Sebastian Kurz: „Habe selbstverständlich ein Kreuz in meinem Büro“

Bild: Leipziger Blatt
Kurz bezeichnet sich in einem Interview als gläubigen Menschen, der christlich-sozial geprägt sei

kath.net

Sebastian Kurz, der vermutlich neue Bundeskanzler der Republik Österreich, hat sich in einem Interview mit der „KRONE“ als einen gläubigen Mensch bezeichnet. Von der Zeitung auf sein großes Kreuz mit vier eingelegten Steinen angesprochen meinte Kurz, dass es für ihn eine Selbstverständlichkeit sei, ein Kreuz in seinem Büro zu haben. Auch auf den merkwürdigen Kuss durch den EU-Kommissionchef Jean-Claude Juncker wurde Kurz von der „Krone“ angesprochen. „Es ist ja bekannt, dass er alle küsst, somit hätte ich es eigentlich wissen müssen … Aber in dem Moment war ich dann doch überrascht. Das erklärt auch den eher zurückhaltenden Gesichtsausdruck auf den Fotos. Menschen sind unterschiedlich. Ich bin jemand, der Männern die Hand gibt und sie normalerweise nicht küsst.“

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Neutralität geht auch mit Kreuz – NEIN!

Das Kreuz mit den Religionen
Die Berliner CDU-Fraktion stützt Position der Kirchen. Nicht jede Art von öffentlichem religiösem Bekenntnis dürfe verboten werden.

DER TAGESSPIEGEL

In der Debatte um das Tragen religiöser Symbole im öffentlichen Dienst hat die CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus die Position der beiden Kirchen gestärkt. Bei einem Treffen von Kirchenvertretern mit CDU-Abgeordneten sei man sich einig gewesen, „dass das Berliner Neutralitätsgesetz die wichtige verfassungsgemäße Neutralität des Staates bei der Religionsausübung regelt“, erklärten das Erzbistum Berlin und die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg.

Jedoch dürfe nicht jegliche Zurschaustellung der eigenen religiösen Überzeugung – auch bei Polizisten, Richtern und Lehrern – unterbunden werden. Dies habe etwa der Streit um das Tragen eines Kruzifixes einer Berliner Lehrerin vor Augen geführt.

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Weltweit gibt es immer mehr Katholiken – nur nicht in Europa

Zahl der Katholiken in Europa schrumpft

kath.net

Die Zahl der Katholiken weltweit nimmt zu: es gibt in aller Welt fast 1,3 Milliarden Gläubige, rund 17,7% der Weltbevölkerung. Wie aus den Daten des Statistischen Jahrbuchs (zum Jahr 2015) hervorgeht, die von Fides bearbeitet wurden, sind dies 12 Millionen Katholiken mehr als im Vorjahr (2014). Zum Sonntag der Weltmission am kommenden Sonntag, der dieses Jahr am 22. Oktober 2017 zum 91. Mal gefeiert wird, veröffentlicht der Fidesdienst traditionsgemäß ausgewählte Statistiken zur Übersicht über die missionarische Tätigkeit der Kirche in aller Welt.

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Wie kommt das Fegefeuer in die Lutherbibel?

Das Übersetzungswerk des Reformators strahlte auch weit ins katholische Deutschland aus.

Von Norbert Mappes-Niediek | Frankfurter Rundschau

Leser, die sich durch die „gantze Heilige Schrifft“ bis zu der Stelle auf Seite 1194 durchgekämpft hatten, dürften so heftig den Kopf geschüttelt haben, dass die mächtige Allongeperücke ins Rutschen kam. Man möge Irrlehrer „mit Forcht“ aus dem Fegefeuer holen, empfiehlt da ganz hinten in der Bibel ein später Apostel namens Judas seiner urchristlichen Gemeinde.

Fegefeuer? Davon wollte Bibelübersetzer Martin Luther eigentlich nichts wissen. Die Vorreinigung sündiger Seelen vor der Aufnahme in den Himmel war sogar ein wichtiger Streitpunkt zwischen dem Reformator und der römischen Orthodoxie gewesen. Dass die Verstorbenen nach katholischer Lehre – je nach Sündenkonto – erst eine gewisse Zeit im „Purgatorium“ zu verbringen hatten, nutzten zu Luthers Zeit findige Händler dazu, Lebenden gegen Entgelt einen Nachlass an Fegefeuerzeit zu versprechen. „Sobald der Gulden im Becken klingt / Im Hui die Seel im Himmel springt“: Mit dem Slogan hatte der Dominikanerpater Johann Tetzel viel Geld eingenommen. Aber er hatte mit seinen Geschäften auch den Augustiner Martin Luther zu seinen 95 Thesen provoziert und damit die Reformation ausgelöst.

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Als die Bibel auf der Liste der verbotenen Bücher stand

Bild: mdr.de

Die Auseinandersetzung zwischen reformierter und katholischer Kirche ist auch ein Streit um den Bibeltext.

Von Thomas Prügl | Neue Zürcher Zeitung

Keines von Luthers Werken war so einflussreich wie die Übersetzung der Heiligen Schrift ins Deutsche, die er ab 1522 in mehreren Tranchen vorlegte. Die Lutherbibel wurde nicht nur konfessionsbildend, sie veränderte die gesamte religiöse Landschaft Europas und die Theologie. Luther profitierte bei seinen Übersetzungen von den Errungenschaften der humanistischen Philologie, besonders von den Bibelstudien von Erasmus von Rotterdam und Lorenzo Valla. Aber er verfolgte mit seiner Übersetzung kein humanistisches Bildungsziel, sondern einen theologischen Zweck: Der «einfache Mann» sollte darin das Evangelium vom gnädigen Gott selbst auffinden können.

Der Erfolg der Bibelübersetzung war überwältigend. Zwar gab es bereits vor Luther verschiedene Übersetzungen der Schrift ins Deutsche, doch das waren meist Wort-für-Wort-Übersetzungen, wodurch es schwierig war, den Sinn der Texte zu erfassen. Luthers Übersetzung war die erste, die den Bibeltext in die tatsächliche Sprach- und Vorstellungswelt seiner Leser brachte. Damit wurde sie sprachprägend. Die Verteidiger des alten Glaubens versuchten, dem Einfluss der Lutherbibel mit eigenen Bibelausgaben beizukommen und Luthers theologisch-exegetische Schwerpunkte zu entschärfen. Da sie sich aber sonst weithin an die Übersetzungen Luthers anlehnten, trugen diese sogenannten Korrekturbibeln ebenfalls zum Erfolg und zur weiteren Verbreitung des Luther-Textes bei.

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Der Papst, Kardinal Schönborn – und der Islam

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Franziskus soll in kleinem Kreis von Österreichern bei einer Privataudienz vor »falsch verstandener Toleranz« im Umgang mit dem Islam gewarnt und Kritik an Kardinal Schönborn geübt haben. Hat er recht?

Von Dietmar Neuwirth | Die Presse.com

„Profil“ ist, gleich vornweg gesagt, ein ernsthaftes Magazin, das Erfundenes nicht als Nachricht verkauft. Wenn daher in der ab heute verfügbaren neuen Nummer berichtet wird, Papst Franziskus habe erklärt, zur Islamisierung einen anderen Zugang als Kardinal Christoph Schönborn zu haben, dann ist das zumindest einmal einer Erwähnung wert.

Knapp vor der Nationalratswahl soll sich der Bischof von Rom in kleinem Kreis von Österreichern bei einer Privataudienz dann noch gegen „falsch verstandene Toleranz“ ausgesprochen haben. Dem Papst bereite weniger die Ausbreitung des Islam die größte Sorge als das Fehlen des „Missionarischen“ in der Debatte und die indifferente Haltung der Katholiken zu deren Glauben.

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Woelki: Einsatz gegen „Arbeiterstriche“

Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat die Ausbeutung von Migranten als Tagelöhner als moderne Form der Sklaverei verurteilt.

evangelisch.de

„Mitten unter uns arbeiten Tag für Tag Tausende Menschen, die vollkommen rechtlos sind“, erklärte Woelki in seinem „Wort des Bischofs“, das am Sonntag im Kölner Bistumssender Domradio ausgestrahlt wird. Sie müssten für wenig Geld jeden Job annehmen, um über die Runden zu kommen, und vielfach werde ihnen der Lohn vorenthalten. Weil die oft aus Rumänien oder Bulgarien stammenden Menschen häufig kein Deutsch sprechen, könnten sie ihren Lohn nicht einklagen.

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„Der Islam gehört zu Europa!“

Gefangenen-Lager Wünsdorf, erste Moschee in Deutschland Museum Europäischer Kulturen/Otto Stiehl
Was ist typisch Alte Welt? Wie fühlt sich europäische Gemeinschaft an? Der Historiker Christopher Clark wollte das herausfinden und ist durch die EU gereist

Von Teresa Pfützner | DIE WELT

Brexit, Streit über die Flüchtlingspolitik, Wiedererstarken von Nationalismus – es scheint nicht gut zu stehen um die Einheit Europas. Der australische Historiker Sir Christopher Clark („Die Schlafwandler“) ist für das ZDF mehrere Monate durch die Länder gereist und hat sich auf Spurensuche begeben: Was eint und was teilt uns? Sechs Teile von „Europa-Saga“ sind ab diesem Sonntag zu sehen.

Christopher Clark, geboren 1960 in Sydney, studierte unter anderem 1985 bis 1987 an der FU Berlin. Er lehrt Neuere Europäische Geschichte an der Universität von Cambridge, England.

DIE WELT:

Heinrich Mann hat gesagt: „Das übernationale Gemeinschaftsgefühl der Europäer ist reine Erfindung der Dichter.“ Wie haben Sie das auf Ihrer Reise durch den Kontinent für die „Europa-Saga“ erlebt: Ist das europäische Gemeinschaftsgefühl Dichtung oder Wahrheit?

Christopher Clark:

Wahrheit. Auch, wenn Wahrheiten sich oft aus der Dichtung ergeben, jedes Nationalgefühl und jede Identität sind schließlich konstruiert. Ein starkes europäisches Gefühl habe ich besonders bei Menschen zwischen 18 und 25 Jahren erlebt, ob in den Niederlanden, Spanien oder sogar Griechenland – ich dachte, dort wären die Menschen von der EU traumatisiert! Auch in Kiew habe ich ein positives Europabild erlebt. Für sie ist Europa aber eher ein Traumbild, ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

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Papst kritisiert Schönborns Haltung zum Islamismus

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Franziskus warnt vor Islamisierung – Er halte „nichts von falsch verstandener Toleranz“

kath.net

Wie das Nachrichtenmagazin „profil“ in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, übte Papst Franziskus  Kritik an Kardinal Schönborn. „Ich habe zur Islamisierung einen anderen Zugang als Ihr Kardinal“, sagte er knapp vor den Nationalratswahlen bei einer Privataudienz für eine kleine Gruppe von Katholiken aus Österreich. Er halte „nichts von falsch verstandener Toleranz“, es fehle ihm „das Missionarische bei dieser Debatte“.

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Kirchen und Berliner CDU-Fraktion einig beim Neutralitätsgesetz

Das Kreuz mit den Religionen
Bei einem Spitzentreffen haben sich die beiden großen Kirchen mit der Berliner CDU-Fraktion über das Neutralitätsgesetz ausgetauscht. In den vergangenen Monaten war es deswegen mehrfach zu Rechtsstreitigkeiten gekommen.

domradio.de

Alle Seiten teilten die Auffassung, dass durch das Berliner Neutralitätsgesetz nicht jegliche Zurschaustellung der eigenen religiösen Überzeugung, auch von Polizisten, Richtern und Lehrern, unterbunden werden darf, wie das Erzbistum Berlin am Freitag mitteilte.

Beamte in Justiz, Gefängnissen, Behörden und Schulen dürfen innerhalb des Dienstes keine sichtbaren religiösen oder weltanschaulichen Symbole und keine auffallenden religiös oder weltanschaulich geprägten Kleidungsstücke tragen. Die Kirchen in Berlin hatten sich mehrfach gegen die strikte Anwendung des Neutralitätsgesetzes gewandt.

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Pariser Erklärung – Vorwärts in die Vergangenheit

Europas ist von einem falschen Selbstverständnis bedroht. Ein einseitiges Verständnis von Freiheit, Multikulturalismus und Fortschrittsglaube entfernen die europäischen Nationen von ihrem Wesen.

kath.net

Ein Gruppe Gelehrter und Intellektueller aus mehreren europäischen Ländern hat ein Manifest veröffentlicht, in der sie vor einem „falschen Europa“ warnt und die wesentlichen Grundprinzipien des „wahren Europa“ skizziert (siehe Link am Ende des Artikels).

Europa sei gegenwärtig von einem „falschen Verständnis seiner selbst“ bedroht. Dies sei von einem „Aberglauben an einen unaufhaltbaren Fortschritt“ geprägt, der „den wahren Quellen der menschlichen Würde“ gegenüber blind sei. Dazu gehören die christlichen Wurzeln Europas, die von den „Schirmherren des falschen Europa“ ignoriert oder gar abgelehnt würden. Tugenden wie Gerechtigkeit, Mitgefühl, Gnade, Vergebung, Friedfertigkeit und Wohltätigkeit seien christlichen Ursprungs.

Die Unterzeichner bekennen sich zu einem Europa als „Gemeinschaft von Nationen“ mit eigenen Sprachen, Traditionen und Grenzen. Zusätzlich habe sich eine europäische Identität herausgebildet, die besonders durch die Erfahrungen der beiden Weltkriege gestärkt worden sei. Europa sei eine „Einheit in der Vielfalt“. Europäische Weltoffenheit sei untrennbar mit der Anerkennung „der Vaterlandsliebe und der staatsbürgerlichen Treue“ verbunden. Die Unterzeichner lehnen einen „falscher Universalismus, der historische Selbstvergessenheit und Ablehnung des Eigenen verlangt“, ab.

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Weltberühmt und doch vielleicht nur Fake – wie so vieles im Christentum

If I had a hammer: Ferdinand Pauwels ‚Luthers schlägt die Thesen an‘ von 1871/72. © WARTBURG-STIFTUNG EISENACH/FAZ.net
Touristen aus der ganzen Welt drängten sich in diesem Reformationsjubiläumsjahr andächtig vor Wittenbergs berühmtester Tür, unzählige Fotos und Selfies entstanden mit dem weltweit bekannten Eingangsportal im Hintergrund.

Von Markus Geiler | EKD

Dabei ist die Bronzetür an der Wittenberger Schlosskirche mit den aufgeprägten 95 Thesen Martin Luthers gar kein Original. Nach einem Brand der hölzernen Kirchentür stiftete Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. die neue Thesentür zum 375. Geburtstag Luthers am 10. November 1858. Und auch an ihrer legendären Rolle bestehen große Zweifel.

Ausgerechnet ein Katholik verwies den Urknall des Protestantismus ins Reich der Legenden. Der Anschlag der 95 Thesen durch den Augustinermönch Martin Luther am 31. Oktober 1517 an die Tür der Schlosskirche habe so nie stattgefunden, schrieb der katholische Kirchenhistoriker und Luther-Biograf Erwin Iserloh 1961 in seiner Abhandlung „Luthers Thesenanschlag, Tatsache oder Legende?“.

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Was Bayern im Innersten zusammenhält

Mehr Bayern geht nicht, oder doch? Männer und Frauen beim historischen Sankt Coloman Ritt Schloss Neuschwanstein bei Schwangau. (Foto: dpa)
Die Tradition vielleicht? Der Katholizismus? Oder doch die CSU? BR-Intendant Ulrich Wilhelm hat eine ganz andere Antwort.

Von Katja Auer | Süddeutsche.de

Was dieses Land im Innersten zusammenhält, das ist zurzeit eine vielgestellte Frage, seit Spaltung attestiert wurde spätestens am Wahlabend. Die einen schauen noch paralysiert auf das Wahlergebnis der AfD und fordern Rechtsrucke, während die anderen vorschlagen, islamische Feiertage einzuführen. In Bayern schien das Verbindende immer so schön eindeutig zu sein, da bedurfte das Mia-san-mia nicht einmal einer Definition und schon gar keiner Leitkultur. Jetzt allerdings, seit die AfD auch in traditionell katholisch-konservativen Gegenden bis zu 30 Prozent der Stimmen erreichte, fragt sich mancher, ob die immer noch mia san.

Doch was ist es nun, das Identitätsstiftende? Die Landschaft natürlich, die Berge und die Seen, die Weinberge und Flüsse, die einfach schöner sind als anderswo. Der Katholizismus bestimmt, die Klöster und Kirchen, der bayerische Papst, die Volksfrömmigkeit, die immer noch Leonhardi-Ritte hervorbringt und Kräuterbüschel und Kerwa-Tänze. Die Wittelsbacher vielleicht, deren Märchenkönig Ludwig ein paar prachtvolle Schlösser hinterlassen hat und die leise Träumerei vom Königreich. Oder wenigstens die CSU, die in einer Art monarchistischen Tradition die Regierungsgeschäfte fortführt und bisher zwar ab und zu dafür abgewatscht, aber doch – ebenso dafür – zuverlässig wiedergewählt wurde.

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Gibt es christliche Feiertage in muslimischen Ländern?

Der Innenminister denkt laut über muslimische Feiertage in Deutschland nach und löst damit eine Welle der Empörung aus – auch im Netz. Dort stellen sich die Leute die Frage: Gibt es in mehrheitlich muslimischen Ländern denn christliche Feiertage?

BR24

Nachdem Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) zur Diskussion gestellt hat, „auch mal einen muslimischen Feiertag“ in Deutschland einzuführen, ist auch das Netz in Befürworter und Gegner gespalten. Auf einer Parteiveranstaltung in Wolfenbüttel vergangene Woche hatte de Maizière erklärt: „Wo es viele Moslems gibt, warum kann man nicht auch mal über einen muslimischen Feiertag nachdenken.“ Generell seien die Feiertage in Deutschland aber christlich geprägt, und das solle so bleiben.

Auf dem Facebook-Account von BR24 kommentierten die Leute daraufhin zahlreich. Ein Nutzer forderte konsequenterweise dann aber auch buddhistische und hinduistische Feiertage, und viele betonten, dass sich nicht die Deutschen an die „Einwanderer“ annähern müssten, sondern andersrum. Eine Frage, die immer wieder aufkam: Gibt es in mehrheitlich muslimischen Ländern denn auch gesetzliche christliche Feiertage? BR24 hat bei den ARD-Korrespondenten nachgefragt.

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Uni Hamburg veröffentlicht Verhaltenskodex für Religionsausübung

Universität © ninastoessinger auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Ein Burka-Verbot hat die Universität Hamburg nicht beschlossen, jedoch einen Verhaltenskodex herausgegeben. Danach sind rituelle Fußwaschungen in sanitären Anlagen ebenso verboten wie hörbare Gebete in Bibliotheken.

MiGAZIN

An der Universität Hamburg wird es auch künftig kein allgemeines Burka-Verbot geben. Der neue Verhaltenskodex zur Religionsausübung untersage eine Vollverschleierung aber, wenn es den Wissenschaftsbetrieb beeinträchtigt, sagte Präsident Dieter Lenzen am Mittwoch bei der Vorstellung des Kodex‚. Dazu zählten unter anderem Prüfungen, Labor-Praktika und medizinische Untersuchungen. Die Universität Hamburg sei bundesweit die erste, die mit Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen ein Zehn-Punkte-Papier zur Religionsausübung erarbeitet habe.

Diskriminierung von Frauen aus religiösen Gründen will die Universität nicht dulden. So ist eine Trennung nach Geschlechtern im „Raum der Stille“ nicht erlaubt. Dies gelte unabhängig davon, so Lenzen, ob die Frauen dies selbst wünschen oder nicht. Wer aus religiösen Gründen ein Zeugnis nicht aus den Händen einer Frau entgegen nehmen will, müsse auf das Zeugnis verzichten. Fußwaschungen in sanitären Anlagen oder hörbare Gebete in Bibliotheken, wie es vereinzelt praktiziert worden sein soll, sollen ebenfalls unterbleiben.

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Anti-LGBT Archbishop Ironically Says Government Should Stay “Out of the Bedroom”

Image: Friendly Atheist
Catholic Archbishop Anthony Fisher of Sydney recently urged followers to vote against the legalization of same-sex marriage in Australia during the postal survey, saying that changing the law would mean discrimination… against Christians.

By David G. Mcaffee | Friendly Atheist

Fisher went further, though, and said that the government should “keep out of the friendship business and out of the bedroom,” according to the Guardian.

I couldn’t agree more. The government should keep out of the bedroom. That’s exactly why consenting adults should be allowed to marry whomever they would like regardless of sex or gender.

“The state has no business telling us who we should love and how, sexually or otherwise,” [Fisher] told the St Mary’s Cathedral congregation.

It sounds like he’s quoting from the pro-LGBTQ playbook, but he actually thinks this is an argument against the legalization of gay marriage. He believes allowing people to love who they want is telling them what to do, I guess.

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Dodo Müller: Kirche ist Gottes Werk und nicht Gegenstand menschlicher Reformen

Gerhard L. Müller links im Bild
Müller, der bis zum Sommer Präfekt der Glaubenskongregation gewesen war, sagte bei seinem Vortrag, dass die Kirche als Werk Gottes nicht Gegenstand menschlicher Reformen sein könne.

kath.net

Der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller erhielt am Montag von der Päpstlichen Universität Johannes Paul II. in Krakau die Ehrendoktorwürde verliehen zum Dank für sein Engagement für die rechte Lehre und für die deutsch-polnische Verständigung.

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Religion ist nicht das Leben selbst

Das moderne Christentum hat den Kampfmodus im Religiösen aufgegeben. Der Islam aber will eine umfassende Anleitung zur Lebensführung mit Anspruch auf unbedingte Wahrheit sein. Ein unlösbarer Konflikt.

Von Konrad Adam | Neue Zürcher Zeitung

Seit mehr als zweihundert Jahren gehört die Glaubens- und Gewissensfreiheit zum ehernen Bestand der europäischen Verfassungstexte. Die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte, die im August des Jahres 1789 von der französischen Konstituante verabschiedet wurde, sagt nicht nur den Franzosen, sondern allen Menschen das Recht zu, ihre religiösen Ansichten offen zu bekennen, solange sie damit nicht gegen die gesetzlich festgelegte Ordnung verstossen. Alle europäischen Verfassungen stehen in dieser Tradition. Religion ist Gewissenssache, und weil das Gewissen den Kern der Persönlichkeit ausmacht, geniesst die Glaubens- und Gewissensfreiheit höchsten Schutz. Wenn unklar wird, wie weit dieser Schutz reicht, wem er zusteht (und vor allem: wem nicht), gerät nicht nur der Glaube, sondern auch die Verfassung ins Rutschen.

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Sozialethiker Bernhard Emunds: „Die Kirche braucht Menschen, die in Armut leben“

Professor Emunds, wie passt eine kirchliche Bank wie die Pax-Bank in Köln zur Botschaft eines Stifters, der seine Jünger ohne Geldbeutel aussendet und davor warnt, Besitz und Reichtümer zu horten?

Interview Joachim Frank | Kölner Stadt-Anzeiger

Armut und modernes Banking, das geht nicht zusammen. Papst Franziskus spricht heute von der „armen Kirche für die Armen“. Damit ist ein wichtiger Punkt gesetzt: Die Kirche braucht Menschen, die einzeln oder gemeinschaftlich in Armut leben, in bewusstem Verzicht auf persönlichen Besitz. In einer kapitalistischen Gesellschaft, für die Reichtumsvermehrung ein zentraler Wert ist, ist das ein Kontrastprogramm und ein Zeichen kritischer Distanz. Armut – und damit meine ich mehr als den Verzicht auf Protz und unnötige Ausgaben – kann aber nicht die Aufgabe der Kirche insgesamt sein.

Sondern?

Als katholischer Rheinländer reagiere ich allergisch auf alle Versuche, die Kirche als „heiligen Rest“ zu konzipieren. So wird sie nämlich zu einer Sekte, die sich aus allem heraushält. So eine Kirche hat in einer modernen Gesellschaft keine Zukunft. Die christliche Botschaft ist eine Botschaft für die Menschen von heute – mit Relevanz für ihren Staat, ihre Gesellschaft und Wirtschaft.

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Deutsche Katholiken für muslimischen Feiertag

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hatte kürzlich gesagt, es könne über die Einführung eines muslimischen Feiertags in Teilen…FOTO: DPA
Muslimische Feiertage in Deutschland? Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken zeigt sich offen.

DER TAGESSPIEGEL

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) erhält Rückendeckung für seinen Vorstoß zu muslimischen Feiertagen in Deutschland. „In einer multireligiösen Gesellschaft kann in Gegenden mit hohem Anteil an frommen Muslimen ein islamischer Feiertag hinzukommen, ohne dass die christliche Tradition unseres Landes verraten würde“, sagte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, der „Passauer Neuen Presse“. Wo es einen nennenswerten Anteil an Muslimen gebe, sollte man auch deren Festkultur zur Kenntnis nehmen.
Der Festkalender sei „weder museal noch eine bloße Abfolge arbeitsfreier Tage, sondern Zeichen des Reichtums europäischer Traditionen“, so Sternberg weiter. Christliche Feiertage würden weniger durch eine Einführung eines muslimischen Feiertages gefährdet, sondern dadurch, dass immer weniger Menschen etwas mit diesen Tagen anfangen könnten. Es sei daher Aufgabe der Kirchen, aber auch der Bildungseinrichtungen und Medien, über den Inhalt christlicher Feste zu informieren.

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