Archiv der Kategorie: Judentum

Grundsatzprogramm der AfD: »Angriff aufs Judentum«

Zentralratspräsident Josef Schuster ©ZR
Zentralratspräsident Schuster kritisiert das religionsfeindliche Grundsatzprogramm der AfD

Jüdische Allgemeine

Die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) hat ihren strikten Anti-Islam-Kurs beschlossen. Die Delegierten des Bundesparteitags in Stuttgart verabschiedeten am Sonntag mit großer Mehrheit das Kapitel »Der Islam gehört nicht zu Deutschland« als Teil ihres Grundsatzprogramms. Darin lehnen sie unter anderem Minarette und Muezzinrufe ab. Sie stehen nach Auffassung der AfD »im Widerspruch zu einem toleranten Nebeneinander der Religionen, das die christlichen Kirchen in der Moderne praktizieren«. Auch sollten islamische Organisationen keinen Körperschaftsstatus öffentlichen Rechts erlangen.

Weiter heißt es in dem Programm, die AfD bekenne sich »uneingeschränkt zur Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit«, doch wolle sie der Religionsausübung Schranken setzen durch »die staatlichen Gesetze, die Menschenrechte und unsere Werte«. Unter anderem will die Partei das Schächten verbieten.

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Juden und die Flüchtlingsfrage: Zwischen Angst und Hilfsbereitschaft

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, verteilt in einer Flüchtlingsunterkunft Essen an die Bewohner. (picture alliance / dpa / Jörg Carstensen)
Die Flüchtlingsfrage stellt die jüdische Gemeinschaft in Deutschland vor große Herausforderungen. Viele Juden helfen den Geflohenen – nicht wenige fürchten, muslimische Asylsuchende könnten Antisemitismus verbreiten. Das nutzt Pegida für sich.
 

Von Jens Rosbach | Deutschlandradio Kultur

Berlin-Charlottenburg, im jüdischen Pflegeheim. Auf den Gängen: Rollstühle. An den Türen: Mesusot, die traditionellen, fingergroßen Schriftkapseln – als Zeichen, dass Gott über dieses Haus wacht. In einem Apartment voller Blumen trinkt die Holocaustüberlebende Inge Marcus ihren Nachmittagskaffee. Die 94-Jährige erinnert sich an das Jahr 1938.

Marcus: „Am 10. November kam ich zur Schule wie immer. Und in der dritten Unterrichtsstunde sagte mein Klassenlehrer: Inge, es tut mir leid, eine Verordnung vom Erziehungsminister Rust – ich weiß noch, wie er hieß –: kein jüdisches Kind mehr auf einer deutschen Schule. Nach der dritten Stunde musste ich die Schule verlassen. Und ich habe geheult. Und ein kleiner Junge hat gerufen: Ahhh, hast wohl ne vier geschrieben, was?“

Vor den Nazis nach Großbritannien geflohen

Inge Marcus erzählt von dem Glück, das ihr dann wiederfuhr: Die damals 17-Jährige konnte nach England fliehen – durch persönliche Beziehungen. Sie landete bei einer jüdischen Gastfamilie in der Nähe von London.

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Religion und Demokratie: Gebt uns die Hand!

Bild: Reuters
Bild: Reuters
Sich die Hand zu reichen ist eine Geste der Versöhnung. Des Respekts, vor allem zwischen den Geschlechtern. Überkommene religiöse Vorstellungen sollten da nicht dazwischen funken.

Von Sibylle Berg | SpON

Neues aus der Schweiz, meinem Nabel der Welt. Zentrum politischer Schönheit und Eleganz. Vor einigen Wochen kam es da zu einem Schüttelgate. Zwei Schüler verweigerten es, ihrer Lehrerin die Hand zu geben. Macht man normalerweise so, in Schweizer Schulen, aber eben nicht, wenn man bescheuert ist. Die Empörung im Land war groß, wurde irrational, mischte sich mit der Angst vor dem Islam, der Zuwanderung und na ja, sie wissen schon, was man im Moment so alles befürchtet.

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Jerusalem: Revolution an der Klagemauer

Ein Ultraorthodoxer betet an der Klagemauer. (picture-alliance / dpa / Atef Safadi)
Die israelische Organisation Women of the Wall kämpft seit 27 für die Gleichberechtigung von Frauen im Judentum. Für ihren Einsatz wurden sie belächelt, beschimpft – und verhaftet. Unterkriegen ließen sie sich nicht. Jetzt planen Sie eine Revolution: am heiligsten Ort der Juden.

Von Lissy Kaufmann | Deutschlandradio Kultur

Der Kampf ist noch nicht zu Ende. Auch an Pessach beten die Women of the Wall wieder an der Klagemauer. Seit 27 Jahren kämpfen sie hier für Gleichberechtigung. Und in diesem Jahr auch für den traditionellen Priestergruß, den Birkat Kohanim.

Zum ersten Mal, so der Plan, sollten Priesterinnen den Gruß singen und die Gemeinde segnen. So, wie es die Männer traditionell an Chol Hamoed, den Pessachtagen, tun. Die Priester, Kohanim genannt, sind die Nachfahren der früheren Tempeldiener aus dem Stamm Aarons. Doch der Generalstaatsanwalt stoppte den Plan wenige Tage vorher auf Druck des ultraorthodoxen Rabbiners der Klagemauer.

Lautstarke Proteste orthodoxer Juden

„Wir mussten ein Dokument unterzeichnen, dass wir die Arme nicht zum Himmel strecken, nicht den Tallit über den Köpfen halten und den Priestergruß nicht sprechen. Wir sind hier in einem Käfig, wir dürfen keine Thora-Rollen mitbringen und mussten die Zahl der Teilnehmerinnen von 500 auf 200 verringern. Das ist drakonisch! Der Rabbiner der Klagemauer kann uns vielleicht dieses Jahr aufhalten, aber es wird hier irgendwann einen Priestergruß geben“,

sagt Anat Hoffman. Die Mitgründerin der Women of the Wall, heute Anfang 60, mit blonden Haaren und einem wachen Blick, ist zur Leitfigur der Gruppe geworden. Sie ist auch nach Jahren der Auseinandersetzung nicht müde. So sind Frauen trotz des Verbots an die Klagemauer gekommen – zumindest für das reguläre Morgengebet. Doch allein die Ankündigung, die Segenszeremonie abhalten zu wollen, hat die Ultraorthodoxen aufgestachelt. Sie machen ihre Ablehnung an diesem Morgen lautstark deutlich

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Vielfältige Menschen zählen, nicht vielfältige Religionen

HumanismMitte April berichtete der Deutschlandfunk in seiner Sendung „Tag für Tag“ von einem französischen Projekt namens „Slam unterm Halbmond“, bei dem muslimische Jugendliche der Pariser Banlieues zu Rappern und Dichtern werden sollen. „Mit diesem Workshop reagieren wir auf ein Problem, das wir in den meisten Banlieues antreffen: Hier wachsen Kinder aus muslimischen Familien auf, die praktisch nichts über die philosophischen Grundlagen des Islams wissen. Sie gehen selten in die Moschee. Die Schule jedoch vermittelt kein Wissen über den Islam. Diese Lücke wollen wir füllen. Außerdem sollen sich die Jugendlichen persönlich ausdrücken, und zwar in einer Form, die sie mögen, nämlich Rap und Slam.“

Von Roger Letsch | Achgut.com

Nun ist gegen Rap und Slam als Ausdrucksformen nichts einzuwenden, aber warum müssen die Jugendlichen das im Zusammenhang mit ihrer Religion erfahren – und was geht dies den laizistischen französischen Staat an, dass er diese Art der Selbstfindung zum Nachhilfeunterricht in Koranfragen umdeklariert? Kaum zu glauben, dass in christlichen Gegenden Frankreichs oder Deutschlands Jugendliche aufwachsen, die noch nie von den philosophischen Lehren der frühen Kirchenväter Augustinus oder Benedikt von Nursia gehört haben und in einem Streitgespräch über die Thesen eines Thomas von Aquin jämmerlich versagen würden. Welche philosophischen Grundlagen müssen eigentlich Atheisten auf Verlangen aufsagen, um ihre Eignung als Bürger Frankreichs unter Beweis zu stellen? Es ist absurd.

Warum nicht die Religion einfach mal beiseite lassen?

Das christlich/abendländische Wissensfundament in Frankreich oder auch Deutschland ist im Durchschnitt nicht dicker als eine Hostie, warum wird dort nicht mit ordentlich Staatskohle Abhilfe geschaffen? Die Sektiererei in den Banlieues, ihre Absonderung vom Rest der französischen Gesellschaft wird durch die Betonung des genuin muslimischen nur noch verstärkt. Man belästigt die Jugendlichen mit ausgewählten Aspekten ihrer Religion, anstatt sie zu ermuntern, diese Religion einfach mal beiseite zu lassen, um endlich ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Wer nun glaubt, das sei ein französisches Problem, der schaue auf die Arbeit der Islam-Verbände in Deutschland, ihre Forderungen und ihre Wortmeldungen. Sylvie Forestier von „Slam unterm Halbmond“ beklagt, dass es „Immer mehr private Koranschulen“ gäbe und „…Frankreich Stellen und Geld für Sozialarbeiter, Erzieher und Vereine zusammenstreiche“. Privates Engagement und private Finanzierung ist in Frankreich für alle anderen Religionen eine Selbstverständlichkeit. Was ist anders am Islam, dass man ihn staatlich anleiten und in die richtige Richtung drücken muss?

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Police boost Temple Mount security amid heightened holiday tensions

The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)
The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)
13 Jewish visitors and one Palestinian removed from compound Sunday for ‘disturbing the peace’; 3,500 officers patrolling capital over festival

By Raoul Wootliff | The Times of Israel

Fearing unrest during the ongoing festival of Passover, police have bolstered security in Jerusalem’s Old City and on the Temple Mount in an attempt to prevent disturbances at the flashpoint religious site.

Thirteen Jewish visitors were removed from the Temple Mount compound Sunday for “disturbing the peace,” according to police, including three minors. One Palestinian was removed.

Israel is concerned that Jewish visits to the Mount during the week-long holiday could trigger renewed Palestinian unrest, which has appeared to subside in recent weeks after six months of intense street violence.

In total, 3,500 officers will be patrolling the capital throughout the week, police said, after tensions surged last week following a bus bombing — the first in the capital in over a decade.

“The police are working and will continue to work with determination against any attempt to disturb the public peace and security, without favoritism,” a police statement read.

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Gemeinwohl und Seelenheil sind zweierlei

Kuba ist zwar kein demokratischer Rechtsstaat, die Gefahr einer Verschmelzung von Politik und Religion besteht aber gewiss nicht – auch wenn die im Bild festgehaltene Begegnung des kubanischen Präsidenten Raúl Castro mit Papst Franziskus in Holguín im September 2015 es einen Augenblick lang suggerieren mag. (Bild: Tony Gentile / Reuters)
Für die Trennung von Religion und Politik in liberalen Demokratien gibt es verschiedene Modelle. Der Politikwissenschafter Ahmet Cavuldak zeichnet sie in einer Studie historisch und systematisch nach

Von Hans Maier | Neue Zürcher Zeitung

Staat und Kirche bilden keine Einheit, Religion wird nicht politisiert und Politik nicht «vergeistlicht» – das unterscheidet den Westen von den Gottesstaaten und Sakralreichen, die sich in der heutigen Welt ausbreiten. Seit Zaccaria Giacomettis Klassiker, den «Quellen zur Geschichte der Trennung von Staat und Kirche» (1926), hat sich kaum mehr ein Autor die systematische Darstellung der Trennungssysteme der modernen westlichen Staaten zugetraut. Der Politikwissenschafter Ahmet Cavuldak, Schüler von Peter Graf Kielmansegg und Herfried Münkler in Berlin, wagt es nun in einer neuen Studie. Er kommt mit seiner opulenten Dissertation schon im Umfang nahe an die siebenhundertdreissig Seiten des verdienten Zürcher Rechtsgelehrten heran.

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„Religionspolitik nicht länger vernachlässigen“

coexist

Nach Anti-Islam-Äußerungen der AfD: Politikwissenschaftler Ulrich Willems mahnt die übrigen Parteien, religionspolitische Debatten und Entscheidungen nicht länger zu vermeiden. Man solle „in der Bevölkerung Verständnis für Religionsvielfalt wecken“.
 

hpd.de

Angesichts der Anti-Islam-Äußerungen der AfD sollten sich die herkömmlichen Parteien nach Einschätzung von Politikwissenschaftlern dringend dem „lange vernachlässigten Feld der Religionspolitik“ zuwenden. „Wir haben ein hohes Niveau der Polarisierung erreicht, die Verschärfung war lange vorherzusehen. Jetzt sollten endlich alle Parteien eine offene und sachliche Debatte über die Rolle der christlichen Kirchen, des Islams und anderer religiöser Minderheiten sowie der Konfessionslosen führen“, sagt der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Ulrich Willems vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Uni Münster.
„Wir brauchen auch differenzierte Gespräche darüber, ob sich das Modell einer engen Staat-Kirche-Kooperation noch eignet, um den religiösen Mehr- und Minderheiten gleichermaßen Religionsfreiheit zu gewähren. Bislang sind sich die Gruppen sogar oft innerhalb der herkömmlichen Parteien nicht einig.“

Der Wissenschaftler kündigte eine neue öffentliche Reihe „Religionspolitik heute“ des Exzellenzclusters und des Centrums für Religion und Moderne (CRM) der WWU mit Vorträgen und Podien ab dem 10. Mai in Münster an, die eine differenzierte Debatte über religionspolitische Grundsatzfragen und aktuelle Konflikte und Lösungswege stärken will. „Wir ziehen auch internationale Beispiele heran, da andere Länder in der Religionspolitik weiter sind als Deutschland“, so Prof. Willems. „Die Ringvorlesung bringt gezielt Wissenschaft, Politik, Religionen und Weltanschauungsgemeinschaften ins Gespräch. Der Exzellenzcluster stellt mit seiner Wissenschaftskommunikation seit Jahren seine Expertise in aktuellen Fragen öffentlich zur Verfügung.“

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Jiddisch: Doch nicht in Deutschland entstanden?

Das Jiddische wird mit hebräischen Buchstaben geschrieben, klingt aber beim Sprechen dem Deutschen sehr ähnlich. © gemeinfrei
Überraschende Wurzeln: Bisher galt Deutschland gemeinhin als Ursprung des Jiddischen. Doch neue Analysen des Erbguts aschkenasischer Juden deutet nun auf ganz andere Wurzeln dieser Sprache hin: Sie könnte vor rund 1.000 Jahren im Nordosten der Türkei entstanden sein – in einem von vielen Juden bewohnten Handelszentrum an der Seidenstraße. Erst ihre Nachfahren brachten diese Sprache dann nach Mitteleuropa, wie Forscher berichten.
 

scinexx

Das Jiddische, die ursprüngliche Sprache der aschkenasischen Juden, wird schon seit mehr als tausend Jahren gesprochen und vereint in sich sowohl viele deutsche, als auch hebräische und slawische Wörter und Sprachelemente. Wo jedoch die Wurzeln dieser Sprache liegen, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Gängiger Theorie nach entwickelte sich das Jiddisch aber aus dem Mittelhochdeutschen – das soll die vielen deutschen Ähnlichkeiten zum Deutschen erklären.

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„Wie man sich als Jude der AfD anschließen kann, da fehlen mir die Worte“

Der Publizist Günther Bernd Ginzel (picture alliance / dpa – Henning Kaiser)
Das Judentum ist für den Publizisten Günther Bernd Ginzel eine Religion der Tat. Solidarität mit Armen und Flüchtlingen sei zentral. „Da können wir uns einhaken bei Christen und Muslimen“, sagte Ginzel im DLF. Wie man sich als Jude der AfD anschließen könne, sei für ihn nicht nachvollziehbar und deprimierend. Er hoffe, dass es sich lediglich um Einzelfälle handele.

Andreas Main im Gespräch mit Günther Bernd Ginzel | Deutschlandfunk

Andreas Main: Die Flüchtlingskrise, Angst vor Islamisierung und zugleich die Angst vor dem Erstarken autoritärer rechter Parteien: Juden in Deutschland bewegen dieselben Themen wie Nicht-Juden in Deutschland. Aber in bestimmten Punkten gibt es womöglich Unterschiede. Wir fragen heute in dieser Sendung, wie die großen politisch-gesellschaftlichen Fragen in jüdischen Gemeinden debattiert werden – von der Migrationskrise bis bin zu Bernie Sanders. Der jüdische Blick – dazu ist Günther Bernd Ginzel ins Studio gekommen. Der Kölner Publizist arbeitet seit Jahrzehnten für diese Sendung, für „Tag für Tag – Aus Religion und Gesellschaft“. Er ist an führender Stelle engagiert im jüdisch-christlichen Dialog. Er neigt eher zum Reformjudentum als zur Orthodoxie. Schön, dass Sie hier sind Herr Ginzel.

Günther Bernd Ginzel: Hallo, ja – gerne.

Main: Herr Ginzel, lassen Sie uns den Stier bei den Hörnern packen, beginnen wir mit dem Reizthema schlechthin: der Flüchtlingskrise. Juden und jüdische Gemeinden sind in diesem Punkt hin und her gerissen zwischen Flüchtlingshilfe und Angst vor importierten Antisemitismus, so viel ist klar. Wie ist aus Ihrer Sicht das Stimmungsbild zurzeit?

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Angriffstunnel in Gaza entdeckt

Bild: bilder.t-online.de
Bild: bilder.t-online.de
Offenbar bereitet sich die Hamas auf eine weitere Eskalation des Nahostkonflikts vor. Die Terrororganisation errichtet Tunnelbauten, die das Eindringen in israelisches Gebiet und dortige Geiselnahmen ermöglichen sollen

Von Inge Günther | Frankfurter Rundschau

Israel jüngste Helden sind Tiefbauspezialisten. Erstmals seit dem Gazakrieg vom Sommer 2014 wurden sie jetzt fündig. In 30 Metern Tiefe habe man kürzlich einen „Terrortunnel“ entdeckt, der vom Gazastreifen aus einige Dutzend Meter in israelische Gebiet führt, gaben die Streitkräfte am Montag bekannt. Der Schacht sei mit Beton ausgekleidet und breit genug, um einem ganzen Trupp palästinensischer Hamas-Kämpfer einen Überraschungsangriff zu ermöglichen. Die Schachtenden auf israelischer wie palästinensischer Seite wurden inzwischen zugeschüttet: eine Operation, bei der Armeebulldozer Ende der vorigen Woche in den südlichen Zipfel Gazas vorgedrungen waren.

Vermutet wird, dass der Tunnelbau Plänen diente, in Israel Geiseln zu nehmen und in den Gazastreifen zu verschleppen – so wie es der Hamas im Fall Gilat Schalit gelang. Der israelische Soldat war damals fünf Jahre lang in einem Versteck in Gaza gefangen gehalten worden.

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Jüdische Gemeinde fordert Beobachtung der AfD

no-to-islamDie islamfeindlichen Äußerungen der AfD-Spitzenpolitiker beunruhigen auch Vertreter anderer Glaubensgemeinschaften in Deutschland. Die jüdische Gemeinde in Niedersachsen fordert eine Beobachtung der rechten Partei durch den Verfassungsschutz.

Frankfurter Rundschau

Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, Michael Fürst, fordert eine Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz. Hintergrund sind Aussagen der stellvertretenden Parteivorsitzenden Beatrix von Storch und Alexander Gauland, wonach der Islam nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sei.
Auf NDR Info sagte Fürst am Dienstag, die AfD habe sich mit ihren Äußerungen als anti-demokratische Partei entlarvt. Er erinnerte daran, dass viele Deutsche nach 1945 gesagt hätten, sie hätten nicht gewusst, was die Nationalsozialisten gewollt hätten. Bei der AfD könne niemand mehr sagen, nichts über ihre wahre Ausrichtung gewusst zu haben. „Nein, man darf sie nicht mehr wählen!

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Netanyahu vows Golan Heights will remain part of Israel forever

Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu poses for a group picture with his government at the weekly cabinet meeting, held in the Golan Heights on April 17, 2016. (Effi Sharir/POOL)
In first cabinet meeting on territory captured from Syria in 1967, prime minister says land won’t be ceded as part of treaty to end Syrian civil war

By Raphael Ahren | The Times of Israel

The Golan Heights will forever remain part of Israel, Prime Minister Benjamin Netanyahu declared Sunday during the first-ever cabinet meeting held on the Golan.

Speaking in the Israeli town of Ma’aleh Gamla, next to an archaeological site where Jewish rebels stood off against Roman soldiers nearly 2,000 years ago, Netanyahu said he told US Secretary of State John Kerry on Saturday that Israel does not oppose current efforts to reach a political agreement to end the Syrian civil war, but that Israel’s boundary line with the country will not change.

“I convened this celebratory meeting in the Golan Heights to send a clear message: The Golan will always remain in Israel’s hands. Israel will never withdraw from the Golan Heights,” he declared.

Israel captured the Golan Heights in the 1967 Six Day War from Syria and annexed it in 1981.

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«Out of Israel»: Warum das afrikanische Judentum wächst

Äthiopische Juden in Jerusalem: Doch die meisten schwarzafrikanischen Juden zieht es nicht nach Israel. Keystone
Es gibt einige schwarzafrikanische Völker, die sich als Nachfahren der Israeliten aus biblischer Zeit sehen. Am bekanntesten sind die äthiopischen Juden. Da gibt es aber auch noch die südafrikanischen Lemba. Oder die Igbo aus Nigeria: Was steckt dahinter?

Von Judith Wipfler | SRF

  • Das Phänomen afrikanischer Völker, die ihre Wurzeln im alten Israel sehen, ist weit verbreitet.
  • Die Forschung sagt: Die Mehrheit dieser Völker definiert sich selbst als «israelitisch», weil eine «afrikanisch-jüdische» Identität einen starken Zusammenhalt schafft.
  • Das Judentum könnte in Zukunft insgesamt afrikanischer werden.

Mitte April wurde eine kleine Gruppe Ugander vom israelischen Rabbinat als jüdisch anerkannt und durfte nach Israel ausreisen. Die meisten Afrikaner, die ihre Wurzeln im biblischen Israel sehen, haben aber kein Interesse am modernen Israel, betont der Basler Forscher Daniel Lis. Er beschäftigt sich seit seiner Doktorarbeit über das Igbo-Volk in Nigeria mit dem afrikanischen Judentum. Es wächst.

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Das heikle Thema Judenmission

Synagoge in Berlin. Themenbild Bild: bb
Synagoge in Berlin. Themenbild Bild: bb

Auf die Frage, ob Christen Juden missionieren sollen, will die evangelische Kirche bis zum Reformationsjubiläum 2017 eine eindeutige Antwort finden. Am 16. April gibt es eine erste Diskussion, dabei wird es auch um einzelne Wörter gehen.

Von Wiebke Rannenberg | evangelisch.de

Die Forderung des Präsidenten des Zentralrats der Juden war deutlich: Die Frage, ob Christen Juden zu ihrem Glauben bekehren sollen, werde in der Erklärung „Martin Luther und die Juden“ von der Synode „leider sehr vage“ behandelt, sagte Josef Schuster im November 2015 vor dem höchsten evangelischen Kirchenparlament und verlangte eine „klare Absage“ an die Judenmission. Er sei zuversichtlich, „dass Sie bis 2017 noch nachbessern werden“.

Die Präses der Synode, Irmgard Schwaetzer, kündigte daraufhin an, die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) wolle bis zum 500. Reformationsjubiläum 2017 ihre Haltung zur umstrittenen Judenmission klären. Nun sind alle Synodalen für den 16. April zu einem Studientag nach Hannover eingeladen, diskutiert wird hinter verschlossenen Türen. Ob daraus bis zur Synode im November ein konsensfähiger Antrag wird, ist nicht sicher. Denn über die Judenmission wird in der evangelischen und auch der katholischen Kirche schon seit Jahrhunderten diskutiert, nach dem Holocaust wieder aufgenommen auf Kirchentagen der 60er Jahre.

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Furtive Jewish wedding held on Temple Mount

A still photo from a video of a Jewish wedding ceremony held on the Temple Mount in Jerusalem, April 12, 2016. (Facebook)
Couple performs brief ring exchange at holy site; MK Galon, condemning the move, calls on Netanyahu to choose between ‘loonies’ and public safety

By Stuart Winer and Judah Ari Gross | The Times of Israel

A Jewish couple’s furtive wedding on the Temple Mount in Jerusalem led one party leader to call for Prime Minister Benjamin Netanyahu on Wednesday to choose between the “loony organization” that carried out the ceremony and public safety.

The announcement of the wedding came hours before Palestinian leaders, apparently unaware of the wedding, warned that Jews visiting the compound during the upcoming Passover festival will inflame tensions.

In a post — later deleted — on its Facebook page on Tuesday, the Temple Institute said that a couple asked Rabbi Chaim Richman to marry them on the Temple Mount, the Jerusalem holy site that has been a flashpoint for conflict between Israelis and the Palestinians.

The institute, a nonprofit organization that describes itself as “dedicated to every aspect of the Biblical commandment to build the Holy Temple of God on Mount Moriah [the Temple Mount] in Jerusalem,” said that part of the wedding ceremony was conducted earlier at the organization’s headquarters, after which the wedding party, including two official witnesses as required by Jewish law, headed up to the Temple Mount.

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„Dummheit gibt es in jeder Religion“

„Terror im Namen Gottes – hat der Islam ein Gewaltproblem?“ – es ist nicht das erste Mal und ganz sicher auch nicht das letzte Mal, dass eine deutsche Talkshow dieses Thema diskutiert.

Von Christiane Meister | evangelisch.de

Frank Plasberg nimmt für seine Sendung „Hart aber fair“ die Terroranschläge vom 22. März in Brüssel zum Anlass, darüber zu diskutieren. Der sogenannte „Islamische Staat“ (IS) hatte sich zu den Attentaten bekannt.

Die Rezeptur der Sendung ist vertraut – begonnen bei der Gästeauswahl: Abdassamad El-Yazidi, hessischer Landesvorsitzender des Zentralrats der Muslime, sieht im Kampf gegen Terroristen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Der Islam ist für ihn in erster Linie eine friedliche Religion. Von den anderen Gästen wird er immer wieder aufgefordert, sich von radikalen islamistischen Strömungen wie dem IS zu distanzieren. Darauf lässt er sich jedoch nicht ein. Für Constantin Schreiber, n-tv-Moderator, ist der Terrorismus Teil des Islams. Zwischen beiden steht Katrin Göring-Eckardt, Fraktionschefin der Grünen. Außerdem ist noch BKA-Chef Holger Münch da, der – soweit es die Situation zulässt – Einblicke ins Gefahrenpotenzial in Deutschland gibt. Der Historiker und Publizist Michael Wolffsohn versucht den Blick auf den Nahen Osten zu weiten und erzählt außerdem von seiner jüdischen Religion.

Auch die Instrumente, mit denen Plasberg arbeitet, sind nicht originär: Ein Reporter liest in der Fußgängerzone vermeintlich Suren aus dem Koran vor – die Fußgänger empören sich: Solche Sätze passten nicht nach Deutschland. Erst dann werden sie darüber aufgeklärt, dass es Verse aus der Bibel, vornehmlich dem Alten Testament sind. Auch der Wutausbruch von Amr Adeeb ist schon kurz nach den Anschlägen durchs Netz kursiert. Adeeb sieht eine klare Linie vom Islam zu den Anschlägen.

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US-Fassung des Korans könnte den Islam entgiften

Koran

Amerika war schon immer der Ort, wo Religionen ihre fanatischen Klauen verloren haben. Jetzt gibt es dort eine Koran-Übersetzung mit moderner Kommentierung – das könnte viele Extremisten zivilisieren.

Von Hannes Stein | DIE WELT

Die älteste Synagoge für Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle steht – wie könnte es anders sein – in San Francisco. Sie wurde 1977 von drei orthodoxen, schwulen Juden gegründet, die beschlossen hatten, ihre Neigung nicht mehr voreinander oder vor der Welt zu verstecken.

Die Synagoge heißt Scha’ar Sahaw, was auf gut Deutsch Golden Gate bedeutet, und wer sich dort am Morgen des Sabbat einfindet, kann einer freundlichen, lesbischen Rabbinerin dabei zuhören, wie sie über das Gebot der Nächstenliebe (3. Mose 19, 18) predigt.

Die Synagoge Scha’ar Sahaw liegt an einer belebten Kreuzung, nämlich dort, wo Dolores Street und die Sechzehnte Straße aufeinandertreffen. Genau gegenüber erblickt der Besucher den Glockenturm von Mission Dolores, dem katholischen Gotteshaus, aus dem heraus San Francisco einst gegründet wurde und gewachsen ist.

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Mit Schweineblut für Deutschland

Rechtsextreme haben ein altes Thema wieder für sich entdeckt: das Schächten. Mit einer obskuren Kampagne wollen sie Fleisch, das koscher und halal ist, aus den Tiefkühltheken verdrängen.

Von Elke Wittich | Jungle World

Betont unauffällig, aber zielstrebig zur Fleischtheke des Supermarkts gehen, dort eine Packung mit Schweinefleisch herausnehmen und sie dann in ein anderes Fach legen – was aussieht wie eine nicht sehr spannende Mutprobe von höchstens Zehnjährigen, nennt sich Halal Challenge und ist eine derzeit unter Rechten ungeheuer beliebte Freizeitbeschäftigung.

Die Idee hinter der Kampagne, die auf Facebook mittlerweile knapp 9 000 Fans hat, ist erschütternd simpel: Zwischen verpacktes Fleisch geschächteter Tiere wird Schweinefleisch platziert. Möglicherweise dachten die Initiatoren – zu den ersten Unterstützern gehörte der »Blog Dittmer«, der unter anderem von Melanie Dittmer, der Macherin von Bogida, betrieben wird –, dass das Halal-Fleisch dadurch kontaminiert werde, oder vielleicht glaubten sie auch nur, Muslime seien nicht in der Lage, die Packungen mit Schweinefleisch einfach wieder zur Seite zu legen. Die Vorfreude war jedenfalls riesengroß, und rasch fanden sich Leute, die Videos und Fotos von sich veröffentlichten, auf denen zu sehen ist, wie sie verstohlen eingeschweißte Grillwürstchen von einem Kühlregal ins andere schaffen.

Selbstverständlich ist die Halal Challenge aber nicht bloß ein verkniffener, unterdurchschnittlich lustiger Streich, um Muslime und Juden zu ärgern. Unter dem Deckmäntelchen des Tierschutzes wurden in Nazigruppen auf Facebook in den vergangenen Monaten immer wieder blutrünstige Bilder und Videos von Schächtungen veröffentlicht. Zu sehen waren meistens amateurhaft wirkende Schlachtungen, die unter freiem Himmel und äußerst unhygienischen Bedingungen stattfanden. In den Begleittexten hieß es – in aller Regel unter Verwendung sehr vieler Ausrufezeichen –, dass Schächtungen Tierquälerei und ein »mittel­alterliches Ritual« respektive »Wahnsinn« seien, der im modernen Europa nichts zu suchen habe. Der Verkauf von Fleisch geschächteter Tiere müsse sofort verboten werden.

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Mehrheit will gleiche Rechte für alle Religionen

coexist

Eine klare Mehrheit der Menschen in Deutschland steht Muslimen positiv gegenüber. Bei Christen, Juden, Buddhisten und Kofessionslosen sind die Sympathiewerte jedoch deutlich höher. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes hervor.

MiGAZIN

Die Religionszugehörigkeit ihrer Mitbürger ist für die meisten Menschen in Deutschland kein Problem, ebenso wenig wie Konfessionslosigkeit. Doch begegnen sie Muslimen skeptischer als anderen Gruppen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage hervor, die die Antidiskriminierungsstelle des Bundes am Mittwoch in Berlin veröffentlichte.

Die repräsentative Umfrage im Auftrag der Stelle kommt zu dem Ergebnis, dass ein Drittel der Befragten Muslimen eher negativ gegenübersteht. Immerhin sieht aber eine klare Mehrheit (64 Prozent) Menschen muslimischen Glaubens vorurteilsfrei positiv. Allerdings können Christen (92 Prozent), Juden (84 Prozent), Buddhisten (81 Prozent) und Konfessionslose (88 Prozent) auf höhere Sympathiewerte zählen.

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