Archiv der Kategorie: Islam

Facebook: Eine Freundschaftsanfrage vom Islamischen Staat

Facebook Welt 2010

Facebook Welt 2010

Ein paar unbedachte Facebook-Likes, etwas Pech beim Algorithmus – und schon können junge Menschen in die Fänge der Terrororganisation IS geraten. Die automatischen Empfehlungsmaschinen der sozialen Medien vernetzen Nutzer mit Anwerbern des Dschihadismus


Von Cathleen Berger, Lea Gimpel|Cicero

Kurz vor Weihnachten war es soweit: Tunesien, das Land, in dem der Arabische Frühling 2010 begonnen hatte, wählte einen neuen Präsidenten. Was nach den Protesten im Iran 2009 als die nächste Twitterrevolution in den ausländischen Medien hochgejubelt wurde, fand mit der Wahl von Präsident Béji Caïd Essebsi ein gutes Ende. Damit hat Tunesien auch die letzte Stufe der Demokratisierung erfolgreich genommen, lobten Medien hierzulande.

Seitdem haben Proteste wie im Gezi Park in Istanbul oder die Regenschirm-Revolution von Hongkong das Bild der sozialen Medien gestärkt: Sie erscheinen als Treiber von Freiheit und selbstorganisierter Demokratie – auch gegen den Willen der jeweiligen Regierung.

Doch die Rolle der sozialen Medien ist widersprüchlicher denn je. Weder können sie aus sich heraus mehr Demokratie schaffen, wie begeisterte Technikenthusiasten anführen. Noch sind sie ein Spiegelbild unserer realen Welt, wie Unternehmen wie Facebook und Twitter gerne behaupten. Ganz im Gegenteil: Sie sind darauf programmiert, unsere Aufmerksamkeit nach bestimmten Mustern zu steuern. Sie führen ein verdecktes Eigenleben.

weiterlesen

Fernsehen verzichtet auf Schock-Bilder von IS

ZDFChef des „heute-journals”: Wir machen uns nicht zu Werkzeugen von Terroristen – Einerseits dürfe man „das entsetzliche Geschehen nicht durch Wegschauen verschweigen, aber wir dürfen uns auch nicht zu Werkzeugen der Terroristen machen.“


kath.net

ZDF-Nachrichtensendung „heute-journal“ verzichtet darauf, noch drastischere Bilder von den Gräueltaten der Terrororganisationen „Islamischer Staat“ (IS) und „Boko Haram“ (Westliche Bildung ist Sünde) zu zeigen. „Die grausamen Bilder des Terrors sind Instrumente in den Händen von IS und Boko Haram, mit denen sie ihre Macht über die Herzen und Köpfe der Menschen absolut machen wollen“, sagte der Chef des heute-journals, Claus Kleber (Mainz), der Programmzeitschrift „HÖRZU“ (Hamburg). Journalisten begäben sich auf eine schwierige Gratwanderung: „Wir dürfen das entsetzliche Geschehen nicht durch Wegschauen verschweigen, aber wir dürfen uns auch nicht zu Werkzeugen der Terroristen machen.“ Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von „HÖRZU“ zufolge finden es 70 Prozent gut, wenn die Nachrichtenredaktionen auf Schockfotos verzichten und bei der Bildauswahl genau vorgehen. Gleichwohl sind 28 Prozent der Meinung, dass aus Informationsgründen noch mehr drastische Fotos und Videos gezeigt werden sollten.

weiterlesen

Ersetzt die Kirchensteuer durch eine Religionssteuer – Post eines Ahnungslosen

Bild: tilly

Bild: tilly

Unser Kirchensteuermodell war rechtlich schon immer fragwürdig. Zeit, daran etwas zu ändern. Wer einen deutschen Islam will, muss dafür auch deutsches Geld ausgeben.


Von Jochen Bittner|ZEIT ONLINE

Einen Islam, der rein faktisch zu Deutschland gehört, gibt es gratis. Entsprechend armselig ist bloß oft die Qualität der Lehre. Wer es zulässt, dass der saudische oder türkische Staat Imame in Deutschland finanziert, die weder Deutsch sprechen noch kritisch-aufgeklärt denken, darf sich nicht wundern, wenn die Glaubenspraxis vieler Muslime mit einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung weiterhin schwer vereinbar bleibt. Ein anderer Islam, einer, der auch normativ zu Deutschland gehörte, würde eine paar Euros kosten. Aber es wäre eine lohnende Investition.

Wie wichtig der Zusammenhang zwischen Geld und zeitgemäßer Religionsinterpretation ist, zeigt sich am Streit um das neue österreichische Islamgesetz. Es sieht eine Menge Rechte für Muslime vor (die staatliche Beachtung islamischer Feiertage und Speisegebote, Anspruch auf Seelsorge in Krankenhäusern oder beim Militär), aber auch eine Reihe von Pflichten und Einschränkungen. Die einschneidendste von ihnen ist das Verbot für islamische Gemeinschaften, künftig Geld aus dem Ausland anzunehmen. Diese Restriktion hat gute Gründe, wie Ednan Aslan hier vor ein paar Tagen darlegte, der Leiter der Islamischen Religionspädagogik und des Instituts für Islamische Studien an der Universität Wien: “Der in Österreich praktizierte Islam ist ein Islam türkischer, arabischer, pakistanischer oder tschetschenischer Prägung, nicht aber einer, der Elemente der Aufklärung auch nur ansatzweise aufgenommen hätte.”

weiterlesen

Türkei sperrt Internetseite von Atheistenverband

Die Türkische Nationalversammlung "Der Souverän ist ausnahmslos das Volk" (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG

Die Türkische Nationalversammlung “Der Souverän ist ausnahmslos das Volk” (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG

“Beleidigung religiöser Werte” als Grund


DIE WELT

Ein Gericht in der Türkei hat den Zugang zur Internetseite des ersten Atheisten-Verbandes des Landes wegen einer angeblichen “Beleidigung religiöser Werte” sperren lassen. Die Website des Verbandes könne zu einer “Störung der öffentlichen Ordnung” beitragen, argumentierte das Gericht in der Hauptstadt Ankara, wie die Atheisten-Gruppe am Mittwoch mitteilte. Der Verband nannte die Entscheidung “undemokratisch und illegal”.

Todesstrafe: Schwerstmögliche Strafe in Zahlen

3c94d-hinrichtung-todesstrafe-todesspritze

Während die meisten Staaten die Todesstrafe abgeschafft haben, halten einige weiterhin daran fest. Darunter befindet sich auch ein Land in Europa


Von Michael Bauer|derStandard.at

Die Todesstrafe als schwerstmögliche Strafe war bis Mitte des 19. Jahrhunderts in allen Staaten verbreitet. Als erster Staat schaffte San Marino 1848 die Todesstrafe ab, Österreich zog 1950 nach. 58 Staaten exekutieren sie heute noch, 34 Länder haben de jure noch die Todesstrafe, sie wird aber nicht mehr exekutiert. Als einziges europäisches Land führt Weißrussland die Todesstrafe durch, 2014 wurden mindestens 3 Menschen hingerichtet. Als einziges Mitglied der OECD führte die USA Hinrichtungen durch.

Genaue Zahlen zu Hinrichtungen sind schwer zu bekommen. Wissenschaftler und Aktivisten sind hier auf Medienberichte und Angaben von Regierungen angewiesen. Einige Staaten wie China oder Nordkorea behandeln die Todesstrafe als Staatsgeheimnis. So kann, obwohl bekannt ist, dass diese Staaten regelmäßig Menschen hinrichten, keine genaue Zahl ermittelt werden. Aus dem letzten Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zur Todesstrafe im Jahr 2013 (Zahlen zum Jahr 2014 werden Anfang April bekannt gegeben) geht hervor: 22 Staaten führten Hinrichtungen durch. In 57 Staaten wurden Menschen zur Todesstrafe verurteilt.

weiterlesen

Necla Kelek: “Religiöse Symbole gehören nicht in den öffentlichen Raum”

Themenbild

Themenbild

Islamkritikerin Necla Kelek fordert ein generelles Burka-Verbot in Deutschland und tritt für mehr Säkularität ein


Von Kathrin Frank|Rhein-Neckar-Zeitung

Necla Kelek (57) wurde in Istanbul geboren und kam im Alter von zehn Jahren nach Deutschland. Die promovierte Soziologin arbeitet als freie Autorin und war bis 2004 Mitglied der Deutschen Islamkonferenz.

Sie bezeichnen sich als Muslimin, tragen aber kein Kopftuch. Wie geht das?

Das geht, weil ich muslimisch sozialisiert bin, aber in einem Land, das die Säkularität sehr hoch gehalten hat – die Türkei. Dort waren Politik und Religion getrennt und es war gesetzlich festgeschrieben, dass die Frauen das Recht haben, ohne Kopftuch auf die Straße zugehen. Ich wurde so erzogen, dass Religion im Privaten gelebt und nicht in die Öffentlichkeit getragen wird. Durch meinen Glauben an die Säkularität bin ich überzeugt, kein Kopftuch tragen zu müssen.

Schreibt der Islam überhaupt das Tragen eines Kopftuchs vor?

Der Islam im Zeitkontext des siebten und achten Jahrhunderts schreibt das schon vor. Aber nur, damit die Frau als ehrbare Frau vor den Blicken der Männer und vor Übergriffen geschützt ist. Ich interpretiere das so, dass wir in unserer heutigen Zeit dank der weltlichen Gesetze inzwischen auf das Kopftuch verzichten können. Denn wir haben ja Gesetze, die die Frau schützen. Sie haben die religiösen Gesetze überholt.

weiterlesen

Kod Adi K.O.Z.: Die britische Königin und die Zinslobby gegen die aufrechte Türkei

Filmplakat. Bild: AF-Media GmbH/heise.de

Kod Adi K.O.Z. – so heißt ein Film, der derzeit nicht nur in der Türkei für Furore sorgt. Im Netz türmen sich die Stellungnahmen: “Eine Beleidigung der Filmkunst” und “schlechte Propaganda für die türkische Regierungspartei AKP” wettern die einen; “der beste türkische Film, den ich je gesehen habe”, verteidigen die anderen. Allerdings überwiegt klar der “Shitstorm” und bei der renommierten “Internationalen Filmdatenbank” imdb.com erhielt der Film eine der schlechtesten Bewertungen aller Zeiten.


Von Rüdiger Suchsland|TELEPOLIS

Ein Kino im Berliner Wedding am vergangenen Donnerstag. Der Verleih lädt ein zur Deutschlandpremiere – weil es vorab keine Pressevorführungen gab, sind auch Journalisten erlaubt. Vorher gibt es einen Umtrunk, die Besucher sind fast durchweg Deutsch-Türken, man kennt sich, die Stimmung ist aufgeräumt, heiter, familiär. Man ist hier unter sich. Und wieder einmal ist es schön, mit einem Haufen Türken im Kino zu sein – ihre Energie ist anstreckend, die spontane Lebenslust, die sich vor allem im Alltäglichen, den kleinen Gesten äußert, unendlich viel angenehmer als die der steifen deutschen Landsleute. Viele hier sind auch Familien: Paare, ältere Eltern mit ihren erwachsenen oder nahezu erwachsenen Kindern.

Etwas mehr Männer als Frauen sind da. Unter den Frauen im Raum liegt die Kopftuchquote bei 40 bis 50 Prozent, also viel viel höher als bei vergleichbaren Premieren in der Türkei. In Deutschland ist das Kopftuch so etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal, das mit Stolz getragen wird, gerade auch von jüngeren Frauen. Man hört den – übrigens oft auf Deutsch geführten – Gesprächen an, sieht es in den Gesichtern, dass die meisten der Frauen Abitur haben, viele studieren. Sie sind wach, intelligent, und wage hier hinzuschreiben, dass die Hälfte derjenigen, die hier ein Kopftuch tragen, die Interessantesten ihrer Familie sind, die Rebellinnen.

weiterlesen

Irak: “Befreiung vom IS geht auch ohne US-Unterstützung”

Auschnitt aus einem Video zur Offensive vom irakischen Militär (ISF). heise.de

Zwei Drittel der 30.000 Soldaten, die von der irakischen Regierung mobilisiert wurden, um Tikrit der Kontrolle des IS zu entreißen, stellen schiitische Milizen, werden Angaben aus Führungskreisen der Milizen wiedergegeben. Auch US-Generalstabschef General Dempsey bestätigt dies und sieht in der starken Beteiligung schiitischer Milizen Positives für die Anti-IS-Kampagne, solange sie eine “glaubwürdige Vorstellung” abgeben. Zum Problem würde das erst, wenn sich dadurch die Konflikte zwischen Sunniten und Schiiten weiter aufschaukeln würden.


Von Thomas Pany|TELEPOLIS

Dempsey machte diese Angaben vor einem Senatsauschuss. Ganz sicher wollte er dort keine schlechte Figur abgeben. Tatsächlich gibt es nämlich schon ein paar Aspekte der Tikrit-Offensive, die von der amerikanischen Regierung und dem Militärkommando wahrscheinlich nicht so positiv gesehen werden. Sollten sich die schiitischen Verbände bei Kampf gegen den IS auszeichnen, so hätte dies wahrscheinlich Beschränkungen des amerikanischen Einflusses im Irak zugunsten des Einflusses aus Teheran zur Folge.

Mehrere Quellen wiesen in den letzten Tagen darauf hin, dass Qasim Suleimani, ein iranischer Kommandeur für Spezialeinsätze außerhalb des Landes, an der Offensive mitwirkt; als beteiligte schiitische Milizen werden u.a. aufgezählt die Badr-Brigade, die Hisbullah-Brigaden, Asaib al Haq, Milizen von Muqtada as-Sadr und die Kata’ib Sayyid al-Shuhada. Gemeinsam ist ihnen, dass sie sich allesamt bislang nicht gerade als Freunde der USA verstanden haben, sondern als entschiedene Gegner. Manche ihrer Führer stehen auf US-Terrorlisten und manche kämpfen auch in Syrien, aufseiten Baschar al-Assad.

weiterlesen

Neue Schau im Berliner Dom – “Du sollst dir (k)ein Bild machen”

Bild: rbb,inforadio

Kein neobarocker Prunk mehr im Zentrum des Berliner Doms, sondern glatte Wände und ungewöhnliche Skultpuren. In der gegenwärtigen Ausstellung geht es bis Pfingsten um das Bilderverbot in Religionen und um die Wiederkehr des Phänomens Bildersturms. Die Bandbreite der insgesamt 70 Kunstwerke ist groß.


Von Sigrid Hoff|rbb Kultur

Im Dom, Berlins imposantester Kirche, werden Gottesdienste gefeiert. Orgelmusik erklingt, alles läuft wie gewohnt. Die Tauf- und Traukirche südlich des Hauptraums jedoch bietet einen überraschenden Anblick: Die reich dekorierten Wände sind hinter sechs Meter hohen, grauen Einbauten verschwunden. Gleich gegenüber vom Eingang begrüßt eine lilafarbene Neonskulptur den Besucher: “Du sollst dir kein Bild machen”, das zweite Gebot, steht dort in hebräischer Schrift.

Auf der linken Seite, wo normalerweise der Altar zu sehen ist, zeigt ein kleines Fenster in der dunklen Wand eine aufgeschlagene alte Bibel mit Goldschnitt. Daneben ist ein 30 mal 30 Zentimeter großes Kunstwerk von Luciano Fontana aus dem Jahr 1968 in die Wand eingelassen: ein rosaroter Kunststoff mit einem tiefen Schnitt in der Mitte. Er klafft wie eine Wunde auseinander, aber er weckt auch sexuelle Assoziationen.

weiterlesen

Judentum: „Erwählung heißt nicht Erhöhung über andere Völker“

Bild:DTN

Am Donnerstag wird der Journalist Dr. Dirk Pilz in der Evangelischen Akademie Berlin eine Abendveranstaltung zum Thema Judentum moderieren. Dabei wird er auch das Projekt „House of One“ noch einmal vorstellen.


Von Süleyman Bağ|Deutsch Türkisches Journal

In Berlin entsteht ein weltweit einzigartiges Haus, das von Juden, Christen und Muslimen gemeinsam finanziert und getragen wird. Noch bevor das Haus steht, setzt sich „House of One“ auch mit kritischen Fragen, die an die monotheistischen Religionen gestellt werden, auseinander. Am morgigen Donnerstag wird in diesem Zusammenhang der Frage nachgegangen, was ein „auserwähltes Volk“ ausmacht und wie dieser Begriff zu verstehen ist.

Moderiert wird die Veranstaltung von dem Journalisten Dirk Pilz. Im DTJ-Interview erzählt Pilz, warum er sich bei dem Projekt engagiert und worüber am Donnerstagabend diskutiert werden wird.

Herr Pilz, was ist ein auserwähltes Volk?

Die Frage nach Auserwählung ist das große Thema der hebräischen Bibel – es gibt darauf keine Antwort, die sich in einfache Formeln packen lässt. Im Buch Exodus steht der Imperativ Gottes: „Ihr sollt mir sein ein priesterliches Reich und ein heilig Volk.“

weiterlesen

“Gott schickt keine Attentäter los”

Screengrab: bb

Screengrab: bb

In einer Diskussionsrunde traf der Rabbiner der Jüdischen Gemeinde, Yitzhak Hoenig, in der Synagoge auf drei Pfarrer und den muslimischen Vorsitzenden des Integrationsrates. Thema: Was hilft gegen Extremismus und Rassismus?


Von Dirk Richerdt|RP ONLINE

Es war der Vertreter des Islam, der den Blick auf den Kern des Selbstverständnisses der drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam lenkte: “Der eine sagt Allah, also ,der Gott’, andere nennen ihn Gott oder Herr. Es ist doch ein und derselbe Gott”, stellte Yilmaz Karaca, der türkische Vorsitzende des Integrationsrates, klar. Wenn man Theologen oder “normale” Bürger fragt, zeigt sich, dass manche dazu noch gern ein seltsames Sackgassen-Denken pflegen: Einerseits sind Gläubige, ob sie nun im Gebet ,Adonai’, ,Allah-u-akbar’ oder ,Herr’ ausrufen, der Überzeugung, es gebe nur einen Gott. Dennoch hängen einige der abstrusen Vorstellung an, der anders genannte Gott sei auf keinen Fall auch der eigene. Wer denn dann?

weiterlesen

Libyen: “Islamischer Staat” erobert zwei Ölfelder

Symbolbild: Ölfeld in Libyen / Bild: REUTERS

Die Bewacher der Ölfelder Al-Bahi und Al-Mabruk waren unzureichend bewaffnet. Die Felder sind seit Wochen außer Betrieb.


Die Presse

Militante Islamisten haben in Libyen die Kontrolle über zwei Ölfelder übernommen. Nach Angaben eines Sprechers des Sicherheitsdienstes für die Ölindustrie des Landes eroberten extremistische Gruppen am Dienstag die Felder Al-Bahi und Al-Mabruk im Zentrum des Landes. Sie rückten demnach anschließend auf das Ölfeld Al-Dahra vor.

weiterlesen

Meuchelmord an Humanismus und Aufklärung

Eines der Opfer – zwar erstochen, aber schon vorher dem Tode nah. Foto: Pete CC-BY-3.0

Der französische Autor und Profi-Provokateur Michel Houellebecq meinte in einem Interview mit dem deutschen Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» dass der Humanismus und die Aufklärung tot seien. Im Angesicht von Islamismus und Nationalismus, die immer bestimmender werden, keine absurde Idee. Nur, wer ist der Mörder?


Von Patrick Etschmayer|news.ch

Die Mordopfer wurden gemeuchelt und sie liegen mit mehreren Messerstichen im Rücken auf dem Boden. Die Frage ist – wer war der Täter? Waren es die jubelnden Islamisten, die dort drüben gerade darüber streiten, ob sie von ihnen entführte Christen enthaupten oder verbrennen sollen? Oder waren es die besorgten national gesinnten Bürger dort hinten, von denen sich einige nach dem Marsch zum Schutz des Abendlandes vor dem Islamismus mit Brandsätzen zu einem Flüchtlingsheim aufmachen? Oder sind es jene populistischen Politiker, welche, obwohl selbst mit fetten Bankkontos ausgestattet, das Übel für alles immer ennet der Grenze verorten, egal in welchem Land sie auch sein mögen und dies von jedem erreichbaren Podest, Balkon oder von jeder Bühne in die Welt hinaus krakeelen? Oder sind es gar jene ultra-konservativen, klandestinen und tief-katholischen Vereinigungen, welche die Wiedererrichtung von Monarchien anstreben?

weiterlesen

Bremen: Islamisches Kulturzentrum legt Beschwerde gegen Razzia ein

Bei den Durchsuchungen der Bremer Moschee wurden keine Waffen gefunden© Carmen Jaspersen/DPA

Polizisten haben am Wochenende auf der Suche nach Waffen, das islamische Kulturzentrum in Bremen gestürmt. Gefunden wurde nichts. Jetzt beschweren sich die Gläubigen


stern.de

Das Islamische Kulturzentrum Bremen (IKZ) hat gegen eine Razzia in seiner Moschee Beschwerde beim Amtsgericht eingereicht. Die Moschee war am Samstag im Zuge einer allgemeinen Terrorwarnung von einem Sondereinsatzkommando der Polizei auf Waffen durchsucht worden. Der Durchsuchungsbeschluss sei “vollkommen unverhältnismäßig” und verletze die Glaubens- und Religionsfreiheit, heißt es in dem Schreiben, das der Anwalt des IKZ, Hans-Eberhard Schultz, dem Gericht zukommen ließ.

weiterlesen

Radikale Imame wollten offenbar NRW-Gefängnis unterwandern

Bild: Reuters

Bild: Reuters

Die Justizvollzugsanstalt Rheinbach bei Bonn habe in kurzen Zeitabständen drei muslimische Geistliche wegen Salafismus-Verdachts als ehrenamtliche Häftlingsbetreuer abgelehnt, erklärte NRW-Justizminister Thomas Kutschaty.


kath.net

Radikale Imame haben offenbar versucht, die Gefängnisseelsorge in Nordrhein-Westfalen zu unterwandern. Die Justizvollzugsanstalt Rheinbach bei Bonn habe in kurzen Zeitabständen drei muslimische Geistliche wegen Salafismus-Verdachts als ehrenamtliche Häftlingsbetreuer abgelehnt, erklärte NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) am Dienstag in Düsseldorf. Beim Verfassungsschutz seien die drei Imame wegen islamistischer Bestrebungen aufgefallen.

Laut Kutschaty sind derzeit in 30 von 36 Haftanstalten an Rhein und Ruhr annähernd 100 Imame und Hodschas als ehrenamtliche Gefängnisseelsorger tätig. Alle Geistlichen seien vom Verfassungsschutz überprüft worden. Etwa 18 Prozent der landesweit 15.750 Häftlinge bekennen sich zum muslimischen Glauben.

weiterlesen

Nigerianischer Musiker: Boko Haram ist Reaktion auf die Eliten

boko_haram

Nach Einschätzung des nigerianischen Musikers Keziah Jones ist sein Heimatland “kaum gefährlicher als New York, wenn man weiß, was man tun und lassen sollte”. Die Terrororganisation Boko Haram sei “eine Reaktion auf die Eliten an der Macht”, sagte Jones der “Süddeutschen Zeitung” (Dienstag). Die Miliz sei zunächst ein lokales Problem gewesen und habe sich erst durch das brutale Vorgehen der nigerianischen Armee radikalisiert.


kathweb

Ein weiteres Problem sei die Ungleichheit zwischen Norden und Süden im Land. Der Norden, wo Boko Haram die Zivilbevölkerung terrorisiert, sei arm, im Süden hätten sich dagegen Wohlstand, freie Presse und Meinungsfreiheit etabliert, so der Künstler. Viele Menschen hätten jedoch ein einseitiges Bild von einem ländlichen, gefährlichen Leben in Nigeria. “Aber das stimmt nicht. Nigeria ist städtisch geprägt, ein riesiges Land und sehr jung”, sagte Jones.

Von der Präsidentschaftswahlen am 28. März erhoffe er sich keine Veränderung, sagte der Musiker weiter. “Ich glaube nicht an nigerianische Parteien.” Er hoffe aber, dass die Zivilgesellschaft stärker werden und gegen Strukturprobleme vorgehen werde.

Zuletzt waren bei Bombenanschlägen im Norden Nigerias in der vergangenen Woche 27 Menschen gestorben. Seit 2009 terrorisiert die Gruppe den Nordosten Nigerias. Sie will dort und in angrenzenden Gebieten der Nachbarländer einen sogenannten Gottesstaat mit strenger Auslegung des islamischen Rechts gründen. Ihrem Terrorfeldzug sind laut Schätzungen schon mehr als 13.000 Menschen zum Opfer gefallen, rund 1,5 Millionen sind geflohen.

weiterlesen

Sultan Erdogan von den Harkonnen bedroht?

erdogan-sultanTürkeis Staatspräsident Erdogan hat Angst vor Anschlägen. Deshalb lässt er in einem Speziallabor seines Palastes Speisen und Getränke überprüfen – unter anderem auf Radioaktivität.


SpON

Fünf Ärzte kümmern sich rund um die Uhr um die Gesundheit des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan – auch darum, dass der Staatschef kein vergiftetes Essen und Getränke bekommt. Erdogan hat nach einem Bericht der Zeitung “Hürriyet” in seinem Palast in Ankara ein Speziallabor eingerichtet, in dem die Lebensmittel für das Staatsoberhaupt auf Giftstoffe geprüft werden.

Das Blatt zitiert den AKP-Parlamentsabgeordneten Cevdet Erdöl, der als Erdogans Leibarzt fungiert. Er sagte der Zeitung, so sollten Anschläge auf den Präsidenten vereitelt werden. Speisen und Getränke für Erdogan würden auf radioaktive Strahlung, chemische Stoffe, Schwermetalle und Bakterien hin geprüft.

weiterlesen

Die Bremer Stadtislamisten

Bild. Titanic

Malediven: “Nach diesem Interview werde ich mehr Todesdrohungen bekommen”

Der ehemalige politische Häftling Mohamed Nasheed gelangte 2008 als erster demokratisch gewählter Präsident an die Spitze des Inselstaats Malediven. Bild: stern.de

Mohammed Nasheed wurde gefoltert, war Präsident der Malediven, wurde zum Klimakämpfer. Nun ließen ihn seine Gegner verhaften. Dem stern gab er eines seiner letzten Interviews vor dem Gefängnis.


Von Marc Goergen|stern.de

Die Malediven gelten als der Inbegriff des friedlichen Paradieses – tatsächlich aber werden die Atolle im Indischen Ozean autoritär regiert. Mohammed Nasheed war einmal die Hoffnung der Demokratie auf den Malediven. 2008, bei den ersten freien Wahlen im Land, wurde er zum Präsidenten gewählt. Schnell galt er wegen seines Charismas, seines jugendlichen Auftretens und wegen seines Kampfes gegen den Klimawandel als “Unterwasser-Obama”. Im 2012 aber wurde Nasheed aus dem Amt geputscht. Seitdem kämpft er aus der Opposition heraus gegen das Regime.

Dabei wurde er immer wieder bedroht, von Islamisten wie auch aus der Regierungs heraus. Vor wenigen Tagen ist Nasheed wieder verhaftet worden. Er wird beschuldigt, im Januar 2012 die Verhaftung des Vorsitzenden des Strafgerichtshofs der Malediven wegen Korruption veranlasst zu haben. Im Falle seiner Verurteilung drohen dem 47-Jährigen mehr als zehn Jahre Gefängnis. Nasheeds oppositionelle Maledivische Demokratische Partei (MDP) und Anwälte nannten die am Sonntag erfolgte Festnahme des Politikers “politisch motiviert” und “vollkommen willkürlich”.

weiterlesen

Nach Löschung von Accounts: Islamischer Staat bedroht Twitter-Gründer

Sreenshot techcrunch

Sreenshot techcrunch

Die Terrorgruppe “Islamischer Staat” bedroht Twitter-Gründer Jack Dorsey. Der Kurznachrichtendienst will den Fall nun selbst untersuchen.


SpON

Der Onlinedienst Twitter hat nach eigenen Angaben Drohungen erhalten, weil er Nutzerkonten mit Verbindungen zur Dschihadistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) blockiert hat. “Unser Sicherheitsteam untersucht gemeinsam mit den Strafverfolgungsbehörden den Wahrheitsgehalt dieser Drohungen”, teilte ein Sprecher des Unternehmens mit, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Im Internet war zuvor ein Bild aufgetaucht, das Twitter-Gründer Jack Dorsey im Visier eines Fadenkreuzes zeigt. In einer Botschaft auf Arabisch wird Dorsey mit Rache für die Sperrung von Nutzerkonten gedroht.

weiterlesen