Archiv der Kategorie: Islam

Türkei: Eiskalte Rachepolitik

Ein türkisches Kampfflugzeug hebt vom Luftwaffenstützpunkt Incirlik ab. (Foto: AP)
Die Hoffnungen auf eine baldige Beilegung des Konflikts zwischen Ankara und der PKK schwinden. Der Krieg rückt näher an Europa heran.


Von Mike Szymanski|Süddeutsche.de

In der Türkei ist wieder ein blutiges Wochenende zu Ende gegangen. Die furchtbare Bilanz: mindestens drei Tote und Dutzende Verletzte allein bei Anschlägen, für die türkische Behörden die PKK verantwortlich machen.

Auf kurdischer Seite sollen seit Beginn der Kämpfe mindestens 260 Menschen ums Leben gekommen sein. Die Nachrichten aus der Türkei ähneln in erschreckender Weise jenen aus den Nachbarländern, die längst im Chaos versunken sind. Der Krieg rückt näher an Europa heran.

Mit jedem Anschlag, mit jedem Kampfeinsatz der türkischen Armee schwindet die Hoffnung auf eine schnelle Beilegung des Konflikts. Vernunft oder Verhältnismäßigkeit ist auf keiner Seite auszumachen.

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Saudi Arabia Calls On World To Ban Criticism of Religion

The Grand Mufti of Saudi Arabia. (Photo: Screenshot from video)
The director for external relations at the Ministry of Islamic Affairs on July 25 called on all countries to ban criticism of religion.


By Elliot Friedland|The Clarion Project

Saudi Arabia has called on the international community to ban all criticism of religion.

At a July 25 symposium on media coverage of religious symbols in international law, Abdulmajeed Al-Omari, director for external relations at the Ministry of Islamic Affairs, said:

“We have made it clear that freedom of expression without limits or restrictions would lead to violation and abuse of religious and ideological rights. This requires everyone to intensify efforts to criminalize insulting heavenly religions, prophets, holy books, religious symbols and places of worship.”

He argued these steps must be taken to prevent intolerance.

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Die tödlichen Zweifel des deutschen Dschihadisten

Tweets über den möglichen Tod des Kickboxers Valdet Gashi Bild:Twitter/DIE WELT
Ein deutscher Thaiboxer wird zum Dschihadisten und tritt der Terrormiliz IS bei. Doch in Syrien ist er sich seiner Sache plötzlich nicht mehr sicher und wendet sich an einen deutschen Politiker.


Von Alfred Hackensberger|DIE WELT

Seine rote Glitzerjacke funkelte im Scheinwerferlicht, zu wummerndem Rap schritt er in den Ring, und jeder im Publikum kannte seinen Namen: Valdet Gashi, deutscher Thaiboxer und mehrfacher Weltmeister. Doch er wird nie wieder in den Ring steigen. Gashi trat im Oktober 2014 der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bei, reiste nach Syrien, um “Gutes zu tun”. Im Juni soll der IS den 28-Jährigen hingerichtet haben. Gashi hatte am Kurs der Terrormiliz gezweifelt – Zweifel, die er einem deutschen Politiker über Facebook mitteilte. Ein seltener Einblick in den Sinneswandel eines Terroristen.

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Israel will härter gegen jüdische Terroristen vorgehen

Wütend: Israelische Sicherheitskräfte halten Palästinenser nahe des Tempelbergs zurück, die nach dem Tod des Kleinkindes demonstrieren am Sonntag demonstrieren. ©AFP
Nach dem Tod eines Kindes beim Anschlag auf eine palästinensische Familie wird Kritik an den israelischen Sicherheitskräften laut: Terrorismus von Juden müsse ebenso effektiv bekämpft werden wie der von Palästinensern.


Von Hans-Christian Rößler|Frankfurter Allgemeine

Nach dem jüngsten Ausbruch der Gewalt greift die israelische Regierung härter gegen potentielle jüdische Terroristen durch. Verteidigungsminister Mosche Jaalon ordnete am Sonntag an, Israelis, die Anschläge planten, in sogenannte Administrativhaft zu nehmen. Bisher wurde diese Art des Gewahrsams nur gegen Palästinenser verhängt. Sie dürfen ohne ordentliches Gerichtsverfahren sowie Zugang zu Anwalt und Besuchsrecht monatelang festgehalten werden. In Israel war nach dem Brandanschlag am Freitag, bei dem im Westjordanland ein 18 Monate alter Junge umgekommen war, Kritik an den Sicherheitskräften laut geworden. Die Regierung habe es versäumt, den Inlandsgeheimdienst Schinbeth mit ausreichenden Kompetenzen auszustatten, um jüdischen Terrorismus ähnlich schnell und effizient zu bekämpfen, wie das bei Palästinensern der Fall sei, kritisierte die Zeitung „Jediot Ahronot“ am Sonntag. Das Attentat am Freitag zeige, dass „wir nicht besser sind als sie“, heißt es in einem Kommentar der Zeitung, der Israelis und Palästinenser vergleicht.

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“Lasst Euren Glauben nicht in den Dreck ziehen!”

Aktion an der Domplatte in Köln: Die Gruppe 12thMemoRise will mit provokanten Aktionen junge Muslime vor Extremisten warnen Foto: 12thMemoRise
Provokante Kunstaktionen und Appelle an Muslime: Der Widerstand gegen salafistische Koranverteiler nimmt zu. Teilweise werden die Islamisten aber auch körperlich angegriffen. Die Polizei ist besorgt.


Von Stefan Laurin|DIE WELT

Sie stehen fast jeden Samstag auf der größten Einkaufsstraße Deutschlands. Immer um 16 Uhr packen sie ihre Schilder und Transparente vor dem Einkaufszentrum “MyZeil” in Frankfurt aus. “Salafisten werben, Kinder sterben” oder “Muslime! Lasst Euren Glauben nicht in den Dreck ziehen! Steht auf gegen ISIS” lauten die Aufschriften. Es sind Aktivisten, die seit September gegen islamistische Koranverteiler in ihrer Nähe demonstrieren. Bereitschaftspolizisten stehen ein paar Meter entfernt und passen auf, nachdem es einmal fast zu einer Schlägerei zwischen den beiden Gruppen gekommen ist.

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Achtar Mohammad Mansur: Neuer Taliban-Chef will „Heiligen Krieg“ fortführen

Frieden in Afghanistan? Geht es nach dem neuen Taliban-Chef, dann gibt es den nur bei einem Sieg der Radikal-Islamisten. Die Regierung dagegen setzt weiter auf Verhandlungen.


FOCUS ONLINE

Achtar Mohammad Mansur
Achtar Mohammad Mansur

Der neue Anführer der radikal-islamischen Taliban, Achtar Mohammad Mansur, hat in Afghanistan eine Fortsetzung des Kampfes gegen die prowestliche Regierung in Kabul angekündigt.

„Unsere Einheit wird unsere Feinde besiegen“, sagte Mansur in einer Audio-Botschaft und schlug damit Hoffnungen Washingtons auf eine Befriedung Afghanistans in den Wind. Die US-Regierung hatte zuvor die Taliban aufgerufen, das Versöhnungsangebot der afghanischen Regierung anzunehmen.

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Wenn Eltern über die Religion der Kinder streiten

heimkinder

Gehören die Eltern unterschiedlichen Religionen an, kommt es nach Trennung oder Scheidung nicht selten zum Streit darüber, welche Religionsgemeinschaft für die Kinder die richtige ist.


DeutscheAnwaltsauskunft

Bei der Entscheidung über die Religionszugehörigkeit steht das Wohl des Kindes im Vordergrund. Gehören die Eltern zwei verschiedenen Glaubensgemeinschaften an, ist eine Möglichkeit, mit der Entscheidung über den Zutritt des Kindes in eine der beiden Religionsgemeinschaften zu warten, bis Kind 14 Jahre alt ist. Dann kann es über eine Zugehörigkeit selbst entscheiden. Darüber informiert die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) und verweist auf eine entsprechende Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm.

Das Gericht urteilte über folgenden Fall: Die geschiedenen Eltern zweier achtjähriger Kinder hatten das gemeinsame Sorgerecht. Der Vater war Moslem, die Mutter Christin. Aufgrund einer gemeinsamen Entscheidung gehörten die Kinder noch keiner Religionsgemeinschaft an. Die Kinder lebten seit der Scheidung bei der Mutter und besuchten dort die katholische Grundschule. In der Schule nahmen sie regelmäßig am katholischen Religionsunterricht teil und besuchten den Schulgottesdienst.

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Geheimnisvoller Fleck an Toilettenwand in Mali lockt Tausende

Tausende Menschen im westafrikanischen Mali glauben derzeit an eine religiöse Erscheinung neben einer Toilettentür. Auf der Wand des traditionell außerhalb des Wohnhauses liegenden Privataborts erscheine ein weißer Fleck, der seit vergangenem Samstag ständig seine Form ändere und zeitweise angeblich wie ein betender Mann ausgesehen habe.


evangelisch.de

Seither bildeten sich vor der Toilettentür der Familie Traoré, die in der Nähe einer Moschee lebt, lange Schlangen, berichteten Augenzeugen am Freitag.

“Wir glauben, dass es sich um eine Vision unseres Propheten handelt”, sagte der Muslim Aliou Traoré, der in dem angrenzenden Haus in Bamako lebt. “Es sind sogar Leute aus dem Senegal angereist, um es zu sehen, und auch mehrere malische Minister und Geistliche haben uns besucht.” Der Lehrer Aboubakar Diarra rief nach der Besichtigung der Toilettenwand: “Es ist ein Wunder!” Diarra ist sich sicher: “Es ist ein Zeichen Gottes für die Größe unseres Landes.”

Hessen: Hochburg der Salafisten

© dpa Türöffner: Aktionen wie die „Lies“-Kampagne seien ein Weg zu den Salafisten. Hier ist ein Teilnehmer auf der Frankfurter Zeil unterwegs.
Enthauptungen schrecken nicht mehr ab. Die brutale Variante des Islamismus hat laut Verfassungsschutz in Hessen besonders viele Anhänger. Die Rückkehrer aus Syrien würden als „Kriegshelden“ in der hessischen Szene gefeiert.


Von Ewald Hetrodt|Frankfurter Allgemeine

Die salafistische Szene in Hessen ist viel stärker, als die Größe des Landes es eigentlich erwarten ließe. Das geht aus aktuellen Zahlen des Verfassungsschutzes hervor. Hessen zählt sechs Millionen Einwohner, darunter sind rund 1600 Salafisten. Nur 300 mehr halten sich in Nordrhein-Westfalen auf, in dem dreimal so viele Menschen leben. Auch im bundesweiten Vergleich ist der hessische Anteil unverhältnismäßig hoch. In ganz Deutschland leben etwa 7500 Salafisten.

Dass Hessen außer Berlin und NRW zu den drei Hochburgen der deutschen Szene gehöre, führt Roland Johne vom Landesamt für Verfassungsschutz in erster Linie auf die städtischen Strukturen des Ballungsraums Rhein-Main zurück. Andererseits weist er darauf hin, dass sich auch in Kassel einiges tue. Im Übrigen seien in Hessen „Zugpferde“ wie Pierre Vogel unterwegs. Sie verstünden sich besonders gut darauf, Menschen zu mobilisieren.

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Kurden-Präsident fordert PKK zum Verlassen des Nordiraks auf

Will die türkischen Luftangriffe von den Zivilisten fernhalten: Massud Barsani © Maja Hitij/DPA
260 PKK-Kämpfer wurden bereits bei den türkischen Luftangriffen auf die Kurdische Arbeiterpartei im Nordirak getötet. Nun ruft der dortige Kurdenpräsident Massud Barsani die PKK zum Verlassen der Region auf – um Zivilisten zu schützen.


stern.de

Angesichts der türkischen Luftangriffe auf Stellungen der Arbeiterpartei Kurdistans hat der Präsident der autonomen Kurdenregion im Irak, Massud Barsani, die PKK zum Verlassen des Gebiets im Nordirak aufgefordert. “Die PKK muss das Schlachtfeld von der irakischen Region Kurdistan fernhalten, damit keine Zivilisten Opfer dieses Kriegs werden”, erklärte Barsani am Samstag.

Die Türkei hatte vor gut einer Woche zunächst begonnen, Stellungen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien zu bombardieren. Zugleich griff sie nach einem Anschlag auf zwei türkische Polizisten auch Stützpunkte der verbotenen PKK im Nordirak an, die gegen den IS kämpft. Die türkische Regierung spricht von einem “Krieg gegen den Terrorismus”. Allerdings griff die Luftwaffe den IS seither nur drei Mal an, die PKK hingegen dutzende Male.

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Saudi-Arabien ist ein falscher Freund

Der Westen setzt auf Saudi-Arabien. Immerhin ist das Land der weltgrößte Exporteur von Öl und wichtiger Käufer westlicher Waffen. Doch die Monarchie gängelt ihre eigene Bevölkerung, verhängt drakonische Strafen und exportiert fundamentalistischen Islam


Von David Gardner|Cicero

US-Außenminister John Kerry und der saudische Prinz Saud Al-Faisal bei einer Pressekonferenz im März 2015 in Riyadh. picture alliance

Abdullah, der Ende Januar verstorbene saudische König, wird über seinen Tod hinaus für seine zaghaften Reformschritte geschätzt. Doch auch er regierte brutal, wie es im Königshaus Saud Tradition ist. Und er stellte das Volk mit Wohltaten ruhig. Vor vier Jahren etwa überschüttete er seine Untertanen mit königlicher Großzügigkeit: 36 Milliarden Dollar an Gehaltserhöhungen, zur Entschuldung und als Startkapital für Unternehmensgründungen, ließ er an die saudische Bevölkerung auszahlen.

Die arabischen Aufstände, die gerade Zine al Abidine Ben Ali in Tunesien und Husni Mubarak in Ägypten gestürzt hatten, hatten auch in Saudi-Arabien Hoffnung aufkeimen lassen, Abdullah würde Reformen vorantreiben. Vergeblich. Er ließ eine weitere königliche Finanzspritze folgen. Diesmal waren es fast 100 Milliarden Dollar. Der Großteil floss in den Wohnungsbau für Niedrigverdiener. Mit großen Summen wurden aber auch die Sicherheitskräfte bedacht, darunter die berüchtigte Religionspolizei, die Mutawa. Auf nicht weniger dunklen Kanälen flossen Hunderte Millionen Dollar in die religiösen Stiftungen des wahhabitischen Klerus.

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Wahl Dodo des Monats Juli 2015

Dodo des Monats Juli 2015
Dodo des Monats Juli 2015

Sexualität, Ehe, Familie, Homosexualität, das Christentum hat nur ein Thema, Sex. Die die mitreden wollen, zölibatere alte Säcke, die aus ihrer Lieben zum Lattenjupp, Erfahrungen beitragen wollen. Die Ergebnisse sind bekannt.

Die Wahl zum Preisträger des Monats ist bis zum 07.08.2015, 18:00 Uhr, befristet. Der Gewinner wird am folgenden Tag hier gewürdigt werden.
Mehrfachauswahl ist möglich. Viel Spaß!

Die Kandidaten:

  1.  Bülent Arinc,  “Stellv. türkischer Ministerpräsident mit gestörten Verhältnis zu Frauen.
  2.  Lübecker Verbund Kindertagespflege, “sanfter Faschismus um die “Aura-Kinder”.
  3. Margot Käßmann, “warnt vor Missbrauch Gottes beim Gebet.
  4. Ann-Marlene Henning, “Kirche soll sich zum Thema Sex äußern.”
  5.  Alexander Kissler, “macht sich um den Verlust der Scham sorgen.”
  6. Papst Franz, “dankt der Aids-Forschung, Gebete helfen nix.”
  7.  Jochen Bohl, “möchte ganz schnell Balkanflüchtlinge abschieben.”
  8.  Udo Di Fabio, “Menschenrechte gelten nicht für Homos.”
  9.  Thomas Schüller, “will weltliches Gericht gegen Ex-Bischof van-Elst.”
  10.  Guido Wolf, “Bei Sexualkundeunterricht geht ihm die Fantasie durch.
  11.  Berliner CDU, “voll gegen die Homo-Ehe.”
  12. Stefan Oster, “altes Kirchenrecht bleibt in Kraft.”
  13.  Gregor Gysi, “übersieht das Problem kirchlicher Moralnormen nicht.
  14.  Heiner Koch, “labert über Pluralismus, meint aber Geld.”
  15.  Deutsche Forschungsgemeinschaft, “Fördergelder für Splatter-Rituale und Firlefanz.”
  16.  Volker Beck, “dilettiert in Sachen Grundgesetz.”
  17.  Joachim Gauck, “hat es nicht so mit den Fasten.”
  18.  CDU Stuttgart, “Sexuelle Vielfalt stellt Reli-Freiheit in Frage.”

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Misereor: Tausende Jesiden leben noch immer im Sindschar-Gebirge

Ein Jahr nach der Vertreibung Tausender Jesiden im Nordirak durch die Miliz “Islamischer Staat” (IS) harren nach Angaben des Hilfswerks Misereor noch mehr als 10.000 Flüchtlinge im Sindschar-Gebirge aus.


evangelisch.de

Pfau-Engel der Jesiden
Pfau-Engel der Jesiden

Die Versorgungslage sei angespannt, erklärte das katholische Hilfswerk am Freitag in Aachen unter Berufung auf seine Partnerorganisation “Jiyan Foundation”, die mehrere Flüchtlingslager im Nordirak betreut. Ihr Leiter Salah Ahmad warnte, die Lage drohe sich durch die jüngste Konfrontation zwischen der türkischen Regierung und der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) weiter zu verschärfen.

“In diesem Sommer wurde das Wasser zeitweise äußerst knapp, es gab sehr wenige Reserven”, berichtete Ahmad. Die Flüchtlinge litten unter Temperaturen über 40 Grad. Eine große Herausforderung sei auch die medizinische und psychologische Betreuung der oftmals schwer traumatisierten Menschen.

Aufklärung ist ein arabisches Wort

Gefährdeter Sieg. Nur in Tunesien (hier eine Szene von 2011) war der Arabische Frühling erfolgreich. Doch auch nach der Revolution wird noch gefoltert. – Foto: AFP
Was hat die Philosophie mit dem Arabischen Frühling zu tun? In Kassel diskutierten nordafrikanische und deutsche Denkerinnen über das Erbe der Diktaturen und verschiedene Lesarten der Vernunft.


Von Andrea Dernbach|DER TAGESSPIEGEL

Tanwir heißt Aufklärung. Vor mehr als 20 Jahren, lange bevor Syrien im Krieg in Schutt und Asche fiel und Ägypten seinen kurzen, brutal erstickten demokratischen Aufbruch erlebte, wurde in beiden Ländern um diesen Begriff gestritten. Wem gehört die Aufklärung? Die Frage war in beiden Ländern die gleiche, nicht aber die jeweiligen Kontrahenten. In Ägypten reklamierten säkulare, zugleich staatsfromme Intellektuelle Tanwir für sich – gegen die Ansprüche muslimischer Vordenker. In Syrien besetzten Oppositionelle den Begriff, um Regimekritik zu üben, in den engen Grenzen, die der Repressionsapparat des Assad-Clans gezogen hatte. Muslimische Intellektuelle gab es kaum in Syrien; das Regime hatte die meisten in den achtziger Jahren ermordet. In Mubaraks Ägypten wiederum wurden Islamisten zwar politisch unterdrückt, hatten aber freie Hand, die Gesellschaft zu islamisieren.

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Forscher: Koran möglicherweise älter als Prophet Mohammed

Die kürzlich entdeckten Fragmente der mutmaßlich ältesten Koranhandschrift könnten nach Auffassung des Islamwissenschaftlers Marco Schöller Vermutungen stützen, dass die Entstehung des Koran schon in die Zeit vor Mohammed zurückgeht.


Radio Vatikan

KoranEiner Hypothese zufolge habe der Prophet „bereits vorhandene Texte aus einer arabisch-monotheistischen Tradition“ verwendet, schreibt der in Münster lehrende Wissenschaftler in einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung. Für eine solche Annahme sprächen auch inhaltliche Gesichtspunkte. Erhärten ließe sich diese Hypothese allerdings nur, „wenn noch weitaus ältere Koranhandschriften ans Licht kommen sollten“.

Britische Wissenschaftler hatten kürzlich in der Sammlung Mingana in Birmingham die möglicherweise ältesten bekannten Koranfragmente entdeckt. Der Koran fand der Überlieferung nach unter dem dritten Kalifen Uthman (644-656) seine endgültige Fassung. Diesem heute gültigen Text entspricht mit minimalen Schreibvarianten auch das Birminghamer Fragment.

Riss in der Nato: CSU will Patriot-Raketen aus der Türkei abziehen

Florian Hahn, CSU, Bild: csu.de
Der CSU-Militärexperte Florian Hahn fordert den Abzug der deutschen Patriot-Raketen aus der Türkei. Wegen der “Attacken gegen die Kurden” ist die CSU der Auffassung, dass Deutschland und die Türkei “immer weniger gemeinsame Ziele verfolgen”. Damit geht erstmals ein kleiner Riss durch die Nato: Diese hatte erst am Montag beschlossen, das Nato-Mitglied Türkei zu unterstützen.


Deutsch Türkische Nachrichten

Angesichts des türkischen Vorgehens gegen Kurden im Nordirak fordert der CSU-Verteidigungsexperte Florian Hahn einen Abzug der deutschen Bundeswehrsoldaten aus der Türkei. Es habe sich gezeigt, dass der Einsatz der Nato-Luftabwehrsysteme Patriot für den Schutz der Türkei nicht mehr notwendig sei, erklärte der sicherheitspolitische Sprecher der CSU-Landsgruppe im Bundestag am Mittwoch. Die Stationierung sei bisher ein “symbolisches Zeichen unserer Bündnistreue” gewesen, sagte Hahn. “Angesichts der aktuellen Entwicklungen müssen wir diesen Einsatz grundsätzlich überdenken.”

Die Bundeswehr hat etwa 100 Kilometer von der syrischen Grenze eine ihrer Patriot-Einheiten in der Türkei stationiert, um das Land vor Angriffen aus dem Nachbarland zu schützen.

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Taliban weisen Angaben zu Friedensgesprächen zurück

Kein Kommentar zum mutmaßlichen Tod von Taliban-Chef Mullah Omar


derStandard.at

Themenbild, Hinrichtung durch Taliban
Themenbild, Hinrichtung durch Taliban

Die afghanischen Taliban haben Angaben zu in Kürze bevorstehenden Friedensgesprächen mit der Regierung in Kabul zurückgewiesen. Die Taliban seien sich “eines solchen Prozesses” nicht bewusst, teilte die radikalislamische Gruppierung am Donnerstag auf ihrer Internetseite mit.

Es war die erste öffentliche Äußerung der Taliban, seit die afghanische Regierung am Mittwoch den Tod von Taliban-Chef Mullah Omar verkündet hatte. Zum mutmaßlichen Tod Omars äußerte sich die Gruppe nicht.

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Türkischer Ministerpräsident: “Sie als Frau, seien Sie still!”

Während einer Parlamentsdebatte zu Armeeeinstätzen gegen den IS und Kurden-Stellungen machte Vize-Regierungschef Bülent Arinc eine sexistische Äußerung © Adem Altan/AFP
Während einer live im türkischen Fernsehen übertragenen Parlamentsdebatte versuchte der Vize-Regierungschef Bülent Arinc, eine Abgeordnete plump zum Schweigen zu bringen. Dafür erntet er lautstarke Kritik.


stern.de

Der stellvertretende türkische Ministerpräsident Bülent Arinc hat erneut mit einer verbalen Entgleisung gegen Frauen für Furore gesorgt. Bei der Parlamentsdebatte zu den Einsätzen der Armee gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat sowie gegen militante Kurden war Arinc am Mittwoch gerade dabei, die Angriffe auf Kurden-Stellungen im Irak zu verteidigen, als eine Abgeordnete der Kurden-Partei HDP ihn lautstark kritisierte. “Seien Sie still!”, sagte Arinc zu der Abgeordneten, “Sie als Frau, seien Sie still!”

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Die Türkei erwacht in einem Albtraum

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Die Regierung schickt Kampfflugzeuge, die PKK ermordet Soldaten, in Istanbul wächst die Angst vor Anschlägen. Der Türkei genügten wenige Tage, um Jahre des Fortschritts zunichte zu machen. Das Land hat wieder auf die 90er geschaltet, auf Gewalt, Angst und Druck.


Von Thomas Seibert|DER TAGESSPIEGEL

Ziya Sarpkaya ahnt nichts von der Gefahr, die ihm droht. Der 27-jährige türkische Soldat nutzt einen freien Vormittag für Besorgungen. Zur Bank wolle er, sagt Sarpkaya am Handy seinem Vater. Der junge Türke ist in Semdinli stationiert, einer kurdischen Stadt im Dreiländereck von Türkei, Iran und Irak im äußersten Südostanatolien.

Lange war es in Semdinli einigermaßen ruhig, doch seit dem Tod von 32 linken und kurdischen Aktivisten beim Anschlag von Suruc vergangene Woche ist nichts mehr gewiss. Mit der Ruhe ist es vorbei. Sarpkaya denkt sich trotzdem nichts dabei. Am Dienstag kurz vor Mittag geht er in Zivil zum Markt und dann zur Bank, wie ein ganz normaler Bürger in einem ganz normalen Land.

Sarpkayas Vater hört am Handy mit, wie sein Sohn am Geldautomaten mit jemandem spricht. Dann hört er einen Knall, die Verbindung bricht ab. Dieser jemand hat seinem Sohn in den Kopf geschossen. Wenig später stirbt der junge Sarpkaya im Krankenhaus.

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Mullah Omar im Sommerloch gestorben?

Taliban-Führer Mullah Omar. – Foto: dpa
Der afghanische Taliban-Führer Mullah Omar soll tot sein. Dies berichtet die BBC unter Berufung auf Regierungskreise in Kabul.


DER TAGESSPIEGEL

Mullah Omar, der Führer der afghanischen Taliban, soll nicht mehr am Leben sein. Das meldet die BBC und beruft sich dabei auf Quellen in der afghanischen Regierung. Die Taliban in Afghanistan selbst haben bisher noch nicht reagiert. In der Vergangenheit ist Mullah Omar bereits mehrfach für tot erklärt worden, was sich dann als Falschmeldung herausstellte.