Archiv der Kategorie: Judentum

Iran militia chief: Destroying Israel is ‘nonnegotiable’

Mohammad Reza Naqdi, commander of Iran’s Basij force (screen capture: YouTube/PresTVGlobalNews)

Basij commander Mohammad Reza Naqdi also threatens Saudis, saying their fate will be like that of Saddam Hussein


By Lazar Berman|The Times of Israel

The commander of the Basij militia of Iran’s Revolutionary Guards said that “erasing Israel off the map” is “nonnegotiable,” according to an Israel Radio report Tuesday.

Militia chief Mohammad Reza Naqdi also threatened Saudi Arabia, saying that the offensive it is leading in Yemen “will have a fate like the fate of Saddam Hussein.”

Naqdi’s comments were made public as Iran and six world powers prepared Tuesday to issue a general statement agreeing to continue nuclear negotiations in a new phase aimed at reaching a comprehensive accord by the end of June.

In 2014, Naqdi said Iran was stepping up efforts to arm West Bank Palestinians for battle against Israel, adding the move would lead to Israel’s annihilation, Iran’s Fars news agency reported.

“Arming the West Bank has started and weapons will be supplied to the people of this region,” Naqdi said.

“The Zionists should know that the next war won’t be confined to the present borders and the Mujahedeen will push them back,” he added. Naqdi claimed that much of Hamas’s arsenal, training and technical knowhow in the summer conflict with Israel was supplied by Iran.

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Mazyek und Seligmann setzen Zeichen für religiöse Toleranz

Foto: dpa/Soeren Stache

Mit der Kippa durch Kreuzberg: Als Zeichen für religiöse Vielfalt sind der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, und der jüdische Publizist Rafael Seligmann gemeinsam durch Berlin spaziert.


evangelisch.de

Seligmann trug bei dem Treffen am Montag im Stadtteil Kreuzberg die traditionelle jüdische Kippa, Mazyek eine muslimische Gebetskappe. Die beiden hatten sich Anfang März bei einem gemeinsamen Auftritt in der “Phoenix”-Talkshow “Unter den Linden” zu der Aktion verabredet.

Mazyek wertete den Spaziergang als Zeichen, dass das Miteinander der Religionen “nicht nur möglich, sondern selbstverständlich” sei. Seligmann sagte, auch wenn er die Kippa privat nur beim Gebet und in der Synagoge trage, wolle er für Glaubensfreiheit und Menschenwürde demonstrieren.

Amnesty wirft Hamas Kriegsverbrechen im Gaza-Krieg vor

Spendenaufruf durch Erhat Toka auf Facebook. Screenshot:BB

Spendenaufruf durch Erhat Toka auf Facebook. Screenshot:BB

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft bewaffneten Palästinensergruppen wie der Hamas Kriegsverbrechen im jüngsten Gaza-Krieg vor. In dem 50-tägigen Konflikt zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas im Juli und August 2014 seien Tausende Raketen und Granaten auf Wohngebiete in Israel abgefeuert worden, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht.


derStandard.at

Dabei seien insgesamt sechs Zivilisten in Israel getötet worden, unter ihnen ein Vierjähriger. Auch auf palästinensischer Seite habe es durch den wahllosen Beschuss mit Raketen und Granatwerfern durch bewaffnete Gruppen zivile Opfer gegeben.

In einem Bericht aus dem Dezember hatte Amnesty auch Israel mögliche Kriegsverbrechen in den letzten Tagen des Gaza-Kriegs vorgeworfen. Der Direktor des Nahost- und Nordafrika-Programms bei Amnesty, Philip Luther, betonte, die Tatsache, dass auch von palästinensischer Seite Kriegsverbrechen verübt worden seien, entbinde Israel nicht von den Verpflichtungen des humanitären Völkerrechts.

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“Menschen wie Waren auf einem Tisch ausgelegt”

Die Professorin Eva Illouz im Studio am Mikrofon. (Deutschlandradio / Bettina Straub)

Die Eva Illouz ist Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem. Im Deutschlandfunk erläutert sie, warum Soziologie die Profession des Fremden an sich sei – und warum Gefühle in die Geschäftswelt und Maximierung in die Liebe Einzug halten.


Eva Illouz im Gespräch mit Torsten Teichmann|Deutschlandfunk

Torsten Teichmann: Am Mikrofon heute Torsten Teichmann, heute aus Israel, genauer gesagt aus Jaffa, einer Jahrhunderte alten arabischen Stadt am Mittelmeer, die heute ein Teil von Tel Aviv ist.

Mir gegenüber sitzt Eva Illouz, sie ist Professorin für Soziologie an der hebräischen Universität in Jerusalem. Herzlich willkommen!

Eva Illouz: Good morning!

Teichmann: Eva Illouz ist in Marokko geboren, 1971 zog die Familie nach Frankreich, nach Sarcelles, einem Vorort im Norden von Paris. Sie hat in Paris und Jerusalem studiert; Soziologie, Kommunikation und Literatur, in den USA promoviert.

Eva Illouz forscht auf einem Gebiet der Emotionen, also der Beziehung zwischen Gefühlen, Wirtschaft und Kommunikation in der modernen Gesellschaft. Zur Arbeit gehören Vorlesungen, zum Beispiel am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main 2004, Forschung am Wissenschaftskolleg in Berlin und Gastprofessuren, zum Beispiel in Princeton, in den USA.

In Deutschland ist zuletzt ihr Buch “Warum Liebe weh tut” erschienen, das war 2011. Und in diesem Jahr gibt der Suhrkamp-Verlag eine Sammlung von Kolumnen und Essays heraus, das sind dann auch Texte zur gegenwärtigen Politik.

  • Eva Illouz, Sie wurden in Marokko, in eine jüdische Familie geboren. Und als Sie zehn Jahre alt waren, beschloss Ihre Familie, nach Frankreich zu gehen. Warum entschieden sich Ihre Eltern 1971 für Frankreich?

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Religiöse Toleranz im Alten Ägypten

Die Symbole Halbmond, Menora und Kreuz schmücken im Bode-Museum in Berlin eine Wand auf dem Weg zur Ausstellung “Ein Gott – Abrahams Erben am Nil”. (picture-alliance / dpa / Stephanie Pilick)

Es geht auch friedlich: Die Ausstellung “Ein Gott – Abrahams Erben am Nil” im Berliner Bode-Museum zeigt das alltägliche Miteinander von Juden, Christen und Muslimen. In Ägypten ging es bis zum Mittelalter dabei erstaunlich tolerant zu.


Von Rocco Thiede|Deutschlandradio Kultur

Abraham, der Urvater und Archetypus für den Glauben an den einen Gott ist Titelgeber der Ausstellung “Ein Gott” im Berliner Bode-Museum. Er ist das Bindeglied zwischen Judentum, Christentum und Islam. Friederike Seyfried leitet seit 2009 als Direktorin das Ägyptischen Museum der Staatlichen Museen zu Berlin. Die Ägyptologin ist eine der Kuratorinnen des über fünf Jahre geplanten Ausstellungsvorhabens. Frau Seyfried erläutert, wie es zur Ausstellungsidee “Ein Gott –Abrahams Erben am Nil: Juden, Christen und Muslime in Ägypten von der Antike bis zum Mittelalter kam:

Das Christentum in Ägypten existiert nicht ohne den Islam und beide existieren nicht ohne das Judentum. Da die Geschichte der drei Offenbarungsreligionen am Nil eine der längsten gemeinsamen Geschichten hat, haben wir uns überlegt, wir wollen eine Ausstellung machen, aber zu allen drei Religionen.”

Der Titel der Ausstellung “Ein Gott – Abrahams Erben” ist ganz bewusst gewählt und Programm. Das unterstreicht auch Friederike Seyfried:

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Secret NSA documents reveal scope of Israeli spying on US

Confetti falls in front of a poster of Israeli PM Netanyahu as supporters of his Likud party take part in early celebrations while they wait for the announcement of the first official results of elections on March 17, 2015 in Tel Aviv (AFP Photo/Jack Guez)

The Israeli government’s assertion that Israel does not spy on the United States is contradicted by secret National Security Agency (NSA) documents, The Intercept reported on Thursday. Israel had refuted a report published in the Wall Street Journal earlier this week, which claimed that Israel was spying on ongoing talks for a nuclear deal with Iran. The information was then allegedly shared with U.S. lawmakers and other parties in order to undermine support for the deal domestically.

By Aditya Tejas|Raw Story 

“We got our intelligence from other sources, not from the United States. The instruction has been clear for decades now: you don’t spy on the United States, directly or indirectly,” Israeli Foreign Minister Avigdor Lieberman had said, according to the Times of Israel. According to The Intercept, however, the recently leaked documents show that the NSA considers Israel’s intelligence service a “key threat” and a “hostile” player.

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Sündenbock Islam

Gebet-islam

Gerne werden die Muslime für den Antisemitismus in Deutschland verantwortlich gemacht. Das ist falsch und hilft niemandem weiter.


Von Ercan Karakoyun|The European

70 Jahre sind seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs vergangen. Noch immer müssen jüdische Einrichtungen und Synagogen bewacht werden. Sicherheitsvorkehrungen sind noch immer notwendig. Das hat vor allem einen Grund: Der Antisemitismus in Deutschland nimmt nicht ab, sondern zu. Laut den Zahlen der Amadeu-Antonio-Stiftung wurden 2013 in Deutschland 788 antisemitisch motivierte Straftaten registriert. 2014 hingegen waren es 864.

Das entspricht also einem Anstieg von etwa zehn Prozent. Zu den Vorfällen gehören Pöbeleien, E-Mails mit judenfeindlichen Inhalten, Hakenkreuz-Schmierereien und judenfeindliche Beiträge in Social-Media-Netzwerken. Zudem wurden 25 Gewalttaten sowie 128 Propagandadelikte registriert. Hinzu kommt, dass viele Straftaten nicht angezeigt werden, da es kaum Hoffnung auf Aufklärung gibt. Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden, macht dafür vor allem die Muslime in Deutschland verantwortlich.

Laut Kriminalstatistik liegt er mit dieser Behauptung jedoch falsch. 95 Prozent der Straftaten stammen von Nicht-Muslimen. Von Muslimen geht also nicht mehr Gewalt aus als von Nicht-Muslimen. Der Antisemitismus ist und bleibt daher vor allem ein Problem der Mitte der Gesellschaft. Die Diskussion darüber findet nicht statt, da das Augenmerk auf die Muslime gelegt wird. Das ist fatal.

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Mit Kippa, immer und überall?

»Die Kippa auf dem Kopf signalisiert: Es gibt keinen Grund, sich zu verstecken.« Rabbiner Avichai Apel, ©Thinkstock

Ja, als Ausdruck des Stolzes – meint Rabbiner Apel. Nein, sie ist nur Symbol – findet Rabbiner Rothschild


Jüdische Allgemeine

PRO
Wenn ich auf den Straßen von Dortmund unterwegs bin und dabei wie gewöhnlich meine Kippa trage, werde ich oft von Nichtjuden angehalten. Sie grüßen mich auf Hebräisch mit »Schalom«, und sie alle vermitteln mir die gleiche Botschaft: »Fürchtet euch nicht – es gibt keinen Grund, sich zu verstecken!« Und wenn ich andere Juden treffe, dann gibt meine Kippa ihnen sofort einen Grund zum Stolz, zur Freude und zur Identifikation mit ihrem eigenen Judentum.

In der Vergangenheit gab es Juden in Deutschland, die sich das Motto zu eigen machten: »Sei Jude in deinem eigenen Haus, aber wenn du das Haus verlässt, sei ein Deutscher.« Im Deutschland des 21. Jahrhunderts hat diese Einstellung ihre Gültigkeit verloren. Jeder Mensch hat das Recht, sein Leben so zu leben und das auch öffentlich zu zeigen, auf welche Art und Weise er es möchte, solange er das Recht jedes Mitbürgers achtet, seinen Glauben zu praktizieren, und keinen Druck oder Zwang auf andere ausübt.

In der heutigen Zeit ist die Kippa zu einem Symbol für das jüdische Volk geworden, zu einem Erkennungszeichen unter Juden. An der Art der Kippa können wir erkennen, zu welcher jüdischen Gruppierung ein Mensch gehört oder gehören möchte.

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Konrad-Adenauer-Stiftung in Israel: „Wir wehren uns gegen undifferenzierte Kritik“

Kundgebung gegen Antisemitismus in Berlin im September 2014,picture alliance

Die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung weist Vorwürfe von sich, Organisationen zu unterstützen, die zum Boykott Israels aufrufen. Der Politologe Gerald Steinberg hatte zuvor NGOS und politischen Stiftungen aus Deutschland vorgeworfen, sie würden durch ihre Arbeit Antisemitismus fördern


Der Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Jerusalem, Michael Borchard, und der Präsident des NGO Monitor, Gerald Steinberg, haben sich bislang nicht persönlich über ihre Differenzen ausgetauscht. Bei Cicero stellt sich Borchard erstmals mittelbar den Vorwürfen des israelischen Forschers

Herr Borchard, Sie wehren sich gegen den Vorwurf des Think Tanks „NGO Monitor“, die Konrad-Adenauer-Stiftung unterstütze durch ihre Förderpraxis im Nahen Osten mittelbar Antisemitismus.
Das ist in der Tat ein absurder Vorwurf. Die Konrad-Adenauer-Stiftung setzt sich seit vielen Jahren für eine tragfähige Zwei-Staaten-Lösung im Nahost-Konflikt ein, und das auf der Basis von Dialog, Toleranz und Verständigung und sie wendet sich strikt gegen Antisemitismus. Der NGO Monitor bezieht sich offensichtlich auf einen Vorfall aus dem Jahre 2013: Ein Praktikant der Organisation Miftah, die zu den moderaten palästinensischen zivilgesellschaftlichen Kräften gehört, hat einen Beitrag auf der Webseite dieser Organisation eingestellt…

…von „kulturellem Genozid“, „Kriegsverbrechen“ und „Apartheid“ soll da die Rede gewesen sein…
… der sich mit der Ritualmordlegende befasste und ohne Zweifel antisemitisch war. Nach der Veröffentlichung des Beitrags hat sich Miftah nicht nur von dem Beitrag distanziert, sondern den Beitrag auch sofort aus dem Netz genommen. Da für uns jede Form von Antisemitismus untragbar ist, hat die Konrad-Adenauer-Stiftung in den palästinensischen Gebieten die Zusammenarbeit mit Miftah auch nicht fortgesetzt. Diesen Gang der Dinge verschweigt der NGO Monitor gelegentlich.

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Obama hat “ernsthafte Differenzen” mit Netanjahu

Prime Minister Benjamin Netanyahu, right, and President Barack Obama embrace at a ceremony welcoming the US leader at Ben Gurion Airport near Tel Aviv, on March 20, 2013 (photo credit: Miriam Alster/Flash90) bearb.:BB

Prime Minister Benjamin Netanyahu, right, and President Barack Obama embrace at a ceremony welcoming the US leader at Ben Gurion Airport near Tel Aviv, on March 20, 2013 (photo credit: Miriam Alster/Flash90)
bearb.:BB

US-Präsident Barack Obama sieht weiter tiefgreifende Meinungsunterschiede mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Es gebe “ernsthafte Differenzen” hinsichtlich der Gründung eines Palästinenserstaats, sagte Obama am Dienstag bei einer Pressekonferenz.


derStandard.at

“Wir glauben, dass zwei Staaten der beste Weg für Israels Sicherheit, für die palästinensischen Ansprüche und für die regionale Stabilität sind.” Netanjahu verfolge dagegen einen anderen Ansatz.

Obama bestritt, dass ein gestörtes persönliches Verhältnis zu Netanjahu der Grund für die jüngsten Verstimmungen sei. “In dieser Frage geht es nicht um die Beziehungen zwischen Spitzenpolitikern”, sagte er, sein Umgang mit Netanjahu sei “sachlich”. Das Problem könne nicht gelöst werden, indem er und Netanjahu sich “zusammensetzen und ‘Kumbaya’ singen”.

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House of None – wenn man nicht weiß was Atheismus ist

© KuehnMalvezzi

Ein Haus für den einen Gott – in der Welthauptstadt des Atheismus denkt man nicht nur beim Flughafen und bei Olympia überdimensioniert.


Von Alexander Görlach|The European

Im Herzen Berlins, an einer Stelle, auf der früher mal die Sankt Petri Kirche stand, soll ein Tempel der monotheistischen Religionen errichtet werden, das „House of One“. In guter lessingscher Tradition folgt man in der aufgeklärten Stadt der Preußen der Idee, dass Religion der sittlichen und moralischen Bildung diene und nicht der dogmatischen Haarspalterei. Das macht das neue Projekt so sachlich und so erfrischend zugleich. Die evangelische Kirche fühlt sich aufgrund ihrer überkommenen Rolle der preußischen Kirche dazu ermutigt, zu diesem Projekt aufzurufen und einzuladen. Die Juden sind mit Begeisterung dabei. Nur bei den Muslimen ist es bislang noch schwierig.

Gemeinsam mit den anderen? Die Umfragen zeigen, dass die Mehrheit der Muslime ihre Religion als den anderen überlegen sieht. Das ist nicht nur Hoffart angesichts der Tatsache, dass wir über Gott letztendlich nicht Bescheid wissen können, sondern Zunder in unserer Gesellschaft, der bereits schwelt. Denn wenn ich meine Identität mittels meiner Religion stärke und mich mit ihr über meine Mitmenschen erhebe, dann werde ich niemals vollends Regeln akzeptieren können, die nicht von meiner Religion zumindest nicht missbilligt werden. Nun, Umfragen. Es kommt darauf an, wie gefragt wird. Und eine Antwort auf diese Frage schließt eine gegenläufige Antwort auf eine andere Frage nicht aus.

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Juden, Christen, Muslime und der eine Gott

„Apa Abraham“: Das Tafelbild des Bischofs Abraham von Hermonthis aus dem späten 6. Jahrhundert stammt aus einem ägyptischen Kloster nahe Luxor… Foto: Staatliche Museen zu Berlin | Markus Hilbich

Seit Wochen skandieren bundesweit Tausende auf den Straßen, der Islam passe nicht zur „jüdisch-christlichen Tradition“ des Abendlandes. Die Staatlichen Museen zu Berlin steuern nun dagegen – mit einer Ausstellung über das Miteinander der Weltreligionen in der Geschichte. Trotz dieser weltpolitischen Brisanz geht es in der Ausstellung aber nicht vorrangig um die politischen Beziehungen zwischen Juden, Christen und Muslimen. Neben religiösen Themen steht vor allem das alltägliche Miteinander im Fokus. Die Direktorin des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung, Friedericke Seyfried, will auf diesem Weg zeigen, dass das Miteinander der drei Religionen im Mittelalter sehr gut funktionierte. Zwar habe es Konflikte zwischen den Religionsgruppen bis hin zu Verfolgungen gegeben. Deren Nebeneinander verlief aber überwiegend harmonisch, so Seyfried bei der Vorstellung der Ausstellung.


pro Medienmagazin

„Die friedliche Koexistenz der Weltreligionen ist ein Thema von großer Aktualität“, findet Michael Eissenhauser, Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin. Deshalb eröffnet das Bode-Museum in Berlin am 2. April die Gemeinschaftsausstellung „Ein Gott – Abrahams Erben am Nil. Juden, Christen und Muslime in Ägypten von der Antike bis zum Mittelalter“. Über 250, teilweise noch nie gezeigte Objekte aus Ägyptens reichem kulturellen Erbe sollen das zumeist friedliche, zum Teil aber auch durch Konflikte belastete Nebeneinander der drei Buchreligionen und ihre Geschichte in den jeweiligen Kontext setzen. In Ägypten haben Judentum, Christentum und Islam die längste gemeinsame Tradition.

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Israel: “Weint nicht, wenn eure Kinder demnächst sterben”

Screengrab Times of Israel

Screengrab Times of Israel

Benjamin Netanjahus deutlicher Wahlsieg hat nicht nur Medien wie Meinungsforscher überrumpelt, er hat auch das Volk gespalten. Der Wahlkampf geht einfach weiter – mit Hetzkampagnen und Beleidigungen.


Von Gil Yaron|DIE WELT

Auch knapp eine Woche nach den Wahlen haben viele in Israel sich noch immer nicht von Benjamin Netanjahus überraschendem Wahlsieg erholt. Bis zur letzten Minute waren Meinungsforscher, Journalisten und viele Politiker des gesamten politischen Spektrums sich sicher, dass dem Land ein Regierungswechsel bevorsteht. Wählerbefragungen sprachen am Wahlabend noch von einem Kopf an Kopf rennen. Das echte Wahlergebnis strafte sie alle Lügen: Netanjahu hatte haushoch gewonnen.

Doch viele Israelis sprechen nicht mehr von einem politischen, sondern einem gesellschaftlichen Kampf: dem jahrzehntealtem Ringen zwischen Aschkenasim, also Juden, deren Vorfahren aus Europa oder Nordamerika stammen, und Misrahim, deren Vorfahren aus arabischen Staaten nach Israel einwanderten. Während Aschkenasim als die alte Elite gelten, die wirtschaftlich gut situiert ist, in den Chefetagen großer Konzerne, der akademischen Welt und den Medien das Sagen hat und links wählt, gelten die Misrahim als Underdogs, die mit ihrer Stimme für rechte Parteien für ihre Gleichberechtigung kämpfen.

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Reportage: Warum die Koexistenz in Jerusalem fragiler denn je ist

The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)

The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)

Jerusalem, Israels “ewig geeinte Hauptstadt“, ist heute geteilter denn je: zwischen Israelis und Palästinensern, zwischen Christen, Juden und Moslems, zwischen religiösen und säkularen Juden. profil besuchte Bewohner, die unter diesem Zustand leiden und ihn endlich ändern wollen.


Von Tessa Szyszkowitz|profil.at

Von König David, Jesus und Mohammed zu Jassir Arafat und Benjamin Netanjahu wandeln seit drei Jahrtausenden nahöstliche Superstars und ihre Gefolgsleute durch die engen Gassen der Stadt, die allen als heilig gilt, wenn auch aus verschiedenen Gründen. Ihr Name, auf Hebräisch “Jeruschalaim“, trägt das Wort für Frieden – “Schalom“ – in sich. Doch die fromme Hoffnung will sich nicht erfüllen. Seit jeher bestimmt Gewalt das Geschehen in der Stadt mit der weltweit höchsten Dichte an religiösen Stätten.

Der Hass ist immer politisch oder religiös motiviert, meistens beides. Im vergangenen Juli etwa wurde der 16-jährige Mohammed Abu Khdeir vor seinem Haus in Schuafat in Ostjerusalem von israelischen Rechtsextremisten entführt und bei lebendigem Leib verbrannt. Ende November drangen drei palästinensische Terroristen in eine Synagoge im Westjerusalemer Bezirk Har Nof ein und erschossen vier betende Juden. Auch in ruhigen Wochen kommt es immer wieder zu Messerstechereien in Westjerusalem oder in der Altstadt. Unlängst hat der israelische Bürgermeister der Stadt, Nir Barkat, eigenhändig einen palästinensischen Attentäter vor der Altstadtmauer niedergerungen. Der Mann stand messerschwingend mitten auf der Kreuzung vor dem Bürgermeisterbüro. Die ohnehin fragile Koexistenz in der Stadt, die auf Arabisch “al-Kuds“ (die Heilige), heißt, ist zusammengebrochen.

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Obama: Netanyahu’s anti-Arab remarks risk eroding Israeli democracy

Israel’s Prime Minister Benjamin Netanyahu and US President Barack Obama end a joint press conference in Jerusalem on March 20, 2013. (Photo credit: Yonatan Sindel/Flash90)

President dismayed by PM’s Arabs ‘voting ‘in droves’ comment, says he has to rethink policy given Netanyahu’s ruling out of Palestinian statehood


By Times of Israel Stuff

In his first public comments since Benjamin Netanyahu’s election victory, President Barack Obama castigated the prime minister’s election day remark about Arabs voting in droves, and confirmed that the US would re-evaluate its stance on Israeli-Palestinian peace efforts in light of Netanyahu’s pre-election rejection of Palestinian statehood.

Although Netanyahu later backtracked, and reiterated a commitment in principle to a “sustainable, peaceful two-state solution,” Obama told The Huffington Post in an interview published Saturday that his administration is now operating under the assumption that Netanyahu does not envision the creation of a Palestinian state.

“We take him at his word when he said that it wouldn’t happen during his prime ministership,” Obama said, “and so that’s why we’ve got to evaluate what other options are available to make sure that we don’t see a chaotic situation in the region.”

In the interview, the president promised to maintain cooperation with the Israeli government on military and intelligence operations, but would not say whether the US would continue to block Palestinian efforts to secure statehood via the United Nations. He said he had told the Likud leader when they spoke on Thursday, “It is going to be hard to find a path where people are seriously believing that negotiations are possible.”

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Rabbiner und Imame radeln durch Berlin

Generalsekretär des Islamrats und Religionslehrer Burhan Kesici und Rabbiner Shlomo Afanasev stellv. Vorsitzender der Gemeinde Kahal Adass Jisroel (v.l.n.r). – Foto: Anette Kögel

Imame und Rabbiner radeln vereint als Tandem am Sonntagnachmittag durch die Hauptstadt. Die Aktion soll für mehr Toleranz sorgen. Die “Critical-Mass-Tour”-Radler wollen sich anschließen.


Von Anette Kögel|DER TAGESSPIEGEL

Die Leih-Tandemräder in Berlin aufzutreiben, war gar nicht so leicht. Einfacher war es da, die gemischten Fahrerteams aufzustellen: Jeweils ein Imam und ein Rabbiner wollten am späten Sonntagnachmittag gemeinsam gegen Islamfeindlichkeit und Antisemitismus in die Pedale treten. Weil auch die gesellschaftskritischen „Critical-Mass-Tour“-Radler sich der vom Verein Leadership Berlin veranstalteten Toleranz tour durch die Stadt anschließen, wurden insgesamt rund 1000 Radfahrer erwartet.

Begleitet von der Motorradstaffel der Berliner Polizei wollten die Radler für Respekt und Toleranz vom Brandenburger Tor aus an der Synagoge in der Oranienburger Straße und am Jüdischen Museum entlang zur Mevlana-Moschee und an der Sehitlik-Moschee vorbei fahren.

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Die weltweite Kopftuch-Frage

Themenbild

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Auch außerhalb Deutschlands wird darüber diskutiert, ob religiöse Symbole in staatlichen Einrichtungen gezeigt werden dürfen. Das Stück Stoff, das die Haare bedeckt, die Kippa auf dem Haupt oder das Kreuz an der Halskette.


DIE WELT

Durch seine besonders klare Trennung von Religion und Staat sticht Frankreich heraus. In dem laizistischen Land hat der islamistische Anschlag auf die Redaktion des Satiremagazins “Charlie Hebdo” der Debatte um religiöse Symbole neue Brisanz verliehen. Die Angst vor einer Islamisierung ist in der Bevölkerung groß. Paris hat, basierend auf dem Gesetz zur Trennung von Kirche und Staat von 1905, vor mehr als zehn Jahren das Kopftuchverbot für Lehrerinnen auf Schülerinnen ausgeweitet. Für Dozenten an französischen Universitäten sind auffällige Kreuze, Kippa oder Kopftuch ebenfalls tabu. Aktuell wird über eine weitere Verschärfung der Trennung von Staat und Kirche debattiert. Zur Diskussion steht ein Vorschlag der Staatssekretärin für Frauenrechte, die religiöse Symbole ganz aus den Universitäten verbannen will – auch für Studenten würde das Verbot dann gelten. 78 Prozent unterstützen laut einer Umfrage diesen Vorstoß.

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TV report: Obama left PM ‘with impression US will abandon Israel at UN’

US President Barack Obama, November 13, 2014 (photo credit: AFP/Christophe Archambault)

President Barack Obama’s supposed congratulatory call to Prime Minister Benjamin Netanyahu on Thursday, two days after the Likud leader triumphed in Israel’s elections, was actually a bitter 30-minute conversation, Israel’s two main TV news stations reported Friday night.


By Times of Israel staff

Quoting unnamed Israeli sources, they said the president made clear he didn’t believe Netanyahu was genuinely supportive of a two-state solution to the Palestinian conflict, and that he indicated that the US would no longer automatically support Israel at the United Nations.

According to a Channel 10 read out on the call, indeed, Obama left Netanyahu with “the impression that he intends to abandon Israel at the UN.”

The United States has actually been considering a reevaluation of ties with Israel, including its automatic support for the Jewish state at the United Nations Security Council, for at least four months, the Israeli sources also told Channel 2. Although the White House claims the reassessment was prompted by Netanyahu’s remarks on Monday in which he rejected the establishment of a Palestinian state — and which he walked back Thursday — that is not the case, according to the officials.

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Die Torah und die Wissenschaft

Wissenschaft und Torah teilen die Auffassung, dass der menschliche Geist diese Ordnung auch rational wahrnehmen kann. (dpa / picture alliance / Daniel Bockwoldt)

Torah und Wissenschaft, Glaube und Wissen, das passe nicht zusammen – so meinen all jene, die von Judentum und Torah nicht viel verstehen. Denn tatsächlich haben beide Dinge gewisse Gemeinsamkeiten und Schnittmengen.


Von Yael Kornblum|Deutschlandradio Kultur

Es gab und gibt immer wieder Versuche, den Wahrheitsgehalt der Torah wissenschaftlich zu belegen. Doch hier soll es nicht um den Beleg des Urknalls oder der Evolution in der Torah gehen, sondern um die allgemeine Fragstellung: Was haben die Torah als religiöse und daher a priori irrationale Schrift und die Wissenschaft, per Definition rational, miteinander gemeinsam? Zwischen ihnen beiden existieren drei Parallelen.

Zunächst: Der Glaube an die Gesetzmäßigkeit der Natur. Wenn es keine Ordnung, keine Kausalität gibt, ist der menschliche Geist wie blockiert. Naturereignisse scheinen dann das Resultat eines Gottes auf Rachefeldzug gegen eine rivalisierende Gottheit. Chaos ist dann die Konsequenz völliger Willkür. Außerdem ist die individuelle Eigenverantwortung dann hinfällig, weil göttlicher Eigenwilligkeiten ausgesetzt. Die moderne Naturwissenschaft konnte nur deshalb entstehen, weil es Menschen gab, die intuitiv an die Gesetzmäßigkeit der Natur glaubten. Dieses intuitive Wissen manifestiert sich übrigens erstmalig in der Torah auf der Suche nach Gott: Abraham beobachtet das Himmelsgestirn und vermutet einen tieferen Sinn, eine Kausalität dahinter. “Die Tage der Erde soll immer währen. Säen und Ernte, Sommer und Winter, Tag und Nacht sollen nie enden.” (Genesis 8,22). Der Glaube an und das Wissen um die Gesetzmäßigkeit der Natur – die erste große Gemeinsamkeit.

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Abdullah-Zentrum-Wien: Rabbiner Rosen warnt Österreich vor Heuchelei

Bild: ntv/Schreenshot BB

Bild: ntv/Schreenshot BB

Während hinter den Kulissen im Bundeskanzleramt und Außenministerium um die Zukunft des saudi-finanzierten Wiener König-Abdullah-Dialogzentrums (KAICIID) gerungen wird, hat am Mittwochabend bei einer Podiumsdiskussion in der neu eröffneten Österreich-Onlineredaktion der “Neuen Zürcher Zeitung” (nzz.at) ein prominentes Board-Mitglied Österreich diesbezüglich vor “Heuchelei” gewarnt. “Wenn die Regierung jetzt den Rückzug anordnet, sich aber gleichzeitig um den Verbleib der OPEC – und des saudisch finanzierten OPEC-Entwicklungsfonds – in Wien bemüht, wäre das ein Höchstmaß an Heuchelei”, sagte der Dialogbeauftragte des staatlichen Großrabbinats von Israel, Rabbi David Rosen (Jerusalem), bei der von nzz.at-Chefredakteur Michael Fleischhacker moderierten Diskussion.


kathweb

Rosen erntete in diesem Punkt keinen Widerspruch seiner Gesprächspartner, den KAICIID-Gegnern Schriftsteller Doron Rabinovici und Grünen-Politikerin Alev Korun. Der Rabbiner erinnerte an den diplomatischen Schutz Österreichs, der dem KAICIID gewährt wurde, aber ebenso der OPEC und dem OPEC-Entwicklungsfonds, dessen Projekte andernorts bereits mehrfach wegen ihrer wahabitischen Ausrichtung kritisiert worden waren.

Der aus Südafrika stammende Rabbiner betonte, dass für ihn der Dialog eine Lebensaufgabe sei. Rosen berichtete von einer Tagung im KAICIID vor wenigen Monaten in Wien. Die muslimischen Vertreter hätten sehr konservativen Strömungen angehört. Sei seien aus verschiedenen arabischen Staaten gekommen. “Fünf von ihnen haben noch nie in ihrem Leben einen Juden gesehen. Es war enorm wichtig, dass es zu dieser Kontaktaufnahme kam. Es ist eine Entwicklung, die über das KAICIID weiter gehen könnte.”

Kirchen: Dialog bringt mehr als Verweigerung

Sehr klar werde das besonders vom Vatikan, vom orthodoxen Ökumenischen Patriarchat und von der anglikanischen Staatskirche gesehen, sagte der südafrikanisch-israelische Dialogexperte: “Warum sind die drei Kirchen mit so hochrangigen Hierarchen im Board vertreten? Weil sie erkannt haben, dass man so mehr erreichen kann als durch Abwesenheit.” Zudem hätten die vergangenen Jahre klar gemacht, “dass das Zentrum eine bewundernswerte Arbeit leistet”.

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