‘Wo Religionsfreiheit eingeschränkt ist, werden auch andere Rechte unterdrückt

„Kirche in Not“ hat Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2018“ vorgestellt.

kath.net

61 Prozent der Weltbevölkerung leben in Ländern, in denen das Menschenrecht auf Religionsfreiheit nicht respektiert wird. Das ist eines der zentralen Ergebnisse der Studie „Religionsfreiheit weltweit 2018“, die das päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ Deutschland am 28. November bei einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main vorgestellt hat.

196 Länder im Hinblick auf Religionsfreiheit untersucht

Der Bericht, an dem über 40 internationale Autoren mitgewirkt haben und der zum 14. Mail erscheint, nimmt die Situation in 196 Ländern in den Blick, analysiert die Rechtslage und dokumentiert Verstöße gegen das Grundrecht auf Religionsfreiheit – für Christen wie für alle anderen Religionen. Die Ergebnisse seien ernüchternd, erklärte Maria Lozano, Pressebeauftragte von „Kirche in Not“ International und Mitglied im Redaktionsteam des Berichts: „In 38 Ländern kommt es zu schwerwiegenden Verletzungen der Religionsfreiheit und in 18 dieser Länder hat sich die Lage seit 2016 nochmals verschlechtert.“

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Militärbischof Rink erinnert an Religionsfreiheit in der Armee

Sigurd Rink, die Apocalypse. bearb. BB

Der evangelische Militärbischof Sigurd Rink hat anlässlich des bevorstehenden Jahrestags der Verabschiedung der UN-Menschenrechts-Charta an das grundlegende Recht auf Gewissens- und Religionsfreiheit in der Bundeswehr erinnert.

evangelisch.de

„Im Berufsalltag der Armee bedarf die freie Religionsausübung eines besonderen Augenmerks“, heißt es in einer Pressemitteilung, die am Donnerstag in Berlin veröffentlicht wurde. Am 10. Dezember 1948 hatten die Vereinten Nationen die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ beschlossen.

Die evangelische und die katholische Kirche setzten alles daran, dieses Recht an den Bundeswehr-Standorten und in den Auslandseinsätzen zu gewährleisten, sagte Rink.

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Trotz Khashoggi-Tod: Kopten-Papst lobt saudischen Kronprinzen

Bild: ©KNA
Seit dem Mord am Journalisten Jamal Khashoggi ist der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman ins Visier der Weltöffentlichkeit geraten. Kopten-Papst Tawadros II. hält ihn jedoch für eine „aufgeschlossene Person“ mit „modernen Visionen“.

katholisch.de

Das Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche, Papst Tawadros II., hat sich lobend über den saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman geäußert. Dieser sei „eine aufgeschlossene Person, die eine moderne Vision bezüglich des Lebens hat“, sagte Tawadros der englischsprachigen saudi-arabischen Tageszeitung „Arab News“ (Mittwoch).

„Ich persönlich verfolge alle positiven Entwicklungen, die unter König Salman, seinem Kronprinzen und allen saudischen Regierungsbeamten stattfanden“, so der Kopten-Papst weiter. Saudi-Arabien sei sowohl in der arabischen Welt als auch auf internationaler Ebene ein „Hauptpfeiler“.

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Kirchenführer für sichere Wege nach Europa

Kirchenführer verschiedener Konfessionen und Nationalitäten haben sich für sichere Wege nach Europa ausgesprochen. Dazu zählten humanitäre Visa, Neuansiedlungen und realistische Maßnahmen für die Arbeitsmigration, heißt es in einer am Dienstag in Brüssel veröffentlichten Weihnachtsbotschaft, die von der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und der Kommission der Kirchen für Migranten in Europa (CCME) initiiert wurde.

evangelisch.de

Zu den Unterzeichnern gehören der Generalsekretär des Weltkirchenrates Olav Fykse Tveit, der orthodoxe Metropolit Cleopas im Namen des Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm. Weitere Unterzeichner kommen unter anderem aus Österreich, Tschechien, Rumänien, Estland, Großbritannien und Italien.

Es sei inakzeptabel, dass das sogenannte Migrationsmanagement zu Situationen führe, in denen „der massive Verlust menschlichen Lebens auf dem Weg nach Europa normal geworden ist“, heißt es in der Botschaft.

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Kirche in Griechenland – Säkularisierung auf Raten

Die Metropoliten-Kathedrale in Thessaloniki – Hier regiert der erskonservative Bischof Anthimos
In Griechenland ist die orthodoxe Kirche in der Verfassung verankert. Viele Menschen halten fest an diesem Status. Gleichzeitig regt sich Widerstand – auch innerhalb der Kirche.

Florian Schmitz | Deutsche Welle

Noch ist es leer in der Metropoliten-Kathedrale im Zentrum von Thessaloniki an diesem Sonntagmorgen. Der Gottesdienst beginnt um sieben Uhr und dauert gut drei Stunden. Die meisten Gläubigen kommen gegen halb zehn, pünktlich zur heiligen Kommunion. Vorher ist die Messe eher ein rituelles Erlebnis. Männerchöre singen byzantinische Halbton-Choräle. Instrumente gibt es nicht. Die sind in der orthodoxen Kirche untersagt. Weihrauch liegt in der Luft. Die meisten Menschen beten still für sich. Andere wandern durch den Raum und küssen Heiligenbilder. Gut sichtbar im Raum steht die griechische Fahne.

Die Metropoliten-Kathedrale ist das religiöse Machtzentrum der Stadt. Hier arbeitet und predigt der mächtige Bischof Anthimos, bekannt für seine politischen Tiraden: „Griechenland bedeutet Mazedonien und Mazedonien bedeutet Griechenland!“ Ein unverblümter Protest gegen die Athener Schlichtungspolitik im Namenskonflikt mit dem Nachbarland Mazedonien.

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Gefährliche Renaissance des Wunderglaubens – Jesusglaube gehört dazu

Immer mehr Menschen glauben an Wunder. Matthias Pöhlmann, Beauftragter für Sekten und Weltanschauungsfragen der evangelischen Kirche in Bayern, warnt vor den Gefahren: Manche würden sich eher Geistheilern als einem Arzt anvertrauen. Ein Ausstieg aus der Verteufelung ist möglich.

evangelisch.de

„Man kann nicht elektrisches Licht und Radioapparat benutzen und gleichzeitig an die Geister- und Wunderwelt des Neuen Testaments glauben.“ So formulierte es der evangelische Theologe Rudolf Bultmann noch im letzten Jahrhundert. Heutzutage ist dies, so scheint es, überhaupt kein Problem mehr, moderne Technik nutzen und gleichzeitig offen sein für die Geister- und Wunderwelt nicht nur des Neuen Testaments. Der Wunderglauben hat in den letzten Jahrzehnten sogar zugenommen: 2006 bekannte laut Allensbach-Umfrage über die Hälfte der deutschen Bevölkerung, 56 Prozent, an Wunder zu glauben. Im Jahr 2000 waren es lediglich 29 Prozent. In der gegenwärtigen Religionskultur spielt der Wunderglaube also eine immer größer werdende Rolle, besonders im pfingstlich-charismatischen Bereich.

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Wie der Glaube Intoleranz, Rassismus und Homophobie fördert

Die metaphysische und spirituelle Welt ist die Domäne von Religionen. Im Zentrum stehen geistige Werte. Woher kommen wir, was passiert nach dem Tod, was ist der Sinn des Lebens?

Hugo Stamm | watson.ch

Bei all diesen Phänomenen gibt es keine eindeutigen Antworten. Jede Religion, jeder Glaube, jede Heilslehre setzt andere Schwerpunkte. Noch mehr: Sogar Gläubige der gleichen Religion entwickeln individuelle religiöse oder spirituelle Vorstellungen. Deshalb herrscht ein einziges globales religiöses Babylon. Dies vor allem auch, weil die spirituellen Weltbilder von Hoffnungen, Sehnsüchten und Ängsten geprägt sind.

So viele «Wahrheiten» wie Religionen

Alle Religionen und Heilslehren haben aber eine Gemeinsamkeit: Sie erheben einen Absolutheitsanspruch. Die Geistlichen der Zehntausenden von Religionen und Sekten behaupten, Vertreter der einen und wahren religiösen Lehre zu sein. Deshalb sind unzählige «Wahrheiten» miteinander im Wettstreit.

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Orthodoxe Riesenkathedrale in Bukarest eingeweiht

Rumäniens Hauptstadt Bukarest hat eine neue orthodoxe Kathedrale und damit das grösste und umstrittenste derartige Gotteshaus des Landes. (Bild: Robert Ghement/Epa)
Rumäniens Hauptstadt Bukarest hat eine neue orthodoxe Kathedrale und damit das grösste und umstrittenste derartige Gotteshaus des Landes.

Neue Zürcher Zeitung

Am Sonntag weihte das Kirchenoberhaupt, Patriarch Daniel, zusammen mit den Ökumenischen Patriarchen Bartholomeos I. von Konstantinopel den Rohbau im Beisein der Ministerpräsidentin Viorica Dancila. Mit der Fertigstellung der Kathedrale wird im Jahr 2024 gerechnet.

Das Bauwerk ist wegen seiner für die rumänische Orthodoxie untypischen Grösse und wegen der Finanzierung umstritten. Es überragt mit seinen 120 Metern Höhe sogar den unweit gelegenen «Palast des Volkes», den der kommunistische Diktator Nicolae Ceausescu in den 1980er Jahren errichten liess. Ceausescus Palast ist heute Sitz des Parlaments.

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Griechenland streicht orthodoxe Priester von Gehaltsliste

Image: GregPalast.com
Einigung zwischen Premier Tsipras und Erzbischof Hieronymus II. auch in der langen Streitfrage des kirchlichen Immobilienbesitzes.

kath.net

Rund 10.000 griechisch-orthodoxe Priester sowie Hilfskräfte sollen künftig nicht mehr direkt vom griechischen Staat bezahlt werden: Darauf haben sich Griechenlands Premier Alexis Tsipras und der orthodoxe Erzbischof Hieronymus II. nach griechischen Medienberichten geeinigt. Priester verlieren ihren Beamtenstatus, wogegen der Staat der Kirche künftig einen jährlichen Zuschuss für die Priestergehälter überweisen wird.

Beschlossen wurde bei dem bereits am Dienstag stattgefundenen Treffen im Amtssitz des Premiers in Athen zudem die Beilegung des jahrzehntelangen Eigentumsstreits zwischen dem griechischen Staat und der Kirche, die zu den größten Immobilienbesitzern des Landes zählt. Für die Nutzung des kirchlichen Grundbesitzes bilden Staat und Kirche künftig ein gemeinsames Gremium.

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Leben nach dem Tod: Das sagen die Weltreligionen

Bild: bb
Der Tod ist nicht das Ende – da sind sich die Weltreligionen einig. Was alle Religionen eint und was sie trennt.

kurier.at

Selbst die spanischen Missionare sind daran gescheitert – den Einheimischen Día de los Muertos auszutreiben. Schließlich hatten schon die Azteken in prähistorischer Zeit das fröhliche Totengedenken zelebriert. Bis heute ist ganz Lateinamerika der Meinung, dass in den Nächten des 1. und 2. Novembers die Toten für ein paar Stunden zu Besuch aus dem Jenseits kommen. Dafür werden sie im Diesseits mit viel Tamtam begrüßt und mit ihrem Lieblingsessen gestärkt.

Die Kirche arrangierte sich damit und legte Día de los Muertos mit ihren eigenen Totengedenktagen Allerheiligen und Allerseelen zusammen – die Idee vom Leben nach dem Tod als Brücke zwischen den Religionen. Schließlich hat die UNESCO den Feiertag sogar zum „Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit“ ernannt.

Bis heute ist man in Mexiko besonders konsequent in dem Glauben, dass der Tod der Anfang für ein neues Leben in einer anderen Welt ist. Wobei: Das Konzept ist allen Weltreligionen gemeinsam, wie Gerald Hödl, Religionswissenschaftler an der Universität Wien, erklärt: „Totengedenken ist weit verbreitet, und Speiseopfer kennen zum Beispiel auch die Buddhisten.“

Hödl unterscheidet zwischen den sogenannten abrahamitischen Religionen (Judentum, Christentum und Islam) und den Religionen indischen Ursprungs (Hinduismus und Buddhismus), „weil es da ganz unterschiedliche Zeitvorstellungen gibt. Die abrahamitischen Religionen kennen einen Anfang – als Gott die Welt schuf – und ein Ende – das hohe Gericht. Dementsprechend herrscht hier die Idee vor, dass man einmal lebt und am Ende der Tage die Toten auferweckt werden.“

In den indischen Religionen dagegen dominiert die Idee des Karma – das Handeln eines Lebewesens hat Konsequenzen für zukünftige Existenzen – und die Wiedergeburt.

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Wie Kirche und Kreml in Russland zusammenspannen

Kreml und Kirche auf dem Solovetsky-Archipel. Bild: SRF
Es war das Jahr 1952, als Maria Putina ihren Sohn in eine Leningrader Kirche trug, um ihn taufen zu lassen. Im Geheimen musste das alles geschehen. In der Sowjetunion war Atheismus staatlich verordnet. Gläubige wurden verfolgt.

David Nauer | SRF

Putina und ihr Söhnchen kamen allerdings ungeschoren davon. Der diensthabende Pope Michail taufte den Neugeborenen auf den Namen Wladimir. Wladimir Putin sollte später russischer Präsident werden – und seine Herrschaft ein wahrer Segen für die russisch-orthodoxe Kirche. Diese Kirche hat ihren Einfluss auf Gesellschaft und Staat in den letzten Jahren massiv ausbauen können.

Nicht nur werden im ganzen Land Gotteshäuser saniert oder gleich neu gebaut. Der Klerus besitzt auch umfangreiche Ländereien, betreibt zahlreiche Geschäfte und geniesst umfangreiche Steuerprivilegien. Auch politisch reden die Männer in den schwarzen Roben mehr und mehr mit.

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Haben Hamster eine Seele?

Katzensegnung in Moskau am Welttag des obdachlosen Tiers. (imago stock&people/Mikhail Tereshchenko/TASS)
Sind auch Tiere Kinder Gottes? Das hängt von der Glaubensrichtung der Menschen ab. Buddhisten achten sogar Kleinstlebewesen, Hindus bringen Gottheiten blutige Tieropfer. Das Christentum überdenkt seine Haltung, davon zeugt die Enzyklika „Laudato Si“.

Von Michael Hollenbach | Deutschlandfunk Kultur

In der Schöpfungsgeschichte des Alten Testament heißt es in Genesis 1 Vers 29: „Gott segnete Mann und Frau und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen.“

Und bereits in Vers 1 steht zu lesen: „Furcht und Schrecken vor euch soll sich auf alle Tiere der Erde legen, auf alle Vögel des Himmels, auf alles, was sich auf der Erde regt, und auf alle Fische des Meeres; euch sind sie übergeben. Alles Lebendige, das sich regt, soll euch zur Nahrung dienen.“

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Kirchen gegen wachsenden Nationalismus und „Festung Europa“

„Im Geist der Solidarität, der Geschwisterlichkeit und der Freiheit“: Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich hat die Christen aufgerufen, sich „für ein solidarisches Europa“ einzusetzen.

DOMRADIO.DE

In einer am Montag in Wien veröffentlichten Erklärung fordern die 16 beteiligten Kirchen eine soziale Völkergemeinschaft, in der „die Würde eines jeden Menschen gewährleistet ist“. Abzulehnen sei ein Europa, „das zur Festung ausgebaut wird“. Stattdessen müsse mehr für Geflüchtete und deren Integration getan werden. Der Aufruf ist mit Blick auf die aktuelle EU-Ratspräsidentschaft Österreichs sowie auf die Wahlen zum Europäischen Parlament im Mai 2019 veröffentlicht.

„Ungeist des Nationalismus“

Eindringlich wird in der Erklärung vor dem „Ungeist des Nationalismus“ gewarnt. Mit nationalistischen Entwicklungen gehe der Rückbau demokratischer Errungenschaften und die Einschränkung von Grund- und Freiheitsrechten einher. Erforderlich sei eine Europäische Union, in der Bürger „ein hohes Maß an Mitbestimmung haben, das auf Gewaltenteilung, Transparenz, Pressefreiheit und einer starken Zivilgesellschaft beruht“, hieß es. Es sei Aufgabe der EU, Regierungen zu sanktionieren, die gegen die Einhaltung demokratischer Grundwerte verstoßen.

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Russland und die Türkei richten eine demilitarisierte Zone um Idlib ein

Der russische Präsident Putin und der türkische Präsident Erdogan einigen sich in Sotschi auf eine entmilitarisierte Zone um Idlib. (Bild: EPA)
Der russische Präsident Wladimir Putin und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan beraten in Sotschi die Lage in der syrischen Rebellenhochburg Idlib. Die beiden Staatschefs wollen rund um die Rebellenzone bis zum 15. Oktober eine demilitarisierte Zone einrichten.

Neue Zürcher Zeitung

Russlands Präsident Wladimir Putin und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan haben sich auf die Schaffung einer demilitarisierten Zone in der syrischen Provinz Idlib geeinigt. So soll ein Angriff auf Idlib verhindert werden.

Die demilitarisierte Zonne solle 15 bis 20 Kilometer breit sein und ab Mitte Oktober zwischen Rebellen und Regierungstruppen verlaufen, sagte Putin am Montag nach einem Treffen mit Erdogan in Sotschi. Eine Offensive auf die Rebellenhochburg wird nach den Worten des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigu damit verhindert.

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Russische Kirche bricht mit Patriarchat von Konstantinopel – drohende Kirchenspaltung in der Orthodoxie

Paukenschlag in der orthodoxen Kirche: Im Streit um eine Eigenständigkeit der ukrainischen Kirche hat Moskau dem Ehrenoberhaupt und Patriarchen von Konstantinopel die Freundschaft gekündigt. Eine Eskalation droht.

DOMRADIO.DE

Der orthodoxen Kirche droht wegen eines Streits zwischen den bedeutendsten Kirchenzentren Konstantinopel und Moskau die Spaltung. Die Sondersitzung des Leitungsgremiums der russisch-orthodoxen Kirche, des Heiligen Synods, in Moskau endete am Freitagabend mit einem Paukenschlag: Aus Protest gegen die Initiative zur Schaffung einer eigenständigen orthodoxen Kirche in der Ukraine stellt die russische Kirche vorerst die Zusammenarbeit mit dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel ein.

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Nationalismus kann religiös und antireligiös sein

Sinnbild für die Verbindung von neuem Nationalismus und Religion? „Pegida“-Anhänger demonstrieren mit einem schwarz-rot-gold angemalten Kreuz in Dresden. (dpa / Kay Nietfeld)
Ob Religion Nationalismus verstärkt oder sich ihm entgegen stellt, hängt von den Frontverläufen in einer Gesellschaft ab, sagt Hans Joas. Auch das Christentum laufe trotz seines „Menschheitsethos“ Gefahr, mit nationalen Interessen zu verschmelzen.

Hans Joas im Gespräch mit Anne Françoise Weber | Deutschlandfunk Kultur

Anne Françoise Weber: Schwarz-rot-golden angemalte Kreuze sind bisweilen bei Pegida-Demonstrationen zu sehen – sinnbildlicher kann man die Verbindung von neuem Nationalismus und Religion ja eigentlich kaum machen. Das Ganze ist kein rein deutsches Phänomen, hier noch zwei andere Beispiele: 2016 feierte der polnische Staatspräsident das 25-jährige Bestehen des privaten nationalkatholischen Senders Radio Maryja mit. Und der ungarische Ministerpräsident Victor Orbán, selbst Calvinist, will das „christliche Europa“ vor dem Islam retten, und dazu schließt er vorsorglich erst mal die Grenzen seines Landes.

Wie funktioniert dieses Zusammengehen von Religion und neuem Nationalismus? Ist das ein spezifisch europäisches Phänomen, eine Gegenreaktion auf die europäische Einigung? Mit solchen Fragen hat sich in den vergangenen Tagen eine Konferenz des Instituts für öffentliche Theologe der Berliner Humboldt-Universität befasst. Einer der Mitwirkenden war Hans Joas, Sozialphilosoph und Ernst-Troeltsch-Professor für Religionssoziologie eben an der Humboldt-Universität. Ich habe vor der Sendung mit ihm gesprochen und ihn gefragt: Herr Joas, bevor wir jetzt auf die neuen Nationalismen in Europa kommen, ein Schritt zurück – wie viel hat denn die Überwindung des Nationalismus, die europäische Einigung mit Religion zu tun? Es ist ja doch auffällig, dass die Protagonisten der Einigung – Adenauer, de Gaulle oder Robert Schuman – alles gläubige Katholiken waren.

Hans Joas: Also was diese Frühgeschichte der europäischen Einigung betrifft, gibt es ganz verschiedene Erzählungen, und das halte ich auch für ziemlich natürlich. Wenn etwas kontrovers ist, kämpft man auch um die Erzählungen der Entstehung dieses Phänomens. Die einen betonen sicher, wie Sie gerade, dass es eine Art Vision gab für eine künftige, friedliche Ordnung in Europa und dass die sehr stark mit Religion zusammenhing. Die anderen betonen eher, dass es strategische Motive waren, und legen den Akzent darauf, dass das ja nur eine Friedensordnung in Europa sein sollte, dass beispielsweise die Franzosen und die Briten in derselben Zeit sich um die Aufrechterhaltung ihrer Kolonialreiche mit allen Mitteln bemüht haben, auch mit brutalen, kriegerischen Mitteln …

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Russland unterstützt die Türkei im Streit mit den USA

Russlands Aussenminister Sergei Lawrow und sein türkischer Amtskollege Mevlut Cavusoglu bei ihrem Treffen in Ankara. (Bild: Burhan Ozbilici / AP)
Nach neuen Sanktionen und Strafzöllen haben Russland und die Türkei gemeinsam die Politik der USA scharf kritisiert. «Diese Politik darf nicht fortgesetzt werden», sagte der russische Aussenminister Sergei Lawrow bei einem Besuch in Ankara.

Neue Zürcher Zeitung

«Wir sehen die Verschärfung von Sanktionen als nicht legitime Politik», sagte Lawrow. Die USA wollten den Ton in internationalen Angelegenheiten ohne Abstimmung mit anderen Staaten vorgeben. In der vergangenen Woche hatte Washington sowohl Strafmassnahmen gegen Moskau als auch gegen Ankara verhängt. Im Fall der Türkei verdoppelte Präsident Donald Trump Strafzölle auf Stahl- und Aluminium-Importe aus der Türkei. Die Lira, die seit Monaten schwächelt, ging daraufhin in den freien Fall.

Lawrows türkischer Kollege Mevlüt Cavusoglu forderte während der gemeinsamen Pressekonferenz, dass die «Ära der Schikanen» enden müsse. Die USA würden nur respektiert werden, «wenn sie anderen Ländern und ihren Bedenken zuhören und alle als gleich ansehen».

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Ihr Atheismus zieht den Zorn Gottes auf uns herab!

Bischof Ambrosios. Bild: QUEER.DE
Der griechisch-orthodoxe Bischof Ambrosios von Kalavrita hat den griechischen Premierminister beschuldigt, an den schweren Bränden in Griechenland mitschuldig zu sein

kath.net

Der griechisch-orthodoxe Bischof Ambrosios von Kalavrita hat den griechischen Premierminister beschuldigt, an den schweren Bränden in Griechenland mitschuldig zu sein. „Der atheistische Premier Alexis Tsipras zieht den Zorn Gott auf uns herab.“, schreibt der Bischof auf seinem Blog. „Die Atheisten von Syriza sind die Ursachen für das große Desaster! Ihr Atheismus zieht den Zorn Gottes auf uns herab!“, betont er nochmals. Bei den Waldbränden sind in den vergangenen Tagen 74 Menschen verstorben. Der Erzbischof von Athen hat aber betont, dass dies nur die persönliche Meinung des Bischofs sei.

Was geschieht mit den Christen in Israel?

Orthodoxe Christen warten in der Jerusalemer Grabeskirche auf das Wunder des Heiligen Feuers. (Bild: Abir Sultan / EPA)
Hunderttausende christliche Pilger aus aller Welt besuchen jährlich Jerusalem, Nazareth oder Bethlehem. Doch der Bevölkerungsanteil der in Israel lebenden Christen sinkt ständig. Gleichzeitig identifizieren sich viele von ihnen zunehmend mit dem jüdischen Staat. Da ist nur scheinbar ein Widerspruch.

Daniela Segenreich | Neue Zürcher Zeitung

Die christlichen Pilger gehen auf den Spuren Jesu die Via Dolorosa entlang, schreiten durch das grosse Tor der Grabeskirche in Jerusalem und sehen, wo Jesus auf dem Wasser des Sees Genezareth gewandelt ist. Christen haben in Israel Religionsfreiheit, und die Kirchen vieler christlicher Ausrichtungen besitzen und verwalten in Jerusalem und anderen Städten ihre Kirchen, Klöster und Patriarchate. Dennoch ist der Anteil der Christen im Land und in der Region verschwindend gering.

Im gesamten Nahen Osten, wo das Christentum tief verwurzelt ist, waren Anfang des letzten Jahrhunderts noch etwa ein Drittel der Bewohner Christen. Aufgrund von Kriegen und Verfolgung, nicht zuletzt auch wegen der jüngsten Konflikte im Irak und in Syrien, sind es heute weniger als ein Zehntel. «Christen erfahren einen physischen und spirituellen Genozid hier im Nahen Osten! Das betrifft nicht nur ihr Leben, sondern auch ihre Kultur, ihre Sprache und ihre Tradition», wettert Shadi Khalloul, der in Israel vor einigen Jahren die ICAA, eine Organisation zur Erhaltung und Wiederbelebung des christlichen und insbesondere des aramäischen Glaubens und seiner Kultur, ins Leben gerufen hat.

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Die orthodoxe Welt fürchtet das nächste große Schisma

© Bild: picture alliance / Artyom Geodakyan / TASS / dpa
Seit fast 1.000 Jahren sind die Kirchen in West und Ost getrennt. Nun droht erneut ein Schisma. Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel muss über die Eigenständigkeit der ukrainischen Kirche befinden. Doch Moskau ist dagegen.

katholisch.de

Bartholomaios I., Ökumenischer Patriarch von Konstantinopel, ist dieser Tage nicht zu beneiden. Das Ehrenoberhaupt der Orthodoxie hat eine Entscheidung zu treffen, die im besten Fall für Ärger unter einigen Millionen von Gläubigen sorgt, im schlimmsten Fall sogar ein weltweites Schisma auslöst: Die ukrainisch-orthodoxe Kirche des Kiewer Patriarchats möchte unabhängig werden. Seit April liegt im Fener, dem Amtssitz des Patriarchen im heutigen Istanbul, ein entsprechender Antrag auf dem Tisch. Nun hat Bartholomaios I. eine Entscheidung von enormer gesellschaftlicher, möglicherweise sogar weltpolitischer Bedeutung zu fällen.

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