Guam Law Ending Statute of Limitations on Sex Abuse Cases Could Force Church Into Bankruptcy

Image: Friendly Atheist
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On Friday, the Governor of Guam, Eddie Calvo, signed a bill removing the statute of limitations on child sex abuse charges for civil cases (but not criminal ones). That means many people who were molested by their priests decades ago can now sue the Church even if it was “too late” before.

By Hemant Mehta | Friendly Atheist

Church leaders are freaking out because — wait for it — this could lead to bankruptcy.

Cue the sad trombone.

Church leaders say lifting the statute of limitations would subject the church to unlimited financial liability, forcing the closure of parish churches and schools on the island where more than three quarters of Guam’s 162,000 residents are Roman Catholics.

In the [open letter to the people of Guam], Calvo said he was “saddened that even a single injustice had to happen in order to make this law necessary. There are no winners. Justice is the only victory.”

He added that he was resolute in his decision, saying the legislation opens “the doors of justice to those who suffered a terrible harm as children.”

See those tears of sympathy streaming down everyone’s faces? Me neither.

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Studie: Europäer nehmen lieber christliche Asylwerber auf

Studie in 15 EU-Ländern: Abneigung gegenüber Muslimen sei in allen untersuchten Ländern deutlich erkennbar – Verfolgte sind eher willkommen als reine Wirtschaftsflüchtlinge

kath.net

Die Europäer wollen eher qualifizierte, politisch verfolgte und christliche Asylsuchende aufnehmen. Dies geht aus einer internationale Studie hervor, in 15 europäischen Staaten durchgeführt wurde, wie die Tageszeitung „Die Presse“ berichtet. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass in den Augen der europäischen Öffentlichkeit nicht alle Flüchtlinge gleich sind“, sagt einer der Studienautoren, Dominik Hangartner. Die Befragten ziehen jüngere Asylsuchende mit besseren beruflichen Qualifikationen und besseren Kenntnissen der Landessprache vor.

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Im australischen Ballarat missbrauchten Priester und Lehrer jahrelang reihenweise Kinder

© Till Fähnders Wider das Schweigen: An Kirchen in Ballarat erinnern Bürger mit bunten Bändern an Opfer.
© Till Fähnders Wider das Schweigen: An Kirchen in Ballarat erinnern Bürger mit bunten Bändern an Opfer.

 

Im australischen Ballarat missbrauchten Priester und Lehrer jahrelang reihenweise Kinder. Bis heute weigern sich viele Bürger, der Wahrheit ins Auge zu sehen.

Von Till Fähnders | Frankfurter Allgemeine

Das australische Städtchen Ballarat ist auf Gold gebaut. Abenteurer, die auf der Suche nach schnellem Reichtum gekommen waren, hatten die Ortschaft Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet. Die gewaltigen Vorkommen im Buschland nördlich von Melbourne führten damals zu einem fiebrigen Goldrausch. Bis heute zeugen die verschnörkelten Fassaden aus der Zeit der britischen Königin Viktoria von diesem Reichtum. Ein bewaffneter Aufstand in Ballarat im Jahr 1854, mit dem Goldsucher sich mehr Rechte sichern wollten, wird sogar als Ursprung der australischen Demokratie gesehen. Man ist hier stolz auf diese Geschichte.

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Papst beklagt Verdrängung von Religion aus Krankenhäusern – er kann ja dagegen beten

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Franziskus an Schwestern eines Krankenpflegeordens: Beistand, Trost und Freundschaft für Leidende sind Pflicht und Verantwortung der Kirche – Ordensleute sollen sich in Spitälern nicht von „laizistischer Kultur“ abhalten lassen

kath.net

Papst Franziskus beklagt eine Verdrängung des Christlichen aus den Krankenhäusern. Bisweilen lege eine laizistische Kultur es darauf an, „auch aus den Hospitälern jeden religiösen Bezug zu entfernen, angefangen mit der Präsenz von Ordensschwestern“, sagte er am Samstag im Vatikan. Damit einher gehe nicht selten ein „schmerzlicher Mangel an Menschlichkeit“ in krassem Gegensatz zu den „Orten des Leidens“, so der Papst weiter.

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Die Kirchen – auch Haltung kennt Grenzen

Ein Flüchtlingsboot als Altar: Kardinal Rainer Maria Woelki feiert in Köln eine Messe.Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Ein Flüchtlingsboot als Altar: Kardinal Rainer Maria Woelki feiert in Köln eine Messe.Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Weder Obergrenzen noch ein verschärftes Asylrecht: Die Kirchen stehen fest an der Seite der Geflüchteten. Gut so. Doch ihr Einmischen hat eine Grenze. Ein Kommentar.

Von Claudia Keller | DER TAGESSPIEGEL

Die Flüchtlinge sind ein Segen für die Kirchen. Alles kircheninterne Grübeln über die Frage, welche Rolle engagierte Christen, Pfarrer und Bischöfe in der zunehmend säkularen Gesellschaft spielen, hatte ein Ende, als Hunderttausende notleidende Menschen vor der Tür standen und versorgt werden wollten. Seitdem ist für evangelische und katholische Bischöfe klar: Wir nehmen wörtlich, was die Bibel über Gastfreundschaft, Fremdenliebe und Barmherzigkeit sagt, und wir stehen fest an der Seite der Geflüchteten.

Damit einher geht ein Politisierungsschub, wie es ihn in den Kirchen schon lange nicht mehr gegeben hat. Wenn es um Einwanderer, Migranten und Flüchtlinge geht, kann sich die Kanzlerin mittlerweile mehr auf die Unterstützung der Kirchen verlassen als auf ihre eigene Partei oder die CSU. Seitdem auch die SPD ins Schlingern geraten ist und ihren Kurs sucht, entwickeln sich die Kirchen zu einer Art linker außerparlamentarischer Opposition. Ihre Botschaften sind klar und deutlich: Die Bischöfe lehnen Debatten über Obergrenzen ab, prangern menschenunwürdige Zustände in Flüchtlingsunterkünften an, warnen vor Asylrechtsverschärfungen und werben für mehr Gelassenheit im Umgang mit den Fremden.

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Sexualerziehung in Hessen: Die Rechten blasen zum Gegenangriff

In Stuttgart ist die Neuausrichtung der Sexualerziehung heftig umstritten. In Hessen wurde der neue Lehrplan einfach eingeführt. Foto: imago
In Stuttgart ist die Neuausrichtung der Sexualerziehung heftig umstritten. In Hessen wurde der neue Lehrplan einfach eingeführt. Foto: imago
Seit diesem Schuljahr gilt in Hessen ein neuer Sexualkundelehrplan, der für Verschiedenheit und Vielfalt wirbt. Jetzt formieren sich die Rechten zum Widerstand.

Von Katja Thorwarth | Frankfurter Rundschau

Es ist keine Woche her, dass der neue Lehrplan zur Sexualerziehung öffentlich wurde, da schießt die rechte Szene um die berüchtigte „Demo für alle“ aus allen Rohren. Grund: Das Land Hessen hatte es gewagt, die sexuelle Aufklärung im Unterricht dahingehend zu modifizieren, den Schülern die Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intersexuellen Menschen vermitteln zu wollen – und damit „ein offenes, diskriminierungsfreies und wertschätzendes Verständnis für die Verschiedenheit und Vielfalt“.

Der ursprüngliche Lehrplan von 2005 hatte schon seinerzeit nach Niederbayern anno 1950 gerochen, sind doch andere Lebenskonzepte jenseits des heterosexuellen Vater-Mutter-Kinder-Modells längst gesellschaftliche Realität. Das zu akzeptieren, davon aber ist der Verein um Hedwig von Beverfoerde mit tatkräftiger Unterstützung von Beatrix von Storch und Birgit Kelle jahrhunderteweit entfernt.

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Vatikan regelt Anerkennung von Wundern neu

Archivbild: Papst Franziskus bei der Heiligsprechung von Mutter Teresa - REUTERS
Archivbild: Papst Franziskus bei der Heiligsprechung von Mutter Teresa – REUTERS
Die vatikanische Kongregation für Selig- und Heiligsprechungen regelt die Anerkennung von Wundern neu. Das entsprechende Regelwerk wurde an diesem Freitag vom Vatikan veröffentlicht. Es verschärft die bisherigen Bestimmungen; so kann ein mögliches Wunder nicht mehr als dreimal zur Untersuchung vorgelegt werden, danach gilt es als nicht anerkannt. Bei Selig- und Heiligsprechungen ist in der Regel die Anerkennung eines Wunders eine Voraussetzung.
 

Radio Vatikan

„Es ist historisch gesichert, dass Wunder immer ein entscheidendes Argument für eine Heiligsprechung eines Dieners Gottes waren.“ Das schreibt der Sekretär der Heiligen-Kongregation, Erzbischof Marcello Bartolucci, in einer Erläuterung des neuen Règlements. Wunder seien so etwas wie der „Fingerzeig Gottes, der sozusagen das menschliche Urteil über die Heiligkeit eines Menschen ratifiziert“. Damit ist das Wunder – neben der Anerkennung von heroischen Tugenden bzw. eines Martyriums – gemeinhin die entscheidende Klippe, bevor jemand ins Buch der Seligen oder Heiligen eingetragen werden kann.

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Staat und Kirche: Die Kirchen endlich auszahlen

Bild: tilly
Bild: tilly
Es geht um viel Geld, es geht um kirchlichen Einfluss, um gesellschaftliche Macht und darum, wieweit wir Kirche und Staat zu trennen bereit sind. Der Verfassungsauftrag von 1919 zur Ablösung der Staatskirchenleistungen sollte endlich erfüllt werden.

Von Wolfgang Kubicki | TAGESSPIEGEL Causa

Um dem Bedeutungsverlust des Religiösen in unserer modernen Gesellschaft auf den Grund zu gehen, müssen wir nicht zwangsläufig die aktuellen Forschungsergebnisse der Religionssoziologie zu Rate ziehen. Gleichwohl ist es auch für den Laien interessant, beispielsweise der sogenannten „Individualisierungsthese“ gedanklich zu folgen, die in etwa besagt, dass man in heutigen Zeiten weder einen klaren Bedeutungsschwund noch einen -zuwachs erkennen könne. Vielmehr würden traditionelle religiöse Praktiken mehr und mehr ersetzt durch religionsähnliche Methoden und Theorien wie Okkultismus, Zen-Meditation, Elfenglaube oder Edelsteinmedizin.

Seit dem Zweiten Weltkrieg gibt es in Deutschland mehr und mehr Konfessionslose.

Richten wir unsere Aufmerksamkeit nach diesem transzendentalen Exkurs zurück ins Weltliche, so ist es anhand öffentlich zugänglicher Zahlen gewiss kein Hexenwerk zu erkennen, dass es seit dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland einen ungebrochenen Trend zur Konfessionslosigkeit gibt. Waren im Jahre 1950 noch 96,4 Prozent der Deutschen entweder evangelisch oder römisch-katholisch gebunden, so reduzierte sich dieser Anteil auf nur noch rund 56 Prozent im vergangenen Jahr. Seit Anfang der 2000er Jahre sind die Konfessionslosen relativ in der Mehrheit in Deutschland. Es ist absehbar, dass die Zahl der Nicht-Christen die der Christen bald insgesamt übersteigen wird.

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Kein Referendum zu Gottesbezug in Schleswig-Holsteins Verfassung

Nach der Ablehnung im schleswig-holsteinischen Landtag wird es keine Volksabstimmung über den Gottesbezug in der Landesverfassung geben.

evangelisch.de

„Wir akzeptieren diese Entscheidung der Abgeordneten“, sagte der frühere Ministerpräsident Peter-Harry Carstensen (CDU), Sprecher der Initiative. Es bestehe die Gefahr, dass dieses wichtige Thema in einem der bevorstehenden Wahlkämpfe zerrieben werde. Die Initiative sei stolz darauf, eine landesweite Debatte über die Rolle der Religion im öffentlichen Leben angeregt zu haben. Dafür habe es viel Zuspruch und Unterstützung gegeben.

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Katholiban: Polnisches Parlament stimmt für völliges Abtreibungsverbot

foto: afp photo / wojtek radwanski Protest gegen das geplante Abtreibungsverbot in Warschau am Donnerstag.
foto: afp photo / wojtek radwanski Protest gegen das geplante Abtreibungsverbot in Warschau am Donnerstag.
267 Abgeordnete stimmten in erster Lesung für das umstrittene Gesetz, das Schwangerschaftsabbrüche nur noch bei Lebensgefahr zulässt. Bei Verstößen drohen fünf Jahre Haft

dieStandard.at

Das polnische Parlament hat am Freitag einen umstrittenen Gesetzesentwurf für ein Abtreibungsverbot in erster Lesung angenommen. Das Projekt der Bürgerinitiative „Stop Aborcji“ (Stoppt Abtreibungen) wurde zur Überarbeitung in einen Ausschuss weitergeleitet. Dafür stimmten 267 Abgeordnete, 154 waren dagegen, elf enthielten sich.

Das Gesetz sieht ein komplettes Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen sowie Haftstrafen für ÄrztInnen und Frauen vor. Die drohende Rechtsverschärfung führte zu Protesten, Frauen würden dadurch entmündigt, kritisieren GegnerInnen. In sozialen Medien wird unter dem Hashtag #czarnyprotest (schwarzer Protest) gegen die Entrechtung der Frauen protestiert. Als Zeichen der Solidarität tragen AktivistInnen schwarze Kleidung.

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Deutsche Bischofskonferenz: Deutschland ist ein Einwanderungsland

Logo Deutsche Bischofskonferenz
Logo Deutsche Bischofskonferenz

Kardinal Marx präsentiert Ergebnisse der Bischofskonferenz-Versammlung: Neues Einwanderungsgesetz gefordert – Mehr Flüchtlingshilfe statt Aussiedler-Seelsorge – Dokument/Ehevorbereitung soll kommen – Religionsunterrichts-Kooperation mit Evangelischen

kath.net

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat sich für ein neues, umfassendes Einwanderungsgesetz ausgesprochen. Eindeutig sei Deutschland ein Einwanderungsland, zumal mittlerweile rund ein Viertel der Bevölkerung Migrationshintergrund habe, sagte der DBK-Vorsitzende Kardinal Reinhard Marx am Donnerstag. Durch ein differenziertes Einwanderungsgesetz könnten die unterschiedlichen Motive und Wege der Migration geklärt werden, zumal derzeit viele Menschen, die eigentlich aus wirtschaftlichen Gründen einwandern wollten, über den Umweg des Asyl- oder Flüchtlingsrechts nach Deutschland kämen. Hier solle mehr Klarheit geschaffen werden.

Marx äußerte sich in einer Pressekonferenz zum Abschluss der viertägigen Vollversammlung der deutschen Bischöfe in Fulda. Migration und Flucht waren dabei ein bestimmendes Thema: Rückblickend hätten die 27 Diözesen des Landes in den ersten sieben Monaten des Jahres insgesamt mindestens 79,5 Millionen Euro an Flüchtlingshilfe aufgebracht, erklärte Marx. 52,2 Millionen Euro davon seien in Projekte in Deutschland und rund 27,3 Millionen Euro in Krisenregionen geflossen. Nicht eingerechnet seien hier das Engagement der Ordensgemeinschaften und Verbände, sowie nicht-finanzielle Hilfen wie die Unterkünfte für rund 28.000 Flüchtlinge in 1.381 Kirchengebäuden.

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De Maizière: Sich mit den eigenen christlichen Wurzeln beschäftigen

Deutscher Innenminister: „Wir dachten, die große christliche Erzählung ist für viele nicht mehr so wichtig“. Doch „wir haben die Bedeutung von Religion unterschätzt“.

kath.net

„In Deutschland erlagen viele in den letzten Jahren und Jahrzehnten wahrscheinlich einem Denkfehler: Wir dachten, die Bedeutung von Religion für das Zusammenleben von Menschen nehme ab. Wir haben aber auf unser Land geschaut, unser säkularisiertes Land. Wir haben gedacht, die große christliche Erzählung ist für viele nicht mehr so wichtig. Was wir aber zu wenig sahen, ist, dass überall auf der Welt die Bedeutung von Religion gerade nicht abnimmt.“, sagte der deutsche Bundesinnenminister Thomas de Maizière am Dienstag bei einer Grundsatzrede zur Integration in Berlin, wie dem vom TV-Sender „Phoenix“ verbreiteten Video entnehmen ließ. „Wir haben die Bedeutung von Religion unterschätzt – auch bei uns. Durch die Menschen, die als Flüchtlinge zu uns gekommen sind, werden wir neu von religiösen Fragen berührt und damit werden wir umgehen müssen.“ Man werde wieder mehr über Religion lernen müssen, um alle Teile unserer Gesellschaft „mindestens mal zu verstehen“.

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Veronika Bellmann: CDU-Politikerin schließt Koalition mit AfD nicht aus

Veronika Bellmann (2014). Bild: wikimedia.org/CC-BY 4.0/Foto-AG Gymnasium Melle
Veronika Bellmann (2014). Bild: wikimedia.org/CC-BY 4.0/Foto-AG Gymnasium Melle

Die CDU müsse schauen, welche sie Machtoptionen hat, so die sächsische Bundestagsabgeordnete Bellmann. Man dürfe langfristig eine Koalition mit der AfD nicht ausschließen.

Frankfurter Rundschau

Die sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann will eine Koalition mit der Alternativen für Deutschland (AfD) nicht grundsätzlich ausschließen. „Die CDU muss sich in Zukunft die Frage stellen, welche Machtoptionen sie hat“, sagte sie der „Huffington Post“ vom Donnerstag. „Vielleicht nicht heute oder morgen, aber für immer und ewig kann die Union eine Koalition mit der AfD auf Landes- und Bundesebene nicht ausschließen.“

Auch in der AfD gebe es durchaus akzeptable Leute, mit denen ein Dialog möglich sei, sagte Bellmann. „Wenn jemand alles ausschließt, ignoriert er die Anhänger und Wähler der AfD.“

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Kritik an Privilegien der Amtskirchen

Der Philosoph Michael Schmidt-Salomon tritt für mehr Rechte von Konfessionslosen und Agnostikern in der Gesellschaft ein (dpa / picture-alliance / Horst Galuschka)
Der Philosoph Michael Schmidt-Salomon tritt für mehr Rechte von Konfessionslosen und Agnostikern in der Gesellschaft ein (dpa / picture-alliance / Horst Galuschka)
Der Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung, Michael Schmidt-Salomon, fordert eine stärkere Trennung von Staat und Religion. Er kritisierte die Privilegien der Amtskirchen, die dazu führten, dass auch Islamverbände vergleichbare Rechte forderten.

Michael Schmidt-Salomon im Gespräch mit Dieter Kassel | Deutschlandradio Kultur

„Gerade weil die Säkularisierung so weit fortgeschritten ist in Deutschland, versuchen die Kirchen natürlich, ähnliches sieht man auch bei den Islamverbänden,  mit Hilfe von gesetzlichen Vorschriften die Werte nochmal durchzudrücken,  die in der Bevölkerung gar keinen Rückhalt mehr haben“, sagt der Philosoph Michael Schmidt-Salomon im Deutschlandradio Kultur. Der Vorstand der Giordano-Bruno-Stiftung, in der sich Agnostiker und Konfessionslose organisieren, kritisiert: „Das ist natürlich auch gefährlich für den Rechtsstaat, denn natürlich kann er Muslimen nicht verwehren,  was er Christen gewährt.“

Staat in der Zwickmühle

Es gebe Privilegien für die beiden großen Amtskirchen  in Deutschland, die die Islamverbände, beispielsweise die von der Türkei gesteuerte Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) auch gerne hätten. „Das bringt den Staat natürlich in eine Zwickmühle“, sagt Schmidt-Salomon. „Entweder muss er die Kirchenprivilegien auch auf die Muslime ausdehnen, was durchaus mit vielen Problemen verbunden wäre, oder aber er muss die bisherigen Kirchenprivilegien  einschränken, um begründen zu können, dass man diese Privilegien nicht auch den Muslimenverbänden  geben muss.“

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Der Papst feiert die Reformation in Schweden

Dom, Lund, Schweden. Bild: bb
Dom, Lund, Schweden. Bild: bb
Die schwedische Erzbischöfin Antje Jackelén freut sich auf den Besuch des Papstes zum 31. Okotber 2016. Gemeinsam wollen die schwedischen Kirchen in diesem Jahr die Reformation feiern. Außerdem erzählt Jackelén, warum allgemeine religiöse Sprachlosigkeit nur den Populisten hilft.

Von Nicola Glass | evangelisch.de

Ende Oktober reist Papst Franziskus für einen Tag nach Schweden, und zwar nach Lund, anlässlich des Auftakts zum Reformationsgedenken. Wie kam es dazu?

Antje Jackelén: Es geht hier um das gemeinsame Gedenken an fünfhundert Jahre Reformation, und dieser Besuch ist eine Frucht von fast fünfzig Jahren Dialog zwischen Rom und Genf, also zwischen dem Vatikan und dem Lutherischen Weltbund (LWB). Das Ganze basiert eigentlich auf einer Schrift, die 2013 veröffentlicht wurde, und die den Titel trägt „Vom Konflikt zur Gemeinschaft„. Bei diesem Text von etwa 90 Seiten handelt es sich um die erste von Katholiken und Lutheranern gemeinsam verfasste Beschreibung der Reformation in Geschichte und Gegenwart. Und das ist, finde ich, ein Riesenschritt vorwärts.

Was mich dabei noch mehr freut ist, dass in dieser Schrift fünf gemeinsame Aufforderungen benannt werden, die wirklich auch Zukunftsperspektiven aufweisen. Dass wir uns zum Beispiel verpflichten, gemeinsam das Evangeliums zu bezeugen und Dienst an der Welt zu tun. Aus dieser Schrift ist diese Initiative erwachsen, zum Auftakt des Jubiläumsjahres am 31. Oktober 2016 einen gemeinsamen Gebetsgottesdienst abzuhalten, und es war im Grunde der Wunsch Roms, dass dieser in Lund stattfinden soll. Und der Lutherische Weltbund hatte natürlich nichts dagegen, weil der LWB ja auch 1947 in Lund gegründet worden ist.

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Creationism Invades Europe

A sculptor's rendering of the hominid Australopithecus afarensis. Credit: DAVE EINSEL Getty Images
A sculptor’s rendering of the hominid Australopithecus afarensis. Credit: DAVE EINSEL Getty Images
An antiscience movement once limited mostly to the U.S. is gaining ground on the eastern side of the Atlantic
 

By Stefaan Blancke, Peter C. Kjærgaard | Scientific American

“This is outrageous!” Red-faced and visibly agitated, the 60-something was darting toward a hyperrealistic silicone reconstruction of Lucy, the world-famous, 3.2-million-year-old Australopithecus afarensis. After a highly confused couple of minutes it emerged that the man was operating within a 6,000-year biblical time frame. But he did not object to the evolutionary age of Lucy. He objected to her nakedness. “You have to cover her up! It’s almost as bad as going to the beach!”

Lucy is one of the star attractions on the Evolution Stairs in the central hall at Moesgaard Museum in Denmark. The new attraction had just opened, boosting annual visitor numbers from tens of thousands at the museum to a whopping 500,000 in the first year. Great care had been taken in giving the scientific reconstructions individual expressions, making them stand out as persons, not just distant evolutionary relatives.

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Sekte führt krude Gemeinde in Mexiko

Ein mittelalterlich anmutendes Tor versperrt den Eingang zur Sekten-Gemeinde. Quelle: dpa
Ein mittelalterlich anmutendes Tor versperrt den Eingang zur Sekten-Gemeinde. Quelle: dpa
Ob Medizin, Bildung oder Schminke: Eine Sekten-Gemeinde in Mexiko verbietet ihren Einwohnern die Zivilisation. Bewaffnete Sittenwächter hüten die religiöse Ordnung. Auch von sexuellem Missbrauch ist die Rede. Und der Staat schaut zu …

Hannoversche Allgemeine

In der mexikanischen Ortschaft Nueva Jerusalén (Neu-Jerusalem) nimmt das Leben einen besonderen Weg: ohne Wasseranschluss, Straßenbeleuchtung und ärztliche Versorgung. Schon seit 40 Jahren lässt sich die Sekte, die die Gemeinde gründete, nicht mit irdischen Niederungen von ihrem Glauben ablenken.

Ländlich ist die Gegend um Nueva Jerusalén, rund 250 Kilometer westlich von Mexiko-Stadt. Viele der rund 5000 Einwohner sind Bauern. Den Eingang bildet ein mittelalterlich anmutendes Tor mit Rittertürmchen. Wer als Frau hindurchtreten will, darf weder kurzen Rock noch Make-up tragen und muss das Haar bedeckt halten. So wie die Frauen im Ort.

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Flüchtlingsbroschüre: „Grüß Gott in Österreich“

Die Broschüre ist in einer Auflage von 34.000 Stück erschienen Quelle: Österreichische Bischofskonferenz und Österreichischer Integrationsfonds/Albin Niederstrasser
Die Broschüre ist in einer Auflage von 34.000 Stück erschienen Quelle: Österreichische Bischofskonferenz und Österreichischer Integrationsfonds/Albin Niederstrasser
Vom Altar bis Weihnachten: In Österreich haben die katholische Kirche und der Integrationsfonds eine Broschüre herausgebracht. Sie soll Flüchtlingen christliche Feste und Traditionen näherbringen.
 

DIE WELT

Warum feiern Christen Weihnachten? Wie sieht es in einer Kirche aus? Wieso findet man an vielen Orten in Österreich Kreuze? Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) und die katholische Kirche haben eine Broschüre herausgebracht, die Flüchtlingen Fragen wie diese beantwortet.

Auf 44 Seiten werden österreichische Traditionen, Symbole, Bräuche sowie Feste und die Grundlagen des christlichen Glaubens auf Deutsch/Arabisch oder Deutsch/Farsi erklärt.

So wird in der Broschüre mit dem Titel „Grüß Gott in Österreich“ beispielsweise ein Foto eines Altarraums in einer Kirche gezeigt. Dazu werden weitere Elemente wie Kreuz und Lesepult erklärt. Dazu heißt es: „In den Kirchen sind alle Menschen willkommen.“ Auch jene, die nur die Schönheit und Ruhe des Kirchenraums genießen wollten. Weiter wird erklärt: „Aus Respekt vor der Würde des Ortes gehört es aber dazu, dass auch nichtchristliche männliche Besucher in der Kirche ihre Kopfbedeckung abnehmen, man sich leise verhält und während eines Gottesdienstes nicht in der Kirche umhergeht.“

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Evangelische und katholische Unternehmer kritisieren ‚Club of Rome‘

Evangelische und katholische Unternehmer haben den neuen Zukunftsbericht des „Club of Rome“ anlässlich des Weltkindertages am 20. September scharf kritisiert.

kath.net

Der norwegische Hochschullehrer und Zukunftsforscher Jorgen Randers sowie der Generalsekretär des Club of Rome, der britische Ökonom Graeme Maxton, hatten ihre Ideen unlängst in Berlin präsentiert. Sie schlagen vor, Frauen, die maximal ein Kind bekommen haben, zu ihrem 50. Geburtstag einen Bonus von 80.000 Dollar zu zahlen. Ziel sei es, den „Bevölkerungsdruck“ auf der Erde zu verringern. Hauptursache für die ihrer Meinung nach fortschreitende Zerstörung des Planeten ist die Verdopplung der Weltbevölkerung in den vergangenen fünf Jahrzehnten. Ferner sprachen sie sich dafür aus, die Jahresarbeitszeit zu verkürzen, damit jeder Mensch mehr Freizeit hat, die Steuern von Unternehmen und Reichen zu erhöhen sowie ein existenzsicherndes Grundeinkommen einzuführen.

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Christen zwischen Dünnhäutigkeit und Selbstkritik

Gerhard Kruip, Professor für Christliche Anthropologie und Sozialethik in Mainz, plädiert für Offenheit gegenüber Kritik - wie auch der Wissenschaftspublizist Martin Urban. (Peter Pulkowski)
Gerhard Kruip, Professor für Christliche Anthropologie und Sozialethik in Mainz, plädiert für Offenheit gegenüber Kritik – wie auch der Wissenschaftspublizist Martin Urban. (Peter Pulkowski)
Die Kirchen müssen sich selbstkritisch mit ihren Positionen auseinandersetzen und die Erkenntnisse der Wissenschaften anerkennen. Das forderten im Deutschlandfunk der katholische Theologe Professor Gerhard Kruip sowie der evangelische Wissenschaftspublizist Martin Urban. Beide wandten sich gegen Fundamentalisten und Traditionalisten in den eigenen Reihen.

Gerhard Kruip und Martin Urban im Gespräch mit Andreas Main | Deutschlandfunk

Andreas Main: Herr Kruip, Sie sind Professor für Christliche Anthropologie und Sozialethik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Uni Mainz. Sie haben vor fünf Jahren ein Memorandum mitinitiiert, in dem 300 Theologen eine Reform ihrer Kirche forderten. Fünf Jahre später und mit einem Papst, der eher Ihrer Position entspricht als sein Vorgänger – hat sich das erledigt mit der Kritik an kirchlichen Zuständen?

Gerhard Kruip: Nein, erledigt hat sich das nicht. Man muss allerdings gleichzeitig sagen, dass sehr viel in Gang gekommen ist. Viel mehr, als wir damals 2011 erhofft haben. Wir sind überrollt worden durch die Dynamik, die vielleicht zum Teil ein bisschen durch unser Memorandum ausgelöst worden ist, aber natürlich durch viele andere Kräfte in der Kirche, die unzufrieden waren mit den Verhältnissen, mit den Zuständen, mit der Praxis und die Veränderungen eingeklagt haben. Und es ist sehr erfreulich, dass Papst Franziskus eben zumindest die Möglichkeiten vergrößert hat, die Szenerie eröffnet hat, darüber auch offener zu diskutieren.

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