Archiv der Kategorie: Judentum

Streik der christlichen Schulen in Israel dauert an

Bild: phhesse/flickr
Bild: phhesse/flickr

Seit drei Tagen streiken die christlichen Schulen in Israel, und ein Ende ist nicht in Sicht. “Solange keine Lösung erreicht ist, werden die 47 Schulen geschlossen bleiben”, sagte Pater Abdel Masih Fahim, Direktor des Büros für Christliche Schulen, am Donnerstag dem epd

evangelisch.de

Mit dem Streik protestieren die Schulen gegen drastische Kürzungen der staatlichen Zuwendungen. “Wir erhalten nur noch 34 Prozent dessen, was uns zusteht”, kritisiert Fahim.

Rund 33.000 Schüler sind betroffen, christliche wie auch muslimische. Der Streik wird begleitet von Demonstrationen, an diesem Freitag in Haifa. Bei einer Audienz für Israels Präsident Reuven Rivlin forderte Papst Franziskus am Donnerstag im Vatikan “eine angemessene Lösung” für das Problem.

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Rivlins schwierige Mission im Vatikan

Vatikan-Besucher in diplomatisch anspruchsvollen Zeiten: Israels Staatspräsident Reuven Rivlin (picture alliance / dpa / Carsten Rehder)
Israels Staatspräsident Reuven Rivlin will im Vatikan erklären, wie wichtig der Dialog zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen im Nahen Osten ist. Wie gut das gelingt, ist offen – denn das Verhältnis zwischen Israels Regierung und dem Vatikan ist problematisch.

Von Torsten Teichmann|Deutschlandfunk

Tränengas auf Demonstranten. Jeden Sonntag stehen sich Palästinenser und israelische Grenzpolizisten zwischen Beit Jala und dem Kloster Cremisan im Westjordanland gegenüber. Seit Israels Verteidigungsminister entschieden hat, an der Stelle den Sperrwall, in dem Fall eine Mauer, weiter zu bauen.

Der frühere lateinische Patriarch von Jerusalem, Michael Sabbah, hält die Entscheidung für Willkür: “Es ist ganz einfach: Wir sagen Israel, den Soldaten hier, dem Gericht, das urteilt: Das ist unser Land. Was auch immer ihr entscheidet, ihr entscheidet mithilfe von Krieg und Waffen und dass ist nicht rechtens.”

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Jüdischer Ruhetag: Fußballverbot am Sabbat – Israel droht Spielerstreik

Israel Football Association ההתאחדות לכדורגל בישראל Bild: wikimedia.org/

Ein israelisches Gericht hat entschieden: Am Sabbat darf kein Fußball gespielt werden. Der Sportverband ist empört und droht mit einem Generalstreik – in allen Ligen, unbefristet, an jedem Tag der Woche.

SpON

Der Fußball soll ab dem 12. September in allen israelischen Spielklassen ruhen. Damit droht der israelische Fußballverband – falls nicht doch noch ein gerichtlich verfügtes Spielverbot am Sabbat zurückgenommen wird. “Sollte die Regierung uns Fußballspiele am Sabbat nicht weiter erlauben, wird der Spielbetrieb von der ersten Liga bis hinunter zu den Jugendklassen an allen Wochentagen eingestellt”, sagte Eitan Dotan, ein Sprecher des israelischen Fußballverbands, der Nachrichtenagentur AFP.

Ausgelöst wurde der sportpolitische Konflikt durch ein im August verkündetes Urteil des Arbeitsgerichts in Tel Aviv, das ab dem 12. September Fußballspiele am jüdischen Ruhetag untersagt. Dieser dauert vom Sonnenuntergang am Freitag bis zum Samstagabend. Damit folgten die Richter der Klage einiger Profifußballer, die als gläubige Juden auf die Einhaltung der strikten Sabbatregeln nicht mehr verzichten wollten.

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Gazastreifen droht unbewohnbar zu werden

Bild: palästina-portal.eu
Bild: palästina-portal.eu
  • Einem UN-Bericht zufolge könnte der Gazastreifen bis 2020 unbewohnbar werden.
  • Die Arbeitslosenrate liegt bei 44 Prozent. 868 000 Menschen sind auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sind.

Süddeutsche.de

Bevölkerung verarmt zunehmend

Der von Israel mit Krieg und Blockade überzogene Gazastreifen droht nach Einschätzung einer UN-Organisation bis 2020 “unbewohnbar” zu werden. In ihrem am Dienstag in Genf veröffentlichten Jahresbericht schreibt die Handels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen (Unctad), die drei israelischen Militäroffensiven seit dem Jahreswechsel 2008/2009 hätten in dem Palästinensergebiet wirtschaftliche Verluste in fast dreifacher Höhe des Wirtschaftsvolumen im Gazastreifen verursacht.

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Kuppelhilfe im Internet: “Du sollst keine Nichtjuden heiraten…”

Ein junge Frau mit Kippa – der Kopfbedeckung religiöser jüdischer Männer (picture-alliance / dpa / Britta Pedersen)
Die Liebe fürs Leben finden – kein leichtes Spiel. Wer als junger jüdischer Mensch jemanden mit der gleichen Religion in Deutschland sucht, muss entweder auf einen großen Zufall hoffen oder sich Hilfe suchen. Viele Juden hierzulande entscheiden sich immer häufiger für die zweite Variante. Mittlerweile gibt es spezielle Kuppelwebseiten oder Shabbatfeiern für Singles.

Von Samuel Acker|Deutschlandfunk

Im Innenhof der Jüdischen Gemeinde Osnabrück wird gegrillt. Bei koscheren Würstchen und Pommes sitzen rund zwanzig junge Menschen. Sie plaudern auf Russisch, Deutsch, Englisch und Hebräisch. Darunter ist auch Tanja aus Düsseldorf.

“Ich möchte einen passenden Mann finden. Ich suche die Liebe meines Lebens. Und ich denke, das ist eine gute Gelegenheit, und wenn das Schicksal so will, dann werde ich hier jemanden finden”

Die 30-Jährige nimmt an einem Single-Shabbat teil. Junge jüdische Männer und Frauen aus ganz Deutschland sind dafür zusammen gekommen. Auf dem Programm stehen Seminare von Rabbinern aus Israel zu Themen wie “Die jüdische Sicht aufs Heiraten”. Aber es wird auch getanzt, Minigolf gespielt, und eben gegrillt.

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MP Haseloff gibt den katholischen Jubel-Lutheraner

Reiner Haseloff (2012). Bild: wikimedia.org/CC-by-sa 4.0

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat den christlich-jüdischen Dialog als Beitrag zum vertrauensvollen Verhältnis zwischen Israel und Deutschland gewürdigt.

evangelisch.de

“Der 50. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland ist in jeder Beziehung ein einzigartiges Jubiläum”, sagte Haseloff laut Redemanuskript am Sonntag auf der Tagung “Reformation und Israel gestern, heute, morgen” in Wittenberg.

Dass es nach der Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch im selben Jahrhundert gelang, zum jüdischen Staat nicht nur diplomatische Beziehungen aufzunehmen, sondern stabile und inzwischen von Vertrauen und sogar von Freundschaft geprägte Beziehungen zu gestalten, sei “eine Leistung, die uns staunen lassen kann”, sagte er.

Reformation und Israel seien in diesem Zusammenhang wichtige Stichworte, unterstrich Haseloff weiter: “Für den christlichen Glauben war und ist es von größter Bedeutung, sich bewusst zu machen, wie stark dieser aus jüdischer Geschichte, aus jüdischer Theologie, aus jüdischem Denken und aus jüdischer Liturgie erwachsen ist”.

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Fußball in Berlin: “Scheiß Jude”, “Scheiß Araber” – Prügelei

dpa
„Scheiß Jude“ war das Stichwort. Dann ging es auf dem Sportplatz Harbigstraße in Charlottenburg handfest zu. Statt zu einem Fußballspiel zwischen dem jüdischen Sportverein TuS Makkabi III und Meteor 06 III kam es am Sonntag-Nachmittag zu einer Massenschlägerei. 21 Spieler und Zuschauer prügelten sich, was das Zeug hielt.

Von Claudia Wilms|Berliner Kurier

Ein Zuschauer soll den Streit vom Zaun gebrochen haben. Er schrie einen Makkabi-Spieler mit „Scheiß Jude“ an. Dieser ließ sich die fiese Beschimpfung nicht bieten, brüllte zurück: „Scheiß Araber.“ Schon war es passiert. Die Polizei mischte mit – es gab zwei Verletzte. Das Spiel in der untersten Kreisklasse wurde abgebrochen. Es werde angesichts antisemitischer Beleidigungen der Spieler geprüft, ob der Staatsschutz die Ermittlungen aufnehmen soll.

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Religionskritik oder Rassismus?

Rassismus will sich keiner nachsagen lassen – noch nicht einmal Rechtspopulisten. Er habe nichts gegen Muslime, sondern nur gegen den Islam, weil er den als eine faschistische Ideologie betrachte, beteuert Geert Wilders treuherzig, wann immer er ein Interview gibt. So ähnlich formulieren das auch andere “Islamkritiker” wie Ayaan Hirsi Ali, Alice Schwarzer, Necla Kelek und Hamed Abdel-Samad.

Von Daniel Bax|TELEPOLIS

Alice Schwarzer hält den Rassismusvorwurf ohnehin nur für einen “Trick gewisser Linker und Liberaler”, um sie “einzuschüchtern”. Und Necla Kelek findet, der Begriff werde von Muslimen “missbraucht”, als Migrantin fühlt sie sich über diesen Vorwurf erhaben.

Zur Not verweist man, wie der verstorbene Ralph Giordano es gemacht hat, mit Nachdruck auf die eigene jüdische Herkunft und antifaschistische Vita, um den Vorwurf der rassistischen Hetze gegen Minderheiten voller Empörung weit von sich zu weisen. Selbst die Schweizer Pfarrerin Christine Dietrich, nach ihrer Nebentätigkeit als Mitbegründerin und Autorin von “Politically Incorrect” gefragt, behauptete, “dass wir keine Rassisten sind, sondern islamkritisch sind, dass wir nicht gegen Menschen uns richten, egal welcher Herkunft oder Hautfarbe, sondern gegen politische Systeme und Ideologien”. Und Ideologiekritik ist doch etwas Gutes, oder nicht?[1]

Dabei bedienen sich diese “Islamkritiker” gerne eines Taschenspielertricks. Indem sie dem Islam absprechen, überhaupt eine Religion zu sein, und ihn stattdessen zu einer totalitären Ideologie erklären, die dem Faschismus gleicht, halten sie sich selbst im Handumdrehen für die einzig wahren Antifaschisten, weil sie die Gefahr erkennen und benennen, während alle anderen Appeasement betreiben. Muslime stellen sie dafür als die eigentlichen Rassisten dar, die, so Alice Schwarzer, zum Beispiel “Geschlechter-Apartheid” betrieben.

Auch Marine Le Pen, FPO-Chef Heinz-Christian Strache und andere Rechtsparteien geben heute vor, entschieden gegen Rassismus zu sein – vor allem gegen solchen von muslimischer Seite.[2] Dabei steht außer Frage, dass es islamistische Gruppen wie die IS-Milizen oder Boko Haram gibt, deren Ideologie zweifellos totalitäre oder gar faschistoide Züge tragt. Doch indem eine populistische “Islamkritik” die Unterschiede zwischen dem Islam, dem Islamismus als politischer Ideologie und seinen terroristischen Auswüchsen bewusst verwischt, stempelt sie den Glauben von 1,3 Milliarden Menschen auf der Welt zu einer Art irrationalem Gewaltkult ab. Mit diesem Argument lässt es sich leichter begründen, warum man die Religionsfreiheit für Muslime aushebeln will.

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Protest gegen Sperrmauer: Soldaten schießen mit Tränengas

Einwohner von Beit Jala und umliegenden Dörfern protestieren gegen den Bau der Mauer im Cremisan-Tal am 23.08.2015. Bild: cremisan.de
Bei Protesten gegen den Bau der Sperrmauer in Israel ist es zwischen palästinensischen Demonstranten und israelischen Sicherheitskräften zu Ausschreitungen gekommen. Die Soldaten hätten ohne Vorwarnung Tränengas in die Menge geschossen, berichteten Augenzeugen am Sonntag. Katholiken aus Beit Dschalla unweit von Bethlehem hatten zu einem Gebet für Frieden und gegen den von Israel geplanten Mauerbau im Cremisan-Tal aufgerufen.

kathweb

Anfang Juli hatte Israels Oberstes Gericht den Bau der Sperrmauer auf privatem Land bei Beit Dschalla gestattet. Damit korrigierte das Gericht ein eigenes Urteil vom April, das die geplante Mauerführung als unzulässig bewertet hatte. Eine weiteres Urteil steht aus. Von der Sperranlage betroffen sind neben 58 christlichen Familien zwei Klöster und eine Schule des Salesianerordens.

Jerusalems katholischer Alt-Patriarch Michel Sabbah rief laut Augenzeugenberichten die palästinensische Führung vor den Protesten zu einer gewaltfreien “Intifada des Geistes” auf. Die Demonstranten forderte der Palästinenser zu einem “Friedensmarsch ohne Kugeln und Steine” auf.

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Prominente gegen Fremdenhass: “Rassismus hat hier keinen Platz”

In einer Solidaritätsaktion haben sich 100 prominente Deutsche aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kirchen, Kultur und Sport gegen Flüchtlingshass gewandt.

evangelisch.de

Daran beteiligten sich auf Initiative der Zeitung “Bild am Sonntag” alle Minister der Bundesregierung, Unternehmenschefs, Gewerkschaftsführer und Schriftsteller.

SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel sagte: “Deutschland ist ein starkes und mitfühlendes Land. Nicht die Hetzer sind Deutschland, sondern all die Menschen, die mit Herz und Verstand helfen.” Auch Bundestagspräsident Norbert Lammert nannte Deutschland ein weltoffenes Land: “Ich komme aus dem Ruhrgebiet, einer Region, die durch Zuwanderung entstanden und gewachsen ist.”

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Wem hat GOTT das Land Kanaan versprochen?

Bild. wikimedia.org/PD
An der Spitze der zionistisch-jüdischen Argumente für die Berechtigung des jüdischen Volkes auf Palästina/Israel steht das Argument, dass „Gott“ dieses Land dem jüdischen Volk versprochen habe.

Von Abraham Melzer|DER SEMIT

Man muss demnach an „Gott“ glauben, um das zu akzeptieren, und es spielt für die fanatischen Zionisten keine Rolle, dass der Zionismus eigentlich eine säkulare Bewegung war, dass Theodor Herzl, der Begründer der zionistischen Bewegung, von „Gott“ keine Ahnung hatte und von der Bibel und den jüdischen Gesetzen noch weniger. Es spielt auch keine Rolle, dass die meisten Israelis gar nicht religiös und erst Recht nicht orthodox sind, obwohl das Land von einer orthodox-religiösen Mafia regiert wird, die sich bei vielen Angelegenheiten des Alltags und ganz besonders beim Anspruch auf das Land, auf die Bibel und die Halacha beruft, und auf einen Gott, den bis heute noch kein Mensch gesehen hat. 

Aber selbst wenn wir dieser Argumentation folgen und bereit wären, einen Gott zu akzeptieren, den wir nicht anerkennen und an dessen Lehre wir nicht glauben, sollten wir einmal die Geschichte des „Versprechens“, wie sie in der Bibel geschildert wird – und auf die sich der orthodoxe Zionismus beruft und damit dem jüdischen Volk, und gleichzeitig der gesamten Menschheit, eine nachhaltige Gehirnwäsche verpasst hat – überprüfen.

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Antisemitismus: “Bekenntnisse der Kirchen reichen nicht aus”

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Israels Botschafter verlangt mehr Engagement gegen Antisemitismus

Domradio

Luther und die Juden – mit der antisemitischen Seite des Reformators befasst sich am Wochenende eine Tagung in Wittenberg. Der Schirmherr, Israels Botschafter in Deutschland, Hadas-Handelsman, spricht im KNA-Interview über das Verhältnis von Christen und Juden.

Katholische Nachrichten-Agentur: Herr Botschafter, am Wochenende findet in Wittenberg die Tagung “Reformation und Israel” statt. Sie sind Schirmherr. Wie kam das?

Yakov Hadas-Handelsman: Zwei Dinge kommen hier zusammen: Das Jubiläum der Reformation im Jahr 2017 und die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland vor 50 Jahren. Wir wollten beides verbinden. Papst Franziskus hat bereits vor zwei Jahren die Juden als “ältere Brüder” der Christen begrüßt. Ich denke, es war an der Zeit, eine Veranstaltung mit den Kirchen zusammen zu machen.

KNA: Wie beurteilen Sie grundsätzlich die Beziehung zwischen Israel und den deutschen Kirchen?

Hadas-Handelsman: Die Beziehungen zwischen Judentum und Christentum waren aufgrund der Vergangenheit immer sensibel. Aber es gibt vieles, was in den vergangenen 50 Jahren zwischen Vertretern des Judentums und den Kirchen und auch zwischen Israel und dem Vatikan verwirklicht worden ist. Besonders Papst Franziskus setzt sich gegen Antisemitismus ein, wie aber auch schon einige Päpste vor ihm. Wenn es um Deutschland geht, gibt es aber immer diesen zusätzlichen Aspekt – den Holocaust, die Nazizeit. Das macht die Beziehung einzigartig. Und zur Vergangenheit gehören auch die deutschen Kirchen.

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Israels christliche Schulen schließen wegen fehlender Förderung

Bild: phhesse/flickr
Bild: phhesse/flickr

Treffen mit Präsident Rivlin verläuft ergebnislos – 33.000 Schüler in 48 Schulen betroffen

kathweb

Die christlichen Schulen in Israel drohen im anlaufenden Schuljahr geschlossen zu bleiben, da es ihnen an öffentlicher Unterstützung fehlt. Ein Krisentreffen mit Staatspräsident Reuven Rivlin, Bildungsminister Naftali Bennett und Bischof Giacinto-Boulos Marcuzzo, dem Leiter des Verhandlungskommitees christlicher Schulen, habe am Montag zu keiner Lösung geführt, bestätigte das Lateinische Patriarchat von Jerusalem laut der vatikanischen Nachrichtenagentur “Fides”.

Präsident Rivlin habe bei dem Treffen die Bedeutung christlicher Schulen in Israel und deren jahrzehntelanger “außergewöhnlicher Bildungserfahrung” hervorgehoben, ähnlich wie auch Bildungsminister Bennett sich zum Fortbestand christlicher Schulen in Israel und zu einer Lösung deren Budgetkrise bekannt habe, hieß es. Obwohl die Verhandlung seitens der Schulen im Anschluss als “positiven Schritt” bezeichnet wurde, könnten sie ohne konkretem Ergebnis nicht aufsperren, erklärten sie; als nächsten Schritt werde man einen Bericht über die eigenen Tätigkeiten und Finanzen erstellen.

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Israel: Neue Cremisanmauer ist israelische Vatikan-Bestrafung

Proteste gegen den Aufbau der Cremisanmaue – AFP
Der Mauerbau Israels im Cremisan-Tal bei Beit Jala könnte damit zu tun haben, dass der Heilige Stuhl Palästina gegen den Willen Israels als Staat anerkannt hat: Das hat der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, im Interview mit der Gemeinschaftsredaktion österreichischer Kirchenzeitungen angedeutet.

Radio Vatikan

Das Oberhaupt der westkirchlichen Katholiken im Heiligen Land bezeichnete die Lage der Christen Israels und des ganzen Nahen Ostens als „Kalvarienberg“. Scharfe Kritik übte er an der weltweiten Gleichgültigkeit gegenüber ihrem Schicksal. Schmerzhaft sei es zu sehen, „wie sich die Situation verschlechtert und die christliche Präsenz hier nicht auf der Tagesordnung der internationalen Politik steht“, so Twal.

Völlig verfehlt sei es, den Mauerbau, den Israel derzeit trotz gegenlautenden Gerichtsurteils begonnen hat, als Sicherheitsmaßnahme zu bezeichnen, betonte Twal. „Es gibt keine Mauer der Sicherheit, sondern diese wurde gemacht, um mehr Land der Palästinenser zu konfiszieren“, so der Patriarch.

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Israels Präsident besucht Kloster Taghba nach Brandanschlag

Brotvermehrungskirche Tabgha. Bild: wikimedia.org/PD

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin hat Donnerstag das von einem Brandanschlag betroffene deutsche Benediktinerkloster Tabgha besucht. Dabei verurteilte er das Attentat als einen Akt der Blasphemie. An dem Besuch nahmen neben deutschen Botschaftsvertretern auch die Spitzenrepräsentanten der katholischen Kirche im Heiligen Land teil, darunter Patriarch Fouad Twal aus Jerusalem, der für die heiligen Stätten zuständige Franziskanerkustos Pierbattista Pizzaballa und Vatikanbotschafter Erzbischof Giuseppe Lazzarotto.

kathweb

In dem Kloster mit der Brotvermehrungskirche am See Genezareth war Mitte Juni ein Feuer gelegt worden. Ein Trakt des erst 2012 eingeweihten Gebäudes brannte aus. Dem Kloster angegliedert ist eine Begegnungsstätte für israelische und arabische Jugendliche. Gegen drei Tatverdächtige aus Siedlerkreisen besteht Anklage.

Rivlin bekräftigte in seiner Ansprache den Schutz der Religionsfreiheit für alle Glaubensgemeinschaften und hob die Rolle der Christen im Land hervor. Über dieses Thema wolle er auch mit Papst Franziskus bei einem Besuch im Vatikan im September sprechen.

Abt Gregory Collins nannte den Besuch Rivlins sowie dessen persönlichen Anruf am Tag des Anschlags “ermutigende Zeichen” für eine Fortsetzung der Versöhnungsarbeit. Zugleich verwies er auf wiederholte Übergriffe auf benediktinische Stätten in Tabgha und in Jerusalem in den vergangenen vier Jahren. Collins forderte einen besseren Polizeischutz. Zudem müsse Bildung darauf hinwirken, religiöse Gewalt und Hass zu verhindern.

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Die Bahai wollen die Einheit aller Religionen

Vielfalt der Religionen (picture alliance / dpa / Collage Deutschlandradio)
Am Wochenende öffnen in Berlin Kirchen, Moscheen, Synagogen und Tempel ihre Tore, um zu zeigen, wie vielfältig religiöses Leben in der Hauptstadt ist. Nicht nur die großen Religionen machen mit bei der Langen Nacht der Religionen, sondern auch viele kleine Religionsgemeinschaften. Eine von ihnen ist die Bahai-Religion. Ihr Anliegen: die Einheit der Menschheit.

Von Sandra Stalinski|Deutschlandfunk

“Gott ist der Allherrliche”, singen die Mitglieder der Bahai-Gemeinde in Berlin-Kreuzberg. Treffpunkt ist, wie jeden Mittwoch, das Wohnzimmer der Familie Blom in der Urbanstraße. Etwa 15 Leute sind gekommen, um gemeinsam zu beten, zu singen und sich auszutauschen. Auf dem Tisch verstreut liegen Bücher mit Gebetstexten und religiösen Schriften. Alexander Blom:

“Wir machen eine Andacht, so ähnlich wie es Bahai überall auf der Welt machen, das heißt, wir bieten die Bahai-Schriften an: Das sind geistige, auch sachliche Texte vom Stifter der Bahai-Religion Baha’u’llah, aber auch Gebete, die von ihm als Antwort gekommen sind auf bestimmte Fragen. Jeder ist eingeladen, darin zu lesen, davon etwas zu rezitieren, vielleicht auch einen Anlass zu nennen, an wen man gerade denkt, für wen man gerade ein Gebet sprechen möchte.”

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Deutsche Bischöfe protestieren gegen Israels Sperrmauer

Logo Deutsche Bischofskonferenz
Logo Deutsche Bischofskonferenz

Heftige Kritik auf Beginn des Mauerbaus im Cremisan-Tal bei Bethlehem – Hilfswerk “Jugend Eine Welt”: Familien und Don Bosco-Einrichtungen werden von ihrem Land abgeschnitten

kathweb

Heftige weltweite Proteste hat der Baubeginn an einem Teilstück der Trennmauer der israelischen Sperrmauer im “christlichen Dreieck” Bethlehem, Beit Jala und Beit Sahur ausgelöst, darunter auch von Seiten der Deutschen Bischofskonferenz. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann, Vorsitzender der Kommission Justitia et Pax und Delegierter bei den jährlichen internationalen Bischofstreffen im Heiligen Land, sprach am Dienstag von einem Verstoß gegen die Gerechtigkeit, “wenn 58 christliche Familien ihres Landes und ihres Lebensunterhalts beraubt werden und keinen Zugang mehr zu ihren landwirtschaftlichen Flächen haben”.

Ackermann kritisierte, dass die Armee in Beit Jalla mit Rodungsarbeiten begonnen habe, ohne eine abschließende gerichtliche Entscheidung abzuwarten. Das Vorgehen im Cremisan-Tal schüre Unmut und Misstrauen und sei bezeichnend für die desolate Situation im Heiligen Land. Wörtlich sagte der Bischof: “Es ist unheilvoll für beide Völker, wenn durch die Fortsetzung dieser Art von Siedlungspolitik eine Zwei-Staaten-Lösung unmöglich gemacht wird.”

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Religion: Gewalt als Wesensmerkmal?

Hartmut Zinser Religion und Krieg Verlag: Fink, Paderborn 2015 ISBN: 9783770558339 24,90 €
Hartmut Zinser
Religion und Krieg
Verlag: Fink, Paderborn 2015
ISBN: 9783770558339
24,90 €

Der Autor ist pensionierter Professor für Religionswissenschaft an der FU Berlin. Im vorliegenden Buch möchte er das kriegerische Potenzial von Religionen erkunden. Dabei nimmt er tatsächlich stattgefundene Gewaltkonflikte in den Blick.

Von Ann-Kristin Flögel|Spektrum.de

Als Grundthese formuliert Zinser, Religionen seien nicht von sich aus friedfertig, ihnen müsse die Friedensliebe erst aufgedrängt werden. Auch wenn ein grundsätzlicher Gewaltverzicht zum Kern vieler Religionen gehöre, würden sie bewaffnete Auseinandersetzungen mitunter rechtfertigen, oft auf krummen Argumentationswegen. Diese These belegt der Autor anhand ausgewählter Beispiele, nachdem er sich ausführlich damit auseinander gesetzt hat, was man unter “Religion” und “Krieg” überhaupt zu verstehen hat.

Im Kern geht es Zinser darum, zu analysieren, welche Haltung die verschiedenen Religionen zum Krieg entwickelten und in welcher Weise sie diesen verbal verteidigten. Ein gewaltiges Unterfangen für ein Buch von knapp 200 Seiten, zumal der Autor kaum eine bedeutende Religion auslässt. Angefangen bei Überlegungen zu Heldentum, Ruhm und Herrschaft etwa bei den Germanen, spannt Zinser den Bogen über die römische Antike und die Theorie vom “bellum iustum” (vom “gerechten Krieg”) bis hin zum Christentum samt den Kreuzzügen. Auch mit den vermeintlich friedfertigen buddhistischen Lehren sowie dem Hinduismus setzt er sich kritisch auseinander, wenn auch weniger ausführlich.

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“Das Alte Testament war die Bibel des Jesus von Nazareth”

Der evangelische Theologe Christoph Markschies (dpa / picture alliance / Hannibal Hanschke)
Der Dialog der Religionen ist geprägt von großen Verwerfungen. Das Verhältnis von Juden und Christen ist dafür das Paradebeispiel. Christoph Markschies, Leiter des Instituts Kirche und Judentum, will dieses Verhältnis neu gestalten.

Christoph Markschies im Gespräch mit Kirsten Dietrich|Deutschlandradio Kultur

Kirsten Dietrich: Die Vielfalt der Religionen – auch wenn lange Nächte sie feiern, die Praxis sieht oft anders aus. Dialog ist nicht unmöglich, aber oft schwierig. Vor allem bei Religionen, die eng verwandt sind und sich eigentlich nahestehen müssten – das Verhältnis von Juden und Christen ist sicher das Paradebeispiel für ein solch nahes und schwieriges Verhältnis. Trotz oder vielleicht auch gerade wegen der direkten Herkunft ihrer Religion vom Judentum haben Christen im Lauf der letzten 2000 Jahre immer wieder versucht, sich als Überlegene abzugrenzen – oft mit schrecklichen Folgen für Juden und Jüdinnen. Seit der Katastrophe der Shoa mehren sich auch in den christlichen Kirchen die Versuche, dieses Verhältnis auf andere Füße zu stellen: christliche Schuld anzuerkennen und nach gemeinsamen Wurzeln zu fragen. Einer dieser Versuche ist das Institut Kirche und Judentum: gegründet vor 55 Jahren, 1960, von der Berliner evangelischen Kirche, inzwischen Teil der theologischen Fakultät an der Berliner Humboldt-Universität – und immer wieder Ort eines schwierigen Dialogs. Das Institut hat seit Mai einen neuen Leiter, Christoph Markschies, Professor für Kirchengeschichte. Ich habe ihn gefragt, was ihn an diesem Amt gereizt hat.

Christoph Markschies: Es gibt bestimmte Situationen im Leben einer Fakultät, einer Landeskirche und einer Person, da darf man nicht danach fragen, ob man noch genügend Zeit für eine Aufgabe hat, sondern da ist es einfach notwendig, dass die übernommen wird, und es ist eine Situation entstanden, in der wichtig war, dass sich Landeskirche und Berliner theologische Fakultät zum Institut Kirche und Judentum bekennen, und da ich selbst viel mit Jerusalem zu tun habe, dort studiert habe, mich mit antikem Judentum beschäftigte, habe ich mich der Anfrage, die an mich gerichtet wurde, dieses Institut zu übernehmen, nicht verschlossen und arbeite nun etwas mehr, aber ich tue es gern.

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Hamas-Führer Meschaal bestätigt Kontakte mit Israel

Chalid Maschal (2009), Bild: wikimedia.org/CC BY 3.0
  • Arabische und türkische Medien hatten von Gesprächen zwischen der Hamas und Israel berichtet, jetzt bestätigt dies Hamas-Führer Chaled Meschaal.
  • Ziel soll eine dauerhafte Waffenruhe sein.
  • Die Palästinensische Autonomiebehörde fürchtet eine Trennung von Westjordanland und Gazastreifen.

Süddeutsche.de

Hamas-Führer Chaled Meschaal hat erstmals von Kontakten mit Israel mit dem Ziel einer dauerhaften Waffenruhe berichtet. “Bislang scheinen die Kontakte positiv, allerdings haben wir noch keinerlei Abkommen erreicht”, sagte Meschaal in einem am Freitag auf der arabischen Nachrichten-Website Al-Arabi Al-Dschadid verbreiteten Video. Israel hat Berichte über direkte Gespräche mit der radikalislamischen Palästinenserorganisation, die den Gazastreifen beherrscht, bislang stets dementiert.

Arabische und türkische Medien hatten zuerst von Geheimkontakten berichtet, wonach die Hamas im Gegenzug für das Ende der Blockade des Gazastreifens alle Attacken auf Israel einstellen wolle. Die Palästinensische Autonomiebehörde im Westjordanland warf der Hamas bereits vor, durch die Gespräche mit Israel die dauerhafte Trennung von Westjordanland und Gazastreifen zu besiegeln und die Schaffung eines Palästinenserstaates mit beiden Gebieten zu torpedieren.

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