Streit um Palästinenser-Ausstellung in Stuttgart

Der Antisemitismus-Beauftragte der baden-württembergischen Landesregierung, Michael Blume, hat die in Stuttgart geplante Schau „Die Nakba – Ausstellung zur Situation der Palästinenser“ kritisiert. Sie stelle die „traurige Geschichte“ im Nahen Osten nur einseitig dar, sagte Blume am Samstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Nakba“ („Katastrophe“) soll ab Dienstag bis zum 22. September in Stuttgarts Haus der Katholischen Kirche zu sehen sein, danach in der Evangelischen Akademie Bad Boll bei Göppingen. Der Leiter des Hauses der Katholischen Kirche, Roland Weeger, verteidigte das Ausstellungskonzept.

evangelisch.de

„Von Deutschland aus lässt sich der Nahostkonflikt nicht lösen, und wir sind als Oberlehrer auch nicht gefragt“, betonte Blume. Er erinnerte daran, dass nach der Staatsgründung Israels und dem folgenden Angriff der Nachbarstaaten sowohl Araber wie auch Juden in großer Zahl vertrieben worden seien, zum Beispiel über 140.000 Juden aus dem Irak. Darüber informiere die Ausstellung nicht. „Heizt es den Konflikt nicht eher an, wenn wir uns nur mit einer Seite identifizieren und die andere ausblenden?“, fragte der Antisemitismus-Beauftragte.

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Judenfeindlichkeit findet sich in allen Bundesländern

Bild: bb
Judenfeindlichkeit ist nach Ansicht des Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, kein rein ostdeutsches Phänomen. Man finde Antisemitismus in allen deutschen Bundesländern, auch in Bayern, sagte Schuster am Freitag dem Bayerischen Rundfunk (BR).

Jüdische Allgemeine

Als Beispiel nannte er den Fall einer Abiturientin in Nürnberg. Diese habe im Unterricht zu hören bekommen, dass die Gründung des Staates Israel eine willkürliche Entscheidung gewesen sei.

Schulen

Um gegen die Anfeindung von Juden stärker vorzugehen, müsse man bereits im Kindes- und Jugendalter ansetzen, sagte Schuster. So dürfe man das Judentum in den Schulen nicht nur »als Opferrolle des Nationalsozialismus darstellen«, sondern müsse auch darauf hinweisen, wie lange Juden in Deutschland schon ihre Beiträge zum wissenschaftlichen und kulturellen Leben leisten.

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Innenministerium will nur mit Religionsgemeinschaften reden

Foto: pixabay.com / Public Domain https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Public-Domain-Bilderquellen
Innen- und Heimatminister Horst Seehofer will eine gesellschaftliche Debatte über Religion und Staat anstoßen. Der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) begrüßt diesen Vorstoß und fordert eine stärkere Berücksichtigung der Interessen nicht-religiöser Menschen in der politischen Entscheidungsfindung.

hpd.de

Durch das Grundgesetz ist die Bundesrepublik Deutschland als weltanschaulich neutraler Staat konstituiert. Artikel 140 schreibt die Gleichbehandlung von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften vor.

Die gesellschaftliche und politische Realität sieht hingegen anders aus: Vor allem die christliche Religion und die traditionellen Kirchen bleiben stark privilegiert. Religionsfreie Menschen und ihre Interessenvertretung werden in die politische Debatte viel zu wenig eingebunden.
Der Humanistische Verband Deutschlands als anerkannte Weltanschauungsgemeinschaft hat deshalb in einem Schreiben das Bundesinnenministerium dazu aufgefordert, bei den geplanten Gesprächen über die Kooperationsbeziehungen zwischen dem Staat und den Kirchen auch andere Weltanschauungsgemeinschaften als Vertreter der wachsenden Zahl nichtreligiöser Menschen in Deutschland einzubeziehen.

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Denken statt Glauben – Wissenschaftlerinnen empfehlen Großbritannien Religionsunterricht zu reformieren

Themenbild.

Der britische Religionsunterricht sollte grundsätzlich überholt werden. Dieser Meinung sind zumindest Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich zwei Jahre lang für eine Studie mit dem Thema beschäftigt haben.

Phil Göbel | bento

Die staatliche „Commission on religious Education“, die die Studie durchgeführt hat, empfiehlt sogar, das Fach umzubennen. Das berichtet der „Guardian„.

Was soll am Religionsunterricht geändert werden?

Wie die Kommission festgestellt hat, ist eine grundsätzliche Neuausrichtung des Religionsunterrichtes nötig, um die „stark angestiegene Diversität der Welt“ darzustellen. Deshalb sollte das Fach neben religiösen auch andere Schwerpunkte haben.

Folgende Themen sollen im Unterricht aufgenommen werden:

  • Atheismus (Das Nichtglauben an einen Gott)
  • Agnostizismus (Weltanschauung, bei der die Existenz eines Gottes nicht rational erklärt werden kann und deshalb weder bejaht, noch verneint werden kann.) (Duden)
  • Säkularismus (Weltanschauung, bei der Kirche und Staat voneinander getrennt sind)

Laut der Empfehlung sollte das Fach auch umbenannt werden. Die Autoren schlagen den Titel „Religion und Weltanschauungen“ vor. Ziel soll es sein, junge Menschen mit Respekt und Empathie für unterschiedliche Glaubensrichtungen und Standpunkte auszustatten, so die Autoren.

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Nationalismus kann religiös und antireligiös sein

Sinnbild für die Verbindung von neuem Nationalismus und Religion? „Pegida“-Anhänger demonstrieren mit einem schwarz-rot-gold angemalten Kreuz in Dresden. (dpa / Kay Nietfeld)
Ob Religion Nationalismus verstärkt oder sich ihm entgegen stellt, hängt von den Frontverläufen in einer Gesellschaft ab, sagt Hans Joas. Auch das Christentum laufe trotz seines „Menschheitsethos“ Gefahr, mit nationalen Interessen zu verschmelzen.

Hans Joas im Gespräch mit Anne Françoise Weber | Deutschlandfunk Kultur

Anne Françoise Weber: Schwarz-rot-golden angemalte Kreuze sind bisweilen bei Pegida-Demonstrationen zu sehen – sinnbildlicher kann man die Verbindung von neuem Nationalismus und Religion ja eigentlich kaum machen. Das Ganze ist kein rein deutsches Phänomen, hier noch zwei andere Beispiele: 2016 feierte der polnische Staatspräsident das 25-jährige Bestehen des privaten nationalkatholischen Senders Radio Maryja mit. Und der ungarische Ministerpräsident Victor Orbán, selbst Calvinist, will das „christliche Europa“ vor dem Islam retten, und dazu schließt er vorsorglich erst mal die Grenzen seines Landes.

Wie funktioniert dieses Zusammengehen von Religion und neuem Nationalismus? Ist das ein spezifisch europäisches Phänomen, eine Gegenreaktion auf die europäische Einigung? Mit solchen Fragen hat sich in den vergangenen Tagen eine Konferenz des Instituts für öffentliche Theologe der Berliner Humboldt-Universität befasst. Einer der Mitwirkenden war Hans Joas, Sozialphilosoph und Ernst-Troeltsch-Professor für Religionssoziologie eben an der Humboldt-Universität. Ich habe vor der Sendung mit ihm gesprochen und ihn gefragt: Herr Joas, bevor wir jetzt auf die neuen Nationalismen in Europa kommen, ein Schritt zurück – wie viel hat denn die Überwindung des Nationalismus, die europäische Einigung mit Religion zu tun? Es ist ja doch auffällig, dass die Protagonisten der Einigung – Adenauer, de Gaulle oder Robert Schuman – alles gläubige Katholiken waren.

Hans Joas: Also was diese Frühgeschichte der europäischen Einigung betrifft, gibt es ganz verschiedene Erzählungen, und das halte ich auch für ziemlich natürlich. Wenn etwas kontrovers ist, kämpft man auch um die Erzählungen der Entstehung dieses Phänomens. Die einen betonen sicher, wie Sie gerade, dass es eine Art Vision gab für eine künftige, friedliche Ordnung in Europa und dass die sehr stark mit Religion zusammenhing. Die anderen betonen eher, dass es strategische Motive waren, und legen den Akzent darauf, dass das ja nur eine Friedensordnung in Europa sein sollte, dass beispielsweise die Franzosen und die Briten in derselben Zeit sich um die Aufrechterhaltung ihrer Kolonialreiche mit allen Mitteln bemüht haben, auch mit brutalen, kriegerischen Mitteln …

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Es ist wieder ein Thema, als Jude in Deutschland zu leben

Bild: bb
Die dritte jüdische Generation nach dem Holocaust erhebt jetzt ihre Stimme. Der Lyriker Max Czollek will dabei an die Schmerzgrenze gehen und findet, die deutsche Gegenwart sei «immunisiert», was eine Kontinuität des deutschen Antisemitismus anbelange. Neben viel Schwarz-Weiss-Malerei gibt er auch Wichtiges zu bedenken.

Claudia Schwartz | Neue Zürcher Zeitung

«Wenn man als Jude angegriffen ist, muss man sich als Jude verteidigen», sagte Hannah Arendt in dem berühmten Gespräch mit Günter Gaus. Das war im Jahr 1964, als TV-Talks sich noch nicht in unverbindlichem Opportunismus versendeten. Der deutsch-jüdische Autor Max Czollek greift in seiner aktuellen Streitschrift «Desintegriert Euch!» auf Arendt zurück und geht an die Schmerzgrenze. Er wirft den jüdischen Institutionen in Deutschland vor, zu sehr in vorgegebenen Grenzen zu verharren und damit dem «deutschen Begehren nach Juden mit ‹Holocaust-Bezug›» entgegenzukommen. Der in solchen Fällen immer verbindlich scharfzüngige Henryk M. Broder hat diesen Umstand schon einmal als «Reue-Entgegennahme-Instanz» bezeichnet.

Dass sich der Blick auf das Judentum in Deutschland immer irgendwie um Antisemitismus drehe, ist ein Dauerthema nicht nur der innerjüdischen Debatte. Beide Seiten, die jüdische wie die deutsche, haben daran ihren Anteil in einer Art «negativen Symbiose» (Dan Diner).

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Auch der Ramadan gehört zum Brauchtum in unserem Land

„Religionspolitik darf nicht für identitäts- oder integrationspolitische Anliegen instrumentalisiert werden“, antwortet Volker Beck Innenminister Horst Seehofer Quelle: Michael Kappeler/dpa, Michele Tantussi/Getty Images
Innenminister Seehofer beklagte in einem WELT-Beitrag den Bedeutungsverlust des Christentums. Der Grüne Volker Beck erwidert, Religionspolitik müsse allen die gleiche Freiheit gewährleisten: Säkularen wie Anhängern anderer Glaubensgemeinschaften.

Von Volker Beck | DIE WELT

Der Innenminister will mit uns über Religion reden, schrieb er in WELT. Die gute Nachricht: Der Religionsminister hat damit sein Amt angetreten, die schlechte: eine religionspolitische Agenda ist in seinem Beitrag leider nicht zu erkennen.

Stattdessen wird eine melancholische Betrachtung des Bedeutungsverlustes der eigenen, christlichen Tradition geboten. Vom Böckenförde-Diktum bis zur katholischen Soziallehre, da hat einer seinen Zettelkasten umgedreht und bestätigt sich, dass er eigentlich recht hat, merkt aber selbst, dass er immer seltener recht bekommt.

Dass christliche Politiker im öffentlichen Diskurs ihren Glauben bekennen, öffentlich darüber reden, wie sie aus den Werten des Christentums ihr politisches Handeln ableiten, und das zur Diskussion stellen, muss nichts Schlechtes sein. Die Aufgabe des Innenministers, der für Religionspolitik zuständig ist, ist allerdings eine größere: Er sollte den gesellschaftlichen Zusammenhalt zwischen Gläubigen der verschiedenen Richtungen und Säkularen diskursiv wie politisch mit organisieren. Und da gilt: mehr Religionspolitik wagen!

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Trump: Israel will pay ‘higher price’ in peace talks after embassy move

US President Donald Trump speaks during a rally August 21, 2018, at the Civic Center in Charleston West Virginia. (AP Photo/Tyler Evert)
US president says recognition of Jerusalem will help negotiations: ‚Palestinians will get something very good, because it’s their turn next‘

The Times of Israel Staff

US President Donald Trump said Tuesday night Israel will pay “a higher price” in peace talks with the Palestinians due to his decision to recognize Jerusalem as the Jewish state’s capital.

Speaking at a campaign rally in Charleston, West Virginia, Trump said Palestinians “will get something very good” in any future negotiations.

“If there’s ever going to be peace with the Palestinians, then this was a good thing to have done,” Trump said of the recognition of Jerusalem and the relocation of the US embassy to the capital.

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Vergebung!

Grösste Mühe mit dem Kernthema. Papst Franziskus (l.), Vorgänger Benedikt XVI. Bild: Keystone
Warum sich der Papst für den Antisemitismus der Katholischen Kirche entschuldigen sollte.

David Klein | Basler Zeitung

Haben Sie schon jemanden getötet? Klauen Sie wie ein Rabe? Lügen Sie, dass sich die Balken biegen? Spannen Sie Ihren Kollegen regelmässig die Freundin aus oder betrügen Sie ständig Ihren Ehepartner? Behandeln Sie Ihre Eltern wie den letzten Dreck? Sind Sie von Neid zerfressen?

Wenn Sie diese Fragen verneinen können, leben Sie weitgehend nach den zehn Geboten. O.k., vielleicht haben Sie sich Gott mal als bärtigen Opa vorgestellt (Du sollst dir kein Bildnis machen), an einem Ruhetag gearbeitet (Gedenke des Sabbats) oder es rutschte Ihnen ein «Gopferdammi» raus (Du sollst den Namen des Herrn nicht missbrauchen), aber das sind vernachlässigbare Sünden.

Gemäss dem jüdischen Tanach wurden die Gebote Moses auf dem Berg Sinai von Gott offenbart. Ich tendiere jedoch eher zur Ansicht, dass sie vor Tausenden Jahren – lange bevor der erste christliche Mensch auch nur ein Schimmer im Auge seiner Mutter war – von gescheiten Juden erdacht wurden, um mit dem Monotheismus (Du sollst keine anderen Götter neben mir haben) dem damaligen ethisch-moralischen Schlamassel einigermassen Herr zu werden. Wie dem auch sei, seitdem bildet der jüdische Dekalog die Grundlage des menschlichen Zusammenlebens in der westlichen Zivilisation.

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Österreich: Regierung mit Erlass gegen unkontrollierte Schlachtungen

foto: apa/dpa/mohssen assanimoghaddam Die FPÖ will per Erlass die unkontrollierte Schlachtung von 25.000 Schafen pro Jahr unterbinden.
„Illegale Hinterhofschlachtungen“ sollen unterbunden werden. Die Regelung tritt kurz vor dem islamischen Opferfest in Kraft

derStandard.at

Kurz vor Beginn des islamischen Opferfests (heuer von 21. bis 24. August) setzt die Bundesregierung eine Regelung in Kraft, mit der „illegale Hinterhofschlachtungen“ unterbunden werden sollen. Der Erlass des Sozialministeriums gilt ab 15. August. Wie man bei der FPÖ meint, soll damit die tierquälerische und hygienisch gefährliche Tötung von rund 25.000 Schafen pro Jahr ein Ende finden.

Nicht eingegriffen werde damit in rituelle, ordnungsgemäß durchgeführte Schächtungen an dafür geeigneten Orten wie etwa koscheren Schlachtbetrieben, wurde von freiheitlicher Seite betont. Die Regelung werde schon länger vorbereitet. Im Mai hätten die Landestierschutzreferenten das Sozialministerium aufgefordert, die bestehende Ausnahmeregelung in Hinblick auf eine bessere Kontrolle des illegalen Schächtens zu überarbeiten.

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Weltkongress besorgt über Antisemitismus in Deutschland

Synagoge in Berlin. Themenbild Bild: bb
Laut Angaben des Jüdischen Weltkongresses ist die Zahl antisemitischer Vorfälle im ersten Halbjahr 2018 im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2017 um 10 Prozent gestiegen. Es brauche „konzertierte Anstrengungen“, so der Präsident.

DOMRADIO.DE

Der Jüdische Weltkongress (WJC) zeigt sich besorgt über eine steigende Zahl antisemitischer Vorfälle in Deutschland. Die Bundesregierung habe ein „bewundernswertes Engagement zur Bekämpfung von Antisemitismus bewiesen“, erklärte WJC-Präsident Ronald Lauder am Freitagabend Ortszeit in New York. Als Beispiel nannte er die Ernennung von Felix Klein zum ersten Regierungsbeauftragten für die jüdische Gemeinschaft. Dennoch brauche es konzertierte Anstrengungen, um den „stetigen Anstieg gewalttätiger Vorfälle und Belästigungen zu stoppen und sicherzustellen, dass sich die deutschen Juden weiter sicher und wertgeschätzt fühlen“.

Laut WJC-Angaben ist die Zahl antisemitischer Vorfälle im ersten Halbjahr 2018 im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2017 um 10 Prozent gestiegen. Von 401 registrierten antisemitischen Vorfällen seien 349 als von Personen mit rechtsextremistischen Tendenzen gemeldet worden, 80 davon allein in Berlin.

Der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, der auch WJC-Vizepräsident ist, forderte die Einführung eines effektiven landesweiten Meldesystems für Antisemitismus. Der Jüdische Weltkongress vertritt international jüdische Gemeinden in 100 Ländern gegenüber Regierungen, Parlamenten und internationalen Organisationen.

Israel stärkt religiös-ethnischen Staat

Jerusalem. Bild: Andrew Shiva / CC BY-SA 4.0
Das israelische Parlament hat knapp das „Nationalitätsgesetz“ verabschiedet, das Juden privilegiert und dem Arabischen nur noch einen Sonderstatus gewährt

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Israel spielt eine negative Pionierrolle, nachdem das Parlament mit einer knappen Mehrheit 62 zu 55 Stimmen und 2 Enthaltungen das sogenannte „Nationalitätsgesetz“ angenommen hat. Es ist ein Grundgesetz mit Verfassungsrang. Knapp und deutlich wird hier Israel von einer Demokratie mit der Gleichberechtigung aller Bürger zu einer rassistisch, zumindest ethnisch und religiös definierten Nation, die Juden explizit privilegiert. Dabei versteht und verkauft sich Israel immer als die einzige Demokratie im Nahen Osten.

Regierungschef Netanjahu feierte die Verabschiedung des Gesetzes im Knesset als „einen entscheidenden Augenblick in der Geschichte des Zionismus und der des Staates Israel. 122 Jahre, nachdem Herzl seine Vision veröffentlichte, haben wir per Gesetz das fundamentale Prinzip unserer Existenz festgelegt.“ Dem ungarischen Regierungschef Victor Orbán, der gerade Israel besucht, sagte er, „Israel verteidigt auf viele Weisen Europa“ im Kampf gegen den radikalen Islam. Er bedankte sich bei Orbán, der immer wieder Israel verteidigt habe. Orbán hingegen befand, Ungarn und Israel verstünden sich wegen der ausgezeichneten Beziehung zwischen ihm und Netanjahu so gut, was kein Wunder sei, da beide Länder einen „patriotischen Führer“ hätten.

Man muss da nichts schönreden, auch wenn das Gesetz faktisch vielleicht keine größeren und direkten Folgen haben wird als die bereits existierenden Diskriminierungen der arabischen Bürger und zwei Passagen nach langen Diskussionen ein wenig korrigiert wurden. Aber es mutet doch seltsam an, dass ausgerechnet die Juden, die vor allem unter dem deutschen Nationalismus/Rassismus leiden mussten, einen weiteren Schritt in die Richtung eines Staates mit einer privilegierten und überlegenen Rasse gehen.

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Austria: Waldhäusl besteht weiter auf Registrierung: Schächten sei „Tierquälerei“

foto: robert newald „Aus Sicht des Tierschutzes ist Schlachten ohne Betäubung einfach nicht in Ordnung“, findet der freiheitliche Tierschutzlandesrat Gottfried Waldhäusl.
Die Bundesregierung und Niederösterreichs Landeshauptfrau lehnen eine Registrierung der Kunden ab. Aus dem Büro des FPÖ-Landesrats heißt es dagegen: „Wir wollen Schächten zurückdrängen“

Katharina Mittelstaedt | derStandard.at

Inzwischen hat sich sogar die Bundesregierung in die Diskussion über rituelle Schlachtungen eingemischt. Namentlich Kanzleramtsminister Gernüt Blümel (ÖVP): Die Koalition lehne die Registrierung von Kunden, die koscheres Fleisch kaufen, ab. „Solange Sebastian Kurz Bundeskanzler dieser Republik ist, können unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger sicher sein, dass diese Freiheiten und Grundrechte in keinster Weise beschränkt werden“, erklärt er in einer Stellungnahme.

Hintergrund ist, dass der niederösterreichische Tierschutzlandesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ) aktuell prüfen lässt, wie die Landesbehörden den Bedarf an koscherem und Halal-Fleisch künftig strenger kontrollieren können. Nach Ansicht des Freiheitlichen ist der bisherige Umgang mit dem Tierschutzgesetz zu lax, weil die vorgeschriebene Bedarfsprüfung für geschächtetes Fleisch ohne Registrierung der Endkunden erfolgt.

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Wegen Ausgrabungen: Großmufti fürchtet „Judaisierung“

© Bild: Fotolia.com/kanuman
Israel lässt unter dem Tempelberg archäologische Grabungen durchführen. Für den Großmufti von Jerusalem, Mohammed Ahmed Hussein, ist klar: Hier sollen islamische Funde zerstört werden.

katholisch.de

Der Großmufti von Jerusalem, Mohammed Ahmed Hussein, hat archäologische Ausgrabungen Israels unter dem Tempelbergareal kritisiert. Mit den Grabungen in den Omayyaden-Palästen unter Teilen des islamischen Museums versuche Israel, islamische Funde in dem Gebiet zu zerstören und die Identität der Stadt zugunsten einer Judaisierung zu verändern, sagte er laut Bericht der Tageszeitung „Jerusalem Post“ von Mittwoch in einer Stellungnahme.

Die Al-Aska-Moschee sei durch die Grabungen ernsthaft gefährdet, insbesondere im Falle eines Erdbebens, so der Geistliche weiter. Er rief die arabische und islamische Welt sowie die Vereinten Nationen zu schnellem Handeln auf. Israel bringe durch seine Politik Spannungen in die gesamte Region.

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NRW-Innenminister verurteilt antisemitischen Angriff von Bonn: Attacke auf jüdischen Professor

Bild: bb
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul hat einen antisemitischen Übergriff in Bonn als „abscheulich“ verurteilt und sich für Polizei-Fehler entschuldigt. „Wir werden nicht zulassen, dass in Deutschland wieder Hatz auf Juden gemacht wird“.

DOMRADIO.DE

Das sagte der CDU-Politiker der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ in Düsseldorf. Es sei dabei zu einem „verhängnisvollen Missverständnis gekommen“, für das er das Opfer telefonisch um Entschuldigung gebeten habe.

Der Vorfall hatte sich am Mittwochnachmittag im Bonner Hofgarten zugetragen. Dabei war laut Bonner Polizei ein 50-jähriger, in den USA lebender israelischer Hochschulprofessor von einem Mann auf die von ihm getragene Kippa angesprochen und beleidigt worden. Der Unbekannte habe ihm die Kopfbedeckung heruntergeschubst und ihm gegen die Schulter geschlagen.

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First cabinet member enters Temple Mount after 3 years as PM lifts ban

Agriculture Minister Uri Ariel visiting the Temple Mount in Jerusalem on July 8, 2018. (Courtesy)
Agriculture Minister Uri Ariel the first to make use of new decision letting MKs visit flashpoint Jerusalem holy site once every 3 months; calls for completely free access

By Michael Bachner and TOI staff | The Times of Israel

An Israeli minister on Sunday entered the Temple Mount in Jerusalem, the first such visit since Prime Minister Benjamin Netanyahu lifted a three-year ban on lawmakers entering the flashpoint holy site.

Agriculture Minister Uri Ariel of the religious right-wing Jewish Home party became the first lawmaker to make use of the permit and entered the compound, the holiest site in Judaism and the third-holiest in Islam, at the beginning of non-Muslim visitation hours shortly after 7 a.m.

Ariel last week welcomed the prime minister’s decision, but said that it did not go far enough.

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Benedikt XVI. ruft den Juden zu: An Christus führt kein Weg vorbei

Für Benedikt XVI. verkörpert das Judentum historisch das Gericht Gottes an den Menschen. Sinnbildlich dafür steht die Zerstörung des Tempels in Jerusalem im Jahr 70 n. Chr. durch die Römer. (Bild: Alamy)
Der emeritierte Papst meldet sich aus dem Off zu Wort und bekräftigt seine Haltung: Die Juden sind Gottes Volk, aber die Wahrheit liegt im Christentum.

Christian Rutishauser | Neue Zürcher Zeitung

Seit dem Amtsverzicht von Papst Benedikt befindet sich die katholische Kirche in einer historisch einmaligen Situation. Papst Franziskus, sichtbares Symbol der Einheit der Kirche, hat an seiner Seite einen emeritierten Vorgänger. Mag dessen Stellung rechtlich gesehen jener eines pensionierten Bischofs gleichen, so wäre ein öffentliches Wirken seinerseits doch äusserst delikat. Was bedeutete es für die sichtbare Repräsentanz der Einheit, wenn sich Franziskus und Benedikt widersprächen? Entfesselte sich in der Kirche nicht eine Dynamik, die der Zeit gleicht, als es mehrere Päpste gab?

Papst Benedikt muss sich dieser Konstellation bei seinem Rücktritt bewusst gewesen sein, als er versicherte, er werde sich aus der Öffentlichkeit ins kontemplative Leben zurückziehen. Auch wenn er im Vatikan hin und wieder von Papst Franziskus zur Repräsentanz hinzugezogen wird und die Öffentlichkeit von seinem theologischen Arbeiten mit ehemaligen Schülern erfährt, hat er sich bis anhin grundsätzlich an seinen Entscheid des Rückzugs gehalten.

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Orthodoxes Judentum: Stylisch, aber züchtig

Miri Beilin (l.) entwirft in Bnei Brak Mode für ultra-orthodoxe Frauen. (Benjamin Hammer)
Ultraorthodoxe jüdische Frauen tragen oft schlichte Kleider. Daran will eine Gruppe von Haredim jetzt etwas ändern. Sie schneidert extravagante Mode, die aber den strengen Vorschriften der Rabbiner entspricht. Ihre Vorbilder: Die sittsam-eleganten Frauen der britischen Königsfamilie.

Von Benjamin Hammer | Deutschlandfunk

Eines von vielen Hochhäusern im Großraum von Tel Aviv. Eine stylishe Dachterasse im 18. Stock. Miri Beilin posiert vor einer Gruppe von Reportern. Auf den ersten Blick könnte sie die Darstellerin einer Hochglanzserie aus New York sein. Sie trägt ein elegantes Kleid mit Blumenmuster, viel Schmuck – und sehr dicken Lippenstift. Aber dann fällt auf, dass das Kleid Arme und Beine fast vollständig bedeckt. Auf dem Kopf trägt Miri Beilin eine sehr lange Perücke.

Sie sagt: „Wir befinden uns in Bnei Brak. Es ist die Stadt mit dem größten Anteil von ultra-orthodoxen Juden in ganz Eretz Israel“, sagt Miri Beilin, die in den USA geboren wurde und später auswanderte. „In diesem Viertel unserer Stadt ist ein Geschäftszentrum entstanden. Das ist in unserer Welt etwas Neues. Dass wir nicht mehr nur zu Hause oder auf der Straße arbeiten, sondern in modernen Hochhäusern.“

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Warum in Westeuropa der Hass auf Juden immer wieder aufflammt

Judensau an der Stadtkirche Wittenberg. Bild: wikimpedia.org/CC-BY-SA 4.0 – Posi66
Ob Deutschland oder Frankreich – immer wieder begehen muslimische Einwanderer Straftaten gegenüber Juden. Doch Migration allein kann nicht erklären, wieso Antisemitismus in Westeuropa in Wellen auftaucht.

Andreas Ernst, Haluka Maier-Borst | Neue Zürcher Zeitung

Das deutschsprachige Feuilleton weiss es schon lange: Mit den Asylsuchenden aus Nahost und Nordafrika hat sich Europa einen neuen militanten Antisemitismus «importiert». Auch angesehene Politiker wie der deutsche Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble warnen vor «mehr Judenhass durch Migration». Und die brutalen Übergriffe auf Juden in Deutschland oder Frankreich durch muslimische Migranten scheinen den Zusammenhang zu bestätigen: Der Antisemitismus in Europa ist wieder auf dem Vormarsch und wird vor allem von Einwanderern getragen. Die Debatte ist emotional und beruht kaum je auf überprüfbaren Daten.

Doch es gibt sie. Die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft beauftragte David Feldman vom Pears Institute for the Study of Antisemitism an der Birkbeck Universität in London, dem möglichen Zusammenhang zwischen Antisemitismus und Migration nachzugehen. Feldman und seine Forschergruppe konzentrierten sich dabei auf Deutschland, Frankreich, Belgien, die Niederlande und Grossbritannien.

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Bund erhöht Mittel für Zentralrat der Juden

Der Bund erhöht seine jährliche finanzielle Unterstützung für den Zentralrat der Juden auf 13 Millionen Euro.

evangelisch.de

Am Freitag unterzeichneten Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Vertreter des Zentralrats, darunter Präsident Josef Schuster, einen neuen Staatsvertrag. Die Leistungen werden damit um drei Millionen Euro pro Jahr angehoben. Ein entsprechendes Gesetz muss noch vom Parlament verabschiedet werden.

Insbesondere bei der Neuausrichtung der Erinnerungsarbeit, der Integration und im Engagement gegen Antisemitismus könne sich der Zentralrat damit stärker engagieren, hieß es zur Begründung. Der Dachverband müsse sich wachsenden Herausforderungen stellen, sagte Seehofer. Der gestiegene Antisemitismus in der Gesellschaft gebe Anlass zur Sorge. „Wer unsere jüdischen Bürger bedroht, der bedroht uns alle“, betonte der Innenminister.

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