Mit kreationistischen «Fakten» wider das «Spinner-Image»

In seinem «Faktencheck» versucht Hans Peter Homberger aufzuzeigen, dass man die Schöpfungstheorie nicht per se ausschliessen sollte. Bild: Madleine Schoder
Peter Homberger ist als promovierter Mikrobiologe und gläubiger Christ davon überzeugt, dass Gott die Welt erschaffen hat. In seinem Buch schreibt er gegen das Spinner-Image der Schöpfungs-Theoretiker an.

Der Landbote.ch

Nur zwei von drei Winterthurer Gemeinderäten glauben an die Evolutionstheorie, fast jeder fünfte ist sich nicht sicher und jeder zehnte lehnt sie gar ab. Das hat eine publizierte Umfrage des «Landboten» kürzlich ergeben. Evolution oder nicht? So einfach sei es eben nicht, begründeten einige ihre Antwort, Gläubige und Nicht-Gläubige. «Ich halte die biologische Evolution für nachvollziehbar. Aber erklärt das, wie das Leben entstanden ist?», fragte etwa eine Politikerin rhetorisch zurück.

Tatsächlich ist der Ursprung des Lebens wissenschaftlich ein nach wie vor ein ungelöstes Rätsel. Den sogenannten Missing Link zwischen Chemie und Biologie hat die Wissenschaft noch nicht gefunden, die Urknall – und Ursuppen-Theorien bleiben lückenhaft. Deswegen an die biblische Schöpfungsgeschichte zu glauben, die Entstehung der Erde in sieben Tagen, ist aber selbst für viele Gläubige keine Option mehr, für die meisten Wissenschaftler erst recht nicht.

Der gebürtige Winterthurer Hans Peter Homberger (63) hat am Institut für Zellbiologe an der ETH Zürich promoviert. Sein Fachgebiet war die Mikrobiologie: Die Organisation von Chromatin in Chromosomen bei der Zellteilung. Doch Homberger glaubt fest daran, dass Gott die Welt erschaffen hat. «Warum doch?» würde er fragen. Er, der Baptist ist und regelmässig zum Gottesdienst geht, sieht darin keinen Widerspruch. Die teilweise Arroganz von Wissenschaftlern und der Hass, mit dem Gläubige in Online-Foren als «weltfremde Spinner» abgekanzelt würde, habe ihn letztes Jahr dazu bewogen, ein Buch zu schreiben, kompakt auf 110 Seiten: «Schöpfung oder Evolution – ein Faktencheck».

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Unterkomplexe Kreationisten und ihr Baukasten der Schöpfung

Bild: AG EvoBio

Es ist eine beliebte Strategie der Evolutionsgegner, biologische Merkmale ins Auge zu fassen und zu behaupten, diese seien zu komplex, als dass ihre Entstehung durch Evolution erklärbar sei. Beispielsweise würden die erstaunlichsten Leistungen der Tarnung und Mimikry zu viele aufeinander abgestimmte Anpassungen gleichzeitig benötigen, als dass sie bei verschiedenen Organismengruppen (Taxa) schrittweise und mehrmals unabhängig (konvergent bzw. parallel) evolviert sein könnten. In diese Richtung argumentiert beispielsweise Reinhard JUNKER von der Studiengemeinschaft WORT UND WISSEN, auf dessen Beitrag im Rahmen dieses Artikels eingegangen werden soll.

Von Martin Neukamm, Hans Zauner | AG EvoBio

Tarnung und Mimikry im Ameisennest

Um sich vor Räubern oder Angreifern zu schützen, verfügt die Tierwelt über ein Arsenal von Tarnvorrichtungen. Eine dieser Einrichtungen wird mit dem Begriff Mimese umschrieben. Darunter versteht man das Phänomen, dass sich das betreffende Tier optisch derart seiner Umgebung angepasst hat, dass es mit dem Wahrnehmungs-Hintergrund seiner Feinde verschmilzt und nicht mehr als Beute oder Eindringling wahrgenommen werden kann.

Zu den erstaunlichsten Beispielen mimetischer Anpassung zählen die so genannten „myrmecophilen“ Tiere. Das sind vorrangig Käfer bestimmter Entwicklungslinien, die als „Untermieter“ die Nester von Ameisen und Termiten bevölkern. Ein Ameisennest ist eine schwierige ökologische Nische, denn die Ameisen haben ja zunächst einmal nichts davon, wenn Käfer ihren Bau besiedeln. Ameisen sind äußerst wehrhafte Tiere und befördern unerwünschte Gäste rasch aus ihrem Bau oder bringen sie um. Eine Möglichkeit, sich dagegen zur Wehr zu setzen, besteht darin, sich evolutiv ein ameisenähnliches Aussehen zuzulegen. Die Käfer mischen sich unter die Ameisenmenge und werden in Ruhe gelassen. In manchen Nestern gibt es sogar Vertreter mehrerer Käfergattungen, die jeweils so aussehen wie ihre gastgebenden Ameisen – obwohl andere Mitglieder dieser Gattungen eher wenig Ähnlichkeit miteinander haben.

Ein ähnlicher Tarnmechanismus ist die so genannte Mimikry, wonach die Tiere optisch und in ihrem Verhalten giftige, wehrhafte oder ungenießbare Tierarten nachahmen oder ihren Feinden kooperatives Verhalten signalisieren. Man kennt zum Beispiel Kurzflügler, die im Ameisenbau chemische Signale freisetzen, die sie davor schützen, gefressen zu werden. Sie bieten den Ameisen Sekrete an, die dazu führen, dass sie sogar von ihnen in ihr Nest eingetragen werden.

Unlängst wurde darüber berichtet, dass 140 Tiere aus ganz verschiedenen Gliederfüßer-Gattungen (Ameisen, Käfer, Wespen, Spinnen, Wanzen) sehr ähnliche ameisenartige Gestalten – mit Warn-Elementen an Räuber – herausbildeten. Manche dieser Arten sind tatsächlich ungenießbar, andere sprangen quasi auf den Zug auf, sind aber eigentlich ungiftig.

Dass es neben optischer Mimikry, die auch Nichtfachleute als Anpassung der Gestalt wahrnehmen, noch andere Wege der Mimikry gibt, zeigen die Ameisengrillen mit dem suggestiven Namen Myrmecophilidae („Ameisenfreunde“). Diese Gruppe umfasst 71 Arten in fünf Gattungen mit einer einzigen Art in Europa. Es sind sehr kleine Heuschrecken, die gar nicht ameisenähnlich aussehen, dennoch als Kleptoparasiten in den Nestern verschiedener Ameisen- und sogar Termitenarten leben. In der Auswahl ihrer Wirte sind sie wenig wählerisch und wohl nicht spezifisch. Sie scheinen Pheromone (Lock- und Signalstoffe) der Ameisen auf ihrer Cuticula (Außenhaut) aufzunehmen und so den Nestgeruch anzunehmen. Daneben sind sie extrem beweglich und entkommen immer wieder den zu beobachtenden Angriffen ihrer Wirte durch schnelles Ausweichen. Allerdings wurden auch Tötungen beobachtet – also eine nicht ungefährliche Lebensweise, die genau das zeigt, was aus Sicht der Evolutionsbiologie zu erwarten ist: Zum einen gibt es viel mehr als nur einen Weg. Zum anderen sind die Anpassungen der sich im Wettbewerb befindenden Organismen auf beiden Seiten alles andere als perfekt.

Konvergenzen, Parallelismen

All diese Tarnvorrichtungen haben eines gemeinsam: Die betreffenden Tiere entwickelten vielfach unabhängig voneinander ganz ähnliche Merkmale, sie haben sie also nicht von ihrem gemeinsamen Vorfahren geerbt. Dieses Phänomen bezeichnet man in der Biologie allgemein als Konvergenz oder als Parallelismus (Parallelentwicklung). Von letzterem sprechen Biologen insbesondere dann, wenn die unabhängig erworbenen Merkmale bei relativ nahe verwandten Arten in geographisch getrennten Regionen auftreten.

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Türkei: Sendepause und Geldstrafe für Gucci-Kreationisten Adnan Oktar

foto: harun yahya international Gediegener Kreationist: Adnan Oktar hat nun Sendepause.
Sendepause für bizarren TV-Prediger, Schließung von Islamistenstiftung – Konservativer Orden im Aufwind

Von Markus Bernath | derStandard.at

In seiner Branche stand er nie hoch im Ansehen. „Tutti kurutti“ nannte ein Predigerkollege schon einmal die bizarre Mischung von religiösem Fernsehtalk und Bauchtanzeinlagen. „Kurut“ sind in der türkischen Küche die getrockneten, salzigen Joghurtkörner. Diese Woche aber hat es Adnan Oktar alias Harun Yahya tatsächlich erwischt: Fünf Sendungen Zwangspause und eine hohe, noch nicht bezifferte Geldstrafe verhängte die türkische Rundfunkanstalt. Hunderte von Fernsehzuschauern sollen sich über Oktar beschwert haben.

Mehr ins Gewicht fiel wohl, dass der neue Leiter der staatlichen Religionsbehörde in der Türkei, Ali Erbaş, öffentlich sowohl die spirituelle Mission wie auch den mentalen Zustand des 62-Jährigen anzweifelte. Strafanzeigen und Gerüchte über Drogen und Sexorgien hatten immer schon das Wirken des Sektenführers begleitet.

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Wie sich die Evolutionsgegner zum Affen machen

Wer gedacht hat, der Kampf gegen antiwissenschaftlichen Kreationismus sei längst gewonnen, hat sich getäuscht. Wir werden uns noch wundern, was alles möglich ist.

Von Florian Aigner | futurezone.at

Lange Zeit war es irgendwie lustig. Man las über religiöse Fundamentalisten in den USA, die wutschnaubend dagegen protestierten, dass ihre Kinder in der Schule mit der unheiligen Evolutionstheorie befleckt würden – wo doch in der Bibel eindeutig steht, dass Adam und Eva am sechsten Tag erschaffen wurden, voll funktionstüchtig und schön frisiert, ohne dass vorher irgendein haariger Australopithecus mit fragwürdigen Tischmanieren über die Savanne spazieren musste.

Diese Radikalreligiösen, die antike Mythen nicht von naturwissenschaftlichen Fakten unterscheiden können, erschienen uns kurios, weit weg und wenig bedrohlich. Man konnte sich lustig machen über diese ungebildeten Bible-Belt-Amerikaner. Wir sind schließlich aufgeklärte Europäer, hier ist Wissenschaft doch Grundkonsens. Ach, wie lagen wir falsch! Wir sollten uns darauf einstellen, immer häufiger wissenschaftliche Tatsachen gegen fundamentalistische Attacken verteidigen zu müssen. Das wird kein Spaß.

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Evolutionstheorie: Mit dem Koran unvereinbar?

Darwin-Büste im Naturkunde-Museum Berlin. Bild: BB

Hat Gott den Menschen erschaffen oder stammt der Mensch vom Affen ab? Nicht nur in den USA, auch in der Türkei ist die Antwort gar nicht so eindeutig. Denn auch 160 Jahre nachdem Charles Darwin seine Evolutionstheorie erstmals veröffentlichte, tut sich die Mehrheit der Muslime damit schwer – auch hierzulande.

Von Michael Hollenbach | NDR.de

„Heute ist der allergrößte Teil der muslimischen Gelehrsamkeit der Auffassung, dass die Evolutionstheorie so nicht stimme und es gibt viele Übernahmen aus dem amerikanischen Kreationismus, dem ‚intelligent design'“, sagt der Religionswissenschaftler Michael Blume. Dieser Kreationismus christlicher Fundamentalisten versucht, unbestreitbare Fakten der Evolutionslehre irgendwie in den Schöpfungsglauben zu integrieren. Wobei es der Islam eigentlich leichter hat als das Christentum, so Blume. Schöpfungsmythos und Evolutionstheorie seien im Islam besser zu vereinbaren, denn der Koran kennt – im Gegensatz zur jüdisch-christlichen Tradition – keine zusammenhängende Schöpfungsgeschichte: „Die Schöpfungslehre im Koran ist weniger spezifisch als in der Bibel. Da wird gesagt, dass der Mensch in Stufen geschaffen wurde oder dass er aus einem Tropfen Blut geformt sei.“

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Evolutionstheorie: Indischer Minister hat noch nie einen Affen zum Menschen werden gesehen

Der indische Bildungsminister Satyapal Singh zweifelt an Darwins Evolutionstheorie. dpa
Der indische Bildungsminister Satyapal Singh zweifelt an der Evolutionstheorie – und gibt dies auch öffentlich unumwunden zu. Seine Begründung ist dabei aber schon bemerkenswert.

Von Jana Henseler | General-Anzeiger

Der indische Bildungsminister Satyapal Singh ist kein Freund von Charles Darwins Evolutionstheorie – und widerspricht ihr jetzt auch öffentlich. Es habe „noch nie jemand gesehen, wie sich ein Affe in einen Menschen verwandelt hat“, zitiert ihn die englische Tageszeitung „The Telegraph“. Des weiteren sei der Darwinismus nur ein Mythos. „Kein Buch, das wir lasen und keine Geschichte, die uns von unseren Großeltern erzählt wurde, berichtete jemals über einen solchen Fall.“

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Zauberlehrling der Evolution

Rezension zum Buch „Kritische Studie zur Evolutionstheorie“

Von Klaus Steiner | Richard-Dawkins-Foundation

Bei den Herausgebern des Buchs handelt es sich um folgende Personen: Marian Christof GRUBER ist Professor für Philosophie an der Hochschule Heiligenkreuz (Österreich) und Vorstand des Instituts für Philosophie an der Päpstlichen Phil.-Theol. Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz, die eine Reihe von Schriften herausgebracht hat. Wolfgang WEHRMANN ist Professor an der Technischen Universität Wien und emeritierter Professor für Philosophie an der Hochschule Heiligenkreuz.

Das Buch ist in mehrere Kapitel fünf verschiedener Autoren aufgeteilt, die sich z. B. mit Erkenntnistheorie und Logik, mit Wahrheitstheorie und der Biologie, mit mathematischen und technischen Wissenschaften sowie mit der Frage der Lebensentstehung beschäftigen. Weitere Themen sind die Embryologie, Fossilien, der Menschen, Evolution im Biologieunterricht und der „Zauberlehrling der Evolution“. Gestützt wird sich auf Aussagen von Gewährsleuten wie Teilhard DE CHARDIN, Thomas VON AQUIN und AUGUSTINUS.

Die Autoren des Buches vertreten kreationistische Ansichten – deutlich erkennbar z. B. an Christof GRUBERs Bezeichnung der „fortgesetzten Schöpfung“ (S. 150/160), der „gestuften Schöpfung“ (S. 168) und der „totalen Schöpfung“ (S. 160/167/178). Einen kritisch-rational denkenden Atheisten mag das an den Rand der Erschöpfung bringen, da sich kreationistische Argumentation meist durch Unwissen auszeichnet. Dies mündet dann zumeist in unlogischen Schlussfolgerungen, absichtlichem oder unabsichtlichem Verdrehen oder Verschweigen von Fakten.

Wer wissen will, braucht nicht zu glauben

Im Anhang setzt sich einer der Autoren mit dem Thema „Tradition“ auseinander. Offenbar ist die Intention dafür Sorge zu tragen, dass seine Adressaten die von ihm verbreiteten „alternativen Fakten“ auch glauben und möglichst verbreiten. Ludwig WITTGENSTEIN muss mit einem eigenen Zitat als „Indoktrinator“ herhalten: „Das Kind lernt, indem es dem Erwachsenen glaubt“ (S. 195). Des Weiteren heißt es, die Tradition sei zugleich universal und konkret und habe das zu bieten, wonach allgemein das Bedürfnis stehe: weg vom Spezialistentum und kurzsichtigen, trivialen Problemperspektiven (vgl. S. 198). Im Folgenden werde ich aufzeigen, wie mit „Spezialistentum“ der „Wahrheit“ doch um einiges näher zu kommen ist.

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Natur, Kreationismus und Teleologie – pantheistische Beliebigkeit

Bild trailer Die Schöpfung

Die Bibel geht mit Selbstverständlichkeit davon aus, dass Gott, den „niemand je gesehen hat“ (Joh. 1,18), gleichwohl erfahrbar ist; dass die Welt eine theologische Aussage hat, die wir verstehen können, ja dass es durchaus nicht unmöglich ist, in ihren Spuren zu lesen. So heißt es im 19. Psalm: „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt das Werk seiner Hände. Ein Tag sagt es dem andern und eine Nacht tut es der andern kund.“ Unbefangen erklärt das Buch Hiob (12,7-9): „Befrage doch das Tier, es wird dich lehren … Erzählen werden dir’s die Fische des Meeres: Wer weiß nicht Bescheid von dem allen, dass Gottes Hand dies gemacht hat?“ Die Welt ist durchlässig für die Wahrheit, die sich hinter Gottes Namen verbirgt. Die Natur ist transparent für ein uns entzogenes Geheimnis. Sie weist über sich selbst hinaus auf etwas, das nicht Natur ist und doch in jedem Einzelnen in ihr zur Erscheinung kommt. Doch wie bringen wir das mit den Evidenzen unseres modernen Weltbildes in Einklang?

Von Christian Link | Dialog Theologie & Naturwissenschaften

Unter den Theologen hat wie kein Zweiter Calvin diese biblische Erkenntniszuversicht in Anspruch genommen: „Die Menschen können ihre Augen gar nicht aufmachen, ohne Gott unweigerlich zu erblicken. Er hat seinen einzelnen Werken zuverlässige Kennzeichen seiner Herrlichkeit eingeprägt und zwar so deutlich, dass sich auch die unverständigsten Menschen nicht mit Unwissenheit entschuldigen können.“ Selbst bei Karl Barth, dem entschiedensten Gegner aller „natürlichen Theologie“, findet man den Satz: „Sollte Gott nicht in jeder Schneeflocke, in jedem Grashalm heilig sein?“ Auch diese Aussagen leben von einer Erfahrung, die uns offenbar nicht prinzipiell verschlossen sein muss, die Erfahrung, dass die Welt bis in ihre naturhafte Sphäre hinab unter dem Eindruck der Wirklichkeit Gottes steht.

Ein besonders Erfahrungsfeld schließlich sind die neutestamentlichen Gleichnisse, die mit den Mitteln der Welt Gott in der Welt bekannt machen und deshalb auf jede religiöse Staffage verzichten. Sie proklamieren „Gott“ nicht als eine abstrakte Wahrheit hinter und über den Dingen. Sie stellen ihm vielmehr die Welt zur Verfügung, damit er sich selbst in ihren alltäglichen Begebenheiten bekannt mache, und bewahren uns so vor den Trugbildern und Fehlschlüssen alles nur Gedanklichen. Was sie sagen und zur Evidenz bringen wollen, lässt sich daher (was meist zu wenig beachtet wird), begrifflich, in der logischen Form des Urteils, gar nicht ausdrücken. Was hier geschieht, muss man anders umschreiben: Gott stellt sich in der Welt dar; er macht die Welt zu seinem Darstellungsraum.

Warum die wissenschaftliche Empirie nicht in Frage kommt

Die erste und wichtigste Frage, die sogleich zu einer notwenigen Abgrenzung führt, lautet daher: Von welcher Welt ist hier die Rede? Da sich die neuzeitliche objektivierende Wissenschaft von ihren Anfängen an, d.h. seit Descartes, methodisch von Gott getrennt, ihn aus ihren Verfahrensregeln und Argumentationsgängen als einen zulässigen Faktor ausgeschlossen hat, kann man nicht erwarten, dass er sich am Ende doch noch mit ihrem Instrumentarium aufweisen ließe. Er verbirgt sich in dem „toten Winkel“, den sie mit ihren experimentellen Methoden und ihrer Erfahrungskontrolle sozusagen ex definitione gar nicht erreichen und ausleuchten kann. Wo sie weiß, was sie tut, wird sie das auch nicht beanspruchen. Wissenschaftliche Erfahrung ist prinzipiell wiederholbar und verfügbar. Das ist religiöse Erfahrung grundsätzlich nicht. Sie ist individuell einmalig, unaustauschbar, also nicht machbar und schon gar nicht erzwingbar. Empirisch (im Sinne wissenschaftlicher Standards) lässt sich Gottes Existenz nicht überprüfen und deshalb – das ist nicht unwichtig hinzuzufügen – auch nicht widerlegen, obwohl gerade das von Forschern, die sich zum Atheismus bekennen (Richard Dawkins ist nur ein herausragendes Beispiel) immer wieder versucht wird.

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Islam und Evolutionslehre: Von Affen und Allah

©Oliver Schopf(mfG) derStandard.at
Vor 160 Jahren zeigte Charles Darwin mit seiner Evolutionstheorie, wie die Arten entstanden sind. Nämlich durch Entwicklung, Zufall und Anpassung an die Umwelt. Die katholische Kirche hat lange gebraucht, um diese Erkenntnis zu akzeptieren. Im Islam tun sich noch heute viele schwer damit.

Von Michael Hollenbach | Deutschlandfunk

Mirza Masroor Ahmad ist der Kalif der muslimischen Religionsgemeinschaft der Ahmadiyya. Das geistliche Oberhaupt von rund zwölf Millionen Muslimen erklärt die menschliche Entwicklung so:

„Die Theorie von Darwin stimmt nicht. Auf jeden Fall stammen wir nicht vom Affen ab. Ja, es hat eine Evolution gegeben, der Mensch hat sich weiterentwickelt. Jedoch gibt es keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Menschen und dem Affen. Der Mensch hatte seine eigene Entwicklung, unabhängig von Tieren. Prüft es doch allein daran, dass es noch heute Affen gibt – und wieso fand bei diesen keine Evolution statt?“

Diese Ansicht sei unter muslimischen Geistlichen sehr verbreitet, sagt Michael Blume. Dabei verweist der Religionswissenschaftler darauf, dass der Koran – im Gegensatz zur jüdisch-christlichen Tradition – keine zusammenhängende Schöpfungsgeschichte kennt:

„Die Schöpfungslehre im Koran ist weniger spezifisch als in der Bibel. Da wird gesagt, dass der Mensch in Stufen geschaffen wurde oder dass er aus einem Tropfen Blut geformt sei.“

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Austria: Mit dem „Spaghettimons­ter“ gegen Staat und Kirche

Anhänger des „Spaghettimonsters“ könnten am Montag die Vorstufe zur Religionsgemeinschaft erreichen. Für die Religionskritiker wäre es ein Erfolg.

Kurier.at

Bekommt das „Fliegende Spaghettimonster“ einen Platz neben Gott, Allah und Buddha? Am kommenden Montag wird am Bundesverwaltungsgericht diese grundlegende Frage verhandelt. Seit 2014 kämpft die „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“, eine Satire-Religion, um die Anerkennung als staatliche Religionsgemeinschaft. Damals lehnte das Kultusamt das Ansinnen ab, nun könnte der Streit neu entschieden werden.

Im ersten Schritt geht es den Spaghettimonster-Aktivisten darum, nur als „religiöse Bekenntnisgemeinschaft“ eingetragen zu werden. Denn die Hürden, um als vollwertige Religionsgemeinschaft gesetzlich anerkannt zu werden, sind mittlerweile hoch. Man braucht dafür zum Beispiel zwei Promille der Bevölkerung, also 17.000 Menschen als Mitglieder. Auch muss die Gemeinschaft seit mindestens 20 Jahren in Österreich bestehen, zehn davon in organisierter Form.

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Grundtypen des Atheismus im Licht der Bibel

„Drei Arten von Menschen gibt es: die einen, die Gott dienen, weil sie ihn gefunden haben; die andern, die bemüht sind, ihn zu suchen, da sie ihn nicht gefunden haben; die dritten, die leben, ohne ihn zu suchen und ohne ihn gefunden zu haben. Die ersten sind vernünftig und glücklich, die letzteren sind töricht und unglücklich, die dazwischen sind unglücklich und vernünftig.“
(Pascal: Pensées,Frg. 257)

Prof. Dr. Edith Düsing | Wort und Wissen

Einleitung und Gliederung

Jeder Mensch sucht Gott oder aber flieht vor ihm kraft seines Fühlens, Denkens oder Wollens.

Daher lassen sich Grundtypen des Atheismus gemäß den Seelenvermögen unterscheiden:

  1.  Ein Atheismus trotzigen Aufbegehrens gegen das Leid: die Hiobsfrage, das Theodizeeproblem.
  2. Ein Atheismus der Weltbilder konstruierenden Vernunft: Der Glaube an die Erklärungskraft der Naturgesetze, in atheistischer Weltansicht beliebt, ist der Aberglaube der Moderne(Wittgenstein).
  3. Ein Atheismus, der Gott für ein Phantasieprodukt hält (Protagoras, Feuerbach). –Folgerungen:
  4. Atheismus der Gleichgültigkeit: Gottvergessenheit in einer genußsüchtigen Spaßgesellschaft.
  5. Gottlosigkeit im traditionellen Sinne: sittenwidrig böse Praxis, leben als ob es Gott nicht gäbe.

Zur aktuellen Lage

Ist Gott bloß Illusion, der Geist des Menschen ein physikalischer Zustand, seine Seele nur Tierseele? Zweieinhalb Jahrtausende galt in der abendländischen Kultur ‚Atheismus‘ als schwerste Anklage. Im 21. Jahrhundert hingegen preisen manche sich selbst als Atheisten. Dahinter steckt ein grundstürzender Wertewandel, von der ehemals selbstverständlichen, dem Menschen gemäßen Gott-suche hin zur – heute salonfähigen – Gottesverachtung. Postmoderne atheistische Positionen umweht ein Nimbus von radikaler Aufklärung und absolutem Humanismus.

Der Glaube an die Erklärungskraft der Naturgesetze, in atheistischen Weltansichten beliebt, wird von Wittgenstein ‚der Aberglaube der Moderne‘ genannt.1
Hinter der Wissenschaftsgläubigkeit, die einen zeugenden Weltgrund annimmt, an autarke Naturgesetze ohne einen Schöpfer glaubt, waltet ein Wille, der einen Abgott anbetet. Urknallphysik mit eingepackter Evolutionsbiologie verleugnet Christi Inkarnation, Kreuzestod und Auferstehung, so kristallklar Horst Waldemar Beck.2
Wird Selbstorganisation des Lebens aus dem Nichts, eine Hypothese, als erwiesene Tatsache behauptet, so legt sie einen Denkbann mit globaler Macht auf Wissenschaftler und glaubendes Volk: die Suggestion autarker Schöpfung ohne Schöpfer. Die Fiktion: ‚Am Anfang geschah alles von selbst’!

Eine biblische Einschätzung vorweg

Im Alten Testament ertönt aus dem Munde der „Spötter“ das harte Wort: „Non est Deus“ („Es gibt keinen Gott“: Psalm 14, 1: Vulgata). Verschiedene Arten von Gottlosigkeit tauchen hier auf: Gottvergessenheit, negative Theodizee, unvernünftige Gottesleugnung, Wunschphantasie. „Wohl dem Menschen“, so lautet die Seligpreisung, „der nicht sitzt im Rat der Gottlosen, wo die Spötter sitzen“ (Ps 1, 1), und bei Jeremia wehklagt Jahwe selbst: „Mich, die Quelle des Lebens verlassen sie und bauen sich löchrige Zisternen“; sie kehren mir den Rücken zu, nicht das Angesicht; „wenn aber die Not über sie kommt, sprechen sie: ‚Auf, hilf uns‘„(Jeremia 2, 13.27). Unsere Willensaktivität wird aufgerufen, indem vor einem „Sitzen“ bei den „Spöttern“ gewarnt wird. In dem Satz: „Es ist kein Gott, so sprechen die Toren“ (Psalm 53, 2) hebt der Psalmendichter auf ihre Vernunftwidrigkeit ab. Ein göttlicher Humor begleitet Irrende bis in ihre götzendienerischen Wahngedanken, sie sokratisch ihrer Absurdität überführend: „Götter, die du dir gemacht hast – wo sind sie?“ Sprichst du, Frau, zu ihnen: „Stein, du hast mich geboren“?! oder sprichst du, Mann, zu einem Holze: „mein Vater“?! (Jeremia 2, 27)

Kants Widerlegung des Atheismus

Immanuel Kant verdanken wir eine starke klare Widerlegung des Atheismus; er widmet ihm Aufmerksamkeit, so als habe er dessen künftige Popularität vorausgeahnt. Durch Untersuchung der Grenzen unsrer Vernunft zeigt er: Der Satz „Gott existiert nicht!“ ist eine unhaltbare Aussage —- über ein Sein an sich, das unerkennbar ist. Gottes Dasein ist nicht widerlegbar, auch nicht die Hoffnung eines künftigen Lebens. Dem Atheismus und Materialismus, könne ganz „die Wurzel abgeschnitten“ werden (KrV AA III 21). Kants Vernunftkritik widerlegt die Begründbarkeit der These: „Es ist kein“ Gott! „Denn wo will der angebliche Freigeist seine Kenntnis hernehmen?“ Dieser Satz liegt außerhalb der Grenzen menschlicher Einsicht. Wer ihn behauptet, vertritt ein negatives Dogma über die Vernunft hinaus. Wer Gott leugnet, muß, was er nicht kann, die negative Beweislast tragen! Und zwar logisch-erkenntnistheoretisch und existentiell-persönlich eschatologisch coram Deo. Der Verzicht des Agnostikers auf die nach dem Ursprung fragende Vernunft läuft auf den nicht vernünftigen dogmatischen Unglauben hinaus, der ohne Beweise Gottes Dasein bestreitet, worüber kein positiv oder negativ zwingendes Erkenntnisurteil gefällt werden kann. Also kann es nur außer vernünftige, nicht vernunftgemäße Gründe für den Atheismus geben. Fazit: Die Kritik der reinen Vernunft erhärtet: Schlechthin unmöglich ist es, Gottes Nichtdasein zu beweisen.

Geschichtliche Ursprünge des Atheismus

Kant zeigt durch Argumente, was im christlichen Abendland verbürgte Sicht war: Atheismus galt als widervernünftig, ja als intellektueller Selbstmord; wer Gott leugne, begehe ein doppeltes moralisches Verbrechen, er beleidigt die höchste Majestät und verstümmelt zugleich geistig sich selbst. Denn der Gottesgedanke gehöre jeder Menschenseele wesentlich zu, und wer ihn in sich auslösche, lege gleichsam im Innersten Hand an sich, analog zu dem, der seinen Leib antastet. Aufgrund seiner Unvernünftigkeit müsse er, einer „du coeur“ (des Herzens) sein, eine vorsätzlich zugezogene Selbstverblendung ein „aveuglement volontaire“ (eine freiwillige Erblindung), zuletzt in geistlicher Diagnose: „L’athéisme. Une maladie spirituelle“ (Der Atheismus. Eine geistliche Erkrankung)3.
Denn jeder Mensch verfüge, so Paulus in Römer 2, 15, über ein seiner Vernunft eingeborenes bzw. ihm in sein Herz geschriebenes Wissen von Gott, das der Atheist in sich selbst ausradiert.
Noch zur Zeit der Aufklärung war der Atheismus selten, eine Anomalie, ein „Grenzfall“4, – so wie in der ganzen Geschichte der Philosophie der Atheismus eine Ausnahmeerscheinung war. Die „Atheisterey“ galt weithin als ein „unvernünftiges Vorutheil“, etwa daherrührend, daß ihre Fürsprecher „ihrer todtkranken und verfinsterten Vernunft allzu viel einräumen“. Vor allem lud die bewunderungswürdige Ordnung der Natur zu physikotheologischen Betrachtungen ein, auf einen weisen Schöpfer hindeutend. Forscher ersten Ranges, als Astronomen, Mathematiker und Physiker wie Nikolaus Kopernikus, Johannes Kepler, Isaac Newton, kamen her vom biblischen Glauben an den in Christus offenbarten Gott und „erkannten“ darin, daß „die Welt durch Gottes Wort geschaffen …, alles Sichtbare aus Unsichtbarem entstanden ist“ (Hebräer 11, 3). So war die Bibel nicht nur kein Hemmfaktor in der Geschichte neu aufblühender Naturwissenschaft, wie Vorurteile besagten, sondern kraft Hypothesen derer, die auch im ‚Buch der Natur‘ Spuren von Gottes Wirken finden wollten,5 zuversichtlich Zusammenhänge vermuteten, Naturforschung beflügelnd.

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1 Ludwig Wittgenstein: Tractatus logico-philosophicus, London 1922; vgl. Robert Spaemann: Der letzte Gottesbeweis, München 2007, 11f; zur Widerlegung des Atheismus s. Edith Düsing: Gottvergessenheit und veruntreute Seele. Philosophische Streifzüge von Kant zu Nietzsche, München 2018; dies.: Atheismus und Agnostizismus, in: Verantwortlich glauben. Ein Themenbuch zur christlichen Apologetik, hg. von Christian Herrmann, Nürnberg 2016, 220-237.

2Zum Verhältnis von Glaube und Naturwissenschaft s. Horst W. Beck: Biblische Universalität und Wissenschaft. Interdisziplinäre Theologie im Horizont trinintarischer Schöpfungslehre, 2. Aufl. Weilheim-Bierbronnen 1994.

3Winfried Schröder: Ursprünge des Atheismus. Untersuchungen zur Metaphysik- und Religionskritik des 17. und 18. Jahrhunderts, 71ff. Die Seitenzahlen in Klammern beziehen sich im Folgenden auf dieses informative, der Intention nach freigeistige Werk.

4Jürgen Mittelstraß: Neuzeit und Aufklärung. Studien zur Entstehung der neuzeitlichen Wissenschaft und Philosophie, Berlin/ New York 1970, 130.

5Zur Forschung befördernden Ausstrahlung der Bibel s. aus fernöstlicher Perspektive Vishal Mangalwadi: Das Buch der Mitte: Wie wir wurden, was wir sind: Die Bibel als Herzstück der westlichen Kultur, Basel 2014.

Schweiz: Kreationismus, Piusbruderschaft und politische Doppelmoral von SVP und CVP

Piusbruder Matthias Gaudron lehrt in Wangs/SG den Kreationismus: SVP und CVP störts nicht
Eine Phalanx von SVP und CVP versenkte im St. Galler Kantonsrat eine Motion, die den Schulen der Piusbrüder Grenzen setzen wollte.

Von Kurt Marti | INFOsperber

Wenn es darum geht, die Werte der Freiheit und der Demokratie gegen den Islam zu verteidigen, stehen die christlich-abendländischen Vorkämpfer der SVP und der CVP mit grimmigen Gesichtern zuvorderst in der Reihe. Wie ernst es ihnen mit der Verteidigung dieser Werte tatsächlich ist, zeigt ihr Verhalten gegenüber fundamentalistischen Tendenzen in den eigenen Reihen.

Zum Beispiel im Kanton St. Gallen, dem Eldorado für Privatschulen, insbesondere der katholisch-konservativen Prägung wie die erzkatholische Piusbruderschaft, welche Kindergärten, Primar-, Sekundar- und Mittelschulen in Wangs, Oberriet und Wil betreibt. Nota bene mit dem offiziellen Segen des kantonalen Bildungsdepartementes.

Kriterien des Bundesgerichts nicht erfüllt

Rückblick: Im Oktober 2016 hat sich das Bundesgericht gegen die Eröffnung eines islamischen Kindergartens in Volketswil/ZH ausgesprochen, weil die Bildungsziele der Volksschule nicht erfüllt waren.

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Ozzy Osbourne besucht Ken Hams Arche: Ahhh, Ohhh, wow, Fuck, very wow…

Die nachgebaute Arche Noah in Grant County, Kentucky. bild: arkencounter
Die britische Rocklegende Ozzy Osbourne besuchte überraschend die Arche Noah in Originalgrösse in Kentucky. Für viele Besucher bringt der Anblick der Grösse des Schiffs einen neuen Blickwinkel auf die biblische Geschichte.

jesus.ch

Der englische Rockstar und sein Sohn Jack bescherten dem Arche-Noah-Begegnungspark «Ark Encounter» einen Überraschungsbesuch – dies als Teil ihrer Show «Ozzy und Jack’s World Detour». Im Rahmen dieser Reise besuchen die beiden verschiedene aussergewöhnliche Orte, wie nun jüngst den Nachbau der Arche Noah in Originalgrösse.

Atheisten auf Arche willkommen

«Ozzy und Jack machten nette Komplimente über dieses riesige Schiff. In ihrem TV-Programm hört man sie sagen: ‚Wow, wow, very wow‘ und ‚das ist irrsinnig gross‘ und ‚absolut unglaublich’», berichtet Mitarbeiter Mark Looy auf dem Blog von «Answers in Genesis». Looy hielt weiter fest, dass die Osbournes gegenüber dem Personal sehr freundlich gewesen seien.

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Kreationismus: Allah statt Darwin

Fossilien als angebliche Beweise: Titelseite der Wurfsendung. (Foto: oh)
In ihren Briefkästen finden Einwohner von Fürstenfeldbruck eine Broschüre von Adnan Oktar. Der türkische Publizist leugnet von einem islamischen Standpunkt aus die Evolutionslehre

Von Peter Bierl | Süddeutsche Zeitung

Aufsehen hat vor Kurzem eine Postwurfsendung an Fürstenfeldbrucker Haushalte erregt. Im Briefkasten fanden Einwohner eine bunte Broschüre, in der die Evolutionstheorie als Irrlehre abgetan wurde. Das Heft stammt allerdings nicht von christlichen Fundamentalisten, sondern aus muslimischen Kreisen. „Das steckte bei mir und meinen Nachbarn im Postkasten“, erzählte ein Leser, der das Pamphlet der Redaktion zugeschickt hat. Der Mann wohnt im Norden der Stadt.

Die Broschüre enthält eine islamische Variante des sogenannten Kreationismus. Dessen Anhänger, überwiegend christliche Fundamentalisten, leugnen die Evolution von Pflanzen, Tieren sowie des Menschen und behaupten, alle Lebewesen seien von Gott so geschaffen worden, wie man sie heute antrifft. Ähnlich argumentiert der türkische Publizist Adnan Oktar. Er ist auch der Urheber der in Bruck verteilten Broschüre. Demnach gilt Allah als wahrer Schöpfer aller Lebewesen. Oktars Ziel ist es, mit dem Kampf gegen den Darwinismus „den Atheismus zu beseitigen und die Moral des Quran zu verbreiten“.

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Museum of the Bible eröffnet in Washington

„Die Welt des Jesus von Nazareth“ im Museum of the Bible in Washington DC. APA/AFP/Saul Loeb
An Freitag wird in Washington DC ein riesiges Bibelmuseum, das Museum of the Bible, eröffnet. Dahinter steht eine konservative christliche Familie, die damit ihren Einfluss auf die US-amerikanische religiöse Landschaft verstärkt.

religion.ORF.at

Das Museum hat drei Hauptausstellungsetagen, Lesungs- und Sitzungsräume, Restaurants und einen Dachgarten. Außerdem verfügt das Gebäude über einen Ballsaal und ein 472-sitzigen Vorführungsraum mit Projektionsflächen. Das Museum, das nur drei Häuserblocks vom Kapitol entfernt liegt, wurde hauptsächlich von den Eigentümern der Kunst- und Handarbeitskette Hobby Lobby finanziert. Es soll rund 500 Millionen Dollar gekostet haben, wie die Nachrichtenagentur AP am Donnerstag berichtete.

Der Geschäftsführer von Hobby Lobby, Steve Green, bezeichnete das Museum als nicht konfessionsgebunden. Familie und Konzern vertreten christliche, sehr konservative Positionen: So halten ihre Geschäfte, in denen man unter anderem Dekorations- und Einrichtungsgegenstände bekommt, an Sonntagen geschlossen, was in den USA keine Selbstverständlichkeit ist, die Familie spendete religiösen Gruppierungen Millionen Dollar.

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Was wäre, wenn es einen intelligenten Designer gäbe?

Ist der komplexe Kosmos wirklich nur Zufall? Oder hat ein intelligenter Urheber alles vom Paradies bis RTL II geplant? Wissenschaftskabarettist Vince Ebert setzt auf die Evolution.

Von Vince Ebert | spektrum.de

Unser Körper ist ein wahres Wunderwerk. Das menschliche Schienbein beispielsweise ist ein nahezu perfektes Sinnesorgan, um im Dunkeln scharfkantige Möbelstücke zu finden. Kann so etwas Hochkomplexes wie der Mensch nur durch reinen Zufall entstanden sein? Muss da nicht ein geheimnisvoller, schöpferischer Plan dahinterstecken? 2007 ergab eine repräsentative Umfrage der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland, dass mehr als ein Drittel der Bevölkerung die Evolutionstheorie als Erklärung für die Vielfalt des Lebens ablehnen.

Die Befragten waren überzeugt, der langwierige Entwicklungsprozess vom einfachen Einzeller bis hin zu einem komplexen Lebewesen wie David Hasselhoff könne nur durch die zentrale Steuerung einer höheren Macht zu Stande gekommen sein. Die Anhänger dieses Gegenentwurfs zur Evolutionstheorie nennen ihre Idee „Intelligent Design“. Im Gegensatz zu den Kreationisten nehmen sie keinen Bezug auf die Bibel, sondern lassen die Identität des Schöpfers offen. Dadurch postulieren sie einen wissenschaftlichen Ansatz und sind mit allen Gottesvorstellungen kompatibel.

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Die „ewige“ Kontroverse um Haeckels Embryos

Ernst Haeckel im Jahr 1906, als er den deutschen Monistenbund gründete. Bild: standard.de
Ernst Haeckel war der wichtigste Propagandist von Charles Darwin. Arbeitete er mit dabei Fälschungen? Nick Hopwood ging der Frage nach

Von Klaus Taschwer | derStandard.de

Sein Kampfname „General-Feldmarschall des Darwinismus“ war gut gewählt. Tatsächlich gab es nur wenige Streiter für die Evolutionstheorie, die sich so militant für sie einsetzten und damit so nachhaltigen Erfolg hatten wie der deutsche Mediziner und Biologe Ernst Haeckel (1834–1919). Wenn sein Name im Vergleich zu dem von Charles Darwin heute eher vergessen ist, so war Haeckel doch rund um den Ersten Weltkrieg im deutschsprachigen Raum ein womöglich noch bekannterer Wissenschafter als sein bewunderter englischer Kollege.

Das hatte auch außerwissenschaftliche Gründe: So ließ sich Haeckel 1904 vor dem Denkmal Giordano Brunos in Rom zum „Gegenpapst“ ausrufen. Der von ihm wenig später gegründete Monistenbund – eine Art atheistische Weltanschauungsbewegung – hatte im deutschsprachigen Raum bis zu 6.000 Mitglieder, darunter zahlreiche Universitätsprofessoren. Die Politik bezeichnete Haeckel als „angewandte Biologie“, und er selbst avancierte zum Vordenker einer sozialdarwinistischen Eugenik.

Autor zahlreicher Bestseller

Bekannt wurde Haeckel aber vor allem durch seine populärwissenschaftlichen Bücher: Sein Bestseller „Die Welträtsel“ (1899) war das bestverkaufte naturwissenschaftliche Sachbuch in Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg. Und seine fantastisch illustrierten „Kunstformen der Natur“ (1904) sind kürzlich erst wieder in einer preiswerten Neuedition im Taschen Verlag veröffentlicht worden.

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Denkst du schon oder glaubst du noch? Weshalb Wissenschaften keine Ersatzreligion sind

Die Wissenschaften sind der Feind der Religionen. Das ist ein Gedanke, der viele Gläubigen auf die Palme bringt.

Von Hugo Stamm | watson.ch

Ein anderer: Gott fürchtet Menschen, die ihn mit wissenschaftlichen Erkenntnissen aus dem Universum bugsieren möchten. Man erinnere sich an den Bibelspruch: Selig sind die Armen im Geiste …

Tatsächlich sind sich Glaube und Wissenschaften oft spinnefeind. Ich bekomme dies seit vielen Jahren von gläubigen Bloggerinnen und Bloggern demonstriert, die mir in ihren Kommentaren mantramässig vorwerfen, ich sei wissenschaftsgläubig und habe ein mechanisches oder utilitaristisches Weltbild. Ein Vorwurf, den ich vehement bestreite. Doch davon später.

Tatsächlich ist es unmöglich, dass Glauben und Wissenschaften im Gleichschritt einen Walzer tanzen. Überdurchschnittlich viele Naturwissenschafter sind Agnostiker oder Atheisten. Sie sind gewohnt, die Welt nach wissenschaftlichen Kriterien zu erfassen. Religiöse Erklärungsmuster passen schlecht ins Puzzle, weil sie nicht überprüfbar sind.

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Darwins Evolutionstheorie – eine „gottlose Irrlehre“

Recep Tayyip Erdogan ersetzt Kemal Atatürks laizistischen Staat zielsicher und stückweise durch den Islam.

Von Clemens M. Hutter | Wiener Zeitung

Das türkische Parlament billigte nun einen brisanten Gesetzesentwurf von Präsident Recep Tayyip Erdogan: Statt bestimmter Staatsbeamter dürfen nur noch islamische Rechtsgelehrte Ehen schließen. Damit endet für Heiratswillige die Trennung von Religion und Staat. Die Islamisierung des Staates erfasste auch das Bildungssystem: Ab Neujahr 2018 ist Charles Darwins Evolutionstheorie an allen türkischen Schulen gestrichen, weil Erdogan und strenggläubige Muslime die „gottlose Irrlehre“ bekämpfen. Und die Jugendorganisation von Erdogans AKP verlangt noch mehr: So falsch wie Darwins Theorie sei auch die Lehre, dass die Erde eine Kugel sei, denn sie sei eine Scheibe.

Vor 90 Jahren schrieb Staatsgründer Kemal Atatürk die Trennung von Staat und Religion in die türkische Verfassung. Erdogan kann den „Vater der Türkei“ nicht aus der Geschichte tilgen, wohl aber als Unterrichtsfach drastisch kürzen. Und das schafft Platz für die Geschichte des im Juli 2016 gescheiterten Militärputsches und dessen terroristischer Hintermänner.

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