Vereinte Nationen werfen Israel Siedlungsbau vor

Siedlungen, Themenbild. Image: Times of Israel/Screencrab:BB
Israel hat keine Schritte unternommen, den Siedlungsbau in Palästinensergebieten zu stoppen, kritisiert der Sondergesandte der Vereinten Nationen. Es missachtet damit eine Resolution des Sicherheitsrates.

Frankfurter Allgemeine

Der Sondergesandte der Vereinten Nationen für den Nahen Osten, Nikolai Mladenow, hat Israel vorgeworfen, die Forderung des Sicherheitsrats nach einem Stopp des Siedlungsbaus in den Palästinensergebieten zu ignorieren. Seit Verabschiedung der Resolution vor drei Monaten habe die israelische Regierung „keine Schritte“ unternommen, um der Forderung nachzukommen, sagte Mladenow am Freitag in einem ersten Bericht an den Sicherheitsrat seit dem Votum.

Als besorgniserregend bezeichnete der Gesandte die jüngsten Pläne Israels, die „illegalen“ Siedlungsaktivitäten deutlich auszubauen. Gleichzeitig kritisierte er aber auch die palästinensische Gewalt gegen Israel.

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Deutschlands falsche Bescheidenheit in Israel

Angela Merkel mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas im Kanzleramt. (Foto: AFP)
Die Bundesrepublik genießt bei Israelis und Palästinensern größtes Ansehen. Trotzdem scheut Berlin jeden Versuch, sich vermittelnd einzusetzen. Das ist verständlich – aber nicht zeitgemäß.

Von Stefan Braun | Süddeutsche.de

An deutlichen Worten zum Nahostkonflikt hat es Angela Merkel am Freitag nicht fehlen lassen. Sie hat Israels Siedlungsbau kritisiert und von „sehr besorgniserregenden Entwicklungen“ gesprochen. Sie hat die Zwei-Staaten-Lösung als einzig vernünftige Alternative gepriesen und den engen Verbündeten Israel gemahnt, den derzeit eingeschlagenen Weg mit immer neuen Siedlungen aufzugeben. Andernfalls sei das Ziel seiner Staatsgründer, einen jüdischen und demokratischen Staat zu errichten, nicht mehr lange aufrecht zu erhalten.

Auch für die Palästinenser hatte Merkel strenge Worte parat. Israel in den Vereinten Nationen an den Pranger zu stellen, sei nicht der richtige Weg, um neues Vertrauen zu schaffen. Die Kanzlerin war deutlich, ohne einer Seite die alleinige Schuld zuzuweisen. Das war gut, es war richtig, es war eine angemessene Botschaft.

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Trump invites Abbas to White House ‘soon’ to discuss stalled peace process

US President Donald Trump on February 3, 2017 (L); Palestinian Authority President Mahmoud Abbas on January 30, 2017 (Mandel Ngan/AFP; Zacharias Abubeker/AFP)
After first call since inauguration, PA president’s spokesman hails US leader as ‘honest, courageous man’ looking for ‘a just deal’

By Dov Lieber, Agencies | The Times of Israel

US President Donald Trump and Palestinian Authority President Mahmoud Abbas held their first conversation on Friday since the controversial real estate mogul took office in January, with the president formally inviting the Palestinian leader to the White House for a meeting.

“The president emphasized his personal belief that peace is possible and that the time has come to make a deal,” the White House said. “The president noted that such a deal would not only give Israelis and Palestinians the peace and security they deserve, but that it would reverberate positively throughout the region and the world.”

During the conversation, which lasted some 10 minutes, the US president invited Abbas “to visit the White House soon to discuss ways to resume the [Palestinian-Israeli] political process,” Wafa quoted Abbas’s spokesman as saying.

The spokesman, Nabil Abu Rudeineh, said that Trump stressed his “commitment to a peace process that would lead to a real peace between Palestinians and Israelis”, Wafa reported.

Abbas told Trump that peace was a “strategic choice” for the Palestinian people that should lead to the “establishment of a Palestinian state alongside Israel.”

The report made no mention of the two-state solution, which the Trump administration appeared to distance itself from last month ahead of Trump’s meeting with Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu.

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„Zwei Götter im jüdischen Himmel“

Peter Schäfer, Direktor des Jüdischen Museums Berlin (Wolfgang Kumm/dpa )
Das Judentum gilt als monotheistische Religion. Dem hält der Judaist Peter Schäfer entgegen, dass sich die „Idee von einem zweiten Gott im Kern des Judentums festgesetzt“ habe. Der Direktor des Jüdischen Museums Berlin sagte im Deutschlandfunk, das habe „enorme Auswirkungen“ darauf, wie Juden und Christen sich heute wechselseitig betrachten.

Peter Schäfer im Gespräch mit Andreas Main | Deutschlandfunk

Andreas Main: Peter Schäfer zählt zu den wichtigsten Judaisten weltweit. Ganz sicher ist er einer der führenden Experten für das Judentum der Antike und des frühen Mittelalters. Er ist kein Promi der Talkshows, aber ein Prominenter in Wissenschaftskreisen. Die wichtigsten Wissenschaftspreise hat er bekommen, egal, ob in Deutschland, in den USA oder in Israel. 15 Jahre lang hat er in Amerika gelehrt an der Princeton University. Und als ob das alles nicht genug wäre, seit zweieinhalb Jahren leitet er eines der wohl bekanntesten Museen hierzulande, das Jüdische Museum Berlin. Wir sitzen zusammen in unserem Berliner Studio, wo wir dieses Gespräch aufzeichnen. Wir reden über Peter Schäfers neues Buch „Zwei Götter im Himmel: Gottesvorstellungen in der jüdischen Antike“. Guten Morgen, Herr Professor Schäfer.

Peter Schäfer: Guten Morgen, Herr Main.

Main: Peter Schäfer, der Untertitel benennt ja genau, worum es geht, eben Gottesvorstellungen in der jüdischen Antike. Für Hörer, denen das Thema womöglich weit weg erscheint – und das dürften einige sein – mal an Sie, die scheinbar ganz, ganz einfache Frage: Was haben Gottesvorstellungen in der jüdischen Antike mit uns zu tun?

Schäfer: Die haben mit uns insofern was zu tun oder dann was zu tun, wenn wir uns für Gott interessieren. Das müssen wir schon mal. Wenn wir uns nicht für Gott interessieren, dann brauchen wir uns auch nicht für Gottesvorstellungen zu interessieren. Wenn wir uns aber für Gott interessieren, dann sollte uns auch interessieren, ob es im Judentum Gottesvorstellungen gegeben hat und nicht nur einlinige, eindimensionale Klischees, die wir lange eingetrichtert bekommen haben und von denen wir – das versuche ich im Buch zu sagen – uns freimachen sollten.

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Bischof Meister: Luthers Antijudaismus wirkte Jahrhunderte lang nach

„Was wollen wir Christen nun tun mit diesem verworfenen, verdammten Volk der Juden? […] Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich. Zum andern, dass man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre. Denn sie treiben eben dasselbige darin, was sie in ihren Schulen treiben. Zum Dritten, daß man ihnen nehme alle ihre Betbüchlein und Talmudisten. Zum Vierten, daß man ihren Rabbinern bei Leib und Leben verbiete, hinfort zu lehren. Zum Fünften, daß man den Juden das Geleit und Straße ganz und gar aufhebe. Zum Sechsten, daß man ihnen den Wucher verbiete und ihnen alle Barschaft und Kleinode an Silber und Gold nehme. Zum Siebten, daß man den jungen, starken Juden und Jüdinnen in die Hand gebe Flegel, Axt, Karst, Spaten, Rocken, Spindel, und lasse sie ihr Brot verdienen im Schweiß der Nase.“ Luther: Von den Juden und ihren Lügen, S. 233-238

Die judenfeindlichen Aussagen des Reformators Martin Luther (1483-1546) haben nach Auffassung des hannoverschen Landesbischofs Ralf Meister jahrhundertelang in der evangelischen Kirche nachgewirkt.

evangelisch.de

Bei einem Treffen mit Vertretern der katholischen Kirche und des Judentums erklärte der evangelische Theologe am Montag in Frankfurt, tragischerweise hätten Luthers späte Äußerungen zum Judentum das Einfallstor für judenfeindliche Aussagen im Protestantismus bis hinein ins 20. Jahrhundert gebildet.

Zu der Begegnung unter dem Titel „Reformation, Reform und Tradition“ kamen Vertreter der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sowie der Allgemeinen und der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschlands zusammen.

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Steuert Israel bewusst in die nächste Katastrophe?

 Nach dem Krieg: Israelische Soldaten an ihrem Merkava Panzer an der Grenze zum Gazastreifen Quelle: AFP
Nach dem Krieg: Israelische Soldaten an ihrem Merkava Panzer an der Grenze zum Gazastreifen Quelle: AFP
Ermittlungsbericht übt scharfe Kritik: Die Regierung hätte den Gazakrieg 2014 verhindern können, wenn sie nicht nur auf die Generäle gehört hätte. Und dieser Fehler könnte bald wieder gemacht werden.

Von Gil Yaron | DIE WELT

Israels Premierminister rühmt sich gern mit einer Errungenschaft seiner Sicherheitspolitik: Seit dem Krieg gegen die radikalislamische Hamas vor gut zweieinhalb Jahren, bei dem rund 2200 Palästinenser und 73 Israelis starben, ist es rund um den Gazastreifen ruhiger denn je. Raketen werden nur noch selten auf israelische Dörfer in der Umgebung abgeschossen. Die erfreuen sich eines Bevölkerungszuwachses.

Der Krieg in Gaza – ein voller Erfolg? Nicht nach Auffassung des israelischen Staatskontrolleurs Jossef Schapira , der die Arbeit von Kabinett und Generalstab in der Zeit vor Ausbruch des Krieges untersuchte. Der 200 Seiten lange Bericht spricht von schwerwiegenden Fehlern der Staats- und Armeeführung.

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Blistering Gaza war report scorches Netanyahu, Ya’alon and Gantz over tunnel failures

From left, Prime Minister Benjamin Netanyahu, former defense minister Moshe Ya'alon and former IDF Chief of Staff Benny Gantz speak at a press conference at the Prime Minister Office following Operation Protective Edge on August 27, 2014. (Yonatan Sindel/Flash90)
From left, Prime Minister Benjamin Netanyahu, former defense minister Moshe Ya’alon and former IDF Chief of Staff Benny Gantz speak at a press conference at the Prime Minister Office following Operation Protective Edge on August 27, 2014. (Yonatan Sindel/Flash90)
Comptroller’s long-awaited findings about 2014 operation confirm army was unprepared for Hamas’s tunnels, prime minister failed to keep security cabinet in the loop

By Judah Ari Gross | The Times of Israel

Israel’s state comptroller took military and political leaders to task for their failure to prepare adequately for the threat of attack tunnels ahead of the 2014 war with Hamas in the Gaza Strip, in a pair of long-awaited, highly critical reports published on Tuesday.

The reports found significant gaps in the military’s intelligence in the lead-up to the war, as well as a lack of clearly defined operational plans for how to destroy the tunnels. Those failings may have led, the report said, to the unnecessary deaths of Israeli soldiers during the 50-day conflict.

But the Prime Minister’s Office bore the brunt of State Comptroller Yosef Shapira’s criticism, for its failure to sufficiently brief members of the security cabinet about the subterranean threat.

While the reports were only released to the public on Tuesday, most of the critiques they contain have been reported on widely for months, as versions of the scalding documents circulated among relevant politicians and defense officials — and were leaked by them — as early as May 2016.

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Wir brauchen keinen Gott, wirklich nicht

 Die nachgebaute Arche Noah in Grant County, Kentucky. bild: arkencounter
Die nachgebaute Arche Noah in Grant County, Kentucky. bild: arkencounter
Weltweiter Terror durch religiös Benebelte. Lautes Kirchengedöngel jeden Sonntag, wenn man mal ausschlafen oder in Ruhe ein Buch lesen will. Und jetzt auch noch ein Superjahr für Luther, den polternden Boss-Antisemiten. Gott nervt unglaublich. Und im Moment ganz besonders.

Von Klaus Ungerer | FREITAG

Gerne würde man sein Andenken ja in Ehren halten, respektvoll seiner Verdienste als Begleiter der Menschheit gedenken, als faszinierendes kulturelles Phänomen, als großer Gesellschaftsordner. In einer Mischung aus Respekt und Widerwillen könnte man seiner Spur durch die Jahrtausende folgen, bis zurück zu Echnaton, der den Mono-Gott, diesen imaginären Freund, einst erfand. Milliarden von Menschen hat er wirklich viel bedeutet – in der Kindheit der menschlichen Historie, der wir nach schlappen fünf Millionen Jahren immer noch zu entwachsen bemüht sind. Man vergleiche uns mal mit Erfolgsmodellen der Evolution wie Farnen, Asseln oder Spinnen: Dagegen sind wir stolzen Menschenkinder bloß ein Fünkchen im Gewitter.

Das Problem: Gott, der lang schon Tote, hat längst zu stinken begonnen. Seit einigen Jahrhunderten schon kann jeder halbwegs gebildete Mensch die Idee als unhaltbar und beschämend kurios erkennen: Ein allmächtiges Wesen, dessen Ursprung niemals erklärt wurde – lebt es? Ist es unbelebt? Ist es irgendetwas dazwischen? Jenes Wesen habe also das Universum mit all dessen physikalischen Gesetzen, mit der betäubenden Unendlichkeit und Milliarden von Sonnen und Planeten erschaffen.

Löckchen und Lammfleisch

Und das gleiche Wesen soll nun, im Jahr 2017, ein ernsthaftes Interesse daran haben, dass man, um nur einige der bizarren Regeln anzuführen, die ihm zugeschrieben werden, a) Löckchen an den Ohren trage, b) auf gar keinen Fall einen Baconburger bestelle, sondern wenn, dann einen Lammfleischdöner, c) Statuetten von gefolterten, halbnackten Bärtigen in jedes Klassenzimmer jeder Schule hänge, d) homosexuelle Liebe für etwas Schlimmes zu halten habe, etc. pp. Man könnte jetzt seitenlang groteske Vorschriften aufzählen, die nach Borniertheit, Kleinlichkeit, Machtgeilheit, Unterdrückungslust, Narzissmus und Dämlichkeit riechen, kurz: nach Mensch.

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Israel schlägt Saudi-Arabien eine Anti-Iran-Allianz vor

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Das Regime in Teheran sei die größte Gefahr für den jüdischen Staat, erklärt der israelische Verteidigungsminister im „Welt“-Interview. Vorbild für ein Bündnis mit den Golfstaaten könnte die Nato sein.

Von Daniel-Dylan Böhmer, Michael Stürmer | DIE WELT

Israel hat Saudi-Arabien die Bildung einer Art Nato im Nahen Osten vorgeschlagen. „Es ist Zeit, öffentlich ein formelles Bündnis zu bilden, eine Koalition aller gemäßigten Kräfte im Nahen Osten gegen den Terror“, sagte der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman der „Welt“.

Die gemäßigten sunnitischen Staaten hätten verstanden, dass „die größte Gefahr für sie nicht Israel ist, oder der Zionismus, oder die Juden, sondern der Iran“, sagte Lieberman. Zu den gemäßigten Staaten zählte er die Golfstaaten, namentlich auch Saudi-Arabien. Lieberman sagte, es sei egal, „ob es sich bei den Partnern einer solchen Allianz „um Muslime, Juden oder Christen handelt“.

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Abkehr von der Zweistaatenlösung

 Bild: Akiersch/CC0
Bild: Akiersch/CC0
Trumps Vorstoß könnte Chancen für eine Lösung im Konflikt zwischen Israel und Palästina eröffnen

Von Peter Nowak | TELEPOLIS

Wie bei vielem, was zurzeit über die Trump-Administration berichtet wird, ist auch die Diskussion um die Zweistaatenlösung im Konflikt Israel-Palästina mit viel Alarmismus verknüpft. Tatsächlich hat Trump erklärt, nicht mehr auf einer Zweistaatenlösung zu bestehen, sondern die Konfliktparteien ohne vorherige Festlegung eine Lösung finden zu lassen.

Diese Position klingt doch erst einmal ganz vernünftig. Schließlich hat die Festlegung auf diese Zweistaatenlösung nicht zum Friedensprozess beigetragen. Die Festlegung stammt noch aus der Zeit, als mit dem Osloer Abkommen eine Friedenslösung auf der Grundlage von zwei Staaten in absehbarer Zeit möglich erschien. Seitdem wird das Mantra der Zweistaatenlösung immer wieder hoch gehalten und jede Seite wirft der anderen vor, dagegen verstoßen zu haben.

So wird Israels Siedlungspolitik immer als größtes Hindernis für diese Zweistaatenlösung bezeichnet. Israels Ministerpräsident lenkt demgegenüber den Fokus auf die Aktivitäten verschiedener bewaffneter Gruppen unter den Palästinensern, auf ihre Verbindungen zur Hamas, aber auch zur Abbas-Regierung, die sich eigentlich längst hätte längst Wahlen stellen müssen. Wegen des Dauerkonflikts zwischen der PLO und der Hamas wurden die immer wieder abgesagt.

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Despite Trump’s indifference, the two-state solution isn’t dead… yet

PM Netanyahu and US President Donald Trump at the White House, February 15, 2017 (Avi Ohayun/GPO)
PM Netanyahu and US President Donald Trump at the White House, February 15, 2017 (Avi Ohayun/GPO)
Netanyahu won’t say the words, and Abbas won’t come to the talks, but it’s still the two-state deal, and no other, that they’re not doing

By Raphael Ahren | The Times of Israel

Theodor Herzl, the founding father of political Zionism, famously said of a revived Jewish homeland, “If you will it, it is no dream.”

Nearly 70 years after Herzl’s vision became a reality with the founding of the State of Israel, Donald Trump on Wednesday said that, if you will it, the Jewish state can be turned into a binational Jewish-Arab state. Whatever you guys want.

“I’m looking at two-state and one-state, and I like the one that both parties like,” the American president said at a press conference in the White House, as Prime Minister Benjamin Netanyahu stood alongside him, chuckling. “I can live with either one.”

Delivered in a remarkably nonchalant manner, Trump’s was a dramatic statement that appeared to upend decades of US foreign policy. In Israel, right-wingers cheered and left-wingers lamented what sounded like a death knell for the two-state solution.

But the truth is that while Palestinian aspirations for an independent state took a hit on Wednesday, it isn’t time to bury the two-state solution just yet. It may have been deep-frozen. But if and when the current circumstances change, it can be resuscitated, at Israeli and Palestinian discretion. It’s diplomatic cryonics, Middle East-style.

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Israels Siedler feiern, in Ramallah herrscht Katerstimmung

The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)
The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)
Nach dem ersten Gipfel zwischen US-Präsident Trump und Israels Premier Netanjahu feiern Israels Siedler. Unter den Palästinensern macht sich Enttäuschung breit. Beiden Seiten drohen Überraschungen.

Von Gil Yaron | DIE WELT

Selten war Israels Siedler-nahe Rechte so ekstatisch wie nach der Live-Übertragung der Pressekonferenz am Mittwochabend, der Höhepunkt des ersten Gipfels zwischen US-Präsident Donald Trump und Israels Premierminister Benjamin Netanjahu: „Das ist das Ende einer Ära“, frohlockte Naftali Bennett, Vorsitzender der Siedler-Partei „Jüdisches Heim“, einem der problematischsten Koalitionspartner Netanjahus.

Der Premier habe „Führerschaft und Kühnheit bewiesen und Israels Sicherheit gestärkt“, konstatierte Bennett, der Netanjahu vor dessen Abreise in die USA noch damit gedroht hatte, die Regierung zu stürzen, falls er der Gründung eines palästinensischen Staates im Rahmen eines Friedensabkommens zustimme.

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Das Problem, das Israels Existenz mehr bedroht als jede iranische Bombe

 Die Personalie Ivanka könnte die Beziehungen zwischen Israel und den USA belasten Quelle: AP
Die Personalie Ivanka könnte die Beziehungen zwischen Israel und den USA belasten Quelle: AP
Beim Treffen von Trump und Netanjahu geht es indirekt auch um die Präsidententochter. Ultraorthodoxe sehen ihren Übertritt zum Judentum skeptisch. Für Israel symbolisiert sie ein Problem, das seine Existenz gefährdet.

Von Gil Yaron | DIE WELT

Die Liste der Themen, die Israels Premier Benjamin Netanjahu bei seinem ersten Besuch im Weißen Haus mit Donald Trump am Mittwoch besprechen muss, ist lang – vom Atomvertrag mit dem Iran über den Siedlungsbau und den Beziehungen zu Europa und der arabischen Welt. Doch erstmals könnte auch ein Problem auftauchen, das von Staatsoberhäuptern beider Länder noch nie thematisiert wurde. Eines, dass die Existenz Israels mehr bedroht als jede iranische Bombe.

Es geht um den immer tiefer werdenden Riss zwischen Israels religiösem Establishment und dem Judentum in den USA, der bis ins Oval Office reicht. Israels Rabbinat wird immer fundamentalistischer und verprellt so die Glaubensbrüder in den USA, nicht zuletzt einen von Trumps engsten Beratern, seinen orthodoxen jüdischen Schwiegersohn Jared Kushner. An dessen Frau, der Konvertitin Ivanka Trump, entzündet sich ein für die Beziehungen zwischen den Ländern gefährlicher Streit. Denn manchen israelischen Rabbinern ist Trumps Tochter nicht koscher genug.

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Interreligiöse Fakultät an der HU Berlin geplant

Bild. rbb24
Bild. rbb24
In Berlin soll offenbar eine neuartige, interdisziplinäre Theologische Fakultät errichtet werden. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) am Samstag meldete, sollen an der Humboldt-Universität (HU) künftig islamische, katholische und jüdische Theologie in die bestehende, bislang ausschließlich evangelische Theologische Fakultät eingebunden werden.

rbb24 PANORAMA

Ein Mitglied der Fakultät bestätigte dies auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). In der „FAZ“ heißt es, die Professoren der Theologischen Fakultät hätten in dieser Woche einstimmig beschlossen, bis Mitte April ein Konzept zu entwickeln, das eine Kooperation in Forschung und Lehre ermöglicht.

Bisher Institut für Islamische Theologie geplant

Damit greift die Fakultät nach Darstellung der Zeitung die Verpflichtung der Berliner rot-rot-grünen Koalition auf, dass bei den theologischen, weltanschauungs- und religionsbezogenen Studien „bestehende Regelungen und vorhandene Einrichtungen zukunftsorientiert ausgestaltet und weiterentwickelt werden“. Bislang ist bereits geplant, bis zum Wintersemester 2018/19 ein Institut für Islamische Theologie an der Humboldt-Universität einzurichten.

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Unaufgeklärte Religion ist ein Problem

Bild: HVD_Hessen/Twitter
Bild: HVD_Hessen/Twitter
HVD-Präsident Frieder Otto Wolf diskutierte am vergangenen Freitag beim Forum des Bundesinnenministeriums in Leipzig zur Frage: „Wie hältst Du es mit der Religion? Glauben als Kitt oder Keil unserer Gesellschaft?“

HVD Bundesverband

Fördern Glaube und Religion den gesellschaftlichen Zusammenhalt? Oder schüren sie im Gegenteil Konflikte und Unfrieden in unserem Land? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Bürgerdialogs in Leipzig. Rund 150 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung des Bundesinnenministers Dr. Thomas de Maizière gefolgt, um über die Bedeutung von Religion für unser Zusammenleben zu diskutieren.

Der Bürgerdialog ist Teil der Werkstattreihe mit dem Titel Gesellschaftlicher Zusammenhalt und Integration – #gemeinsam für ein starkes Deutschland, in deren Rahmen der Bundesinnenminister offen und konstruktiv aktuelle gesellschaftspolitische Themen ansprechen möchte.

An die Begrüßung durch Bundesinnenminister de Maizière schloss sich eine Podiumsdiskussion an. „Die Zuneigung zu Kirchen hat abgenommen, die Abneigung gegen Islam oder Kirchen hat zugenommen“, sagte de Maizière zum Auftakt der Diskussion, und fragte, wo die Distanz und Abneigung gegenüber Religion herrührten. Neben Thomas de Maizère und Frieder Otto Wolf auf dem Podium: Gesa S. Ederberg, Rabbinerin in Berlin, und Dagmar Mensink, katholische Theologin, sowie Hamideh Mohagheghi, Wissenschaftlerin an der Universität Paderborn für Islamische und Komparative Theologie.

HVD-Präsident Wolf betonte in Leipzig, dass Menschen nicht so auf Religion angewiesen sind, wie es vielfach in der (politischen) Öffentlichkeit dargestellt werde. Aus Sicht moderner Humanistinnen und Humanisten können Menschen ihr Leben auch ganz ohne religiöse Vorstellungen mit ethisch fundierter Lebensauffassung führen und sinnvoll gestalten. Wichtig dafür ist „Vertrauen in uns und die Gemeinschaft“, zudem kann auch individuelle Freiheit nur in sozialer Verantwortung sinnvoll gelebt werden, so Wolf.

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Ein neues Bild vom jüdischen Leben – und von Israel

Für eine offene Gesellschaft. An der Strandpromonade von Tel Aviv demonstrieren Ende Januar 2017 für die Aufnahme von Flüchtlingen...Foto: Baz Ratner/Reuters
Für eine offene Gesellschaft. An der Strandpromonade von Tel Aviv demonstrieren Ende Januar 2017 für die Aufnahme von Flüchtlingen…Foto: Baz Ratner/Reuters
Wie Schulbücher dem deutsch-jüdischen Leben und dem Staat Israel besser gerecht werden können.

Von Martin Kloke | DER TAGESSPIEGEL

In den Jahren des Nationalsozialismus war das deutsche Bildungswesen zentralisiert und im Sinne der herrschenden Rassenideologie gleichgeschaltet: Dies wurde auch in der antisemitischen Ausrichtung der Schulbücher sichtbar, in denen Juden und ihre Religion kriminalisiert und als „Agenten der Moderne“ verunglimpft wurden. Vor diesem Hintergrund hätte man nach 1945 erwarten können, dass Bildungsplaner eine Art „geistige Wiedergutmachung“ versuchen. Tatsächlich fiel jedoch in der jungen Bundesrepublik fast alles, was einer kritischen Auseinandersetzung mit Wurzeln und Verläufen des Nationalsozialismus hätte dienen können, unter den Tisch.

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Israel billigt Gesetz zur Konfiszierung von Palästinenser-Land

Illegale Siedlungen werden geräumt. – APA/AFP/THOMAS COEX
Illegale Siedlungen werden geräumt. – APA/AFP/THOMAS COEX
4000 Wohnungen israelischer Siedler im Westjordanland werden mit dem Gesetz rückwirkend genehmigt. Der Generalstaatsanwalt warnt vor einem Verstoß gegen internationales Recht.

Die Presse.com

Israels Parlament hat am Montag ein umstrittenes Gesetz gebilligt, mit dem Tausende Siedlerwohnungen auf palästinensischem Privatland legalisiert werden. 60 der 120 Abgeordneten stimmten in dritter und letzter Lesung für das Gesetz, 52 votierten dagegen. Die übrigen Abgeordneten waren abwesend, darunter auch der konservative Ministerpräsident Benjamin Netanyahu.

Rund 4000 Wohnungen israelischer Siedler im besetzten Westjordanland werden mit dem Gesetz rückwirkend genehmigt, obwohl sie widerrechtlich auf privaten Grundstücken von Palästinensern gebaut wurden. Ultrarechte Politiker wollen damit weitere Räumungen wilder Siedlungen verhindern. Das Gesetz sieht eine Entschädigung der palästinensischen Besitzer vor. Das höchste Gericht Israels könnte es noch kippen.

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Religions- und Weltanschauungsunterricht: Pro Halbjahr ein Kontrollbesuch

Später Einstieg. In Berlin wird erst ab 2018 Islamische Theologie gelehrt.Foto: Jensen/dpa
Später Einstieg. In Berlin wird erst ab 2018 Islamische Theologie gelehrt.Foto: Jensen/dpa
Der freiwillige Religionsunterricht findet nahezu ohne staatliche Aufsicht statt. Bayern geht einen völlig anderen Weg – auch für muslimische Kinder.

Von Susanne Vieth-Entus | DER TAGESSPIEGEL

Trotz des wachsenden Anteils muslimischer Schüler stagniert die Teilnahme am Religionsunterricht der Islamischen Föderation: Die Quote liegt seit der Einführung im Jahr 2003 bei weit unter zwei Prozent, wie aus einer Anfrage des SPD-Abgeordneten Joschka Langenbrinck (SPD) hervorgeht. In absoluten Zahlen bedeutet dies eine Teilnehmerzahl von unter 5000.

Damit ergeht es der Föderation ähnlich wie den anderen Religionsgemeinschaften: Auch die Evangelische und Katholische Kirche, die Aleviten, Buddhisten sowie die Jüdische Gemeinde verzeichnen kaum Veränderungen bei ihrer schulischen Präsenz. Einzig der Humanistische Verband mit seinem Weltanschauungsfach Lebenskunde legt ständig zu: Seinen Unterricht besuchen inzwischen rund 63 000 Schüler. Diese Expansion ist möglich, weil der Verband ein eigenes Institut für die Lehrerausbildung hat. Hingegen wird es einen Lehrstuhl für Islamische Theologie in Berlin erst ab 2018 geben.

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Muslimische Söhne: Beschneidung – kleiner Eingriff, große Fragen

 Beschneidungen sind legal, wenn sie unter Vollnarkose vom Arzt vorgenommen werden. (Foto: Bradley Secker/laif)
Beschneidungen sind legal, wenn sie unter Vollnarkose vom Arzt vorgenommen werden. (Foto: Bradley Secker/laif)
Vielen deutsch-türkischen Paaren geht es wie Katrin und Mesut. Sie müssen sich entscheiden: Soll unser Sohn beschnitten werden?

Von Ines Lutz | Süddeutsche.de

Eine junge Frau und ein junger Mann lieben sich. Katrin* ist christlich getauft, aber nicht religiös. Mesut* ist Muslim und stammt aus einer weltoffenen, türkischen Einwandererfamilie. Beide respektieren die Kultur des anderen. Sie heiraten und beschließen, eine moderne Ehe zu führen. Die Frau bringt einen Sohn zur Welt. Ein europäisches Kind soll er sein, seine Religion darf er sich später selbst aussuchen. Die Mutter spricht mit ihm deutsch, der Vater türkisch. Die Familie feiert Weihnachten, aber auch Ramadan. Das Beste aus beiden Kulturen wollen sie ihrem Sohn mitgeben, doch eine Frage löst fast schon Verzweiflung aus: ob der Junge beschnitten werden soll. Katrin hat Angst davor, für Mesut ist es ein Teil seiner kulturellen Identität. Beide wollen die Sorgen des anderen respektieren, können aber keine Zugeständnisse machen.

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Ist Religion Kitt oder Keil?

coexist

Muslime, Katholiken, Juden und Atheisten: Sie alle diskutierten mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière über Religion. Genauer gesagt: Darüber, ob die Religion die Gesellschaft zusammenhalte oder spalte. Und über das Verhältnis vom Islam zum Grundgesetz.

Von Markus Kremser | katholisch.de

„Die Zuneigung zu Kirchen hat abgenommen, die Abneigung gegen Islam oder Kirchen hat zugenommen. Woher kommt diese Angst?“, fragt Bundesinnenminister Thomas de Maizière zum Auftakt des Werkstattgespräches in Leipzig. Unter dem Titel „Wie hältst Du’s mit der Religion? Glauben als Kitt oder Keil unserer Gesellschaft?“ diskutierten am Freitag 150 Menschen mit dem Politiker und Religionsvertretern. De Maizière betonte, dass Leipzig eine große und christliche Tradition habe. Auch wenn in Leipzig 82 Prozent der Einwohner konfessionslos seien, wie in vielen anderen Gegenden Ostdeutschlands, habe Religion eine Bedeutung.

Die katholische Theologin Dagmar Mensink sagte bei dem Bürgerdialog, Religion gebe meinem Leben einen Rahmen. „Antwort auf die Frage nach dem Wohin und Woher“, so das Mitglied des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken. Dabei sei ihr Verhältnis zur Kirche mitunter auch spannungsvoll. „Mein Glaube gibt mir Sicherheit, dass nicht vergeblich ist, was ich tue.“ Die Berliner Rabbinerin Gesa S. Ederberg sprach auch das Handeln an: Für sie sei das „Tun wichtiger als der Glaube“. Dazu gehörten für sie jüdische Rituale wie koscheres Essen, Einhaltung von Regeln und Gebete. „Das findet alles auf deutsch und in Berlin statt“, sagte Ederberg. Sie sei zuerst Jüdin, „alle anderen Identitäten kommen hintenan“.

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