Archiv der Kategorie: Judentum

Israel will härter gegen jüdische Terroristen vorgehen

Wütend: Israelische Sicherheitskräfte halten Palästinenser nahe des Tempelbergs zurück, die nach dem Tod des Kleinkindes demonstrieren am Sonntag demonstrieren. ©AFP
Nach dem Tod eines Kindes beim Anschlag auf eine palästinensische Familie wird Kritik an den israelischen Sicherheitskräften laut: Terrorismus von Juden müsse ebenso effektiv bekämpft werden wie der von Palästinensern.


Von Hans-Christian Rößler|Frankfurter Allgemeine

Nach dem jüngsten Ausbruch der Gewalt greift die israelische Regierung härter gegen potentielle jüdische Terroristen durch. Verteidigungsminister Mosche Jaalon ordnete am Sonntag an, Israelis, die Anschläge planten, in sogenannte Administrativhaft zu nehmen. Bisher wurde diese Art des Gewahrsams nur gegen Palästinenser verhängt. Sie dürfen ohne ordentliches Gerichtsverfahren sowie Zugang zu Anwalt und Besuchsrecht monatelang festgehalten werden. In Israel war nach dem Brandanschlag am Freitag, bei dem im Westjordanland ein 18 Monate alter Junge umgekommen war, Kritik an den Sicherheitskräften laut geworden. Die Regierung habe es versäumt, den Inlandsgeheimdienst Schinbeth mit ausreichenden Kompetenzen auszustatten, um jüdischen Terrorismus ähnlich schnell und effizient zu bekämpfen, wie das bei Palästinensern der Fall sei, kritisierte die Zeitung „Jediot Ahronot“ am Sonntag. Das Attentat am Freitag zeige, dass „wir nicht besser sind als sie“, heißt es in einem Kommentar der Zeitung, der Israelis und Palästinenser vergleicht.

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„Als ich Europa bereiste, umfuhr ich Deutschland absichtlich“

© Max Tholl
Daniel Libeskind hat dem jüdischen Leben in Deutschland ein Museum gebaut. Der Architekt spricht mit Max Tholl über Heimat, Abwesenheit als sein zentrales Motiv und erklärt, warum selbst Nazi-Architektur ihre Berechtigung hat.


The European

The European: Herr Libeskind, viele Ihrer Bauprojekte haben einen sehr geschichtsträchtigen Hintergrund – allen voran das neue World Trade Center in New York oder das Jüdische Museum in Berlin. Verspüren Sie beim Planen solcher Gebäude eine besondere Verantwortung?
Libeskind: Alles ist geschichtsträchtig, selbst ein unbebautes grünes Feld. Ich habe gerade in Connecticut auf einer Grünfläche gebaut, und es wäre einfach zu behaupten, es gäbe dort keinen historischen Bezug.

The European: Gab es den?
Libeskind: Ja. Ureinwohner Amerikas lebten einst dort, und daher muss man sich gewissen ethischen Fragen stellen. Es kommt immer drauf an, welche Erinnerungen an einem Ort haften und wie lebendig diese noch sind.

The European: Ein Ereignis wie der 11. September dürfte den Menschen noch besser in Erinnerung sein als die Tötung der amerikanischen Ureinwohner im 19. Jahrhundert, oder?
Libeskind: Ereignisse wie 9/11 werden auch deshalb so stark thematisiert, weil sie an einem Ort stattfanden, den die Menschen gut kennen. Mir geht es aber nicht nur um das Sichtbare dieser Ereignisse, sondern auch um das Unsichtbare. Also nicht nur um die offensichtliche Geschichte, sondern auch um die versteckten Details.

The European: Als Sie das Jüdische Museum gestalteten, ging es Ihnen auch darum, „die Bedeutung des Holocausts physisch und spirituell in das Bewusstsein Berlins zu integrieren“. Ist Ihnen das gelungen?
Libeskind: Das müssen andere beantworten. Aber mir haben oft Politiker und Journalisten berichtet, dass das Museum die Haltung gegenüber dem jüdischen Leben in Berlin zum Positiven verändert hat – mehr als politische Reden im Bundestag oder Zeitungsartikel.

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Judentum: Vom Papa geerbt

Das Reformjudentum möchte die Anerkennung patrilinearer Juden erleichtern


Von Daniel Zylbersztajn|Jüdische Allgemeine

Bild: bb
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Kinder, die keine jüdische Mutter, aber einen jüdischen Vater haben, sollen nach einem Beschluss der Assembly of Reform Rabbis UK bald durch ein vereinfachtes Verfahren als Juden anerkannt werden. Nach dem Beschluss, der eher als Richtlinie zu verstehen ist, soll die Hauptentscheidung in Zukunft bei den Gemeinderabbinern und nicht beim Beit Din, einem religiösen Gericht, liegen. Rabbiner würden dem Beit Din die Aufnahme einer Person empfehlen, und das müsste dann nur noch beurkunden, dass sie jüdisch ist.

Bei dieser Anerkennung reicht allerdings nicht allein die Tatsache aus, dass der Vater eines Anwärters jüdisch ist. Es bedarf auch eines »Mindestniveaus an jüdischem Lebensstil und einer jüdischen Identität«. Da die Gemeinden im Reformjudentum alle unabhängig sind, können sie selbst frei entscheiden, welche Kriterien sie an dieses »Mindestniveau« anlegen. Eine übergemeindliche Regel gibt es hierzu also nicht. Jene, die das Mindestniveau noch nicht erreicht haben, sollen mit ihrem Rabbiner oder ihrer Rabbinerin individuell zusammenarbeiten, um die für die Anerkennung notwendigen Bedingungen zu erfüllen.

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Gotteswahn: Ultraorthodoxer Jude sticht sechs Menschen nieder

Ein ultraorthodoxer Jude stach bei der Parade in Jerusalem auf Feiernde ein. Es war nicht sein erster Angriff auf Homosexuelle. © Amir Cohen/Reuters
Es war ein ausgelassen-fröhlicher Umzug von Schwulen und Lesben, bis ein Mann plötzlich ein Messer aus der Tasche zog und wahllos auf die Teilnehmer einstach. Ultraorthodoxe Gruppen hatten zuvor gegen die Parade protestiert.


stern.de

Ein ultraorthodoxer Jude hat bei einer Lesben- und Schwulenparade in Jerusalem sechs Menschen niedergestochen. Zwei der Opfer seien dabei schwer verletzt worden, sagte Polizeisprecher Asi Aharoni am Donnerstag. Dem Angreifer sei es gelungen, trotz massiver Sicherheitsvorkehrungen zu dem Umzug vorzudringen. Der traditionell schwarz gekleidete Mann zog nach Augenzeugenberichten plötzlich ein Messer aus der Tasche und stach wahllos auf Teilnehmer ein. Er wurde den Angaben zufolge von der Polizei überwältigt und festgenommen.

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Neue Häuser im Westjordanland: USA kritisieren Israels Siedlungsbau scharf

Siedlungen, Themenbild. Image: Times of Israel/Screencrab:BB
Siedlungen, Themenbild. Image: Times of Israel/Screencrab:BB
Die US-Regierung hat sich ungewohnt deutlich zu den Siedlungsplänen von Benjamin Netanyahu geäußert. Washington hält den Bau 300 neuer Häuser auf besetztem palästinensischem Gebiet für rechtswidrig.


SpON

Das Verhältnis zwischen US-Regierung dem Kabinett von Benjamin Netanyahu ist seit Jahren angespannt. Das Atomabkommen mit Iran und Israels Weigerung, den Friedensprozess mit den Palästinensern wieder in Gang zu bringen, haben die gegenseitige Ablehnung verstärkt.

Nun äußert sich Washington außergewöhnlich kritisch über neue Baupläne der israelischen Regierung in Siedlungen auf palästinensischem Gebiet. Ministerpräsident Netanyahu erlaubte am Mittwoch den sofortigen Bau von 300 neuen Wohneinheiten in der Siedlung Bet El. Er reagierte damit auf das Urteil des Obersten Gerichts Israels, das verfügt hatte, zwei illegal erbaute Siedlerhäuser im Westjordanland zu zerstören.

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Police swarm illegal settlement buildings, 50 arrested

Israeli security forces scuffle with settlers who had barricaded themselves in an attempt to prevent the demolition of illegally constructed buildings, at the Jewish settlement of Beit El, near the West Bank town of Ramallah, on July 28, 2015 (Nati Shohat/FLASH90)
Preempting protests, special forces clear Beit El structures of barricaded Jewish settlers after court orders their destruction


By Times of Israel staff

Hundreds of Israel Police special forces early Tuesday morning stormed illegally constructed buildings in the West Bank settlement of Beit El, where settler demonstrators had barricaded themselves in an attempt to prevent the demolition of the structures.

Up to 50 demonstrators were detained following scuffles with officers.

Settlers had set up barbed wire and stockpiled tires to burn in preparation for a protest against a Supreme Court decision to demolish the disputed buildings, in the settlement’s Dreinoff neighborhood.

Shortly after 3 a.m., however, police arrived to preempt the demonstration ahead of the demolition. Protesters inside the neighborhood were removed forcefully by police, but there were no immediate reports of injuries.

Additional demonstrators were pouring into the settlement, which is located north of Jerusalem, with the intention of erecting a tent city as part of the effort to prevent the Supreme Court’s decision from being carried out.

“We came to build, not to be driven out,” settlers painted on one of the buildings slated for demolition.

“With my blood, I will defend the Land of Israel,” another sign declared.

Footage from overnight showed police forces marching on the two buildings containing 24 housing units, a large fire blazing to their left.

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Religion auf dem Rückzug

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In muslimischen Ländern scheinen religiöse Extremisten die Szene zunehmend zu dominieren. Der Islam-Experte Olivier Roy konstatiert dennoch auch dort eine Ausdifferenzierung der Glaubenslandschaft.


Von Olivier Roy|Neue Zürcher Zeitung

Wir Europäer leben in säkularen – und nicht in prä- oder postsäkularen – Gesellschaften. Weltweit hat sich die Säkularisierung durchgesetzt, sogar in muslimischen Ländern. In einer Zeit, da wir vom Aufstieg des «Islamischen Staats» in Atem gehalten werden, mag diese Behauptung paradox klingen: Um sie zu erklären, muss der Wandel im Verhältnis zwischen Kultur und Religion und insbesondere die «Dekulturierung» der Religion beleuchtet werden.

Was ist Säkularisierung?

Es gibt ganz unterschiedliche Arten, Säkularisierung zu definieren. Als soziales Phänomen ist sie nicht ein abstrakter Prozess; es geht immer um die Säkularisierung einer bestimmten Religion, deren Natur sich im Verlauf der Säkularisierung wandelt. Gängige Definitionen der Säkularisierung umfassen in der Regel drei Elemente: erstens die Trennung von Staat und Religion, von Politik und Konfession, die aber nicht notwendigerweise auch eine Säkularisierung der Gesellschaft zur Folge hat. Amerika ist hiefür ein gutes Beispiel: Obwohl Kirche und Staat klar getrennt sind, ist ein grosser Teil der Bevölkerung immer noch religiös.

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Ex-Mossad chief: Some aspects of Iran deal are good for Israel

Former Mossad chief Efraim Halevy (CC BY-SA Eli Itkin/Wikimedia Commons)
Efraim Halevy criticizes Netanyahu for approach to agreement, laments Israel has no one in DC with whom to hold ‘discreet’ conversations


By Times of Israel staff

Some aspects of the agreement reached last week on Iran’s nuclear program are good for Israel, but it will take time to judge whether it is a good deal overall or a bad one, former Mossad chief Efraim Halevy told Channel 2 news on Friday.

“In this deal there a number of elements that are very good for the state of Israel. There are less good elements, but it is not an agreement that is entirely bad,” he said.

Halevy conceded that “there are problems with the inspections. There is the problem that after 10-15 years, there is the option for Iran to make a nuclear bomb.”

He maintained, however, that an agreement with a timeline greater than a decade would not hold up in the international arena, and explained that 10 years was an eternity in the Middle East.

“There are less good elements in the agreement,” he said, “that require a great deal of work to follow up [on Iran’s activities], not just for the United Nations, but also for intelligence services around the world.”

He added: “But in a situation where it is impossible to separate Iran from a nuclear weapon, inasmuch as Iran refuses to give up on all of its capabilities, they reached an agreement that facilitates other kinds of options, that yielded a period of time in which it is possible to create a different atmosphere in the Middle East.”

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Israelische Polizei dringt in Al-Aksa-Moschee ein

The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)
The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)
Bei Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und israelischen Polizisten sind die Kontrahenten in die Al-Aksa-Moschee in Ost-Jerusalem eingedrungen. Die Moschee auf dem Tempelberg ist das drittwichtigste islamische Heiligtum.


Frankfurter Allgemeine

Bei Zusammenstößen mit Palästinensern sind israelische Polizisten am Sonntag auf dem Jerusalemer Tempelberg in die Al-Aksa-Moschee eingedrungen. Die Beamten seien gegen Palästinenser vorgegangen, die sich in der Moschee verbarrikadiert und dort vermutlich Feuerwerkskörper und Benzinbomben für mögliche Ausschreitungen gelagert hätten, teilte die Polizei mit. Mehrere Polizisten seien bei dem Einsatz verletzt worden.

„Maskierte Randalierer“ seien in die Moschee „geflüchtet“ und hätten die Einsatzkräfte von dort mit Steinen und Böllern beworfen, hieß es in der Polizeimitteilung weiter. Um eine Verschärfung der Lage zu verhindern seien die Beamten „einige Meter weit“ in die Moschee eingedrungen und hätten die Türen geschlossen.

Diaspora unzufrieden mit Israel

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Mehrheit der Juden bezweifelt, dass Jerusalem sich ausreichend um Frieden mit Palästinensern bemüht


Von Ayala Goldmann|Jüdische Allgemeine

Knapp 60 Prozent der Juden in der Diaspora glauben laut einer neuen Studie nicht daran, dass die gegenwärtige israelische Regierung sich wirklich um Frieden mit den Palästinensern bemüht. Das geht laut einem Bericht der »Times of Israel« aus einer neuen Studie des Jewish People Policy Institute (JPPI) hervor – einem Thinktank, der zur Jewish Agency gehört.

Als Ergebnis werde in vielen jüdischen Gemeinden gar nicht mehr über Israel diskutiert – so ein weiteres Ergebnis der Studie, die offiziell in der kommenden Woche vorgestellt werden soll.

Unbehagen Die Autoren der Erhebung warnen davor, dass dieser Trend die Unterstützung aus der Diaspora für den jüdischen Staat langfristig infrage stellen könnte. Obwohl die Mehrheit der Juden außerhalb Israels das Recht des jüdischen Staates auf Selbstverteidigung nach wie vor eindeutig unterstützt und der Meinung ist, dass die israelische Armee bei ihren Einsätzen nach hohen moralischen Maßstäben handelt, gibt es laut JPPI wachsendes Unbehagen über eine Politik Jerusalems, die nach Meinung vieler den Konflikt nicht beenden wird.

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“Deutsche Einheit”: Religiös nähert sich der Westen dem Osten an

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Berlin-Institut: Die Verweltlichung nimmt in der alten Bundesrepublik Fahrt auf


kath.net

In den 25 Jahren seit der Wiedervereinigung haben sich die religiösen Verhältnisse in Ost und West angenähert: Der Westen hat bei der Verweltlichung nachgezogen. Während sich der Rückzug des Christentums auf dem Gebiet der ehemaligen DDR fortsetze, nahm er in der alten Bundesrepublik Fahrt auf. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „So geht Einheit“ des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. Die Hoffnung, dass das Christentum im Osten wegen der tragenden Rolle der Kirchen bei der Friedlichen Revolution eine Renaissance erleben werde, habe sich nicht erfüllt. Während es Menschen in anderen Ländern des früheren Ostblocks verstärkt in die Kirchen ziehe, sei dies in Ostdeutschland nicht der Fall. Vielmehr sei dort die Mitgliedschaftsquote der Kirchen weiter gesunken – von 37 Prozent der Bevölkerung im Jahr 1989 auf heute knapp 23 Prozent. Gleichzeitig habe sich der Rückzug des Christentums im Westen beschleunigt. 1987 waren 85 Prozent der Westdeutschen Kirchenmitglieder; in den 25 Jahren nach der Wiedervereinigung ist dieser Anteil auf knapp 66 Prozent gesunken, so das Institut.

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Präsident des Zentralrats der Juden ist für islamischen Religionsunterricht

Präsident Josef Schuster vom Zentralrat der Juden befürwortet neue Schritte, um islamischen Religionsunterricht in deutscher Sprache einzuführen.


evangelisch.de

Bild: bb
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Dieser Unterricht müsste von angemessen ausgebildeten Imamen an den allgemeinbildenden Schulen angeboten werden, sagte Josef Schuster am Mittwochabend im Münchner Presseclub. Dagegen würde in einigen Moscheegemeinden “gerade jungen Menschen Gedankengut vermittelt, das nicht dem entspricht, was ich erwarte”, warnte Schuster, der seit 2014 Präsident des Zentralrats der Juden ist. Er werte dies allerdings nicht als Risiko für jüdische Gemeinden in Deutschland.

Bekenntnisorientierter islamischer Religionsunterricht wird als ordentliches Unterrichtsfach derzeit nur in den Bundesländern Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen angeboten. In anderen Bundesländern gibt es Modellversuche. Bundesweit gibt es rund 700.000 muslimische Schüler.

Warum eine Klinik in Essen Beschneidungen verweigert

Das Elisabeth-Krankenhaus in Esseb-Huttrop.Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services
Im Elisabeth-Krankenhaus in Essen werden medizinisch nicht notwendige Eingriffe an Jungen nicht mehr vorgenommen. Aufklärungsgespräche werden genutzt.


WAZ

Es war das Ergebnis eines intensiven Austauschs zwischen Chefarzt, Oberärzten und Pflegepersonal: In der Klinik für Kinderchirurgie und Kinder-, Jugendmedizin im Elisabeth-Krankenhaus werden medizinisch nicht notwendige Beschneidungen an Jungen nicht mehr durchgeführt. Das erste Fazit fällt positiv aus: „Unsere Angebote für medizinische Aufklärungsgesprächs werden von den Eltern gut angenommen“, sagt Dr. Peter Liedgens. Der Chefarzt der Klinik für Kinderchirurgie weiß, dass Eltern anschließend zu Bescheidungszentren gehen. Er weiß aber auch, dass diese nach dem Gespräch auch immer wieder Abstand von der Beschneidung ihres Kindes nehmen.

Ein Entscheidung des Landgerichts Köln aus dem Jahr 2012 hatte den Prozess in Gang gebracht. Dort war die Beschneidung als rechtswidrig verurteilt worden. Die Bundespolitik kreierte anschließend einen legalisierenden Ausweichpararafen. Daraufhin formulierte die Gesellschaft für Kinderchirurgie eine Richtlinie mit dem Credo: Nicht alles, was gesetzlich erlaubt ist, ist medizinisch vertretbar.

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Maccabi Euro Games in Berlin: Juden und Deutsche: Eine sportliche Annäherung

Wir fahren nach Berlin. Auch viele dieser Athleten von Makkabi Deutschland sind kommende Woche dabei. – Foto: Rafael Herlich
Die European Maccabi Games werden erstmals in Deutschland ausgetragen, kommende Woche geht’s los. Dass die jüdische Sportveranstaltung ausgerechnet in Berlin stattfindet, ist Roger Nussbaum zu verdanken.


Von Frank Bachner|DER TAGESSPIEGEL

Es hat 136 Pfeiler und wuchtige Steinwände, es ist 304,26 Meter lang und 21 Meter hoch. Und es ist eine Provokation. „Natürlich hat das Olympiastadion polarisiert“, seufzt Roger Nussbaum. Das hat er doch immer gewusst. Hinter den Zahlen da steckt ja eine Geschichte. Das Stadion wurde für die Olympischen Spiele 1936 gebaut, Adolf Hitler hatte die Spiele eröffnet, es ist eine steinerne Erinnerung an den Nazi-Terror, an den Holocaust.

Jedenfalls denken viele so, viele, die den Holocaust überlebt haben und viele, deren Eltern oder Großeltern den Massenmord an den Juden nicht überlebt haben. Solche Menschen schmerzt der Gedanke sehr, dass in diesem Stadion bei den Maccabi Euro Games 2015, die größten jüdischen Sportspiele Europas, diverse Wettkämpfe stattfinden. Roger Nussbaum weiß das alles, es war sein Job, solche Gedanken zu berücksichtigen. Roger Nussbaum ist der Mann, der die Maccabi Euro Games 2015 nach Berlin geholt hat. Vom kommenden Montag an bis zum 5. August finden sie in Berlin statt. 2300 jüdische Sportler und viele tausend Zuschauer werden erwartet.

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Baden-Württemberg: Muslime können in Zukunft für Gottesdienste freinehmen

Baden-Württemberg © MiG
Muslime in Baden-Württemberg können in Zukunft unbezahlten Urlaub nehmen, wenn sie an einem Festtag den Gottesdienst besuchen wollen. Eine Regelung, wie sie für bisher für Christen und Juden schon länger gibt, wurde von Integrationsministerin Öney vorgestellt.


MiGAZIN

Muslime in Baden-Württemberg können sich künftig von der Arbeit freistellen lassen, wenn sie an einem ihrer drei wichtigsten religiösen Feiertage den Gottesdienst besuchen wollen. Das sieht ein Gesetz der Landesregierung vor, das Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) am Dienstag in Stuttgart vorstellte. Allerdings werden die Muslime für die Ausfallzeit nicht entlohnt, sie müssen unbezahlten Urlaub nehmen. Zudem können Arbeitgeber die Freistellung ablehnen, wenn dienstliche oder betriebliche Notwendigkeiten entgegenstehen.

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The IDF is monitoring what Israeli citizens say on Facebook

Illustrative photo of digital surveillance. (Shutterstock.com)
Did you post the word ‘demonstration’ in Hebrew on Facebook? The army is keeping an eye on you. Did you use the word ‘Al Quds’ in Arabic in a WhatsApp conversation? You may have just been flagged as a terrorist. How the IDF contracts private tech companies to monitor Israeli citizens on social media.


By John Brown* and Noam Rotem / Local Call|+972

Several years ago, a group of uniformed Israeli military officers walked into a conference room of an Israeli company that tracks and monitors discussions on the Internet for commercial purposes. The company looks at what social media users are saying about a certain brand or what they think about new products, and more.

A former employee of the company, who spoke to +972′s Hebrew sister-site, Local Call, describes how the military officers didn’t really care about those things. They got right to the point: “We need you to use your systems to monitor trigger words,” they said.

The employee, who we have agreed not to name, told us about the company’s involvement in security-based projects: “They work with the technology branch of Israeli intelligence… they provide information in Arabic on protests or conversations that include trigger words. The same goes for Hebrew, of course, including information on geographical location of the users, but I am not sure just how far it extends.”

At that same meeting the officers inquired over whether data could be purchased from companies that deal in keystroke logging, in order to tap into all the information typed into tablets or smartphones.

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Siedlung auf ehemaligem Kirchengelände im Westjordanland geplant

Bild: voices-magazine.blogspot.de
Das Beit El Baraka an der Hauptstraße zwischen Bethlehem und Hebron war erst kirchliches Krankenhaus und später Pilgerherberge. Nach dem Verkauf wird es nun zum Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und israelischen Siedlern.


evangelisch.de

Vor ein paar Wochen kamen die Bauarbeiter: Sie zogen einen Zaun um das Grundstück im Westjordanland, begannen die acht verlassenen Gebäude zu renovieren. Wie es aussieht, sollen hier künftig jüdische Siedler wohnen – auf dem Beit-El-Baraka-Gelände, das früher einer presbyterianischen Kirche in den USA gehörte. “Die Siedler können praktisch jeden Tag hier einziehen”, meint Younes Arar, palästinensischer Aktivist und Koordinator des Volkskomitees im südlichen Westjordanland.

Arar lebt in der Kleinstadt Beit Ummar, einige hundert Meter südlich von dem umstrittenen Gelände, auf dem einst ein kirchliches Krankenhaus und später eine Pilgerherberge untergebracht waren. Er ist ungehalten darüber, dass das 40.000 Quadratmeter große Grundstück in die Hände des jüdischen US-Milliardärs Irving Moskowitz geraten konnte.

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Fantasien im politischen Gewand

Der erste Satz des Vorwortes von Esther Schapira sagt schon Vieles: “Wenn es um Israel geht, bin ich befangen.” Der Leser wird damit im Klartext gewarnt, er solle keine sachliche Behandlung des Themas von den Autoren erwarten.


Von Elias Davidsson|DER SEMIT

Das Buch handele viel mehr vom Jammern über die “Kälte” und die “Kaltschnäutzigkeit”, mit der “den Juden [in Deutschland] die Leviten gelesen werden.” (Vorwort, S. 11). Es sind die verlesenen Leviten über die Politik des Staates Israels, mit der die hauptamtlichen jüdischen Organisationen in Deutschland sich identifizieren.

Die Autoren versuchen nicht, ihrem 300-seitigen Buch einen Anschein der Sachlichkeit zu geben. Das Buch beinhaltet keine Fußnoten, keine Quellenangeben und kein Namenverzeichnis. Aber auch als Fiktion ist das Buch dürftig. Die Autoren erwarten von ihren Leser Treue und Glauben.

Als Rezensent muss ich auch die eigene Befangenheit zugeben. Aber mir geht es nicht um das Schicksal des Staates Israel, sondern um das Schicksal der Menschen, die in diesem Staat leben. Der Unterschied ist nicht akademisch. Die Sowjetunion gibt es nicht mehr als Staat. Auch Jugoslawien existiert nicht mehr. Staaten können geteilt werden, mit anderen Staaten verschmelzen oder ihre Verfassung gänzlich ändern. Die Abschaffung des Staates Israel als politische Struktur und dessen Umwandlung in einen demokratischen Staat für alle seine Bewohner, Israelis und Palästinensern, würde ich begrüßen, weil dies, aus meiner Sicht, die einzige nachhaltige Lösung des Konfliktes wäre.

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Religionsvertreter warnen vor “religionsfreiem Raum” in den Schulen

Nachdem das Bundesverfassungsgericht im März ein pauschales Kopftuchverbot an den Schulen für nichtig erklärt hat, müssen mehrere Bundesländer ihre Schulgesetze überarbeiten. Zum Gesetzentwurf der grün-roten Landesregierung in Baden-Württemberg veranstalteten die Oppositionsparteien CDU und FDP am Freitag in Stuttgart eine gemeinsame Anhörung. Religionsvertreter warnten davor, die Schulen zu einem “religionsfreien Raum” zu machen.


evangelisch.de

Foto: brightsblog
Foto: brightsblog

Umstritten ist bei CDU und FDP die ersatzlose Streichung eines Satzes im Paragrafen 38, der Lehrern bislang die “Darstellung christlicher und abendländischer Bildungs- und Kulturwerte oder Traditionen” erlaubt. Oberkirchenrat Christoph Schneider-Harpprecht von der Evangelischen Landeskirche in Baden sieht die Gefahr, dass dann möglicherweise an öffentlichen Schulen auch kein Platz mehr für Religionsunterricht, Schulgebete, Gottesdienste oder interreligiöse Feiern sei. Die Herausforderung sei, andere Religionen und Weltanschauungen in die Schulen zu integrieren.

Der Direktor des Tübinger Zentrums für Islamische Theologie, Erdal Toprakyaran, sagte, dass 90 Prozent seiner Studentinnen Kopftuch trügen. Sie bereiteten sich auf den Dienst als Gymnasiallehrerinnen vor, ab 2018 schlössen jährlich 15 bis 20 von ihnen ihr Studium ab.

Klagemauer wird Teil des israelischen Protokolls

Israelische Staatsgäste sollen künftig auch an die Klagemauer in der Jerusalemer Altstadt geführt werden. Einen entsprechenden Beschluss fasste das Außenministerium laut dem Sender Arutz Scheva. Gegenwärtig umfasst das Protokoll für offizielle Besucher den Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, des israelischen Parlaments sowie des Grabes von Theodor Herzl (1860-1904), dem Vordenker eines modernen Judenstaates.


kathweb

Gemälde von Gustav Bauernfeind. Bild: wikimedia.org/PD

Das erweiterte Programm soll erstmals kommende Woche beim Staatsbesuch des italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi zum Tragen kommen. Vize-Außenministerin Tzipi Hotovely begründete die Aufnahme der Klagemauer unter anderem mit “Absichten, unsere Position in Jerusalem zu stärken”. Das Amt räumte ein, man rechne mit der Ablehnung dieser Pflichtstation durch manche Staatsgäste und Diplomaten. In dem Fall wolle man Überzeugungsarbeit zu leisten. Die meisten Gäste hätten bereits früher gebeten, auch die Klagemauer sehen zu dürfen.

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