Missbrauchsbeauftragter Ackermann beklagt mangelnde Kooperation

Der Missbrauchsbeauftragte der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Stephan Ackermann, hat den Umgang mancher Bischofskollegen mit der Missbrauchsstudie seiner Kirche kritisiert.

evangelisch.de

„Man hat das Thema offensichtlich nicht in allen Diözesen so prioritär behandelt, wie es erforderlich gewesen wäre“, beklagte Ackermann im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. „Wenn ein Bischof die Thematik nicht zur Chefsache erklärt, bleibt die Umsetzung schwierig“, so Ackermann. Darauf angesprochen, dass die Autoren der im September veröffentlichten Studie die Zusammenarbeit mit einzelnen Bistümern bemängelten, antwortete Ackermann: „Das ist beklagenswert.“ Ackermann kündigte an, die kirchlichen Archive externen Forschern zu öffnen: „Es ist klar, dass die nun folgende Aufarbeitung keine interne Sache mehr sein kann. Unabhängig heißt für mich, dass der jeweilige Bischof die weitere Untersuchung aus der Hand gibt.“

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Woelki: Kommunion für evangelische Ehepartner nur im Einzelfall

Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Die vollständige kirchliche Gemeinschaft, die im gemeinsamen Empfang der Kommunion zum Ausdruck komme, dürfe nicht „durch eine subjektive Gewissensentscheidung“ ersetzt werden: Kardinal Rainer Maria Woelki hat seine Position zum Kommunionempfang für nichtkatholische Ehepartner bekräftigt.

katholisch.de

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat seine Position zum Kommunionempfang für nichtkatholische Ehepartner bekräftigt. Der Schmerz von konfessionsverbindenden Ehepaaren sei „eine bittere Konsequenz aus der unseligen Spaltung, welche die Christenheit bis heute trifft“, sagte Woelki vor dem Diözesanpastoralrat, wie das Erzbistum am Samstag mitteilte. „Würde man trotzdem gemeinsam kommunizieren, würde man die noch nicht bestehende Kirchengemeinschaft lediglich liturgisch simulieren. Das wäre wohl kaum redlich“, so der Kardinal.

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Das Schweinefleisch-Verbot im Islam und seine Bedeutung

Grafik: Deutschlandfunk
Dass Muslime kein Schweinefleisch essen dürfen, ist ein prominentes Beispiel für Speisevorschriften; wobei die Gründe dafür umstritten sind. Speisevorschriften gibt es in vielen Religionen – auch im Christentum. Aber wie Nicolai Sinai von der Oxford University zeigt, geht es dabei nicht zwangsläufig um den Genuss eines Produkts, wie man meinen könnte.

Von Dr. Nicolai Sinai | Deutschlandfunk

„Sprich: Ich finde in dem, was mir eingegeben worden ist,
nichts, das jemandem zu essen verboten wäre,
außer Verendetem und ausgegossenem Blut und Schweinefleisch – denn es ist unrein –
oder Gräuel, über den anderes als Gott angerufen wurde.
Doch wenn jemand sich in einer Zwangslage befindet,
ohne Begehrlichkeit zu hegen und eine Übertretung zu begehen – nun, dein Herr ist vergebungsbereit und barmherzig.“

Der gerade vorgetragene Vers ist eine von vier Koranstellen, die mit fast identischen Worten eine Reihe grundsätzlicher Speiseverbote aufstellen: Untersagt sind der Genuss von verendeten Tieren, von Blut, von Schweinefleisch sowie von Nahrungsmitteln, die anderen Wesen als Gott geweiht wurden.

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Freiburg: Kommission untersucht Machtmissbrauch im Erzbistum

Bild: © JFL Photography/Fotolia.com
Mit einer neu eingerichteten Kommission will das Erzbistum Freiburg die Aufarbeitung des kirchlichen Missbrauchsskandals weiter vorantreiben. Dabei geht es um Strukturen und Verhältnisse innerhalb der Diözese.

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Wenige Wochen nach einer entsprechenden Ankündigung durch Erzbischof Stephan Burger hat im Erzbistum Freiburg am Freitag eine neue Kommission „Macht und Missbrauch“ ihre Arbeit aufgenommen. Das Gremium soll nach Angaben des Erzbistums „Strukturen und Verhältnisse in der Erzdiözese Freiburg“ daraufhin untersuchen, ob und wie dort missbräuchlich Macht ausgeübt wird.

Laut ihren Statuten soll die Kommission Erzbischof Burger vor allem hinsichtlich der Konsequenzen beraten, die aus den Ergebnissen der im September von der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlichten Studie zum sexuellen Missbrauch in der Kirche zu ziehen sind und entsprechende Empfehlungen aussprechen.

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Giffey warnt vor Folgen religiösen Mobbings an Schulen

Bild: © picture alliance/Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa
„Mobbing geht an niemandem spurlos vorbei und kann schlimme Folgen haben“, so Bundesfamilienministerin Franziska Giffey. Mit einem neuen Förderprogramm hat die SPD-Politikerin dem Mobbing nun den Kampf angesagt.

katholisch.de

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat vor den Folgen religiösen Mobbings an Schulen gewarnt. „Mobbing geht an niemandem spurlos vorbei und kann schlimme Folgen haben: von der Schulverweigerung bis hin zum Selbstmord“, sagte sie am Freitag in Hannover. „Wenn Schüler beschimpft oder gemobbt werden, weil sie anders aussehen, einen anderen Glauben haben oder anderer Herkunft sind, dann ist es höchste Zeit zu handeln.“ Giffey äußerte sich beim offiziellen Auftakt ihres Programms zur Förderung von Anti-Mobbing-Profis an Schulen. Rund 200 speziell geschulte Sozialarbeiter – sogenannte Respekt Coaches – arbeiten derzeit an bundesweit 175 Schulen. Gestartet war das Programm in diesem Schuljahr.

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Türkei: Sechs Jahre Gefängnis für deutsche Staatsbürgerin

Grafik: TP
Das dritte Urteil innerhalb von drei Monaten gegen deutsche Staatsbürger in der Türkei

Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Die Kölner Sängerin Hozane Cane wurde in der Türkei zu sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Dies ist nun das dritte Urteil innerhalb von drei Monaten gegen deutsche Staatsbürger in der Türkei. Allen drei Deutschen wurde „Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung“ oder „Terrorpropaganda“ vorgeworfen. Stichhaltige Beweise dafür benötigt man in der Erdogan unterstellten Justiz offenbar schon lange nicht mehr.

In München fanden in der letzten Woche gleich drei Prozesse gegen zwei Journalisten und einen Schauspieler wegen ähnlicher Vorwürfe statt. Auch hier sind die Beweise äußerst fragwürdig. Wird München zum deutschen Ankara? Das gab es schon einmal: 1923. Da wurde in dem völkischen Kampfblatt „Heimatland“ eine mehrteilige Serie über Atatürk veröffentlicht.

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Weniger Fleischkonsum, mehr Bahnverkehr

Bild: Flickr/Kim Scarborough (CC-BY-SA 2.0)
Um den Klimawandel zu bremsen, fordern Umweltschützer rasches Handeln. Konkrete Schritte im Verkehrs- und Energiesektor oder der Landwirtschaft werden in einem neuen Maßnahmenkatalog aufgelistet.

evangelisch.de

Ein Bündnis aus Umwelt- und Entwicklungsorganisationen sowie Kirchen hat von der Bundesregierung eine Wende für mehr Klimaschutz gefordert. Am Donnerstag stellte die Klima-Allianz Deutschland in Berlin dazu einen 56-seitigen Maßnahmenkatalog unter dem Titel „Wann, wenn nicht jetzt“ vor. Unter anderem werden konkrete Schritte in den Bereichen Verkehr, Landwirtschaft und Energie angemahnt.

„Deutschland wird das Klimaziel 2020 drastisch verfehlen. Für das 2030-Ziel ist das keine Option“, erklärte Antje von Broock, stellvertretende Vorsitzende des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND). Deutschland hatte sich verpflichtet, den Treibhausgas-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Die Bundesregierung hat bereits eingeräumt, dass dieses Ziel nicht mehr erreicht werden kann. Bis 2030 sollen die Emissionen um 55 Prozent verringert werden.

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Römisch-katholische Selbstwaschanlage

Pius XII beim Konkordat 1933 (CC-by-sa/3.0 Germany by Bundesarchiv DE)
Die Religion des Klerikalismus kennt keine Schamgrenzen: Auch im Franziskus-Pontifikat hält der Vatikan offenbar am Plan fest, Pius XII. selig zu waschen

Peter Bürger | TELEPOLIS

Die frühen Christen werden in der biblischen Apostelgeschichte als „Leute des Weges“ vorgestellt. Unter Berufung auf Jesus von Nazareth kann Kirche lediglich ein Mittel sein, „um den Armen eine gute Nachricht der Befreiung zu bringen und zerbrochene Herzen zu heilen“. Die durch das letzte Konzil in Rom nur halbherzig überwundene Häresie des Klerikalismus hat hingegen aus der Kirche stets einen Selbstzweck und Fetisch gemacht, ein Anbetungsobjekt.

In diesem Programm „Kirche als Religion“ sind Priesteranbetung und Priesterselbstanbetung weit verbreitet. Der Papstkult des 19. Jahrhunderts schreckte beispielsweise nicht davor zurück, den Bischof von Rom als „Dritte Inkarnation Gottes“ zu feiern.

Unter solchen Vorzeichen wurde aus den „Leuten des Weges“ das unfreie Fußvolk einer hierarchischen Kirchenpyramide, die bis heute nur aus Männern besteht. Der ausgewachsene Kirchenfürst handelte stets nach der Devise: „Ich bin der Herr, mein Gott“. Allen Mitgliedern des auserwählten Priesterstandes bescheinigte der Katechismus eine sakramentale Wesensverwandlung, die nie mehr erlöschen kann.

Diese Ideologie ließ sich freilich nur aufrechterhalten durch eine systematische Verdrängung von Versagen. Dass Priester in nicht wenigen Fällen das genaue Gegenteil des christlichen Auftrags praktizierten, indem sie die Herzen von Kindern und anderen Schutzbefohlenen zerbrachen, durfte nicht zur Sprache kommen.

Ganz analog zur systematischen Verschweigung und Vertuschung von sexueller Gewalt vollzieht sich der Umgang mit historischem Versagen in Krisenzeiten. Die Religion des Klerikalismus hat die Kirche mehr als einmal in der Geschichte zur passiven Zuschauerin oder Kollaborateurin werden lassen, wo ihr Auftrag Widerstand erfordert hätte.

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Kritik an schleppender Aufarbeitung der Kolonialzeit

Afrika-Aktivisten und Wissenschaftler fordern von Bund und Ländern eine baldige Aufarbeitung deutscher Gräueltaten während der Kolonialzeit. Yonas Endrias, Vize-Vorsitzender des Zentralrats der afrikanischen Gemeinde in Deutschland, betonte am Donnerstag bei einem Fachgespräch der Grünen-Fraktion im Bundestag: „Es geht nicht um Geld, es geht um Würde.“

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Entscheidend seien die Anerkennung der Verbrechen, zum Beispiel gegen Angehörige der Volksgruppen Herero und Nama im heutigen Namibia, und historische Gerechtigkeit. Die deutsche Kolonialgeschichte vor hundert Jahren müsse integriert werden in Kultur und Bildung, müsse an den Schulen gelehrt werden. Endrias sprach sich zudem für ein Mahnmal aus.

Der Leiter Forschungsstelle „Hamburgs (post-)koloniales Erbe“ an der Universität Hamburg, Jürgen Zimmerer, kritisierte, dass es in Deutschland zwar eine Debatte gebe, „aber keinen Mut“. Entschuldigungen von Bundeskanzlerin und Bundespräsidenten stünden aus. Heftige Kritik äußerten er und andere Redner am Afrika-Beauftragten der Bundesregierung Günter Nooke (CDU).

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US-Bischöfe: Wir sind keine Filialleiter des Vatikan

Bild: © KNA/CNS photo/Bob Roller
Die US-Bischöfe haben ihre Vollversammlung beendet. Fest steht: Sie wollen das Vertrauen der Gläubigen nach dem Missbrauchsskandal zurückgewinnen. Der Vatikan hat ihnen ihre ohnehin schwierige Aufgabe allerdings nicht leichter gemacht.

Von Thomas Spang | katholisch.de

Am Ende huschte ein scheues Lächeln über das Gesicht des Vorsitzenden der US-amerikanischen Bischofskonferenz. Kardinal Daniel DiNardo sagte zum Abschluss des dreitätigen Treffens am Mittwochabend (Ortszeit) in Baltimore, seine Hoffnung ruhe in Christus. Er habe verstanden, wie entschlossen die Bischöfe seien, sich gegenüber den Gläubigen und den Opfern des Missbrauchsskandals rechenschaftspflichtig zu machen.

„Wir verlassen diesen Ort mit dem Versprechen, die stärkstmöglichen Maßnahmen zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu ergreifen“, erklärte DiNardo vor den rund 350 Bischöfen aus 196 Diözesen. „Wir werden das in Gemeinschaft mit der universalen Kirche machen“, versuchte er die Intervention Roms unmittelbar vor Eröffnung des Bischofstreffens in ein positives Licht zu rücken. „Zusammen als Weltkirche voranzuschreiten, macht die Kirche in den USA und die globale Kirche stärker.“

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Italien: Priester wegen Häresie und Schisma exkommuniziert

Bild: © iurii/Fotolia.com
Seit Jahren beschimpft ein Priester aus Palermo den Papst und die Kirche. Alle Vermittlungsversuche sind gescheitert, an Auftrittsverbote hält sich der Priester nicht – damit hat er sich nun die Exkommunikation zugezogen.

katholisch.de

Das Erzbistum Palermo hat einen seiner Priester exkommuniziert. Die Diözese teilte auf ihrer Webseite mit, dass Erzbischof Corrado Lorefice bereits im August in einem Dekret bestätigt hatte, dass sich Alessandro Maria Minutella aufgrund von Häresie und schismatischen Handlungen die Exkommunikation als Tatstrafe zugezogen hat. Am Dienstag sei dem Priester das Dekret zugestellt worden.

Über die Benennung der Straftaten hinaus, die dem Priester zulasten gelegt werden, macht das Erzbistum keine weiteren Angaben zu den Gründen für die Exkommunikation. Der Konflikt zwischen Minutella und dem Erzbistum schwelt schon seit 2015.

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Keine Lösung im Streit um Werbeverbot für Abtreibung in Sicht

Bundeskanzleramt, Bild: BB
Im Streit um das Werbeverbot für Abtreibungen zeichnet sich in der Großen Koalition keine Lösung ab. Die zuständigen Ressorts haben laut Medienberichten noch keine Einigung erreicht. Das Bundesjusizministerium zeigt sich dennoch weiterhin zuversichtlich.

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Eine Ministeriumssprecherin sagte am Mittwoch in Berlin, die Gespräche liefen konstruktiv und würden zeitnah fortgesetzt. Das RedaktionsNetzwerk Deutschland hatte zuvor berichtet, die Beteiligten hätten sich in der vergangenen Woche vergeblich getroffen, um eine Lösung in dem Streit zu finden.

Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) ringt seit mehreren Wochen mit ihren Ressortkollegen Franziska Giffey (SPD, Familie), Jens Spahn (CDU, Gesundheit), Horst Seehofer (CSU, Innen) und Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) um einen Kompromiss beim Streit um den entsprechenden Paragrafen 219a im Strafgesetzbuch.

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Historiker: Vatikan sah Lenin zunächst als Chance

Der Vatikan und Lenin – unvereinbar, sollte man denken. Doch ein italienischer Historiker hat nun mit ganz anderen Erkenntnissen überrascht: Der Heilige Stuhl sah den russischen Revolutionär zunächst als Chance.

katholisch.de

Nach Einschätzung des italienischen Historikers und Priesters Roberto Regoli hat der Vatikan die Oktoberrevolution der kommunistischen Bolschewiki 1917 in Russland zunächst als Chance gesehen. Man habe die Revolution unter Führung von Wladimir Illjitsch Lenin „als eine goldene Gelegenheit“ betrachtet, um in Russland, in dem der Katholizismus traditionell einen schweren Stand hatte, Religionsfreiheit zu erreichen. „Erst mit der Zeit erkennt Rom, dass das nur fromme Hoffnungen waren“, sagte Regoli am Dienstag dem vatikanischen Informationsdienst „Vatican News“. Regoli äußerte sich vor Beginn eines Kongresses des Päpstlichen Komitees für Geschichtswissenschaften und der Päpstlichen Universität Gregoriana zum Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren.

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Vertuschung: Beschuldigter Kardinal will Papst-Rat verlassen

Bild: © KNA/Romano Siciliani
Er gehört zu den engsten Beratern des Papstes: Kardinal Francisco Javier Errazuriz. Doch jetzt soll der Chilene seinen Rücktritt aus dem sogenannten K9-Rat vorbereiten – und war dafür angeblich inkognito in Rom unterwegs.

katholisch.de

Der in den chilenischen Missbrauchsskandal involvierte Kardinal Francisco Javier Errazuriz soll laut Medienspekulationen einen Rückzug aus dem engsten Beratergremium um Papst Franziskus vorbereiten. Nach Informationen der spanischen Internetseite Religion Digital hielt sich der 85-Kardinal am Wochenende inkognito in Rom auf. Anlass sei womöglich, dass Errazuriz einer Entlassung aus dem Kardinalsrat zuvorkommen wolle. Das nächste Treffen des „K9“ genannten Gremiums findet vom 10. bis 12. Dezember in Rom statt.

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Ex-Messdiener: Musste mich vor Bischof Janssen nackt ausziehen

Bild: © KNA
Spätestens seit der Studie der Deutschen Bischofskonferenz ist bekannt, wie viele Priester sich in den vergangenen Jahrzehnten an Kindern vergangen haben. Bei den Bischöfen selbst sieht das anders aus. Doch nun gibt es neue Vorwürfe gegen den Hildesheimer Oberhirten Heinrich Maria Janssen.

katholisch.de

Ein ehemaliger Ministrant hat im Bistum Hildesheim ein Missbrauchsvergehen durch den früheren Bischof Heinrich Maria Janssen (1907-1982) gemeldet. Wie die Diözese am Dienstag mitteilte, habe der Mann angegeben, dass er sich Ende der 1950er-Jahre vor Janssen nackt ausziehen musste. Der Bischof habe ihn anschließend mit den Worten weggeschickt, er könne ihn nicht gebrauchen. Der heute Mitte 70-Jährige hatte sich nach Bistumsangaben Anfang Oktober persönlich an Bischof Heiner Wilmer gewendet. Dabei meldete er auch weitere Missbrauchstaten an seiner Person durch Kirchenmitarbeiter ab dem Jahr 1957. Gegen Bischof Janssen lag bereits Missbrauchsverdacht in einem anderen Fall vor.

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Zentralrat der Muslime will Asia Bibi helfen: „Wir wollen ein Zeichen setzen“

Aiman Mazyek (Bild: Wikimedia Commons/Jakub Szypulka)
Asia Bibi wurde vom Vorwurf der Gotteslästerung freigesprochen, entging der Todesstrafe. Nun will sie Pakistan verlassen. Mehrere EU-Länder zeigen sich bereit, die Christin aufzunehmen. Auch der Zentralrat der Muslime will helfen.

DOMRADIO.DE

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland möchte der in Pakistan verfolgten Christin Asia Bibi helfen. „Wir haben eine offizielle Einladung an Asia Bibi dem pakistanischen Botschafter überreicht“, sagte der Zentralratsvorsitzende Aiman Mazyek der „Süddeutschen Zeitung“ am Dienstag. Die 2010 wegen angeblicher Blasphemie zum Tod verurteilte und kürzlich freigesprochene Christin solle an einer Veranstaltung rund um Religionsfreiheit und Menschenrechte teilnehmen.

Mit der Einladung wolle man die Ausreise Asia Bibis beschleunigen, die sich derzeit an einem unbekannten Ort in Pakistan aufhaltel. Nach der Aufhebung des Todesurteils hatte es wütende Proteste islamistischer Gruppen gegeben, die gegen das Urteil protestieren und Bibis Hinrichtung fordern.

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Jemen: Beispiel für den Zynismus des Westens

Bombardierung eines Gebäudes in Sanaa, 2016. Bild: fahd sadi/CC BY-SA-3.0
Europäische Rüstungskonzerne haben viele Milliarden mit Waffenverkäufen an Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate verdient, die geleistete humanitäre Hilfe war nur ein kleiner Bruchteil davon

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Immer wieder erstaunlich ist, wie offen eine Doppelmoral praktiziert werden kann. Während der Nato-Westen massiv vor einer humanitären Katastrophe warnte, wenn Idlib von den syrischen Truppen eingenommen würde, und militärische Konsequenzen androhte, geht es bei den Angriffen von Regierungstruppen, die von Saudi-Arabien unterstützt werden, auf die jemenitische Hafenstadt Hodeidah deutlich zurückhaltender zu. Dabei ist klar, dass die Versorgung der Hälfte der Bevölkerung, die auf humanitäre Hilfe angewiesen ist, gefährdet sein wird. UN-Generalsekretär Antonio Guterres spricht zwar von einer „absolut katastrophalen Situation“, wenn der Hafen bei den Kämpfen zerstört werden sollte, aber die Kämpfe gehen weiter.

Die Bewohner von Hodeida, die noch nicht wie Hunderttausende geflohen sind, müssen nun eingeschlossen in der Stadt und meist auch in ihren Häusern leben, weil die Regierungstruppen schon in Teile der Stadt eingedrungen sind und auf den Straßen gekämpft wird. Über den Hafen kommt ein Großteil der Lebensmittel und der medizinischen Produkte in das Land, in dem 14 Millionen der Bevölkerung von Hunger bedroht sind, 3 Millionen Kinder und Mütter unterernährt und 22 Millionen oder 75 Prozent nach UN-Angaben auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. Durch den eventuellen Ausfall der Versorgung würde die schon lange bestehende humanitäre Katastrophe noch einmal größer. Die internationale Gemeinschaft hat derweil zugeschaut, die westlichen Staaten haben – ebenso wie Russland – weiterhin eifrig Geschäfte mit den Golfstaaten gepflegt.

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EKD-Studie: Kirche für junge Menschen bedeutungslos

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Noch fast zwei Drittel aller Jugendlichen in Deutschland sind getaufte Christen. Doch wie steht es um ihren Glauben? Eine neue Studie der Evangelischen Kirche in Deutschland liefert nun alarmierende Zahlen.

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Kirche und Glauben sind für viele junge Menschen nach einer Studie der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) inzwischen weitgehend bedeutungslos. Zwar gehören noch 61 Prozent der jungen Menschen einer der großen Kirchen an, ergab die am Montag auf der EKD-Synode in Würzburg vorgestellte Untersuchung. Aber nur noch 19 Prozent bezeichnen sich als religiös. Gott oder die Kirchengemeinde spielen für rund 5 Prozent noch eine Rolle. Die größte Bedeutung räumen die vom Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD befragten 19- bis 27-Jährigen sich selber, Familie, Freunden und Kollegen ein.

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Theologe Peter Scherle: Kirche als Wertelieferantin ist ersetzbar

Themenbild. Bild: bb
Die Kirchen leiden nach Ansicht des Theologen Peter Scherle unter einer „Krise der Repräsentation“ sowie der religiösen Sinn-Vermittlung und müssen sich dem theologisch stellen.

evangelisch.de

Weder Strukturen noch die Qualität kirchlicher Arbeit seien ausschlaggebend den Mitgliederschwund, schreibt der Direktor des evangelischen Theologischen Seminars in Herborn in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montag). Vielmehr könne Gott in der Welt nicht mehr verlässlich durch Wort und Sakrament repräsentiert werden. Notwendig sei eine „Theologie der Krise“, die den Sprachverlust in Glaubensfragen eingestehe und thematisiere, „wie sehr uns Gott fehlt“.

Die Kirche habe ihre Rolle als sinngebendes „Buch Gottes“ verloren, konstatiert Scherle. Natur- und Humanwissenschaften hätten die Funktion der Theologie übernommen, auch wenn sie aus dem „Buch der Natur“ Sinn generierten.

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Politische Erpressung: Papst droht Andorra mit Abzug des Kofürsten

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Ein Bischof als Staatsoberhaupt: Das gibt es nur im Vatikan – und mitten in den Pyrenäen in Andorra. Doch dem kleinen Staat droht eine Verfassungskrise: Der Papst droht mit dem Rückzug des Bischofs, wenn sich Feministen im Streit um Abtreibung durchsetzen.

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Der bischöfliche Kofürst von Andorra wird als Staatsoberhaupt des Pyrenäenstaates zurücktreten, wenn dort umfänglich Abtreibung legalisiert wird. Nach einem Bericht des französischen Radiosenders „France bleu“ habe dies Papst Franziskus persönlich dem andorranischen Ministerpräsidenten Antoni Martí in einem Telefongespräch angekündigt. Die Kirche könne eine Liberalisierung der Abtreibungsgesetzgebung nicht mittragen, ein weiteres Wirken des Bischofs von Urgell als Kofürst sei dann nicht mehr möglich.

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