Archiv der Kategorie: Islam

Burkaverbot abgelehnt

Burqua Burka

Burka (CC-by-sa/2.0/en by Rockin’ the Khuff)

Die Mehrheit im Römer lehnt einen Antrag der Freien Wähler nach einem Verbot der Burka ab. Die Freien Wähler hatten ihre Forderung damit begründet, dass die Burka ein „massives Integrationshemmnis“ sowohl für die Trägerinnen als auch für Bürger darstelle.


Von Friederike Tinnappel|Frankfurter Rundschau

Nach der Debatte über die Ausschreitungen bei den Blockupy-Protesten gegen die EZB ließ die Diskussionsfreudigkeit am Donnerstagabend in der Stadtverordnetenversammlung abrupt nach. Während sonst die Ganzkörperverhüllung von Frauen mit einer Burka schnell zu einem Aufregerthema wird, lehnte die Mehrheit im Römer einen Antrag der Freien Wähler ohne Meinungsaustausch ab.

weiterlesen

Unmut in der CDU über Kopftuch-Urteil

Themenbild

Themenbild

Nach dem Karlsruher Kopftuch-Urteil blieb es in der Landespolitik merkwürdig still. Doch nun rührt sich zumindest in der CDU Unmut über die Verfassungsrichter. CDU-Landesvize Winfried Mack hält das Urteil für falsch. Damit steht er nicht allein.


Von Reiner Ruf|Stuttgarter Zeitung.de

Als 1998 die deutsche Muslima Fereshta Ludin nach dem Abschluss ihres Referendariats in den baden-württembergischen Schuldienst strebte, gingen die Wogen in der Landespolitik hoch. Ludin bestand darauf, auch im Unterricht das Kopftuch zu tragen. Die damalige Schulministerin Annette Schavan (CDU) schien im Fall Ludin anfangs geneigt, diesem Begehren nachzukommen. Die engagierte Katholikin befürchtete, ein Kopftuchverbot werde ungewollte Nebenwirkungen entfalten – und auch die Präsenz christlicher Symbole an den Schulen in Frage stellen. Doch unter dem Druck der CDU-Landtagsfraktion schwenkte sie um. Fraktionsvize Hermann Seimetz erklärte seinerzeit, wenn Schavan das Kopftuch toleriere, werde sie ihr Amt verlieren. Die Ansichten im Landtag gingen auseinander, aber quer durch die Fraktionen gab es eine Mehrheit gegen das Kopftuch.

weiterlesen

Raif Badawi: “Auf wundersame Weise 50 Peitschenhiebe überlebt”

Bild: Center for Inquiry

Bild: Center for Inquiry

  • Der saudische Blogger Raif Badawi hat sich erstmals nach seiner Verhaftung öffentlich geäußert.
  • In einem Brief, der in der jüngsten Ausgabe des Nachrichtenmagazins Spiegel veröffentlicht wird, schreibt Badawi, er habe die ersten 50 Peitschenhiebe “auf wundersame Weise überlebt”.
  • Ein Buch Badawis kommt am 1. April in den Buchhandel. Darin sind auch die Blogeinträge zu lesen, wegen der Badawi veruteilt wurde. Er setzt sich für eine säkulare saudische Gesellschaft ein.


Von Christoph Meyer|Süddeutsche.de

Badawi äußert sich in Brief zur Prügelstrafe

Der saudische Blogger Raif Badawi hat sich erstmals seit seiner Verhaftung im Jahr 2012 zu Wort gemeldet. Dem Magazin Spiegel zufolge konnte er einen Brief aus dem Gefängnis schreiben, der in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift abgedruckt wird.

Darin schreibt der zu 1000 Peitschenhieben verurteilte Blogger, er habe die ersten 50 Hiebe auf “wundersame Weise überlebt”.

weiterlesen

John Cleese: “Muslime haben das Recht, ausgelacht zu werden”

John Cleese, Bild: rebellesociety.com

Muslime auszulachen ist in Ordnung: So sieht es Monty-Python-Mitglied John Cleese im SPIEGEL-Gespräch. Über den Propheten habe er sich allerdings nie lustig gemacht.


SpON

Der Islam ist nach Ansicht des britischen Komikers und Autors John Cleese ein gutes Thema für die Satire.

Cleese, 75, und die übrigen Mitglieder der legendären Gruppe Monty Python hatten in den Achtzigerjahren mit der Religionssatire “Das Leben des Brian” Kontroversen unter Christen ausgelöst.

In einem SPIEGEL-Gespräch anlässlich seiner Autobiografie, die am Montag auf Deutsch erscheinen wird, sagte Cleese: “Muslime, die bei uns leben, sind Teil unserer Gesellschaft. Sie haben das Recht, ausgelacht zu werden.” (Lesen Sie hier das ganze Gespräch im neuen SPIEGEL.)

Wilders: “Lasst Jihadisten gehen – aber nicht zurückkehren”

Wilders und Strache / Bild: APA/EPA/HELMUT FOHRINGER

Dem niederländischen Rechtspopulisten ist es lieber, wenn Jihadisten ihre Verbrechen im Ausland begehen. Für FPÖ-Chef Strache sind die “Teufelskrieger” tickende Zeitbomben.


Die Presse

FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache und der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders diskutieren heute Abend in der Wiener Hofburg das Thema “Europas Bedrohung durch die Islamisierung”. Schon vorab ließ Wilders, der zu den prominentesten und umstrittensten Islamkritikern Europas zählt, mit einem ungewöhnlichen Lösungsvorschlag für das Problem ausländischer Kämpfer in Syrien und im Irak aufhorchen: Er verstehe nicht, warum westliche Regierungen dies Menschen an der Ausreise hinderten.

weiterlesen

Freiwillig Kopftuch – Eine Leipzigerin tritt zum Islam über

Themenbild

Themenbild

So wie sich andere schminken, bindet sich Steffi Mahdi das Kopftuch. Früher trug sie ihr langes Haar offen, heute verlässt sie nie ohne Kopf-Bedeckung das Haus. Doch die Vorbehalte sind groß, die Konsequenzen auch.


MDR Kultur

Sie ist blond, Sportlehrerin und Muslima. Für Steffi Mahdi kein Widerspruch. Die Haare verhüllt sie inzwischen unter einem Kopftuch.  Als Deutsche zum Islam zu konvertieren, war für sie normal. Für ihr Umfeld dagegen überhaupt nicht.

Die Eltern finden es schwierig, der Kontakt ist schlecht. Feiertage wie Weihnachten und Geburtstage werden zur Zerreißprobe, denn für Steffi Mahdi sind sie kein Thema mehr. Ihre Arbeit als Sporttherapeutin hat sie verloren …

Heiße Debatte nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes

Seit dem 13. März ist das Tragen eines muslimischen Kopftuches wieder ein großes Thema: An diesem Tag entschied das Bundesverfassungsgericht, dass es gegen die Religionsfreiheit verstößt, wenn der Staat muslimischen Lehrerinnen pauschal verbietet, das Tuch während der Arbeit zu tragen. Es sei denn, der Schulfrieden oder die staatliche Neutralität sei dadurch nachweislich beeinträchtigt. Die Karlsruher Richter korrigierten damit eine Entscheidung aus dem Jahr 2003, nach der ein Kopftuch-Verbot prinzipiell zulässig war, wenn in den Ländern entsprechende Gesetze existierten. Viele ergänzten ihre Schulgesetze daraufhin um ein Kopftuchverbot. Auf die Novelle können sich nun muslimische Lehrerinnen landesweit berufen.

weiterlesen

Kopftuchurteil: Nur die Neutralität schafft Freiheit

Themenbild

Themenbild

Sollen Lehrer als Bannerträger für Weltanschauungen und Religionen herhalten? Dann lebten wir wirklich in einem Obrigkeitsstaat. Davon aber gibt es anderswo schon genug.


Von Reinhard Müller|Frankfurter Allgemeine

Die Kopftuch-Erlaubnis des Bundesverfassungsgerichts dient weder der Integration noch der offenen Gesellschaft. Vor allem aber missachtet sie den Gesetzgeber und die Schule. Sie hilft noch nicht einmal muslimischen Lehrerinnen, die aus religiösen Gründen ein Kopftuch tragen. Denn Karlsruhe redet ihnen eine Rolle ein, die kein Lehrer in der Schule hat – Lehrer sind Staatsdiener.

Schon Angestellte in Privatunternehmen müssen sich einiges gefallen lassen: In manchen Firmen herrscht Duz-Zwang, in anderen muss man dunkle Anzüge tragen. In besonders kreativen Branchen herrscht Krawattenverbot, ist ein Bart Pflicht. Auch der Staat als Arbeitgeber macht Vorschriften: Polizisten dürfen nicht sichtbar tätowiert sein und nicht zu viel Metall im Gesicht herumtragen. Da geht es auch um Sicherheit, vor allem aber darum, dass jeder Beamte und auch jeder Angestellte im öffentlichen Dienst den Staat verkörpert. So tritt er dem Bürger gegenüber. Das gilt auch für Lehrer.

weiterlesen

“Boko Haram zeigt Scheitern des postkolonialen Staats”

boko_haram

Islamwissenschafter Lohlker ortet ein massives Versäumnis der nigerianischen Regierung im Kampf gegen die Islamisten


Interview Judith Moser|derStandard.at

Der Feldzug der IS-Terrormiliz im Irak und in Syrien steht medial im Mittelpunkt. Islamistische Strömungen in Afrika sind hingegen meist nur Randthema. derStandard.at sprach anlässlich der Wahlen in Nigeria mit dem Islamwissenschafter Rüdiger Lohlker über die Ursprünge und Rolle der radikalislamischen Organisation Boko Haram.

derStandard.at: Boko Haram erlangte in Europa spätestens mit der Massenentführung von rund 300 Schülerinnen in Chibok im April 2014 traurige Bekanntheit. Zuletzt sollen diese Woche wieder rund 500 Frauen und Mädchen entführt worden sein. Die Gruppierung existiert jedoch schon bedeutend länger. Welche Faktoren haben zur Entstehung Boko Harams beigetragen?

Lohlker: Letztendlich geht Boko Haram auf die Kolonialzeit zurück, die die Bedingungen für die Attraktivität einer solchen Gruppierung geschaffen hat. Die Briten haben gewisse Regionen wie Nordkamerun oder den Nordosten von Nigeria vernachlässigt. In diesen Regionen gibt es nach wie vor großen Nachholbedarf in der Entwicklung, was in Perspektivlosigkeit resultiert. Natürlich kann man sagen, dass bereits in den 1960er-Jahren Radikalisierungstendenzen unter nigerianischen Muslimen festzustellen waren. Ich bin jedoch etwas bescheidener und sage, dass diese Tendenzen in Nigeria erst in den 1980ern durch transnationale Entwicklungen und das Scheitern der nationalen nigerianischen Politik verstärkt worden sind. Ohne massive Fehler der nigerianischen Regierung wäre Boko Haram vielleicht eine Sekte geblieben und nicht zu dem geworden, was es heute ist. Boko Haram ist für mich Ausdruck des Scheiterns des postkolonialen Staates.

weiterlesen

Sündenbock Islam

Gebet-islam

Gerne werden die Muslime für den Antisemitismus in Deutschland verantwortlich gemacht. Das ist falsch und hilft niemandem weiter.


Von Ercan Karakoyun|The European

70 Jahre sind seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs vergangen. Noch immer müssen jüdische Einrichtungen und Synagogen bewacht werden. Sicherheitsvorkehrungen sind noch immer notwendig. Das hat vor allem einen Grund: Der Antisemitismus in Deutschland nimmt nicht ab, sondern zu. Laut den Zahlen der Amadeu-Antonio-Stiftung wurden 2013 in Deutschland 788 antisemitisch motivierte Straftaten registriert. 2014 hingegen waren es 864.

Das entspricht also einem Anstieg von etwa zehn Prozent. Zu den Vorfällen gehören Pöbeleien, E-Mails mit judenfeindlichen Inhalten, Hakenkreuz-Schmierereien und judenfeindliche Beiträge in Social-Media-Netzwerken. Zudem wurden 25 Gewalttaten sowie 128 Propagandadelikte registriert. Hinzu kommt, dass viele Straftaten nicht angezeigt werden, da es kaum Hoffnung auf Aufklärung gibt. Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden, macht dafür vor allem die Muslime in Deutschland verantwortlich.

Laut Kriminalstatistik liegt er mit dieser Behauptung jedoch falsch. 95 Prozent der Straftaten stammen von Nicht-Muslimen. Von Muslimen geht also nicht mehr Gewalt aus als von Nicht-Muslimen. Der Antisemitismus ist und bleibt daher vor allem ein Problem der Mitte der Gesellschaft. Die Diskussion darüber findet nicht statt, da das Augenmerk auf die Muslime gelegt wird. Das ist fatal.

weiterlesen

Ohne Orient kein Oxident

Bild: Wikimedia Commons/Steve Evans

Bild: Wikimedia Commons/Steve Evans

Der Islam war schon immer Teil der europäischen Kultur. Beide sind durch eine lange gemeinsame Entwicklung verbunden.


Von Muhammad Sameer Murtaza|The European

Der Islam gehört nicht zu Europa! Das zumindest legte Ulrich Greiner in der ZEIT nahe und ergänzte noch, dass man sich dies auch nicht wünschen solle.

Greiners Artikel ist Ausdruck für die Schwierigkeit des Abendlandes mit seinem eigenen noch nicht überwundenen Essentialismus. Indem die “westliche Welt” die Vernunft und die Freiheit für sich in Anspruch nimmt, kann in der allgemeinen Wahrnehmung der Islam hierzu keinen Beitrag geleistet haben. Das imaginäre Bild des Islam ist das einer antimodernen Gegenkultur zum Westen. Diese Sichtweise führte dazu, dass der Einfluss islamischer Philosophen und Wissenschaftler mitsamt ihrem Wirken weitestgehend im europäischen Bildungswissen verdrängt wurden. Wo dies nicht möglich war, latinisierte man die muslimischen Namen.

Wer heute eine Apotheke mit dem weitverbreiteten Namen Avicenna betritt, wird wohl kaum vermuten, dass sich dahinter der Name des muslimischen Philosophen und Arzt Ibn Sina verbirgt. Ihm verdanken wir die Erfindung der Arznei in Tablettenform und sein Kanon der Medizin war bis in das 17. Jahrhundert Pflichtlektüre in der Ärzteausbildung Europas.

Es gibt genügend Stützen für die Annahme, dass die Renaissance und die frühe Form der europäischen Aufklärung durch die islamische Philosophie und die islamischen Bildungseinrichtungen in Europa mit angestoßen wurden. Doch wie konnte es passieren, dass 700 Jahre Islam in Südwesteuropa und 500 Jahre Islam auf dem Balkan im kollektiven Gedächtnis Europas verdrängt wurden?

weiterlesen

Tauhid Germany: De Maizère verbietet Dschihadistengruppe

Bundesinnenminister Thomas de Maizière. Foto: REUTERS

Sie gehören zu einer Islamisten-Gruppe, die schon 2012 verboten worden war. Doch im Internet und mit Flugblättern warben sie weiter für den “Heiligen Krieg” in Syrien und im Irak. Jetzt schreiten die Sicherheitsbehörden erneut ein und verbieten die Vereinigung “Tauhid Germany”.


Frankfurter Rundschau

Die Bundesregierung hat im Kampf gegen Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die militant-dschihadistische Vereinigung «Tauhid Germany» verboten. Seit 6.00 Uhr würden bei Razzien in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern und Schleswig-Holstein 26 Objekte durchsucht, insgesamt gehe es um knapp 30 Verdächtige, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Donnerstag in Berlin. Unter den Verdächtigen seien auch Dschihadisten, die sich in Syrien und im Irak aufgehalten hätten. Bei der Aktion seien knapp 500 Polizisten im Einsatz, darunter Spezialkräfte.

weiterlesen

Islamistisches Magazin “Adımlar” Explosion in Istanbuler Zeitschriftenredaktion

Man unterstellt dem dem CIA oder Mossad die Bombe. FB-Seite des Magazins. Schreenshot: bb

Man unterstellt dem CIA oder Mossad die Bombe. FB-Seite des Magazins. Schreenshot: bb

  • Ein Mensch stirbt und drei werden verletzt als die Redaktionsräume einer Zeitschrift in Istanbul explodieren.
  • Die betroffene Zeitschrift Adımlar steht Medienberichten zufolge islamistischen Kreisen in der Türkei nahe.
  • Die Polizei hält einen Bombenanschlag für möglich.


Süddeutsche.de

Polizei hält Bombenanschlag für möglich

Durch eine Explosion in den Räumen eines türkischen Magazins mit Verbindungen zu einer radikalislamischen Gruppierung ist ein Mensch getötet worden. Drei weitere Menschen seien bei dem Vorfall in der Metropole Istanbul verletzt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Dogan. Die Ursache der Detonation war demnach unklar. Die Polizei schließe aber ein Gasleck aus und halte einen Bombenanschlag für möglich, hieß es. Der Energieversorger hatte Medienberichten zufolge erklärt, die betroffene Wohnung habe keinen Gasanschluss gehabt.

weiterlesen

Saudi-Arabien: 60 Prozent der geplanten Ehen werden aufgrund “genetischer Inkompatibilität” abgebrochen

King Fahd Road in Riad. Bild: BroiadArrow/CC-BY-3.0

Seit 2004 ist ein vorehelicher Gen- und Gesundheitstest in der fundamentalistischen Monarchie verpflichtend


Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Saudi-Arabien hat ein doppeltes Gesicht. Die autoritäre Monarchie mit einer extrem fundamentalistischen, patriarchalischen Religion, die archaische Verhaltensweisen vorschreibt und sanktioniert, rüstet gleichzeitig mit moderner Technik auf. Dass die Benutzung von Hightech aus dem Westen mit dem radikalen Islamismus harmoniert, führt auch der Islamische Staat vor, dessen Ideologie dem wahabitischen Islam Saudi-Arabiens gleicht.

In Saudi-Arabien wurden 2004 verpflichtende Gen- und Gesundheitstests vor der Heirat eingeführt. Jährlich nehmen an dem Programm “Gesunde Heirat” 270.000 bis 300.000 Menschen teil. 2014 trennten sich aufgrund festgestellter “genetischer Inkompatibilitäten” 165.000 heiratswillige Menschen nach Angaben von Medien. 60 Prozent der Teilnehmer trennen sich nach dem Test durchschnittlich von ihrem Heiratspartner, weil angeblich großes Risiko für Erbkrankheiten bei möglichen Kindern besteht.

weiterlesen

Kulturkampf auf dem Campus: Istanbuls Studenten bekämpfen die Rüpel vom IS

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Die Türkei hat ein IS-Problem, das merken auch die Studenten in Istanbul. Als erstmals Islamisten auf ihrem Campus aufmarschierten, wehrten sich Studentin Sena, 22, und ihre Mitstudenten heftig. Doch ihre Angst wird immer größer.


Von Christopher Piltz|SpON

Sena Özcanli, 22 Jahre alt, Studentin der Arbeitsökonomie, ist eine zierliche Frau mit blasser Haut und dunklem Pagenschnitt. Sie ist klug und aufgeweckt und sah die Männer als eine der Ersten kommen. Sie hörte deren Kampfgeschrei, sah die geballten Fäuste, die Stöcke, die geschwungen wurden.

Özcanli wusste, dass es nun auch um die Freiheit ging. Darum, sagen zu dürfen, was man denkt. Also rief sie “Verschwindet aus unserer Universität”, warf Flaschen und stellte sich den Angreifern mutig entgegen. Der Islamisten-Mob warf Tische um, schlug zu, verletzte etliche von Özcanlis Kommilitonen, die nicht weichen wollten.

weiterlesen

Beleidigung von Recep Tayyip Erdogan Türkei: Zeichner von Satire-Zeitschrift verurteilt

erdogan-sultanIn der Türkei sind zwei Zeichner einer Satire-Zeitschrift zu Geldstrafen verurteilt worden. Ihre Karikatur soll eine “geheime Botschaft” enthalten und Präsident Erdogan beleidigen.


DER TAGESSPIEGEL

Ein türkisches Gericht hat zwei Zeichner der Satire-Zeitschrift “Penguen” (Pinguin) wegen Beleidigung von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan zu Geldstrafen verurteilt. Bahadir Baruter und Özer Aydogan sollen das Staatsoberhaupt mit ihrer Zeichnung für die Titelseite des Magazins für die Ausgabe vom 21. August vergangenen Jahres beleidigt haben, wie die Zeitung “Hürriyet” am Mittwoch meldete. Das Gericht habe die beiden Zeichner zu Bewährungsstrafen verurteilt, diese aber in Geldstrafen umgewandelt. Die Justiz geht in jüngster Zeit verstärkt gegen angebliche Erdogan-Beleidigungen vor.

weiterlesen

Die Karikatur der Zeichner Bahadir Baruter und Özer Aydogan in der Satire-Zeitschrift “Penguen”

Konrad-Adenauer-Stiftung in Israel: „Wir wehren uns gegen undifferenzierte Kritik“

Kundgebung gegen Antisemitismus in Berlin im September 2014,picture alliance

Die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung weist Vorwürfe von sich, Organisationen zu unterstützen, die zum Boykott Israels aufrufen. Der Politologe Gerald Steinberg hatte zuvor NGOS und politischen Stiftungen aus Deutschland vorgeworfen, sie würden durch ihre Arbeit Antisemitismus fördern


Der Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Jerusalem, Michael Borchard, und der Präsident des NGO Monitor, Gerald Steinberg, haben sich bislang nicht persönlich über ihre Differenzen ausgetauscht. Bei Cicero stellt sich Borchard erstmals mittelbar den Vorwürfen des israelischen Forschers

Herr Borchard, Sie wehren sich gegen den Vorwurf des Think Tanks „NGO Monitor“, die Konrad-Adenauer-Stiftung unterstütze durch ihre Förderpraxis im Nahen Osten mittelbar Antisemitismus.
Das ist in der Tat ein absurder Vorwurf. Die Konrad-Adenauer-Stiftung setzt sich seit vielen Jahren für eine tragfähige Zwei-Staaten-Lösung im Nahost-Konflikt ein, und das auf der Basis von Dialog, Toleranz und Verständigung und sie wendet sich strikt gegen Antisemitismus. Der NGO Monitor bezieht sich offensichtlich auf einen Vorfall aus dem Jahre 2013: Ein Praktikant der Organisation Miftah, die zu den moderaten palästinensischen zivilgesellschaftlichen Kräften gehört, hat einen Beitrag auf der Webseite dieser Organisation eingestellt…

…von „kulturellem Genozid“, „Kriegsverbrechen“ und „Apartheid“ soll da die Rede gewesen sein…
… der sich mit der Ritualmordlegende befasste und ohne Zweifel antisemitisch war. Nach der Veröffentlichung des Beitrags hat sich Miftah nicht nur von dem Beitrag distanziert, sondern den Beitrag auch sofort aus dem Netz genommen. Da für uns jede Form von Antisemitismus untragbar ist, hat die Konrad-Adenauer-Stiftung in den palästinensischen Gebieten die Zusammenarbeit mit Miftah auch nicht fortgesetzt. Diesen Gang der Dinge verschweigt der NGO Monitor gelegentlich.

weiterlesen

Cognitive psychologist explains why Bill Maher is one of our best weapons against ISIS

Bill Maher live at The Orpheum Theatre in Memphis, Tennessee (Matt McClenahan/Flickr)

What makes young people give up their lives and join ISIS? Over the past week, we’ve seen reports of troubling new examples of the Islamic State’s hold on some people, who leave from various parts of Europe and even the United States to become volunteers for the brutal war zone in Syria and Iraq. Repeatedly, these stories express the frustration experts feel trying to understand what motivates recruits, some of whom are well off or have college degrees. Why are they giving up their lives in the West for one of the most dangerous places on Earth?


By Tony Ortega|Raw Story

Hungry for answers, we went looking for someone who could explain the situation and stumbled on the work of Glasgow University cognitive psychologist Gijsbert Stoet. His explanation for how ISIS appealed to some young people cut through the confusion, and we were intrigued that he said we’re not going to stem that tide until we start getting more serious about questioning religious ideas in the public sphere. Wanting more detail, we gave him a call, telling him that we hadn’t seen anyone else give such a concise, convincing explanation of who was joining ISIS and why.

“I noticed that commentators said they just didn’t know what was going on, they were struggling. But I realized there was no psychological analysis of it. And I thought somebody really needs to do that,” he said.

He noticed that news articles cited experts who talked about deteriorating social conditions and young recruits being blinded by an ignorance of what was really happening in the Middle East. In other words, that these young people, with desperate lives back home, were being “lured into” a situation they knew little about. But Stoet noticed, like we did, that the news stories themselves didn’t back this up at all.

“People often say that these kids are ‘vulnerable,’ or ‘naive.’ But if you look at the kind of personality you need to have to make this dramatic step, the kids who go there, they are not unintelligent, and they are often doing well in school. I suspect that they know where they’re going, they know they are taking risks. They are not so naive.”

Stoet said it was obvious to him that ISIS recruits shared three things in common.

– They were devout Muslims.

– They were at an age when they tended to be going through an identity crisis.

– They were “sensation-seekers,” the kind of personality that seeks risky behavior.

read more

Obama hat “ernsthafte Differenzen” mit Netanjahu

Prime Minister Benjamin Netanyahu, right, and President Barack Obama embrace at a ceremony welcoming the US leader at Ben Gurion Airport near Tel Aviv, on March 20, 2013 (photo credit: Miriam Alster/Flash90) bearb.:BB

Prime Minister Benjamin Netanyahu, right, and President Barack Obama embrace at a ceremony welcoming the US leader at Ben Gurion Airport near Tel Aviv, on March 20, 2013 (photo credit: Miriam Alster/Flash90)
bearb.:BB

US-Präsident Barack Obama sieht weiter tiefgreifende Meinungsunterschiede mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Es gebe “ernsthafte Differenzen” hinsichtlich der Gründung eines Palästinenserstaats, sagte Obama am Dienstag bei einer Pressekonferenz.


derStandard.at

“Wir glauben, dass zwei Staaten der beste Weg für Israels Sicherheit, für die palästinensischen Ansprüche und für die regionale Stabilität sind.” Netanjahu verfolge dagegen einen anderen Ansatz.

Obama bestritt, dass ein gestörtes persönliches Verhältnis zu Netanjahu der Grund für die jüngsten Verstimmungen sei. “In dieser Frage geht es nicht um die Beziehungen zwischen Spitzenpolitikern”, sagte er, sein Umgang mit Netanjahu sei “sachlich”. Das Problem könne nicht gelöst werden, indem er und Netanjahu sich “zusammensetzen und ‘Kumbaya’ singen”.

weiterlesen

Der Krieg gegen Persien führte zum Sieg des Islam

Der oströmische Kaiser Justinian I. (um 482–565, hier in der Mitte seiner Hofleute und Generäle) konnte noch einmal weite Teile des Imperiums unter seiner Herrschaft vereinen Foto: picture-alliance / Helga Lade Fo

Nach dem Untergang des Römischen Reichs versuchten drei Herrscher, ein ähnlich mächtiges Imperium zu errichten. Der britische Historiker Peter Heather erklärt, warum zwei von ihnen scheiterten.


Von Berthold Seewald|DIE WELT

Der 21. März des Jahres 630 war ein großer Tag für die allerchristlichen Nachfahren der Caesaren. Kaiser Herakleios konnte das Heilige Kreuz, die wichtigste Reliquie der Christenheit, wieder in der Stadt aufstellen, in der Jesus einst den Tod gefunden hatte. Denn Jerusalem war wieder befreit von den Truppen des iranischen Großkönigs Chosrau II., der bis vor die Tore Konstantinopels vorgedrungen war.

Nach beinahe 60 Jahren Krieg hatte Byzanz scheinbar endgültig über den ewigen Feind im Osten, die Sassaniden, triumphiert. Der ganze Orient, vom Kaukasus über den Euphrat bis zum ersten Nilkatarakt, war wieder unter der Herrschaft vereint. (Ost-)Rom schien so mächtig zu sein, wie es zur Zeit des Augustus gewesen war.

weiterlesen

Zerstörung nicht von Religionsfreiheit gedeckt

Die in Artikel 4 im Grundgesetz verankerte Glaubens- und Gewissensfreiheit erlaubt keine Sachbeschädigung, so das Gerichtsurteil Foto: CDU/CSU Bundestagsfraktion, Frank Bergmann

Eine muslimische Studentin muss für das Zerschneiden eines Kunstplakats in Essen eine Geldstrafe von 400 Euro wegen Sachbeschädigung hinnehmen. Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm bestätigte ein entsprechendes Urteil des Amtsgerichts Essen, wie das OLG am Dienstag mitteilte.


pro Medienmagazin

Die Frau hatte sich 2013 in der Uni-Bibliothek an einer Collage mit Bildern aus dem israelischen Comicroman „Blutspuren“ gestört, die Anglistik-Studenten in einer Ausstellung zeigten.

Weil die Studentin aus arabischen Schriftzeichen die Zeile „Nieder mit Allah“ las, fühlte sie sich religiös beleidigt. Ein Mitarbeiter der Bibliothek bot noch an, die betreffende Stelle der Collage mit Papier abzudecken. Doch die Frau schnitt das Stück mit einer Schere aus. Ein Anwalt erstattete damals Anzeige. Die im Grundgesetz garantierte Glaubens- und Gewissensfreiheit erlaube keine Sachbeschädigung, urteilte jetzt der 5. Strafsenat des Oberlandesgerichts und wies damit die Berufung der Frau als unbegründet zurück.