Urteil: Muslimin durfte in Gerichtssaal Kopftuch tragen

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Das bloße Tragen eines muslimischen Kopftuches vor Gericht rechtfertigt keinen Ausschluss von der Verhandlung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung.

evangelisch.de

Das geht aus einem am Dienstag in Straßburg gefällten Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) zu einem Fall aus Belgien hervor. Der belgische Staat wurde wegen Verletzung der Religionsfreiheit verurteilt und muss der Frau 1.000 Euro Schadenersatz zahlen. (AZ: 3413/09)

Die Muslimin war vor rund zehn Jahren in einem Prozess in Belgien als Zivilpartei geladen, in dem es um ihren durch ein Gewaltverbrechen getöteten Bruder ging.

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Russland und die Türkei richten eine demilitarisierte Zone um Idlib ein

Der russische Präsident Putin und der türkische Präsident Erdogan einigen sich in Sotschi auf eine entmilitarisierte Zone um Idlib. (Bild: EPA)
Der russische Präsident Wladimir Putin und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan beraten in Sotschi die Lage in der syrischen Rebellenhochburg Idlib. Die beiden Staatschefs wollen rund um die Rebellenzone bis zum 15. Oktober eine demilitarisierte Zone einrichten.

Neue Zürcher Zeitung

Russlands Präsident Wladimir Putin und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan haben sich auf die Schaffung einer demilitarisierten Zone in der syrischen Provinz Idlib geeinigt. So soll ein Angriff auf Idlib verhindert werden.

Die demilitarisierte Zonne solle 15 bis 20 Kilometer breit sein und ab Mitte Oktober zwischen Rebellen und Regierungstruppen verlaufen, sagte Putin am Montag nach einem Treffen mit Erdogan in Sotschi. Eine Offensive auf die Rebellenhochburg wird nach den Worten des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigu damit verhindert.

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Türkei: „Des Sultans bundesrepublikanische Kleider“

Bild: Magazin „The Economist“
Berlins spektakuläre Wende in der deutschen Türkeipolitik, obwohl Ankara Menschenrechtsverletzungen und Verhaftungen fortsetzt und Schritte zur Einführung der Todesstrafe einleitet

Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Während Außenminister Heiko Maas und Wirtschaftsminister Peter Altmaier eine spektakuläre Wende in der deutschen Türkeipolitik eingeleitet haben, um die Türkei vor dem Bankrott zu retten, gehen die Menschenrechtsverletzungen und Verhaftungen in der Türkei ungehindert weiter.

Am vergangenen Samstag wurden über 500 Arbeiter verhaftet, weil sie sich an einem Streik für bessere Arbeitsbedingungen auf dem Istanbuler Großflughafen und die Auszahlung ihrer Löhne beteiligt hatten. Immer mehr Europäer werden verhaftet und zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Der Preis, sie frei zu bekommen, wird immer höher.

Erdogan pokert hoch. Die Wiedereinführung der Todesstrafe steht auf seiner Agenda – eigentlich eine von EU und UNO postulierte „rote Linie“. Aber um den Bankrott der Türkei abzuwenden und um neue Flüchtlingsströme zu verhindern, wird an dieser Stelle weggesehen. So kann der Machthaber walten und schalten, wie ihm beliebt – und wird dabei noch von Deutschland unterstützt.

Das fragte der Spiegel in seiner Printausgabe am 7. September. Keineswegs, meinte Wirtschaftsminister Altmaier demnach. Aber: „Es gehöre zur staatspolitischen Räson Deutschlands, das Brückenland zwischen Europa und dem Orient zu unterstützen“, erklärte Altmaier, wie ihn das Magazin wiedergibt. Also doch: „Ja, auf jeden Fall“?

Vor Kurzem meinte Altmaier noch, „die Türkei müsse erst eine Reihe von Reformen auf den Weg bringen, bevor deutsche Wirtschaftshilfe fließen könne“. Noch vor einem Jahr verhängte die Bundesregierung Sanktionen gegen die Türkei, das Auswärtige Amt gab aufgrund der Menschenrechtsverletzungen eine Reisewarnung heraus, staatliche Exportbürgschaften wurden eingeschränkt.

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Ein Parlament der Religionen

Bahai-Tempel im Taunus – die Bahai-Religion sei dafür prädestiniert, interreligiös aktiv zu sein, sagt der Gemeindesprecher Ali Faridi. (imageBROKER)
In einigen deutschen Städten bilden verschiedene Glaubensrichtungen einen „Rat der Religionen“. Vorreiter sind Hannover und Frankfurt am Main. Dort treffen sich die Räte zu ihrem ersten Bundeskongress. Für die Gemeinde der Bahai ist Ali Faridi dabei.

Ali Faridi im Gespräch mit Thorsten Jabs | Deutschlandfunk Kultur

Thorsten Jabs: Herr Faridi, das Bahaitum entstand im 19. Jahrhundert im Iran, wo es bis heute als größte religiöse Minderheit verfolgt wird. Es sieht die ganze Menschheit als eine Einheit und einen einzigen unteilbaren Organismus. Sind sie dafür prädestiniert, in einem Rat der Religionen mitzuwirken?

Ali Faridi: Ich denke ja, denn, wie Sie schon erwähnten, die Grundsätze, welche die Bahai-Religion bietet, sind gerade dafür prädestiniert, interreligiös aktiv zu sein. Wir versuchen, unseren Anteil dazu beizubringen, dass wir zu einer friedlicheren Welt kommen und den Erwartungen und Herausforderungen einer multireligiösen Gemeinschaft gerecht werden, in dem Sinne, dass die Menschen einander näherkommen, dass sie mehr voneinander erfahren. Denn alleine der Abstand oder Angst vor dem Fremden sind die Ursachen vieler Unstimmigkeiten, vieler Streitigkeiten, bis hin zu den vielen Kriegen. Und dies könnte man nur in einem wertschätzenden, gemeinsamen Diskurs angehen und nicht immer nebeneinander und gegeneinander.

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Maas verteidigt Erdogan-Besuch

Bild: tagesschau.de
Deutschland und die Türkei wollen zurück zur Normalität – Ende September wird sich zeigen, ob das gelingen kann. Dann kommt Präsident Erdogan nach Deutschland. Außenminister Maas verteidigte den Besuch gegen Kritik.

tagesschau.de

Von Entfremdung zu Entspannung: Deutschland und die Türkei wollen ihre Beziehungen wieder normalisieren, die nach dem gescheiterten Putsch in der Türkei vor zwei Jahren extrem angespannt sind. Ein Grund dafür war die Verhaftung von mehr als 30 deutschen Staatsbürgern aus politischen Gründen, darunter die Journalisten Deniz Yücel und Mesale Tolu. Nach Angaben des Auswärtigen Amts sind noch sechs Deutsche aus politischen Gründen in der Türkei inhaftiert.

Dennoch stehen die Zeichen auf Versöhnung. Außenminister Heiko Maas argumentiert: „Es ist für Deutschland von strategischem Interesse, dass wir unsere Beziehungen zur Türkei konstruktiv gestalten.“ Jüngst reiste er zum Antrittsbesuch nach Ankara. „Die Türkei ist mehr als ein großer Nachbar, sie ist auch ein wichtiger Partner Deutschlands.“

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Streit um Palästinenser-Ausstellung in Stuttgart

Der Antisemitismus-Beauftragte der baden-württembergischen Landesregierung, Michael Blume, hat die in Stuttgart geplante Schau „Die Nakba – Ausstellung zur Situation der Palästinenser“ kritisiert. Sie stelle die „traurige Geschichte“ im Nahen Osten nur einseitig dar, sagte Blume am Samstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Nakba“ („Katastrophe“) soll ab Dienstag bis zum 22. September in Stuttgarts Haus der Katholischen Kirche zu sehen sein, danach in der Evangelischen Akademie Bad Boll bei Göppingen. Der Leiter des Hauses der Katholischen Kirche, Roland Weeger, verteidigte das Ausstellungskonzept.

evangelisch.de

„Von Deutschland aus lässt sich der Nahostkonflikt nicht lösen, und wir sind als Oberlehrer auch nicht gefragt“, betonte Blume. Er erinnerte daran, dass nach der Staatsgründung Israels und dem folgenden Angriff der Nachbarstaaten sowohl Araber wie auch Juden in großer Zahl vertrieben worden seien, zum Beispiel über 140.000 Juden aus dem Irak. Darüber informiere die Ausstellung nicht. „Heizt es den Konflikt nicht eher an, wenn wir uns nur mit einer Seite identifizieren und die andere ausblenden?“, fragte der Antisemitismus-Beauftragte.

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Zentralrat der Muslime für duale Imam-Ausbildung

Aiman Mazyek mit Günther Beckstein. Bild: bb
Der Zentralrat der Muslime hat Unterstützung für eine geplante duale Imam-Ausbildung in Niedersachsen signalisiert und eine Ausweitung des Konzepts gefordert. „Dieses Modell sollte ein Vorbild für die anderen Bundesländer sein, so dass wir bundesweit eine vergleichbare Imam-Ausbildung bekommen“, sagte Zentralratschef Aiman Mazyek der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag).

FOCUS ONLINE

Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) hatte vorgeschlagen, die Imam- und Religionslehrerausbildung zu koppeln. Uni-Absolventen könnten dann nach einem Studium im Bereich Islamische Theologie als Lehrer und Imame arbeiten. Für den Einsatz an Schulen sei eine pädagogische Weiterbildung nötig, für den Einsatz als Imam ein weiterer Ausbildungsteil, der von islamischen Religionsgemeinschaften angeboten werden müsste.

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Der fatale Umgang der Linken mit dem Islam

Die Linke ist es, die immer mehr Bürger nach „rechts“ treibt, weil sie bei der Linken nicht mehr finden, was einst zum linken Selbstverständnis gehörte.
In Österreich hat zuletzt die Lehrerin Susanne Wiesinger eine Debatte über den fahrlässigen Umgang mit dem Islam in Schulen losgetreten. Ein neues Buch aus Deutschland beleuchtet die Hintergründe.

Samuel Schirmbeck | derStandard.de

Die deutsche Linke und der Islam, das ist eine monströse Geschichte. Denn es ist die Begegnung zweier Seelenlagen, jede von ihnen voller Schuldgefühle. Das linke Schuldgefühl kommt aus der Hölle der deutschen Vergangenheit. Das islamische Schuldgefühl kommt aus dem allmächtigen Himmel, in dessen Dienst die muslimische Welt ihre Zukunft verpasst. Das linke Schuldgefühl entlastet sich durch maximale Toleranz. Das islamische Schuldgefühl besänftigt sich durch maximale Intoleranz. Beide Schuldgefühle erzeugen ein Monstrum an Irrationalität auf deutschem Boden.

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In Turkey, Darwin is being removed from textbooks

A copy of Darwin’s „Origin of Species“ in front of a stone bust of Charles Darwin at London’s Natural History Museum. Soon, references to the pioneering biologist and his theory of evolution will be removed from Turkish textbooks (SHAUN CURRY/AFP/Getty Image
Science education is being attacked in several countries at the same time, including right here in the good ol‘ U. S. of A.

By Brandon A. Weber | big think

The latest? The country of Turkey has banned the teaching of evolution and even the mention of natural selection and Charles Darwin from the biology textbooks of secondary school children. The law was passed to make such changes soon after an attempted political coup in 2016. Since that move, the country’s government has moved toward a much more authoritarian model—one that regards religious fundamentalism above science and schools. Erdogan’s government is also creating a massive refugee crisis as those who do not wish to live under sharia law escape the country, mainly to Greece.

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Verfassungsschutz hatte Amri seit Januar 2016 auf dem Schirm

Dicke Aktenordner, viele offene Fragen: Am Freitag tagte auch der Amri-Ermittlungsausschuss. Foto: dpa
Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat im Januar 2016 begonnen, Informationen über den späteren Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri zu sammeln.

Berliner Zeitung

Eine Mitarbeiterin der Behörde sagte am Donnerstag während einer Befragung im Untersuchungsausschuss des Bundestages zum Terroranschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz, Amri sei einer von 40 bis 50 islamistischen Gefährdern gewesen, über die sie in dieser Zeit Akten geführt habe. Im Februar und März 2016 habe sie die Befragung von „Quellen“ zu Amri in Berlin und Nordrhein-Westfalen veranlasst.

Die Islamismus-Expertin sagte, sie habe sich in ihrer täglichen Arbeit aber im Vergleich zu anderen Fällen „relativ selten“ mit seinem Fall befasst. Amri sei von ihr damals aufgrund von Erkenntnissen der nordrhein-westfälischen Polizei als „Sympathisant“ der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) eingeschätzt worden.

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Wege zur Gewalt – Parallelen zwischen Djihadisten und Schulamokläufern

Sozialwissenschaftler mit Beteiligung der Freien Universität vergleichen djihadistisch motivierte, terroristische Einzeltäter und „School Shooter“ in Deutschland.

FOCUS ONLINE

Eine Gruppe von Sozialwissenschaftlern der Freien Universität Berlin und weiterer wissenschaftlicher Einrichtungen in Berlin, Bielefeld und Darmstadt haben eine Studie über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen djihadistisch motivierten, terroristischen Einzeltätern und sogenannten School Shootern veröffentlicht. Sie werteten umfangreich die Entwicklungspfade der Gewalttäterinnen und Gewalttäter aus. Dabei konnten sie in einigen Fällen deutliche Ähnlichkeiten in den Biografien erkennen. Bisher galt in der psychologischen Forschung die These als plausibel, dass School Shootings und terroristische Einzeltaten als strukturell unterschiedliche psychologische Phänomene zu beurteilen seien. Die aktuellen Studienergebnisse legen dagegen nahe, dass eine klare Grenzziehung zwischen diesen Formen der Gewalt nicht angemessen sei. Die Forschungsarbeit erschien in der September-Ausgabe der renommierten Zeitschrift „International Journal of Developmental Science“ und ist online offen zugänglich.

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Innenministerium will nur mit Religionsgemeinschaften reden

Foto: pixabay.com / Public Domain https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Public-Domain-Bilderquellen
Innen- und Heimatminister Horst Seehofer will eine gesellschaftliche Debatte über Religion und Staat anstoßen. Der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) begrüßt diesen Vorstoß und fordert eine stärkere Berücksichtigung der Interessen nicht-religiöser Menschen in der politischen Entscheidungsfindung.

hpd.de

Durch das Grundgesetz ist die Bundesrepublik Deutschland als weltanschaulich neutraler Staat konstituiert. Artikel 140 schreibt die Gleichbehandlung von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften vor.

Die gesellschaftliche und politische Realität sieht hingegen anders aus: Vor allem die christliche Religion und die traditionellen Kirchen bleiben stark privilegiert. Religionsfreie Menschen und ihre Interessenvertretung werden in die politische Debatte viel zu wenig eingebunden.
Der Humanistische Verband Deutschlands als anerkannte Weltanschauungsgemeinschaft hat deshalb in einem Schreiben das Bundesinnenministerium dazu aufgefordert, bei den geplanten Gesprächen über die Kooperationsbeziehungen zwischen dem Staat und den Kirchen auch andere Weltanschauungsgemeinschaften als Vertreter der wachsenden Zahl nichtreligiöser Menschen in Deutschland einzubeziehen.

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Syrien: Niederlande beendet Unterstützung der Weißhelme und der bewaffneten Opposition

Niederländisches Außenministerium bescheinigt Weißhelmen Intransparenz, Berichte über Aktivitäten würden nur von der Organisation selbst kommen. Bild: Weißhelme
Unterstützt wurde auch eine Gruppe, deren Mitglieder in den Niederlanden als Dschihadisten verfolgt werden, als intransparent werden die Weißhelme bezeichnet

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Wie es so geht, wenn Regierungen in einer komplizierten Lage auf eine Schwarz-Weiß-Logik verfallen und den Feind des Feindes zum Freund oder Verbündeten machen, zeigt die niederländische Regierung. Sie hat in Syrien, weil man in der EU, in der Nato und in den USA die Assad-Regierung, die von Russland und Iran unterstützt werden, bekämpft, auf Gruppen der bewaffneten Opposition gesetzt und deren Kampf mit Millionen Euro unterstützt. Natürlich, so wurde vorgegeben, half man nur „gemäßigten“ Oppositionsgruppen, die es aber seit Jahren kaum mehr gibt.

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Denken statt Glauben – Wissenschaftlerinnen empfehlen Großbritannien Religionsunterricht zu reformieren

Themenbild.

Der britische Religionsunterricht sollte grundsätzlich überholt werden. Dieser Meinung sind zumindest Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich zwei Jahre lang für eine Studie mit dem Thema beschäftigt haben.

Phil Göbel | bento

Die staatliche „Commission on religious Education“, die die Studie durchgeführt hat, empfiehlt sogar, das Fach umzubennen. Das berichtet der „Guardian„.

Was soll am Religionsunterricht geändert werden?

Wie die Kommission festgestellt hat, ist eine grundsätzliche Neuausrichtung des Religionsunterrichtes nötig, um die „stark angestiegene Diversität der Welt“ darzustellen. Deshalb sollte das Fach neben religiösen auch andere Schwerpunkte haben.

Folgende Themen sollen im Unterricht aufgenommen werden:

  • Atheismus (Das Nichtglauben an einen Gott)
  • Agnostizismus (Weltanschauung, bei der die Existenz eines Gottes nicht rational erklärt werden kann und deshalb weder bejaht, noch verneint werden kann.) (Duden)
  • Säkularismus (Weltanschauung, bei der Kirche und Staat voneinander getrennt sind)

Laut der Empfehlung sollte das Fach auch umbenannt werden. Die Autoren schlagen den Titel „Religion und Weltanschauungen“ vor. Ziel soll es sein, junge Menschen mit Respekt und Empathie für unterschiedliche Glaubensrichtungen und Standpunkte auszustatten, so die Autoren.

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Islam-Institut: Veto der Studentenvertreter abgewiesen

Vor dem Haupteingang der HU in Berlin, die bald um ein Institut reicher ist. Bild: dpa
Dem umstrittenen Islam-Institut an der Humboldt-Universität steht nichts mehr im Weg. Der Einspruch der Studentenvertreter laufe ins Leere, beschied das Berliner Verwaltungsgericht.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Aussichtsreich war ihr Griff nach dem rettenden Strohhalm nicht: Auf gerichtlichem Weg hofften Studentenvertreter der Humboldt-Universität zu Berlin (HU), das Institut für Islamische Theologie, dessen konservativ-reaktionäre Ausrichtung sie kritisierten, noch stoppen zu können, nachdem ihr „suspensives Gruppenveto“ im Akademischen Senat der HU übergangen worden sei.

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Two Riders were approaching: Der Anfang vom Ende der deutschen Medien

Bild: 9/11 Photos/CC BY-2.0
Es gehört zum Komplettversagen der Linken, dass sie sich die Sache mit der Lügenpresse von den Dumpfbacken der Pegida aus der Hand nehmen ließ

Wolf Reiser | TELEPOLIS

Seit dem experimentellen Kosovo-Fake haben sich „unsere“ Medien von ihrer grundsätzlichen Funktion verabschiedet und sich schrittweise von ihrer Existenzberechtigung befreit. Wer die „Arbeit“ der öffentlich-rechtlichen Sender und der „führenden“ Tageszeitungen & Magazine über den Zeitraum 1990- 2018 verfolgen konnte oder musste und noch einen Funken historisches Bewusstsein in sich trägt, weiß …
Menschen, die in diesem frühen September 2018 in meinem Schwabinger Kaffeehaus nach wenigen Minuten eines Leseversuchs ihre einst so geliebte SZ zu Seite legen, fragen mich immer wieder – da sie gehört haben, dass ich für eine sehr lange Zeit für viele nennenswerte Printorgane gearbeitet habe, was eigentlich aus uns Journalisten geworden ist, wann das „irgendwie“ alles begann mit dem sittlichen Zerfall und ob sich die Branche irgendwann einmal wieder von dieser Implosion erholen wird und ob das eine Delle ist oder eine Art Grippe, wie Aids halt und man das wieder in den Griff bekommt.

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Nationalismus kann religiös und antireligiös sein

Sinnbild für die Verbindung von neuem Nationalismus und Religion? „Pegida“-Anhänger demonstrieren mit einem schwarz-rot-gold angemalten Kreuz in Dresden. (dpa / Kay Nietfeld)
Ob Religion Nationalismus verstärkt oder sich ihm entgegen stellt, hängt von den Frontverläufen in einer Gesellschaft ab, sagt Hans Joas. Auch das Christentum laufe trotz seines „Menschheitsethos“ Gefahr, mit nationalen Interessen zu verschmelzen.

Hans Joas im Gespräch mit Anne Françoise Weber | Deutschlandfunk Kultur

Anne Françoise Weber: Schwarz-rot-golden angemalte Kreuze sind bisweilen bei Pegida-Demonstrationen zu sehen – sinnbildlicher kann man die Verbindung von neuem Nationalismus und Religion ja eigentlich kaum machen. Das Ganze ist kein rein deutsches Phänomen, hier noch zwei andere Beispiele: 2016 feierte der polnische Staatspräsident das 25-jährige Bestehen des privaten nationalkatholischen Senders Radio Maryja mit. Und der ungarische Ministerpräsident Victor Orbán, selbst Calvinist, will das „christliche Europa“ vor dem Islam retten, und dazu schließt er vorsorglich erst mal die Grenzen seines Landes.

Wie funktioniert dieses Zusammengehen von Religion und neuem Nationalismus? Ist das ein spezifisch europäisches Phänomen, eine Gegenreaktion auf die europäische Einigung? Mit solchen Fragen hat sich in den vergangenen Tagen eine Konferenz des Instituts für öffentliche Theologe der Berliner Humboldt-Universität befasst. Einer der Mitwirkenden war Hans Joas, Sozialphilosoph und Ernst-Troeltsch-Professor für Religionssoziologie eben an der Humboldt-Universität. Ich habe vor der Sendung mit ihm gesprochen und ihn gefragt: Herr Joas, bevor wir jetzt auf die neuen Nationalismen in Europa kommen, ein Schritt zurück – wie viel hat denn die Überwindung des Nationalismus, die europäische Einigung mit Religion zu tun? Es ist ja doch auffällig, dass die Protagonisten der Einigung – Adenauer, de Gaulle oder Robert Schuman – alles gläubige Katholiken waren.

Hans Joas: Also was diese Frühgeschichte der europäischen Einigung betrifft, gibt es ganz verschiedene Erzählungen, und das halte ich auch für ziemlich natürlich. Wenn etwas kontrovers ist, kämpft man auch um die Erzählungen der Entstehung dieses Phänomens. Die einen betonen sicher, wie Sie gerade, dass es eine Art Vision gab für eine künftige, friedliche Ordnung in Europa und dass die sehr stark mit Religion zusammenhing. Die anderen betonen eher, dass es strategische Motive waren, und legen den Akzent darauf, dass das ja nur eine Friedensordnung in Europa sein sollte, dass beispielsweise die Franzosen und die Briten in derselben Zeit sich um die Aufrechterhaltung ihrer Kolonialreiche mit allen Mitteln bemüht haben, auch mit brutalen, kriegerischen Mitteln …

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Ist Organspende im Islam erlaubt?

Gebet in der Moschee © Brian Jeffery Beggerly @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Die Zahl der Organspenden haben ein 20-Jahres-Tief erreicht. Die Widerspruchslösung soll Abhilfe schaffen. Jeder soll Spender sein, solange nicht widersprochen wird. Das gilt auch für Muslime. Doch ist Organspende im Islam erlaubt? Islamrechtler Cefli Ademi klärt auf.

Von Lynn Osselmann | MiGAZIN

Nach Angaben des Islamwissenschaftlers Cefli Ademi gibt es mehrere islamrechtliche Meinungen zu der Frage, ob Muslime ihre Organe spenden dürfen. Die islamische Rechtswissenschaft zeichne sich durch argumentatives Niveau und Meinungspluralität aus, sagte der Islamrechtler der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster dem „Evangelischen Pressedienst“. „Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass auch die Frage der Organspende und der Organtransplantation, je nach Art, Zweck und Einzelfall unter Islamjuristen nicht einheitlich beantwortet wird.“

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Islam in der Schule: „Oft denke ich, wir haben verloren“

Bild: Die Presse.com
Susanne Wiesinger beschreibt im Buch „Kulturkampf im Klassenzimmer“, wie der konservative Islam in Wien-Favoriten die Schulen zerstört.

Von Anne-Catherine Simon | Die Presse.com

Die islamischen  Gebote  und Verbote,  gepaart  mit  desolaten Deutschkenntnissen,  haben  den  Lehrplan  für  Volks-  und  Mittelschulen de facto abgeschafft.“ So schreibt Susanne Wiesinger über die Schulen in Wien Favoriten. Seit 25 Jahren unterrichtet sie dort, lange war sie auch Personalvertreterin. Heute gibt es dort ihr zufolge „nur noch Brennpunktschulen“. In ihnen seien muslimische Schüler mit streng konservativem bis fundamentalistischem Gedankengut heute „in der absoluten Mehrheit“.

Wiesinger ist der außergewöhnliche Fall einer Lehrerin, die trotz Schweigegebots des Wiener Stadtschulrates mit ihren Erfahrungen an die Öffentlichkeit ging. Gerade aus eigenen Reihen wurde die politisch dem linken Rand der Sozialdemokratie nahestehende Lehrerin dafür heftig kritisiert. Nun erscheint ihr Buch „Kulturkampf im Klassenzimmer. Wie der Islam die Schulen verändert.“

Klassenlektüre sei praktisch unmöglich geworden, schreibt Wiesinger, aufgrund der Kombination aus schlechtem Deutsch und „Islam-Filter“: „Alle  inhaltlichen Passagen, die aus Sicht meiner muslimischen Schüler ,harām‘ sind, dürfen nicht gelesen werden.“ Dass eine 17-jährige Nebenfigur im Buch einen Freund hat, genüge. Auch junge Lehrerinnen würden sich nur noch als verheiratet bezeichnen, um von Schülern nicht beschimpft zu werden.

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Sawsan Chebli: Zwischen den Fronten

© Bild: APA/AFP/dpa/SOEREN STACHE
Sie ist Politikerin, Feministin und gläubige Muslimin – das macht sie für Rechte wie Liberale zum Feindbild.

kurier.at

Wird in Deutschland über Muslime oder Migration diskutiert, fällt meist ihr Name: Sawsan Chebli, 39 Jahre, Berliner Staatssekretärin für Bürgerliches Engagement und Internationales. Es gibt wenige Hauptstadtpolitiker, die über Berlin hinaus, so präsent und gleichzeitig polarisierend sind, wie die SPD-Frau. Vergangene Woche war sie es auch in Österreich – allerdings unfreiwillig. Der Abgeordnete Efgani Dönmez hatte sich via Twitter sexistisch über sie geäußert, mit seinem Beitrag suggerierte er, dass sie ihre Karriere sexuellen Gefälligkeiten verdanke. Nachdem die Kritik aus dem Netz auch offline aufschlug, musste Dönmez den ÖVP-Klub verlassen. Chebli selbst äußerte sich nicht, Interview-Anfrage lehnte sie ab. Zu sagen hätte sie aber viel.

Sie war einer der ersten deutschen Politikerinnen, die Sexismus offen thematisierte. Als sie ein Ex-Botschafter bei einer Veranstaltung nicht erkannte („Ich habe keine so junge Frau erwartet. Und dann sind sie auch so schön“), postete sie via Facebook, was ihr Zuspruch wie Attacken einbrachte. Viele bezogen sich auf ihre Religion bzw. Familiengeschichte.

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