Griechenland: Metropolit wegen Hetzschrift verurteilt

Nachtwache für den liberalen Metropoliten Pavlos in Chalkida. Foto: Wassilis Aswestopoulos
Der Metropolit von Kalavrita, Amvrosios, wurde am Montag vergangener Woche in zweiter Instanz, vom Drei-Mitglieder-Niederlassungsgericht von Aigio, zu einer auf drei Jahre Bewährung ausgesetzten Haftstrafe verurteilt.

Wassilis Aswestopoulos | TELEPOLIS

Das Gericht in der westgriechischen Kleinstadt auf dem Peloponnes befand ihn der Straftaten der öffentlichen Aufstachelung zu Gewalt oder Hass und des Missbrauchs kirchlicher Ämter schuldig. Der in erster Instanz zunächst frei gesprochene Kirchenfürst möchte dies nicht auf sich sitzen lassen, er zieht vor die nächste Instanz, den Areopag.

Ein Metropolit auf seinem persönlichen Kreuzzug

Angeklagt war Amvrosios wegen einer Hetzschrift, die er am 4. Dezember 2015 unter dem Titel „Abschaum der Gesellschaft! Reden wir Klartext: spuckt auf sie!“ auf seinem Internetblog gegen Homosexuelle und Transsexuelle veröffentlicht hatte. Der Metropolit hatte die betreffende Bevölkerungsgruppe zu einer Art Vogelfreie erklärt und es zur Pflicht der Gläubigen erklärt, diese zu verfolgen.

Nach dem verschärften Antirassismusparagraphen des griechischen Strafrechts hat Amvrosios damit eine Straftat begangen. In dessen Schrift stand unter anderen:

Homosexualität ist eine Entartung von den Naturgesetzen! Es ist ein soziales Verbrechen! Es ist eine Sünde! Diejenigen, die sie entweder erleben oder tolerieren, sind keine normalen Menschen! Sie sind Abschaum der Gesellschaft, Nun, auf diese elendigen sollt ihr spucken! Verachtet sie! Schwärzt sie! Sie sind nicht menschlich! Sie sind Gräuel der Natur!
Amvrosios, Metropolit von Kalavrita

Amvrosios wurde daraufhin von neun Aktivisten der LGBTQ+ Bewegung in Berufung auf Artikel 1 des Gesetzes 4285/2014 angezeigt.

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„SDF als Teil der syrischen Armee“

Bild: Tasnimnews/CC BY-SA-4.0
Verhandlungen zwischen Damaskus und Vertretern der Kurden verhindern die angekündigte Intervention der Türkei. Russische Sicherheitskräfte patrouillieren bei Manbidsch

Thomas Pany | TELEPOLIS

Der Abzug aus Syrien hat begonnen, wird der Sprecher der Anti-IS-Koalition, Colonel Sean Ryan, in Medienberichten zitiert. Angaben über Zeit, Orte und Truppenbewegungen würden aus Sicherheitsgründen nicht bekannt gemacht.

Es werde nur Material abgezogen, was das Personal angeht, so könne es zwischenzeitlich auch zu Verstärkungen kommen, ist auch zu erfahren. Der „Abzug der USA aus Syrien“ bleibt ein kompliziertes Manöver, das mit unterschiedlichen Interessen allein schon innerhalb der US-Administration verbunden ist.

Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Sohr), deren Mitteilungen mit großer Vorsicht zu behandeln sind, wenn es um politische Einschätzungen von Geschehnissen in Syrien geht, das andererseits dank eines Netzwerk von Informanten auch interessante Meldungen beisteuern kann, berichtet von auffälligen Militärkonvois mit amerikanischem Material, die in Syrien zwischen unterschiedlichen Standorten der USA unterwegs sind – und Richtung Irak.

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Russisch-orthodoxer Patriarch meint: „Der Satan steckt im Internet“

Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. zeigt sich skeptisch über das Internet und soziale Medien und warnt vor zu häufiger Nutzung von sozialen Netzwerken oder Geräten wie Smartphones.

kath.net

Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. (Foto) zeigt sich skeptisch über das Internet und soziale Medien und warnt vor zu häufiger Nutzung von sozialen Netzwerken oder Geräten wie Smartphones. Dies berichtet der „Standard“. In einem Interview mit dem staatlichen Fernsehsender Rossija 1 meint er: „Jedes Mal, wenn man sein Gadget verwendet, kann jemand – egal ob die Standortbestimmung eingeschalten ist – herausfinden, wo man ist, was man für Interessen hat und wovor man sich fürchtet.“ Und Kyrill meint: „Der Satan steckt im Internet.“ Denn der „Antichrist ist die Person, die das World Wide Web anführen und die Menschheit kontrollieren wird.“

Der Sündenfall der orthodoxen Kirchen

Der ukrainische Präsident Poroschenko, das Oberhaupt der neuen orthodoxen Kirche, Metropolit Epiphanius, und Oberbischof Emmanuel (dpa/ Ukrainisches Präsidialamt)
Die Gründung einer orthodxen Nationalkirche in der Ukraine ist eine empfindliche Niederlage für die russische Orthodoxie, kommentiert Andreas Main. Es sei allerdings billig, die Schuld für die Kirchenspaltung nur einer Seite zu geben. Es gebe weltweit die Tendenz orthodoxer Kirchenführer, die nationale Karte zu spielen.

Von Andreas Main | Deutschlandfunk

Sich in dieser Frage auf die eine oder andere Seite zu schlagen, ist billig: Also entweder die russische oder die ukrainische Seite verantwortlich zu machen für eine weitere Kirchenneugründung oder Kirchenspaltung, die hochgradig politisch aufgeladen ist. Es wäre zu billig – denn: Wer kann sich nicht hineinversetzen in einfache Kirchenmitglieder in Lemberg oder Kiew, die ein Recht auf einen eigenen Staat haben und sich kirchlich nicht indirekt ferngesteuert wissen wollen aus Moskau – und schon gar nicht von einem Präsidenten, der Teile ihres Landes völkerrechtswidrig annektiert? Und wer könnte es andersrum russisch-orthodoxen Kirchenführern verdenken, dass sie kein Interesse daran haben, einen großen Teil ihres Herrschaftsgebiets, oder genauer, ihrer Kirchenmitglieder zu verlieren?

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Orthodoxe feiern Wasserweihe an der Spree

Wasserweihe: Das Ritual an der Spree wird jedes Jahr am 6. Januar zelebriert. Foto: Uwe Steinert/Imago
Es ist eine der wichtigsten Feiern der orthodoxen Kirche: An diesem Wochenende taucht der Weihbischof ein Kreuz in den Fluss, um die Stadt zu segnen.

DER TAGESSPIEGEL

Die griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde von Berlin feiert am Sonntag an der Spree wieder ihre traditionelle „Wasserweihe“. Am Schiffsanleger vor dem „Haus der Kulturen der Welt“ taucht Weihbischof Johannes Haikal von der Rum-Orthodoxen Kirche vom Patriarchat von Antiochien um 14.30 Uhr dreimal ein Kreuz in den Fluss, um die Gewässer der Stadt zu segnen.

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Religionen machen die Menschen nicht besser

© dpa, FR Göttin mit ungewöhnlicher Biografie: Guanyin aka Bodhisattva Avalokiteshvara.
Worüber sprechen wir, wenn wir über Religion sprechen? Jedenfalls ist es nicht unbedingt das, was uns viele Fromme glauben machen wollen.

Von Arno Widmann |Frankfurter Rundschau

Es ist Weihnachten. Reden wir also von der Religion. Was ist Religion? Ist sie die Gewissheit, „dass ich mit Leib und Seele im Leben und im Sterben nicht mir, sondern meinem getreuen Heiland Jesus Christus gehöre“? Oder ist Religion das Gefühl, eingebettet zu sein in ein Ganzes, das mich, Kosmos und All umfasst? Also nicht notwendig ein Gegensatz?

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Bergamo: Erbitterter Streit um einen Tempel

Bild: © dpa/Alvise Armellini
Im norditalienischen Bergamo macht ein „Anti-Moscheen“-Gesetz der rechten Lega die Neueinrichtung nicht-katholischer Gotteshäuser so gut wie unmöglich. Jetzt ersteigerte der Verband der Muslime kurzerhand eine Kirche in der Stadt und sorgt damit für viel Ärger.

Von Alvise Armellini | katholisch.de

Der Verkauf einer leerstehenden Kirche hat in der norditalienischen Stadt Bergamo einen kleinen Religionskonflikt ausgelöst – angestachelt von der rechten Lega. Der Streit begann im Oktober, als eine Gesundheitsbehörde die ehemalige katholische Krankenhauskapelle zur Versteigerung ausschrieb. Der Verkäufer ging davon aus, dass sich die örtliche Rumänisch-Orthodoxe Gemeinde das Gebäude sichern würde. Sie nutzte die Kirche bereits seit drei Jahren als Leihgabe. „Als wir im August 2015 hierher zogen, hieß es, ‚Keine Sorge, in der Zukunft werdet ihr die Kirche direkt kaufen können'“, sagte Priester Gheorghe Velescu der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Aber es lief nicht alles nach Plan: Im letzten Moment schnappte der Verband der Muslime in Bergamo der Rumänisch-Orthodoxen Gemeinde das Gebäude für rund 450.000 Euro vor der Nase weg. Der Verkauf schockierte nicht nur die Rumänen. Die Vorstellung, die kleine katholische Kirche in der vornehmen Stadt am Alpenrand könne zu einer Moschee umfunktioniert werden, galt Kritikern als Beweis einer muslimischen „Invasion“.

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Griechenland: „Sie wollen das Volk gegen die Priester aufhetzen“

Der Athener Erzbischof Hieronymus II. bei einem Treffen mit dem griechischen Premierminister Alexis Tsipras im November 2018 (imago / ZUMA Press)
Die griechische Regierung plant umfangreiche Reformen in der Religionspolitik. Unter anderem sollen Priester keine Beamten mehr sein – auch, um Ärzte und Lehrer einstellen zu können. Der Erzbischof hat dem zugestimmt, aber Bischöfe und Priester protestieren.

Von Rodothea Seralidou | Deutschlandfunk

Sonntagsmesse in der brechend vollen Kirche der Heiligen Fotini in der Athener Gegend Ymittos. Den Gottesdienst leitet heute der örtliche Bischof Daniil. So wie die meisten Bischöfe der orthodoxen Kirche Griechenlands, stellt sich Daniil gegen die Änderungen, die die linksgerichtete griechische Regierung in ihren Beziehungen zur Kirche erreichen will. Allen voran die Festsetzung der „religiösen Neutralität des griechischen Staates“ in Artikel 3 der Verfassung, im Rahmen der kommenden Verfassungsreform.

Bisher war an dieser Stelle der Verfassung die Orthodoxie als privilegierte Glaubensrichtung anerkannt. Eine von der Verfassung festgesetzte religiöse Neutralität des Staates in einem Land, dessen Volk stark religiös sei – das könne die Kirche nicht mittragen, sagt Bischof Daniil.

„Auch jetzt wird keiner gezwungen, in die Kirche zu gehen oder an Gott zu glauben. Jeder ist frei zu tun, was er will. Wir aber, als geistliche Väter unseres Volkes, wir wollen nicht, dass die Verbindung unserer Gläubigen zu ihrer Religion unterbrochen wird. Denn genau das ist Ziel dieser Reform:

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‘Wo Religionsfreiheit eingeschränkt ist, werden auch andere Rechte unterdrückt

„Kirche in Not“ hat Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2018“ vorgestellt.

kath.net

61 Prozent der Weltbevölkerung leben in Ländern, in denen das Menschenrecht auf Religionsfreiheit nicht respektiert wird. Das ist eines der zentralen Ergebnisse der Studie „Religionsfreiheit weltweit 2018“, die das päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ Deutschland am 28. November bei einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main vorgestellt hat.

196 Länder im Hinblick auf Religionsfreiheit untersucht

Der Bericht, an dem über 40 internationale Autoren mitgewirkt haben und der zum 14. Mail erscheint, nimmt die Situation in 196 Ländern in den Blick, analysiert die Rechtslage und dokumentiert Verstöße gegen das Grundrecht auf Religionsfreiheit – für Christen wie für alle anderen Religionen. Die Ergebnisse seien ernüchternd, erklärte Maria Lozano, Pressebeauftragte von „Kirche in Not“ International und Mitglied im Redaktionsteam des Berichts: „In 38 Ländern kommt es zu schwerwiegenden Verletzungen der Religionsfreiheit und in 18 dieser Länder hat sich die Lage seit 2016 nochmals verschlechtert.“

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Militärbischof Rink erinnert an Religionsfreiheit in der Armee

Sigurd Rink, die Apocalypse. bearb. BB

Der evangelische Militärbischof Sigurd Rink hat anlässlich des bevorstehenden Jahrestags der Verabschiedung der UN-Menschenrechts-Charta an das grundlegende Recht auf Gewissens- und Religionsfreiheit in der Bundeswehr erinnert.

evangelisch.de

„Im Berufsalltag der Armee bedarf die freie Religionsausübung eines besonderen Augenmerks“, heißt es in einer Pressemitteilung, die am Donnerstag in Berlin veröffentlicht wurde. Am 10. Dezember 1948 hatten die Vereinten Nationen die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ beschlossen.

Die evangelische und die katholische Kirche setzten alles daran, dieses Recht an den Bundeswehr-Standorten und in den Auslandseinsätzen zu gewährleisten, sagte Rink.

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Trotz Khashoggi-Tod: Kopten-Papst lobt saudischen Kronprinzen

Bild: ©KNA
Seit dem Mord am Journalisten Jamal Khashoggi ist der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman ins Visier der Weltöffentlichkeit geraten. Kopten-Papst Tawadros II. hält ihn jedoch für eine „aufgeschlossene Person“ mit „modernen Visionen“.

katholisch.de

Das Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche, Papst Tawadros II., hat sich lobend über den saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman geäußert. Dieser sei „eine aufgeschlossene Person, die eine moderne Vision bezüglich des Lebens hat“, sagte Tawadros der englischsprachigen saudi-arabischen Tageszeitung „Arab News“ (Mittwoch).

„Ich persönlich verfolge alle positiven Entwicklungen, die unter König Salman, seinem Kronprinzen und allen saudischen Regierungsbeamten stattfanden“, so der Kopten-Papst weiter. Saudi-Arabien sei sowohl in der arabischen Welt als auch auf internationaler Ebene ein „Hauptpfeiler“.

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Kirchenführer für sichere Wege nach Europa

Kirchenführer verschiedener Konfessionen und Nationalitäten haben sich für sichere Wege nach Europa ausgesprochen. Dazu zählten humanitäre Visa, Neuansiedlungen und realistische Maßnahmen für die Arbeitsmigration, heißt es in einer am Dienstag in Brüssel veröffentlichten Weihnachtsbotschaft, die von der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und der Kommission der Kirchen für Migranten in Europa (CCME) initiiert wurde.

evangelisch.de

Zu den Unterzeichnern gehören der Generalsekretär des Weltkirchenrates Olav Fykse Tveit, der orthodoxe Metropolit Cleopas im Namen des Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm. Weitere Unterzeichner kommen unter anderem aus Österreich, Tschechien, Rumänien, Estland, Großbritannien und Italien.

Es sei inakzeptabel, dass das sogenannte Migrationsmanagement zu Situationen führe, in denen „der massive Verlust menschlichen Lebens auf dem Weg nach Europa normal geworden ist“, heißt es in der Botschaft.

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Kirche in Griechenland – Säkularisierung auf Raten

Die Metropoliten-Kathedrale in Thessaloniki – Hier regiert der erskonservative Bischof Anthimos
In Griechenland ist die orthodoxe Kirche in der Verfassung verankert. Viele Menschen halten fest an diesem Status. Gleichzeitig regt sich Widerstand – auch innerhalb der Kirche.

Florian Schmitz | Deutsche Welle

Noch ist es leer in der Metropoliten-Kathedrale im Zentrum von Thessaloniki an diesem Sonntagmorgen. Der Gottesdienst beginnt um sieben Uhr und dauert gut drei Stunden. Die meisten Gläubigen kommen gegen halb zehn, pünktlich zur heiligen Kommunion. Vorher ist die Messe eher ein rituelles Erlebnis. Männerchöre singen byzantinische Halbton-Choräle. Instrumente gibt es nicht. Die sind in der orthodoxen Kirche untersagt. Weihrauch liegt in der Luft. Die meisten Menschen beten still für sich. Andere wandern durch den Raum und küssen Heiligenbilder. Gut sichtbar im Raum steht die griechische Fahne.

Die Metropoliten-Kathedrale ist das religiöse Machtzentrum der Stadt. Hier arbeitet und predigt der mächtige Bischof Anthimos, bekannt für seine politischen Tiraden: „Griechenland bedeutet Mazedonien und Mazedonien bedeutet Griechenland!“ Ein unverblümter Protest gegen die Athener Schlichtungspolitik im Namenskonflikt mit dem Nachbarland Mazedonien.

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Gefährliche Renaissance des Wunderglaubens – Jesusglaube gehört dazu

Immer mehr Menschen glauben an Wunder. Matthias Pöhlmann, Beauftragter für Sekten und Weltanschauungsfragen der evangelischen Kirche in Bayern, warnt vor den Gefahren: Manche würden sich eher Geistheilern als einem Arzt anvertrauen. Ein Ausstieg aus der Verteufelung ist möglich.

evangelisch.de

„Man kann nicht elektrisches Licht und Radioapparat benutzen und gleichzeitig an die Geister- und Wunderwelt des Neuen Testaments glauben.“ So formulierte es der evangelische Theologe Rudolf Bultmann noch im letzten Jahrhundert. Heutzutage ist dies, so scheint es, überhaupt kein Problem mehr, moderne Technik nutzen und gleichzeitig offen sein für die Geister- und Wunderwelt nicht nur des Neuen Testaments. Der Wunderglauben hat in den letzten Jahrzehnten sogar zugenommen: 2006 bekannte laut Allensbach-Umfrage über die Hälfte der deutschen Bevölkerung, 56 Prozent, an Wunder zu glauben. Im Jahr 2000 waren es lediglich 29 Prozent. In der gegenwärtigen Religionskultur spielt der Wunderglaube also eine immer größer werdende Rolle, besonders im pfingstlich-charismatischen Bereich.

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Wie der Glaube Intoleranz, Rassismus und Homophobie fördert

Die metaphysische und spirituelle Welt ist die Domäne von Religionen. Im Zentrum stehen geistige Werte. Woher kommen wir, was passiert nach dem Tod, was ist der Sinn des Lebens?

Hugo Stamm | watson.ch

Bei all diesen Phänomenen gibt es keine eindeutigen Antworten. Jede Religion, jeder Glaube, jede Heilslehre setzt andere Schwerpunkte. Noch mehr: Sogar Gläubige der gleichen Religion entwickeln individuelle religiöse oder spirituelle Vorstellungen. Deshalb herrscht ein einziges globales religiöses Babylon. Dies vor allem auch, weil die spirituellen Weltbilder von Hoffnungen, Sehnsüchten und Ängsten geprägt sind.

So viele «Wahrheiten» wie Religionen

Alle Religionen und Heilslehren haben aber eine Gemeinsamkeit: Sie erheben einen Absolutheitsanspruch. Die Geistlichen der Zehntausenden von Religionen und Sekten behaupten, Vertreter der einen und wahren religiösen Lehre zu sein. Deshalb sind unzählige «Wahrheiten» miteinander im Wettstreit.

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Orthodoxe Riesenkathedrale in Bukarest eingeweiht

Rumäniens Hauptstadt Bukarest hat eine neue orthodoxe Kathedrale und damit das grösste und umstrittenste derartige Gotteshaus des Landes. (Bild: Robert Ghement/Epa)
Rumäniens Hauptstadt Bukarest hat eine neue orthodoxe Kathedrale und damit das grösste und umstrittenste derartige Gotteshaus des Landes.

Neue Zürcher Zeitung

Am Sonntag weihte das Kirchenoberhaupt, Patriarch Daniel, zusammen mit den Ökumenischen Patriarchen Bartholomeos I. von Konstantinopel den Rohbau im Beisein der Ministerpräsidentin Viorica Dancila. Mit der Fertigstellung der Kathedrale wird im Jahr 2024 gerechnet.

Das Bauwerk ist wegen seiner für die rumänische Orthodoxie untypischen Grösse und wegen der Finanzierung umstritten. Es überragt mit seinen 120 Metern Höhe sogar den unweit gelegenen «Palast des Volkes», den der kommunistische Diktator Nicolae Ceausescu in den 1980er Jahren errichten liess. Ceausescus Palast ist heute Sitz des Parlaments.

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Griechenland streicht orthodoxe Priester von Gehaltsliste

Image: GregPalast.com
Einigung zwischen Premier Tsipras und Erzbischof Hieronymus II. auch in der langen Streitfrage des kirchlichen Immobilienbesitzes.

kath.net

Rund 10.000 griechisch-orthodoxe Priester sowie Hilfskräfte sollen künftig nicht mehr direkt vom griechischen Staat bezahlt werden: Darauf haben sich Griechenlands Premier Alexis Tsipras und der orthodoxe Erzbischof Hieronymus II. nach griechischen Medienberichten geeinigt. Priester verlieren ihren Beamtenstatus, wogegen der Staat der Kirche künftig einen jährlichen Zuschuss für die Priestergehälter überweisen wird.

Beschlossen wurde bei dem bereits am Dienstag stattgefundenen Treffen im Amtssitz des Premiers in Athen zudem die Beilegung des jahrzehntelangen Eigentumsstreits zwischen dem griechischen Staat und der Kirche, die zu den größten Immobilienbesitzern des Landes zählt. Für die Nutzung des kirchlichen Grundbesitzes bilden Staat und Kirche künftig ein gemeinsames Gremium.

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Leben nach dem Tod: Das sagen die Weltreligionen

Bild: bb
Der Tod ist nicht das Ende – da sind sich die Weltreligionen einig. Was alle Religionen eint und was sie trennt.

kurier.at

Selbst die spanischen Missionare sind daran gescheitert – den Einheimischen Día de los Muertos auszutreiben. Schließlich hatten schon die Azteken in prähistorischer Zeit das fröhliche Totengedenken zelebriert. Bis heute ist ganz Lateinamerika der Meinung, dass in den Nächten des 1. und 2. Novembers die Toten für ein paar Stunden zu Besuch aus dem Jenseits kommen. Dafür werden sie im Diesseits mit viel Tamtam begrüßt und mit ihrem Lieblingsessen gestärkt.

Die Kirche arrangierte sich damit und legte Día de los Muertos mit ihren eigenen Totengedenktagen Allerheiligen und Allerseelen zusammen – die Idee vom Leben nach dem Tod als Brücke zwischen den Religionen. Schließlich hat die UNESCO den Feiertag sogar zum „Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit“ ernannt.

Bis heute ist man in Mexiko besonders konsequent in dem Glauben, dass der Tod der Anfang für ein neues Leben in einer anderen Welt ist. Wobei: Das Konzept ist allen Weltreligionen gemeinsam, wie Gerald Hödl, Religionswissenschaftler an der Universität Wien, erklärt: „Totengedenken ist weit verbreitet, und Speiseopfer kennen zum Beispiel auch die Buddhisten.“

Hödl unterscheidet zwischen den sogenannten abrahamitischen Religionen (Judentum, Christentum und Islam) und den Religionen indischen Ursprungs (Hinduismus und Buddhismus), „weil es da ganz unterschiedliche Zeitvorstellungen gibt. Die abrahamitischen Religionen kennen einen Anfang – als Gott die Welt schuf – und ein Ende – das hohe Gericht. Dementsprechend herrscht hier die Idee vor, dass man einmal lebt und am Ende der Tage die Toten auferweckt werden.“

In den indischen Religionen dagegen dominiert die Idee des Karma – das Handeln eines Lebewesens hat Konsequenzen für zukünftige Existenzen – und die Wiedergeburt.

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Wie Kirche und Kreml in Russland zusammenspannen

Kreml und Kirche auf dem Solovetsky-Archipel. Bild: SRF
Es war das Jahr 1952, als Maria Putina ihren Sohn in eine Leningrader Kirche trug, um ihn taufen zu lassen. Im Geheimen musste das alles geschehen. In der Sowjetunion war Atheismus staatlich verordnet. Gläubige wurden verfolgt.

David Nauer | SRF

Putina und ihr Söhnchen kamen allerdings ungeschoren davon. Der diensthabende Pope Michail taufte den Neugeborenen auf den Namen Wladimir. Wladimir Putin sollte später russischer Präsident werden – und seine Herrschaft ein wahrer Segen für die russisch-orthodoxe Kirche. Diese Kirche hat ihren Einfluss auf Gesellschaft und Staat in den letzten Jahren massiv ausbauen können.

Nicht nur werden im ganzen Land Gotteshäuser saniert oder gleich neu gebaut. Der Klerus besitzt auch umfangreiche Ländereien, betreibt zahlreiche Geschäfte und geniesst umfangreiche Steuerprivilegien. Auch politisch reden die Männer in den schwarzen Roben mehr und mehr mit.

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Haben Hamster eine Seele?

Katzensegnung in Moskau am Welttag des obdachlosen Tiers. (imago stock&people/Mikhail Tereshchenko/TASS)
Sind auch Tiere Kinder Gottes? Das hängt von der Glaubensrichtung der Menschen ab. Buddhisten achten sogar Kleinstlebewesen, Hindus bringen Gottheiten blutige Tieropfer. Das Christentum überdenkt seine Haltung, davon zeugt die Enzyklika „Laudato Si“.

Von Michael Hollenbach | Deutschlandfunk Kultur

In der Schöpfungsgeschichte des Alten Testament heißt es in Genesis 1 Vers 29: „Gott segnete Mann und Frau und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen.“

Und bereits in Vers 1 steht zu lesen: „Furcht und Schrecken vor euch soll sich auf alle Tiere der Erde legen, auf alle Vögel des Himmels, auf alles, was sich auf der Erde regt, und auf alle Fische des Meeres; euch sind sie übergeben. Alles Lebendige, das sich regt, soll euch zur Nahrung dienen.“

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