Obskur: Wenn Katholiken Gender-Toiletten nicht verstehen

Bild: FB
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In den USA hat ein Mitarbeiter der Kaufhauskette „Macy’s“ seine Stelle als Kaufhausdetektiv verloren, nachdem er sich in einem Streit um Gender-Toiletten zu seinem christlichen Glauben bekannte.

kath.net

Nach der Genderforschung gibt es nicht nur Mann und Frau, sondern zahlreiche geschlechtliche Orientierungen. Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern seien nicht angeboren, sondern sozial konstruiert. In der Kontroverse ging es um die Frage, ob Männer, die sich als Frauen fühlen, die Damentoiletten benutzen dürfen.
Wie US-Medien berichten, war Javier Chavez seit 26 Jahren bei dem Warenhauskonzern angestellt, zuletzt als leitender Sicherheitsbeauftragter in einer Filiale im New Yorker Stadtteil Queens. Der Detektiv wurde von zwei Kunden – einer Mutter mit ihrer Tochter – darüber informiert, dass sich ein Mann zusammen mit einer Frau in der Damentoilette aufhalte. Ein Mitarbeiter von Chavez bat den Mann daraufhin, er solle die Herrentoilette aufsuchen. Er verweigerte das und erklärte, er sei eine Frau. Nach dem Vorfall informierte der stellvertretende Filialleiter Chavez darüber, dass es Transgender-Personen erlaubt sei, in Macy’s-Kaufhäusern eine Toilette ihrer Wahl aufzusuchen.

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Armin Nassehi: „Religion ist etwas Wildes“

Der deutsche Soziologe Armin Nassehi (dpa / picture alliance / Erwin Elsner)
Der Münchner Soziologe Armin Nassehi ist Sohn einer katholisch sozialisierten Schwäbin und eines Iraners. Er hat sich als junger Mann für die Taufe entschieden. Heute bezeichnet er sich als Kultur-Katholik. Er hadert immer wieder mit der Religion. Denn „sie kann sehr gefährlich sein.“

Von Burkhard Schäfers | Deutschlandfunk

In seinem Arbeitszimmer, schräg rechts vom Schreibtisch, hängt das Abendmahls-Gemälde von Leonardo da Vinci. Nicht unbedingt naheliegend am Institut für Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo Armin Nassehi als Professor forscht und lehrt. Politik, Kultur, Wissen sind seine Felder. Und Religion, die er einerseits aus der Makroperspektive analysiert. Die aber auch ein Teil seiner Identität ist.

„Ich bin sehr affizierbar durch religiöse Kommunikation, zum Beispiel durch religiöse Musik. Ich mache auch selber Musik und da spielt geistliche Musik eine ganz große Rolle. Und das ist was, was mich auch selber zum Klingen bringt, das gebe ich schon zu.“

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Australiens Polizei untersucht Missbrauchsvorwürfe gegen Kardinal

missbrauch

Die Polizei in Australien untersucht Missbrauchsvorwürfe gegen Kardinal George Pell. Die Staatsanwaltschaft berate darüber, ob es zu einer Anklage gegen den ranghöchsten Kardinal des Landes kommen soll. Das bestätigte die Polizei im Bundesstaat Victoria dem Radiosender 3AW. Pell, der die Nummer drei in der Vatikan-Hierarchie ist, bezeichnete die gegen ihn erhobenen Vorwürfe als Verleumdungskampagne. Der Sender ABC hatte zuvor von Ermittlungen gegen Pell wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern berichtet.
 

Stuttgarter Nachrichten.de

Die Polizei in Australien untersucht Missbrauchsvorwürfe gegen Kardinal George Pell. Die Staatsanwaltschaft berate darüber, ob es zu einer Anklage gegen den ranghöchsten Kardinal des Landes kommen soll. Das bestätigte die Polizei im Bundesstaat Victoria dem Radiosender 3AW. Pell, der die Nummer drei in der Vatikan-Hierarchie ist, bezeichnete die gegen ihn erhobenen Vorwürfe als Verleumdungskampagne. Der Sender ABC hatte zuvor von Ermittlungen gegen Pell wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern berichtet.

Priestermord in Frankreich – Ein Angriff auf die Christenheit

islam_christentum

Die Ermordung eines Priesters in Nordfrankreich gibt das neue islamistische Angriffsziel vor: die ganze Christenheit. Da sind Betroffenheit, Sprachlosigkeit und Relativierung keine geeigneten Abwehrmaßnahmen.

Von Alexander Kissler | Cicero

Die Mehrheit der Deutschen ist getauft. Rund zwei Drittel gehören einer Kirche an. Die Zahl der Konfessionslosen wächst. Dennoch ist es kein Scherz, kein bizarrer Einfall, keine Laune eines sommerlich erschlafften Gehirns, wenn nun eine Frage gestellt wird, die gestellt werden muss: „Wie sicher sind deutsche Kirchen?“

Der grauenhafte Priestermord von Saint-Etienne-du Rouvray machte offenbar, was offensichtlich ist. Eine Gruppe enthemmter Muslime hat nicht nur den Atheisten, den Liberalen, den nichtfanatischen Muslimen den Krieg erklärt, sondern auch und vor allem der Christenheit. Der Priestermord von Saint-Etienne-du Rouvray ist ein Fanal über Frankreich hinaus.

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Bistum Regensburg ruft Flüchtlinge zum Verlassen des Pfarrheims auf

„Es geht nicht mehr. Unsere Bitte an die Behörden um eine geduldete Präsenz wurde zurückgenommen. Es bleibt uns daher keine andere Wahl, als die Gruppe mit Verweis auf das Hausrecht aufzurufen, das Pfarrheim zu verlassen.“

kath.net

Das Bistum Regensburg hat gestern in einer Pressemitteilung die Flüchtlinge, die seit mehr als 22 Tage in einem Pfarrheim sich aufenthalten, zum Verlassen aufgefordert.

Gestern vor 22 Tagen sind 45 Flüchtlinge aus Kosovo und Albanien in den Dom eingedrungen und baten mit dem Hinweis auf unmittelbar bevorstehende Abschiebungen um den Schutz und die Hilfe der Kirche. Gleichzeitig wurde auch das Innere des Domes tagelang von verschiedenen Gruppen für Proteste für ein „Bleiberecht für alle“ und gegen Abschiebungen benutzt.

Das Bistum hat sich zunächst dafür entschieden, humanitär zu helfen und zu klären. Es bat deshalb die staatlichen Behörden für eine sehr begrenzte Zeit um die Duldung der Präsenz dieser Gruppe. Außerdem haben wir uns vom ersten Tag an mit großem Einsatz um die Grundversorgung mit Essen, Feldbetten, ärztlicher Betreuung und vieles andere mehr gekümmert. Nachdem die sanitäre Lage im Vorraum des Domes immer schlimmer wurde, zogen die Flüchtlinge in das Pfarrheim St. Emmeram um.

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Der Religionskrieg als Falle des „Islamischen Staats“

Marianne-Büste mit phrygischer Mütze in einer französischen Schule. Bild: PD
Marianne-Büste mit phrygischer Mütze in einer französischen Schule. Bild: PD

Dem IS gelingt es, westliche Politik und Christentum im Nahen Osten in einen Topf zu werfen. Beim IS-Terror in Europa spielte das bisher keine große Rolle. Das droht sich zu ändern

Von Gudrun Harrer | derStandard.at

Da jedes dieser terroristischen Verbrechen, die Europa durch den Sommer 2016 begleiten, eine schreckliche inspirierende Wirkung auf andere potenzielle Mörder zu haben scheint, ist zu befürchten, dass der Tatort Kirche nicht zum letzten Mal vorgekommen ist. Bisher haben ja spezifisch christliche Ziele bei im Geiste des „Islamischen Staats“ verübten Attentaten im Westen keine besondere Rolle gespielt (anders als jüdische), auch wenn von einer theoretischen Bedrohungslage ausgegangen wurde.

Die gesamte Gesellschaft eines getroffenen Landes – Frankreich, Deutschland – steht im Visier, und sie ist nicht christlich, sondern säkular geprägt. Es ging stets um etwas anderes als um die historische christliche Identität Europas. Dementsprechend wurde in klugen französischen Reaktionen betont, in der Kirche in Saint-Étienne-du-Rouvray sei „Frankreich“ attackiert worden.

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Der Vatikan und die Juden

KZ Auschwitz, Einfahrt. Bundesarchiv, B 285 Bild-04413 / Stanislaw Mucha / CC-BY-SA 3.0
KZ Auschwitz, Einfahrt. Bundesarchiv, B 285 Bild-04413 / Stanislaw Mucha / CC-BY-SA 3.0
Als am 16. Oktober 1943, einem Sabbat, SS-Truppen das jüdische Ghetto in Rom räumten, wurde Papst Pius XII. umgehend informiert. Es gab diplomatische Bemühungen im Hintergrund, die Juden zu retten, aber keinen offiziellen Protest des Vatikans.

Von Gregor Maria Hoff | ZEIT ONLINE

Wenige Monate vorher hatte Pius XII. nach einem alliierten Bombenangriff das christliche Stadtviertel San Lorenzo besucht – bis an die Grenzen des jüdischen Ghettos kam er nicht. Vorsicht spielte eine Rolle, Angst um die Unantastbarkeit des Vatikanstaates. Der Papst wollte die letzten Einflussmöglichkeiten auch zugunsten der Juden nicht verlieren. Am Ende wurden 1016 römische Juden nach Auschwitz transportiert, nur 16 überlebten.

Ist es vorstellbar, dass ein Papst 1943 anklagend vor den Toren von Auschwitz erschienen wäre? Jeder Papst, der heute das Vernichtungslager betritt, weiß, dass er zu spät kommt. Zu spät für eine schwer zu fassende und bis heute nicht klar benannte Schuld, die traumatisch nachwirkt: für die Juden, für die jüdische Gemeinde Roms, aber auch für die Kirche. Weil das Schweigen Pius XII. sprachlos macht.

Auschwitz ist ein Ort, dem seit dem Besuch von Johannes Paul II. kein Papst mehr ausweichen kann. Hier sollte das „auserwählte Volk“ der Bibel ausgelöscht werden. Das öffentliche Schweigen Pius XII. hat daran nichts geändert. Jeder Christ, der an den menschgewordenen Gott glaubt, wird in Auschwitz mit der Vernichtung der Menschlichkeit konfrontiert, mit der Hölle auf Erden. Nach katholischer Lehre lässt sich die Kirche davon nicht überwältigen. Doch in Auschwitz muss sie sich auch der eigenen Schuld stellen.

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Hochzeit nach Scheidung: Darf die Kirche dann kündigen?

Bild: fis-kirchenrecht.de
Bild: fis-kirchenrecht.de
Eine geschiedener Arzt heiratet wieder – und ist seinen Job los. Gibt’s nicht? Gibt’s doch! Und wenn die katholische Kirche der Arbeitgeber ist, ist das sogar rechtens. Das Bundesverfassungsgericht soll klären, ob das so bleiben kann. Fragen und Antworten zum Fall.

stern.de

Kann eine zweite Heirat nach einer Scheidung ein Kündigungsgrund sein? Ja, im Fall des Chefarztes eines katholischen Krankenhauses in Düsseldorf ist das passiert. Das Bundesarbeitgericht in Erfurt verhandelt an diesem Donnerstag die Kündigungsschutzklage – bereits zum zweiten Mal.

Was ist die Besonderheit dieses Falls?

Der Mann ist seit dem Jahr 2000 als Chefarzt in einem katholischen Krankenhaus in Düsseldorf beschäftigt. Er ist damit Angestellter einer kirchlichen Einrichtung. Sein Dienstvertrag basiert auf einer vom Erzbistum Köln erlassenen Grundordnung, nach der von den Mitarbeitern die Anerkennung der katholischen Glaubens- und Sittenlehre erwartet wird.

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Die geistreiche Provokation des Papstes

Papst Franziskus am Flughafen Krakau mit dem polnischen Präsidenten Andrzej Duda und dessen Frau Agata.Foto: REUTERS
Papst Franziskus reist nach Polen – vorher traf er sich mit Flüchtlingen. Eine brillante Provokation an die Adresse der Rechtspopulisten. Ein Kommentar.

Von Stephan-Andreas Casdorff | DER TAGESSPIEGEL

Dieser Papst! Ein Luther hätte seine Freude an ihm. Da reist Franziskus nach Polen, wo die Rechten regieren, die Rechtsklerikalen, die ihn wegen seiner Haltung zu Flüchtlingen und nicht nur deshalb verdammen – und was tut er? Er trifft sich vorher, vor dem von Johannes Paul II. erfundenen Weltjugendtag in dessen Bischofsstadt Krakau, mit jungen Flüchtlingen, die wegen ihrer Papiere nicht nach Polen reisen dürfen. Neun Männer und sechs Frauen waren auch noch in seiner Residenz. Sie hätten Franziskus zugesagt, ihn im Geist zu begleiten, sagt der Vatikan.

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Indischer Bundesstaat verbannt Messwein – Kirche empört

Frei nach Da Vinci, Quelle: BadA$$Mood
Frei nach Da Vinci, Quelle: BadA$$Mood
Regierungsvertreter klar: «Alle Arten von Alkohol sind im Bundesstaat verboten. Und die Verwendung von Messwein durch die Kirche verstößt gegen dieses Gesetz.»

kath.net

Der indische Bundesstaat Bihar hat der katholischen Kirche die Verwendung von Messwein im Gottesdienst untersagt. Andernfalls verstoße die Kirche gegen das seit Anfang April geltende komplette Alkoholverbot in Bihar, betonten Regierungsvertreter laut einem Bericht des asiatischen katholischen Pressedienstes Ucanews (Montag).
Zunächst hatte die Regierung des Bundesstaats der katholischen Kirche noch erlaubt, Wein für die Heilige Messe zu nutzen. Doch jetzt stellte ein Regierungsvertreter klar: «Alle Arten von Alkohol sind im Bundesstaat verboten. Und die Verwendung von Messwein durch die Kirche verstößt gegen dieses Gesetz.»

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Parsifal: Schluss mit der Religion

Wie Jesus erscheint der verwundete Gralshüter Amfortas (Ryan McKinny), an dessen Blut sich die Gralsritter laben. ©dpa
Vor der Türe Polizei, auf der Bühne Militär: Beim neuen Parsifal in Bayreuth trifft Terrorangst auf Glaubenskritik.

Von Heinrich Maria Löbbers | Sächsische Zeitung

Wer sich auskennt in Bayreuth, geht in der Pause ins Freiluftbad gleich hinterm Festspielhaus. Die Liegewiese mit Kneippbecken ist Kult, und die obligatorischen Pausenwürstchen kosten hier am Kiosk nicht mal die Hälfte. Genau das macht den skurrilen Charme der Festspiele aus, dass die Herrschaften in Festgarderobe vorm Holzbüdchen für ein Paar Wiener und ein Spezi anstehen, während die Damen schwärmen, was für einen sexy Body doch Amfortas hat, als er im ersten Akt des Parsifal wie Jesus am Kreuz dasteht, mit Dornenkrone und blutenden Wundmalen.

Nackte Jungfrauen im Regen

Die Kioskverkäuferin macht sich ganz andere Gedanken an diesem Montag. „So viel Polizei hatten wir noch nie“, sagt sie. „Das ist bedrückend.“ Nach den jüngsten Anschlägen ist der Grüne Hügel Hochsicherheitstrakt geworden. Überall Absperrungen, Trauerwimpel an Fahnenmasten, Polizisten patrouillieren, kontrollieren Tickets, linsen den schicken Damen in ihre noch schickeren Handtaschen. Alles sehr höflich und entspannt, auch die Gäste nehmen’s gelassen. Gelöste Stimmung selbst ohne roten Teppich und Staatsempfang, Politiker haben abgesagt, Premierenpromis auch. Abgesehen von Fürstin Gloria, gehört einer wie Tatort-Kommissar Udo Wachtveitl schon zu den Bekannteren, deshalb sind auch die Schaulustigen überschaubar.

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Als Christen achten wir Muslime, lehnen aber Religion des Islams ab

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Merkwürdiges geschieht in Deutschland: Schon vor den Attentaten der jüngsten Zeit haben Migrationsforscher, zahlreiche Islamwissenschaftler, ehemalige wie religiös distanziert gewordene Muslime, ja sogar selbst prominente Imame öffentlich geäußert:
1. Der Islamismus ist vom Islam nicht zu trennen.
2. Auch wenn die überwältigende Mehrheit der Muslime friedlich ist, ist es ihre Religion nicht.
 

Von Helmut Matthies | kath.net

Die Kirchen in weiten Teilen der Welt, besonders dort, wo es eine islamische Mehrheit gibt, wissen das nicht nur, sondern erleiden es auch mit zahlreichen Märtyrern. Nur die Kirchen in Deutschland leugnen es weithin und hartnäckig.

Nun sind in Bayern innerhalb von nur einer Woche zwei entsetzliche Gewalttaten mit tödlichen Folgen durch Muslime mit Migrationshintergrund verübt worden: in Würzburg mit einem Bekennervideo, das die Tat allein mit dem Islam begründet; in Ansbach ebenfalls ausdrücklich „im Namen Allahs“. In diesem Bundesland wird die große lutherische Landeskirche von einem Landesbischof – Heinrich Bedford-Strohm – geleitet, der islamfreundlich wie kein anderer ist. Denn er gehört einem Kuratorium an, das eine Großmoschee bauen will: dem Münchner Forum für Islam. (Im Juni wurde bekannt, dass mangels Finanzen daraus erst mal nichts wird.) Ein solches Engagement gab es bisher noch nie. Die Entscheidung des Landesbischofs, hier mitzuwirken, hat für höchste Irritationen gesorgt. Denn wie kann ein Bischof sich für die Verbreitung einer ausdrücklich antichristlichen Religion einsetzen? Würde der Chef von BMW im Kuratorium zum Bau eines Autohauses von Opel mitmachen, müsste er selbstverständlich seinen Hut nehmen. Bis heute hat der Landesbischof seinen Austritt aus dem Kuratorium nicht erklärt. Wird er nach den zwei Gewalttaten von Muslimen „im Namen Allahs“ in seinem Bundesland umdenken?

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Erz-Apostel Schönborn: Wehrpflicht hilft bei Integration

Kardinal Christoph Schönborn – ANSA
Vor einer Migrantenghettobildung wie in Frankreich hat der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, am Rande des am Dienstag in Krakau beginnenden katholischen Weltjugendtags (WJT) gewarnt.
 

Radio Vatikan

Die Integration sei in Frankreich bedauerlicherweise misslungen, so der Erzbischof in einem Gespräch mit der Agentur Kathpress an diesem Dienstag. Diese Erfahrung müsse sich Österreich zu Herzen nehmen und Ghettos schon im Ansatz verhindern. Österreich müsse mehr tun, um jungen Migranten und Asylwerbern Chancen zu geben.

Im Blick auf eine bessere Integration der Flüchtlinge und Fällen von „Flüchtlingsterrorismus“ wie in Würzburg oder Ansbach nahm Schönborn noch einmal Bezug auf die Situation in Frankreich. Dort bedauere man heute die Abschaffung der Wehrpflicht. Das Jahr in der Uniform habe viele Migranten dazu gebracht, sich mit dem Staat, in dem sie lebten, auseinanderzusetzen. Er selbst teile diese Einschätzung.

 

Bischofskonferenz nach Anschlag: Kirchen müssen offene Orte sein

Logo Deutsche Bischofskonferenz
Logo Deutsche Bischofskonferenz

DBK-Pressesprecher Kopp: Es sei nicht möglich, 24.500 katholische Kirchengebäude in Deutschland zu schützen. Gefordert sei daher erhöhte Wachsamkeit im Alltag.

kath.net

Auch nach dem tödlichen Anschlag bei einer Messe in Frankreich will die Deutsche Bischofskonferenz am Konzept der offenen Kirchen festhalten. «Unsere Kirchen müssen offene Orte sein, das wird gerade in den letzten Tagen deutlich», sagte Pressesprecher Matthias Kopp am Mittwoch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Bonn. Es sei nicht möglich, 24.500 katholische Kirchengebäude in Deutschland zu schützen. Gefordert sei daher erhöhte Wachsamkeit im Alltag.

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„Populistische Reflexe“: CSU fordert Abschiebungen in Krisenregionen

Bayern @ MiG
Drei Anschläge innerhalb einer Woche, Bayern und Landesregierung stehen unter Schock. Innenminister Herrmann fordert Bundeswehreinsatz im Innern und Abschiebungen in Krisenregionen. Opposition ruft zur Besonnenheit auf.

MiGAZIN

Die bayerische Staatsregierung will die Sicherheit für die Bürger erhöhen – etwa durch strengere Asyl-Regelungen, personelle Aufstockung der Polizei und konsequentere Extremismusbekämpfung. „Der ‚islamistische‘ Terrorismus ist in Deutschland angekommen“, sagte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am Dienstag zum Auftakt der fünftägigen Klausurtagung des bayerischen Ministerrats in Gmund am Tegernsee. Die Bevölkerung erwarte nun, „dass wir dem mutig die Stirn bieten“.

Bayern war innerhalb einer Woche Ziel von gleich drei Anschlägen geworden. Zwei davon haben laut Innenminister Joachim Herrmann (CSU) einen „islamistischen“ Hintergrund.

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Rückwärts in die Zukunft – Katholizismus in Polen

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Papst Franziskus kommt nach Polen, um am 26. Juli den Weltjugendtag in Krakau zu eröffnen. Doch es ist kein Besuch unter Freunden, zu gespalten ist das Verhältnis zur polnischen Amtskirche.

Von Florian Kellermann | Deutschlandradio Kultur

Die Ränge des Stadions in Posen sind gut gefüllt. Die Menschen feiern den Jahrestag der Taufe Polens. 1050 Jahre ist es her, dass der damalige Herzog Mieszko I. das Christentum annahm.

Die Stimmung ist ausgelassen, auf der Tribüne strecken Nonnen die Arme hoch und drehen sich im Takt der Musik, auf dem Rasen tanzt ein Priester.

Auch Halina Tabiszewska klatscht und dreht sich im Rhythmus der Musik. Die 61-Jährige ist in einen weiß-roten Schal gehüllt – die polnischen Nationalfarben.

Tabiszewska: „Das ist ein großer Tag für uns Polen, die Taufe war das wichtigste Ereignis in unserer Geschichte. Dank des katholischen Glaubens haben wir unsere Nation über so viele Jahre erhalten. Als wir Polen keinen Staat hatten, als wir aufgeteilt waren, hat unsere Kultur nur durch den Glauben überhaupt überlebt. Unser wunderbarer Präsident hat es heute gesagt: Unser Land würde es ohne Christus nicht geben.“

Wenig später geht eine Prozession über den Rasen im Stadion: Die Reliquien polnischer Heiliger werden vorgeführt.

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The New European Fascists

Government leaders in Poland are promoting a neofascist ideology. (Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0)
Jaroslaw Kurski and Piotr Stasinski embody the hope that once was Poland. They struggled against the Communist regime for years in the underground press and as Solidarity members. They built Gazeta Wyborcza, now one of the most influential newspapers in the country, after the 1989 fall of communism. They helped usher in a period of democracy and open debate, one that included cultural space for historians such as Jan Gross, a Polish-born American who courageously confronted the taboo topic of Polish complicity in the Nazi extermination of nearly all of Poland’s 3 million Jews.

By Chris Hedges | truthdig

And then neoliberalism, imposed by global capitalism and international banks, began to spread its poison. Legions of unemployed or underemployed were cast adrift. Two million Poles, many of them young people desperate for jobs, have left to work abroad. Governmental austerity programs devastated cultural institutions, including public schools, the arts and public broadcasting. And finally, following a familiar death spiral, the October 2015 elections brought to power the nationalists and demagogues of the right-wing Law and Justice Party (PiS). There is no left-wing party represented in the parliament.

Not much of Poland’s promise remains. PiS is rapidly rolling back constitutional rights. It blocks state media coverage of the fading political opposition, especially the Committee for the Defense of Democracy (KOD), which has held a series of protest demonstrations. PiS shamelessly uses the airwaves and the schools for rabid nationalist propaganda. The public broadcasting system—in which the party purged more than 100 staff members—twisted President Barack Obama’s recent criticism of the Polish government’s assault on the judiciary into praise for Polish democracy. And the ruling party has forced state institutions to cancel subscriptions to Gazeta Wyborcza and pressured distributors throughout the country not to display or sell copies of the newspaper.

“There is no longer genuine parliamentary debate,” Stasinski said when I met with him and Kurski at the Gazeta Wyborcza offices in Warsaw. “There are no longer checks and balances of power. The parliamentary system is dysfunctional. The Constitutional Court and judiciary are paralyzed. New laws passed by the parliament cannot be challenged or changed. The government is supposed to publish sentences of the Constitutional Court in The Journal of Laws [Dziennik Ustaw] for them to become legally effective. This is required by the Constitution. But the government, by not printing them, paralyzes the Constitutional Court, which has been reduced to announcing its sentences on the internet without any legal effect. It is a very dangerous time.”

“We operate under two systems of law,” said Kurski. “One is constitutional and legal. The other is unconstitutional and illegal. The problem is that the illegal and unconstitutional system runs the country.”

Jaroslaw Kaczynski, the founder and head of the ruling party, governs Poland like a private fiefdom. Prime Minister Beata Szydlo and President Andrzej Duda are political puppets. Kaczynski, reclusive and morbid, is referred to with fear or reverence as “the Chairman.” His words, and his obsessions, are law.

And it is not only Poland that is in trouble. Europe, especially EU countries on the fringes of the union, is devolving into proto-fascism. The Hungarian strongman Prime Minister Viktor Orban has destroyed his country’s democracy. Neofascist groups are gaining strength in France, the United Kingdom, Austria, Denmark, Sweden and Greece.

These movements are rabidly xenophobic, racist, Islamophobic and homophobic, and they demonize immigrants and brand internal dissent as treason. When they take control they rely on ruthless internal security and surveillance systems—Poland has established 11 intelligence agencies—to crush dissent. They seek their identity in a terrifying new nationalism, often, as in Poland, coupled with a right-wing Catholicism. They preach hatred of the outsider and glorification of obedient and “true” patriots. This lurch to the right will be augmented in Poland later this year with the establishment of an armed militia of more than 30,000 whose loyalty, it seems certain, will be to the ruling party.

“If you are a Pole, you should be Catholic,” said Stasinski. “I’m not. So for some, I’m not a Pole.”

Poland, like Hungary, Slovakia and the Czech Republic, has rejected the European Union’s call for its nations to accept refugees fleeing the chaos in the Middle East. The ruling party in Poland employs rhetoric to describe Muslim immigrants that echoes prewar Polish anti-Semitism. Immigrants are condemned as diseased, painted as rapists and excoriated for supposedly having barbaric religious practices. When Gross, who teaches at Princeton University, decried the hate campaign against immigrants and made the links with anti-Semitism, reminding Poles that they killed more Jews than they killed Germans during the war, PiS began legal proceedings to challenge Gross’ assertions and called for his Polish Order of Merit to be revoked.

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Deus lo vult: Attentäter von Würzburg besuchte Tag vor Tat katholisches Pfarrfest

Der Attentäter von Würzburg war am Vortag seines Verbrechens Gast bei einem katholischen Pfarrfest.

kath.net

Das berichtete der Pfarrer des unterfränkischen Dorfes Gaukönigshofen, Klaus König, wo der 17-jährige Täter zuvor zwei Wochen lang in einer Gastfamilie lebte. Der junge Mann, der behauptete, aus Afghanistan zu stammen, hatte am 18. Juli in einem Regionalzug fünf Menschen – darunter vier Mitglieder einer Familie aus Hongkong – mit einem Messer und einer Axt schwer verletzt. Ein Opfer schwebt noch in Lebensgefahr. Die Polizei erschoss den Täter, als er auf der Flucht auf die Beamten mit seinen Waffen losging. In einem Video bekannte er sich zur Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS).

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Retro-Treffen: Katholische Bischöfe treffen auf die Demo für alle

Die Konferenz beginnt mit einer Messe im Fuldaer Dom Bild: Lars Steffens, flickr, cc by sa 2.0
Beim Kongress „Freude am Glauben“ des Forums Deutscher Katholiken tritt u.a. Hedwig von Beverfoerde auf. Ihrer homophoben „Initiative Familienschutz“ gilt auch eine Kollekte.
 

Von Norbert Blech | QUEER.DE

Es ist quasi eine Art katholische Version der „Compact“-Konferenz, die für nächstes Wochenende in Fulda geplant ist. Der jährliche Kongress „Freude am Glauben“ des Forums Deutscher Katholiken versammelt 2015 einige explizite Gegner von LGBT-Rechten und steht bereits unter dem Motto „Ehe und Familie – gottgewollter Auftrag und Weg zum Glück“.

Eröffnet wird die dreitägige Konferenz mit bis zu 1.500 Teilnehmern am Freitag mit einer Messe im Dom, geleitet vom Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen. Er selbst hatte schon gleichgeschlechtliche Ehen als „abartig“ bezeichnet; nur die Ehe zwischen Mann und Frau sei „das Normale und Gesunde“.

Im Kongresszentrum Esperanto darf dann später am Abend Hedwig von Beverfoerde referieren. Die Leiterin der „Initiative Familienschutz“ aus dem Haus der AfD-Europaabgeordneten Beatrix von Storch spricht eine Stunde lang über die von ihr organisierte Bewegung „Demo für alle“: „Warum wir gegen Gender-Indoktrinierung und Sexualisierung der Kinder demonstrieren“. Laut Programmheft (PDF) gilt der Initiative auch die Kollekte der Messe am nächsten Morgen in der Stadtpfarrkirche St. Blasius.

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Antisemitismus 2016: Das neue Unbehagen in jüdischen Gemeinden

Schild „Nie wieder“ (picture alliance / dpa / Maja Hitij)
Fast ein dreiviertel Jahrhundert nach Auschwitz könnte man meinen, alles sei gesagt über den Antisemitismus. Eine internationale Tagung in Berlin scheint das Gegenteil zu beweisen. Demnach gibt es immer wieder neue Erscheinungsformen des Antisemitismus.

Von Thomas Klatt | Deutschlandfunk

„Also den mittelalterlichen religiösen Antijudaismus, wonach die Juden das Volk der Gottesmörder sind, das ist eigentlich nicht mehr ernst zu nehmen. Das erlebt man auch in stark christlich-religiösen Kreisen eigentlich nicht mehr.“

Antisemitismusforscher Olaf Glöckner vom Moses-Mendelssohn-Zentrum in Potsdam weiß um das Auf und Ab antisemitischer Argumentationsmuster. Der christliche Antijudaismus tritt kaum noch in Erscheinung, sicherlich auch das Ergebnis einer „Theologie nach Auschwitz“. Juden werden nicht mehr als vermeintliche Christusmörder verachtet. Das Judentum gilt heute als unumstößliche Wurzel des christlichen Glaubens. –  Auch der nationalsozialistische Antisemitismus begegnet einem heute kaum noch. Olaf Glöckner:

„Rasse-Antisemitismus, also eine Form von Vernichtungsantisemitismus a la Adolf Hitler ist im Großen und Ganzen auch out. Diese Form von Antisemitismus mögen vielleicht Neonazis nach wie vor im stillen Kämmerlein pflegen, aber man weiß, dass das öffentlich radikal sanktioniert ist.“

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