Die Kanonen des Krieges sind Sprachrohre der rufenden Gnade Gottes

Erzbischof Michael von Faulhaber als Bayerischer Feldpropst
Erzbischof Michael von Faulhaber als Bayerischer Feldpropst. Bild:M.Buchberger/PD

Die Kanonen des Krieges sind Sprachrohre der rufenden Gnade Gottes.
Krieg ist der Triumph der sittlichen Weltordnung.
Michael Kardinal v. Faulhaber, Erzbischof von München und Freising

Kritik an französischer Polemik: Deutsche Katholiken antworten in einem Sammelband 1916 auf Angriffe von jenseits des Rheins.
 

Von Felix Dirsch | Die Tagespost

Dass der Erste Weltkrieg auch und sehr massiv ein Weltanschauungskrieg war, daran dürfte niemand zweifeln. Bereits der Kampf um die „Ideen von 1914“ war Ausdruck eines besonders unter deutschen Intellektuellen verbreiteten Wunsches, eine ideenpolitische Grundlage für das große Ringen zu finden.

Weniger bekannt als diese Debatte ist hingegen der Streit um den angeblichen Krieg deutscher Protestanten gegen das katholische Frankreich – eine Polemik, die westlich des Rheins 1915 (zuerst in Form von Zeitungsartikeln) begonnen hatte. Später erschien die Streitschrift „La Guerre Allemande et le Catholicisme“. Das Werk wurde von einem Komitee herausgegeben, dem zwei Kardinäle und neun Erzbischöfe angehörten. Auf diese Weise hatte es quasi offiziösen Charakter erhalten. Der grundsätzlich international ausgerichtete Katholizismus bekam das gleiche Problem wie die jeweiligen sozialistischen Gruppierungen in beiden Ländern. Man wollte Teil der Nation sein und stellte völkerverbindendes Glaubensgut angesichts der aktuellen Situation zurück. Parteibildungen sollten im Sinne der Einheit der jeweiligen Nation vermieden werden.

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Kognitive Dissonanzen beim Papst: Suppenküchen sind „Fitness-Studios der Nächstenliebe“

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Christen sollen danach trachten, freigiebig zu sein und sich in ihren Handlungen nicht von eigennütziger Berechnung leiten zu lassen.
 

Radio Vatikan

Das sagte Papst Franziskus an diesem Sonntag beim Angelusgebet im Vatikan vor Zehntausenden Gläubigen. „Wenn du zur Hochzeit eingeladen bist, setz dich auf den untersten Platz“, empfiehlt Jesus im Sonntagsevangelium (Lk 14,1.7-14), und: „Wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein.“ Mit diesen Worten verbreite Jesus „die grundlegende Botschaft des Evangeliums, nämlich dem Nächsten zu dienen aus Liebe zu Gott“, sagte Franziskus und rief die Gläubigen dazu auf, „das Herz zu öffnen und die Leiden und Sorgen der Armen, Hungrigen, Ausgegrenzten, Flüchtlinge“ zu den ihren zu machen. Diese Ausgeschlossenen seien „in Wirklichkeit die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung“.

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Ägypten will Strafen für weibliche Genitalverstümmelung verschärfen

Bild: (c) imago/Xinhua (imago stock&people)
Die Gefängnisstrafe soll von maximal zwei auf fünf bis sieben Jahre erhöht werden.

Die Presse.com

Die ägyptische Regierung plant eine Verschärfung der Strafen für weibliche Genitalverstümmelung. Die Regierung in Kairo teilte am Sonntag mit, sie werde dem Parlament einen Gesetzesentwurf vorlegen, nach dem auf die Beschneidung von Mädchen und Frauen eine Haftstrafe zwischen fünf und sieben Jahren stehen soll. Bisher beträgt das Strafmaß zwischen drei Monaten und zwei Jahren Gefängnis.

Die weibliche Genitalverstümmelung ist seit 2008 in Ägypten verboten, wird aber weiterhin von vielen Muslimen und Christen praktiziert, vor allem in ländlichen Gegenden. Laut dem Gesetzentwurf soll zusätzlich zur Gefängnisstrafe harte Arbeit auferlegt werden können, wenn die Beschnittene durch den Eingriff stirbt oder eine dauerhafte körperliche Behinderung davonträgt. Wer eine Frau dazu zwingt sich beschneiden zu lassen, muss künftig mit einem bis drei Jahren Haft rechnen.

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Limburg: Apostel Bätzing zieht nicht in Luxus-Residenz

Bild: @Kiwi_Gold/twitter
Bild: @Kiwi_Gold/twitter

Georg Bätzing, der künftige Bischof von Limburg, wird nicht in die von seinem Vorgänger, Franz-Peter Tebartz-van Elst, luxuriös umgebaute Bischofsresidenz ziehen.

Frankfurter Rundschau

Der künftige Bischof von Limburg, Georg Bätzing, wird nicht in die von seinem Vorgänger aufwendig umgebaute Residenz einziehen. „Ich werde nicht in die Bischofswohnung einziehen“, sagte Bätzing am Sonntag nach einem Gottesdienst zu seiner Verabschiedung im Trierer Dom.

Er werde „in ein kleines Häuslein“ in der Stadt ziehen, in der zuvor ein Weihbischof gewohnt habe. Die Residenz solle vom Bistum und für andere kirchliche Zwecke genutzt werden, sagte Bätzing, der am 18. September als Nachfolger von Franz-Peter Tebartz-van Elst im Limburger Dom zum Bischof geweiht wird. In den vergangenen gut dreieinhalb Jahren stand der 55-Jährige als Generalvikar an der Seite des Trierer Bischofs Stephan Ackermann.

Transformation statt Umbruch

Volker Leppin Die fremde Reformation Verlag: C.H.Beck, München 2016 ISBN: 9783406690815
Volker Leppin
Die fremde Reformation
Verlag: C.H.Beck, München 2016
ISBN: 9783406690815

„Ein Großer der Geschichte fällt nicht zwangsläufig vom Himmel, sondern ist stets ein Kind seiner Zeit, unter deren Einflüssen er steht.“ Ausgehend von diesem Satz des französischen Historikers Jacques Le Goff (1924-2014) begibt sich der Tübinger Kirchenhistoriker Volker Leppin auf die Suche nach den theologischen Wurzeln Martin Luthers.

Von Theodor Kissel | Spektrum.de

Im Gegensatz zu vielen anderen Darstellungen über die Reformation stellt Leppin seinen Protagonisten in die mystische Tradition des Spätmittelalters und zeigt auf, wo dessen Ideen herkamen, wie sie sich entwickelten und formten. Luther, so die Kernaussage des Buchs, musste nichts neu erfinden, sondern nur Vorhandenes neu denken. Denn Forderungen nach einer grundlegenden Reform der katholischen Kirche „an Haupt und Gliedern“ gab es schon lange vor dem Wittenberger Reformator.

Der Autor erzählt gut und mit der lockeren Souveränität dessen, der seine Materie beherrscht. Quellennah und auf aktuellem Forschungsstand legt er überzeugend dar, wie Luther aus der spätmittelalterlichen Frömmigkeitstheologie das reformatorische Denken entwickelte und daraus Impulse bezog, um Kirche und Gesellschaft zu ändern.

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Politik und Religion: Mit Gott auf Stimmenfang?

Bild: Die Linke/Landesverband Rheinland-Pfalz
Bild: Die Linke/Landesverband Rheinland-Pfalz
Vor den Landtagswahlen gehen die Parteien auf Stimmenfang – Randparteien wie die Linke oder die AfD versuchen sich jetzt auch unter Christen neue Wählerkreise zu erschließen.
 

Von Veronika Wawatschek | BR24

Schon Mitte September könnte die Linke die Weichen für eine eigene Bundesarbeitsgemeinschaft „Christinnen und Christen“ stellen. Das deklarierte Ziel der bundesweiten Plattform ist es, die Interessen von Christen innerhalb und außerhalb der Partei zu vertreten. Denn einig über den Umgang mit der Religion ist man sich in der Partei bei Weitem nicht. Nach der Beobachtung von Erich Utz sehen viele Genossen Glaube und Sozialismus als Gegensatz. Sie würden Karl Marx zitieren, wonach Religion Opium fürs Volk sei, so der Katholik und Sprecher der bayerischen „Landesarbeitsgemeinschaft Christininnen und Christen“ bei der Linken.

„Ich habe Karl Marx gelesen. Viele glauben immer das wäre ein Gegensatz, aber das ist kein Gegensatz. Die einen nennen’s Nächstenliebe, die anderen Solidarität und dahinter können sich ganz viele Dinge verbergen, die gleich sind.“

Erich Utz, Katholik und bayerisches Linken-Mitglied

Bereits im Februar hatte ein Wahlplakat in Rheinland-Pfalz für Aufregung gesorgt. Darauf zu sehen: Papst Franziskus inklusive Kapitalismuskritik. „Wenn die Politik wirklich den Menschen dienen soll, darf sie nicht Sklave der Wirtschaft und Finanzwelt sein.“ Das Bistum Speyer sah darin eine „unzulässige Vereinnahmung des Papstes für den Wahlkampf“. Die Linken begründeten auf ihrer Webseite die Kampagne damit, dass sie „aufrütteln“ wollten. „Und wir hoffen, dass das Franziskus-Wort uns dabei hilft.“

Treffen der Visegrad-Gruppe – Sicherheit an allen Ecken

Merkel, Szydlo, Orban // (cc) P. Tracz / KPRM [Öffentliche Domäne] / Flickr
Beim Treffen der Visegrad-Gruppe in Warschau ging es vor allem um Sicherheit. Viktor Orban überraschte mit dem neuerlichen Vorstoß für eine europäische Armee. Beata Szydlo will die EU stärken, humanitäre Hilfe aber nur im Ausland leisten. Angela Merkel zeigte sich kompromissbereit.

Von Lars Leschewitz | POLEN HEUTE

Am letzten Freitag begrüßte Ministerpräsidentin Beata Szydlo neben Kanzlerin Angela Merkel auch die Ministerpräsidenten Robert Fico (Slowakei), Bohuslav Sobotka (Tschechien) und Viktor Orban (Ungarn) in Warschau. Das Treffen der sogenannten Visegrad-Gruppe in der polnischen Hauptstadt sollte den kommenden EU-Gipfel am 16. September in Bratislava vorbereiten, der sich auch mit dem Brexit befassen wird. Schwerpunkt der Gespräche war erwartungsgemäß die Migrationsthematik und die „Sicherheit“.

Taktgeber des Gespräches war Viktor Orban, der den Journalisten in die Notizblöcke diktierte, dass die EU an einem großen Vertrauensverlust leide – in der Wirtschaftskrise und in Fragen von Migration und Sicherheit. Der Rat der EU solle wieder anfangen die EU zu leiten. Die EU-Kommission solle sich aus der Politik zurückziehen und ihre eigentlichen Aufgaben erledigen. Dies könnte als Seitenhieb gewertet werden für die viele Kritik, die der Premier in den letzten Jahren aus Brüssel für seinen autoritären Führungsstil einstecken musste.

Orban sprach sich zudem für eine sehr restriktive Budgetpolitik der EU aus, die auf Wirtschaftswachstum ausgelegt sein soll. Ansonsten habe die Sicherheit höchste Priorität. Man sollte endlich den Bau einer gemeinsamen europäischen Armee starten, so der Ministerpräsident Ungarns. Weitere Details nannte er jedoch nicht.

Auch Robert Fico sprach viel von Sicherheit, wenn auch in erster Linie von wirtschaftlicher Sicherheit. Der Tscheche Bohuslav Sobotka stimmte der von Orban angedeuteten Zusammenarbeit bei der Verteidigung, etwa einer gemeinsamen Armee, grundlegend zu.

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Breaking News! – Madonnenstatue aus Erdbebengebiet geborgen – Religiotie

Mithilfe der Feuerwehr hat ein Priester in dem italienischen Erdbebenort Accumoli eine Madonnenstatue aus einer zerstörten Kirche geborgen.

evangelisch.de

Er wolle sie als Trösterin zu dem provisorischen Lager bringen, in dem sich die Überlebenden der Tragödie aufhalten, sagte der Priester dem Fersehsender SkyTG24 am Samstag. Dort sollte später eine Messe für die Erdbebenopfer zelebriert werden. Die Madonna wird von den Bewohnern der Gegend überaus verehrt. „Die Madonna ist sehr wichtig für uns“, sagte eine Frau der Nachrichtenagentur Ansa. „Heute ist sie hier für die Messe für unsere Verstorbenen.“

Tariq Ali: Heiligsprechung von Mutter Teresa „lächerlich“

Bild: theaustralian.com.au
Der Atheist Tariq Ali drehte 1994 die umstrittene Dokumentation „Hell’s Angel“ über Mutter Teresa. Papst Franziskus würde der Film „die Augen öffnen“.

Die Presse.com

Der britisch-pakistanische Autor und Filmemacher Tariq Ali (72) findet die bevorstehende Heiligsprechung von Mutter Teresa am 4. September „lächerlich“. „Die meisten Heiligsprechungen sind lächerlich, aber diese hier ist auch dumm“, sagt Ali in einem Email-Interview mit der Deutschen Presse-Agentur.

„Dieser Papst (Franziskus), der normalerweise sehr intelligent ist, muss die wahren Taten dieser albanischen Schwester kennen“, sagt der Autor und verweist auf den Film „Hell’s Angel“ („Höllenengel“) über Mutter Teresa, den er 1994 mit seinem 2001 verstorbenen Kollegen Christopher Hitchens drehte.

In der umstrittenen Dokumentation prangern die beiden mangelhafte medizinische und soziale Betreuung in Mutter Teresas Heimen für Arme und Sterbende in der indischen Stadt Kolkata (dem früheren Kalkutta) an, wo die viel gepriesene Wohltäterin einen „Todes- und Leidenskult“ geschaffen habe. „Ich hoffe zumindest, dass der Papst sich „Hell’s Angel“ ansieht, wenn auch nur heimlich auf YouTube. Das könnte ihm die Augen öffnen“, meint Ali.

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Hetze nach Missverständnis: Flüchtlinge ‚pinkeln‘ angeblich an Kirche

Das Foto kursierte „tausendfach“ im Internet: „Dunkelhäutige Männer (Nordafrikaner, Flüchtlinge, Muslime!?!), die an eine Münchner Kirche pinkeln. Direkt unter dem großen Holzkreuz an der Außenwand.“ Darüber berichteten die „Münchner Kirchennachrichten“ und zeigten auch das Foto, das offenbar auf Facebook entsprechende ausländerfeindliche Kommentare nach sich gezogen hatte.

kath.net

Doch dann klärte die Kirchenzeitung näher auf: „Die Fakten hinter der Geschichte lassen das Foto aber in einem ganz anderen Licht erscheinen, das nichts mit dem Islam und Respektlosigkeiten von Flüchtlingen zu tun hat – im Gegenteil“. Die fotografierte Kirche ist Sankt Gertrud in München. In den Räumen der Pfarrei feiern seit 2009 „eritreische Christen ihre Gottesdienste“, sie „gehören der Eritreisch-Orthodoxen Tewahdo Ureal Kirche in München an“ Gemäß der Tradition orthodoxer Christen in Eritrea „gehen die Gläubigen oft nicht in die Kirche hinein, sondern beten draußen vor der Kirche. Sie lehnen sich an die Wand des Gotteshauses und beten“, zitieren die Münchner Kirchennachrichten aus einer Stellungnahme der katholischen Pfarrei zum falschinterpretierten Foto.

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Eine Form von Häresie: Wiederverheiratete Geschiedene

Robert Sarah (2015) Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA 4.0/François-Régis Salefran

Eine Obsession gewisser abendländischer Kirchen, die sogenannte „theologisch verantwortbare und pastoral angemessene“ Lösungen durchsetzen wollen – Leseprobe 8 aus dem Buch von Kardinal Sarah: „Gott oder Nichts – Ein Gespräch über den Glauben“

 

kath.net

Interviewfrage an Kardinal Sarah: Im letzten Dezember hat Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, erklärt: »Die Suche nach einer theologisch verantwortbaren und pastoral angemessenen Begleitung von Gläubigen, deren Ehe zerbrochen ist und die zivil geschieden und wiederverheiratet sind, gehört weltweit zu den drängenden Herausforderungen der Ehe- und Familienpastoral im Kontext der Evangelisierung.« Welche Ansicht haben Sie zu diesem Thema, das zu den Fragen der letzten Synode im Oktober 2014 gehörte?

Kardinal Sarah: Ich habe großen Respekt vor Kardinal Reinhard Marx. Doch diese allgemeine Aussage scheint mir Ausdruck einer Ideologie zu sein, die man im Gewaltmarsch der ganzen Kirche aufoktroyieren will.
Nach meiner Erfahrung – vor allem nach dreiundzwanzig Jahren als Erzbischof von Conakry und neun Jahren als Sekretär der Kongregation für die Evangelisierung der Völker – ist die Frage von »Gläubigen, deren Ehe zerbrochen ist und die zivil geschieden und wiederverheiratet sind«, keine drängende Herausforderung für die Kirchen Afrikas oder Asiens.

Im Gegenteil, es handelt sich um eine Obsession gewisser abendländischer Kirchen, die sogenannte »theologisch verantwortbare und pastoral angemessene« Lösungen durchsetzen wollen, die der Lehre Jesu und dem kirchlichen Lehramt radikal widersprechen.

Die dringendste Notwendigkeit in den Missionsländern besteht darin, eine Seelsorge aufzubauen, deren einziges Ziel die Antwort auf die Frage ist: Was bedeutet es in der heutigen geschichtlichen und kulturellen Situation unserer globalisierten Gesellschaften, wirklich Christ zu sein? Wie kann man furchtlose und großherzige Christen, eifrige Jünger Christi heranbilden?

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Pfäffische Gier: Katholische Kirche in NRW gegen schnelle Ablösung der Staatsleistungen

Bild: tilly
Bild: tilly
Die katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen wendet sich gegen eine vorschnelle Ablösung der Staatsleistungen an die Glaubensgemeinschaften.

domradio.de

Forderungen der Grünen nach sofortiger Ablösung seien „wohlfeil, aber nicht hilfreich“, sagte der Vertreter der fünf NRW-Bistümer bei Landtag und Landesregierung, Antonius Hamers, der in Gelsenkirchen erscheinenden Wochenzeitung „Neues Ruhr-Wort“ (Samstag).

Die Grünen in NRW hatten angekündigt, im Wahlkampf auf Landes- und Bundesebene für eine Reform des Verhältnisses von Staat und Kirche einzutreten. „Jedes Jahr zahlen die Steuerzahler in Deutschland über 500 Millionen Euro an die beiden großen Kirchen, ohne dass diese dafür eine Leistung erbringen müssen“, sagte der Grünen-Landesvorsitzende Sven Lehmann dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

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Bolivien: 50 Ex-Priester gründen eigene Kirche – Frauen

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Die 50 Expriester waren meist wegen Nichteinhaltung des Zölibats aus dem kirchlichen Dienst entlassen worden – Sie gründeten daraufhin eine eigene „Kirche“ und feiern weiterhin angeblich „katholische“ Messen

kath.net

In Bolivien ist ein Streit zwischen der katholischen Bischofskonferenz und der «Nationalen Katholischen Apostolischen Kirche Boliviens» entbrannt. Die katholischen Bischöfe werfen rund 50 Geistlichen vor, ohne Autorisierung der Kirche die Sakramente zu spenden und Gottesdienste abzuhalten. Dies führe zur Verwirrung und zur Verunsicherung unter den Gläubigen, sagte der Sprecher der bolivianischen Bischofskonferenz, Jose Rivera, der Tageszeitung «Pagina Siete» (Mittwoch). Bei der Mehrheit der aus der katholischen Kirche entlassenen Priester handelt es sich laut Medienberichten um Geistliche mit Kindern und Ehefrauen.

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Austria: Kirche greift manchmal in Personalfragen der Unis ein

Bild: (c) Die Presse (Fabry)
Das Konkordat schränkt die Autonomie der Unis ein. Seit 2002 wurden eine Berufung verweigert und ein Professor abberufen, der nach einer Scheidung erneut geheiratet hatte.

Die Presse.com

Die katholische Kirche greift selten, aber doch in die personelle Autonomie der Unis ein. Das zeigt die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der Grünen Sigrid Maurer durch Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP). Seit 2002 wurde einmal die Zustimmung zur Berufung eines Professors verweigert. Außerdem wurde ein Professor abberufen – weil er nach seiner Scheidung erneut heiratete.

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CSU will neues Doppelpassgesetz wieder abschaffen

Der Doppelpass © Fotomontage MiGAZIN
Die CSU will sich mit der doppelten Staatsbürgerschaft für bestimmte Migrantengruppen nicht anfreunden. CSU-Generalsekretär Scheuer wirbt dafür, zur alten Regelung zurückzukehren. SPD, Grüne und Linke wiederum sind für weitere Liberalisierungen.
 

MiGAZIN

Die CSU will das von der großen Koalition liberalisierte Einwanderungsrecht wieder einkassieren. „Der Doppelpass wird immer mehr zum Regelfall, das wollen wir nicht, daher müssen wir zum alten Staatsbürgerschaftsrecht zurück“, sagte Generalsekretär Andreas Scheuer der Rheinischen Post. Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt bezeichnete die doppelte Staatsangehörigkeit als „Angebot, sich nicht festlegen zu müssen“. Die SPD wies den Vorstoß der CSU zurück.

Scheuer erklärte, nur Einwanderer, die lange in Deutschland lebten, sich gut integriert hätten und sich eindeutig zu den Werten und Prinzipien bekennen würden, könnten die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. „Der deutsche Pass ist kein Ramschartikel, den man als Zweitpass mal noch so mitnimmt“, sagte er. Forderungen der Grünen, jedem in Deutschland geborenen Kind automatisch den deutschen Pass zu geben, seien „völlig daneben“. Der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte sich kürzlich dafür ausgesprochen, in Deutschland zur Welt gekommenen Kindern von Flüchtlingen automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft zu verleihen. SPD und Grüne unterstützten den Vorschlag.

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Wie sich Gott und die Wissenschaft vertragen

Bild: (c) Die Presse (Clemens Fabry)
Das Verhältnis von Religion und Wissenschaft ist nicht immer ohne Probleme. Auf den Universitäten macht sich das Spannungsfeld vor allem in den theologischen Studien bemerkbar – bei den Inhalten und bei der Personalauswahl.

Von Erich Kocina | Die Presse.com

Glauben gehört in die Kirche, Wissen auf die Universität – es wäre ein grobe Vereinfachung, diesen Satz einfach so stehen zu lassen. Doch tatsächlich stehen Religion und Wissenschaft in einem gewissen Spannungsfeld. Dann nämlich, wenn es um das Verhältnis der beiden zueinander geht. Wie sehr soll etwa die Religion in einer wissenschaftlichen Einrichtung mitbestimmen können? Eine Frage, die sich vor allem bei den theologischen Studien stellt – und genau darüber wird heute, Mittwoch, auch in Alpbach diskutiert. Vertreter von Universitäten, Religionsgemeinschaften und Bund sprechen über „Universitätsautonomie und Theologien“.

Nur ist die Theologie überhaupt eine Wissenschaft? „Natürlich“, sagt Oliver Henhapel, Leiter des Kultusamts im Bundeskanzleramt. „Letztlich geht es um Textinterpretation und historische Interpretation.“ Und natürlich haben theologische Studien auch eine spirituelle Dimension. Relevanter sei aber die Frage, wie sich die Freiheit der Wissenschaft und die Freiheit der Religion gegenüberstehen. Praktisch herunterbrechen lässt sich das auf die Frage der Autonomie, die die Theologie an der Uni von ihrer Religionsgesellschaft hat bzw. wie stark sie an sie rückgebunden ist.

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Polizei räumt Kirchenasyl in Münster

Ein Kirchenasyl in Münster ist offenbar gewaltsam geräumt worden.
 

evangelisch.de

Am Dienstagmorgen sei ein 31-jähriger Flüchtling aus Ghana, dem in im örtlichen  Kapuzinerkloster seit Juli Kirchenasyl gewährt wurde, von der Polizei abgeführt worden, erklärte Julia Lis vom Netzwerk Kirchenasyl Münster. Dabei sei auch Gewalt angewendet worden. „Die Räumung eines Kirchenasyls in Nordrhein-Westfalen ist ein ungeheuerlicher und in dieser Form einmaliger Vorgang“, kritisierte Lis.

Die Polizei bestätigte den Einsatz und eine Auseinandersetzung mit dem Ghanaer sowie die Verwendung von Handschellen. Ein Kollege sei von dem Mann gebissen worden und sei den weiteren Tag dienstunfähig, sagte ein Sprecher der Polizei Münster dem Evangelischen Pressedienst (epd). Verantwortlich für die Abschiebung sei die Ausländerbehörde, betonte der Polizeisprecher. Die Polizei sei lediglich für den Vollzug hinzugezogen worden.

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Polen: Beten für den Goldzug

Andreas Richter und Piotr Koper, die Schatzsucher.Foto: AFP PHOTO / PIOTR HAWALEJ
Die Suche nach dem Nazi-Zug erregt die Gemüter: Gefunden wurde bisher nur zerbrochenes Porzellan. Dennoch haben die deutsch-polnischen Hobbyhistoriker ihre Hoffnungen nicht begraben.
 

Von Paul Flückiger | DER TAGESSPIEGEL

Die Vorfreude war groß: „Ich kann es nicht erwarten, diesen Goldzug mit meinen eigenen Augen zu sehen“, sagte ein aufgeräumter Pjotr Koper dem polnischen Newsportal onet.pl Mitte Juli. „Das Gefühl wird unbeschreiblich sein, mit nichts zu vergleichen“, freute sich der polnische Hobbyhistoriker. Zusammen mit seinem deutschen Kumpel Andreas Richter hatte der Pole vor Jahresfrist mit der Kunde von einem angeblichen Fund eines Nazi-Goldzugs weltweit für Aufsehen gesorgt.

Der Goldschatz sollte sich in einem geheimen unterirdischen Tunnel bei Walbrzych in Niederschlesien befinden. Dies wollen Koper und Richter mittels eigenen Georadaraufnahmen ermittelt haben. Am Montag begannen die Erdarbeiten für den dritten und letzten Sondierungsgraben.

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Christen-Moralisten warnen vor „Abtreibungsautomatismus“

Ist das Baby behindert? Mit Ultraschall-Untersuchungen allein lässt sich das nicht herausfinden.Foto: picture alliance / dpa
Müssen Krankenkassen neue Schwangerschaftstests bezahlen, die gezielt nach Behinderungen suchen? Die Zuständigen wollen das nicht alleine entscheiden.

Von Rainer Woratschka | DER TAGESSPIEGEL

Gewöhnlich lassen sich gesetzliche Krankenversicherer, Ärzte und Kliniken nur ungern in ihre Entscheidungen hineinreden, was als Kassenleistung bezahlt wird und was nicht. Doch bei der Frage, ob ein neuer Schwangerschaftstest zum Leistungskatalog gehören soll, rufen sie im Gemeinsamen Bundesausschuss nun nach dem Gesetzgeber.

Die Angelegenheit berühre „fundamentale ethische Grundfragen unserer Werteordnung“, die man nicht allein mit wissenschaftlich-technischen Prüfkompetenzen beantworten dürfe, lautet die Begründung. Das Parlament sei „gefordert, hier Grenzen und Bedingungen zu definieren“.

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Ist der Ruf erst ruiniert, regiert sich’s völlig ungeniert

Im Gespräch: CDU-Landeschef Thomas Strobl (l.) und Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne).Foto: dpa
Geheime Nebenabsprachen von Grün-Schwarz in Baden-Württemberg: Man könnte das einen Skandal nennen – früher zumindest hätten die Grünen das getan.

Von Stephan-Andreas Casdorff | DER TAGESSPIEGEL

Mauschelei, die Zweite. Grün-Schwarz in Baden-Württemberg und die Nebenabreden zum Koalitionsvertrag, diesmal: Einsparungen. In den kommenden Jahren sollen tausende Stellen abgebaut werden, für hunderte Millionen Euro im Jahr. Dazu ist an Einschnitte für Beamte und Kommunen gedacht. Und die Grunderwerbssteuer könnte außerdem angehoben werden.

Das alles ist bisher geheim gehalten worden. Jetzt ist die Empörung groß. Man kann das einen Skandal nennen. Hätten die Grünen auch früher so genannt. Heute ist es anders. Wer Böses dabei denkt – den ereilt ein langer Verteidigungsbrief. Der kann auch gar nicht lang genug sein, um den Ruf der beiden Koalitionäre zu retten. Allerdings: Ist der Ruf erst ruiniert, regiert sich’s völlig ungeniert.