Museum of the Bible eröffnet in Washington

„Die Welt des Jesus von Nazareth“ im Museum of the Bible in Washington DC. APA/AFP/Saul Loeb
An Freitag wird in Washington DC ein riesiges Bibelmuseum, das Museum of the Bible, eröffnet. Dahinter steht eine konservative christliche Familie, die damit ihren Einfluss auf die US-amerikanische religiöse Landschaft verstärkt.

religion.ORF.at

Das Museum hat drei Hauptausstellungsetagen, Lesungs- und Sitzungsräume, Restaurants und einen Dachgarten. Außerdem verfügt das Gebäude über einen Ballsaal und ein 472-sitzigen Vorführungsraum mit Projektionsflächen. Das Museum, das nur drei Häuserblocks vom Kapitol entfernt liegt, wurde hauptsächlich von den Eigentümern der Kunst- und Handarbeitskette Hobby Lobby finanziert. Es soll rund 500 Millionen Dollar gekostet haben, wie die Nachrichtenagentur AP am Donnerstag berichtete.

Der Geschäftsführer von Hobby Lobby, Steve Green, bezeichnete das Museum als nicht konfessionsgebunden. Familie und Konzern vertreten christliche, sehr konservative Positionen: So halten ihre Geschäfte, in denen man unter anderem Dekorations- und Einrichtungsgegenstände bekommt, an Sonntagen geschlossen, was in den USA keine Selbstverständlichkeit ist, die Familie spendete religiösen Gruppierungen Millionen Dollar.

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Was wäre, wenn es einen intelligenten Designer gäbe?

Ist der komplexe Kosmos wirklich nur Zufall? Oder hat ein intelligenter Urheber alles vom Paradies bis RTL II geplant? Wissenschaftskabarettist Vince Ebert setzt auf die Evolution.

Von Vince Ebert | spektrum.de

Unser Körper ist ein wahres Wunderwerk. Das menschliche Schienbein beispielsweise ist ein nahezu perfektes Sinnesorgan, um im Dunkeln scharfkantige Möbelstücke zu finden. Kann so etwas Hochkomplexes wie der Mensch nur durch reinen Zufall entstanden sein? Muss da nicht ein geheimnisvoller, schöpferischer Plan dahinterstecken? 2007 ergab eine repräsentative Umfrage der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland, dass mehr als ein Drittel der Bevölkerung die Evolutionstheorie als Erklärung für die Vielfalt des Lebens ablehnen.

Die Befragten waren überzeugt, der langwierige Entwicklungsprozess vom einfachen Einzeller bis hin zu einem komplexen Lebewesen wie David Hasselhoff könne nur durch die zentrale Steuerung einer höheren Macht zu Stande gekommen sein. Die Anhänger dieses Gegenentwurfs zur Evolutionstheorie nennen ihre Idee „Intelligent Design“. Im Gegensatz zu den Kreationisten nehmen sie keinen Bezug auf die Bibel, sondern lassen die Identität des Schöpfers offen. Dadurch postulieren sie einen wissenschaftlichen Ansatz und sind mit allen Gottesvorstellungen kompatibel.

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Die „ewige“ Kontroverse um Haeckels Embryos

Ernst Haeckel im Jahr 1906, als er den deutschen Monistenbund gründete. Bild: standard.de
Ernst Haeckel war der wichtigste Propagandist von Charles Darwin. Arbeitete er mit dabei Fälschungen? Nick Hopwood ging der Frage nach

Von Klaus Taschwer | derStandard.de

Sein Kampfname „General-Feldmarschall des Darwinismus“ war gut gewählt. Tatsächlich gab es nur wenige Streiter für die Evolutionstheorie, die sich so militant für sie einsetzten und damit so nachhaltigen Erfolg hatten wie der deutsche Mediziner und Biologe Ernst Haeckel (1834–1919). Wenn sein Name im Vergleich zu dem von Charles Darwin heute eher vergessen ist, so war Haeckel doch rund um den Ersten Weltkrieg im deutschsprachigen Raum ein womöglich noch bekannterer Wissenschafter als sein bewunderter englischer Kollege.

Das hatte auch außerwissenschaftliche Gründe: So ließ sich Haeckel 1904 vor dem Denkmal Giordano Brunos in Rom zum „Gegenpapst“ ausrufen. Der von ihm wenig später gegründete Monistenbund – eine Art atheistische Weltanschauungsbewegung – hatte im deutschsprachigen Raum bis zu 6.000 Mitglieder, darunter zahlreiche Universitätsprofessoren. Die Politik bezeichnete Haeckel als „angewandte Biologie“, und er selbst avancierte zum Vordenker einer sozialdarwinistischen Eugenik.

Autor zahlreicher Bestseller

Bekannt wurde Haeckel aber vor allem durch seine populärwissenschaftlichen Bücher: Sein Bestseller „Die Welträtsel“ (1899) war das bestverkaufte naturwissenschaftliche Sachbuch in Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg. Und seine fantastisch illustrierten „Kunstformen der Natur“ (1904) sind kürzlich erst wieder in einer preiswerten Neuedition im Taschen Verlag veröffentlicht worden.

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Denkst du schon oder glaubst du noch? Weshalb Wissenschaften keine Ersatzreligion sind

Die Wissenschaften sind der Feind der Religionen. Das ist ein Gedanke, der viele Gläubigen auf die Palme bringt.

Von Hugo Stamm | watson.ch

Ein anderer: Gott fürchtet Menschen, die ihn mit wissenschaftlichen Erkenntnissen aus dem Universum bugsieren möchten. Man erinnere sich an den Bibelspruch: Selig sind die Armen im Geiste …

Tatsächlich sind sich Glaube und Wissenschaften oft spinnefeind. Ich bekomme dies seit vielen Jahren von gläubigen Bloggerinnen und Bloggern demonstriert, die mir in ihren Kommentaren mantramässig vorwerfen, ich sei wissenschaftsgläubig und habe ein mechanisches oder utilitaristisches Weltbild. Ein Vorwurf, den ich vehement bestreite. Doch davon später.

Tatsächlich ist es unmöglich, dass Glauben und Wissenschaften im Gleichschritt einen Walzer tanzen. Überdurchschnittlich viele Naturwissenschafter sind Agnostiker oder Atheisten. Sie sind gewohnt, die Welt nach wissenschaftlichen Kriterien zu erfassen. Religiöse Erklärungsmuster passen schlecht ins Puzzle, weil sie nicht überprüfbar sind.

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Darwins Evolutionstheorie – eine „gottlose Irrlehre“

Recep Tayyip Erdogan ersetzt Kemal Atatürks laizistischen Staat zielsicher und stückweise durch den Islam.

Von Clemens M. Hutter | Wiener Zeitung

Das türkische Parlament billigte nun einen brisanten Gesetzesentwurf von Präsident Recep Tayyip Erdogan: Statt bestimmter Staatsbeamter dürfen nur noch islamische Rechtsgelehrte Ehen schließen. Damit endet für Heiratswillige die Trennung von Religion und Staat. Die Islamisierung des Staates erfasste auch das Bildungssystem: Ab Neujahr 2018 ist Charles Darwins Evolutionstheorie an allen türkischen Schulen gestrichen, weil Erdogan und strenggläubige Muslime die „gottlose Irrlehre“ bekämpfen. Und die Jugendorganisation von Erdogans AKP verlangt noch mehr: So falsch wie Darwins Theorie sei auch die Lehre, dass die Erde eine Kugel sei, denn sie sei eine Scheibe.

Vor 90 Jahren schrieb Staatsgründer Kemal Atatürk die Trennung von Staat und Religion in die türkische Verfassung. Erdogan kann den „Vater der Türkei“ nicht aus der Geschichte tilgen, wohl aber als Unterrichtsfach drastisch kürzen. Und das schafft Platz für die Geschichte des im Juli 2016 gescheiterten Militärputsches und dessen terroristischer Hintermänner.

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Evolutionstheorie hat heute mehr Gegner als zu Darwins Zeit

Die Evolutionstheorie hat mehr Gegner denn je. Bild: akg
Die Gegner der Evolutionstheorie sind lauter denn je – und zahlreicher. Sie scheuen auch vor Drohungen gegenüber Wissenschaftlern nicht zurück.

Von Harald Ries | WESTFALENPOST

Zwei Kommentare zu einem Interview, das Angela Schwarz, Geschichts-Professorin an der Uni Siegen, als Herausgeberin von „Streitfall Evolution“ gegeben hat, einer allgemein verständlichen, großzügig bebilderten und enorm facettenreichen Kulturgeschichte zum Wesen und Wirken von Darwins folgenreicher Theorie.

Eine Minderheit meldet sich lautstark zu Wort. Zunehmend lauter. „Heute gibt es mehr christlich-fundamentalistische Gegner, seit etwa hundert Jahren Kreationisten genannt, als im Jahr 1859, als Charles Darwin ‘Die Entstehung der Arten’ veröffentlichte“, sagt Angela Schwarz. Christen, die die Bibel wörtlich nähmen, an einen einmaligen Schöpfungsakt glaubten, in dem alle Pflanzen und Tiere so geschaffen wurden, wie wir sie heute vorfinden, hätten sich von den USA aus ausgebreitet: „Auch im Siegerland gibt es Sympathisanten, die fordern, ihre Lehre vom Kreationismus oder intelligenten Design müsse gleichberechtigt in den Schulen behandelt werden.“

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„Die Evolution lässt sich nicht leugnen“

Die Lehre von der Entstehung der Arten prägt unsere Gesellschaft wie keine andere wissenschaftliche Theorie. Doch immer wieder gibt es Gegenbewegungen, die die Evolution leugnen. Stattdessen glauben sie an den allmächtigen Schöpfergott.

Von Andreas Fasel | DIE WELT

Es begann mit einer Tagung zum Darwin-Jahr 2009 an der Uni Siegen. Thema: „Evolution in der Öffentlichkeit“. Nun, acht Jahre später, hat die Historikerin Angela Schwarz ein dickes Buch dazu herausgegeben. Es ist ein gelungenes, allgemein verständliches Lesebuch geworden, in dem fast alles steht, was es über die Evolutionstheorie zu wissen gibt: Wie sie entstand, wie sich sich verbreitete, welche Bedeutung sie hat – und warum sie bis heute die Gemüter erhitzt.

DIE WELT: Frau Schwarz, muss man sich Sorgen machen um die Lehre von der Evolution?

Angela Schwarz: Überhaupt nicht, wenngleich man feststellen muss, dass im Moment wieder ziemlich viel Gegenwind kommt von Menschen, die das Prinzip der Evolution leugnen und behaupten, alles sei auf einen Schöpfer zurückzuführen, der die Pflanzen und Tiere so gemacht habe, wie wir sie heute vorfinden.

DIE WELT: Gegenwind klingt ein bisschen harmlos. Die Anhänger dieses Kreationismus oder der sogenannten Intelligent-Design-Theorie sind massiv auf dem Vormarsch. Vor einigen Jahren kam bei einer Umfrage unter Dortmunder Lehramtsstudenten heraus, dass fast jeder sechste die Evolution ablehnt. In anderen Ländern sind die Zahlen wohl noch höher.

Schwarz: Sie haben natürlich recht. 2006 sagte der ehemalige stellvertretende polnische Bildungsminister in einem Zeitungsinterview, er halte die Evolutionstheorie für eine Lüge. Und sogar in Großbritannien, im Geburtsland Darwins, ist der Kreationismus nach Meinung vieler Experten im Aufschwung. Einer 2008 durchgeführten Umfrage zufolge waren 37 Prozent der befragten Lehrerinnen und Lehrer und 30 Prozent der befragten Biologie- und Naturwissenschaftslehrerinnen und -lehrer in England und Wales dafür, den Kreationismus neben der Evolutionstheorie an Schulen zu unterrichten.

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Evolutionstheorie: Große Wissenslücken, erhöhte Zweifel

„Es gibt durchaus viele Menschen, die ganz, ganz viel wissen über Evolution und das sehr gut beschreiben können, aber trotzdem nicht davon ausgehen, dass es wirklich stattgefunden hat“, sagte die Biologiedidaktikerin Anna Beniermann im Dlf (picture alliance / dpa / Marijan Murat)
Die Wissenslücken bei der Evolutionstheorie und die Ablehnung ihr gegenüber seien viel höher als angenommen, auch bei angehenden Biologie-Lehrern, sagte die Biologiedidaktikerin Anna Beniermann im Dlf. Um dem entgegenzuwirken, müsse schon in der Grundschule der Unterricht beginnen.

Anna Beniermann im Gespräch mit Manfred Götzke | Deutschlandfunk

Manfred Götzke: Ob und wie die Evolutionstheorie bei uns in Deutschland akzeptiert und gekannt wird, darüber forscht die Biologiedidaktikerin Anna Beniermann von der Universität Gießen. Sie stellt dazu gerade ihre Doktorarbeit fertig, hallo!

Anna Beniermann: Hallo, guten Tag!

Götzke: Frau Beniermann, erst mal ganz allgemein gefragt: Wird die Evolutionstheorie in Deutschland im Großen und Ganzen akzeptiert?

Beniermann: Ja, insgesamt schon. Es gibt natürlich da auch einige Menschen, die die Evolution ablehnen, das ist aber sehr unterschiedlich, je nachdem welche Personengruppen man sich anschaut. Aber insgesamt ergibt sich ein sehr viel besseres Bild als in der Türkei oder in den USA.

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Der Gottesanbeter als Gottesmörder?

©Oliver Schopf(mfG) derStandard.at
Ilona Jerger hat mit „Und Marx stand still in Darwins Garten“ einen fulminanten dokumentarischen Roman veröffentlicht.

Von Rainer Grießhammer | Badische Zeitung

Aus der Biologie weiß man, dass die Gottesanbeterin, ein seltsam schönes Insekt, bei der Fortpflanzung gern mal das begattende Männchen auffrisst, sozusagen als Kollateralschaden. Der Biologe Charles Darwin betete zu Gott, stellte aber mit seinem wissenschaftlichen Werk „Die Entstehung der Arten“ und der Evolutionstheorie ohne Absicht die kirchliche Schöpfungslehre in Frage. Wurde er deshalb vom Gottesanbeter zum Gottesmörder? So sahen es jedenfalls im 19. Jahrhundert die meisten Zeitgenossen und vor allem die Kirchenoberen. Die wissenschaftlich-theologischen und auch noch familiären Verstrickungen Darwins inspirierten Ilona Jerger zu einem fulminanten dokumentarischen Roman.

Bekannt ist Jerger als Sachbuchautorin, ehemalige Leiterin des Freiburger Ökomedia-Filmfestivals und bis 2011 Chefredakteurin der Zeitschrift natur. In ihrem Roman fließen Fiktion und Fakten, historische Begebenheiten und Passagen aus Originalbriefen unmerklich zusammen. Als Leser ist man immer wieder verblüfft – war das wirklich so? Oder nur toll erfunden? Wer mag, kann das am Schluss in dem kurzen Anhang zum Roman überprüfen. Es stimmt mehr, als man denkt.

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Gegen die „Ökumene des Hasses“

Der Theologe und Journalist Antonio Spadaro überreicht Papst Franziskus eine Ausgabe der Jesuitenzeitschrift „Civiltà Cattolica“. Die Zeitschrift wird zunehmend als Sprachrohr des Papstes verstanden. (imago / Independent Photo Agency Int.)
Papst Franziskus ist nicht bei allen Katholiken beliebt. Er hat innerkirchliche Gegner. Ein extremes Sprachrohr von ihnen ist Stephen Bannon, der Ex-Berater von Donald Trump. Doch der Papst wehrt sich – mithilfe einer Jesuiten-Zeitschrift.

Von Thomas Migge | Deutschlandfunk

Eine Konferenz des konservativen „Dignitatis Humanae Institute“. Die Anwesenden lauschen aufmerksam. Zugeschaltet ist Stephen Bannon: der bärbeißige US-amerikanische Journalist, ein katholischer Rechtsaußen. Bis vor wenigen Tagen Politikberater von US-Präsident Donald Trump. Bannon spricht via Internet aus den USA:

„Ich bin davon überzeugt, dass der jüdisch-christliche Westen in einer tiefen Krise steckt. Es wird deshalb zu brutalen und blutigen Zusammenstößen kommen, nicht nur um den Islam einzudämmen.“

Papst contra Integralisten

Nach der zehnminütigen Rede Bannons wird lange applaudiert. Dann diskutierte man darüber, was die Kirche gegen den allgemeinen Werteverfall und den Vormarsch des Islams tun könne. Knapp ein Jahr vor dieser Veranstaltung begann Papst Franziskus sein Pontifikat. Kein Papst im Sinn des rechten „Dignitatis Humanae Institute“ und auch nicht im Sinn von Donald Trump und seinem Ex-Berater Bannon. Er und mit ihm die ultrarechten Integralisten der USA, darunter auch konservative katholische Kreise, äußern immer wieder scharfe Kritik an dem Papst aus Argentinien.

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IGGÖ-Präsident: „Wir würden radikale Imame sofort entlassen“

Foto: KURIER/Franz GruberIGGÖ-Präsident Ibrahim Olgun kündigt Qualitätskontrollen in Moscheen an.
Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft ist gegen die Schließung der Liesinger Imam-Schule und kündigt Qualitätskontrollen in österreichischen Moscheen an.

Von Bernhard Ichner | kurier.at

Es sind turbulente Tage für die Islamische Glaubensgemeinschaft (IGGÖ). Sei es, weil ein muslimischer Verein in Wien hinter dem Rücken der Behörden  eine private Imam-Schule betreiben soll; weil der Verfassungsschutz radikale Prediger in illegalen Hinterhofmoscheen festnahm oder weil der MInisterrat Nachschärfungen beim Islamgesetz beschloss. Im KURIER-Interview nimmt IGGÖ-Präsident Ibrahim Olgun dazu Stellung.

KURIER: Herr Präsident, die im Geheimen geführte Imam-Hatip-Schule in Wien-Liesing lässt die Islamische Glaubensgemeinschaft in keinem guten  Licht erscheinen. Einige Funktionsträger der IGGÖ sind involviert. Und auf Facebook sind Fotos zu sehen, die Sie bei einem Besuch der Schule zeigen.

Ibrahim Olgun: Es handelt sich weder um eine konfessionelle Schule der Glaubensgemeinschaft, noch um eine Imam-Hatip-Schule. Betreiber ist ein Fachverein. Dessen Tätigkeit  ist ein Fortbildungskurs für Muslime, die die Schulpflicht bereits erfüllt haben. Hierbei ist zu beachten, dass dieser Kurs seit einigen Jahren besteht, allerdings erst kurz vor der Nationalratswahl Aufsehen erregt. Für die Organisierung solcher Kurse ist die Zustimmung der IGGÖ nicht notwendig, da Fachvereine Körperschaften öffentlichen Rechts sind und ihre Aufgaben selbstständig verwalten. Die IGGÖ ist daher weder für die Aufsicht, noch für die Verwaltung dieses Kurses zuständig. Ich sehe aber kein Problem bei meinem Besuch einer islamischen Einrichtung als oberster Vertreter der Muslime in Österreich. Der enge Kontakt zu Muslimen gehört zu meinen Hauptaufgaben.

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Hilfe für die Bibelausleger

©Oliver Schopf(mfG) derStandard.at
Die Wissenschaft muss Charles Darwins Erkenntnisse immer mehr verteidigen, weil immer mehr Menschen seine Evolutionslehre ablehnen.

Von Jean-Martin Büttner | Der Bund

Klimawandel? Der amerikanische Präsident hat ihn abgeschafft. Umweltschutz? Sein Umweltminister hält nichts von Umweltpolitik. Wahrheit, Echtheit, Transparenz? Sind bei Donald Trump nicht zu haben. Es passt zu seiner Vorstellung von Wissenschaft, dass eine grosse Mehrheit der Amerikanerinnen und Amerikaner die Evolutionslehre von Charles Darwin zurückweist oder stark relativiert. Vierzig Prozent glauben nicht daran, dass der Mensch sich aus dem Affen und ohne Gottes Hilfe entwickelt hat. Vierzig weitere Prozent akzeptieren die Evolutionslehre, sehen diese aber göttlich gelenkt und sprechen von einem «intelligent design».

Das ergab eine Umfrage des Gallup-Instituts von 2014. Zudem zeigte sie auf, dass nur einer von hundert Kirchgängern der Evolutionstheorie vertraut. Dafür breiten sich die Kreationisten aus mit ihrer Behauptung, Gott habe die Erde vor ungefähr 10’000 Jahren geschaffen, und sowieso habe die Bibel in allem recht.

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‘HOMOSEXUALITY LED TO EXTINCTION OF DINOSAURS’

Image: worldnewsdailyreport.com
A „leading paleontologist“ claims he has found evidence linking homosexuality and the extinction of the dinosaurs.

WorldNewsReport

Anthony Othman, a renowned paleontologist and leading curator at the Creation Museum in Petersburg, Kentucky,  firmly believes homosexuality, and not an asteroid colliding with Earth as is commonly believed, was the main cause of the disappearance of the dinosaurs more than 66 million years ago.

“I’m not saying the asteroid that hit Earth didn’t kill many dinosaurs, I’m just saying it was definitely not the main cause,” he explains, visibly enthusiast when reached on the phone.

« Homosexuality led to the mass extinction of the dinosaurs, not an asteroid impact with Earth »

– Anthony Othman, Paleontologist

“It is by studying the behavior of homosexual iguanas in the Galápagos islands that I first came to this conclusion over 25 years ago” he adds.

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Glaube und Evolution, passt das zusammen?

Dinosaurs of Eden by Ken Ham
Die meisten Muslime und auch viele Christen lehnen die Evolutionstheorie ab. Aber manche halten sie doch für vereinbar mit ihrem Glauben. Der Faktor Zufall bleibt allerdings ein Problem.

Von Markus C. Schulte von Drach | Süddeutsche.de

Unter Naturwissenschaftlern gibt es kaum etwas, das weniger umstritten wäre als die Evolutionstheorie. Seit Charles Darwin sie im 19. Jahrhundert vorgestellt hat, haben Forscher aus den verschiedensten Fachgebieten die Mechanismen der Entstehung der Arten immer weiter aufgedeckt.

Noch sind nicht alle Fragen beantwortet, vieles ist noch unverstanden. Aber nach und nach fügen sich die wachsenden Erkenntnisse der Biologen in diese Theorie ein. Wer etwas entdecken würde, das sie widerlegt, wäre ein sicherer Kandidat für den Nobelpreis.

Und doch lehnen sehr viele Menschen die Evolutionstheorie ab. Es sind jene Gläubigen, die überzeugt davon sind, dass die Erde und das Leben, so wie es derzeit existiert, von Gott geschaffen wurden. Andere zeigen sich aufgeschlossener, halten jedoch an dem Glauben fest, dass Gott zumindest lenkend eingegriffen hat, damit schließlich der Mensch entstand. Doch auch das widerspricht der Evolutionstheorie, für die der Faktor Zufall eine grundlegende Rolle spielt. Das lässt sich nur schwer mit einem Plan Gottes vereinbaren.

Trotzdem gibt es gläubige Muslime und Christen, die davon überzeugt sind, dass sich ihr Glaube wirklich mit der Evolutionstheorie vereinbaren lässt.

Widerstand gegen die Evolutionstheorie weltweit

Besonders stark ist die Ablehnung der Evolutionstheorie in den USA verbreitet. Zwei Drittel bis drei Viertel der Bevölkerung sind überzeugt, dass Gott den Menschen entweder erschaffen oder seine Entwicklung gesteuert hat.

Auch in Deutschland zeigten sich 2009 in einer Umfrage 20 Prozent überzeugt davon, dass der Mensch „von Gott geschaffen wurde, wie es in der Bibel steht“, fast ebenso viele waren sich nicht sicher.

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Warum Dawkins nicht Unrecht hat

Was die elementaren Frage – ob Evolution oder Schöpfung – angeht, kommt die Evolutionstheorie im Vergleich zur Schöpfung mit weniger Unbekannten aus. Langthaler vertritt mit Thomas von Aquin die Überzeugung, dass Schöpfung die Voraussetzung von Evolution sei. (vgl. S. 416) Die Position Langthalers zu bestimmen ist teils schwierig, wenn er sich (lediglich in einer Anmerkung!) mit K. Jaspers sehr aufgeklärt gibt, welcher Weltschöpfung durch Gott als Symbol und nicht als Wissen sieht.

Von Ockham

Langthaler versucht sich somit einen seriösen Anstrich zu verpassen. Er weist ausserdem auf Kreationistische Ansichten hin, die Lücken in den Erklärungen der „letzten Fragen“ mit Gott füllen. „Weder eine methodisch besonnene Naturwissenschaft, noch kritische Philosophie und auch keine ernsthafte Theologie würden sich bezüglich der offenen Fragen in eine „faule Vernunft“ hineinflüchten.“ (S. 498) Doch genau in diese faule Vernunft flüchtet sich Langthaler durch sein Festhalten an der Schöpfung.
Es gibt gute Gründe dafür, dass die moderne Kosmologie den Urknall oder das, was ihn erzeugt hat, letztlich nicht zu erklären vermag. Ein Schöpfungsglaube hilft da auch nicht weiter. (Quelle: Glaube und Denken: Jahrbuch der Karl-Heim-Gesellschaft. 26. Jahrgang 2013; Nichts, Urknall oder Gott?; Rüdiger Vaas; S. 65)
Langthalers Vorgehensweisen ist eine „Spielart“ des Kreationismus. Kreationisten stellen den Stand der Evolutionsbiologie systematisch falsch dar, zudem wird deren Wissenschaftlichkeit zu Unrecht in Frage gestellt: Langthaler verweist auf R. Spaemann, für den die moderne Naturwissenschaft ausschließlich Bedingungsforschung ist. (S. 73) Ebenso wird angemerkt, man solle Evolution als Bedingungsforschung genau nehmen. (vgl. S. 433) Paul Tillich vertritt z. B. die These, dass Gott unbedingt ist, aber das Unbedingte nicht Gott ist. Die Theologie versucht das Unbedingte zu retten, indem sie die Wissenschaft als Bedingungsforschung bezeichnet. Nietzsches Kritik am Unbedingten besagt, dass es nicht erkannt werden kann, sonst wäre es eben nicht unbedingt. (Quelle: Unbedingte, das; Historisches Wörterbuch der Philosophie; Joachim Ritter, Karlfried Gründer u. Gottfried Gabriel; Sonderdruck aus Band 11: U-V; S. 108-111)
Langthaler bezeichnet die Aussage von H. Mynarek: „Darwinismus und Neodarwinismus können nicht als Wissenschaft gelten, weil sie die grundlegenden Kriterien der Wissenschaft nicht erfüllen: Beobachtung, experimentelle Wiederholbarkeit /Reproduzierbarkeit, Überprüfbarkeit (Mynarek 2010, 118)“ als schwer nachvollziehbar. Er merkt dazu lediglich an, dass z. B. Papst Benedikt XVI. und Kardinal Schönborn der Evolutionstheorie als einer naturwissenschaftlichen Theorie näher stehen als Mynarek. (vgl. S. 284)
Der Aussage Mynareks kann ergänzend folgendes entgegnet werden:
Jüngere Autoren haben sich gegen die engen Grenzen der Erklärung (mittels kausaler Gesetze) von klassischen Wissenschaftsphilosophen gewandt. Auf vergangene evolutionäre Ereignisse lässt sich die experimentelle Methode nicht anwenden, daher konstruiert der Biologe eine historische Darstellung (historical narrative), indem er Rückschlüsse zieht: Der Biologe muß alle bekannten Tatsachen zu einem bestimmten Problem untersuchen, alle möglichen Folgen aus den rekonstruierten Faktorenkonstellationen erschließen und dann versuchen, ein Szenario zu entwickeln, das die beobachteten Tatsachen dieses besonderen Falles erklären würde. Natürlich kann man niemals kategorisch beweisen, daß eine historische Darstellung „wahr“ ist. (Quelle: Das ist Biologie, Ernst Mayr, 2000, vgl. S. 99)
Außerdem muss richtiggestellt werden, dass aus dem Mangel an Belegen zugunsten einer Theorie nicht geschlossen werden kann, sie sei falsch. Plausibel wäre es, positive Befunde gegen die Evolutionstheorie anzubringen. (Quelle: Evolution im Fadenkreuz des Kreationismus; Martin Neukamm; vgl. S. 306) Dies findet bei Langthaler allerdings nicht statt.

Offene Detailfragen über den Ablauf und die Triebkräfte der Evolution sind der Antrieb der Evolutionsforschung. Der Blick in die Wissenschaftsgeschichte zeigt, dass eine Haltung des Abwartens, gepaart mit Neugierde und begleitet mit der Zuversicht, dass Forschung in der Zukunft noch mehr Aufschluss geben werden, vernünftig ist. Zum Schreibstil des Buches ist anzumerken, dass es stellenweise aufgrund ellenlanger, komplizierter und verworrener Sätze schwer zu lesen ist. Die Fülle der Anmerkungen bremst den Lesefluss. Ein Stichwortverzeichnis fehlt.

Die Kritik Langthalers an der Schöpfungsvorstellung Dawkins ergibt sich vornehmlich durch den unpassenden deutschen Titel von Dawkins Buch „Die Schöpfungslüge“, welches im englischen Original den Titel „The Greatest Show on Earth: The Evidence for Evolution“ trägt. Über den deutschen Titel war Dawkins unglücklich, da sich das Buch ausdrücklich nicht gegen die Religion richten sollte.
Schöpfung sei kein „innerzeitlicher Vorgang“ und folglich auch nicht kosmologisch datierbar bzw. messbar. (vgl. S. 409) Weiter ist zu lesen: Die von J. Eccles gestellte Frage: „Liegt das Rätsel der Schöpfung für immer jenseits aller Erklärung?“ sei eindeutig mit Kant zu bejahen, der erklärt: „wo alles Naturgesetz aufhört auch aller Erklärung aufhören muss“. (vlg. S. 418) Dieser Schluss ist geschickt, denn dadurch scheint Schöpfung nicht angreifbar, da sie naturwissenschaftlich nicht „greifbar“ ist.

Es geht Langthaler darum herauszuarbeiten, wie theologische bzw. philosophische Ansätze zum Thema Vernunft, Bewusstsein, Moral, Schöpfung, Teleologie, Gottesbeweise, Offenbarung, Dreieinigkeit und Wunder „richtig“ zu verstehen sind. Weitere Themen sind Platons Essentialismus; das Gotteszentrum im Gehirn; Deszendenz-Theorie; Ignorabismus; Phänomenologie; Kausal- und Finalnexus; Positivismus; Naturalismus; Anthropisches Prinzip; Multiversentheorie; Urknalltheorie; Noma-Prinzip; Szientismus; Altruismus; Phänomenologie; das Nichts.

Richtig stellt Langthaler fest, dass mit der Memetik kulturelle Phänomene in biologische Begriffe gedeutet werden sollen. (vgl. S. 143)
M. E. Kronfeldner bringt es allerdings besser auf den Punkt: Dawkins hat betont (1982a: 112), dass der Wert der Analogie (Mem zu Gen) gar nicht in der Erklärung von Kultur liege. Die Analogie könne aber helfen, das Wirken der natürlichen Selektion (auf der Basis von Replikatoren) besser zu verstehen. Die Memtheorie bietet nichts Neues, um die damit verbundenen ontologischen Fragen über den Status der postulierten ideellen Einheiten zu klären, und tritt nicht als Alternative zu den detaillierten Erklärungen, wie soziales Lernen funktioniert, auf, und ist somit auch explanatorisch trivial. Entweder wird nichts weiter behauptet, als dass Menschen aus diesen oder jenen Gründen bzw. Ursachen bestimmte Meme übernehmen, oder die „survival of the fittest meme-„Erklärungen werden tautologisch, weil die Rolle des Geistes als selektive Umwelt ignoriert wird.
(Quelle: Meme, Meme, Meme: Darwins Erbe und die Kultur, M. E. Kronfeldner, vgl. S. 13 f.)

Langthaler wirft Dawkins vor, er gebe sich durch ein Zitat von A. Einstein religiös-metaphysisch begabt:
„Das Wissen um die Existenz des für uns Undurchdringlichen, der Manifestation tiefster Vernunft und leuchtendster Schönheit, die unserer Vernunft nur in Ihren primitivsten Formen zugänglich sind, dies Wissen und Fühlen macht wahre Religiosität aus; in diesem Sinne, und nur in diesem gehöre ich zu den tief religiösen Menschen“. (S. 472)
Einstein sagte auch: „Was Sie über meine religiösen Überzeugungen lesen ist natürlich eine Lüge, und zwar eine, die systematisch wiederholt wird. Ich glaube nicht an einen persönlichen Gott und habe das auch nie verhehlt, sondern immer klar zum Ausdruck gebracht.“ Das zweite Zitat Einsteins findet sich auch in Dawkins Buch „Der Gotteswahn“ (S. 27), was Langthaler verschweigt.
Einstein Antwortete dem Rabbiner Herbert S. Goldstein, dass er an Spinozas Gott glaube, der sich in der gesetzlichen Harmonie des Seienden offenbart. (Quelle 1, vgl. S. 31) Obgleich Einstein keine Mystik, keinen religiösen Kult und sogar keinen persönlichen Gott, der „sich mit den Schicksalen und Handlungen der Menschen abgibt“, anerkannte, wäre es ein Irrtum, ihn einen Atheisten zu nennen, wie es Kardinal O’Connell getan hat. (Quelle 1: Einstein und die Religion, Max Jammer, 1995, S. 54)

Des Weiteren verkenne Dawkins naturteleologische Betrachtungsperspektiven. (S. 502)
Die Zweckmäßigkeit natürlicher Organismen, Strukturen und Systeme kann die Biologie auch erklären, ohne auf zwecksetzende Instanzen zurückgreifen zu müssen.
Da im Naturalismus alles mit rechten Dingen zugeht, sei eine teleologische Konzeption sogar notwendig. (S. 190) Damit bläst Langthaler in dasselbe Horn wie Thomas Nagel, wenn er auf dessen kontrovers diskutiertes Buch „Geist und Kosmos“ hinweist. Nagel versucht dem Kosmos Zielgerichtetheit zu unterstellen, die er gar nicht besitzt. (Quelle: Geist und Kosmos, vgl. S. 176)

Dass laut Kant Moral unumgänglich zu Gott führe, muss allerdings auch von der anderen Seite aus betrachtet werden. (S. 332) Überzeugungen können leicht als „Brandbeschleuniger“ in einen fanatischen Idealismus ausarten. Hierbei werden Menschen von hehren Idealen motiviert, böse Taten zu begehen, um die Welt vermeintlich zu verbessern, weil Gott „das Gute“ angeblich befiehlt. Beispiel hierfür sind die Kreuzzüge oder der Deißigjährige Krieg (es darf nicht außer Acht gelassen werden, dass es in vielen Kriegen um Macht, Einfluss, Reichtum, Bodenschätze oder um territoriale Kämpfe geht). Trotzdem hat sich Religion als Kraft erwiesen, die Menschen außerordentlich gut zu spalten und gegeneinander aufzubringen. (Quelle: Vom Bösen; Roy F. Baumeister; S. 203 ff.)

Anscheinend hält Langthaler nicht viel von einer evolutionären Ethik, wenn er schreibt, eine Ethik ließe sich nicht aus der Evolution ableiten. (S. 124)
Die evolutionäre Ethik bietet einen fruchtbaren und humanen Ansatz zum Verständnis moralischen Verhaltens von Menschen. Bei der komplizierten Frage, inwieweit bestimmte Verhaltensstrukturen genetisch oder kulturell bedingt sind, ist große Sorgfalt geboten. (Quelle: Potential und Grenzen einer evolutionären Ethik; Eckart Arnold)
Obgleich es keine eigenständige evolutionäre Ethik geben kann, ist eine Auseinandersetzung mit ihr dennoch sinnvoll, weil sie zu der grundlegenden Frage führt, inwiefern organische Evolution und kulturelle Geschichte Gemeinsamkeiten besitzen. (Quelle: Unmöglichkeit einer Evolutionären Ethik und die Möglichkeit einer Historischen Ethik; Werner Loh)

Langthaler argumentiert mit Dostojewski: „Wenn Gott nicht existiert, ist alles erlaubt.“ (S. 352) Dieses Argument wird von dem Historiker Lukas Mihr in seinem Artikel „Ohne Gott ist alles erlaubt? – Zahlen“ entkräftet bzw. relativiert.

Zum Theodizeeproblem (warum es Leid gibt, wenn Gott doch allgütig, allmächtig und allwissend sein soll) unterliegt Langthaler einem Zirkelschluss: „Wie Hiob wissen wir die Antwort auf Leid nicht, wir haben nur eine Antwort bekommen, die Gott selber gegeben hat.“ (S. 290) Programm ist auch, von dem Problem abzulenken: „Niemand wird das Theodizee-Problem übersehen, wegreden oder theologisch glätten wollen, aber für Mem-Gesteuerte ‚Überlebensmaschinen‘ gibt es diese Probleme ohnehin nicht.“ (S. 290) Es wäre eine intellektuelle Zumutung auf das Theodizeeproblem eine Antwort geben zu wollen. So kommt es nicht von ungefähr, wenn Langthaler am „Fels des Atheismus“ vorbei schippert, um nicht Schiffbruch zu erleiden.
Er hätte sich viel Empörung sparen können, wenn er den Ausdruck Überlebensmaschine statt moralisch wertend als Metapher (aus der Sicht eines Gens) verstanden hätte.

Langthaler argumentiert mit Max Planck, nach dem sich Religion und Naturwissenschaft nicht ausschlössen, sondern einander sogar ergänzen und bedingen würden. (S. 274)
Vom Liberalitätsgrad der betrachteten Einzelreligion hängt es ab, wie die Kompetenzabgrenzung aussieht bzw. welche und wie viele Konflikte mit dem Bestand wohl bestätigter wissenschaftlicher Erkenntnis bestehen. Selbst religiöse Wissenschaftler wissen, dass die Wissenschaft naturalistisch ist. Mit dem Glauben an Übernatürliches ist Beliebiges möglich, deshalb halten sie ihren Glauben lieber aus der Wissenschaft heraus. Wer als Minimalannahme einen weltimmanenten Naturalismus akzeptiert, die Vorstellung von einer Übernatur aber trotzdem nicht aufgeben will, dem bleibt nur noch ein philosophischer Deismus übrig. (Quelle: Über die Natur der Dinge; Mario Bunge; Martin Mahner; vgl. S. 220, S. 225, S. 226) Der Deismus bringt das Göttliche mit dem Ursprung des Universums in Verbindung, ein weiteres Eingreifen Gottes wird jedoch bestritten.

Leibniz Frage, warum überhaupt etwas ist und nicht vielmehr nichts, könne nicht als naturwissenschaftlich zu beantwortende Frage gelten. (S. 387) Der kritische Rationalismus ersetzt den Abbruch das Rückschreitens ins Unendliche (infiniter Regress) mittels Dogma durch eine Hypothese, die so lange vertreten wird, bis man etwas besseres weiss. (Quelle: Scilog; Warum ist eigentlich etwas und nicht einfach nichts?; J. Honerkamp)

Langthaler wirft Dawkins die intellektuelle und kulturelle Zerstörung der Religion vor. Es sei eine unerfreuliche Eigenschaft, die er mit anderen Fundamentalisten teile. (S. 454) Dieses Ressentiment zeigt Langthalers Ohnmacht. Überdies ist der Fundamentalismusvorwurf hier wenig hilfreich, da der Begriff aufgrund seiner definitorischen Bedeutung am Ziel vorbei geht. (Quelle: Neuer Atheismus wissenschaftlich betrachtet; S. 28; Albert J.J. Anglberger; Paul Weingartner)

Glaube versus Evolution: Das Kreuz mit Darwin

©Oliver Schopf(mfG) derStandard.at
Rund 160 Jahre nach der Veröffentlichung von Charles Darwins „Die Entstehung der Arten“ sorgt seine Evolutionstheorie immer noch für Schlagzeilen. Unter den schärfsten Kritikern sind Religionsvertreter, auch wenn sich viele mit Darwin arrangiert haben.

Von Clara Akinyosoye |religion.ORF.at

Die Evolutionstheorie sei „veraltet und verfault“ – mit diesem Sager ließ der Sprecher der türkischen AKP-Regierung, Numan Kurtulmus, Anfang des Jahres aufhorchen. Er hatte damals schon angekündigt, was seit Kurzem feststeht: Darwin wird aus dem türkischen Lehrplan gedrängt. Die islamisch-konservative Regierung stellte den neuen Lehrplan kürzlich vor. Internationale Kritik war die Folge.

IGGÖ-Chef „persönlich gegen Theorie“

Wellen schlug die Causa auch in Österreich, weil Ibrahim Olgun, Chef der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), widersprüchliche Aussagen dazu machte. Zuerst sprach er sich gegen die Pläne der türkischen Regierung aus, später ruderte er in einer Stellungnahme gegenüber einem türkischsprachigen Onlinemagazin zurück.

Darauf angesprochen erklärte die IGGÖ, Olgun sei für die Behandlung der Lehre in den Schulen, aber persönlich gegen die Evolutionstheorie. Ihm wird vorgeworfen, auf Zuruf der AKP zurückgerudert zu sein. Die Glaubensgemeinschaft sagte, Olgun habe sich beim ersten Mal nur missverständlich ausgedrückt.

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„Gott kann jetzt jeder“ – Kreationisten von Wort&Wissen antworten

Bild: 4ever.eu
„Gott kann jetzt jeder“ – unter dieser Überschrift berichtet die „WirtschaftsWoche“ (Düsseldorf) über eine „neue industrielle Revolution“ durch die Biotechnologie. „Vier Milliarden Jahre war die Evolution die treibende Kraft für die Entwicklung des Lebens.

idea.de

Nun ist es der schaffende Mensch“, heißt es in dem Beitrag. Dank der „Biorevoluzzer“ könne man künftig Fleisch in Nährlösungen züchten, Plastik ohne Erdöl sowie Schuhe aus künstlicher Spinnenseide herstellen. Als „Gottvater“ der Lehre vom so erschaffenen Leben bezeichneten Kollegen den Biologen Tom Knight (Boston). Er sehe aus „wie der Herrgott höchstpersönlich“, wenn er mit seinem langen weißen Bart durch sein Labor mit Spitzentechnik schreite. Bis 2020 werde der Markt für synthetische Biologie laut dem US-Institut „Allied Market Research“ (Portland/US-Bundesstaat Oregon) auf rund 34 Milliarden Euro wachsen. Der US-Genforscher Craig Venter prophezeie, dass sich bald fast jedes Material künstlich produzieren lasse – für ein paar Cent oder Dollar. Der Bericht nennt als Beispiel Rosenöl. Für ein Kilogramm müssten Bauern derzeit eineinhalb Millionen Rosenblüten ernten. Die Firma Ginkgo Bioworks stelle Hefezellen her, die das Gleiche in einem Tank erledigten, der mitten in einer Stadt stehen könne. Der Sportartikelhersteller Adidas plane Schuhe, die aus künstlicher Spinnenseide bestehen – reißfest und leicht. Das Material hätten bis vor kurzem nur Spinnen produzieren können. Die Biotechfirma Amsilk (Planegg bei München) habe nun Kolibakterien Gene eingepflanzt, mit denen sie aus Pflanzenresten „das Supermaterial“ generierten. Laut dem Bericht übernehmen biotechnische Verfahren Schritt für Schritt die Kontrolle über die Natur.

Über religiöse Einbahnstraßen zum Extremismus

Charles Darwin und die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich.

Von Efgani Dönmez | Die Presse.com

Bei Interviews klopfen Journalisten ihr Gegenüber gerne auf direktem Wege ab. Fix im Repertoire ist die Frage an Kirchenvertreter, wie man denn zum Zölibat stehe; oder die Frage an FPÖ-Vertreter, wie man es denn mit dem Judentum halte. Will man wiederum Vertreter der Islamischen Glaubensgemeinschaft Österreichs (IGGIÖ) aus der Reserve locken, reicht offenbar schon, den Naturwissenschaftler und Begründer der Evolutionstheorie Charles Darwin anzuführen.

Zur Erinnerung: der IGGIÖ-Präsident Ibrahim Olgun sprach sich in einem Interview für wissenschaftsbasierten Islam aus. So weit, so gut. Als dies jedoch in türkischen Medien als Befürwortung von Darwins Evolutionstheorie interpretiert wurde, sah sich der offizielle Vertreter der österreichischen Muslime gezwungen, auf Distanz zu gehen und wie in Rage in türkischen Kanälen seine zuvor getätigten Aussagen zu dementieren und zu relativieren. Heute hören wir nun: die IGGIÖ lehnt Darwin ab.

Die Hoffnung auf etwas „Un-Intelligent“ Design

Symbolbild. Bild: hippo by swatts
Was ist Leben eigentlich, also ich meine wissenschaftlich betrachtet? Was macht uns und unsere Umwelt auf dem Planeten Erde aus? Hat die Wissenschaft heute das Rätsel des Lebens gelöst? Und gibt es Leben jenseits unseres Planeten?

Von Andreas Losch | diesseits.ch

Mit solchen Fragen haben wir uns in einem interdisziplinären Projekt an der Universität Bern in den letzten Jahren intensiv beschäftigt, und auch damit, ob sie zusammenhängen. Heute erscheint die Frucht dieser Bemühungen, ein Buch zum Thema „What is Life? On Earth and Beyond“. Dabei gehen die Meinungen auseinander, ob die Frage, was das Geheimnis des Lebens ist, beantwortet ist. Die Biologen sagen ja, die Philosophen meinen „vielleicht“, und die Theologen fragen sich, ob das wohl stimmt. Naja, so grob jedenfalls.

Woran liegt das? Ich denke, es hat mit der Perspektive zu tun, mit der man die Frage stellt. In vergangenen Jahrhunderten dachte man oft an eine geheimnisvolle Vitalkraft in den Lebewesen, vielleicht ein Echo biblischer Geschichten, nach denen der Atem Gottes alles Leben am Leben erhält. Biologen haben bald herausgefunden, dass es diese Vitalkraft anscheinend nicht gibt, dass Leben nur Physik und Chemie ist, und keinen zusätzlichen Stoff enthält. Nun ja, nicht ganz, denn heutige Biologen sind da etwas schlauer, denn schließlich ist ja quasi alles Physik und Chemie, also ein Stein ja genauso. Besonders am Leben aber ist, dass es eine Geschichte hat, also der Evolution unterliegt. Die Ursprünge des Lebens hängen nun mit dem Beginn der biologischen Evolution zusammen, und tatsächlich hat man diese Frage, wann und wie das Leben entstanden ist, noch nicht gelöst.

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Hegemonie statt Biologie

©Oliver Schopf(mfG) derStandard.at
In der Türkei soll Darwin vom Lehrplan gestrichen werden, der US-Vizepräsident Mike Pence beharrt auf der biblischen Schöpfungsgeschichte – wieso haben Autoritäre ein Problem mit der Evolution?

Von Stefan Schmitt | ZEIT ONLINE

Was ist das bloß mit der Evolutionstheorie, dass sie manche Gemüter so erhitzt? In Recep Tayyip Erdoğans Türkei wird sie aus dem Lehrplan gestrichen. In den USA sitzt mit Mike Pence ein Vizepräsident im Weißen Haus, der sich einst dafür ausgesprochen hat, dass „andere Theorien für den Ursprung der Arten“ unterrichtet werden. Und in Großbritannien finden sich in der nordirischen, protestantischen Königsmacher-Partei DUP Parlamentarier, die gegen Evolution im Biologieunterricht Front machen – da sie „die Schüler korrumpiert“.

Drei Beispiele aus ganz verschiedenen Ländern. Auf der Suche nach dem gemeinsamen Nenner ist es verlockend, der Religion die alleinige Schuld zuzuschieben. Verträgt sich doch Darwins Idee mit keinem wörtlichen Verständnis der Genesis oder entsprechender Suren.

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