Archiv der Kategorie: Katholizismus

Bullshistic: Sterbehilfe-Ein ungeheurer Einbruch in Kultur des Lebens in Europa

Anton Losinger, Bild: augsburger-allgemeine.de

Augsburger Weihbischof Losinger äußert in seiner Karfreitagspredigt massive Kritik an der Entscheidung der belgischen Abgeordnetenkammer, Sterbehilfe für Minderjährige zuzulassen.

kath.net

Weihbischof Anton Losinger  hat heute Nachmittag während der Karfreitagsliturgie im Hohen Dom zu Augsburg über den Umgang des Menschen und unserer Gesellschaft mit Leben und Tod gepredigt. Die Entscheidung der belgischen Abgeordnetenkammer, Sterbehilfe für Minderjährige zuzulassen, sei “ein ungeheurer Einbruch in die Kultur des Lebens mitten auf europäischem Boden”. Im Alphabet des Evangeliums sei das Kreuz Jesu die Liebe, die den Tod aufhalte. “Es ist diese ungeheure und unbegreifliche Entäußerung Gottes, die Hingabe des Sohnes, die maßlos liebevolle Zuwendung an die Menschheit, die den Tod abwendet”, so Weihbischof Losinger. Der Karfreitag, der Blick auf das Kreuz, setze uns als getaufte Christen in die Nachfolge des Gekreuzigten. Losinger ist seit 2005 Mitglied des Deutschen Ethikrates.

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Der Antichrist

Bild: lustipics.de

Ingolf Bossenz über das Brauchtum zu Ostern und was der Osterhase damit zu tun hat

Von Ingolf Bossenz - ND

Ostern – ein Fest, zwei Protagonisten: Der eine steht am Morgen auf, um für die Jüngeren Eier zu verstecken. Der andere aufersteht am Morgen, worauf die Jünger ziemlich rumeiern. Ein vertrackter säkular-sakraler Dualismus, vor dessen dialektisch-zwingender Logik die Wahrheit nackt und unerbittlich Farbe (in diesem Fall Eierfarbe) bekennen muss: Der Osterhase (der – siehe Bild – durchaus auch eine Häsin sein kann) ist der direkte Gegenspieler von Jesus. Der Antichrist in persona sozusagen. Allerdings hat er weder Hörner noch Pferdefuß, sondern wuschelige Löffel und einen putzigen Stummelschwanz. Weshalb die Kirchen auch nichts unversucht lassen, die Mümmelmänner und -frauen heidnisch-ruchlosem Brauchtum zu entreißen und in eigener Sache religiös-ideologisch zu instrumentalisieren.

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Tanzverbot: Es geht ums Prinzip

Mini-Demo: Piraten gegen das Tanzverbot. Foto: Monika Müller

Kaum jemand kommt am Karfreitag zur Demonstration gegen das Tanzverbot. Offenbar sehen viele Frankfurter keine Notwendigkeit mehr im Protest gegen die kirchlich motivierte Einschränkung.

Von Alicia LindhoffFrankfurter Rundschau

Um 14 Uhr war die Demonstration gegen das Tanzverbot angekündigt. Um 14.10 Uhr stehen am Karfreitag noch immer nur zehn Menschen neben dem weißen Brunnen in der Mitte der Zeil, der als Treffpunkt dienen sollte.

Alle zehn gehören zum Umfeld der Frankfurter Piratenpartei, die zum Protestzug aufgerufen hatte. Überrascht sind sie über die – freundlich ausgedrückt – geringe Resonanz nicht. Zum einen sei die Organisation nicht gut gelaufen und die Ankündigung erst einen Tag vor der geplanten Demo verschickt worden, sagt Pressesprecher Christian Hufgard.

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Berlin – Religion und die Großstadt

Bild: RBB

An Feiertagen wie Weihnachten oder Ostern sind – auch in Berlin – die Kirchen voll, aber der Trend geht eigentlich in eine andere Richtung: Die großen Kirchen verlieren Mitglieder, die Gemeinden schrumpfen. Ursula Voßhenrich hat mit der Kulturanthropologin Victoria Hegner darüber gesprochen, inwiefern die Großstadt die Religion prägt – und wie Formen des Glaubens in der Stadt sichtbar werden.

rbb-online.de

Ist Berlin eine religionsferne Stadt?

Wenn man sich die großen Religionen anschaut, wahrscheinlich schon. Gerade das Christentum verliert sehr viel, die Austritte übersteigen die Eintritte. Aber wenn man sich jenseits der monotheistischen Glaubenssysteme bewegt, dann tut sich eine ganz große Vielfalt auf.

In den letzten Jahren sind vor allem sakrale Gebäude nicht-christlicher Religionen in Berlin entstanden, zum Beispiel Moschee-Bauten in Kreuzberg wie das Maschari Center oder die Ahmadiyya-Moschee in Heinersdorf. Vor ein paar Monaten eröffnete ein großer Hindu-Tempel in Britz. Was bedeutet das für eine Stadt, wenn solche großen religiösen Zentren entstehen?

Die Sichtbarkeit von Religion ist mittlerweile zu einem symbolischen Kapital von Städten aufgestiegen, das sich auch touristisch gut verkauft. Solche sichtbaren Gebäude machen die Stadt attraktiver und ziehen natürlich auch Menschen an, die hineinschauen wollen. Andererseits profitieren umgekehrt auch kleinere Gemeinschaften wie beispielsweise die Hindus von der Stadt. Die werden hier wirksam sichtbar, weil Menschen über diese Gebäude darauf aufmerksam werden.

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Gotteswahn Philippinen: Männer lassen sich an Karfreitag kreuzigen

Bild: Die Press.com

Zum Todestag Jesu treiben jedes Jahr Katholiken auf den Philippinen ihre Selbstgeißelung auf die Spitze. Sie lassen sich kreuzigen.

Frankfurter Allgemeine

In einem blutigen Ritual zur Nachempfindung des Todes Jesu haben sich am Karfreitag auf den Philippinen mehrere Katholiken ans Kreuz nageln lassen. Tausende Schaulustige kamen auf ein Feld am Rande der Stadt San Fernando, um die Selbstgeißelung der Männer zu beobachten. Den als Jesus gekleideten Freiwilligen wurden knapp acht Zentimeter lange Stahlnägel durch die Hände gerammt, als sie ans Kreuz genagelt wurden.

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Jugendweihe beliebter als Konfirmation und Firmung

Jugendfeier in Hannover 2012, Bild: wikimedia.org

Zum feierlichen Start ins Erwachsenenleben ist die Jugendweihe in Berlin beliebter als Konfirmation und Firmung. Wie eine dpa-Umfrage bei den beiden größten Trägervereine ergab, bereiten sich derzeit rund 4200 Jugendliche auf ihre anstehende Zeremonie vor.

Berliner Kurier

Sprecher beider Vereine sagten außerdem, dass der Anteil von Jugendlichen, die zur Jugendweihe gehen, weiter ansteige. So nehmen allein beim Humanistischen Verband dieses Jahr 10,2 Prozent der Berliner Schüler des aktuellen Jahrgangs an der Zeremonie teil. 2011 waren es 8,3 Prozent. Humanistischer Verband und Jugendweihe Berlin/Brandenburg e.V. konkurrieren in Berlin um die Ausrichtung von Jugendweihen.

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Heidelberg testet neue Feiertagsregelung

Heidelberg, Bild: wikimedia.org

Seit Mitternacht wird in Heidelberg eine neue Feiertagsregelung getestet.

Deutschlandradio Kultur

Die Absprache zwischen der Kommune, den Kirchen und den Disco-und Clubbesitzern sieht unter anderem vor, dass am gesamten Karfreitag, sowie an Allerheiligen und am Totensonntag keine Tanzveranstaltungen stattfinden. Zum Ausgleich dürfen Diskotheken beispielsweise am Karsamstag öffnen – was bislang in Baden-Württemberg verboten war. Bürgermeister Wolfgang Erichson erklärte, mit der Einigung räumten die Kirchen ein, dass man auch an Ostern oder Weihnachten tanzen könne, während die Club-und Diskothekenbetreiber respektierten, dass es auch stille Feiertage gebe.

Karfreitagsfilm: Das Leben des Brian

Marko Perkovic: Gott, Familie, Vaterland

Thompson, 2011 bei einem Konzert in Korčula. Bild: Quahadi Añtó / CC BY-SA 3.0

Der Sänger Thompson aus Kroatien will in Berlin ein Konzert geben. Er stößt auf Widerstand, jedoch nicht so sehr beim Veranstaltungsort.

Von Sead Husictaz

„Ora et labora“ – bete und arbeite, so heißen das 2013 erschienene Album und auch die Deutschlandtour von Marko Perkovic, 47, alias Thompson, der am 26. April in der Columbiahalle einen Auftritt plant. Nun klingt das mittelalterliche Benediktinercredo nicht gerade gefährlich, und Thompson ist in Deutschland so bekannt wie Marius-Müller Westernhagen in Kroatien. Er könnte also die hiesige Öffentlichkeit herzlich gleichgültig lassen. Dies mag sich auch das Management der Columbiahalle gedacht haben und stellte seine Räumlichkeiten dem kroatischen Sänger zur Verfügung, der zuvor schon zwei Mal, 2006 und 2009, hier gastiert hatte.

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Bekehrt Dawkins Menschen zu Jesus?

dawkinsDer wohl bekannteste Atheist Richard Dawkins hat eine Autorin dazu inspiriert, sich zu bekehren. Dawkins Buch „Der Gotteswahn“ fand sie „so schlecht informiert“, dass sie die Wahrheit über Jesus anderswo suchte – und eine Kehrtwende machte. Der Atheist reagierte via Twitter.

pro Medienmagazin

Die amerikanische Autorin und Akademikerin Judith Babarsky las auf Empfehlung Dawkins Buch “Der Gotteswahn“ (Originaltitel “The God Delusion“). Doch anstatt sich aufgeklärt zu fühlen, empfand sie das Lesen als Zeitverschwendung. Auf dem Blog deadphilosopherssociety.com zitiert Babarsky aus einer Amazon-Rezension zum Buch, mit der sie übereinstimme: „Ich begann es zu lesen, weil ich eine logische, skeptische, ja wissenschaftliche Kritik über Religion erwartete. Stattdessen fand ich [...] Erzählstränge mit abwertenden Adjektiven, die vorgeben, Argumente zu sein, eine unglaubliche arrogante Einstellung sowie eine Haltung moralischer Bedeutungsgleichheit, unfähig zwischen Stärken und Schwächen der unterschiedlichen Religionen zu unterscheiden. [...] Das ist keine akademische Analyse, das ist schlechter Journalismus.“

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W00t: Gott im Gehirn des Weihbischofs – Beten ist wie Nichtstun

Bild: evangelisch.de

Der Hamburger katholische Weihbischof Hans-Jochen Jaschke (72) hat keine Angst vor der modernen Wissenschaft. Für eine Untersuchung seiner Hirnaktivität während des Betens ließ er sich in einem Magnetresonanztomografen (MRT) durchleuchten. Das Ergebnis war allerdings bescheiden.

evangelisch.de

“Ich finde, die Hirnforschung ist ein hochinteressantes Feld”, sagte Jaschke am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Hamburg. Und die Wissenschaft insgesamt sei “ein wichtiger Aspekt im Leben”. Vorgenommen wurde der Test von dem Münchner Hirnforscher Ernst Pöppel für einen Report der “Bild”-Zeitung zum Osterfest. Das Ergebnis des sogenannten Gottes-Experiments sei, dass im Gehirn keine messbaren Veränderungen während des Betens auftreten, berichtete das Blatt.

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Jesus ist gut für die Polizeikarriere – gut gewendet

Mit seinem Glauben will Bernd Merbitz mehr Menschlichkeit in seinen Dienst einfließen lassen Foto: Marco_Broscheit, flickr | CC-BY 2.0

Von der SED in die CDU, vom Atheisten zum überzeugten Katholiken: Diesen Lebensweg hat Bernd Merbitz, der Polizeipräsident von Leipzig, hinter sich. Die Zeitung Die Welt hat ihn zu seinen Überzeugungen befragt.

pro Medienmagazin

Merbitz sprach erstmals öffentlich über seinen Glauben, als er vor gut 300 Zuhörern für Leipzig als Veranstaltungsort des Katholikentages 2016 werben sollte. In der DDR trotz evangelischer Taufe und katholischer Mutter als Atheist aufgewachsen, fing er nach 1989 an, Fragen zu stellen und wurde neugieriger. Als Christ wäre ihm in der DDR die Karriere im Polizeidienst verwehrt geblieben.

Nach dem Mauerfall wechselte Merbitz auch seine Partei, verließ die SED und trat der CDU bei. Ein besonderes Anliegen ist ihm der Kampf gegen Rechtsextremismus – trotz Drohungen gegen seine Familie, von denen er sich nicht abbringen lassen will. „Ich höre nicht auf“, sagte er im Gespräch mit der Welt.

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»Wir führen auch Enttaufungen durch«

Bild: frei-denken.ch

»Heidenspaß statt Höllenqual« – Atheisten protestieren gegen die Einschränkungen zu Karfreitag. Ein Gespräch mit Petra Daheim

Interview: Gitta DüperthaljW

Petra Daheim ist Landessprecherin des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) in Nordrhein-Westfalen (NRW)

Jedes Jahr der gleiche Ärger: Für Karfreitag wird christliche Besinnlichkeit verordnet – und damit Verzicht auf Tanzen und andere Kulturveranstaltungen. Nichtreligiöse Menschen würden dadurch bevormundet, klagen Atheistenverbände. Was ist denn alles in NRW und anderswo untersagt?

Märkte, Sport- und Tanz – alles verboten! Uns wird vorgeschrieben, wie wir diesen freien Tag zu verbringen haben. Die Stadt Köln z.B. hat auf ihrer Webseite alles mögliche verboten: Veranstaltungen mit unterhaltendem Charakter, öffentliche Umzüge etc. Es ist alles einzeln aufgeführt – bis hin zur Briefmarkentauschbörse. Ausgenommen sind Wissenschafts- und Bildungsveranstaltungen; die sind aber anzumelden, weil man dafür eine Sondererlaubnis braucht. In Bayern gab es sogar das Verbot eines Schachwettbewerbs, der sicherlich keine gottesdienstlichen Handlungen stören würde. In Düsseldorf und Köln waren Kindertheateraufführungen untersagt – sie sollten nicht zur Zeit des Gottesdienstes stattfinden.

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Katholische Kirche medienwirksamer

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Image ist alles: Papst Franziskus‘ positives Image bietet der Kirche die Chance, eher mit der Osterbotschaft als mit Skandalen wahrgenommen zu werden. Dies hat eine internationale Fernsehanalyse ergeben.

pro Medienmagazin

Die Katholische Kirche dominiert das Medienbild des Christentums. In den Hauptabendnachrichten in Europa, Amerika und Afrika schauten mehr als 90 Prozent aller Berichte auf das Christentum der Katholischen Kirche, fand das Schweizer Forschungsinstitut „Media Tenor“ in einer internationalen Fernsehanalyse für die Jahre 2012 bis 2014 heraus. In einem Drittel der Beiträge ging es um Papst Franziskus. Die Wahl und der Beginn des Pontifikats vom Papst fielen nicht in den Untersuchungszeitraum.

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Tanzverbot am Karfreitag: Dezernent begrüßt Tanzverbot

dancing girls 156547Frankfurts Stadtkämmerer Uwe Becker (CDU) will am Karfreitag Ruhe. Andere wollen das nicht. Sie kündigen für den Feiertag eine Protest-Party auf der Senckenberganlage an.

Frankfurter Rundschau

Stadtkämmerer Uwe Becker (CDU) hat sich für die Einhaltung der Ruheregelung am Karfreitag stark gemacht. „Wir können schließlich nicht bei jeder Gelegenheit die Ankerpunkte unserer Gesellschaft lösen und uns dann wundern und beklagen, wenn unser Wertegerüst Schaden nimmt“, sagte Becker und unterstützte damit die Haltung der Landesregierung, die den stillen Feiertag weiter schützen will.

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