Assad: Das westliche Projekt ist in Syrien gescheitert

Screenshot der Rede Assads. Video der Nachrichtenagentur Sana auf YouTube.
Der syrische Präsident erklärt in einer Rede zur Zukunft Syriens eine klare „Ostorientierung“

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Es ist ein eklatanter Kontrast. Zwischen dem Papier eines US-Think-Tanks und der Rede Baschar al-Assad zur Zukunft Syriens liegen Welten. Zwar räumt das Atlantik-Council-Papierein, dass es nicht sicher sei, in welchem Ausmaß die USA am Wiederaufbau Syriens beteiligt sein wird, aber man mahnt dort schon einmal an, dass es prioritär darum gehen müsse, den Fokus auf die syrische Zivilgesellschaft zu richten, um das Land zu „stabilisieren“.

Jeder, der lesen kann, weiß, welche Wünsche hinter den Empfehlungen des Atlantic Councils stecken, die Mitwirkung der Zivilgesellschaft an der Regierungsarbeit zu stärken. Der Atlantik Council-Denkbunker ist seit jeher Unterstützer eines Umsturzes in Syrien. So bedeutet der Vorschlag lediglich einen Umweg, um zu bewirken, was auf anderem Weg nicht gelang, die Beschneidung der Macht Assads. Auf lange Frist bleibt es beim Ziel, Assad von der Regierung zu entfernen. Nun halt durch den Aufbau einer Opposition über das Governance-Paradigma.

Ganz anders stellt sich die Lage aus Sicht des syrischen Präsidenten dar. Er ging in seiner Rede am gestrigen Sonntag (auf Arabisch hier, englisch, von der syrischen Nachrichtenagentur Sana zusammengefasst, hier) auf diesen Ansatz ein:

Wir werden es unseren Feinden und Rivalen nicht erlauben, über Politik das zu erreichen, woran sie mit der Unterstützung von Terroristen gescheitert sind. (…) Alles, was mit der Zukunft von Syrien zu tun hat, ist zu 100 Prozent eine Angelegenheit Syriens.

Baschar al-Assad

Manche, wie der syrisch-amerikanische Beobachter Ehsani2, halten die etwa einstündige Rede Assads für eine seiner wichtigsten, weil sie eine Grundausrichtung formuliert, und das angegebene Zitat für einen Schlüsselsatz. Damit, so Ehsani2, könne sich der UN-Sonderbotschafter de Mistura von seinem Posten zurückziehen, die Genfer Gespräche seien nicht mehr sinnvoll, da Assad sich vom Westen und seinen arabischen Verbündeten nicht in die politische Gestaltung hineinreden lassen wolle.

Tatsächlich lässt es Assad bei seiner vom TV übertragenen Rede zu einer Konferenz des Außenministeriums nicht an Deutlichkeit fehlen, wenn es um sein Verhältnis zum Westen und dessen arabische Partnern und Erdogan geht. Für die westliche Politik der Einflussnahme in Syrien erhebt er nicht nur den Vorwurf der Unterstützung von Terroristen, er vergleicht sie mit Bulldozer und Schlangen.

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Ethnologe: Religion ist für Menschen letztlich unvermeidbar

Religiöse Erfahrungen sind nach Ansicht des Ethnologen Thomas Hauschild tief im Menschen verwurzelt. „Religion muss offensichtlich passieren“, sagte der ehemalige Haller Ethnologie-Professor dem Evangelischen Pressedienst (epd). Es könne weltweit keine Menschengruppe geben, die gar keine Religion kenne. „Das, was wir Religion nennen, ist ein Dialog mit Mächten, die nicht ganz deutlich in der Realität verankert sind.“

Von Leonore Kratz | evangelisch.de

So könne etwa ein besonderes Musikerlebnis, eine überwältigende Landschaft oder ein merkwürdiger Zufall religiöse Gefühle auslösen: „Das übersteigt unsere tägliche Orientierung und kann dann unbewusst religiös aufgeladen werden“, erläuterte der Wissenschaftler. Hauschild hat im Sommersemester 2017 die Hans-Blumenberg-Professur am Münsteraner Exzellenz-Cluster „Politik und Religion“ inne.

Auch ein Konflikt könne eine Erfahrung mit dem Übernatürlichen sein, sagte er. Ein Gegenüber im Streit könne leicht in übertriebener Weise „dämonisiert“ werden. Religiöse Gefühle im Alltag könnten sowohl Menschen entwickeln, die einer organisierten Religion wie etwa dem Christentum angehören als auch Menschen ohne Religionszugehörigkeit.

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Spitzenvertreter des Vatikan beginnt Moskau-Mission

Wappen Russland

Bei Begegnungen von Kardinalstaatssekretär Parolin mit Präsident Putin und Außenminister Lawrow dürfte es auch um den Ukraine-Konflikt und den Krieg in Syrien gehen

kath.net

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin beginnt am Montag ein dreitägiges Besuchsprogramm in Russland. Am Mittwoch ist in Sotschi ein Treffen mit dem russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin geplant. Zuvor hält Parolin am Dienstag eine Unterredung mit Außenminister Sergej Lawrow. Zudem soll er vom russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I. empfangen werden. Thema der politischen Gespräche seien Fragen von beiderseitigem Interesse sowie „Krisen in verschiedenen Teilen der Welt“, sagte Parolin der russischen Nachrichten-Agentur TASS (Sonntag).

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Entführung im Vatikan – Wo ist Emanuela Orlandi?

Emanuela war die jüngste Bürgerin des Vatikanstaats. Sie verschwand spurlos. Ihr Bruder stößt bis heute auf eine Mauer des Schweigens © Mattia Balsamini
Sie ist die jüngste Bürgerin des Kirchenstaats, sie wird entführt. Aber von wem? Von Mädchenfängern? Geheimdiensten? Der Mafia? Ihr Bruder rennt auch noch nach 34 Jahren gegen die Mauern des Schweigens im Vatikan an.

Von Nicolas Büchse | stern.de

Gleich werden sich zwei Menschen begegnen, der eine ist Papst, der andere Bruder eines verschollenen Mädchens, sie werden sich die Hände schütteln, und Papst Franziskus wird einen Satz sagen, der Pietro Orlandi trifft wie ein Faustschlag in die Magengrube.

Noch aber muss Franziskus seine Predigt zu Ende bringen, es ist der Morgen des 17. März 2013, der erste Sonntag nach seiner Wahl zum neuen Pontifex. Er spricht über die Barmherzigkeit Gottes vor einer erwartungsfrohen Gemeinde in St. Anna, der Hauptkirche des Vatikanstaats.

Pietro Orlandi war lange Teil dieser Gemeinde, doch ihn treibt weder sein Glaube noch die Neugier auf den Neuen in die Kirche. Er will ein Verbrechen aufklären. Und dazu braucht er den Papst.

Er will von ihm wissen, was seiner Schwester Emanuela widerfahren ist.

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Seehofer beharrt auf Obergrenze

Schöne Kulisse im schönen Berlin: Seehofer und ARD-Journalisten beim Aufzeichnen des Interviews, dass am Sonntagabend ausgestrahlt wird (Foto: dpa)
  • Seehofer mache die Obergrenze nicht mehr zur Bedingung für die nächste Koalition, berichten Medien – das sei falsch, sagt der CSU-Chef.
  • „Kein Abrücken von der Obergrenze. Die 200 000 bleiben“, so Seehofer. Die Zahl bezieht sich auf die maximale Zahl von Flüchtlingen, die die CSU jährlich aufnehmen will.

Süddeutsche.de

Am Sonntagabend ist CSU-Chef Horst Seehofer in einem ARD-Interview im Fernsehen zu sehen. Vorab hatten Medien berichtet, Seehofer gebe darin eine zentrale Forderung der CSU auf: Die Partei rücke davon ab, die Obergrenze für Flüchtlinge zur Bedingung für eine Regierungsbeteiligung der CSU zu machen. Doch Seehofer widersprach umgehend den Meldungen, die für einiges Aufsehen gesorgt hatten: „Kein Abrücken von der Obergrenze. Die 200 000 bleiben.“

Der Name sei dabei nicht so wichtig, sagte Seehofer. „Wenn anstelle der ‚Obergrenze‘ ‚Kontingent‘ steht, das ist nicht mein Problem“, so der CSU-Chef. „Wir garantieren, dass dieser Dreiklang kommt: Humanität, Integration, Begrenzung“, sagte Seehofer. „Wenn ich das sage, gilt das. “

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Pakistan: Staatsbegräbnis für deutsche Lepra-Ärztin Ruth Pfau

Eine Militäreskorte begleitete den Leichenwagen zum Friedhof.FOTO: REUTERS
Ein Land verneigt sich: Mit einer außerordentlichen Ehrbezeugung hat sich Pakistan von der deutschen Ordensfrau Ruth Pfau verabschiedet.

DER TAGESSPIEGEL

Mit einem Staatsbegräbnis hat Pakistan Abschied von der hoch angesehenen deutschen Ordensfrau und Lepraärztin Ruth Pfau genommen. Armeeangehörige trugen den mit einer pakistanischen Flagge bedeckten Sarg der gebürtigen Leipzigerin am Samstag unter Salutschüssen aus der Kathedrale von Karachi. Pakistans Präsident Mamnoon Hussain nahm an dem Trauergottesdienst teil, das Außenministerium würdigte Ruth Pfau in einer Erklärung als „Nationalheldin“.

Ein Staatsbegräbnis für eine christliche Ausländerin gilt im muslimischen Pakistan als außerordentliche Ehrbezeugung. Ruth Pfau, die am 10. August mit 87 Jahren gestorben war, genoss in ihrer Wahlheimat Pakistan großes Ansehen, ihr Einsatz für Leprakranke hatte ihr den Ruf als „Pakistans Mutter Teresa“ eingetragen.

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Achtjähriger von Priester vergewaltigt: Papst bittet Missbrauchsopfer um Vergebung

Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Vier Jahre lang wurde Daniel Pittet als kleiner Junge von einem Kapuzinermönch vergewaltigt und sogar zu Porno-Aufnahmen gezwungen. Pittet hat ein Buch über dieses Martyrium geschrieben – mit Unterstützung des Papstes.

FOCUS ONLINE

„Es ist eine große Herausforderung für die Opfer pädophiler Gewalt, das Wort zu ergreifen und davon zu berichten, was sie aushalten mussten zu beschreiben, wie die traumatischen Erlebnisse von einst noch Jahre später sie quälen. Aus diesem Grund ist das Zeugnis von Daniel Pittet so notwendig, so kostbar und so mutig.

Ich habe Daniel Pittet im Jahr 2015, im Jahr des geweihten Lebens, im Vatikan kennengelernt. Daniel war damals mit großem Eifer dabei, ein Buch mit dem Titel Lieben heißt alles gebenzu verbreiten. Für das Buch wurden Zeugnisse von religiösen Männern und Frauen, Priestern und Ordensleuten zusammengetragen.

Dass dieser so leidenschaftlich glaubende Christ ausgerechnet von einem Ordenspriester sexuell missbraucht worden war, konnte ich kaum fassen. Doch genau das berichtete er mir. Seine Leidensgeschichte hat mich tief bewegt. Ich habe begriffen, was für einen furchtbaren Schaden sexueller Missbrauch hervorruft und wie lang und schmerzvoll der Weg ist, der vor den Opfern liegt.

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Ist die Mutter Gottes an Maria Himmelfahrt tatsächlich zu Jesus aufgestiegen?

Maria soll in den Himmel aufgestiegen sein? Wie zum Teufel soll das funktioniert haben?

Von Hugo Stamm | Sektenblog – watson

Am vergangenen Dienstag erlebte Zürich wieder einmal eine kleine Invasion von Autos mit Innerschweizer Kennzeichen. Der Grund: Die katholischen Kantone legten einen Feiertag ein zu Ehren der Mutter Gottes. Sie gedenken der Auffahrt ihrer verehrten Heiligen. Der Feiertag heisst denn auch bekanntermassen Maria Himmelfahrt.

Doch zurück zu Maria Himmelfahrt. Das religiöse Fest wirft Fragen auf, weil es sich um ein sonderbares Ereignis handelt. Die «Mutter Gottes» soll an diesem Tag aufgefahren sein, und zwar in ihrer ganzen Körperfülle.

Als kritischer Geist stellt man sich unweigerlich die Frage, wie das vor sich gegangen sein soll. Und: Warum ist Maria in menschlicher Gestalt in den Himmel disloziert, wenn dies doch bei gewöhnlich Sterblichen der Seele vorbehalten bleibt?

Warum verehrt man Maria?

Wenn sie mit Haut und Haaren aufgefahren ist, muss sich also der Himmel in materieller Form irgendwo im Weltall befinden. Es ist somit kein virtueller Ort, sonst hätte Maria keinen Landeplatz gefunden.

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Bistum Hildesheim liegt das Missbrauchsgutachten jetzt vor

Die Ergebnisse werden allerdings erst im Oktober der Öffentlichkeit bekannt gemacht.

kath.net

Das Gutachten über die Missbrauchsfälle im Bistum Hildesheim liegt jetzt der Bistumsleitung vor. Die Ergebnisse werden aber erst im Oktober der Öffentlichkeit bekanntgemacht, wie der NDR berichtete. „Wir werden das Gutachten jetzt genau lesen und schauen, welche Schlüsse wir aus den Ergebnissen ziehen müssen“, erläuterte dazu Weihbischof Heinz-Günter Bongartz. Das Bistum hatte das Gutachten vor einem Jahr selbst beim Münchner Institut IPP in Auftrag gegeben, es geht nicht zuletzt um Missbrauchsvorwürfe gegen den 1988 verstorbenen früheren Hildesheimer Bischof Heinrich Maria Janssen und gegen den pensionierten Priester Peter R. zu prüfen. Nach Angaben des NDR wird der derzeitige Hildesheimer Bischof Norbert Trelle zum Zeitpunkt der Öffentlichmachung der Ergebnisse aber nicht mehr im Amt sein, denn er wird im September Papst Franziskus das Rücktrittgesuch unterbreiten müssen, da er 75 Jahre alt wird.

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Reichtum und Christentum: Durch das Nadelöhr in den Himmel

Bild: tilly
Wie das frühe Christentum es mit dem Reichtum hielt, wie Rom unterging und wie die Kirche aufstieg: Der Historiker Peter Brown führt es in einem meisterlichen neuen Werk vor Augen.

Von Stefan Rebenich | Neue Zürcher Zeitung

Wer kennt Jesu Wort aus dem Matthäusevangelium nicht? «Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben.» Der reiche Jüngling, dem diese Aufforderung galt, wollte aber von seinem Besitz nicht lassen und wandte sich ab. Jesus erklärte daraufhin seinen Jüngern: «Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher ins Reich Gottes kommt.»

Peter Brown hat dem schwierigen Verhältnis von christlichem Glauben und irdischem Reichtum sein neuestes Buch gewidmet. Einmal mehr schreibt der grosse irische Historiker, der in Oxford, London, Berkeley und Princeton geforscht hat, ein faszinierendes Kapitel der Geschichte der Spätantike. Die englische Originalausgabe erschien 2012 unter dem Titel «Through the Eye of a Needle. Wealth, the Fall of Rome, and the Making of Christianity in the West, 350–550 AD».

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Fremdenfeindlichkeit in Polen: Feindbild Islam

Während auch in Polen offener Antisemitismus tabubelastet ist, gilt das für Islamophobie nicht. (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)
Terroristen, Gewalttäter, Sexualverbrecher – immer öfter werden Muslime in Polen öffentlich verunglimpft und grundlos mit Straftaten in Verbindung gebracht. Die pauschale Herabwürdigung von Muslimen ist mittlerweile Alltag in Polen. Dazu trägt auch die Regierungspartei PiS bei.

Von Jan Pallokat | Deutschlandfunk

Sprechchöre gegen Araber im Warschauer Stadtzentrum bei einem Aufmarsch der Allpolnischen Jugend, dem wohl ältesten Rechtsaußen-Verband des Landes mit etwa 5000 Mitgliedern. Dass Polens Rechtsradikale jenseits des traditionellen Antisemitismus einen neuen Hauptfeind gefunden haben, zeigen auch Untersuchungen des Warschauer Zentrums zur Erforschung von Vorurteilen. Psychologin Karolina Hansen erklärt: „Was sich in den letzten Jahren verschlimmert hat, ist der Gebrauch von Hasssprache mit Blick auf Muslime und Flüchtlinge. Obwohl insbesondere letztere in Polen gar nicht vorhanden sind, sind die Leute sehr voreingenommen. Sie wollen keine Flüchtlinge aufnehmen und auch keinen Kontakt mit ihnen.“

Übergriffe nehmen zu

Ähnliches berichtet auch der Verein „Nie wieder“, der Übergriffe gegen Minderheiten dokumentiert. Er spricht von einem „explosionsartigen“ Anstieg von Aggressionen gegen die, die der Norm dessen nicht entsprechen, was angeblich einen „richtigen“ Polen ausmacht.

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Porno im Beichstuhl in niederländischer Kirche gedreht – keine Strafe für Darsteller

In einer niederländischen Kirche wurde ein Porno gedreht – bisher hat das jedoch keine rechtlichen Konsequenzen.Foto: imago stock&people / imago/Christian Ohde
  • Ein Porno erzürnte Gläubige in den Niederlanden: der Sexfilm wurde in einem Beichtstuhl gedreht
  • Der Priester der betroffenen Kirche reichte Beschwerde ein
  • Diese wurde nun von der Staatsanwaltschaft abgewehrt – mit einer logischen Begründung

DERWESTEN

Tilburg.  Es ist Blasphemie, aber keine Straftat: Die Staatsanwaltschaft hat die Beschwerde einer Kirche in der niederländischen Stadt Tilburg abgewiesen, nachdem zwei Pornodarsteller dort beim Sex im Beichtstuhl gefilmt wurden. Das Video erregte in den Niederlanden Anfang des Jahres Aufsehen, nachdem es auf einer bekannten Pornoseite veröffentlicht wurde.

Ein offizieller Sprecher erklärte, der Pornofilm sei zwar anstößig – in den Niederlanden gebe es jedoch kein Gesetz mehr gegen Blasphemie.

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US-Bericht zur Religionsfreiheit: Kritik auch an Verbündeten

Beinahe 80 Prozent der Weltbevölkerung leben dem US-amerikanischen Jahresbericht zur internationalen Religionsfreiheit zufolge in Ländern, die die Religionsausübung begrenzen oder Gläubige anfeinden. Ein Umstand, den US-Außenminister Rex Tillerson scharf kritisiert.

evangelisch.de

Das US-Außenministerium hat die Verletzung der Religionsfreiheit in einer Reihe von Ländern kritisiert. Darunter befinden sich China wie auch mit den USA verbündete Staaten wie Saudi-Arabien und die Türkei. US-Außenminister Rex Tillerson beklagte am Dienstag (Ortszeit) bei der Vorstellung des Jahresberichts zur internationalen Religionsfreiheit, dass beinahe 80 Prozent der Weltbevölkerung in Ländern lebten, die die Religionsausübung begrenzten oder Gläubige anfeindeten.

Besonders scharf verurteilte Tillerson die Terrororganisation „Islamischer Staat“. Der IS habe einen Genozid gegen Jesiden, Christen und schiitische Muslime verübt und sei verantwortlich für „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. Der US-Botschafter für Demokratie und Menschenrechte, Michael Kozak, äußerte sich optimistisch, dass der IS besiegt werde und religiöse Minderheiten in ihre Wohnorte zurückkehren könnten.

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Apostel Oster: „Christentum ist nie unpolitisch“

FB-Page, Screenshot:bb
Im Mittelpunkt der Predigt von Bischof Dr. Stefan Oster am Fest Maria Himmelfahrt in Altötting stand zwar die Gottesmutter und ihre Bedeutung für die Christen, doch mit Blick auf die Bundestagswahl wurde der Passauer Oberhirte auch politisch: „Christentum ist nie unpolitisch. Christen haben eine Aufgabe in der Welt. Sie müssen schauen, dass die Familie, dass jeder Mensch in seiner Würde geschützt wird, dass die Schöpfung bewahrt, dass Gerechtigkeit geschaffen wird.“

Alt-Neuöttinger Anzeiger

Als Vertreter der Staatsregierung war Innenminister Joachim Herrmann nach Altötting gekommen. Im Gespräch mit der Heimatzeitung sagte Herrmann, der CSU-Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl ist, die Predigt sei eine „Ermunterung und Erinnerung“ gewesen, die christliche Botschaft als Basis für die eigene Arbeit zu nehmen. Eine „Wahlpredigt“ oder gar Empfehlung jedoch sei dies nicht gewesen, so Herrmann.

Weitere Themen des Redaktionsgesprächs waren der Weiterbau der A94, die Innen- und Sicherheitspolitik und die – so Herrmann – „starke Rolle“ von MdB Stephan Mayer auf diesen Feldern sowie die Frage, warum Stadt und Landkreis Altötting bei öffentlichen Projekten immer mit hohen staatlichen Förderquoten bedacht würden.

 

Berlin: Erzapostel warnt vor Wegfall religiöser Symbole

Heiner Koch. Bild: wikimedia.org. CC-BY-SA 4.0 – Martin Rulsch

Berlins katholischer Erzbischof Heiner Koch hat vor einem Wegfall religiöser Symbole im öffentlichen und staatlichen Bereich gewarnt. „Statt der religiösen Zeichen bliebe nur die weltanschauliche Leerstelle übrig“, sagte Koch in der Berliner Sankt Hedwigs-Kathedrale.

religion.ORF.at

Der Staat würde sich „mit der Zurückweisung religiöser Zeichen die atheistische Weltanschauung zu eigen machen“. In der Hauptstadt hatte es unlängst eine Kontroverse um die Errichtung des historischen Kuppelkreuzes auf dem rekonstruierten Berliner Stadtschloss gegeben.

Aufruf zu Debatte über religiöse Zeichen

Zugleich rief Koch zu einer intensiven gesellschaftlichen Debatte darüber auf, wie die Präsenz religiöser Zeichen „für den Glauben an Gott und für den atheistischen Glauben an die Nichtexistenz Gottes“ in Staat und Gesellschaft zum Ausdruck gebracht werden könnte.

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Eiche erschlägt Gläubige auf Madeira

  • Ein umstürzender Baum hat bei einer religiösen Feier auf der portugiesischen Ferieninsel Madeira mehrere Menschen getötet und viele weitere verletzt.
  • Berichten zufolge war eine 200 Jahre alte Eiche auf eine Menge vor einer Kirche gestürzt.

Süddeutsche.de

Bei einem religiösen Volksfest auf der portugiesischen Urlaubsinsel Madeira ist ein Baum auf eine Menschenmenge gestürzt und hat mehrere Gläubige in den Tod gerissen. Die genaue Zahl der Opfer war zunächst unklar. Laut Zivilschutz sollen mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen und fünf schwer verletzt worden sein. Das staatliche Fernsehen (RTP) sprach hingegen von elf Toten und mehr als 30 Verletzten, die aber von den Behörden zunächst nicht bestätigt wurden.

Bei dem Baum handelte es sich lder Zeitung Público zufolge um eine 200 Jahre alte Eiche. Den Angaben zufolge war sie schon seit drei Jahren als gefährlich und umsturzgefährdet eingestuft worden.

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Theologe, Kirchensteuer und keine Ahnung

Bild: tilly
Ulrich Hemel: „Die durch das Kirchensteuersystem mit bedingte Beamtenmentalität in der kirchlichen Verwaltung bremst Kräfte aus, die sich neu mit christlichen Inspirationen aus dem Evangelium auseinandersetzen wollen.“

kath.net

Die Kirchensteuer ist unzeitgemäß, ungerecht und macht träge. Sie sollte deshalb abgeschafft werden. Dies meint der Direktor des Instituts für Sozialstrategie, Prof. Ulrich Hemel, in einem Essay in der „Welt am Sonntag“, wie idea berichtet. „Wenn nur noch 55 Prozent der Bevölkerung sich zur katholischen oder evangelisch-lutherischen Kirche bekennen, und wenn ein Drittel von ihnen gar keine Einkommensteuer zahlt, dann wird die Merkwürdigkeit des heutigen Systems sichtbar“, meint Hemel, ein katholische Theologe und Unternehmer. Knapp 40 Prozent der Steuerzahler seien zur Kirchensteuer verpflichtet, 60 Prozent nicht. Von kirchlichen Krankenhäusern, Kindergärten und anderen sozialen Einrichtungen, die unter anderem darüber finanziert würden, profitierten aber alle: „Gerecht ist das nicht.“

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Australien: Kommission will Beichtgeheimnis bei Missbrauch aufheben

REUTERS/Yves Herman
Das Beichtgeheimnis bei Fällen von Kindesmissbrauch abschaffen und Geistliche belangen, die die Justiz nicht informieren – das ist eine von 85 Empfehlungen zur Reform des australischen Strafrechts der Ermittlungskommission zur Aufarbeitung von Kindesmissbrauch. Die katholische Kirche Australiens reagiert empört.

evangelisch.de

In Australien hat sich eine hochrangige staatliche Ermittlungskommission dafür ausgesprochen, das Beichtgeheimnis bei Fällen von Kindesmissbrauch abzuschaffen. Die Kommission zur Aufarbeitung von Kindesmissbrauch veröffentlichte am Montag insgesamt 85 Empfehlungen zur Reform des australischen Strafrechts. Unter anderem empfiehlt das Komitee, Geistliche in Zukunft strafrechtlich zu belangen, wenn sie bei der Beichte von sexuellen Vergehen an Kindern erfahren und die Justiz darüber nicht informieren.

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Käßmann kritisiert Männer-Dominanz in der Kirche

Alle Getauften sind laut Margot Käßmann Priester, Bischof und Papst – auch Frauen. Doch noch immer wehe ein patriarchaler Geist durch die christlichen Kirchen, Männer dominierten dort das Bild.

katholisch.de

Die Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, hat die Dominanz von Männern innerhalb der Kirche kritisiert. Ein halbes Jahrtausend nach Beginn der Reformation wehe noch immer patriarchaler Geist durch die christlichen Kirchen, würden die Religionen von Männern beherrscht, sagte sie am Samstag in Wittenberg. „Noch immer dominieren Männern in gewaltigen Gewändern das Bild von Kirche.“

Die Frage der Geschlechtergerechtigkeit

Männliche und weibliche Qualitäten werden laut Käßmann in der Kirche gebraucht. „Erst wenn Männer den Kuchen backen für die Gemeindeversammlung und Frauen bei ihnen die Kinder für den Nachmittag abgeben, hat sich etwas geändert“, sagte die Theologin aus Anlass der Projektvorstellung „Reformation ist überall – Frauenperspektiven“ des Christinnenrates.

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„Unkraut wächst schnell, darum wachsen Mädchen schneller als Jungen.“Martin Luther

Hilfe für die Bibelausleger

©Oliver Schopf(mfG) derStandard.at
Die Wissenschaft muss Charles Darwins Erkenntnisse immer mehr verteidigen, weil immer mehr Menschen seine Evolutionslehre ablehnen.

Von Jean-Martin Büttner | Der Bund

Klimawandel? Der amerikanische Präsident hat ihn abgeschafft. Umweltschutz? Sein Umweltminister hält nichts von Umweltpolitik. Wahrheit, Echtheit, Transparenz? Sind bei Donald Trump nicht zu haben. Es passt zu seiner Vorstellung von Wissenschaft, dass eine grosse Mehrheit der Amerikanerinnen und Amerikaner die Evolutionslehre von Charles Darwin zurückweist oder stark relativiert. Vierzig Prozent glauben nicht daran, dass der Mensch sich aus dem Affen und ohne Gottes Hilfe entwickelt hat. Vierzig weitere Prozent akzeptieren die Evolutionslehre, sehen diese aber göttlich gelenkt und sprechen von einem «intelligent design».

Das ergab eine Umfrage des Gallup-Instituts von 2014. Zudem zeigte sie auf, dass nur einer von hundert Kirchgängern der Evolutionstheorie vertraut. Dafür breiten sich die Kreationisten aus mit ihrer Behauptung, Gott habe die Erde vor ungefähr 10’000 Jahren geschaffen, und sowieso habe die Bibel in allem recht.

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