Archiv der Kategorie: Islam

IS kommentiert Homo-Ehe-Entscheidung mit Hinrichtungsfotos

Am 26. Juni entschied der Oberste Gerichtshof der USA, dass keine der 50 Bundesstaaten Gesetze erlassen darf, die gleichgeschlechtliche Ehen verbieten. Vor der Entscheidung waren in 13 Bundesstaaten solche Gesetze in Kraft. Befürworter der Legalisierung von Homo-Ehen feierten diese Entscheidung auf Twitter unter anderem mit dem Hashtag “#LoveWins”.


Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

IS-Propagandatweet. Bild: heise.de

Das fiel inzwischen offenbar auch Salafisten auf, die unter diesem Hashtag Fotos posten, auf denen vier angebliche oder tatsächliche Homosexuelle in der seit 4. Januar 2014 von der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) besetzten irakischen Stadt Falludscha gefesselt nacheinander vom Dach eines vierstöckigen Hauses geworfen werden. Wann die Hinrichtungen stattfanden, ist nicht klar. Möglicherweise sind die Bilder nicht aktuell, sondern wurden nur anlässlich der Homo-Ehe-Entscheidung aus dem Archiv geholt – was freilich nicht bedeuten muss, dass die Terrorgruppe diese für Homosexuelle etablierte Tötungsmethode nicht mehr anwendet.

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Nasser al-Kasabi: Der Mann, der die IS-Mörder lächerlich macht

Der saudi-arabische Schauspieler und Komiker Nasser al-Kasabi spielt in den 45-minütigen Filmen seiner Serie “Selfie” immer selbst die Hauptrolle. Hier schlüpft er als besorgter Vater, der seinen Sohn sucht, nolens volens in das Gewand eines IS-Kämpfers Foto: REUTERS
Der saudi-arabische Komiker Nasser al-Kasabi eckt an mit seinem beißenden Spott gegen Mehrehen, übereifrige Imame oder die Terrormiliz IS, die ihn köpfen will. Doch der Satiriker genießt hohen Schutz.


Von Dietrich Alexander|DIE WELT

Man muss sich Nasser al-Kasabi als eine Mischung aus Vicco von Bülow alias Loriot und Harald Schmidt vorstellen. Ein schauspielernder Geschichtenerzähler, gebildet, frech, respektlos, witzig. Das ist – zumindest in Saudi-Arabien – keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Frage des Mutes. Al-Kasabi wandelt Woche für Woche auf einem schmalen Grat, ständig auf der Suche nach dem guten Witz, ohne den Mächtigen allzu sehr auf die religiös-empfindlichen Füße zu treten.

Wie es sich für einen wirklich guten Komödianten gehört, hat der 53-Jährige viele Kritiker, sogar Feinde. Al-Kasabis Feinde sind solche der unangenehmen Art: strenggläubige Islamisten, deren Humor sehr begrenzt ist. Die finden sich im saudischen Königreich zuhauf: wahhabitisch-islamistische Imame, gehörnte Prinzen, pikierte Religionspolizisten.

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“Charlie Hebdo”-Ausstellung startet im Internet

Die Online-Schau umfasst Karikaturen aus 250 Heften. Am 7. Jänner hatten radikale Islamisten in der Redaktion des Satire-Blatts zwölf Menschen erschossen.


Die Presse

charlie_hebdo_2Rund ein halbes Jahr nach dem Terror-Anschlag auf die Redaktion von “Charlie Hebdo” startet eine Online-Ausstellung über das französische Satiremagazin. Für das Projekt haben sich vier Karikaturmuseen aus Hannover, Frankfurt am Main, Kassel und Basel zusammengetan. Es gehe darum, die getöteten Zeichner und deren Themen vorzustellen, sagte die Direktorin des Museums Wilhelm Busch, Gisela Vetter-Liebenow.

Bei dem Attentat auf “Charlie Hebdo” am 7. Jänner hatten Islamisten zwölf Menschen erschossen. Die traumatisierten Redaktionsmitglieder kämpfen seither um ihren Kurs. Der bekannteste überlebende Zeichner Luz kündigte vor kurzem seinen Ausstieg an. Während der Vorbereitung des Projekts standen die deutschen Museen im Kontakt mit der Redaktion von “Charlie Hebdo”. Vetter-Liebenow sagte: “Sie haben versucht, es zu unterstützen, so weit es ihnen in dieser Ausnahmesituation möglich ist.” Eine große Riege von Karikaturisten sei ausgelöscht. “Die Zeichner fehlen.”

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Die Präsentation ist ab 3. Juli auf der Seite www.museen-fuer-satire.com abrufbar.

Using ‘Terrorist Encryption’ Is a Good Way to Get Noticed by the NSA

NSA headquarters in Fort Meade (credit: Trevor Paglen)The//INTERCEPT
NSA headquarters in Fort Meade (credit: Trevor Paglen)The//INTERCEPT
If you’re a terrorist, perhaps you shouldn’t use terrorist-made encryption software—unless you want to paint a giant digital target on your back.


By Lorenzo Franceschi-Bicchierai|MOTHERBOARD

n the wake of the Edward Snowden revelations, which have laid bare a long list of NSA’s spying activities and techniques, many have feared that extremist groups such as Al Qaeda or ISIS would change their communication habits to avoid being spied on. In fact, several groups supporting Al Qaeda have gone so far as to develop three different versions of encryption software to scramble communications, according to a recent report.

But homegrown terrorist crypto might actually be good news for the NSA. According to new Snowden documents published on Wednesday by The Intercept, NSA analysts can easily identify messages sent using terrorist groups’ homegrown encryption tools.

Homegrown terrorist crypto might actually be good news for the NSA.

The documents provide more detail on a previously disclosed NSA system called XKEYSCORE, the agency’s all-powerful Google-like search tool. XKEYSCORE is graphical interface designed so that NSA analysts can easily search and sift through data captured by the spy agency’s myriad wiretaps on global internet fiber optic cables.

Analysts can use pre-determined, or customized, filters and keywords to look for, say, “individuals in Pakistan visiting certain German message boards,” all emails mentioning a certain word or phrase—or for anyone using the infamous terrorist crypto software known as Mojahedeen Secrets or Asrar al-Mujahideen.

Image: MOTHERBOARD
Image: MOTHERBOARD

As the NSA slide above clearly shows, Mojahdeen Secrets includes a unique string (“Begin ASRAR El Mohjadeen v2.0 Encrypted Message”) at the beginning of every message encrypted with the program.

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Berlin: Staatsvertrag mit Hamas-Freunden und Hasspredigern

Die Al-Nur-Moschee in Berlin-Neukölln gilt als Hochburg radikaler Salafisten. Foto: dpa/Paul Zinken
Berlin will einen Staatsvertrag mit muslimischen Verbänden verhandeln. Klingt nicht verkehrt. Doch ein Vertragsentwurf von Ex-Innensenator Ehrhart Körting (SPD) macht die Probleme deutlich. Unter den möglichen Vertragspartnern sind nicht selten politische Extremisten.


Von Jan Thomsen|Berliner Zeitung

Das heikle Projekt schien schon von der Tagesordnung verschwunden: Anfang dieses Jahres hatte die SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus beschlossen, dass Berlin einen „Staatsvertrag“ mit muslimischen Verbänden und Moscheevereinen schließen solle. Inhalt: die Regelung gegenseitiger Rechte und Pflichten, ähnlich wie bei den Verträgen mit den christlichen Kirchen und der Jüdischen Gemeinde.

Von einem „wichtigen Symbol“ der Anerkennung sprach damals der Fraktionsvorsitzende Raed Saleh, selbst Muslim: „Wir wollen klarmachen, dass der Islam zu Deutschland gehört.“ Die SPD-Fraktion folgte seinem Vorschlag mit großer Mehrheit, allerdings auch kritischen Stimmen. Dann ging die Angelegenheit zunächst in die für Religionsfragen zuständige Senatsverwaltung für Kultur.

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IS droht der Hamas

Bild: nationalreview.com
Bild: nationalreview.com
In einem Video wird der Hamas eine laxe Befolgung des wahren Glaubens vorgeworfen und eine Übernahme des Gaza-Streifens durch IS-Milizen angekündigt


Von Thomas Pany|TELEPOLIS

“Hamas ist ISIS, ISIS ist Hamas. Sie sind Feinde des Friedens”, schrieb der israelische Premierminister Netanjahu im August 2014 während der “Operation Protective Edge” in Gaza. Die hohen Opferzahlen im Gaza-Krieg (Gaza: Wenn der Krieg in die nächste Eskalation kippt) forderten eine Begründung in der Öffentlichkeit. Rethorisch wurde dies geleistet, in dem der Unterschied zwischen Hamas und Bevölkerung verwischt wurde (vgl. “Wer sich noch im Gebiet aufhielt, war ein Ziel”) und zugleich wurde die Hamas auf eine Stufe mit dem IS gesetzt.

Der IS hat nun ein Video veröffentlicht, um Unterschiede zu verdeutlichen. Mittlerweile ist die Botschaft, die sich an die “Tyrannen der Hamas” richtet, aus dem leichter zugänglichen Web entfernt. Auch auf einschlägigen Webseiten findet sich kein Hinweis.

Laut Guardian und Ha’aretz, die sich auf Reuters berufen, ist es eine Kampfansage des IS an die Hamas. Zitiert wird daraus:

Wir werden den Staat der Juden und euch und die Fatah mit der Wurzel entfernen. Alle Säkularisten sind nichts. Ihr werdet von unseren Massen überrannt.

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Afghanistan: Kalifatsterroristen gegen Taliban

IS-Division Chorasan soll zur Ermordung von Mullah Omar aufgerufen haben.
Der BBC zufolge gab es in den letzten Wochen im Osten Afghanistans “ernste Zusammenstöße” zwischen Taliban und IS-Dschihadisten, die für das syrisch-irakische Terrorkalifat kämpfen und von dort ihre Befehle empfangen. Inzwischen sollen sich die Kämpfe über mehrere Bezirke der Provinz Nangarhar ausgeweitet haben, in der eine etwa zweieinhalb Prozent starke arabische Minderheit lebt und in der Osama bin Ladens Bergfestung Tora Bora lag.


Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

Im Internet verwendet diese IS-Gruppe statt des Ländernamens Afghanistan (“Land der Paschtunen”) den historischen Namen Chorasan (“Land der aufgehenden Sonne”). Außerdem droht sie den vorwiegend paschtunischen Taliban mit der Enthauptung und der Zerstörung ihrer Häuser, wenn sie sich nicht dem Kalifat unterwerfen. Dazu postet sie Fotos von erschossenen und geköpften Taliban.

In Nangarhar sollen die IS-Division Chorasan Paschtunen außerdem dazu gedrängt haben, den Talibanführer Mullah Omar zu töten, weil es nur einen Kalifen geben könne: Abu Bakr al-Bagdadi. Vorher hatten Taliban-Sprecher an die Adresse des IS verlautbart, es könne in Afghanistan keine “zwei Banner” geben, weil das “die Mudschaheddin schwächen” würde.

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Angela Merkel: „Islam gehört unzweifelhaft zu Deutschland“

Muslime unter Generalverdacht? Nicht mit der Kanzlerin. Angela Merkel stellt anlässlich des Ramadan klar, wo der Islam in Deutschland steht. Die Integrationsbeauftragte hat unterdessen Neuigkeiten für Pegida.


Handelsblatt

Bild: bundesregierung.de
Bild: bundesregierung.de

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat anlässlich des islamischen Fastenmonats Ramadan zu gegenseitiger Wertschätzung der Religionen aufgerufen. Bei einem Empfang am Dienstagabend in Berlin bekräftigte sie zudem: „Es ist offenkundig, dass der Islam inzwischen unzweifelhaft zu Deutschland gehört.“

Die Kanzlerin verwies vor Vertretern verschiedener Glaubensrichtungen auf die weltweiten Gewalttaten im Namen einer Religion – zu oft leider im Namen des Islams. Doch jede Ausgrenzung von Muslimen in Deutschland, jeder Generalverdacht verbiete sich, sagte Merkel. Die allermeisten Muslime seien rechtschaffene und verfassungstreue Bürgerinnen und Bürger.

Wahl Dodo des Monats Juni 2015

Dodo des Monats Juni 2015
Dodo des Monats Juni 2015

Der Monat Mai hatte einiges an Höhepunkten zu bieten. Ob nun die Ausladung von Peter Singer, beim Philosophen-Pop-Festival in Köln, die “Umwelt”-Enzyklika des Vizegottes und die Terroranschläge in Tunesien, Kuwait und Frankreich. Flüchtlinge, die mit christlicher Nächstenliebe, europäischer Politik, im Mittelmeer ersaufen, die de facto Handlungsunfähigkeit Europas, hinsichtlich der Dschihad-Terrormiliz “Islamischer Staat”, es gäbe vieles, was zur Auswahl gestellt werden könnte, der Rahmen würde gesprengt .

Hier sind die Kandidaten für den Monat Juni 2015:

  1.  Jürgen Roters, “Oberbürgermeister der Stadt Köln, mit seltsamer Auffassung zu Meinungsfreiheit und Protest.
  2.  Bekir Alboga, “der Ditib-Generalsekretär findet den Islam weltoffen und modern.
  3.  Thomas de Maiziére, “lässt Gott hochleben, bei der Einweihung seines Ministeriums.”
  4.  Andrea Nahles, “sie ist der Beweis, dass Jesus nie gelebt hat, sie wäre nie Ministerin geworden.”
  5.   Annegret Kramp-Karrenbauer, “begründet ihre Ablehnung der Homo-Ehe mit Inzest.”
  6.  Reinhold Gall, “über vermeintliche Freiheitsrechte und Generalverdacht.”
  7. Paul Ziemiak, “Kinderlose sollen Sonderabgabe zahlen.”
  8.  Bayrischer Rundfunk, “Gottes-TV zum Ramadan.”
  9.  Peter Hahne, “kennt als einer der wenigen, die Botschaft der Bibel.
  10.  Bundessicherheitsrat, “bei Waffengeschäften mit den Saudis ist die Moral im Arsch.”
  11.  Udi Di Fabio, ” ist strikt gegen die Trennung von Staat und Religion.”
  12.  Kirchenkreis Dortmund, “verschenkt Eintrittskarten an Kirchenkritiker,”
  13. Martin Knispel, “will mehr christliche Kitas.”
  14.  Wolfgang Bosbach, “schreit nach Lebensschutz, versagt im Sozialen.
  15.  Gebhard Fürst, “das imago dei darf nicht homosexuell sein.”
  16. Papst Franz, “Jugendliche sollen keusch sein.”
  17.  Johannes Hartl, “Regenbogen als Zeichen für den Bund mit Gott.
  18.  Andreas Püttmann, “Journalist im Gotteswahn.”

Die Wahl ist bis zum 07. Juli 2015, 18:00 Uhr befristet. Mehrfachauswahl ist möglich. Der Sieger wird, wie immer, am folgenden Tag, hier gewürdigt werden. Viel Spaß!

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IS köpft Frauen wegen “Hexerei”

Die Terroristen des IS haben in Syrien erstmals Frauen enthauptet. Der Vorwurf: “Hexerei”. Männer, die angeblich gegen Ramadan-Regeln verstoßen hatten, wurden aufgehängt – und von Kindern ausgelacht.


DIE WELT

Bild: nationalreview.com
Bild: nationalreview.com

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat nach Angaben von Aktivisten in Syrien erstmals zwei Frauen enthauptet. Den Opfern sei “Hexerei” vorgeworfen worden, woraufhin die Frauen und ihre Ehemänner in der Provinz Deir al-Sur getötet worden seien, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Es sei das erste Mal, dass die Beobachtungsstelle Kenntnis davon erhalten habe, dass IS-Kämpfer Frauen enthauptet hätten.

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Khorchide verlangt Reform des Islam

Angesichts der islamistischen Terroranschläge vom vergangenen Freitag (Kobane, Kuwait, Frankreich, Tunesien) hat der bekannte Münsteraner Islamreformer erneut eine Reform des Islam verlangt: “Eine innerislamische Aufklärung ist heute akuter als je zuvor.” Professor Mouhanad Khorchide scheut in seiner Analyse vor klaren Worten nicht zurück, wenn er als Verbrecher nicht nur die unmittelbaren Attentäter, sondern auch diejenigen bezeichnet, “die jegliche Reformversuche im Islam bekämpfen.”


Von Walter Otte|hpd.de

Mouhanad Khorchide, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 2.0/blu-news.org

Professor Khorchide in einem Facebook-Eintrag vom 26. Juni wörtlich: “Heute war ein schwarzer Tag im Namen des Islams: eine schiitische Moschee in Kuwait wurde in die Luft gejagt (viele Tote), in Frankreich ein grausames Attentat auf eine Gasfabrik, in Kobane ein Überfall von IS, der viele Menschenleben gekostet hat und ein Anschlag auf ein Hotel in Tunesien mit vielen Toten. Es ist dringend notwendig, der Barmherzigkeit des Islams eine laute Stimme zu geben. Eine innerislamische Aufklärung ist heute akuter als je zuvor.

Apropos Aufklärung, Reformierung, kritisches Hinterfragen usw.: Der Opferdiskurs, der meint, unser Islamverständnis braucht keine ständige Aktualisierung und Aufklärung ist selbst Teil des Problems. Meine Gebete sind mit den Opfern dieses tragischen Tages und deren Familien. Die Verbrecher sind nicht nur die unmittelbaren Attentäter selbst, sondern auch diejenigen, die jegliche Reformversuche im Islam bekämpfen. Das kritische Hinterfragen, auch der eigenen Tradition, ist eine vom Koran mehrfach geforderte religiöse Haltung.”

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Warten auf 2050

Wir befinden uns im Weltkrieg gegen den Terror, meint Stefan Aust in der WELT – “besiegen” können den Jihadismus aber “nur die Muslime selbst”:
 


Von Paul Nellen|Die Achse des Guten

Oslo 22.07.2011. Themenbild
Oslo 22.07.2011. Themenbild

Wirklich nur die Muslime selbst? Das Vertrauen in die Selbstheilungskräfte des Islam, in die “peace-keeping mission” von Moscheen und Imamen in Deutschland gegenüber dem gewaltbereiten Islamismus, erscheint ungefähr so naiv, wie vor 40 Jahren die Vorstellung eines “mäßigenden” Einflusses der SPD (oder “gemäßigter Linker”) auf die RAF gewesen wäre. Eine auf Jahrzehnte angelegte, viel Papier, manche neue Lehrstühle und zahllose Dialogveranstaltungen produzierende Strategie, aber ohne jede Aussicht auf Erfolg. Denn zugleich – allen islamischen Gräueln zum Trotz – wächst die Anziehungskraft dieser Religion auf allen Kontinenten – 2050 wird der Islam 2050 die stärkste Religion weltweit sein – und erhöht damit die Siegeszuversicht der Muslime.

Insbesondere jener, die mit Khomeini der Auffassung sind, dass “der Islam es allen erwachsenen Männern zur Pflicht macht, sich für die Eroberung bereit zu machen, auf dass dem Wort des Islam in jedem Lande Folge geleistet werde”. Warum sollten gerade sie sich in einen innerislamischen Linienkampf stürzen, wenn es trotz Terrors und trotz des “IS” doch unterm Strich so gut für den Islam läuft? Und haben Fatwas oder eine “theologische” Verurteilung von angeblicher religiöser “Abweichung” schon jemals die irrenden Fanatiker oder “Abweichler” von ihrem Kurs abgebracht und zur Umkehr gezwungen?

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Sisi-Regime: Ägypten sperrt Tausende Aktivisten ohne Anklage weg

Viele Aktivisten des Arabischen Frühlings bleiben eingesperrt. Sie sitzen laut Amnesty International in Ägypten bis heute teilweise ohne Anklage oder Prozess hinter Gittern.


SpON

Präsident al-Sisi, Bild: businessinsider.com/bearb.:BB
Präsident al-Sisi, Bild: businessinsider.com/bearb.:BB

 

Die Proteste des arabischen Frühlings begannen vor viereinhalb Jahren, von der Bewegung ist nun in Ägypten nicht mehr viel zu sehen. Die Regierung von Abdel Fattah el-Sisi verfolgt die Freiheitsbestrebungen nach Einschätzung der Menschenrechtsorganisation Amnesty International kompromisslos.

“Heute siechen viele der jungen Aktivisten hinter Gittern vor sich hin. Das zeigt, dass sich Ägypten zu einer allumfassenden Unterdrückung zurückentwickelt hat”, sagte die regionale Leiterin der Menschenrechtsorganisation, Hassiba Hadj Sahraoui.

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Interview Tierschutzbeauftragte: „Nur mit Betäubung schlachten“

Die Schlachtmethoden für Halal-Fleisch sind sehr umstritten. Foto: christoph boeckheler*
Schächten ist eine alte Schlachtmethode von Tieren vor allem im Judentum und im Islam. Im Interview wirbt Hessens Tierschutzbeauftragte Madeleine Martin hier nun für einen Kompromiss, um den Tieren Leiden zu ersparen.


Von Jutta Rippegather|Frankfurter Rundschau

Frau Martin, ist Schächten Tierquälerei?
Als diese sehr alte Schlachtmethode entwickelt wurde, waren die Tiere nicht so schwer und muskulös gebaut, wie die heutigen. Man kannte auch keinerlei andere, schonenderen Methoden – anders als heute. Wenn man sieht, wie sich die Mastbullen durch die Rinderzucht entwickelt haben, so ist ein Schlachten ohne Betäubung eindeutig mit erheblichen Leiden und Schmerzen verbunden. Deshalb ist es eigentlich nach dem Tierschutzgesetz nicht gestattet.

Eigentlich?
Das Tierschutzgesetz sieht für bestimmte Religionsgruppen Ausnahmen vor. Wobei man auch in diesem Bereich zu Verbesserungen für die Tiere käme, wenn man gemeinsam intensiv darüber sprechen würde. Wenn nicht jeder starr auf seiner Meinung beharrt.

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Ägyptens Generalstaatsanwalt stirbt bei Anschlag

Mindestens fünf Polizisten und ein Zivilist wurden laut Staatsfernsehen bei dem Anschlag verletzt © Khaled Desouki/AFP
Nahe des Autos von Ägyptens Generalstaatsanwalt Hischam Barakat ist eine Bombe detoniert. Laut Staatsfernsehen ist Barakat seinen Verletzungen erlegen. Es wird vermutet, dass der Anschlag eine Verbindung zur verbotenen Muslimbruderschaft hat.


stern.de

Der ägyptische Generalstaatsanwalt ist bei einem Anschlag getötet worden. Wie das Staatsfernsehen berichtete, starb Hischam Barakat am Montag an inneren Blutungen, nachdem am Morgen eine Bombe in der Nähe seines Autos im Norden Kairos explodiert war.

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Indonesien legalisiert islamische Zwangsehe minderjähriger Mädchen

Um den moslemischen Ulema zu gefallen, sprach sich der indonesische Verfassungsgerichtshof für die Zulassung von Eheschließungen unter Minderjährigen aus. Bürgerrechtsaktivisten warnen, daß damit der unter Moslems verbreiteten Praxis kombinierter Ehen unter Minderjährigen und vor allem der Zwangsverheiratung minderjähriger Töchter Vorschub geleistet wird.


Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Themenbild rnw.nl
Themenbild rnw.nl

Teile der Zivilgesellschaft im südostasiatischen Land befinden sich wegen der Entscheidung der Höchstrichter im Aufruhr. Der Verfassungsgerichtshof des größten islamischen Staates der Welt legalisierte Eheschließungen von Minderjährigen. Bisher mußten die Brautleute mindestens 18 Jahre alt sein, um heiraten zu können. Nun setzte der Oberste Gerichtshof das Mindestalter auf 16 Jahre herunter. Menschenrechtsorganisationen fürchten, daß das nur der erste Schritt sei und das Mindestalter bald weiter gesenkt werden oder ganz wegfallen könnte. Entscheidend für das Urteil war die Einflußnahme des Indonesischen Ulema-Rates (MUI). Bürgerrechtsorganisationen sprechen von einem „gefährlichen Präzedenzfalle“.

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Das nächste große Schlachtfeld ist Europa

Foto: Infografik Die Welt
Vor einem Jahr rief der IS sein Kalifat aus. Jetzt bereiten die islamistischen Terroristen eine neue Strategie vor. Systematisch schleusen sie Kämpfer über Flüchtlingsrouten in die EU.


Von Alfred Hackensberger|DIE WELT

Lorenz Berger ist immer noch fahl im Gesicht. Die Woche in Gefangenschaft der Terrormiliz “Islamischer Staat” hat Spuren hinterlassen. Sein Rücken schmerzt von den Gewehr- und Stockschlägen, die er für das Kruzifix an seiner Halskette bezog. Das verseuchte Wasser, das er trinken musste, verursacht ihm immer noch Magenkrämpfe. Berger heißt in Wirklichkeit anders, und mit Extrembedingungen kann er umgehen. Er war mal Soldat und ist schon länger im Nahen Osten unterwegs, für wechselnde europäische Geheimdienste, als freischaffender Agent sozusagen.

Doch in jenen Tagen in Nordsyrien glaubte er nicht, dass er noch einmal lebend davonkommen würde. Dann fielen die Bomben der Luftwaffe von Diktator Assad. Unter Bergers Peinigern brach Panik aus. Als einer von ihnen tot in der Ecke lag, griff Berger sich dessen Gewehr, stürmte los und schoss sich den Weg frei. “Ich sehe noch die Überraschung in den Augen der Männer”, erinnert er sich. “Aber als sie mich bemerkten, war es schon zu spät für sie.”

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Zeman: “Flüchtlinge erleichtern Expansion des IS”

Der tschechische Präsident sieht in den Migrationsströmen ein “Sicherheitsrisiko” und wirft dem Westen “Feigheit” und “Dummheit” vor.


Die Presse

Der tschechische Präsident Milos Zeman hat vor den Flüchtlingen aus dem Nahen Osten und Afrika als Sicherheitsrisiko gewarnt. Durch die Aufnahme von Flüchtlingen werde die Expansion des “Islamischen Staates” (IS) nach Europa erleichtert, erklärte Zeman gegenüber dem Nachrichtenportal “Parlamentnilisty.cz”. Gleichzeitig warf er dem Westen eine “Appeasement-Politik” gegenüber dem IS vor.

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Massaker in Tunesien: Wieso hielt niemand den Attentäter auf?

Bild: @SkyNews/Twitter
Bild: @SkyNews/Twitter
Ein junger Mann in Shirt und Shorts schlendert einen belebten Strand entlang – ein Maschinengewehr in der Hand. Das Foto entstand Momente, bevor der Student Seifeddine Rezgui Yacoubi (23) mit der Waffe 39 Menschen niedermäht, offenbar gezielt Europäer.


Von Stephanie Lamprecht|Berliner Kurier

Britische Touristen berichten, dass der Attentäter übers Meer kam. Er soll mit einem Jet-Ski an den Strand gefahren sein, sich kurz im Meer gewaschen und sich einen Moment auf einer Sonnenliege ausgeruht haben. Dann habe er die Waffe aus einem eingeklappten Sonnenschirm gezogen und sei ruhig am Strand entlanggewandert, bevor er das Feuer auf die Urlauber eröffnete.

Junge Tunesier schrien ihren Landsmann verzweifelt an, lieber sie zu erschießen, statt der Touristen. Seine Antwort sei gewesen: „Ich will euch nicht erschießen.“ Augenzeugen berichten, wie sie sich tot stellten, um ihr Leben zu retten. Während viele Opfer am Strand verbluteten, ging Yacoubi in das Hotel „Imperial Marhaba“, tötete weitere Menschen, kehrte an den Strand zurück.

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Ägypten und Deutschland: alternativloses “business as usual”?

Ein Rekordauftrag für die Firma Siemens und warum es sich die deutsche Regierung leisten könnte, die Machthaber deutlicher auf ihre Repressionspolitik anzusprechen


Von Martin Hoffmann|TELEPOLIS

Präsident al-Sisi, Bild: businessinsider.com/bearb.:BB
Präsident al-Sisi, Bild: businessinsider.com/bearb.:BB

Die Normalisierung der Beziehungen mit dem autoritären ägyptischen Regime unter Ex-General Al-Sisi ist nicht so alternativlos, wie sie in Deutschland bisweilen dargestellt wird. Die ägyptische Regierung kann sich nicht langfristig darauf verlassen, von den Golfstaaten finanziert zu werden. Sie ist letztendlich auch auf Investitionen und Know-How aus Deutschland und Europa angewiesen.

Rückblickend betrachtet war der Weg zum roten Teppich, der dem ägyptischen Staatspräsident Al-Sisi bei seinem Staatsbesuch in Berlin Anfang Juni ausgerollt wurde, ziemlich kurz. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel war bereits im März in Sharm-Al-Sheikh zu Besuch, wo die ägyptische Regierung durch eine Investorenkonferenz versuchte, das angeschlagene Image des Landes als Investitionsziel zu verbessern.

Im Mai folgte ihm Außenminister Frank-Walter Steinmeier, der in Kairo nicht nur Präsident Al-Sisi traf, sondern auch den Großscheich der traditionsreichen Al-Azhar-Universität, Ahmad al-Tayyib. Im Zentrum der Gespräche während des Staatsbesuchs soll vor allem die Terrorismusbekämpfung gestanden haben. Die Signale der Bundesregierung, die autoritäre ägyptische Regierung wie vor den arabischen Umstürzen wieder primär als Partner im Kampf gegen den Terrorismus und nicht als anti-demokratischen Dorn im Auge zu sehen, waren eindeutig.

Bis dato galt als deutsche Bedingung für einen möglichen Staatsbesuch Al-Sisis in Berlin jedoch noch das Abhalten von Parlamentswahlen, die ursprünglich für den März diesen Jahres angesetzt waren. Letztlich ließ die Bundesregierung auch diese Forderung fallen und rollte dem autoritär herrschenden Ex-General ohne Bedingungen den roten Teppich aus.

Wie kam es dazu? Manche Beobachter gehen davon aus, dass abgesehen von den klaren Koordinaten, die Al-Sisi angesichts des Chaos in der Region einer verunsicherten deutschen und europäischen Nahost-Politik anbieten kann, auch ein sehr handfestes Angebot von ägyptischer Seite den Ausschlag gab.

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