Archiv der Kategorie: Katholizismus

“The Principle”: Wenn sich die Sonne um die Erde dreht

Bild: de.wallpaperpics.net

Ist die Erde der göttlich bestimmte Fixpunkt des Universums? Ein Dokumentarfilm aus den USA befeuert die längst widerlegte Theorie. Hinter dem Film stecken dubiose Gestalten, Mitwirkende distanzieren sich schon vor dem Start.

Von Marc PitzkeSpON

Kate Mulgrew ist eine Science-Fiction-Ikone. Von 1995 bis 2001 spielte sie Captain Kathryn Janeway in der TV-Kultserie “Star Trek: Raumschiff Voyager”. Als dessen Kommandeurin legte sie 70.000 Lichtjahre zurück und traf Aliens und Asteroiden. Seither hat die US-Schauspielerin zwar viele andere, anspruchsvollere Rollen gemeistert, zurzeit etwa in der Netflix-Hitshow “Orange Is the New Black”. Doch bis heute identifizieren die Fans sie mit “Voyager” – als Autorität für interstellare Belange, fiktive wie reale.

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UN-Verhör des Vatikan zu Folter: Thema Missbrauch Streitpunkt

missbrauch_katholUS-Opferschutzorganisation “Survivors’ Network of those Abused by Priests” (SNAP) ging in Offensive und stellte “Shadow Report” zusammen

kathweb

Das Antifolterkomitee der Vereinten Nationen nimmt den Vatikanstaat im Rahmen seiner turnusmäßigen Überprüfungen von Unterzeichnerstaaten der Antifolterkonvention ins Visier. Die Untersuchung durch zehn unabhängige Experten findet am 5. und 6. Mai in Genf statt, wie das Hohe Kommissariat für Menschenrechte am Dienstag mitteilte.

Es ist das erste Mal seit dem Beitritt des Heiligen Stuhls zu der Konvention 2002, dass sich der Vatikan dieser Prüfung unterzieht. Der Abschlussbericht des UN-Komitees soll am 23. Mai veröffentlicht werden.

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Atheistische Aktion in Düsseldorf: Wenige verlassen die Kirche

Bild: wdr.de

34 traten am Gründonnerstag aus: 18 Personen aus der katholischen Kirche, 15 aus der evangelischen Kirche und eine Person aus dem Judentum – 21 ließen sich die Austrittsgebühr erstatten.

kath.net

Der Aufruf der atheistischen Initiative „Düsseldorfer Aufklärungsdienst“ zum kollektiven Kirchenaustritt am Gründonnerstag (17. April) ist auf geringe Resonanz gestoßen. Der stellvertretende Pressesprecher am Amtsgericht Düsseldorf, Richter Marcel Dué, sagte der Evangelischen Nachrichtenagentur idea: „Die Aktion hat sich auf jeden Fall nicht wahnsinnig ausgewirkt.“ Es habe an dem Tag 34 Austritte gegeben – 18 aus der katholischen und 15 aus der evangelischen Kirche sowie einen Austritt aus dem Judentum.

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Päpste sollten nicht heilig gesprochen werden

Papst Franziskus (Bild: AP)

Papst Franziskus (Bild: AP)

Die Päpste Johannes XXIII. und Johannes Paul II. sollen heilig gesprochen werden – wegen „heroischer Tugendübung“. Da diese aber zur Beschreibung des päpstlichen Jobs gehört, zeigt die Kirche vor allem eines: Kanonisierung ist Willkür.

Von Alexander KisslerCicero

Am Sonntag wird Rom aus allen Nähten platzen. Eine Million Pilger oder mehr wollen einer doppelten Heiligsprechung beiwohnen. Papst Franziskus wird seine Vorgänger Johannes XXIII. und Johannes Paul II. zur „Ehre der Altäre“ erheben. Dann können die beiden 1963 und 2005 gestorbenen Männer weltweit, wie es im Katechismus heißt, als „Vorbilder und Fürsprecher“ öffentlich verehrt und im Gebet angerufen werden. Der amtierende Papst wird zu diesem Zweck bestätigen, dass Angelo Giuseppe Roncalli und Karol Wojtyła „durch heroische Tugendübung ein hervorragendes Zeugnis für das Himmelreich“ abgelegt haben.

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Di Fabio warnt vor Erosion der Kirchen

Der Katholik Di Fabio leitet den wissenschaftlichen Beirat für das Reformationsjubiläum 2017 Foto: pro

Der ehemalige Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio betrachtet das Erbe der Reformation als Grundlage der heutigen Religionsfreiheit. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) warnt er vor einer Erosion des Religiösen.

pro Medienmagazin

Heute präsentiere mancher den Reformator Martin Luther als „Vordenker des Holocaust und Ahnherrn eines religiös motivierten Terrorismus“, schreibt der Katholik Di Fabio. Der Professor für öffentliches Recht ist seit Februar Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats des Kuratoriums zur Vorbereitung des Reformationsjubiläums 2017. Er warnt in der FAZ vor einem allzu negativen Blick auf die Reformation: „Jedes Land für sich und der Westen als Kompass für die Welt ist gerade deswegen auf große Erzählungen seiner Herkunft und die Sichtbarmachung seiner Leitideen angewiesen, um nicht vor lauter indifferenter Offenheit und ökonomischem Pragmatismus die eigene Identität zu verlieren.“

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Theologe kritisiert “Heiligkeitsschwemme”

Pius X. Heiligsprechung 1954

Rainer Kampling spricht von einer Heiligkeitsschwemme in den vergangenen hundert Jahren.

Deutschlandradio Kultur

Der katholische Berliner Theologe sagte im “Deutschlandradio Kultur”, es sei fraglich, ob es der Kirche guttue, ein ganzes Heer von heiligen Päpsten zu haben. Am kommenden Wochenende werden Papst Johannes Paul der Zweite und Papst Johannes der 23. heiliggesprochen. Beide seien große Menschen gewesen, denen man nacheifern könne, dennoch sei es nicht notwendig, jeden Papst heilig zu sprechen, sagte Kampling. Das Verfahren der Heiligsprechung bezeichnete der Theologe als logistische Leistung. Vor allem bei sogenannten “aktuellen Heiligen” wie Johannes Paul dem Zweiten müssten zahlreiche Zeitzeugen gehört werden.

Daneben würden alle Schriften gesichtet und ausgewertet.

Neusser CDU zieht Islam-Logo zurück

Nach massiven Protesten wieder aus der Wahlwerbung der Neusser CDU verschwunden: der islamische Halbmond (Bild: blu-news.org)

Nach heftigen Protesten musste die Neusser CDU ihre Wahlwerbung mit dem islamischen Halbmond wieder zurückziehen. Yasar Caliks Ausrede sorgt im Internet für neue Wut.

blu NEWS

Am Ostersonntag wurde bekannt, dass bereits am Gründonnerstag aus dem Wahlkampf-Büro der Neusser CDU Stofftaschen verschenkt wurden, auf denen das für “Christlich” stehende “C” der CDU mit dem islamischen Halbmond versehen wurde (blu-NEWS berichtete). Damit sollte der Kommunal-Wahlkampf des türkischstämmigen Christdemokraten Yasar Calik gegen den ebenfalls türkischstämmigen Hakan Temel von der SPD beworben werden.

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Bedient alle Klischees: ARD-Doku „Sexualität in den Weltreligionen“

Muslima Hülya lebt streng nach dem Islam. Die einzigen Männer in ihrem Leben sind ihre Brüder Foto: NDR/Bildersturm Filmproduktion

Wie leben Menschen die erste, erfüllte und verbotene Liebe in Christentum, Islam, Hinduismus und Buddhismus? Das will die ARD-Dokumentation „Glaube, Liebe, Lust – Sexualität in den Weltreligionen“ beantworten. Es gelingt den Machern nur in Ansätzen. Beim Zuschauer kommen Klischees an. Eine TV-Kritk von Swanhild Zacharias.

pro Medienmagazin

Hülya lebt in Istanbul und ist überzeugte Muslima. „Der Glaube lehrt uns, sich in vielen Dingen zu beherrschen“, sagt die Protagonistin des ersten Teils der ARD-Doku, die den klingenden Titel „Erste Liebe“ trägt. Sie hält sich streng an die islamischen Regeln, denn: „Ich muss mich ernsthaft um das Jenseits bemühen.“ Sex vor der Ehe ist für sie undenkbar. Bei der 17-jährigen Elena aus Berlin dagegen, Protestantin und in der örtlichen Kirchengemeinde aktiv, gehört Sex vor der Ehe zum Leben dazu. Ihr erstes Mal hatte sie mit einem guten Freund, „weil der Erfahrung hatte“. Sie bezeichnet sich als gläubige Christin, will sich in Sachen Beziehungen aber nicht zu viel „vorschreiben“ lassen.

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Kann man auch an eine Politik glauben, statt an einen Gott?

Bild: heise.de

Ja, natürlich, kann man. – Aber – ist das dann eigentlich auch eine Religion?

Von Ulrike HeitmüllerTELEPOLIS

Kann eine Politik Religion sein?

Ja, eine Politik bzw. ein politisches Konzept oder eine politische Richtung kann auch Religion sein. So sieht es jedenfalls der russische Philosophieprofessor Michail Ryklin. Er schrieb ein Buch darüber: Kommunismus als Religion.

Darin beschreibt und erklärt er die Faszination des Kommunismus für die westliche “Intelligenzija”, etwa Walter Benjamin, André Gide, Lion Feuchtwanger, Bert Brecht, und andere. Zwar sei die Partei, die in Russland mit dem Oktoberumsturz an die Macht kam, eine “Partei von Atheisten” gewesen[1] und der Atheist Lenin habe “den Glauben an Gott für unvereinbar mit der Mitgliedschaft in der revolutionären Partei”[2] und jeden Nicht-Materialisten für einen potenziellen Feind gehalten.[3]Aber jenseits des Theismus, so Lenin, habe es auch keine Religion gegeben.

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Deutsche Bischöfe inhuman – Nein zu aktiver Sterbehilfe

Kardinal_Reinhard_MarxIn Osternbotschaften fordern DBK-Vorsitzender Marx und andere eine “Kultur des Lebens” ein

kathweb

Die katholischen Bischöfe in Deutschland haben in ihren Osterpredigten ihr Nein zu aktiver Sterbehilfe bekräftigt und eine Kultur des Lebens gefordert. Zugleich riefen sie zur Hilfe für Flüchtlinge auf. Die Auferstehung Jesu fordere dazu auf, gegen Unrecht und Leid zu kämpfen.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Münchner Kardinal Reinhard Marx, lehnte eine Lockerung des Sterbehilfeverbots ab. Dies wäre “ein Signal in die falsche Richtung”, sagte er am Sonntag im Deutschlandfunk. “Eine direkte Tötung des Menschen ist nicht möglich.” Allerdings gestand der Kardinal zu, dass in extremen Einzelfällen neu überlegt werden könne. Dabei sei es etwa eine lange Lehre der Kirche, “schmerzlindernde Mittel auch dann, wenn sie sogar das Sterben befördern, anzuwenden”. Die Begleitung von Schwerstkranken und Sterbenden bezeichnete der Münchner Erzbischof als eine zentrale Aufgabe der Christen heute.

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Ostern: Eine intellektuelle Zumutung

frohe_osternOstern ist das aktuellste aller christlichen Feste. Denn der Glaube an die übernatürliche Auferstehung stellt eine grundsätzliche Frage: Wie kann ich an meinen alten Überzeugungen festhalten, wenn sich die äußeren Umstände ändern?

Von Alexander GrauCicero

Ostern ist ein eigenartiges Fest. Für den modernen, aufgeklärten Menschen stellt es unter den bedeutenden Festen des Kirchenjahres sicher die größte intellektuelle Zumutung dar. Dass Jesus von Nazareth geboren wurde – gut, das ist unbestreitbar. Dass er gekreuzigt wurde – auch das gilt als historisch gesichert. Dass er aber – „am dritten Tage“ – auferstanden sein soll von den Toten, das ist starker Tobak und löst auch bei vielen engagierten Kirchenmitgliedern leichte Beklemmungen aus.

Dieses Unbehagen ist vielleicht der Grund dafür, dass wir die religiösen Wurzeln dieses Festes systematisch verdrängen. Machen wir uns nichts vor: Nicht wenige Menschen unseres angeblich so christlichen Abendlandes wissen überhaupt nicht mehr, weshalb wir überhaupt Ostern feiern. Die Zahlen der Umfrageergebnisse schwanken dabei zwischen 22 (TNS Emnid 2014) und 47 Prozent (Polis 2003).

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Vatikan: Italienischer Kardinal bezieht 600-Quadratmeter-Wohnung

Tarcisio Bertone, Bild: wikimedia.org

Der Papst predigt Bescheidenheit, einen italienischen Kirchenfürsten kümmert das offenbar wenig: Tarcisio Bertone zieht bald in eine riesige Luxuswohnung im Vatikan. Einem deutschen Bischof ist der Hang zum Prunk bekanntlich nicht gut bekommen.

SpON

Papst Franziskus fordert eine “arme Kirche”. Ziemlich laut und deutlich tut er das. Trotzdem findet er offenbar nicht bei allen Geistlichen Gehör. Der italienische Kardinal Tarcisio Bertone lässt sich laut einem Medienbericht eine 600 Quadratmeter große Luxuswohnung im Vatikan herrichten. Die neue Unterkunft will der frühere Kardinalstaatssekretär nach umfangreichen Umbauarbeiten noch im Sommer beziehen, wie die italienische Zeitung “La Repubblica” am Sonntag meldete.

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Der Gott der Glotze

Ray Kelly, Bild: youtube/stol.it

Singende Nonnen und Pfarrer reüssieren auf YouTube – welchen Unterhaltungswert hat das Christentum? Und wer spricht da von Wert?

Von Michael PrüllerDie Presse

Der New Yorker Kulturphilosoph Neil Postman hat in seinem Buch „Wir amüsieren uns zu Tode“ die These aufgestellt, dass das Fernsehen nicht fähig ist, die tieferen Gedanken der Menschheit zu vermitteln, weil es den Gesetzen der Unterhaltung folgen muss. Es führe zu einer Infantilisierung der Gesellschaft. Als Beispiel für die Trivialisierung ernsthafter Inhalte hat Postman ein Kapitel dem Thema Religion gewidmet. Darin nennt er das Christentum „eine ernste und fordernde Religion. Wenn es als leicht und unterhaltend dargeboten wird, wird es zu einer völlig anderen Art von Religion.“ Daran habe ich denken müssen, als ich kürzlich, etwas fassungslos, den Medien-Hype um Pfarrer Ryan Kelly wahrnahm.

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Die spirituellen Fallschirmjäger des Vatikan

Kloster Thalbach, Bregenz, Bild: wikimedia.org

Eine Frau sucht im Kloster des Ordens “Das Werk” Geborgenheit. Sie findet sektenartige Strukturen, wird sexuell missbraucht und ein Opfer religiösen Fundamentalismus.

Von Kai Biermann – ZEIT ONLINE

Manche reisen nach dem Abitur in die Welt, manche suchen sich eine Lehrstelle, viele studieren. Klara geht ins Kloster. Es ist das Jahr 2003. Der Krieg im Irak hat gerade begonnen, in Österreich regiert zum zweiten Mal die FPÖ mit, Arnold Schwarzenegger wird Gouverneur in Kalifornien. Für Klara ist das alles fernes Rauschen. Viel lauter ist eine Stimme in ihr, die sagt, sie sei berufen. Klara ist neunzehn Jahre alt.

Sie ist in Süddeutschland aufgewachsen, mit sechs Geschwistern und der Überzeugung, dass die Kirche Halt und Trost gibt. “Seit ich sechzehn war, wollte ich Nonne werden”, sagt sie. Heute will sie davon erzählen, um andere zu warnen. Es war ein Wunsch, an dem sie fast zugrunde ging.

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Es herrscht Krieg im Vatikan

Franziskus – Zeichen der Hoffnung: Vom Erbe Benedikts XVI. zur Revolution im Vatikan

Als der neue Papst gewählt ist, hört das Handy von Andreas Englisch nicht mehr auf zu klingeln. Es sind keine Auftraggeber, die den Journalisten und Vatikanexperten erreichen wollen. Es sind Kollegen. Alle wollen sie das Gleiche von ihm wissen: “Wie zum Teufel konntest du den Tag und die Uhrzeit vorhersagen, wann der neue Papst gewählt wurde?” So erzählt Andreas Englisch die Geschichte jedenfalls in seinem Buch.

Von Lucas WiegelmannDIE WELT

Er habe eben schon vor dem Konklave gewusst, “dass es eine Revolution gegen die Kurie geben würde, der Zorn der Kardinäle war gewaltig, ein Anti-Kurie-Mann würde kommen”, so Englisch. Was er nicht schreibt: Während des Konklaves hatte er noch ganz anders geredet. Ein Kandidat der Italiener werde sich durchsetzen, hatte er prophezeit. Sein Papst-Tipp damals, im März 2013, hieß Angelo Scola. Der ist Erzbischof von Mailand und das Gegenteil von einem Anti-Kurie-MAnti-Kurie-Mannann. Neben Scola sah Englisch noch ein paar andere Favoriten. Jorge Mario Bergoglio gehörte nicht dazu.

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