Wer bedroht unsere Gesellschaftsordnung?

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Üblicherweise lautet die Antwort auf diese Frage, dass es der Rechtsextremismus sei, der unsere Gesellschaft bedroht, dass Parteien wie die NPD oder die AfD die Grundlagen unserer Verfassung in Frage stellen und aushöhlen würden.

Von Uwe Lehnert | Richard-Dawkins-Foundation

Zur NPD hat das Bundesverfassungsgericht jüngst erklärt, dass diese zwar verfassungswidrig, aber mangels Potenz und relevanter Anhängerschaft als Gefahr zu vernachlässigen sei. Was die AfD angeht, so wird diese Partei – von einigen im Zwielicht verfassungswidrigen Verhaltens sich bewegender Mitglieder abgesehen – vom Verfassungsschutz nicht als beobachtungsbedürftig eingeschätzt. Programm und Auftritte dieser Partei mögen rückwärtsgewandtes, in Teilen erzkonservativ-religiöses, europaskeptisches bis europafeindliches und nationalkonservatives bis nationalistisches Denken aufweisen – verboten sind solche Auffassungen nicht. Sie sind generell durch die Meinungsfreiheit gedeckt. Verboten wären Aktivitäten, die gegen die verfassungsmäßige Ordnung gerichtet sind oder die Strafgesetze verletzen. Meinungsfreiheit schließt dennoch nicht aus, die politischen Ziele der AfD angesichts einer sich zunehmend multikulturell entwickelnden und global sich öffnenden Gesellschaft für falsch oder gefährlich zu halten.

Die eigentliche Gefahr für unsere freiheitsliebende, demokratische, offene, tolerante Gesellschaft geht von einer polit-religiösen Ideologie aus, die über Zuwanderung aus muslimisch geprägten Ländern zu uns gekommen ist und zusätzliche finanzielle und personelle Unterstützung aus dem muslimischen Ausland erhält. Dieser orthodoxe Islam wird vertreten in Deutschland zum Beispiel von der DITIB, einer von der türkischen Religionsbehörde in Ankara personell, finanziell und weisungsmäßig vollständig gesteuerten muslimischen Organisation. Ebenso zwielichtig einzuschätzen ist der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) unter der Führung von Aiman Mazyek. Ein Mitglied des ZMD ist die Islamische Gesellschaft in Deutschland (IGD). Für den bayerischen Verfassungsschutz ist die IGD ein Tarnverein für die islamistische und antidemokratische Muslimbruderschaft. Ein weiteres Mitglied im ZMD ist die Union der Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa (ATIB), den wiederum der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz als Tarnverein den ultra-nationalistischen und faschistoiden Grauen Wölfen zuordnet. Von Milli Görüs, ebenfalls eine muslimische Organisation, ist bekannt, dass sie wiederholt ins Visier der deutschen Sicherheitsbehörden geraten ist. Dabei repräsentieren die verschiedenen muslimischen Verbände, die in erster Linie politisch agieren, dabei nur rund 15 Prozent der Muslime in Deutschland. Dennoch werden DITIB und ZMD bisher von der Bundesregierung als Vertreter »der« Muslime anerkannt und geradezu hofiert.

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„Jane Roe“ gestorben – die Frau hinter dem US-Abtreibungsrecht

(c) REUTERS (SHAUN HEASLEY)
(c) REUTERS (SHAUN HEASLEY)
Die 69-Jährige erstritt einst das Abtreibungsrecht, später bezeichnete sie die von ihre erkämpfte Legalisierung als größten Fehler ihres Lebens.

Die Presse.com

Die Amerikanerin Norma McCorvey, die unter dem Pseudonym Jane Roe den Frauen in den USA vor Gericht das Abtreibungsrecht erstritt, ist im Alter von 69 Jahren gestorben. Das bestätigte der Journalist Joshua Prager, der an einem Buch über den Fall arbeitet, der dpa in einer E-Mail. Demnach starb McCorvey am Samstag in Katy (Texas) an Herzversagen.

Sie war 22 Jahre alt, arm und unverheiratet, als sie schwanger wurde und ein texanisches Gesetz anfocht, das Abtreibungen als verfassungswidrig verbot – es sei denn, das Leben der Mutter wäre gefährdet. Ähnliche Gesetze gab es damals fast überall in den USA. Zum Schutz ihrer Identität wurde sie zu „Jane Roe“, der Rechtsfall als „Roe v. Wade“ bekannt. Später enthüllte sie aber selber ihre Identität.

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Protestantin Merkel fordert von Islam „klare Worte“

Merkel auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Bild: n-tv.de
Merkel auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Bild: n-tv.de
Kanzlerin Merkel ruft islamische Autoritäten dazu auf, sich deutlich vom Terrorismus zu distanzieren. Außerdem wirbt sie auf der Münchner Sicherheitskonferenz für internationale Strukturen und warnt vor „kleinlichen Diskussionen“.

n-tv

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat von islamischen Autoritäten eine deutliche Distanzierung vom Terrorismus gefordert. Sie erwarte „klare Worte“ über die Abgrenzung des friedlichen Islam vom Terrorismus im Namen des Islam, sagte Merkel bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Dies könnten westliche Politiker nicht so leisten wie islamische Autoritäten.

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US-Regierung und Vatikan: Duett im Dunkeln

 Frisch ernannte Kardinäle während eines Festakts im Vatikan © Vatican Pool/Getty Images
Frisch ernannte Kardinäle während eines Festakts im Vatikan © Vatican Pool/Getty Images
Die Trump-Regierung will die Welt wieder christlicher machen. Dafür sucht Chefberater Stephen Bannon den Schulterschluss mit konservativen Kräften im Vatikan. Die haben ihre eigene Agenda: Papst Franziskus schwächen und das Rad der Zeit zurückdrehen.

Von Julius Müller-Meiningen | ZEIT ONLINE

Am 27. Juni 2014 war Donald Trump noch ein halbseidener New Yorker Milliardär und Stephen Bannon trug noch keine Jacketts. Der Chef der ultrarechten amerikanischen Nachrichtenseite Breitbart News saß an diesem Tag vor seinem Computer in einem Hotel in Los Angeles. Bannon war per Skype mit dem Vatikan verbunden. Dort, in einem prächtigen Renaissance-Palazzo mitten in den Vatikanischen Gärten, im Sitz der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, warteten ein paar Dutzend Zuhörer. 50 Minuten lang skizzierte Bannon seine ganz persönliche Apokalypse in einem düsteren Videotelefonat.

Am gleichen Tag beging Raymond Leo Kardinal Burke das sechste Jubiläum seiner Nominierung als Präfekt der Apostolischen Signatur, des höchsten Vatikangerichts. Burke spürte damals, im Frühsommer 2014, wie ihm langsam der Boden unter den Füßen weggezogen wurde. Papst Franziskus hatte den erzkonservativen Kardinal im Vorjahr bereits aus zwei Kongregationen abberufen, ein paar Monate später sollte er vom Papst auch als Chef des obersten Vatikangerichts abgesetzt und zum Malteserorden abgeschoben werden – als dessen Kardinalpatron. Burke war schon damals Franziskus’ schärfster innerkirchlicher Kritiker.

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Luther-Darsteller Striesow für Religion als Pflichtschulfach

Devid Striesow bei der Welturaufführung von Wir sind jung. Wir sind stark. 2014. Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA 4.0/Nautilusini
Devid Striesow bei der Welturaufführung von Wir sind jung. Wir sind stark. 2014. Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA 4.0/Nautilusini

Der Schauspieler Devid Striesow hat sich für Religionskunde als Pflichtschulfach in allen Bundesländern ausgesprochen. „Ich finde, dass alles, was man mehr lernen kann, einen Menschen reicher macht“, sagte Striesow dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Von Christine Xuân Müller | evangelisch.de

Der auf Rügen geborene Schauspieler spielt den Reformator Martin Luther im ARD-Fernsehfilm „Katharina Luther„, der am 22. Februar um 20.15 Uhr im Ersten erstmals ausgestrahlt wird. Die Produktion erzählt die fiktive Geschichte von Luthers Ehefrau Katharina von Bora.

„Im Prinzip hat alles, worauf unsere Kultur basiert, mit der Religion zu tun“, betonte der Schauspieler. Deshalb sollte auch die nachwachsende Generation stärker über religiöse Rituale aufgeklärt werden. Wenn viele Kulturen aufeinander treffen, sei es wichtig zu wissen, „woher sich dieses oder jenes herleitet“, sagte Striesow: „Das ist ein gut verstandenes Suchen nach Wurzeln, um eine Identität aufzubauen, die wichtig ist, wenn man anderen Identitäten begegnet.“ Jedes Wissen um die Herkunft sei „wichtig und nicht fakultativ“.

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Ökumenische Jury ehrt sechs Filme auf der Berlinale

Die internationale ökumenische Jury der Kirchen hat auf der Berlinale einen Spielfilm und zwei Dokumentarfilme ausgezeichnet. Drei weitere Produktionen wurden lobend erwähnt. Der undotierte Hauptpreis ging an den ungarischen Spielfilm „Testr?l és lélekr?l“ (engl.: „On Body and Soul“) von Ildikó Enyedi, wie die Jury am Samstag mitteilte.

evangelisch.de

Aus der Sektion Panorama ehrte die ökumenische Jury zudem den algerisch-französischen Dokumentarfilm „Tahqiq fel djenna“ (eng.: „Investigating Paradise“) von Merzak Allouache sowie in der Sektion Forum den Dokumentarfilm „Maman Colonelle“ (engl.: „Mama Colonel“) des Regisseurs Dieudo Hamadi aus der Demokratischen Republik Kongo. Diese Preise sind mit jeweils 2.500 Euro dotiert. Lobend erwähnt wurde der Transgender-Film „Una mujer fantástica“ von Sebastián Lelio, der Anti-Rassismusfilm „I Am Not Your Negro“ von Raoul Peck sowie der US-Flüchtlingsfilm „El mar la mar“ von Joshua Bonnetta und J.P. Sniadecki.

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Wer dieses Schauermärchen ernst nimmt, braucht einen Arzt

Im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung des Johannes, wird die Hölle als Feuersee bezeichnet, der mit Schwefel brennt (19,20; 20,14-15). Foto: pixabay.com/idea.de
Im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung des Johannes, wird die Hölle als Feuersee bezeichnet, der mit Schwefel brennt (19,20; 20,14-15). Foto: pixabay.com/idea.de
Himmel und Hölle sind keine symbolischen Vorstellungen, wie von der liberalen Theologie behauptet. Sie sind nach der Bibel eine „unausweichbare Realität“. Jeder Mensch wird nach seinem Tod die Ewigkeit entweder im Himmel oder in der Hölle verbringen.

idea.de

Diese Ansicht vertritt der evangelikale Theologe Johannes Pflaum (Neu St. Johann/Schweiz) in der Zeitschrift des Bibelbundes (Berlin). Jesus Christus spreche in der Heiligen Schrift nicht nur viel vom Himmel, sondern auch elf Mal von der Hölle. So heiße es im Matthäus-Evangelium: „Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als Leib zu verderben vermag in der Hölle.“ Wer ohne Gott gelebt und gestorben sei, müsse einmal „zu Recht die Folgen davon tragen“, so Pflaum. Das Gericht werde die treffen, die nicht an den Sohn Gottes geglaubt und die Gnade angenommen hätten, wie es im Johannes-Evangelium (3,18) stehe. Hölle bedeute für sie „ein Existieren und Dahinvegetieren in der ewigen Gottesferne“.

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Wie christlich investiert die Kirche?

Bild: tilly
Bild: tilly
Investiert die Kirche ihr milliardenschweres Vermögen in Kohlefirmen oder Ölkonzernen so klimafreundlich, wie Papst Franziskus dies seit Jahren fordert? Das wollte das Recherchenetzwerk Correctiv wissen, erhielt aber keine Antwort. Nun hat Correctiv das mitgliederstarke Erzbistum Köln stellvertretend auf Auskunft verklagt.

KLIMARETTER.INFO

Umwelt- und Klimaschutz gehört zu den wichtigsten Anliegen von Papst Franziskus. In seiner Umweltenzyklika vom Juni 2015 fordert er unter anderem den Ausbau der erneuerbaren Energien. Regierungen und Bürger rief er dazu auf, umweltschädliche Produkte zu boykottieren, um dem Klimawandel entgegenzutreten.

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EKD-Militärbischof: Auch Mittel für Prävention aufstocken

Plakat der Militärseelsorge der Bundeswehr, Bild: brightsblog
Plakat der Militärseelsorge der Bundeswehr, Bild: brightsblog
Der evangelische Militärbischof Sigurd Rink hat vor dem Hintergrund der Diskussion über eine deutliche Aufstockung des deutschen Verteidigungsetats an die Politik appelliert, auch die Mittel für Krisenprävention zu stärken.

evangelisch.de

Man müsste darauf Wert legen, dass die Etats für Vor- und Nachsorge sowie Entwicklungszusammenarbeit und Wiederaufbau in gleicher Größenordnung mitwachsen, sagte Sigurd Rink, Militärbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), in Berlin. Diskutiert wird derzeit eine Steigerung der Verteidigungsmittel auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Rink sprach sich nicht grundsätzlich gegen eine solche Anhebung aus. Das sei ein politischer Aushandlungsprozess, sagte er. Er forderte aber eine Diskussion darüber im Parlament. Der evangelische Militärgeneraldekan Matthias Heimer sagte, aus Sicht der Soldaten werde der Wille zu einer Aufstockung der Mittel begrüßt. Die Senkung der Ausgaben in den vergangenen Jahrzehnten habe inzwischen zur Sorge geführt, dass die Bundeswehr ihren Auftrag nicht mehr erfüllen könne.

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CSU und die Wahrsager von „Open Doors“

 Stephan Pilsinger, Bundestagskandidat der CSU für den Wahlkreis München-West/Mitte. (Foto: )
Stephan Pilsinger, Bundestagskandidat der CSU für den Wahlkreis München-West/Mitte. (Foto: )
  • Stephan Pilsinger, CSU-Bundestagskandidat für den Wahlkreis München-West/Mitte, hat zu einer Informationsveranstaltung mit dem Verein Open Doors geladen.
  • Das evangelikale Hilfswerk ist umstritten, denn es tritt mit einem „Weltverfolgungsindex“ in Erscheinung, dessen Informationen Kritiker für unseriös halten.
  • Diesem Index zufolge gibt es auf der Welt 200 Millionen verfolgte Christen – die Täter seien in der Mehrheit Muslime.
  • Pilsinger betont, er trete für Glaubensfreiheit und Menschenrechte weltweit ein.

Von Jakob Wetzel | Süddeutsche.de

Christen seien die weltweit am stärksten verfolgte Religionsgemeinschaft, Gewalt gegen sie sei auch in deutschen Flüchtlingsunterkünften an der Tagesordnung, und die Täter seien meist Muslime: Mit Meldungen wie diesen drängte das Hilfswerk Open Doors zuletzt nach vorne – und hat damit zumindest in Deutschlands großen Kirchen weniger Bestürzung ausgelöst als vielmehr Befremden.

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Markschies will Theologie an Berliner Hochschule stärken – Bullshistic

Darum geht es in allen Religionen. Bild: AAA
Darum geht es in allen Religionen. Bild: AAA
Der Berliner Theologieprofessor Christoph Markschies hat sich für eine Stärkung des Faches Theologie an der Berliner Humboldt-Universität ausgesprochen.

evangelisch.de

Das vom Berliner Senat geplante Institut für Islamische Theologie biete die Chance, die Humboldt-Universität „zu dem Berliner Ort zu machen, an dem im Idealfall beide christliche Konfessionen, aber auch das Judentum und der Islam ihre Religion nach den Maßstäben der Wissenschaft zum Zwecke der Ausbildung reflektieren“, schreibt Markschies in einem Beitrag für die Monatszeitschrift „Herder Korrespondenz“.

Zugleich widersprach Markschies Medienberichten über eine angeblich an der Humboldt-Universität geplante multikonfessionelle und multireligiöse Mischfakultät.

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Bank für Kirche und Diakonie weiter auf Wachstumskurs

Bild: tilly
Bild: tilly
Die Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank) hat im vergangenen Jahr ein Plus in der Bilanzsumme von 3,2 Prozent erwirtschaftet.

evangelisch.de

Damit liege die Bilanzsumme bei knapp 5,3 Milliarden Euro, teilte Ekkehard Thiesler, der Vorstandsvorsitzende der Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank), am Dienstag in Dortmund mit. Auch das betreute Anlagevolumen der Kunden stieg um 6,5 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro. Sowohl Kundeneinlagen als auch Kredite erreichten den Angaben zufolge neue Höchststände.

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Bürger von Illinois sollen sich auf Zombies vorbereiten

Symbolbild: Als Zombie verkleidete Frau – (c) APA (GEORG HOCHMUTH)
Symbolbild: Als Zombie verkleidete Frau – (c) APA (GEORG HOCHMUTH)
Abgeordnete des Parlaments der Illinois General Assembly fordern die Bürger auf, sich über jede Art von Naturkatastrophe zu informieren – auch über eine „Zombie-Apokalypse“.

Die Presse.com

Der kommende Oktober gilt im US-Staat Illinois offiziell als „Zombie-Vorbereitungs-Monat“. Abgeordnete des Parlaments der Illinois General Assembly verabschiedeten eine entsprechende Resolution. Darin fordern sie die Einwohner des Staates auf, sich über jede Art von Naturkatastrophe zu informieren und darauf vorzubereiten – auch auf eine potenzielle „Zombie-Apokalypse“.

In einer am vergangenen Donnerstag veröffentlichten Resolution heißt es wörtlich: „Wenn die Bürger von Illinois auf Zombies vorbereitet sind, sind sie vorbereitet auf jede Art von Naturkatastrophe.“ Auch wenn eine Zombie-Apokalypse womöglich niemals passieren werde, erfordere sie doch dieselbe Vorbereitung wie andere Katastrophenfälle auch, heißt es in dem Dokument. Dazu zähle die Anschaffung von Wasser- und Essensvorräten sowie anderer Notversorgungen, die für bis zu 72 Stunden ausreichen sollten.

Sekten locken Flüchtlinge in Angst vor Abschiebung mit Blitztaufen

Mehrere hundert Iraner und Afghanen haben sich in der Evangelisch-Lutherischen Dreieinigkeitskirche in Berlin in den letzten Jahren taufen lassen. Pastor Gottfried Martens ist aber keiner der Missionare aus Frankfurt. (dpa / Lukas Schulze)
Mehrere hundert Iraner und Afghanen haben sich in der Evangelisch-Lutherischen Dreieinigkeitskirche in Berlin in den letzten Jahren taufen lassen. Pastor Gottfried Martens ist aber keiner der Missionare aus Frankfurt. (dpa / Lukas Schulze)
Mit Beginn der Sammelabschiebung nach Afghanistan ist die Angst der Flüchtlinge unfreiwilligen Rückkehr gestiegen. Im Raum Frankfurt locken Missionare einer sektenähnlichen Gemeinschaft gezielt mit Blitztaufen und Familienanschluss. Die Hoffnung der neuen Christen: die Anerkennung ihres Asylantrags.

Von Ulrike Hummel | Deutschlandfunk

Lobpreisung des Herrn an einem Sonntag während des Gottesdienstes in einem Privathaus in Frankfurt. Anwesend sind Gläubige aus dem Iran, Pakistan, Taiwan, China, den USA und Afghanistan. Über Kopfhörer sind die Kirchenlieder und die anschließende Übersetzung der Predigt eines Deutschen zu hören. An diesem Sonntag sind es zehn Muslime, die in einer Privatwohnung durch Taufe in einer Badewanne in die christliche Ortsgemeinde aufgenommen werden. Unter ihnen die 19-jährige Afghanin, die wir Amina Husseini nennen.

„Sie haben mich einfach ins Wasser hinein gelegt, dann haben sie mich wieder herausgeholt und es war gut. Sie waren alle happy und ich war auch glücklich. Und ich fühlte mich sehr gut. Meine Taufe fand in einem Badezimmer statt. Es war ein aufregender Tag für mich.“

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Sexueller Missbrauch von Heimkindern – Aufklärung verzögert sich

 dpa/Daniel Naupold Das Kinder- und Jugendheim „Hoffmannhaus“ der Brüdergemeinde Korntal.
dpa/Daniel Naupold Das Kinder- und Jugendheim „Hoffmannhaus“ der Brüdergemeinde Korntal.
Der Vorwurf wiegt schwer: Sexueller Missbrauch von Heimkindern. Seit Jahren hoffen Betroffene auf Klärung und eventuelle Wiedergutmachung. Die Bemühungen um einen Aufklärer sind vorerst gescheitert.

FOCUS ONLINE

Im Ringen um die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in Heimen der evangelischen Brüdergemeinde Korntal (Kreis Ludwigsburg) haben sich die Fronten verhärtet. In einem mehrere Stunden dauernden Gespräch konnten sich Opfervertreter, die Brüdergemeinde und Mediatoren am Samstag nicht auf einen gemeinsamen Aufklärer einigen.

Man sei sich zwar grundsätzlich einig, doch habe der Widerspruch einer Mediatorin gegen den zunächst vorgesehenen Aufklärer eine Entscheidung im Konsens verhindert, berichteten Teilnehmer. Demnach führte die Mediatorin Elisabeth Rohr Medienberichte an, wonach der einzige Kandidat für das Amt, der Rechtsanwalt Ulrich Weber, in eine Korruptionsaffäre verwickelt sein könnte.

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Interreligiöse Fakultät an der HU Berlin geplant

Bild. rbb24
Bild. rbb24
In Berlin soll offenbar eine neuartige, interdisziplinäre Theologische Fakultät errichtet werden. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) am Samstag meldete, sollen an der Humboldt-Universität (HU) künftig islamische, katholische und jüdische Theologie in die bestehende, bislang ausschließlich evangelische Theologische Fakultät eingebunden werden.

rbb24 PANORAMA

Ein Mitglied der Fakultät bestätigte dies auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). In der „FAZ“ heißt es, die Professoren der Theologischen Fakultät hätten in dieser Woche einstimmig beschlossen, bis Mitte April ein Konzept zu entwickeln, das eine Kooperation in Forschung und Lehre ermöglicht.

Bisher Institut für Islamische Theologie geplant

Damit greift die Fakultät nach Darstellung der Zeitung die Verpflichtung der Berliner rot-rot-grünen Koalition auf, dass bei den theologischen, weltanschauungs- und religionsbezogenen Studien „bestehende Regelungen und vorhandene Einrichtungen zukunftsorientiert ausgestaltet und weiterentwickelt werden“. Bislang ist bereits geplant, bis zum Wintersemester 2018/19 ein Institut für Islamische Theologie an der Humboldt-Universität einzurichten.

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Die Zeit der Reformation

LutherLogo_50Die Zeit der Reformation ist in unserem historischen Bewusstsein ziemlich unterbelichtet. Das sollte sich nun ändern.

Von Martin Kugler | Die Presse.com

Kennen Sie Paul Speratus? Der ehemalige Salzburger Priester war 1522 – mit seiner Partnerin – auf der Durchreise in Wien und hielt am 12. Jänner im Stephansdom die erste reformatorische Predigt der Stadt (acht Tage später war er exkommuniziert). Nur den wenigsten wird wohl auch der Name Caspar Tauber etwas sagen: Dieser angesehene Wiener Bürger war wahrscheinlich der erste, der hierzulande für seine Lutherischen Überzeugungen starb – er wurde am 17. September 1524 enthauptet und verbrannt.

Dass Sie von diesen beiden Persönlichkeiten höchstwahrscheinlich noch nie etwas gehört haben – mir ging es jedenfalls so –, ist ein klares Zeichen, dass unser historisches Wissen recht lückenhaft ist. Wir kennen zwar viele Geschichten rund um Franz Joseph I. und Sisi, haben eine Ahnung von den Türkenkriegen, vom „letzten Ritter“ Maximilian I. und von Maria Theresia (s. S. 46). Doch so manche Epoche ist ziemlich ausgeblendet. Eine davon ist die Erste Republik, eine andere die Reformationszeit – oder wissen Sie viel über Kaiser Maximilian II.?

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Der Glaube, das Wort und das Amt – Steinmeier Bundespräsident

 Frank-Walter Steinmeier blickt nach vorne. Er ist evangelischer Christ, der zehnte von zwölf in diesem Amt. Möglicherweise kein Zufall. Ein Protestant liebt das Wort und die schöne Rede. (Foto: Dominik Butzmann/laif)
Frank-Walter Steinmeier blickt nach vorne. Er ist evangelischer Christ, der zehnte von zwölf in diesem Amt. Möglicherweise kein Zufall. Ein Protestant liebt das Wort und die schöne Rede. (Foto: Dominik Butzmann/laif)
Frank-Walter Steinmeier wird der zehnte Bundespräsident sein, der evangelisch ist. Katholisch waren nur zwei. Das ist vielleicht doch mehr als ein Zufall

Von Heribert Prantl | Süddeutsche.de

Das Amt des deutschen Bundespräsidenten hat nicht Pompöses, sondern eher etwas Protestantisches. Es protzt nicht und es prunkt nicht und es prasst nicht, schon gar nicht mit Kompetenzen. Das Amt passt zum Habitus rationaler Selbstdisziplinierung, wie er einem protestantisch geprägten, bürgerlichen Milieu seit jeher eigen ist. Seine Ausstattung mit politischer Macht ist so bescheiden und so zurückhaltend wie der Schmuck in einer evangelischen Kirche. Dort soll, das ist die Überlegung, nichts ablenken von dem, was wirklich wichtig ist: die geistliche Predigt, das Gebet und das gemeinsame Singen.

So ähnlich ist es mit dem Amt des Bundespräsidenten auch: Seine Macht ist die Macht der Rede, damit muss er überzeugen. In der evangelisch-reformierten Kirche, der die Predigt besonders wichtig ist, sagt man über einen Pfarrer, der unter einer dreiviertel Stunde predigt, dass er Arbeitsverweigerung betreibt. Wer in dieser protestantischen Tradition zu Hause ist, wer mit dieser Welt vertraut ist, wer ein solches Verständnis vom Wert des Wortes hat, der hat auch ein Gespür für das Amt des Bundespräsidenten: Am Anfang war das Wort!

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René Descartes: Der mysteröse Tod des großen Philosophen

René Descartes (Porträt nach Frans Hals, 1648) Bild. wikimedia.org/PD
René Descartes (Porträt nach Frans Hals, 1648) Bild. wikimedia.org/PD

Der große Denker René Descartes starb vor 367 Jahren plötzlich. Wurde der Franzose in Schweden mit Arsen vergiftet? Das behaupten manche – und verweisen auf eine angebliche Geheimbotschaft.

Von Florian Goldmann | Süddeutsche.de

Mürrisch trifft René Descartes im Oktober 1649 in Stockholm ein. Königin Christina hat gerufen: Seine Schriften seien fabelhaft, er möge ihr Philosophie beibringen.

Doch Reisen sind nicht die Sache des 53-Jährigen. Frühere Versuche, ihn für Privataudienzen nach Schweden zu holen, hat der Franzose abgelehnt. Nun lockt aber das Geld, das er dringend braucht. Doch es kommt nur zu wenigen Sitzungen: Descartes stirbt plötzlich, im Februar 1650. Lungenentzündung, wie das Königshaus sofort vermeldet. Einige hingegen munkeln sogleich, er sei vergiftet worden.

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Trump bereitet Dekret zur Weiterführung von Guantanamo vor

Guantanamo Camp X-Ray. Bild: DoD
Guantanamo Camp X-Ray. Bild: DoD
Die Wiedereinführung von Geheimgefängnissen für IS-Mitglieder wurde offenbar fallengelassen, mit den neuen CIA-Direktoren Pompeo und Haspel hat Trump Befürworter von Folter und unbegrenzter Inhaftierung installiert

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Donald Trump hatte schon erklärt, dass er nichts gegen Folter habe, die sei auch nützlich. Es kam zwar daraufhin Kritik auf, das kümmerte den US-Präsidenten aber offenbar wenig. Angesichts anderer spektakulärer Kabinettsbesetzungen wie der schwerreichen, erzkonservativen und auf Privatisierung orientierten Betsy DeVos, Schwester von Erik Prince, dem Gründer der berüchtigten Söldnertruppe Blackwater und Berater von Trumps Übergangsteam, oder des nicht weniger konservativen Jeff Sessions als Justizminister, fiel die Besetzung des Vizedirektors der CIA nicht auf.

Der republikanische Abgeordneten Mike Pompeo, den Trump zum CIA-Direktor ernannte, ist bekannt für seine Iran-kritische Haltung, er hat den Ausbau der NSA-Überwachungsprogramme begrüßt und schon mal gesagt, dass Snowden die Todesstrafe erhalten sollte, ist für ein scharfes Vorgehen gegen den „radikalen Islam“ und hatte die „verschärften Verhörtechniken“ der CIA und die Geheimgefängnisse verteidigt. Die im Senatsbericht über die Folter genannten Beteiligten nannte er Helden“. Selbstredend war er immer gegen die Schließung von Guantanamo und bezeichnete das Lager als „wichtig für die nationale Sicherheit“.

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