Archiv der Kategorie: Katholizismus

Primas von Belgien wegen Fehlverhalten in Missbrauchsfall verurteilt

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Erzbischof von Brüssel muss Opfer Entschädigung zahlen


DIE WELT

Der Primas der katholischen Kirche in Belgien, André-Joseph Léonard, ist wegen eines Missbrauchsfalls zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Der Erzbischof von Brüssel muss einem ehemaligen Mitglied eines Kinderchors 10.000 Euro zahlen, wie ein Gericht in Lüttich am Donnerstag entschied. Léonard habe es versäumt, nach Bekanntwerden der Vorwürfe Maßnahmen gegen einen pädophilen Priester einzuleiten, zitierte die Zeitung “Le Soir” aus der Urteilsbegründung.

Raymond L. Burke: “Homosexualität ist eine Form des Leidens”

Diese beiden sind nicht auf einer Wellenlänge. Kardinal Raymond Leo Burke (r.) sagt über Papst Franziskus: “Er ist sehr freundlich, wenn wir uns treffen. Ich kann aber nicht anders, als meinen Mund aufzumachen, er versteht das schon” Foto: picture alliance / dpa

Kardinal Raymond Leo Burke gilt als konservativer Gegenspieler von Papst Franziskus. Er kämpft gegen eine Öffnung der katholischen Kirche für Homosexuelle und Frauen im Priesteramt.


Von Matthias Matussek|DIE WELT

In der katholischen Weltkirche ist Papst Franziskus ein neuer konservativer Gegenspieler erwachsen: Der 66 Jahre alte US-Amerikaner Raymond Leo Burke ist die Speerspitze des konservativen Flügels der Kardinäle. Im vergangenen November wurde er als Präfekt der Apostolischen Signatur abberufen, was als Entmachtung durch Papst Franziskus gedeutet wurde. Der Traditionalist aus Wisconsin ist nun Kardinalpatron beim Malteserorden. Durch den Wechsel von der Spitze des obersten Gerichtshofs des Vatikans zur rein repräsentativen Funktion als Vertreter des Papstes bei den Maltesern verlor er an Einfluss.

Er galt als einer der einflussreichsten Gegenspieler des Papstes bei der jüngsten Bischofssynode zur Familienseelsorge. Dort hatte er sich mehrfach gegen den von Franziskus befürworteten Kurs der Öffnung gegenüber Wiederverheirateten und Homosexuellen ausgesprochen. In Deutschland ist er spätestens seit seinem Konflikt mit dem im Maßstab der Weltkirche liberalen Kardinal Walter Kasper bekannt. Mit der “Welt” sprach Burke am Rande der Liturgischen Tagung, die katholische Traditionalisten kürzlich gemeinsam in Herzogenrath (Nordrhein-Westfalen) an der niederländischen Grenze abhielten.

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Dodo Käßmann warnt vor Verrohung der Gesellschaft

Margot-KässmannReformationsbotschafterin Margot Käßmann hat vor einer wachsenden Verrohung der Gesellschaft gewarnt.


evangelisch.de

Es scheine, “dass wir in einer Gesellschaft leben, in der nur der Erfolg zählt”, sagte die evangelische Theologin am Mittwochabend bei einer Veranstaltung in Magdeburg. Anzeichen dafür seien etwa zunehmende Depressionen und Essstörungen bei jungen Menschen. Sie befürchte, dass in einer ökonomisierten Gesellschaft die Wirtschaft über die Menschenwürde siegen könnte.

Zudem schläfere die “Ablenkungsgesellschaft” die Menschen medial ein, sagte Käßmann. In “unserer effektiven Welt” solle etwa auch das Sterben effektiv sein. Wo aber käme die Gesellschaft hin, wenn sie nicht mit Schwäche leben könne, argumentierte Käßmann, die Botschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für das Reformationsjubiläum 2017 ist.

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Ärger um Islamisten-Kongress in Berlin

Anhänger der Hamas treffen sich am Samstag in Berlin (Symbolbild) Foto: rainwiz / flickr | CC BY-NC-SA 2.0

In Berlin treffen sich am Samstag Tausende Islamisten zur „13. Konferenz der Palästinenser in Europa“. Bürger und Politiker wollen Widerstand leisten. pro beantwortet die wichtigsten Fragen zu der anti-israelischen Veranstaltung.


pro Medienmagazin

Wer veranstaltet die Konferenz?

Laut dem Berliner Tagesspiegel sind die „Palästinensische Gemeinschaft Deutschlands“ (PGD) und das in London ansässige „Palestinian Return Centre“ (PRC) die Veranstalter. Erstere gilt laut Aussage der Berliner Senatsverwaltung vom Herbst 2014 als Organisation von Hamas-Anhängern. Das PRC, in Israel verboten, wird vom Verfassungsschutz ebenfalls als Tarnorganisation der Hamas eingestuft.

Wer oder was ist die Hamas?

Hamas bedeutet „Begeisterung“, „Kampfgeist“ oder „Eifer“. Die radikal-islamische Organisation wurde 1987 im Gazastreifen zugelassen, wo die Mitglieder unter dem Namen Al-Mudschamma al-Islami zunächst Sozialarbeit unter muslimischen Fundamentalisten machten. Sie ist eine Tochterorganisation der in Ägypten inzwischen verbotenen Muslimbruderschaft und wird unter anderem von der Europäischen Union als terroristische Vereinigung definiert.

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“Let’s Kick Islam and Christianity out of Africa” — interview with activist Jd Otit

Image: brighterbrains.org

Brighter Brains Institute is interested in secularizing Africa because we believe this would tremendously benefit the continent intellectually, socially, and economically. BBI has two African atheists on our Active Fellow / Board (Leo Igwe and Bwambale Robert Musubaho) and we’ve launched BiZoHa – the world’s first atheist orphanage.


Brighter Brains Institute

We recently discovered an activist who shares our POV on Facebook. The administrator of World Atheists: Lets Kick Islam and Christianity out of Africa agreed to an interview that we’ve posted below:

BBI: What is your background?

Jd Otit: I am originally from Nigeria. I now live in Manchester, United Kingdom. I am a legal practitioner. Besides Nigeria, I have also been to Benin, Ghana, Libya, Tunisia and Morocco.

BBI: Why do you think it is important to kick Christianity and Islam out of Africa?

Jd Otit: Africa definitely would be a great place without foreign religion. We might not be able to eradicate the worship of African deities by Africans, however, the worship of African Gods is less problematic than the evils and atrocities associated with these two foreign doctrines Islam and Christianity.

Africa will fare better as one people. Islam and Christianity has divided us; it has torn the fabric of brotherhood that held us together; we see ourselves as Muslims or Christians; we do not recognize what bound us together anymore – our color, our Africaness, our common adversities as a people – we rejoice at the peril of Muslims or Christians because we do not think any more as “African” but rather we label ourselves according to some Middle Eastern idiocy introduced to us through slavery.

My experience of religious Africa is of people who are stupidly passive and numb due to faith and expectations of a greater reward in some paradise. African people have left the fight to “god” – Jewish and Arab Gods are now their escape route, due to fear and cowardice.

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Schwuler Botschafter: Vatikan lenkt nicht ein – Homophobie

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild

Papst empfing den Franzosen persönlich. Bestellung wird wohl nicht bestätigt


kurier.at

Im Streit um die Nominierung eines homosexuellen Diplomaten als französischer Botschafter im Vatikan bleibt Papst Franziskus offenbar hart. Nach einem Bericht der Zeitung “Le Canard Enchaine” vom Mittwoch empfing der Papst vor kurzem “sehr diskret” den Diplomaten Laurent Stefanini und machte ihm klar, dass er als Botschafter vom Vatikan nicht bestätigt werde. Gut informierte Kreise bestätigten der Nachrichtenagentur AFP das Treffen vom Samstag, ohne aber Angaben zum Inhalt des Gesprächs zu machen.

Frankreich und der Vatikan liefern sich schon seit Monaten ein wahres Kräftemessen um Stefanini. Der 55-jährige Diplomat, der Katholik und bekennender Homosexueller ist, war bereits Anfang Jänner von der französischen Regierung als neuer Botschafter im Vatikan nominiert worden. Der Kirchenstaat bestätigte die Personalie aber bisher nicht, womit Stefanini sein Amt nicht antreten kann.

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Kukacka: Europäischer Islam braucht Aufklärung

Gebet-islamPräsident der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände: Islamismus, Salafismus und Scharia gehören sicher nicht zu Österreich – In Österreich lebende Muslime sollten sich in Herkunftsländern für Religionsfreiheit einsetzen


kath.net

Für einen “Islam österreichischer Prägung” hat sich der Vorsitzende des Mittelschüler-Kartell-Verbandes (MKV), Helmut Kukacka, ausgesprochen. Der frühere Staatssekretär und nunmehrige Präsident der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände Österreichs (AKV) bezeichnete die erfolgte klare Festlegung von Rechten und Pflichten für die islamische Glaubensgemeinschaft im österreichischen Islamgesetz für “richtig und notwendig”. Wolle der Islam Teil Europas sein, müsse man ihm die Erkenntnisse und Konsequenzen der Aufklärung auch “zumuten”, so Kukacka in einer Aussendung vom Montag.

Der Islam gehöre laut dem MKV-Vorsitzenden nicht pauschal zu Österreich, da es nicht “den einen Islam” gebe: “Der gesamte Islam mit all seinen islamistischen und salafistischen Strömungen gehört sicher ebenso wenig zu Österreich wie die Scharia, die in wesentlichen Teilen mit unserer Rechts- und Werteordnung nicht vereinbar ist.” Gleichzeitig müsse aber “unbestritten” bleiben, dass in Österreich lebende Muslime, die sich in die Gesellschaftsordnung und in den Rechtsbestand des Landes integrieren, volle Bürgerrechte genießen und Teil der offenen Gesellschaft seien. “Sie gehören zu Österreich”, betonte Kukacka.

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Religiotie: Nigerianischer Bischof: Rosenkranz wird Boko Haram besiegen

boko_haram

Die Terroristen von Boko Haram würden durch den Rosenkranz überwunden. Das habe er in einer Vision gesehen, sagt Bischof Oliver Dashe Doeme.


kath.net

Ende 2014 habe er in seiner Kapelle vor dem Allerheiligsten den Rosenkranz gebetet. Plötzlich sei ihm Jesus erschienen, sagte Doeme gegenüber der Nachrichtenagentur CNA. Jesus habe nichts gesagt und ihm ein Schwert angeboten. Er habe es genommen und in dem Moment in dem er es in der Hand gehabt habe, sei daraus ein Rosenkranz geworden. Dann habe Jesus dreimal gesagt: „Boko Haram ist verschwunden.“

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6 reasons religion may do more harm than good

jesus_schaukelMost British people think religion causes more harm than good according to a survey commissioned by the Huffington Post. Surprisingly, even among those who describe themselves as “very religious” 20 percent say that religion is harmful to society.


By Valerie Tarico|Alternet/Salon

For that we can probably thank the internet, which broadcasts everything from Isis beheadings, to stories about Catholic hospitals denying care to miscarrying women, to lists ofwild and weird religious beliefs, to articles about psychological harms from Bible-believing Christianity.

In 2010, sociologist Phil Zuckerman published Society Without God: What the Least Religious Nations Can Tell Us About Contentment. Zuckerman lined up evidence that the least religious societies also tend to be the most peaceful, prosperous and equitable, with public policies that help people to flourish while decreasing both desperation and economic gluttony.

We can debate whether prosperity and peace lead people to be less religious or vice versa. Indeed evidence supports the view that religion thrives on existential anxiety. But even if this is the case, there’s good reason to suspect that the connection between religion and malfunctioning societies goes both ways. Here are six ways religions make peaceful prosperity harder to achieve.

1.  Religion promotes tribalism. Infidel, heathen, heretic. Religion divides insiders from outsiders. Rather than assuming good intentions, adherents often are taught to treat outsiders with suspicion. “Be ye not unequally yoked with unbelievers,” says the Christian Bible. “They wish that you disbelieve as they disbelieve, and then you would be equal; therefore take not to yourselves friends of them,” says the Koran (Sura 4:91).

At best, teachings like these discourage or even forbid the kinds of friendship and intermarriage that help clans and tribes become part of a larger whole. At worst, outsiders are seen as enemies of God and goodness, potential agents of Satan, lacking in morality and not to be trusted. Believers might huddle together, anticipating martyrdom. When simmering tensions erupt, societies fracture along sectarian fault lines.

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Altes Testament: Akademische Debatte oder Verrat an der Bibel?

Bild: katholisches.info

Bild: katholisches.info

Das “Marburger Jahrbuch Theologie” richtet sich in der Regel an theologische Feinschmecker. Doch derzeit liefert die 25. Ausgabe, die schon vor zwei Jahren erschien, Stoff für einen heftigen Schlagabtausch unter evangelischen Theologen. In seinem Jahrbuchbeitrag “Die Kirche und das Alte Testament” erörtert der evangelische Theologieprofessor Notger Slenczka die Frage, welchen Rang das Alte Testament für die christliche Kirche hat.


evangelisch.de

Slenczka stimmt dem Befund des renommierten Kirchenhistorikers Adolf Harnack (1851-1930) zu, wonach das Alte Testament theologisch dem Status der sogenannten Apokryphen zuzurechnen sei. Also jenen jüdischen Texten, die nicht dem biblischen Kanon und damit den heiligen Schriften zugeordnet werden. Denn das Alte Testament sei kein Zeugnis des Gottesverhältnisses, sondern Dokument “einer ethnisch gebundenen Stammesreligion” mit partikularem Anspruch, argumentiert Slenczka, der an der Humboldt-Universität Berlin lehrt.

Über Fachkreise hinaus Aufmerksamkeit fand der wissenschaftliche Beitrag erst mit einer Stellungnahme des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Deren evangelischer Präsident, der hessen-nassauische Pfarrer Friedhelm Pieper, kritisiert darin “einen handfesten Skandal im gegenwärtigen deutschen Protestantismus”. Denn Slenczka verlasse mit seinen Thesen einen “Grundkonsens christlicher Theologie”, seine Abhandlung stelle eine “Neuauflage des protestantischen Antijudaismus” dar.

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Wenn “Besorgte Eltern” zur realen Bedrohung werden

Bild: blog.aidshilfe.de

Die bundesweit agierende Initiative „Besorgte Eltern“ protestiert gegen den modernen Sexualkundeunterricht an Schulen und entpuppt sich als homosexuellenfeindliche und antifeministische Bewegung. In Kassel formiert sich nun eine Gegenkundgebung, angeführt von der AIDS-Hilfe Kassel.


Von Axel Schock|Deutsche Aidshilfe

„Werbung für sexuelle Vielfalt? Nein Danke“ und „Finger weg von unseren Kindern“ ist auf ihren Transparenten und Demoplakaten zu lesen. In mittlerweile monatlichem Turnus ruft die Bewegung „Besorgte Eltern“ seit 2014 zu Protestaktionen auf, quer durch die Republik. Allein in diesem Jahr sind bislang 13 solcher Demonstrationen angekündigt, so unter anderem am 25. April in der documenta-Stadt. Doch es formiert sich Widerstand. Unter dem Motto „Für Vielfalt und ein buntes Miteinander in Kassel“ hat ein breites Bündnis vom AStA der Universität, von pro familia und Parteien wie Die Linke, SPD und Bündnis 90/die Grünen bis zum CSD e. V. zu einer Gegenkundgebung aufgerufen.

Die Federführung dazu hat die Aidshilfe Kassel. Der 21-jährige Tarek Shukrallah, Projektkoordinator für Schwule, Bisexuelle und andere MSM in der AIDS-Hilfe Marburg e.V., beteiligt sich auch an den Mobilisierungen. Was die Bewegung „Besorgte Eltern“ antreibt und weshalb dem Aufruf der AIDS-Hilfe Kassel e.V. Folge geleistet werden sollte, den Homohassern Einhalt zu bieten, erklärt er im Gespräch mit magazin.hiv.

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Jihad-Tourismus: Türkei verhängte fast 13.000 Einreiseverbote

Deutsche im IS-Krieg - Nur über die anderen lesen wir nichts in der Presse © Sara @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Deutsche im IS-Krieg – Nur über die anderen lesen wir nichts in der Presse © Sara @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Die türkische Regierung hat nach eigenen Angaben mit einem Ansturm von ausländischen Extremisten zu kämpfen, die von der Türkei aus zum Jihad in Syrien aufbrechen wollen. Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte am Dienstag bei einem Besuch in Washington, sein Land habe gegen 12.800 Verdächtige ein Einreiseverbot verhängt. 1.300 ausländische Kämpfer seien ausgewiesen worden.


derStandard.at

Die Region befinde sich derzeit in einer “kritischen Phase”, so Cavusoglu: “Die Türkei ist eines der Transitländer für die ausländischen Kämpfer, und wir tun unser Bestes, damit das aufhört. Aber auch die Herkunftsländer müssen ihr Bestes tun, um diese Kämpfer festzunehmen, bevor sie aufbrechen.” Dazu sei eine bessere internationale Zusammenarbeit nötig, etwa beim Informationsaustausch.

Kerry nimmt Herkunftsländer in Pflicht

Die an Syrien, den Irak und den Iran grenzende Türkei sei ein entscheidender Partner der USA bei der Bekämpfung der Jihadistenorganisation “Islamischer Staat” (IS), sagte US-Außenminister John Kerry. Die IS sei zuletzt unter Druck geraten und daher “enorm von neuen Rekruten” abhängig.

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Pfaffenangst: Europa wird vom Atheismus bedroht

Die atheistische Bedrohung

Die atheistische Bedrohung

Papst Franziskus fordert bei einem Treffen mit Rabbinern Juden und Christen auf, den “Sinn für Religion” lebendig zu halten – und kündigt Besuch des Grabtuchs in Turin an


Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Petersplatz eine “schnelle und entschiedene” Reaktion der internationalen Gemeinschaft gefordert. Die ertrunkenen Flüchtlinge seien “Hungrige, Verfolgte, Verletzte, Ausgebeutete und Kriegsopfer auf der Suche nach einem besseren Leben und nach Glück”, es seien “Männer und Frauen wie wir”. Einen Tag zuvor hatte er beim ersten offiziellen Besuch des neuen italienischen Präsidenten Sergio Mattarella darauf hingewiesen, dass Italien mehr Unterstützung bei der Aufnahme der Flüchtline benötige und allgemein eine “konkrete Solidarität” notwendig sei. Er forderte einen größeren Einsatz Europas und der Welt für die Flüchtlinge.

In einer kurzen Rede zu dieser Gelegenheit bekannte sich Franziskus zur Trennung von Staat und Kirche, wünschte sich aber ein gutes Verhältnis. Ein Treffen mit einem Politiker scheint sich hier schon sehr von einem solchen mit anderen Geistlichen zu unterscheiden. Am Montag empfing Franziskus im Vatikan europäische Rabbiner. Dabei verurteilte er mit Blick auf die Anschläge in Paris und Kopenhagen gegen Juden “jede Form von Antisemitismus” und forderte dazu auf, “dem hebräischen Volk seine Solidarität zu zeigen”. Mit Hinweis auf die Befreiung des KZs Auschwitz vor 70 Jahren und die Shoa müssten auch jetzt, “überall Hass- und Gewalttaten gegen Christen und Angehörige anderer Religionen verurteilt werden”.

Offenbar sieht Franziskus nicht nur Hass und Gewalt gegen Anhänger von Religionen, sondern in Europa die Religion selbst bedroht. Anders als die Rechtspopulisten warnt er aber nicht vor dem Untergang des Abendlandes durch eine angebliche Islamisierung, die europäischen Gesellschaften seien vielmehr zunehmend durch den “Säkularismus” und der “Drohung des Atheismus” bedroht, also durch eine Abkehr vom Glauben oder, was es auch bedeuten könnte, durch einen weiteren Fortschritt der Aufklärung. Mehr denn je sei es wichtig, die “geistige und religiöse Dimension des menschlichen Lebens herauszustellen”.

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Wegen Missbrauchs-Vertuschung verurteilter Bischof tritt zurück

missbrauch_katholWegen Missbrauchs-Vertuschung verurteilter Bischof tritt zurück – Robert Finn wurde zu einem Symbol für das Versagen der US-Kirche im Umgang mit dem Missbrauch von Minderjährigen.


Von Thomas Spang|kath.net

Die Opfer sexueller Übergriffe von Priestern im Mittleren Westen der USA haben schon lange auf das Abdanken des umstrittenen Bischofs gewartet. Genauer gesagt vier Jahre, seit sie zusammen mit Katholiken des Bistums Kansas City-Saint Joseph in einer Petition öffentlich den Rücktritt von Robert Finn verlangten. Im Mai 2011 hatten die Behörden den Priester Shawn Ratigan festgenommen, auf dessen Computer sich Kinderpornografie fand, die dieser zum Teil selber produziert hatte.

Robert Finn, seit 2005 Bistumsleiter, und andere Verantwortliche in der Diözese kehrten Hinweise auf das kriminelle Treiben des Priesters fünf Monate lang unter den Teppich – obwohl sie aufgrund einer Welle kostspieliger Missbrauchsprozesse gegen das Bistum sensibilisiert sein mussten. 2008 versuchte Bischof Finn das Thema mit einer zehn Millionen Dollar schweren Einigung mit 47 Klägern aus der Welt zu schaffen.

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Muslime in Malaysia protestieren gegen Kreuz an Kirche

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Rund 50 Anwohner einer neuen Kirche in der malaysischen Stadt Petaling Jaya haben die Entfernung eines außen angebrachten Kreuzes verlangt. Wie der Bangkoker katholische Pressedienst “UCA News” (Dienstag) meldete, begründete die muslimische Gruppe ihren Protest während des Sonntagsgottesdienstes damit, dass das Kreuz in einer vorwiegend muslimischen Wohngegend eine religiöse Provokation darstelle und den Glauben der Jugend gefährde. Der zuständige Pfarrer habe das Kreuz noch am Sonntag entfernen lassen.


kathweb

Angeführt wurde die Aktion den malaysischen Medien zufolge von Abdullah Abu Bakar, Funktionär der islamisch-malaiischen Regierungspartei United Malays National Organisation (UMNO) und Bruder des Generalinspekteurs der malaysischen Polizei. Welcher Konfession die betroffene Gemeinde ist, ging aus den Berichten nicht hervor.

Der Generalsekretär des ökumenischen Kirchenrats in Malaysia, Hermen Shastri, erklärte am Montag, es sei “offensichtlich, dass gewisse Kreise mit solchen Taten politische Motive verfolgen”. Es gehe darum, Spannungen im Bundesstaat Selangor anzuheizen. Der Bischof der katholischen Diözese Johor-Malakka, Paul Tan Chee Ing, sagte dem Internetportal Malaysiakini, der Vorfall markiere einen neuen Höhepunkt bei der “Einschüchterung von Christen”.

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Kirchen fordern Seenotrettung

Kardinal Reinhard Marx und Heinrich Bedford-Strohm fordern Seenotrettung und sichere Zugänge Foto: Wolfgang Roucka (Erzbischöfliches Ordinariat München)/pro | CC BY-SA 3.0

Mehr als 1.000 Flüchtlinge sind binnen einer Woche im Mittelmeer ertrunken. Die Kirchen verlangen, dass die Politik handelt.


pro Medienmagazin

Binnen einer Wochen sind Medienberichten zufolge mehr als 1.000 Menschen bei dem Versuch, mit Booten über das Mittelmeer nach Europa zu fliehen, ums Leben gekommen. Nachdem bereits ein Boot mit rund 400 Menschen an Bord gekentert war, ist in der Nacht zum Sonntag ein weiteres Flüchtlingsboot vor der libyschen Küste gesunken und hat verschiedenen Angaben zufolge zwischen 700 und 950 Menschen in den Tod gerissen. Nur 28 Menschen konnten von einem Frachtschiff aufgenommen und gerettet werden. Zu dem Flüchtlingsdrama haben am Montag der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, ihr Bedauern ausgedrückt. In einer gemeinsamen Presserklärung heißt es: „Über das erneute Bootsunglück sind wir zutiefst erschüttert.“ An das vielfache Sterben vor den Küsten Europas dürfe man sich nicht gewöhnen. „Das ist ein humanitärer Skandal!“, erklärten Marx und Bedford-Strohm. Die Kirchenoberhäupter halten einen „entschlossenen Kampf gegen gewissenlose Schleuser“ für notwendig. „Wir brauchen sofort eine Seenotrettungsmission in europäischer Verantwortung“, forderten die Kirchenvertreter in der Pressemeldung und verwiesen dabei auf die Arbeit der italienischen Operation „Mare Nostrum“, die ein Jahr lang „Vorbildliches geleistet“ habe.

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Katholik Haseloff: Deutschland braucht mehr Kinder!

Reiner Haseloff (2012), Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA 4.0/MartinRulsch

Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt verlangt Kurswechsel in Familienpolitik: „Die Politik muss endlich anerkennen, dass das Thema Familie das existenzielle Problem unserer Nation ist.“


kath.net

Stärkere Anreize der Politik, damit in Deutschland mehr Kinder geboren werden, fordert der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU). Man brauche eine Geburtenquote pro Frau von 2,1 oder 2,2 Kindern anstelle der bisherigen 1,4. „Es geht um das Überleben unserer Gesellschaft“, sagte der Katholik der Tageszeitung „Die Welt“ (Berlin). Haseloff: „Die Politik muss endlich anerkennen, dass das Thema Familie das existenzielle Problem unserer Nation ist.“ Deutschland sei der am höchsten entwickelte Sozialstaat der Welt: „ Aber das nützt uns nichts, wenn die Demografie am Ende langfristig alle Errungenschaften zunichtemacht.“ Die bisherigen familienpolitischen Leistungen in Höhe von über 200 Milliarden Euro jährlich entfalteten „keine klare Wirkung pro Kind“. Sie seien lediglich ein Nachteilsausgleich. Der CDU-Politiker: „Unter rein ökonomischen Gesichtspunkten ist die Gründung einer Familie nicht attraktiv. Jeder Lebensentwurf ohne Kinder ermöglicht einen höheren Lebensstandard, eine höhere Rente und mehr Freiheit.“ Andererseits dürften nicht nur finanzielle Aspekte eine Rolle spielen: „Das Glück, Kinder zu haben, ist sowieso unbezahlbar.“ Der 61-Jährige sagte, er erlebe seine eigene Familie – er hat zwei Kinder und vier Enkelkinder – „als einen wunderbaren stabilen Schutz- und Lebensraum“.

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Kirchenrecht: Hortleiterin muss gehen, weil sie eine Frau heiratet

Bild: fis-kirchenrecht.de

Bild: fis-kirchenrecht.de

Die Eltern sind schockiert: Die Leiterin des Holzkirchner Caritas-Hortes muss ihren Posten räumen, weil sie homosexuell ist und ihre Freundin heiratet.


Von Marlene Kadach|Merkur-Online.de

Birgit Gerz-Hölker kann es kaum fassen: „Das ist völlig lebensfremd“, sagt die Holzkirchnerin. „Dass sie deswegen gehen muss, finde ich untragbar.“ Seit der ersten Klasse wird ihr zehnjähriger Sohn im Caritas-Hort in Holzkirchen betreut. „Es war damals die einzige Alternative.“ Als neulich bei allen Eltern der Einrichtung ein Brief ins Haus flatterte, stutzte sie gewaltig.

In diesem Brief teilt die Hortleiterin den Eltern mit, dass sie ihren Posten verlassen wird. Der Grund: „Ich werde im Juli meine Freundin heiraten.“ Da dieser Schritt nicht mit der Grundordnung des kirchlichen Dienstes vereinbar sei, müsse sie die Hortleitung abgeben. Am Ende schreibt die Caritas-Kreisgeschäftsführerin Beate Haslinger-Naß ein paar Zeilen. Die Leiterin habe eine Lebensentscheidung getroffen, „die meinen Respekt und meine Anerkennung findet.“ Aber: „Die ihr immer bekannten Konsequenzen, die ihre Entscheidung nach sich zieht, tragen wir mit.“

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It’s Tinder… for Christians

If it’s popular in the culture, you can bet Christians will make a shitty knockoff version of it. The latest example involves the dating/hook-up app Tinder.


By Hemant Mehta|Friendly Atheist

The Christian version of it was just released yesterday. It’s called Collide and it lets you look at someone’s picture and favorite Bible verse, after which you can choose which way to swipe:

Image: Friendly Atheist

Should be interesting to see what happens when an app most people use for sex intersects with a culture that preaches abstinence until marriage.

EU will Seenotrettung für Flüchtlinge deutlich ausbauen

Brand auf einem Flüchtlingsschiff vor den Küsten Europas © Szene aus "Report Mainz"

Brand auf einem Flüchtlingsschiff vor den Küsten Europas © Szene aus “Report Mainz”

Bis zu 950 Menschen mussten sterben, um die Politiker der EU zum Handeln zu bewegen. Nun folgt ein Krisentreffen dem nächsten. Geplant ist etwa ein Ausbau der Seenotrettung, die kürzlich noch zusammengestrichen worden war.


evangelisch.de

Die Europäische Union will nach der jüngsten Flüchtlingstragödie im Mittelmeer ihre Aktivitäten zur Seenotrettung deutlich ausbauen. Es gebe Pläne, die doppelte Zahl von Rettungsschiffen und das doppelte Budget einzusetzen, berichtete Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) nach einem EU-Krisentreffen am Montag in Luxemburg. Die Innen- und Außenminister der 28 EU-Länder waren dort außerplanmäßig zusammengekommen, nachdem sich vor der libyschen Küste in der Nacht zum Sonntag das wohl schlimmste Flüchtlingsdrama der europäischen Geschichte ereignet hatte. Beim Untergang eines überfüllten Fischerbootes sollen bis zu 950 Menschen ums Leben gekommen sein.

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