Grütters: Kreuz soll „einladender Gestus“ sein

Berliner Schloss, Album von Berlin; Globus Verlag, Berlin 1904, PD
Mit oder ohne Kreuz? Kulturstaatsministerin Monika Grütters steht hinter den Plänen für ein christliches Zeichen auf dem Berliner Stadtschloss – und freut sich über Unterstützung von Nichtchristen.

katholisch.de

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat die Entscheidung für das Kreuz auf dem Berliner Stadtschloss bekräftigt. „Wir haben einmal entschieden, dass es historisch rekonstruiert wird. Dazu gehört die Kuppel und das Kreuz“, sagte Grütters am Donnerstag im Rahmen des ZDF-Morgenmagazins auf dem Dach der Baustelle des Humboldt-Forums in Berlin. Das Christentum stehe für Toleranz und deswegen sei das Kreuz ein „einladender Gestus“. Es dürfe nicht als Ausgrenzung verstanden werden. Sie freue sich darüber, dass auch Islamverbände die Errichtung des Kreuzes unterstützt hätten.

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Witz der Woche: Christentum war schon immer „Multikulti“

Propaganda der „Deutschen Christen“ in Berlin (Bild: Bundesarchiv, Bild 183-1985-0109-502 / CC-BY-SA)
Das Christentum war nach den Worten des deutschen Caritas-Präsidenten Peter Neher „von Beginn an ein multikulturelles Experiment“.

kathpress

Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Schichten hätten sich von dem jungen Glauben angezogen gefühlt, sagte Neher am Mittwoch in München. „Ohne Offenheit für andere Kulturen wäre das Christentum eine galiläische Sekte geblieben und nicht zu einer Weltreligion geworden.“ Deswegen gehöre es „zu einer christlich-abendländischen Leitkultur“, sich für eine Gesellschaft einzusetzen, „in der alle Menschen ihre eigene Lebensperspektive entwickeln und am sozialen Leben teilhaben können“.

Neher äußerte sich in einem Grußwort bei der Feier des 100-jährigen Bestehens des Landes-Caritasverbands Bayern. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer würdigte bei dem Festakt das Wirken der Caritas. Der Verband sei „das mitmenschliche Gesicht unserer Gesellschaft, Retter und Engel in der Not“, sagte der Regierungschef: „Ich möchte mir ein Bayern ohne die Kirchen und Wohlfahrtsverbände nicht vorstellen.“

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Dodo Müller: Säkularismus schränkt den Horizont des Menschen ein

Gerhard L. Müller links im Bild
Christen haben ihren Blick auf die Zukunft gerichtet. Sie leben im Licht Christi, betont der Präfekt der Glaubenskongregation.

kath.net

Das Christentum bietet die „beste Alternative“ zur „Kultur des Todes“, weil es „die Kultur des Lebens und der Hoffnung“ verbreitet. Das sagt Gerhard Ludwig Kardinal Müller, der Präfekt der Glaubenskongregation in einem Interview mit Edward Pentin, dem Romkorrespondenten des National Catholic Register anlässlich der Veröffentlichung der englischen Ausgabe des Buches „Die Botschaft der Hoffnung“.

Der Säkularismus sei eine große Herausforderung für die Moderne Welt, weil er den Horizont des Menschen und seine intellektuelle Orientierung eingrenze. Christen seien keine „Relikte der Vergangenheit“, sondern hätten ihren Blick auf die Zukunft gerichtet. Sie leben nicht in „apokalyptischer Dunkelheit“, sondern im Licht Christi. Durch seine Auferstehung habe Christus den Menschen das Leben gegeben und die Tür zur Überwindung von Sünde und Tod geöffnet. Auf diesem Weg könne der Mensch seine durch die Erbsünde innewohnende Tendenz zur Selbstzerstörung überwinden, sagte Müller.

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Ex-Bischof als Sexualstraftäter: Kirche von England vertuschte Missbrauch

Ein ehemaliger Bischof hat in England über 20 Jahre junge Männer missbraucht. Die Kirche vertuschte die Übergriffe, wie ein Untersuchungsbericht zeigt.

SpON

Die Kirche von England hat zugegeben, jahrelang sexuellen Missbrauch von jungen Männern vertuscht zu haben. Führende Geistliche haben den ehemaligen Bischof Peter Ball gedeckt, der sich in mehreren Fällen an jungen Männern verging. Das geht aus einem Untersuchungsbericht der Kirche zu dem Fall hervor.

Der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, entschuldigte sich nun bei den Opfern, die gegen Ex-Bischof Ball ausgesagt hatten.

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Staatsanwaltschaft weist Anzeige gegen Dodo Laun und kath.net ab

Vor einigen Wochen hatten einige Berliner SPD-Bundestagsabgeordneten eine Strafanzeige gegen Laun und kath.net eingebracht. Anlass war der Hirtenbrief von Bischof Andreas Laun zum Thema „Gender“.

kath.net

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat eine Klage gegen den Salzburger Weihbischof Andreas Laun bzw. gegen die katholische Internetzeitung kath.net abgewiesen. Dies teilte Bischof Laun am Donnerstag kath.net mit. Vor einigen Wochen hatten einige Berliner SPD-Bundestagsabgeordneten eine Strafanzeige gegen Laun und kath.net eingebracht. Anlass war der Hirtenbrief von Bischof Andreas Laun zum Thema „Gender“. Auch die österreichische Staatsanwaltschaft hat eine Anzeige zurückgewiesen. Im linken „Standard“ hieß es dazu in einem Bericht vor einigen Wochen: „Auch für die Betreiber des Nachrichtenportals kath.net wird die Verbreitung des Hirtenbriefs ein rechtliches Nachspiel haben.“

Stadtschloss bekommt Kuppelkreuz

Berliner Schloss, Album von Berlin; Globus Verlag, Berlin 1904, PD
Trotz Protesten soll das neue Berliner Stadtschloss wie geplant ein Kuppelkreuz erhalten. Evangelische und katholische Kirche begrüßten die Entscheidung.

DER TAGESSPIEGEL

Trotz Protesten soll das neue Berliner Stadtschloss wie geplant ein Kuppelkreuz erhalten. Das Humboldt-Forum, das in den Nachbau des historischen Gebäudes einziehen soll, werde trotz der Kritik der vergangenen Wochen von einem Kreuz gekrönt, bestätigte ein Sprecher der Stiftung am Donnerstag verschiedenen Medien. Aus dem Senat hieß es, damit sei die Entscheidung gefallen. Man werde aber weiter diskutieren. Evangelische und katholische Kirche begrüßten die Entscheidung. Der Stiftungsrat habe Anfang der Woche seine bisherige Beschlusslage bekräftigt, „dass die Kuppel auf dem Berliner Schloss originalgetreu rekonstruiert wird, mit allem historischen Bauschmuck und dem dazugehörigen Kreuz“, sagte der Sprecher der Stiftung. Der Auftrag für das Kupferdach der Kuppel sei bereits vergeben worden. Das Humboldt-Forum soll 2019 eröffnet werden.

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Spahn: Kirche soll sich aus Politik heraushalten

Spahn auf dem CDU-Parteitag 2014. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 de – Olaf Kosinsky
Der CDU-Politiker Jens Spahn ist katholisch, doch er ist mit seiner Kirche nicht zufrieden. Sie mische sich zu viel in die Tagespolitik ein. Auch eine weitere Religion kritisiert Spahn.

katholisch.de

CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn hat seine Forderung an die Kirchen bekräftigt, sich mehr aus der Tagespolitik herauszuhalten. „Ich nehme sie an den falschen Stellen sehr offensiv wahr“, sagte er im Interview der Bistumszeitung „Kirche+Leben“ aus Münster (Sonntag) und verwies auf kirchliche Stellungnahmen zu Hartz-IV- und Steuersätzen oder zur Flüchtlingspolitik.

Spahn: Kirchen sollen in Glaubensfragen Orientierung geben

Laut Spahn fehlt bei den Flüchtlings-Appellen deutscher Bischöfe meist der von Papst Franziskus erwähnte Aspekt, dass sich eine Gesellschaft durch zu viele Schutzsuchende auch überfordern könne.

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„Nacht der Kirchen“ startet mit großem Geläut – akustische Umweltverschmutzung

In Sankt Elisabeth werden die Entwürfe von Markus Hau für die neuen Chorfenster gezeigt. Foto: Monika Müller
Bei der Darmstädter „Nacht der Kirchen“, dem größten ökumenischen Glaubensfest in Hessen, wird es erstmals eine „Meile der Menschlichkeit“ geben.

Von Jens Joachim | Frankfurter Rundschau

Premiere bei „Hessens größtem Glaubensfest“: Die „Nacht der Kirchen“ in Darmstadt beginnt am kommenden Freitag schon am Nachmittag. Zum ersten Mal werden sich auf einer „Meile der Menschlichkeit“ auf der Wilhelminenstraße – zwischen dem Luisenplatz und der katholischen Ludwigskirche – 20 christlichen Hilfswerken und sozialen Organisationen präsentieren. Das katholische Hilfswerk Missio wird etwa mit einem 18 Meter langen Flüchtlings-Truck vertreten sein. Mit einer interaktiven Schau werden in dem Anhänger des Trucks die Lebensbedingungen der Menschen in der Krisenregion Kongo erfahrbar gemacht.

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Weihe zum Diakon trotz KZ-Witzen und Hitler-Imitation

Im Städtchen Eichstätt wird Bischof Hanke einen Mann zum Diakon weihen, der früher mit antisemitischen Witzen aufgefallen war. (Foto: Blick von der Willibaldsburg auf die Altstadt von Eichstätt mit dem Dom. Foto: dpa)
  • Am Sonntag wird in Eichstätt ein ehemaliger Priesterseminarist zum Diakon geweiht, der früher durch KZ-Witze und Hitler-Imitationen aufgefallen war.
  • Vor vier Jahren war der Mann aus der Ausbildung ausgeschlossen worden.
  • Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke kommt heute zu dem Schluss, dass sich der Mann durch Praktika und eine Therapie nachweislich verändert habe.

Von Matthias Drobinski | Süddeutsche.de

Viereinhalb Minuten dauert das Statement des Eichstätter Bischofs Gregor Maria Hanke. „Antisemitismus und Rechtsradikalismus haben in der katholischen Kirche nichts zu suchen“, stellt er gleich klar. So sei es nur konsequent gewesen, jenen angehenden Priester aus dem Würzburger Seminar zu entfernen, der vor vier Jahren diesem Seminar unschöne Schlagzeilen brachte, weil er Witze über den Judenmord machte und Adolf Hitler imitierte. Aber: Der Mann habe sich gewandelt, und es müsse ja auch „ein Anliegen der Kirche sein, dass Menschen sich verändern“, sagt der Bischof. Und: „Die Aufarbeitung braucht Gerechtigkeit. Aber die Veränderung von Menschen braucht auch Barmherzigkeit. Barmherzigkeit verändert am meisten.“

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Abgeordnete kommentieren Bibelstellen – Abgeordnetenbibel

Die baden-württembergische Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) hat eine „Abgeordnetenbibel“ vorgestellt. Das 204 Seiten starke Buch enthält Kommentare von 90 Landtagsabgeordneten aller Fraktionen zu einer Bibelstelle oder einem Zitat Martin Luthers.

EKD

Laut Aras soll das Buch helfen, den Abgeordneten als Menschen näher zu kommen und sie nicht nur als Funktionsträger wahrzunehmen. Die Bibel rege dazu an, stets neu nach Werten und Normen auch für politische Entscheidungen zu fragen.

Ergänzt wird das Buch von Videos, in denen die Autoren ihre Beiträge präsentieren. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) spricht über das Luther-Zitat „Nur wer sich entscheidet, existiert“. Alle Texte und Filme finden sich auf der Internetseite www.abgeordnetenbibel.de.

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Atheismus als „großes Experiment der Neuzeit“ sei gescheitert

Wiener Pastoraltheologin Polak bei Podiumsdiskussion u.a. mit Philosoph Liessmann in Österreichischer Akademie der Wissenschaften: Angriffe von Seiten des Atheismus helfen Religion, „ihre innere Rationalität auszuloten und zu erklären“ Bild. kathpress
Angesichts grassierender religiöser Gewalt zunehmend auch in Europa braucht es ein Mehr an religiöser Bildung: Das hat die Wiener Pastoraltheologin Regina Polak bei einer Podiumsdiskussion am Montagabend in Wien unterstrichen.

kathpress

„Wir müssen lernen, auch mit unüberwindbaren Differenzen zu leben, dazu scheint mir religiöse Bildung ganz wichtig.“ Den Atheismus als „großes Experiment der Neuzeit“ betrachte sie als gescheitert, da er es nicht vermochte, „die Grundfrage des endlichen Menschen nach einer anderen Wirklichkeit“ zu zerstören. Dennoch könne sie auch den atheistischen Versuchen, Religion zu desavouieren, insofern etwas abgewinnen, als sie die Religion herausforderten.

Polak äußerte sich im Rahmen einer Podiumsdiskussion der Reihe „Science Talk“ der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. An dem Gespräch, das diesmal der Frage „Was ist Religion?“ gewidmet war, nahm weiters der Islamwissenschaftler Rüdiger Lohlker, die Religionswissenschaftlerin Birgit Heller und der Philosoph Konrad Paul Liessmann teil.

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700 Jahre Enklave Avignon

Das historische Zentrum rund um den Papstpalast. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0/ Jean-Marc Rosier
Kardinal Poupard feiert Gottesdienst in der Päpste-Stadt – Avignensisches Papsttum endete 1377, als Papst Gregor XI. nach Aufforderung durch Hl. Katharina von Siena in Rom eintraf

kath.net

Papst Franziskus hat Kardinal Paul Poupard, Präsident-Emeritus des Päpstlichen Rates für Kultur, als seinen Sondergesandten zu den Gedenkfeiern an den 700. Jahrestag der Konstituierung der „Enclave des papes“ (Enklave der Päpste) in Avignon ernannt. Höhepunkt der Feiern im „Babylon des Papsttums“ ist ein Gottesdienst in der dortigen Kathedrale am Fest des Hl. Johannes des Täufers (24. Juni). Das Gedenken, das vom 23. bis 25. Juni stattfinden wird, markiert den Jahrestag des Dekrets von Papst Johannes XXII. (1316-1334), in dem er schreibt, dass er von Avignon aus über die Kirche herrschen würde. Begonnen hatte das Avignon-Papsttum bereits im Jahre 1309, als Papst Clemens V. seine Kurie in die südfranzösische Stadt verlegte.

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‚Weitere Aushöhlung des Sonntags kann nicht mehr hingenommen werden‘

Regensburger Bischof Voderholzer kritisiert Forderungen nach mehr verkaufsoffenen Sonntagen

kath.net

Der Sonntag als prinzipiell arbeitsfreier und auch handelsfreier Tag sehe sich immer wieder den Begehrlichkeiten von Industrie und Handel ausgesetzt, betonte Bischof Rudolf Voderholzer (Archivfoto) bei der Eröffnung der Wolfgangswoche in der Basilika St. Emmeram in Regensburg. Die neueste Forderung laute, nicht nur vier, sondern zehn verkaufsoffene Sonntage zu genehmigen. „Ich weise diesen erneuten Anschlag auf den Sonntag zurück. Eine weitere Aushöhlung des Sonntags kann nicht mehr hingenommen werden“, so der Regensburger Bischof.

Sonntag ist als Kulturgut über alle Maßen schützenswert

Es gebe, so Bischof Voderholzer, schon genügend Menschen, die für den Sonntag arbeiten. In der Gastronomie, im Nahverkehr, auch in der Kirche. Jeder Euro könne nur einmal ausgegeben werden. Was man am Sonntag ausgeben würde, könne man am Montag nicht mehr ausgeben und auch nicht am Donnerstag.

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Gotteswahn auf der documenta 14 – Afterdienst

Der Obelisk zeigt ein Jesus-Wort auf Deutsch, Arabisch, Englisch und Türkisch. (Deutschlandradio / Christian Röther)
Die documenta 14 in Kassel ist ein Spiegel unserer Zeit – auch was die Religion angeht. Martin Luther oder die Islamdebatte werden zwar gut versteckt, doch zwei der auffälligsten Kunstwerke haben einen klaren religiösen Bezug: der Nachbau eines antiken Tempels und ein Obelisk mit einem Bibel-Zitat.

Von Christian Röther | Deutschlandfunk

„Nächster Halt: Kassel Hauptbahnhof. Bitte stiegen Sie alle aus, der Zug endet dort. Ausstieg in Fahrtrichtung rechts.“

„Der Kurator ist Gott. Er schwebt über allem. Zumindest in Kassel.“ Das schreibt die „Neue Zürcher Zeitung“ über Adam Szymczyk, den Künstlerischen Leiter der documenta 14. Wenn Szymczyk Gott ist, dann passt ins Bild, dass die documenta in Kassel einen Tempel errichtet hat: den „Parthenon der Bücher“, entworfen von der argentinischen Künstlerin Marta Minujin. Der Kunst-Tempel in Kassel ist genauso groß wie der antike Parthenon auf der Akropolis in Athen.

Er ist der Tempel für die Stadtgöttin Athene und wurde vor fast 2500 Jahren erbaut – als Dank an die Göttin, weil sie die Griechen vor den Persern beschützt haben soll. Der Parthenon prägt die Akropolis und gilt als eines der berühmtesten Bauwerke weltweit. Im 6. Jahrhundert wurde der Tempel zur Kirche. Die Osmanen machten ihn später zur Moschee.

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Wie viel NSDAP steckt in der AfD?

© ULLSTEIN; DEUTSCHES HISTORISCHES MUSEUM/S. AHLERS Alternative für Deutschland: Ein Wahlplakat der Nationalsozialisten zur Reichtstagswahl 1932
1932 steigt die NSDAP in freien Wahlen von einer rechtsextremen Splitterpartei zur stärksten Kraft auf. Waren die Nationalsozialisten – was Mitglieder und Wähler betrifft – wirklich Ausdruck eines „Extremismus der Mitte“?

Von Jürgen W. Falter | Frankfurter Allgemeine

Es ist richtig: Adolf Hitler ist nicht durch Wahlen an die Macht gekommen. Aber ohne die rasanten Wahlerfolge der NSDAP, die ihren Stimmenanteil von 2,6 Prozent im Jahr 1928 auf 37,4 Prozent im Juli beziehungsweise 33,1 Prozent im November 1932 steigern konnte, hätte Reichspräsident Hindenburg den Führer der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei nicht am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt. Keiner anderen deutschen Partei zuvor oder danach ist es in so kurzer Zeit gelungen, von einer unbedeutenden Splitterpartei zu der mit Abstand stärksten Parlamentspartei aufzusteigen.

Obwohl die AfD sicherlich nicht mit den Nationalsozialisten gleichgesetzt werden kann und sie zumindest anfänglich eine demokratisch orientierte, fest auf dem Boden des Grundgesetzes stehende Partei war, können Vergleiche der Wählerschaft beider Parteien doch unter verschiedenen Gesichtspunkten erkenntnisfördernd sein. Unterschiede, möglicherweise aber auch Gemeinsamkeiten werden erkennbar.

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Katholische Kirche entwickelt App für Heiratswillige

Bild. play.google.com Screenshot: bb

Die katholische Kirche möchte mit der neuen App „Ehe.Wir.Heiraten.“ Brautpaare unterstützen. Das Angebot richte sich an alle Paare, die in den nächsten zwölf Monaten heiraten, teilte die Deutsche Bischofskonferenz am Montag in Bonn mit.

evangelisch.de

Entwickelt habe es die Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung. Die Paare erhielten inhaltlich abgestimmt auf ihr Hochzeitsdatum wöchentlich einen Impuls per Push-Benachrichtigung, hieß es weiter. Themen seien unter anderem Kommunikation in der Beziehung, Spiritualität, Sexualität oder der Ablauf der Trauung. Außerdem könnten sich die Paare über Veranstaltungen in den Bistümern und in der Region informieren. Die App ist kostenlos für Android- und iOS-Smartphones verfügbar.

Vatikan prüft Exkommunikation von Mafia-Mitgliedern

Bild: hiphop ’n’more
Papst Franziskus hatte sich schon einmal für die Exkommunikation von Mafiosi eingesetzt. Nun überlegt der Vatikan, generell härter gegen Mitglieder der Mafia vorzugehen

Frankfurter Allgemeine

Der Vatikan denkt offenbar über eine härtere Gangart gegen die Mafia und andere kriminelle Vereinigungen nach. Künftig könnte bereits die Zugehörigkeit zum organisierten Verbrechen automatisch zur Exkommunikation führen, also dem Ausschluss aus der katholischen Kirche, wie aus einer vatikanischen Mitteilung vom Wochenende hervorgeht. Die Exkommunikation ist die schwerste Strafe, die das Kirchenrecht kennt.

Eine Arbeitsgruppe bereite ein Dokument vor, das „die Frage einer Exkommunikation wegen Korruption und Zugehörigkeit zu einer mafiösen Vereinigung vertieft“, heißt es in der Presseerklärung der vatikanischen Behörde „für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen“. Diese Frage solle auf internationaler Ebene und mit Blick auf die kirchliche Lehre geklärt werden.

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BAMF fordert „christliche“ Dolmetscher

Für die Asylverfahren von konvertierten Flüchtlingen braucht das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nach Aussage seiner Präsidentin Jutta Cordt mehr christliche Dolmetscher. Denn bei diesen Verfahren müssten die Übersetzer mit den Inhalten und den Fachbegriffen des christlichen Glaubens vertraut sein, sagte Cordt am Sonntag bei der Sommertagung des Politischen Clubs der Evangelischen Akademie Tutzing zum Thema Integration.

evangelisch.de

Das Bundesamt könne nicht die Ernsthaftigkeit oder die inneren Beweggründe eines Flüchtlings für den Glaubensübertritt überprüfen und einschätzen. Deshalb sei die Grundlage der Asyl-Entscheidung, wie der Flüchtling seinen christlichen Glauben lebe und welche Gefahren ihm deshalb in seinem Herkunftsland drohen könnten.

Unabhängigkeit der Provinz Kurdistan

Kurden Wachturm, Bild:derStandard.at
Masrour Barzani, Chef der Sicherheitsdienste der Autonomen Provinz Kurdistan und Sohn des Präsidenten Masud Barzani, traf sich mit einer hochrangigen Delegation, der in der Region ansässigen Religionsgemeinschaften, der auch der chaldäische Erzbischof von Erbil und Redemptoristenpater Bashar Warda und der syrisch-orthodoxe Bischof von Mossul, Nicodemus Daud Matti Sharaf angehörten.

kath.net

Bei dem Treffen, dass am vergangenen Dienstag, den 13. Juni in Erbil stattfand, befassten sich die Gesprächsteilnehmer mit den dringenden Herausforderungen in den vom IS befreiten Gebieten im Nordirak und die künftige politische Verwaltung der Region unter anderem auch mit Blick auf den von der kurdischen Führung für den kommenden 25. September anberaumte Unabhängigkeits-Referendum.

Dabei erinnerte Masrour Barzani an die Rolle der autonomen Provinz Kurdistan und deren Regierung bei der Unterbringung der aus Mossul und der Niniveh-Ebene geflohenen Christen. Masrour bekräftigte, man werde auch künftig dafür eintreten, dass es nicht zur Diskriminierung zwischen verschiedenen ethnischen und religiösen Komponenten in einem künftigen unabhängigen Staat Kurdistan kommen werde. Die kurdische Führung sei bereit, der größtenteils von Christen bewohnten Provinz Niniveh weitgehende Autonomie zu gewährleisten.

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Homo-Ehe: Katholiken halten sich raus

Der katholische Stadtdekan hält sich aus den Angelegenheiten der evangelischen Kirche raus. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
In der evangelischen Kirche ist bezüglich des Streits um die Homo-Ehe offiziell Funkstille ausgebrochen. Bei der katholischen Kirche braucht’s das nicht: Dort sind Segnungen von Schwulen und Lesben so oder so verboten.

Von Martin Haar | Stuttgarter Nachrichten

Die evangelische Kirche versucht die Wogen im Streit um die Homo-Ehe zu glätten. Nach anfänglich harten Debatten und Vorwürfen aus konservativen Kirchenkreisen gegenüber der Stuttgarter Prälatin Gabriele Arnold („Wir brauchen eine Öffnung zur Homo-Ehe, sonst nimmt die Kirche schaden“), ist nun offiziell Funkstille eingetreten. Keiner mag vor einer Diskussionsrunde zum Thema am 24. Juni in Bad Boll für noch größere Unruhe sorgen. Auch Arnolds Vorgänger, Alt-Prälat Ulrich Mack, hält sich daher bewusst zurück. Er sagt lediglich: „Ich äußere mich öffentlich nicht dazu. Das ist guter Usus bei uns.“

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