Netanyahu will Jordantal annektieren

Israels Regierungschef Netanyahu Anfang Juni mit dem damaligen US-Sicherheitsberater Bolton am Rande des Jordantals.

Israels Ministerpräsident Netanyahu ist im Wahlkampfmodus. Sollte er gewinnen, werde er das Jordantal annektieren, kündigte er an. Für die Palästinenser wäre das ein „Kriegsverbrechen“ – und auch die UN warnen.

Tim Aßmann | tagesschau.de

Benjamin Netanyahu greift zurzeit häufig zu Superlativen. Als dramatisch wurde bereits eine Erklärung am Montag angekündigt, in der er dann erneut dem Iran vorwarf, an Atomwaffen zu arbeiten. Allerdings blieb Israels Regierungschef konkrete Beweise schuldig. Am Dienstag dann kündigte Netanyahus Umfeld eine historische Bekanntmachung an, und am frühen Abend trat Israels Premier ans Mikrofon.

Gleich nach den Wahlen am kommenden Dienstag werde die US-Regierung ihren lange erwarteten Plan für einen Frieden zwischen Israelis und Palästinensern präsentieren, sagte Netanyahu, und er ergänzte, Israel habe dann eine große Chance.

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Das deutsche Religionsrecht ist im Umbruch: Herausforderungen nicht nur durch den Islam

Kopftuch, Beschneidung, Schächten: Religiöse Traditionen und Gebote, die nicht christlich begründet sind, sorgen immer wieder für heftige Debatten – auch über die religionsrechtlichen Grundlagen in Deutschland.

DOMRADIO.DE

Das deutsche Religionsrecht, einst als „Staatskirchenrecht“ bekannt, steht unter Druck. Hohe Austrittszahlen stellen die gesellschaftliche Relevanz der Kirchen und damit auch deren verfassungsrechtliche Rahmenbedingungen infrage. Die wachsende Bedeutung des Islam schafft neue Probleme. Drei Jubiläen nahm die Katholische Akademie in Berlin jetzt zum Anlass, diese Fragen zu beleuchten.

Es sind 100 Jahre Weimarer Reichsverfassung, 70 Jahre Grundgesetz und 30 Jahre Fall der Berliner Mauer mit der Wiedervereinigung als Folge.

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Netanyahu drängt USA gemäss Report seit 2007 zu Angriff auf Iran

Prime Minister Benjamin Netanyahu, right, and President Barack Obama embrace at a ceremony welcoming the US leader at Ben Gurion Airport near Tel Aviv, on March 20, 2013 (photo credit: Miriam Alster/Flash90) bearb.:BB

Die «New York Times» enthüllt neue Details zu einer beharrlichen Kampagne des Premiers. Doch auch Ehud Barak befürwortete jahrelang Attacken auf Iran.

Andreas Mink | tachles

In der Bush-Ära hat der legendäre Enthüllungs-Journalist Seymour Hersh die Öffentlichkeit mit ausführlichen Beiträgen für den «New Yorker» über angebliche Pläne der USA und Israels für Angriffe auf iranische Atomanlagen schockiert. Die Aufregung hat sich schliesslich gelegt – auch weil beide Regierungen derartige Vorhaben vehement bestritten haben.

Doch nun liefert die «New York Times» härtere Belege für eine seit mindestens 2007 laufende Kampagne Israels, Amerika zu Militärschlägen gegen Iran zu bewegen. Die Geschichte dazu soll im kommenden Sonntagsmagazin der Times erscheinen und wurde gestern Mittwoch Online gestellt. Als Autoren zeichnen der Israeli Ronen Bergman und der Pulitzer-Preisträger Mark Mazzetti. Beide gelten als ausgewiesene Sicherheits-Experten mit exzellenten Verbindungen zu Militärs, Geheimdienstlern und Politikern.

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Belgien beschränkt das Schächten weitgehend

Nach Flandern verbietet auch Wallonien das Schächten. Klagen gegen die Massnahmen liegen vor dem Europäischen Gerichtshof.

tachles.ch

Wie die Katholische Nachrichtenagentur (KNA) berichtet, mussten Muslime in Belgien dieses Jahr zum Opferfest im August den Grossteil der dabei verzehrten Schafe aus dem Ausland importieren. Hintergrund ist das im Januar eingeführte Schächt-Verbot in Flandern. So war das rituelle Schlachten nurmehr in Wallonien möglich, dem französischsprachigen Landesteil. Insgesamt wurden heuer in Belgien statt 6’000 nur noch rund 2’600 Tiere geschächtet. Denn seit Januar ist das Schlachten von Tieren ohne vorherige Betäubung in Flandern verboten.

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Ist Gott mehr als nur ein Wort? Kann man von Gott reden? Man muss auf jeden Fall darüber reden, was man meint, wenn man es tut

Solange in einer Gesellschaft von Gott die Rede ist, sollte es Leute geben, die kompetent darüber nachdenken, was Reden von Gott bedeutet: Agnus Dei, 1635–1640, Francisco de Zurbarán. (Bild: Museo del Prado Madrid)

Auch in unserer säkularen Welt wird von Gott gesprochen. Zu oft vielleicht. Und vor allem, ohne dass wir eine einheitliche Vorstellung davon hätten, was hinter dem Wort stecken könnte.

Friedrich Wilhelm Graf | Neue Zürcher Zeitung

Gibt es einen Gott? Und lässt sich sein Dasein in vernünftigen, für jedermann einsehbaren Begriffen beweisen? Und falls Gott wirklich existiert – wie lassen sich sein «Wesen» und seine «Eigenschaften» bestimmen? Wie muss man sich das Handeln Gottes denken, etwa als Schöpfer der Welt, der sie erhält und regiert? Wilhelm Traugott Krug, der Nachfolger Immanuel Kants auf dem Königsberger Lehrstuhl für Philosophie und Autor der ersten deutschsprachigen Liberalismus-Geschichte, hat hat diese Fragen im Sinne der kritizistischen Philosophie seines Lehrers Kant beantwortet.

«Gott kommt unstreitig her von gut», schrieb er vor knapp 200 Jahren im Artikel «Gott» des «Allgemeinen Handwörterbuchs der philosophischen Wissenschaften», «bedeutet also das Gute selbst im vollendeten Sinne, das absolut Gute, das Urgut, von dem alles anderweit Gute abhangt, gleichsam der Urquell des Guten. Darum hat man Gott auch das Wesen der Wesen, das höchste Wesen und das allervollkommenste Wesen genannt. Sobald aber diese Idee (die höchste oder erhabendste, die unser Geist überhaupt denken kann) näher bestimmt oder entwickelt werden soll, so geräth der menschliche Geist in die grösste Verlegenheit. Daher darf man sich nicht wundern, wenn auf der einen Seite ein alter Weiser sich immerfort einen Tag Bedenkzeit ausbat, um die Frage ‹Was ist Gott?› zu beantworten, und wenn auf der anderen Seite über das göttliche Wesen nicht nur die tollsten Einfälle vorgebracht, sondern auch die heftigsten Streitigkeiten geführt worden.»

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Evangelische Gemeinde verhüllt Kreuz für jüdischen Chor

Vor dem Auftritt eines jüdischen Chores bei einem Sonntagsgottesdienst in einer evangelischen Kirche in Düsseldorf ist das Kreuz im Altarraum verhängt worden. Dies sei von der jüdischen Gemeinde „dringend gewünscht“ worden, erklärte die Emmaus-Kirchengemeinde in Düsseldorf am Dienstag. Die Pfarrerin der Christuskirche sei dem ausnahmsweise entgegengekommen, um zu verhindern, dass der Gottesdienst samt Konzert ausfalle. Die „Rheinische Post“ berichtete.

Süddeutsche Zeitung

Bei dem Ganzen habe sich um ein „absurdes Missverständnis“ gehandelt, sagte ein Vertreter der jüdischen Gemeinde Düsseldorf am Dienstag. In einem Gespräch zwischen Pfarrerin und Rabbiner vor dem Auftritt sei der Vorschlag aufgekommen, das Kreuz zu verhängen. „Für eine Verhüllung gibt es aber aus jüdischer Sicht gar keine religiösen Gründe“, sagte Verwaltungsdirektor Michael Szentei-Heise.

Die evangelische Gemeinde berichtete, zwei bis drei Besucher des Gottesdienstes hätten sich beschwert. Der Chor sei in den vergangenen Jahren mehrfach in der Kirche aufgetreten. „Für die Zukunft muss eine andere Lösung gefunden werden“, erklärte die Gemeinde. Der Gottesdienst fand am Israelsonntag statt, an dem das Verhältnis zwischen Christen und Juden im Mittelpunkt steht.

Das Judentum und «die Deutschen»

In einem Themenheft von «Der Spiegel» wird das Judentum auf eine Weise dargestellt, die es als wesentlich vom «Deutschen» unterschieden kennzeichnet – entweder aufgrund des äusserlichen Erscheinungsbildes oder aufgrund der Opferrolle, aufgrund von Riten, Sprache oder auch bestimmter Stigmata wie des übermässigen Reichtums oder der Heimatlosigkeit. (Bild: Clemens Bilan / EPA)

Die Logik von Ein- und Ausschluss zeigt sich in Begriffspaaren, die einer Integration des «Anderen» immer schon gegenläufig sind. Juden werden dann beispielsweise auf eine Weise dargestellt, die sie als wesentlich vom «Deutschen» unterschieden kennzeichnet.

Karin Neuburger | Neue Zürcher Zeitung

In einer 1965 erschienenen Studie haben Norbert Elias und John L. Scotson aufgezeigt, dass bei dem Prozess der Ausgrenzung von Bevölkerungsgruppen eine Umwertung von Eigenschaften stattfindet: Eigenschaften, die bisher als zweitrangig galten – wie etwa die Religionszugehörigkeit –, werden von einer Mehrheit der Bevölkerung zu erstrangigen Eigenschaften erklärt. So wird ein grundlegender Unterschied zwischen dem Eigenen und dem Anderen behauptet.

Aus einem Schuster, der gerne Schach spielt und übrigens auch Jude ist, wird plötzlich vor allem eines: ein Jude. Dieser Vorgang bedeutet, dass das Othering wichtiger wird als das, was bisher als gemeinsame Grundlage der Gesellschaft wahrgenommen wurde: die als universal gesetzte Menschlichkeit. Und zugleich gelingt es der Mehrheit, sich im Akt des Ausschlusses ebenjene Menschlichkeit zuzusprechen und sich und ihren Eigenschaften universale Gültigkeit zu verleihen. Damit versichert sie sich einer einheitlichen Identität.

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Netanjahu: „Wenn dich jemand töten will, töte ihn zuerst“

Angriff in Syrien. Die syrische Nachrichtengentur Sana sagt, es würden gefakte Bilder vom Angriff zirkulieren, es handele sich um eine Desinformationskampagne.

Israel flog Angriffe in Syrien, soll aber auch Drohnen im Libanon eingesetzt haben, Hisbollah-Chef droht mit einer Reaktion

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Israels Armee hat ein Überwachungsvideo von angeblichen Quds-Mitgliedern im syrischen Dorf Arneh veröffentlicht, die angeblich am Samstag eine „Killerdrohne“ herumtrugen. Daraufhin wurde der iranische Stützpunkt in Syrien bombardiert („Pläne mit Kamikazedrohnen vereitelt“: Israel greift Ziele in Syrien an). Erklärt wird, die iranische Miliz habe mit Drohnen, die Sprengstoff mit sich führen, einen Angriff auf Israel vorgehabt und fragt lakonisch: „Wie vereitelt man einen Angriff von Killerdrohnen?“ Das suggeriert die Antwort, dass diese präventiv vernichtet werden müssen. Was das Video beweisen soll, bleibt schleierhaft.

Zuvor wurde schon getwittert, dass Qassem Soleimani, Chef der iranischen Revolutionsgarden den Angriff befohlen habe. Quds-Angehörige flogen zum Internationalen Flughafen von Damaskus mit Drohnen und Sprengstoff und fuhren zu einem iranischen Stützpunkt in Syrien, um einen Angriff auf Israel vorzubereiten. Ein Angriff, der niemals geschah. Wir griffen ihren Stützpunkt an.“

Wie berechtigt der israelische Angriff war, muss mangels Beweisen dahingestellt sein. Auf der Hand liegen dürfte, dass der Präventivangriff pünktlich zum G7-Gipfel kam, der sich auch mit dem Iran beschäftigte. Der israelische Außenminister Israel Katz meint, Israel greife die Schlange an, die Iran sei, und ihre Zähne, die Soleimani sei. Schon vor Wochen seien die Drohnen aus dem Iran nach Syrien mitsamt iranischen Beratern geliefert worden. Hunderttausend schiitische Milizen seien in Südsyrien, die Israel angreifen könnten.

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Der Wahrheitsanspruch beendet jedweden religiösen Frieden

Die zehnte Weltversammlung von „Religions for Peace“ im süddeutschen Lindau war mit Vertretern aus 125 Ländern bunt und vielsprachig. Die strikte Absage an jede Form von Gewalt war aber zu leise, meint Christoph Strack.

Christoph Strack | Deutsche Welle

Religionen haben Konjunktur. Mit ihnen kann man sogar Wahlkampf führen und Stimmungen prägen. Donald Trump bezeichnete sich gerade als von Gott persönlich auserwählten US-Präsidenten. Gut 84 Prozent der Weltbevölkerung sind religiös. 

Religion ist oft auch politisch. Und längst gibt es einen Kampf um die Deutungshoheit sowie ein Ringen um die politische Dominanz im Bereich der Religion, auch um die religiöse Dominanz im Bereich der Politik. Es sind oft konservativste (und auch finanzstarke) Evangelikale und Freikirchler, die in Brasilien den Umwelt-Schänder Bolsonaro ins Amt puschten oder gelegentlich für Trump beten. Ihnen allen ist auch dieser so konservative wie revolutionäre Papst Franziskus aus dem Süden ein Dorn im Auge.

Parallele Konferenz in Sri Lanka

Und auf ganz anderer Bühne ist da immer auch noch der saudische Wahhabismus, der Fundamentalismen füttert. Und parallel auf Dialog setzt. Zeitgleich zum Lindauer Welttreffen der Religionsvertreter tagte in Sri Lanka eine Konferenz zu Frieden, Harmonie und Koexistenz, in deren Mittelpunkt der Generalsekretär der Islamischen Weltliga, Mohammad Alissa, stand.

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Trump wirft Juden «Illoyalität» vor

Der US-Präsident attackiert die Demokraten und deren jüdische Wähler.

Andreas Mink | tachles.ch

Dienstagfrüh hat Donald Trump auf Twitter der demokratischen Abgeordneten Rashida Tlaib einmal mehr vorgeworfen, sie sei eine Antisemitin und hasse Israel und das jüdische Volk (Link).

Einige Stunden später griff der US-Präsident selbst zu einem der ältesten Klischees des Antisemitismus und erklärte an einer Presse-Konferenz mit dem rumänischen Präsidenten Klaus Iohannis, die Demokraten seien mit ihrer Verteidigung von Tlaib und ihrer Kollegin Ilhan Omar auf Abwege geraten: «Warum geben sie diesen Beiden den Vorzug gegenüber Israel?» Dann sagte Trump: «Und alle jüdischen Leute, die Demokraten wählen, sind in meinen Augen entweder total ahnungslos oder zeigen grosse Illoyalität.»

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Zentralrat der Juden warnt vor AfD

Josef Schuster, Bild: dpa

Zwei Wochen vor den nächsten Landtagswahlen warnt der Zentralrat der Juden vor einer Regierungsbildung mit Hilfe der AfD. Ratspräsident Schuster warf der Partei rechtsextreme Tendenzen vor. Teils würde sie sich ins Völkische entwickeln.

tagesschau.de

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, macht in der AfD eine gefährliche Radikalisierung aus und warnt mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen vor einer Koalition unter AfD-Beteiligung. Schon eine Minderheitsregierung unter Tolerierung der Partei würde bedeuten, dass zum politischen Überleben „immer auch nach rechts“ geschielt werden müsste.

„Teile der AfD entwickeln sich nach meinem Eindruck immer mehr ins Völkische hinein. Man muss nur die Debatten innerhalb der AfD verfolgen, dann ist zu befürchten: Es wird nicht gemäßigter, eher schlimmer werden“, sagte Schuster der „Welt am Sonntag“.

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Schuster für Führungen in KZ-Gedenkstätten auch in arabischer Sprache

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat sich dafür ausgesprochen, in KZ-Gedenkstätten auch Führungen in arabischer Sprache anzubieten.

evangelisch.de

In der Gedenkstätte Flossenbürg in Bayern gebe es bereits entsprechende Überlegungen, sagte Schuster der „Welt am Sonntag“: „Dies sollte auf alle KZ-Gedenkstätten ausgeweitet werden.“ Verpflichtende Besuche von Schulklassen in Gedenkstätten für NS-Opfer bezeichnete er als wichtig, soweit diese didaktisch vor- und nachbereitet würden.

Mit Blick auf verschiedene Formen des Judenhasses sagte Schuster, er sehe „nach wie vor im rechtsextremistisch, rechtspopulistischen Antisemitismus die größte Gefahr für dieses Land und die Juden“. Anhand vieler Untersuchungen sei bekannt, dass jeder fünfte Deutsche antijüdische Ressentiments hege.

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Religion oder Tierwohl

Deutschland ist ein säkularer Staat. Also: Er sollte es eigentlich sein. Denn immer wieder versuchen religiöse Partikularinteressen, diesen Grundsatz auszuhebeln und religiöse Vorschriften über das Gemeinwohl zu stellen.

Jan Weber | hpd.de

Gestern meldete sich die SPD-Politikerin Sawsan Chebli via Twitter zu Wort und gab bekannt, dass, wer für Tierwohl einstehe, die jüdische und islamische Religion angreife und die im Grundgesetz verankerte Religionsfreiheit verletze.

Sie schreibt: „Schächten gehört zum Judentum und zum Islam. Wer das verbieten will, greift die jüdische und islamische Religion an und verletzt die im Grundgesetz verankerte Religionsfreiheit. […]“

Für diesen Tweet hat sie bereits viel berechtigten Widerspruch erhalten. So schreibt beispielsweise Bernhard Janßen: „Religionsfreiheit muss Grenzen haben. Auch Menschenopfer gehörten früher zu einigen Religionen. Seit 2002 steht der Tierschutz im Grundgesetz! Religionsfreiheit des Einzelnen hat mit Töten nichts zu tun und hat in Deutschland keinen Vorrang vor dem Tierschutz!“ Ein Nutzer namens Cryptocoinfox(Unrasiert) antwortet: „[…] wenn zu einer Religion etwas gehört, dass [sic] zutiefst unseren Werten und Gesetzen widerspricht, wie das Schächten, kann man das nicht mit Tradition oder sonst was relativieren […].“

Mehrfach wird zu Recht darauf hingewiesen, dass das Tierwohl in Deutschland grundgesetzlich geschützt ist.

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Europäische Rabbiner kritisieren CDU-Position zu Schächten: „Alles andere als koscher“

Es geht um das vollständige Ausbluten der Tiere beim Schächten © shutterstock

Schlachten ohne Betäubung verbieten – bedingungs- und ausnahmslos. Die Europäische Rabbiner Konferenz hält die Debatte um das Verbot von Schächten von der niedersächsischen CDU für scheinheilig. 

DOMRADIO.DE

„Alles andere als koscher. Die CDU führt hier eine scheinheilige Debatte, die einen winzigen Prozentsatz an Tieren betrifft, die in Deutschland nach religiösen Regeln geschlachtet werden, ignoriert aber im gleichen Zuge die industrielle Massentierhaltung und das Schreddern von Millionen von Küken im eigenen Land“, erklärte der Generalsekretär Gady Gronich der Europäischen Rabbiner Konferenz (CER) am Freitagabend in München.

Tierwohl dürfe nicht in den Hintergrund treten

Am Mittwoch hatte die CDU-Fraktion im Landtag von Hannover beschlossen, das Schächten ganz zu untersagen. Auch bei rituellen Schlachtungen aus religiösen Gründen dürfe das Tierwohl nicht in den Hintergrund treten, sagte der Fraktionsvorsitzende Dirk Toepffer. Anlass war das zu Ende gegangene islamische Opferfest. Dafür besaß ein Schlachtbetrieb in Niedersachsen eine Ausnahmegenehmigung zum Schächten von höchstens 200 Schafen.

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Antisemitismusbeauftragter Klein verteidigt das Schächten: „Schutz kultureller und religiöser Vielfalt“

Das Schächten von Schafen während des islamischen Opferfestes gilt als religiöses Gebot
© Martin Schutt (dpa)

Ein vernünftiger Ausgleich zwischen Belangen des Tierschutzes und der Religionsfreiheit? Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat das rituelle Schlachten von Tieren in Islam und Judentum verteidigt.

DOMRADIO.DE

„Die bislang geltende Regelung nach dem Tierschutzgesetz, die das Schächten in Ausnahmefällen und unter strengen Voraussetzungen erlaubt, stellt einen vernünftigen Ausgleich zwischen Belangen des Tierschutzes und der Religionsfreiheit dar“, sagte Klein am Donnerstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Diese Regelung habe auch das Bundesverfassungsgericht bestätigt.

Hintergrund ist eine Debatte der niedersächsischen CDU anlässlich des zu Ende gegangenen islamischen Opferfestes. Medienberichten zufolge fordert die dortige Landtagsfraktion ein vollständiges Verbot des Schächtens, bei dem Tiere ohne Betäubung geschlachtet werden. Ein entsprechender Vorstoß sei von der Fraktion gebilligt worden. Als Grund wird das Tierwohl genannt.

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Gewalt auf dem Tempelberg

Am Sonntag kam es zu massiven Unruhen auf dem Tempelberg. Foto: Reuters

Zum Beginn des Opferfestes greifen muslimische Beter israelische Polizeikräfte an

Mareike Enghusen | Jüdische Allgemeine

Es hätte ein besonderer, besinnlicher Tag sein können, dieser 11. August: Auf diesen Tag fiel dieses Jahr der jüdische Fasten‐ und Trauertag Tischa beAw, an dem Juden der Zerstörung des Tempels gedenken, und zugleich begann das muslimische Opferfest Eid Al‐Adha – wegen der unterschiedlichen Kalender in Islam und Judentum eine höchst seltene Konstellation. Doch statt heiliger Stimmung füllte Tränengas die Luft über dem Tempelberg, flogen Stühle und Steine, wieder einmal.

Er wird oft als Herz des israelisch‐palästinensischen Konflikts beschrieben, als Auge des Sturms, als Minenfeld: der Tempelberg in Jerusalem mit der Westmauer, dem letzten erhaltenen Überrest des Zweiten Jüdischen Tempels, der einst dort stand, heiligster Ort des Judentums. Haram Ash‐Sharif nennen wiederum die Muslime den Berg, »nobles Heiligtum«, auf dem die Al‐Aksa‐Moschee steht, die drittwichtigste Stätte des Islam nach Mekka und Medina. An diesem Ort, der zwei Weltreligionen als heilig gilt, kommt es regelmäßig zu höchst unheiligen Szenen, wie zuletzt am vergangenen Sonntag.

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CDU will Muslimen Schächten verbieten – Zentralrat der Juden protestiert

Schafe mit ihren Lämmern stehen auf einer Weide. Bild: Kieler Nachrichten

Die niedersächsische CDU will die Ausnahmegenehmigung, wonach Muslime in dem Bundesland jährlich Tiere zum Opferfest betäubungslos schlachten dürfen, widerrufen. Sie greift damit einen Vorstoß der AfD neu auf. Protest kommt jetzt vom Zentralrat der Juden.

Von Thoralf Cleven | Kieler Nachrichten

Der Zentralrat der Juden in Deutschland protestiert gegen den Beschluss der niedersächsischen CDU-Fraktion, künftig keine Ausnahmen mehr für Muslime bei der betäubungslosen Schlachtung von Tieren zuzulassen.

„Obwohl das Verbot im Hinblick auf das muslimische Opferfest gefordert wird, trifft es die jüdische Gemeinschaft im Besonderen, da im Judentum der Verzehr nicht geschächteter Tiere verboten ist“, schreibt Zentralrats-Präsident Josef Schuster den Landtagsabgeordneten in einem Brief, der dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. „Auch eine zusätzliche Betäubung der Tiere – sei sie reversibel oder irreversibel – ist im Judentum grundsätzlich verboten.“

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Homolka: Land muss Sicherheitskosten für Rabbinerausbildung tragen — „Ansteigen der Gefährdungslage“

Kundgebung gegen Antisemitismus © Christophe Gateau (dpa)

„Das Land hat hier eine enorm große Verantwortung“: Der Rektor des Potsdamer Rabbinerseminars Abraham-Geiger-Kolleg, Walter Homolka, hat eine Übernahme der Sicherheitskosten für den künftigen Standort durch das Land gefordert.

DOMRADIO.DE

Das Land Brandenburg habe bereits viel für Rabbinerausbildung und jüdische Theologie in Potsdam getan, sagte Homolka den „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ (Mittwoch). Dennoch stehe eine Erklärung zur Übernahme der Sicherheitskosten, „die durch ein Ansteigen der Gefährdungslage unausweichlich erscheinen“, aus.

Dies sei auch angesichts von Übergriffen auf Kippa-Träger in Berlin und Potsdam beschämend. Das Land müsse sich im Klaren darüber sein, dass es weltweites Aufsehen nach sich ziehen würde, wenn an dem Gebäude auf dem Universitätscampus am Neuen Palais etwas passiere, betonte Homolka: „Das Land hat hier eine enorm große Verantwortung.“ Das Innenministerium müsse deshalb zu der Frage klar Stellung beziehen, „möglichst noch vor den Wahlen im September“.

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Tempelberg in Jerusalem: Gewalt zum Auftakt des Opferfestes

The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)

Zum Auftakt des muslimischen Opferfestes Eid al-Adh ist es auf dem Tempelberg in Jerusalem zu Ausschreitungen zwischen Palästinensern und der israelischen Polizei gekommen. Mehrere Menschen wurden verletzt.

tagesschau.de

Auf dem Tempelberg in Jerusalem ist es zu Zusammenstößen zwischen palästinensischen Gläubigen und der israelischen Polizei gekommen. Nach palästinensischen Angaben wurden mindestens 14 Personen verletzt, eine davon schwer.

Der Polizei zufolge wurden mindestens vier Beamte verletzt. Augenzeugen zufolge wurden mindestens zwei Personen festgenommen.

Beginn des Opferfestes

Heute begann das muslimische Opferfest Eid al-Adha. Tausende Palästinenser kamen daher zum Gebet in die Al-Aksa-Moschee. Das Fest fällt in diesem Jahr mit dem jüdischen Trauertag „Tischa Beav“ zusammen.

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Tegel: Antisemitisch beleidigt und vom Flug ausgeschlossen

Flughafen Tegel (Symbolbild).Foto: imago/Schöning

Ein 50-Jähriger wollte von Berlin nach Menorca fliegen. Weil er ein zu großes Gepäckstück hatte, kam es zum Streit mit einer Mitarbeiterin. Die antisemitischen Angriffe nehmen zu.

Von Laura Hofmann | DER TAGESSPIEGEL

Am Flughafen Tegel ist es am Sonnabend zu einem antisemitischen Übergriff gekommen. Wie die Berliner Polizei mitteilte, beschimpfte eine Mitarbeiterin der Abfertigung einen Fluggast auf englischer und arabischer Sprache antisemitisch.

Der Streit, in dessen Verlauf die Attacke erfolgt sein soll, entfachte sich nach bisherigen Ermittlungen gegen 8.40 Uhr am Samstagmorgen am Check-In-Schalter am Flughafen wegen eines zu großen Gepäckstückes.

Der Fluggast, ein 50-jähriger Spanier, der in Berlin lebt und nach Menorca fliegen wollte, trug eine Halskette mit einem Davidstern. Die Frau schloss den Mann letztlich vom Flug aus. Er erstattete Anzeige, die von Einsatzkräften der Bundespolizei vor Ort aufgenommen wurde. Der Staatsschutz ermittelt.

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