Archiv der Kategorie: Katholizismus

Israels christliche Schulen schließen wegen fehlender Förderung

Bild: phhesse/flickr
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Treffen mit Präsident Rivlin verläuft ergebnislos – 33.000 Schüler in 48 Schulen betroffen

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Die christlichen Schulen in Israel drohen im anlaufenden Schuljahr geschlossen zu bleiben, da es ihnen an öffentlicher Unterstützung fehlt. Ein Krisentreffen mit Staatspräsident Reuven Rivlin, Bildungsminister Naftali Bennett und Bischof Giacinto-Boulos Marcuzzo, dem Leiter des Verhandlungskommitees christlicher Schulen, habe am Montag zu keiner Lösung geführt, bestätigte das Lateinische Patriarchat von Jerusalem laut der vatikanischen Nachrichtenagentur “Fides”.

Präsident Rivlin habe bei dem Treffen die Bedeutung christlicher Schulen in Israel und deren jahrzehntelanger “außergewöhnlicher Bildungserfahrung” hervorgehoben, ähnlich wie auch Bildungsminister Bennett sich zum Fortbestand christlicher Schulen in Israel und zu einer Lösung deren Budgetkrise bekannt habe, hieß es. Obwohl die Verhandlung seitens der Schulen im Anschluss als “positiven Schritt” bezeichnet wurde, könnten sie ohne konkretem Ergebnis nicht aufsperren, erklärten sie; als nächsten Schritt werde man einen Bericht über die eigenen Tätigkeiten und Finanzen erstellen.

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Homosexualität und Kirche: “Sexualität muss humanisiert werden”

Papst Franziskus: “Wer bin ich, ihn zu verurteilen?” (picture alliance / dpa)
Es ist einer der berühmtesten Sätze von Papst Franziskus: “Wer bin ich, ihn zu verurteilen?” Das ist auch der Titel eines neuen Buches des Moraltheologen Stephan Goertz. Untertitel: “Homosexualität und katholische Kirche”. Ein Buch, das kritisch ist gegenüber der Position des kirchlichen Lehramts. Und eines, das passend zur Familiensynode der Bischöfe im Oktober erscheint.

Ein Gespräch von Andreas Main mit Stephan Goertz|Deutschlandfunk

Andreas Main: Dieses Buch ist ein Paukenschlag. Führende deutsche Theologen fordern, die Haltung zu homosexuellen Partnerschaften endlich zu ändern. Dass dieses Buch jetzt erscheint, ist selbstverständlich kein Zufall. Im Oktober bei der Synode im Vatikan diskutieren Bischöfe aus aller Welt das Familienbild der katholischen Kirche. Und wie die Debatte dort ausgehen wird, das ist ausgesprochen offen. Auch wenn Deutschland nicht der Nabel der Welt ist und die katholische Kirche hierzulande nur ein Mosaik ist in dieser weltumspannenden Kirche. So dürfte die Stimme der Theologen, die Stephan Goertz um sich versammelt hat, doch gehört werden. Er selbst ist Professor für Moraltheologie an der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Mainz und der hat das Buch herausgegeben “Wer bin ich, ihn zu verurteilen? Homosexualität und katholische Kirche”. Mit Professor Stephan Goertz, mit dem wir das Gespräch vor der Sendung aufgezeichnet haben, sind wir in Mainz verbunden. Guten Morgen Herr Goertz.

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Bundesdrogenbeauftragte wenig einfallsreich – kein Alkohol-Verkauf nach 22 Uhr

Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler. dpa
“Wir brauchen ein gesellschaftliches Umdenken”, sagt Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler. Um Jugendliche von übermäßigem Alkoholkonsum abzuhalten, fordert sie ein nächtliches Verkaufsverbot.

DIE WELT

Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) befürwortet ein Verkaufsverbot für Alkohol ab 22 Uhr, um Jugendliche von übermäßigem Konsum abzuhalten. Eine solche Regelung habe sich in Baden-Württemberg bewährt, sagte sie der “Rheinischen Post” in Düsseldorf. In dem Bundesland darf in Supermärkten sowie an Tankstellen und Kiosken nachts zwischen 22 und 5 Uhr kein Alkohol verkauft werden. “Wir brauchen ein gesellschaftliches Umdenken im Umgang mit Alkohol”, forderte Mortler. Dazu gehöre auch, dass Alkohol- und Tabakkonsum während der Schwangerschaft tabu sein müssten.

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Ex-Nuntius Wesolowski gestorben – war zu erwarten

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Jozef Wesolowski, wegen sexuellen Missbrauchs angeklagter früherer Vatikanbotschafter in der Dominikanischen Republik, ist am Freitagmorgen im Alter von 67 Jahren im Vatikan gestorben – Es ist eine Autopsie im Gange.

kath.net

Jozef Wesolowski, wegen sexuellen Missbrauchs angeklagter früherer Vatikanbotschafter in der Dominikanischen Republik, ist am Freitagmorgen im Alter von 67 Jahren im Vatikan gestorben. Wie Radio Vatikan bestätigte, ist eine Autopsie im Gange. Der polnische Geistliche, der bereits in den Laienstand zurückversetzt worden war und wartete derzeit im Vatikan auf seinen Prozess.

Im Juli war Wesolowski aufgrund gesundheitlicher Probleme in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Am 20. Juli war er jedoch wieder entlassen worden. Seither hielt er sich unter ärztlicher Beobachtung im Vatikan auf.

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Passau: Neue Erklärungstafel zu antijüdischer Szene am Hochaltar

Westfassade des Dom St. Stephan im Jahr 2007. Bild: wikimedia.org/GFDL, Cc-by-sa-3.0
Im Passauer Dom Sankt Stephan erklärt seit dieser Woche ein neuer Text auf der Hinweistafel eine umstrittene Darstellung am Hochaltar. Betont wird auf der Tafel, dass es sich hier um eine herabwürdigende Einstellung der Kirche zum Judentum handle. In dem von Josef Henselmann (1898-1987) nach dem Krieg geschaffenem Altarensemble schweben über der Steinigungsszene des heiligen Stephanus zwei Figuren. Eine steht für die Kirche (Ecclesia), die andere für das besiegte Judentum (Synagoga). Auf der Hinweistafel heißt es nun, dass die Darstellung der Synagoge mit dem gebrochenen Stab einem “überkommenen, abschätzigen Muster” folge.

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Die Tafel enthält einen Hinweis auf die 1965 vom Zweiten Vatikanischen Konzil verabschiedete Judentums-Erklärung “Nostra Aetate”. Mit ihr seien Ikonographien wie die von Henselmann geschaffene kritisiert worden. Betont worden sei, dass die Juden nicht als von Gott verworfen oder verflucht dargestellt werden dürften.

Für eine Klarstellung hatte sich besonders der frühere evangelische Pfarrer Hans-Ulrich Kley eingesetzt. Er steht laut bayerischen Medien seit langem in Passau an der Spitze derer, die zwischen den beiden Religionen vermitteln. Er sei nun froh und dankbar, dass dieser Schritt endlich vollzogen sei. Der jetzt verwendete Text biete Anlass dafür, weiter über die theologischen Entwicklungen das Verhältnis von Juden und Christen betreffend nachzudenken.

Israel: Neue Cremisanmauer ist israelische Vatikan-Bestrafung

Proteste gegen den Aufbau der Cremisanmaue – AFP
Der Mauerbau Israels im Cremisan-Tal bei Beit Jala könnte damit zu tun haben, dass der Heilige Stuhl Palästina gegen den Willen Israels als Staat anerkannt hat: Das hat der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, im Interview mit der Gemeinschaftsredaktion österreichischer Kirchenzeitungen angedeutet.

Radio Vatikan

Das Oberhaupt der westkirchlichen Katholiken im Heiligen Land bezeichnete die Lage der Christen Israels und des ganzen Nahen Ostens als „Kalvarienberg“. Scharfe Kritik übte er an der weltweiten Gleichgültigkeit gegenüber ihrem Schicksal. Schmerzhaft sei es zu sehen, „wie sich die Situation verschlechtert und die christliche Präsenz hier nicht auf der Tagesordnung der internationalen Politik steht“, so Twal.

Völlig verfehlt sei es, den Mauerbau, den Israel derzeit trotz gegenlautenden Gerichtsurteils begonnen hat, als Sicherheitsmaßnahme zu bezeichnen, betonte Twal. „Es gibt keine Mauer der Sicherheit, sondern diese wurde gemacht, um mehr Land der Palästinenser zu konfiszieren“, so der Patriarch.

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Ist eine Zeckenkontrolle bei Jungs durch einen Priester tolerierbar?

Bild: zecken.de
Pfarrer übernahm bei einer Freizeit aushilfsweise die routinemäßige Zeckenkontrolle zweier Jungen im „Adamskostüm“ – Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ein – Bistum Fulda entscheidet: Pfarrer Lindner wird Pfarrgemeinde Dermbach verlassen

kath.net

Daran scheiden sich die Geister: Pfarrer Patrick Lindner wird die katholische Pfarrgemeinde „St. Peter und Paul“ im thüringischen Dermbach (Bistum Fulda) in Kürze verlassen, obwohl die Staatsanwaltschaft das Verfahren wegen Verdachts auf sexuellen Missbrauch gegen ihn eingestellt hat und nur noch von einer „Distanzlosigkeit“ spricht. Darüber berichtet die „Fuldaer Zeitung“. Das Bistum Fulda begründete seine Entscheidung damit, dass der Pfarrer gegen die Präventionsrichtlinien verstoßen habe.

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“Wir sind Kirche” drängt auf Reformen der katholischen Sexualmoral

todkondomDie Kirchenvolksbewegung “Wir sind Kirche” hat die deutschen Teilnehmer der vatikanischen Bischofssynode aufgerufen, sich für konkrete Reformen der katholischen Ehelehre und Sexualmoral einzusetzen.

evangelisch.de

Zumindest für die geschiedenen Wiederverheirateten sollte eine zufriedenstellende Lösung gefunden werden, fordert “Wir sind Kirche” in einem Offenen Brief, wie der “Kölner-Stadt-Anzeiger” berichtet. Adressaten des Schreibens sind Kardinal Reinhard Marx (München) und die Bischöfe Heiner Koch (künftig Berlin) und Franz-Josef Bode (Osnabrück).

“Barmherzige” statt “hartherzige” Kirche gefordert

Es sei an der Zeit, von einer hartherzigen zu einer barmherzigen Kirche zu kommen und den Gläubigen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, fordert die Organisation. In Fragen Homosexualität, Geburtenkontrolle und vorehelicher Sexualität müssten Vorbehalte überwunden werden. “Es darf nicht dazu kommen, dass die Bischofssynode 2015 mit einem faulen Kompromiss endet, der die entscheidenden Fragen ausklammert”, heißt es in Schreiben.

Israels Präsident besucht Kloster Taghba nach Brandanschlag

Brotvermehrungskirche Tabgha. Bild: wikimedia.org/PD

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin hat Donnerstag das von einem Brandanschlag betroffene deutsche Benediktinerkloster Tabgha besucht. Dabei verurteilte er das Attentat als einen Akt der Blasphemie. An dem Besuch nahmen neben deutschen Botschaftsvertretern auch die Spitzenrepräsentanten der katholischen Kirche im Heiligen Land teil, darunter Patriarch Fouad Twal aus Jerusalem, der für die heiligen Stätten zuständige Franziskanerkustos Pierbattista Pizzaballa und Vatikanbotschafter Erzbischof Giuseppe Lazzarotto.

kathweb

In dem Kloster mit der Brotvermehrungskirche am See Genezareth war Mitte Juni ein Feuer gelegt worden. Ein Trakt des erst 2012 eingeweihten Gebäudes brannte aus. Dem Kloster angegliedert ist eine Begegnungsstätte für israelische und arabische Jugendliche. Gegen drei Tatverdächtige aus Siedlerkreisen besteht Anklage.

Rivlin bekräftigte in seiner Ansprache den Schutz der Religionsfreiheit für alle Glaubensgemeinschaften und hob die Rolle der Christen im Land hervor. Über dieses Thema wolle er auch mit Papst Franziskus bei einem Besuch im Vatikan im September sprechen.

Abt Gregory Collins nannte den Besuch Rivlins sowie dessen persönlichen Anruf am Tag des Anschlags “ermutigende Zeichen” für eine Fortsetzung der Versöhnungsarbeit. Zugleich verwies er auf wiederholte Übergriffe auf benediktinische Stätten in Tabgha und in Jerusalem in den vergangenen vier Jahren. Collins forderte einen besseren Polizeischutz. Zudem müsse Bildung darauf hinwirken, religiöse Gewalt und Hass zu verhindern.

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Dodo Laun: Lebensrecht um jeden Preis

weihbischof-andreas-launLaun kritisiert in „Profil“-Sommerinterview auch den Abtreibungsgrund „Behinderung“: „Ich wurde mit schwerer Hasenscharte und einem Wolfsrachen geboren… Auch hier gilt die genannte Logik: Darf man mich töten?“

kath.net

Dass der Islam eine missionierende Mission ist, nehme er den Muslimen nicht übel, „solange sie es ohne Gewalt tun. Aber sie haben es schon am Beginn getan, es steht im Koran, und heute haben wir die ISIS! Dankbar füge ich an: Es gibt auch anders denkende Muslime.“ Dies sagte der Salzburger Weihbischof Andreas Laun (Foto) im Sommerinterview mit dem österreichischen Nachrichtenmagazin „Profil“. Manchen Strömungen müsse man allerdings schon in den Anfängen Widerstand leisten, erläuterte Laun und erinnerte: „Heute wird oft beklagt, dass man den Nationalsozialismus nicht schon früher als Teufelswerk erkannt hat. Mein Vater hatte einen jüdischen Freund, der immer gesagt hat: ‚Herr Laun, machen Sie sich doch keine Sorgen, das ist das Volk des Goethe, der Dichter und Denker.‘ Was dann herausgekommen ist, wissen wir ja.“

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Jesuit: Vatikan-Missbrauchsaufklärung nicht sehr glaubwürdig

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Der deutsche Jesuit Klaus Mertes fordert vom Vatikan mehr Anstrengungen bei der Aufklärung von Fällen sexuellen Missbrauchs durch katholische Geistliche. Die Glaubwürdigkeit einiger Kardinäle im Umfeld des Papstes sei “jedenfalls tief und nachhaltig erschüttert”, schrieb Mertes in einem Gastbeitrag für das Internetportal “katholisch.de” (Donnerstag) und nennt als Beispiele die Kardinäle George Pell und Angelo Sodano.

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Auch die für die Verfahren zuständige Glaubenskongregation sei “personell nicht gut besetzt, sondern eher mit Leuten, deren Wille zur Aufklärung aus guten Gründen sehr zweifelhaft ist. Namen liefere ich auf Anfrage gerne nach.” Aufklärung sei “der erste und fundamentale Akt der Anerkennung, ohne den es weder Heilung noch Versöhnung geben kann”, so Mertes.

Mertes fragte weiter, wer eigentlich in Rom mit Opfern spreche und wer sich in der Glaubenskongregation mit Opferberichten befasse: “Wie glaubwürdig sind die Personen, die da für Aufklärung und Untersuchungen zuständig sind? Wird es jemals eine Veröffentlichung von Untersuchungs- und Aufklärungsberichten aus Rom geben, von denen ja einige bereits in den Schubladen liegen?”

Mertes verwies in seinem Beitrag auf Geoffrey Robinson, den langjährigen Missbrauchsbeauftragten der Australischen Bischofskonferenz. Dieser hatte vor wenigen Tagen der australischen Kirche und dem Vatikan schwerwiegende Versäumnisse bei der Aufklärung von Missbrauchsfällen vorgeworfen. Unter anderem nannte er den Umgang mit dem Thema Missbrauch durch Papst Johannes Paul II. “armselig”. Selbst Papst Franziskus zeige hier nicht die nötige Führungsstärke, so Robinson. Allerdings gebe es einflussreiche Personen, die sich Reformvorhaben “mit Zähnen und Klauen” widersetzten.

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Polen: Yoga, Bob Marley und “Star Wars” locken das Böse an

Image: Matt Anderson/Friendly Atheist
Image: Matt Anderson/Friendly Atheist

Teufelsaustreibung ist ein neuer Trend in Polen. Etwa 130 Exorzisten gibt es im Land. Denn Yoga, Bob Marley und “Star Wars” locken das Böse an

DIE WELT

Wenn man etwas über andere Länder erfahren will, lohnt sich oft nachzusehen, was dort gelesen wird. In Polen erscheint jeden Monat die Zeitschrift “Egzorcysta” (Der Exorzist). Ein Magazin, in dem es im Wesentlichen um Satan und den Kampf mit ihm geht. Es beantwortet Fragen, darunter, ob Yoga zur Besessenheit führen kann (Ja) oder die Spielzeugmarke Hello Kitty Teufelswerk ist (Nein). Außerdem gibt es lange Interviews mit den Stars der Szene: verdienten Teufelsaustreibern.

Natürlich kann ein solches Magazin nur existieren, wenn eine Nachfrage besteht. Und die gibt es: “Egzorcysta” startete 2012 mit 15.000 Exemplaren; inzwischen werden jeden Monat 40.000 gedruckt. Ermöglicht hat den Erfolg der seit einigen Jahren anhaltende Exorzismusboom in Polen. Während es in den 70er-Jahren gerade mal einen Teufelsaustreiber im Land gab, waren es vor zehn Jahren schon 60 und mittlerweile etwa 130. Dass die Kirche immer mehr Exorzisten ernennt, sei eine Reaktion auf die gestiegene Nachfrage, sagt Slawomir Sosnowski, Pfarrer und Exorzist im Auftrag des Bistums Lodz.

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Theologen-Netzwerk: Schweiz soll Grenzen für Flüchtlinge öffnen

Ein ökumenisches Netzwerk von Theologen macht sich für eine Liberalisierung der Schweizer Flüchtlingspolitik stark. Über Flucht und Migration werde in den vergangenen Jahren immer mehr jenseits von ethischen Leitlinien diskutiert, schreiben reformierte und katholische Theologen in einer “Migrationscharta”, die am Mittwoch in Bern veröffentlicht wurde. “Die entsprechenden Verschärfungen der Migrations- und Asylgesetzgebung verletzen elementare Rechtsgrundsätze.”

evangelisch.de

In dem Dokument des Netzwerks “KircheNordSüdUntenLinks” wird an die Kirchen appelliert, sich mit “schärfstem Protest” zur aktuellen Migrationspolitik zu äußern. In der öffentlichen Debatte seien die Kirchen als Anwälte der ausgegrenzten Flüchtlinge und als Bündnispartner für Solidaritätsbewegungen kaum wahrnehmbar, beklagt Matthias Hui, einer der Initiatoren der Migrationscharta.

Wenn biblische Theologie die prinzipielle Gleichheit der Menschen betone, sei das “Recht auf freie Niederlassung für alle” weltweit die Richtschnur für kirchliches Engagement, argumentiert Hui. Mit Blick auf die Wahlen in der Schweiz wird deshalb gefordert, die rechtspopulistische Schweizerische Volkspartei SVP zu isolieren. Am 18. Oktober wird in der Schweiz das Parlament neu gewählt.

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Asyl: “Wir importieren religiöse Konflikte”

Der Soziologe Hans-Georg Soeffner plädiert für eine schnelle Integration der Zuwanderer: Bleibt sie aus, drohen ernsthafte kulturelle Konflikte. Der Zusammenhalt der Gesellschaft werde aber nicht über die Kultur laufen.

Deutsche Welle

DW: Herr Soeffner, das Bundesinnenministerium rechnet mit rund 800. 000 Flüchtlingen allein in diesem Jahr. Macht Ihnen diese Zahl Sorgen?

Hans Georg Soeffner: Ja, einerseits macht sie mir Sorgen. Und zwar, weil wir eigentlich die Chance hätten, mit dieser Zahl fertig zu werden. Aber die Länder wie auch der Bund hängen mit der Frage, wie diese Zahl zu bewältigen wäre, sehr weit zurück. Wir wissen ja seit langem, dass diese Flüchtlingsströme kommen würden – und auch, dass sie zunehmen würden. Mich lässt die unendliche Langsamkeit verzweifeln, mit der sich Deutschland hier bewegt. Man muss sich klar machen, dass die Bundesrepublik das Land ist, das nach 1945 die meiste Zuwanderung hatte. Mehr als die ehemaligen Kolonialstaaten Frankreich und Großbritannien. Deutschland ist am meisten durchmischt worden, das Land hatte große Flüchtlingsströme zu bewältigen, große Abwanderungen und große Zuwanderungen, dazu die ersten sogenannten Gastarbeiterströme. Allein bis zum Jahr 2000 kamen 23 Millionen Menschen aus dem Ausland nach Deutschland. Gleichzeitig wanderten 17 Millionen Menschen ab. Wir haben also eine dauernde Durchmischung, und das lief verhältnismäßig gut. Aber im Moment habe ich den Eindruck, niemand macht sich so richtig klar, was das an Planung bedeutet.

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Die Bahai wollen die Einheit aller Religionen

Vielfalt der Religionen (picture alliance / dpa / Collage Deutschlandradio)
Am Wochenende öffnen in Berlin Kirchen, Moscheen, Synagogen und Tempel ihre Tore, um zu zeigen, wie vielfältig religiöses Leben in der Hauptstadt ist. Nicht nur die großen Religionen machen mit bei der Langen Nacht der Religionen, sondern auch viele kleine Religionsgemeinschaften. Eine von ihnen ist die Bahai-Religion. Ihr Anliegen: die Einheit der Menschheit.

Von Sandra Stalinski|Deutschlandfunk

“Gott ist der Allherrliche”, singen die Mitglieder der Bahai-Gemeinde in Berlin-Kreuzberg. Treffpunkt ist, wie jeden Mittwoch, das Wohnzimmer der Familie Blom in der Urbanstraße. Etwa 15 Leute sind gekommen, um gemeinsam zu beten, zu singen und sich auszutauschen. Auf dem Tisch verstreut liegen Bücher mit Gebetstexten und religiösen Schriften. Alexander Blom:

“Wir machen eine Andacht, so ähnlich wie es Bahai überall auf der Welt machen, das heißt, wir bieten die Bahai-Schriften an: Das sind geistige, auch sachliche Texte vom Stifter der Bahai-Religion Baha’u’llah, aber auch Gebete, die von ihm als Antwort gekommen sind auf bestimmte Fragen. Jeder ist eingeladen, darin zu lesen, davon etwas zu rezitieren, vielleicht auch einen Anlass zu nennen, an wen man gerade denkt, für wen man gerade ein Gebet sprechen möchte.”

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Früherer Inquisitor macht die Käßmann

William Cardinal Levada. Bild:lbcatholic.com

Kardinal William Levada, früherer Präfekt der römischen Glaubenskongregation, hat wegen Alkohol am Steuer Ärger mit der Polizei. Der US-amerikanische Kirchenmann war vergangene Woche auf Hawaii durch eine unsichere Fahrweise aufgefallen und gegen 500 Dollar Kaution aus dem Polizeigewahrsam freigekommen

kathweb

“Ich bedaure meine Fehleinschätzung”, erklärte der 79-jährige Levada laut der “Washington Post” (Onlineausgabe Dienstag). Er wolle mit den Behörden “voll kooperieren”, ließ er durch den Sprecher seiner Heimatdiözese San Francisco mitteilen.

Der Sprecher sagte, Levada habe mit anderen Priestern Ferien auf Hawaii verbracht, sei aber allein im Wagen unterwegs gewesen. Zu Einzelheiten wollten sich dem Bericht zufolge weder die Erzdiözese noch die Polizei äußern. Wenn es sich tatsächlich nur um eine Fehleinschätzung des Kardinals gehandelt habe, werde die Sache möglicherweise nicht allzu streng geahndet, so der Sprecher. Auf Hawaii gilt für Autofahrer eine Alkoholgrenze von 0,8 Promille.

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Wenn Märchendeuter nichts vom Naturalismus R.Dawkins verstanden haben

dawkins

Der an der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Wien lehrende Philosophieprofessor Rudolf Langthaler zeigt in einer schwungvollen Streitschrift, «warum Dawkins unrecht hat».

Von Michael Stallknecht|Neue Zürcher Zeitung

Vor einigen Jahren wartete die Zeitung «Die Welt» im Dezember mit einer Schreckensmeldung auf: «Der Gotteswahn» von Richard Dawkins sei eines der beliebtesten Weihnachtsgeschenke. Tatsächlich mag man sich fragen, warum Menschen ihren Lieben ausgerechnet zu Weihnachten ein Buch verehren, das ihnen verkündet, nach ihrem Tode komme – ausser einem Verrottungsprozess – gar nichts mehr. Doch der britische Evolutionsbiologe ist nun einmal einer der bekanntesten Pop-Stars des Atheismus. Er schafft es regelmässig mit seinen populärwissenschaftlichen Büchern auf die Bestsellerlisten, taucht in Fernsehsendungen auf oder wird von Jurys zum weltweit wichtigsten Denker gewählt. Einen gar nicht so kleinen Anteil daran dürften seine rhetorischen Fähigkeiten haben. Dawkins schreibt pointiert und mitreissend, sein Spott ist oft unterhaltsam, und sein Empörungsgestus lädt zum Mitmachen ein.

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Bekenntnisschulen in NRW: Jetzt sind die Eltern am Zug

Schule © dierk schaefer auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
In Nordrhein-Westfalen gibt es über 900 Bekenntnisgrundschulen. Obwohl diese Schulen mit Steuergeldern finanziert werden, können Sie Schüler mit einer anderen Religion die Aufnahme verweigern. Es liegt an den Eltern, das zu ändern. Wie das geht, erklärt Max Ehlers.

Von Max Ehlers|MiGAZIN

Seit dem neuen Schuljahr gelten an den über 900 staatlichen Bekenntnisgrundschulen in Nordrhein-Westfalen neue Regeln. Sie können jetzt leichter in Gemeinschaftsschulen umgewandelt werden, die Kindern und Lehrkräften unabhängig von deren Glaubensüberzeugung offenstehen. Und: Kinder, die nicht dem Schulbekenntnis angehören, können jetzt Religionsunterricht im abweichenden eigenen Bekenntnis erhalten. In beiden Fällen müssen die Eltern an der jeweiligen Schule aktiv werden. Da im landesweiten Durchschnitt nur gut 50% der Schüler an den katholischen und evangelischen Grundschulen im Schulbekenntnis getauft sind, kann dies an vielen Schulen zu Veränderungen führen.

Zum ersten Punkt ein Beispiel: Wenn sich an einer katholischen Bekenntnisschule die Eltern von mindestens 12 muslimischen oder evangelisch getauften Kindern (egal welcher Klassenstufe!) zusammentun, so können Sie bei Ihrer Schulleitung unter Hinweis auf den Erlass des Schulministeriums vom 17. Juli 2015 beantragen, dass Religionsunterricht im jeweiligen Bekenntnis erteilt wird.

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Pfarrgemeinde St. Ursula Oberursel: Keine kirchliche Trauung – Job weg

Nur standesamtlich getraut – das reicht dem Bistum Limburg nicht, um eine Kindergartenleiterin in Oberursel weiterzubeschäftigen (Symbolbild). Foto: Imago
Weil sie „nur“ standesamtlich und nicht auch noch kirchlich getraut ist, verliert eine Kindergartenleiterin ihren Job in der Pfarrgemeinde St. Ursula in Oberursel. Mit einem Brandbrief an den Papst wollen Eltern für den Verbleib der Frau kämpfen, die einen guten Job mache.

Von Götz Nawroth|Frankfurter Rundschau

Seit 12 Jahren arbeitet Ute Halberstadt in der Kita der Oberurseler Pfarrgemeinde St. Ursula, seit mehr als fünf Jahren leitet sie die Einrichtung. Doch Ende des Jahres ist für sie Schluss, sie muss sich einen neuen Arbeitgeber suchen. Katholische Kindergärten kommen dann nicht mehr in Frage.

Denn Ute Halberstadt ist „nur“ standesamtlich getraut, nicht auch noch kirchlich. „Als das Bistum Limburg das mitbekommen hatte, wurde erwartet, dass es auch eine kirchliche Eheschließung geben wird“, sagt die 39-Jährige. Das aber schließt sie aus: „Mein Mann möchte es nicht und ich brauche es auch nicht. Gott wird unsere Ehe auch so segnen.“ Halberstadt hat sich diese Entscheidung sehr gut überlegt.

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Deutsche Bischöfe protestieren gegen Israels Sperrmauer

Logo Deutsche Bischofskonferenz
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Heftige Kritik auf Beginn des Mauerbaus im Cremisan-Tal bei Bethlehem – Hilfswerk “Jugend Eine Welt”: Familien und Don Bosco-Einrichtungen werden von ihrem Land abgeschnitten

kathweb

Heftige weltweite Proteste hat der Baubeginn an einem Teilstück der Trennmauer der israelischen Sperrmauer im “christlichen Dreieck” Bethlehem, Beit Jala und Beit Sahur ausgelöst, darunter auch von Seiten der Deutschen Bischofskonferenz. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann, Vorsitzender der Kommission Justitia et Pax und Delegierter bei den jährlichen internationalen Bischofstreffen im Heiligen Land, sprach am Dienstag von einem Verstoß gegen die Gerechtigkeit, “wenn 58 christliche Familien ihres Landes und ihres Lebensunterhalts beraubt werden und keinen Zugang mehr zu ihren landwirtschaftlichen Flächen haben”.

Ackermann kritisierte, dass die Armee in Beit Jalla mit Rodungsarbeiten begonnen habe, ohne eine abschließende gerichtliche Entscheidung abzuwarten. Das Vorgehen im Cremisan-Tal schüre Unmut und Misstrauen und sei bezeichnend für die desolate Situation im Heiligen Land. Wörtlich sagte der Bischof: “Es ist unheilvoll für beide Völker, wenn durch die Fortsetzung dieser Art von Siedlungspolitik eine Zwei-Staaten-Lösung unmöglich gemacht wird.”

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