Archiv der Kategorie: Katholizismus

Bistum Mallorca fordert Haft für sechs jugendliche Störer einer Messe

justiz_grossSechs Jugendliche waren 2014 bei der Sonntagsmesse in die Kirche Sant Miquel in Palma de Mallorca eingedrungen, um lautstark für eine Liberalisierung des Abtreibungsgesetzes zu demonstrieren.

kath.net

Das Bistum Madrid hat vierjährige Haftstrafen für die Mitglieder einer Gruppe jugendlicher Kirchenstürmer gefordert. Das Bistum wirft ihnen die Verletzung religiöser Gefühle durch eine Protestaktion im Februar 2014 vor, wie die Tageszeitung «El Pais» berichtet.

Demnach waren die sechs Jugendlichen bei der Sonntagsmesse in die Kirche Sant Miquel in Palma de Mallorca eingedrungen, um lautstark für eine Liberalisierung des Abtreibungsgesetzes zu demonstrieren. Nun müssen sich die Täter vor Gericht verantworten. Auch die Staatsanwaltschaft fordert laut «El Pais» eine Haftstrafe: eineinhalb Jahre für jeden Angeklagten. Die Kirchenstörer berufen sich auf die Meinungsfreiheit.

Papst Franz hofft auf baldige Einigung mit Piusbruderschaft

logo_fsspxPapst Franziskus: «Ich vertraue darauf, dass in naher Zukunft Lösungen gefunden werden können, um die volle Einheit mit den Priestern und Oberen der Bruderschaft wiederzugewinnen».

kath.net

Papst Franziskus hofft nach eigenen Worten auf eine baldige Einigung mit der Priesterbruderschaft Sankt Pius X. «Ich vertraue darauf, dass in naher Zukunft Lösungen gefunden werden können, um die volle Einheit mit den Priestern und Oberen der Bruderschaft wiederzugewinnen», schreibt er in einem Brief zur geistlichen Vorbereitung und Durchführung des «Heiligen Jahres der Barmherzigkeit», das am 8. Dezember beginnt.

Als Entgegenkommen und Zeichen der Versöhnung erlaubt der Papst für dieses Jubiläumsjahr auch die Beichte bei Priestern der Piusbruderschaft. Um dem Wohl der Gläubigen zu entsprechen, «bestimme ich in der Zwischenzeit in eigener Verfügung, dass diejenigen, die während des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit das Sakrament der Versöhnung bei den Priestern der Bruderschaft Sankt Pius X. empfangen, gültig und erlaubt die Lossprechung von ihren Sünden erlangen». Theologisch gelten die Weihehandlungen der von Rom getrennten Pius-Bischöfe als unerlaubt, aber gültig.

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Papst Franz: Priester dürfen ein Jahr lang Abtreibung vergeben

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
In der katholischen Kirche ist Abtreibung Sünde. Papst Franziskus hat Priestern nun die Erlaubnis erteilt, betroffenen Frauen zu vergeben – allerdings nur im Heiligen Jahr 2016.

SpON

Papst Franziskus hat katholischen Priestern erlaubt, Abtreibung zu vergeben. Das Oberhaupt der katholischen Kirche erklärte, es habe entschieden, während des im Dezember beginnenden Heiligen Jahrs allen Priestern zu erlauben, Frauen von der Sünde der Abtreibung loszusprechen – sofern die Betroffenen Reue tun und um Vergebung bitten.

Eine Abtreibung stellt in der katholischen Kirche eine schwere Sünde, ein “verabscheuungswürdiges Verbrechen” dar und wird mit Exkommunizierung der Frau und jener, die sie bei dem Schritt unterstützt haben, geahndet.

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“Scharia ist die schlimmste Form des Rassismus und der Geschlechterungerechtigkeit”

Sabatina James, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 de

In ihrem Buch Scharia in Deutschland schildert die unter einem Pseudonym schreibende Ex-Muslima Sabatina James das informelle Fußfassen eines islamischen Rechtssystems in Deutschland, das – obwohl es deutschen Rechtsleitlinien zuwiderläuft – hiesige Politiker auch offiziell einführen wollen.

 

Von Reinhard Jellen|TELEPOLIS

Frau James, Sie schreiben in Ihrem Buch, dass das Leben eines Großteils der 4,3 Millionen in Deutschland gemeldeten Muslime eher durch ihr Herkunftsland als ihr Leben in Deutschland bestimmt werde. Woran machen Sie dies fest und wie erklären Sie sich das?

Sabatina James: Die meisten Muslime kommen aus Ländern, in denen die Scharia als Gottesgesetz gesellschaftlich anerkannt ist. Anders als in Deutschland, entscheidet dort die Religion darüber, was man isst, was man trinkt, wen man heiratet, wie man Frauen und Minderheiten behandelt und welchen Gesetzen man folgt. Der Islam ist dort nicht nur rituelle Religionsausübung, sondern ein soziopolitisches System.

Welcher Muslim verwirft nun die antidemokratischen Aspekte der Scharia bei der Einreise nach Europa? Die Denkweise der Muslime, ihre Handlungen, ihre Sicht auf Andersdenkende, Andersglaubende und Frauen sind weiterhin vom Islam geprägt. Hinzu kommt, dass der Koran die Integration seiner Anhänger in eine westliche Gesellschaft nicht als besonders erstrebenswert darstellt. Er untersagt zum Beispiel in Sure 5:51 Muslimen die Freundschaft zu Juden und Christen.

So leben viele Anhänger des Islam in Deutschland in Parallelgesellschaften. Sie finden in ihren zum Großteil von Migranten bewohnten Wohnvierteln sowieso alles, was sie zum Leben benötigen: Also arabische Ärzte, “Halal- Supermärkte”, Moscheen und Rechtsanwälte. Vor allem Frauen kommen so kaum in Kontakt mit der deutschen Mehrheitsgesellschaft und müssen sich oft an demselben Ehrenkodex halten wie im Herkunftsland.

Sie sind unfrei in einem freien Land. Selbst die Entscheidung ihres Herzens, nämlich den Mann zu heiraten, den sie lieben, wird ihnen oft nicht gewährt, wenn er der Zukünftige Nichtmuslim ist. Auch wenn diese Unterdrückung nicht alle muslimische Frauen betrifft, darf man sich durchaus fragen, warum es kaum muslimische Frauen gibt, die einen Deutschen als Lebenspartner haben.

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Urteil: Verstößt die Kirchensteuer gegen Grundrechte?

Bild: tilly
Bild: tilly

Mit ihrer Klage wenden sich die Eheleute gegen die Festsetzung der römisch-katholischen Kirchensteuer durch das beklagte Land. Sie sind der Auffassung, die Kirchensteuerpflicht verletze die vom Grundgesetz gewährleistete Religionsfreiheit sowie den Gleichbehandlungsgrundsatz

Rechtsindex

Der Sachverhalt

Gleichzeitig seien auch die entsprechenden Vorschriften der Charta der Grundrechte der Europäischen Union verletzt. Die Erhebung von Kirchensteuer sei nicht Bestandteil der Religionsausübung innerhalb der römisch-katholischen Kirche.

Auch müsse gesehen werden, dass immer weniger Menschen Mitglied einer der großen christlichen Kirchen seien. Diesem gesellschaftlichen Wandel müsse die Verfassung Rechnung tragen. Eine Kirchensteuerpflicht sei nicht mehr zeitgemäß.

Das Urteil des Verwaltungsgerichts Koblenz (5 K 1028/14.KO)

Die Klage hatte keinen Erfolg. Die maßgebenden Vorschriften über die Erhebung von Kirchensteuer, so das Urteil des VG Koblenz (Az. 5 K 1028/14), stünden mit dem Grundgesetz und der Charta der Grundrechte der Europäischen Union in Einklang. Die freie Entscheidung des Einzelnen für oder gegen die Mitgliedschaft in einer Religionsgemeinschaft mache den Wesensgehalt der Religionsfreiheit aus.

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Schweizer SVP-Politiker: “Neger sollen alle verhungern”

Am gestrigen Abend sorgte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in der ARD-Talkshow “Hart aber Fair” für allgemeines Kopfschütteln, als er den Schlagersänger Roberto Blanco als einen “wunderbaren Neger” bezeichnete.

Von Christoph Lobel|Huffington Post

Doch nicht nur der Politiker der CSU benutzt das “N”-Wort ganz ungeniert, ein Politiker der rechtspopulistischen Schweizer Volkspartei “SVP” bewies, dass es noch schlimmer geht und sorgte in seiner Heimat für einen riesigen Skandal. Auf Facebook postete Corrado Galimberti, immerhin Medienbeauftragter der rechtskonservativen Schweizer Volkspartei (die SVP ist derzeit die stärkste Partei in der Schweiz) im Kanton Tessin, was er von Schwarzafrikanern hält:

“Die ‘Neger’ vermehren sich haufenweise … sie sollten alle verhungern”, zitiert ihn die schweizer Tageszeitung “Blick”. Grund für seine menschenverachtenden und völlig hirnlosen Aussagen war die Erklärung einer Nichtregierungsorganisation. In dieser hieß es, dass Verhütungsmittel in Uganda noch immer kaum verbreitet seien, was zu einem Anstieg der Bevölkerung führen würde.

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Es gibt ein West-Bundesland, in dem Ausländerhass so schlimm ist wie in Sachsen

Natürlich: Die Zahlen sind erschreckend. In keinem anderen Bundesland gab es in diesem Jahr mehr Brandanschläge auf Asylbewerberheime. Die AfD hat dort bei der Europawahl 2014 knapp acht Prozent der Stimmen bekommen. Und gleichzeitig fachen Politiker mit billigem Populismus das Rassismus-Problem noch weiter an.

Von Sebastian Christ|Huffington Post

Dumpfe, fremdenfeindliche Ressentiments sind hier seit Jahrzehnten verbreitet. Gerade auf dem Land. Dabei leben dort viele Regionen vom Tourismus – ein bisweilen genauso tragischer wie kurioser Umstand.

Wer jetzt auf seiner inneren Deutschlandkarte mit dem Finger nach Osten reist, liegt falsch. Es geht hier nicht etwa um Sachsen. Sondern um den Freistaat Bayern.

Sachsen ist nicht das einzige Problem

Rechtsextremismus ist kein ostdeutsches Problem. Viele Menschen im Westen wünschten sich das vielleicht, weil der Gedanke so verdammt praktisch ist. Frei nach dem Motto: Was ich nicht seh’, das tut mir nicht weh. Die „Zeit“ trieb diese absolut kurzsichtige Debatte auf die Spitze, als einer ihrer Redakteure jüngst den Rausschmiss Sachsens aus Deutschland forderte.

Klappe auf. Sachsen rein. Problem gelöst.

Aber so einfach ist es nicht.

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Christliche Schulen in Israel bleiben geschlossen

Bild: phhesse/flickr
Bild: phhesse/flickr

Christliche Schulen in Israel bleiben bis auf weiteres geschlossen. Das ist das Ergebnis eines Treffens des israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin mit Vertretern des Büros für christliche Schulen vom 24. August. Ein Sprecher des Büros nannte die Verhandlungen einen positiven Schritt, es müsse jedoch weitere Gespräche geben. Rivlin lobte die pädagogischen Leistungen der 47 christlichen Schulen.

kath.net

Anlass für das Treffen war die finanzielle Krise, in der sich die Schulen befinden. Am 27. Mai hatten sie gegen eine diskriminierende Politik der Regierung demonstriert. Da sie nicht als öffentliche Schulen gelten, werden sie nur teilweise vom Bildungsministerium unterstützt. Ihr Budget wurde 2014 um 45 Prozent gekürzt. Dies belastet vor allem arme, meist arabische Familien, da das Schulgeld erhöht werden musste. Etwa jeder zweite der 30.000 Schüler an den christlichen Schulen in Israel kommt aus einer christlichen Familie. Von den rund 8,3 Millionen Einwohnern Israels sind etwa 75 Prozent Juden, 17,5 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen, 1,6 Prozent Drusen und 3,9 Prozent Anhänger keiner oder anderer Religionen.

Italien: Im Heimatland des Katholizismus boomen Scheidungen

Die Scheidungen haben in Italien drastisch zugenommen. Doch statistisch sind italienische Ehen nach den Iren immer noch die stabilsten in Europa. – Foto: dpa
Ausgerechnet in der Heimat des Katholizismus steigt die Zahl der Trennungen enorm – vor allem ältere, lang verheiratete Paare wollen noch einmal neue Wege gehen.

Von Paul Kreiner|DER TAGESSPIEGEL

In Italien explodiert momentan die Zahl der Ehescheidungen. Dem Verband der Familienanwälte (AMI) zufolge haben sich allein in den vergangenen beiden Monaten 50 000 Paare für immer getrennt – so viele wie zuletzt in einem ganzen Jahr. Dabei fällt besonders der Anteil älterer, lang verheirateter Paare auf. 20 Prozent der Scheidungen betreffen Ehepartner, die älter als 65 Jahre sind.

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Politischer Druck auf die Kirche durch Gendermainstreaming?

Bild: FB
Bild: FB

Parlamentarische Staatssekretärin Maria Flachsbarth (CDU) hat zum Gender-Diskurs «auch in der katholischen Kirche» aufgerufen. Will man durch politischen Druck zu Frauendiakonat und Frauenpriestertum?

Von Peter Winnemöller|kath.net

Die Parlamentarische Staatssekretärin Maria Flachsbarth (CDU) hat laut einer KNA-Meldung zum Gender-Diskurs «auch in der katholischen Kirche» aufgerufen. Gleichzeitig wies Frau Flachsbarth «polemische Attacken» gegen die «vermeintliche Gender-Ideologie» zurück. Der Hintergrund dieses Postulats wird deutlich, wenn sie kritisiert, Frauen seien in der katholischen Kirche zwar «zur Diakonie, aber nicht zum Diakonat berufen».

Es leuchtet schnell ein, dass genau dies der Hintergrund ist, vor dem dieser Diskurs losgetreten werden soll. Der Diakonat der Frau als Weiheamt steht eindeutig auf der politischen Agenda in Teilen des ZdK und des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB), deren beider Mitglied Frau Flachsbarth ist. Insofern ist das oben genannte Postulat nur zu verständlich.

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Wahl Dodo des Monats August 2015

Dodo des Monats August 2015
Dodo des Monats August 2015

Es ist wieder soweit. Obskures, Religiotische, politische Dreistigkeiten stehen zur Auswahl. Bestimmte die Landesverratsaffaire gegen die Internetplattform netzpolitik.org Anfang des Monats die Inhalte der Debatte, folgte stramm und voller Eile Vitus Huonder hinterher. Nichts bestimmt die Diskurse der Kirchen so sehr wie Sexualität, Ehe, Familie. Es gibt Würdenträger welche sich nicht entblöden den Plan Gottes aufzurufen und den Eindruck erwecken zu lassen, sie würden selbigen kennen. Die Auseinandersetzungen mit dem Zustrom der Flüchtlinge, christliche Kontingente einfordernd, gibt sich Politik im Spektrum des Rechtsextremismus banal. Das Versagen von Sozial-und Kommunalpolitik wird nicht einmal angedacht.
Die Wahl ist bis zum 07.September 2015, 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird hier, am folgenden Tag, in entsprechender Form gewürdigt werden. Mehrfachabstimmungen sind möglich.

Viel Spaß!

  1. Peter Hahne, “zwangsneurotisches Missionieren als Allheilmittel.”
  2. Reiner Haseloff, “beschwört die jüdisch-christliche Tradition.”
  3. Lutz Marmor, “ab 2017 braucht die ARD 400 Millionen Euro mehr.”
  4. Marlene Mortler, “kein Alkoholverkauf an Jugendlich ab 22:00 Uhr.”
  5. Andreas Laun, “will Lebensrecht um jeden Preis.”
  6. Rudolf Langthaler, “hat den Naturalismus von Richard Dawkins theologisch nicht verstanden.”
  7. Bistum Limburg, “feuert Kita-Leiterin, weil keine kirchliche Heirat.”
  8. Christoph Markschies, “Theologe ohne Bibelkenntnisse.”
  9. Sigmar Gabriel, “Nazi-Rethorik.”
  10. König Abdullah Bin Abdulaziz Zentrum-Wien, “Feigenblatt des Wahhabismus in Europa.”
  11. WDR, “löscht Plasberg-Talk in der Mediathek.”
  12. Robert Zwick, “Gehirnerweichung durch Granderwasser.”
  13. Carsten Rentzing, “Homophob, kennt aber Gottes Plan.”
  14. Waleed Ahmed, “ findet die Scharia so toll, braucht aber niemand.”
  15. Annette Schavan, “religiotisches zu Bildung und Wiedervereinigung.”
  16. Heinrich Bedford-Strohm, “Luther-besoffen und Staatsknete.”
  17. Günther Beckstein, “möchte christliche Flüchtlinge bevorzugt behandeln.”
  18. Vitus Huonder, “fundamentale Bibel-Exegese in Sachen Homosexualität.”

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Zentralkomitee der Katholiken fordert mehr Freiräume in der Kirche

zdk Familie, Partnerschaft, Homosexuelle – das sind heiße Eisen in der Kirche. Viele Gläubige wünschen sich eine Abkehr der Bischöfe von starren Moralvorgaben. Der Dachverband der 24 Millionen Katholiken in Deutschland hat den Glauben an Reformen noch nicht verloren.

Lausitzer Rundschau

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) erwartet von der Bischofssynode in Rom eine grundlegende Öffnung der Kirche für mehr regionale Spielräume. «Ich hoffe sehr, dass es über die Themen hinaus, die unmittelbarerer Gegenstand der Synode sind, eine Entwicklung gibt zu mehr pastoralen Freiräumen», sagte der scheidende Präsident des Dachverbands katholischer Laien, Alois Glück in München. Die Situation in Deutschland erfordere zum Teil andere Antworten als in anderen Weltregionen.

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Bischöfe mahnen sensiblen Umgang mit dem Kirchenasyl an

justiz_grossFür einige Flüchtlinge ist das Kirchenasyl die letzte Hoffnung vor der Abschiebung. Der Bundesinnenminister sieht das Instrument kritisch. Die katholische Kirche stellt deshalb Empfehlungen für Gemeinden auf, die Asylbewerbern Unterschlupf bieten wollen.

evangelisch.de

Angesichts der starken Zunahme der Fälle von Kirchenasyl hat die Deutsche Bischofskonferenz die Kirchengemeinden zu einem sensiblen Umgang mit dieser Form des zivilen Ungehorsams aufgerufen. “Das Kirchenasyl kann immer nur “ultima ratio” (letzte Lösung) zur Verhinderung drohender Menschenrechtsverletzungen sein”, sagte der Vorsitzende der Migrationskommission der Bischofskonferenz, der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle, am Montag anlässlich der Veröffentlichung einer Handreichung zum Kirchenasyl.

Beim Kirchenasyl gewähren Gemeinden oder Klöster Flüchtlingen Unterschlupf, um sie vor Abschiebung zu schützen. Die Flüchtlinge leben aber in den seltensten Fällen direkt in der Kirche, sondern vielmehr im Gemeinde- oder Pfarrhaus.

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Sexualität: Wie sich die Kirche der Pornografie nähert

SM-Praktiken mit dem Segen der Kirche? Ganz so weit ist es noch nicht, doch vor allem bei den Protestanten gibt es eine neue Initiative für einen unverkrampfteren Umgang mit sexuellen Themen Foto: picture alliance / dpa
Unter Protestanten wie Katholiken entbrennt ein neuer Streit über das Sexualleben der Gläubigen. Die einen lehnen die Homo-Ehe strikt ab. Andere suchen nach einer angemessenen Sprache für das Lustvolle.

Von Matthias Kamann|DIE WELT

Beim Sex gilt auch für die Kirchen: Je kleiner, umso größer die Aufregung. Je kleiner für die Deutschen die Relevanz theologischer Sexualworte wird, umso größer wird innerhalb der Kirchen die Aufregung bei dem Thema. Das zeigt sich derzeit in beiden Konfessionen.

Bevor bei den Katholiken im Oktober eine Bischofssynode beim Papst in Rom über Familienethik und Geschlechtsleben brütet, hat jetzt die Reformbewegung Wir sind Kirche einen offenen Brief mit Forderungen an die teilnehmenden deutschen Bischöfe verschickt. Die sollen sich auf der Synode dafür einsetzen, “mit der unseligen Tradition der offenen oder indirekten Diskriminierung der Homosexualität zu brechen”, schreibt Wir sind Kirche.

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MP Haseloff gibt den katholischen Jubel-Lutheraner

Reiner Haseloff (2012). Bild: wikimedia.org/CC-by-sa 4.0

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat den christlich-jüdischen Dialog als Beitrag zum vertrauensvollen Verhältnis zwischen Israel und Deutschland gewürdigt.

evangelisch.de

“Der 50. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland ist in jeder Beziehung ein einzigartiges Jubiläum”, sagte Haseloff laut Redemanuskript am Sonntag auf der Tagung “Reformation und Israel gestern, heute, morgen” in Wittenberg.

Dass es nach der Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch im selben Jahrhundert gelang, zum jüdischen Staat nicht nur diplomatische Beziehungen aufzunehmen, sondern stabile und inzwischen von Vertrauen und sogar von Freundschaft geprägte Beziehungen zu gestalten, sei “eine Leistung, die uns staunen lassen kann”, sagte er.

Reformation und Israel seien in diesem Zusammenhang wichtige Stichworte, unterstrich Haseloff weiter: “Für den christlichen Glauben war und ist es von größter Bedeutung, sich bewusst zu machen, wie stark dieser aus jüdischer Geschichte, aus jüdischer Theologie, aus jüdischem Denken und aus jüdischer Liturgie erwachsen ist”.

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Katholische Kirche verliert mehr ältere Mitglieder

Bild: tilly
Bild: tilly

Die katholische Kirche in Deutschland hat im vergangenen Jahr offenbar deutlich mehr Austritte von älteren Kirchenmitgliedern verzeichnet als im Jahr davor.

evangelisch.de

Das ergab eine Umfrage der in Düsseldorf erscheinenden “Rheinischen Post” (Montagsausgabe) unter den 27 deutschen Bistümern, von denen elf über Erhebungen der Austritte nach Altersgruppen verfügen. Demnach verließen im Jahr 2014 in diesen elf Bistümern fast doppelt so viele über 60-Jährige die Kirche wie im Jahr zuvor.

Im Bistum Essen traten dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr 764 über 60-Jährige aus, 2013 waren es noch 341. Im Erzbistum Hamburg sei die Zahl von 330 auf 886 gestiegen, hieß es. In Freiburg kehrten 2013 noch 950 Senioren der katholischen Kirche den Rücken, ein Jahr später waren es 2.185. Das Bistum Bamberg verzeichnete einen Anstieg von 1.470 Austritten auf 2.074 und das Bistum Limburg von 399 auf 537.

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Protest gegen Sperrmauer: Soldaten schießen mit Tränengas

Einwohner von Beit Jala und umliegenden Dörfern protestieren gegen den Bau der Mauer im Cremisan-Tal am 23.08.2015. Bild: cremisan.de
Bei Protesten gegen den Bau der Sperrmauer in Israel ist es zwischen palästinensischen Demonstranten und israelischen Sicherheitskräften zu Ausschreitungen gekommen. Die Soldaten hätten ohne Vorwarnung Tränengas in die Menge geschossen, berichteten Augenzeugen am Sonntag. Katholiken aus Beit Dschalla unweit von Bethlehem hatten zu einem Gebet für Frieden und gegen den von Israel geplanten Mauerbau im Cremisan-Tal aufgerufen.

kathweb

Anfang Juli hatte Israels Oberstes Gericht den Bau der Sperrmauer auf privatem Land bei Beit Dschalla gestattet. Damit korrigierte das Gericht ein eigenes Urteil vom April, das die geplante Mauerführung als unzulässig bewertet hatte. Eine weiteres Urteil steht aus. Von der Sperranlage betroffen sind neben 58 christlichen Familien zwei Klöster und eine Schule des Salesianerordens.

Jerusalems katholischer Alt-Patriarch Michel Sabbah rief laut Augenzeugenberichten die palästinensische Führung vor den Protesten zu einer gewaltfreien “Intifada des Geistes” auf. Die Demonstranten forderte der Palästinenser zu einem “Friedensmarsch ohne Kugeln und Steine” auf.

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Prominente gegen Fremdenhass: “Rassismus hat hier keinen Platz”

In einer Solidaritätsaktion haben sich 100 prominente Deutsche aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kirchen, Kultur und Sport gegen Flüchtlingshass gewandt.

evangelisch.de

Daran beteiligten sich auf Initiative der Zeitung “Bild am Sonntag” alle Minister der Bundesregierung, Unternehmenschefs, Gewerkschaftsführer und Schriftsteller.

SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel sagte: “Deutschland ist ein starkes und mitfühlendes Land. Nicht die Hetzer sind Deutschland, sondern all die Menschen, die mit Herz und Verstand helfen.” Auch Bundestagspräsident Norbert Lammert nannte Deutschland ein weltoffenes Land: “Ich komme aus dem Ruhrgebiet, einer Region, die durch Zuwanderung entstanden und gewachsen ist.”

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Kirchen weiten Hilfe für Flüchtlinge aus

Matratzen für junge Asylbewerber liegen in der Pfarrei St. Otto in Cadolzburg (Bayern). /Illustration Foto: Daniel Karmann
Die Kirchen in Deutschland haben ihre Hilfe für Flüchtlinge deutlich ausgebaut. Viele katholische Bistümer und evangelische Landeskirchen haben – zum Teil millionenschwere – Sonderetats für die Betreuung der Asylsuchenden eingerichtet.

shz.de

Dies ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Hunderte Unterkünfte wurden zusätzlich bereitgestellt, etwa in Pfarrhäusern, Klöstern, Priesterseminaren, Kinder- und Jugendheimen. Allein in und um Köln sind mehr als 130 Immobilien der katholischen Kirche von Asylbewerbern bewohnt. Der evangelische Landesbischof von Hannover, Ralf Meister, stellt einen Teil seiner Dienstwohnung für Flüchtlinge zur Verfügung.

Zehntausende Ehrenamtliche in den Gemeinden kümmern sich um die Neuankömmlinge. Die Palette der Angebote ist groß: Deutschkurse, Begegnungs-Cafés, gemeinsames Kochen, Musikprojekte, Hausaufgabenhilfe, Kinderbetreuung, psychologische Hilfen, Geld für den Besuch einer Fahrschule, Einführungen ins Fahren mit Bus und Bahn. Ehrenamtliche begleiten die Flüchtlinge bei Behördengängen, zum Arzt, in Schützenvereine und Chöre. Einige Bistümer wie Paderborn übernehmen Kosten für Rechtsanwälte und Dolmetscher. Andere wie Magdeburg beteiligen sich an Flugkosten für das Zusammenführen von Familien. Auch die Ehrenamtlichen selbst erhalten Schulungsangebote.

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Afrikas Elite ignoriert Flüchtlingsproblem

Brand auf einem Flüchtlingsschiff vor den Küsten Europas © Szene aus "Report Mainz"
Brand auf einem Flüchtlingsschiff vor den Küsten Europas © Szene aus “Report Mainz”

Experte aus Senegal: Eigeninteressen seien wichtiger als Interessen des Landes und dessen Entwicklung.

kath.net

In der Debatte über die Ursachen der Flüchtlingskrise nimmt der senegalesische Priester und Sozialexperte Ambroise Tine die afrikanischen Eliten in die Pflicht. «Den Regierenden kommt die Migration gelegen», sagte der Botschafter der Stiftung pro missio am Freitag bei einem Besuch des Internationalen Katholischen Missionswerks missio in Aachen.

«Die Beträge, die gut ausgebildete Senegalesen in ihre Heimat überweisen, übersteigen die Entwicklungshilfe um ein Vielfaches», so Tine weiter. «Wer qualifiziert ist, ist auch kritisch und gefährlich für die Mächtigen», sagte der 64-Jährige. «Diese Leute wollen sie nicht. Sie brauchen ein Volk, das applaudiert.» Den Politikern in seinem Land warf er vor, nicht den Menschen zu dienen, sondern kurzfristige Eigeninteressen zu verfolgen.

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