„Gottgelenkte Evolution“

Pockenvirus – ein Ergebnis gelenkter, absichtsvoll vorausgeplanter Evolution?
Ein gescheiterter Versuch der Konsensfindung. Das Konzept einer „gottgelenkten Evolution“ wird als Kompromiss zwischen Kreationismus und der wissenschaftlichen Evolutionsbiologie angeboten.

Von Jori Wehner | Richard-Dawkins-Foundation

Mit einem wissenschaftlich begründeten Verständnis evolutionärer Prozesse ist dieses Konzept nicht vereinbar, denn alle Beobachtungen deuten auf ungelenkte Evolution hin. Zudem werfen Versuche einer Vereinigung beider Konzepte unlösbare theologische Probleme auf.

Es besteht ein unüberbrückbarer Konflikt zwischen „ungelenkter Evolution“ (die plausible Schlussfolgerung evolutionsbiologischer Forschung) und „gelenkter Evolution“ (die Behauptung christlicher und islamischer Theologie).

  1. Die Theologie postuliert an den Anfang der evolutionären Entwicklung einen intelligenten Schöpfer, der irgendwann damit begonnen haben soll, einen zuvor festgelegten Plan abzuarbeiten. Evolutionäre Prozesse laufen jedoch allem Anschein nach ungerichtet und ohne vordefiniertes Ziel ab. Genetische Mutationen folgen einer statistischen Zufälligkeit – keinem vordefinierten Ziel. Die meisten Mutationen sind phänotypisch neutral oder schädigen ihren Träger. Nur in extrem seltenen Fällen tritt eine fitness-steigernde Mutation auf, die ihrem Träger einen reproduktiven Vorteil verschafft und damit in der Population fixiert wird.  Der evolutionäre Prozess produziert also praktisch immer nur Ausschuss (was leicht übersehen werden kann, da unsere eigene Umwelt nur noch die seltenen Erfolgs-Ausnahmen enthält). Selbst die wenigen Individuen, die sich gegen ihre Konkurrenten innerhalb und außerhalb der eigenen Art behaupten können, sind immer nur zeitweilig erfolgreich. Mehr als 99% aller biologischen Spezies der Erdgeschichte sind ausgestorben. Das spricht gegen eine planvolle Steuerung evolutionärer Prozesse und ist ein deutlicher Beleg für ungeplante, ungerichtete, letztlich ziellose Entwicklung.

Evolutionsexperimente zeigen, dass die Evolution mit jedem Neustart desselben genetischen Ausgangsmaterials immer neue, überraschende, unvorhersehbare Verläufe nimmt.[1] Dabei zeigt sich Divergenz in neue, bisher unbeschrittene Wege durch den Raum der möglichen Permutationen.[2] Die statistische Wahrscheinlichkeit für Redundanz (für eine Wiederholung derselben Mutationssequenzen in nachfolgenden Generationen) geht gegen Null. Selbst konvergente Einwicklungen in der Evolution entstehen offenbar nicht planvoll, sondern durch den formenden Einfluss der Umweltbedingungen.

  1. Das Genom etlicher Spezies enthält funktionelle Verluste gegenüber früheren Evolutionsstufen. Im Genom der Primaten (einschließlich des Menschen) findet sich z.B. auf dem achten Chromosom ein defektes Gen für einen Stoffwechselweg zur Herstellung von körpereigenem Vitamin C. Menschen und andere Trockennasenaffen können kein eigenes Vitamin C mehr produzieren, wozu ihre evolutionären Vorfahren (und fast alle anderen höheren Tiere in unserer Umwelt) problemlos in der Lage sind.[3] Diese Pseudogene sind beeindruckende Zeugnisse der gemeinsamen Abstammung heutiger Arten – jedoch funktionell sinnlos. Es erscheint extrem unplausibel, dass ein intelligenter Schöpfer die Evolution nützlicher Gene veranlasst haben soll, um sie dann in einzelnen Spezies durch Punktmutation zum Schaden ihrer Träger wieder zu zerstören. Der Nachweis von defekten Pseudogenen bestätigt jedoch hervorragend die Annahme einer ungelenkten, ziellosen Evolution basierend auf zufälligen Mutationen.

Nicht nur auf makroskopischer Ebene sind die Spuren ungerichteter Evolution anhand von Rudimenten und Atavismen erkennbar. Die Erbinformation aller Spezies ist übersät mit den Artefakten zufälliger, meist schädlicher Kopierfehler, die sich im Verlauf von vier Milliarden Jahre währender, wiederholender DNA-Abschriften eingeschlichen haben. In der DNA aller Spezies finden sich tausende retrovirale Insertionen, Transposone, chromosomale Fusionen, sinnlose Einfügungen und Umstellungen, die vor Millionen Jahren bei einzelnen Individuen aufgetreten sind und sich seitdem durch ihre (in verschiedene Spezies aufgespaltete) Nachkommenschaft vererben. Auch wenn wir in unserem Genom nur noch solche Artefakte finden, die mit dem Leben und der Reproduktion ihrer Träger vereinbar gewesen sind, lässt ein Blick in das breite Spektrum der Erbkrankheiten erahnen, wieviele Milliarden Träger solcher zufälligen genetischen Modifikationen als evolutionärer Ausschuss ausselektiert wurden. Das bestätigt die Annahme einer ungerichteten, ungeplanten Evolution. Wer hier an der These eines vorausschauenden Planers der Evolution festhalten will, muss sich einreden, der intelligente Planer habe absichtlich eine Evolution entworfen, die exakt so aussieht, als folge sie absichtslosem Zufall.

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Der Geist Gottes wird im Lärm der vielen Geister nicht mehr gehört

Theologische und säkulare Spiritualität nicht gegeneinander auszuspielen, sondern sie in ihrer Verschiedenheit aufeinander zu beziehen, ist das Gebot der Stunde.

Von Christian M. Rutishauser | Neue Zürcher Zeitung

Die These gleich vorweg: Das Zusammenspiel von Religionsgemeinschaften mit der säkularen Gesellschaftsordnung scheint nur zu gelingen, wenn es aus einem vertieften Geist, aus Spiritualität getragen ist. Doch was bedeutet Spiritualität? Das Wort hört man nicht nur in der Kirche, sondern auch im säkularen Kontext oft. «Spiritualität», erst vor einem guten halben Jahrhundert über Hans Urs von Balthasar in den theologischen Diskurs im deutschen Sprachraum eingeführt, ist inzwischen zu einem Modewort geworden. Längst vom theologischen Bezugsrahmen gelöst, ist «Spiritualität» heute ein Containerbegriff, bezeichnet also alles Mögliche – Atmosphäre, Haltung und Werte.

Der Geist des Herzens

Spiritualität hat tatsächlich mit dem Geist zu tun, mit dem Spiritus. Dabei steht aber nicht das Geistig-Rationale, sondern das Geistig-Geistliche im Vordergrund, nicht der analytisch-kritische Geist, der die Welt erforscht, sondern der Geist, der sich auf Mitmenschen hin öffnet, ja auf das Göttliche hin. Die Sehnsucht nach Spiritualität in der gegenwärtigen Gesellschaft drückt die Sehnsucht nach einem Geist aus, der nicht im Alltäglichen und Oberflächlichen steckenbleibt. Ein Geist, der verbindet und der Beziehungen tief und echt macht, wird gesucht. Es ist der Geist des Herzens, der auch mit dem Göttlichen verbindet. Spiritualität ist also nicht irrational, nicht das Gegenteil des logischen Denkens. Spiritualität ist vielmehr ergänzend. Sie wirkt einer Verkümmerung des Geistes entgegen, der nur das Materielle, das Technische oder nur den Nutzen sieht.

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‘Devastating’ survey shows huge loss of Israel support among Jewish college students

Fern Oppenheim, the co-founder of Brand Israel Group, presents a recent report, ‚Sounding the Alarm: The American-Israeli Relationship,‘ June 20, 2017. (Amanda Borschel-Dan/Times of Israel)
Brand Israel Group raises the alarm on a widening gap in the US between older supporters and the increasingly pro-Palestinian next generation.

By Amanda Borschel-Dan | The Times of Israel

More than a decade ago, a diverse focus group of Americans was asked to describe a typical Italian house. Words like “lush, food, cooking, maternal, welcoming” quickly rolled of the tongue. The same group was asked about an Israeli home and a very different vibe was described: “concrete, strict, ultra-religious, middle-aged ultra-Orthodox men.”

This 2005 focus group was commissioned to explore the underlying image of Israel in the American psyche. The unanimous perception was a conflict-driven country filled with religious fundamentalists.

Not exactly a country they were keen on visiting — or supporting.

The loose consortium of volunteer marketing and advertising executives who commissioned the study now falls under the Brand Israel Group (BIG) rubric. While each member of this heterogeneous Mad Men coalition had his or her own reasons for wishing to change Americans’ innate view of Israel, for Fern Oppenheim, co-founder of Brand Israel Group, her tipping point came after the September 11, 2001, World Trade Center attacks.

The child of Holocaust survivors, Oppenheim said she awoke from her sense of Jewish security that day. “I never thought I’d smell smoke living in New York,” she said in Jerusalem this week.

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Bibi-TV

„Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ Screenshot: bb
Selten ist so falsch von einer wahren Sache gesprochen worden wie in der ARD-Dokumentation über Antisemitismus. Bisher ging es in der Debatte um Zensur im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, schlechte Kommunikation und den Einsatz der BILD-Zeitung für Wahrheit und Aufklärung. Die Sache selbst wurde bislang kaum beachtet: der Film und seine Schwächen.

Ein Kommentar von Stefan Buchen | Qantara.de

Der Antisemitismus ist ein altes Phänomen, deutlich älter als der Begriff, der es bezeichnet. Die gleichen stereotypen Darstellungen vom „Juden“ kehren an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten wieder. Die Mehrheitsgesellschaft schiebt den Juden gern die Schuld zu an allen möglichen Unliebsamkeiten, von vergifteten Brunnen bis zu überhöhten Preisen. Die Juden sind der klassische politisch und sozial verwundbare „Andere“, der sich zum Sündenbock eignet. Heute ist die antisemitische, also judenfeindliche Geisteshaltung weltweit anzutreffen.

Begründet wird der Antisemitismus mal religiös, mal ästhetisch, mal rassisch, mal anders. Wichtig ist zu beachten, dass er sich je nach historischem Kontext in unterschiedlich starken Nuancen artikuliert und folglich unterschiedliche Grade der Wirkmächtigkeit entfaltet. Nie waren die Folgen des Antisemitismus furchtbarer als unter der kurzen Herrschaft des Dritten Reiches. Sie waren so furchtbar, dass es schwerfällt, die Judenpolitik Hitler-Deutschlands mit anderen historischen Äußerungen des Antisemitismus zu vergleichen.

Genau das tun aber die Autoren der Fernsehdokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt“. Sie ziehen eine direkte Linie von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zu Julius Streicher, Hitlers Gauleiter in Franken und Verleger des nationalsozialistischen Hetzblattes „Der Stürmer“ (Streicher wurde bei den Nürnberger Prozessen zum Tode verurteilt und gehenkt).

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Historikerin: Die Angst vor Antisemitismus wächst

Bild: bb
Mirjam Zadoff lehrt jüdische Kulturgeschichte in Augsburg. Welche Wissenslücken sie füllen will und ob sie als Mann mit Kippa durch deutsche Straßen laufen würde, beantwortet sie im Interview.

Von Christopher Beschnitt | katholisch.de

Premiere an der Universität Augsburg: Die Hochschule hat eine Gastprofessur für jüdische Kulturgeschichte eingerichtet. Dieser Lehrstuhl sei einer von nur dreien seiner Art in Deutschland, sagt Mirjam Zadoff, die ihn zum Auftakt im aktuellen Sommersemester innehat. Die 43-jährige Historikerin erzählt im Interview, welche Wissenslücke ihr Fach füllen will und was sie von dem Ruf nach einem Antisemitismus-Beauftragten im Kanzleramt hält.

Frage: Frau Zadoff, wenn Sie ein Mann wären: Gingen Sie mit Kippa durch deutsche Straßen?

Zadoff: Leider hat sich die Stimmung in Europa inzwischen so geändert, dass religiöse Kopfbedeckungen in der Öffentlichkeit an vielen Orten nicht mehr toleriert werden. Und es hat ja schon mehrfach Übergriffe gegeben. Ist das das Europa – oder das Deutschland – das wir uns wünschen? Es ist noch nicht so lange her, dass hierzulande katholische Frauen ihren Kopf in der Öffentlichkeit bedeckt haben. Und schauen Sie, wo wir jetzt sind! Ich kann verstehen, dass Männer, die heute in Deutschland eine Kippa tragen, sich exponiert fühlen, dass sie daher teilweise darauf verzichten. Ich kenne selbst welche.

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Auseinandersetzungen um Bibel, Koran und Tora

Themenbild. 4ever.eu
Hochkarätig besetztes Podium am Exzellenzcluster diskutiert unterschiedliche Lesarten der Heiligen Schriften – Islamwissenschaftlerin Angelika Neuwirth, Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann und Judaist Ottfried Fraisse kommende Woche in Münster erwartet –Kooperation der WWU mit der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung
Viola van Melis Zentrum für Wissenschaftskommunikation
Exzellenzcluster „Religion und Politik“ an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Der unterschiedliche Umgang von Christen, Muslimen und Juden mit Bibel, Koran und Tora sorgt Forschern zufolge immer wieder für Konflikte. „Religiöse Traditionen, die ihre Heiligen Schriften als wörtlich von Gott offenbart ansehen, wehren sich zumeist gegen ihre historisch-kritische Interpretation“, sagt der Religionssoziologe Prof. Dr. Detlef Pollack, Sprecher des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ der Uni Münster. „Das unterschiedliche Verständnis der Heiligkeit der Texte bestimmt inner- und interreligiöse Konflikte bis in die Gegenwart hinein.“ So löse die mutwillige Zerstörung des Korans durch christliche Fanatiker bei gläubigen Muslimen eine Empörung aus, die Angehörige anderer religiöser Gemeinschaften oder auch areligiöse Menschen zuweilen gar nicht nachvollziehen könnten. Der Wissenschaftler kündigte ein hochkarätig besetztes Podium zu diesem Thema am Exzellenzcluster an. Dazu werden am Donnerstag, 22. Juni, der Göttinger Kirchenhistoriker Prof. Dr. Thomas Kaufmann, die Berliner Arabistin Prof. Dr. Angelika Neuwirth und der Judaist PD Dr. Ottfried Fraisse von der Uni Halle-Wittenberg erwartet.

Das öffentliche Podium „Arbeit am Text – Tora, Bibel und Koran“ beginnt um 20.00 Uhr in der Petrikirche am Jesuitengang in Münster. Veranstalter sind die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung und der Exzellenzcluster „Religion und Politik“. Der Abend ist Teil der bundesweiten Veranstaltungsreihe „Wo das Wort ist, da tappe nach“ (Luther), die die Akademie im Rahmen des Jubiläumsprogramms „Luther 2017“ veranstaltet. Gefördert wird die Reihe durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur. Die Moderation des Abends in Münster übernimmt Historikerin Dr. Iris Fleßenkämper vom Exzellenzcluster.

„Heilige Schriften dienen der Abgrenzung“

„Das unterschiedliche Verständnis von der ‚Heiligkeit‘ der Bibel, des Korans und der Tora wirkt sich stark auf den Umgang der Gläubigen mit den Schriften aus, sei es im Alltag oder im Gottesdienst“, führt Prof. Pollack aus. Manche religiösen Strömungen ließen keinerlei Interpretation und historische Auslegung zu und hielten die Schriften letztlich nicht einmal für übersetzbar. „Die Schriften hatten dabei oft die Funktion, die Identität der eigenen religiösen Gruppen zu stärken und sie von anderen abzugrenzen.“

Auf dem Podium wollen die Wissenschaftler in kurzen Vorträgen und in der Diskussion erörtern, welche Praktiken der Textauslegung sich in den jüdischen, christlichen und islamischen Religionskulturen entwickelten, wie sich das auf Gruppenidentitäten auswirkte und wie Textauslegung und Alltagsleben einander beeinflussten.

So nimmt die Schriftauslegung einerseits Einfluss auf die Lebensführung der Gläubigen, andererseits wirken zeitgenössische Lebenspraktiken auf die Interpretation der Texte. Die Forscher nehmen auch in den Blick, wie Judentum, Christentum und Islam zu verbindlichen Versionen ihrer sakralen Texte kamen, obwohl innerhalb jeder Religion konkurrierende Gelehrtenschulen über unterschiedliche Auffassungen stritten. Sie fragen zudem, wie Gelehrte mit den sakralen Texten der anderen Religionen umgingen.

Die Veranstaltungsreihe „Wo das Wort ist, da tappe nach“ (Luther) im Rahmen des Programms „Luther 2017“ beschäftigt sich in insgesamt vier Veranstaltungen mit dem Spannungsfeld von Text und Religion. Die ersten beiden Veranstaltungen in Darmstadt und München befassten sich mit religiöser Toleranz in der Literatur und mit vergleichenden Überlegungen zur religiösen und zur poetischen Inspirationskraft. In Münster stehen die sakralen Schriften im Mittelpunkt.

Zum Abschluss der Reihe geht es am 19. Oktober in Köln um die ästhetische Kraft religiöser Texte, um „Die Schönheit des Gotteswortes“. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung mit Sitz in Darmstadt widmet sich der Pflege und Förderung der deutschen Sprache. Sie vergibt jährlich mit dem Georg-Büchner-Preis einen der renommiertesten Literaturpreise im deutschen Sprachraum. (vvm/ill)

BILD gegen Arte

„Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ Screenshot: bb
Wie dumm Zensur im Online-Zeitalter ist. Zum Streit über die Ausstrahlung des Dokumentar-Films: „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“

Von Peter Nowak | TELEPOLIS

Wie dumm Zensur im Online-Zeitalter ist, zeigt sich wieder einmal am Beispiel des Dokumentarfilms „Auserwählt und ausgegrenzt. Der Hass auf Juden in Europa“. Ausgerechnet die Bildzeitung kann sich als aufklärerisches Medium gerieren, indem es den Film für 24 Stunden online stellt (auch auf YouTube).

Der WDR hatte die Dokumentation in Auftrag gegeben und redaktionell betreut, die Erstaustrahlung war bei Arte vorgesehen. Beide Sender wollen den Film aber nicht zeigen. Dass Bild als Medium der Aufklärung daherkommt und der linksliberale Sender Arte als Zensor, hat sich letzterer aber auch selber zuzuschreiben. Das wird auch noch bei der kurzen Reaktion auf die Veröffentlichung deutlich. So heißt es dort:

ARTE hat zur Kenntnis genommen, dass Bild.de die Dokumentation „Auserwählt und Ausgegrenzt. Der Hass auf Juden in Europa“ in eigener Verantwortung online gestellt hat. Auch wenn diese Vorgehensweise befremdlich ist, hat ARTE keinen Einwand, dass die Öffentlichkeit sich ein eigenes Urteil über den Film bilden kann.

Pressestatement ARTE

Warum ist es befremdlich, dass die Bildzeitung dafür gesorgt hat, dass sich die Öffentlichkeit und nicht nur einige Prorammverantwortliche selber eine Meinung von der Qualität der Dokumentation bilden kann? Wenn die Arte-Verantwortlichen sagen, dass sie die Doku auch zukünftig nicht senden wollen, weil das ursprüngliche Konzept verändert wurde, bestätigen sie nur die Vorurteile von einer linksliberalen Elite, die schon mal die gemeine Bevölkerung vor zu viel eigener Urteilskraft bewahren will.

Schon in der letzten Woche war Arte verstärkt unter Druck geraten, weil es die Ausstrahlung der Dokumentation verweigert hat.

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Zentralrat der Juden in Deutschland fordert Freigabe von Antisemitismus-Film

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. dpa/Horst Ossinger
Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat die TV-Sender Arte, WDR und ZDF aufgefordert, einen unter Verschluss gehaltenen Film über Antisemitismus freizugeben.

FOCUS ONLINE

Er maße sich nicht an, die Dokumentation der Autoren Joachim Schröder und Sophie Hafner journalistisch zu beurteilen, schrieb Zentralratspräsident Josef Schuster an den Arte-Präsidenten und SWR-Intendanten Peter Boudgoust.

Warum formale Gründe aber die Ausstrahlung verhinderten, erschließe sich ihm nicht. Er bat die Sender darum, die Entscheidung zu überdenken. Die „Jüdische Allgemeine“ hatte am Mittwoch über den Brief berichtet.

Schuster: Film ist höchst relevant

In dem Film wird der Judenhass unter anderem in Deutschland, Frankreich, im Gazastreifen und im Westjordanland nachgezeichnet – auch der von Muslimen. Der WDR hatte die redaktionelle Verantwortung für den Film.

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„Die israelische Zivilgesellschaft ist klinisch tot“

The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)
Selbstmordattentate, Raketen und Militärschläge – der arabisch-israelische Konflikt im Nahen Osten begleitet die Menschen seit vielen Jahrzehnten. Heute vor 50 Jahren begann jener Krieg zwischen Israel auf der einen und Ägypten, Jordanien und Syrien auf der anderen Seite, der die Landkarte des Nahen Ostens entschieden verändern sollte. Nach vielen Jahren blutiger Feindschaft zwischen den Völkern des Heiligen Landes ist die Frage nach dem Frieden immer noch ungelöst.

Von Lena Ohm | evangelisch.de

„Montagmorgen um 11 Uhr begann der Krieg“, erinnert sich der evangelisch-lutherische Bischof in Jordanien und im Heilige Land, Munib A. Younan, an jenen 5. Juni 1967, der für die Israelis als Sechstagekrieg und für die arabische Welt als Juni-Krieg in die Geschichtsbücher eingegangen ist. Nach dem Israelischen Unabhängigkeitskrieg (1948) und der Sueskrise (1956) war die Konfrontation 1967 der dritte Arabisch-Israelische Krieg. Younan, ein palästinensischer Christ, lebte zu dieser Zeit mit seinen Eltern im Christlichen Viertel der damals seit 1948 von Jordanien besetzten Jerusalemer Altstadt. „Wir haben aus dem Radio erfahren, dass die Israelis Jerusalem erobert haben. Meine Mutter hat mich gerade noch rechtzeitig versteckt, da kamen schon die Soldaten in unser Haus“, erzählt Younan. Die Israelis seien davon ausgegangen, dass jeder Palästinenser eines gewissen Alters bewaffnet sei und so eine Gefahr darstelle. Viele Palästinenser flohen damals, Younans Familie entschied sich zu bleiben. „Mein Vater dachte, dass die Besatzung vielleicht zwei Wochen dauern wird. Aber die Besatzung endete nie“, so Younan. Der Bischof blickt traurig ins Publikum, das sich im Palais am Funkturm versammelt hat. Kein Platz ist unbesetzt bei einer der letzten Veranstaltungen auf dem Kirchentag in Berlin. Der Nahost-Konflikt beschäftigt die Menschen – gerade in diesem Jahr, das geprägt ist von historischen Jahrestagen der Auseinandersetzung: 100 Jahre Balfour-Erklärung (Erklärung der Briten, in Palästina eine „nationale Heimstätte“ des jüdischen Volkes zu errichten), 70 Jahre UN-Teilungsplan (Palästina in einen Staat für Juden und einen für Araber aufzuteilen, wobei Jerusalem (einschließlich Bethlehems) unter internationale Kontrolle gestellt werden sollte) und 50 Jahre Besatzung.

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46 Künstler wollen Radiohead daran hindern, in Israel aufzutreten

Radiohead live beim AOL Music Festival 2016 Foto: FilmMagic, Jim Bennett. All rights reserved.
Mit einem offenen Brief versuchen Thurston Moore, Roger Waters und viele andere, Radiohead dazu zu bewegen, nicht in Tel Aviv zu spielen. Der Hintergrund ist hochpolitisch.

Rolling Stone

Mit einem offenen Brief an Radiohead wollen insgesamt 46 Musiker, Künstler, Schriftsteller und politische Aktivisten ein Konzert der britischen Band im Hayarkon Park in Tel Aviv am 19. Juli verhindern. Zu den Unterzeichnern gehören laut „The Quietus“ u.a. Thurston Moore, Young Fathers, Maxine Peake, Adrian Sherwood, Roger Waters und Ken Loach.

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Kann Religion nur Privatsache sein?

Alexia Weiss, ©Paul Divjak
Heute ist Schawuot, das Wochenfest. 50 Tage nach Pessach erinnern sich Jüdinnen und Juden an den zweiten Empfang der Zehn Gebote. Viele haben die vergangene Nacht mit Tora-Lernen verbracht. Am Speiseplan steht seit gestern Abend traditionell Milchiges: auf vielen Festtagstischen zu finden ist dann die Topfentorte, in verschiedenen Variationen, mit und ohne Obst.

Von Alexia Weiss | Wiener Zeitung

„Religion ist Privatsache“: das meint in Schule, Uni, Beruf hat Religion nichts verloren. Und wenn du beten willst oder religiöse Feste feiern, dann mach das bitte zu Hause, in deiner Freizeit. Der Jahreskreislauf einer Religion hält sich allerdings nicht an Normalarbeitszeiten und staatliche Feiertage. Mit einer Ausnahme: wer als Christ – vor allem als Katholik – in Österreich lebt, der kann derzeit seine Feiertage begehen, da diese ebenfalls staatliche Feiertage sind. Außer er oder sie ist Spitalsarzt, Rettungsfahrer, Pflegekraft, lenkt ein öffentliches Verkehrsmittel, kurz, muss auch an Sonn- und Feiertagen fallweise arbeiten.

Würde der Ansatz „Religion ist Privatsache“ allerdings konsequent umgesetzt, hieße das, dass auch die christlichen Feiertage entfallen. Und dann könnten Katholiken genauso wenig zu Fronleichnam in die Kirche gehen wie zu Mariä Himmelfahrt. Dann ginge es ihnen wie Juden, die zum Beispiel zum heutigen Wochenfest zu Hause bleiben wollen und dafür einen Urlaubstag nehmen müssen. Grundsätzlich spricht auch nichts dagegen, dass jeder sich die Urlaubstage nehmen kann, die er braucht, um seine Feste zu feiern. Die Frage ist allerdings: werden sie ihm auch gewährt? Oder sagt der oder die Vorgesetzte: tut mir leid, ich kann an diesem Tag nicht auf Sie verzichten?

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Monotheismus: Ein Gott ist selten allein

Der Jerusalemer Tempel, wie er um 60 n. Chr. ausgesehen haben mag –Rekonstruktion des Tower of David Museums. (Bild: Leo G. Linder / AKG)
Im Himmel der jüdischen Antike war Jahwe nicht allein. Wer leistete ihm Gesellschaft? Peter Schäfer weiss es – und zeigt es in seinem Buch «Zwei Götter im Himmel».

Von Friedrich Wilhelm Graf | Neue Zürcher Zeitung

Kein Geringerer als Immanuel Kant hat die steile These vertreten, dass «der Begriff von Gott» ein «conceptus singularis» sei, ein Einzelbegriff. Die «Lehre von Einem Gotte» sei keineswegs nur «auf eine weit vorgerückte Einsicht des Menschen zu bauen», sondern vielmehr schon «Bedürfnis der gemeinsten Vernunft». Wie andere Exponenten der klassischen deutschen, stark protestantisch geprägten Philosophie ging Kant zwar davon aus, dass es in der Religionsgeschichte der Menschheit eine Entwicklung vom Glauben an viele Götter hin zum Monotheismus gegeben habe.

Auch konnte er bisweilen eingestehen, dass eine Religion mit vielen Göttern moralisch keineswegs schlechter sei als ein Monotheismus mit dem fatalen Grundsatz, «dass die Gottheit durch Glaubensbekenntnisse und Observanzen könne gewonnen» werden. Kam er auf die rationale Theologie zu sprechen, betonte der Königsberger Philosoph jedoch mit grosser gedanklicher Konsequenz die «Einzigkeit» und «Einheit» Gottes.

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Heiner Bielefeldt: Religionsfeindlichkeit nimmt zu

Heiner Bielefeldt, Podium, 2011. Bild: brightsblog
Der ehemalige UN-Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit, Heiner Bielefeldt, hat eine zunehmende Religionsfeindlichkeit in Deutschland beklagt. Sie äußere sich in aggressivem Tonfall bei genereller Religionskritik, aber auch in zunehmender Islamfeindlichkeit.

domradio.de

Das sagte Bielefeldt am Freitag auf dem evangelischen Kirchentag in Berlin. Die Religionsfeindlichkeit äußere sich im Gestus der Aufklärung, aber ohne Substanz und „mit erhobenem Zeigefinger“. Im Zusammenhang mit der Debatte über rituelle Beschneidungen, ausgelöst durch ein Gerichtsurteil vor fünf Jahren, sei die Religionskritik aggressiver und verächtlicher worden, sagte der Erlanger Professor für Menschenrechte. Religionen dürften kritisiert werden, aber mit Respekt vor den Menschen, fügte Bielefeld hinzu. Religionsfreiheit sei Teil der Menschenrechte und nicht „Einflugschneise für die Gegenaufklärung“.

Glaubensfrage

Bielefeldt war von 2010 bis 2016 Sonderberichterstatter des UN-Menschenrechtsrats für Religionsfreiheit. Die Kirchentagsveranstaltung zu Religion- und Islamfeindlichkeit in Deutschland stand unter der Überschrift „Wie hältst du es mit der Religion?“.

Der Berliner evangelische Bischof Markus Dröge rief bei der Veranstaltung die Religionsgemeinschaften auf, auch gemeinsam in der Gesellschaft öffentlich aufzutreten und Zeichen zu setzen. Als Beispiel nannte er das in Berlin geplante „House of One“ der drei abrahamitischen Religionen und Überlegungen zu einem Campus der Religionen an der Humboldt Universität. Zugleich dürften Probleme innerhalb von Religionsgemeinschaften aber nicht klein geredet werden, sagte Dröge.

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Afterdienst: Wie Religionen die Demokratie retten können

Ohne die Religionsfreiheit und starke Religionen erodiert die Demokratie und ihre plurale Gesellschaft. Juden, Christen und Muslime sollten sich über Gemeinsamkeiten austauschen und füreinander einstehen. Ein Plädoyer für den interreligiösen Dialog vom Kirchentagspodium „Gottes Gebote übersetzt in den säkularen Raum“.

Von Lilith Becker | evangelisch.de

Religionsfreiheit ist ein hohes Gut – die Vertreter der drei abrahamitischen Religionen auf dem Podium am Freitag des Kirchentags in der Universität der Künste in Berlin waren sich darin einig. Die Professorin für Evangelische Theologie, Claudia Janssen, beklagte, dass sich in Deutschland die Menschen dessen jedoch nicht mehr sicher sein könnten, ja, sogar die Menschenrechte stünden für einige offensichtlich zur Disposition: „Menschenrechte gelten nicht für alle in unserer heutigen Gesellschaft, in unseren Kirchen; wir hören viele antijüdische und antimuslimische Stimmen.“

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Netanyahu: Temple Mount will forever remain under Israel’s control

The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)
A day after Trump visit, PM says US president’s pilgrimage to the Western Wall holy site ‘destroyed UNESCO’s propaganda and lies’

By Marissa Newman | The Times of Israel

Prime Minister Benjamin Netanyahu and opposition leader Isaac Herzog went head-to-head in the Knesset on Wednesday over Jerusalem, with the premier saying Palestinian refusal to recognize the Jewish state and its capital in any borders is the root of the conflict, and pledging that the city, including the Temple Mount and Western Wall, will forever remain under Israeli sovereignty.

A day after US President Donald Trump concluded a 28-hour visit to Jerusalem, the prime minister vowed the city would not be divided again.

During a plenum session marking the passage of 50 years since the Six Day War and the reunification of the city’s western and eastern halves, Netanyahu pointed to the US president’s visit to the Western Wall as having “destroyed UNESCO’s propaganda and lies,” referring to a series of resolutions by the UN cultural body that ignored Jewish ties to the city and Israeli sovereignty.

Herzog, meanwhile, implored Netanyahu to seize a “historic” opportunity for peace and downplayed the importance of moving the US embassy to the city, which was a campaign promise made by Trump.

“We liberated Jerusalem, we made it one city, imperfect but whole,” Netanyahu told lawmakers, at a session also attended by President Reuven Rivlin and Chief Supreme Court Justice Miriam Naor.

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Trump im Heiligen Land – Israel zeigt gute Miene

Vorbereitungen für den Empfang Trumps am Flughafen von Tel Aviv. (Bild: Jim Hollander / EPA)
Unmittelbar vor dem Besuch des amerikanischen Präsidenten am Montag kommt die israelische Regierung den Palästinensern mit Reiseerleichterungen und Baubewilligungen entgegen. Der Beschluss sorgt allerdings für Streit im Kabinett.

Von Christian Weisflog | Neue Zürcher Zeitung

Kurz nach dem Mittag wird das Flugzeug des amerikanischen Präsidenten am Montag in Tel Aviv erwartet. Donald Trumps Besuch hätte eigentlich ein Heimspiel werden sollen, besonders bei den rechtsnationalen Teilen der israelischen Regierung und der Siedlerbewegung. Hatte er doch versprochen, an seinem ersten Amtstag die amerikanische Botschaft nach Jerusalem zu verlegen. Doch auch diese vollmundige Ankündigung aus Trumps Munde blieb bisher ohne Folgen. Ganz im Gegenteil: Anstatt eine Carte blanche zu erteilen, stellt die amerikanische Regierung nun auch Forderungen an Israel. Sie verlangt vertrauensfördernde Massnahmen, um direkte Friedensverhandlungen zu ermöglichen.

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Dodo Gabriel: Wir müssen das Friedenspotenzial der Religionen fördern

Sigmar Gabriel 2017. Bild: wikimedia.org/Olaf Konsinsky, bearb.: bb
Wer Religion stets nur als konfliktverschärfend sieht, macht einen großen Fehler. Der interreligiöse Dialog muss Teil einer neuen Außenpolitik der Gesellschaften sein. Ein Kommentar.

Von Sigmar Gabriel | DER TAGESSPIEGEL

Palmyra liegt in Trümmern, weil der sogenannte Islamische Staat die Erinnerung der Menschen in Syrien an eine jahrtausendealte kulturelle Identität zerstören will. Boko Haram führt seit Jahren im Nordosten Nigerias einen blutigen Feldzug, um ein islamisches Kalifat zu errichten. In Myanmar wird die muslimische Minderheit der Rohingya verfolgt. Von Paris bis Berlin haben Attentäter im Namen der Religion schändliche Anschläge verübt.

All diese Beispiele zeigen, wie politische und wirtschaftliche Konflikte pseudoreligiös aufgeladen werden und wie Religion als reines Feigenblatt benutzt wird. Das droht zu überdecken, welche positive Kraft in Religionen steckt: die Überwindung der Angst, das Vertrauen auf die Barmherzigkeit und die Weitergabe dieser Barmherzigkeit an den Nächsten. Religionen bewahren ein tiefes Wissen um Schuld, Vergebung und Versöhnung. Religionsgemeinschaften können für Ausgleich und Gerechtigkeit in ihren Gesellschaften eintreten. Sie haben ein langes Zeitverständnis, das etwa in der Friedensarbeit notwendig ist. Und sie machen an den Grenzen der Nationalstaaten nicht halt.

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Eva Menasse: „Für Juden ist es befremdlich, wie Porzellanelefanten behandelt zu werden“

Eva Menasse liefert hohe Literatur aus fein ätzendem Humor und herzerweichender Melancholie. (Foto: Ekko von Schwichow)
Die österreichische Schriftstellerin Eva Menasse irritiert bis heute die Verkrampftheit der Deutschen, wenn es um jüdisches Leben geht. Ihre Herkunft will sie deshalb aber nicht verstecken.

Von Thorsten Schmitz | Süddeutsche.de

Sie hat das Manzini vorgeschlagen, mehr Westberlin geht nun wirklich nicht: Kellner in bodenlangen weißen Schürzen, soignierte Herren, geliftete Damen. Die Schriftstellerin Eva Menasse schätzt das behagliche Berliner Lokal. Sie mag aber vor allem auch dessen Ravioli: „Die schmecken jedes Mal besser“.

2005 hatte die gebürtige Wienerin Menasse, 47, einen Bestseller geschrieben, die packende, rührende jüdisch-katholische Familiensaga „Vienna“. Es war ihr erster Roman überhaupt. Seitdem liefert sie hohe Literatur aus fein ätzendem Humor, herzerweichender Melancholie, immer gepaart mit Empathie für ihre Protagonisten. Und immer geht es in ihren Geschichten um das, was sie am meisten interessiert: den Menschen und seine (vertrackten) Beziehungen. Jetzt erhält die Schwester des österreichischen Schriftstellers Robert Menasse den Hölderlin-Preis der hessischen Stadt Bad Homburg.

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Belgien: Wallonie beschließt Schächtverbot

Symbolbild: Schächten im Schlachthof © flickr, CC 2., dierk schaefer.
In der belgischen Wallonie gilt ab 2018 ein Schächtverbot. Trotz Kritik der verschiedenen Religionsgemeinschaften wurde dies beschlossen.

IslamiQ

Das wallonische Parlament in Belgien hat am Mittwochabend ein Schächtverbot ab Juni 2018 beschlossen. Für Religionsgemeinschaften soll es bis zum 1. September 2019 noch eine Ausnahme geben, berichteten belgische Medien. Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche hatten in einer gemeinsamen Erklärung auf die Religionsfreiheit verwiesen. Sie schätzten soziale Sensibilität für den Tierschutz, verwiesen aber gleichzeitig auf die Traditionen und Vorschriften in Islam und Judentum.

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PM: Embassy move will help peace by ‘shattering Palestinian fantasy’

Prime Minister Benjamin Netanyahu attends the weekly cabinet meeting at his office in Jerusalem on May 14, 2017. (AFP Photo/Pool/Abir Sultan)
Netanyahu claims relocation to Jerusalem would ‘correct historical wrong’ after Tillerson says US weighing whether move would advance peace process

By Times of Israel staff and AP

Prime Minister Benjamin Netanyahu on Sunday said moving the US Embassy to Jerusalem would boost peace efforts by impressing on the Palestinians the city is the capital of the Jewish state.

After US Secretary of State Rex Tillerson said earlier Sunday that the Trump administration was evaluating whether relocating the US mission to Jerusalem would help or harm the peace process, Netanyahu released a statement arguing the move would advance peace efforts.

“Israel’s position has been stated many times to the US government and to the world,” Netanyahu said. “Moving the US embassy to Jerusalem will not only not harm the peace process, it will advance it by correcting a historical wrong and by shattering the Palestinian fantasy that Jerusalem is not the capital of Israel.”

On Thursday, Netanyahu said that all foreign embassies in Israel should be located in Jerusalem, chief among them the American embassy.

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