Archiv der Kategorie: Katholizismus

„Katholizismus gilt als Götzendienst“

Rabbi Daniel Sperber meint: Jüdischem Extremismus muss theologisch das Wasser abgegraben werden.


Von Oliver Maksan|Die Tagespost

Rabbi Daniel Sperber. Foto: Oliver Maksan

Rabbi Daniel Sperber lehrte viele Jahre an der Bar-Ilan-Universität jüdische Studien und ist Verfasser zahlreicher theologischer Bücher. Er wird dem Spektrum der Modernen Orthodoxie zugerechnet. 1992 wurde Sperber mit dem renommierten Israel-Preis geehrt. Er gehört der Kommission des israelischen Chefrabbinats für interreligiöse Fragen an. In dieser Eigenschaft traf er mit allen Päpsten seit Johannes Paul II. zusammen. Rabbi Sperber lebt in Jerusalem.
Rabbi Sperber, jüdische Extremisten haben kürzlich auf das Brotvermehrungskloster in Tabgha einen schweren Brandanschlag verübt. Davon geht die Polizei aus. Sind das isolierte Täter oder reflektieren sie einen breiteren Trend im Judentum Israels?

Beides ist richtig. Es ist Teil eines breiteren Phänomens. Es ist aber nicht so, als ob dahinter eine Organisation stünde. Insofern sind es Einzeltäterattacken. Es gibt im nationalreligiösen Judentum einige extrem rechte Strömungen. Sie repräsentieren sicher nicht das ganze Spektrum des religiösen Zionismus. Aber an den Rändern gibt es ein starkes anti-christlich eingestelltes Element. Diese Ideen sind Teil der Erziehung. Ich weiß aber nicht, wie explizit diese anti-christlichen Ideen geäußert werden oder ob sie eher mitschwingen. Besonders junge Leute aber, Teenager meist, möchten ihre in der Schule oder Familie gewonnenen Überzeugungen ausdrücken. Sie sehen das Christentum, vor allem den Katholizismus, als götzendienerische Religion.

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Minirock’n Syria

Zivilcourage ist nicht, Mädchen aufzufordern, sich sittsamer zu bekleiden, wenn Muslime in der Nähe sind, sondern eben diese Muslime aufzufordern, eine Kultur mindestens zu respektieren.


Von Alexander Wallasch|THE EUROPEAN

Bild: ann53.wordpress.com

Der Minirock hat sich nicht durchgesetzt. Als Spätgeborener fragte man sich manches Mal sabbernd, wie aufregend das wohl war in den 1970ern, als man den Frauen nicht mehr nur unter den Rock schauen wollte, sondern regelmäßig musste.

Nun war so ein Minirock dereinst sogar ein Politikum, ein Angriff auf die verkrusteten Moralvorstellungen der Kriegsgeneration, der katholischen Kirche und sonstiger Hüter dieser ominösen inneren Ordnung, welche die Gesellschaft im Kern zusammenhält. Tatsächlich, man will es nicht glauben, aber ein Minirock war vor ein paar Jahrzehnten ein Tabubruch. Noch mehr, da er in Begleitung dieser neuen Antibaby-Pille auf der Bildfläche erschien und so zum Symbol einer gefeiert-folgenlosen Sorglosigkeit wurde.

Aber selbst noch 2014 stellt die Feministin Dacia Maraini, wie die „Emma“ schreibt, „eine der bedeutendsten und unerschrockensten Stimmen Italiens“, im Interview fest: „Wenn eine Frau, die einen Minirock trägt, etwas Ernsthaftes sagen will, so glaubt man ihr nicht. Ihre bloßen Schenkel sprechen eine stärkere Sprache als ihr beredter Mund.“

Behalten wir diese Stimme aus Italien mal im Hinterkopf, die erzählt, dass ein Minirock für europäische Männer, Italiener, quasi als direkt Aufforderung verstanden wird, Frauen von ihrem Intellekt abzukoppeln und primär als Sexualobjekte zu betrachten. Oder negativer: Männer sind Tiere, denn wenn sie Oberschenkel sehen, wollen sie nichts anderes mehr als dazwischengehen.

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Dodo Käßmann nimmt an Gedenkfeier für den Reformator Jan Hus in Prag teil

Margot Käßmann, die Botschafterin des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für das Reformationsjubiläum 2017, nimmt am Sonntag in Prag am offiziellen Gedenken für den böhmischen Reformator Jan Hus teil. Vor ihrer Abreise in die tschechische Hauptstadt erinnerte Käßmann in einer am Samstag in Hannover veröffentlichten EKD-Presseerklärung daran, dass Hus neben Martin Luther und Johannes Calvin zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der Reformationszeit gehörte.


kathweb

Margot-Kässmann
Jan Hus, um 1370 im tschechischen Husinec geboren, wirkte als Rektor der Universität und als Prediger in Prag und setzte sich für Reformen in der Kirche ein. Im Sommer 1415 sollte er vor dem Konstanzer Konzil seine Lehren zurücknehmen, was er verweigerte. Er wurde als Ketzer zum Tod verurteilt und am 6. Juli 1415 auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Die Reformation, so Käßmann, “war eine Erneuerungsbewegung, die von vielen getragen wurde und schon im 15. Jahrhundert begann”. Deshalb werde es 2017 auch “keinen deutschen Lutherkult geben, sondern ein internationales Reformationsjubiläum”. Käßmann folgt einer Einladung der “Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder” und der “Tschechoslowakischen Hussitischen Kirche”.

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CDU-Vize Klöckner erneuert Forderung nach Burka-Verbot

Die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Julia Klöckner hat ihre Forderung nach einem Burka-Verbot bekräftigt. Es dürfe in punkto Gleichberechtigung keinen «Religionsrabatt» geben, sagte sie der «Bild am Sonntag».


kath.net

Burqua Burka
Burka (CC-by-sa/2.0/en by Rockin’ the Khuff)

Vollverschleierung verhindere, dass man jemandem offen ins Gesicht sehen könne. «Das verstößt gegen die Regeln unseres Zusammenlebens.»
Sie erwarte von Einwanderern, dass sie sich an das Grundgesetz halten, so Klöckner weiter. «Deshalb dürfen wir nicht zulassen, dass Fundamentalisten ihre Frauen bei uns in Deutschland zur Vollverschleierung zwingen.» Auch das freiwillige Tragen einer Burka sei nicht mit der freiheitlichen Gesellschaft vereinbar.

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Der Unbeugsame aus Prag

Seine intensive Lektüre der Bibel machte ihn zu einem scharfen Kritiker der Kirche. Jan Hus (um 1370-1415) verlangte eine radikale Neuorientierung. Dafür bezahlte der böhmische Reformator mit dem Leben.


Von Marcus Mockler (epd)/ Christoph Vetter|EKD

Jan Hus auf dem Scheiterhaufen. Bild: wikimedia.org/PD

Wenn am Bodensee derzeit an das berühmte Konzil von Konstanz (1414-1418) erinnert wird, das vor 600 Jahren stattfand, dann gehört auch die Erinnerung an die Verbrennung des Priesters aus Prag am 6. Juli 1415 dazu. Selbst ein König wurde im Skandalprozess gegen Hus wortbrüchig: Der deutsche König Sigismund sicherte Hus freies Geleit für Hin- und Rückreise und die Zeit des Aufenthalts zu.

Über die Kindheit von Jan Hus ist wenig bekannt. Er hatte wohl eine fromme Mutter, besuchte die Lateinschule und studierte dann in Prag unter anderem Theologie und Philosophie. Seine Begabung zum Predigen scheint außergewöhnlich gewesen zu sein. Zwei Jahre nach seiner Priesterweihe bekam er die Predigtstelle in der Bethlehemkapelle in der Prager Altstadt. Bis zu 3.000 Menschen hatten dort Platz, und Hus hielt 200 Predigten im Jahr.

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Ohne Frauen könnte die Kirche zusperren

Starke Frauen braucht die Kirche. Elisabeth Rathgeb (l.) und Maria Plankensteiner haben eine Männerdomäne durchbrochen. © Thomas Boehm / TT
Von Gleichberechtigung ist die katholische Kirche weit entfernt. Das Priesteramt ist Männern vorbehalten. Doch das wird sich ändern, sind Elisabeth Rathgeb und Maria Plankensteiner überzeugt. Beide bekleiden wichtige Funktionen in der Diözese Innsbruck – als erste Frauen überhaupt.


Von Markus Schramek|Tiroler Tageszeitung Online

Frauen an die Macht? Das spielt es in der katholischen Kirche noch lange nicht. Geistliche Würdenträger männlichen Geschlechts stehen im Vordergrund. Doch dahinter wirken Frauen an einflussreichen Stellen.

In der Diözese Innsbruck leitet die Theologin Elisabeth Rathgeb (48) seit 2005 das Seelsorgeamt. Sie ist Ansprechpartnerin für jene Menschen, die in den Pfarren mitarbeiten. Ganz neu und noch gar nicht richtig im Amt ist Maria Plankensteiner. Die 55-jährige Vorarlbergerin hat Religionspädagogik und Germanistik studiert. Derzeit leitet sie die Schule für Sozialbetreuungsberufe in Innsbruck. Per 1. September wechselt Plankensteiner an die Spitze des Schulamts der Diözese. Sie übernimmt damit die Aufsicht über den Religionsunterricht an den Schulen.

Rathgeb und Plankensteiner sind die ersten Frauen in diesen hohen Kirchenfunktionen. Kein Zufall, wie im Gespräch mit beiden klar wird. Denn ohne engagierte Frauen sähe es in der Kirche mit all ihren Problemen deutlich finsterer aus.

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„Wann wird diese Religion endlich ausgerottet?“

Hass im Internet © by _michaaa auf flickr.com (CC BY 2.0),
Der Schweizer Stadtparlamentarier Mario Schmitt wurde wegen Rassendiskriminierung schuldig gesprochen. Grund dafür waren seine Facebook-Einträge.


IslamiQ

Aufgrund seiner Facebook-Einträge musste ein Schweizer Stadtparlamentarier sich wegen des Vorwurfs der mehrfachen Rassendiskriminierung verantworten. SVP-Stadtparlamentarier (Schweizer Volkspartei) Mario Schmitt wurde vom Kreisgericht zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 140 Franken und einer Busse von 1000 Franken verurteilt.

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Emanzipation von oben

Wie die Frauen den Postkommunismus überlebten und ihnen das Lachen trotzdem verging. Der Kampf um Feminismus und Gleichberechtigung im west-östlichen Systemvergleich


Von Slavenka Drakulic|dieStandard.at

foto: der standard Straßenarbeiterinnen und Straßenarbeiter beim gemeinsamen Asphaltieren einer Straße in Budapest (1968).

Die Geschlechterdemokratie ist ein essenzieller Teil der Demokratie schlechthin. Ohne Beteiligung der Frauen gibt es keine Demokratie, die diesen Namen auch verdient.

Es waren die banalen Alltagsdinge, die dem Kommunismus lange vor 1989 das Genick gebrochen hatten, und nicht die Sehnsucht nach Freiheit, Menschenrechten und Demokratie.

Als Europa vor kurzem den 25. Jahrestag des Untergangs des Totalitarismus in Osteuropa feierte, da wurde, merkwürdig genug, von einem Thema nicht oder nur sehr am Rande gesprochen: Wie hat sich dieser dramatische Wandel auf die Frauen ausgewirkt? Funktioniert das neue System, die Demokratie, für beide Geschlechter auf ein und dieselbe Weise?

Die Antwort ist nein, das tut es nicht. Selbst wenn die Frauen in Osteuropa heute (endlich) nicht mehr das Gefühl haben, einem einzigen Block anzugehören, so werden sie doch immer noch durch die gemeinsame Erfahrung des Kommunismus zusammengeschweißt, weil diese Erfahrung ihr Leben auch nach 1989 signifikant beeinflusst hat.

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Augenzeugen der Conquista

Habgier war ihr Motiv, Mord ihr Mittel. Skrupel kannten sie nicht, und Mitleid war ihnen fremd. Seit der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus (1492) strömte eine wachsende Zahl von Abenteurern in die Neue Welt, viele von ihnen Desperados wie der ehemalige Schweinehirt Franzisco Pizarro (1475-1541), die in der Fremde zu finden hofften, was sie in der Heimat nicht bekamen: “oro y gloria”, Gold und Ruhm.


Von Theodor Kissel|Spektrum.de

Celso Gargia, Caspar de Carvajal, Samuel Fritz Die Eroberung von Peru Evamaria und Robert Grün (Hg.) Verlag: Edition Erdmann, Wiesbaden 2015 ISBN: 9783737400145 24,00 €
Celso Gargia, Caspar de Carvajal, Samuel Fritz
Die Eroberung von Peru
Evamaria und Robert Grün (Hg.)
Verlag: Edition Erdmann, Wiesbaden 2015
ISBN: 9783737400145
24,00 €

Robert und Evamaria Grün sind ausgewiesene Kenner auf dem Gebiet der Historischen Geographie und des Zeitalters der Entdeckungen. In ihrem neuen, äußerst lesenswerten Buch lassen sie drei Zeitzeugen zu Wort kommen, die in persönlichen Tagebüchern den welthistorisch so bedeutsamen wie folgenschweren Kulturkontakt zwischen Alter und Neuer Welt reflektierten. Ansätze für eine friedliche Koexistenz findet man darin kaum; meist drehen sich die Texte um blutige Auseinandersetzungen zwischen den spanischen Kolonialherren und der indigenen Bevölkerung Perus.

Im Irrsinn des Goldrauschs

Befeuert von dem verheißungsvollen Gerücht über ein legendäres Goldland “El Dorado” zog es um die Mitte des 16. Jahrhunderts Hunderte Hasardeure in die dünne Luft der Anden und in die grüne Hölle des Amazonas, um für die spanische Krone Land in Besitz zu nehmen. Die rechtliche Voraussetzung dafür schufen die “capitulationes”, staatliche Eroberungslizenzen, mit denen Spaniens König Karl V. die Kolonisierung Amerikas für private Investoren freigab und diesen ein befristetes Monopol zur kommerziellen Ausbeutung des Lands gewährte.

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‚Barnabas-Evangelium‘ eine Fälschung – nicht nur das

Tawadros II. kritisiert Leichtgläubigkeit internationaler Medien für angeblichen Sensationsfund und weist Polemiken islamischer Prediger gegen das Christentum zurück.


kath.net

Bild: spohr-publishers.de

Der koptisch-orthodoxe Papst-Patriarch Tawadros II. hat das sogenannte “Barnabas-Evangelium” als eine “Fälschung” bezeichnet. Bei seiner Mittwoch-Katechese in der Markuskathedrale der ägyptischen Hauptstadt stellte der Patriarch fest, das angebliche apokryphe “Evangelium” sei ein Buch “voller historisch-geographischer Fehler” und eindeutig das Produkt eines Fälschers, berichtet die Stiftung “Pro Oriente”.

Das “Barnabas-Evangelium” ist seit Jahrzehnten ein beliebtes Argument islamischer Prediger und Imame in Polemiken gegen das Christentum. In dem Buch wird u.a. behauptet, an der Stelle Jesu sei Judas Iskariot gekreuzigt worden, Gott habe den “Propheten Jesus” lebend in den Himmel “entrückt”, vor allem aber habe Jesus das Kommen Mohammeds als “Siegel der Propheten” angekündigt.

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Es darf keine Ämter auf Lebenszeit in der Kirche geben

Papst Franziskus nahm am 3. Juli an einem Treffen von Rinnovamento nello Spirito, der größten charismatischen Gemeinschaft in der katholischen Kirche teil. Das Treffen fand auf dem Petersplatz statt.


Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Bild bearb. BB
Bild bearb. BB

Der Papst meinte in seiner Ansprache an die 35.000 Anwesenden, daß es in der Kirche keine Ämter auf Lebenszeit geben dürfe. Bei der Berichterstattung einiger katholischer und weltlicher Medien konnte der Eindruck entstehen, der Papst habe auch über das Petrusamt gesprochen und damit eine zeitliche Befristung oder eine Altersgrenze angeregt. Ein Thema, das erst 2013 durch den unerwarteten Amtsverzicht von Ppast Benedikt XVI. aufgetreten ist.

Trotz unpräziser Formulierungen seiner teils spontan gehaltenen Ansprache bezog sich das katholische Kirchenoberhaupt aber explizit auf Ämter der charismatischen Gemeindeerneuerung. Am Beginn dieses Kapitels seiner Rede sprach Papst Franziskus davon, daß es „sehr wichtig“ sei, einen „anderen Punkt“ zu klären „in dieser Strömung der Gnade“, eine Formulierung, mit der er auf dem Petersplatz mehrfach die Charismatiker in der katholischen Kirche ansprach. Der Papst sagte nicht, was ihn konkret zu dieser Ermahnung bewogen hat.

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John Gray: Steven Pinker is wrong about violence and war

Rubens’ The Massacre of the Innocents. Photograph: National Gallery, London
A new orthodoxy, led by Pinker, holds that war and violence in the developed world are declining. The stats are misleading, argues Gray – and the idea of moral progress is wishful thinking and plain wrong


By John Gray|TheGuardian

For an influential group of advanced thinkers, violence is a type of backwardness. In the most modern parts of the world, these thinkers tell us, war has practically disappeared. The world’s great powers are neither internally divided nor inclined to go to war with one another, and with the spread of democracy, the increase of wealth and the diffusion of enlightened values these states preside over an era of improvement the like of which has never been known. For those who lived through it, the last century may have seemed peculiarly violent, but that, it is argued, is mere subjective experience and not much more than anecdote. Scientifically assessed, the number of those killed in violent conflicts was steadily dropping. The numbers are still falling, and there is reason to think they will fall further. A shift is under way, not strictly inevitable but enormously powerful. After millennia of slaughter, humankind is entering the Long Peace.

This has proved to be a popular message. The Harvard psychologist and linguist Steven Pinker’s The Better Angels of Our Nature: a history of violence and humanity (2011) has not only been an international bestseller – more than a thousand pages long and containing a formidable array of graphs and statistics, the book has established something akin to a contemporary orthodoxy. It is now not uncommon to find it stated, as though it were a matter of fact, that human beings are becoming less violent and more altruistic. Ranging freely from human pre-history to the present day, Pinker presents his case with voluminous erudition. Part of his argument consists in showing that the past was more violent than we tend to imagine. Tribal peoples that have been praised by anthropologists for their peaceful ways, such as the Kalahari !Kung and the Arctic Inuit, in fact have rates of death by violence not unlike those of contemporary Detroit; while the risk of violent death in Europe is a fraction of what it was five centuries ago. Not only have violent deaths declined in number. Barbaric practices such as human sacrifice and execution by torture have been abolished, while cruelty towards women, children and animals is, Pinker claims, in steady decline. This “civilising process” – a term Pinker borrows from the sociologist Norbert Elias – has come about largely as a result of the increasing power of the state, which in the most advanced countries has secured a near-monopoly of force. Other causes of the decline in violence include the invention of printing, the empowerment of women, enhanced powers of reasoning and expanding capacities for empathy in modern populations, and the growing influence of Enlightenment ideals.

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CDU: Die CDU sucht neue Wege

Der Ringelschwanz soll erhalten bleiben. Dafür setzt sich die CDU künftig ein. Foto: imago stock&people
Die Zahl der Stammwähler nimmt ab. Deshalb versucht die CDU, ihre Anhängerbasis zu verbreitern, indem sie sich neue Themen wie Internet und Verbraucherschutz erschließt.


Von Daniela Vates|Frankfurter Rundschau

Die CDU erfindet sich neu und dabei spielen Kaffee und Ringelschwänze eine Rolle. Der Kaffee in Rathäusern, genauer gesagt. Der sollte nachhaltig produziert worden sein, findet die CDU. Und außerdem sei es wichtig, dass Schweine ihre Ringelschwänze künftig behalten.

Das klingt ein bisschen kleinteilig, mit einem Drall ins Lächerliche. Aber es hat seinen Grund.

Die Zahl der Stammwähler nimmt ab, die CDU versucht, ihre Anhängerbasis zu verbreitern, indem sie sich neue Themen erschließt. Der Blick geht dabei zur Konkurrenz. Übernommen hat Merkels Truppe bereits den Mindestlohn von der SPD, den Atomausstieg von den Grünen und den Ausstieg aus der Wehrpflicht von FDP und Grünen.

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Sterbehilfe: Mein Wille geschehe

Die Debatte über die Sterbehilfe in Deutschland wird vor allem von religiösen Überzeugungen und persönlichen Befindlichkeiten bestimmt. Dabei sollte doch die autonome Entscheidung über das eigene Leben im Vordergrund stehen. Die Verteidigung eines Grundrechts


Von Alexander Grau|Cicero

Menschen mit Selbsttötungsabsicht sind nicht immer vernachlässigte Opfer. picture alliance

Für Bundestagspräsident Norbert Lammert ist es „eines der anspruchvollsten und schwierigsten Gesetzesvorhaben in dieser Wahlperiode“: die Neuregelung der Strebehilfe, über die der Bundestag erstmals am vergangenen Donnerstag debattierte.

Im November diesen Jahres werden die Abgeordneten über vier fraktionsübergreifende Anträge abzustimmen haben: Diese reichen von einem pauschalen Verbot jeglicher Sterbehilfe (eingereicht durch die CDU-Abgeordneten Patrick Sensburg und Thomas Dörflinger) bis zu deren Zulassung, sofern sie nicht kommerziell betrieben wird (Renate Künast, Die Grünen, und Petra Sitte, Die Linke). Die größte Unterstützung genießt der als moderat geltende Gruppenantrag von Michael Brand (CDU) und Kerstin Griese (SPD). Er gestattet die Verabreichung lebensverkürzender Medikamente durch Ärzte, sofern der Tod des Patienten nicht intendiert ist, untersagt aber organisierte Sterbehilfe.

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Militär-Apostel Overbeck: Religion hasst Gewalt

Alle Religionen müssen für die Religionsfreiheit eintreten. Nur so gibt es auf Dauer gegenseitige Akzeptanz – Hass oder sogar Gewalt gegeneinander wird der Boden entzogen. Dafür spricht sich der katholische Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck aus.


OberpfalzNETZ.de

Bischof Franz-Josef Overbeck (2014) Bild. wikimedia.org/CC-BY-3.0/ACBahn

Bei seinem Besuch in Amberg hielt er vor Soldaten der hiesigen Garnison im ACC einen Vortrag zum Thema “Religion und Gewalt”. Ausgehend von der historischen Entwicklung beider Seiten betonte er, dass “zwischen fundamentalistischen, radikalen oder politisierenden Strömungen, die die Religion verzwecken und der Religion selbst deutlich differenziert werden muss”. Die kriegerische Durchsetzung eines Glaubens oder ein gewaltsames Vorgehen im Namen dieser Religion agiere gegen deren eigene Grundlagen. “Im Islam und im Christentum gibt es keinen Gott, der die Menschen aufruft, Gewalt auszuüben”, sagte Overbeck.

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FIFA-Blatter will in den Himmel

Sepp Blatter (79), umstrittener Fifa-Präsident und Katholik, glaubt, dass er einmal in den Himmel kommt. «Ich bin kein Heiliger. Wer ist das schon?


kath.net

Sepp Blatter (2015), Bild: wikimedia.org/CC-BY-3.0/kremlin.ru

Aber ich bin mir sicher, dass ich im Himmel in eine gute Gesellschaft komme», sagte der Fußball-Funktionär der Münchner Illustrierten «Bunte». Zumindest sei er überzeugt davon, seine Mutter wiederzusehen. In seiner Heimat, dem Wallis, gehe er oft an das Grab der Eltern: «Ich rede mit ihnen und meistens kommt eine Message zurück.» An die Hölle glaube er nicht, bekannte Blatter. «Da bin ich mit dem Papst uneinig.»

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Die Rolle der Juden in der christlichen Heilsgeschichte

“Heilsgeschichte” ist ganz allgemein jede religiöse Interpretation von Geschichte, und dazu gehören auch die christlichen Vorstellungen der “Endzeit”. Da das Christentum dem Judentum entspringt, gehört den Endzeitvorstellungen auch eine Positionierung gegenüber dem Judentum.


Von Ulrike Heitmüller|TELEPOLIS

Brennende Synagoge 1938 (Bild: Jewish Virtual Library, Public Domain)
Brennende Synagoge 1938 (Bild: Jewish Virtual Library, Public Domain)

Wie Christen Juden sehen, hat sich im Lauf der Zeiten immer wieder geändert. Das Spektrum ist breit und oft ambivalent, die Themen überlappen sich. Aber es gibt Schwerpunkte: Erstens den allgemein verbreiteten völkischen Rassismus vor 1945. Zweitens die in gewissen evangelikalen Kreisen verbreitete Naherwartung nach Kriegsende – der Massenmord sei ein Gericht Gottes gewesen, die Juden müssten nach Palästina “zurückkehren”, damit Jesus auf die Erde zurückkommen und die Welt erlösen könne.

Mein Großvater Friedrich Heitmüller, Leiter der Freien evangelischen Gemeinde Hamburg und Direktor des Diakoniewerkes Elim, vertrat diese beiden Sichtweisen in beispielhafter Weise. Drittens, vor allem seit den 1980er Jahren, ein inzwischen oft politisch orientierter christlicher Zionismus. Und viertens Judenmission – existent seit den Anfängen des Christentums und gerade aktuell, weil entsprechende Gruppen auf dem Kirchentag nicht aktiv sein dürfen.

Tanach und Altes Testament: eine gemeinsame Heilige Schrift

Der Tanach – für Christen: das “Alte Testament” (AT) – beinhaltet die Heiligen Schriften der Juden. Die Bibel – bestehend aus Altem und Neuen Testament (NT) ist das Heilige Buch der Christen. Der so genannte “Kanon”, also was als Bestandteil festgelegt wurde, stimmt, was das AT betrifft, zwischen Judentum und Christentum nicht ganz überein, und was die Bibel betrifft, auch nicht zwischen orthodoxen, katholischen und evangelischen Christentum.

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Erzdiözese Wien bietet Männerberatung zum Thema Pädosexualität

Seit einem Jahr bietet die Männerberatung kostenfreie und anonyme Beratung für Männer, die haupt- oder ehrenamtlich in der Kirche arbeiten, an. Inhaltliche Schwerpunkte dabei sind die Themen Macht bzw. Machtmissbrauch und Sexualität, also Umgang mit Verliebtheit, sexuelle Übergriffe sowie Pädosexualität. Aber auch oft unbewusste Grenzüberschreitungen rund um Nähe bzw. Distanzlosigkeit können zur Sprache kommen.


kathweb

missbrauch_katholGenutzt wird dieses Angebot laut der Leiterin der “Stabsstelle für Missbrauchs- und Gewaltprävention, Kinder- und Jugendschutz” in der Erzdiözese Wien, Martina Greiner-Lebenbauer, bisher noch sehr wenig – und das trotz ausdrücklicher werbender Empfehlung durch Kardinal Christoph Schönborn, etwa bei Priestertagen. Das bedauerte die Theologin und Gestaltpädagogin im Gespräch mit “Kathpress”, und sie unterstrich die Niederschwelligkeit: Die Kontaktaufnahme der Interessenten erfolgt direkt bei der kirchenunabhängigen Männerberatung in der Wiener Erlachgasse 95/5. Für die Erzdiözese bleiben die Beratenen anonym, sie trägt jedoch die Kosten für bis zu fünf Beratungsgespräche. Interessierte müssen bei der Kontaktaufnahme nur auf das “Angebot der Erzdiözese Wien” hinweisen. Die Kooperation mit der Männerberatung ist in Österreich ein Novum, wies Greiner-Lebenbauer hin.

Ungewöhnlich und “ganz besonders wichtig” ist der Leiterin der kirchlichen Anlaufstelle die Benennung von Pädosexualität. “Männer mit dieser Veranlagung finden meist keine hilfreiche Unterstützung und sind mit ihrem Problem sehr oft allein gelassen”, weiß Greiner-Lebenbauer. “Diese zu unterstützen, nicht Täter zu werden, ist ein wichtiges Ziel.”

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Vatikan-Klimakonferenz: „Megafon“ der Umwelt-Enzyklika

Naomi Klein im Vatikan – AFP
Als eine Art „Megafon“ der päpstlichen Umwelt-Enzyklika versteht sich eine Vatikan-Klimakonferenz, die an diesem Donnerstag und Freitag rund 200 Wissenschaftler, Politiker, Menschenrechtler und Kirchenvertreter an der Päpstlichen Universität Augustinianum in Rom versammelt.


Radio Vatikan

Neben Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und der UN-Sondergesandten für den Klimawandel Mary Robinson trägt auch die kanadische Globalisierungsgegnerin Naomi Klein auf der Tagung vor. Die Veranstaltung hat der Päpstliche Friedensrat zusammen mit dem Dachverband katholischer Entwicklungsorganisationen CIDSE organisiert.

Viele Etiketten hat Papst Franziskus‘ Enzyklika seit ihrer Veröffentlichung schon erhalten – so aber wurde sie bislang wohl kaum beschrieben: „Laudato sì“ sei „poetisch“ und zugleich „mutig“, sagte die kanadische Globalisierungsgegnerin Naomi Klein am Mittwoch vor Journalisten im Vatikan; das päpstliche Lehrschreiben sei ein „Dokument des Gemeinsinns“, das nicht nur zur katholischen Welt, sondern zu „allen Menschen auf dem Planeten“ spreche. Dass Franziskus in dem weit gefächerten Text auch auf wirtschaftliche Aspekte des Komplexes Klima und Umwelt eingeht, hatten einige Kritiker bemängelt. Klein sieht das anders:

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USA: Was republikanische Präsidentschaftskandidaten glauben

Lebensschutz und religiöse Freiheitsrechte standen im Mittelpunkt einer Konferenz


kath.net

Image: firstvote.org
Image: firstvote.org

Das Feld der republikanischen Präsidentschaftsbewerber in den USA ist auf 13 angewachsen. Zuletzt gab der Gouverneur von Louisiana, Bobby Jindal, am 24. Juni seine Kandidatur bekannt. Weitere Bewerber sind der Neurochirurg Ben Carson, der Unternehmer Donald Trump, die ehemalige Gouverneurskandidatin Carly Fiorina, die früheren Gouverneure Jeb Bush, Rick Perry, George Pataki und Mike Huckabee, die Senatoren Marco Rubio, Rand Paul, Ted Cruz und Lindsey Graham sowie der Ex-Senator Rick Santorum. Bei den Demokraten haben bisher die frühere Außenministerin Hillary Clinton, der Senator Bernie Sanders sowie die ehemaligen Gouverneure Lincoln Chafee und Martin O‘Malley ihre Kandidatur erklärt.

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