House of One: „Botschafterin“ Catherine Dussmann zieht sich zurück

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„Mit Ihrer Hilfe wollen wir Toleranz aufbauen und für Verständnis und Frieden zwischen den drei monotheistischen Religionen sorgen.“ So wirbt Catherine von Fürstenberg Dussmann in einem kleinen Werbevideo noch im März 2019 auf der Internetseite des künftigen interreligiösen Sakralbaus.

Dr. Friedmann Eißler | EZW

Zu dem Zeitpunkt ist sie allerdings schon nicht mehr „Botschafterin für das House of One in Berlin“, wie sie dort präsentiert wird. Die Berliner Unternehmerin, seit 2011 Vorsitzende des Stiftungsrates der Dussmann Group, die in Berlin unter anderem das Kulturkaufhaus Dussmann betreibt, beendet ihr Engagement für das House of One.
Als Grund nannte sie wachsende Spannungen um die polarisierende Präsenz des muslimischen Trägervereins in dem Projekt. Dabei handelt es sich um den Verein Forum Dialog, der zur Gülen-Bewegung (Hizmet) in Deutschland gehört. „Ich kann kein Projekt unterstützen, das anstelle Verständigung und Dialog zwischen und innerhalb der Religionen zu fördern neue Konflikte erzeugt“, so Dussmann in einer Stellungnahme. Die Beteiligung der auf muslimischer Seite umstrittenen Gülen-Bewegung sei „zu wenig, um islamische Gläubige in Deutschland insgesamt anzusprechen“, wurde sie in der Presse zitiert.

Die Tatsache, dass der (einzige) offizielle muslimische Partner des großen Projekts ein kleiner Verein der Hizmet-Bewegung ist, der keinerlei Moscheegemeinden repräsentiert oder hinter sich hat, stellt in der Tat eine Schwierigkeit dar, deren Ausmaß sich durch die hierzulande durchschlagenden politischen Konflikte der Türkei mit der rabiaten Verfolgung von jedem und allem, was nur im Entferntesten mit „Gülen“ in Verbindung gebracht wird, gewissermaßen potenziert hat. War es von vornherein nicht einfach, muslimische Partner zu gewinnen, und die Aussicht gering, dass sich neben einem „Gülen-Verein“ andere muslimische Akteure engagieren würden, so hat sich dieser Aspekt verschärft.

Allerdings ist das House of One von Anfang an sehr transparent und offen mit der Situation umgegangen. Die zusätzlichen Schwierigkeiten, die der Putschversuch in der Türkei mit seinen dramatischen Folgen nach sich zieht, sind dem Dialogprojekt nicht anzulasten. Die Initiatoren wollen eine breite Beteiligung, nicht nur von muslimischen, sondern auch von christlichen und jüdischen Akteuren. So bemüht sich auch Imam Kadir Sanci vom House of One um Austausch und Kooperationen mit muslimischen Persönlichkeiten und Institutionen, was auf vielen Ebenen und in verschiedenen Ländern, etwa dem nordirakischen Kurdistan oder mit „Botschaftern“ aus Georgien und der Zentralafrikanischen Republik, auch gelinge. „Dass das nur in kleinen Schritten geschehen kann, ist Teil unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit“, sagte Verwaltungsdirektor Roland Stolte von der Stiftung House of One – Bet- und Lehrhaus Berlin, die in einer Pressemitteilung ihr „Bedauern über Rückzug von Catherine Dussmann“ ausdrückte und zugleich „für die vielen Jahre der vertrauensvollen und schönen Zusammenarbeit“ dankte.

Frau Dussmann gab ihre Entscheidung offiziell bekannt, kurz nachdem der Berliner Senat das für den Bau vorgesehene Grundstück am Petriplatz für einen symbolischen Euro per Erbpacht für 99 Jahre übertragen hatte. Die Grundsteinlegung für den 43,5 Millionen Euro Bau ist im April 2020 geplant.

Die Witwe sticht zu, und der Kopf des Feldherrn rollt: In der Bibel gibt es Geschichten, die man dort nicht erwarten würde

Eine blutige Geschichte, aber ja, sie stammt aus der Bibel: Judith ermordet den assyrischen Feldherrn Holofernes, nicht ohne vorher ihre erotischen Reize ausgespielt zu zu haben. Das wiederum faszinierte Gustav Klimt, der 1901 sein düster-laszives Bild malte. (Bild: Österreichische Galerie Belvedere, Wien)
Für das Judentum gehören sie nicht zum Alten Testament: die deuterokanonischen Schriften. Der Anhang zur neuen Zürcher Bibel enthält sie in einer neuen Übersetzung. Sie geben Einblick in eine fast vergessene Epoche der jüdischen Kultur.

Bernhard Lang | Neue Zürcher Zeitung

Titelheldin des Dramas «Judith» von Rolf Hochhuth ist eine politisch orientierte, treffsicher argumentierende, vor nichts zurückschreckende Journalistin. In ihr Visier gerät der amerikanische Präsident, als dieser die Herstellung chemischer Waffen wieder zulässt. Ihren Plan, ein Attentat auf den Präsidenten zu verüben, setzt sie in die Tat um.

Die Gestalt der Judith hat Hochhuth einem antiken jüdischen Roman entlehnt. Dieser handelt von einer jungen und schönen jüdischen Witwe, die als Mörderin des feindlichen Feldherrn Holofernes zur Heldin wird. Auch ein Gemälde von Gustav Klimt hat zur Verewigung des Ruhmes der Heldin beigetragen, die ihre körperlichen Reize hemmungslos ausspielt, um für ihr Volk zu kämpfen.

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Wer sind die Feinde Israels?

Demonstration der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden. Bild: Jüdische Stimme
Die Preisverleihung an die Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden machte deutlich, wie divers jüdisches Leben in Deutschland ist

Peter Nowak | TELEPOLIS

Ist die Organisation Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V. antisemitisch? Diese Frage beschäftigte einige Wochen die Medien. Der Anlass war die Verleihung des Göttinger Friedenspreises. Wohl kaum eine Auszeichnung hat eine solche Aufmerksamkeit erregt.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland kritisierte die Preisverleihung. In einem Brief des Zentralratsvorsitzenden an den Göttinger Oberbürgermeister heißt es:

Mit Befremden haben wir zur Kenntnis genommen, dass die Stiftung Dr. Roland Röhl am Sonnabend, den 09. März 2019, den Göttinger Friedenspreis 2019 an die „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V.“ verleihen wird. Die Stadt Göttingen ist durch Ihre Person ebenso wie die Universität Göttingen Mitglied im Kuratorium der Dr. Roland Röhl-Stiftung und verantwortet diese Entscheidung daher mit.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, der Verein „Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost“ ist ein aktiver Unterstützer von Veranstaltungen der gegen Israel gerichteten Boykottbewegung BDS (Boycott, Divestment and Sanctions; zu Deutsch: „Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen“). Ich muss sicherlich nicht erläutern, welche historischen Vorläufer Boykotte gegen jüdische Einrichtungen oder Juden in Deutschland haben und welche Assoziationen mit derartigen Aktionen erzeugt werden.

Auszug aus dem Brief des Vorsitzenden des Zentralrats der Juden Josef Schuster an den Göttinger Oberbürgermeister

Obwohl sich die Stadt Göttingen, die Universität und andere Institutionen von der Preisverleihung zurückgezogen haben, blieb die Jury bei ihrer Entscheidung und die Preisverleihung fand im am 9. Janaur in Göttingen nun ganz im zivilrechtlichen Rahmen statt.

Diversität auch unter Jüdinnen und Juden anerkennen

Ein israelsolidarisches Bündnis protestierte dagegen unter der Parole „Kein Frieden mit den Feinden Israels“. In einem Offenen Brief forderte das Bündnis eine Aufarbeitung, warum die Jury die Organisation für preiswürdig erklärte und dann in einem Interview gleich die Neubesetzung der Jury.

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Frauen an der Klagemauer: Ein Gebet oder eine Provokation?

Bild: tagesschau.de
An der Klagemauer in Jerusalem ist es zu Ausschreitungen gekommen. Der Grund: Eine Gruppe von Jüdinnen betete dort – mit Gesang und religiösen Symbolen. Ultra-Orthodoxe sehen das als Provokation.

Von Benjamin Hammer | tagesschau.de

Am Morgen an der Klagemauer in Jerusalem: Frauen mit Kippot, den jüdischen Kopfbedeckungen, Frauen mit Gebetsschals, Frauen, die eine Thorarolle in die Höhe halten und beten. Für die Jüdinnen von „Women of the Wall“ ist es ein Feiertag. Sie feiern das 30. Jubiläum ihrer Organisation. So lange fordern sie bereits, dass Frauen an der Klagemauer mit den gleichen Rechten und Symbolen beten dürfen wie Männer.

Tausenden ultra-orthodoxen Juden – Männer und Frauen – ist nicht zum Feiern zu Mute. Sie sind gekommen, um die „Women of the Wall“ zu stören. Viele der streng religiösen Juden schreien. Manche spucken. Aus Sicht der meisten Ultra-Orthodoxen ist es eine Provokation, wenn Frauen Gebetsschals tragen und singen. Diese Dinge seien den Männern vorbehalten. So sehen es auch die für die Klagemauer zuständigen Rabbiner.

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Kirchen und Rabbiner: Erinnerungskultur ist unverzichtbar

Bild: Peter Laskowski/FB
Kirchenvertreter und Rabbiner in Deutschland haben die Bedeutung einer Erinnerungskultur im Hinblick auf Nazi-Verbrechen hervorgehoben.

evangelisch.de

Angesichts rechtspopulistischer Kritik am Umgang mit der Geschichte erklärten die Spitzenvertreter der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Rabbinerkonferenzen am Donnerstag in Frankfurt, die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus gehöre unverzichtbar zur politischen Kultur Deutschlands und Europas.

Der Erfolg der Demokratie in Deutschland sei auch dem Gedenken zu verdanken, das „weder das Unrecht der Vergangenheit noch das antisemitische und menschenverachtende Erbe der NS-Zeit verschweigt“, betonten die Religionsvertreter nach einem Treffen.

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Weltkirchenrat weist Kritik aus Israel zurück

Jerusalem. Bild: Andrew Shiva / CC BY-SA 4.0
Ein Bericht in der israelischen „Jerusalem Post“ wirft dem Weltkirchenrat vor, eine „einseitige anti-israelische Gruppierung“ zu sein. Solche Vorwürfe sind nicht neu. Die Haltung des ÖRK dazu ist deutlich.

evangelisch.de

Der Weltkirchenrat hat den Vorwurf einer anti-israelischen Grundhaltung zurückgewiesen. Ein entsprechender Bericht der „Jerusalem Post“ arbeite mit Unterstellungen und Unwahrheiten, erklärte der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) am Dienstag in Genf. Die Zeitung hatte am 20. Februar über das ÖRK-Begleitprogramm in Israel und den Palästinensergebieten (EAPPI) berichtet und den ÖRK als „einseitige anti-israelische Gruppierung“ kritisiert. Bei dem Artikel handele es sich um eine völlig ungerechtfertigte Anschuldigung, so der ÖRK. Der Weltkirchenrat sei nicht „anti-israelisch“ eingestellt, sondern bemühe sich um Frieden in der Region.

EAPPI (Ecumenical Accompaniment Programme in Palestine and Israel) setzt sich nach eigenen Angaben für „ein Ende der Besatzung und einen gerechten Frieden in Palästina und Israel“ ein. Das ÖRK-Programm wurde zuletzt vom „NGO Monitor“, einer 2002 gegründeten und in Jerusalem ansässigen Beobachtungsstelle, als anti-israelisch kritisiert.

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Bundesregierung plant Deutschpflicht für ausländische Geistliche

Deutschpflicht für ausländische Geistliche? (imago )
Wer als Geistlicher in Deutschland tätig werden will, soll künftig einen Nachweis über ausreichende Deutschkenntnisse erbringen.

Dlf24

Die Regierung plane eine entsprechende Änderung der Einreisevoraussetzungen, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Die genaue Ausgestaltung einer solchen Regelung sei noch nicht abgeschlossen. Derzeit gehe es darum, welches Sprachniveau nachgewiesen werden müsse.

In der Vergangenheit gab es vor allem im Hinblick auf Imame Forderungen nach verpflichtenden Deutschkenntnissen.

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„Keine Religion ist per se schwulenfreundlich“

Der Gay Travel Index 2019 gibt Reisetipps für die LGBT-Community. Europa bleibt Hotspot der Szene – einige katholische Länder sind inzwischen besonders liberal

Von Bettina Seipp | DIE WELT

Olivier Rey ist im Berliner Stadtmagazin „Tip“ des Lobes voll: „Berlin ist bei uns ein wichtiger Sehnsuchtsort für Gays, wegen dem ‚Berghain‘ oder dem Fetisch-Festival Folsom.“ Der Franzose veranstaltet in Lyon queerfreundliche Partys unter dem Motto „Arm aber sexy“. Noch wirkt das Hauptstadtmotto aus Wowereit-Zeit elektrisierend auf die internationale LGBT-Community, das könnte sich aber bald ändern.

So ist Deutschland im aktuellen Gay Travel Index 2019 von Platz drei auf Platz 23 abgestürzt. Einer der Gründe dafür ist der Anstieg homo- und transphober Gewalt um mehr als 20 Prozent. „In Frankreich gibt es eine ähnlich besorgniserregende Entwicklung, worauf die Regierung umgehend mit einem Aktionsplan reagierte. Die Bundesregierung hingegen negiert das Problem“, sagt Christian Knuth, Autor des Gay Travel Index.

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Rabbinatsgericht fordert DNA-Test, um Zugehörigkeit zum Judentum nachzuweisen

Juden aus der ehemaligen Sowjetunion wurden aufgefordert, sich einem DNA-Test zu unterziehen, um ihre ethnische Zugehörigkeit nachzuweisen. Laut ITIM, einem Institut, das Juden in religiösen Fragen hilft, richteten sich im letzten Jahr 20 Paare an sie und baten um Hilfe, nachdem sie vom Rabbinatsgericht dazu aufgefordert worden waren, vor der Registrierung zur Hochzeit, einen DNA-Tast durchzuführen.

David Lazarus | israel heute

„Die Forderung des Rabbinatsgerichts, einen DNA-Test zum Nachweis der jüdischen Abstammung durchzuführen, ist eine Diskriminierung der Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion“, sagt ITIM-Gründer Rabbi Dr. Seth Farber, der in diesem Fall mit einer Klage vor dem israelischen Obersten Gerichtshof droht.

Rechtsanwalt Elad Kaplan, Direktor von ITIM, sagte, ein Ehepaar, das sich gerade in der Vorbereitung zur Heirat befand, kam zu ihm, nachdem das Rabbinische Gericht behauptet hatte, dass die Mutter eines der Ehegatten nicht jüdisch sei, und einen DNA-Test forderte. „In einem anderen Fall beschlossen die Rabbiner, die Zugehörigkeit zum Judentum eines Paares zu untersuchen, das vom Rabbinat legal verheiratet war. Als sie nach einigen Jahren die Scheidung beantragten, forderte das Gericht einen DNA-Test“, sagt Kaplan.

„Dies ist eine Diskriminierung von Einwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion“, sagte Rabbi Farber dem Nachrichtenportal Ynet. In den letzten Jahren wurden rund 5.000 Einwanderer aufgefordert, ihr Judentum zu nachzuweisen, sagte Farber.

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»Wir brauchen Militärrabbiner«

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland Foto: Thomas Lohnes/Zentraltrat der Juden
Josef Schuster über jüdische Seelsorge und die Aufgaben von Rabbinern in der Bundeswehr

Von Hans-Ulrich Dillmann | Jüdische Allgemeine

Herr Schuster, Juden in der Bundeswehr gibt es seit vielen Jahren. Jetzt möchte der Zentralrat auch jüdische Seelsorger?
Es gibt seit Jahrzehnten jüdische Soldatinnen und Soldaten. Dafür ist auch eine entsprechende Seelsorge notwendig, so wie sie die katholische und evangelische Kirche bereits leistet. Es gibt auch einen zweiten, ebenso wichtigen Grund: der Lebenskundliche Unterricht, der sich mit der Berufsethik der Soldaten in der Bundeswehr befasst. Es ist ausgesprochen wichtig, gerade heute das Thema Judentum authentisch im Rahmen dieses Lebenskundlichen Unterrichts zu vermitteln.

Wollen Sie auch in die Bundeswehr wirken?
Mir geht es neben der wichtigen direkten Betreuung jüdischer Soldatinnen und Soldaten natürlich auch um das Wirken der jüdischen Militärseelsorger innerhalb der Bundeswehr. Militärrabbiner können sehr wohl auch Anlaufstelle für nichtjüdische Soldatinnen und Soldaten sein.

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Klagemauerrabbiner kritisiert Amnesty International: „Überflüssiger schädlicher Bericht“

Jüdische Siedler in Ostjerusalem © dpa
Der für die Klagemauer in der Jerusalemer Altstadt verantwortliche Rabbiner Schmuel Rabinowitz hat Amnesty International kritisiert. Er rief die Organisation auf, einen Bericht zu Tourismus in den besetzten palästinensischen Gebieten zurückzuziehen.

DOMRADIO.DE

Indem die Menschenrechtsorganisation „weiter das Erbe der jüdischen Nation“ in Israel als politische Angelegenheit behandele „und seine heiligen Stätten als erobertes Land“, schüre sie Feuer, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Brief Rabinowitz‘ an ai.

Unter dem Titel „Destination: Occupation“ hatte ai Online-Buchungsplattformen vorgeworfen, in völkerrechtlich illegalen israelischen Siedlungen im Westjordanland einschließlich Ostjerusalems Hunderte von Unterkünften sowie touristische Aktivitäten anzubieten.

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Schöpfungsbullshistic oder wie alt ist der Dinosaurierzahn

Image: FB/CW Brown/Godless Utopia
Ein Gespräch über Wissenschaft und Evolution im Jüdischen Museum

Von Konstantin Schuchardt |Jüdische Allgemeine

Obgleich im 21. Jahrhundert kein ernsthafter Wissenschaftler mehr die Evolutionstheorie bezweifelt, wird in manchen Kreisen innerhalb aller abrahamitischen Religionen die Schöpfungsgeschichte weiterhin als Tatsachenbericht interpretiert und die Evolutionstheorie als Häresie zurückgewiesen.

Natan Slifkin, orthodoxer Rabbiner und Direktor des Biblischen Museums für Naturgeschichte in Beit Schemesch (Israel), und Fatimah Jackson, Biologin und Anthropologin an der Howard University in Washington, D.C., waren am vergangenen Donnerstag im Jüdischen Museum Berlin zu Gast.

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Juden klagen: Die Rabbiner klingen wie Christen!

Bild: Israelheute.com
Rabbiner sprechen sich im Allgemeinen nicht gegen die Abtreibung aus, zumindest nicht wie Christen. Aber New Yorks schreckliches neues Gesetz, das die Abtreibung bis zum Zeitpunkt der Geburt erlaubt, hat mindestens zwei der größten rabbinischen Räte in den USA dazu bewegt, sich öffentlich zu dem umstrittenen Thema zu äußern.

David Lazarus | Israel heute

„Das jüdische Gesetz widerspricht der Abtreibung, außer bei Gefahr für die Mutter“, heißt es in der Erklärung des “Rabbinical Council of America (RCA”). „Es gibt keinen Grund, die Abtreibung eines gesunden Fötus zuzulassen, wenn das Leben der Mutter nicht gefährdet ist.“

Die jüdischen Gemeindemitglieder waren überrascht über die öffentliche Verurteilung der Abtreibung. Viele der populärsten Kommentare zu dem Urteil, die auf der RCA-Internetseite veröffentlicht wurden, beklagten, dass die Rabbiner jetzt wie die Christen klangen:

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Islamische Militärseelsorge: „Wenn der erste muslimische Kamerad fällt, ist es zu spät“

Rekruten stellen sich am Freitag (20.07.2012) im Bendlerblock in Berlin für das feierliche Gelöbnis auf. (pa/dpa/Nietfeld)
1600 muslimische Soldatinnen und Soldaten gibt es in der Bundeswehr. Anders als in vielen Nachbarländern haben sie keine eigenen Seelsorger. Nun verleiht der neue Bericht des Wehrbeauftragten der Forderung Nachdruck – aus Gründen der Extremismusprävention.

Von Michael Hollenbach | Deutschlandfunk

Nariman Hammouti Reinke ist Offizierin der Bundeswehr – und Muslimin. Sie wurde 1979 als Tochter marokkanischer Eltern in Deutschland geboren. Sie ist derzeit stationiert bei den Marinefliegern auf dem Stützpunkt Nordholz bei Bremen. Zweimal war sie in Afghanistan im Einsatz:

„Man kann den Einsatz sehen, wie man möchte, trotzdem haben Soldaten Anspruch auf Militärseelsorger. Aber bei muslimischen Soldaten wird das nicht gemacht. Uns wird ein Psychologe zur Seite gestellt, aber der gibt mir nicht den geistlichen Beistand, den ich brauche“, sagt Hammouti Reinke.

Bei ihrem letzten Afghanistan-Einsatz ging es ihrem Vater sehr schlecht. Doch Nariman Hammouti Reinke saß wegen eines Sandsturmes fest, konnte nicht zu ihrem Vater:

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Theologen orten Korrekturbedarf bei christlichem Jesusverständnis

Jüdische und christliche Theologen bei Podiumsdiskussion im ORF-RadioKulturhaus: Neue theologische Aufbrüche jenseits des Diktums einer „Theologie nach Auschwitz“ suchen. Bild: kathpress
Das Ringen um eine theologische Neubestimmung des Verhältnisses von Judentum und Christentum im Blick auf die Person und Bedeutung Jesu von Nazareth geht in eine neue Runde.

kathpress

So orteten katholische und evangelische Theologen sowie ein jüdischer Rabbiner bei einer Podiumsdiskussion am Dienstagabend im ORF-„RadioKulturhaus“ einen teils massiven Korrekturbedarf auf Seiten der christlichen Theologie. Jesus war Jude, doch habe sich diese Einsicht samt ihrer theologischen Folgen in der christlichen Theologie bislang zu wenig oder nur zu langsam niedergeschlagen, zeigten sich der Wiener Theologe Jan-Heiner Tück, sein evangelischer Wiener Kollege Christian Danz, der Freiburger Theologe Magnus Striet sowie der Potsdamer Rabbiner Walter Homolka einig.

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Knobloch zum AfD-Eklat: „Wüste Beschimpfungen beinahe im Minutentakt“

Bild: bb
Die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden bezeichnete die AfD im Bayerischen Landtag als verfassungsfeindlich, diese verlässt aus Protest den Saal. Die Partei vertrüge die Wahrheit nicht, sagt Knobloch.

DIE WELT

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, wird nach eigenen Angaben seit dem jüngsten AfD-Eklat im Bayerischen Landtag bedroht. „Seitdem erreichen mich beinahe im Minutentakt wüste Beschimpfungen, Drohungen und Beleidigungen per E-Mail und Telefon“, sagte die 86-Jährige der „Augsburger Allgemeinen“.

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Arabische Christin kritisiert Israels Nationalitätengesetz: „Ungleichheit legalisiert“

Priester vor der Grabeskirche in Jerusalem © Andrea Krogmann (KNA)
Die christlich-arabische Abgeordnete Aida Touma-Suliman hat das israelische Nationalitätengesetz scharf angegriffen. Israel habe damit offiziell einen neuen Apartheid-Staat etabliert, sagte sie bei einem Treffen mit internationalen Bischöfen.

DOMRADIO.DE

Touma-Suliman ist Abgeordnete im israelischen Parlament. Sie traf sich am Dienstag mit einer internationalen Delegation von Bischöfen in Haifa. Zwar werde die arabische Minderheit in Israel bereits seit der Staatsgründung 1948 als Bürger zweiter Klasse behandelt, so Touma-Suliman. Jedoch habe bislang rechtlich die Gleichheit aller Bürger gegolten, so die Politikerin.

Mit dem im Juli verabschiedeten Gesetz würden die bestehenden Praktiken der Abtrennung und Ungleichheit legalisiert. Teile des israelischen Rechts legten klar fest, «dass Juden auf der ganzen Welt in diesem Land höhergestellt sind als Bürger, die hier geboren wurden und aufgewachsen sind», so Touma-Suliman wörtlich.

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»BDS-Stoßrichtung ist antisemitisch«

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland Foto: Thomas Lohnes/Zentraltrat der Juden
Josef Schuster zur Diskussion um die Boykottbewegung und die »Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost«

Jüdische Allgemeine

Der Zentralrat der Juden hat die Organisation »Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost« kritisiert. Der Verein unterstütze aktiv Veranstaltungen der BDS‐Bewegung, betonte Zentralratspräsident Josef Schuster am Dienstag. »Und die Stoßrichtung der BDS‐Bewegung ist unzweifelhaft antisemitisch.«

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NRW zahlt über 40 Millionen an Kirchen und Jüdische Gemeinden – Zuschüsse vom Land

Kirche und Geld © Harald Oppitz (KNA)
Das Land Nordrhein-Westfalen wird die beiden großen Kirchen und die Jüdischen Gemeinden in diesem Jahr mit über 40 Millionen Euro bezuschussen. Gegenüber dem Vorjahr sind die Zahlungen nur leicht um etwa 1,5 Prozent angestiegen

DOMRADIO.DE

Das teilte eine Sprecherin der Landesregierung am Montag auf Anfrage in Düsseldorf mit. Danach erhalten die fünf katholischen Bistümer insgesamt 13,6 Millionen Euro und die drei evangelischen Landeskirchen 9,2 Millionen Euro. Für die altkatholische Kirche seien 260.800 Euro vorgesehen. Die Zuschüsse für die Jüdischen Gemeinden beliefen sich auf 17,3 Millionen Euro.

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»Die deutsche Rechtspraxis ist ein Skandal«

Die betreffende Gesetzgebung spielt in der Brexit-Debatte eine besondere Rolle. Foto: dpa
Laut Oppositionspolitikern verhindert eine Gesetzeslücke, dass viele weibliche NS‐Verfolgte und ihre Nachkommen die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten können. »Eine solche Ungerechtigkeit, für die niemand mehr Verständnis hat, ist nicht zu rechtfertigen«, sagte FDP‐Fraktionsvize Alexander Graf Lambsdorff der Zeitung »taz« (Montag).

Jüdische Allgemeine

Der Bundestag müsse den Betroffenen den Weg in die deutsche Staatsangehörigkeit eröffnen. Derzeit spiele dies in der Brexit‐Debatte eine besondere Rolle.

NACHFAHREN Nach bestehender Gesetzeslage können laut dem Bericht die Nachfahren weiblicher NS‐Verfolgter, die vor Inkrafttreten des Grundgesetzes im Jahr 1949 geboren wurden, die deutsche Staatsbürgerschaft nicht erlangen, weil für sie weiterhin das Reichs‐ und Staatsangehörigkeitsgesetz von 1913 Gültigkeit besitzt. Danach wird die Staatsangehörigkeit ausschließlich durch den Vater weitergegeben.

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