Stuttgart: Streit um Kehrgebühren – Evangelische Kirche will nicht bezahlen

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Die Stadt Stuttgart will von der evangelischen Kirche mehr als 20 000 Euro fürs Kehren im Hospitalviertel. Die Kirchen hält das für überzogen und klagt gegen die Stadt vor dem Verwaltungsgericht.

Von George Stavrakis | Stuttgarter Zeitung.de

Am Mittwoch kommt es vor dem Verwaltungsgericht (VG) zum Schwur: Die evangelische Kirchengemeinde klagt gegen die Stadt. Denn die Verwaltung will von der Kirche für das Jahr 2014 genau 20 419,77 Euro Gehwegreinigungsgebühren. Die Reinigung, auch im Hospital- und Leonhardsviertel, diene dem Allgemeininteresse und könne nicht den Anliegern auferlegt werden, wendet die Kirche ein.

Ein wahrer Proteststurm war losgebrochen, nachdem die Stadt die Satzung für die Gehwegreinigung Ende 2013 geändert hatte. Das Hospital-, Gerber- und Leonhardsviertel wurden neu der Reinigungszone I zugeschlagen. In dieser Zone sollte die Kehrgebühr jährlich 68,95 Euro je laufenden Meter Gehweglänge betragen. Die Stadt begründete die Neufassung unter anderem mit der „zunehmenden Verschmutzung im Innenstadtbereich“.

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Ehemalige Geistliche beichten, warum sie vom Glauben abgefallen sind

Ecce Homo von Antonello da Messina | Wikipedia | gemeinfrei
Es ist nichts Neues, dass der Kirche die Mitglieder weglaufen. Auch wenn der Trend in den letzten Jahren etwas abgeflacht ist, ist die Zahl der Taufen und Trauungen weiterhin niedriger als die der Austritte. Was ist aber, wenn nicht die Schäfchen abhauen, sondern die Hirten?

Von Annie Armstrong | VICE.com

Wie ist ein Austritt, wenn der Glauben dein ganzes Dasein bestimmt hat? Wenn du Jahre dafür studierst und in Seminaren verbracht hast, dein ganzes Leben um den Glauben herum aufgebaut hast? Was machst du, wenn dir dämmert, dass die Verbindung zwischen dir und deiner höhere Macht verschwunden ist?

Für solche Fälle ist das Clergy Project da, eine Online-Plattform für ehemalige Geistliche, die an irgendeinem Punkt in ihrem Leben den Atheismus für sich entdeckt haben. Die 2011 in den USA gegründete Gruppierung möchte den verlorenen Hirten dabei helfen, die ethischen und philosophischen Problemr zu bewältigen, die mit einem Abfall vom Glauben einhergehen, und sie dabei unterstützen, ins weltliche Leben einzutauchen.

Wir haben mit einigen ehemaligen Geistlichen des Clergy Projects darüber gesprochen, wie und warum sie sich von ihrem jeweiligen Glauben losgesagt haben.

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AfD will Bischöfe nicht mehr aus Steuermitteln bezahlt sehen

Bild: tilly
Auf dem Kölner AfD-Parteitag wurde aber der Antrag, die Abschaffung der Kirchensteuerfinanzierung ins Wahlprogramm aufzunehmen, abgelehnt.

kath.net

In der AfD wurde die Diskussion darüber weitergeführt, inwieweit die Partei die Kirchensteuer weiter unterstützen will. Beim Parteitag am vergangenen Wochenende wurde der Antrag auf Kirchensteuerabschaffung allerdings abgelehnt. Gleichzeitig wurde aber die Forderung ins Wahlprogramm aufgenommen, Kirchenrepräsentanten (etwa Bischöfe) nicht mehr aus Steuermitteln zu bezahlen.

Begründet wurde der Vorschlag zur Abschaffung der Kirchensteuer mit der Behauptung, dass die Repräsentanten der christlichen Kirchen „durch ihre einseitigen, demokratiefeindlichen Stellungnahmen und Handlungen gegen die legitimen Positionen der AfD“ jegliches Anrecht auf Unterstützung durch ein demokratisch organisiertes Gemeinwesen verwirkt hätten. Das berichtete die „Katholische Nachrichtenagentur“ (KNA). Der Antrag zur Abschaffung der Kirchensteuer scheiterte allerdings am Votum der Delegierten.

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Hamed Abdel-Samad: „Moscheen müssen Imame nehmen, die der Staat bestimmt“

Hamed Abdel-Samad, Bild: bb

Braucht Deutschland ein Islamgesetz? Die Wissenschaftler Mouhanad Khorchide und Hamed Abdel-Samad sind davon überzeugt. Aus ihrer Sicht könnte man so den Einfluss konservativer Muslime hierzulande eindämmen.

DIE WELT

Mehrere muslimische Wissenschaftler haben sich für ein Islamgesetz nach österreichischem Vorbild ausgesprochen. Dies wäre aus Sicht des Islamwissenschaftlers Mouhanad Khorchide und des Politikwissenschaftlers Hamed Abdel-Samad ein Weg, den Einfluss konservativer muslimischer Verbände und ausländischer Geldgeber in deutschen Moscheen einzudämmen. Im Berliner „Tagesspiegel“ äußerten sie die Auffassung, dass ein solcher Schritt einen modernen, reformorientierten Islam fördern könne.

Mehrere CDU-Politiker um die Präsidiumsmitglieder Jens Spahn und Julia Klöckner hatten ein solches Islamgesetz gefordert. Dies war bei Bundesregierung, Kirche und parteiintern auf Kritik gestoßen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), der zu den Mitbegründern der Islamkonferenz zählt, sagte Anfang des Monats, ein Bundesgesetz sei „sicher nicht die richtige Methode“.

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AfD übt scharfe Kirchenkritik

Die Kirchen Kölns hatten sich am Samstag unter dem Motto „Unser Kreuz hat keine Haken“ an den Protesten gegen den AfD-Parteitag beteiligt. Der Vorsitzende des AfD-Landesverbandes Niedersachsen, Armin-Paul Hampel: „In dem Verein sollte keiner von uns mehr Mitglied sein, das sollten wir durch unseren Austritt dokumentieren.“

evangelisch.de

Die rechtspopulistische Partei AfD hat mit scharfer Kirchenkritik auf den Protest von Kirchen gegen den Bundesparteitag am Wochenende in Köln reagiert. Der Vorsitzende des AfD-Landesverbandes Niedersachsen, Armin-Paul Hampel, rief zum Kirchenaustritt auf: „In dem Verein sollte keiner von uns mehr Mitglied sein, das sollten wir durch unseren Austritt dokumentieren.“ Zuvor hatte die AfD-Parteichefin Frauke Petry „hässliche, abwertende, und polarisierende Bemerkungen“ der Kirchen gegenüber der Partei kritisiert. Fakten seien dabei ausgeblendet worden. Die Kirchen Kölns hatten sich am Samstag unter dem Motto „Unser Kreuz hat keine Haken“ an den Protesten gegen den AfD-Parteitag beteiligt.

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Die Einfalt der Vielfaltsapostel

Die Aktion der Kirchen: Zeichen der Haltung oder Einschränkung von Meinungsvielfalt? / picture alliance
Auch die Kirchen demonstrieren gegen den Parteitag der AfD. Protest ist legitim, doch die Aktion unter dem Motto „Unser Kreuz hat keine Haken“ ist anmaßend und in sich widersprüchlich

Von Alexander Kissler | Cicero

Manchmal scheitert gute Gesinnung an der Algebra. Daran, dass fünf doch größer als vier ist, zweimal drei sechs ergibt und sechs wiederum kleiner wird, wenn man zwei abzieht. Wer es anders sieht, der muss sich auf persönliche Eingebungen, postmoderne Theorien oder gleich den lieben Gott berufen. Insofern ist es vielleicht folgerichtig, wenn sich deutsche Christen mit Leidenschaft und Kirchensteuer an einer neuen mathematischen Theologie versuchen. Sie erklären uns: Eine Summe wird größer, wenn man das Richtige abzieht. Den Einzug eines wundertätigen Moralkoeffizienten in die allgemeine Mengenlehre erleben wir derzeit im Vorfeld des AfD-Parteitags. Dieser ist für kommendes Wochenende in Köln annonciert.

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Kirchentag verteidigt Wahlkampfhilfe für Merkel mit Obama

Der evangelische Kirchentag verteidigt den geplanten Auftritt des früheren US-Präsidenten Barack Obama mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin gegen die Kritik, damit Wahlkampfhilfe für die CDU-Vorsitzende zu leisten.

evangelisch.de

Es geht nicht um parteipolitische Etikettierungen“, sagte Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au dem Evangelischen Pressedienst (epd). Beabsichtigt sei eine Debatte „mit meinungsbildenden Persönlichkeiten“ über die Verantwortung von Christen für die Welt.

Bei der Veranstaltung am Himmelfahrtstag würden Obama und Merkel auch kritische Fragen gestellt, sagte Aus der Au, die das Gespräch vor dem Brandenburger Tor gemeinsam mit dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, moderiert. „Wir engagieren uns, und wir wollen zum Besseren verändern“, sagte die Schweizer Theologin. Das gründe in christlicher Glaubensüberzeugung und sei kein Wahlkampf.

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Papst spricht im Oktober Opfer protestantischer Verfolgung heilig

Ob ein Zusammenhang zwischen der Heiligsprechung und dem ökumenischen Reformationsgedenken steht, das in diesem Jahr begangen wird, blieb offen.

kath.net

Papst Franziskus spricht dreißig Katholiken heilig, die im 17. Jahrhundert von Protestanten ermordet wurden. Das gab er bei dem am Donnerstag im Vatikan abgehaltenen Konsistorium der Kardinäle bekannt. Am 15. Oktober kanonisiert das Kirchenoberhaupt demnach in Rom eine Gruppe von 30 Märtyrern um den Jesuiten Andre de Soveral (1572-1645), die 1645 in Brasilien während eines Gottesdienstes von calvinistischen Söldnern der niederländischen Kolonialherren getötet wurden. Heiliggesprochen werden neben dem Brasilianer de Soveral auch der in Portugal geborene Priester Ambrosio Francisco Ferro sowie 28 Laien.

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Anti-AfD-Protest: Meuthen legt sich mit der Kirche an

Bild: Merkur.de
Schon einen Tag vor dem AfD-Bundesparteitag in Köln wird gegen die Rechtspopulisten demonstriert. Auch die Kirchen wollen am Wochenende dabei sein. Eine politische Einmischung, findet der Parteivorsitzende.

Merkur.de

Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen hat den Kirchen vorgeworfen, sich auf unlautere Weise in die Politik einzumischen. Meuthen kritisierte am Freitag auf seiner Facebook-Seite „den politischen Kampf von sich moralisch überlegen fühlenden Kirchenfürsten, denen augenscheinlich die in Deutschland übliche Trennung von Staat und Kirche nicht mehr ganz geläufig ist“.

Er selbst sei zwar gläubiger Christ, denke jedoch „in Anbetracht dieses vollkommen fehlgeleiteten klerikalen Klamauks“ erstmals darüber nach, aus der Kirche auszutreten. Seinen Post versah Meuthen mit einem Spruchbild, auf dem „Bei den Kirchen ist ein Schräubchen locker – Beten gegen die AfD: Oh Herr, gib Hirn!“ zu lesen war.

Damit bezog sich Meuthen auf das bereits am Freitagabend in einer Kirche in der Nähe des AfD-Tagungshotels geplante „Politische Nachtgebet“. Meuthen sprach in dem Zusammenhang von „Geiselhaft, in welche gläubige Christen genommen werden, die jetzt am Sonntag in eine Kölner Kirche gehen“.

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Haken mit Kreuz

Bild: Leipziger Blatt
Für billigen Protest gegen die AfD sind die Kirchen leicht zu haben. Über den militanten Islam wollen sie lieber nicht sprechen – obwohl das nötig wäre.

Von Reinhard Müller | Frankfurter Allgemeine

Dieses Mal wollen die Kirchen alles richtig machen, also: sich einmischen, Widerstand leisten. Unter dem Banner „Unser Kreuz hat keine Haken“ wollen katholische und evangelische Funktionäre durch Köln marschieren. Nicht, um gegen einen Parteitag von Nationalsozialisten zu demonstrieren, sondern einen der AfD. Oder ist das aus Sicht der wohlmeinenden Christen schon dasselbe?

Ja, zu Hass und Gewalt sollte auch der Kirche etwas einfallen. Und es gibt unsägliche Äußerungen von Funktionären der AfD. Die Kirchen sind aber weder der Verfassungsschutz, der auch AfD-Politiker im Visier hat, noch politische Parteien noch öffentliche Hygieneanstalten.

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Kölner Superintendent verurteilt Missbrauch christlicher Symbole

Das Kreuz mit den Religionen
Vor dem AfD-Bundesparteitag in Köln hat der evangelische Stadtsuperintendent Rolf Domning den Missbrauch christlicher Symbolik durch Rechtspopulisten kritisiert.

evangelisch.de

Rechtspopulisten instrumentalisierten christliche Symbole und das Reden vom christlichen Abendland, um Flüchtlinge auszugrenzen und gegen den Islam zu polemisieren, sagte Domning dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Das empört uns sehr, auch weil hier in Köln viele Gemeindemitglieder in der Flüchtlingsarbeit engagiert sind.“

Die Kirchen in Köln beteiligen sich am Samstag an der Kundgebung des Bündnisses „Köln stellt sich quer“ gegen den AfD-Parteitag, der am Samstag und Sonntag in Köln stattfindet. Unter dem Motto „Unser Kreuz hat keine Haken“ ruft die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Köln, zu der neben dem evangelischen Kirchenverband auch die katholische Kirche und freie evangelische Gemeinden gehören, zum friedlichen Protest auf. Die Kölner Polizei erwartet zu den Protestaktionen mehrerer Gruppen gegen den AfD-Parteitag insgesamt rund 50.000 Demonstranten.

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Zwangsmissionierung: Berlin bekommt Titel „Reformationsstadt“ verliehen

Berlin wird „Reformationsstadt Europas“. Bei einem Festakt am Donnerstag nächster Woche verleiht der Schweizer Kirchenpräsident und Präsident der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), Gottfried Locher, der Stadt den Titel, wie die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz mitteilte.

evangelisch.de

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) werde die Auszeichnung im Museum Nikolaikirche entgegennehmen. Bischof Markus Dröge werde ein Grußwort sprechen.

Die Verleihung des Ehrentitels gehört zum Programm des Europäischen Stationenwegs, auf dessen Spuren ein Multimedia-Truck mit Geschichten der Reformation aus 67 Städten in 19 Ländern seit November 2016 durch Europa fährt. Ab 26. 2017 April stoppt der Truck in Berlin.

Warum Nationalismus Sünde ist

Heinrich Bedford-Strohm (2011) Bild: wikimedia.org/ CC-BY-SA 3.0/ Michael Lucan

Ein Gespenst geht um in Europa – mit ­diesen Worten begann das 1848 veröffent­lichte Kommunistische Manifest von Karl Marx und Friedrich Engels. Mit dem Gespenst war der Kommunismus gemeint. 169 Jahre und zahlreiche kommunistische Unrechtsregime später ist von dem „Gespenst“ nicht viel mehr übriggeblieben als zerstobene Visionen.

EKD

Das Gespenst, das heute in Europa umgeht, ist der Rechtspopulismus. Jedenfalls beschäftigt er Medien und Politik in Europa in einem Maße wie kaum ein anderes Phänomen in Politik und Gesellschaft. Insbesondere im Hinblick auf die Themen Flüchtlingspolitik und Islam ­haben sich unter diesem Stichwort Parteien gesammelt, die den bisherigen Konsens über die grundlegenden Werte, die Europa ausmachen, lautstark infrage stellen.
Superwahljahr 2017. Am 23. April ist Präsidentschaftswahl in Frankreich, im Juni Parlamentswahl. In Deutschland gibt es in diesem Jahr drei Landtagswahlen und dann im September die Wahl zum Deutschen Bundestag. Bul­garien, Türkei, Serbien, Tschechien: Überall werden Wahlurnen aufgestellt.

Ein gefährlicher Ton schleicht sich in die Wahlkämpfe ein

In Koblenz haben sich kürzlich führende Vertreter des Rechtspopulismus getroffen. Nach der britischen Brexit-­Entscheidung und der Wahl von Donald Trump zum ­amerikanischen Präsidenten – so hieß es da – wolle man 2017 zum „Jahr des Erwachens der Völker von Zentral­europa“ machen.

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Weißes Haus will Papst um Treffen mit Trump bitten

Image: NBCNews/YouTube
Das Weiße Haus will sich um ein Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Papst Franziskus bemühen.

Frankfurter Rundschau

Man wolle Kontakt zum Vatikan aufnehmen, um zu klären, ob eine Audienz möglich sei, sagte Trumps Sprecher Sean Spicer in Washington. Seit Wochen wird spekuliert, ob Trump bei seiner Reise zum G7-Gipfel nach Sizilien Ende Mai das Oberhaupt der katholischen Kirche in Rom besuchen wird. Wenn nicht, würde das als Affront gewertet. Franziskus hatte vor der US-Wahl Trump für dessen Pläne, eine Mauer zu Mexiko zu bauen, kritisiert und das unchristlich genannt.

Sind Bayerns Kirchen No-Go-Areas für junge Menschen?

Bayerns Kirchen haben meist ein älteres Publikum. (Foto: Photographie Peter Hinz-Rosin)
In Uganda gibt es im Gottesdienst häufig richtig Rabatz, erzählt unsere Kolumnistin. In ihrer neuen Heimat Deutschland findet sie dagegen ein anderes Bild vor.

Von Lillian Ikulumet | Süddeutsche.de

Kürzlich sprachen wir bei einem Treffen mit Freunden über Religion. Als gläubige Christin nutzte ich die Gelegenheit für eine Einladung in die Sonntagsmesse. Die Resonanz? Wenig begeistert. Nur Greise würden noch in die Kirche gehen, war die Antwort. Nur Leute, die sich mehr mit dem Tod auseinandersetzen als mit dem Leben.

Wenn man regelmäßig in bayerischen Kirchen zu Gast ist, bleibt die Erkenntnis: Meine Freunde hatten nicht unrecht. Hier scheinen sich die jungen Leute jedenfalls kaum für die Sonntagsmessen zu interessieren. Im Gegenteil: Wenn man sich umschaut, wirken viele Kirchen eher wie jugendliche No-Go-Areas. Dass in katholischen Gottesdiensten überwiegend grauhaarige Menschen sitzen, ist in Bayern wahrscheinlich nicht neu. Wenn man 30 Jahre lang in Uganda in die Kirche gegangen ist, erscheint es jedoch ungewöhnlich.

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Mensch Meyer: Der Islam hat das geilere Paradies!

Bild: Magazin „The Economist“
Ostern ist vorbei – der schlimmste islamistische Anschlag ereignete sich in der Türkei, wo Herr Erdogan sich seine Privat-Autokratie zimmerte.

Von Chin Meyer | Berliner Kurier

Ein großes Problem des radikalen Islamismus ist ja, dass eine Konvertierung Sinn macht, wenn man ohnehin einen Selbstmord plant. Weil das Bonussystem stimmt. Du nietest ein paar Typen um auf den letzten Metern – und bingo: Jungfrauen forever! Womit kann im Gegensatz dazu ein christlicher Mörder im Höchstfall rechnen? Eine Wolke, eine Harfe und dann ewig Hosianna jaulen in der Kälte der Stratosphäre… Ich wüsste auch, wofür ich mich im Ernstfall entscheiden würde.

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Das unwürdige Hin-und-Her im Todestrakt von Arkansas

Don Davis (r.) saß schon an seiner Henkersmahlzeit, als seine Exekution in Arkansas ein weiteres Mal gestoppt wurde. Auch die Exekution von Bruce Ward wurde ein weiteres Mal aufgeschoben. © Arkansas Departmend of Correction/AP
Eine Exekutionsserie weil das Haltbarkeitsdatum des Giftcoktails abläuft – schon das hat Arkansas in den Fokus gerückt. Inzwischen ist der Streit zu einem unwürdigen Gezerre ausgeartet. Ein Verurteilter saß schon bei seiner Henkersmahlzeit. Und durfte dann doch weiterleben. Vorerst.

stern.de

Die Uhr tickte. Unaufhaltsam rückte Mitternacht heran. Don Davis, schon 1992 des Mordes überführt, aß Brathühnchen mit Kartoffelbrei, Bohnen, Brötchen und Erdbeertorte zum Nachtisch – seine Henkersmahlzeit. Doch die Exekution am späten Abend des Ostermontags fand nicht statt. Im letzten Moment bestätigte der Supreme Court, das höchste US-Gericht, den zuvor vom höchsten Gericht des US-Bundesstaates Arkansas erlassenen Stopp einer geplanten Hinrichtungsserie. Diese sollte mit Davis‘ Exekution starten.

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Evangelischer Theologe Klaus Tanner für Forschung an Embryonen

Image of the embryos having developed to the blastocyst stage 80 hours after launch. Image: Enkui Duan. prep.: bb
Durch neue Möglichkeiten zur Genomveränderungen erhoffen sich Forscher Fortschritte bei der Therapie schwerer Krankheiten. Der evangelische Theologe Klaus Tanner fordert deshalb eine Öffnung des Embryonenschutzgesetzes.

evangelisch.de

„Ich bin dafür, die Forschung an sogenannten verwaisten Embryonen in Deutschland zu erlauben“, sagte der Ethiker dem Evangelischen Pressedienst (epd). Es wäre ein Signal an junge Wissenschaftler, die wichtige entwicklungsbiologische Forschungsfelder in Deutschland aufgrund der restriktiven Gesetze derzeit meiden würden.

„Das Embryonenschutzgesetz ist mehr als 25 Jahre alt und es haben sich seitdem neue medizinische und biologische Möglichkeiten ergeben“, sagte Tanner. Sie zu nutzen sei auch eine Pflicht aus christlicher Perspektive: „Der Kampf gegen Leiden ist mit der christlichen Ethik verbunden.“

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An Idaho sheriff’s daunting battle to investigate when children of a faith-healing sect die

Dan Sevy, a member of the Followers of Christ church, testifies in August before an Idaho legislative panel reviewing the state’s faith-healing exemptions. (Betsy Z. Russell / Spokane Spokesman Review)
The coroner’s van pulled into the driveway sometime after midnight, and for a moment — her dead daughter in her arms — LaTisha Shippy hated God.

By Nigel Duara | Los Angeles Times

“I had hate in my heart for him,” Shippy said. “I questioned my faith, and why this was happening. You don’t lose four children and not have some of that.”

Canyon County Coroner Vicki DeGeus-Morris found Shippy in bed and the baby’s body, cleaned and dressed, on a changing table in another room. “It was apparent that she had been dead for a while, as the skin was slipping off the entire torso of the baby,” DeGeus-Morris wrote in a coroner’s report.

The baby had been dead inside Shippy’s womb for days, DeGeus-Morris concluded, and yet Shippy had sought no medical help when she’d felt the nearly full-term baby stop moving. She and her fellow Followers of Christ consider professional medicine an engine of the devil. Instead, she had prayed.

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Dorka Gryllus: „Mein erstes Buch war die Bibel“

© Frank Röth Die ungarische Schauspielerin Dorka Gryllus bei der Frankfurter Buchmesse
Schauspielerin Dorka Gryllus ist am Sonntagabend im Tatort zu sehen. Im Stil-Fragebogen erzählt sie von Geschenken für ihr Kind, ihre (Aber-)Gläubigkeit und den Lieblingsort im Urlaub.

Von Julia Schaaf | Frankfurter Allgemeine

Eine wahrhafte Europäerin unter den Schauspielerinnen: Zur Zeit steht Dorka Gryllus in Budapest als Frida Kahlo auf der Bühne. Im deutschen Fernsehen ist sie am 17. April im Tatort „Sturm“ zu sehen. Weil die 44 Jahre alte Darstellerin, Mutter eines fünf Jahre alten Sohnes, zwischen Ungarn und Berlin pendelt, ist die Zeit immer knapp. Aber im Gespräch ist sie ganz da.

Was essen Sie zum Frühstück?

Ich muss am Morgen viel essen, weil mein Energielevel sehr niedrig ist. Das war mir lange nicht bewusst. Ich habe morgens Kaffee getrunken, und meine Energie ging runter. Ein Arzt hat mir dann erklärt, dass ich viel frühstücken muss, um gut in den Tag zu starten. Heute gab es Omelette.

Wo kaufen Sie Ihre Kleidung ein?

Ich bin keine, die gern shoppt. Oft kaufe ich meine Kostüme nach Dreharbeiten, ich komme ja beruflich viel dazu, neue Kleider anzuprobieren. Mein Lieblingslabel ist Kala Fashion aus Berlin. Da kann ich in einer Stunde eine ganze Winter- oder Sommergarderobe kaufen.

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