Archiv der Kategorie: Katholizismus

Anklage gegen Ex-Pfleger des Franziskuswerks

Röhrmoos Schönbrunn Franziskuswerk im Abendlicht Foto: Jørgensen (Foto: DAH)
  • Die Staatsanwaltschaft München II hat jetzt Anklage gegen den 52-jährigen ehemaligen Pfleger im Franziskuswerk erhoben, der mutmaßlich eine 28-jährige Behinderte sexuell missbraucht hat.
  • Die Anklage lautet auf “schweren sexuellen Missbrauch einer widerstandsunfähigen Person” – dieser Straftatbestand ist in besonders schweren Fällen von Sexualverbrechen erfüllt.


Von Helmut Zeller|Süddeutsche.de

Die Staatsanwaltschaft München II hat jetzt Anklage gegen den 52-jährigen ehemaligen Pfleger im Franziskuswerk erhoben, der mutmaßlich eine 28-jährige Behinderte sexuell missbraucht hat. Der Mann hatte den Ermittlungen der Kriminalpolizei zufolge die Autistin im August 2014 im Nachtdienst geschwängert.

Die Anklage lautet auf “schweren sexuellen Missbrauch einer widerstandsunfähigen Person” – dieser Straftatbestand ist in besonders schweren Fällen von Sexualverbrechen erfüllt. Die 28-jährige Frau ist nicht in der Lage, sich verbal oder körperlich gegen Übergriffe zu wehren, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München II der SZ erklärte. Der Mann muss im Fall einer Verurteilung mit einer Haftstrafe von zwei bis 15 Jahren rechnen.

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Wirre Schützenwelt – Synkretisch durch Alkohol?

HP des BDHS, Screenshot: bb
HP des BDHS, Screenshot: bb
Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BDHS) will in Zukunft auch Nicht-Christen, wiederverheiratete Geschiedene und Homosexuelle aufnehmen. Bizarr: Wer aus der Kirche ausgetreten sei, könne aber nicht Mitglied werden


kath.net

Der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BDHS) will sich mehr für Nicht-Christen, wiederverheiratete Geschiedene und Homosexuelle öffnen. Nach der Debatte um einen muslimischen Schützenkönig vor einem Jahr erklärte der neue Bundesschützenmeister Emil Vogt am Montag in Euskirchen, eine neue Profildiskussion solle dem kirchlichen Verband «eine zeitgemäße und verständliche Grundausrichtung» geben, ohne die «Zugehörigkeit zur katholischen Kirche in Frage zu stellen».

Nach dem der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vorliegenden Entwurf sollen künftig auch Ungetaufte und Muslime den örtlichen Bruderschaften beitreten können, sofern sie die christlichen Werte achten. Grundsätzlich sollen sie auf lokaler Ebene auch Schützenkönig sein dürfen; im Einzelfall müsse darüber aber die jeweilige Bruderschaft entscheiden. Die übergeordnete Ebene und Ämter mit inhaltlicher Verantwortung sollen dagegen Angehörigen christlicher Kirchen vorbehalten bleiben. Wer aus der Kirche ausgetreten sei, könne nicht Mitglied werden.

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Demokratische Renitenz gegen römische Homophobie

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Der Papst lehnt einen Botschafter am Heiligen Stuhl ab, weil er homosexuell ist. Doch das Herkunftsland des Mannes, Frankreich, zog seine Ernennung bisher nicht zurück. Dem Vatikan droht eine diplomatische Krise.


wochenblatt.de

Das gab es so noch nie: Am Wochenende hat sich laut Medienberichten Papst Franziskus mit dem designierten Botschafter Frankreichs am Heiligen Stuhl (Santa Sede) getroffen. Grund für die Zusammenkunft war indes ein heikler: Laurent Stefanini ist bislang noch nicht vom Vatikan als Botschafter seines Landes bestätigt worden – und wird das wohl auch nicht. Denn der Mann lebt offen homosexuell.

In dem Treffen zwischen Franziskus und Stefanini habe der Papst wohl sein Bedauern zum Ausdruck gebracht, aber er könne die Bestellung des Franzosen als Botschafter nicht bestätigen. Grund sei die Befürchtung, dass Stefanini während seiner Amtszeit als Botschafter eine Partnerschaft eingehen könnte und damit den Vatikan brüskieren würde. Bereits 2007 kam es zu einer solchen Situation, auch damals hatte Frankreich einen offen homosexuellen Botschafter benannt – und die Ernennung aufgrund des Protests des Heiligen Stuhls zurückgezogen.

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Apostel Huonder spricht von Todesstrafe für Homosexuelle

Für Vitus Huonder sollen Bibelstellen, die die Todesstrafe für Homosexuelle fordern, der neue Leitfaden für den Umgang mit Homosexualität sein


Von David Berger|TELEPOLIS

Vitus Huonder, Bild: wikimedia.org/CC BY 2.0

Eigentlich kommt es in der katholischen Kirche, auch bei deren Hardlinern, nur noch selten vor, dass sich jemand für die Frage des Umgangs mit Homosexualität auf einzelne Bibelstellen beruft. Zu sehr durchgesetzt hat sich hier die Einsicht, dass ein wort-wörtliches Verstehen dieser Stellen, unberührt von den wissenschaftlichen Erkenntnissen der letzten 100 Jahre, einen zum Fundamentalisten-Clown werden lässt.

Selbst der als extrem homophob in die Geschichte eingehende Papst Benedikt XVI hat dies m.W. nie getan, sondern sich immer auf das (ganz und gar unbiblische) philosophische Naturrecht bzw. die Natur des Menschen berufen, um Homosexualität abzulehnen, da sie der “Reproduktion der Art” hinderlich sei.

Nicht einmal der homophobe Papst Benedikt XVI hätte so argumentiert

Nun hat einer der kirchlichen Würdenträger mit diesem Tabu gebrochen. Und zwar ausgerechnet ein Bischof der Schweizer Katholiken, die eigentlich in aller Welt für eine verhältnismäßig liberale Einstellung zu Schwulen und Lesben bekannt sind. Der Bischof von Chur, Vitus Huonder, hat sich in einem Vortrag bei einem Kongress des “Forums deutscher Katholiken” gleich mehrmals auf aus dem Gesamtkontext gerissene Bibelstellen berufen.

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Dodo Schavan im apostolischen Paradies für Ungelernte

Von der deutschen Politik in den Vatikan: Ex-Bildungsministerin Annette Schavan ist seit einem Jahr Botschafterin Deutschlands beim Heiligen Stuhl. Wie ihr ihre Arbeit gefällt, hat sie “Radio Vatikan” erzählt.


domradio.de

Annette Schavan (Bild: Wikimedia Commons/Laurence Chaperon, CC-BY-SA 3.0)
Annette Schavan (Bild: Wikimedia Commons/Laurence Chaperon, CC-BY-SA 3.0)

Für jemanden, der den Berliner Politikbetrieb gewohnt ist, sind die Erfahrungen im Vatikan etwas ganz Neues: Die Diplomatie sei auf lange Linien angelegt und auf Nachhaltigkeit. Als Politiker träume man davon, so arbeiten zu können. Annette Schavan ist seit einem Jahr Botschafterin Deutschlands beim Heiligen Stuhl, davor war sie Bildungsministerin im Bundeskabinett.

Papst als moralische Instanz

Sie lobte vor allem die Friedensdiplomatie des Vatikan. Den Papst bezeichnete sie als einen moralischen Kompass und “unglaublich ermutigend für viele”. Franziskus gehöre “nicht zu einer Partei, nicht zu einer Nation, nicht zu einer Region der Welt, er spricht nicht aus diesem oder jenem Interesse heraus, sondern im Verständnis der Welt als über den Parteien stehend”, so Schavan.

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Hilfsapostel fordert schärfere Bioethik-Gesetze

Der Augsburger Weihbischof Anton Losinger fordert schärfere Bioethik-Gesetze. Das Embryonenschutzgesetz, das Gentechnikgesetz und das Stammzellgesetz müssten novelliert werden, sagte das Mitglied des Deutschen Ethikrats dem Berliner “Tagesspiegel” (Sonntagsausgabe).


evangelisch.de

Anton Losinger. Bild: wikimedia.org/PD

“Bisher gilt als Embryo, was aus der Verbindung einer Ei- und Samenzelle entsteht. Der Gesetzgeber wird nicht umhinkommen, mit Blick auf die neuen totipotenten Zellen den Status des Embryos neu zu definieren.” Totipotente Zellen können einen eigenen Organismus bilden.

Vieles sei inzwischen nicht mehr Science Fiction, sagte der katholische Geistliche. Es gebe erste Impulse, alle gesetzlichen Strukturen in diesem Bereich zu einem großen Reproduktionsmedizin-Gesetz zusammenzuführen. “Das halte ich für einen notwendigen Ansatz. Wichtig ist, dass dabei die hohen ethischen Standards gewahrt bleiben”, betonte Losinger. Eine nationale Regelung werde aber nicht reichen.

Wenn Eltern über die Religion der Kinder streiten

heimkinder

Gehören die Eltern unterschiedlichen Religionen an, kommt es nach Trennung oder Scheidung nicht selten zum Streit darüber, welche Religionsgemeinschaft für die Kinder die richtige ist.


DeutscheAnwaltsauskunft

Bei der Entscheidung über die Religionszugehörigkeit steht das Wohl des Kindes im Vordergrund. Gehören die Eltern zwei verschiedenen Glaubensgemeinschaften an, ist eine Möglichkeit, mit der Entscheidung über den Zutritt des Kindes in eine der beiden Religionsgemeinschaften zu warten, bis Kind 14 Jahre alt ist. Dann kann es über eine Zugehörigkeit selbst entscheiden. Darüber informiert die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) und verweist auf eine entsprechende Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm.

Das Gericht urteilte über folgenden Fall: Die geschiedenen Eltern zweier achtjähriger Kinder hatten das gemeinsame Sorgerecht. Der Vater war Moslem, die Mutter Christin. Aufgrund einer gemeinsamen Entscheidung gehörten die Kinder noch keiner Religionsgemeinschaft an. Die Kinder lebten seit der Scheidung bei der Mutter und besuchten dort die katholische Grundschule. In der Schule nahmen sie regelmäßig am katholischen Religionsunterricht teil und besuchten den Schulgottesdienst.

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Der Piton de la Fournaise und Maria

Ausbruch am 26. Februar 2005. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0/Samuel Hoarau
Der Piton de la Fournaise auf La Reunion zählt zu den aktivsten
Vulkanen der Welt. Nun warnen Experten vor einem besonders heftigen Ausbruch. Bislang kamen nie Menschen zu Schaden. Die Anwohner vertrauen auf Maria.


kath.net

Die Menschen von La Reunion leben mit ihrem Vulkan. Der Piton de la Fournaise in dem französischen Überseeterritorium im Indischen Ozean beweist derzeit wieder, dass er zu den aktivsten der Erde gehört. Immer wieder gerieten schon Siedlungen der dünn besiedelten Umgegend in den Lavastrom. Beim spektakulären Ausbruch vom April 2007 brach gar der Hauptkrater des Vulkans ein; der Boden sank um 300 Meter ab. Nun warnen Seismik-Experten vor einer unmittelbar bevorstehenden, noch heftigeren Eruption. Die Polizei evakuierte alle Wanderer aus der Region.

Im ostafrikanischen La Reunion, rund 10.000 Kilometer südöstlich von Paris, vertrauen die Menschen in solchen Fällen auf die Gottesmutter. Alle paar Kilometer gibt es ein Marienheiligtum. Und mit den meisten verbinden sich ein Bericht oder eine Legende von einer Rettung, einer Heilung oder einem anderen Wunder.

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Antijudaismus: So wurden Juden im Westen seit jeher gehasst

In Tirol begründete ein frei erfundener Ritualmord von Juden an einem Christenkind die Verehrung des “Anderl von Rinn”. Die katholische Kirche ließ diese Figurengruppe in den 1960er Jahren entfernen, doch den Kult gibt es immer noch. (Foto: Oliver Das Gupta)
US-Historiker David Nirenberg belegt, wie Juden seit 2000 Jahren in ganz Europa diskriminiert und verfolgt wurden. Gibt es eine westliche Tradition des Antijudaismus?


Von Stephan Speicher|Süddeutsche.de

Am 14. Juli 1790, dem ersten Jahrestag des Sturms auf die Bastille, beging die südfranzösische Stadt Saint-Ginest das “Föderationsfest”. Der Pater Antoine-Pascal-Hyacinthe Sermet hielt eine Predigt und gab seiner Genugtuung über die Revolution Ausdruck. Dazu zitierte er aus dem Galaterbrief des Apostel Paulus: “Zur Freiheit hat uns Christus befreit. So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!”

Und Sermet erklärte, dass die Knechtschaft, von der Paulus sprach, das Judentum und sein Gesetz sei, die Freiheit aber der christliche Glaube. Und so verhalte es sich politisch: Die Monarchie gleiche dem überwundenen Judentum und seiner Knechtschaft, die revolutionäre Erneuerung aber dem Christentum als dem Glauben der Freiheit.

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Religiotie: Die schöne Berufung von Ehe und Familie

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Kongress “Freude am Glauben” verabschiedet Resolution zur Ehe und Familie


kath.net

Der Kongress “Freude am Glauben” hat des Forums Deutscher Katholiken hat am Freitag eine Resolution zur Ehe und Familie verabschiedet. Kath.net dokumentiert den Wortlaut:

In der Vorbereitungszeit auf die Bischofssynode im kommenden Oktober, möchten wir, die Teil-nehmer desKongresses „Freude am Glauben”, alle katholischen Gläubigen einladen, die Schönheit der Berufung von Ehe und Familie neu zu entdecken und zu vertiefen, als einen Weg zur Heiligkeit. Zwar hat die Einladung zum Gespräch über die Herausforderungen in der Ehe- und Familienpastoral zu irritierenden Stellungnahmen geführt. Sie hat aber auch großartige Begründungen und Entfal¬tungen der überlieferten Lehre der Kirche hervorgebracht.

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Kardinal Duka untersagt “Prague Pride”-Veranstaltungen in Pfarren

Der tschechische Kardinal Dominik Duka hat die Durchführung von zwei Veranstaltungen zum Thema Homosexualität im Rahmen des Begleitprogramms zur Prager Regenbogenparade auf katholischem Boden untersagt.


kathweb

Ratzinger_HomoIn der Akademikerpfarre St. Salvator sollte am 12. August die US-amerikanische Loretto-Schwester und Trägerin des “Mutter-Teresa-Preises” Jeannine Gramick über “Schikanen inner- und außerhalb der Kirche” referieren und tags darauf der polnische Film “Im Namen” über die Lebensgeschichte eines homosexuellen katholischen Priesters gezeigt werden. Beide Veranstaltungen waren vom christlichen Homosexuellenverein “Logos” geplant worden.

Kardinal Duka begründete laut tschechischen Medienberichten am Freitag das Verbot damit, dass die katholische Kirche einige Standpunkte der Teilnehmer und Organisatoren der “Prague Pride” nicht teilen könne. Zwar verfüge eine nicht zu übersehende Anzahl von Männern und Frauen über angeborene homosexuelle Neigungen, weshalb sie mit “Achtung, Mit- und Zartgefühl” anzunehmen seien, betonte der Prager Erzbischof. Doch zugleich sei eine “homosexuelle Handlung innerlich ungeordnet” und könne “nicht gutgeheißen werden”. Er halte es für unglücklich, diese Problematik auf kirchlichem Boden im Zusammenhang mit dem Festival zu thematisieren, zumal die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer nicht gläubig sei und es nicht in deren Interessen liege, ihre Beziehung zur Kirche zu regeln.

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Hamburger Erzapostel für liberalere Sexualmoral

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße ruft seine Kirche zu einer liberaleren Sexualmoral auf. Die katholische Kirche könne sich “den Realitäten des Lebens nicht mehr verschließen”, sagte der 48-jährige Theologe dem “Kölner Stadt-Anzeiger” (Samstagsausgabe). “Wir müssen auf die Vielfalt der Lebensformen schauen, die nun einmal da sind.” Dazu gehörten auch gleichgeschlechtliche Paare.


evangelisch.de

agorio_sex_ritesZwar sei er zurückhaltend im Blick auf die Segnung von Homo-Ehen. “Aber wenn diese Menschen unsere Nähe suchen, sind wir als Kirche für sie da. Was denn sonst?” Die Kirche müsse es wertschätzen, wenn in homosexuellen Beziehungen Werte wie Treue und Verlässlichkeit gelebt würden. Für Geschiedene wünscht sich der frühere Verwaltungschef der Erzbistums Köln “lebbare Formen für die kirchliche Anerkennung und Begleitung, wenn diese Menschen neue Beziehungen eingehen”.

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Deutscher Ethikrat: Organspende – ja oder nein?

Organspende – ja oder nein? Kann ich mit meinen Organen vielleicht anderen Menschen das Leben retten, wenn ich die Organe nicht mehr brauche? Und ab wann ist mein Körper bereit für eine Organspende? Wer entscheidet wann mein Körper dafür bereit ist?


Radio Vatikan

Weihbischof Anton Losinger

Fragen, die man sich oft nicht mehr rechtzeitig stellen kann. Das sollte man aber, denn das dramatische ist, wenn die Entscheidung an den Angehörigen hängen bleibt, erklärt Weihbischof Anton Losinger, Mitglied des Deutschen Ethikrates im Gespräch mit Radio Vatikan. Die deutschen Bischöfe haben diese Woche in Bonn eine „Orientierungshilfe“ diesbezüglich veröffentlicht. Sie machen sich stark für die Organspende an sich und halten an dem umstrittenen Kriterium des Hirntodes als zuverlässiges Kriterium für den Tod des Menschen fest. Das Dokument der Deutschen Bischofskonferenz greife drei wesentliche Punkte auf, die sich mit der Expertise des deutschen Ethikrates decken, so der Augsburger Weihbischof Losinger.

„Das Erste: Das Organspende auch in der Novellierung des Transplantationsgesetzes in der Bundesrepublik Deutschland, wo wir ja inzwischen eine Entscheidungslösung als ein Ergebnis haben, absolut freiwillig sein soll. Eine Spende ist nur Spende, wenn sie frei ist. Das Zweite: Die Bischöfe halten fest, an einer grundsätzlichen Organspende als einen Akt der mitbrüderlichen und mitfühlenden Nächstenliebe zur möglichen Rettung des Lebens eines anderen Menschen sieht. Und drittens: Die absolute Voraussetzung für die Spendung eines lebenswichtiges Organs ist die Feststellung des sicheren Todes des Spenders. Sie erinnern sich, Papst Benedikt XVI. hat diese starke Kriterium geprägt: Ex-Cadavere. (Anm. Red.: Dass Organe nur vom toten Leichnam entnommen werden dürften). Deswegen ist das Kriterium des Hirntodes ein wichtiges und leitendes Kriterium dieses Dokument der deutschen Bischöfe.“

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Pädophiler Priester: Die Kirche schaute weg

Der Kleriker Wolfdieter W. wirkte Ende der 80er-Jahre auch im Bistum Limburg. Ausgerechnet ein Fall aus dieser Zeit brachte das kirchenrechtliche Verfahren ins Rollen. Endlich schafft es die Kirche, sich klar zu distanzieren.


Von Johannes Laubach und Stefan Röttele|Frankfurter Neue Presse

missbrauch_kathol Seinen Opfern möge es eine späte Genugtuung sein, hofft die katholische Kirche. „Die Diözese Würzburg bedauert zutiefst das schwere Leid, das durch den Priester Opfern und deren Familien widerfahren ist. Sie verurteilt auf das Schärfste das Verhalten des Priesters.“ 17 Jahre sind seit den letzten aktenkundig gewordenen Taten von Wolfdieter W. vergangen. Gestern hat Papst Franziskus ihn seiner priesterlichen Rechte und Pflichten enthoben.

Eine echte Entschuldigung – Fehlanzeige. Das Versagen der eigenen Institution, in deren Gewand sich der von drei ordentlichen deutschen Gerichten wegen sexuellen Missbrauchs Jugendlicher in mehreren Fällen schuldig gesprochene Wolfdieter W. (75) über Jahrzehnte fast unbehelligt sündigen konnte, verschweigt sie. Dafür stellt sie klar, dass gegen die päpstliche Entscheidung keine Berufung möglich sei. Thema abgehakt?

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Katholen-Extremismus, Menschenfeinlichkeit, Homosexualität und Todesstrafe

Vitus Huonder am Freitag in Fulda. Katholische Web- und TV-Sender übertrugen den Kongress live in die ganze Welt. Bild: Screenshot bonifatius.tv
Bei einem katholischen Kongress in Fulda lieferten sich Hedwig von Beverfoerde und zwei Bischöfe ein Wettrennen um die homophobste Hetze.


Von Norbert Blech|QUEER.DE

“Ehe und Familie – gottgewollter Auftrag und Weg zum Glück” – so lautet in diesem Jahr das Motto des dreitägigen Kongresses des Forums Deutscher Katholiken in Fulda, der schon in den letzten Jahren durch homophobe Äußerungen und Initiativen aufgefallen war (queer.de berichtete). Für 2015 war anhand von Motto und Rednerliste zu befürchten, dass der Kampf gegen LGBT-Rechte und eine Vernetzung der entsprechenden Akteure an erster Stelle stehen würden (queer.de berichtete). Es sollte dann bereits am ersten Tag noch viel schlimmer kommen als erwartet.

So schien sich Vitus Huonder aus dem schweizerischen Chur Gedanken gemacht zu haben, wie man homophobe Hetze so verpacken kann, dass sie einerseits deutlich und andererseits nicht angreifbar sein könnte, zumindest juristisch. Die naheliegende Lösung: Ein Referat entlang von Bibelstellen.

Zwei davon fand er bei Levitikus. Eine oft gehörte, aber zumindest in Deutschland kaum noch offiziell zitierte aus dem Alten Testament (Lev 18,22): “Du darfst nicht mit einem Mann schlafen, wie man mit einer Frau schläft; das wäre ein Gräuel.” Als der Bischof im März in seiner Heimat das Wort “Gräuel” in einer Predigt in diesem Zusammenhang nutzte, hatte ihm das einige öffentliche Empörung über diese Abwertung eingebracht (queer.de berichtete).

Davon ließ er sich offensichtlich nicht beeindrucken und schob am Freitag in Fulda noch die Langfassung des Zitats hinterher (Lev 20,13): “Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben.”

Die Bibel lege hier die “göttliche Ordnung” dar, so Huonder in seiner Auslegung der zwei Bibelstellen. Direkt im Anschluss meinte er zur “gleichgeschlechtlichen Praxis”, die “zitierten Stellen” würden “genügen, um der Frage der Homosexualität aus der Sicht des Glaubens die rechte Wende zu geben”. Dafür erhielt er großen Applaus der bis zu 1.000 Teilnehmer des Kongresses.

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Apostel Algermissen: Verkündigung der Kirche ‘ein Stück weit krank’

Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen hält Selbstkritik nach dem neuen Rekordstand bei den Kirchenaustritten in Deutschland für geboten


kath.net

democraticunderground.com
democraticunderground.com

Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen hält Selbstkritik nach dem neuen Rekordstand bei den Kirchenaustritten in Deutschland für geboten. Es gebe genügend Analysen zur Glaubens- und Gotteskrise, aber bisher sei es der Kirche noch nicht gelungen, die geeignete Medizin zu finden, sagte Algermissen der Würzburger «Tagespost» (Samstag). «Ich bin überzeugt, auch unsere Verkündigung ist ein Stück weit krank», fügte er hinzu. Sie müsse reformiert werden. «Der Grundwasserspiegel des Glaubens war noch nie so tief wie im Augenblick.»

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Chaos in Zentralafrika: Christen zwingen Muslime zu konvertieren

Christliche Anti-Balaka-Milizen gehen grausam gegen die muslimische Minderheit im Land vor und hindern sie an der Ausübung ihrer Religion. (Foto: imago/Kyodo News)
Nach einer kurzzeitigen Machtübernahme durch die Seleka-Rebellen 2013 herrscht in der Zentralafrikanischen Republik ein Religionskonflikt. Inzwischen verbreiten christliche Milizen Angst und Schrecken und unterdrücken die Muslime im Land.


n-tv

Muslime in der Zentralafrikanischen Republik sind von christlichen Milizen dazu gezwungen worden, ihren Glauben aufzugeben oder sogar zum Christentum zu konvertieren. Dies geht aus einem Bericht von Amnesty International hervor. Muslime, die im Westen des Landes in ihre mittlerweile von Christen kontrollierten Heimatgebiete zurückgekehrt seien, dürften oftmals nicht mehr öffentlich ihre Religion ausüben. Es habe auch Todesdrohungen gegeben, hieß es.

Das christlich geprägte Land versinkt im Chaos, seit muslimische Seleka-Rebellen im März 2013 kurzzeitig die Macht an sich gerissen hatten. Seither wütet ein blutiger Konflikt, der vor allem religiöse Hintergründe hat.

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Kampf um Deutungshoheit: Menschenwürde und Humanität

Freiburger Historiker Leonhard: Entgrenzte Gewalt und Inhumanität in Kriegen des 20. Jahrhunderts ist Folge der Entwicklungen seit der Aufklärung – Erlangener Religionswissenschaftler Nehring: Religion wichtiger Faktor im Ringen um Menschenwürde


kathweb
jesus_schaukel Mit Reflexionen zu den historischen Kampfplätzen, auf denen um Humanität und Menschenwürde gleichermaßen gerungen wurde und gerungen wird, ging die heurige “Salzburger Hochschulwoche” am in ihre Zielgerade. Am Sonntag, 2. August, wird die traditionsreiche Veranstaltungsreihe, die heuer unter dem Motto “Prekäre Humanität” steht, mit einem Festgottesdienst mit Erzbischof Lackner und einem akademischen Festakt an der Universität Salzburg enden. Zuvor skizzierten der Freiburger Historiker Jörn Leonhard und der Erlangener Religionswissenschaftler Andreas Nehring am Freitag, wie es zu den dramatischen Entgrenzungen von Gewalt und Inhumanität in den Kriegen im 20. Jahrhundert kommen konnte und wie zugleich Religion selbst heute noch ein Faktor im Ringen um Menschenwürde sein kann.

Wer verstehen möchte, was historisch betrachtet den “prekären Charakter der Humanität” ausmacht, der muss laut Leonhard die Verbindungen von Gewalt und Humanität analysieren, die es in der Geschichte seit der Französischen Revolution 1792 immer wieder in unterschiedlichen Konstellationen und aus unterschiedlichen Motiven gegeben habe. So zeige der Blick in die Geschichte, dass “die Berufung auf Humanität und Werte eine entscheidende Rolle für die Rechtfertigung von Gewalt” gespielt habe und zugleich auch eine Mitschuld an der “Totalisierung der Gewalt” im 20. Jahrhundert trage.

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Castellammare di Stabia: Exorzismus aus dem Hubschrauber

Panorama von Castellammare di Stabia, im Hintergrund der Vesuv. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 2.5
Von einem Hubschrauber aus wurde ein Exorzismus über einen ganzen Ort durchgeführt. Das ungewöhnliche Ereignis fand in Italien statt. Damit sollte das Böse aus dem Ort „ausgetrieben werden“. In der Gemeinde Castellammare di Stabia waren in der jüngsten Vergangenheit mehrere Kirchen profaniert, religiöse Darstellungen zerstört und Gräber geschändet worden.


Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

„Der Satan hat diesen Ort übernommen“, zitieren Medien die Unruhe, die sich in der Bevölkerung ausbreitete. Castellammare di Stabia liegt im Golf von Neapel unweit der gleichnamigen Stadt. Mit ihren knapp 65.000 Einwohnern ist Castellammare di Stabia wegen der großen Werften und den Stränden mit dem bilderbuchhaften Blick auf den Vesuv bekannt.

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Wahl Dodo des Monats Juli 2015

Dodo des Monats Juli 2015
Dodo des Monats Juli 2015

Sexualität, Ehe, Familie, Homosexualität, das Christentum hat nur ein Thema, Sex. Die die mitreden wollen, zölibatere alte Säcke, die aus ihrer Lieben zum Lattenjupp, Erfahrungen beitragen wollen. Die Ergebnisse sind bekannt.

Die Wahl zum Preisträger des Monats ist bis zum 07.08.2015, 18:00 Uhr, befristet. Der Gewinner wird am folgenden Tag hier gewürdigt werden.
Mehrfachauswahl ist möglich. Viel Spaß!

Die Kandidaten:

  1.  Bülent Arinc,  “Stellv. türkischer Ministerpräsident mit gestörten Verhältnis zu Frauen.
  2.  Lübecker Verbund Kindertagespflege, “sanfter Faschismus um die “Aura-Kinder”.
  3. Margot Käßmann, “warnt vor Missbrauch Gottes beim Gebet.
  4. Ann-Marlene Henning, “Kirche soll sich zum Thema Sex äußern.”
  5.  Alexander Kissler, “macht sich um den Verlust der Scham sorgen.”
  6. Papst Franz, “dankt der Aids-Forschung, Gebete helfen nix.”
  7.  Jochen Bohl, “möchte ganz schnell Balkanflüchtlinge abschieben.”
  8.  Udo Di Fabio, “Menschenrechte gelten nicht für Homos.”
  9.  Thomas Schüller, “will weltliches Gericht gegen Ex-Bischof van-Elst.”
  10.  Guido Wolf, “Bei Sexualkundeunterricht geht ihm die Fantasie durch.
  11.  Berliner CDU, “voll gegen die Homo-Ehe.”
  12. Stefan Oster, “altes Kirchenrecht bleibt in Kraft.”
  13.  Gregor Gysi, “übersieht das Problem kirchlicher Moralnormen nicht.
  14.  Heiner Koch, “labert über Pluralismus, meint aber Geld.”
  15.  Deutsche Forschungsgemeinschaft, “Fördergelder für Splatter-Rituale und Firlefanz.”
  16.  Volker Beck, “dilettiert in Sachen Grundgesetz.”
  17.  Joachim Gauck, “hat es nicht so mit den Fasten.”
  18.  CDU Stuttgart, “Sexuelle Vielfalt stellt Reli-Freiheit in Frage.”

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