Israel stärkt religiös-ethnischen Staat

Jerusalem. Bild: Andrew Shiva / CC BY-SA 4.0
Das israelische Parlament hat knapp das „Nationalitätsgesetz“ verabschiedet, das Juden privilegiert und dem Arabischen nur noch einen Sonderstatus gewährt

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Israel spielt eine negative Pionierrolle, nachdem das Parlament mit einer knappen Mehrheit 62 zu 55 Stimmen und 2 Enthaltungen das sogenannte „Nationalitätsgesetz“ angenommen hat. Es ist ein Grundgesetz mit Verfassungsrang. Knapp und deutlich wird hier Israel von einer Demokratie mit der Gleichberechtigung aller Bürger zu einer rassistisch, zumindest ethnisch und religiös definierten Nation, die Juden explizit privilegiert. Dabei versteht und verkauft sich Israel immer als die einzige Demokratie im Nahen Osten.

Regierungschef Netanjahu feierte die Verabschiedung des Gesetzes im Knesset als „einen entscheidenden Augenblick in der Geschichte des Zionismus und der des Staates Israel. 122 Jahre, nachdem Herzl seine Vision veröffentlichte, haben wir per Gesetz das fundamentale Prinzip unserer Existenz festgelegt.“ Dem ungarischen Regierungschef Victor Orbán, der gerade Israel besucht, sagte er, „Israel verteidigt auf viele Weisen Europa“ im Kampf gegen den radikalen Islam. Er bedankte sich bei Orbán, der immer wieder Israel verteidigt habe. Orbán hingegen befand, Ungarn und Israel verstünden sich wegen der ausgezeichneten Beziehung zwischen ihm und Netanjahu so gut, was kein Wunder sei, da beide Länder einen „patriotischen Führer“ hätten.

Man muss da nichts schönreden, auch wenn das Gesetz faktisch vielleicht keine größeren und direkten Folgen haben wird als die bereits existierenden Diskriminierungen der arabischen Bürger und zwei Passagen nach langen Diskussionen ein wenig korrigiert wurden. Aber es mutet doch seltsam an, dass ausgerechnet die Juden, die vor allem unter dem deutschen Nationalismus/Rassismus leiden mussten, einen weiteren Schritt in die Richtung eines Staates mit einer privilegierten und überlegenen Rasse gehen.

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Austria: Waldhäusl besteht weiter auf Registrierung: Schächten sei „Tierquälerei“

foto: robert newald „Aus Sicht des Tierschutzes ist Schlachten ohne Betäubung einfach nicht in Ordnung“, findet der freiheitliche Tierschutzlandesrat Gottfried Waldhäusl.
Die Bundesregierung und Niederösterreichs Landeshauptfrau lehnen eine Registrierung der Kunden ab. Aus dem Büro des FPÖ-Landesrats heißt es dagegen: „Wir wollen Schächten zurückdrängen“

Katharina Mittelstaedt | derStandard.at

Inzwischen hat sich sogar die Bundesregierung in die Diskussion über rituelle Schlachtungen eingemischt. Namentlich Kanzleramtsminister Gernüt Blümel (ÖVP): Die Koalition lehne die Registrierung von Kunden, die koscheres Fleisch kaufen, ab. „Solange Sebastian Kurz Bundeskanzler dieser Republik ist, können unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger sicher sein, dass diese Freiheiten und Grundrechte in keinster Weise beschränkt werden“, erklärt er in einer Stellungnahme.

Hintergrund ist, dass der niederösterreichische Tierschutzlandesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ) aktuell prüfen lässt, wie die Landesbehörden den Bedarf an koscherem und Halal-Fleisch künftig strenger kontrollieren können. Nach Ansicht des Freiheitlichen ist der bisherige Umgang mit dem Tierschutzgesetz zu lax, weil die vorgeschriebene Bedarfsprüfung für geschächtetes Fleisch ohne Registrierung der Endkunden erfolgt.

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Wegen Ausgrabungen: Großmufti fürchtet „Judaisierung“

© Bild: Fotolia.com/kanuman
Israel lässt unter dem Tempelberg archäologische Grabungen durchführen. Für den Großmufti von Jerusalem, Mohammed Ahmed Hussein, ist klar: Hier sollen islamische Funde zerstört werden.

katholisch.de

Der Großmufti von Jerusalem, Mohammed Ahmed Hussein, hat archäologische Ausgrabungen Israels unter dem Tempelbergareal kritisiert. Mit den Grabungen in den Omayyaden-Palästen unter Teilen des islamischen Museums versuche Israel, islamische Funde in dem Gebiet zu zerstören und die Identität der Stadt zugunsten einer Judaisierung zu verändern, sagte er laut Bericht der Tageszeitung „Jerusalem Post“ von Mittwoch in einer Stellungnahme.

Die Al-Aska-Moschee sei durch die Grabungen ernsthaft gefährdet, insbesondere im Falle eines Erdbebens, so der Geistliche weiter. Er rief die arabische und islamische Welt sowie die Vereinten Nationen zu schnellem Handeln auf. Israel bringe durch seine Politik Spannungen in die gesamte Region.

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NRW-Innenminister verurteilt antisemitischen Angriff von Bonn: Attacke auf jüdischen Professor

Bild: bb
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul hat einen antisemitischen Übergriff in Bonn als „abscheulich“ verurteilt und sich für Polizei-Fehler entschuldigt. „Wir werden nicht zulassen, dass in Deutschland wieder Hatz auf Juden gemacht wird“.

DOMRADIO.DE

Das sagte der CDU-Politiker der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ in Düsseldorf. Es sei dabei zu einem „verhängnisvollen Missverständnis gekommen“, für das er das Opfer telefonisch um Entschuldigung gebeten habe.

Der Vorfall hatte sich am Mittwochnachmittag im Bonner Hofgarten zugetragen. Dabei war laut Bonner Polizei ein 50-jähriger, in den USA lebender israelischer Hochschulprofessor von einem Mann auf die von ihm getragene Kippa angesprochen und beleidigt worden. Der Unbekannte habe ihm die Kopfbedeckung heruntergeschubst und ihm gegen die Schulter geschlagen.

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First cabinet member enters Temple Mount after 3 years as PM lifts ban

Agriculture Minister Uri Ariel visiting the Temple Mount in Jerusalem on July 8, 2018. (Courtesy)
Agriculture Minister Uri Ariel the first to make use of new decision letting MKs visit flashpoint Jerusalem holy site once every 3 months; calls for completely free access

By Michael Bachner and TOI staff | The Times of Israel

An Israeli minister on Sunday entered the Temple Mount in Jerusalem, the first such visit since Prime Minister Benjamin Netanyahu lifted a three-year ban on lawmakers entering the flashpoint holy site.

Agriculture Minister Uri Ariel of the religious right-wing Jewish Home party became the first lawmaker to make use of the permit and entered the compound, the holiest site in Judaism and the third-holiest in Islam, at the beginning of non-Muslim visitation hours shortly after 7 a.m.

Ariel last week welcomed the prime minister’s decision, but said that it did not go far enough.

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Benedikt XVI. ruft den Juden zu: An Christus führt kein Weg vorbei

Für Benedikt XVI. verkörpert das Judentum historisch das Gericht Gottes an den Menschen. Sinnbildlich dafür steht die Zerstörung des Tempels in Jerusalem im Jahr 70 n. Chr. durch die Römer. (Bild: Alamy)
Der emeritierte Papst meldet sich aus dem Off zu Wort und bekräftigt seine Haltung: Die Juden sind Gottes Volk, aber die Wahrheit liegt im Christentum.

Christian Rutishauser | Neue Zürcher Zeitung

Seit dem Amtsverzicht von Papst Benedikt befindet sich die katholische Kirche in einer historisch einmaligen Situation. Papst Franziskus, sichtbares Symbol der Einheit der Kirche, hat an seiner Seite einen emeritierten Vorgänger. Mag dessen Stellung rechtlich gesehen jener eines pensionierten Bischofs gleichen, so wäre ein öffentliches Wirken seinerseits doch äusserst delikat. Was bedeutete es für die sichtbare Repräsentanz der Einheit, wenn sich Franziskus und Benedikt widersprächen? Entfesselte sich in der Kirche nicht eine Dynamik, die der Zeit gleicht, als es mehrere Päpste gab?

Papst Benedikt muss sich dieser Konstellation bei seinem Rücktritt bewusst gewesen sein, als er versicherte, er werde sich aus der Öffentlichkeit ins kontemplative Leben zurückziehen. Auch wenn er im Vatikan hin und wieder von Papst Franziskus zur Repräsentanz hinzugezogen wird und die Öffentlichkeit von seinem theologischen Arbeiten mit ehemaligen Schülern erfährt, hat er sich bis anhin grundsätzlich an seinen Entscheid des Rückzugs gehalten.

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Orthodoxes Judentum: Stylisch, aber züchtig

Miri Beilin (l.) entwirft in Bnei Brak Mode für ultra-orthodoxe Frauen. (Benjamin Hammer)
Ultraorthodoxe jüdische Frauen tragen oft schlichte Kleider. Daran will eine Gruppe von Haredim jetzt etwas ändern. Sie schneidert extravagante Mode, die aber den strengen Vorschriften der Rabbiner entspricht. Ihre Vorbilder: Die sittsam-eleganten Frauen der britischen Königsfamilie.

Von Benjamin Hammer | Deutschlandfunk

Eines von vielen Hochhäusern im Großraum von Tel Aviv. Eine stylishe Dachterasse im 18. Stock. Miri Beilin posiert vor einer Gruppe von Reportern. Auf den ersten Blick könnte sie die Darstellerin einer Hochglanzserie aus New York sein. Sie trägt ein elegantes Kleid mit Blumenmuster, viel Schmuck – und sehr dicken Lippenstift. Aber dann fällt auf, dass das Kleid Arme und Beine fast vollständig bedeckt. Auf dem Kopf trägt Miri Beilin eine sehr lange Perücke.

Sie sagt: „Wir befinden uns in Bnei Brak. Es ist die Stadt mit dem größten Anteil von ultra-orthodoxen Juden in ganz Eretz Israel“, sagt Miri Beilin, die in den USA geboren wurde und später auswanderte. „In diesem Viertel unserer Stadt ist ein Geschäftszentrum entstanden. Das ist in unserer Welt etwas Neues. Dass wir nicht mehr nur zu Hause oder auf der Straße arbeiten, sondern in modernen Hochhäusern.“

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Warum in Westeuropa der Hass auf Juden immer wieder aufflammt

Judensau an der Stadtkirche Wittenberg. Bild: wikimpedia.org/CC-BY-SA 4.0 – Posi66
Ob Deutschland oder Frankreich – immer wieder begehen muslimische Einwanderer Straftaten gegenüber Juden. Doch Migration allein kann nicht erklären, wieso Antisemitismus in Westeuropa in Wellen auftaucht.

Andreas Ernst, Haluka Maier-Borst | Neue Zürcher Zeitung

Das deutschsprachige Feuilleton weiss es schon lange: Mit den Asylsuchenden aus Nahost und Nordafrika hat sich Europa einen neuen militanten Antisemitismus «importiert». Auch angesehene Politiker wie der deutsche Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble warnen vor «mehr Judenhass durch Migration». Und die brutalen Übergriffe auf Juden in Deutschland oder Frankreich durch muslimische Migranten scheinen den Zusammenhang zu bestätigen: Der Antisemitismus in Europa ist wieder auf dem Vormarsch und wird vor allem von Einwanderern getragen. Die Debatte ist emotional und beruht kaum je auf überprüfbaren Daten.

Doch es gibt sie. Die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft beauftragte David Feldman vom Pears Institute for the Study of Antisemitism an der Birkbeck Universität in London, dem möglichen Zusammenhang zwischen Antisemitismus und Migration nachzugehen. Feldman und seine Forschergruppe konzentrierten sich dabei auf Deutschland, Frankreich, Belgien, die Niederlande und Grossbritannien.

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Bund erhöht Mittel für Zentralrat der Juden

Der Bund erhöht seine jährliche finanzielle Unterstützung für den Zentralrat der Juden auf 13 Millionen Euro.

evangelisch.de

Am Freitag unterzeichneten Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Vertreter des Zentralrats, darunter Präsident Josef Schuster, einen neuen Staatsvertrag. Die Leistungen werden damit um drei Millionen Euro pro Jahr angehoben. Ein entsprechendes Gesetz muss noch vom Parlament verabschiedet werden.

Insbesondere bei der Neuausrichtung der Erinnerungsarbeit, der Integration und im Engagement gegen Antisemitismus könne sich der Zentralrat damit stärker engagieren, hieß es zur Begründung. Der Dachverband müsse sich wachsenden Herausforderungen stellen, sagte Seehofer. Der gestiegene Antisemitismus in der Gesellschaft gebe Anlass zur Sorge. „Wer unsere jüdischen Bürger bedroht, der bedroht uns alle“, betonte der Innenminister.

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Giffey will Experten gegen religiöses Mobbing an Schulen schicken

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat ein Programm mit Anti-Mobbing-Experten an Schulen angekündigt, die sich unter anderem auch um Antisemitismus kümmern sollen.

evangelisch.de

„Religiöses Mobbing in Klassenzimmern und auf Schulhöfen müssen wir sehr ernst nehmen. Egal von wem es ausgeht“, sagte Giffey der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Donnerstag). Im normalen Schulalltag sei das für die Lehrkräfte nur schwer zu bewältigen, sie bräuchten dafür mehr Unterstützung.

„Deswegen werden wir ab dem kommenden Schuljahr in einem ersten Schritt 170 Anti-Mobbing-Profis an ausgewählte Schulen in Deutschland schicken, die vom Bund finanziert werden“, sagte Giffey.

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Yad Vashem lehnt Erklärung zu polnischem Holocaust-Gesetz ab

Die Gedenkstätte Yad Vashem hat die gemeinsame Erklärung Polens und Israels zum umstrittenen polnischen Holocaust-Gesetz als fehlerhaft zurückgewiesen. Das Papier enthalte „schwerwiegende Irrtümer und Täuschungen“.

DOMRADIO.DE

Eine sorgfältige Durchsicht der Erklärung durch Yad-Vashem-Historiker zeige, „dass die historischen Behauptungen, die als unangefochtene Tatsachen präsentiert werden, in der gemeinsamen Erklärung schwerwiegende Irrtümer und Täuschungen enthalten“, heißt es in einer Stellungnahme der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem vom Donnerstag.

Damit bleibe das Wesen des Gesetzes auch nach seiner Abänderung unverändert. Die Gedenkstätte sehe sich in der Pflicht, auf die historischen Ungenauigkeiten und die Gefahr eines Schadens für die Diskussionsfreiheit über den Holocaust hinzuweisen.

Polnische Hilfe für Juden sei „relativ selten“ gewesen

Historisch umstritten sei etwa die Rolle der polnischen Exilregierung und des polnischen Untergrunds. Laut Yad Vashem scheiterte die polnische Resistenz nicht nur in vielen Fällen beim Versuch, Juden zu helfen, sondern „war auch nicht selten aktiv beteiligt an ihrer Verfolgung“.

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Amos Oz: „Liebe Fanatiker. Drei Plädoyers“

Fanatismus kann auch Motor für etwas Neues sein: Heute ist Ivrit, das moderne Hebräisch, für die meisten jüdischen Israelis die Muttersprache. (Buchcover: Verlag Suhrkamp; Hintergrundbild: picture alliance / dpa / epa / Olivier Fitoussi)
Der israelische Roman-Schriftsteller Amos Oz meldet sich auch immer wieder mit Essays zu Wort. In „Liebe Fanatiker. Drei Plädoyers“ beschäftigt er sich mit religiösem Fanatismus ebenso, wie mit dem Judentum oder der Zwei-Staaten-Lösung. „Ein Buch, dass jeder lesen sollte, der verstehen will, wie Israel tickt“, sagt Matthias Bertsch im Dlf.

Matthias Bertsch im Gespräch mit Melanie Longerich | Deutschlandfunk

Melanie Longerich: „Herr Bertsch: Ist es nun ein Brief an die Fanatiker, oder doch eher ein Plädoyer gegen Fanatismus?“

Matthias Bertsch: „Also sicher eher das Letztgenannte. Dieses ‚Liebe Fanatiker‘ ist eindeutig ironisch gemeint, und Ironie ist eine der Waffen, die Amos Oz in seinem Kampf gegen Fanatismus auffährt, denn Fanatiker, so seine Diagnose, kennen keine Ironie.“

Longerich: „Worum geht es denn genau in den Essays? Das erste trägt ja den Titel des Buches: ‚Liebe Fanatiker‘.“

Bertsch: „Genau. Das geht zurück auf eine Vortragsreihe, die Oz wenige Monate nach dem 11. September 2001, also nach den Terroranschlägen in den USA, in Tübingen gehalten hat. In dem Essay geht es nicht nur um Terror im Namen des Islam sondern darum, dass Fanatiker aller Couleur bereit sind, für ihre Sache – selbstverständlich immer eine gute Sache – über Leichen zu gehen.“

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Nacktfoto mit Klagemauer sorgt für Empörung

Frauen und Männer an der Klagemauer in Jerusalem (picture-alliance / dpa / Stefanie Järkel )
In Israel sorgt ein Bild mit der Klagemauer im Hintergrund für Empörung.

Dlf24

Im Vordergrund ist eine nackte Frau zu sehen: die belgische Künstlerin Marisa Papen. Sie bezeichnet das Foto als Kunstaktion. Der für die Klagemauer zuständige Rabbiner nannte es dagegen laut BBC gravierend und bedauernswert.

Es ist nicht die erste Aktion von Marisa Papen dieser Art. Letztes Jahr ließ sie sich nackt an einem antiken Tempel im ägyptischen Luxor ablichten. Dafür wurde sie für kurze Zeit inhaftiert.

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Kippa und Kopftuch im Klassenraum erwünscht

Schulmäppchen © birgitta hohenester / pixelio.de, bearb. MiG
Die Drei-Religionen-Grundschule in Osnabrück will Radikalisierung, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit vorbeugen. Dort lernen christliche, jüdische und muslimische Schüler gemeinsam und voneinander.

Von Martina Schwager | MiGAZIN

Sebastian und Ali kennen sich aus mit Moscheen, Kirchenliedern und Gebetsmänteln. Die beiden Neunjährigen besuchen die Drei-Religionen-Schule in Osnabrück. Kippa und Kopftuch gehören für die Kinder dort zum Alltag. Sie wissen, dass „halal“ und „koscher“ Speisevorschriften bezeichnen. Sie kennen Feste wie Chanukka, Zuckerfest oder auch Christi Himmelfahrt. Hat es wegen der Religion schon mal Streit auf dem Pausenhof gegeben? Der Katholik Sebastian zuckt die Schultern: „Nö, ich glaub‘ nicht.“

Klar hat Ali christliche Freunde. Und mit dem einzigen Juden in seiner Klasse versteht er sich „normal“. Dann wechselt der junge Muslim das Thema: „Im Sommer komm ich aufs Gymnasium“, erzählt er stolz. „Und im Ramadan faste ich – die ganze Zeit, obwohl ich noch gar nicht muss.“

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USA beunruhigt über „syrische Aktivitäten im Süden Syriens“

US-Basis in der Nähe von al-Tanf. Foto: русская весна / CC BY-SA 4.0
Die Offensive der syrischen Armee und ihrer Verbündeten zur Wiedererlangung der Kontrolle im eigenen Land und die ihr entgegengesetzten Interessen von außerhalb

Thomas Pany | TELEPOLIS

In Syrien baut sich in einer geopolitisch neuralgischen Region, im Südwesten des Landes, eine spannungsgeladene Situation auf. Die Regierung in Damaskus hatte eine Offensive in der Provinz Suweida und Daraa angekündigt und bereits begonnen; erste Eroberungen werden gemeldet. Ziel ist es das Gebiet von IS-Kämpfern zu säubern, um die staatliche Kontrolle auszuweiten. Wie Präsident Assad mehrmals bekräftigt hat, will er ganz Syrien zurück unter die Kontrolle der Regierung bringen

Die Offensive im Südwesten macht die Nachbarländer Jordanien und Israel nervös. Damit sind auch die USA im Spiel. Die drei Länder berufen sich auf Abmachungen mit Russland, die seinerzeit in Jordanien getroffen wurden und von Trump und Putin am Rand des letztjährigen G20-Gipfels in Hamburg offenbar bestätigt wurden.

Wie die Abmachungen zwischen den USA, Russland und Jordanien genau lauten, wissen nur Insider. Es gibt kein offizielles Schreiben mit Brief und Siegel dazu, das der Öffentlichkeit vorläge, und die genauen Vereinbarungen bekannt macht. Es gibt nur Medienmeldungen von mehr oder weniger gut informierten Journalisten mit mehr oder weniger guten Kontakten und die unterschiedlichen politischen Interessen, die mit der Öffentlichkeitsarbeit in der geopolitisch sensiblen Zone verbunden sind.

Für Israel und Jordanien und damit auch für deren großen Bruderpartner die USA sind die „Deeskalationszonen“ in den Grenzgebieten auf syrischem Terrain von größtem Interesse. Immer wieder gab es Medienberichte dazu, wie groß das Gebiet – in Syrien – laut Abmachungen sein soll, in dem sich auf keinen Fall schiitischen Milizen mit Verbindungen zu Iran aufhalten sollen. Israels Premierminister Netanjahu forderte einen sehr viel größeren Abstand zu den Grenzen seines Landes, als die USA mit Russland verabreden konnten.

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Beschneidung erst ab 18 Jahren: Juden und Moslems schockiert

Dänemark ist ein zunehmend säkulares Land. 48 Prozent der Bevölkerung sind nicht gläubig. ©pixabay
Dänemarks Parlament muss über ein Verbot von Beschneidungen Unmündiger abstimmen. Das Kindsrecht komme vor der Religion.

Tobias Tscherrig | infosperber.ch

In einer Petition fordern Teile der Bevölkerung von Dänemark die Einführung eines Verbots von Beschneidungen bei Minderjährigen. Es ist ein Antrag, auf den die Parlamentsabgeordneten lieber verzichten würden. Bei der Thematik prallen fundamentale Rechtsauffassungen aufeinander: Es geht um ein weitgehend tabuisiertes Menschenrecht gegen Religion.

So wirft die Idee, das Beschneiden von Minderjährigen zu verbieten, unbequeme Fragen in Bezug auf die Menschenrechte und auf die Religionsfreiheit auf.

Kinderrecht versus religiöses Erziehungsrecht

Ein Beispiel für die tabuisierten Kinderrechte liefert die «UN-Konvention über die Rechte des Kindes». Hier ist klar vermerkt, dass die Vertragsstaaten jedem Kind, das sich in ihrer Hoheitsgewalt befindet, seine Rechte zukommen lassen muss. Und das unabhängig von der Religion und unabhängig vom Status der Eltern oder des Vormundes.

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„Wer baut, der bleibt“: Der Jüdische Campus in Berlin

Es ist das größte jüdische Neubauprojekt in Berlin seit dem Holocaust: Am Sonntag ist Grundsteinlegung des Jüdischen Campus für insgesamt 500 Kinder. Das Projekt soll Hoffnung machen.

Christoph Strack | Deutsche Welle

„Wer baut, der bleibt. Der freut sich auf die Zukunft.“ Rabbiner Yehuda Teichtal, der Gemeinderabbiner der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, ist ein Meister der knappen großen Worte. Der Pathos ist ihm ernst. „Wer baut, der zeigt Vertrauen. Wir sind hier, um eine langfristige, dauerhaft lebendige jüdische Zukunft mitzugestalten in Deutschland.“ Das sei die Botschaft.

Der orthodoxe Rabbiner Teichtal ist Vorsitzender des Jüdischen Bildungszentrums in Berlin. Am Sonntag begrüßt er Außenminister Heiko Maas zum Spatenstich eines Jüdischen Campus im Bezirk Wilmersdorf. Kindergarten und Schule, eine Turnhalle, die auch für Theater- und Kinovorführungen genutzt werden kann. Es ist wohl das größte jüdische Neubauprojekt in Berlin seit Ende des Zweiten Weltkriegs.

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Orit Arfa: “Lasst euch nicht selbst im Stich!”

FRAUENMARSCH SPEECH – ORIT ARFA | Achgut.com

Ich wollte meine Rede unbedingt in Deutsch halten. Ich wollte Euch Deutschen sagen: wir sind verbunden.

Meine Freunde lachen mich aus: die Sprache die 6 Millionen Juden emordert hat. Auch die Familie meiner Großeltern. Ja, das war eine furchtbarer Teil in Eurer Geschichte, aber ich glaube wir können diesen Zeitabschnitt bewältigen. Aber wir müssen das zusammen tun. Juden und Deutsche. Israelis und Deutsche.

Ich wurde gewarnt: es gibt Antisemiten bei den Frauenmarsch! Neo-Nazis. Ihr benutzt mich als eine Jüdische Israelische Frau, euch zu helfen euer Image zu verbessern. Also, lass mich zu jedem Antisemiten hier sagen: Bleibt hier, hört meine Rede zu Ende. Und zum anderen: benutzt mich.

Ich hatte Glück, Leyla hat mir nicht gesagt, was ich sagen oder nicht sagen darf. Sie glaubt an Freiheit, besonders Meinungs-und Redefreiheit. Das ist eine Säule für eine freie Gesellschaft.

Vielleicht gibt es hier einige Leuten die Juden hassen, besonders auch in den Gegen-Demonstrationen. Was sollen wir tun? Einen Zaun errichten? Eine Plakat das sagt: Keine Antisemiten hier? Keine schlechte Idee. Ok?

Wenn das so wichtig ist Judenhasser hier zu verhindern, warum hat Kanzlerin Merkel so viele Antisemiten in dieses Land aufgenommen? Wo war der Zaun an den Grenzen? Warum hat die Polizei dort nicht geprüft wer antisemitisch ist und wer nicht? Vielleicht, ist es für diese Regierung nicht so wichtig Judenhass zu verhindern. Sie sagt nur so.

Und jetzt ich bin hier, in Berlin, in Deutschland, und habe Angst weil ich Jüdin bin. Weil ich eine Frau bin. Weil ich Islamkritischer bin.

Aktuelle Umfragen zeigen: die meisten „Flüchtlinge“ bringen Judenhass aus ihren islamischen, gewältigen Diktaturen mit. Aber wenn ihr sagt, was ich sage, dann seid ihr “Nazis”! Sprich gegen Islamischen Israelhass und auf die Übergriffe auf Frauen und du bist “Rassist”! In welcher Welt leben wir eigentlich?

Wenn in Deutschland heute Israelfreunde und Islamkritiker als „Nazis“ bezeichnet werden, dann hat Deutschland nicht das wichtigste aus der Geschichte gelernt.

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Jesus, die Bibel und Zirkelschlüsse

democraticunderground.com

Während für Christen außer Frage steht, dass Jesus wirklich existiert hat, wird es von anderer Seite immer wieder in Zweifel gezogen. Die Bibel als einzigen Beleg wollen Kritiker nicht akzeptieren. Aber es gibt noch zahlreiche weitere antike Quellen, die das Leben Jesu bezeugen.

Tobias Glenz | katholisch.de

Für gläubige Christen besteht kein Zweifel: Jesus von Nazareth lebte und wirkte in der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts. Er war der verheißene Messias, der Sohn Gottes, starb am Kreuz, wurde begraben, ist von den Toten auferstanden und aufgefahren in den Himmel. Die vier kanonischen Evangelien dienen den Christen dafür als Hauptquelle, als Beweis für die Existenz Jesu. Vor allem in der Neuzeit kamen jedoch verstärkt Zweifel an der Historizität des Wanderpredigers aus Nazareth auf. Hat er wirklich existiert? Kritiker jedenfalls wollen die Heilige Schrift als einzige Quelle nicht gelten lassen. Tatsächlich finden sich aber in der Antike weitere, außerbiblische Zeugnisse dafür, dass Jesus gelebt hat. Katholisch.de hat die wichtigsten Quellen zusammengestellt.

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Deutschland: „Menschen rufen zu Judenmord auf – keinen interessiert es“

„Das Judentum 2018 soll sich nicht auf Holocaust und Antisemitismus beschränken“, wünscht sich Alfi Goldenberg, der Vizepräsident für Sport von Makkabi Deutschland Quelle: Quirin Leppert
Der Organisator der Makkabi Junior Games sagt: Dass Merkel „gebetsmühlenartig“ Antisemitismus verurteile, helfe Betroffenen wenig. Für Alfi Goldenberg ist die Überzeugung, dass etwas wie die Schoah nie wieder geschehen könne, „weit weg“.

Von Martin Niewendick | DIE WELT

Alfi Goldenberg ist Vizepräsident für Sport des jüdischen Verbands Makkabi Deutschland – und hat das Event Junior Games in München organisiert. Im Gespräch mit WELT erklärt der 38-Jährige seine Sicht auf den erstarkten Antisemitismus hierzulande.

WELT: Es ist das erste Mal, dass die Makkabi Junior Games in Deutschland stattfinden. Wie ist die Idee entstanden?

Alfi Goldenberg: Wir waren letztes Jahr bei der großen Makkabiade in Israel, die alle vier Jahre stattfindet. Das ist das drittgrößte Sportevent der Welt. Ich war zuständig für die Jugend, wir waren mit knapp 100 Sportlern in Haifa. Dort ist eine tolle Gruppendynamik entstanden. Und das wollte ich so schnell wie möglich aufgreifen. Ich habe mir gesagt: Es muss im nächsten Jahr schnellstmöglich ein Event für Jugendliche geben! Natürlich sind die Spiele auch immer eine Gelegenheit für die Jugendlichen, sich auszutauschen, kulturell, freundschaftlich und religiös.

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