Laut CIA befahl der saudische Kronprinz den Mord an Khashoggi

Nach Auffassung des CIA hat der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman den Mord an dem Journalisten Jamal Kashoggi angeordnet. (Bild: Amir Levy / Reuters Archiv)
Nach Auffassung des US-Auslandgeheimdienstes CIA hat der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman den Mord am Journalisten Jamal Khashoggi angeordnet. Dies berichtete die «Washington Post» am Freitag. Riad bestreitet eine Beteiligung des Kronprinzen am Mord.

Neue Zürcher Zeitung

Der US-Auslandsgeheimdienst CIA kommt nach Medienberichten zur Einschätzung, dass der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman die Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi angeordnet hat. Riad bestritt bisher jegliche Beteiligung des Kronprinzen am Mord. Die CIA sei zu dieser Schlussfolgerung gekommen, nachdem sie mehrere Quellen ausgewertet habe, darunter ein Telefongespräch zwischen dem Bruder des Kronprinzen und Khashoggi, berichtete die «Washington Post» am Freitag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Bei dem Telefonat habe Khalid bin Salman Khashoggi gesagt, dass er in das saudische Konsulat nach Istanbul gehen soll, um Dokumente abzuholen, schrieb die Zeitung. Er habe dem Journalisten zugesagt, dass dies sicher sei. Khalid bin Salman ist saudischer Botschafter in den USA. Er habe den Anruf auf Anordnung seines Bruders getätigt.

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Verhaftungswelle in der Türkei

© Imago, FR
Türkische Justiz nimmt prominente Intellektuelle und Wissenschaftler aus dem Umfeld des inhaftierten Kulturmäzens Osman Kavala fest. Späte Rache für Gezi-Proteste?

Von Frank Nordhausen | Frankfurter Rundschau

Niemand ist mehr sicher, ziviler Ungehorsam wird als Umsturzversuch gewertet. Diese Botschaft sandte die türkische Justiz am Freitag an die verbliebene demokratische Zivilgesellschaft im Land. In einer massiven Operation der Sicherheitskräfte gegen angebliche „Terroristen“ wurden 20 prominente Intellektuelle und Wissenschaftler aus dem Umfeld des inhaftierten Kulturmäzens Osman Kavala zur Festnahme ausgeschrieben und mindestens 13 von ihnen festgenommen.

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Das Schweinefleisch-Verbot im Islam und seine Bedeutung

Grafik: Deutschlandfunk
Dass Muslime kein Schweinefleisch essen dürfen, ist ein prominentes Beispiel für Speisevorschriften; wobei die Gründe dafür umstritten sind. Speisevorschriften gibt es in vielen Religionen – auch im Christentum. Aber wie Nicolai Sinai von der Oxford University zeigt, geht es dabei nicht zwangsläufig um den Genuss eines Produkts, wie man meinen könnte.

Von Dr. Nicolai Sinai | Deutschlandfunk

„Sprich: Ich finde in dem, was mir eingegeben worden ist,
nichts, das jemandem zu essen verboten wäre,
außer Verendetem und ausgegossenem Blut und Schweinefleisch – denn es ist unrein –
oder Gräuel, über den anderes als Gott angerufen wurde.
Doch wenn jemand sich in einer Zwangslage befindet,
ohne Begehrlichkeit zu hegen und eine Übertretung zu begehen – nun, dein Herr ist vergebungsbereit und barmherzig.“

Der gerade vorgetragene Vers ist eine von vier Koranstellen, die mit fast identischen Worten eine Reihe grundsätzlicher Speiseverbote aufstellen: Untersagt sind der Genuss von verendeten Tieren, von Blut, von Schweinefleisch sowie von Nahrungsmitteln, die anderen Wesen als Gott geweiht wurden.

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Giffey warnt vor Folgen religiösen Mobbings an Schulen

Bild: © picture alliance/Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa
„Mobbing geht an niemandem spurlos vorbei und kann schlimme Folgen haben“, so Bundesfamilienministerin Franziska Giffey. Mit einem neuen Förderprogramm hat die SPD-Politikerin dem Mobbing nun den Kampf angesagt.

katholisch.de

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat vor den Folgen religiösen Mobbings an Schulen gewarnt. „Mobbing geht an niemandem spurlos vorbei und kann schlimme Folgen haben: von der Schulverweigerung bis hin zum Selbstmord“, sagte sie am Freitag in Hannover. „Wenn Schüler beschimpft oder gemobbt werden, weil sie anders aussehen, einen anderen Glauben haben oder anderer Herkunft sind, dann ist es höchste Zeit zu handeln.“ Giffey äußerte sich beim offiziellen Auftakt ihres Programms zur Förderung von Anti-Mobbing-Profis an Schulen. Rund 200 speziell geschulte Sozialarbeiter – sogenannte Respekt Coaches – arbeiten derzeit an bundesweit 175 Schulen. Gestartet war das Programm in diesem Schuljahr.

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Türkei: Sechs Jahre Gefängnis für deutsche Staatsbürgerin

Grafik: TP
Das dritte Urteil innerhalb von drei Monaten gegen deutsche Staatsbürger in der Türkei

Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Die Kölner Sängerin Hozane Cane wurde in der Türkei zu sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Dies ist nun das dritte Urteil innerhalb von drei Monaten gegen deutsche Staatsbürger in der Türkei. Allen drei Deutschen wurde „Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung“ oder „Terrorpropaganda“ vorgeworfen. Stichhaltige Beweise dafür benötigt man in der Erdogan unterstellten Justiz offenbar schon lange nicht mehr.

In München fanden in der letzten Woche gleich drei Prozesse gegen zwei Journalisten und einen Schauspieler wegen ähnlicher Vorwürfe statt. Auch hier sind die Beweise äußerst fragwürdig. Wird München zum deutschen Ankara? Das gab es schon einmal: 1923. Da wurde in dem völkischen Kampfblatt „Heimatland“ eine mehrteilige Serie über Atatürk veröffentlicht.

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Grundstein für neue Moschee in Erfurt gelegt

Proteste gegen den Moscheeneubau Quelle: dpa/AFP
Ramelow: Moschee gehört zur Gesellschaft wie eine Kirche oder Synagoge

DIE WELT

In Erfurt ist am Dienstag der Grundstein für den Bau einer neuen Moschee gelegt worden. Das Gotteshaus der Ahmadiyya-Gemeinde mit Kuppel und Zierminarett wird im Erfurter Ortsteil Marbach errichtet und ist der erste Moscheeneubau in Thüringen. „Für mich gehört eine Moschee zu unserer Gesellschaft, ebenso wie eine Kirche oder eine Synagoge“, erklärte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke). Ramelow nahm neben Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) auch selbst an der Zeremonie teil.

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Zentralrat der Muslime will Asia Bibi helfen: „Wir wollen ein Zeichen setzen“

Aiman Mazyek (Bild: Wikimedia Commons/Jakub Szypulka)
Asia Bibi wurde vom Vorwurf der Gotteslästerung freigesprochen, entging der Todesstrafe. Nun will sie Pakistan verlassen. Mehrere EU-Länder zeigen sich bereit, die Christin aufzunehmen. Auch der Zentralrat der Muslime will helfen.

DOMRADIO.DE

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland möchte der in Pakistan verfolgten Christin Asia Bibi helfen. „Wir haben eine offizielle Einladung an Asia Bibi dem pakistanischen Botschafter überreicht“, sagte der Zentralratsvorsitzende Aiman Mazyek der „Süddeutschen Zeitung“ am Dienstag. Die 2010 wegen angeblicher Blasphemie zum Tod verurteilte und kürzlich freigesprochene Christin solle an einer Veranstaltung rund um Religionsfreiheit und Menschenrechte teilnehmen.

Mit der Einladung wolle man die Ausreise Asia Bibis beschleunigen, die sich derzeit an einem unbekannten Ort in Pakistan aufhaltel. Nach der Aufhebung des Todesurteils hatte es wütende Proteste islamistischer Gruppen gegeben, die gegen das Urteil protestieren und Bibis Hinrichtung fordern.

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Jemen: Beispiel für den Zynismus des Westens

Bombardierung eines Gebäudes in Sanaa, 2016. Bild: fahd sadi/CC BY-SA-3.0
Europäische Rüstungskonzerne haben viele Milliarden mit Waffenverkäufen an Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate verdient, die geleistete humanitäre Hilfe war nur ein kleiner Bruchteil davon

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Immer wieder erstaunlich ist, wie offen eine Doppelmoral praktiziert werden kann. Während der Nato-Westen massiv vor einer humanitären Katastrophe warnte, wenn Idlib von den syrischen Truppen eingenommen würde, und militärische Konsequenzen androhte, geht es bei den Angriffen von Regierungstruppen, die von Saudi-Arabien unterstützt werden, auf die jemenitische Hafenstadt Hodeidah deutlich zurückhaltender zu. Dabei ist klar, dass die Versorgung der Hälfte der Bevölkerung, die auf humanitäre Hilfe angewiesen ist, gefährdet sein wird. UN-Generalsekretär Antonio Guterres spricht zwar von einer „absolut katastrophalen Situation“, wenn der Hafen bei den Kämpfen zerstört werden sollte, aber die Kämpfe gehen weiter.

Die Bewohner von Hodeida, die noch nicht wie Hunderttausende geflohen sind, müssen nun eingeschlossen in der Stadt und meist auch in ihren Häusern leben, weil die Regierungstruppen schon in Teile der Stadt eingedrungen sind und auf den Straßen gekämpft wird. Über den Hafen kommt ein Großteil der Lebensmittel und der medizinischen Produkte in das Land, in dem 14 Millionen der Bevölkerung von Hunger bedroht sind, 3 Millionen Kinder und Mütter unterernährt und 22 Millionen oder 75 Prozent nach UN-Angaben auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. Durch den eventuellen Ausfall der Versorgung würde die schon lange bestehende humanitäre Katastrophe noch einmal größer. Die internationale Gemeinschaft hat derweil zugeschaut, die westlichen Staaten haben – ebenso wie Russland – weiterhin eifrig Geschäfte mit den Golfstaaten gepflegt.

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Intensiver Raketenbeschuss gegen Israel

Themenbild. Plakat in Gaza
Über 200 Geschosse innert drei Stunden gegen Israel. Total fielen gestern über 400 Raketen.

Jacques Ungar | tachles.ch

Bei der Beschiessung mit palästinensischen Raketen starb in Ashkelon ein Mann, elf Personen wurden verletzt. Total zählte man bis Dienstagmorgen 54 israelische Verletzte, einer von ihnen lebensgefährlich. Nach der ausgedehnten, verlustreichen Kampftätigkeit mit einem israelischen Toten und mindestens sieben palästinensischen Opfer zwischen der Hamas und IDF-Truppen in der Nacht zum Montag setzte sich die Konfrontation nach einer kurzen Verschnaufpause am Montagmorgen gegen den späteren Nachmittag und bis in die Abendstunden wieder fort. Von den über zweihundert Raketen, welche die Hamas zwischen 16.30 Uhr und 19.30 Uhr gegen Israel abfeuerte, konnte das «Iron Dome»-Abwehrsystem einen beachtlichen Teil unschädlich machen, doch eine hermetische Abschottung ist unmöglich. So wurde bei einem Direkttreffer auf einen israelischen Autobus ein 19-jähriger Junge von einer Mörsergranate lebensgefährlich verletzt. Rund 50 IDF-Soldaten hatten insofern Glück als dass sie das Gefährt kurz vor dem Beschuss verliessen.

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Israel-Katar: 15 Millionen in bar transferiert

Das Geld soll für Lohnzahlungen verwendet werden.

tachles.ch

Die Welt wurde dieser Tage Zeugin eines (zumindest offiziell) erstmaligen und ungewöhnlichen Geldtransfers von Israel an die Hamas-Bewegung im Gazastreifen. Mit Genehmigung Jerusalems transportierte der katarische Emissär Mohammed al-Amadi vor dem Wochenende via Erez-Passage in drei schwarzen Handkoffern 15 Millionen Dollar in bar in seinem Auto in den Gazastreifen, wobei er unbehelligt die israelischen Kontrollen am Grenzübergang passieren konnte.

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Fake News schüren Stimmung gegen Christin

Bild: tagesschau.de
In Pakistan wird der Streit über Asia Bibi durch Falschmeldungen zusätzlich angeheizt. Im Netz kursieren Fotos, die die Christin bei einem Papstbesuch zeigen sollen. Doch die Bilder sind alt.

Von Wolfgang Wichmann | tagesschau.de

In Pakistan wird weiter heftig über das Schicksal von Asia Bibi gestritten. Die Christin und Mutter von vier Kindern steht im Fokus der mehrheitlich muslimisch geprägten Bevölkerung, seit der höchste Gerichtshof des Landes Ende Oktober ein Todesurteil gegen sie aufhob. Gegen die Entscheidung gab es landesweit Proteste. Vor acht Jahren war sie wegen wegen angeblicher Blasphemie zum Tode verurteilt worden.

Wütende Demonstranten erreichten schließlich durch Straßenblockaden und Proteste eine neue Vereinbarung zwischen Islamisten und der Regierung: Sie schreibt fest, dass Asia Bibi das Land nicht verlassen darf, bis die Entscheidung des Obersten Gerichts des Landes noch einmal überprüft wurde. Die Lage beruhigte sich daraufhin etwas.

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Der Islam ist keine Rasse – die Zugehörigkeit zum Islam ist eine freiwillige Entscheidung

Bild: Jüdische Rundschau
Die ex-moslemische, in Syrien geborene Autorin Laila Mirzo hat dazu das aufrüttelnde Buch „Nur ein schlechter Muslim ist ein guter Muslim“ veröffentlicht.

Von Miriam Baum | Jüdische Rundschau

„Nur ein schlechter Muslim ist ein guter Muslim – Über die Unvereinbarkeit des Islam mit unserer Kultur“ so der Titel des Erstlingswerks der deutsch-syrischen Autorin Laila Mirzo. Der provokante Titel des Buches lässt einen brisanten Inhalt erahnen, Mirzo zeigt argumentativ die Unvereinbarkeit des orthodoxen Islam mit einem humanistischen Wertekatalog auf. Auf die Frage, ob der Islam zu Europa gehöre, stellt die Autorin die Gegenfrage „Passt Europa denn zum Islam?“.
Ein Buch über den Islam geht auch immer die jüdische Glaubensgemeinschaft an, ist doch die offene Judenfeindlichkeit ein zentrales Thema der islamischen Umma. So widmet Laila Mirzo dem Kapitel „Islamische Judenfeindlichkeit“ auch ein gutes Zehntel ihres Buches, indem sie von der Geschichte des ersten Genozids an den jüdischen Stämmen in Medina bis hin zum Nahostkonflikt und der antizionistischen Doktrin von Hamas und Fatah berichtet:

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Vega: The North Star of the Past and the Future

To find the star Vega in the constellation Lyra, look directly overhead. North lies at the top of the sky map. Credit: Starry Night Software
Vega is a bright star located just 25 light-years from Earth, visible in the summer sky of the Northern Hemisphere. The star is part of the constellation Lyra and, with the stars Deneb and Altair, forms an asterism known as the Summer Triangle.

By Elizabeth Howell | SPACE.com

The star is only about 450 million years old, which makes it a youngster compared to our own solar system (which is 4.6 billion years old). Studies of Vega help astronomers learn more about solar systems that are in the early stages of their formation.

Because the Earth’s axis wobbles, our perception of north gradually shifts to different stars over a 26,000-year cycle. Vega was the North Star several thousand years ago, and it will regain that status in about 12,000 years.

Vega is almost directly overhead at midnorthern latitudes on midsummer nights. Vega sinks below the horizon for only 7 hours a day and can be seen on any night of the year.

Farther south, Vega lies below the horizon for a longer period, but in Alaska, northern Canada and much of Europe, Vega never sets. The star’s location is:

  • Right ascension: 18h 36m 56.3s.
  • Declination: 38 degrees 47 minutes 01 second.

Because Vega’s blue-white light is so bright — the star has an apparent magnitude of 0.03 — it features prominently in ancient cultures, ranging from the Chinese to the Polynesians to the Hindus. Vega’s name comes from the Arabic word „waqi,“ which means „falling“ or „swooping.“

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Islamischer Extremismus in der Schweiz

Symbolbild, welches nicht in der Schweiz aufgenommen wurde. Bild: RDF
Einer neupublizierte Studie von der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) zum Thema Extremismus in der Schweiz hat ergeben, dass knapp die Hälfte der befragten muslimischen Jugendlichen eine abwertende Haltung gegenüber westlichen Gesellschaften hat.

Interview mit Giordano Brunello | Richard-Dawkins-Foundation

26.1% der Befragten finden beispielsweise, dass die Frauen in der Schweiz viel zu viele Freiheiten hätten. 29.1% der Befragten gaben an, dass sie die Lebensweise der Menschen in der westlichen Welt, etwa die Kleidung, abstoßend finden würden. Circa ein Viertel der befragten 670 jungen Muslimen haben sogar angegeben, dass sie sich die Scharia auch in der Schweiz wünschen.

Ich wurde heute von einer Journalistin kontaktiert, die mir im Zusammenhang mit dieser Studie einige Fragen gestellt hat. Ich habe diese relativ umfassend beantwortet, weshalb meine Ausführungen im fraglichen Medium nicht vollständig wiedergegeben werden können. Darüber hinaus sollen auch andere Experten zu Wort kommen. Da meine Antworten in der etwas umfassenderen Form vom allgemeinen Interesse sein könnten, habe ich diese nachfolgend wiedergegeben:

Sie kennen bzw. zeigen die Folgen der Scharia auf. Was denken Sie, wieso haben jugendliche Muslime diese Anti-Haltung gegenüber der westlichen Gesellschaft und ihren Werten?

Zunächst möchte ich definieren, was Scharia überhaupt ist, weil die meisten Menschen hier in Europa eine falsche respektive ungenügende Vorstellung davon haben, was dieser Begriff bedeutet. Scharia (häufig mit „Weg zur Quelle“ übersetzt) ist die Gesamtheit der islamischen Rechts- und Verhaltensnormen (inklusive Methode der Rechtsfindung), die sehr umfassend sind. Die Scharia übertrifft das, was wir uns üblicherweise unter dem Begriff Recht vorstellen, bei weitem. So sagt die Scharia beispielsweise auch, dass ein Gläubiger sich die Zähne putzen sollte. Sie gibt dem Muslim die Gebetsrichtung vor. Sie sagt, dass er eine Pilgerfahrt durchführen sollte und sie gibt die Regeln bei einer Scheidung vor. Scharia ist also Recht im weitesten Sinne.

Die Scharia ist aber kein Buch. Vielmehr existieren verschiedene Quellen der Scharia. Die Hauptquelle der Scharia ist der Koran, das über den Erzengel Gabriel und mittels den Propheten Mohammed gegenüber den Menschen offenbarte Wort Gottes. Darüber hinaus sind insbesondere die sog. Hadithe eine Quelle der Scharia. Insbesondere dort sind Befehle, Gebote und Verhaltensweisen des Propheten zu finden und darüber hinaus der Offenbarungszusammenhang der koranischen Suren, damit diese interpretiert werden können. Die Hadithe sind rund 200 Jahre nach dem Koran schriftlich verfasst und kanonisiert worden. Zuvor seien sie mündlich übertragen worden, so die Angabe der islamischen Tradition. Wenn ein gläubiger Muslim oder Muslimin den Regeln der Scharia folgt, namentlich die Gebote und Verbote des Koran einhält und das angeblich vorbildliche Verhalten des Propheten kopiert und auch dessen Befehlen folgt, die insbesondere in diesen Hadithen niedergelegt sind, führt er oder sie damit ein gottgefälliges Leben. Genau darum geht es in der Scharia. Sie beantwortet den Muslimen, wie sie ein gottgefälliges Leben führen können. Scharia ist also bei weitem nicht bloss das islamische Zivilrecht oder das Strafrecht mit den barbarischen Körperstrafen.

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Widerstand gegen Ditib-Beobachtung


Die Pläne des Bundesamtes für Verfassungsschutz, den Moscheeverband Ditib zu überwachen, stoßen auf Kritik bei den Landesämtern. Der Vorstoß sei überzogen, die Risiken zu groß.

Von Georg Mascolo, Andreas Spinrath | tagesschau.de

Praktisch alle Landesämter für Verfassungsschutz haben den Plänen widersprochen, den türkisch-islamischen Verband Ditib mit geheimdienstlichen Mitteln zu überwachen. Im September war bekannt geworden, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz den Verband zum Prüffall erklärt hatte.

Nach Informationen von WDR, NDR und „Süddeutscher Zeitung“ kritisierten die Kollegen aus den Bundesländern den Vorstoß der Behörde zum Teil sehr deutlich. Würde der Bund auf eine Beobachtung bestehen, hätte er offenbar wenig Unterstützung aus den Landesämtern zu erwarten.

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Gülen-Bewegung: Dialog zwischen Integrationsarbeit und Sektenwahn

Der Begriff Sekte ist ursprünglich ein christlich konnotierter Begriff und ist auf Grund des charakteristischen Typus des Christentums auf diesen anwendbar.

Von Umut Ali Öksüz, Dr. Cemil Sahinöz | HUFFPOST/Blog

Einen vergleichbaren Begriff gibt es in anderen Religionen nicht. Inhaltlich betrachtet gibt es jedoch auch in anderen Religionen Sekten, bzw. Gruppen, die die gleichen Kriterien erfüllen.

So soll in diesem Artikel geschaut werden, ob die religionssoziologischen Kriterien für eine Sekte auf die Gülen Bewegung zutreffen.

Definition und Kriterien

Max Webers “Soziologische Grundbegriffe“ endet mit einem Vergleich von Kirche und Sekten. Demnach wird man in die Kirche „hineingeboren“, wohin eine Sekte „nur die religiös Qualifizierten persönlich in sich aufnimmt“.

Er verweist dabei auf Kriterien der Religionssoziologie, in der der Begriff Sekte, den es schon seit der Antike gibt, inhaltlich entwickelt wurde. Unabhängig davon, dass es einige unterschiedliche Definitionen vom Sektenbegriff gibt, gibt es auch minimale Kriterien von Sekten, die die unterschiedlichen Definitionen gemeinsam haben.

Laut Frank-Xaver Kaufmann sind das Kriterien wie Gemeinschaftscharakter, freiwillige Mitgliedschaft, allgemeines Priestertum und eine klare und scharfe Abgrenzung „mit Hilfe der eigenen, meist radikal-religiösen Auffassungen gegen die vorherrschende Kultur“.

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Die Militärkoalition der Saudis verstärkt die Angriffe in Jemen – und schreckt auch vor Spitälern nicht zurück

Ungeachtet der Rufe nach einem Waffenstillstand haben die Saudi und ihre Verbündeten die Angriffe auf die lebenswichtige Hafenstadt Hudeida intensiviert. Ihre Gegner, die Huthi, denken ebenfalls nicht ans Einlenken. Dabei sollten demnächst Verhandlungen stattfinden.

Neue Zürcher Zeitung

Noch vor wenigen Tagen sah es danach aus, als gäbe es einen Durchbruch in dem seit mehr als drei Jahren dauernden Krieg in Jemen. Die Amerikaner schienen die Geduld mit dem von Saudiarabien angeführten Militärbündnis zu verlieren, das sie im grossen Stil mit Waffenlieferungen und anderer Militärhilfe unterstützten. Verteidigungsminister James Mattis und Aussenminister Mike Pompeo forderten die Kriegsparteien zu Verhandlungen «innerhalb von dreissig Tagen» auf. Gleichzeitig hat der Uno-Sondergesandte für Jemen, Martin Griffiths, einen neuen Anlauf unternommen, um die Konfliktparteien an einen Tisch zu bringen. Doch die Appelle sind ungehört verhallt.

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Berlin: Aus für Präventionsprojekt an Sehitlik-Moschee

Die Sehitlik-Moschee beteiligte sich Anfang Oktober am Tag der offenen Moschee.Foto: Paul Zinken/dpa
Nach Verbalangriffen auf Mitarbeiter stellt der Verein „Violence Prevention Network“ ein Projekt zur Deradikalisierung an der Ditib-Sehitlik-Moschee ein.

Von Sabine Beikler | DER TAGESSPIEGEL

Pinar Cetin musste ihrem zweijährigen Kind die Ohren zuhalten, so laut war die verbale Auseinandersetzung mit dem türkischen Religionsattaché Ahmed Fuat Candir in der Sehitlik-Moschee. Die 36-jährige Politologin war umringt von fünf Männern. Candir verwies Cetin der Moschee. Sie würde ein falsches Islambild vermitteln und dürfe keine Moscheeführungen veranstalten. Das alles hörte eine Schulklasse aus Hessen, die sich über das von Cetin geleitete Präventionsprojekt Bahira informieren wollte. Nach diesem Eklat zog der Träger „Violence Prevention Network“ (VPN) die Konsequenz und beendete das Kooperationsprojekt mit der einstigen Vorzeigemoschee in Neukölln.

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Der amerikanische Krieg gegen den Terror hat mindestens 500.000 Tote gekostet

US-Truppen im Irak bei der Offensive auf Mosul. Bild: DoD
Nach Schätzung des Costs of War Project der Brown University waren die Hälfte Zivilisten, die direkten finanziellen Kosten werden auf 4,6 Billionen US-Dollar geschätzt

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Die USA haben von Anfang an darauf verzichtet, die Zahl der Getöteten und Verletzten in den Kriegen in Afghanistan, im Irak und in Pakistan zu zählen. Syrien wurde in den Bericht nicht aufgenommen, wo alleine mehr als eine halbe Million Menschen getötet wurden. Auch andere Länder wie Jemen, Somalia, Libyen oder Niger wurden nicht berücksichtigt. Für Afghanistan und den Irak veröffentlichen Vereinten Nationen regelmäßig die Zahl der Kriegsopfer, auch andere Organisationen wie AirWars versuchen, einen Überblick durch Auswertung unterschiedlicher Quellen zu geben.

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Mit der linken Hand essen die Teufel

Bei der Eröffnungsfeier des neuen Flughafens in Istanbul lässt es sich der türkische Präsident nicht nehmen, selbst ein Golf Cart zu fahren. Er verfügt über 21 Dienstwagen. Bild: dpa
Die Inflation bricht Rekorde, aber etwas ist doch stabil in der Türkei: das übliche Statement von Erdogans Schwiegersohn. Unterdessen bitten Willkommens-Imame Reisende zum Islam-Unterricht.

Von Bülent Mumay | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Zu den Gebieten, auf dem das Erdogan-Regime besonders erfolgreich ist, gehört es, die Realität zu manipulieren und die Wahrnehmung der Öffentlichkeit von irgendeiner Sache zugunsten der Regierung zu wenden. Nicht umsonst sind die Machthaber seit ihrem Regierungsantritt bestrebt, die Medien in die Hand zu bekommen. Das ist ihnen gelungen. Entweder zogen sie Medieneinrichtungen an sich oder wechselten die Eigentümer aus. Unliebsame Journalisten ließen sie feuern oder hinter Gitter bringen. Mit den ihnen zur Verfügung stehenden Instrumenten, von Gerichten bis zu den Medien, wird jede Form von Opposition verteufelt. Alle Manöver, Fehler und Misserfolge der Regierung werden durch Eingriffe in die Wahrnehmung legitimiert. Manchmal sogar als Erfolge verkauft.

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