Dublins Erzbischof hofft auf Papstworte zum Thema Missbrauch

Der irische Erzbischof Diarmuid Martin wünscht sich von Papst Franziskus klare Worte zum Thema Missbrauch. Das Oberhaupt der katholischen Kirche wird am 25. und 26. August Irland besuchen, Anlass ist das Weltfamilientreffen in Dublin.

DOMRADIO.DE

Es sei wichtig, dass der Papst bei seinem bevorstehenden Irlandbesuch das Thema nicht als Teil der Kirchengeschichte anspreche, sondern „als Teil der Gegenwart, denn die Wunden sind da, und es entstehen neue Wunden“, sagte der Erzbischof von Dublin dem Sender RTE am Samstag.

Wenn man ihn vor zwei Jahren gefragt hätte, hätte er wohl von Institutionen und Missbrauch durch Kleriker gesprochen, sagte Martin weiter. Aber heute gebe es den Fall der sogenannten Magdalenen-Wäschereien, der Mutter- und Kindheime und „eine ganze Reihe anderer Orte, an denen Missbrauch als traurige Dimension der Entwicklung der Kirche entsteht“, so der Erzbischof.

weiterlesen

Advertisements

Seehofer wehrt sich gegen Kritik der Kirchen

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) setzt sich gegen Kritik der Kirchen an der Flüchtlingspolitik seiner Partei zur Wehr.

evangelisch.de

Es werde immer ein Gegensatz zwischen Humanität und Sicherheit hergestellt, sagte der CSU-Chef dem „Münchner Merkur“ (Samstag). „Ist es unchristlich, Gefährder und Straftäter außer Landes zu bringen?“ Ohne Ordnung im Land und den Schutz der einheimischen Bevölkerung werde es auf Dauer keine Humanität geben.

Seehofer kündigte an, dass er mit beiden großen christlichen Kirchen das Gespräch suchen werde, um ihnen die Beweggründe seiner Politik zu erläutern. Der Vorsitzende katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hatte die Wortwahl der CSU in der Flüchtlingspolitik als „höchst unangemessen“ kritisiert.

weiterlesen

Priesterrat: Papst soll Erzbischof Wilson entlassen

© Bild: picture alliance/chromorange/Antonio Gravante
Nach Australiens Premierminister Malcolm Turnbull unterstützt auch der Priesterrat des Landes Appelle an Papst Franziskus, den verurteilten Erzbischof von Adelaide, Philip Wilson, zu entlassen.

katholisch.de

Australiens Nationaler Priesterrat unterstützt aus „ganzem Herzen“ Appelle an Papst Franziskus, den verurteilten Erzbischof Philip Wilson zu entlassen. Dies würde „dem Wohl der Kirche in Australien und dem Wohl des Volkes Gottes in der Erzdiözese Adelaide“ dienen, heißt es in einer am Samstag veröffentlichten Presseerklärung des National Council of Priests (NCP). Der Erzbischof von Adelaide war wegen Vertuschung von Missbrauchsfällen zu einer Haftstrafe von 12 Monaten verurteilt worden. Bereits am Donnerstag hatte Australiens Premierminister John Turnbull an Franziskus appelliert, Wilson zu entlassen. Dem 1970 gegründeten und von der Australischen Bischofskonferenz anerkannten Nationalen Priesterrat gehören rund 1.700 Geistliche an.

weiterlesen

Die Jesus-Lüge: Untersuchung von Turiner Grabtuch bestätigt lang gehegten Verdacht

Das Turiner Grabtuch wird als Totentuch von Jesus Christus verehrt. Doch die Untersuchung eines Forensikers und eines Chemikers ergab nun Unstimmigkeiten in den Blutspuren auf dem Leintuch.

FOCUS ONLINE

Ihre Studie, die vergangene Woche im „Journal of Forensic Siences“ veröffentlicht wurde, zeigte deutlich: Ein Blutfleck, der von einem Lanzenstich in die Seite des Gekreuzigten herrühren soll, sei „völlig unrealistisch“. Sie entdeckten noch weitere Unstimmigkeiten.

Die Forscher begründeten ihre Zweifel anhand von Experimenten. Mit einem Freiwilligen und einer Puppe wurde der Verlauf der Blutspuren auf dem Grabtuch simuliert. Sie stellten den Speerstich mit einem Holzbrett nach, in dem ein mit Kunstblut vollgesogener Schwamm steckte. Das Brett rammten die Wissenschaftler dann in die Puppe. Auf diese Weise wurde deutlich, wie sich das Blut der Speerwunde über den Körper verteilt haben musste. Das Fazit: Jesus lag wohl nie im Turiner Grabtuch.

weiterlesen

Kirchen verlieren 2017 mehr als 600.000 Mitglieder

Der Mitgliederschwund in den beiden großen Kirchen setzt sich fort. Schuld ist vor allem der demografische Wandel: Mehr Mitglieder sterben als neue hinzukommen. 2017 stieg in beiden Kirchen aber auch die Zahl der Austritte.

evangelisch.de

Die großen christlichen Kirchen in Deutschland verlieren weiter Mitglieder. 2017 sank die Zahl der Mitglieder der evangelischen Kirche auf 21,5 Millionen. 23,3 Millionen Menschen gehörten der katholischen Kirche an, wie aus den am Freitag von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der katholischen Deutschen Bischofskonferenz veröffentlichten Statistiken hervorgeht. Die 20 protestantischen Landeskirchen haben dabei mehr Mitglieder (390.000) verloren als die 27 katholischen Bistümer (270.000).

Der Mitgliederschwund summierte sich damit bei beiden Kirchen auf 660.000. 2016 waren es insgesamt rund 530.000 verlorene Mitglieder. Dennoch gehört noch mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Bevölkerung einer der beiden großen Kirchen an. Hinzu kommen Christen aus orthodoxen oder Freikirchen.

weiterlesen

Zahl der Kirchenaustritte wieder leicht gestiegen

© Bild: Jürgen Fälchle/Fotolia.com
Die Deutsche Bischofskonferenz hat ihre Jahresstatistik für 2017 veröffentlicht. Und diese enthält eine betrübliche Nachricht: Die Zahl der Kirchenaustritte ist wieder gestiegen. In anderen Bereichen des kirchlichen Lebens gab es dafür durchaus erfreuliche Entwicklungen.

Kilian Martin | katholisch.de

Erstmals seit zwei Jahren ist die Zahl der Austritte aus der katholischen Kirche in Deutschland wieder gestiegen. Im Jahr 2017 haben 167.504 Gläubige vor den staatlichen Behörden ihren Austritt erklärt. Damit liegt die Zahl der Katholiken in Deutschland bei 23.311.321, wie die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) am Freitag in Bonn mitteilte. „Wir sind dankbar, dass rund 28 Prozent der Bevölkerung in unserem Land zur katholischen Kirche gehört“, erklärte DBK-Sekretär Hans Langendörfer zur Vorstellung der Jahresstatistik.

Zur gegenüber dem Vorjahr um etwa drei Prozent gestiegenen Zahl der Austritte (2016: 162.093) sagte Langendörfer: „Die Anzahl der Kirchenaustritte schmerzt.“ Es sei daher gut, dass die Bistümer teilweise in Erhebungen die Gründe für diesen Schritt erforschen.

weiterlesen

Austria: Waldhäusl besteht weiter auf Registrierung: Schächten sei „Tierquälerei“

foto: robert newald „Aus Sicht des Tierschutzes ist Schlachten ohne Betäubung einfach nicht in Ordnung“, findet der freiheitliche Tierschutzlandesrat Gottfried Waldhäusl.
Die Bundesregierung und Niederösterreichs Landeshauptfrau lehnen eine Registrierung der Kunden ab. Aus dem Büro des FPÖ-Landesrats heißt es dagegen: „Wir wollen Schächten zurückdrängen“

Katharina Mittelstaedt | derStandard.at

Inzwischen hat sich sogar die Bundesregierung in die Diskussion über rituelle Schlachtungen eingemischt. Namentlich Kanzleramtsminister Gernüt Blümel (ÖVP): Die Koalition lehne die Registrierung von Kunden, die koscheres Fleisch kaufen, ab. „Solange Sebastian Kurz Bundeskanzler dieser Republik ist, können unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger sicher sein, dass diese Freiheiten und Grundrechte in keinster Weise beschränkt werden“, erklärt er in einer Stellungnahme.

Hintergrund ist, dass der niederösterreichische Tierschutzlandesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ) aktuell prüfen lässt, wie die Landesbehörden den Bedarf an koscherem und Halal-Fleisch künftig strenger kontrollieren können. Nach Ansicht des Freiheitlichen ist der bisherige Umgang mit dem Tierschutzgesetz zu lax, weil die vorgeschriebene Bedarfsprüfung für geschächtetes Fleisch ohne Registrierung der Endkunden erfolgt.

weiterlesen

Liebe Christen, der Dialog mit der AfD ist beendet!

Die Christen lassen sich viel gefallen; so will es die Bibel. Aber jetzt muss Schluss sein. Lange Zeit haben wir sachlich vor dem Populismus der AfD gewarnt. Die Inhalte der Partei standen im Fokus, wenn etwa Kardinal Reinhard Marx das „Schüren von Fremdenfeindlichkeit“ oder die „einseitige Betonung nationaler Interessen“ monierte.

Björn Odendahl | katholisch.de

Das Ziel war klar: Vielleicht kann man sie mit Argumenten zu einem höflicheren Ton animieren, bestenfalls sogar zu einem politischen Umdenken.

Doch der inhaltliche Austausch mit der AfD und ihren Anhängern ist krachend gescheitert. Der angebliche Wunsch der Partei nach Dialog? Augenwischerei! Denn da, wo sie ihn bekommen hat, etwa auf dem Katholikentag, aber auch in Form von Gesprächsangeboten durch Bischöfe wie Heinrich Timmerevers (Dresden-Meißen) oder Ulrich Neymeyr (Erfurt), wurde er entweder nicht wahrgenommen oder zur Bühne für Propaganda.

Auch der Ton wurde mit den Jahren eher rauer als verständnisvoller, gegenüber Migranten wie auch gegenüber der Kirche. Kardinal Reinhard Marx muss sich noch heute als Verräter des christlichen Abendlandes bezeichnen lassen, weil er auf dem Jerusalemer Tempelberg die Deeskalation der Konfrontation in einer angespannten Situation vorzog. Bambergs Erzbischof Ludwig Schick ging sogar gerichtlich gegen Hass-Postings vor.

weiterlesen

Sind wir nun wieder «die treulosen Juden»?

Das Gespräch zwischen Juden und Christen gelingt nur, wenn beide Seiten die Existenz der anderen Religion akzeptieren. (Bild: Reuters)
Aus heiterem Himmel hat Benedikt XVI. das Wort ergriffen und äussert sich über das Verhältnis von Christentum und Judentum. Er pocht auf die Priorität des Christentums als Weg zum Heil – und stellt damit Errungenschaften infrage, die das Verhältnis von Christen und Juden entscheidend vorangebracht haben.

David Bollag | Neue Zürcher Zeitung

Seit Benedikt XVI. nicht mehr Papst ist, hat sich der jüdisch-christliche Dialog wieder spürbar verbessert. Während seiner Amtszeit wurde er von einer Reihe von Entscheidungen immer wieder stark belastet, wenn nicht gar gefährdet. Da war beispielsweise die Wiedereinführung des – lange abgeschafften – Tridentinischen Ritus der Karfreitagsfürbitte. Dieser Ritus fordert die Christen auf, «für die treulosen Juden (pro perfidis Iudaeis)» zu beten, «dass auch sie erkennen unsern Herrn Jesus Christus».

Der jüdisch-christliche Dialog kann nur funktionieren, wenn die Beteiligten bereit sind, die Existenz der anderen Religion ganz zu akzeptieren. Wenn der eine Partner befürchten muss, dass das Gespräch für den anderen nur eine Täuschung ist, wird es scheitern. Wenn wir als jüdische Seite überlegen müssen, ob die Vertreter des Christentums den Dialog vielleicht nur verwenden, um uns zu überzeugen, unser Judentum aufzugeben und zu Christen zu werden, sind wir am Dialog nicht interessiert. Wir lehnen ihn entschieden ab und bleiben ihm fern.

weiterlesen

Die Islamkonferenz gehört wieder zu Deutschland

Themenbild.
Rund 12 Jahre nach ihrer Erstauflage soll die Institution im November neu aufgelegt werden. Dies kündigte Heimatstaatssekretär Markus Kerber an

Fabian Goldmann | TELEPOLIS

Im Interview mit der BILD skizzierte Kerber erste Pläne zu Überarbeitung der Islamkonferenz. Die Neuauflage solle „viel stärker als bisher die Vielzahl der in Deutschland noch nicht organisierten muslimischen Mitbürger in das Zentrum unserer Islamkonferenz stellen.“ In den vergangenen Jahren hatten ausschließlich Vertreter islamischer Organisationen an der Konferenz teilgenommen.

Ziel sei es, einen „deutschen Islam“ zu definieren. „Viele Muslime in Deutschland suchen eine deutsch-muslimische Heimat und finden sie nicht“, sagte Kerber, der als Abteilungsleiter schon an der Urfassung der Islamkonferenz von 2006 mitgewirkt hatte.

Ob das gelingt, ist allerdings mehr als fraglich. Denn der Gastgeber der Islamkonferenz heißt in Zukunft Horst Seehofer. Der Bundesinnenminister hatte zuletzt im März deutlich gemacht, dass er mit dem Begriffspaar „deutsch“ und „Islam“ nicht so viel anzufangen weiß. „Nein. Der Islam gehört nicht zu Deutschland“, sagte Seehofer damals ebenfalls in der „Bild“.

Schon in der Vergangenheit spiegelte die Islamkonferenz weniger das Wesen des deutschen Islam als des jeweils verantwortlichen Innenministers wider. Von einer „historischen Begegnung“ schrieb „Der Spiegel“ noch, als Wolfgang Schäuble islamische Verbandsvertreter und zahlreiche Einzelpersonen am 27. September 2006 ins Schloss Charlottenburg lud. Der „Zentralrat der Muslime“ setzte sogar noch einen drauf und adelte das von initiierte Treffen als „Meilenstein im christlich-islamischen Dialog“.

weiterlesen

Reformkatholiken: „Pillen-Enzyklika“ hat Kirche immens geschadet

Paul VI., Pillenpapst. Bild: wikipedia.org/PD

Die katholische Kirchenvolksbewegung „Wir sind Kirche“ hat die vor 50 Jahren veröffentliche Enzyklika „Humanae vitae“ als eine der umstrittensten päpstlichen Verlautbarungen der neueren Kirchengeschichte kritisiert.

evangelisch.de

Das als sogenannte Pillen-Enzyklika bekannt gewordene Rundschreiben schade dem „öffentlichen Ansehen der römisch-katholischen Kirche bis heute immens“, teilte die Bewegung am Donnerstag in München mit. Mit dem Lehrschreiben „Humanae vitae – über die rechte Ordnung der Weitergabe des menschlichen Lebens“ hatte Papst Paul VI. 1968 katholischen Christen die Verwendung von Verhütungsmitteln wie der Anti-Baby-Pille und Kondomen verboten.

Die Kirchenvolksbewegung verurteilte auch die darauffolgenden lehramtlichen Äußerungen von Papst Paul II. und Papst Benedikt XVI. zum Thema Verhütung, die sich dem Tenor der Enzyklika angeschlossen hätten. Nach den überwiegend sehr positiv aufgenommenen Texten des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) habe der Vatikan mit der „Pillen-Enzyklika“ die Ergebnisse des Konzils erstmals reaktionär interpretiert.

weiterlesen

Australien verlangt: Papst soll Erzbischof entlassen

© Bild: picture alliance/AP Photo/Darren Pateman
Australiens Premierminister Malcolm Turnbull hat sich mit einer ungewöhnlichen Aufforderung an den Papst gewandt: Franziskus soll Erzbischof Philip Wilson aus seinem Amt entfernen. Denn der weigert sich zurückzutreten – trotz einer Verurteilung zu zwölf Monaten Haft.

katholisch.de

Australiens Premierminister Malcolm Turnbull hat Papst Franziskus aufgefordert, den Erzbischof der Millionen-Metropole Adelaide aus seinem Amt zu entfernen. Erzbischof Philip Wilson war Anfang Juli wegen der Vertuschung von Missbrauchsvorwürfen gegen einen anderen Geistlichen zu zwölf Monaten Haft verurteilt worden. Trotzdem lehnt der 67-Jährige einen Rücktritt ab. Turnbull sagte dazu am Donnerstag: „Er hätte von sich aus zurücktreten müssen. Jetzt ist es an der Zeit, dass der Papst ihn entlässt.“

weiterlesen

AfD missbraucht islamkritische Aussagen Apostel Voderholzers

Der Regensburger Bischof Voderholzer musste erleben, wie eine Äußerung schnell vereinnahmt und instrumentalisiert werden kann. Und dies auch noch von der rechtspopulistischen Szene.

DOMRADIO.DE

Mit einer Äußerung in einer Predigt hat der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer für Aufmerksamkeit und Aufregung gesorgt. „Viele sehen heute die Gefahr einer drohenden Islamisierung Mitteleuropas, nicht durch kriegerische Eroberung und Besatzung, sondern durch Asylgewährung und Fruchtbarkeit. Sie wissen wahrscheinlich, dass ich diese Befürchtungen nicht für ganz unberechtigt oder gar für krankhafte Hirngespinste halte“, sagte er beim Gottesdienst während der 85. Gelöbniswallfahrt der Donauschwaben in Altötting am 8. Juli.

Lob und Zustimmung für Islamisierungs-Aussage

Damit habe sich Bischof Voderholzer eindeutig zum Thema Integration positioniert, hieß es auf dem Portal „idowa- isar donau wald“. In den sozialen Medien fand Voderholzer Zustimmung, aber ebenso Kritik. Gefallen an der Predigt-Passage fand auch die rechtspopulistische AfD.

weiterlesen

Fall Kardinal McCarrick: Missbrauch war lange bekannt

Mehrere Bischöfe wussten über die Missbrauchsfälle offenbar jahrelang Bescheid, ohne dass es Konsequenzen für McCarrick gegeben hat. Die New York Times veröffentlichte neue Details.

kath.net

Die New York Times hat neue Details über die Fälle sexuellen Missbrauchs an Priestern und Seminaristen veröffentlicht, die offenbar von Theodore Kardinal McCarrick, dem ehemaligen Erzbischof von Washington D.C., verübt worden sind. Die Zeitung schreibt auch von Berichten an Bischöfe und den Vatikan über das Fehlverhalten McCarricks, die ohne Folge geblieben sind.

Boniface Ramsey, ein Professor an der Seton Hall University von 1986 bis 1996, sagte gegenüber der New York Times, er melde das Verhalten McCarricks seit dreißig Jahren ohne irgendetwas zu erreichen. Er habe den damaligen päpstlichen Nuntius Gabriel Montalvo und auf dessen Veranlassung hin auch den Vatikan über das Fehlverhalten von Erzbischof McCarrick informiert, als dieser zum Erzbischof von Washington ernannt worden war.

weiterlesen

„Höchst unangemessen“ – Dodo Marx kritisiert Dodo Seehofer

Kardinal Reinhard Marx hält Nationalismus und Katholizismus für nicht vereinbar Quelle: pa/Rolf Vennenbe/Rolf Vennenbernd
Kardinal Marx hat kein Verständnis dafür, dass Seehofer die Abschiebung von 69 Afghanen mit seinem Geburtstag in Verbindung bringt. Auch Söder kritisiert der katholische Theologe – und warnt die CSU vor einem Rechtskurs.

DIE WELT

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat CSU-Chef Horst Seehofer und Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) für ihre Wortwahl kritisiert. Dass Bundesinnenminister Seehofer seinen 69. Geburtstag mit 69 Abschiebungen am selben Tag in Verbindung gebracht hatte, bezeichnete der Münchner Erzbischof in der „Zeit“ als „höchst unangemessen“.

Seehofer hatte bei der Vorstellung seines Masterplans Migration am 10. Juli vor Journalisten gesagt: „Ausgerechnet an meinem 69. Geburtstag sind 69 – das war von mir nicht so bestellt – Personen nach Afghanistan zurückgeführt worden.“ Gemeinsam mit einem augenscheinlich amüsiert wirkenden Gesichtsausdruck des Ministers sorgte die Äußerung für Empörung.

weiterlesen

Christlich-jüdische Kritik an „Communio“-Artikel Benedikts XVI.

Bild: bb
Der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) hat sich besorgt über die Zukunft des katholisch-jüdischen Dialogs geäußert. „Irritation und Verunsicherung greifen um sich“, heißt es in einer Mitteilung vom Dienstag.

kathpress

Anlass sei ein Artikel des emeritierten Papstes Benedikt XVI. zum Verhältnis von Judentum und Christentum, in dem dieser theologische Fundamente des christlich-jüdischen Dialoges hinterfrage. Der Beitrag ist mit dem Namen „Joseph Ratzinger/Benedikt XVI.“ gekennzeichnet und unter dem Titel „Gnade und Berufung ohne Reue“ in der Zeitschrift „Communio“ veröffentlicht. Kritiker bemängelten, Benedikt XVI. formuliere darin die „christliche Identität auf Kosten der jüdischen“.

Der Koordinierungsrat, der 83 Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Deutschland vertritt, betonte: „Die Zukunft des christlich-jüdischen Dialoges gerät im Zweifelsfall ins Wanken angesichts dieser eingehend kritischen Hinterfragung seines theologischen Fundaments.“ Das Präsidium des Rates sei „sehr irritiert“ und halte klärende Gespräche für unumgänglich.

weiterlesen

Meister, Gurus und Heilige – über Autorität und Anleitung im Glauben

Die Evangelische Akademie zu Berlin und das Berliner Forum der Religionen hatten sich für den Abend des 3. Juli einiges vorgenommen. Die Einladung der beiden Veranstalter kündigte an, die Facetten einer Meister-Schüler-Beziehung zu beleuchten und zudem mögliche Machtausübungen oder gar Unterdrückungen in einer Meister-Schüler-Beziehung mit einem interreligiös besetzten Podium zu diskutieren.

Hanna Fülling | EZW

In der Durchführung zeigte sich, dass sich damit ein hoher Anspruch verbindet, der nur teilweise eingelöst werden konnte. So nahm die, in einem solchen Rahmen natürlich grundsätzlich notwendige, Vorstellung und Verständigung über das jeweilige Verständnis der Meister-Schüler-Beziehung so viel Raum ein, dass mögliche Konflikte, die aus einer hierarchisch strukturierten Bindung des Schülers an einen Meister resultieren können, in der Diskussion leider eher zu kurz kamen.

Die Veranstaltung, zu der sich rund 80 Personen in der Französischen Friedrichstadtkirche am Berliner Gendarmenmarkt versammelten, wurde durch einen Impulsvortrag von der Religionswissenschaftlerin Almut-Barbara Renger eröffnet. Sie entwickelte Überlegungen zur Begriffs- und Ideengeschichte der Meister-Schüler-Beziehung. Dabei erläuterte sie, dass sich das deutsche Wort „Meister“ vom Lateinischen „magister“ ableitet und über das Adverb „magis“ (mehr, stärker) auf das Adjektiv „magnus“ (groß, weit) zurückgeht. Ein Meister wird von seiner Begriffsgeschichte her somit als jemand verstanden, der mehr und größer ist. Unter Rückgriff auf den Soziologen Max Weber deutete Renger dieses „mehr“ als eine außeralltägliche Befähigung, die Weber als Charisma beschreibt.

Auf Grundlage dieser Definition diskutierten Feride Funda G.- Gençaslan (Vorsitzende bei Der Wahre Mensch e.V., Das Sufi-Zentrum Rabbaniyya), Schwester Hannelore Husemann (Franziskanerin und Leiterin des Hospizdienstes TAUWerk) sowie Gerald Seifert (von der japanisch-buddhistischen Organisation Soka Gakkai International-Deutschland) das Meister-Schüler-Verhältnis mit den Moderatoren Eva Harasta und Michael Bäumer sowie mit Frau Renger und dem Publikum. Als eine Gemeinsamkeit der drei Religionsrepräsentanten kristallisierte sich zu Beginn der Diskussion ihr Selbstverständnis als „Schüler“ heraus. Wesentliche Unterschiede wurden jedoch beim Verständnis des Meisters deutlich.

Schwester Hannelore Husemann erläutert, dass sie Jesus Christus als den einzigen Meister betrachtet und versuche, diesen Glauben in ihrem Alltag lebendig zu machen. Gehorsam versteht sie als das genaue Hinhören, um zu erkennen, wo ihr Einsatz gefragt ist. „Charisma“ möchte Schwester Hannelore Husemann nicht als exklusives Merkmal ihres Meisters verstanden wissen, sondern als eine Eigenschaft in jedem Menschen, die zur Geltung gebracht werden müsse.

Feride Funda G.- Gençaslan hebt hingegen hervor, wie wichtig die physische Präsenz des Meisters für ihre Spiritualität ist, da sie durch Spiegelung zu Selbsterkenntnissen gelangen kann. Theologisch grenzt sie den Meister, von Gott und dem Prophetentum ab und erläutert, dass mit dem Ende des Prophetentums durch Mohammed die Zeit der Meister begonnen habe.

Für Gerald Seifert erweist sich die Nähe zum Meister als bedeutend, weil der Meister nicht zweifle bzw. verstehe, seinen Zweifel produktiv zu nutzen. Der Meister bewege sich vornehmlich in Wahrheit und Mitgefühl und ermutige seine Schüler, ihm auf diesem Weg zu folgen. Seifert betrachtet das Meister-Schüler-Verhältnis nicht als ein hierarchisches, da sich Meister und Schüler auf Augenhöhe begegneten.

Almut-Barbara Renger bilanziert, dass sich im religiösen Feld weniger eine Säkularisierung, sondern vielmehr eine Individualisierung von Religion und Spiritualität ereigne. Diese komme auch dadurch zum Ausdruck, dass Meister immer häufiger als Coach, als Berater und Dienstleister betrachtet würden. Diese religionssoziologische Deutung evoziert unter den Diskutanten die Frage nach dem „Guruhopping“, also dem Wechsel der Meister. Mit diesem Begriff kann sich jedoch keiner der Diskutanten identifizieren. Feride Funda G.- Gençaslan erzählt, dass sie bereits mit 14 Jahren ihren Meister gefunden und seither nie an ihrer Zugehörigkeit zu ihm gezweifelt habe. Gerald Seifert schildert, dass er zunächst große Vorbehalte gehabt habe, sich einem Meister anzuschließen und zwar, weil er fürchtete, dies könne ihn einschränken. Er habe aber für sich erkannt, dass sein Meister darum bemüht sei, seine Schüler fordernd zu schützen und sich in ihren Dienst zu stellen.

Die starke Verbindung zum Meister wurde in der Veranstaltung durch die Frage herausgefordert, wie Schüler mit Fehlern und Verfehlungen ihrer Meister umgehen. Schwester Hannelore Husemann bezieht sich in ihrer Antwort nicht auf Jesus, sondern auf Franziskus, der selbst um seine Zweifel und seien Gebrochenheit gewusst habe und keine Perfektion für sich beanspruche. Er habe in seiner Gebrochenheit versucht, sein Leben in die Liebe Gottes zu stellen. Diesem Vorbild folgt auch die Franziskanerin in dem Bewusstsein, dass jeder Mensch Anteile von einem Heiligen, aber auch von einem Sünder in sich trage.

Diese Auffassung findet sich zudem bei Feride Funda G.- Gençaslan. Sie erläutert, dass auch ein Meister kein perfekter Mensch sei. Heil und Unheil seien jedoch beides Aspekte der einen göttlichen Einheit. Vor diesem Hintergrund können Fehler innerhalb des göttlichen Plans als Wegweiser zu mehr Weisheit interpretiert werden.

Gerald Seifert weist hingegen darauf hin, dass zwar auch ein Meister alle Lebenszustände erfahre, die ein Mensch haben kann, dass er sich aber primär in Mitgefühl und Wahrheit bewege. Bei schweren Fehlern oder gar dem Missbrauch eines Meisters verliere dieser die Meisterschaft. Ein Meister müsse an seinen Handlungen gemessen werden. Allerdings müssten solche Fehler oder Missbräuche eindeutig bewiesen werden.

In der Diskussion über geistliche Autorität und Anleitung in verschiedenen religiösen Traditionen wurde somit versucht, die Komplexität und die Ambivalenzen von Meister-Schüler-Beziehungen interreligiös zu beleuchten und auch die Anfälligkeit für „Machtausübung oder gar Unterdrückung“ zu thematisieren – wie es in der Einladung hieß. Dass dies jedoch nur teilweise gelang und vor allem der letzte Punkt in der Diskussion recht kurz und oberflächlich abgehandelt wurde, kann auf das Veranstaltungsformat selbst zurückgeführt werden. Denn es scheint die Möglichkeiten einer anderthalbstündigen Abendveranstaltung zu überschreiten, ein solch komplexes Phänomen wie die Meister-Schüler-Beziehung sowohl interreligiös vergleichend auszuleuchten als auch kritisch zu erörtern.

Wird eine solche Veranstaltungen aber als Möglichkeit des interreligiösen Austauschs und der Verständigung zwischen Vertretern verschiedener religiöser und spiritueller Traditionen betrachtet, erfüllen sie eine wichtige Funktion für das gesellschaftliche Zusammenleben und zeigen zugleich, dass der interreligiöse Dialog auch in einer Stadt wie Berlin eine wichtige Stimme in der Zivilgesellschaft ist. Eine nächste Gelegenheit diese Stimme zu vernehmen und an dem interreligiösen Austausch zu partizipieren, bietet das zweite Interreligiöse Abendforum, das am 18. September stattfindet und sich Friedensbegriffen aus verschiedenen religiösen Traditionen (Baptismus, Hinduismus, Baha’i) widmet.

AfD in Bayern will Staatskirchenverträge kündigen

© Bild: Jörg Hackemann/Fotolia.com
Das AfD-Programm für die Landtagswahl in Bayern widmet sich ausführlich den Kirchen. Die Partei stellt weitreichende religionspolitische Forderungen und bezeichnet die Kirchen als „besondere Lobbygruppe“.

katholisch.de

Die AfD Bayern hat in ihr Programm zur Landtagswahl im Oktober weitreichende religionspolitische Forderungen aufgenommen. So tritt die Partei für eine strikte Trennung von Staat und Religion nach französischem Vorbild ein. „Die AfD will keine staatliche Förderung von Religionsgemeinschaften“, heißt es in dem am Montag im Internet veröffentlichten 100 Seiten starken Programm. Die Staatskirchenverträge mit der katholischen und evangelischen Kirche müssten „unverzüglich“ gekündigt werden.

Nach dem Willen der AfD soll der Staat nicht länger führende christliche Geistliche besolden. Diese Praxis beruht vor allem auf staatlichen Enteignungen der Kirche im 19. Jahrhundert. Diese sogenannten Staatsleistungen müssten umgehend abgelöst werden, so die AfD. Das fordert auch die Linkspartei. Staatliche Zuwendungen soll es nach der AfD künftig nur noch im bisherigen Umfang für die Pflege sakraler Baudenkmäler „als Bestandteil der Kulturgeschichte im Freistaat“ geben.

weiterlesen

Linkspolitikerin will Staatsleistungen an Kirchen ablösen

© Bild: dpa/Michael Kappeler
Im vergangenen Jahr scheiterte die Linke mit ihren Forderungen im Finanzausschuss des Bundestags. Jetzt will die religionspolitische Sprecherin der Fraktion das Thema erneut angehen – mit konkreten Vorschlägen.

katholisch.de

Die religionspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Christine Buchholz, hat sich für eine Ablösung der Staatsleistungen an die Kirchen ausgesprochen. 2019 werde dieser Verfassungsauftrag 100 Jahre alt, sagte die Politikerin in einem Interview der Wochenzeitung „Die Tagespost“ (Donnerstag). Sie habe den Eindruck, in den Kirchen gebe es „durchaus Bereitschaft zu einer offenen Diskussion“. Buchholz schlug dazu die Bildung einer Kommission mit Vertretern von Kirchen und Weltanschauungsgemeinschaften vor. In ihr sollten staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure gemeinsam praktische Wege finden.

Als Staatsleistungen im engeren Sinne werden historisch begründete Zahlungen an die Kirchen in Deutschland bezeichnet, zu denen sich der Staat 1803 im Gegenzug für eingezogene Kirchengüter verpflichtete. Daher zahlt der Staat bis heute Gehälter unter anderem für Bischöfe und Domherren.

weiterlesen

Theologe: Kirche hat Pillen-Verbot als Irrweg erkannt

© Bild: picture alliance / blickwinkel /McPHOTO
1968 sorgte ein Aspekt von „Humanae vitae“ für weltweite Kritik: Der Papst verbot Katholiken den Gebrauch von Verhütungsmitteln. Laut einem Theologen hat sich in der Kirche inzwischen aber ein Wandel vollzogen.

katholisch.de

Der Papst und viele Bischöfe haben nach Ansicht des Moraltheologen Eberhard Schockenhoff das Verbot künstlicher Empfängnisverhütung „als Irrweg erkannt“. Benedikt XVI. und erst recht Papst Franziskus seien bei diesem Thema weit zurückhaltender als ihre Vorgänger, sagte Schockenhoff der Wiener Presseagentur Kathpress (Donnerstag). „Ein Papst kann nicht einfach seine Vorgänger korrigieren und sagen, der hat sich geirrt, sondern er versucht einfach, das nicht mehr mit der gleichen Lautstärke und Verbindlichkeit einzufordern.“

weiterlesen