicht ausgewandert seien, aber sie fragten sich, ob ihre Kinder dort noch eine Zukunft hätten.

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Haftbefehl gegen zwei suspendierte türkische Richter

erdogan-sultan In der Türkei sind gegen zwei Richter wegen des Vorwurfs der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung Haftbefehle erlassen worden. Die Staatsanwaltschaft beschuldigte sie am Donnerstag, der “Hizmet”-Bewegung des mit Präsident Recep Tayyip Erdogan verfeindeten Predigers Fethullah Gülen anzugehören, wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete.


derStandard.at

Der Richter Metin Özcelik wurde laut Medienberichten bereits festgenommen, nach seinem Kollegen Mustafa Baser werde noch gefahndet. Die beiden Richter hatten am Wochenende die Freilassung von dutzenden Gefangenen angeordnet. Die 74 ehemaligen Polizisten und der Chefredakteur des Gülen-freundlichen Fernsehsenders Samanyolu, Hidayet Karaca, werden beschuldigt, ein Komplott zum Sturz der Regierung geschmiedet zu haben. Die Freilassung wurde jedoch von einem höheren Gericht blockiert und die beiden Richter vom Dienst suspendiert. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu warf ihnen vor, sie hätten auf Anordnung Gülens gehandelt.

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Umfrage: AKP droht Verlust der absoluten Mehrheit in der Türkei

Die Türkische Nationalversammlung "Der Souverän ist ausnahmslos das Volk" (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG

Die Türkische Nationalversammlung “Der Souverän ist ausnahmslos das Volk” (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG

Rund einen Monat vor der türkischen Parlamentswahl droht der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP einer Umfrage zufolge der Verlust der absoluten Mehrheit. Nicht einmal mehr 40 Prozent würden demnach die AKP wählen wollen. Sollte dieses Ergebnis bei der Wahl am 7. Juni eintreffen, könnte die seit 2002 alleine regierende AKP ihre absolute Mehrheit im Parlament verlieren.


Deutsch Türkische Nachrichten

Das Meinungsforschungsinstitut Gezici teilte mit, nur noch gut 38,1 Prozent der Befragten hätten angegeben, die AKP wählen zu wollen. Die pro-kurdische Oppositionspartei HDP käme demnach auf 11 Prozent. Damit würde die HDP erstmals die Zehn-Prozent-Hürde überspringen.

Sollte dieses Ergebnis bei der Wahl am 7. Juni eintreffen, könnte die seit 2002 alleine regierende AKP ihre absolute Mehrheit im Parlament verlieren. In jedem Fall wäre sie weit entfernt von der Zweidrittelmehrheit, die sie benötigen würde, um wie von ihr geplant die Verfassung zu ändern und ein Präsidialsystem einzuführen. Bei der Parlamentswahl 2011 kam die AKP auf 49,8 Prozent. Die größte Oppositionspartei CHP käme der Umfrage zufolge auf 28,5 Prozent, die ultranationalistische MHP auf 18 Prozent.

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Malala Shooting: 10 Jailed For Life Over Attack

Malala was shot by militants for promoting education for girls

A court in Pakistan sentences a group of men to 25 years each for the attack on a schoolgirl who went on to win a Nobel prize.


skyNEWS

A court in Pakistan has jailed 10 people over the attack on schoolgirl Malala Yousafzai, who was shot in the head in 2012.

Taliban militants had claimed responsibility for storming her school bus as she travelled home in Swat, northwest of the capital Islamabad.

The men are the first to be convicted over the attack.

Each was handed 25 years in jail for their part in the attack on the youngster, who was targeted for campaigning against Taliban efforts to deny girls an education.

The youngster, then 15, was seriously wounded and airlifted to Britain for treatment. Two other schoolgirls were wounded.

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CDU-Landtagsabgeordneter: Salafisten planen eigenen Staat

Salafisten in Deutschland (Bild: DW)

Salafisten in Deutschland (Bild: DW)

Hessischer CDU-Landtagsabgeordnete Ismail Tipi: „Es gibt bereits jetzt immer wieder Hinweise, dass die Salafisten versuchen im Untergrund einen eigenen Staat in unserem Staat zu gründen“ – Es fehlt an effektiven Gegenmaßnahmen


kath.net

Die Gefahren, die von radikalen Salafisten ausgehen, sind inzwischen hinlänglich bekannt. Dennoch fehlt es in Deutschland auch weiterhin an effektiven Maßnahmen, um diesen Extremisten den Nährboden für ihre Hasspredigen und Umsturzaufrufe zu entziehen. Darauf wies der hessische CDU-Landtagsabgeordnete Ismail Tipi diese Woche in Wiesbaden hin.

Der ungebremste Anstieg der salafistischen Szene führe dazu, dass die Netzwerke der Salafisten immer schwerer zu überwachen seien. „Es gibt bereits jetzt immer wieder Hinweise, dass die Salafisten versuchen im Untergrund einen eigenen Staat in unserem Staat zu gründen. Besonders in dem Aufruf „DAWA-Zentren“ in ganz Deutschland zu gründen, sehe ich das Bestreben, eigene Parallelstrukturen aufzubauen und zu verfestigen“, warnte Ismail Tipi. Hinzu komme, dass die Salafisten immer wieder kleine Geschäfte eröffneten aus deren Hinterzimmern sie sich untereinander mit Geld, Reisedokumenten und anderen Dingen gegenseitig versorgten. „Diese Extremisten nutzen jede Gelegenheit, die wir ihnen bieten, um unseren Staat zu untergraben. Gerade bei Jugendlichen haben sie noch immer zu leichtes Spiel.“

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Selbst-Zensur: Türkische Medien sind zahnlose Tiger

Zahlreich aber unfrei und kontrolliert: Türkische Medien. (Foto: Flickr/Reading A Newspaper By A Wall by Garry Knight (CC BY 2.0))

In der Türkei werden immer wieder Journalisten unter Druck gesetzt. Das Land ist von einer freien Berichterstattung weit entfernt. Das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) prangert die Selbstzensur an, die in vielen Redaktionen in der Türkei herrsche.


Deutsch Türkische Nachrichten

Die Kontrolle des Staates über die in der Türkei verbreiteten Nachrichten nimmt wohl stetig zu. Grund dafür sind die Besitzverhältnisse in der türkischen Medienlandschaft. Nahezu alle Zeitungshäuser gehören einer kleinen Hand von Leuten oder sind wie im Falle des Fernsehens staatlich, heißt es in einem neuen Bericht des CPJ. So nehme die Selbstzensur auf dem türkischen Medienmarkt stetig zu. Gedroht werde den Journalisten mit Rausschmiss. Das kommt auf dem türkischen Medienmarkt einem Berufsverbot gleich, da eine Anstellung bei anderen Häusern unwahrscheinlich ist. So sei es gängige Praxis, kritische Berichte schon vor der Veröffentlichung auszusortieren oder erst gar nicht zu verfassen.

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Wieso gilt Sexualität oft als Sünde?

Bild. Frankfurter Rundschau

Besonders im Christentum wurde der Leib als triebhaft, unvernünftig und anfällig für die Sünde betrachtet. Religiöse Sexualmoral bloß milde zu belächeln, ist allerdings gefährlich.


Von Markus Tiedemann|Frankfurter Rundschau

Lieber Fanatiker!

Hast Du Dich schon mal gefragt, warum viele Religionen so strenge Regeln für die Sexualität haben? Nun, das hat viel mit der Geschichte vom Sündenfall und einer Trennung zwischen Körper und Geist zu tun.

Besonders im Christentum gilt der Geist, die Seele als Ort des Glaubens. Er ist der wertvolle Teil des Menschen, der in Kontakt mit Gott treten kann. Der Leib hingegen wird als triebhaft, unvernünftig und anfällig für die Sünde beschrieben. Aus diesem Grunde hält man klare Verhaltensregeln für notwendig. Diese betreffen auch die Sexualität.

Christliche Kirchenväter wie Paulus und Augustinus waren hier besonders streng. Leidenschaftliche Sexualität bedeutet ja einen gewissen Kontrollverlust der Vernunft. Deshalb sahen Paulus und Augustinus darin eine Herrschaft des Leibes über den Körper, ja sogar ein Werk des Teufels. (Im Zeitalter der Hexenverfolgung glaubte man daran, dass der Teufel bevorzugt den Geschlechtsakt nutzte, um von der Seele eines Menschen Besitz zu ergreifen: Teufelsbuhlschaft.)

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„Du Ungläubiger“: Religiöse Beschimpfungen an einigen deutschen Schulen gang und gäbe

Das Kultusministerium Baden-Württemberg hat eine gemeinsame Initiative verschiedener Glaubensgemeinschaften angestoßen, um religiöse Toleranz an Schulen zu verbessern. (Foto: Flickr/ DoDEA students learn the science behind the magic by U.S. Army Corps of Engineers Europe District CC BY 2.0)

Religiöse Konflikte lassen auch Kinder und Jugendliche in den Schulen nicht kalt. Antisemitische Beleidigungen will Baden-Württembergs Kultusminister Stoch nicht länger hinnehmen. Ob eine Initiative verschiedener Glaubensgemeinschaften den Durchbruch bringt?


Deutsch Türkische Nachrichten

Ausdrücke wie «Du Jude», «Du Christ» und «Du Ungläubiger» werden heute als Schimpfwörter auf deutschen Schulhöfen gebraucht. Internationale Auseinandersetzungen spiegeln sich in Konflikten zwischen Schülern verschiedener Glaubensrichtungen wider. Der krasse Fall einer Neu-Ulmer Grundschule, in der die Polizei wegen islamistischer Parolen eingriff, ist aus Sicht des Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, nur die Spitze des Eisbergs. Religiöse Differenzen seien nicht an allen 42 000 Schulen in Deutschland gang und gäbe. «Die Probleme haben wir, wo die Deutschen in der absoluten Minderheit sind», sagt Kraus.

Dass Handlungsbedarf besteht, zeigt eine Erklärung für ein friedvolles Miteinander an Schulen, die am Mittwoch Baden-Württembergs Kultusminister Andreas Stoch (SPD) sowie Vertreter der christlichen Kirchen, der Israelitischen Religionsgemeinschaft, des Zentrums für Islamische Theologie und der Alevitischen Gemeinde unterschreiben. Stoch versteht das als Signal an Schulen und Gesellschaft: «Wir wollen weltoffene Schulen, in denen Kinder mit unterschiedlichem Glauben friedlich zusammen leben und lernen können.»

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Islamgelehrter al Tayyeb: Koran nicht veränderbar

Ahmad Mohammad al-Tayyeb, President of Al Azhar University Cairo, Bild: wikimedia.org/PD

Ahmad Mohammad al Tayyeb, einer der einflussreichsten Gelehrten des Islam, hat sich gegen Forderungen gewandt, den Koran zu modernisieren. „Der Koran ändert sich nicht. So wie ihr nicht fordert, dass sich die Bibel ändern muss, fordert bitte auch nicht, dass sich der Koran ändern muss“, sagte der Islamgelehrte der renommierten Al-Azhar-Universität Kairo in einem Interview mit dem Magazin Cicero (Mai-Ausgabe).


Cicero

„Was wir jetzt brauchen, ist eine Rückbesinnung auf den Koran. Und nicht eine Fehlinterpretation oder seinen Missbrauch für große politische Vorhaben.“

Der Ägypter al Tayyeb steht seit 2010 als Scheich der Al-Azhar-Universität vor und gilt als höchste Instanz im sunnitischen Islam. In Cicero wandte er sich gegen den „Islamischen Staat“. Seine Universität lehre die Studenten, dass der Islam nicht mittels Waffen verbreitet werden könne. „Sondern durch Argumente, Logik und Überzeugung.“ Der größte Beweis, dass der IS lüge, sei, dass er den Islam in islamischen Ländern verbreiten wolle: „Wer kommt auf so einen Blödsinn?“

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AKP greift zur Kopftuch-Keule

erdogan-sultanDie türkische Regierungs-Partei AKP hat einen Wahlwerbe-Spot veröffentlicht, in dem eine Kopftuch tragende Dame erzählt, wie sehr sie unter den Vorgänger-Regierungen unterdrückt wurde. Ihr sei es nicht gestattet gewesen, eine Hochschule zu besuchen und die Professoren hätten versucht, ihr eine andere Lebensweise aufzuzwingen. Doch diese Zeit sei nun vorbei, weil die AKP die Regierung stellt.


Deutsch Türkische Nachrichten

Die Regierungs-Partei AKP hat im Verlauf des Vorwahlkampfs ein Werbevideo veröffentlicht, worin sie ein weinendes junge Dame mit Kopftuch zeigt. Die Dame berichtet, dass es ihr unmöglich gewesen sei, vor der AKP-Ära mit ihrem Kopftuch die Universität zu besuchen, was den der Wahrheit entspricht. Sie sei in dunkle Hinterzimmer verschleppt worden, in denen ihr die Professoren das Tragen ihres Kopftuchs psychologisch austreiben wollten. Doch die AKP-Regierung habe diese Hindernisse aus dem Weg geräumt und sie sei nun glücklich, ihren Abschluss gemacht zu haben.

Tatsächlich hat die AKP die Hochschullandschaft in der Türkei liberalisiert. Doch sie nutzte das vergangene Jahrzehnt, um Posten an den Hochschulen und in weiteren öffentlichen Institutionen ganz gezielt mit ihren Gefolgsleuten zu besetzen. Viele türkische Bürger haben mittlerweile den Eindruck, dass die AKP eine geheime politisch-religiöse Agenda verfolgt, um sich auf unabsehbare Zeit zu etablieren und „Konkurrenten“ auszuschalten. Außerdem gibt es keinen Zusammenhang zwischen dem Tragen eines Kopftuchs und der Partei-Zugehörigkeit, da praktizierende Frauen verschiedene Parteien unterstützen.

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Leitender Bild-Redakteur im Gotteswahn

Bild-Werbung am Springer-Hochhaus in Berlin Foto: Frank M. Rafik | CC BY-NC-SA 2.0

Der stellvertretende Chefredakteur von bild.de, Daniel Böcking, bekennt sich in einem Artikel zu Jesus Christus. „Für mich ist es Zeit, laut von der Liebe Gottes zu erzählen“, schreibt er.


pro Medienmagazin

Böckings Bekenntnis steht seit Dienstagnachmittag auf bild.de. Das Schreiben sei ihm nicht leicht gefallen, gibt er zu – entsprechend heißt der Beitrag „Warum ich mich heute als Christ outen will!“. In der Redaktion habe er sich bislang mit Äußerungen über seinen Glauben zurückgehalten. Aufgrund des Terrors durch den Islamischen Staat (IS) könne er jedoch nicht länger „die Füße still halten“. „Für mich ist es Zeit, laut von der Liebe Gottes zu erzählen und von der Vergebung durch Jesus Christus. Von unseren Werten als Christen und warum sie genau jetzt so wichtig sind!“, schreibt der Journalist. Am liebsten würde er zu den IS-Kämpfern gehen und ihnen sagen: „Hör auf mit dem, was du da tust, und kehr um! Gott liebt auch dich und kann dir vergeben. Das, was du da tust, hat nichts mit Gott zu tun und ist in keiner Religion eine gute Tat.“

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