Dienstwagen mit katholischer- und evangelischer Kohlendioxid-Emission

Bild: energiedialog-wasserburg.de
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Fahrzeuge bei Protestanten haben insgesamt einen geringeren CO2-Ausstoß als bei Katholiken – Besonders klimaverträglich fahren Bischof Oster/Passau, die Präsidentin der Bremischen Evangelischen Kirche, Bosse und Erzbischof Schick/Bamberg

kath.net

Die deutschen Kirchenleiter sind umwelt- und klimafreundlicher unterwegs als in den vergangenen Jahren. Das ergab die sechste Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Wie sie am 6. Dezember in Berlin mitteilte, hat sich der durchschnittliche Kohlendioxidausstoß der Dienstwagen bei Protestanten seit 2011 von 169 auf 123 Gramm pro Kilometer und bei den Katholiken von 174 auf 129 Gramm pro Kilometer verringert. Im Vergleich zu 2015 habe es aber nur eine geringe Verbesserung gegeben, erklärte der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch. Seine Organisation empfahl deswegen verstärkte Anstrengungen, sowohl den Ausstoß an Klimagasen deutlich zu senken als auch auf Dieselantriebe zu verzichten.

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Norwegens katholische Kirche soll Zahlen frisiert haben

Bild: tilly
Bild: tilly
In Norwegen läuft derzeit ein aufsehenerregender Prozess. Die katholische Kirche und das staatliche Kulturamt stehen sich wegen der Forderung nach einer Rückzahlung von 40 Millionen Kronen (4,4 Millionen Euro) vor Gericht gegenüber. Im protestantischen Norwegen erhalten religiöse Minderheiten auf Basis ihrer Mitgliederzahlen Geld vom Staat. Die dafür landesweit verantwortliche Diözese Oslo soll zwischen 2010 und 2014 die Anzahl der Katholiken im Lande deshalb kräftig nach oben frisiert haben.

Von André Anwar | RP ONLINE

In dieser Zeit stieg die Anzahl der Katholiken deutlich von 66.000 auf 140.000 an. Kirchenangestellte sollen die örtlichen Telefonbücher durchgegangen sein, um unter anderem Einwanderer ausfindig zu machen, deren Namen darauf hindeuteten, dass sie aus mehrheitlich katholischen Ländern stammen. Danach soll die Kirche das in Norwegen weitgehend öffentliche Melderegister genutzt haben, um die Geburtsdaten der Auserwählten ordnungsgemäß in das Mitgliederregister einzutragen. Die Betroffenen wurden nicht gefragt.

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Frankreich verbietet Webseiten mit pro-life-Inhalten

Marianne-Büste mit phrygischer Mütze in einer französischen Schule. Bild: PD
Marianne-Büste mit phrygischer Mütze in einer französischen Schule. Bild: PD

Internetseiten, die Frauen von einer Abtreibung abhalten wollen, sind von nun an in Frankreich verboten. Bis zu zwei Jahre Haft oder Geldstrafe von 30.000 Euro.

Von Mathias von Gersdorff | kath.net

Internetseiten, die Frauen von einer Abtreibung abhalten wollen, sind von nun an in Frankreich verboten. Eine entsprechende Gesetzvorlage der sozialistischen Regierung fand eine Mehrheit im Parlament.

Das Gesetzesprojekt kommt aus dem Gleichstellungsministerium, welches unter der Leitung der Sozialistin Laurence Rossignol steht. Abtreibung sei ein Recht der Frau, und man dürfe keinen „moralischen Druck“ im Internet ausüben, so die Begründung des Gesetzes.

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Kirchenrechtler Schüller attackiert Kardinal Meisner

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Münsteraner Kirchenrechts-Professor Thomas Schüller attackiert früheren Kölner Erzbischof, Kardinal Meisner, und wirft diesem gegenüber Papst Franziskus Abtrünnigkeit vor

kath.net

Der Münsteraner Kirchenrechts-Professor Thomas Schüller attackiert den früheren Kölner Erzbischof, Kardinal Joachim Meisner, und wirft diesem gegenüber Papst Franziskus Abtrünnigkeit vor. „Der öffentliche Versuch Meisners und dreier weiterer Kardinäle, den Papst mit Brandbriefen unter Druck zu setzen, ist ein Akt der Illoyalität. So etwas gehört sich für keinen katholischen Christen, geschweige denn für Kardinäle, die dem Papst Gehorsam ‚bis aufs Blut‘ versprochen haben“, meint Schüller gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ Trotzdem könne der 82-Jährige „ruhig schlafen“. Nicht jeder Dissens mit dem Papst führe zur Degradierung, obwohl sie kirchenrechtlich ohne weiteres möglich wäre, so Schüller. „Der Papst ist frei, Kardinäle zu ernennen und abzuberufen.“

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Sex-Vorwurf gegen Kirchenmann: Bischof soll Zweijährige vergewaltigt haben

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Ein Flüchtlingslager im niedersächsischen Friedland. Hunderte Familien haben hier Unterschlupf gefunden. An einem Tag im Juli begrüßt die Lagerleitung wieder Neuankömmlinge, die vielen Kinder werden in eine Spielgruppe gebracht. Ein zweijähriges Mädchen wird in ein Hinterzimmer gezerrt. Dort wird sie von einem Bischof vergewaltigt.

Von Malte Arnsperger | FOCUS ONLINE

Danach wird das Mädchen zurück in den Hort gebracht. Dort nimmt die Mutter ihr völlig verstörtes und schreiendes Kind wieder in Empfang.

Dieser Fall soll sich am 20. Juli 1957 in dem Lager für Spätaussiedler aus Pommern abgespielt haben. Das Mädchen ist mittlerweile 61 Jahre alt. Maria S. (Name geändert) meldete sich vor einigen Tagen bei FOCUS Online und berichtete über das, was ihr vor 59 Jahren widerfahren sei. Ob die Erzählungen stimmen, ist unklar.

Klar ist nur: Ihr Bericht birgt Sprengstoff. Denn der Mann, den sie so schwer belastet, heißt Heinrich Maria Janssen. Er war von 1957 bis 1982 Bischof in Hildesheim, er starb 1988. Er ist Ehrenbürger der Stadt. Im Herbst 2015 wurde bekannt, dass der damalige Bischof in den 60er-Jahren einen Messdiener jahrelang sexuell missbraucht haben soll.

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Französische Kleinstadt muss sich ihrer Marienstatue entledigen

Die Statue der Heiligen Jungfrau Maria sorgt in Publier für Diskussionen (Symbolbild) Colorbox.de
Die Statue der Heiligen Jungfrau Maria sorgt in Publier für Diskussionen (Symbolbild) Colorbox.de
Das kleine französische Städtchen Publier muss eine Statue der Heiligen Jungfrau Maria beseitigen, sonst droht der Gemeinde eine saftige Geldstrafe. Obwohl die Mehrzahl Franzosen katholisch ist, wird extrem viel Wert auf die strikte Trennung von Kirche und Staat gelegt.

FOCUS ONLINE

So ist das Zeigen religiöser Symbole in der Öffentlichkeit verboten und das bedeutet keine Kreuze in öffentlichen Gebäuden, Lehrer, Schüler und Studenten dürfen keine „auffälligen religiösen Symbole“ wie Kippa, Kopftuch oder gar Habit im Unterricht tragen und in einem öffentlichen Park darf auch keine Heiligenstatue stehen. Wie die britische Nachrichtenseite „Independent“ berichtet, war die umstrittene Figur 2011 nach einigen Kontroversen in einem öffentlichen Park der französischen Gemeinde Publier aufgestellt worden. Später wurde sie von einer religiösen Gruppe gekauft, blieb jedoch an ihrem Platz.

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Hessen: Apostel Algermissen verbietet Lehrplan an katholischen Schulen

Kultusminister Lorz will mit Handreichung Missverständnisse ausräumen – Fuldaer Bischof Algermissen verbietet die Umsetzung des Lehrplans an katholischen Schulen

kath.net

Hessens Kultusminister Ralph Alexander Lorz (CDU) will den umstrittenen Bildungsplan Sexualerziehung für allgemeinbildende und berufliche Schule nicht überarbeiten. Missverständliche Formulierungen, an denen sich Kritik entzündet, sollen aber in einer Handreichung erläutert werden. Das kündigte Lorz bei einer Informationsveranstaltung des CDU-Kreisverbandes Fulda am 2. Dezember in der Domstadt an. Lorz hatte den Lehrplan im September durch Ministererlass in Kraft gesetzt. Er sieht vor, dass Schüler unterschiedliche sexuelle Orientierungen und Familiensituationen kennenlernen und akzeptieren sollen. Kritik am Lehrplan hatten zuvor der Landeselternbeirat und die katholischen Bischöfe in Hessen geäußert. Zustimmung gab es von den evangelischen Landeskirchen. Ende Oktober demonstrierten jeweils rund 2.000 Menschen in Wiesbaden für und gegen den Lehrplan.

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Leonardo Boff über Kirche in Lateinamerika: „Zu machistisch, zu patriarchal, zu zölibatär“

 Der streitbare brasilianische Theologe Leonardo Boff. (picture alliance/dpa/Mario Gúzman)
Der streitbare brasilianische Theologe Leonardo Boff. (picture alliance/dpa/Mario Gúzman)
Der konsequente Einsatz für die Armen ist ein Kennzeichen der Befreiungstheologie, wie sie in Lateinamerika gelebt wird. Der brasilianische Theologe Leonardo Boff sagt, welche Rolle die Kirche in politisch unruhigen Zeiten übernehmen kann und warum Frauen mehr Einfluss bekommen sollten.

Moderation: Kirsten Dietrich | Deutschlandradio Kultur

Kirsten Dietrich: Vom schwierigen Ringen um den Frieden in Kolumbien haben wir gerade gehört und auch von der durchaus zwiespältigen Rolle, die christliche Kräfte darin einnehmen. Das bildet natürlich nicht die ganze Breite kirchlichen politischen Engagements in Südamerika ab. Der Subkontinent ist auch die Heimat der Befreiungstheologie, einer Bewegung, die seit den 70er-Jahren vor allem innerhalb der katholischen Kirche den radikalen Einsatz für die Armen und Entrechteten zum Maßstab für glaubwürdige Theologie machte.

Eine der maßgeblichen Stimmen dieser Befreiungstheologie war und ist der brasilianische Theologe Leonardo Boff. Boff war Franziskaner, er promovierte in München – sein Zweitgutachter war damals übrigens ein gewisser Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI. –, und er setzte sich danach vor allem für eine kritische Neubestimmung dessen ein, was die Kirche als Institution sein kann. Das brachte ihn Mitte der 80er-Jahre in direkten Konflikt mit der Glaubenskongregation des Vatikans – Vorsitzender: wieder Joseph Ratzinger. Boff verließ den Franziskanerorden, aber er setzt sich weiter lautstark für eine Theologie der Befreiung ein, mit einer immer mehr globalen Perspektive.

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Schweizer Bischof: Kein Sterbesakrament bei Verdacht auf Sterbehilfe

Huonder: Priester sollen beten statt salben – „Letztlich darf der natürliche Vorgang des Sterbens nicht beeinträchtigt werden“

derStandard.at

Der Ostschweizer Bischof VItus Huonder will Gläubigen bei der Verdacht auf Sterbehilfe die Spendung des Sterbesakraments (Krankensalbung) verweigern. „Nicht wir bestimmen über Leben und Tod. Gott verfügt über unser Leben. Gott verfügt über unser Sterben“, schreibt der Oberhirte der Diözese Chur laut Kathpress-Meldung vom Samstag in einem Hirtenbrief zum Tag der Menschenrechte.

In der Schweiz sind Organisationen tätig, die sterbewilligen Personen bei der Beendigung ihres Lebens helfen. Huonder betonte, dass von diesen Personen ans Sterbebette gerufene Priester in eine „geradezu unmögliche Lage“ versetzt werden. Denn unter den Umständen der Sterbehilfe seien die Voraussetzung den für den Empfang der Sterbesakramente „nicht gegeben“. Der Priester solle sich dann dem Sterbenden im fürbittenden Gebet zuwenden und ihn Gottes Barmherzigkeit empfehlen, schreibt Huonder.

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Exorzisten haben mehr zu tun

Bild: Bill Flavell, FB
Bild: Bill Flavell, FB
Pressedienst der Italienischen Bischofskonferenz: Von den 404 Priestern des Exorzisten-Verbands und 124 Hilfskräften arbeiteten allein 240 Priester und 62 Helfer in Italien.

kath.net

Mangelberuf Teufelsaustreiber: Den weltweit rund 400 speziell ausgebildeten katholischen Priestern im Internationalen Exorzisten-Verband AIE steht eine wachsende Zahl von Klienten gegenüber, wie der Pressedienst der Italienischen Bischofskonferenz (Samstag) meldete. Die steigende Nachfrage hänge mit immer verbreiteteren okkulten und satanistischen Praktiken zusammen.

Erschwerend kommt dem Bericht zufolge hinzu, dass die Kämpfer gegen das Böse auf dem Globus ungleich verteilt sind: Von den 404 Priestern des Exorzisten-Verbands und 124 Hilfskräften – geschulten Laien – arbeiteten allein 240 Priester und 62 Helfer in Italien. Das europaweit zweithöchste Aufgebot hat demnach Polen mit 120 Teufelsaustreibern, die allerdings nicht dem Verband angehören, sondern der nationalen Bischofskonferenz zugeordnet sind.

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Katholische Kirche warnt davor, die „stillen Tage“ auszuhöhlen

 Besonders geschützt ist in Bayern der Karfreitag. (Foto: Stephan Rumpf)
Besonders geschützt ist in Bayern der Karfreitag. (Foto: Stephan Rumpf)
Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Tanzverbot an „stillen Tagen“ hoffen Münchner Club-Betreiber auf Erleichterungen.
Die katholische Kirche mahnt dagegen zu Zurückhaltung.

Von Jakob Wetzel, Veronika Wulf | Süddeutsche.de

Steht das strikte Tanzverbot an den „stillen Tagen“ nun vor dem Ende? Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts hoffen Münchner Club-Betreiber zumindest auf spürbare Erleichterungen. Die Richter hatten entschieden, dass Ausnahmen nicht pauschal per Gesetz ausgeschlossen werden dürfen.

Das Gericht habe damit klar Position bezogen, sagt Alexander Wolfrum, der Vorsitzende des Verbands der Münchner Kulturveranstalter. „Wir rechnen damit, dass Veranstalter jetzt Ausnahmeanträge für viele Tage stellen werden.“ Und die Verwaltung müsse sich künftig an den Spruch des Gerichts halten. Die katholische Kirche dagegen mahnt zu Zurückhaltung.

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Es war einmal… Militärbischof Overbeck betont Friedenspotenzial der Religionen

Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck als Gastredner in der Ruhr-Universität Bochum. (Fotos: Nicole Cronauge | Bistum Essen)
Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck als Gastredner in der Ruhr-Universität Bochum. (Fotos: Nicole Cronauge | Bistum Essen)
Keine der großen Weltreligionen liefere eine Begründung für Gewalt, sagte der Bischof am Mittwochabend im Bochum bei einer Rede an der Ruhr-Universität Bochum.

Von Thomas Rünker | Bistum Essen

Trotz des religiös motivierten Terrors in Syrien, Irak, Nigeria oder den nach wie vor latenten Spannungen zwischen Katholiken und Protestanten in Nordirland – für Gewalt gibt es für Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck keine religiöse Begründung. „Die gewaltsame Durchsetzung einer Religion oder ein gewaltsames Vorgehen im Namen dieser Religion agiert immer gegen fundamentale eigene Grundlagen“, sagte der katholische Militärbischof am Mittwochabend in der Ruhr-Universität Bochum. „Im Islam und im Christentum gibt es keinen Gott, der die Menschen einfach aufruft, Gewalt auszuüben“, betonte Overbeck. Er sprach im Rahmen des Kontaktstudiums der Katholisch-Theologischen Fakultät zum Thema „Religion im Konflikt – Brandbeschleuniger oder Friedensstifter“.

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Kirchen beklagen Beschimpfungen und Gewalt gegen Geistliche

Evangelische und katholische Kirche beklagen zunehmende Anfeindungen und Gewalt gegen Pfarrer und leitende Geistliche.

evangelisch.de

Der katholische Bamberger Erzbischof Ludwig Schick berichtete in der am Donnerstagabend ausgestrahlten ARD-Sendung „Panorama“ von Todesdrohungen gegen seine Person, nachdem die rechtspopulistische AfD Aussagen von ihm zu einem möglichen muslimischen Bundespräsidenten verfälscht wiedergegeben habe. Die Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, sagte, in den vergangenen anderthalb Jahren hätten sich Beschimpfungen gegen Pfarrer dermaßen gesteigert, wie sie es bislang nie erlebt habe.

In der Anmoderation berichtete Moderatorin Anja Reschke von einem Gespräch mit einem Landesbischof, dessen Auto und Carport vor zwei Jahren angezündet worden seien, nachdem er Muslimen einen Festgruß zum Ramadan geschickt habe. Die Täter seien nie ermittelt worden, ein Zusammenhang zwischen dem Ramadan-Gruß mit dem Anschlag daher unklar. Der Bischof habe lange überlegt, offen über den Vorfall zu sprechen, den Fernsehjournalisten dann aber abgesagt. „Letztendlich aus Sorge, dass es dann wieder schlimmer werden könnte“, sagte Reschke.

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Hitler-Geburtshaus bekommt „neutrale Nutzung“

foto: ap/joensson Als Gebäude selbst ist Hitlers-Geburtshaus in Braunau wenig spektakulär. Jetzt soll es umgestaltet und außerhalb des historischen Kontextes genutzt werden.
foto: ap/joensson Als Gebäude selbst ist Hitlers-Geburtshaus in Braunau wenig spektakulär. Jetzt soll es umgestaltet und außerhalb des historischen Kontextes genutzt werden.
Nach dem Enteignungsbeschluss will das Innenministerium die Debatte über die Verwendung des Hauses in Braunau bald beendet sehen

Von Thomas Neuhold | derStandard.at

Die Frage, wie das Geburtshaus von Adolf Hitler in Braunau in Zukunft genutzt wird, dürfte endgültig entschieden sein: Es werde keine Nutzung im „historischen Kontext“ geben, stellte Hermann Feiner, Sektionschef im Innenministerium und Vorsitzender der Kommission zum historisch korrekten Umgang mit dem Geburtshaus Adolf Hitlers, am Mittwochabend bei einer von der Studienvertretung Geschichte an der Uni Salzburg veranstalteten Podiumsdiskussion klar. Eine museale Nutzung oder die Verwendung als Forschungs- und Bildungseinrichtung ist damit vom Tisch.

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Atheisten kippen strenge Karfreitags-Verbote

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden.Foto: dpa
Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden.Foto: dpa
Ein Freigeister-Bund hat in Bayern ein ganz großes Fass aufgemacht. Vor dem Bundesverfassungsgericht hat er durchgesetzt, dass am Karfreitag Musik gespielt werden darf.

Von Jost Müller-Neuhof | DER TAGESSPIEGEL

Wer sich als Durchschnittsberliner in das bayerische Feiertagsgesetz einliest, wird meinen, dass es kein Vorrecht afghanischer Taliban sein muss, bei öffentlichen Tanzvergnügen auf die Spaßbremse zu treten. An „stillen Tagen“ wie etwa zu Ostern, Heiligabend oder am Aschermittwoch, so wird in Bayern dekretiert, sind „Unterhaltungsveranstaltungen“ nur erlaubt, wenn der „ernste Charakter“ der Tage gewahrt werde. Die Gemeinden dürfen Ausnahmegenehmigungen erteilen, kein Pardon gibt es jedoch für den Karfreitag, an dem „in Räumen mit Schankbetrieb musikalische Darbietungen jeder Art verboten“ sind. Der Tag wird von allen Ausnahmen ausgenommen.

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Frankreich: Wenn Pfaffen von Demokratie reden ist Misstrauen notwendig

Ernsthaft besorgt: Frankreichs Bischöfe, hier Georges Pontier - AFP
Ernsthaft besorgt: Frankreichs Bischöfe, hier Georges Pontier – AFP
Gewisse Lebensschutz-Webseiten könnten in Frankreich bald illegal sein: Das französische Parlament berät am Donnerstag über einen Gesetzesvorschlag der sozialistischen Regierung.

Radio Vatikan

Danach soll es strafbar werden, Frauen via Internet von einer Abtreibung abhalten zu wollen. Fürs nicht-digitale, wirkliche Leben gibt es diesen Straftatbestand der Behinderung von Abtreibungen schon seit den 1990er-Jahren, er zielte auf Demonstranten vor Kliniken oder Arztpraxen. Die Regierung will ihn nun aufs World Wide Web ausweiten.

Dagegen erhebt sich Protest aus der Bischofskonferenz: „Eine wichtige Stellungnahme, mit der die Linke sicher nicht gerechnet hat“, so die Tageszeitung „Le Monde“ am Mittwoch. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Georges Pontier, hat direkt an Präsident Francois Hollande geschrieben. Den Erzbischof von Marseille, sonst ein milder Mann, ärgert der kulturkämpferische Gestus der Linken. „Das ist wirklich der erste Punkt: Diese Banalisierung der Abtreibung in unserer heutigen Kultur ist nicht akzeptabel, weil doch jeder sehen kann, dass Abtreibung nichts Banales ist und eine tiefe Wunde hinterläßt.“

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Das Kreuz als Affront: wie ein deutscher Mönch Jerusalem erlebt

Das Kreuz mit den Religionen
Das Kreuz mit den Religionen
Pater Nikodemus ist ein deutscher Mönch in Jerusalem. Er erlebt Anfeindungen von national-religiösen Juden – Ausdruck eines manchmal schwierigen Klimas für Christen im Heiligen Land.

Von Stefanie Järkel | Qantara.de

Es ist ein trockenes Geräusch, wie ein Ploppen. «Pöh.» Der Junge mit Kippa, Brille und weißem Hemd spuckt auf die Steinfließen in der Jerusalemer Altstadt hinter Pater Nikodemus Schnabel. Der Benediktinermönch in seinem langen, schwarzen Gewand dreht sich um. Der Junge auch, schaut, kickt gegen eine Getränkedose am Boden und geht weg.

«Das gibt es täglich», sagt der rundliche Mann mit den kurzen braunen Haaren. «Das ist wie ein Grundrauschen.» Manche spuckten ihn sogar an, manchmal würden auch Vater und Sohn zusammen vor oder hinter ihm Ausspucken. «Da ist so viel Gift drin. Das ist ja Erziehung zum Hass.»

Seit 13 Jahren lebt der Mann, der nach seiner Geburt in Stuttgart Claudius Schnabel hieß, in dem Kloster auf dem Zionsberg am Rande der Jerusalemer Altstadt. Seit Sommer leitet der 37-Jährige die Dormitio-Abtei. Doch schon länger hat er verstärkt mit «Christenhass» zu tun, wie er es nennt.

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„Abscheu vor dem Islam“

„Wir erleben einen weltweiten Siegeszug der Ignoranz“, sagt US-Dramatiker Ayad Akhtar.© Robert Newald

US-Star-Autor Ayad Akhtar über sein Erfolgsstück „Geächtet“ und warum Muslime in Europa unter Druck geraten.

Von Petra Paterno | Wiener Zeitung

„Geächtet“ ist derzeit so etwas wie das Stück der Stunde: Mit beachtlicher Komplexität werden darin während einer eskalierenden Dinner-Party der Islam und der Blick des Westens auf den Islam kritisiert. Die Dialoge sind geschult an Yasmina Reza und Edward Albee: boulevardesk, aber pointiert.

Seit seiner Uraufführung 2012 in Chicago erlebte das mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Stück einen beispiellosen Siegeszug: In den USA zählt es zu den meistgespielten Werken, auf zahlreichen deutschsprachigen Bühnen war es bereits zu sehen. Am Samstag, den 26.November, kommt „Geächtet“ nun am Wiener Burgtheater heraus. Während der Endproben sprach die „Wiener Zeitung“ mit dem US-pakistanischen Broadway-Star Ayad Akhtar, 46.

Wiener Zeitung„:In Ihrem Stück „Geächtet“ prallen gängige Vorurteile in einem vermeintlich weltoffenen Milieu aufeinander. Warum amüsieren wir uns über eigentlich überkommene Klischees?

Ayad Akhtar: Das weiß ich auch nicht. Tatsache ist, dass das Publikum in die Handlung eintaucht und am Ende häufig irritiert ist. Das Stück löst die Widersprüche nämlich nicht auf, vielmehr zeigt es Dynamiken, wie ethnische Minderheiten im Westen wahrgenommen werden. Manche Zuschauer sehen danach ihre Vorurteile bestätigt, andere nehmen es zum Anlass, ihre Vorurteile zu überdenken.

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Vorsitzender der Rota droht Meisner und Brandmüller

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Pio Vito Pinto, Vorsitzender der Römischen Rota, hat den Kardinälen Burke, Brandmüller, Caffarra und Meisner gedroht, dass diese wegen der öffentlichen Kritik an „Amoris Laetitia“ ihre Kardinalswürde verlieren könnten.

kath.net

Pio Vito Pinto, der Vorsitzende der Römischen Rota, des zweithöchsten Gerichts der römisch-katholischen Kirche, hat bei einer Konferenz in Spanien den Kardinälen Burke, Brandmüller, Caffarra und Meisner gedroht, dass diese wegen der öffentlichen Kritik an „Amoris Laetitia“ die Kardinalswürde verlieren könnten. Pinto behauptet laut Medienberichten sogar, dass für den Entzug der Kardinalswürde dafür nicht einmal der Papst zuständig sei, sondern er selbst.

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Tanzverbot an Karfreitag in Bayern ist verfassungswidrig

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Da Leben des Brian, Screengrab Youtube/BB
Das Bundesverfassungsgericht kippt die derzeit bestehende Regelung im Freistaat, wonach am Karfreitag generelles Tanz- und Musikverbot herrscht.
 

Süddeutsche.de

Der ausnahmslose Schutz des Karfreitags in Bayern verstößt gegen das Grundgesetz. Das hat das Bundesverfassungsgericht mit einem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss festgestellt. Die Karlsruher Richter gaben damit einer Verfassungsbeschwerde des Bundes für Geistesfreiheit statt.

Die anerkannte Weltanschauungsgemeinschaft vertritt die Interessen konfessionsloser Menschen und will die strikte Trennung von Kirche und Staat. Um die bayerische Regelung gerichtlich prüfen zu lassen, hatte die Gruppierung am Karfreitag 2007 eine Veranstaltung in einem Münchner Theater organisiert. Die zum Abschluss geplante „Heidenspaß-Party“ wurde – wie abzusehen war – untersagt.

Zu Unrecht, sagt nun das Bundesverfassungsgericht. Zwar darf der Karfreitag als „stiller Tag“ laut Beschluss besonders geschützt werden. Jede Befreiungsmöglichkeit von vorneherein auszuschließen sei aber unverhältnismäßig.