Max Webers These vom Zusammenhang zwischen Protestantismus und Kapitalismus

Wann immer über das Verhältnis von Religion und Wirtschaft diskutiert wird, fällt früher oder später der Name Max Weber.

Von Tobias Straumann | Neue Zürcher Zeitung

Der berühmte deutsche Soziologe behauptete in seinem Aufsatz «Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus» (1905), dass der zu seiner Zeit auffällige Zusammenhang zwischen konfessioneller Zugehörigkeit, Kapitalbesitz und Unternehmertum nicht zufällig sei.

Vor allem der Calvinismus sei wirtschaftsfreundlicher als der Katholizismus, weil sein theologischer Kern eine Verwandtschaft mit der Kultur des modernen Kapitalismus aufweise. Indem er die Gläubigen dazu anhalte, fleissig und sparsam zu sein und beruflichen Erfolg als Ausdruck von göttlicher Gnade zu betrachten, leiste er einem Leistungsgedanken Vorschub, der auch dem kapitalistischen Unternehmertum eigen sei. So wie der Unternehmer den Gewinn immer wieder reinvestiere, um sich im Wettbewerb zu behaupten, müsse sich der gläubige Calvinist im Berufsleben immer wieder bewähren, um zu erfahren, ob er von Gott auserwählt sei (doppelte Prädestinationslehre).

Max Weber zitiert den Puritaner Benjamin Franklin

Um seine Beobachtung zu illustrieren, zitiert Weber aus einem Werk des amerikanischen Puritaners Benjamin Franklin: «Bedenke, dass die Zeit Geld ist; wer täglich zehn Schillinge durch seine Arbeit erwerben könnte und den halben Tag spazieren geht, oder auf seinem Zimmer faulenzt, der darf, auch wenn er nur sechs Pence für sein Vergnügen ausgibt, nicht dies allein berechnen, er hat neben dem noch fünf Schillinge ausgegeben oder vielmehr weggeworfen.» Für Weber ist die Empfehlung Franklins im Kern religiös begründet, aber zugleich förderlich für das Erreichen des materiellen Erfolgs.

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Erasmus: Ohnmacht des Humanismus

Hans Holbein d. J. malte Erasmus von Rotterdam (1466–1536) mehrfach, hier 1523. Foto: epd/akg-images
Aus der Frühgeschichte der Aufklärung: In diesen Tagen vor 500 Jahren klagt Erasmus von Rotterdam vehement den Krieg an.

Von Christian Thomas | Frankfurter Rundschau

Im Frühjahr 1517 konnte man glauben, dass die politischen Eliten Europas ein Einsehen haben: „Von nun widmet Euch in gemeinsamen Konzilen dem Studium des Friedens.“ War der Gedanke, weil er als Klage ziemlich pathetisch formuliert war, falsch?

Einlenken, so der fromme Wunsch, sollten kirchliche Würdenträger, sollten weltliche Funktionsträger, sie sollten sich einlassen auf einen Friedenskongress, angefangen mit dem Papst. Doch von dem musste sich der Antikriegsschriftsteller sagen lassen: „Du begreifst diese Dinge nicht.“ Damit war der Krieg gemeint, der dem Pontifex ein realpolitisches Anliegen war. War der Krieg deswegen richtig?

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„Unter Benedikt ging es so schwul zu wie nie zuvor“

Bei seinem letzten Besuch in Deutschland hat Papst Benedikt XVI. klar gemacht, dass Frauen in der katholischen Kirche keine Ämter übernehmen sollen

Krzysztof Charamsa ist Theologe und homosexuell. Der gebürtige Pole arbeitete 13 Jahre in der römischen Glaubenskongregation. Als Joseph Ratzinger Papst war, wurde Charamsa 2011 Nachfolger von Georg Gänswein, nachdem der zum Privatsekretär des Kirchenoberhaupts ernannt worden war.

FOCUS ONLINE

Während seiner Jahre im Vatikan verheimlichte der heute 44-Jährige Charamsa seine Liebe zu Männern, weil die katholische Kirche Homosexualität als Todsünde betrachtet. Inzwischen ist der Theologe von allen seinen kirchlichen Ämtern suspendiert: Im Oktober 2015, am Vorabend der Familiensynode im Vatikan, wagte Charamsa nämlich sein Coming Out.

Hälfte aller katholischen Geistlichen soll schwul sein

In seinem Buch „Der erste Stein“, das der „Stern“ in Auszügen veröffentlichte, gibt der suspendierte Priester erschreckende Einblicke in die homophobe Struktur der katholischen Kirche – und berichtet von der Doppelmoral im Vatikan.

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Christliche Krankenhaus-Konzerne fordern Umdenken bei der Patientenversorgung

Bild: tilly
Kommunikation und Zuwendung kosten in Krankenhäusern Zeit und Geld. Katholische und evangelische Kliniken sehen für sich darin ein Handicap. Sie können bislang nicht kostendeckend arbeiten, kritisieren sie.

evangelisch.de

Die Initiative Christliche Krankenhäuser in Deutschland tritt für eine umfassende Reform der Patientenbetreuung ein. Mit Blick auf die wachsende Zahl an hochbetagten oder dementen Patienten fordern der Deutsche Evangelische Krankenhausverband (DEKV) und der Katholische Krankenhausverband Deutschlands (kkvd) ein Umdenken. Eine menschliche Betreuung müsse garantiert werden, erklärten sie am Donnerstag in Berlin.

Dazu gehörten eine bessere finanzielle Ausstattung für Pflege- und Betreuungspersonal, neue Begleitmethoden wie Demenzlotsen und die Mitaufnahme von Bezugspersonen bei Demenzkranken, betonten sie. DEKV-Vorsitzender Christoph Radbruch führt im epd-Gespräch aus, die Versorgung von Patienten im Krankenhaus müsse menschlicher werden. Die Abläufe vor allem in großen Kliniken seien auf Effizienz ausgerichtet. Patienten, die mehr Pflege und Aufmerksamkeit benötigten, störten den Arbeitsablauf. „Aber der Mensch ist kein Produkt“, sagte Radbruch.

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Kognitive Dissonanzen bei kath.net

Über uns – katholisch.de. Screenshot: bb
„Es ist höchste Zeit für ein klärendes und belastbares Wort zu diesem immerhin mit 2 Millionen Euro jährlich finanzierten kirchlichen Internetunternehmen.“

Von Martin Wind | kath.net

Erinnern Sie sich noch: Am 17. Februar konnte man hier auf „kath.net“ die elektrisierende Nachricht lesen, dass „katholisch.de“ nicht das „offizielle Internetportal der Kirche“ in Deutschland sei. So hatte sich der Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Matthias Kopp, in einer E-Mail gegenüber dem Chefredakteur des unabhängigen katholischen Internetmagazins „kath.net“ Roland Noé, geäußert. Diese Nachricht war sowohl für katholische Medienschaffende wie auch für viele Katholiken verblüffend, denn bis heute kann man im Impressum bei „katholisch.de“ lesen: „,Katholisch.de‘ ist das Internetportal der katholischen Kirche in Deutschland.“

Erstaunlich an der bis heute von der Realität widerlegten Koppschen Behauptung war auch der Zeitpunkt seiner Einlassung. Denn bereits im Vorfeld waren Mitarbeiter des Internetportals mehrfach mit Wortmeldungen unangenehm in der Öffentlichkeit aufgefallen: Unter anderem hatte Björn Odendahl in einer kritischen Betrachtung zum Afrikabesuch von Papst Franziskus in chauvinistischer und rassistischer Manier schwadroniert: „Natürlich wächst die Kirche (in Afrika, d. Red) dort. Sie wächst, weil die Menschen sozial abgehängt sind und oft nichts anderes haben als ihren Glauben. Sie wächst, weil der Bildungsstand durchschnittlich auf einem niedrigeren Niveau ist und die Menschen einfache Antworten auf schwierige (Glaubens)fragen akzeptieren.

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Jordanien: Den Täter ins Haus geholt

In vielen arabischen Ländern wird Tätern Straffreiheit gewehrt, wenn sie ihre Opfer nach einer Vergewaltigung heiraten. (Foto: dpa)
  • In vielen arabischen Länder gibt es Gesetze, die Tätern Straffreiheit versprechen, wenn sie ihre Opfer nach einer Vergewaltigung heiraten.
  • Nun hat auch Jordanien erste Schritte unternommen, die umstrittene Gesetzeslage zu ändern.

Von Dunja Ramadan | Süddeutsche.de

Die 16-jährige Amina Filali aus Marokko hatte sich mit Rattengift umgebracht, wenige Monate nachdem sie ihren Vergewaltiger heiraten musste. Ihre Familie und ein Richter sollen das Mädchen zur Heirat gedrängt haben, um sie vom gesellschaftlichen Stigma einer vergewaltigten Frau zu „befreien“. Dieser Fall aus dem Jahr 2012 schockierte nicht nur Marokko, sondern sorgte weltweit für Aufsehen und machte auf die frauenfeindliche Praxis aufmerksam, die in vielen arabischen Ländern gesetzlich verankert war und teilweise noch ist: Es sind Gesetze, die den Tätern Straffreiheit versprechen, wenn sie ihre Opfer im Nachhinein heiraten. Zwei Jahre nach der Selbsttötung von Amina Filali wurde der besagte Artikel 475 im marokkanischen Strafgesetzbuch abgeschafft.

Nun hat auch Jordanien erste Schritte unternommen, die umstrittene Gesetzeslage zu ändern. Am Sonntag sprach sich das Kabinett dafür aus, Artikel 308 aus dem Strafgesetzbuch zu streichen. Die Entscheidung des Kabinetts muss allerdings noch von den Abgeordneten des Parlaments abgesegnet werden. Doch viele Aktivisten werten das bereits als Erfolg. „Das ist ein jordanischer Traum, der wahr geworden ist“, sagte Aktivistin der Arab Women Organisation, Laila Naffa, der Jordan Times.

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Prominente evangelische Christen weiter in AfD-Führung präsent

Nach langem Hin und Her war bei Parteitag in Köln von den Delegierten ein Antrag zur Kirchenfinanzierung für das Programm der Bundestagswahl verabschiedet worden

kath.net

Prominente evangelische Christen wie Beatrix von Storch und Hubertus von Below bleiben weiterhin in der AfD-Führung präsent. Beim turbulenten Parteitag am Wochenende in Köln war es zu einer langen Kontroverse über die Haltung zu den Kirchen gekommen, u.a. mit Rufen nach einem Kirchenaustritt. Dem stellten sich Storch – sie ist Vizeparteichefin – und Below, die den „Arbeitskreis Christen in der AfD“ repräsentieren, entgegen.

Mitgetragen wird von den AfD-Christen die Ablöse von Parteichefin Frauke Petry als Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl und Ersetzung durch Alexander Gauland und Alice Weidel. Die beiden sollen die AfD als Spitzenkandidaten in die Bundestagswahl führen. Die 38-jährige Unternehmensberaterin Weidel wird dem wirtschaftsliberalen Lager der AfD zugerechnet, der 76-jährige Gauland gilt als Vertreter des nationalkonservativen Flügels.

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Der Papst sollte seinen KZ-Vergleich zurücknehmen

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Das Kirchenoberhaupt müsste eigentlich seine Worte gut wägen. Aber Franziskus redet oft schludrig. Wie kann er die Aufnahmezentren für Flüchtlinge in Griechenland „Konzentrationslager“ nennen?

Von Thomas Schmid | DIE WELT

Wie jeder andere Mensch hat auch der Papst alles Recht, mit drastischen Worten auf die elende Situation hinzuweisen, in der viele Flüchtlinge in Europa leben. Da er aber nicht jedermann ist und, vorsichtig gesagt, eine herausgehobene Position innehat, muss er seine Worte gut wägen.

Das hat Franziskus wieder einmal nicht getan. Er überschritt eine leicht erkennbare Grenze des Maßes und des Anstands, als er soeben die Aufnahmezentren für Flüchtlinge in Griechenland Konzentrationslager nannte. Wörtlich sagte er: „… denn wegen der Menschenmasse, die dort gehalten wird, sind diese Flüchtlingslager – es sind so viele – Konzentrationslager“.

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Malteser, Kondome und eine ‚Kongo-Pille‘

Die Rotjacken verteilen Kondome ©Ricardo Mussacchio
Malteser und Kondom-Verteilung. Diese Geschichte hat die letzten Monaten medial für Aufsehen gesorgt und im Malteserorden zu heftigen Diskussionen geführt. Während verschiedene Malteser medial den Eindruck erwecken möchten, dass diese Geschichten wenige bedauerliche Einzelfälle in ferner Vergangenheit waren, auf die sofort reagiert wurde, zeigen interne Malteserdokumente, dass die Geschichte durchaus weiterhin kritisch einzuschätzen ist.

kath.net

So fand beispielsweise am 12. Dezember 2013 ein Board Meeting von Malteser-International (MI) statt. Das kath.net vorliegende Protokoll zeigt als Teilnehmer unter anderem Albrecht v. Boeselager und Ingo Radtke, dem Generalsekretär von MI. Einer der Tagesordnungspunkte war das Thema „reproductive health“ (reproduktive Gesundheit) und die Verteilung von Kondomen in Myanmar und im Südsudan. Das Board-Meeting stellte klar fest, dass man hier im Zusammenhang mit der Lehre der Kirche eine „rote Linie“ überschritten hatte. Es wurde beschlossen, dass das Ganze in einem Arbeitskreis mit Bischof Stenger, dem geistlichen Berater von MI, weiter diskutiert werden sollte. Das Ziel der Arbeitsgruppe war, klare Richtlinien zu dem Thema (Anm. d. Red.: Die es allerdings durch das Lehramt der Kirche ohnedies bereits gibt!), erstellen zu lassen.

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Islamophobie – Imaginärer Rassismus

Der Religion der Unterdrückten? Für die desillusionierte europäische Linke ist der Islam zur letzten Utopie geworden. (Bild: Morteza Nikoubazl / Reuters)
Der Vorwurf der Islamophobie macht Kritik am Islam unmöglich. Das ist gefährlich, gerade für Muslime.

Von Pascal Bruckner | Neue Zürcher Zeitung

Islamophobie – ein Begriff hat Konjunktur. Und man könnte meinen, es sei ein neuer Begriff. Doch das ist er nicht. Bereits die Verwalter des französischen Kolonialreichs um 1900 kannten ihn. Dann geriet er in Vergessenheit, um erst Ende der 1980er Jahre durch britische Muslime förmlich wiedererfunden zu werden. Damals, als der iranische Revolutionsführer Ayatollah Khomeiny eine Fatwa gegen Salman Rushdie erliess, den Autor des Romans «Die satanischen Verse». Die Fundamentalisten wollten all jene einschüchtern, die sich mit dem indisch-britischen Schriftsteller solidarisierten, indem sie unterstellten, jede Infragestellung des Islams sei ein Verbrechen, das die härteste Strafe verdiente.

Werkzeug der Unterdrückung

Doch im Begriff «Islamophobie» verbinden sich zwei ganz verschiedene Bedeutungen: die Verfolgung der Gläubigen, die überall ein Vergehen ist, und das Hinterfragen von Glaubensinhalten, das in jedem zivilisierten Land ein Recht ist. Unter dem Vorwand, die Muslime zu verteidigen, geht es also darum, jene Westler zum Schweigen zu bringen, deren Schuld darin besteht, Geschlechtergleichheit und Glaubensfreiheit zu postulieren.

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Schulz nennt AfD-Aufruf „abscheulich“

Bild: FB

Die AfD hat ihre Mitglieder aufgefordert, aus der Kirche auszutreten. Nun reagiert SPD-Chef Martin Schulz und finde klare Worte für die „Alternative“.

Frankfurter Allgemeine

SPD-Chef Martin Schulz hat Aufrufe aus der AfD-Spitze zum Kirchenaustritt scharf verurteilt. Das sei ein ungeheuerlicher Angriff auf die Kirchen, schrieb der Kanzlerkandidat an den Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, und den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche, Bischof Heinrich Bedford-Strohm.

In den der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Briefen erklärt Schulz, die Vorwürfe der AfD gegen die Kirchen seien „unfassbar und abscheulich“. Die AfD habe auf ihrem Kölner Parteitag gezeigt, dass es ihr um Spaltung, Provokation und rechten Populismus gehe.

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Camel and Christ accept their Burdens Kneeling

Die äußere Haltung des Kniens unterstützt die innere Haltung der Demut gegenüber Gott, betont Bischof Robert Morlino.

kath.net

Robert Morlino, der Bischof der Diözese Madison (US-Bundesstaat Wisconsin), hat alle Angehörigen seines Bistums ersucht, die Kommunion kniend in den Mund zu empfangen. Damit soll die Ehrfurcht vor der realen Gegenwart Christi in der Eucharistie verstärkt zum Ausdruck gebracht werden, sagt Morlino bei der Chrisammesse am 11. April.

Die äußere Haltung des Kniens unterstütze die innere Haltung der Demut gegenüber Gott, ergänzt Brent King, Direktor der Öffentlichkeitsarbeit der Diözese Madison. Die Bitte seines Bischofs sei keine strikte Vorgabe. Niemandem würde die Kommunion verweigert, wenn er sie in die Hand empfangen wolle, fügt er hinzu.

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*Die Überschrift ist ein Zitat von Ambrose Bierce.

AfD will Bischöfe nicht mehr aus Steuermitteln bezahlt sehen

Bild: tilly
Auf dem Kölner AfD-Parteitag wurde aber der Antrag, die Abschaffung der Kirchensteuerfinanzierung ins Wahlprogramm aufzunehmen, abgelehnt.

kath.net

In der AfD wurde die Diskussion darüber weitergeführt, inwieweit die Partei die Kirchensteuer weiter unterstützen will. Beim Parteitag am vergangenen Wochenende wurde der Antrag auf Kirchensteuerabschaffung allerdings abgelehnt. Gleichzeitig wurde aber die Forderung ins Wahlprogramm aufgenommen, Kirchenrepräsentanten (etwa Bischöfe) nicht mehr aus Steuermitteln zu bezahlen.

Begründet wurde der Vorschlag zur Abschaffung der Kirchensteuer mit der Behauptung, dass die Repräsentanten der christlichen Kirchen „durch ihre einseitigen, demokratiefeindlichen Stellungnahmen und Handlungen gegen die legitimen Positionen der AfD“ jegliches Anrecht auf Unterstützung durch ein demokratisch organisiertes Gemeinwesen verwirkt hätten. Das berichtete die „Katholische Nachrichtenagentur“ (KNA). Der Antrag zur Abschaffung der Kirchensteuer scheiterte allerdings am Votum der Delegierten.

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Hamed Abdel-Samad: „Moscheen müssen Imame nehmen, die der Staat bestimmt“

Hamed Abdel-Samad, Bild: bb

Braucht Deutschland ein Islamgesetz? Die Wissenschaftler Mouhanad Khorchide und Hamed Abdel-Samad sind davon überzeugt. Aus ihrer Sicht könnte man so den Einfluss konservativer Muslime hierzulande eindämmen.

DIE WELT

Mehrere muslimische Wissenschaftler haben sich für ein Islamgesetz nach österreichischem Vorbild ausgesprochen. Dies wäre aus Sicht des Islamwissenschaftlers Mouhanad Khorchide und des Politikwissenschaftlers Hamed Abdel-Samad ein Weg, den Einfluss konservativer muslimischer Verbände und ausländischer Geldgeber in deutschen Moscheen einzudämmen. Im Berliner „Tagesspiegel“ äußerten sie die Auffassung, dass ein solcher Schritt einen modernen, reformorientierten Islam fördern könne.

Mehrere CDU-Politiker um die Präsidiumsmitglieder Jens Spahn und Julia Klöckner hatten ein solches Islamgesetz gefordert. Dies war bei Bundesregierung, Kirche und parteiintern auf Kritik gestoßen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), der zu den Mitbegründern der Islamkonferenz zählt, sagte Anfang des Monats, ein Bundesgesetz sei „sicher nicht die richtige Methode“.

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AfD übt scharfe Kirchenkritik

Die Kirchen Kölns hatten sich am Samstag unter dem Motto „Unser Kreuz hat keine Haken“ an den Protesten gegen den AfD-Parteitag beteiligt. Der Vorsitzende des AfD-Landesverbandes Niedersachsen, Armin-Paul Hampel: „In dem Verein sollte keiner von uns mehr Mitglied sein, das sollten wir durch unseren Austritt dokumentieren.“

evangelisch.de

Die rechtspopulistische Partei AfD hat mit scharfer Kirchenkritik auf den Protest von Kirchen gegen den Bundesparteitag am Wochenende in Köln reagiert. Der Vorsitzende des AfD-Landesverbandes Niedersachsen, Armin-Paul Hampel, rief zum Kirchenaustritt auf: „In dem Verein sollte keiner von uns mehr Mitglied sein, das sollten wir durch unseren Austritt dokumentieren.“ Zuvor hatte die AfD-Parteichefin Frauke Petry „hässliche, abwertende, und polarisierende Bemerkungen“ der Kirchen gegenüber der Partei kritisiert. Fakten seien dabei ausgeblendet worden. Die Kirchen Kölns hatten sich am Samstag unter dem Motto „Unser Kreuz hat keine Haken“ an den Protesten gegen den AfD-Parteitag beteiligt.

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Polen: Verschreibungspflichtige „Pille danach” immer näher

Die konservative Einstellung der regierenden Partei PiS in Fragen der Verhütung und Familienplanung verursacht immer wieder Kontroversen und sogar Konflikte. Die „Pille danach“ gehört zu diesen umstrittenen Themen. Die parlamentarische Gesundheitskommission befürwortet die Verschreibungspflicht der Notverhütung, doch der Sejm verzichtet erstmal auf die Lesungen der Novellisierung und auf die Debatte darüber.

Von Dorota Rędzikowska | POLEN HEUTE

Die parlamentarsiche Gesundheitskommission hat mehrere Tage gebraucht, um zur Einigung im Thema der Pille danach zu kommen. Die Pille EllaOne ist immer noch rezeptfrei in Polen, doch die Regierung von Beata Szydlo kündigt immer wieder an, das Gesetz von 2015 zu ändern. Die Polinnen haben aber bereits Probleme, die Pille zu kaufen – viele Apotheker berufen sich auf die sogenannte „Gewissensklausel“, die eigentlich nur für Ärzte gilt.

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Papst: Flüchtlingszentren gleichen Konzentrationslagern

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Papst Franziskus hat die Aufnahmezentren für Migranten in Griechenland mit Konzentrationslagern verglichen.

Frankfurter Rundschau

Mit Blick auf die sogenannten Hotspots, etwa auf der Insel Lesbos, sagte er in Rom: „Viele Flüchtlingslager sind Konzentrationslager – wegen der Menge an Menschen darin.“ Seine Worte fielen bei einer Zeremonie zum Gedenken an moderne christliche Märtyrer. Der Papst stellte den Vergleich zur Nazi-Zeit an, als er von einem Flüchtling berichtete, den er 2016 auf Lesbos getroffen hatte. Dessen Ehefrau sei wegen ihres christlichen Glaubens vor den Augen ihres Manns getötet worden.

Papst: Kirche braucht auch heute Märtyrer – nur Mut liebe Katholiken

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Bei Gottesdienst im Gedenken an Blutzeugen des Glaubens sprach unter anderen Roselyn Hamel, Schwester des 2016 von Islamisten ermordeten französischen Priesters Jacques Hamel

kath.net

Das Christentum braucht nach Worten von Papst Franziskus auch heute Märtyrer. Nötig seien Heilige im Alltag, „aber auch jene, die den Mut haben, die Gnade anzunehmen, Zeuge bis zum Ende, bis zum Tod zu sein“, sagte er am Samstag in Rom. Das lebendige Erbe der Märtyrer gebe den Christen der Gegenwart Frieden und Einheit. Ihr Vorbild lehre, dass man mit der Kraft der Liebe gegen Gewalt und Krieg kämpfen könne, so Franziskus.

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Warum Exorzisten Dämonen nach ihren Namen fragen

Nur wenige Menschen, die ihn um Hilfe bitten, sind von einem Dämon besessen. Die Gefahr ist aber nicht zu unterschätzen. Jeder Kontakt mit Magie, Okkultismus und ähnlichem bringe den Menschen näher zum Bösen, sagt der Exorzist César Truqui.

kath.net

Wer den Namen kennt, hat Macht über eine Sache. Deshalb sieht das Exorzismusritual vor, dass der Priester den Namen des Dämons erfragt, den er austreiben will. Sagt der Dämon seinen Namen, ist das ein Zeichen dafür, dass er bereits geschwächt ist, sagt César Truqui, Exorzist des Bistums Chur (Schweiz), in einem Interview mit dem Portal Aleteia.

Es gebe vier Kennzeichen für Besessenheit: Aversion gegen sakrale Gegenstände, das Sprechen in unbekannten oder toten Sprachen, außergewöhnliche Körperkraft und Wissen um verborgene Dinge, sagt Truqui.

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Die Einfalt der Vielfaltsapostel

Die Aktion der Kirchen: Zeichen der Haltung oder Einschränkung von Meinungsvielfalt? / picture alliance
Auch die Kirchen demonstrieren gegen den Parteitag der AfD. Protest ist legitim, doch die Aktion unter dem Motto „Unser Kreuz hat keine Haken“ ist anmaßend und in sich widersprüchlich

Von Alexander Kissler | Cicero

Manchmal scheitert gute Gesinnung an der Algebra. Daran, dass fünf doch größer als vier ist, zweimal drei sechs ergibt und sechs wiederum kleiner wird, wenn man zwei abzieht. Wer es anders sieht, der muss sich auf persönliche Eingebungen, postmoderne Theorien oder gleich den lieben Gott berufen. Insofern ist es vielleicht folgerichtig, wenn sich deutsche Christen mit Leidenschaft und Kirchensteuer an einer neuen mathematischen Theologie versuchen. Sie erklären uns: Eine Summe wird größer, wenn man das Richtige abzieht. Den Einzug eines wundertätigen Moralkoeffizienten in die allgemeine Mengenlehre erleben wir derzeit im Vorfeld des AfD-Parteitags. Dieser ist für kommendes Wochenende in Köln annonciert.

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