Luther-Bibel bereits 100.000 Mal heruntergeladen

Bild: Google Play. Screenshot: bb
Bild: Google Play. Screenshot: bb

Die neue Lutherbibel für Smartphone oder Tabletcomputer verbreitet sich rasant: Das Mitte Oktober veröffentlichte Programm wurde schon über 100.000 Mal heruntergeladen, teilte die Deutsche Bibelgesellschaft am Mittwoch in Stuttgart mit.

evangelisch.de

Die elektronische Bibelausgabe ist gratis, finanziert wird das Projekt unter anderem von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). „Das Interesse an der Lutherbibel-App zeigt, dass auch in modernen Medien die klassische deutsche Bibelübersetzung ihren Platz haben muss“, sagte der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, Christoph Rösel. Mit der Software können Nutzer im Text blättern, Verweisstellen verfolgen und die komplette Bibel durchsuchen. Es lassen sich Notizen und Lesezeichen zu einzelnen Versen anlegen und Passagen in verschiedenen Farben markieren. Ausgewählte Bibellesepläne für die regelmäßige und systematische Lektüre des Textes gehören ebenfalls zum Programm.

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Völkermord an Herero und Nama: Welche Mitschuld trägt die Evangelische Kirche?

Vor dem Abmarsch in den Kampf gegen die aufständischen Hereros in Deutsch-Südwestafrika wird im Jahr 1904 die 2. Marine-Feldkompanie eingesegnet. (picture-alliance / dpa - Friedrich Rohrmann)
Vor dem Abmarsch in den Kampf gegen die aufständischen Hereros in Deutsch-Südwestafrika wird im Jahr 1904 die 2. Marine-Feldkompanie eingesegnet. (picture-alliance / dpa – Friedrich Rohrmann)
Vertreter der namibischen Herero und Nama haben eine Klage gegen Deutschland angestrengt. Sie fordern Reparationszahlungen für die zwischen 1904 und 1908 begangenen Verbrechen der wilhelminischen Kolonialmacht. Der Völkermord beschäftigt auch die Evangelische Kirche. Wie viel Mitschuld haben Missionare, evangelische Geistliche und die kirchliche Institutionen?

Von Carsten Dippel | Deutschlandfunk

Schon 1842 zogen Missionare der Rheinischen Missionsgesellschaft nach Namibia, das dann 1884 als Deutsch-Südwestafrika Kolonie des Deutschen Reiches wurde. In ihrer Missionsarbeit standen sie in unmittelbarem Kontakt zu der sehr heterogenen Bevölkerung des afrikanischen Landes. Sie waren aber immer auch eng verbunden mit der Kolonialmacht. Später waren die christlichen Missionare, wie auch die kirchlichen Amtsträger der deutschsprachigen evangelisch-lutherischen Gemeinde, Zeugen eines unvorstellbaren Verbrechens, denen Schätzungen zufolge annähernd 90.000 Menschen zum Opfer fielen. Vor dem Hintergrund dieser historischen Erfahrung sieht sich die Evangelische Kirche im Rheinland bis heute in besonderer Weise in der Verantwortung, sagt die Oberkirchenrätin Barbara Rudolph.

„Weil wir sehen, dass die Auswirkungen der Kolonialzeit bis heute spürbar und erfahrbar „sind. Die Kombination der kolonialen Besetzung des Landes, die dann überging in die Apartheidzeit, führt dazu, dass bis heute in einem Land, das eigentlich reich sein könnte an Rohstoffen und Landwirtschaft, die Bevölkerung der Bevölkerungsgruppen die damals in dem Krieg auch involviert war, bis heute unter der Armutsgrenze leben. Das können wir einfach in der Partnerschaft nicht akzeptieren und müssen daran arbeiten.“

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Wer sich verpartnert, muss bei der Caritas mit Kündigung rechnen

Allein die Liebe zählt. Erst gleichgeschlechtliche Trauung am 12. August 2016 in der Berliner Landeskirche.Foto: Wolfram Kastl/dpa/p-a
Allein die Liebe zählt. Erst gleichgeschlechtliche Trauung am 12. August 2016 in der Berliner Landeskirche.Foto: Wolfram Kastl/dpa/p-a
Eine neue Folge unserer Kolumne Heteros fragen, Homos antworten. Diesmal geht es um Glaube und Homosexualität.

Von Anja Kühne | DER TAGESSPIEGEL

Für die meisten Glaubensgemeinschaften gilt Homosexualität als Sünde. Wie haltet ihr es also mit der Religion? – Hartmut, Falkensee

Es stimmt, die großen Religionen, jedenfalls das Christentum, das Judentum und der Islam, haben generell ein angespanntes Verhältnis zur Sexualität, wenn sie nicht bloß der Fortpflanzung dient. Entsprechend verurteilen die heiligen Schriften nach konventioneller Auslegung Homosexualität. Darauf berufen sich religiöse Menschen, wenn sie Homosexuelle herabsetzen, ausgrenzen oder – im Fall von Fanatikern – sogar physisch attackieren. Weltweit gibt es Prediger aller Richtungen, die regelmäßig dazu beitragen, die gesellschaftliche Atmosphäre zu vergiften.

Leider hat auch Papst Franziskus, für liberale Christen ein Hoffnungsträger, gerade erst den katholischen Katechismus bestätigt. Demnach verstoßen homosexuelle Handlungen „gegen das natürliche Gesetz“. Allerdings solle Homos „mit Achtung, Mitleid und Takt“ begegnet werden.

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Jesus‘ Schmuddelkinder

 

„Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht.“
Albert Schweitzer

Die christlichen Amtskirchen in deutschen Landen bemühen sich Distanz zum neo-nazistischen, christlichen Schmuddelkind AfD(Alternative für Deutschland) zu schaffen. Sie bestimmen wer Christ ist. Genau das steht ihnen nicht zu. Taufe, Konfirmation/Kommunion, kirchliche Trauung und Beerdigung sichern den Bestand des Fanklubs Jesus Christus. Ganz wichtig in dieser Hinsicht ist die personale Beziehung der Betroffenen zum untoten Jesus. Zwiegespräche mit ihm sichern diese Beziehung und sind wichtig für das Werden des Christen. Leicht erkennbar, Amtskirche kann einem Christen das Christsein nicht absprechen, das ist Sache Gottes. Katholik Adolf Hitler wurde nie exkommuniziert, das Jüngste Gericht soll über ihn entscheiden. Und so wird es mit all jenen passieren, deren sich die Kirchen heute so schämen, den Rassisten, Rechtspopulisten, Fremdenfeinden und radikalen Extremisten. Der christliche Alleinvertretungsanspruch der Kirchen lässt diese Leute wie die fette Krätze am Bein kleben.
Hoher christlicher Schöpfungsgrad sichert die Pfründe der Kirchen, die Allgemeinheit bezahlt. Auch für den Judenhass eines Martin Luthers. Selbiger ist der Kulminationspunkt christlicher Entwicklung, praktisch umgesetzt durch den Katholiken Adolf Hitler und seiner Verbrecherbande. Es wird ein Mann gefeiert, der in seiner Weltsicht viel extremer daher kommt als die Raubritter des „christlichen Abendlandes“ der AfD. Luther war Extremist. Sein Frauenbild barbarisch. Frauen haben die Pflicht zum Gebären.

„Der Tod im Kindbett ist nichts weiter als ein Sterben im edlen Werk und Gehorsam Gottes. Ob die Frauen sich aber auch müde und zuletzt tot tragen, das schadet nichts. Lass sie nur tot tragen, sie sind darum da.“Martin Luther

Bei solchen Sprüchen, und es gibt weitaus schlimmere, fragt man sich, wie Feministinnen den Reformator hochleben lassen können.

Das Bemühen der Kirchen um Distanz zur Alternative für Deutschland ist bigott. Man feiert auf der einen Seite Luthers Reformation des Glaubens, versucht Positives zu okkupieren und vermeint das Negative auf den Müll der Geschichte entsorgen zu können. Scheibenweise Vereinnahmung eines Mannes der heute im Knast sitzen würde.

„Darum ehrt auch Gott das Schwert mit so hohen Worten, dass er es seine eigene Ordnung nennt (Römer 13, 1) und nicht will, dass man sage oder denke, die Menschen hatten es erfunden und eingesetzt. Denn die Hand, die das Schwert führt und tötet, ist dann auch nicht mehr eines Menschen Hand, sondern Gottes Hand, und nicht der Mensch, sondern Gott henkt, rädert, enthauptet, tötet und führt den Krieg. Das alles sind seine Werke und sein Gericht.“ Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526

Und so segnete er den Krieg.

Warum Dschihadisten keine religiösen Analphabeten sind

Bild: nationalreview.com
Bild: nationalreview.com
Lässt sich islamistischer Fundamentalismus mit dem Koran begründen? Die Ethnologin Susanne Schröter schließt nicht aus, dass sich Dschihadisten auf islamische Quellen berufen. Im Gespräch erklärt sie, dass es aber auch progressive Kräfte im Islam gebe.

Susanne Schröter im Gespräch mit Nana Brink | Deutschlandradio Kultur

Nana Brink: „Großerzählungen des Extremen“ heißt eine sehr ambitionierte Veranstaltungsreihe des Kulturwissenschaftlichen Instituts in Essen. Ende letzten Jahres ging es da um die Strategien der Rechten, die Narrative der Populisten in Europa. Und heute Abend steht der islamische Fundamentalismus im Vordergrund. Mit dabei ist auch die Ethnologin Susanne Schröter, sie ist Leiterin des Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam. Schönen guten Morgen, Frau Schröter!

Susanne Schröter: Guten Morgen!

Brink: Der Titel der Veranstaltung heißt, den lese ich wirklich mal vor: „‚Manche glauben das, aber der Koran sagt‘. Die Erzählung des aktuellen Islamismus als unhistorische Buchgläubigkeit“. Im Allgemeinen, könnte man sagen, gilt der Islam ja im Vergleich zu anderen Religionen als besonders buchgläubig. Stimmt das?

Schröter: Es stimmt in weiten Teilen, aber nicht vollständig natürlich. Der Islam ist ja genauso eine Weltreligion wie andere auch und die heiligen Texte müssen interpretiert werden in der einen oder anderen Weise. Und dann versucht man entweder, sie in einem historischen Kontext zu deuten, oder man sagt, wir schauen jetzt mal, was steht denn da, und das nehmen wir alles für bare Münze. Und das wäre eben diese Buchstabengläubigkeit, die man auch in anderen Religionen natürlich findet, auch im Christentum beispielsweise, der Skripturalismus, der sogenannte. Und wenn man das tut, dann bekommt man natürlich Probleme, weil diese Texte allesamt, und auch der Koran, natürlich aus einer Zeit kommen, in der ganz andere Werte und Normen galten, als es heute der Fall ist. Und wenn man sich dann eben ganz genau an so einen Text hält und sagt, da sind aber bestimmte Dinge gerechtfertigt, und das betrifft dann beispielsweise den Umgang mit Nichtmuslimen oder das betrifft auch das Verhältnis der Geschlechter, wenn man sich da eben ganz buchstabengläubig an den Korantext hält oder auch an das Vorbild des Propheten Mohammed, wie es in den Überlieferungen niedergeschrieben ist, dann hat man natürlich ein Problem mit der aktuellen Gesellschaft.

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Berliner Bischof Dröge sieht Trumps Amtsantritt zwiespältig – who cares

Berlins evangelischer Bischof Markus Dröge blickt mit gemischten Gefühlen auf den Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Donald Trump. Die von vielen unerwartete Wahl Trumps und die jetzige Umbruchsituation in den USA seien für ihn „gefühlsmäßig gelinde gesagt schwierig“, sagte der Bischof in Berlin.

Gespräch Jens Büttner, Thomas Schiller | evangelisch.de

Dröge ist als Kind deutscher Diplomaten in den USA geboren und hat seine ersten sechs Lebensjahre in Washington D.C. verbracht. Daher interessiere ihn die Lage immer noch in besonderer Weise, sagte er.

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Kirchen und Rechtspopulismus: „Die AfD verstreut ein süßes Gift“

Volker Resing ist Chefredakteur der
Volker Resing ist Chefredakteur der „Herder Korrespondenz“ und Mitherausgeber eines Sammelbandes, in dem sich Politikwissenschaftler und Theologen mit dem Rechtspopulisten in Deutschland auseinandersetzen. (Deutschlandfunk / Chaperon)
Beschädigt der Rechtspopulismus mit seiner Forderung nach einem „christlichen Abendland“ die Religion? Diesen und anderen Fragen geht ein Aufsatzband nach, der morgen erscheint. Der Mitherausgeber Volker Resing sagte im DLF, Parteien wie die AfD bedienten eine diffuse Sehnsucht nach einem Kulturchristentum.

Volker Resing im Gespräch mit Christiane Florin | Deutschlandfunk

Christiane Florin: 2017 ist ein Superwahljahr. Die Zeiten sind vorbei, da von den Kanzeln befohlen wurde, wo brave Christen ihr Kreuz zu setzen haben. Aber die Kirchen mischen sich mehr denn je politisch – auch parteipolitisch – ein. Das wiederum empört die AfD.

Ich bin nun in Berlin verbunden mit dem Journalisten Volker Resing. Er ist Chefredakteur der theologischen Zeitschrift Herder Korrespondenz und Herausgeber eines Buches, das morgen erscheint. Es heißt „AfD, Pegida und Co. Angriff auf die Religion?“. Inwiefern greift die AfD die Religion an sich an – also nicht nur den Islam, sondern auch das Christentum?

Volker Resing: Wenn man christliches Engagement in der Flüchtlingshilfe dermaßen kritisiert, ist das auch schon ein Angriff auf die Religion. Aber es findet auch Angriff auf Kirchenstrukturen, auf Kirchenvertreter statt. In der Tat ist diese Kritik an einer Entchristlichung der Gesellschaft, die man dem Islam zuschreibt, ein Angriff insgesamt auf die Religion, weil das religiöse Grundgefüge damit in Frage gestellt wird. Deswegen ist interessanterweise Religion und AfD ein virulentes Thema.

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Luther als Vorbild einer muslimischen Reformation?

Lutherjahr

Die Christen mögen sehen, was für ein verfluchtes, schändliches Buch der Koran ist, voller Lügen, Fabeln und allerlei Gräuel.
Martin Luther

mdr.de

Martin Luther war nicht gut auf die Muslime zu sprechen. Für ihn waren Muslime vor allem die Türken, die 1529 vor Wien standen und beim Reformator apokalyptische Visionen hervorriefen. Dennoch meinen Protestanten heutzutage immer wieder, Muslime sollten sich an Luther orientieren – auch der Islam benötige eine Art Reformation. MDR KULTUR-Autor Michael Hollenbach hat bei Theologen und Islamwissenschaftlern nachgefragt.

1529 war die Angst vor einem türkischen Überfall auf Mitteleuropa groß. Martin Luther sah die Bedrohung vor allem als Chance der Christenheit zur Buße, zur Abkehr von den sogenannten Papisten. Luther setzte sich mit den „Muselmanen“, wie er die Muslime nennt, auseinander, ohne je einen Muslim gekannt zu haben. Erst später – gegen Ende seines Lebens – regte er an, den Koran ins Deutsche zu übersetzen.

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EKD-Ratsvorsitzender Bedford-Strohm trifft Antichrist im Vatikan

Bild: mdr.de
Bild: mdr.de

Die Spitzen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) treffen im Jahr des 500. Reformationsjubiläums Papst Franziskus in Rom. Am 6. Februar werde der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, zusammen mit weiteren EKD-Vertretern vom Papst in Privataudienz empfangen, teilte die EKD am Montag mit.

evangelisch.de

Auch der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, werde an der Audienz teilnehmen. Man wolle unterstreichen, dass die beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland eine besondere Verantwortung für den weiteren Weg der Ökumene wahrnehmen wollten, erklärte Bedford-Strohm laut Pressemitteilung.

Bedford-Strohm stellte den geplanten Besuch in Rom in eine Reihe mit dem Treffen des Papstes mit dem Lutherischen Weltbund am 31. Oktober 2016 im schwedischen Lund. Nach Lund sei die deutsche Begegnung mit Papst Franziskus „ein weiterer Meilenstein“ auf dem Weg zu einem ökumenisch gestalteten Reformationsjubiläum 2017, teilte er mit: „Wir erleben in dem Land, aus dem die Trennungen der Reformationszeit hervorgegangen sind, heute eine Ökumene herzlicher gegenseitiger Wertschätzung. Diesen Geist bringen wir mit nach Rom.“

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Gysi hält Kanzelrede in Leipzig: „Keine Moral ohne die Kirchen“

Gregor Gysi. Bild: FB
Gregor Gysi. Bild: FB

„Krieg und Frieden“ im Zeichen des Reformationsjubiläum: Zu dem Thema hat der Politiker Gregor Gysi am Sonntag in der Michaeliskirche in Leipzig referiert. Im domradio.de-Interview erklärt der Atheist, warum Religion für uns so wichtig ist.

domradio.de

domradio.de: Ihr Thema in der Michaeliskirche war „Krieg und Frieden“. Da denkt man im Moment schnell an islamistischen Terrorismus. Wo sehen Sie in dem Zusammenhang die Rolle von Religion?

Gregor Gysi (Mitglied des Bundestags, Die Linke, Vorsitzender der Europäischen Linken): Ich habe versucht zu erklären, weshalb Religion und Kirchen in unserer Gesellschaft so wichtig sind. Ich habe – obwohl ich selbst nicht an Gott glaube – versucht, der Gemeinde zu erklären, dass ich eine gottlose Gesellschaft ganz furchtbar fände. Und zwar schon aus folgenden Gründen: Erstens sind die Religions- und Kirchengemeinschaft Bestandteil unserer Kultur, und zweitens sind zurzeit nur die Kirchen- und Religionsgemeinschaften in der Lage, allgemeinverbindliche Moralnormen aufzustellen. Die Linke konnte das mal, aber seit dem Scheitern des Staatssozialismus kann sie zwar Moralnormen aufstellen, die sind dann nur nicht allgemeinverbindlich. Der Kapitalismus ist auf Konkurrenz aus, das heißt, für den einen ist es besser, wenn der andere pleitegeht; auch das hat alles wenig mit Moral zu tun. Wenn wir also die Kirchen und die Religionsgemeinschaften nicht hätten, gäbe es keine verbindliche Moral. Über dieses Bild kann man sich dann auch dem Thema „Frieden und Krieg“ nähern. Dazu habe ich den Römerbrief aus Kapitel 12 ausgesucht und die Verse 17 bis 21 vorgelesen.

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Die Reformation war nicht nur Männersache

Katharina von Bora, Porträt von Lucas Cranach dem Älteren von 1526. Bild: wikimedia.org/PD
Katharina von Bora, Porträt von Lucas Cranach dem Älteren von 1526. Bild: wikimedia.org/PD

Die Reformation war nicht allein das Werk von Männern. Auch Frauen hatten ihren Anteil an der Verbreitung von Luthers Thesen. Aber das ist heute fast vergessen.

Von Dorothea Hülsmeier | evangelisch.de

Es gibt ein Bild von Lucas Cranach dem Jüngeren, auf dem Martin Luther umringt von seinen Mitarbeitern zu sehen ist. Alle sind Männer. Doch die wohl wichtigste Mitarbeiterin Luthers – seine Ehefrau Katharina von Bora – ist nicht auf dem Bild. Auch Frauen brachten die Reformation voran.

Von einem „Filter der Geschichte“ spricht Irene Diller von der Gender- und Gleichstellungsstelle der Evangelischen Kirche im Rheinland. „Bei den Mächtigen wurde vor allem überliefert, was Männer gemacht haben“, sagt sie. Zum 500. Reformationsjubiläum zieht nun eine Wanderausstellung mit 13 Porträts von Herrscherinnen, Dichterinnen und Theologinnen der Reformation durch Deutschland. Die Schau gibt es in zwei Ausführungen. Start ist das rheinland-pfälzische Bad Neuenahr, wo vergangene Woche die rheinische Synode tagte. Bis in die jüngste Gegenwart wird der Beitrag der Reformatorinnen aufgearbeitet.

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Die Grenzen der Religionsfreiheit

Eine Schülerin trägt zum Prinzessin-Elsa-Ranzen ein Kopftuch – in den meisten Schulen mittlerweile keine Seltenheit. FOTO: dpa
Eine Schülerin trägt zum Prinzessin-Elsa-Ranzen ein Kopftuch – in den meisten Schulen mittlerweile keine Seltenheit. FOTO: dpa
Welche religiösen Rechte haben muslimische Schüler? Eine heikle Frage, auf die es viele Antworten gibt. Schon deshalb, weil mit ihr das hohe Gut der Gedankenfreiheit und staatlichen Neutralität berührt wird. Eine Analyse.

Von Philipp Jacobs, Lothar Schröder | RP ONLINE

„Die Schule ist ein Raum religiöser wie weltanschaulicher Freiheit.“ NRW-Schulgesetz, § 2, Abs. 7

Auch wenn es die Rechtsprechung wohl gerne so hätte – gerade in der Schule ist es nicht immer leicht mit der Freiheit. Denn es gibt nicht die eine. Freiheiten können miteinander oder mit Grundgesetzen zusammenstoßen. Eine muslimische Schülerin mag mit ihrem Ganzkörperschleier, dem Nikab, zwar ihre religiöse Freiheit ausleben, doch kollidiert diese mit dem Schulfrieden.

Das Bayerische Verwaltungsgericht urteilte 2014 in solch einem Einzelfall: Die offene Kommunikation im Unterricht beruhe nicht nur auf dem gesprochenen Wort, sondern sei auch auf nonverbale Elemente, wie Mimik, Gestik und die übrige Körpersprache angewiesen. Bei gesichtsverhüllender Verschleierung einer Schülerin werde eine nonverbale Kommunikation im Wesentlichen unterbunden. Der Religionsfreiheit im Unterricht stand in dieser konkreten Frage die ungestörte Durchführung des staatlichen Bildungsauftrags entgegen.

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Luthers Pamphlet „SchemHamphoras“ – Judenhass pur

LutherLogo_50Im „Spectrum“ vom 31. Dezember schreibt Ulrich H. J. Körtner am Beginn seines Artikels „Glauben, zweifeln, prüfen, wissen“ richtig, dass die Reformation „Ausstrahlung bis ins Heute“ habe. Er vergisst nur zu erwähnen, dass durch den Reformator Martin Luther ein enormer Judenhass in Deutschland entwickelt wurde, der tatsächlich ebenfalls bis ins Heute ausstrahlt.

Von Fritz Rubin-Bittmann | Die Presse.com

Luthers letzte Predigt, wenige Tage vor seinem Tod, ist ganz den Juden gewidmet. Der große evangelische Kirchenmann – von dem dereinst auch Hitler schwärmen wird – verlangt die Vertreibung aller Juden aus deutschen Landen, die Verbrennung der Synagogen, des Talmuds und aller hebräischen Bücher und das Verbot, auf Hebräisch zu beten.

Luther widmet sein Pamphlet „SchemHamphoras“ der Aufklärung der Deutschen über das Judentum. Der Jude ist teuflisch. Es ist ebenso leicht, einen Juden zu bekehren, wie es leicht ist, den Teufel zu bekehren. Die Juden sind Teufelskinder und verurteilt zu den Flammen der Hölle.

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Veranstalter suchen noch Betten für 15.000 Christen – Beten soll helfen

Bettgeflüster. Bischof Markus Dröge, Ellen Ueberschär und Christina Aus der Au vom Kirchentag sowie Senatschef Michael Müller...Foto: B. Pedersen/dpa
Bettgeflüster. Bischof Markus Dröge, Ellen Ueberschär und Christina Aus der Au vom Kirchentag sowie Senatschef Michael Müller…Foto: B. Pedersen/dpa
Für den evangelischen Kirchentag im Mai suchen die Veranstalter 15.000 Privatquartiere in Berlin. 60.000 Christen kommen in Schulen unter – kurz danach schlafen dort die Teilnehmer des Turnfests.

Von Ann-Kathrin Hipp, Claudia Keller | DER TAGESSPIEGEL

Vom 24. bis 28. Mai wollen Hunderttausende Christen in Stadt den evangelischen Kirchentag feiern. Die Vorbereitungen laufen schon seit vielen Monaten. Über 2500 Veranstaltungen müssen vorbereitet und koordiniert werden, am Verkehrskonzept muss noch gefeilt werden, und die Sicherheitsmaßnahmen werden zusammen mit der Polizei minutiös geplant. Zudem fehlen noch 15.000 Betten.

Die Veranstalter erwarten 140.000 Dauergäste. 60.000 von ihnen sollen in Klassenzimmern untergebracht werden, entsprechende Verträge hat der Deutsche Evangelische Kirchentag mit den Berliner Bezirken geschlossen. 15 000 weitere Kirchentagsbesucher hoffen auf ein Bett bei Berlinern oder Potsdamern zu Hause. „Ham’ Se noch wat frei?“ heißt die Kampagne, die am Dienstag gestartet ist. In den kommenden Monaten bis zum Kirchentag werden darüber hinaus die Kirchengemeinden in den Kiezen bei der Quartierssuche helfen.

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Evolutionstheorie: Studie sieht Akzeptanz besonders unter muslimisch geprägten Lehramtstudenten schwinden

Die Evolutionstheorie besagt nicht, dass wir vom Affen abstammen; es ist etwas komplizierter
Die Evolutionstheorie besagt nicht, dass wir vom Affen abstammen; es ist etwas komplizierter

Rund 70 Prozent der muslimischen Lehramtsstudenten in Deutschland lehnen die Evolutionstheorie ab, fast 60 Prozent bestreiten, dass der heutige Mensch aus affenartigen Vorfahren hervorgegangen ist.

News4teachers

Die Daten, die die „Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland“ (fowid) auf ihrer Website veröffentlicht hat, belegen nach Ansicht des Philosophen und Vorstandssprechers der Giordano-Bruno-Stiftung Michael Schmidt-Salomon eine „bildungspolitische Katastrophe“. Wer religiös so voreingenommen sei, dass er nicht einmal die „hunderttausendfach belegte Tatsache der Evolution“ akzeptieren könne, habe keinen universitären Abschluss verdient.

In der Debatte um das Kopftuch in der Schule argumentierten Verteidiger des Kopftuchs, es komme nicht darauf an, was eine Person auf ihrem Kopf habe, sondern was sie in ihrem Kopf habe. Nimmt man dieses Argument ernst, stimmen die Daten bedenklich, die der Biologiedidaktiker Dittmar Graf in Deutschland und in der Türkei erhob und für die „Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland“ (fowid) anhand der Religionszugehörigkeiten neu analysierte.

Denn Graf fand in seinen Studien heraus, dass nicht nur 94 Prozent der Lehramtsstudenten in der Türkei, sondern fast 70 Prozent der muslimischen Lehramtsstudenten in Deutschland die Evolutionstheorie ablehnten. Nur 41 Prozent der muslimischen Lehramtsstudenten an deutschen Universitäten stimmten der Aussage zu, die Evolutionstheorie sei eine wissenschaftlich anerkannte Theorie – konfessionsfreie Studenten waren mit dieser Aussage immerhin zu 84 Prozent einverstanden, Katholiken und Protestanten zu 80 bzw. 81 Prozent. Nur bei den freikirchlich organisierten Lehramtsstudenten war der Anteil derer, die der Evolutionstheorie eine wissenschaftliche Grundlage zubilligten, mit 44 Prozent ähnlich gering ausgeprägt.

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0.0% of Icelanders 25 years or younger believe God created the world, poll reveals

Iceland seems to be on its way to becoming an even more secular nation. Image: Church and State
Iceland seems to be on its way to becoming an even more secular nation. Image: Church and State
Iceland seems to be on its way to becoming an even more secular nation, according to a new poll. Less than half of Icelanders claim they are religious and more than 40% of young Icelanders identify as atheist. Remarkably the poll failed to find young Icelanders who accept the creation story of the Bible.

Staff Church and State

93.9% of Icelanders younger than 25 believed the world was created in the big bang, 6.1% either had no opinion or thought it had come into existence through some other means and 0.0% believed it had been created by God.

The poll, which was conducted by the polling firm Maskína on behalf of Siðmennt, The Icelandic Ethical Humanist Association, an association of Icelandic atheists, found that 46.4% of Icelanders identify as religious, which is the lowest figure to date.

Younger people and inhabitants of Reykjavík are least religious
Older people are far more likely to profess religious beliefs and to identify as Christian than those who are younger. 80.6% of those older than 55 identified as Christian and only 11.8% said they were atheists. At the same time 40.5% of people who were 25 years or younger said they were atheists, and only 42% said they were Christian. Traditional Christian beliefs also seem more common outside of Reykjavík, where 77-90% of people identified as Christian and 7.1-18 were atheists, compared to 56.2% of people in Reykjavík who identified as Christian and 31.4% as atheist.

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Käßmann kritisiert „Glaubenstests“ deutscher Behörden – plötzlich trennt sie Staat und Kirche

Margot-KässmannDie evangelische Theologin Margot Käßmann hat sogenannte „Glaubenstests“ für konvertierte Flüchtlinge durch deutsche Behörden scharf kritisiert.

evangelisch.de

„Es ist unerträglich, wenn Behörden meinen, Christinnen und Christen, die in Deutschland getauft wurden, einem Glaubenstest unterziehen zu können“, sagte Margot Käßmann am Samstag bei einem interkulturellen Weihnachtsfest in Hannover. „Es gibt eine Trennung von Kirche und Staat in Deutschland“, betonte sie und fügte hinzu: „Über ein Taufbegehren entscheidet ein Pfarrer oder eine Pfarrerin mit der Gemeinde und nicht ein staatliches Formular.“

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Homo-Hasser warnen: Carrie Underwood könnte junge Christen verwirren

Carrie Underwood ist nach Ansicht der
Carrie Underwood ist nach Ansicht der „American Family Association“ Opium für Christen (Bild: Larry Darling / flickr)
Die christliche Countrysängerin ist evangelikalen Aktivisten wegen ihrer Unterstützung der Ehe für alle ein Dorn im Auge.

QUEER.DE

Die erzkonservative „American Family Association“ hat die Einladung der populären Countrysängerin Carrie Underwood zum evangelikalen Event „Passion 2017“ scharf kritisiert, weil die 33-Jährige Homo-Rechte unterstützt. Die dreitägige Veranstaltung hatte vergangene Woche mehr als 50.000 junge Gläubige zwischen 18 und 25 Jahren ins Football-Stadion von Atlanta gelockt. Die siebenfache Grammy-Preisträgerin war der bekannteste Gast des Events, auf dem viele christliche Interpreten und Redner auftraten.

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Garnisonkirche-Stiftung will Freigabe von Bundesmitteln beantragen

Bild: Potsdam ohne Garnisonskirche/FB
Bild: Potsdam ohne Garnisonskirche/FB

Die Garnisonkirchenstiftung in Potsdam hat genug Geld gesammelt, um den Zuschuss aus Bundesmitteln zu beantragen – zumindest für die reduzierte Turm-Variante. Genug Geld für die vollständige Variante hat die Stiftung aber noch nicht.

evangelisch.de

Die Spendenkampagne für den Wiederaufbau des Turms der Potsdamer Garnisonkirche macht Fortschritte. Inzwischen stünden genügend Mittel bereit, um die Freigabe der in Aussicht gestellten zwölf Millionen Euro Bundesmittel für eine reduzierte, 26 Millionen Euro teure Turmvariante zu beantragen, sagte Wieland Eschenburg vom Vorstand der Garnisonkirchenstiftung am Freitag beim Neujahrsempfang der Stiftung in Potsdam.

Parallel zur Bauvorbereitung werde weiter um Spenden geworben, sagte Peter Leinemann vom Stiftungsvorstand. Um die Mittel für den vollständigen, nach Stiftungsangaben rund 38 Millionen Euro teuren Turmbau einzuwerben, werde auch ein weiterer Spendenkatalog vorbereitet.

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