Archiv der Kategorie: Protestantismus

Zwei Dodos und in Kopftuch – christlicher Kulturkrampf

Die Hamburger Pädagogin Özlem Nas diskutierte in der ZDF-Sendung „Peter Hahne“ über das Kopftuchurteil des Bundesverfassungsgerichtes Foto: ZDF

Am Sonntagmorgen haben sich die muslimische Pädagogin Özlem Nas und der katholische Autor Matthias Matussek über die Bedeutung des Kopftuch-Urteils des Bundesverfassungsgerichtes gestritten. Zwei Weltanschauungen prallten aufeinander.


pro Medienmagazin

Mitte März entschied das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, das ein pauschales Kopftuchverbot für Lehrerinnen an deutschen Schulen rechtswidrig ist. Karlsruhe entsprach der Klage zweier muslimischer Lehrerinnen aus Nordrhein-Westfalen. Voraussetzung für ein Verbot sei allenfalls eine konkrete Gefährdung oder Störung des Schulfriedens.

Peter Hahne lud zu seiner Sendung im ZDF am Sonntagmorgen Özlem Nas, Mitglied im Hamburger Integrationsbeirat, und den gläubigen Katholiken und Bestsellerautoren Matthias Matussek ein, um die Frage zu diskutieren: „Droht bei uns ein neuer Kulturkampf?“

Er sei gegen das Kopftuch, sagte Matussek. Es sei „eindeutig eine Botschaft“, und zwar nicht eine religiöse, sondern auch eine politische. „Ich sehe aber vor allem nicht ein, warum wir zurückweichen und kapitulieren sollten vor einer Kultur, die uns erstmal fremd ist.“ Die Werteordnung in Deutschland basiere auf einem christlich-jüdischen Weltbild, und die Muslime „importierten“ eine fremde Kultur und forderten nun Rechte bei uns ein, die sie in ihren Herkunftsländern selbst nicht einräumten.

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Christenanteil in Europa sinkt deutlich

Bild: eagles-freiburg.de

Der Christenanteil in der europäischen Bevölkerung wird in den kommenden Jahrzehnten deutlich sinken, ohne dass sich das religiöse Profil des Kontinents radikal wandelt.


kath.net

Das geht aus einer aktuellen Analyse des Washingtoner Pew Research Centers hervor. Demnach ist zu erwarten, dass der Anteil der Christen europaweit von 74,5 Prozent im Jahr 2010 auf 65,2 Prozent im Jahr 2050 sinkt. Demgegenüber wird der Anteil der Muslime von 5,9 auf 10,2 Prozent steigen.

Die zweitgrößte Gruppe bleiben laut der Prognose die Religionslosen, die ihren Anteil von 18,8 Prozent auf 23,3 Prozent ausbauen dürften. Die Gemeinschaften der Hindus und Buddhisten werden sich praktisch verdoppeln, allerdings weiterhin eine kleine Minderheit von je etwa 0,4 Prozent bleiben.

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“Um Himmels Willen” – homophobe Christen protestieren

ARD_SerieAuf heftige Kritik unter Zuschauern ist die 181. Folge der ARD-Serie „Um Himmels Willen“ gestoßen. Darin geht es um einen schwulen evangelischen Pfarrer und seinen Lebensgefährten, den Organisten in der Gemeinde. Ärger hat insbesondere ausgelöst, dass der katholische „Bischof“ in dem Film – Roßbauer – gleichgeschlechtliche Beziehungen verteidigt.


kath.net

Er argumentiert, dass die evangelische Kirche liberaler sei als seine eigene, und zitiert Papst Franziskus, der eine Verurteilung Homosexueller abgelehnt habe. Roßbauer zufolge werden gute Taten eines Pfarrers nicht durch die Liebe zu einem anderen Mann entwertet.

Auch die „Nonne“ Hanna verteidigt die beiden Männer: Niemand solle sich für seine Gefühle schämen müssen. Als „engagiert, aber etwas engstirnig“ wird eine evangelische Gottesdienstbesucherin charakterisiert, die eine gleichgeschlechtliche Beziehung als „Ohrfeige für Gott“ bezeichnet und fordert, dass der Pfarrer die Gemeinde verlässt. Bei der Abstimmung des Kirchenvorstands sprechen sich fünf Mitglieder für den Pfarrer aus und zwei gegen ihn.

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Experte warnt: In Deutschland gibt es Teufelsaustreibungen

Bild: Bill Flavell, FB

Bild: Bill Flavell, FB

In Rom haben sich Exorzisten aus der ganzen Welt getroffen. Auch Teufelsaustreiber aus Deutschland waren unter den Gästen. In der Bundesrepublik gibt es täglich zahlreiche Teufelsaustreibungen. Viele verlaufen brutal und können für die Betroffenen schlimme Folgen haben.


FOCUS ONLINE

  • Exorzismus-Treffen in Rom
  • Teufelsaustreiber aus der ganzen Welt
  • Journalist berichtet von Austreibungen in Deutschland

Verzerrte Gesichter, wilde Flüche in seltsamen Sprachen, willenlose, vom Teufel besessene Menschen und Priester, die mit vorgehaltenem Kreuz gegen das Böse kämpfen: Viele Vorstellungen von Exorzismen sind brutal und basieren auf Filmen. Gerade in Deutschland sind Teufelsaustreibungen oft ein Tabu-Thema, nur wenig ist über die Realität bekannt. In anderen Ländern wird hingegen offen darüber gesprochen. An der katholischen Universität Regina Apostolorum in Rom haben sich Hunderte Exorzismus-Experten aus aller Welt ausgetauscht.

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Ministerpräsident Sachsen-Anhalts bat Papst um Bannbulle Luthers

Bannbulle gegen Martin Luther, Bild: planet-wissen.de

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat Papst Franziskus am Freitag um leihweise Herausgabe wertvoller Dokumente des Vatikans über Martin Luther für das Reformationsjubiläum 2017 gebeten, berichtet die “Mitteldeutsche Zeitung” (MZ) am Samstag. Zu den herausragenden Stücken des vatikanischen Archivs zählt die Registereintragung der ersten Bannbulle gegen Luther, die dieser 1520 verbrannte, sowie die zweite Bannbulle, mit der Luther exkommuniziert wurde. Haseloff, der selbst Katholik ist, wurde am Freitag vom Papst in Audienz empfangen und hatte mehrere Treffen in den vatikanischen Dikasterien.


kathweb

Sachsen-Anhalt ist die Urheimat der Reformation. Hier liegt die Stadt Wittenberg mit der gotischen Schlosskirche, an deren Tür Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen genagelt hatte, um zur Disputation über den Ablasshandel aufzufordern. Das war der Auslöser der Reformation und der abendländischen Kirchenspaltung. Zu den erbetenen Leihgaben des Geheimarchivs für 2017 sagte Haseloff laut MZ: “Ich habe darum gebeten, Dinge aus den Archiven für das Jubiläum ausleihen zu können.”

Hauptthema des gut halbstündigen Gesprächs war nach Angaben Haseloffs das Jubiläum bzw. Gedenken 2017. Man habe in einem “größeren Rahmen” darüber gesprochen, wie man in diesem Jahr ein “starkes ökumenisches Zeichen” setzen könnte, sagte Haseloff nach der Begegnung vor Journalisten in Rom. Zudem habe er die Einladung des Papstes nach Deutschland unterstützt, die Bundeskanzlerin Angela Merkel im März ausgesprochen habe.

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Mitteldeutsche Kirche stellt sich auf geringere Einnahmen ein

Bild: tilly

Bild: tilly

Mit einem Gottesdienst ist am Samstag die konstituierende Sitzung der zweiten Landessynode der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland in Drübeck bei Wernigerode zu Ende gegangen. Das Kirchenparlament stellt sich auf weniger Steuereinnahmen ein und will 75 Pfarrstellen abbauen.


evangelisch.de

Zum Präses wählten die 80 Kirchenparlamentarier den Juristen Dieter Lomberg. Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland mit rund 800.000 Mitgliedern war 2009 durch den Zusammenschluss der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen entstanden.

Auf der Tagesordnung der dreitägigen Sitzung des Kirchenparlaments stand neben Wahlen zur Besetzung verschiedener Gremien unter anderem auch eine Novellierung des Gesetzes zur Finanzierung der kirchlichen Arbeit. Dabei ging es vor allem um eine leichte Erhöhung der Gemeindemitgliederzahl je Pfarrstelle ab 2018 von 1.200 auf 1.375. Dies entspricht einem zusätzlichen Abbau von 75 Pfarrstellen gegenüber dem seit 2012 geltenden Gesetz.

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Justizminister Austria: Schutz religiöser Lehren “muss unbedingt bleiben”

Wolfgang Brandstetter , © APA/Hans Klaus Techt

Justizminister Wolfgang Brandstetter hat sich am Freitag “absolut gegen die ersatzlose Streichung” des Gesetzes gegen die Herabwürdigung religiöser Lehren gewandt. Anlass war eine Veranstaltung der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten über Blasphemie. Sie fand unter starkem Polizeischutz im Bischöflichen Sommerrefektorium der Landeshauptstadt statt.


kathweb

Zuletzt lösten die Ereignisse um die französische Satire-Zeitschrift “Charlie Hebdo” eine hitzige Debatte aus. In Österreich wird derzeit über die Berechtigung des Paragrafen 188 StGB (Strafgesetzbuch), der den Tatbestand der Herabwürdigung religiöser Lehren zum Inhalt hat, debattiert.

Brandstetter, der per Videoschaltung zu Wort kam, betonte, das Thema sei hochaktuell und brisant. Einer ersatzlosen Streichung des Paragrafen 188 könne er “absolut nichts abgewinnen”. Das Grundrecht auf Freiheit der Kunst verbiete zwar einen Eingriff in den Kunstbereich, sei aber kein Freibrief für Straftaten und das Hinwegsetzen über einfache Gesetze.

Der Minister appellierte, dass es ein Mindestmaß an Toleranz brauche. Darauf würden ja auch Künstler pochen. Wenn religiöse Gefühle verletzt werden, könne das nicht so einfach hingenommen werden.

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Oklahoma erlaubt Hinrichtungen mit Stickstoff

3c94d-hinrichtung-todesstrafe-todesspritze“Schnell, schmerzlos, idiotensicher” sei die Stickstoffmethode, meint der Republikaner, der die neue Tötungsmethode auf den Weg gebracht hat. Der US-Bundesstaat sucht eine Alternative zur Todesspritze.


Die Presse

Oklahoma hat als erster Staat der USA die Hinrichtung von Todeskandidaten mit Stickstoff erlaubt. Die republikanische Gouverneurin Mary Fallin unterzeichnete ein entsprechendes Gesetz, das den Einsatz des Gases als Alternative zur Giftspritze erlaubt, wie “Spiegel Online” unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Associated Press am Samstag berichtete.

Allerdings ist die neue Hinrichtungsmethode an eine Bedingung geknüpft: Die bevorzugte Methode bleibt die Todesspritze, Gas darf nur zum Einsatz kommen, wenn eine tödliche Injektion nicht möglich ist – entweder aus Mangel an Giftstoff oder wegen einer anderslautenden Gerichtsentscheidung.

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Stickstoff

Stickstoff (chemisches Zeichen: N) ist selbst nicht giftig, die Umgebungsluft besteht zu 80 Prozent daraus. In geschlossenen Räumen besteht allerdings Erstickungsgefahr durch Atemluftverdrängung, wobei es keine Reiz- oder Warnwirkung gibt. Durch den Sauerstoffmangel verliere der Todeskandidat binnen acht bis zehn Sekunden das Bewusstsein und sterbe einige Minuten später, sagte Christian.

Chaim Miller: »Ich bereue nicht einen Schuss«

Chaim MIller, © screenshot JA

Chaim Miller über sein Leben als Nazi-Jäger, Rache an SS-Männern und Schuldgefühle


Von Philipp Peyman Engel|Jüdische Allgemeine

Herr Miller, können Sie sich noch an den ersten NS-Verbrecher erinnern, den Sie aufgespürt und getötet haben?
Hören Sie, ich bin zwar 93 Jahre alt, aber so etwas vergisst man nicht. Meinen ersten SS-Mann habe ich direkt nach Kriegsende 1945 in Italien ermordet. Es war ein Nazi aus meiner Heimatstadt Wien, der während der Schoa besonders schlimm gewütet hatte. Damals war ich Soldat bei der Jüdischen Brigade in der britischen Armee. Als ich ihn entführt und im Wald mit seinen Taten konfrontiert hatte, gab er sofort alles zu. Es schien für ihn eine Erleichterung gewesen zu sein, endlich mit jemandem darüber zu sprechen, was er getan hatte.

Wie ging es dann weiter?
Ich verkündete ihm sein Urteil. Er schaufelte eine Grube aus und kniete sich brav hin – pflichtbewusst bis in den Tod. Noch bevor er den Knall hören konnte, war er tot.

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Das Wort zum Sonntag: Recycling-Tipps am Samstagabend – Bullshistic

Ein Redakteur der Süddeutschen Zeitung hat sich über mehrere Wochen samstagabends das Wort zum Sonntag angesehen Foto: ARD

Seit 60 Jahren läuft jeden Samstagabend das „Wort zum Sonntag“ im Ersten. Matthias Drobinski von der Süddeutschen Zeitung hat sich die Sendungen über mehrere Wochen hinweg kritisch angesehen und kommt zu einem wohlwollenden Ergebnis.


pro Medienmagazin

Am Anfang klingt es wie ein klassischer Verriss. Matthias Drobinski beschreibt in der Süddeutschen Zeitung eine typische Samstagabend-Ansprache der Wort zum Sonntag-Sprecherin Nora Steen. Sie ziehe Vergleiche zwischen der Zeit Jesu und dem Medienzeitalter von heute, und Drobinski möchte der Pastorin zurufen: „Halt! Tun Sie das bitte nicht! Man möchte nicht wissen, ob Jesus heute Golf fahren würde, ob er bei den Grünen wäre oder bei der CSU.“ Sehr überrascht habe ihn die Ansprache Steens dann nicht.

„So ist es, das Wort zum Sonntag“, resümiert Drobinski. „Wenn einer sagen will, dass etwas hohl pathetisch ist, onkelhaft oder tantig, ins Leere gesprochen, dann sagt er: Wie beim Wort zum Sonntag.“ Die Sprecher der Sendung trügen „biedere Blusen oder Cordjacketts“. „Der Wasserverbrauch steigt, wenn das Wort zum Sonntag beginnt. Dann geht das Volk pinkeln.

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“Die Demonstranten fabulieren über Sexualpraktiken”

Themenbild.

Themenbild.

Der Streit um die “Akzeptanz sexueller Vielfalt” im baden-württembergischen Bildungsplan tobt weiter. Inzwischen sorgt zusätzlich ein “Aktionsplan für Akzeptanz” für Aufregung, der teilweise drastische Schritte vorsieht, um die Gesellschaft für die Anliegen Homosexueller und Transsexueller zu gewinnen. Kultusminister Andreas Stoch (SPD) wirbt im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) dafür, jeden Menschen zu akzeptieren, der eine andere sexuelle Orientierung hat.


evangelisch.de

Herr Minister, fünf Demonstrationen hat es in Stuttgart gegen den Bildungsplan Ihres Ministeriums mit seiner Werbung für die “Akzeptanz sexueller Vielfalt” gegeben. Sie fühlen sich von den Kritikern missverstanden. Warum?

Andreas Stoch: Die Kritiker beziehen sich immer noch auf ein altes internes Arbeitspapier, das noch nicht einmal den Status eines Bildungsplanentwurfs hatte. Dieses Papier hat den irrtümlichen Eindruck erweckt, es überakzentuiere das Thema sexuelle Vielfalt. Das bedauere ich im Nachhinein. Das Vorhaben an sich halte ich aber für richtig.

Warum ist dann die Kritik daran falsch?

Stoch: Weil auf den Demonstrationen immer von einer Übersexualisierung geredet und über Pornografie und Sexualpraktiken fabuliert wird. Bei Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt geht es aber gar nicht um den Sexualkundeunterricht. Schüler sollen lernen, dass in unserer Gesellschaft kein Platz ist für Ausgrenzung und Diskriminierung – weder aufgrund ethnischer oder religiöser Zugehörigkeit noch aufgrund der sexuellen Orientierung eines Menschen. Das hat nichts damit zu tun, ob und wie Menschen ihre Sexualität dann ausleben.

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Christlich geprägte Kultur des Sterbens entwickeln – Igitt

Bild: letzte-hilfe.de

Bild: letzte-hilfe.de

Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Hamburger Hauptkirche St. Katharinen haben der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, am Samstag die Woche für das Leben eröffnet, die bundesweit vom 18. bis zum 25. April 2015 stattfindet. Unter dem Jahresthema „Sterben in Würde“ befasst sich die Aktion mit der gesellschaftlichen und politischen Debatte um assistierten Suizid sowie dem Umgang mit schwerstkranken und sterbenden Menschen.


EKD

„In Würde sterben zu dürfen, heißt eben nicht, alle Optionen zu haben, um sich jederzeit selbst töten zu können, betonte der Ratsvorsitzende der EKD in seiner Predigt. „In Würde zu sterben heißt, nie aus der Beziehung zu Gott und den Menschen herauszufallen“. Das Hauptaugenmerk in der Woche für das Leben sei darauf gerichtet, „dass wir eine Kultur des Sterbens entwickeln, die nicht länger von der Angst geleitet ist, sondern in der die Liebe Raum gewinnt.“ Notwendig sei eine Kultur, „in der über dem Schmerz und der Trauer, über den Abschied nie die Ahnung von offener Zukunft und neuem Leben verloren geht“, sagte Bedford-Strohm.

„Tod und Sterben gehören für die meisten von uns nicht mehr zur Erfahrungswelt. Sie sind die Angelegenheit von Spezialisten geworden“, betonte Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, in seiner thematischen Einführung. Die Angst, am Lebensende nicht mehr über sich selbst bestimmen zu können, ein Leben in Schmerzen zu führen und den Angehörigen zur Last zu fallen, nehme zu und führe dazu, dass die Attraktivität von Sterbehilfevereinen steige. „Doch was ist das für ein Armutszeugnis für eine Gesellschaft, in der die Möglichkeit zur Selbsttötung bloß zu einer weiteren Option unter vielen wird: Pflegeheim, Krankenhaus, Suizid“, so Kardinal Marx weiter. „Die Humanität einer Gesellschaft misst sich doch gerade daran, wie man mit alten, kranken, schwachen und schwerkranken Menschen umgeht. … Sie verdienen in besonderer Weise unsere Zuwendung – und nicht den Giftbecher.“

An dem Ökumenischen Eröffnungsgottesdienst in Hamburg, mit mehreren Hundert Teilnehmern aus Politik, Gesellschaft und Religionsgemeinschaften, wirkten außerdem die Hamburger und Lübecker Bischöfin Kirsten Fehrs, (Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland) sowie Erzbischof Stefan Heße (Erzbistum Hamburg) mit.
Im Anschluss an den Eröffnungsgottesdienst diskutierten Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm und Kardinal Reinhard Marx in der Katholischen Akademie beim Podiumsgespräch „Sterben in Würde“ mit Dr. Michael de Ridder (Notfallmediziner und Geschäftsführer a. D. Vivantes Hospiz Berlin) und Prof. Dr. Armin Nassehi (Professor für Soziologie an der Universität München) unter anderem über die Frage, warum Sterben vielfach mit „Autonomieverlust“ gleichgesetzt wird. „Wenn man die Selbstbestimmung auf die Frage nach gesetzlichen Rahmenbedingungen reduzieren würde, die eine Selbsttötung möglichst leicht machen, wäre das eine völlige Verarmung einer Vorstellung von Autonomie und Freiheit“, so der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm.

Kardinal Reinhard Marx unterstrich, dass die Kirchen nie eine Verpflichtung betont hätten, Menschen unter allen Umständen am Leben zu erhalten. Zudem ist „die Palliativversorgung bereits heute eine hervorragende Möglichkeit, schwerstkranke Menschen auf ihrem letzten Lebensweg zu begleiten“, so Kardinal Marx. Sie kümmere sich nicht nur um körperliche Schmerzen, sondern auch um die Psyche und spirituelle Bedürfnisse.

Die Woche für das Leben ist seit mehr als 20 Jahren die ökumenische Aktion der evangelischen und katholischen Kirche für den Schutz und die Würde des Menschen vom Lebensanfang bis zum Lebensende. Themenheft, Info-Flyer und weitere Informationen zur Woche für das Leben stehen unter http://www.woche-fuer-das-leben.de zur Verfügung.

Hannover, 18. April 2015

Pressestelle der EKD
Carsten Splitt

 

Big Brother Award 2015: Die schlimmsten Saboteure des Datenschutzes

matrix_2_1Der Big Brother Award 2015 geht unter anderem an Innenminister Thomas de Maizière und Gesundheitsminister Hermann Gröhe.


Von Christian Bommarius|Frankfurter Rundschau

Die Frage, wer die größten Verdienste um die nachhaltigste Verletzung der Privatsphäre und um die souveränste Missachtung des Datenschutzes in Deutschland erworben hat, wird Jahr für Jahr auf höfliche Weise beantwortet. Eine Jury tritt zusammen, berät die einschlägigen Leistungen und gibt schließlich die Gewinner der „Big Brother Awards“ bekannt. Der Name des Preises – er wurde dem Überwachungsstaats-Roman „1984“ George Orwells entnommen – ist Programm, und Absicht der Jury ist es wohl, die Gewinner spüren zu lassen, was die unerwünschte Herstellung von Öffentlichkeit bedeutet. Stifter und Verleiher des Preises ist der Verein digitalcourage.

In der Kategorie Politik werden in diesem Jahr Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und seinem Amtsvorgänger Hans-Peter Friedrich (CSU) geehrt. Sie werden, sagt die Jury, ausgezeichnet „für die systematische und grundlegende Sabotage der geplanten Europäischen Datenschutzgrundverordnung“. Statt – wie öffentlich behauptet – Deutschlands hohes Datenschutzniveau nach Europa zu tragen, hätten beide Innenminister ihre Beamten in enger Kooperation mit Lobby-Verbänden den europäischen Datenschutz ins Gegenteil verkehren lassen.

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Pastor entschuldigt sich nach NDR-Film “Die Schwulenheiler”

Schwul-nicht-schwul-470Mit ihrem Einsatz für ihre schwulen Enkel sorgt eine Seniorin für viel Aufmerksamkeit in Internet. Weil sie sich über Aussagen eines Pastors über Homosexualität geärgert hatte, trat sie demonstrativ aus der Kirche aus. Jetzt rudert der Pastor zurück.


evangelisch.de

Pastor Gero Cochlovius aus Hohnhorst bei Hannover hat seine Aussagen in dem NDR-Film “Die Schwulenheiler” bedauert. Mit seinem Statement in der Dokumentation hatte er eine Frau aus einem Nachbarort, Großmutter zweier schwuler Enkel, zum Kirchenaustritt bewegt. “Es war nie meine Absicht, homosexuelle Menschen zu verurteilen”, sagte Cochlovius einer am Freitag verbreiteten Erklärung des Kirchenvorstandes von Hohnhorst zufolge. “Wo dieser Eindruck dennoch entstanden ist, bitte ich um Entschuldigung.”

Dodo Käßmann: „Die Reformation ist eine wichtige Wurzel der Aufklärung!“

Margot-KässmannDie Bedeutung der Reformation für die Aufklärung war das Thema eines Besuches der EKD-Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017, Margot Käßmann, in Kaliningrad (ehemals Königsberg).


EKD

Auf Einladung des deutschen Generalkonsulats informierte sich Margot Käßmann am vergangenen Montag und Dienstag über die Situation lutherischer Christen in Russland und berichtete über die Vorbereitungen des Reformationsjubiläums. In diesem Zusammenhang bestehe großes Interesse an Martin Luthers sprachschöpferischer Kraft. „Das reformatorische Thema ,Freiheit und Verantwortung’ ist in Kaliningrad hochaktuell“, sagte Käßmann.

Auf einer Podiumsdiskussion über „Die geistige Freiheit des Individuums“ diskutierte Käßmann mit dem Historiker Solomon Ginsburg, dem Germanisten Wladimir Gilmanow und dem Philosophen Andrej Silber. Sie alle betonten den engen Zusammenhang zwischen der Reformation und der Aufklärung. Das Erbe Martin Luthers sei prägend für den in Königsberg wirkenden Philosophen Immanuel Kant (1724-1804) gewesen. „Das Wagnis der Freiheit, das Luther gezeigt hat, das Erleben der zugesagten Freiheit und Freiheit als Bindung und Verantwortung sind Antriebsfedern für das aufgeklärte Denken“, erklärte Margot Käßmann.

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Özoguz und Griese machen sich für religiöse Bildung stark

Kerstin Griese (2014), Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 de/SvenTeschke

Die Religions- und Kirchenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Kerstin Griese, hat sich der Forderung des Berliner Bischofs Markus Dröge nach einer neuen Bildungsoffensive in Sachen Religion und des interreligiösen Dialogs angeschlossen.


evangelisch.de

Sie sagte am Freitag in Berlin auf einer Tagung der SPD-Fraktion, Toleranz und Vielfalt könne nur leben, wer die eigene Religion kenne und die des anderen verstehen wolle.

Auf einer Tagung der SPD-Fraktion mit dem Titel “Wir alle sind Deutschland” über das Miteinander von Menschen verschiedener Religionen und Kulturen zeigte sich Griese besorgt, dass 60 Prozent der Bundesbürger glauben, der Islam passe nicht in die westliche Welt, während zugleich die deutschen Muslime sich mehrheitlich zur pluralistischen deutschen Demokratie bekennen.

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US-Amerikaner weiter für Todesstrafe, besonders Christen

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Die Mehrheit der US-Amerikaner steht weiter hinter der Todesstrafe, allerdings mit 56 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit 40 Jahren. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Washingtoner Pew Research Centers hervor. Demnach ging die Unterstützung für die Todesstrafe seit 2011 um sechs Prozentpunkte zurück. 1996 betrug der Anteil der Befürworter noch 78 Prozent.


kathweb

Während die Haltung zur Todesstrafe seitens männlicher Befragter seit 2011 praktisch unverändert bei 64 Prozent blieb, sank die Zustimmung unter Frauen von 59 auf 49 Prozent. Überdurchschnittlich großen Rückhalt finden Hinrichtungen bei Protestanten und Katholiken weißer Hautfarbe. Trotz leichter Einbußen finden noch 71 Prozent der Evangelikalen und 66 Prozent von Mitgliedern der protestantischen Hauptkirchen die Tötung von Straftätern in Ordnung. Unter weißen Katholiken stieg die Zustimmung sogar von 61 Prozent im Jahr 2011 auf jetzt 63 Prozent.

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Religiöse Konflikte: Entwicklungsminister Gerd Müller reagiert mit „Strategiepapier“

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat eine Strategie fürs Miteinander von Religionen vorgelegt: Partnerschaft bedeute zwar, Verschiedenheit und die jeweiligen Traditionen zu respektieren, allerdings „ohne einem Werterelativismus zu verfallen“.(Foto: dpa)

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat ein Entwicklungspapier ausgearbeitet und damit auf zunehmende religiöse Konflikte reagiert. Der Minister will auch abendländische Werte betont sehen.


HANDELSBLATT

Unter dem Eindruck eines wachsenden Einfluss des Islam und vor dem Hintergrund zunehmender religiös motivierter Auseinandersetzungen strebt Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) laut einem Zeitungsbericht offenbar eine Entwicklungspolitik an, die sich stärker an abendländisch-jüdischen Traditionswerten orientiert. Die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ schrieb am Freitag, dies gehe aus einem ihr vorliegenden „Strategiepapier“ der Leitungsspitze des Ministeriums hervor.

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CSU Herrmann: Datenspeicherung hilft gegen Pädophilen-Netzwerke

©Bayrisches Staatsministerium des Innern

«Mit dem Zugriff auf Telekommunikations-verbindungsdaten können wir beispielsweise auch die Hintermänner von Pädophilen-Netzwerken leichter hinter Schloss und Riegel bringen, die sich derzeit noch in der Anonymität des Internets verstecken.»


kath.net

Der Kompromiss zur Vorratsdatenspeicherung wird es den Ermittlungsbehörden nach Ansicht des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann (CSU) ermöglichen, härter gegen Pädophilen-Netzwerke vorzugehen. Der «Welt» sagte Herrmann am Donnerstag: «Mit dem Zugriff auf Telekommunikationsverbindungsdaten können wir beispielsweise auch die Hintermänner von Pädophilen-Netzwerken leichter hinter Schloss und Riegel bringen, die sich derzeit noch in der Anonymität des Internets verstecken.»

Herrmann sprach von einem «Riesen-Fortschritt für die Sicherheit unserer Bürger». Endlich könne man eklatante Sicherheitsdefizite beseitigen und eine große Lücke im Instrumentarium der Sicherheitsbehörden schließen, «gerade bei der Bekämpfung schwerer Straftaten oder des Terrorismus».

Muslime sollen Christen aus Flüchtlingsboot geworfen haben

Brand auf einem Flüchtlingsschiff vor den Küsten Europas © Szene aus "Report Mainz"

Brand auf einem Flüchtlingsschiff vor den Küsten Europas © Szene aus “Report Mainz”

Dicht gedrängt auf kleinen Booten begeben sich viele Flüchtlinge auf den gefahrvollen Weg von Afrika über das Mittelmeer gen Norden. Doch statt in Solidarität übten sich die Menschen auf einem Schiff nun in Hass. Auslöser soll ein unterschiedlicher Glaube gewesen sein.


evangelisch.de

Die italienische Polizei hat 15 muslimische Migranten festgenommen, weil sie vor der Küste Siziliens zwölf Christen aus einem Flüchtlingsboot über Bord geworfen haben sollen. Wie italienische Medien übereinstimmend berichteten, genehmigte Justizminister Andrea Orlando am Donnerstagabend die Strafverfolgung. Die Tat sei zwar in internationalen Gewässern geschehen, aber nach der Anordnung des Ministers konnten die Verdächtigen im sizilianischen Palermo festgenommen werden. Den Berichten zufolge sollen die Muslime aus religiösem Hass gehandelt haben.

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