Archiv der Kategorie: Judentum

Prominente gegen Fremdenhass: “Rassismus hat hier keinen Platz”

In einer Solidaritätsaktion haben sich 100 prominente Deutsche aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kirchen, Kultur und Sport gegen Flüchtlingshass gewandt.

evangelisch.de

Daran beteiligten sich auf Initiative der Zeitung “Bild am Sonntag” alle Minister der Bundesregierung, Unternehmenschefs, Gewerkschaftsführer und Schriftsteller.

SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel sagte: “Deutschland ist ein starkes und mitfühlendes Land. Nicht die Hetzer sind Deutschland, sondern all die Menschen, die mit Herz und Verstand helfen.” Auch Bundestagspräsident Norbert Lammert nannte Deutschland ein weltoffenes Land: “Ich komme aus dem Ruhrgebiet, einer Region, die durch Zuwanderung entstanden und gewachsen ist.”

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Wem hat GOTT das Land Kanaan versprochen?

Bild. wikimedia.org/PD
An der Spitze der zionistisch-jüdischen Argumente für die Berechtigung des jüdischen Volkes auf Palästina/Israel steht das Argument, dass „Gott“ dieses Land dem jüdischen Volk versprochen habe.

Von Abraham Melzer|DER SEMIT

Man muss demnach an „Gott“ glauben, um das zu akzeptieren, und es spielt für die fanatischen Zionisten keine Rolle, dass der Zionismus eigentlich eine säkulare Bewegung war, dass Theodor Herzl, der Begründer der zionistischen Bewegung, von „Gott“ keine Ahnung hatte und von der Bibel und den jüdischen Gesetzen noch weniger. Es spielt auch keine Rolle, dass die meisten Israelis gar nicht religiös und erst Recht nicht orthodox sind, obwohl das Land von einer orthodox-religiösen Mafia regiert wird, die sich bei vielen Angelegenheiten des Alltags und ganz besonders beim Anspruch auf das Land, auf die Bibel und die Halacha beruft, und auf einen Gott, den bis heute noch kein Mensch gesehen hat. 

Aber selbst wenn wir dieser Argumentation folgen und bereit wären, einen Gott zu akzeptieren, den wir nicht anerkennen und an dessen Lehre wir nicht glauben, sollten wir einmal die Geschichte des „Versprechens“, wie sie in der Bibel geschildert wird – und auf die sich der orthodoxe Zionismus beruft und damit dem jüdischen Volk, und gleichzeitig der gesamten Menschheit, eine nachhaltige Gehirnwäsche verpasst hat – überprüfen.

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Antisemitismus: “Bekenntnisse der Kirchen reichen nicht aus”

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Israels Botschafter verlangt mehr Engagement gegen Antisemitismus

Domradio

Luther und die Juden – mit der antisemitischen Seite des Reformators befasst sich am Wochenende eine Tagung in Wittenberg. Der Schirmherr, Israels Botschafter in Deutschland, Hadas-Handelsman, spricht im KNA-Interview über das Verhältnis von Christen und Juden.

Katholische Nachrichten-Agentur: Herr Botschafter, am Wochenende findet in Wittenberg die Tagung “Reformation und Israel” statt. Sie sind Schirmherr. Wie kam das?

Yakov Hadas-Handelsman: Zwei Dinge kommen hier zusammen: Das Jubiläum der Reformation im Jahr 2017 und die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland vor 50 Jahren. Wir wollten beides verbinden. Papst Franziskus hat bereits vor zwei Jahren die Juden als “ältere Brüder” der Christen begrüßt. Ich denke, es war an der Zeit, eine Veranstaltung mit den Kirchen zusammen zu machen.

KNA: Wie beurteilen Sie grundsätzlich die Beziehung zwischen Israel und den deutschen Kirchen?

Hadas-Handelsman: Die Beziehungen zwischen Judentum und Christentum waren aufgrund der Vergangenheit immer sensibel. Aber es gibt vieles, was in den vergangenen 50 Jahren zwischen Vertretern des Judentums und den Kirchen und auch zwischen Israel und dem Vatikan verwirklicht worden ist. Besonders Papst Franziskus setzt sich gegen Antisemitismus ein, wie aber auch schon einige Päpste vor ihm. Wenn es um Deutschland geht, gibt es aber immer diesen zusätzlichen Aspekt – den Holocaust, die Nazizeit. Das macht die Beziehung einzigartig. Und zur Vergangenheit gehören auch die deutschen Kirchen.

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Israels christliche Schulen schließen wegen fehlender Förderung

Bild: phhesse/flickr
Bild: phhesse/flickr

Treffen mit Präsident Rivlin verläuft ergebnislos – 33.000 Schüler in 48 Schulen betroffen

kathweb

Die christlichen Schulen in Israel drohen im anlaufenden Schuljahr geschlossen zu bleiben, da es ihnen an öffentlicher Unterstützung fehlt. Ein Krisentreffen mit Staatspräsident Reuven Rivlin, Bildungsminister Naftali Bennett und Bischof Giacinto-Boulos Marcuzzo, dem Leiter des Verhandlungskommitees christlicher Schulen, habe am Montag zu keiner Lösung geführt, bestätigte das Lateinische Patriarchat von Jerusalem laut der vatikanischen Nachrichtenagentur “Fides”.

Präsident Rivlin habe bei dem Treffen die Bedeutung christlicher Schulen in Israel und deren jahrzehntelanger “außergewöhnlicher Bildungserfahrung” hervorgehoben, ähnlich wie auch Bildungsminister Bennett sich zum Fortbestand christlicher Schulen in Israel und zu einer Lösung deren Budgetkrise bekannt habe, hieß es. Obwohl die Verhandlung seitens der Schulen im Anschluss als “positiven Schritt” bezeichnet wurde, könnten sie ohne konkretem Ergebnis nicht aufsperren, erklärten sie; als nächsten Schritt werde man einen Bericht über die eigenen Tätigkeiten und Finanzen erstellen.

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Israel: Neue Cremisanmauer ist israelische Vatikan-Bestrafung

Proteste gegen den Aufbau der Cremisanmaue – AFP
Der Mauerbau Israels im Cremisan-Tal bei Beit Jala könnte damit zu tun haben, dass der Heilige Stuhl Palästina gegen den Willen Israels als Staat anerkannt hat: Das hat der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, im Interview mit der Gemeinschaftsredaktion österreichischer Kirchenzeitungen angedeutet.

Radio Vatikan

Das Oberhaupt der westkirchlichen Katholiken im Heiligen Land bezeichnete die Lage der Christen Israels und des ganzen Nahen Ostens als „Kalvarienberg“. Scharfe Kritik übte er an der weltweiten Gleichgültigkeit gegenüber ihrem Schicksal. Schmerzhaft sei es zu sehen, „wie sich die Situation verschlechtert und die christliche Präsenz hier nicht auf der Tagesordnung der internationalen Politik steht“, so Twal.

Völlig verfehlt sei es, den Mauerbau, den Israel derzeit trotz gegenlautenden Gerichtsurteils begonnen hat, als Sicherheitsmaßnahme zu bezeichnen, betonte Twal. „Es gibt keine Mauer der Sicherheit, sondern diese wurde gemacht, um mehr Land der Palästinenser zu konfiszieren“, so der Patriarch.

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Israels Präsident besucht Kloster Taghba nach Brandanschlag

Brotvermehrungskirche Tabgha. Bild: wikimedia.org/PD

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin hat Donnerstag das von einem Brandanschlag betroffene deutsche Benediktinerkloster Tabgha besucht. Dabei verurteilte er das Attentat als einen Akt der Blasphemie. An dem Besuch nahmen neben deutschen Botschaftsvertretern auch die Spitzenrepräsentanten der katholischen Kirche im Heiligen Land teil, darunter Patriarch Fouad Twal aus Jerusalem, der für die heiligen Stätten zuständige Franziskanerkustos Pierbattista Pizzaballa und Vatikanbotschafter Erzbischof Giuseppe Lazzarotto.

kathweb

In dem Kloster mit der Brotvermehrungskirche am See Genezareth war Mitte Juni ein Feuer gelegt worden. Ein Trakt des erst 2012 eingeweihten Gebäudes brannte aus. Dem Kloster angegliedert ist eine Begegnungsstätte für israelische und arabische Jugendliche. Gegen drei Tatverdächtige aus Siedlerkreisen besteht Anklage.

Rivlin bekräftigte in seiner Ansprache den Schutz der Religionsfreiheit für alle Glaubensgemeinschaften und hob die Rolle der Christen im Land hervor. Über dieses Thema wolle er auch mit Papst Franziskus bei einem Besuch im Vatikan im September sprechen.

Abt Gregory Collins nannte den Besuch Rivlins sowie dessen persönlichen Anruf am Tag des Anschlags “ermutigende Zeichen” für eine Fortsetzung der Versöhnungsarbeit. Zugleich verwies er auf wiederholte Übergriffe auf benediktinische Stätten in Tabgha und in Jerusalem in den vergangenen vier Jahren. Collins forderte einen besseren Polizeischutz. Zudem müsse Bildung darauf hinwirken, religiöse Gewalt und Hass zu verhindern.

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Die Bahai wollen die Einheit aller Religionen

Vielfalt der Religionen (picture alliance / dpa / Collage Deutschlandradio)
Am Wochenende öffnen in Berlin Kirchen, Moscheen, Synagogen und Tempel ihre Tore, um zu zeigen, wie vielfältig religiöses Leben in der Hauptstadt ist. Nicht nur die großen Religionen machen mit bei der Langen Nacht der Religionen, sondern auch viele kleine Religionsgemeinschaften. Eine von ihnen ist die Bahai-Religion. Ihr Anliegen: die Einheit der Menschheit.

Von Sandra Stalinski|Deutschlandfunk

“Gott ist der Allherrliche”, singen die Mitglieder der Bahai-Gemeinde in Berlin-Kreuzberg. Treffpunkt ist, wie jeden Mittwoch, das Wohnzimmer der Familie Blom in der Urbanstraße. Etwa 15 Leute sind gekommen, um gemeinsam zu beten, zu singen und sich auszutauschen. Auf dem Tisch verstreut liegen Bücher mit Gebetstexten und religiösen Schriften. Alexander Blom:

“Wir machen eine Andacht, so ähnlich wie es Bahai überall auf der Welt machen, das heißt, wir bieten die Bahai-Schriften an: Das sind geistige, auch sachliche Texte vom Stifter der Bahai-Religion Baha’u’llah, aber auch Gebete, die von ihm als Antwort gekommen sind auf bestimmte Fragen. Jeder ist eingeladen, darin zu lesen, davon etwas zu rezitieren, vielleicht auch einen Anlass zu nennen, an wen man gerade denkt, für wen man gerade ein Gebet sprechen möchte.”

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Deutsche Bischöfe protestieren gegen Israels Sperrmauer

Logo Deutsche Bischofskonferenz
Logo Deutsche Bischofskonferenz

Heftige Kritik auf Beginn des Mauerbaus im Cremisan-Tal bei Bethlehem – Hilfswerk “Jugend Eine Welt”: Familien und Don Bosco-Einrichtungen werden von ihrem Land abgeschnitten

kathweb

Heftige weltweite Proteste hat der Baubeginn an einem Teilstück der Trennmauer der israelischen Sperrmauer im “christlichen Dreieck” Bethlehem, Beit Jala und Beit Sahur ausgelöst, darunter auch von Seiten der Deutschen Bischofskonferenz. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann, Vorsitzender der Kommission Justitia et Pax und Delegierter bei den jährlichen internationalen Bischofstreffen im Heiligen Land, sprach am Dienstag von einem Verstoß gegen die Gerechtigkeit, “wenn 58 christliche Familien ihres Landes und ihres Lebensunterhalts beraubt werden und keinen Zugang mehr zu ihren landwirtschaftlichen Flächen haben”.

Ackermann kritisierte, dass die Armee in Beit Jalla mit Rodungsarbeiten begonnen habe, ohne eine abschließende gerichtliche Entscheidung abzuwarten. Das Vorgehen im Cremisan-Tal schüre Unmut und Misstrauen und sei bezeichnend für die desolate Situation im Heiligen Land. Wörtlich sagte der Bischof: “Es ist unheilvoll für beide Völker, wenn durch die Fortsetzung dieser Art von Siedlungspolitik eine Zwei-Staaten-Lösung unmöglich gemacht wird.”

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Religion: Gewalt als Wesensmerkmal?

Hartmut Zinser Religion und Krieg Verlag: Fink, Paderborn 2015 ISBN: 9783770558339 24,90 €
Hartmut Zinser
Religion und Krieg
Verlag: Fink, Paderborn 2015
ISBN: 9783770558339
24,90 €

Der Autor ist pensionierter Professor für Religionswissenschaft an der FU Berlin. Im vorliegenden Buch möchte er das kriegerische Potenzial von Religionen erkunden. Dabei nimmt er tatsächlich stattgefundene Gewaltkonflikte in den Blick.

Von Ann-Kristin Flögel|Spektrum.de

Als Grundthese formuliert Zinser, Religionen seien nicht von sich aus friedfertig, ihnen müsse die Friedensliebe erst aufgedrängt werden. Auch wenn ein grundsätzlicher Gewaltverzicht zum Kern vieler Religionen gehöre, würden sie bewaffnete Auseinandersetzungen mitunter rechtfertigen, oft auf krummen Argumentationswegen. Diese These belegt der Autor anhand ausgewählter Beispiele, nachdem er sich ausführlich damit auseinander gesetzt hat, was man unter “Religion” und “Krieg” überhaupt zu verstehen hat.

Im Kern geht es Zinser darum, zu analysieren, welche Haltung die verschiedenen Religionen zum Krieg entwickelten und in welcher Weise sie diesen verbal verteidigten. Ein gewaltiges Unterfangen für ein Buch von knapp 200 Seiten, zumal der Autor kaum eine bedeutende Religion auslässt. Angefangen bei Überlegungen zu Heldentum, Ruhm und Herrschaft etwa bei den Germanen, spannt Zinser den Bogen über die römische Antike und die Theorie vom “bellum iustum” (vom “gerechten Krieg”) bis hin zum Christentum samt den Kreuzzügen. Auch mit den vermeintlich friedfertigen buddhistischen Lehren sowie dem Hinduismus setzt er sich kritisch auseinander, wenn auch weniger ausführlich.

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“Das Alte Testament war die Bibel des Jesus von Nazareth”

Der evangelische Theologe Christoph Markschies (dpa / picture alliance / Hannibal Hanschke)
Der Dialog der Religionen ist geprägt von großen Verwerfungen. Das Verhältnis von Juden und Christen ist dafür das Paradebeispiel. Christoph Markschies, Leiter des Instituts Kirche und Judentum, will dieses Verhältnis neu gestalten.

Christoph Markschies im Gespräch mit Kirsten Dietrich|Deutschlandradio Kultur

Kirsten Dietrich: Die Vielfalt der Religionen – auch wenn lange Nächte sie feiern, die Praxis sieht oft anders aus. Dialog ist nicht unmöglich, aber oft schwierig. Vor allem bei Religionen, die eng verwandt sind und sich eigentlich nahestehen müssten – das Verhältnis von Juden und Christen ist sicher das Paradebeispiel für ein solch nahes und schwieriges Verhältnis. Trotz oder vielleicht auch gerade wegen der direkten Herkunft ihrer Religion vom Judentum haben Christen im Lauf der letzten 2000 Jahre immer wieder versucht, sich als Überlegene abzugrenzen – oft mit schrecklichen Folgen für Juden und Jüdinnen. Seit der Katastrophe der Shoa mehren sich auch in den christlichen Kirchen die Versuche, dieses Verhältnis auf andere Füße zu stellen: christliche Schuld anzuerkennen und nach gemeinsamen Wurzeln zu fragen. Einer dieser Versuche ist das Institut Kirche und Judentum: gegründet vor 55 Jahren, 1960, von der Berliner evangelischen Kirche, inzwischen Teil der theologischen Fakultät an der Berliner Humboldt-Universität – und immer wieder Ort eines schwierigen Dialogs. Das Institut hat seit Mai einen neuen Leiter, Christoph Markschies, Professor für Kirchengeschichte. Ich habe ihn gefragt, was ihn an diesem Amt gereizt hat.

Christoph Markschies: Es gibt bestimmte Situationen im Leben einer Fakultät, einer Landeskirche und einer Person, da darf man nicht danach fragen, ob man noch genügend Zeit für eine Aufgabe hat, sondern da ist es einfach notwendig, dass die übernommen wird, und es ist eine Situation entstanden, in der wichtig war, dass sich Landeskirche und Berliner theologische Fakultät zum Institut Kirche und Judentum bekennen, und da ich selbst viel mit Jerusalem zu tun habe, dort studiert habe, mich mit antikem Judentum beschäftigte, habe ich mich der Anfrage, die an mich gerichtet wurde, dieses Institut zu übernehmen, nicht verschlossen und arbeite nun etwas mehr, aber ich tue es gern.

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Hamas-Führer Meschaal bestätigt Kontakte mit Israel

Chalid Maschal (2009), Bild: wikimedia.org/CC BY 3.0
  • Arabische und türkische Medien hatten von Gesprächen zwischen der Hamas und Israel berichtet, jetzt bestätigt dies Hamas-Führer Chaled Meschaal.
  • Ziel soll eine dauerhafte Waffenruhe sein.
  • Die Palästinensische Autonomiebehörde fürchtet eine Trennung von Westjordanland und Gazastreifen.

Süddeutsche.de

Hamas-Führer Chaled Meschaal hat erstmals von Kontakten mit Israel mit dem Ziel einer dauerhaften Waffenruhe berichtet. “Bislang scheinen die Kontakte positiv, allerdings haben wir noch keinerlei Abkommen erreicht”, sagte Meschaal in einem am Freitag auf der arabischen Nachrichten-Website Al-Arabi Al-Dschadid verbreiteten Video. Israel hat Berichte über direkte Gespräche mit der radikalislamischen Palästinenserorganisation, die den Gazastreifen beherrscht, bislang stets dementiert.

Arabische und türkische Medien hatten zuerst von Geheimkontakten berichtet, wonach die Hamas im Gegenzug für das Ende der Blockade des Gazastreifens alle Attacken auf Israel einstellen wolle. Die Palästinensische Autonomiebehörde im Westjordanland warf der Hamas bereits vor, durch die Gespräche mit Israel die dauerhafte Trennung von Westjordanland und Gazastreifen zu besiegeln und die Schaffung eines Palästinenserstaates mit beiden Gebieten zu torpedieren.

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Moscheen, Kirchen und Hexen rüsten sich für Lange Nacht

Berliner Dom, Bild: bb
Berliner Dom, Bild: bb
Bei der „Langen Nacht der Religionen“ präsentieren sich mehr als 90 Glaubensgruppen in Berlin. Erstmals auch moderne Heiden.


Von Florentine Anders|Berliner Morgenpost

Mehr als 90 verschiedene Berliner Glaubensgemeinschaften öffnen sich am Sonnabend kommender Woche zur Langen Nacht der Religionen. In den Moscheen, Tempeln oder Synagogen gibt es Konzerte, Meditationen, Yoga, Gesprächskreise und Andachten, zu denen Menschen aller Weltanschauungen eingeladen sind. Von Aleviten über Hindus und Buddhisten bis hin zu Druiden sind fast alle Glaubensrichtungen der Stadt vertreten.

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Moses Mendelssohn: Vom Talmudschüler zum jüdischen Aufklärer

Moses Mendelssohn (1771, Porträt von Anton Graff, Kunstbesitz der Universität Leipzig) PD
Moses Mendelssohn (1771, Porträt von Anton Graff, Kunstbesitz der Universität Leipzig) PD

Moses Mendelssohn (1729-1786) gilt als Vater der Haskala, der jüdischen Aufklärung. Und weil mit ihm eine Reformbewegung im Judentum einsetzte, bezeichnete man ihn auch als “jüdischen Luther”. Doch zu einer Reformation im deutschen Judentum kam es erst in den Generationen nach ihm.

Von Thomas Klatt|Deutschlandfunk

“Mendelssohn hat vor allen anderen eine große soziale Bedeutung. Er war der Reformator der deutschen Israeliten und seiner Glaubensgenossen. Er stürzte das Ansehen des Talmudismus. Er begründete den reinen Mosaismus.”

Der Potsdamer Philosoph Christoph Schulte zitiert Heinrich Heine. Für den jüdischen Dichter aus Düsseldorf war der jüdische Philosoph aus Dessau, Moses Mendelssohn, der Reformator, ja der Luther des deutschen Judentums.

“Wie Luther das Papsttum, so stürzte Mendelssohn den Talmud und zwar in derselben Weise, in der er ähnlich die Tradition verwarf, die Bibel für die Quelle der Religion erklärte und den wichtigsten Teil derselben übersetzte. Er zerstörte hierdurch den jüdischen wie Luther den christlichen Katholizismus.”

Moses Mendelssohn – der jüdische Luther also! So verführerisch einfach diese Formel auch zu sein scheint, so falsch ist sie. Denn der große Aufklärer wollte sein Judentum gar nicht reformieren. Der Judaist Roland Tasch.

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Was kommt nach dem Tod?

Bild: jamie/Pinterest
Der Fernsehjournalist Steffen König hat sich in der ersten Folge der dreiteiligen ARD-Serie „Was glaubt Deutschland?“ mit der Frage beschäftigt, was nach dem Tod kommt. Der 34-Jährige befragte in dem am 17. August um 23.30 Uhr ausgestrahlten Film einen Katholiken, einen Muslim, einen Juden, einen Buddhisten und eine Atheistin nach ihren Vorstellungen vom Jenseits.


kath.net

Doch den „religiösen Skeptiker“, wie er sich selbst nennt, konnten die Aussagen nicht überzeugen. Am Ende der SWR-Produktion berichtet er vom Tod seines Großvaters, der im Alter von 87 Jahren gestorben ist. Er habe „keine Ahnung, wo Opa jetzt ist“, sagte König. Er glaube, „dass er jetzt weg ist“; nur in seinem Herzen bleibe er in der Erinnerung lebendig. Damit kommt der für den SWR tätige Journalist der von ihm interviewten Atheistin Assunta Tammelleo am nähesten. Sie hat einen Sohn im Alter von acht Monaten durch plötzlichen Kindstod verloren. Auch sie trägt nach eigenen Aussagen die Erinnerung in ihrem Herzen, aber im Tod sehe sie keinen Sinn – wie auch letztlich nicht im Leben.

Katholischer Theologe: Gott rettet alle

König betonte mehrfach, dass Judentum, Islam und Christentum Regeln aufstellen, wie man in den Himmel oder ins Paradies kommen kann. Doch der katholische Theologieprofessor Albert Biesinger (Tübingen) widerspricht: „Man kann sich den Himmel nicht verdienen.“ Er persönlich glaube, dass der barmherzige Gott alle Menschen rette – auch die, die sich nicht für ihn öffnen. Biesinger hat selbst eine Nahtoderfahrung gemacht. Bei einer schweren Erkrankung habe er Gottes Stimme an der Schwelle zum Jenseits gehört.

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Geniale Antwort eines Atheisten: Warum jede Religion wie Scientology angefangen hat

Zwischen religiösen Menschen und Atheisten herrschen ständig Unstimmigkeiten. Dabei versuchen die Gläubigen, die Ungläubigen zu bekehren und die Ungläubigen liefern ein Gegenargument nach dem anderen und rütteln so am Fundament der religiösen Weltanschauung.


Von Sarah Czok|The Huffington Post

Egal ob Christen, Buddhisten oder Juden – in den Augen vieler Atheisten sind alle Religionen gleich. Deshalb entstand dieser unterhaltsame Dialog zwischen einem “Ungläubigen” und einem frommen Christen:

„Wenn es nur eine Religion gäbe, dann wäre das viel glaubwürdiger. Durch die hohe Zahl an Religionen wird es immer offensichtlicher, dass sie alle von Menschenhand geschaffen wurden,“

schreibt ein Atheist in einem Chat mit einem Christen.

Was dann folgt, ist genau das, was eben schon beschrieben wurde: Christ versucht Atheisten von seinem Glauben zu überzeugen, Atheist entkräftet ein Argument nach dem anderen mit einem Gegenargument.

„Sie sind alle von Menschenhand geschaffen, bis auf eine“

„Das sagen die Anhänger aller Regionen.“

„Andere Religionen liegen falsch“

„Das sagen die Anhänger aller Regionen.“

„Ich spüre Gott in meinem Herzen, deshalb weiß ich, dass er real ist“

„Das sagen die Anhänger aller Regionen.“

„Wenn du aufhörst, seine Existenz zu verleugnen, wirst du selbst fühlen, dass er bei dir ist“

„Das sagen die Anhänger aller Regionen.“

„Die Bibel erklärt so viele Dinge des Lebens. Das kann nicht ignoriert werden“

„Das sagen die Anhänger aller Regionen über ihre heilige Schrift. Du hast nichts.“

„Ich habe Gott. Er ist bei mir, immer.“

„Das sagen die Anhänger aller Regionen.“

„Vergiss es. Gläubige anderer Religionen werden zum Narren gehalten, aber es gibt keinen größeren Narren als den Atheisten“

„Rat mal?“

„Es ist mir egal, was andere Religionen sagen, ok?“

„Das sagen die Anhänger aller Regionen.“

Vom Einzelgänger zum einzigen Gott

Unglückliches Kind? Der indische Gott Varuna wird oft im Wasser dargestellt. / Bild: (c) Wilhelm-Fink-Verlag
Wie entstand der Monotheismus? Eine originelle Theorie: Aus dem schwierigen indischen Gott Varuna sei Zarathustras „Herr der Weisheit“ geworden.


Von Thomas Kramar|Die Presse

„Es gibt keinen Gott außer Gott“, steht auf der schwarzen Flagge des IS. In Zeiten, in denen eine radikale und brutale Form des Monotheismus wütet, ist es legitim, vielleicht sogar hilfreich, sich mit dem Wesen des Eingottglaubens zu befassen. Und Fragen zu stellen: Wo, wann und wie ist der Monotheismus entstanden? Was zeichnet ihn aus? Ist er notwendigerweise aggressiver als andere Religionen?

Der Ägyptologe Jan Assmann hat Letzteres zwar nicht explizit behauptet, aber doch angedeutet. Er prägte das Wort von der „mosaischen Unterscheidung“ – zwischen dem eigenen, dem wahren Gott und den anderen, den falschen Göttern –, die eine ganz neue Form der Gewalt in die Welt gebracht habe: die Gewalt im Namen Gottes.

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Ohne messianische Juden wollen die Bibel-Extremisten nicht

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster. Foto: picture-alliance/dpa
Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster (Würzburg), fordert von den Organisatoren des 500-jährigen Reformationsjubiläums 2017, den „sogenannten“ messianischen Juden keine Plattform zu bieten.


idea.de

Dabei handelt es sich um Juden, die wie Christen an Jesus Christus als den verheißenen Messias glauben. Sie segelten unter falscher Flagge und versuchten, unter dem „Deckmantel des Judentums Juden zum christlichen Glauben zu bekehren”. Er erwarte ferner, dass sich die EKD und die Landeskirchen von evangelikalen Christen abgrenzen. Sie sollten sich „deutlich so positionieren, dass sie ihren christlichen Missionsauftrag nicht gegenüber den Juden sehen“, sagte er dem Evangelischen Pressedienst (epd). Beim früheren Leiter der evangelistischen Bewegung ProChrist, Pfarrer Ulrich Parzany (Kassel), stoßen diese Forderungen auf Kritik. Er sagte der Evangelischen Nachrichtenagentur idea: „Wenn die evangelischen Kirchen sich von den messianischen Juden distanzieren, dann distanzieren sie sich auch von Petrus, Johannes und Paulus.“ Man werde „bei allem Respekt“ diesen Wunsch nicht erfüllen können, „solange wir an Jesus, den Messias Israels und der Völker, glauben“.

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Ein kleines Schisma im israelischen Judentum

Reformorientierte Rabbiner widersetzen sich der Regierung und den Anweisungen des Oberrabbinats und führen eigene Konversionen durch. (Bild: Janos Vaida / Keystone)
Bis jetzt überwachte das Oberrabbinat den Übertritt zum Judentum. Reformrabbiner wollen das ändern.


Von Ulrich Schmid|Neue Zürcher Zeitung

Unerhörtes begab sich diese Woche in Jerusalem. An einer geschlossenen, von zionistischen, reformorientierten Rabbinern überwachten Feier traten sechs Minderjährige zum Judentum über. Der Akt kommt einem Aufstand gegen das Oberste Rabbinat gleich, dem bisher die Kontrolle über die Konversionen oblag. Gleichzeitig ist die reformistische Konversion als Protest gegen die Regierung von Ministerpräsident Netanyahu zu verstehen. Diese hat im Juni auf Druck der einflussreicher gewordenen religiösen Parteien eine erst vor acht Monaten in der letzten Legislatur verabschiedete Reformvorlage gekippt. Diese zielte darauf ab, die Anzahl der Gerichtshöfe, die Konversionen überwachen, zu vergrössern und nicht nur eine Handvoll vom Obersten Rabbinat ernannte Richter darüber befinden zu lassen. In den israelischen Medien hat dieses Aufbegehren ein enormes Echo ausgelöst.

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„Juden haben keine Ahnung vom Islam – Muslime haben keine Ahnung vom Judentum“

Bild: Deutsch Türkisches Journal
In Berlin kommen am 17. August 140 Teilnehmer zur 6. Muslim Jewish Conference zusammen. Ziel der Konferenz ist es, religiöse und kulturelle Grenzen abzubauen sowie Netzwerke von jungen Menschen muslimischen und jüdischen Glaubens zu schaffen.


DTJ-Online

Am 17. August wird mit einer Zeremonie im Außenministerium die 6. Muslim Jewish Conference (MJC) eröffnet. Die seit 2009 jährlich stattfindende Konferenz wird dieses Jahr zum ersten Mal in der deutschen Hauptstadt abgehalten. Sie findet in Form eines einwöchigen Get-Together statt, welches das Wiener Organisationskomitee der Konferenz auf die Beine gestellt hat. Ziel soll es sein, dass die 140 Teilnehmer aus 40 Ländern zusammenkommen und einen interkulturellen Dialog über die Auflösung von Vorurteilen und Rassismus führen, um so mittelfristig dauerhafte Partnerschaften über nationale und religiöse Grenzen hinweg aufzubauen.

Inhaltliche Schwerpunkte werden dementsprechend relevante Themen für interkulturelle Beziehungen wie Antisemitismus, antimuslimischer Rassismus, Gender und Religion, Konflikttransformation und Leben als Minderheit sein. Eine Reihe jüdischer und muslimischer Gastredner wird das Programm abrunden.

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Zentralrats-Präsident: Kirche muss sich von Judenmission abgrenzen

Josef Schuster, Bild: tagesschau.de
Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, fordert von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) eine Abgrenzung zu Evangelikalen, die die Judenmission befürworten.


Von Daniel Staffen-Quandt|evangelisch.de

Er erwarte, dass sich die EKD und auch die Landeskirchen ganz deutlich “so positionieren, dass sie ihren christlichen Missionierungsauftrag nicht gegenüber den Juden sehen”, sagte der Würzburger Mediziner dem Evangelischen Pressedienst (epd). Dies sei nicht nur wegen der deutschen Geschichte wichtig, “sondern vor allem wegen der jüdischen Wurzeln des Christentums”.

Zugleich forderte er die Organisatoren des Reformationsjubiläums 2017 auf, messianischen Juden bei den Feierlichkeiten und Kirchentagen keine Bühne zu bieten. Messianische Juden segelten “unter falscher Flagge”, sagte Schuster, denn sie “versuchen unter dem Deckmantel des Judentums Juden zum christlichen Glauben zu bekehren”. Es gebe verschiedene Ausprägungen des Judentums und des Christentums: “Aber alle Christen sehen Jesus als Erlöser – und wir Juden nicht. Das ist der Unterschied, das sollte man akzeptieren.”

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