Archiv der Kategorie: Islam

Religiotie: Indonesien will “homosexuelle” Emojis verbieten

Worüber man sich so aufregen kann: Ein Emoji händchenhaltender Männer. (Foto: Quelle: Whatsapp)
“Soziale Medien müssen die Kultur der Länder respektieren, in denen sie viele Nutzer haben”, sagt ein Sprecher des Informationsministeriums.

Süddeutsche.de

Die indonesische Regierung zeigt sich humorlos: Sie will Emojis von gleichgeschlechtlichen Paaren von den Smartphone-Bildschirmen in ihrem Land verbannen. “Soziale Medien müssen die Kultur der Länder respektieren, in denen sie eine große Zahl von Nutzern haben”, sagte ein Sprecher des Informationsministeriums.

Nutzer der Nachrichtenprogramme Whatsapp und Line hätten sich über die bunten Bildchen mit homosexuellen Motiven beschwert. Der Anbieter Line habe sie daraufhin für Indonesien gelöscht, sagte der Sprecher. Die Regierung hat nun andere Anbieter aufgefordert, das Gleiche zu tun.

weiterlesen

Salafisten-Prediger Abou-Nagie wegen Sozialbetrugs verurteilt

Der Salafist Ibrahim Abou-Nagie wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. (Foto: dpa)
Der Mann, der massenhaft deutsche Übersetzungen des Koran verteilen ließ, soll das Sozialamt um etwa 53 000 Euro betrogen haben.

Süddeutsche.de

Der Salafisten-Prediger Ibrahim AbouNagie ist wegen gewerbsmäßigen Betrugs beim Bezug von Hartz-IV-Leistungen zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und einem Monat verurteilt worden. Nach dem Urteil des Amtsgerichts Köln hat AbouNagie, der als Initiator der umstrittenen Koran-Verteilaktion “Lies!” für Aufruhr gesorgt hatte, zu Unrecht Sozialleistungen in Höhe von etwa 53 000 Euro bezogen. Er habe mehrere Konten und Nebeneinkünfte verschwiegen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. AbouNagie gilt bei Experte als Hassprediger.

weiterlesen

Erdogan drohte der EU mit Grenzöffnung

Erdo_Kurden

Nah an der Erpressung: Einem Protokoll zufolge hat der türkische Präsident Erdogan der EU gedroht, die Grenzen für Flüchtlinge zu öffnen. Unangenehm ist ihm die Enthüllung nicht. Er legt sogar nach.

DIE WELT

In den Verhandlungen mit der EU über einen Aktionsplan in der Flüchtlingskrise hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan mit der Öffnung der Grenzen gedroht. “Wir können die Türen nach Griechenland und Bulgarien jederzeit öffnen, und wir können die Flüchtlinge in Busse stecken”, hatte Erdogan laut dem Protokoll eines Gesprächs mit EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und Ratspräsident Donald Tusk im November bei Antalya gesagt.

Erdogan bestätigte am Donnerstag erstmals die Echtheit des Dokuments, das die griechische Internetseite “Euro2Day” am Montag veröffentlicht hatte.

weiterlesen

In den Kellern von Cizre

Berichte von Massakern in Städten mit kurdischer Mehrheit erheben schwere Vorwürfe gegen das Vorgehen der türkischen Sicherheitskräfte

Von Michael Knapp|TELEPOLIS

Seit Tagen kommen in kurzen Abständen Nachrichten aus der belagerten Stadt Cizre, die das Grauen der jeweils vorherigen Nachricht noch in den Schatten stellen. In den jüngsten Meldungen berichtet ANF-News (Firatnews) von 66 getöteten Menschen, die sich vor der türkischen Polizei und dem Militär in Kellern in Cizre geflüchtet hatten, und weiteren 73 Verletzten, deren Verbleib unklar ist.

Nachrichtensperre, Deutungshoheit und Berichte aus der Kriegszone

Nach Berichten auch der anderen oppositionellen Nachrichtenagentur – DIHA – werden stündlich neue Leichen aus Cizre in die Krankenhäuser gebracht. Im Stadtviertel Cudi spricht man von insgesamt 94 Toten, im Stadtviertel Sur von 45 Toten. Offiziell bestätigt sind laut der kurdischen Nachrichtenagenturen bisher nur die oben genannten Zahlen.

Die Türkei hat eine Nachrichtensperre über die Gebiete verhängt. Wo ihr Militär agiert und Schrecken verbreitet, ist die Informationslage davon geprägt: Die türkische Regierung will die Deutungshoheit über ihre Story, die kurdischen Nachrichten berichten anderes, dem widersprechendes, das auf Augenzeugen-Aussagen beruht und immer wieder auch von außerhalb bestätigt wird.

In Cizre herrscht seit 58 Tagen Ausgangssperre. Die Menschen können ihre Häuser nicht verlassen, da, wie Augenzeugen immer wieder berichten, Scharfschützen des türkischen Militärs das Feuer auf sie eröffnen. Dies stellte auch eine Untersuchungskommission des mittlerweile ebenfalls ermordeten Vorsitzenden der Anwaltskammer von Diyarbakir Tahir Elci schon im September 2015 fest.

weiterlesen

Größenwahn: Erdogan droht Syrien mit direkten Eingreifen

Erdo_IS

Flüchtlinge an der Grenze und die Kurden im Nachbarland auf dem Vormarsch: dem türkischen Präsidenten Erdogan bereitet die Lage in Syrien zunehmend Sorgen. Nun drohte er sogar mit einem direkten Eingreifen.

Frankfurter Allgemeine

Die Türkei hat mit einem Eingreifen in Syrien gedroht. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte am Donnerstag in Istanbul, irgendwann werde das Land die Geduld verlieren. Dann werde die Türkei gezwungen sein, aktiv zu werden. Zugleich warf Erdogan dem Iran vor, an „gnadenlosen Massakern“ beteiligt zu sein. Die Vereinten Nationen müssten mehr tun, um eine „ethnische Säuberung“ in dem Bürgerkriegsland zu verhindern.

weiterlesen

Halal krank vs Haram gesund

https://www.flickr.com/photos/grimneko/
Alkoholhaltiger Hustensaft und Kapseln mit Schweinegelatine: Für viele gläubige Muslime sind solche Medikamente tabu. Doch oft gibt es Alternativen. Und wenn es mal keine gibt, ist Gesundheit oberstes Gebot.

Von Andreas Gorzewski|MiGAZIN

Wenn Muslime in einer Apotheke Tabletten oder Tropfen kaufen, wollen sie vom Beipackzettel nicht nur Auskunft über Nebenwirkungen. Denn einige Inhaltsstoffe sind im Islam eigentlich tabu. Dazu gehören vor allem Alkohol und Produkte vom Schwein, wie Zouhair Halabi erläutert, Arzt für Innere Medizin in Düren und Medizin-Beauftragter des Zentralrats der Muslime in Köln. Doch in der Pharma-Industrie spielen diese Produkte eine wichtige Rolle. Sie kommen in Pillen und Säften ebenso vor wie in Salben oder Transplantaten. Muslime müssen deshalb oft abwägen.

Für Medikamente gilt wie für Speisen im Islam, dass bestimmte Tiere und berauschende Getränke „haram“, also verboten, sind. Die Einhaltung der entsprechenden Gebote hat nach Ansicht vieler Gläubiger Auswirkungen auf das Leben nach dem Tod. Nach ihrer Vorstellung hängt deshalb von der richtigen Medikation nicht nur ihr körperliches, sondern auch ihr seelisches Heil ab.

weiterlesen

Experten? fordern islamischen Religionsunterricht an deutschen Schulen

Bild: Reuters
Bild: Reuters
Experten fordern islamischen Religionsunterricht an deutschen Schulen: Er sei wichtig für die Identität und Integration muslimischer Kinder

Von Claudia Steiner|Magazin Schule online

„Assalamu aleykom“, das sind die ersten Worte von Lehrerin Amina Ben Halima zu Beginn der Stunde. Ein schönes Motto für den Islamunterricht im Modellversuch einer 6. Klasse der bayerischen Mittelschule Ridlerstraße in München – diese Worte bedeuten nämlich „Der Friede Allahs sei mit dir“. „Wa aleikum assalam – Gott sei mit dir“, antworten die Schüler der 6. Klasse ihrer tunesischstämmigen Lehrerin, die nun auf Deutsch antwortet: „Friede sei mit euch.“

Mit diesem festen Ritual beginnt Ben Halima ihren Unterricht. Die Schüler, beziehungsweise deren Eltern, stammen aus der Türkei, Bosnien, Albanien, Afghanistan, Tunesien und anderen muslimisch geprägten Ländern. An der Wand des Klassenzimmers hängen Fahnen und Poster zu islamischen Festen, Feiertagen und Regeln. „Wir haben an unserer Schule einen Migrationsanteil von mehr als 90 Prozent“, erzählt die Münchner Direktorin Eva Gaßner. Der größte Anteil der Schüler der Mittelschule geht in den Ethikunterricht, gefolgt vom Islamunterricht. Erst an dritter Stelle kommt katholische Religion.

weiterlesen

Frauen und Christen flüchten aus den Unterkünften

In Flüchtlingsunterkünften kommt es immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen ethnischen oder religiösen Gruppen. In Stuttgart bekommen nun 30 Christen eine eigene Unterkunft. Quelle: Die Welt
In Flüchtlingsheimen kommt es oft zu schweren Konflikten zwischen verschiedenen Gruppen. Frauen, Christen und Homosexuelle werden besonders oft attackiert – und nun zum Teil gesondert untergebracht.

Von Hannelore Crolly, Marcel Leubecher|DIE WELT

Zerrissene Bibeln und Beschimpfungen, abgerissene Kreuze und sogar Schläge ins Gesicht: Die Klagen über Gewalt in Flüchtlingsheimen reißen nicht ab. Besonders betroffen von der angespannten Stimmung in vielen beengten Massenunterkünften sind Frauen, Homosexuelle und religiöse Minderheiten. Weil sich in Stuttgart die Berichte christlicher Flüchtlinge über Schikanen durch muslimische Mitbewohner häuften, kommt die Stadt nun Forderungen entgegen, einem Teil dieser Migranten eine neue Unterkunft im Stadtteil Neugereut anzubieten.

Ein Helferkreis, der sich hauptsächlich um assyrische Christen aus Syrien und dem Irak kümmert, hatte diese drastische wie umstrittene Maßnahme gefordert, auch der Zentralrat Orientalischer Christen appellierte in einer von fast 17.000 Personen unterzeichneten Online-Petition an die Stadt: “Bitte ermöglichen Sie die gemeinsame Unterbringung vertriebener Christen in Stuttgart-Neugereut und bewahren Sie diese dadurch vor weiterer Bedrängnis und Verfolgung, der sie bei dezentraler Unterbringung immer wieder ausgesetzt sind.”

weiterlesen

Geisterstunde: Nigerianische Barbie trägt Hijab-Schleier und soll Vorbild sein

Bild. freerepublic.com
Bild. freerepublic.com
Nigeria hat einen neuen Instagram-Star: eine Barbiepuppe, die Kopftuch trägt.

kath.net

Nigeria hat einen neuen Instagram-Star: eine Barbiepuppe, die Kopftuch trägt. Die sogenannte «Hijarbie» – eine Wortzusammensetzung aus dem islamischen Schleier Hijab und Barbie – hat im sozialen Netzwerk Instagram innerhalb weniger Wochen mehr als 24.400 Fans gefunden. Entworfen wurde die Barbiepuppe von der Nigerianerin Haneefa Adam.
Für die Puppe, die Spielzeughersteller Mattel 1955 erstmal auf den Markt brachte, nähte sie Kleider, wie sie muslimische Frauen tragen – inklusive Hijab. Dem Sender CNN sagte die 24-Jährige, die gerade ihr Pharmakologie-Studium in Großbritannien beendet hat und auch Bloggerin ist: «Ich habe noch nie eine Barbie mit Hijab gesehen. Ich halte es für wichtig, dass eine Puppe so wie ich angezogen ist.» Damit wolle sie für muslimische Mädchen ein Vorbild schaffen. Auf ihren Fotos ist Barbie derzeit noch hellhäutig. «Bisher konnte ich in Nigeria keine Puppen mit dunkler Hautfarbe kaufen», so die Erfindern der «Hijarbie».

Osmanischer Wesir, Pressefreiheit und Deniz Yücel

Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr türkischer Amtskollege Ahmet Davutoglu in Ankara am vergangenen Montag Foto: AP
“Arrogant”, “Religionsfeind”, “PKK-Anwalt”: Deniz Yücel, Türkei-Korrespondent der “Welt”, wird aus dem Regierungslager attackiert, weil er beim Besuch der Kanzlerin kritisch nachfragte

DIE WELT

Für Journalisten gibt es kaum etwas Wichtigeres als Nachrichten – sie zu verbreiten und zu interpretieren gehört zu diesem Beruf. Aber manchmal werden Berichterstatter selbst zur Nachricht und das meistens gegen ihren Willen. In der Türkei geschieht das gerade dem “Welt”-Korrespondenten Deniz Yücel, und es ist die Regierung, die ihn zum Thema macht. Eine Regierung wohlgemerkt, die von internationalen Organisationen wiederholt für ihre Beschränkungen der Pressefreiheit kritisiert wird. Bemerkenswerterweise ist es eine kritische Frage unseres Autors, die das Regierungslager für Angriffe und zum Teil persönliche Diffamierungen auf Titelseiten nutzt. Auch diese Angriffe gehören – leider – zu den Nachrichten, die wir mitteilen müssen.

Was ist geschehen? Bei ihrem Besuch in Ankara am Montag dieser Woche gibt Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen mit Ministerpräsident Ahmet Davutoglu eine Pressekonferenz. Es geht um die Themen, die den Besuch der deutschen Regierungschefin prägen – den Flüchtlingsstrom aus Syrien und die Vereinbarungen der EU mit der Türkei, ihn zu kanalisieren. Es geht auch um den innen- und außenpolitischen Kontext der türkischen Flüchtlingspolitik. Yücel stellt der Bundeskanzlerin seine Frage auf Deutsch.

weiterlesen

Erdogan mit Kontrollverlust: Frontalangriff auf die USA

erdogan-sultan

Die Kooperation der Amerikaner mit den Russen in Syrien bringt den türkischen Präsidenten Erdogan in massive Bedrängnis. Beide Großmächte kooperieren mit den Kurden – was Erdogan nun zu einem Frontal-Angriff gegen die US-Regierung bewegt hat. Denn die Regierung in Ankara bemerkt, dass ihr in Syrien die Felle davonschwimmen.

Deutsch Türkische Nachrichten

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die USA wegen ihrer Unterstützung der syrischen Kurdenpartei YPD ungewöhnlich scharf attackiert. Die Unfähigkeit der USA, das wahre Wesen der YPD zu verstehen, habe die Region in ein „Meer des Blutes“ verwandelt, sagte Erdogan am Mittwoch in Ankara. „Sind Sie auf unserer Seite oder auf der Seite der terroristischen YPD und der PKK?“

Die YPD gehört zu den wichtigsten US-Verbündeten beim Kampf der radikalislamischen IS-Miliz in Syrien. Die YPD steht aber auch der von den USA und der EU als Terrorvereinigung eingestuften Kurdischen Arbeiterpartei PKK nahe, gegen die die Regierung in Ankara seit Jahrzehnten in einen gewalttätigen Konflikt um mehr Autonomie für die Kurden im Südosten der Türkei verwickelt ist. Die Regierung ist zuletzt mit äußerster Härte gegen die Kurden vorgegangen. Beobachter sprachen von einem regelrechten Bürgerkrieg.

weiterlesen

Was der Wiener Kindergarten-Krimi mit Gender Mainstreaming zu tun hat

Weit mehr als die Hälfte der Kindergruppen sind islamisch geführt. Der Bildungsplan verpflichtet die Kindergruppen zur deutschen Sprache, zu demokratischen und österreichischen Werten.

Von Gudrun Kugler|kath.net

Mit der Einführung des Gratiskindergarten 2009 und dem dafür nötigen massiven Kapazitätsausbau wurde Betrügern und fundamentalistischen Strömungen Tür und Tor geöffnet und Steuergelder verschleudert. Der weit über Wien hinaus bekannt gewordene Bericht von Prof. Ednan Aslan warf muslimischen Kinderbetreuungseinrichtungen vor, Parallelgesellschaften aufzubauen. Private Kindergärtenbetreiber konnten außerdem anscheinend Millionen an Steuergeldern illegal abzweigen. Der Stadtrechnungshof beklagt die fehlende Kontrolle. Die Leitern der MA 10 (Wiener Kindergärten) erklärte, dass insgesamt 482 Trägerorganisationen an 1.600 Standorten gefördert werden. Bis dato besteht bei 52 Trägerorganisationen der Verdacht, dass Fördermittel zweckwidrig verwendet wurden:
Bei 37 Trägerorganisationen wurde die Anstoßfinanzierung zurückgefordert, bei 4 die laufende Förderung gestoppt, bei 11 Trägerorganisationen wurde der Fördervertrag gekündigt.
Neben 1600 Kindergartenstandorten gibt es auch noch 620 Kindergruppen, von denen mehr als Hälfte erst in den letzten sechs Jahren entstanden. 450 davon haben islamischen Hintergrund. Eine Kindergruppe unterscheidet sich von einem Kindergarten in der Höchstzahl der betreuten Kinder (14 vs. 25), in der Ausbildung der Pädagoginnen (90(!) Einheiten vs. vollwertige Ausbildung) und in der Beschränkung der Gruppenanzahl an einem Standort auf zwei.

weiterlesen

Leipziger Islam-Wissenschaftlerin rät zu mehr Moscheen

Gebet-islamMuslime in Sachsen sollten ihre Religion nach Auffassung der Leipziger Islamwissenschaftlerin Verena Klemm öffentlicher leben. „Es müssen viel mehr Moscheen sichtbar und gebaut werden“, sagte die an der Universität Leipzig lehrende Expertin der „Leipziger Volkszeitung“ (Montag). Im Gegenzug müssten die Moscheen sich öffnen und transparenter werden. „Nur so kann Integration funktionieren.“

FOCUS ONLINE

Religionen dürften sich im öffentlichen Raum präsentieren, im Freistaat aber seien Muslime bislang nach außen kaum sichtbar, stellte Klemm fest. Oftmals kämen sie in Wohnungen zum Gebet zusammen. „Weil die Ausübung des Glaubens im Privaten und Unsichtbaren stattfindet, herrscht bei Außenstehenden eine große Verunsicherung, die in Ablehnung mündet.“ Damit würden Muslime ins Abseits gedrängt.

Ent-hüllt! Die Beschneidung von Jungen

Clemens Berger: Ent-hüllt! Die Beschneidung von Jungen. Nur ein kleiner Schnitt? Betroffene packen aus über Schmerzen – Verlust – Scham. tredition GmbH (Hamburg) 2015. 324 Seiten. ISBN 978-3-7323-4012-5. 17,90 EUR.

Ein vierjähriger muslimischer Junge wird im November 2010 in die Notaufnahme der Kölner Universitätsklinik eingeliefert. Nach einer rituellen Beschneidung stellten sich starke Blutungen ein. Die daraufhin durchgeführten Ermittlungen der Justiz führen durch das Landgericht Köln zu einer Anklage, Verurteilung und zugleich einem Freispruch für den behandelnden Arzt.

Von Hans-Joachim Lenz|socialnet.

Dieser Fall ist der Ausgangspunkt einer der heftigsten politischen Kontroversen der vergangenen Jahre (Elternrecht auf religiöse Kindererziehung vs. Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung) und endet mit einer Neufassung des § 1631d BGB durch den Gesetzgeber, der fortan die Beschneidung bei Jungen in Deutschland – im Gegensatz zu Mädchen (StGB 226a) – erlaubt. Mit dieser rechtlichen Ungleichbehandlung aufgrund des Geschlechts wird Jungen ihre Schutzwürdigkeit vor nicht-medizinisch begründeten genitalen Eingriffen abgesprochen. Aufschlussreich ist, dass nach dem Gerichtsurteil ein öffentlicher, ideologisch aufgeheizter Schlagabtausch stattfand und bei dem überstürzten Gesetzgebungsverfahren die Betroffenen außen vor blieben. Nicht mit ihnen, sondern über sie wurde gestritten, präziser wäre wohl: sie dienten als Objekt der Erregung auf der Grundlage nicht näher überprüfter und hinterfragter Vorannahmen.

Autor/Herausgeber

Bis auf wenige Betroffene, die bereit waren, unter vollem Namen aufzutreten, bestanden fast alle interviewten Personen auf ein selbstgewähltes Pseudonym. Auch der als Herausgeber fungierende Autor des Buches – Clemens Bergner – tritt ebenfalls nicht mit seinem wirklichen Namen auf, da er sich schützen wollte.

weiterlesen

Cizre: Kurden sprechen von „Massaker“

Wie in Cizre sind auch in Diyarbakir zahlreiche Straßenzüge völlig zerstört. Foto: dpa
In der türkischen Stadt Cizre gibt es nach Kämpfen zwischen dem türkischem Militär und der PKK Tote. Wie viele, darüber gehen die Angaben stark auseinander. Seit Wochen herrschen in der Region bürgerkriegsähnliche Zustände.

Von Judith Köneke, Timur Tinç|Frankfurter Rundschau

Ein lauter Einschlag in ein Wohnhaus, eine Rauchwolke, mehr ist auf dem kurzen Video der Nachrichtenagentur Dogan aus der umkämpften Stadt Cizre im Südosten der Türkei nicht zu sehen. Nach unterschiedlichen Angaben gab es in der Nacht zu Montag zwischen zehn und 60 Todesopfer. Der staatliche Sender TRT berichtete zunächst, Sicherheitskräfte hätten bei einem Einsatz 60 Kämpfer der Terrororganisation PKK getötet. Die Armee teilte am Montag mit, sie habe am Vortag zehn Kämpfer „eliminiert“. Die Opposition dagegen spricht von mindestens zehn getöteten Zivilisten, darunter sei ein Kind.

Der Abgeordnete der pro-kurdischen Partei HDP, Faysal Sariyildiz, der sich in Cizre aufhält, sagte der Deutschen Presse-Agentur, neun Menschen seien bei einem Brand im Viertel Cudi in einem unter Beschuss stehenden Gebäude ums Leben gekommen. Ein Junge sei zudem von Sicherheitskräften im Hauseingang erschossen worden. In dem Gebäude würden sich weitere 52 Zivilisten aufhalten.

weiterlesen

“Raum der Stille” an der TU Dortmund: “Wir halten das Experiment für gescheitert”

Diese Raumteiler mit Decken dienten laut Rektorat dazu, den Raum in einen größeren, hellen Bereich für Männer und einen kleineren dunklen Bereich für Frauen aufzuteilen. Foto: TU Dortmund
Diese Raumteiler mit Decken dienten laut Rektorat dazu, den Raum in einen größeren, hellen Bereich für Männer und einen kleineren dunklen Bereich für Frauen aufzuteilen. Foto: TU Dortmund
Muslimische Studenten haben einen “Raum der Stille” der TU Dortmund umgebaut: Männer links, Frauen rechts, dazwischen eine Trennwand. Jetzt wurde er geschlossen. Was ist da los?

Ein Interview von Matthias Kaufmann|SpON

SPIEGEL ONLINE: Frau Prost, an der TU Dortmund gibt es Ärger um einen “Raum der Stille”: Einige Muslime haben ihn für ihre Zwecke vereinnahmt, daraufhin hat die Uni ihn geschlossen. Warum muss eine Universität überhaupt einen Gebetsraum anbieten?

Prost: Das muss sie nicht. Und es gab auch nie einen Gebetsraum, weder für muslimische noch für christliche Studierende. Unser “Raum der Stille” war vielmehr ein Angebot an alle, die Ruhe und Einkehr im oft stressigen Universitätsalltag suchen. Wer dann im Stillen ein Gebet sprechen möchte, darf das dort auch tun. Aber nur, wenn er niemand anderen damit stört oder von der Nutzung des Raums ausschließt.

weiterlesen

UN: Assad lässt Gefangene zu Tode foltern

© AFP UN-Ermittler werfen dem syrischen Machthaber Assad Kriegsverbrechen vor.
Fachleute der Vereinten Nationen werfen dem syrischen Machthaber Assad Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Er vernichte die Zivilbevölkerung, sagen sie und fordern, Assad zur Rechenschaft zu ziehen.

Frankfurter Allgemeine

Ermittler der Vereinten Nationen haben der Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Tausende Häftlinge seien in den vergangenen vier Jahren in Haft gestorben, erklärte das Gremium am Montag. Dies komme einer Vernichtung der Zivilbevölkerung gleich. Den islamistischen Rebellengruppen IS und Nusra-Front warfen die Fachleute zudem Kriegsverbrechen vor. So seien Hinrichtungen und die Folter von Gefangenen belegt.

weiterlesen

Erdogan kritisiert Washingtons Zusammenarbeit mit Kurden scharf

erdogan-sultan

Wir oder die? Der türkische Präsident Erdogan hat die USA aufgefordert, sich zwischen der Türkei und den syrisch-kurdischen Kämpfern zu entscheiden. Washington reagiert gelassen.

SpON

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die USA scharf kritisiert: Washington müsse sich entscheiden – zwischen der Türkei und den Kurden. Ein US-Gesandter hatte vergangene Woche Kobane besucht, wo der militärische Arm der PKK-nahen Kurdenpartei in Syrien vor etwa einem Jahr mit Unterstützung von Luftschlägen den “Islamischen Staat” besiegte.

weiterlesen

Polit-Zoff in Düsseldorf: Erdogan und IS saufen Kurdenblut

Der umstrittene Mottowagen. Judith Michaelis
Die Türkische Generalkonsulin verlangt, dass der Wagen mit dem Erdogan-Motiv sofort verhüllt wird.

Westdeutsche Zeitung

Der Düsseldorfer Rosenmontagszug ist zwar abgesagt, aber die Mottowagen werden gezeigt: Sie stehen am heutigen Montag den ganzen Tag vor dem Rathaus – zur Besichtigung für jedermann. Und auch den ersten Ärger gibt es schon: Nach Informationen der WZ hat die türkische Generalkonsulin in Düsseldorf, Ṣule Gürel, vom Düsseldorfer Carnevals Comitee verlangt, dass der Wagen mit dem Erdogan-Motiv sofort verhüllt wird.

weiterlesen

Humor und Religion: Artiges Nachbeten oder schmerzhafte Satire

Papst Johannes Paul II. auf dem “Titanic”-Cover (picture alliance / dpa / Maurizio Gambarini)
Die Diskussion darüber, wie Humor und Religion zusammengehen könnten, das beschäftigt die großen monotheistischen Religionen schon länger. Eine Jüdin, eine Immamin und eine evangelische Theologin sprechen über ihren Umgang mit Glauben und Satire.

Von Susanne Krahe|Deutschlandradio Kultur

Satire hat Hochkonjunktur. Im politischen Diskurs ersetzt sie gelegentlich sogar die  Sachinformation. Statt nüchtern zu argumentieren, wird eine beißende Kritik raffiniert und scheinbar harmlos verpackt, um Zustände anzuprangern, die eigentlich mehr zum Heulen, als zum Lachen wären.

Auch die Religionen geraten immer wieder ins Visier der Satiriker. Neu ist das nicht. Der Glaube, seine sehr speziellen Denkschablonen,  aber auch seine Schrullen und sein Pathos sind immer schon Anlass von Spötteleien gewesen, und die Autoritäten und Institutionen erst recht.

Einer säkularen Gesellschaft erscheinen seine Rituale und Vorschriften überzogen, befremdlich, vielleicht auch gefährlich. Die studierte Philosophin Hannah Kleiber aus Berlin, selbst gläubige Jüdin, zeigt Verständnis für eine solche Entfremdung. Die Welt des Judentums habe ihre eigenen Regeln, die von Außenstehenden oft nur schwer nachvollziehbar sind. Entsprechend komisch wirken sie.

weiterlesen