Stiftung baut ehemaligen Erzbischof Alterssitz für 1,2 Millionen Euro

Karl Braun ging 2001 in den Ruhestand. (Foto: DPA)
  • Die karitative Joseph-Stiftung hat dem früheren Bamberger Erzbischof Karl Braun für 1,2 Millionen Euro einen Alterssitz hingestellt.
  • Der Deal ist brisant, weil die Stiftung sonst Wohnungen für bedürftige Familien baut.
  • Durch die Struktur der Stiftung befand sich Braun möglicherweise in einer Machtposition.

Von Matthias Drobinski | Süddeutsche.de

Seinen 85. Geburtstag feierte der Bamberger Alt-Erzbischof Karl Braun bescheiden und daheim, am 13. Dezember 2015. Zum Fest berichtete der Bamberger Fränkische Tag, Braun lebe „eher zurückgezogen in seinem Haus in Wildensorg“, westlich der Domstadt. Das sei ein „Tribut an das Alter“, heißt es in dem Porträt, aber auch „ein selbst auferlegtes Muss als Emeritus, der seinem Nachfolger auf dem Bischofsstuhl das tägliche Feld zum Beackern überlässt“. Braun, der mehr als zehn Jahre Bischof von Eichstätt war und dann bis 2001 Erzbischof von Bamberg, sagte, er mühe sich nun, „tiefer in das Mysterium einzudringen“, in das Geheimnis des Glaubens. Der Artikel trägt den Titel: „Der Mystiker von Wildensorg“.

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Als Muslim religiös versagt, werd ich eben Christ

Pastor Gottfried Martens von der Evangelisch-Lutherischen Dreieinigkeitskirche in Berlin-Steglitz bei der Taufe eines iranischen Kindes © Lukas Schulze/dpa
Was bewegt Flüchtlinge, Christen zu werden: Glaube? Schutz vor Abschiebung? Die Zahl der Muslime, die konvertieren, steigt. In mancher Gemeinde löst das Irritation aus.

Von Katharina Schuler | ZEIT ONLINE

Vor einigen Monaten bekam Pfarrer Weber ungewohnten Besuch. Fünf junge Afghanen drängten sich in seinem Sprechzimmer und hatten nur einen Wusch: Sie wollten getauft werden und das bitte so schnell wie möglich. Die Männer leben als minderjährige Flüchtlinge im Wohnheim einer saarländischen Stadt. Die katholische Pfarrkirche hatten sie sich ausgesucht, weil es die nächste war. Doch Weber musste sie enttäuschen: Christ wird man in der katholischen Kirche nicht von heute auf morgen.

Gesicherte Zahlen darüber, wie viele Muslime in den vergangenen Monaten zum Christentum konvertiert sind und ob ihre Zahl angesichts der gestiegenen Flüchtlingszahlen zugenommen hat, gibt es nicht. Doch auch wenn spektakuläre Fälle wie etwa die Massentaufe in einem Hamburger Schwimmbad eher die Ausnahme sein dürften, lässt sich punktuell in einigen Gemeinden durchaus ein deutlicher Anstieg von Neuchristen feststellen.

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Dodo Marx mit Gebeten gegen Terror – Bullshistic

Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,
Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,

Nach Nizza, Würzburg und München: Gebet, Zeugnis für das Evangelium und den «Einsatz für alle Bedrängten, unabhängig von ihrer Herkunft, Religion oder Hautfarbe». Eine solche Haltung sei weder naiv noch unrealistisch.

 

kath.net

Einen Tag nach dem Münchner Amoklauf hat Kardinal Reinhard Marx die Menschen zu einem stärkeren Miteinander aufgerufen. Am späten Samstagabend forderte er im ARD-Fernsehen eine Atmosphäre des Vertrauens, des Respekts und der Solidarität. «Wenn wir nicht immer neu lernen – so verschieden wir sind in Traditionen, Weltanschauungen, Religionen und Konfessionen – miteinander und füreinander zu leben, werden die Terroristen und Gewalttäter weiterhin die Saat der Angst, der Gewalt und des Hasses ausstreuen. Dagegen werden wir als Christen aufstehen.» Der Erzbischof von München und Freising äußerte sich in der Sendung «Wort zum Sonntag», die aus Anlass der Gewalttat mit zehn Toten kurzfristig geändert wurde.
Als konkrete Schritte nannte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz das Gebet, Zeugnis für das Evangelium und den «Einsatz für alle Bedrängten, unabhängig von ihrer Herkunft, Religion oder Hautfarbe». Eine solche Haltung sei weder naiv noch unrealistisch, fügte Marx hinzu. «Die Zukunft gehört nicht der Gewalt, dem Hass und dem Kampf gegeneinander, sondern der Hoffnung, dass die eine Menschheitsfamilie im gemeinsamen Haus der Erde Heimat findet.»

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„1000 Kreuze“: Die lebenden Retros marschieren in Salzburg

1000 Kreuze in Berlin 2008/Quelle: Brights Berlin
1000 Kreuze in Berlin 2008/Quelle: Brights Berlin
Am Sonntagnachmittag werden in Salzburg AbtreibungsgegnerInnen und BefürworterInnen des Rechts auf Schwangerschaftsabbruch aufeinandertreffen.

dieStandard.at

Anlass ist der jährlich stattfindende „Gebetszug“ 1000 Kreuze für das Leben, der von Euro Pro Life und Human Life International (HLI) organisiert wird. An dem Gebetszug, bei dem weiße Kreuze durch die Salzburger Innenstadt getragen werden, nehmen auch KirchenvertreterInnen teil. In den letzten Jahren beteiligte sich der Salzburger Weihbischof Andreas Laun, der in der Vergangenheit mit homophoben Äußerungen aufgefallen war, maßgeblich. Vor zwei Jahren wurde der Marsch noch von Laun persönlich angeführt.

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US-Bischöfe wollen sich stärker gegen Rassismus engagieren

Als Reaktion auf die zahlreichen rassistisch motivierten Vorfälle der vergangenen Wochen in den USA haben die katholischen Bischöfe des Landes eine Anti-Rassismus-Arbeitsgruppe eingesetzt.

kath.net

Als Reaktion auf die zahlreichen rassistisch motivierten Vorfälle der vergangenen Wochen in den USA haben die katholischen Bischöfe des Landes eine Anti-Rassismus-Arbeitsgruppe eingesetzt. Ziel dieser «Task Force» sei es, «Frieden und Heilung in dieser Zeit großer Belastungen für die Zivilgesellschaft zu fördern», teilte die US-Bischofskonferenz am Donnerstag (Ortszeit) mit. Alle Bischöfe im Land seien aufgefordert, ein offenes Ohr für die Anliegen der Bevölkerung in problematischen Stadtvierteln wie auch der Polizei zu haben. Zum Vorsitzenden der Arbeitsgruppe wurde der Erzbischof von Atlanta, Wilton Gregory, ernannt.
Der Bischofskonferenz-Vorsitzende, Erzbischof Joseph Kurtz, rief außerdem zu einem nationalen Gebetstag für den Frieden im Land auf. Dieser solle am 9. September begangen werden, dem Fest des Heiligen Petrus Claver, der als Patron der Menschenrechte gilt.

Der Aufsichtsrat der Vatikanbank fördert seit Jahren die Öl- und Gasindustrie

Vatikanbank
Vatikanbank
Während Papst Franziskus einen nachhaltigen Umgang mit unserer Umwelt predigt, unterstützt die Vatikanbank ihre Ausbeutung mit Milliarden.

Von Anica Beuerbach | greenpeace magazine

Zwei Aufsichtsratsmitglieder der Vatikanbank sind in Geschäfte mit der Industrie für fossile Brennstoffe verwickelt. Einer von ihnen spendet für eine Organisation, die den Klimawandel leugnet. Der andere berät große Öl- und Gaskonzerne. Das ergaben Recherchen von Energydesk Greenpeace basierend auf Analysen des Medienunternehmens Bloomberg.

Erst letztes Jahr veröffentlichte Papst Franziskus seine Enzyklika „Laudato Si“. Darin äußerte er sich unter anderem gegen die profitorientierte Ausbeutung der Schöpfung Gottes. Er rief dazu auf, genügsam und fürsorglich mit der Umwelt umzugehen.

Sir Michael Hintze ist neben seinem Posten im Aufsichtsrat der Vatikanbank auch Hauptgeschäftsführer eines Hedgefonds auf den Cayman Inseln. In dem Fonds befinden sich Wertpapiere in Höhe von umgerechnet 1,5 Millionen Euro der großen Fracking-Konzerne Devon Energy und Anadarko Petroleum. 2012 veröffentlichte die britische Zeitung „The Guardian“ E-Mails, die zeigten, dass Hintze in die „Global Warming Policy“-Stiftung investiert. Diese steht dem Klimawandel skeptisch gegenüber. Auf die Enzyklika von Papst Franziskus reagierte die Stiftung empört.

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Es braucht mehr Religion, um Extremismus zu bekämpfen

© Picture-Alliance In einem Prozess wollte eine Frau das Tragen des Kopftuches durchsetzen.
Wenn die Religion vollkommen aus dem öffentlichen Raum verdrängt wird, stärkt das religiösen Extremismus. Um Muslime besser integrieren zu können, das zeigt das Beispiel Frankreich, muss Religion stärker sichtbar werden. Ein Kommentar.

Von Rainer Hermann | Frankfurter Allgemeine

Die Trennung von Staat und Kirche ist eine der großen Errungenschaften der abendländischen Zivilisation. Der Kampf hat Jahrhunderte gedauert – vom Wormser Konkordat im Jahr 1122 bis zur Aufklärung im 18. Jahrhundert, das die Vernunft über den Glauben stellte. Von da an wurde die Trennung vollzogen. Den einen Königsweg, wie sie zu gestalten sei, hat es indes nie gegeben.

Frankreich, das Land der Aufklärung, entwickelte die „republikanische Laizität“. Der Staat verstand sich als Agent des Fortschritts und versuchte, Religion, die so gesehen nur Aberglaube sein konnte, aus der Gesellschaft fernzuhalten. In keinem Land Europas wurde Religion so radikal aus der Öffentlichkeit verdrängt wie in Frankreich. Atatürk, der Gründer der Republik Türkei, machte sich dieses Modell zu eigen.

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Schwuler Imam auf dem Christopher Street Day

Vor dem CSD Berlin diskutieren Vertreter von Religionsgemeinschaften über Homosexualität (picture alliance / dpa – Britta Pedersen)
Ein homosexueller Imam aus Frankreich erzählt von seinen Erlebnissen. Nicht nur muslimische Homosexuelle kämpfen um Anerkennung: Vertreter mehrerer Religionsgemeinschaften sind vor dem Christopher Street Day in Berlin zu einem runden Tisch zusammengekommen, um über ihr Verhältnis zum Thema Trans-, Bi-, und Homosexualität zu diskutieren.

Deutschlandfunk

„Es kann nicht dem Selbstverständnis von Gläubigen und Mitgliedern von Weltanschauungsgemeinschaften entsprechen, sich über die Abgrenzung zu und die Ausgrenzung von homosexuellen und transgeschlechtlichen Menschen zu definieren“, heißt es in der Schöneberger Erklärung für Vielfalt und Respekt, die die Teilnehmer des Runden Tischs gestern in Berlin unterzeichnet haben. Dazu zählten unter anderem Vertreter der Alt-Katholischen Kirche, der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, des Liberal-Islamischen Bunds und des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus. Niemand dürfe dazu genötigt werden, sich zwischen seinem Glauben und seiner sexuellen Identität entscheiden zu müssen. Das gelte auch für die jeweiligen Beschäftigten und Ehrenamtlichen.

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Erstmals wird die Heilige Maria Magdalena als 13. Apostel gefeiert

Eigentlich müsste der Maler Leonardo da Vinci sein berühmtes Bild „Das letzte Abendmahl“ nun um Maria Magdalena erweitern. Seit Papst Franziskus sie in den Rang einer Apostelin erhoben hat, gibt es in der Katholischen Kirche 13 Apostel. (picture alliance / dpa)
Die Aufwertung von Maria Magdalena als 13. Apostel ist für die feministische Theologin Marie-Theres Wacker vor allem Symbolpolitik der Katholischen Kirche. Sie wartet darauf, dass Frauen mehr Mitsprache bekommen.

Marie-Theres Wacker im Gespräch mit Frank Meyer und Katja Schlesinger | Deutschlandradio Kultur

Der Namenstag der Heiligen Maria Magdalena wird in der Katholischen Kirche an diesem Freitag zum ersten Mal als Festtag einer Apostelin gefeiert. Papst Franziskus hat die Weggefährtin Jesu Christi schon vor einiger Zeit in diesen Rang erhoben. Seither gibt es also 13 Apostel statt bisher zwölf. Die Vereinigung der österreichischen Frauenorden begrüßte diese Veränderung ausdrücklich in einer Erklärung.

Die böse Fee

Die 13. Apostelin klinge für sie ein wenig wie die böse Fee, sagte die feministische Theologin Marie-Theres Wacker im Deutschlandradio Kultur. Eigentlich gelte Maria Magdalena schon seit der alten Kirche als Apostelin. Insofern sei eigentlich nichts neues passiert. „Das zweite ist, dass mit der Apostelfrage in der Katholischen Kirche die ganze Ämterfrage verbunden ist“, sagte Wacker, die an der Universität Münster die Arbeitsstelle feministische Theologie und Genderforschung vertritt.

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Gottesbezug in Schleswig-Holstein scheitert an einer Stimme

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Die Aufnahme eines Gottesbezugs in die Präambel der Landesverfassung Schleswig-Holsteins ist im Kieler Landtag an einer Stimme gescheitert.

evangelisch.de

Für einen Antrag mit der Nennung von Gott stimmten am Freitag 45 der 68 anwesenden Abgeordneten und 23 dagegen. Für eine Zwei-Drittel-Mehrheit sind mindestens 46 Stimmen notwendig. Damit bleibt die am 8. Oktober 2014 beschlossene Formulierung der Präambel ohne Gottesbezug gültig.

Drei Anträge standen zur Debatte, zwei mit der Nennung von Gott und einer ohne Gottesbezug. Der knapp abgelehnte Entwurf von 29 Abgeordneten aus allen Fraktionen enthält die Formulierung: „Die Verfassung schöpft aus dem kulturellen, religiösen und humanistischen Erbe Europas und aus den Werten, die sich aus dem Glauben an Gott oder aus anderen Quellen ergeben.“

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Schwul, katholisch und reaktionär – ein Lebensgefühl wird wieder in

Der IT-Miliardär Peter Thiel ist zum Trump-Fan mutiert. Bild: FRED PROUSER/REUTERS
Der IT-Milliardär Peter Thiel und der Hass-Kult-Blogger Milo Yiannopoulos sind Fans von Donald Trump ­und schwul. Beide knüpfen an eine alte Tradition der britischen Oberklasse an.

Von Philipp Löpfe | watson.ch

Ein typisches Mitglied der britischen Oberklasse in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts ging auf einem Privatinternat wie Eton zur Schule und wechselte dann entweder nach Oxford oder Cambridge. Dort gehörte es zum guten Ton, homosexuelle Affären zu haben, mit dem Kommunismus zu flirten, um schliesslich zum Katholizismus zu konvertieren und den Rest seines Lebens als Reaktionär zu verbringen. In den Romanen von Graham Greene und Evelyn Waugh werden solche Lebensläufe immer wieder beschrieben.

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Theologe: Bei Islamismus hilft nur anderes religiöses Weltbild

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Innsbrucker Theologe: Islamisten können nicht durch herkömmliche Sozialarbeit von Anschlägen abgehalten werden. Vielmehr bräuchten sie « tief religiöse Menschen, die sie auf dem Weg zu einem anderen Gottesbild begleiten».
 

kath.net

Nach Einschätzung des katholischen Theologen Jozef Niewiadomski können Islamisten nicht durch herkömmliche Sozialarbeit von Anschlägen abgehalten werden. Was diese Menschen bräuchten, «sind tief religiöse Menschen, die sie auf dem Weg zu einem anderen Gottesbild begleiten», sagte der Innsbrucker Dogmatikprofessor am Mittwoch der Wiener Presseagentur Kathpress. «Einer Religion, die tötet, wird nur eine Religion, die den Gewaltverzicht und die Versöhnung mit Anderen, mit Fremden, ja mit Gegnern und Feinden lebt, standhalten», so der Experte.
Dagegen werde der Kontakt mit «aufgeklärten, säkularen» Sozialarbeitern westlicher Prägung Islamisten eher in ihren Auffassungen bestärken. «Menschen, die ihr Leben lang im Glauben gelebt haben, dass Gott das Töten von Menschen will und es auch mit dem Himmel belohnt», würden in solchen Fällen in ihren Vorurteilen bloß bestätigt, sagte Niewiadomski. Da sei es «nur eine Frage der Zeit und des Zufalls, ob ihr religiöser Glaube sie auch zu Taten verleitet».

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Kontroversen um Reiki im katholischen Krankenhaus

Bild: svz.de
Bild: svz.de
Alternative medizinische Methoden wie Reiki werden vermehrt im öffentlichen Gesundheitswesen eingesetzt. Sechs erfahrene Reiki-Therapeuten arbeiten seit einigen Jahren an einem berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhaus in Berlin mit und wollen durch spezielle Entspannungstechniken und energetische Behandlungen die Heilung der Patienten unterstützen (MD der EZW 8/2012, 301f).

Von Dr. Michael Utsch | Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen

In der Zeitschrift eines katholischen Ärzteverbands wurde darauf hingewiesen, dass die weltanschauliche Basis von Reiki sich von anderen Glaubenssystemen unterscheide und deshalb die Anwendung bei manchen Patienten spirituelle Konflikte hervorrufen (Maria Arvonio: Cultural competency, autonomy, and spiritual conflicts related to Reiki/CAM therapies: Should patients be informed? The Lineare Quarterly 81/2014, 47-56). Die Autorin zeigt in ihrem Aufsatz die ethischen Konflikte auf, die bei Reiki-Anwendungen als einer säkularen, alternativmedizinischen Behandlungsmethode entstehen können, weil der weltanschauliche Hintergrund erheblich sei und meist nicht vermittelt werde. Aus Sicht dieser katholischen Krankenschwester können Reiki und weitere komplementäre und alternativmedizinische Verfahren (CAM) nicht in einem katholischen Krankenhaus angewendet werden, weil sie der katholischen Lehre widersprechen würden. Die Autorin, die als Pflegedienstleitung in einem katholischen Krankenhaus in New Jersey arbeitet, argumentiert mit den fachlichen Qualitätskriterien professioneller Krankenpflege. Durch diese Standards sollen Autonomie und die kulturellen sowie religiös-spirituellen Glaubensüberzeugungen des Patienten geschützt werden. Um Konflikte zu vermeiden, hat die Krankenschwester für ihr Haus ein Formblatt zur schriftlichen Einwilligungserklärung für alternativmedizinische Behandlungen entwickelt, auf dem der Name und Ausbildungsgrad des Behandlers sowie die Methode und der weltanschauliche Hintergrund der Behandlung festgehalten werden. Bestmögliche Transparenz ist auf dem undurchsichtigen Feld der Alternativmedizin hilfreich, um Konflikte zu vermeiden.

Maria Arvonio: Cultural competency, autonomy, and spiritual conflicts related to Reiki/CAM therapies: Should patients be informed? The Lineare Quarterly 81/2014, 47-56. Doi: 10.1179/2050854913Y.0000000007

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4034623/

Rettet die Religion! Es gibt keinen vernünftigen Grund, das zu tun

Darum geht es in allen Religionen. Bild: AAA
Darum geht es in allen Religionen. Bild: AAA
Wer den Glauben an einen Gott für den Urgrund aller Intoleranz hält, mag sich nach Würzburg wieder bestätigt sehen. Falsch: Unsere Gesellschaft braucht jetzt nicht weniger Frömmigkeit, sondern mehr.
 

Von Lucas Wiegelmann | DIE WELT

Wenn Papst Johannes Paul II. bei einer Diskussion über ein schwieriges Problem mal nicht weiterwusste, was in einer Amtszeit von gut 26 Jahren ja schon mal vorkommen kann, pflegte er zu sagen: „Wir sehen keine Lösung. Weil wir zu wenig gebetet haben. Beten wir also.“

So erzählt es sein früherer Sekretär, der fromme Anekdoten liebt. Man wüsste gern, was Johannes Paul II. zum Terrorismusproblem von heute zu sagen gehabt hätte. Einfach ein bisschen beten? Ist beten, ist Religion, ist Gott nicht gerade das Problem?

Im Windschatten des Streits über die Frage, ob der Islam nun böse oder lieb ist, hat längst eine noch grundsätzlichere Debatte neue Fahrt aufgenommen. Es geht um die alte These, dass Religion an sich eine Gefahr für den Frieden sei, nicht nur für Angehörige der jeweils konkurrierenden Religionen, sondern für alle Menschen, auch für solche, die an gar nichts glauben (tatsächlich nennen die islamistischen Terroristen ihre Feinde ja meist nicht „Christen“, sondern „Ungläubige“).

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In den USA tobt ein Toilettenstreit

Bild: FB
Bild: FB
In den USA tobt ein Streit um die Kennzeichnung von öffentlichen Toiletten und die Regelung, wer welche Toilette benutzen darf.

kath.net

US-Präsident Barack Obama hat in einem Brief an Schulen und Universitäten klargestellt, dass Ausbildungsstätten ein Ort frei von sexueller Diskriminierung sein müssten. Daraus folge, dass Schüler und Arbeitnehmer auf jene Toilette gehen dürften, die ihrer „Geschlechtsidentität“ und nicht ihrem biologischen Geschlecht entspricht. Andernfalls drohten Streichungen von Bundesgeldern.
Methodistischer Hochschulrektor: Regelung ist „ideologischer Faschismus“

Kritik an dem Erlass übte jetzt der Präsident der Evangelisch-methodistischen Wesley-Universität in Oklahoma, Everett Piper. Die Regelung verlange von ihm, dass er bewusst gegen die Bibel verstoße, nach der Gott Menschen als Männer oder Frauen geschaffen habe, sagte er bei einer Podiumsdiskussion in Washington, zu der er per Skype zugeschaltet war. Die Toilettenregelung diene mehr dem „ideologischen Faschismus als der intellektuellen Freiheit“, sagte er nach einem Bericht der Internetzeitung „Christian Post“ (Washington).

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Erste Talmud-Übersetzung: Als sich Juden und Christen fremd wurden

Die erste ins Italenische übersetzte Ausgabe des Talmud (imago/Pacific Press Agency)
Im 13. Jahrhundert wurde zum ersten Mal der Talmud ins Lateinische übersetzt. Das Dokument brachte den Christen neue Erkenntnisse über die jüdische Religion. Eine europäisch-israelische Forschergruppe arbeitet nun an einer kritischen Ausgabe des lateinischen Talmud. Die Forscher untersuchen auch dessen Wirkung auf die jüdisch-christliche Beziehung bis heute.

Von Brigitte Kramer | Deutschlandfunk

Ein Buch, ein Papst, ein Konvertit. Was vor mehr als 700 Jahren in Paris geschah – die große Verbrennung des Talmud, eines der bedeutendsten Schriftwerke des Judentums – interessiert heute wieder Wissenschaftler in Europa.

Der Talmud ist das Kernstück gelebter, jüdischer Religiosität. Er verankert den Glauben im Alltag, gibt Anweisungen und Erklärungen. Der Talmud ist nach der Tora das zweite, wichtige Buch im Judentum. Nach Europa gelangte er vermutlich erst spät, im 11. Jahrhundert.

Abwertende Passagen

Das Buch beeinflusste das religiöse Leben europäischer Juden und auch die Beziehung zu den Christen. Im 13. Jahrhundert war es Nikolaus Donin, der als erster 35 besonders polemische Textstellen aus dem Hebräischen und Aramäischen ins Lateinische übersetzte. Donin hatte sich vom Judentum abgewandt und taufen lassen. Die übersetzten Talmud-Passagen legte er Papst Gregor dem Neunten vor, in böser Absicht. Donin wollte  die Juden diskreditieren – als Dummköpfe, Ketzer, Verleumder Christi. Das schaffte er zunächst auch. 1240 kam es in Paris zu einem Inquisitionsprozess, kurze Zeit später zum Verbot und zur großen Talmudverbrennung. Die Christen waren schockiert von den Diffamierungen ihres Messias im Talmud:

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Kirchen thematisieren Suizidprävention

Zum internationalen Telefonseelsorge-Kongress in Aachen hat die Telefonseelsorge der katholischen und evangelischen Kirche am Mittwoch ihre Broschüre „Suizidprävention – Damit das Leben weitergeht“ veröffentlicht.

evangelisch.de

Die Verhinderung von Suiziden spiele in der Telefonseelsorge eine große Rolle, teilten die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die katholische Deutsche Bischofskonferenz mit. In Tausenden Gesprächen werde deutlich, wie eng der Gedanke, sich selbst das Leben zu nehmen, mit fehlenden sozialen Kontakten und der Erfahrung des Ausgeschlossenseins verbunden sei.

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, schreiben im Vorwort der achtseitigen Schrift: „Als Christen glauben wir, dass das menschliche Leben ein kostbares Geschenk Gottes, unseres Schöpfers ist, für das wir gemeinsam Verantwortung tragen.“

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Demo für Alle: Weckruf für alle lebenden, mittelalterlichen Retros in München

Am 24. Juli wird um 14 Uhr in München die Weckruf-Demo unter dem Motto „Stoppt Gender und ‚Sexualpädagogik der Vielfalt‘ in Bayerns Schulen!“ stattfinden. Unterstützer u.a.: Forum Deutscher Katholiken und CDU-/CSU-Einzelgruppen

kath.net

Am 24. Juli wird um 14 Uhr in München die Weckruf-Demo unter dem Motto „Stoppt Gender und ‚Sexualpädagogik der Vielfalt‘ in Bayerns Schulen!“ stattfinden. Unterstützt wird diese Kundgebung u.a. vom Forum Deutscher Katholiken, von Untergruppierungen der in CDU/CSU (Mehrere Kreisverbände des Evangelischen Arbeitskreise in der CDU, CSU-Basisbewegung für Werte und Freiheit sowie den Christdemokraten für das Leben (CDL) Baden-Württemberg) sowie von Gabriele Kuby.

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Stelldichein der Homo-Hasser in München

Die katholisch-fundamentalistische Aktivistin Gabriele Kuby bei einer „Demo für alle“ – eine solche homophobe Bewegung nach französischem Vorbild hatte sie einst für Deutschland öffentlich eingefordert Bild: demofueralle / flickr / cc by 2.0
Zum ersten Protest der homophoben „Demo für alle“ in Bayern kommt am Sonntag mit Gabriele Kuby auch die oberste Scharfmacherin.
 

Von Norbert Blech | QUEER.DE

Wenige Tage vor der ersten „Demo für alle“ in München sind die ersten Redner des homophoben Protests bekannt geworden. In einer Pressemitteilung schrieb die Organisatorin Hedwig von Beverfoerde, dass unter anderem der Sozialwissenschaftler Prof. Manfred Spieker und die Publizistin Gabriele Kuby an der „Weckruf-Demo“ am Sonntag unter dem Motto „Stoppt Gender und Sexualpädagogik der ‚Vielfalt‘ in Bayerns Schulen!“ teilnehmen werden.

Die bislang vor allem in Stuttgart aktive Bewegung, die von dem CDU-Mitglied Beverfoerde lange aus dem Berliner Büro der AfD-Europaabgeordneten Beatrix von Storch heraus koordiniert wurde, stört sich an Plänen der bayerischen Landesregierung, an Schulen demnächst behutsam und angemessen über Homo- und Transsexualität aufzuklären – der Unterricht im Freistaat soll Jugendlichen künftig helfen, „ihre geschlechtliche Identität sowie sexuelle Orientierung zu finden und anzunehmen“ (queer.de berichtete).

Die „Demo für alle“ fordert, dass dieser „Richtlinien-Entwurf entweder grundlegend geändert oder verworfen wird“, da damit eine „Gender-Theorie als Ideologie, Unfug und Aberglauben“ Einzug in die Schulen halten würde. Über 17.000 Menschen haben eine entsprechende Petition gegen die CSU-Pläne unterschrieben.

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Bereiten ‚radikale Bibelgruppen‘ größere Probleme als Islamisten?

Märchen-Bibel (Bild: Twitter/Caleb Kaltenbach)
Märchen-Bibel (Bild: Twitter/Caleb Kaltenbach)

Sektenbeauftragter der sächsischen Landeskirche sorgt für Irritationen: „Was die Gefährdung von sächsischen Jugendlichen angeht, bereiten etwa radikale Bibelgruppen viel größere Probleme als Islamisten.“

kath.net

Für Irritationen haben Äußerungen des Weltanschauungs- und Sektenbeauftragten der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Harald Lamprecht (Dresden), gesorgt. Auf der Internetseite der Dresdner Morgenpost erschien am 13. Juli ein Artikel unter der Überschrift „Sekten-Beauftragter: So schützen Sie Ihre Kinder vor der Islamisten-Falle“. Darin rät Lamprecht besorgten Eltern, nicht in Panik zu geraten. Er sagte laut der Zeitung: „Was die Gefährdung von sächsischen Jugendlichen angeht, bereiten etwa radikale Bibelgruppen viel größere Probleme als Islamisten.“
Wie Lamprecht am 18. Juli der Evangelischen Nachrichtenagentur idea mitteilte, habe er in keiner Weise eine Gleichsetzung der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) mit bibelfundamentalistischen Gruppen vorgenommen und dies auch nicht beabsichtigt. Noch weniger habe er sich gegen eine Orientierung an der Bibel ausgesprochen, sondern „lediglich vor radikalen, den Sinn der Bibel verdrehenden Interpretationen gewarnt“.

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