Warum der Staat den Kirchen immer noch Geld zahlt

Bild: © dpa/Hendrik Schmidt
Regelmäßig wird über die Staatsleistungen an die beiden großen Kirchen diskutiert. Eigentlich sollten diese Zahlungen – im vergangenen Jahr rund 520 Millionen Euro – schon vor 100 Jahren abgeschafft werden. Doch passiert ist bislang nichts. Schuld daran sind aber nicht die Kirchen.

Von Steffen Zimmermann | katholisch.de

Am vergangenen Mittwoch wurde in Weimar an den 100. Jahrestag der konstituierenden Sitzung der Weimarer Nationalversammlung erinnert. Bei einem Festakt im Deutschen Nationaltheater – dem damaligen Verhandlungsort – lobten Redner wie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Arbeit der Nationalversammlung, die damals in wenigen Monaten die erste demokratische Verfassung Deutschlands ausgearbeitet und am 31. Juli 1919 verabschiedet hatte.

Obwohl die erste demokratische Republik auf deutschem Boden nur knapp 14 Jahre später vom Nationalsozialismus abgelöst wurde und deshalb als gescheitert gilt, wurden bei der Ausarbeitung des heutigen Grundgesetzes zahlreiche Inhalte der Weimarer Reichsverfassung für die Bundesrepublik übernommen.

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Spahn will Therapien gegen Homosexualität verbieten

Jens Spahn (rechts) mit seinem Partner Daniel Funke. – APA/AFP/DPA/GREGOR FISCHER
Jens Spahn will sogenannte Kornversionstherapien verbieten. Der Politiker geht mit seiner Homosexualität offen um: „Ich sage immer: Der liebe Gott wird sich was dabei gedacht haben.“

Die Presse

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn will sogenannte Konversionstherapien gegen Homosexualität verbieten. „Homosexualität ist keine Krankheit, und deswegen ist sie auch nicht therapiebedürftig“, sagte Spahn der „tageszeitung“ aus Berlin vom Freitag. Gemeinsam mit dem Justizministerium werde er bis zum Sommer einen Vorschlag für eine Verbotsregelung erarbeiten.

Sogenannte Konversionstherapien zielen darauf ab, Schwule und Lesben heterosexuell zu machen. „Ich halte nichts von diesen Therapien, schon wegen meines eigenen Schwulseins“, sagte Spahn der „taz“. „Ich sage immer: Der liebe Gott wird sich was dabei gedacht haben.“

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Kirchenaustritte 2018 in Bayern: Sprunghafter Anstieg – die selbsternannten Apostel wollen das nicht kommentieren

Image: Louis Berk/CC BY-ND 2.0
Bayerischer Rundfunk: Austritte steigen um 25 Prozent – Kardinal Reinhard Marx und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm möchte dies nicht kommentieren

kath.net

Schlechte Nachrichten für den Münchner Kardinal Rainhard Marx und den evangelischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Im vergangenen Jahr haben in Bayern durchschnittlich gut ein Viertel mehr Katholiken und Protestanten ihre Kirche verlassen als 2017. Dies berichtet der Bayerische Rundfunk (BR), dem die Zahlen aus 57 bayerischen Städten mit je mindestens 20.000 Einwohnern vorliegen.

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Volker Beck: Islamverbände sind keine Religionsgemeinschaften – „Kein Stein bliebe auf dem anderen“

Volker Beck fordert „aktivere Religionspolitik“ © Wilhei (Pixabay)
Falls die großen Islamverbände in Deutschland als Religionsgemeinschaften anerkannt werden, sieht der Grünen-Politiker Volker Beck eine Gefahr für das deutsche Religionsverfassungsrecht. Er sprach von „politisierten religiösen Vereinen“.

DOMRADIO.DE

Zur Begründung verwies der Ex-Bundestagsabgeordnete, der heute am „Centrum für Religionswissenschaftliche Studien“ der Ruhr-Universität Bochum lehrt, am Mittwoch bei einer Tagung des Deutschen Richterbunds in Berlin auf eine Steuerung der Verbände aus der Türkei. Wenn „politisierte religiöse Vereine in die Rechte von Religionsgemeinschaften“ einrückten, seien die Fundamente „des bewährten deutschen Religionsverfassungsrechts“ bedroht. „Dann ginge die ordnende Kraft unseres Religionsverfassungsrechts verloren, und kein Stein bliebe da auf dem anderen“, fügte er hinzu.

Beck bezog sich auf eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts im vergangenen Dezember in einem seit über 20 Jahren laufenden Rechtsstreit zum islamischen Religionsunterricht an Schulen in Nordrhein-Westfalen.

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God Delusion: More Than 1,000 „Scientists“ Worldwide Sign ‘Dissent From Darwinism’

While not necessarily expressing an adherence to biblical creation, more than 1,000 scientists worldwide have signed on to a “Dissent From Darwinism” statement that expresses skepticism over the theory of biological evolution and calls for the “careful examination” of Charles Darwin’s teachings.

By Heather Clark | Christian News

We are skeptical of claims for the ability of random mutation and natural selection to account for the complexity of life. Careful examination of the evidence for Darwinian theory should be encouraged,” the statement reads.

The list was first launched in 2001 by the Discovery Institute’s Center for Science & Culture, and has now grown to 1,000 and counting. The organization has launched a site where other scientists can sign the statement.

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One Minute to Midnight

The Official CTBTO Photostream / Flickr
Late last month, the Bulletin of the Atomic Scientists unveiled its “Doomsday Clock” for the 26th time since its creation in 1947, declaring that the hands on the clock would remain where they had been at the last setting, in 2018.

Scott Ritter | truthdig

Rachel Bronson, the bulletin’s president, described the environment in which the bulletin assesses the threats faced by the world today (which have expanded beyond nuclear to include climate change and cyber) as the “new abnormal,” and noted that no one should take comfort from the fact that the hands of the clock have not moved.

“This new abnormal,” Bronson wrote in her statement explaining the decision, “is a pernicious and dangerous departure from the time when the United States sought a leadership role in designing and supporting global agreements that advanced a safer and healthier planet. The new abnormal describes a moment in which fact is becoming indistinguishable from fiction, undermining our very abilities to develop and apply solutions to the big problems of our time.”

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Verschollene Fundstücke aus Luthers Grab: Ruhestandspastor macht ungewöhnliche Entdeckung

Verschollene Fundstuecke aus Luthers Grab © Susanne Huebner (epd)
In einer geheimen Aktion wurde Ende des 19. Jahrhunderts das Grab des Reformators Martin Luther geöffnet. Dabei wurden sogar „Beweisstücke“ entnommen. Ein verschollen geglaubter Teil der Funde ist nun in Braunschweig wieder aufgetaucht.

DOMRADIO.DE

Das Grab des Reformators Martin Luther (1483-1526) sollte verschlossen bleiben. Kaiser Wilhelm II. hatte eine Graböffnung ausdrücklich verboten. So beginnt ein „archäologischer Krimi“, den der ehrenamtliche Leiter der Goslarschen Marktkirchen-Bibliothek und Theologe Helmut Liersch erforscht hat.

Heimliche Grabung

Im Jahr 1892 fand dennoch eine heimliche Grabung statt, wie Liersch berichtet. Sogar „Beweisstücke“ wurden aus dem Grab des Reformators entnommen.

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US-Baptisten ringen um Konsequenzen aus Missbrauchsfällen: Ruf nach Reformen

Themenbild. Dach einer Kirche © unsplash
Der Baptistenverband in den USA sieht sich mit hunderten Missbrauchsvorwürfen gegen Pastoren und ehrenamtliche Mitarbeiter konfrontiert. Mitglieder der größten protestantischen Kirche der USA fordern Reformen.

DOMRADIO.DE

Der Informationsdienst „Religion News Service“ zitierte den Präsidenten des Baptistenverbandes, J.D. Greear, es sei nun Zeit für „tiefgreifende Veränderungen“. Missbrauch sei nicht nur eine Sünde, sondern auch eine Straftat. Greear rief zum Gebet für die 700 Missbrauchsopfer auf und die „vielen anderen Opfer“, die noch nicht bekannt seien.

Im Informationsdienst „Baptist Press“ forderte der baptistische Berater Dale Johnson am Dienstag (Ortszeit), Kirchen müssten sexuellen Missbrauch künftig grundsätzlich bei der Polizei melden.

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Warum die Kirche ein Ende der Staatsleistungen vorschlagen sollte

Bild: tilly
Finanzielle Staatsleistungen an die Kirche sind fragwürdig, findet Tilmann Kleinjung. Daher wären beide Seiten gut beraten, sich bald auf ihre Ablösung zu verständigen. Das hätte einen Vorteil für die Kirche.

Von Tilmann Kleinjung | katholisch.de

Politiker der Oppositionsparteien in Berlin wollen die Staatsleistungen abschaffen. Allein im vergangenen Jahr haben die Bundesländer den Kirchen 520 Mllionen Euro überwiesen: für die Gehälter von Bischöfen und geistlichem Spitzenpersonal, für den Unterhalt und die Sanierung von Kirchengebäuden. All das finanziert der Steuerzahler Jahr für Jahr, ob er nun Mitglied einer Kirche ist oder nicht. Im Sinne einer sauberen Trennung von Staat und Kirche ist das fragwürdig. Beide Seiten wären gut beraten, sich möglichst bald auf eine Ablösung der Staatsleistungen zu verständigen, so wie es die Weimarer Reichsverfassung schon vor 100 Jahren vorgesehen hat.

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Das Anthropozän beginnt mit der Eroberung Amerikas

Darstellung von De Bry in Brevísima von De las Casas. Bild: public domain
Die Kleine Eiszeit ist nach einer Studie Folge der europäischen Invasion, durch die 90 Prozent der Indianer starben

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Die Eroberung Amerikas durch die europäischen Invasoren mit ihrer überlegenen Waffentechnik, ihrer Skrupellosigkeit und vermeintlichen rassischen Überlegenheit der christlich-abendländischen Tradition war ein regelrechter Völkermord. Die Indianer wurden vertrieben, getötet, versklavt und malträtiert, viele starben an Hunger und vor allem auch an den Seuchen, die die Eroberer wie Pocken oder Masern mit ins Land brachten. Mit der Eroberung blieb von der Bevölkerung der präkolumbianischen Zeit nur noch ein Bruchteil übrig.

Geografen des University College London und der University of Leeds sind nun einer interessanten Verbindung nachgegangen und versuchen zu zeigen, dass das Massensterben der amerikanischen Bevölkerung ein Auslöser der Kleinen Eiszeit gewesen sein könnte, die vom 16. Jahrhundert und bis Mitte des 19. Jahrhunderts anhielt. Das wäre auch ein Beleg dafür, dass die Menschen schon vor dem Anthropozän das Klima beeinflusst haben. Allerdings gibt es Hinweise, dass die Kleine Eiszeit früher begonnen hat, vielleicht bereits im 13. Jahrhundert. Allerdings nahm die Kälte im 16. und 17. Jahrhundert zu.

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Die „entjudete“ Bibel: Interview mit Religionswissenschaftler Dirk Schuster zur Schaffung einer „entjudeten Bibel“ in der NS-Zeit

Propaganda der „Deutschen Christen“ in Berlin (Bild: Bundesarchiv, Bild 183-1985-0109-502 / CC-BY-SA)
Es ist ein dunkles Kapitel in der Geschichte der evangelischen Kirche in Deutschland: Im Jahr 1939 gründeten elf evangelische Landeskirchen im thüringischen Eisenach das „Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben“. Ihm gehörten rund 200 Kirchenvertreter, Wissenschaftler und Pfarrer an. Der Potsdamer Religionswissenschaftler Dirk Schuster hat sich in seiner Promotion mit dem protestantischen „Entjudungsinstitut“ beschäftigt. Bei einem Vortrag im Jüdischen Museum Augsburg am Donnerstag (14. Februar) spricht er über das Selbstverständnis des Instituts und über das Buch „Die Botschaft Gottes“ – eine „entjudete“ Bibel, die das Institut 1940 veröffentlichte.

evangelisch.de

Herr Schuster, wenn Jesus in der „entjudeten Bibel“ nicht mehr Jude war – was war er dann?

Dirk Schuster: Er wurde zum Arier gemacht. Die entjudete Bibel wurde begleitet von zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Mit teils skurrilen Beweisführungen zeigte man darin, dass Jesus nicht-jüdisch sei. So wurde etwa behauptet, dass Galilea eine der möglichen Ursprungsregionen der Arier war. Die Juden seien erst 150 vor Christus dort gesiedelt und hätten die Bevölkerung zwangsjudaisiert. Dass Jesus‘ Eltern Juden waren, sei daher nur einem Konfessionswechsel geschuldet. Aus rassischer Perspektive betrachtet seien sie Arier gewesen – und damit auch Jesus. In diesem Sinne wurde die Bibel umgeschrieben. Das Alte Testament ließ man weg, ebenso jene Teile im Neuen Testament, die nicht zur Lehre vom „arischen Christentum“ passten. Nur Berichte, in denen die Juden schlecht wegkamen, blieben drin.

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Strafantrag wegen Läuten von Nazi-Glocken: Justiz eingeschaltet

Themenbild. Hitlerglocke Herxheim am Berg. Bild: screengrab Youtube.
Es gibt nun ein juristisches Nachspiel: Wegen sogenannter Nazi-Glocken in Thüringen ist gegen die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland und ihre Landesbischöfin Ilse Junkermann eine Strafanzeige gestellt worden.

DOMRADIO.DE

Wie die Staatsanwaltschaft Erfurt am Dienstag auf Anfrage bestätigte, ging die Anzeige dort ein. „Es wird nun geprüft, ob Ermittlungen aufgenommen werden“, erklärte Oberstaatsanwalt Hannes Grünseisen.

In dem Strafantrag des Klägers, der auf den 2. Februar datiert ist und der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vorliegt, wird der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) vorgeworfen, mit der Bewahrung und Weiternutzung von sechs Kirchenglocken mit nationalsozialischen Symbolen und Inschriften in „fünf standortverschwiegenen Kirchen in Thüringen“ gegen das Strafgesetzbuch zu verstoßen.

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USA: Imam darf bei Hinrichtung nicht dabei sein

Bild: © picture alliance/AP Photo/Pat Sullivan
Ein zum Tode Verurteilter in den USA durfe nicht von einem Imam begleitet werden – das kritisieren die Bischöfe des Landes. Sie nennen das Vorgehen des Staates „verstörend“ und verweisen auf Papst Franziskus.

katholisch.de

Die katholischen Bischöfe in den USA kritisieren, dass ein Todeskandidat im Bundesstaat Alabama bei seiner Hinrichtung nicht von einem Imam begleitet werden durfte. Laut einem Bericht des Magazins „Crux“ vom Montag argumentierte das Gefängnis, es sei ein Sicherheitsrisiko, wenn ein Externer bei der Hinrichtung im Raum sei. Christlichen Geistlichen wird die Anwesenheit in der Exekutionskammer jedoch in der Regel erlaubt.

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Kritik an Anwerbung Minderjähriger bei der Bundeswehr

Themenbild.
Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) hat die Anwerbung und den Dienst von Minderjährigen bei der Bundeswehr kritisiert. Seit 2011 habe die Bundeswehr rund 12.000 Minderjährige an der Waffe ausgebildet, erklärte EAK-Sprecher Wolfgang Buff am Sonntag in Bonn.

evangelisch.de

„Jeder zwölfte Rekrut in der Truppe ist minderjährig.“ Das sei nicht akzeptabel, erklärte Buff zum Red Hand Day, dem Internationalen Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten am 12. Februar.

Buff kritisierte vor allem die „sehr offensive Werbung“ der Bundeswehr in Schulen und sozialen Medien. „Es ist bedenklich, wenn angesichts des offensichtlich größer werdenden Nachwuchsmangels der Rekruten-Alltag in der Werbung als Abenteuerurlaub dargestellt wird, aber die gefährlichen Einsätze ausgeblendet werden“, warnte der Sprecher des evangelischen Friedensverbandes.

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Evangelische Kirche lehnt Gespräche mit AfD ab: Persönlich ja, offiziell nein

IC-Lok mit Leitwort des Kirchentages 2019 in Dortmund © Oliver Lang (DEKT)
Dass der evangelische Kirchentag keine AfD-Funktionäre auf Podien will, findet der Berliner Bischof Dröge problematisch. Ein Ausschluss nütze der Partei, die sich so als Opfer darstellen könne. Offizielle Gespräche lehnt er aber ab.

DOMRADIO.DE

Der Berliner Bischof Markus Dröge bedauert, dass der evangelische Kirchentag keine AfD-Funktionäre auf Podien einladen will. „Das halte ich für sachlich problematisch“, sagte das geistliche Oberhaupt der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz dem Evangelischen Pressedienst (epd): Ein prinzipieller Ausschluss nütze der Partei, weil sie sich dann als Opfer darstellen könne.

Das Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages hatte im vergangenen Jahr beschlossen, AfD-Parteivertreter nicht zur Mitwirkung auf Podien einzuladen. Kirchentagspräsident Hans Leyendecker betonte seither mehrfach, der Kirchentag werde sich aber mit den Positionen der AfD und den Ursachen für das Aufkommen der Partei auseinandersetzen.

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„Homosexualität ist eine Fehlschaltung“ – Homophobie in der Kirche: Evangelikale empfehlen Schwulen und Lesben Homo-„Heilung“

Auch Ernie und Bert dürften ihre Sexualität in einer Freikirche nicht ausleben: Die „Sesamstraßen“-Figuren sind schwul. © Georg Wendt/dpa
Evangelische Freikirchen raten Schwulen und Lesben zur Therapie. Für Kritiker ist das „homophober Humbug“. Auch heimische Pastoren haben ein Problem mit Homosexuellen.

HNA.DE

Das Thema, mit dem ein Bund evangelischer Freikirchen gerade für Aufsehen sorgt, ist so brisant, dass die meisten Pastoren in der Region am liebsten gar nichts dazu sagen wollen – und wenn doch, dann nur anonym. „Ich möchte mir nicht den Mund verbrennen“, sagt ein Prediger aus Nordhessen zu dem, was Schwule und Lesben als „homophoben Humbug“ kritisieren. Es geht um eine „Orientierungshilfe“ des Bundes Freier evangelischer Gemeinden zur Homosexualität.

In der bereits im Dezember veröffentlichten Schrift wird Homosexualität als „Symptom der Ur-Sünde“ bezeichnet. Schwulen und Lesben wird empfohlen, enthaltsam zu leben. Falls sie ihre sexuelle Orientierung ändern wollen, könnten sie eine „Therapie“ machen. Der grüne Bundestagsabgeordnete Volker Beck, der auch Lehrbeauftragter am Religionswissenschaftlichen Institut der Uni Bochum ist, empfindet das alles als „unredlich und unbarmherzig“. Er nennt die „Ratschläge“ eine „theologische Katastrophe“.

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Nahles: Christlicher Glaube ist kein Schutz für Politiker – Wirres von der Parteivorsitzenden

Andrea Nahles.bearb.: bb
Gläubige Christen haben es nach Überzeugung der SPD-Vorsitzenden Andrea Nahles besonders schwer, sich in der Politik zu behaupten. Der christliche Glaube stehe „auf Kriegsfuß“ mit jeder Form von Macht, sagte die praktizierende Katholikin bei einem Besuch in der Evangelischen Studierendengemeinde in Mainz.

evangelisch.de

„Christus gibt an keiner Stelle auch nur irgendeine Hilfestellung für uns Politiker“, so Nahles. Wer aus einer christlichen Haltung heraus versuche, anderen Menschen gegenüber immer Gesprächskanäle offenzuhalten, mache sich damit auch verletzlicher. „Christsein ist nichts, was einen vor der Wucht der Kritik schützt, im Gegenteil“, sagte die Politikerin vor rund 100 Zuhörern. Besonders in Berlin seien viele Berufspolitiker über die Jahre deshalb zu Zynikern geworden. Auf die Frage, was ihre Partei von den Kirchen lernen könnte, nannte sie den achtsamen zwischenmenschlichen Umgang miteinander. Die Parteien wiederum könnten den Kirchen als Vorbild darin dienen, Veränderungen durchzusetzen und dafür Kompromisse auszuhandeln.

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Die Kirche kann gar nicht anders, als sich in die Politik einzumischen

Themenbild. Bild: bb
Wer religiösen Institutionen Abstimmungsparolen verbieten will, verkennt deren Wesenskern. Das heisst aber nicht, dass alle staatlichen Privilegien für die Kirchen noch angebracht sind.

Simon Hehli | Neue Zürcher Zeitung

Sie soll sich raushalten! Das ist die Botschaft, die konservative Politiker an die Kirche senden. Mehrere katholische SVP-Nationalräte, unter ihnen Natalie Rickli und Claudio Zanetti, haben der Zürcher Kantonalkirche den Rücken gekehrt und überweisen ihren Obolus seit einiger Zeit direkt an Bischof Huonder, ihren Bruder im Geiste. CVP-Präsident Gerhard Pfister gründet mit Gleichgesinnten einen Think-Tank, der den Klerikern erklären soll, wann sie reden dürfen und wann sie zu schweigen haben. Was die Kritiker eint: Sie halten es nicht für opportun, dass Kirchenvertreter in der Tagespolitik mitmischen und Abstimmungsempfehlungen abgeben.

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Staatsleistungen: Eine halbe Milliarde für die Kirchen – vom Steuerzahler

Kuppelkreuz auf dem Berliner Dom: Seit über 100 Jahren werden die Staatsleistungen an die beiden großen Kirchen gezahlt. Quelle: picture-alliance/ ZB
Seit einem Jahrhundert sollen die Staatsleistungen beendet werden, zuletzt waren es mehr als 500 Millionen Euro. Passiert ist bislang nichts. Nun dringen die Oppositionsfraktionen im Bundestag auf eine Beendigung der Zahlungen.

Von Matthias Kamann | DIE WELT

Vielleicht wird der Verfassungsauftrag ja im Jahr 101 umgesetzt. Einige Bundestagsfraktionen wollen es versuchen – nachdem 100 Jahre lang gezahlt wurde. So lange schon lassen deutsche Länder aus Steuermitteln den beiden großen Kirchen Staatsleistungen zukommen, deren Höhe sich derzeit auf insgesamt mehr als 500 Millionen Euro pro Jahr beläuft. Und das, obwohl die Weimarer Reichsverfassung, deren 100. Jubiläum derzeit begangen wird, und genauso das Grundgesetz den Abschied von dieser Praxis vorsehen.

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Forum für Digitalisierung beschäftigt sich mit künstlicher Intelligenz als Gabe Gottes

Photograph: Solent News/Rex
Um die Möglichkeiten einer humanen Digitalisierung ging es beim 3. Forum für Digitalisierung der württembergischen Landeskirche in Stuttgart.

evangelisch.de

Die Leiterin des Instituts für Digitale Ethik an der Hochschule der Medien Stuttgart, Petra Grimm, hat sich für eine humane Digitalisierung ausgesprochen. Diese Art der Digitalisierung sollte nach dem Sinn, den Werten und den Folgen der Digitalisierung fragen, sagte die Professorin für Medienforschung und Kommunikationswissenschaft auf dem 3. Forum Digitalisierung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg vor etwa 200 Zuhörern. Bereits die Entwicklung Künstlicher Intelligenz müsse wertebasiert und datenschutzgesichert sein, nur so könne das Problem an der Wurzel gepackt werden.

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