Wer bedroht unsere Gesellschaftsordnung?

Bild: bb
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Üblicherweise lautet die Antwort auf diese Frage, dass es der Rechtsextremismus sei, der unsere Gesellschaft bedroht, dass Parteien wie die NPD oder die AfD die Grundlagen unserer Verfassung in Frage stellen und aushöhlen würden.

Von Uwe Lehnert | Richard-Dawkins-Foundation

Zur NPD hat das Bundesverfassungsgericht jüngst erklärt, dass diese zwar verfassungswidrig, aber mangels Potenz und relevanter Anhängerschaft als Gefahr zu vernachlässigen sei. Was die AfD angeht, so wird diese Partei – von einigen im Zwielicht verfassungswidrigen Verhaltens sich bewegender Mitglieder abgesehen – vom Verfassungsschutz nicht als beobachtungsbedürftig eingeschätzt. Programm und Auftritte dieser Partei mögen rückwärtsgewandtes, in Teilen erzkonservativ-religiöses, europaskeptisches bis europafeindliches und nationalkonservatives bis nationalistisches Denken aufweisen – verboten sind solche Auffassungen nicht. Sie sind generell durch die Meinungsfreiheit gedeckt. Verboten wären Aktivitäten, die gegen die verfassungsmäßige Ordnung gerichtet sind oder die Strafgesetze verletzen. Meinungsfreiheit schließt dennoch nicht aus, die politischen Ziele der AfD angesichts einer sich zunehmend multikulturell entwickelnden und global sich öffnenden Gesellschaft für falsch oder gefährlich zu halten.

Die eigentliche Gefahr für unsere freiheitsliebende, demokratische, offene, tolerante Gesellschaft geht von einer polit-religiösen Ideologie aus, die über Zuwanderung aus muslimisch geprägten Ländern zu uns gekommen ist und zusätzliche finanzielle und personelle Unterstützung aus dem muslimischen Ausland erhält. Dieser orthodoxe Islam wird vertreten in Deutschland zum Beispiel von der DITIB, einer von der türkischen Religionsbehörde in Ankara personell, finanziell und weisungsmäßig vollständig gesteuerten muslimischen Organisation. Ebenso zwielichtig einzuschätzen ist der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) unter der Führung von Aiman Mazyek. Ein Mitglied des ZMD ist die Islamische Gesellschaft in Deutschland (IGD). Für den bayerischen Verfassungsschutz ist die IGD ein Tarnverein für die islamistische und antidemokratische Muslimbruderschaft. Ein weiteres Mitglied im ZMD ist die Union der Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa (ATIB), den wiederum der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz als Tarnverein den ultra-nationalistischen und faschistoiden Grauen Wölfen zuordnet. Von Milli Görüs, ebenfalls eine muslimische Organisation, ist bekannt, dass sie wiederholt ins Visier der deutschen Sicherheitsbehörden geraten ist. Dabei repräsentieren die verschiedenen muslimischen Verbände, die in erster Linie politisch agieren, dabei nur rund 15 Prozent der Muslime in Deutschland. Dennoch werden DITIB und ZMD bisher von der Bundesregierung als Vertreter »der« Muslime anerkannt und geradezu hofiert.

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US-Regierung und Vatikan: Duett im Dunkeln

 Frisch ernannte Kardinäle während eines Festakts im Vatikan © Vatican Pool/Getty Images
Frisch ernannte Kardinäle während eines Festakts im Vatikan © Vatican Pool/Getty Images
Die Trump-Regierung will die Welt wieder christlicher machen. Dafür sucht Chefberater Stephen Bannon den Schulterschluss mit konservativen Kräften im Vatikan. Die haben ihre eigene Agenda: Papst Franziskus schwächen und das Rad der Zeit zurückdrehen.

Von Julius Müller-Meiningen | ZEIT ONLINE

Am 27. Juni 2014 war Donald Trump noch ein halbseidener New Yorker Milliardär und Stephen Bannon trug noch keine Jacketts. Der Chef der ultrarechten amerikanischen Nachrichtenseite Breitbart News saß an diesem Tag vor seinem Computer in einem Hotel in Los Angeles. Bannon war per Skype mit dem Vatikan verbunden. Dort, in einem prächtigen Renaissance-Palazzo mitten in den Vatikanischen Gärten, im Sitz der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, warteten ein paar Dutzend Zuhörer. 50 Minuten lang skizzierte Bannon seine ganz persönliche Apokalypse in einem düsteren Videotelefonat.

Am gleichen Tag beging Raymond Leo Kardinal Burke das sechste Jubiläum seiner Nominierung als Präfekt der Apostolischen Signatur, des höchsten Vatikangerichts. Burke spürte damals, im Frühsommer 2014, wie ihm langsam der Boden unter den Füßen weggezogen wurde. Papst Franziskus hatte den erzkonservativen Kardinal im Vorjahr bereits aus zwei Kongregationen abberufen, ein paar Monate später sollte er vom Papst auch als Chef des obersten Vatikangerichts abgesetzt und zum Malteserorden abgeschoben werden – als dessen Kardinalpatron. Burke war schon damals Franziskus’ schärfster innerkirchlicher Kritiker.

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Zahl der Diebstähle im Vatikan gestiegen

Headquarter des Konzerns.
Headquarter des Konzerns.

Auch wenn die Zahl der Diebstähle noch immer gering ist, verzeichnet der Vatikan einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Zwei Orte sind bei Dieben besonders beliebt.

katholisch.de

Im Vatikan wird mehr geklaut: Im kleinsten Staat der Welt wurden vom 1. Oktober 2015 bis zum 30. September 2016 insgesamt 78 Diebstähle angezeigt. In den zwölf Monaten zuvor waren es 58, wie aus dem Bericht über das Gerichtsjahr 2015/2016 hervorgeht, den der vatikanische Staatsanwalt Gian Piero Milano am Samstag vorstellte. Beklaut wurden demnach vor allem Pilger und Touristen in den Vatikanischen Museen und im Petersdom, die jährlich mehr als fünf Millionen Besucher anziehen. Die vatikanische Gendarmerie nahm insgesamt vier mutmaßliche Taschendiebe fest.

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Ökumenische Jury ehrt sechs Filme auf der Berlinale

Die internationale ökumenische Jury der Kirchen hat auf der Berlinale einen Spielfilm und zwei Dokumentarfilme ausgezeichnet. Drei weitere Produktionen wurden lobend erwähnt. Der undotierte Hauptpreis ging an den ungarischen Spielfilm „Testr?l és lélekr?l“ (engl.: „On Body and Soul“) von Ildikó Enyedi, wie die Jury am Samstag mitteilte.

evangelisch.de

Aus der Sektion Panorama ehrte die ökumenische Jury zudem den algerisch-französischen Dokumentarfilm „Tahqiq fel djenna“ (eng.: „Investigating Paradise“) von Merzak Allouache sowie in der Sektion Forum den Dokumentarfilm „Maman Colonelle“ (engl.: „Mama Colonel“) des Regisseurs Dieudo Hamadi aus der Demokratischen Republik Kongo. Diese Preise sind mit jeweils 2.500 Euro dotiert. Lobend erwähnt wurde der Transgender-Film „Una mujer fantástica“ von Sebastián Lelio, der Anti-Rassismusfilm „I Am Not Your Negro“ von Raoul Peck sowie der US-Flüchtlingsfilm „El mar la mar“ von Joshua Bonnetta und J.P. Sniadecki.

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Wie christlich investiert die Kirche?

Bild: tilly
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Investiert die Kirche ihr milliardenschweres Vermögen in Kohlefirmen oder Ölkonzernen so klimafreundlich, wie Papst Franziskus dies seit Jahren fordert? Das wollte das Recherchenetzwerk Correctiv wissen, erhielt aber keine Antwort. Nun hat Correctiv das mitgliederstarke Erzbistum Köln stellvertretend auf Auskunft verklagt.

KLIMARETTER.INFO

Umwelt- und Klimaschutz gehört zu den wichtigsten Anliegen von Papst Franziskus. In seiner Umweltenzyklika vom Juni 2015 fordert er unter anderem den Ausbau der erneuerbaren Energien. Regierungen und Bürger rief er dazu auf, umweltschädliche Produkte zu boykottieren, um dem Klimawandel entgegenzutreten.

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Vatikan bot Juden im Nationalsozialismus Schutz – später dann Nazis

Blick auf Castel Gandolfo am Lago Albano mit der Sommerresidenz des Papstes in der italienischen Provinz Latium. (picture alliance / dpa / Udo Bernhart)
Blick auf Castel Gandolfo am Lago Albano mit der Sommerresidenz des Papstes in der italienischen Provinz Latium. (picture alliance / dpa / Udo Bernhart)
Der Vatikan hat Zahlen zur Rettung jüdischer Bürger in der Zeit des Nationalsozialismus genannt.

Deutschlandfunk

Der Archivar des vatikanischen Staatssekretariats, Ickx, teilte auf einer Tagung in Rom mit, allein in der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo hätten 3.000 Menschen Unterschlupf gefunden. 5.000 weitere seien in Klöstern versteckt worden, fast 1.500 in katholischen Privathäusern. Auch im Vatikan selbst seien Juden untergekommen. Die Zahlen gingen aus den Akten des vatikanischen Archivs hervor.

Im Geheimen Kardinal

REUTERS/Yves Herman
REUTERS/Yves Herman
Dieses Mittel setzten Päpste in der Vergangenheit gerne ein: Sie ernannten Bischöfe „in pectore“, also im Geheimen, zu Kardinälen – aus den verschiedensten Gründen. Papst Franziskus hat das zwar bisher nicht getan. Dennoch ranken sich um die Kardinäle inkognito nach wie vor viele Gerüchte.

Von Gabriele Höfling | katholisch.de

Gerade wollen sich die Kardinäle zum Konklave einschließen, da gibt es einen Zwischenfall. Ein Mann kommt in die Sixtinische Kapelle, der behauptet, einer von ihnen zu sein. Er gibt sich aus als der Bischof von Bagdad, den der gerade verstorbene Papst im Geheimen zum Kardinal ernannt habe. Die Nachricht überrumpelt die Kardinäle — und stellt die Dynamik der Papstwahl auf den Kopf.

Zugegeben, dieses Szenario ist reine Phantasie. Es stammt aus dem Roman „Konklave“, den der Bestseller-Autor Robert Harris im vergangenen Jahr veröffentlichte. Doch vollkommen unrealistisch ist die Szene nicht. Denn tatsächlich können die Päpste Kardinäle „in pectore“, also „im Herzen“ ernennen. Dann geben sie im Konsistorium nur bekannt, dass es außer den öffentlich kreierten noch einen oder mehrere weitere Kardinäle gibt. „Wer das ist, wissen jedoch nur der Papst und idealerweise der Kandidat selbst“, erklärt Vatikanexperte Ulrich Nersinger. Die Gründe für das geheimnisvolle Vorgehen seien meist politisch: „Es geht darum, unter schwierigen Umständen die jeweilige Person zu schützen – etwa in Ländern, in denen Christen verfolgt werden.“

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Australien: Kirche zahlte 190 Millionen an Missbrauchsopfer

missbrauch

Australiens katholische Kirche hat in den vergangenen Jahrzehnten umgerechnet mehr als 190 Millionen Euro an Tausende Opfer von sexuellem Missbrauch durch Geistliche gezahlt.

religion.ORF.at

m Durchschnitt bekam jedes Opfer 91.000 australische Dollar (etwa 66.000 Euro) – meist allerdings mit vielen Jahren Verspätung. Das wurde am Donnerstag bei Beratungen einer offiziellen Untersuchungskommission bekannt, die die Missbrauchsvorwürfe aufarbeiten soll.

Behandlungen und Anwaltskosten

Insgesamt zahlte die Kirche seit 1980 etwa 276 Millionen australische Dollar aus – als Entschädigung, aber auch für ärztliche Behandlungen und Anwaltskosten. 4.445 Frauen und Männer haben bisher gemeldet, dass sie als Kinder von katholischen Geistlichen missbraucht worden seien. Die Dunkelziffer liegt vermutlich viel höher. In mehr als 3.000 Fällen wurde Geld überwiesen. Mehrere hundert Fälle sind aber auch noch offen.

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Konkordat: Vatikan mischt sich in Studienpläne ein

Headquarter des Konzerns.
Headquarter des Konzerns.

Die Innsbrucker katholisch-theologische Fakultät wollte ihr Curriculum aktualisieren. Nach einem Einspruch aus Rom wurden die Pläne vertagt

Von Lisa Kogelnik | derStandard.at

Der Vatikan hat der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Innsbruck keinen Segen erteilt. Die geplante Aktualisierung des Curriculums für das Doktoratsstudium muss verschoben werden. Wie jetzt bekannt wurde, war der Senat der Uni Innsbruck im September vergangenen Jahres dazu gezwungen, die Pläne für einen neuen Studienplan, der eigentlich schon im April beschlossen worden war, wieder zurückzunehmen.

Die katholische Kirche hat in Österreich durch das Konkordat viele Einflussmöglichkeiten. Der Vertrag zwischen dem Staat und dem Heiligen Stuhl ermöglicht dem Vatikan unter anderem, Professoren und Dozenten sowie Studienpläne an den katholisch-theologischen Fakultäten abzusegnen. Eine parlamentarische Anfragebeantwortung zeigt, dass die Kirche selten, aber doch die Pläne der Universitäten durchkreuzt.

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Missbrauchsopfer: ‚Der Vergewaltiger ist nach wie vor Priester‘

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„Der Vergewaltiger ist nach wie vor Priester.“ Das sagt Missbrauchsopfer Daniel Pittet, wie „kath.ch“ berichtet.. Pittet war als Ministrant der Kathedrale Freiburg jahrelang regelmäßig von einem Kapuzinerpater missbraucht worden, erst mit 12 Jahren konnte er sich aus dem Zugriff des Priesters befreien. Der 58-Jährige hat seine Erfahrungen in einem soeben erschienen Buch öffentlich gemacht

kath.net

Pittet machte viele Jahre später die Sache dem damaligen Offizial des Diözesangerichts des Bistums Lausanne-Genf-Freiburg bekannt, dem späteren Vatikandiplomaten und Nuntius in Deutschland, Jean-Claude Périsset. Dieser glaubte ihm, rief den Kapuziner zu sich, der Pater gestand die Taten, so berichtete „kath.ch“. Der Pater wurde nach Frankreich versetzt, Pittet wurde informiert, dass der Geistliche sich behandeln lassen werde.

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‚Correctiv‘ verklagt das Erzbistum Köln auf Auskunft

Bild: tilly
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Die umstrittene Journalistengruppierung „Correctiv“ hat eine Klage auf Auskunft gegen das Erzbistum Köln eingereicht. Die Gruppe, die zuletzt medial in Zusammenhang mit der Überprüfung von Fakenews bei Facebook ein Thema war, möchte wissen, in welche Fonds und Branchen die Erzbistümer und Landeskirchen ihre Milliarden investieren.

kath.net

Laut eigener Auskunft stößt man hier „auf eine Mauer des Schweigens“ und möchte jetzt gerichtlich durchsetzen, dass man erfährt, wo genau das Erzbistum Köln rund 2,5 Milliarden Euro angelegt hat. Bistumssprecher Michael Kasiske erklärt gegenüber „Correctiv“: „Die Zusammensetzung der Aktienfonds unterliegt laufenden Änderungen, so dass wir zu einzelnen Anlagen grundsätzlich keine Auskunft erteilen.“

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Vatikan: Polizei ermittelt wegen Fake News

Papst mit grimmigem Blick samt Schelte gegen ihn: 200 dieser Plakate wurden in Rom affichiert. – REUTERS
Papst mit grimmigem Blick samt Schelte gegen ihn: 200 dieser Plakate wurden in Rom affichiert. – REUTERS
Das Heilige Jahr der Barmherzigkeit ist vorbei. Das merkt man vor allem im Vatikan, wo der Ton gegen Papst Franziskus immer schroffer, die Kritik an ihm immer lauter und öffentlicher wird. Dass er sich mit seinem Reformeifer vor und hinter den Mauern des Vatikans nicht nur Freunde macht, dürfte Franziskus klar sein. Doch die Fälle offener – und immer schamloserer – Kritik häufen sich.

Von Almut Siefert | Die Presse.com

Am Wochenende der aktuellste Vorfall: Von einer anonymen E-Mail-Adresse aus wurde eine gefälschte Titelseite der Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ an die Privat-Mailadressen von Kardinälen, Bischöfen und anderen Geistlichen verschickt. Neben der lateinischen Variante ist nun auch eine englische im Umlauf. „Er hat geantwortet“, so die Titelgeschichte auf dieser falschen Zeitungsseite. Eine Anspielung auf die fünf Zweifel, die Dubia, die vier Kardinäle vergangenen November in einem Brief an Papst Franziskus geäußert hatten. Stein des Anstoßes: Das päpstliche Schreiben „Amoris Laetitia“, das Franziskus nach der letzten Familiensynode veröffentlicht hatte, und in dem er unter anderem die Kommunion von wiederverheirateten Geschiedenen thematisiert. Die vier Kardinäle sehen in dem Schreiben Widersprüche zur kirchlichen Lehre. Der Papst hat sich dazu nicht geäußert. Auf die Zweifel und die Fragen der Kardinäle lauten die erfundenen Antworten auf der gefälschten Titelseite nun: „Sic et non“ – „Ja und Nein“.

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Polen: Die „Pille danach” wieder rezeptpflichtig?

kirche_polenDie polnische Regierung hat heute ein Gesetzesvorhaben verabschiedet, nach dem die sogenannte Notverhütung nicht mehr rezeptfrei sein wird. Der Gesundheitsminister kündigte diese Änderung bereits kurz nach seinem Amtsantritt an und begründet dies mit der Möglichkeit des Missbrauches.

Von Dorota Rędzikowska | POLEN HEUTE

Das Medikament „EllaOne“ wird „die Pile danach“ oder „Notfallverhütung“ genannt. Es blockiert oder verspätet den Eisprung, so dass die Schwangerschaft auch nach dem Geschlechtsverkehr ohne Verhütung oder einer Vergewaltigung verhindert werden kann. „EllaOne“ wurde in der Europäischen Union im Jahre 2009 zugelassen und seit 2015 ist es rechtlich erlaubt, das Medikament rezeptfrei zu kaufen. Dies wurde vor knapp zwei Jahren in Polen mit einer Einschränkung zugelassen – sie waren ab dem 15. Lebensjahr erhältlich.

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Kardinal: Kommunion für Wiederverheiratete möglich

Kardinal Francesco Coccopalmerio ist Präsident des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte. Jetzt hat auch er sich zu „Amoris laetitia“ positioniert – allerdings als Moraltheologe. Für ihn ist die Zulassung Wiederverheirateter zur Kommunion möglich, wenn zwei wesentliche Voraussetzungen erfüllt sind.

katholisch.de

Aus Sicht des Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte, Francesco Coccopalmerio, könnte die katholische Kirche wiederverheiratete Geschiedene in Einzelfällen zur Kommunion zulassen. Das geht aus einem am Dienstag im Vatikan vorgestellten Buch des Kurienkardinals zum strittigen achten Kapitel des Schreibens „Amoris laetitia“ von Papst Franziskus hervor. Bei der Präsentation wurde mehrfach betont, Coccopalmerio, der selbst nicht anwesend war, habe das Buch als Moraltheologe und nicht als Kirchenrechtler verfasst.

Zwei wesentliche Voraussetzungen müssen erfüllt sein

Der Kurienkardinal kommt in der gut 50-Seitigen im Vatikanverlag LEV veröffentlichten Ausgabe zu dem Schluss, die Kirche könne Gläubige zu Beichte und Kommunion zulassen, die sich in einer „nicht legitimen Verbindung“ befinden, jedoch zwei wesentliche Voraussetzungen aufweisen: „Sie wünschen sich, diese Situation zu ändern, können aber ihren Wunsch nicht verwirklichen.“

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Bürger von Illinois sollen sich auf Zombies vorbereiten

Symbolbild: Als Zombie verkleidete Frau – (c) APA (GEORG HOCHMUTH)
Symbolbild: Als Zombie verkleidete Frau – (c) APA (GEORG HOCHMUTH)
Abgeordnete des Parlaments der Illinois General Assembly fordern die Bürger auf, sich über jede Art von Naturkatastrophe zu informieren – auch über eine „Zombie-Apokalypse“.

Die Presse.com

Der kommende Oktober gilt im US-Staat Illinois offiziell als „Zombie-Vorbereitungs-Monat“. Abgeordnete des Parlaments der Illinois General Assembly verabschiedeten eine entsprechende Resolution. Darin fordern sie die Einwohner des Staates auf, sich über jede Art von Naturkatastrophe zu informieren und darauf vorzubereiten – auch auf eine potenzielle „Zombie-Apokalypse“.

In einer am vergangenen Donnerstag veröffentlichten Resolution heißt es wörtlich: „Wenn die Bürger von Illinois auf Zombies vorbereitet sind, sind sie vorbereitet auf jede Art von Naturkatastrophe.“ Auch wenn eine Zombie-Apokalypse womöglich niemals passieren werde, erfordere sie doch dieselbe Vorbereitung wie andere Katastrophenfälle auch, heißt es in dem Dokument. Dazu zähle die Anschaffung von Wasser- und Essensvorräten sowie anderer Notversorgungen, die für bis zu 72 Stunden ausreichen sollten.

Papst: Suizide von Missbrauchsopfern „lasten auf meinem Herzen“

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Papst Franziskus hat die Angehörigen von Menschen, die sexueller Missbrauch durch Priester in den Suizid trieb, um Vergebung gebeten. Anlass ist die Veröffentlichung des Erfahrungsbericht des Schweizer Ex-Priesters Daniel Pittet. Als Kind wurde er jahrelang von einem Priester missbraucht.

evangelisch.de

„Diese Toten lasten auf meinem Herzen, auf meinem Gewissen und dem der Kirche“, schreibt Papst Franziskus in einem am Montag in der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ vorab veröffentlichten Vorwort zum Buch eines Missbrauchsopfers. „Ihre Familien bitte ich demütig um Vergebung.“

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Zukünftig Sicherheitspersonal und Kontrollen im Kölner Dom

Themenbild
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Domprobst Bachner: „Das Domkapitel behält sich im Einzelfall vor, an den Eingängen des Doms unangekündigte Sicht- und Taschenkontrollen durchzuführen“. Wer sich verweigere, „der kommt nicht rein. Ganz einfach.“

kath.net

Das Sicherheitskonzept des Kölner Doms wird ab 1. März merklich verschärft. Dies gab Domprobst Gerd Bachner am Samstag bei einer Pressekonferenz bekannt. „Wir müssen mehr tun, um die Sicherheit zu gewährleisten“, sagt Gerd Bachner, allerdings müsse man dabei auch das „Augenmaß“ behalten. Das berichtete die „Kölnische Rundschau“. Verboten ist es ab 1. März, den Dom mit großen Koffern, Reisetaschen und Wanderrucksäcken zu betreten. Feste Maße werden dafür allerdings nicht angegeben, auch wird es keine Sicherheitsschleuse geben. Außerdem wird künftig zusätzlich zu den Domschweizern ein Sicherheitsdienst eingesetzt. Dessen Mitarbeiter werden keine Warnwesten tragen, ebensowenig werden sie die Kleidung der Domschweizer übernehmen, so die „Kölnische Rundschau“. Das Sicherheitspersonal müsse nicht katholisch sein, man wünsche aber Zugehörigkeit zu einer der christlichen Konfessionen.

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Kirche und sexueller Missbrauch: Es ist ein Lügentheater

missbrauchWährend einer Veranstaltung beim ökumenischen Kirchentag in München, am 14.05 2010 als Pater Klaus Mertes zum Thema „Missbrauch“ sprach, hat der Vorsitzende von netzwerkB, Norbert Denef, seine Stimme für die vielen im Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt erhoben und lautstark gefordert:

„Beenden Sie diese Veranstaltung. Es ist ein Lügentheater. Treten Sie ab. Sie haben versagt.“

Pressemitteilung netzwerkB

Seitdem sind bald sieben Jahre vergangen. Eine Aufarbeitung der Verbrechen in der katholischen Kirche wird nach wie vor in Deutschland verhindert – unterstützt durch Politik und einer Justiz, die lieber die Augen verschließen wenn es um Gerechtigkeit geht.
In Australien hat die Justiz erschreckende Tatsachen öffentlich gemacht.
Die nun veröffentlichte Studie einer staatlichen Untersuchung durch eine Royal Commission, die auf höchster Ebene durch die australische Justiz geführt wird, hat 4500 Fälle von ‘sexuellem Missbrauch‘ von Kindern in den letzten 30 Jahren in mehr als 1000 kirchlichen Institutionen dokumentiert.

„Täter wurden von der einen in die andere Kirchengemeinde versetzt, statt sie zur Rechenschaft zu ziehen. So konnten sie ungehindert weitermachen, in einigen Fällen taten sie dies jahrzehntelang.“
Der Vorsitzende von netzwerkB, Norbert Denef, nimmt dazu wie folgt
Stellung:

Auch in Deutschland wurden die Täter in andere Gemeinden versetzt. Die Kardinäle und Bischöfe haben zu verantworten, dass aus Einzeltäter
Serientäter wurden.
Uns von netzwerkB liegt beispielhaft ein Fall vor, der diese von uns
erhobenen Vorwürfe gegen die katholische Kirche eindeutig nachweist. Der Fall ist dokumentarisch festgehalten; schriftliche Tätergeständnisse
liegen vor.

Bereits mehrfach haben wir den Bischof von Magdeburg, Dr. Gerhard Feige, der für den vorliegenden Fall Verantwortung trägt, gebeten, uns bei der Aufarbeitung zu unterstützen. Bischof Feige schweigt.

Den Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz Dr. Stephan Ackermann haben wir ebenfalls um Aufarbeitung gebeten. Auch Bischof Ackermann schweigt.

Liebe Vertreter von Presse, Funk und Fernsehen,

Sie haben uns in den vergangen Jahren immer wieder unterstützt, haben uns eine Stimme gegeben wo andere uns lieber wieder mundtod machen wollten.

Auch wenn es darum ging, der Politik zu verdeutlichen, dass es an der Zeit ist, das Schweigen zu beenden und gegen diese abscheulichen Verbrechen endlich etwas zu unternehmen, gaben Sie uns eine Stimme und haben darüber berichtet.

Leider hat das alles nicht viel gebracht, denn:

Kardinäle, Bischöfe und sonstige Würdenträger schweigen nach wie vor,
haben nicht das geringste Interesse an Aufarbeitung.
Die Politik hat mit einem ‚Missbrauchsbeauftragten‘, der keinerlei
Kompetenzen hat, sondern nur als Papiertiger auftreten kann, in der
Gesellschaft für Ruhe gesorgt.
Die Justiz denkt nicht daran und ist auch rechtlich von der Politik nicht
dazu befugt, die Verbrechen von damals aufzuklären.
Die Worte beim Kirchentag in München, im Mai 2010, treffen leider auch
heute zu:

„Beenden Sie diese Veranstaltung. Es ist ein Lügentheater. Treten Sie
ab. Sie haben versagt.“

Weiterführende Informationen:

SRF 06.02.2017 – Untersuchung in Australien:
http://www.srf.ch/news/international/sieben-prozent-der-katholischen-geistlichen-missbrauchten-kinder

ARD Brisant 14.05.2010 – Ökumenischer Kirchentag in München:
https://youtu.be/GEPjxAul2TA

Brief an Bischof Ackermann vom 23.09.2016:
http://netzwerkb.org/wp-content/uploads/2016/11/2016-09-23_an-Bischof-Ackermann.pdf

‚katholisch.de‘-Chefredakteur nennt AfD Frust-Truppe für Arschlöcher

Screenshot Twitter
Screenshot Twitter
Steffen Zimmermann, Chefredakteur der von den deutschen Bischöfen mit 2 Millionen Euro Kirchensteuer subventionierten Website, beschimpft AFD-Wähler auf Twitter. Es kommt zu heftigen Reaktionen. Zimmermann stellt Account auf „geschützt“ um.

kath.net

Steffen Zimmermann, der Chefredakteur des offiziellen Online-Auftrittes der katholischen Kirche (katholisch de) in Deutschland, hat am gestrigen Sonntag auf Twitter AFD-Wähler als „A…löcher“ beschimpft. Wörtlich schreibt Zimmermann auf Twitter: „Diese hasserfüllte Frust-Truppe soll eine Alternative sein? Vielleicht für Arschlöcher. Aber nicht für Deutschland.“ Der Tweet wurde gestern am Nachmittag nach der Wahl des neuen deutschen Bundespräsidenten abgesetzt. Unmittelbar danach gab es bereits heftige Reaktionen auf Twitter.

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