Nur jeder zweite Katholik in Deutschland besitzt eine Bibel

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Umfrage in Auftrag der Evangelischen Nachrichtenagentur „idea“: Nur acht Prozent der Katholiken in Deutschland lesen regelmäßig in der Bibel

kath.net

Ungefähr die Hälfte der Bundesbürger besitzt eine Bibel – doch gelesen wird sie recht selten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA-CONSULERE (Erfurt), die im Auftrag der Evangelischen Nachrichtenagentur „idea“ worden ist. Befragt wurden knapp 2.000 Erwachsene aus dem gesamten Bundesgebiet. Nach Konfessionen aufgesplittert zeigt es sich, dass 68 Prozent der landeskirchlichen Protestanten mindestens eine Bibel besitzen, bei freikirchlichen Protestanten 57 Prozent und Katholiken 56 Prozent. Immerhin besitzen sogar auch 27 Prozent der Konfessionslosen eine Bibelausgabe.

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Päderasten: Ein Fall von „Lepra“ im Vatikan?

Foto: Shpend Maliqi. Lizenz: CC BY-SA 3.0
Der Papst nennt es den „Lepra-Befall“ der Katholischen Kirche: Er meint damit die seiner Schätzung nach „2 Prozent“ der Geistlichen, die als Päderasten auffallen. Das sind immerhin noch gut 8.000 Mann.

Von Tom Appleton | TELEPOLIS

Seinem Vorgänger, dem deutschen „Wir-sind-Papst“-Ratzinger — gelang es in seiner 8jährigen Amtszeit gerade eben mal 8oo auffällig gewordene Priester auszuheben. Die 8.000, die der argentinische Jesuit Bergoglio — Künstlername: „Franziskus“ — (also der jetzige Papst) meinte, müssten daher entweder unter Ratzinger übersehen worden sein, oder sie wären in der relativ kurzen Zeit seit der Amtsübernahme Bergoglios „nachgewachsen“. In jedem Fall: Eine zehnfach erhöhte Zahl gegenüber der Ratzinger-Ära. Eine Katastrophe. Wie beim Frisör wäre es daher an der Zeit, den päderastischen „Nachwuchs“ wieder mal zu „trimmen“.

Doch der Papst, der sich sein Pseudonym nach dem Heiligen Franz von Assisi gewählt hat, dem Schutzheiligen der Tiere betrachtet die Misere seiner Organisation eher als Pilzbefall in einem Bienenstock. In einem drei Seiten langen Quasi-Interview, das er nach seinem ersten Jahr im Amt mit dem damals 90jährigen Ex-Chef der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“, Eugenio Scalfari, führte, nannte der selbst nicht gerade frühlingsfrische Ober-Katholik die Zahl „2 Prozent“ als angeblich gesicherte Tatsache.

Da Scalfari aber bei seinem Interview kein Aufnahmegerät benutzte, steht diese Zahl heute als willkürlich genannte „Hausnummer“ im Raum. Die Zahl „8.000“ stammt aus der Presse, die ihre Prozentrechnung anhand der 414.000 vom Vatikan beschäftigten Personen durchführte. Zwei Prozent von 414.000 ist gleich 8.000. Die hinter dem Komma anfallenden rund 300 Straftäter fallen dabei, wie man sieht, gnädigerweise als vernachlässigenswerte Krümel vom Tisch.

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So war „Jesu Grab“ seit Generationen nicht zu sehen

In der Grabeskirche Christi Quelle: ABIR SULTAN/EPA/REX/Shutterstock
Das Grab Jesu in Jerusalem strahlt nach zehnmonatiger Restaurierung in neuem Glanz. Doch den Zoff zwischen den Konfessionen konnte der Mörtel nicht kitten. Ein Hausbesuch im Inneren des Christentums.

Von Gil Yaron | DIE WELT

Es ist ein Anblick, der Pilgern seit siebzig Jahren verwehrt war: In minutiöser Feinarbeit gesäubert, mit Titaniumschrauben gefestigt und mit Spezialmörtel gekittet erstrahlt die Ädikula über dem Ort, den Milliarden von Christen in aller Welt als das Grab Jesu verehren, seit wenigen Tagen in neuem Glanz. Weg ist der schwarze Ruß von Millionen von Kerzen, die Pilger in den vergangenen 200 Jahren rund um die heilige Stätte anzündeten. Weg ist die hässliche Stahlkonstruktion, mit der britische Ingenieure 1947 den Kollaps der Struktur verhindern wollten. Weg sind auch viele Ikonen und andere Verzierungen der griechisch-orthodoxen und armenischen Kirche, die zuletzt den Blick auf die Fassade verstellten. Nach monatelangen Restaurierungsarbeiten eines griechischen Expertenteams, die rund vier Millionen Euro kosteten, ist die Einsturzgefahr gebannt und Schluss mit der Verwahrlosung von Jahrzehnten.

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Katholische Verbände: Ganzkörperschleier Symbol einer Gegenkultur

Kenza Drider, snapshot brightsblog, Themenbild
AKV wie Regierung für umfassendes Verbot von Vollverschleierung im öffentlichen Raum – Präsident Kukacka: Ganzkörperverschleierung in Widerspruch zu offener Gesellschaft, Gleichstellung der Frau und Menschenwürde.

kath.net

Die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände (AKV) Österreichs hat ihre Forderung nach einem umfassenden Verbot der Ganzkörperverschleierung erneuert. Man sehe in der Vollverschleierung das „Symbol einer Gegenkultur, die religiöse Anweisungen und Traditionen vor rechtsstaatliche Grundsätze stellt“, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichen Resolution des Dachverbands mehrerer katholischer Laienorganisationen. „Es wäre deshalb fahrlässig und ein Zeichen falsch verstandener Toleranz, dieses Symbol ohne deutlichen Widerspruch zu akzeptieren“, wird darin festgehalten. Ein Verbot von Burka und Nikab sei „moralisch gerechtfertigt und rechtlich sinnvoll“, betonte AKV-Präsident Helmut Kukacka. Vollverschleierung im öffentlichen Raum könne „gesellschaftlich nicht akzeptiert“ werden.

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Marx: Auch viele Katholiken wollen Abschottung Europas

Quelle: http://www.bgland24.de

COMECE-Präsident fordert „langfristige politische Lösungen“ auf europäischer Ebene angesichts der großen Migrationsbewegungen

kath.net

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx beklagt, auch Katholiken in Europa seien für eine Abschottung gegenüber Flüchtlingen. Die Spaltungen über den Umgang mit Migranten beträfen nicht nur die Politik, sondern auch die Gesellschaften der europäischen Staaten, sagte Marx in einem Interview der italienischen katholischen Nachrichtenagentur SIR (Mittwoch). „Auch die Kirche hat erfahren müssen, dass es in den verschiedenen Ländern auseinandergehende Meinungen über die Aufnahme von Flüchtlingen gibt“, so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Dies sei umso schmerzhafter, „als die Haltung des Papstes in dieser Frage vollkommen eindeutig ist“.

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Frankreich: Bischöfe verweigern TV-Debatte zu Missbrauch

Wegen Nichtanzeige von Missbrauch angezeigt: Kardinal Philippe Barbarin. APA/AFP/Eric Cabanis
Die französische Bischofskonferenz nimmt nicht an einer Fernsehdebatte zum Thema Missbrauch am Dienstagabend teil. Grund für die Verweigerung seien die Interviewmethoden der Journalisten.

religion.ORF.at

Die Journalisten respektierten ethische Standards nicht und die Sendung beschäftige sich mehr mit Anschuldigungen als dem Willen zur Erklärung, heißt es in einer Pressemitteilung der Bischofskonferenz. Vor einem Jahr hatten sich in Frankreich mehrere Menschen zu Wort gemeldet, die Mitglieder der Kirche beschuldigten, sie sexuell missbraucht zu haben.

Erzbischof angezeigt

Der Erzbischof von Lyon, Kardinal Philippe Barbarin, wurde wegen Nichtanzeige sexueller Übergriffe in seinem Verantwortungsbereich angezeigt. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen gegen ihn jedoch im August ein. Es habe keine Hinweise auf eine Straftat gegeben, hieß es.

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Glaube und Identität in Frankreich

Marianne-Büste mit phrygischer Mütze in einer französischen Schule. Bild: PD

Die nationale Identität steht im Zentrum des französischen Wahlkampfes, auch wenn die zahlreichen Ermittlungen der Justiz zu angeblichen Verfehlungen der verschiedenen Kandidaten davon ablenken. Diese Diagnose wird über die Parteigrenzen geteilt.

Von Markus Wertz | Die Tagespost

Für den konservativen Publizisten Charles Beigbeder ist die „kulturelle Frage das Hauptthema des Jahres 2017“. Der Erfolg von François Fillon im Vorwahlkampf der Republikaner wäre ohne seine Kritik am „islamischen Totalitarismus“ und seiner Verteidigung der „französischen Werte“ nicht denkbar. Marine Le Pen sieht sich als Gegenkandidatin der „Patrioten“ gegen die Vertreter des Systems der globalisierten Eliten. Unter den Künstlern stellt die junge Regisseurin Cheyenne Carron, die durch ihren Film „L’Apôtre“ (Apostel) über die Bekehrung eines jungen Muslims zum Katholizismus bekannt wurde, die Frage nach dem Zusammenhang zwischen französischer Identität und Katholizismus. In ihrem jüngsten Werk „La morsure des Dieux“ (Der Biss der Götter) lässt sie einen jungen baskischen Bauern, der den heidnischen Bräuchen seiner Vorfahren anhängt, und den gleichaltrigen katholischen Ortspfarrer aufeinandertreffen. Der Bauer wirft dem Pfarrer vor, dass das Christentum die ursprüngliche heidnische Identität überlagert und ausgelöscht hätte, indem es Bräuche, Feste und Orte christianisierte. Eine solche frontale Gegenüberstellung von Christentum und nationaler Identität ist sowohl unter den Vertretern der Nouvelle Droite als auch unter den progressiven Linkskatholiken verbreitet. Beide Extrempositionen bestreiten einen produktiven Zusammenhang von authentischem Katholizismus und nationaler Identität.

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Weltkirchenrat fordert multireligiösen Irak

Der Weltkirchenrat hat dazu aufgerufen, den Irak wieder zur Heimat vieler Religionen zu machen. Nach einem Sieg über die Terrormilz „Islamischer Staat“ müssten die Regierung und die Weltgemeinschaft dafür sorgen, dass Angehörige verschiedener Glaubensrichtungen sicher und frei im Irak leben könnten, verlangte der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, Olav Fykse Tveit, am Dienstag in Genf.

evangelisch.de

Tveit betonte, dass Christen und andere religiöse Minderheiten im Irak Opfer von Verfolgung geworden seien. Nach ÖRK-Angaben wurden in den vergangenen Jahren Hunderttausende Christen aus dem Land vertrieben, viele seien von der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ und anderen Extremisten getötet worden. Tveit hatte auf einer Podiumsdiskussion am Rande der 34. Sitzung des UN-Menschenrechtsrates gesprochen.

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Erschreckend: Missbrauch trifft immer mehr auch Neugeborene

Unermüdlicher Kämpfer gegen Pädophilie: Don Fortunato Di Noto – RV
Erschreckende Zahlen zum Kindesmissbrauch kommen an diesem Montag von der Kinderschutz-Vereinigung METER. Die vom sizilianischen Priester Don Fortunato Di Noto gegründete Vereinigung gibt jedes Jahr einen Bericht heraus, in dem das Phänomen des Kindesmissbrauchs und insbesondere die rasant im Wachsen begriffene und via Web verbreitete Pädopornographie in penibler Kleinarbeit weltweit dokumentiert wird.

Radio Vatikan

Erschreckend: Insbesondere im Darknet, also in gesicherten und nur schwer zu knackenden Chatgruppen und passwortgeschützten Seiten, ist eine erhöhte Aktivität festzustellen. Besonders grausam: Der Missbrauch an Neugeborenen hat enorm zugenommen, berichtet uns im Gespräch Don Di Noto, der den Bericht an diesem Montag vorgestellt hat.

„Es gibt wirklich einen immens hohen Prozentsatz an Neugeborenen. Das geht so weit, dass sogar ein Portal eingerichtet worden ist, das Neugeborenen gewidmet ist und in dem Material hochgeladen wird, das abscheulichste Missbrauchsvergehen zeigt. Dieses Material stammt aus der ganzen Welt, das ist also nicht ein Problem, das sich örtlich auf eine Nation oder einen Platz einschränken lässt.“

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Unterschiedlicher Umgang mit sexuellem Missbrauch in Religionsgemeinschaften

Nach den Missbrauchs-Skandalen in der Katholischen Kirche in Irland und den USA wurden seit 2010 auch in Deutschland Sexualdelikte in katholischen Einrichtungen in größerem Umfang bekannt. Im Unterschied zu den Vereinigten Staaten oder Irland ging der Anstoß für eine gesamtgesellschaftliche Debatte über Missbrauchsfälle in der römisch-katholischen Kirche in Deutschland jedoch von dem Leiter einer kirchlichen Institution aus, dem Jesuiten Klaus Mertes, bis 2011 Rektor des Berliner Canisius-Kollegs.

Von Dr. Michael Utsch | EZW

Als eine Folge der Aufarbeitung dunkler Seiten ihrer Geschichte hat die Deutsche Bischofskonferenz 2015 eine Arbeitsgruppe für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes eingerichtet. Zudem wurde eine externe Experten-Kommission mit der wissenschaftlichen Erforschung dieser Verbrechen beauftragt. In Einzelgesprächen mit 150 Opfern und 70 Tätern sowie durch die Sichtung ausgewählter kirchlicher Personalakten wollen die Forscher herausfinden, wie es zu Missbrauchsfällen durch Geistliche und andere kirchliche Mitarbeiter kommen konnte. Das Projekt kostet die Bischofskonferenz knapp eine Million Euro, die Ergebnisse sollen Ende dieses Jahres vorliegen.

2016 wurde darüber hinaus eine Vereinbarung mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs der Bundesregierung geschlossen, um Opfer angemessen zu entschädigen und Kinder und Jugendliche in der Kirche wirksamer vor sexualisierter Gewalt zu schützen. Dazu wurden in den Diözesen Stabsstellen für Prävention eingerichtet und die kirchlichen Richtlinien gegen Missbrauch und Gewalt überarbeitet. Künftig müssen alle Mitarbeiter eine Verpflichtungserklärung unterschreiben, mit der sie ihre Mitverantwortung für ein gewaltfreies Miteinander in der Kirche dokumentieren. Auch die Priesterausbildung wird weltweit überarbeitet. Schon seit einigen Jahren durchläuft jeder Priesteramtsanwärter ein psychologisches Auswahlverfahren, bei dem seine Eignung für ein zölibatäres Leben überprüft wird.

Bisherige Studien über sexuellen Missbrauch in Religionsgemeinschaften zeigen, dass streng hierarchische Machtstrukturen das Ausleben von Machtgefühlen von Tätern begünstigen. Die Strukturen und Dynamiken einer geschlossenen Gruppe bieten darüber hinaus einen Schutzraum, der relativ leicht auszunutzen ist. Die Religionsgemeinschaft Jehovas Zeugen hat seit Jahren mit Vorwürfen zu kämpfen, Missbrauchsvorfälle in ihren Reihen zu vertuschen. Besonders gravierend scheinen lange zurück liegende Ereignisse bei Jehovas Zeugen in Australien zu sein.

Auch dort arbeiten staatliche Behörden seit einigen Jahren an der Aufarbeitung der Missbrauchsskandale in Religionsgemeinschaften. Vor dem staatlichen Untersuchungsausschuss zur Aufklärung des Umgangs mit Missbrauchsfällen hat ein Vertreter der Zeugen Jehovas in Australien die systematische Vernichtung von Dokumenten über den sexuellen Missbrauch Minderjähriger eingeräumt. Andere Fälle sind nur intern behandelt worden, ohne die mutmaßlichen Täter bei der Polizei anzuzeigen.

Durch die Kommission sind viele Skandale innerhalb dieser und anderer Religionsgemeinschaften aus früheren Zeiten ans Licht gekommen. Die katholischen Bischöfe Australiens räumten dabei ein katastrophales Versagen im Umgang mit Verdachtsfällen ein und haben ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Verbesserung auf den Weg gebracht.

Dagegen haben Jehovas Zeugen zwar einige Empfehlungen angenommen, um eine größere Transparenz zu gewährleisten. An der sog. „Zwei-Zeugen-Regel“ wollen sie allerdings weiter festhalten, wie ein Sprecher der Gemeinschaft kürzlich vor der Kommission bestätigte. Diese Regel stammt aus der internen Ethikrichtlinie und sieht vor, dass einem Fehlverhalten, das den Ältesten der Gemeinschaft angezeigt wird, nur dann nachgegangen wird, wenn zwei Zeugen dies belegen können. Auch ein Missbrauchsvorwurf wird also nur dann überprüft, wenn zwei Zeugen dabei waren und dies bestätigen.

Die australischen Richter sind erschüttert darüber, dass die Organisation realitätsfremd an ihren Richtlinien festhält, auch wenn es um Kindesmissbrauch geht, der in der Regel versteckt verübt werde. Sie halten die Richtlinien der Zeugen Jehovas für den Umgang mit sexuellem Missbrauch für völlig unangemessen und unpassend. Die Beibehaltung überholter Richtlinien zeigt, wie wenig Verständnis und Sensibilität bei Jehovas Zeugen für das Wesen dieser zerstörerischen Straftat besteht.

Ruanda/Vatikan: Papst bekennt Mitschuld der Kirche an Genozid

Ein entschlossener Schritt für den Frieden: Papst Franziskus und Paul Kagame – REUTERS
Papst Franziskus hat für das Fehlverhalten von Priestern und Ordensleuten beim Völkermord von Ruanda 1994 um Vergebung gebeten. Das Eingestehen der Schuld soll nach dem Willen des Papstes den Weg zu einer friedlichen Zukunft in dem Land ebnen.

Radio Vatikan

An diesem Montag empfing Franziskus den Präsidenten Ruandas, Paul Kagame, in Privataudienz. Die ungewöhnliche Mitteilung des Heiligen Stuhles im Anschluss an die Begegnung spricht vom „tiefen Schmerz des Papstes, des Heiligen Stuhles und der Kirche wegen des Völkermordes an den Tutsi“, dem damals in nur 100 Tagen etwa 800.000 Menschen zum Opfer fielen.

Franziskus habe den Opfern und allen, die heute noch an den Folgen des dramatischen Gemetzels litten, seine Solidarität versichert.

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Der „Bund für Geistesfreiheit“ will an Karfreitag feiern

Auch andere Gruppen demonstrieren seit Jahren gegen das Tanzverbot am Karfreitag, im Bild etwa Jugendliche, die im Jahr 2012 einem Aufruf der Münchner Grünen gefolgt waren. (Foto: Alessandra Schellnegger)
  • Der Münchner Ableger des „Bundes für Geistesfreiheit“ lädt am Karfreitag zur „Heidenspaß-Party“.
  • 2016 hat das Bundesverfassungsgericht das generelle Tanzverbot in Bayern an Karfreitag für verfassungswidrig erklärt. Seitdem müssen an den „stillen Tagen“ Ausnahmen möglich sein.
  • Das Kreisverwaltungsreferat will nun prüfen, ob die geplante Party mit den Vorgaben des Feiertagsgesetzes in Einklang steht.

Von Jakob Wetzel | Süddeutsche.de

Vor zehn Jahren ist er untersagt worden, jetzt aber soll dem Tanz am Karfreitag nichts mehr im Wege stehen: Nachdem das Bundesverfassungsgericht entschieden hat, dass ein entscheidender Halbsatz im bayerischen Feiertagsgesetz verfassungswidrig ist, hat der Münchner Ableger des „Bundes für Geistesfreiheit“ (BfG) erneut zur „Heidenspaß-Party“ geladen.

Unter dem Motto „10 Jahre verboten – jetzt erlaubt!“ sind im Oberangertheater in der Altstadt unter anderem eine Comic-Lesung, eine Filmvorführung, eine Tanz-Einlage und ein Kabarettprogramm vorgesehen. Ob die Party wie angekündigt stattfindet, ist allerdings auch nach der neuen Rechtslage noch unklar.

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Anglikanischer Bischof: Vorsicht bei ‚Die Schöne und das Biest’

Eltern hätten die Aufgabe, ihren Kindern bei der Auswahl ihrer Unterhaltungsprogramme Orientierung zu geben. Das gelte besonders in einer sich schnell wandelnden Zeit, schreibt Bischof Rennis Ponniah.

kath.net

Rennis Ponniah, der anglikanische Bischof von Singapur, hat die Priester seines Bistums aufgefordert, ihre Gemeinden auf die homosexuellen Inhalte des Disney-Films „Die Schöne und das Biest“ hinzuweisen.

Der Film kommt im März in die Kinos des südostasiatischen Stadtstaates. Disney-Filme würden in der Regel gute Werte vermitteln, doch die Zeiten änderten sich grundsätzlich, schreibt der Bischof in einem offenen Brief an seinen Klerus. In der Neuverfilmung von „Die Schöne und das Biest“ werde eine Person als homosexuell dargestellt, deren gleichgeschlechtliche Beziehung in einer Nebenhandlung gezeigt werde.

Erzapostel: Mafiosi dürfen nicht Tauf- und Firmpaten sein

Bild: hiphop ’n’more
Der sizilianische Erzbischof Michele Pennisi hat Mafia-Mitgliedern das Amt des Tauf- oder Firmpaten untersagt.

kath.net

Diese Rolle dürften keine Personen übernehmen, die „mafiösen Vereinigungen oder mehr oder minder geheimen Verbänden angehören, welche den Werten des Evangeliums widersprechen“, zitiert die Tageszeitung „Giornale di Sicilia“ (Donnerstag) aus einem Erlass für die Erzdiözese Monreale. Zu Pennisis Kirchenbezirk gehören berüchtigte Mafia-Orte wie Corleone, Cinisi, Partinico und San Giuseppe Jato. Aufgabe eines Paten ist nach dem katholischen Kirchenrecht „mitzuhelfen, dass der Getaufte ein der Taufe entsprechendes christliches Leben führt“.

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Auch Nicht-Priester sollen katholische Gemeinden leiten können

Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,
  • Die katholische Kirche zieht Konsequenzen aus dem zunehmenden Priestermangel.
  • Im Erzbistum München und Freising können künftig auch Laien Gemeinden leiten.
  • Zudem hat der Diözesanrat eine neue Rechtsordnung beschlossen. Künftig soll grundsätzlich per Briefwahl abgestimmt werden.

Von Jakob Wetzel | Süddeutsche.de

Die katholische Kirche will Mitarbeit und Mitbestimmung ihrer Mitglieder stärken: Um die Beteiligung an den Pfarrgemeinderatswahlen zu erhöhen, hat der Diözesanrat, das oberste Gremium der Laien im Erzbistum München und Freising, am Samstag bei seiner Frühjahrsvollversammlung in Ebersberg eine neue Rechtsordnung beschlossen. Künftig soll grundsätzlich per Briefwahl abgestimmt werden.

Erzbischof Reinhard Marx warb zudem für das Vorhaben, die Leitung von Gemeinden in Pilotprojekten in die Hände von Laien zu geben. Bislang musste ein geweihter Priester an der Spitze stehen, Ausnahmen gab es unter Marx nicht. Weil die Zahl der Priester sinkt, wurden daher Pfarreien zunehmend zu Verbänden zusammengefasst.

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Das Schönste an der Heterosexualität… sind die Schwul

Anfang März starb 70jährig der amerikanische Psychologe und Autor Joseph Nicolosi, der behauptete, man könne mit seiner „Reparativtherapie“ Homosexuelle heilen. Sein Leben lang hat er sich manisch damit beschäftigt, Homosexuelle als nicht von Gott so vorgesehen zu erklären und deren Lieben und Begehren als unmännlich, unnatürlich und krankhaft zu definieren.

Von Wolfgang Brosche | DIE KOLUMNISTEN

Anfang März starb 70jährig der amerikanische Psychologe und Autor Joseph Nicolosi, der behauptete, man könne mit seiner „Reparativtherapie“ Homosexuelle heilen. Sein Leben lang hat er sich manisch damit beschäftigt, Homosexuelle als nicht von Gott so vorgesehen zu erklären und deren Lieben und Begehren als unmännlich, unnatürlich und krankhaft zu definieren – daraus leitete er folgerichtig die Berechtigung, ja die Notwendigkeit ab, sie „heilen“ zu müssen. Er stürzte sich schon auf Kinder (sein jüngster Patient war sieben Jahren alt), um sie auf seinen rechten Weg zu bringen. Seine scharlatanischen Pseudoforschungen werden weltweit von seriösen Wissenschaftlern abgelehnt. Damit er sie ungeschoren führen und verbreiten konnte, sie haben keine wissenschaftliche Grundlage, gründete er sogar seine eigene Klinik: was übrigens David Berger freuen wird, der ja über Thomas von Aquin promoviert hat, die ST. Thomas Aquinas Psychological Clinic in Kalifornien.
Auf Nicolosi berufen sich weltweit alle Feinde der Homosexuellen bei den Evangelikalen wie den Fundamentalkatholiken. Auch die deutschen Homosexuellengegner von der „Demo für Alle“ führen ihn immer wieder im (Kampf-)Schilde.
Dieser Text war eigentlich entstanden, um darzulegen, warum noch heute soviele Fanatiker Homosexuelle für krank, verfehlt und als Menschen zweiter Klasse bezeichnen – und meinte damit natürlich die deutsche Kampforganisation gegen Gleichberechtigung und Gleichstellung. Die „Demo für Alle“.
Der Tod Nicolosis läßt die Frage nach den wirklichen Motivationen der Homosexuellenfeinde noch einmal ganz virulent werden: denn gleichzeitig mit der Todesnachricht wurde auch bekannt, daß es allein in den USA rund 2000 christliche Zentren und Organisationen gibt, in denen die menschenverachtende Reparativtherapie und ähnliches zur Anwendung kommen. In Deutschland scheiterte dieser Tage im Bundestag erneut der Versuch, „Homo-Heilung“ zu verbieten.
Warum müssen Homosexuelle in der ganzen Welt noch immer um die menschliche Gleichberechtigung kämpfen?

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Dürfen Christen AfD wählen?

Illustration: M. Jahr/SVZ.de
Die Rechtspopulisten geben sich gern christlich. Den beiden großen Kirchen ist das gar nicht recht, analysiert Benjamin Lassiwe.

Von Benjamin Lassiwe | SVZ.de

Im schwarzen Talar eines evangelischen Pfarrers stand Thomas Wawerka vor dem Berliner Kanzleramt. Wenige Tage vor Weihnachten und nur kurz nach dem Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche veranstaltete die rechtspopulistische „Alternative für Deutschland“ (AfD) dort eine Mahnwache für die Terroropfer und demonstrierte gegen die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Björn Höcke war gekommen, Alexander Gauland stand dabei – und Wawerka trat ans Mikrophon, erinnerte daran, dass Christen die Pflicht zum Widerstand hätten, wenn Unschuldige bedroht seien, und sprach ein Gebet. Ein Auftritt, bei dem jeder Beobachter zuerst daran gedacht hätte, dass es sich bei Wawerka um einen echten Pfarrer handelte. Doch am nächsten Tag meldete sich die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens zu Wort. Wawerka sei zwar einst Pfarrer auf Probe dieser Landeskirche gewesen. Das Dienstverhältnis sei aber schon im August 2016 beendet worden. Er sei kein Pfarrer mehr und habe deswegen auch gar kein Recht mehr, einen Talar zu tragen.

Religion im Bierzelt

Der Auftritt des evangelischen Theologen bei einer Demonstration der AfD hatte Symbolkraft. Zum Ausdruck kommen sollte eine Verbindung zwischen den Kirchen und der AfD – schließlich berufen sich die Rechtspopulisten immer und immer wieder auf das „christliche Abendland“. In Bierzelten und auf Parteitagen, in Landtagsreden und auf Demonstrationen nehmen sie für sich dieselben Werte in Anspruch wie die beiden großen Kirchen – was Kirchenvertretern zunehmend übel aufstößt.

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Papst: Der Einsatz von Exorzisten ist ´unverzichtbar´

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Papst Franziskus hat Großzügigkeit im Beichtstuhl angemahnt und sich für fallweise Exorzismen ausgesprochen.

kath.net

Die katholische Bußpraxis müsse „glaubwürdiger Spiegel der Barmherzigkeit Gottes“ sein, sagte er am Freitag vor Teilnehmern eines Kurses am vatikanischen Gnadengerichtshof, der sogenannten Pönitentiarie. Dabei gelte es, Strenge sowie Mangel an Verständnis zu vermeiden. Ein Beichtvater, der seine Tätigkeit im Gebet reflektiere, wisse gut, „dass er selbst der erste Sünder ist und der erste, dem vergeben wurde“.

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Josef Schuster: Luther war ein Antisemit

links: Bildnis von Gewalt gegen Juden entstanden 1250 ;rechts: „Von den Juden und ihren Lügen“: mit dieser Schrift begann Martin Luthers Serie judenfeindlicher Schriften von 1543. Bild: zu-Daily.de
Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland übt scharfe Kritik an Luther und vertritt dann eine problematische These, dass dem Nationalsozialismus durch die „kirchliche Lehre“ der Boden geebnet wurde

kath.net

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland steht Martin Luther äußerst kritisch gegenüber. „Besonders seine späten Schriften sind klar antisemitisch“. Dies meint Josef Schuster im Gespräch mit dem „Mannheimer Morgen“ . Der wichtigste Repräsentant der Juden erklärt in dem Interview: „Luther war ein Antisemit.“ Dabei bezieht er sich auf die Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ aus dem Jahr 1543. Darin forderte der Reformator drei Jahre vor seinem Tod unter anderem, jüdische Häuser, Schulen und Synagogen niederzubrennen und den Rabbinern die Lehre zu verbieten.

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SPD – feiges Spiel um die Ehe für alle

Die SPD versprach die Ehe für alle, passiert ist nichts – obwohl die Partei in der Regierung sitzt. Bild: stern.de
CDU und CSU lehnen die Ehe für alle ab, doch der eigentliche Verhinderer heißt SPD: Die verspricht seit Jahren „hundert Prozent Gleichstellung“ für Schwule und Lesben, knickt im Bundestag jedoch ein. Ein feiges Spiel.

Von Stefan Mielchen | stern.de

Es geht um einen einzigen Satz im Bürgerlichen Gesetzbuch: „Die Ehe wird von zwei Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts auf Lebenszeit geschlossen.“ Mit dieser Formulierung wäre die rechtliche Gleichstellung lesbischer und schwuler Paare besiegelt. Die SPD ist dafür – eine rechnerische Mehrheit im Bundestag vorhanden. Mit etwas Mut könnte die deutsche Sozialdemokratie Geschichte schreiben. Genau hier liegt das Problem: Sie traut sich nicht.

Aktiv verhindert wird die Öffnung der Ehe durch CDU und CSU. Die Union entfernt sich dabei immer weiter von der Lebenswirklichkeit. 83 Prozent der Deutschen befürworten mittlerweile Heirat und volles Adoptionsrecht für Homo-Paare, wie eine repräsentative Umfrage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes Anfang Januar ergab. Das lässt die Konservativen kalt. Der Fortschritt ist zwar eine Schnecke, doch selbst die zieht lässig an Deutschland vorbei. In 14 Ländern Europas ist die Ehe für alle, auch bekannt als Homo-Ehe, inzwischen eingeführt, zuletzt stimmten die Finnen für die vollständige Gleichstellung. Die Bundesrepublik hinkt mächtig hinterher. Angela Merkel müsste das peinlich sein. Doch die Kanzlerin schweigt.

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