Archiv der Kategorie: Islam

Suhl: Krawallermittlungen auf versuchten Totschlag ausgedehnt

brennender_koranIn der Nacht vom 19. auf den 20. August kam es in der thüringischen Stadt Suhl zu schweren Ausschreitungen, bei denen 17 Menschen verletzt und eine Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber sowie zahlreiche Autos verwüstet wurden (vgl. Suhl: Verletzte und Sachschäden in Erstaufnahmeeinrichtung). Die Krawalle begannen, als sich ein afghanischer Asylbewerber, der Seiten aus einem Koran gerissen hatte, vor syrischen Asylbewerbern, die ihn attackierten, in die Wachstube des Sicherheitsdiensts flüchtete.

Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

Die Angreifer zogen sich darauf hin nicht zurück, sondern versuchten, die Tür der Wachstube einzutreten, worauf hin der Sicherheitsdienst Tränengas versprühte und die Polizei alarmierte. Als diese eintraf, wurde sie von den Angreifern umzingelt und unter Allahu-Akbar-Rufen mit Steinen beworfen, weshalb der Einsatzleiter Verstärkung aus der Landeshauptstadt Erfurt und sogar aus Bayern anfordern musste. Am Ende waren 125 Beamte, neun Notärzte und 90 Sanitäter im Einsatz. Inzwischen gesperrte Videoaufnahmen des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) zeigen, wie der Mob auch andere Asylbewerber und Reporter mit Eisenstangen und Messern attackiert. Mehrere Brandstiftungen konnte die Feuerwehr relativ schnell unter Kontrolle bringen.

Am Freitag nach den Krawallen gab die Landespolizeiinspektion Suhl bekannt, dass die für die Stadt zuständige Staatsanwaltschaft Meiningen (unter anderem anhand privater Videoaufnahmen) “prüft, welche Tatverdächtigen in welchem Umfang die Tatbestände des Landfriedensbruchs, der Körperverletzung und der Sachbeschädigung erfüllt haben”. Der thüringische Integrationsminister Dieter Lauinger (Grüne) hatte davor anhand der Tatschilderungen nicht von Landfriedensbruch, sondern von “versuchter Lynchjustiz” gesprochen.

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“Scharia ist die schlimmste Form des Rassismus und der Geschlechterungerechtigkeit”

Sabatina James, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 de

In ihrem Buch Scharia in Deutschland schildert die unter einem Pseudonym schreibende Ex-Muslima Sabatina James das informelle Fußfassen eines islamischen Rechtssystems in Deutschland, das – obwohl es deutschen Rechtsleitlinien zuwiderläuft – hiesige Politiker auch offiziell einführen wollen.

 

Von Reinhard Jellen|TELEPOLIS

Frau James, Sie schreiben in Ihrem Buch, dass das Leben eines Großteils der 4,3 Millionen in Deutschland gemeldeten Muslime eher durch ihr Herkunftsland als ihr Leben in Deutschland bestimmt werde. Woran machen Sie dies fest und wie erklären Sie sich das?

Sabatina James: Die meisten Muslime kommen aus Ländern, in denen die Scharia als Gottesgesetz gesellschaftlich anerkannt ist. Anders als in Deutschland, entscheidet dort die Religion darüber, was man isst, was man trinkt, wen man heiratet, wie man Frauen und Minderheiten behandelt und welchen Gesetzen man folgt. Der Islam ist dort nicht nur rituelle Religionsausübung, sondern ein soziopolitisches System.

Welcher Muslim verwirft nun die antidemokratischen Aspekte der Scharia bei der Einreise nach Europa? Die Denkweise der Muslime, ihre Handlungen, ihre Sicht auf Andersdenkende, Andersglaubende und Frauen sind weiterhin vom Islam geprägt. Hinzu kommt, dass der Koran die Integration seiner Anhänger in eine westliche Gesellschaft nicht als besonders erstrebenswert darstellt. Er untersagt zum Beispiel in Sure 5:51 Muslimen die Freundschaft zu Juden und Christen.

So leben viele Anhänger des Islam in Deutschland in Parallelgesellschaften. Sie finden in ihren zum Großteil von Migranten bewohnten Wohnvierteln sowieso alles, was sie zum Leben benötigen: Also arabische Ärzte, “Halal- Supermärkte”, Moscheen und Rechtsanwälte. Vor allem Frauen kommen so kaum in Kontakt mit der deutschen Mehrheitsgesellschaft und müssen sich oft an demselben Ehrenkodex halten wie im Herkunftsland.

Sie sind unfrei in einem freien Land. Selbst die Entscheidung ihres Herzens, nämlich den Mann zu heiraten, den sie lieben, wird ihnen oft nicht gewährt, wenn er der Zukünftige Nichtmuslim ist. Auch wenn diese Unterdrückung nicht alle muslimische Frauen betrifft, darf man sich durchaus fragen, warum es kaum muslimische Frauen gibt, die einen Deutschen als Lebenspartner haben.

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Wahl Dodo des Monats August 2015

Dodo des Monats August 2015
Dodo des Monats August 2015

Es ist wieder soweit. Obskures, Religiotische, politische Dreistigkeiten stehen zur Auswahl. Bestimmte die Landesverratsaffaire gegen die Internetplattform netzpolitik.org Anfang des Monats die Inhalte der Debatte, folgte stramm und voller Eile Vitus Huonder hinterher. Nichts bestimmt die Diskurse der Kirchen so sehr wie Sexualität, Ehe, Familie. Es gibt Würdenträger welche sich nicht entblöden den Plan Gottes aufzurufen und den Eindruck erwecken zu lassen, sie würden selbigen kennen. Die Auseinandersetzungen mit dem Zustrom der Flüchtlinge, christliche Kontingente einfordernd, gibt sich Politik im Spektrum des Rechtsextremismus banal. Das Versagen von Sozial-und Kommunalpolitik wird nicht einmal angedacht.
Die Wahl ist bis zum 07.September 2015, 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird hier, am folgenden Tag, in entsprechender Form gewürdigt werden. Mehrfachabstimmungen sind möglich.

Viel Spaß!

  1. Peter Hahne, “zwangsneurotisches Missionieren als Allheilmittel.”
  2. Reiner Haseloff, “beschwört die jüdisch-christliche Tradition.”
  3. Lutz Marmor, “ab 2017 braucht die ARD 400 Millionen Euro mehr.”
  4. Marlene Mortler, “kein Alkoholverkauf an Jugendlich ab 22:00 Uhr.”
  5. Andreas Laun, “will Lebensrecht um jeden Preis.”
  6. Rudolf Langthaler, “hat den Naturalismus von Richard Dawkins theologisch nicht verstanden.”
  7. Bistum Limburg, “feuert Kita-Leiterin, weil keine kirchliche Heirat.”
  8. Christoph Markschies, “Theologe ohne Bibelkenntnisse.”
  9. Sigmar Gabriel, “Nazi-Rethorik.”
  10. König Abdullah Bin Abdulaziz Zentrum-Wien, “Feigenblatt des Wahhabismus in Europa.”
  11. WDR, “löscht Plasberg-Talk in der Mediathek.”
  12. Robert Zwick, “Gehirnerweichung durch Granderwasser.”
  13. Carsten Rentzing, “Homophob, kennt aber Gottes Plan.”
  14. Waleed Ahmed, “ findet die Scharia so toll, braucht aber niemand.”
  15. Annette Schavan, “religiotisches zu Bildung und Wiedervereinigung.”
  16. Heinrich Bedford-Strohm, “Luther-besoffen und Staatsknete.”
  17. Günther Beckstein, “möchte christliche Flüchtlinge bevorzugt behandeln.”
  18. Vitus Huonder, “fundamentale Bibel-Exegese in Sachen Homosexualität.”

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Carbon dating suggests ‘world’s oldest’ Koran is even older than the Prophet Muhammad

A Mongol prince studying the Koran (Wikimedia Commons)
Scholars believe a copy of the Koran held in England may be even older than the Prophet Muhammad.

By Travis Gettys|RawStory

Carbon dating of a fragment from a Koran stored at a Birmingham library suggests that the book was produced between 568 and 545 A.D., said scientists at the University of Oxford, but Islamic scholars generally believe Muhammad lived between 570 and 632 A.D.

If the carbon dating is accurate, the Koran was made before the first formal text was assembled on orders from the caliph Uthman in 653 — and it could date from Muhammad’s childhood or even before his birth, reported The Times of London.

That’s comparable to the discovery of gospel sayings dating from Jesus Christ’s infancy, academics say.

Muslim scholars strongly dispute the findings, which contradict most accounts of the prophet’s life, but some historians say evidence was mounting that traditional accounts of Islam’s origins are unreliable.

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VICE News-Journalisten in der Türkei inhaftiert, NGOs verlangen Freilassung

erdogan-sultan

Globale Menschenrechtsorganisationen haben die Türkei dazu aufgerufen, vier Journalisten freizulassen, die für VICE News arbeiten und die seit dem 28.08.2015 ohne offizielle Anklage festgehalten werden.

Vice.com News

Die türkischen Behörden nahmen die britischen Journalisten Jake Hanrahan und Philip Pendlebury in Gewahrsam, während sie mit zwei anderen Kollegen—einem Producer und einem Fahrer—aus der Stadt Diyarbakır im Südosten der Türkei berichteten.

Sicherheitskräfte gaben zunächst an, die Journalisten würden festgehalten, weil sie ohne behördliche Genehmigung gefilmt hätten, doch inzwischen hat man ihnen vorgeworfen, sie würden den Islamischen Staat (IS) unterstützen. Es wird erwartet, dass die Journalisten heute vor Gericht erscheinen.

Türkische Behörden beschlagnahmten außerdem Filmausrüstung, die den Journalisten gehörte, und durchsuchten ihre Hotelzimmer.

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Fußball in Berlin: “Scheiß Jude”, “Scheiß Araber” – Prügelei

dpa
„Scheiß Jude“ war das Stichwort. Dann ging es auf dem Sportplatz Harbigstraße in Charlottenburg handfest zu. Statt zu einem Fußballspiel zwischen dem jüdischen Sportverein TuS Makkabi III und Meteor 06 III kam es am Sonntag-Nachmittag zu einer Massenschlägerei. 21 Spieler und Zuschauer prügelten sich, was das Zeug hielt.

Von Claudia Wilms|Berliner Kurier

Ein Zuschauer soll den Streit vom Zaun gebrochen haben. Er schrie einen Makkabi-Spieler mit „Scheiß Jude“ an. Dieser ließ sich die fiese Beschimpfung nicht bieten, brüllte zurück: „Scheiß Araber.“ Schon war es passiert. Die Polizei mischte mit – es gab zwei Verletzte. Das Spiel in der untersten Kreisklasse wurde abgebrochen. Es werde angesichts antisemitischer Beleidigungen der Spieler geprüft, ob der Staatsschutz die Ermittlungen aufnehmen soll.

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Zehn Mitglieder der Terrorgruppe Boko Haram im Tschad hingerichtet

boko_haram

Im Tschad sind am Samstag zehn mutmaßliche Mitglieder der nigerianischen Terrorgruppe Boko Haram hingerichtet worden.

evangelisch.de

Das berichtete der französische Auslandssender RFI am Sonntag unter Berufung auf den Innenminister des Sahelstaats. Die Hingerichteten waren am Freitag von einem Gericht schuldig gesprochen worden, für zwei Terroranschläge in Tschads Hauptstadt N’Djamena verantwortlich zu sein. Bei den Selbstmordattentaten auf eine Schule und ein Polizeiquartier waren im Juni mindestens 38 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt worden.

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Religionskritik oder Rassismus?

Rassismus will sich keiner nachsagen lassen – noch nicht einmal Rechtspopulisten. Er habe nichts gegen Muslime, sondern nur gegen den Islam, weil er den als eine faschistische Ideologie betrachte, beteuert Geert Wilders treuherzig, wann immer er ein Interview gibt. So ähnlich formulieren das auch andere “Islamkritiker” wie Ayaan Hirsi Ali, Alice Schwarzer, Necla Kelek und Hamed Abdel-Samad.

Von Daniel Bax|TELEPOLIS

Alice Schwarzer hält den Rassismusvorwurf ohnehin nur für einen “Trick gewisser Linker und Liberaler”, um sie “einzuschüchtern”. Und Necla Kelek findet, der Begriff werde von Muslimen “missbraucht”, als Migrantin fühlt sie sich über diesen Vorwurf erhaben.

Zur Not verweist man, wie der verstorbene Ralph Giordano es gemacht hat, mit Nachdruck auf die eigene jüdische Herkunft und antifaschistische Vita, um den Vorwurf der rassistischen Hetze gegen Minderheiten voller Empörung weit von sich zu weisen. Selbst die Schweizer Pfarrerin Christine Dietrich, nach ihrer Nebentätigkeit als Mitbegründerin und Autorin von “Politically Incorrect” gefragt, behauptete, “dass wir keine Rassisten sind, sondern islamkritisch sind, dass wir nicht gegen Menschen uns richten, egal welcher Herkunft oder Hautfarbe, sondern gegen politische Systeme und Ideologien”. Und Ideologiekritik ist doch etwas Gutes, oder nicht?[1]

Dabei bedienen sich diese “Islamkritiker” gerne eines Taschenspielertricks. Indem sie dem Islam absprechen, überhaupt eine Religion zu sein, und ihn stattdessen zu einer totalitären Ideologie erklären, die dem Faschismus gleicht, halten sie sich selbst im Handumdrehen für die einzig wahren Antifaschisten, weil sie die Gefahr erkennen und benennen, während alle anderen Appeasement betreiben. Muslime stellen sie dafür als die eigentlichen Rassisten dar, die, so Alice Schwarzer, zum Beispiel “Geschlechter-Apartheid” betrieben.

Auch Marine Le Pen, FPO-Chef Heinz-Christian Strache und andere Rechtsparteien geben heute vor, entschieden gegen Rassismus zu sein – vor allem gegen solchen von muslimischer Seite.[2] Dabei steht außer Frage, dass es islamistische Gruppen wie die IS-Milizen oder Boko Haram gibt, deren Ideologie zweifellos totalitäre oder gar faschistoide Züge tragt. Doch indem eine populistische “Islamkritik” die Unterschiede zwischen dem Islam, dem Islamismus als politischer Ideologie und seinen terroristischen Auswüchsen bewusst verwischt, stempelt sie den Glauben von 1,3 Milliarden Menschen auf der Welt zu einer Art irrationalem Gewaltkult ab. Mit diesem Argument lässt es sich leichter begründen, warum man die Religionsfreiheit für Muslime aushebeln will.

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Europa auf dem Weg zum Überwachungsstaat

Foto: Etienne Laurent/dpa Frankreich drängt auf mehr Überwachung in der Europäischen Union – auch an Bahnhöfen. In Frankreich herrscht zurzeit die höchste Terrorwarnstufe. Hier patrouillieren Soldaten am Gare du Nord in Paris.
Nach dem versuchten Thalys-Attentat drängen einige Länder auf mehr Überwachung. Europas Freiheit ist in Gefahr, meint unsere Brüssel-Korrespondentin.
 

Von Mirjam Moll|DER TAGESSPIEGEL

Das höchste Gut Europas ist bedroht. Wann immer ein mutmaßlicher Terrorist, wie im Falle des vereitelten Attentats in einem Thalys-Schnellzug am vergangenen Wochenende, uns aus dem Gefühl der Sicherheit reißt, bringt er auch unsere Freiheit in Gefahr.

Das Attentat auf die Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ und einen jüdischen Supermarkt in Paris hat zu neuen Abhörgesetzen in Frankreich geführt. An diesem Wochenende berieten die Innen- und Verkehrsminister einiger EU-Staaten, die EU-Kommission sowie die Schweiz über verstärkte Sicherheitsmaßnahmen in internationalen Zügen. Und obwohl sie sich über das Ausmaß nötiger Überwachung nicht einig wurden, wird sich das Netz weiterer Kontrollen und Datenerhebungen wohl weiter verdichten.

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Die Bezwinger eines Attentäters sind Christen – Gott sei Dank

Bild: gentside.com
Im Zug stoppten drei US-Amerikaner einen bewaffneten Angreifer.

kath.net

Die US-Amerikaner, die einen Attentäter in einem französischen Hochgeschwindigkeitszug überwältigt haben, sind Christen. Alek Skarlatos (22), Spencer Stone (23) und Anthony Sadler (23) waren am 21. August von Brüssel nach Paris unterwegs, als der Marrokaner Ayoub al-Khazzani (25) mit einem Sturmgewehr das Feuer auf Fahrgäste eröffnete.

Die drei Männer stürzten sich auf den Schützen und entrissen ihm das Gewehr, nachdem er einen Mitreisenden verletzt hatte. Dem Marrokaner gelang es, eine Handfeuerwaffe zu ziehen und auf Stone zu richten, aber als er abdrücken wollte, klemmte der Abzug. Im folgenden Handgemenge verletzte der Attentäter Stone mit einem Teppichmesser. Schließlich bezwangen die US-Amerikaner den Angreifer und hielten ihn mit Hilfe eines 62-jährigen Briten in Gewahrsam, bis er im französischen Arras festgenommen wurde.

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Peitschenhiebe für Sudanesin wegen „anstößiger Kleidung“

Die Vereinten Nationen haben den Sudan wegen eines „abscheulichen Urteils“ gegen eine Studentin scharf kritisiert. Eine 19-Jährige sei zu 20 Peitschenhieben verurteilt worden, weil sie gegen die strengen Kleidervorschriften des Landes verstoßen habe, teilten UN-Menschenrechtsexperten am Freitag mit.

Radio Vatikan

Die Verurteilte sei gemeinsam mit anderen Studentinnen in der sudanesischen Hauptstadt Khartoum festgenommen worden, weil die Frauen – so der Vorwurf – „anstößige Kleidung“ getragen hätten. Nach Darstellung der UN waren einige der Betroffenen mit Hosen, andere mit
Röcken unterwegs.

„Immer wieder kommt es im Sudan zur öffentlichen Auspeitschung von Frauen“, so die UN-Experten. Das jüngste Urteil müsse aufgehoben und die übrigen inhaftierten Studentinnen freigelassen werden, forderten sie. Die UN appellierten zudem an die sudanesische Regierung, die Strafgesetze des Landes zu ändern.

 

Iran soll Unterstützung für Hamas und Hisbollah einstellen

Bild: Flickr.com/Image Editor/CC-BY
Bild: Flickr.com/Image Editor/CC-BY
US-Außenminister Kerry: “Wir werden genau hinschauen.” Auch auf den IS im Gazastreifen?

Von Oliver Eberhardt|TELEPOLIS

Auf den Straßen Teherans ist die Stimmung in diesen Wochen gelöst: Mit Begeisterung, in freudiger Erwartung sprechen die Menschen vom Atomabkommen, und noch viel mehr als das, von dem, was man sich davon erwartet.

Denn in Teheran sprechen ausländische und einheimische Manager über gigantische Deals; dabei kann man dem anderen noch nicht einmal so ohne weiteres Geld überweisen. Geld, das außerdem nicht da ist: Die Infrastruktur ist marode, die Wirtschaft am Ende. Wie es in der Staatskasse aussieht, darüber schweigt die Regierung.

Viel lieber spricht man über den Erfolg: Die Mitglieder der Verhandlungsdelegation werden im Narrativ des offiziellen Iran zu Helden hochstilisiert, die es geschafft haben, das Atomprogramm, wenn auch in Grenzen, aufrecht erhalten zu können.

Zeitdruck auf dem Deal durch möglichen Führungswechsel in Iran

Die Atomverhandlungen seien zuletzt auch ein Rennen gegen die Zeit gewesen, so ein amerikanischer Diplomat aus dem Umfeld der Verhandlungen: Vieles deutet darauf hin, dass der 76jährige Khamenei schwer erkrankt ist; ein Führungswechsel steht bevor. Und im Ausland befürchtet man, dass dem ein langer Machtkampf voraus gehen könnte: Schon jetzt stehen die Hoffnungsvollen Schlange.

Hätte sich das Ganze hingezogen, wäre man mit großer Wahrscheinlichkeit in eine Situation geraten, in der sich durch den Führungswechsel im Iran alles geändert hätte; gleichzeitig hätten auch die Befürworter eines harten Kurses gegen den Westen zunehmend die Oberhand gewonnen.

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Wife of Raif Badawi: ‘All of this has taught me to be stronger’

Ensaf Haidar at her temporary home in Quebec Photo: Alexi Hobbs
In 2013, the Saudi blogger Raif Badawi was sentenced to 1,000 lashes and 10 years in jail. His wife Ensaf talks about the effect it has had on their family

By Jane Mulkerrins|The Telegraph

On an unremarkable residential street in the suburbs of Sherbrooke, southern Quebec, Ensaf Haidar has made a home for herself and her three children in a small third-floor apartment. It is comfortable and functional, with a tiny outdoor terrace, just large enough for a table and chairs, and is furnished simply with an Ikea sofa, sideboard and tables. It is a little soulless, perhaps, but it is a sanctuary, in every sense of the word, for the family.

To the right of the television, on which an Arabic station is showing a cooking programme, a shelving unit holds the family’s goldfish, Lelu, in its bowl, above two shelves of rather less usual ornaments, including two silver medals in cases, a blue glass courage award from the Geneva Summit of Human Rights, and a badge bearing the logo, i am raif.

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Erdoğan und AKP im Umfragetief wegen Kurdenkriegs

erdogan-sultan

Absolute Mehrheit würde verfehlt werden – Kurdenpartei HDP gewinnt an Zuspruch

derStandard.at

Die in der Türkei weiterhin regierende konservativ-islamische AKP sieht einer unsicheren Neuwahl am 1. November entgegen, wie mehrere Umfragen diese Woche zeigten. Drei von vier Wählerbefragungen ergaben, dass die AKP derzeit keine Chance hat, die Regierungsmehrheit zurückzugewinnen, die sie bei den Parlamentswahlen im vergangenen Juni verloren hatte.

Dem Institut Metropoll zufolge hat das Ansehen von Staatschef Tayyip Erdoğan einen Tiefstand erreicht: Nur 38,5 Prozent der Wähler vertrauen demnach dem autoritär regierenden Präsidenten; 71 Prozent waren es im Dezember 2011, als Erdoğan noch Premier war und eine dritte Parlamentswahl in Folge gewonnen hatte.

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Dodo Mazyek: “Die Zahl der Muslime wird signifikant wachsen”

Aiman_MazyekDer Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, erwartet, dass 80 Prozent der Flüchtlinge Glaubensbrüder sind. Das bedeutet viel Arbeit.

Von Hans Monath|DER TAGESSPIEGEL

Die islamischen Gemeinden in Deutschland rechnen wegen der hohen Zahl von Flüchtlingen in diesem Jahr mit erheblichem Zuwachs. „Die Zahl der Muslime in Deutschland wird signifikant wachsen“, sagte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, dem Tagesspiegel. Er rechnet damit, „dass mindestens 80 Prozent“ der in diesem Jahr erwarteten 800.000 Flüchtlinge Muslime seien. Mazyek fügte hinzu: „Schon jetzt haben wir Moscheegemeinden, die sich wegen der Flüchtlinge innerhalb eines Monats verdoppelt haben.“

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Schalke: Evangelische Gesamtschule bietet interreligiösen Religionsunterricht

Themenbild.Bild: katholisches.info
Themenbild.Bild: katholisches.info

Vor dem Klassenraum der 9A ist der Kinderlärm ohrenbetäubend. Doch kaum klingt die Schulglocke der Evangelischen Gesamtschule zum Pausenende, hört man nur noch ein Geräusch: arabische Gesänge vom Tonband.

Von Philipp Beng|EKD

Was für den Besucher nach Koranstunde klingen mag, ist hier der ganz normale Religionsunterricht. Heute geht es einmal nicht um Bergpredigt, Konfirmationen oder die Thesen Luthers. In dieser und den kommenden fünf Wochen sieht der Lehrplan muslimische Themen vor. Heute: die Kaaba. Wann wurde das steinerne Monument gebaut, zu dem jährlich Millionen Muslime pilgern? Und was hat Mohammed damit zu tun? Die meisten der Schüler sind evangelisch, trotzdem sind diese Fragen für sie ein Kinderspiel. “Mohammed hat so Götzen aus der Kaaba rausgeräumt”, sagt einer der Neuntklässler und schaut dann nachdenklich. “Aber was sind noch mal Götzen?”

Die Gesamtschule auf Schalke hat ein besonderes Konzept für den Religionsunterricht entwickelt. Nur die Kinder der Klassenstufen fünf bis acht werden nach Glaubensrichtung aufgeteilt: Katholiken, Protestanten und Muslime besuchen separate Religionsstunden und lernen, was zu ihrem eigenen Glauben gehört. Doch ab der neunten Klasse wird der Religionsunterricht konfessions- und religionsübergreifend gestaltet. Dann beschäftigen sich die verschiedenen Religionsgruppen gemeinsam mit Inhalten aus Bibel und Koran. In einer Stadt, in der der Anteil nicht-deutscher oder migrantischer Bewohner weit über einem Viertel liegt, ist der Kontakt zwischen Christen und Muslimen ohnehin Alltag – wieso sollte das im Religionsunterricht anders sein? Der Gedanke dahinter ist simpel: Wer in einer Gesellschaft mit verschiedenen Religionen schon früh miteinander, voneinander und übereinander etwas lernt, ist dem Anderen gegenüber toleranter.

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„Islamischen Staat“: Kinderlieder vom Dschihad

Zerstörte Stadt: Mossul im Nordirak wurde vor einem Jahr von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ überrollt.©DPA
In Mossul wächst eine „Generation Kalifat“ unter islamistischer Herrschaft heran. Kinder werben Kinder an, Jugendliche werden mit Privilegien gelockt und rund um die Stadt entstehen Trainingscamps für Islamisten.

Von Khales Joumah|Frankfurter Allgemeine

Eines der neueren Propagandamittel des „Islamischen Staates“ (IS) ist eine mobile Kanzel, von der aus die Terroristen ihre Botschaften unter das Volk bringen. Neulich wurde die rollende Bühne in einem Vergnügungspark im irakischen Mossul vorgefahren. Denn Adressat der Veranstaltung waren explizit Kinder. Zu sehen ist das Geschehen in einem Videoclip, den die Terroristen über Twitter und Facebook verbreiteten. Schwer bewaffnete Kinder in militärischen Uniformen halten darin leidenschaftliche Plädoyers für den Dschihad.

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Saudi preacher who killed his daughter released

Fayhan Al Ghamdi.Image Credit: YouTube screen grab
A court in Saudi Arabia has dropped the charge of sexual assault against the father of Luma, the five-year-old daughter he had beaten to death.

By Habib Toumi|GULF NEWS-Saudi Arabia

The decision was taken after no trace of semen was found on her body, Saudi daily Al Sharq reported on Wednesday.

The father’s lawyer added that the charge of manslaughter was also dropped and that the court considered in its ruling only the charge of “excessive disciplining that resulted in death” against the father.

Such an accusation comes under the domestic law, the lawyer, Mansour Al Khunaizan, told Al Sharq.

The sentence was therefore reduced according to the only charge and the Court of Appeals upheld the new public rights ruling.

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Asyl: “Wir importieren religiöse Konflikte”

Der Soziologe Hans-Georg Soeffner plädiert für eine schnelle Integration der Zuwanderer: Bleibt sie aus, drohen ernsthafte kulturelle Konflikte. Der Zusammenhalt der Gesellschaft werde aber nicht über die Kultur laufen.

Deutsche Welle

DW: Herr Soeffner, das Bundesinnenministerium rechnet mit rund 800. 000 Flüchtlingen allein in diesem Jahr. Macht Ihnen diese Zahl Sorgen?

Hans Georg Soeffner: Ja, einerseits macht sie mir Sorgen. Und zwar, weil wir eigentlich die Chance hätten, mit dieser Zahl fertig zu werden. Aber die Länder wie auch der Bund hängen mit der Frage, wie diese Zahl zu bewältigen wäre, sehr weit zurück. Wir wissen ja seit langem, dass diese Flüchtlingsströme kommen würden – und auch, dass sie zunehmen würden. Mich lässt die unendliche Langsamkeit verzweifeln, mit der sich Deutschland hier bewegt. Man muss sich klar machen, dass die Bundesrepublik das Land ist, das nach 1945 die meiste Zuwanderung hatte. Mehr als die ehemaligen Kolonialstaaten Frankreich und Großbritannien. Deutschland ist am meisten durchmischt worden, das Land hatte große Flüchtlingsströme zu bewältigen, große Abwanderungen und große Zuwanderungen, dazu die ersten sogenannten Gastarbeiterströme. Allein bis zum Jahr 2000 kamen 23 Millionen Menschen aus dem Ausland nach Deutschland. Gleichzeitig wanderten 17 Millionen Menschen ab. Wir haben also eine dauernde Durchmischung, und das lief verhältnismäßig gut. Aber im Moment habe ich den Eindruck, niemand macht sich so richtig klar, was das an Planung bedeutet.

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Die Bahai wollen die Einheit aller Religionen

Vielfalt der Religionen (picture alliance / dpa / Collage Deutschlandradio)
Am Wochenende öffnen in Berlin Kirchen, Moscheen, Synagogen und Tempel ihre Tore, um zu zeigen, wie vielfältig religiöses Leben in der Hauptstadt ist. Nicht nur die großen Religionen machen mit bei der Langen Nacht der Religionen, sondern auch viele kleine Religionsgemeinschaften. Eine von ihnen ist die Bahai-Religion. Ihr Anliegen: die Einheit der Menschheit.

Von Sandra Stalinski|Deutschlandfunk

“Gott ist der Allherrliche”, singen die Mitglieder der Bahai-Gemeinde in Berlin-Kreuzberg. Treffpunkt ist, wie jeden Mittwoch, das Wohnzimmer der Familie Blom in der Urbanstraße. Etwa 15 Leute sind gekommen, um gemeinsam zu beten, zu singen und sich auszutauschen. Auf dem Tisch verstreut liegen Bücher mit Gebetstexten und religiösen Schriften. Alexander Blom:

“Wir machen eine Andacht, so ähnlich wie es Bahai überall auf der Welt machen, das heißt, wir bieten die Bahai-Schriften an: Das sind geistige, auch sachliche Texte vom Stifter der Bahai-Religion Baha’u’llah, aber auch Gebete, die von ihm als Antwort gekommen sind auf bestimmte Fragen. Jeder ist eingeladen, darin zu lesen, davon etwas zu rezitieren, vielleicht auch einen Anlass zu nennen, an wen man gerade denkt, für wen man gerade ein Gebet sprechen möchte.”

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