„Plötzlich ist der Kreationismus wieder da“

Bärbel Auffermann, Gert Kaiser, und Beate Schneider (v.l.) im Gespräch über das Spannungsfeld von Religion und Wissenschaft. Foto: Alexandra Rüttgen
Interview Bärbel Auffermann, Gert Kaiser und Beate Schneider über Religion und Wissenschaft.

WESTDEUTSCHE ZEITUNG

Frau Auffermann, Frau Schneider, Herr Kaiser, wann hat sich das Thema „Kreationismus“ erstmals bemerkbar gemacht?

Bärbel Auffermann: Das Thema bewegt uns seit 2009, dem Darwin-Jahr. Seitdem beobachten wir den so genannten Kreationismus.

Gert Kaiser: Und es gibt eine wachsende Tendenz. In den USA gibt es Erhebungen, dass weit mehr Menschen an Gottes Schöpfung glauben als an die Evolution. Diese extremen Glaubensrichtungen wachsen viel, viel schneller als die traditionellen Kirchen. Das ist eine neue Situation für uns hier.

Wie empfinden Sie diesen Zweifel an Wissenschaft?

Kaiser: Plötzlich ist es wieder da, dieses Spannungsverhältnis zwischen Religion und Wissenschaft. Wir meinen, dass man einen gewissen Respekt vor religiösen Gefühlen haben muss, aber dass man die wissenschaftliche Position nicht aufgeben darf.

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Ist die Evolutionsbiologie eine Naturwissenschaft?

HP, screenshot:bb
In einer Zeit, in der fragwürdige oder gar falsche Behauptungen mit der beschönigenden Formulierung „alternative Fakten“ geadelt werden, haben es wissenschaftliche Erkenntnisse schwer. Rund 20 Prozent der Deutschen glauben, „alternative Heilmethoden“ hülfen im Krankheitsfall besser als die sogenannte „Schulmedizin“.

Von Martin Neukamm | AG Evolutionsbiologie

Ebenfalls ein Fünftel der Deutschen zweifelt an den Forschungs-Ergebnissen zum menschengemachten Klimawandel. Und auch der Anteil derer, die meinen, der Glaube an eine Schöpfung wäre ein vernünftiger Alternativentwurf zur wissenschaftlich abgesicherten Evolutionstheorie, liegt seit Jahren um 20 Prozent.

In Deutschland stellt vor allem die religiöse Studiengemeinschaft WORT UND WISSEN die Evolutionstheorie lautstark infrage. Ihr Ziel ist es, die Tür der Wissenschaft für „Intelligent Design“ und Supranaturalismus zu öffnen. Jüngstes Beispiel ist eine Schrift aus der Feder ihres Geschäftsführers Reinhard JUNKER. Darin behauptet der Autor, die Evolutionstheorie sei als Ganzes nicht naturwissenschaftlich (JUNKER 2018). Er begründet dies etwa damit, dass das Formulieren von Gesetzen unmöglich sei, wo es um Makroevolution gehe. So böten Evolutionstheorien in Bezug auf evolutive Neuerungen keine Vorhersagen und Erklärungen an, die dem klassischen Schema nach HEMPEL & OPPENHEIM genügten.

Auch die moderne Version, die „erweiterte evolutionäre Synthese (EES)“, erkläre die Herkunft biotischer Innovationen nach JUNKERs Ansicht nicht. Da es unmöglich sei, „Evolution durch eine naturwissenschaftliche Theorie zu beschreiben“, könne „die Infragestellung einer allgemeinen Evolution sich auch nicht gegen die Naturwissenschaft wenden“ (S. 2). Makroevolution sei lediglich eine „konzeptionelle Vorgabe“, ein „Rahmen“, in dem die Biologen „Szenarien evolutiver Abfolgen“ entwickelten. Dieser Rahmen ergäbe sich „nicht zwingend aus naturwissenschaftlichen Befunden und Hypothesen“, sondern beruhe auf einer „Konvention“ der Wissenschaftler-Gemeinde. Im Klartext: Die Evolutionstheorie sei nicht alternativlos, sondern lasse sich genauso gut durch einen Schöpfungsrahmen ersetzen.

Da solche Aussagen oft Verwirrung stiften, wollen wir uns JUNKERs Argumentation genauer ansehen und prüfen, was von ihr zu halten ist.

1. Das HEMPEL-OPPENHEIM-Schema der Erklärung

JUNKER argumentiert wie folgt:

„Naturwissenschaftliche Theorien beschreiben Gesetzmäßigkeiten, die in eine Wenn-Dann-Form gebracht werden können: Immer wenn die Gesetze G und die Randbedingungen R gegeben sind, folgt das Ergebnis E. Evolutionstheorien, die den Artenwandel erklären sollen, gelten zwar weithin als naturwissenschaftliche Theorien. Doch dies trifft nur in einem eingeschränkten Sinne im mikroevolutiven Bereich zu (Populationsgenetik). Wenn es um die Entstehung des evolutionär Neuen geht, sind Formulierungen von Gesetzen nicht möglich. Dies äußert sich unter anderem darin, dass keine Vorhersagen in Bezug auf das Auftreten von Neuheiten gemacht werden können“ (S. 1).

„Aussagen, die nicht in eine Wenn-Dann-Struktur gebracht werden können, können daher nicht mit dem Anspruch, naturwissenschaftlich begründet zu sein, präsentiert werden. … Die Wenn-Dann-Struktur spiegelt sich auch im Hempel-Oppenheim-Schema wieder (kurz: HO-Schema)“ (S. 4).

„POSER … schreibt in diesem Zusammenhang: ‚Das Deutungsschema der Evolutionstheorie zu akzeptieren, bedeutet eine Zumutung, denn es verlangt in Gestalt der spontanen Mutation, in Gestalt des unvorhersehbaren Neuen in jedem Anwendungsbereich die Anerkennung des Zufalls.‘ …Das hat Folgen für die Art der ‚Erklärung‘ des evolutiven Wandels. Eine Wenn-Dann-Struktur ist nicht möglich und das oben erwähnte HO-Schema nicht anwendbar. … ‚Die Deutungsleistung des Evolutionsschemas wird erkauft durch einen Verzicht hinsichtlich des Anspruchs, die Welt erklären zu können'“ (S. 8).

JUNKER ignoriert hier, dass das HO-Schema (auch deduktiv-nomologisches Modell genannt), wonach ein zu erklärender Sachverhalt unter ein allgemeines Gesetz subsumiert wird, längst keine aktuelle „Theorie“ der naturwissenschaftlichen Erklärung mehr darstellt. (Zur Kritik siehe beispielsweise SCRIVEN 1962; RAILTON 1978, S. 208; SALMON 1984, S. 121ff; O’SHAUGHNESSY 1992, S. 17–19; MACHAMER et al. 2000, 21f; WOODWARD 2003, S. 10 und 154–161; WRIGHT & BECHTEL 2007, S. 46ff.). Dies hat mehrere Gründe, von denen wir hier die zwei wichtigsten andiskutieren wollen.

Erstens erklärt die Wenn-Dann-Relation von Aussagen allein gar nichts. Das Gesetz von BOYLE & MARIOTTE beispielsweise erlaubt die Voraussage eines Gasvolumens, wenn Druck und Temperatur des Gases bekannt sind. Druck, Temperatur und Volumen von Gasen werden unter das allgemeine Gasgesetz subsumiert. Doch das Gesetz erklärt nicht, warum dieser Zusammenhang besteht. Erst die kinetische Gastheorie, die (auf der Atomtheorie fußend) einen Mechanismus der Molekül-Bewegung bereitstellt, liefert die Erklärung (O’SHAUGHNESSY 1992, S. 17; SPOHN 2012, S. 306).

Zweitens spielen bei fast allen Naturprozessen Zufälle und kontingente Randbedingungen eine Rolle. Konkrete Entwicklungs-Prognosen sind selten möglich, weil die dafür erforderlichen Randbedingungen oft unüberschaubar und daher nicht (genau) bekannt sind. Lediglich im idealisierten Experiment, in dem der Wissenschaftler definierte Randbedingungen herstellt, entsteht ein „geschützter kontingenzfreier Raum“ (LANG 2015, S. 54), der Vorhersagen ermöglicht. So sind Wissenschaftler nicht in der Lage, den Einsturz einer Brücke, die Entstehung eines neuen Super-Vulkans oder die Bildung eines Planetensystems zu prognostizieren. Doch das hindert sie nicht daran, derlei Ereignisse (ex post facto) zu erklären (SCRIVEN 1962).

Dass sich die Erklärung komplexer Prozesse dem deduktiv-nomologischen Modell entzieht, verdeutlicht die aktuelle Diskussion um die Gefahren einer höheren Feinstaub- und Stickoxid-Belastung: Luftschadstoffe oder Zigarettenrauch töten nicht unmittelbar wie ein Giftcocktail. Zufallsfaktoren wie somatische Mutationen, erbliche Vorbelastungen, Krankheiten, Essverhalten und Alkoholkonsum führen zu einer faktoriellen Vielfalt, welche die Ursachenanalyse stark erschwert. Simple Erklärungen nach dem HO-Schema sind so in der Praxis kaum möglich.

Hier versagt auch das induktiv-statistische Erklärungs-Modell (BECHTEL 1988, S. 38). So gibt es nicht nur keine eindeutige Relation: „Wenn jemand raucht, dann bekommt er Lungenkrebs“. Dass dies geschieht, ist auch nicht besonders wahrscheinlich. Zwar lässt sich eine höhere Inzidenz von Lungenkrebs bei Rauchern gegenüber ansonsten gleichen Randbedingungen bei Nichtrauchern nachweisen (Ceteris-paribus-Klausel). Doch ein kausaler Zusammenhang ist damit nicht aufgezeigt, geschweige eine Erklärung. Nur das Vorliegen eines plausiblen Mechanismus, der das zu erklärende Faktum (Lungenkrebs) mit dem zeitlich vorausgehenden Sachverhalt (Rauchen) in Zusammenhang bringt, liefert die Erklärung.

Es bleibt festzuhalten: Die naturwissenschaftliche Erklärung hängt nicht am deduktiv-nomologischen Modell. Nicht allein Gesetze haben erklärenden Charakter, sondern in der Regel sind es Mechanismen, die über das „Warum“ eines Sachverhalts Aufschluss geben (RAILTON 1978; MACHAMER et al. 2000, S. 21f; MAHNER & BUNGE 2000, Kap. 3.6.). Und in der Evolutionstheorie ist genügend Platz für Mechanismen, die das Potenzial haben, die Entstehung von Neuheiten und Komplexitäten zu erklären. JUNKERs Kritik an der Evolutionstheorie beruht somit auf obsoleten wissenschaftstheoretischen Auffassungen. Im Übrigen lassen sich mithilfe evolutionär relevanter Mechanismen durchaus prüfbare Vorhersagen aus der Evolutionstheorie ableiten. Die Bestätigung einer eindrucksvollen Prognose diskutiert KERENG (2010).

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Wie können biblische Erzählungen mit der Evolution in Übereinstimmung gebracht werden?

Die biblische Erzählung von der Erschaffung des Menschen, Paradies, Sündenfall, Vertreibung aus dem Paradies und Tod als Folge der Sünde bildet die Begründung für die Erlösung der sündigen Menschheit durch Jesu Tod am Kreuz. Wie kann die mythische Sicht des Alten Testatments mit den Erkenntnissen der Evolution in Übereinstimmung gebracht werden? Lässt sich die theologische Deutung des Kreuzesopfers Jesu auch unter den Bedingungen der Evolution noch halten? (G.P.)

DOMRADIO.DE

Sehr geehrte Frau P.,

haben Sie Dank für Ihre Mail vom 8. März 2019, in der Sie nach der Vereinbarkeit von katholischer Erbsündenlehre und Evolution fragen! Dabei beziehen Sie sich offenkundig insbesondere auf den Zweiten Schöpfungsbericht des biblischen Buchs Genesis (2,4b-3,24), der vermutlich recht früh – wohl im 10. Jahrhundert vor Christus – verfasst wurde.

Ich habe Verständnis dafür, dass das Alte Testament auf viele heutige Leser wie ein mythischer Text wirkt. Tatsächlich zeigt aber der Vergleich mit dem babylonischen Schöpfungsmythos „Enūma eliš“ und anderen Mythen des altorientalischen Kulturkreises, dass – ganz im Gegenteil – die Bibel solche Texte sogar entmythologisiert! Die Kämpfe auf Leben und Tod zwischen Gottheit(en) und urzeitlichen Chaosungeheuern sind in der Bibel allenfalls noch ferne Reminiszenzen. Aus dem Ungetüm Levíatan beispielsweise macht der Schöpfungspsalm 104 (V. 26) eine Art „Schoßhund“, den Gott erschaffen hat, „um mit ihm zu spielen“ (!). Die Gestirne, in den Hochkulturen zur Zeit des Alten Israel als Götter verehrt, nennt der Erste Schöpfungsbericht lakonisch „Lampen“; eine atheistische Blasphemie in den Ohren damaliger Menschen!

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Kreationistischer Blödsinn: «Ich habe hart dagegen gekämpft!»

Eine bahnbrechende genetische Studie zeigt, dass die ganze Menschheit und fast alle Tierarten nur von jeweils einem einzigen Paar abstammen – und widerlegt den Zeitraum der Millionen Jahre.

Thomas Lachenmaier | FACTUM

In einer bahnbrechenden genetischen Studie1 kamen Wissenschaftler der Rockefeller University in New York und des Biozentrums der Universität Basel in der Schweiz zu dem Schluss, dass jeder einzelne heute lebende Mensch und mehr als 90 Prozent aller Tierarten jeweils von nur einem einzigen Paar abstammen. Ein weiteres Ergebnis der Studie unter Leitung von Prof. Mark Young Stoeckle (Rockefeller University New York) und Prof. David Solomon Thaler (Center for Life Sciences Universität Basel) ist, dass diese singulären Ahnenpaare nicht vor Hunderten Millionen Jahren, sondern vor nur hundert- oder zweihunderttausend Jahren gelebt haben sollen. Die Studie wurde im Wissenschaftsmagazin «Human Evolution» veröffentlicht.

Die Ergebnisse der Studie stellen alle Paradigmen der Evolutionstheorie infrage. «Die Schlussfolgerungen sind sehr überraschend», erklärte Prof. Mark Stoeckle, «und ich habe so hart wie möglich dagegen gekämpft. Unsere Ergebnisse stellen die Vorstellung infrage, dass die heutigen Tierarten Millionen Jahre alt sind.» Die humangenetischen Daten der Studie sind indes eindeutig: Sie «sind konsistent mit dem extremen Engpass eines einzigen Paares», so Prof. Thaler gegenüber dem Sender «Fox News»: Die ganze Menschheit stammt von einem Paar ab.

Forscher hatten vor zwei Jahrzehnten festgestellt, dass die in den Mitochondrien enthaltene DNA ein typisches Muster enthält. Der kanadische Genetiker Paul Herbert prägte dafür den Begriff DNA-Barcode, weil mit diesem Gen-Satz Tierarten wie Produkte an der Supermarktkasse mit Barcodes identifiziert werden können.

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„Sollte die Evolutionstheorie jemals widerlegt werden, wird sie von Experten widerlegt, nicht von Idioten“ (Richard Dawkins)

Image: FB/CW Brown/Godless Utopia
Evolutionstheorie hält wissenschaftlichen Argumenten nicht stand

idea.de

Die darwinistische Evolutionstheorie kann die Entstehung des Lebens und der heute existierenden Lebewesen nicht erklären. Diese Ansicht vertrat der Evolutionsbiologe Günter Bechly (Stuttgart) auf der Veranstaltung „Glaube ist denkbar“ des Forums Wiedenest, die vom 15. bis 17. Februar in Bergneustadt stattfand. Er hielt vor rund 300 Besuchern einen Vortrag mit dem Titel „Wissenschaftliche Argumente gegen den Neodarwinismus und für Intelligentes Design“. Darin sagte er, nach der sogenannten neodarwinistischen Theorie sei die heutige Vielfalt von Lebewesen durch zufällige Veränderungen des Erbguts und naturgesetzliche Auslese entstanden. Diese Annahme halte aber einer wissenschaftlichen Untersuchung nicht stand. So setze die Evolutionstheorie voraus, dass sich alle Lebewesen aus fortpflanzungsfähigen Ur-Zellen entwickelten hätten. Sie könne aber nicht erklären, wie diese Zellen entstehen konnten.

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God Delusion: More Than 1,000 „Scientists“ Worldwide Sign ‘Dissent From Darwinism’

While not necessarily expressing an adherence to biblical creation, more than 1,000 scientists worldwide have signed on to a “Dissent From Darwinism” statement that expresses skepticism over the theory of biological evolution and calls for the “careful examination” of Charles Darwin’s teachings.

By Heather Clark | Christian News

We are skeptical of claims for the ability of random mutation and natural selection to account for the complexity of life. Careful examination of the evidence for Darwinian theory should be encouraged,” the statement reads.

The list was first launched in 2001 by the Discovery Institute’s Center for Science & Culture, and has now grown to 1,000 and counting. The organization has launched a site where other scientists can sign the statement.

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Almost a third of Brits STILL don’t believe Charles Darwin’s theory of evolution

A significant number of Brits do not believe humans evolved from apes as Charles Darwin theorised

By Ruki Sayid | Mirror

If Charles Darwin were still around, it really would make him go ape.

Almost 160 years after he defied the ignorance of his time by publishing the theory of evolution, explaining where humanity comes from, around 31% of us still do not believe it.

A poll to mark Darwin Day today found only 50% are “certain” his theory of natural selection, set out in 1859’s On the Origin of Species, is correct.

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England: Darwin-Schulaufführung wegen religiöser Bedenken abgesagt

Eine britische Volksschule hat ihre Aufführung des Stücks „Darwin Rocks“ abgesagt. Religiöse Eltern hatten sich beschwert.

kurier.at

Im englischen Cheshire hat eine staatliche Volksschule eine Musical-Aufführung über den Evolutionsbiologen Charles Darwin abgesagt. Eine Gruppe christlicher Eltern hatte sich über die Inhalte des Stücks „Darwin Rocks“ beschwert, heißt es in einem Bericht des Independent.

Die Eltern störten sich an Referenzen an die Existenz von Sex und hielten darüber hinaus vor allem auch Teile davon für beleidigend gegenüber dem anglikanischen Bischof Samuel Wilberforce, berichtet die britische Zeitung. Wilberforce war ein Bischof von Oxford, der sich gegen Darwins Evolutionstheorie stellte, dass der Mensch vom Affen abstammt.

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Schöpfungsbullshistic oder wie alt ist der Dinosaurierzahn

Image: FB/CW Brown/Godless Utopia
Ein Gespräch über Wissenschaft und Evolution im Jüdischen Museum

Von Konstantin Schuchardt |Jüdische Allgemeine

Obgleich im 21. Jahrhundert kein ernsthafter Wissenschaftler mehr die Evolutionstheorie bezweifelt, wird in manchen Kreisen innerhalb aller abrahamitischen Religionen die Schöpfungsgeschichte weiterhin als Tatsachenbericht interpretiert und die Evolutionstheorie als Häresie zurückgewiesen.

Natan Slifkin, orthodoxer Rabbiner und Direktor des Biblischen Museums für Naturgeschichte in Beit Schemesch (Israel), und Fatimah Jackson, Biologin und Anthropologin an der Howard University in Washington, D.C., waren am vergangenen Donnerstag im Jüdischen Museum Berlin zu Gast.

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20 Years Ago, the Intelligent Design Movement’s “Wedge Document” Was Exposed

On February 5, 1999, the “not for distribution” Wedge Document was first uploaded online for the world to see. The document, produced by the Discovery Institute, explained the “master plan” of the Intelligent Design movement.

By Hemant Mehta | Friendly Atheist

Here, for example, were their five year goals:

To see intelligent design theory as an accepted alternative in the sciences and scientific research being done from the perspective of design theory.

To see the beginning of the influence of design theory in spheres other than natural science.

To see major new debates in education, life issues, legal and personal responsibility pushed to the front of the national agenda.

In twenty years, they wanted to see Intelligent Design as the “dominant perspective in science.”

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Kreationisten in Kreuzlingen: Arche Noah, Dinosaurier und Gottes Schöpfung im Film – religiöser Dummheit eine Gasse

Dinosaurier lebten vor wenigen tausend Jahren und nicht vor hundert Millionen Jahren, sagen die Kreationisten, welche die Ausstellung organisieren. Rechts hinten steht Arnold Zwahlen. (Bild: PD)
Ab heute finden im Dreispitz-Saal die «Filmtage: die Schöpfung» statt. Die Organisatoren bekennen sich zum Kreationismus. Sie wollen ermutigen, dass Leben aus einer anderen Sichtweise zu betrachten

Urs Brüschweiler | Tagblatt.ch

Atemberaubende Naturfilme, eine Ausstellung spannender Exponate und alles mit einem religiösen Hintergrund. Ab heute 18 Uhr bis am Sonntag finden im Dreispitz-Saal die «Filmtage: die Schöpfung» statt. Ein gewöhnlicher Event ist das nicht. «Die Welt ist geprägt von Harmonie und Originalität – und darum glauben wir, dass sie die Handschrift eines Schöpfers trägt», heisst es auf der Website der Veranstalter.

Nicht Darwin, sondern Gott

Die Organisatoren sind Kreationisten. Nicht die Evolution, wie sie Charles Darwin beschrieb, habe die Erde zu dem werden lassen, was sie ist, sondern alles sei erschaffen nach Gottes Plan, sind sie überzeugt.

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A Pathway to Objective Morality: Why the Case for Scientific Humanism is Rational

In response to my January, 2019 column (“Stein’s Law and Science’s Mission: The Case for Scientific Humanism”), California State University historian Richard Weikart, who is also a Senior Fellow of the Discovery Institute’s Center for Science and Culture (an Intelligent Design creationism advocacy organization), has written a critique in which he claims “Michael Shermer once again confuses science with atheism, and inexplicably claims that science can support humanism.”

By Michael Shermer | Skeptic.com

He says that I try “to rewrite history by insisting that science is built on atheist assumptions.” Even though I never mention atheism, in the following passage from my column Weikart says “scientific naturalism as defined here is atheism.” Judge for yourself:

Modern science arose in the 16th and 17th centuries following the Scientific Revolution and the adoption of scientific naturalism, or the belief that the world is governed by natural laws and forces that are knowable, that all phenomena are part of nature and can be explained by natural causes, and that human cognitive, social, and moral phenomena are no less a part of that comprehensible world.

Atheism is simply the lack of belief in a God. Full stop. It is not a worldview, paradigm, or ideology. Most atheists, of course, embrace scientific naturalism as I’ve defined it, but so do many modern theists such as the renowned geneticist and Director of the National Institutes of Health, Francis Collins, whom Weikart says would not accept “this atheistic definition of science.” On the contrary, I know Dr. Collins and include our dialogue on this very topic in my book The Believing Brain (2011, Henry Holt) in which he reiterates his rejection of Intelligent Design creationism (his book The Language of God is one of the best refutations of all forms of creationism) and affirms his commitment to scientific naturalism without an underlying atheist assumption. On the evolution of the moral sense, for example, Collins told me “that wouldn’t rule out that God planned it, since for a theistic evolutionist like myself, evolution was God’s awesome plan for all creation. If God’s plan could give rise to toenails and temporal lobes, why not also a moral sense?” As Collins defined it in a 2006 article in Nature titled “Building Bridges”, theistic evolution is the position that “evolution is real, but that it was set in motion by God.”

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CSU will Leitlinien: „Gott bleibt Schöpfer“ – christsozialer Polit-Kreationismus

Bild: © dpa/Matthias Balk
Für sie bleibe Gott der Schöpfer allen Lebens und Deutschland ein christliches Land: Die CSU-Landesgruppe im Bundestag fordert dementsprechende ethische Leitlinien, die vor allem dem Lebensschutz dienen sollen.

katholisch.de

Die CSU-Landesgruppe im Bundestag fordert klare Grenzen bei medizinischen Innovationen und spricht sich für ethische Leitlinien aus. „Für uns bleibt Gott der Schöpfer allen Lebens – und nicht der Mensch. Dieses Bekenntnis ist unsere Richtschnur in der Diskussion über und der Bewertung von medizinischen Innovationen“, heißt es in dem Entwurf für ein Papier der Christsozialen. Es soll auf der am Donnerstag beginnenden Klausurtagung beschlossen werden und liegt der „Passauer Neuen Presse“ (Donnerstag) vor.

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Das Design-Argument – Eine Kritik Teil 2

Foto: Pixabay.com / kellepics
Warum sich in der Natur kein „intelligentes Design“ offenbart

Von Martin Neukamm | RDF

Ein methodologischer Vergleich zwischen ID und der Archäologie

Das intelligente Design steht in der Biologie vor einem grundsätzlichen Problem: Es erklärt nichts, sondern verlagert „die eigentliche Erklärung lediglich einen Schritt nach hinten“ (MAHNER 2007, S. 350). Zwar würde ein intelligenter Designer gegebenenfalls erklären, wie die ersten Lebewesen auf die Erde kamen.

Doch die grundsätzlichere Frage, wie Leben (und sei es in Gestalt des Designers) entsteht, lässt er unbeantwortet. Außerdem kann ID keine potenziellen Designer vorweisen.

Gelegentlich kontern Design-Protagonisten mit Beispielen aus der Archäologie. So lesen wir beim DISCOVERY INSTITUTE (2012), unser Wissen über intelligente Ursachen erlaube Rückschlüsse auf Design, ohne Identität oder Herkunft der Designer zu kennen. Nach Meinung der Autoren verkörpere die Archäologie „Intelligent Design in Action“. Zum Beispiel sind moderne Technologien in der Lage, antike Verfahren zur Herstellung von Artefakten wie Tontafeln und Steinwerkzeugen zu rekonstruieren.

Dies wirft zwei fundamentale Fragen auf: Ist es unsinnig, Mechanismen und natürliche Erklärungen einzufordern, wo „geistige Entstehungsursachen“ gefragt sind? Und: Zeigt die Archäologie, dass spezifisches Wissen über Designer und ihre Methoden entbehrlich ist, um den Schluss auf Design zu ziehen?

Betrachten wir die methodologische Situation, stellen wir fest, dass dem nicht so ist:

  1. Die Archäologie befasst sich mit menschlichem Design. Das heißt, sie kennt die potenziellen Urheber archäologischer Zeugnisse und kann deren Existenz und Aktivität unabhängig von der Objektebene nachweisen.
  2. Die Archäologie bringt die menschlichen Zeugnisse mit bekannten (oder erforschbaren) Techniken in Verbindung. Sie kann Design-Modelle entwickeln, die konkrete Fertigungs-Mechanismen (bestimmte Schlagtechniken) beinhalten. In diesem Sinn liefert sie echte, mechanismische Erklärungen.
  3. Die experimentelle Archäologie erforscht den Ursprung von Tontafeln und Steinwerkzeugen. Ihr gelingt dies, indem sie die Fertigungs-Möglichkeiten und Grenzen ihrer Urheber nachvollzieht.
  4. Nur mithilfe dieses Wissens lassen sich Design-Vorstellungen rechtfertigen. Ohne dieses können wir nicht prüfen, ob bestimmte Schlagmerkmale an Steinen mit den Fertigkeiten des Urmenschen erklärbar sind.

Somit räumen wir explizit ein, dass designbasierte Ansätze im Rahmen der Naturwissenschaften Erklärungskraft entfalten (vgl. KOJONEN 2016, S. 86f). Doch aufgrund der Allgemeinheit des Design-Ansatzes in der Biologie ist diesem kein Erfolg beschieden.

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Das Design-Argument – Eine Kritik Teil 1

Foto: Pixabay.com / Wokandapix
Warum sich in der Natur kein „intelligentes Design“ offenbart. Der Kern des Design-Arguments in der Biologie (WIDENMEYER & JUNKER 2016)

Von Martin Neukamm | RDF

Auf der Website des evangelikalen Vereins WORT UND WISSEN findet sich ein Grundsatzartikel über das Design-Argument in der Biologie. Letzteres nennt sich auch Intelligent Design, kurz: ID. Der Beitrag stammt von Markus WIDENMEYER und Reinhard JUNKER und dient Menschen als Handreichung, die „methodisch sauber“ für Schöpfung argumentieren wollen (WIDENMEYER & JUNKER 2016). Vollmundig heißt es, Kritiker würden am Kern des Design-Arguments „scheitern“. Entsprechend wird der Text beworben – als ein „must read“ für alle, die argumentativ „up to date“ sein möchten.

Der Leser erwartet also eine argumentativ gewichtige Abhandlung zum intelligenten Design. Doch die Erwartungen erfüllen sich nur teilweise. Tatsächlich unterscheidet sich die Argumentation der Autoren nicht wesentlich von vorangegangenen Publikationen. Gleichwohl lohnt sich die Detail-Analyse.

Zum einen stellt der Beitrag Design-Argumente kompakt statt bücherfüllend dar, was die Kritik erheblich erleichtert. Zum anderen arbeiten sich die Autoren erfreulicherweise wenig an biologischen Detailfragen ab. Dies kommt der Diskussion zugute, denn der Streit darüber, inwiefern die Evolutionstheorie diesen oder jenen Entwicklungsschritt zufriedenstellend erklärt, ist fruchtlos. Die Frage, ob die Fakten den Design-Ansatz erhärten, lässt sich nur auf dem Boden der Methodologie und Logik führen.

Es geht zuallererst um wissenschaftstheoretische Fragen: Ist Intelligent Design eine vernünftige Alternative zur (naturalistischen) Evolutionstheorie? Ist es rational begründet und durch Forschung zu untermauern? Sind die Einwände seiner Kritiker unzureichend, wie die Anhänger des intelligenten Designs behaupten? Um diese Fragen zu klären, widmen wir uns zunächst dem Kern der Argumentation nach WIDENMEYER & JUNKER (2016) und kritisieren ihn dann systematisch.

Der Kern des Design-Ansatzes

Als „Design-Ansatz“ bezeichnen die Autoren die These, bestimmte Naturgegenstände seien ursprünglich auf geistige Ursachen, das heißt auf Schöpfung, zurückführen (S. 2). Dieser Ansatz ist in logischer Hinsicht mit dem Design-Argument verknüpft – dem Rückgriff auf wissenschaftliche Befunde und logische Aspekte. Design-Argumente dienen dazu, den Design-Ansatz zu begründen (S. 1).

Nach WIDENMEYER & JUNKER besteht die Begründung für „eine geistige Verursachung und damit für das Design-Argument“ aus zwei Komponenten. Erstens:

„1. Der Naturgegenstand zeigt definierte Kennzeichen von Planung bzw. Zielorientierung (Teleologie), die wir in anderen Fällen ganz entsprechend unseren sonstigen Design- Erfahrungen (Technik, Kunst) ausschließlich auf einen geistigen Urheber zurückführen (wir sprechen dann von ‚Design-Indizien‘ oder ‚Design-Merkmalen‘ wie z. B. funktionale Komplexität; s. u.)“ S. 1-2.

Insbesondere seien „geistig hervorgebrachte“(1) Gegenstände wie Computer „so gestaltet, dass ihre Teile in z. T. äußerst komplexen und vielschichtigen Zweck-Mittel- Beziehungen stehen.“ Die Teile, ihre Form und Anordnung, seien „nur in Bezug auf ihre Funktionen und letztlich das Ganze, den Zweck des Gegenstands, zu verstehen“.

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Bryan Fischer: Dinosaurs Went Extinct – Because Plants Died Out After Noah’s Flood

During the „Focal Point“ show, Bryan Fischer, the American Family Association’s radio host, gave listener’s an education on how dinosaurs went extinct. Fischer asserted that “you had little tiny dinosaurs on the Ark,” but they didn’t survive after the flood receded because all of the vegetation had been destroyed.

By Atheist Republic

„Das Spiel mit der Angst hat zugenommen“

http://www.kleinezeitung.at
Ulrike Schiesser, Psychologin bei der Bundesstelle für Sektenfragen, über den steigenden Zulauf zu Wunderheilern, Betrug und einen unüberprüfbaren Berufsstand.

Eine „sektenartige, okkulte Gruppierung“ aus drei Frauen soll sich in Kärnten eine Million Euro von gutgläubigen Menschen erschlichen haben. Jetzt steht sie auch in Zusammenhang mit Mord und Brandstiftung. Ein Einzelfall?

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Kreationismus: «Die Theorie der Schöpfung ist wahrscheinlicher»

Im Darwin-Jahr 2009 organisierte Wissenschaftler Günter Bechly die grösste Evolutionsausstellung Deutschlands. Doch im Zuge der Recherchen entdeckte er: Viel wahrscheinlicher ist, dass es einen Schöpfer gegeben hat.

jesus.ch

Ich war schon immer absoluter Atheist und grosser Fan des Evolutionsbiologen Richard Dawkins. An Übernatürliches glaubte ich nicht und hatte auch kein Interesse an philosophischen oder metaphysischen Fragen. Ich wurde Paläontologe und Entomologe. 17 Jahre lang war ich Kurator für Bernstein und Insekten am Naturkundemuseum Stuttgart. Ich kümmerte mich dort um die Sammlung, war in der Forschung aktiv und schliesslich wurde ich im Darwin-Jahr 2009 der Projektleiter für die Sonderausstellung «Evolution – Der Fluss des Lebens». In Deutschland eines der grössten Ereignisse zum Darwin-Jahr.

Ich hatte die Idee, in der Ausstellung die Evolutionstheorie der Schöpfungstheorie gegenüberzustellen und wollte damit zeigen: Die Lehre Darwins wiegt schwerer als sämtliche Kritik von Kreationisten und Intelligent-Design-Anhängern. So begann ich mich mit evolutionskritischen Büchern zu beschäftigen. Doch zu meiner Überraschung waren darin keine hanebüchenen, religiös verbrämten und pseudowissenschaftlichen Argumente zu finden. Alles war derart wissenschaftlich fundiert begründet, dass ich anfangen musste, nach Gegenargumenten zu recherchieren. Doch selbst bei hochgeschulten Evolutionsbiologen aus aller Welt fand ich keine plausiblen Antworten auf meine Grundfragen.

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Kreationistischer Blödsinn

Symbolbild. Bild: hippo by swatts
Die Widersprüche des Neodarwinismus treten immer offener zutage. Die Frage nach dem Design in der Natur bricht inzwischen sogar auf Tagungen der ehrwürdigen britischen Royal Society auf.

Rainer Urban | FACTUM

Die Evolutionstheorie ringt mit ihren Widersprüchen. Es wird immer schwieriger, neue Erkenntnisse in das neodarwinistische Erklärungsmodell zu integrieren. Auch sind es zu grundlegende Fragen, die von der Evolutionstheorie unbeantwortet bleiben müssen. So stellt Siegfried Scherer, Professor für Mikrobielle Ökologie, zu Recht die Frage: Ist der Neodarwinismus inzwischen überholt?

Vertreter einer neuen Richtung unter den Biologen, die sich zum Lager der «Erweiterten Evolutionstheorie» zählen, bemängeln zusehends, dass das allgemein gängige «neodarwinistische Erklärungsmodell» der Höherentwicklung (Makro-Evolution), welches auch in den Schulen gelehrt wird, unzureichend ist. So gab der Evolutionsbiologe Prof. Gerd Müller in seinem Eröffnungsvortrag bei einer Tagung der ehrwürdigen Royal Society (Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften im Vereinigten Königreich Grossbritanniens) freimütig zu, dass der Neodarwinismus die Entstehung komplexer neuer Organe und abrupter Übergänge im Fossilbericht nicht erklären könne. 200 Evolutionsbiologen aus aller Welt hatten sich zu der Konferenz in London versammelt.

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Gehirn, Geist und Willensfreiheit

Foto: Pixabay.com / geralt
Besprechung des Buches „Welt ohne Gott“

Von Martin Neukamm | Richard-Dawkins-Foundation

Markus WIDENMEYER vertritt in seinem Buch die Ansicht, menschliche Absichten, Wünsche und Handlungen seien Ausdruck eines Willens, der nicht vollständig durch Hirnprozesse bestimmt (sprich: autonom) sei. Bewusstseinsinhalte seien das Produkt geistiger Subjekte, die „vom materiellen Bereich grundlegend unabhängig“ existierten (S. 88). Die Konsequenz wäre, dass wir unter exakt denselben inneren und äußeren materiellen Bedingungen (Zuständen) jeweils unterschiedliche Entscheidungen treffen könnten (KANITSCHEIDER 2006). Die Frage ist, ob es eine so verstandene Willensfreiheit gibt.

Eine teilweise aus dem Kausalstrom der materiellen Welt ausscherende Entschlusskraft erinnert an ARISTOTELES‘ „unbewegten Beweger“. Dieser inspirierte Thomas VON AQUIN zu seinem kosmologischen Gottesbeweis. WIDENMEYER knüpft insofern an dessen Tradition an, als er für die Notwendigkeit eines Geistes plädiert, der menschliches Denken und Handeln in wesentlichen Dingen unabhängig antreibt. Er vertritt die These, ein vollständig durch „nichtgeistige Prozesse“ determinierter Wille sei fremdbestimmt und versucht nachzuweisen, dass diese Sichtweise „absurde Konsequenzen“ (S. 54) nach sich ziehe. Den Theismus bezeichnet er als „folgerichtige Alternative zum Naturalismus“. Dabei ignoriert WIDENMEYER zwei Aspekte.

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