Archiv der Kategorie: Islam

„Es gibt keine Frauenbeschneidung ohne Männerbeschneidung“

Anders als die Beschneidung von Mädchen ist die rituelle Beschneidung von Jungen hierzulande trotz ihres Charakters als Körperverletzung erlaubt. Viele Kinderärzte und -chirurgen empfinden das in ihrer täglichen Arbeit als Dilemma, wie auf einem Symposium in Essen deutlich wurde.


Von Bülent Erdogan|Ärztekammer Nordrhein

Viele Familien richten zur Beschneidung ihres Sohnes ein großes Fest aus. In der Vergangenheit war auch der Akt der Beschneidung mitunter Teil der Feierlichkeiten. Die Beschneidungsanzüge, die die Jungen in der Regel zu diesem Anlass tragen, sollen an Prinzenkostüme oder Uniformen erinnern. Foto: Picture-alliance/dpa

Der Beschluss hallt wie ein Paukenschlag durch die Republik: Im Sommer 2012 entscheidet das Kölner Landgericht, dass die religiöse Beschneidung von Jungen als strafbare Körperverletzung zu werten ist – auch wenn sie von Ärzten durchgeführt wird. Ein Aufschrei geht durch große Teile der muslimisch und jüdisch geprägten Bevölkerung in Deutschland, die ihre Religionsfreiheit und das Recht der elterlichen Personensorge in Gefahr sehen. Denn die Beschneidung gilt unter den meisten Juden und Moslems seit Jahrtausenden als Zeichen der Zugehörigkeit zur Glaubensgemeinschaft. Schnell erkennen Politiker aller Parteien die Brisanz des Themas. Noch vor Weihnachten trifft der Deutsche Bundestag ­eine gesetzliche Sonderregelung für die Entfernung des Präputium penis aus religiösen, rituellen oder traditionellen Motiven.

Die Zirkumzision ist weltweit eine der häufigsten Operationen, ein Drittel der männlichen Bevölkerung hat Schätzungen zufolge kein Präputium mehr, meist in Ländern, die in islamischer Tradition stehen. Auch in den USA wird bei etwa jedem zweiten männlichen ­Neugeborenen die Vorhaut noch in der Geburtsklinik amputiert. Zum Einsatz kommt dabei auch das Circumstraint, eine Apparatur zur ­Fixierung des Säuglings: „Die komfortabel gekurvte Form des ­Circumstraints hält den Säugling in Position mit erhöhten Hüften und präsentiert auf perfekte Weise die ­Genitalien“, heißt es in einer Produktbeschreibung. Auf den Philippinen, einem katholisch geprägten Staat, kam es 2011 zu einer Massenbeschneidung im Stadion, mit der die Stadt in das Guiness-Buch der ­Rekorde aufgenommen werden wollte.

Über viele Jahrzehnte, beginnend mit der Einwanderungswelle der 1960er-Jahre, war die medizinisch nicht-indizierte Beschneidung in Deutschland in der Regel ein türkisches Thema. Wenn Deutsche mit dem Ritus in Kontakt kamen, dann vielleicht als Gäste einer Beschneidungs-Feier (Sünnet) oder vom Hörensagen. Oder aber als Kinderarzt oder -chirurg. Einer von ­ihnen ist Dr. Engelbert Kölker aus Essen.

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Großbritannien: Christen-Kritik an geplanten Anti-Extremismus-Gesetzen

Christenvertreter in Großbritannien befürchten mit Blick auf die geplanten Anti-Extremismus-Verordnungen von Premierminister David Cameron Einschränkungen der Meinungsfreiheit.


kathweb

Hintergrund ist ein Schreiben des konservativen Abgeordneten Mark Spencer, aus dem die Zeitung “Daily Telegraph” am Dienstag zitierte. Darin heißt es, die geplanten Maßnahmen, die sich gegen Hassprediger und terroristische Propaganda richten sollen, könnten etwa auch gegen christliche Lehrer zur Anwendung kommen, die sich gegen gleichgeschlechtliche Ehen aussprechen. In manchen Kontexten könnten entsprechende Äußerungen im Sinne der neuen Gesetzgebung “Hassrede” darstellen, so Spencer.

Der stellvertretende Direktor des Christian Institute, Simon Calvert, sagte, dies sei genau die Gefahr, vor der man im Vorfeld gewarnt habe. Die geplanten Anti-Extremismus-Verordnungen stellten einen groben Verstoß gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung dar und unterminierten die britischen Werte.

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Aceh: Bei Verfehlung 100 Stockhiebe

Sharia-Polizisten plazieren in Banda Aceh eine Frau zur öffentlichen Auspeitschung. (picture alliance / dpa / Hotli Simanjuntak)
Das Leben in der indonesischen Provinz Aceh ist streng nach den Regeln des Korans ausgerichtet. Seit dem Ende des Bürgerkriegs vor zehn Jahren regieren hier die Rebellen von damals – die sich für einen aus ihrer Sicht unverfälschten sunnitischen Islam starkmachen.


Von Thomas Kruchem|Deutschlandradio Kultur

Weit holt der Scharfrichter aus und lässt den anderthalb Meter langen Rohrstock hinunter fahren auf den Rücken der vor Schmerz schreienden Frau.

Die Strafe der öffentlichen Auspeitschung für moralische Vergehen ist üblich in Ländern, wo man die Regeln der Scharia, des islamischen Strafrechts, radikal auslegt: in Saudi-Arabien, Sudan, Somalia und seit einiger Zeit auch in Aceh, einer Provinz an der Nordspitze der indonesischen Insel Sumatra. Viele Acehnesen halten Körperstrafen im Rahmen der Scharia für richtig – Fatalan Ameni, zum Beispiel, ein junger Grundschullehrer in Achehs Hauptstadt Banda Aceh.

“Wir praktizieren die Scharia äußerst streng, um das soziale Leben hier in Aceh zu kontrollieren. Begehe ich zum Beispiel Ehebruch, verfalle dem Glücksspiel oder dem Alkohol, dann handle ich gegen unser aller Religion, den Islam. Die Scharia-Polizei wird mich deshalb festnehmen. Das Scharia-Gericht wird mich zu einer bestimmten Anzahl von Schlägen verurteilen.

Die öffentlich auf einer Bühne exekutierte Strafe jedoch soll den Delinquenten nicht verletzen. Nach der Bestrafung verlässt er dann die Bühne; und die Menschen umarmen ihn. ‘Hast du genug zu essen?’ fragen sie ihn, ‘genug Reis, Zucker und Kaffee? Wir wollen dich wieder in unsere Gemeinschaft aufnehmen; wir lieben dich. Du hast einen Fehler gemacht und die Strafe dafür ertragen. Jetzt gehörst Du wieder zu uns; und wir helfen dir, wann immer Du Hilfe brauchst.'”

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Indiens Christen und Muslime in wachsender Gefahr

Morde, Hassreden und Zwangskonvertierungen: In Indien weden Christen und Muslime brutal verfolgt. Konserverative Organisationen fordern ein Indien nur für Hindus. Indiens Glaubensfreiheit und -vielfalt ist gefährdet.


Von Michael Lenz|evangelisch.de

Nadrenda Modi.
Nadrenda Modi.

Sunil Kumar und sein jüngerer Bruder Anil Kumar sind tot. Die beiden Männer, 36 Jahre der eine, 32 Jahre der andere, wurden durch Mord aus dem Leben gerissen. Die Täter hatten die beiden Männer während ihres Dienstes als Wachleute in der evangelischen United Christian Senior Secondary Schule in Neu Delhi überfallen, gefesselt und erschlagen. Aus dem Büro des Schuldirektors wurden umgerechnet 290 Euro gestohlen. Trotzdem geht die Polizei nicht von einem gewöhnlichen Raubmord aus. “Die beiden Männer wurden brutal ermordet. Ein Kleinkrimineller würde nicht solch grausame Morde begehen”, sagte ein Polizeisprecher gegenüber indischen Medien.

Darwin Prashad, Direktor der gemeinsam von der Union der Baptisten von Nordindien und der Kirche von Nordindien betriebenen Schule, geht von einem christenfeindlichen Hintergrund der Tat aus, begangen von extremistischen Hindunationalisten. Solange aber Beweise fehlen, ist das reine Spekulation, wenn auch eine plausible. Seit Anfang dieses Jahres hat es in der indischen Hauptstadt eine Serie von Brandanschlägen und anderen Angriffen gegen katholische Kirchen und Schulen gegeben, die höchstwahrscheinlich auf das Konto der Hindunationalisten gehen.

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Afghanistan: Familie von Mullah Omar erkennt neuen Taliban-Führer nicht an

Nach Tagen der Ungewissheit ist inzwischen klar: Mullah Omar ist tot. Auch sein Nachfolger steht schon fest. Doch die Familie des Verstorbenen verweigert dem neuen Taliban-Führer die Gefolgschaft.


SpON

Achtar Mohammad Mansur
Achtar Mohammad Mansur

Die Familie des verstorbenen Taliban-Kommandeurs Mullah Omar will seinen Nachfolger an der Spitze der afghanischen Terrorgruppe nicht anerkennen. Die Familie habe niemandem die Treue geschworen und habe dies auch nicht vor, sagte Mullah Omars Bruder, Mullah Abdul Manan.

Am Freitag war Mullah Akhtar Mansour zum neuen Anführer der Taliban erklärt worden. Er ist seit Jahren eine feste Größe in der Taliban-Führung. Zuvor hatte die islamistische Bewegung verkündet, dass ihr langjähriger Kommandeur Mullah Omar im Jahr 2013 verstorben sei. Viele Taliban lehnen Mansour aber als Führer ab. Der Grund sind offenbar Differenzen mit der Ideologie des neuen Anführers: Mansour soll der pakistanischen Regierung nahestehen und Friedensgespräche mit der afghanischen Regierung befürworten.

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Franzosen atmen auf – Saudischer König bricht Urlaub ab

Foto: dpa Der König und Premierminister von Saudi-Arabien, Salman bin Abd al-Asis Al Saud, in Riad (Archivbild)
König Salmans Empfang in Südfrankreich fiel kühl aus – dessen royale Sonderwünsche stießen den Franzosen bereits im Vorfeld sauer auf. Nun ist der Monarch mit seinem 1000-köpfigen Gefolge abgereist.


DIE WELT

Seine Sonderwünsche inklusive Strandsperrung hatten viele Franzosen verärgert – jetzt hat der saudische König Salman seinen Urlaub an der Côte d’Azur überraschend vorzeitig beendet. Der 79-jährige Monarch flog am Sonntag von Nizza nach Tanger in Marokko, wie ein französischer Behördenvertreter sagte. Damit bekommen die Anwohner wieder Zugang zu einem unterhalb der Königsvilla gelegenen Strand, dessen Sperrung die Gemüter erhitzt hatte.

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“Ich will mit dem IS nichts zu tun haben”

Mit einem Aktenordner verdeckt Ayoub B. (27) beim Prozessauftakt in Celle sein Gesicht. – Foto: Holger Hollemann/AFP
Er wollte nach Drogenproblemen und Spielsucht in einer Islam-Schule angeblich zu sich selbst finden – und geriet an den IS. Nun steht der gebürtige Wolfsburger Ayoub B. gemeinsam mit Ebrahim H. in Celle vor Gericht.


Von Peter Mlodoch|DER TAGESSPIEGEL

Vom Schulabbrecher, Dauerkiffer und Zocker zum Terrorkämpfer beim „Islamischen Staat“ (IS)? Fast zwei Stunden schildert der gebürtige Wolfsburger Ayoub B. über eine von seinem Verteidiger Dirk Schoenian verlesene Erklärung am Montag zum Auftakt des Terrorprozesses vor dem Oberlandesgericht (OLG) Celle, wie er über die Türkei nach Syrien gereist sei, um dort nach Drogenentzug, Job-Problemen und Spielhallenbesuchen in einer Islam-Schule zu sich selbst zu finden. Wie er stattdessen – nur widerwillig und zum Schein – dort im Sommer 2014 zwei Ausbildungslager absolviert habe. Wie er von den IS-Leuten permanent kontrolliert und drangsaliert worden sei. Wie er sich beim Transport von verkohlten Leichen und schreienden Verletzten mehrfach habe übergeben müssen. Wie er nach zweieinhalb Monaten voller Todesängste seine misstrauisch gewordenen IS-Bewacher überlistet habe und abgehauen sei. Wie er „in Aladin-Hose und Gummilatschen“ und notdürftig rasiert durch den Irak über die Türkei zurück nach Deutschland geflohen sei. Wie er sich hier der Polizei anvertraut habe und dennoch völlig überraschend in Untersuchungshaft genommen worden sei.

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Mitwirkung in Islamzentrum: Evangelikale Kritik am EKD-Ratsvorsitzenden

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm will im Kuratorium eines Islamzentrums mitwirken. Foto: ELKB/MCK
Evangelikale in ganz Deutschland haben mit Entsetzen, Unverständnis und bitterer Ironie auf die Zusage des EKD-Ratsvorsitzenden und bayerischen Landesbischofs Heinrich Bedford-Strohm (München) reagiert, im Kuratorium des Münchner Islamzentrums mitzuwirken.


idea.de

Die Einrichtung soll „Muslimen bei der Ausübung ihrer Religion behilflich sein, ihr Glaubensbewusstsein und ihre Bereitschaft zum Dienst am Mitmenschen vertiefen, aber auch zum besseren Verständnis des Islam und der Muslime beitragen“, heißt es in der Selbstdarstellung. Grundlage des Zentrums sei das islamische Glaubenszeugnis „Kein Gott außer Allah und Muhammad ist Allahs Gesandte“. Für die römisch-katholische Kirche sitzt der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück (Traunwalchen/Oberbayern), im Kuratorium. Gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea erklärten Bedford-Strohm und Glück, dass sie jene Kräfte im Islam stärken wollen, die die Werte des Grundgesetzes bejahen, und mit ihnen gemeinsam Wege in die Zukunft bauen. Der Initiator des Islamzentrums, Imam Benjamin Idriz (Penzberg/Oberbayern), habe mit vielen Beispielen bewiesen, dass er sich gegen einen radikalen Islam stelle. „Mit diesen Muslimen können wir gemeinsam eine friedliche Zukunft gestalten“, so die Kirchenvertreter. Zugleich betonen sie, als Christen keine Werbung für den Islam zu machen.

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Muslime warnen vor Hasspredigern in Deutschland

Bild: The Huffington Post
Die muslimischen Gemeinden in Niedersachsen warnen vor Hasspredigern. “Staat und Gesellschaft müssen klar machen: Wir stellen uns gegen radikale Prediger. Wir stellen uns gegen jede Form von Extremismus”, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes der Muslime, Avni Altiner, der “Hannoverschen Allgemeinen Zeitung” vom Montag. “Ein solches Problem ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die uns alle herausfordert.”  


The Huffington Post

Anlass der Warnung ist ein Prozess gegen zwei Wolfsburger, die für die Terrororganisation IS in den Dschihad gezogen sein sollen. Vor dem Oberlandesgericht Celle müssen sich ab dem heutigen Montag zwei Deutsch-Tunesier deswegen verantworten. Beide Männer sind weitgehend geständig. Einer von ihnen, der 26-jährige Ebrahim H. B., hat in einem Interview über seine Rekrutierung für den IS berichtet. Demzufolge wurden er sowie weitere junge Männer von einem “falschen Prediger” in Wolfsburg angeworben.

Flüchtlinge in Tschechien: Präsident Zeman schlägt harten Ton an

Harte Worte gegen Flüchtlinge: Der tschechische Präsident Milos Zeman kommentiert eine Revolte von Flüchtlingen in einem Abschiebezentrum mit den Worten: “Niemand hat euch hierher eingeladen”.


Frankfurter Rundschau

Miloš Zeman, 3. Präsident der Tschechischen Republik, 2013. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Der tschechische Präsident Milos Zeman hat nach einer Revolte von Flüchtlingen in einem Abschiebezentrum einen harten Ton gegenüber illegal einreisenden Migranten angeschlagen. “Niemand hat euch hierher eingeladen”, sagte Zeman in einem Interview, das am Sonntag in der Online-Ausgabe der Zeitung “Blesk” veröffentlicht wurde. “Wenn ihr schon hier seid, müsst ihr unsere Regeln respektieren, so wie wir die Regeln respektieren,wenn wir in euren Ländern sind”, fügte Zeman hinzu.

Am Donnerstag und Freitag war die tschechische Polizei mit Tränengas in einem Abschiebezentrum im Nordwesten des Landes gegen revoltierende Flüchtlinge vorgegangen. Rund hundert Migranten hatten nach Polizeiangaben in Bela-pod-Bezdezem Widerstand gegen die Beamten geleistet. Demnach versuchten die vor allem aus Afghanistan, Pakistan und dem Irak stammenden Flüchtlinge aus dem Zentrum auszubrechen. Sie sollten in die europäischen Länder abgeschoben werden, in denen sie erstmals den Schengen-Raum betraten.

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Türkei: Eiskalte Rachepolitik

Ein türkisches Kampfflugzeug hebt vom Luftwaffenstützpunkt Incirlik ab. (Foto: AP)
Die Hoffnungen auf eine baldige Beilegung des Konflikts zwischen Ankara und der PKK schwinden. Der Krieg rückt näher an Europa heran.


Von Mike Szymanski|Süddeutsche.de

In der Türkei ist wieder ein blutiges Wochenende zu Ende gegangen. Die furchtbare Bilanz: mindestens drei Tote und Dutzende Verletzte allein bei Anschlägen, für die türkische Behörden die PKK verantwortlich machen.

Auf kurdischer Seite sollen seit Beginn der Kämpfe mindestens 260 Menschen ums Leben gekommen sein. Die Nachrichten aus der Türkei ähneln in erschreckender Weise jenen aus den Nachbarländern, die längst im Chaos versunken sind. Der Krieg rückt näher an Europa heran.

Mit jedem Anschlag, mit jedem Kampfeinsatz der türkischen Armee schwindet die Hoffnung auf eine schnelle Beilegung des Konflikts. Vernunft oder Verhältnismäßigkeit ist auf keiner Seite auszumachen.

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Saudi Arabia Calls On World To Ban Criticism of Religion

The Grand Mufti of Saudi Arabia. (Photo: Screenshot from video)
The director for external relations at the Ministry of Islamic Affairs on July 25 called on all countries to ban criticism of religion.


By Elliot Friedland|The Clarion Project

Saudi Arabia has called on the international community to ban all criticism of religion.

At a July 25 symposium on media coverage of religious symbols in international law, Abdulmajeed Al-Omari, director for external relations at the Ministry of Islamic Affairs, said:

“We have made it clear that freedom of expression without limits or restrictions would lead to violation and abuse of religious and ideological rights. This requires everyone to intensify efforts to criminalize insulting heavenly religions, prophets, holy books, religious symbols and places of worship.”

He argued these steps must be taken to prevent intolerance.

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Die tödlichen Zweifel des deutschen Dschihadisten

Tweets über den möglichen Tod des Kickboxers Valdet Gashi Bild:Twitter/DIE WELT
Ein deutscher Thaiboxer wird zum Dschihadisten und tritt der Terrormiliz IS bei. Doch in Syrien ist er sich seiner Sache plötzlich nicht mehr sicher und wendet sich an einen deutschen Politiker.


Von Alfred Hackensberger|DIE WELT

Seine rote Glitzerjacke funkelte im Scheinwerferlicht, zu wummerndem Rap schritt er in den Ring, und jeder im Publikum kannte seinen Namen: Valdet Gashi, deutscher Thaiboxer und mehrfacher Weltmeister. Doch er wird nie wieder in den Ring steigen. Gashi trat im Oktober 2014 der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bei, reiste nach Syrien, um “Gutes zu tun”. Im Juni soll der IS den 28-Jährigen hingerichtet haben. Gashi hatte am Kurs der Terrormiliz gezweifelt – Zweifel, die er einem deutschen Politiker über Facebook mitteilte. Ein seltener Einblick in den Sinneswandel eines Terroristen.

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Israel will härter gegen jüdische Terroristen vorgehen

Wütend: Israelische Sicherheitskräfte halten Palästinenser nahe des Tempelbergs zurück, die nach dem Tod des Kleinkindes demonstrieren am Sonntag demonstrieren. ©AFP
Nach dem Tod eines Kindes beim Anschlag auf eine palästinensische Familie wird Kritik an den israelischen Sicherheitskräften laut: Terrorismus von Juden müsse ebenso effektiv bekämpft werden wie der von Palästinensern.


Von Hans-Christian Rößler|Frankfurter Allgemeine

Nach dem jüngsten Ausbruch der Gewalt greift die israelische Regierung härter gegen potentielle jüdische Terroristen durch. Verteidigungsminister Mosche Jaalon ordnete am Sonntag an, Israelis, die Anschläge planten, in sogenannte Administrativhaft zu nehmen. Bisher wurde diese Art des Gewahrsams nur gegen Palästinenser verhängt. Sie dürfen ohne ordentliches Gerichtsverfahren sowie Zugang zu Anwalt und Besuchsrecht monatelang festgehalten werden. In Israel war nach dem Brandanschlag am Freitag, bei dem im Westjordanland ein 18 Monate alter Junge umgekommen war, Kritik an den Sicherheitskräften laut geworden. Die Regierung habe es versäumt, den Inlandsgeheimdienst Schinbeth mit ausreichenden Kompetenzen auszustatten, um jüdischen Terrorismus ähnlich schnell und effizient zu bekämpfen, wie das bei Palästinensern der Fall sei, kritisierte die Zeitung „Jediot Ahronot“ am Sonntag. Das Attentat am Freitag zeige, dass „wir nicht besser sind als sie“, heißt es in einem Kommentar der Zeitung, der Israelis und Palästinenser vergleicht.

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“Lasst Euren Glauben nicht in den Dreck ziehen!”

Aktion an der Domplatte in Köln: Die Gruppe 12thMemoRise will mit provokanten Aktionen junge Muslime vor Extremisten warnen Foto: 12thMemoRise
Provokante Kunstaktionen und Appelle an Muslime: Der Widerstand gegen salafistische Koranverteiler nimmt zu. Teilweise werden die Islamisten aber auch körperlich angegriffen. Die Polizei ist besorgt.


Von Stefan Laurin|DIE WELT

Sie stehen fast jeden Samstag auf der größten Einkaufsstraße Deutschlands. Immer um 16 Uhr packen sie ihre Schilder und Transparente vor dem Einkaufszentrum “MyZeil” in Frankfurt aus. “Salafisten werben, Kinder sterben” oder “Muslime! Lasst Euren Glauben nicht in den Dreck ziehen! Steht auf gegen ISIS” lauten die Aufschriften. Es sind Aktivisten, die seit September gegen islamistische Koranverteiler in ihrer Nähe demonstrieren. Bereitschaftspolizisten stehen ein paar Meter entfernt und passen auf, nachdem es einmal fast zu einer Schlägerei zwischen den beiden Gruppen gekommen ist.

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Achtar Mohammad Mansur: Neuer Taliban-Chef will „Heiligen Krieg“ fortführen

Frieden in Afghanistan? Geht es nach dem neuen Taliban-Chef, dann gibt es den nur bei einem Sieg der Radikal-Islamisten. Die Regierung dagegen setzt weiter auf Verhandlungen.


FOCUS ONLINE

Achtar Mohammad Mansur
Achtar Mohammad Mansur

Der neue Anführer der radikal-islamischen Taliban, Achtar Mohammad Mansur, hat in Afghanistan eine Fortsetzung des Kampfes gegen die prowestliche Regierung in Kabul angekündigt.

„Unsere Einheit wird unsere Feinde besiegen“, sagte Mansur in einer Audio-Botschaft und schlug damit Hoffnungen Washingtons auf eine Befriedung Afghanistans in den Wind. Die US-Regierung hatte zuvor die Taliban aufgerufen, das Versöhnungsangebot der afghanischen Regierung anzunehmen.

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Wenn Eltern über die Religion der Kinder streiten

heimkinder

Gehören die Eltern unterschiedlichen Religionen an, kommt es nach Trennung oder Scheidung nicht selten zum Streit darüber, welche Religionsgemeinschaft für die Kinder die richtige ist.


DeutscheAnwaltsauskunft

Bei der Entscheidung über die Religionszugehörigkeit steht das Wohl des Kindes im Vordergrund. Gehören die Eltern zwei verschiedenen Glaubensgemeinschaften an, ist eine Möglichkeit, mit der Entscheidung über den Zutritt des Kindes in eine der beiden Religionsgemeinschaften zu warten, bis Kind 14 Jahre alt ist. Dann kann es über eine Zugehörigkeit selbst entscheiden. Darüber informiert die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) und verweist auf eine entsprechende Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm.

Das Gericht urteilte über folgenden Fall: Die geschiedenen Eltern zweier achtjähriger Kinder hatten das gemeinsame Sorgerecht. Der Vater war Moslem, die Mutter Christin. Aufgrund einer gemeinsamen Entscheidung gehörten die Kinder noch keiner Religionsgemeinschaft an. Die Kinder lebten seit der Scheidung bei der Mutter und besuchten dort die katholische Grundschule. In der Schule nahmen sie regelmäßig am katholischen Religionsunterricht teil und besuchten den Schulgottesdienst.

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Geheimnisvoller Fleck an Toilettenwand in Mali lockt Tausende

Tausende Menschen im westafrikanischen Mali glauben derzeit an eine religiöse Erscheinung neben einer Toilettentür. Auf der Wand des traditionell außerhalb des Wohnhauses liegenden Privataborts erscheine ein weißer Fleck, der seit vergangenem Samstag ständig seine Form ändere und zeitweise angeblich wie ein betender Mann ausgesehen habe.


evangelisch.de

Seither bildeten sich vor der Toilettentür der Familie Traoré, die in der Nähe einer Moschee lebt, lange Schlangen, berichteten Augenzeugen am Freitag.

“Wir glauben, dass es sich um eine Vision unseres Propheten handelt”, sagte der Muslim Aliou Traoré, der in dem angrenzenden Haus in Bamako lebt. “Es sind sogar Leute aus dem Senegal angereist, um es zu sehen, und auch mehrere malische Minister und Geistliche haben uns besucht.” Der Lehrer Aboubakar Diarra rief nach der Besichtigung der Toilettenwand: “Es ist ein Wunder!” Diarra ist sich sicher: “Es ist ein Zeichen Gottes für die Größe unseres Landes.”

Hessen: Hochburg der Salafisten

© dpa Türöffner: Aktionen wie die „Lies“-Kampagne seien ein Weg zu den Salafisten. Hier ist ein Teilnehmer auf der Frankfurter Zeil unterwegs.
Enthauptungen schrecken nicht mehr ab. Die brutale Variante des Islamismus hat laut Verfassungsschutz in Hessen besonders viele Anhänger. Die Rückkehrer aus Syrien würden als „Kriegshelden“ in der hessischen Szene gefeiert.


Von Ewald Hetrodt|Frankfurter Allgemeine

Die salafistische Szene in Hessen ist viel stärker, als die Größe des Landes es eigentlich erwarten ließe. Das geht aus aktuellen Zahlen des Verfassungsschutzes hervor. Hessen zählt sechs Millionen Einwohner, darunter sind rund 1600 Salafisten. Nur 300 mehr halten sich in Nordrhein-Westfalen auf, in dem dreimal so viele Menschen leben. Auch im bundesweiten Vergleich ist der hessische Anteil unverhältnismäßig hoch. In ganz Deutschland leben etwa 7500 Salafisten.

Dass Hessen außer Berlin und NRW zu den drei Hochburgen der deutschen Szene gehöre, führt Roland Johne vom Landesamt für Verfassungsschutz in erster Linie auf die städtischen Strukturen des Ballungsraums Rhein-Main zurück. Andererseits weist er darauf hin, dass sich auch in Kassel einiges tue. Im Übrigen seien in Hessen „Zugpferde“ wie Pierre Vogel unterwegs. Sie verstünden sich besonders gut darauf, Menschen zu mobilisieren.

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Kurden-Präsident fordert PKK zum Verlassen des Nordiraks auf

Will die türkischen Luftangriffe von den Zivilisten fernhalten: Massud Barsani © Maja Hitij/DPA
260 PKK-Kämpfer wurden bereits bei den türkischen Luftangriffen auf die Kurdische Arbeiterpartei im Nordirak getötet. Nun ruft der dortige Kurdenpräsident Massud Barsani die PKK zum Verlassen der Region auf – um Zivilisten zu schützen.


stern.de

Angesichts der türkischen Luftangriffe auf Stellungen der Arbeiterpartei Kurdistans hat der Präsident der autonomen Kurdenregion im Irak, Massud Barsani, die PKK zum Verlassen des Gebiets im Nordirak aufgefordert. “Die PKK muss das Schlachtfeld von der irakischen Region Kurdistan fernhalten, damit keine Zivilisten Opfer dieses Kriegs werden”, erklärte Barsani am Samstag.

Die Türkei hatte vor gut einer Woche zunächst begonnen, Stellungen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien zu bombardieren. Zugleich griff sie nach einem Anschlag auf zwei türkische Polizisten auch Stützpunkte der verbotenen PKK im Nordirak an, die gegen den IS kämpft. Die türkische Regierung spricht von einem “Krieg gegen den Terrorismus”. Allerdings griff die Luftwaffe den IS seither nur drei Mal an, die PKK hingegen dutzende Male.

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