Archiv der Kategorie: Protestantismus

Antijudaismus: So wurden Juden im Westen seit jeher gehasst

In Tirol begründete ein frei erfundener Ritualmord von Juden an einem Christenkind die Verehrung des “Anderl von Rinn”. Die katholische Kirche ließ diese Figurengruppe in den 1960er Jahren entfernen, doch den Kult gibt es immer noch. (Foto: Oliver Das Gupta)
US-Historiker David Nirenberg belegt, wie Juden seit 2000 Jahren in ganz Europa diskriminiert und verfolgt wurden. Gibt es eine westliche Tradition des Antijudaismus?


Von Stephan Speicher|Süddeutsche.de

Am 14. Juli 1790, dem ersten Jahrestag des Sturms auf die Bastille, beging die südfranzösische Stadt Saint-Ginest das “Föderationsfest”. Der Pater Antoine-Pascal-Hyacinthe Sermet hielt eine Predigt und gab seiner Genugtuung über die Revolution Ausdruck. Dazu zitierte er aus dem Galaterbrief des Apostel Paulus: “Zur Freiheit hat uns Christus befreit. So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!”

Und Sermet erklärte, dass die Knechtschaft, von der Paulus sprach, das Judentum und sein Gesetz sei, die Freiheit aber der christliche Glaube. Und so verhalte es sich politisch: Die Monarchie gleiche dem überwundenen Judentum und seiner Knechtschaft, die revolutionäre Erneuerung aber dem Christentum als dem Glauben der Freiheit.

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Bayern stoppen Kooperation mit ukrainischen Lutheranern

Die bayerische Landeskirche hat die Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche in der Ukraine aufgekündigt. Das Vertrauensverhältnis mit der Kirchenleitung um Bischof Serge Maschewski sei nachhaltig gestört, erklärte Kirchenrat Ulrich Zenker der Münchner Wochenzeitung “Sonntagsblatt”. Die Entscheidung sei in der Vollsitzung des Landeskirchenrates Anfang Juli gefallen.


evangelisch.de

bayern_fahneBischof Maschewski habe die bayerische Entscheidung in einem Schreiben bereits akzeptiert. Es sei nun für die Deutsche Evangelisch-Lutherische Kirche in der Ukraine (DELKU) die Zeit gekommen, zur selbstständigen Landeskirche zu werden, heißt es demnach in dem Brief aus Odessa.

Even when Mike Huckabee went to Auschwitz, he only did it so he could compare things to Auschwitz

attribution: John Pemble/Creative Commons
On the Iran deal, ex-governor and Republican presidential candidate Mike Huckabee brought the Republican primaries to a new low by claiming that with the tentative new nonproliferation deal with Iran, Obama “would take the Israelis and basically march them to the door of the oven.”


By Hunter|Daily Kos

Jon Perr already noted that for ex-governor Mike Huckabee, nearly everything can be and eventually will be compared to the Holocaust. Now Ed Kilgore points out that even Huckabee’s supposed claim to expertise on the subject, “I have seen what the oven door looks like,” itself was from a publicity stunt staged last year to compare Huckabee’s pet issues to the Holocaust.

Huck wasn’t just being overcome by what he called being in the very “valley of the shadow of death.” The tour that took him to Auschwitz along with about 100 other clergy and political activists was put together by the famous Christian Dominionist organizer David Lane to graphically illustrate the supposed legacy of anti-totalitarian courage that links yesterday’s fighters against Nazis and communists to today’s fighters against legalized abortion, same-sex marriage and other abominations, including alleged threats to the State of Israel.

So Mike Huckabee went to Auschwitz not to pay respects to the Holocaust’s victims, but as a far-right Christian activism effort specifically intended to “graphically illustrate” how things like abortion and LGBT rights were supposedly as bad as the Holocaust. It’s about as cynical a ploy as one could imagine.

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Die Garnisonskirche Potsdam und ein vergotteter Nobelpreisträger

Der deutsch-amerikanische Nobelpreisträger Günter Blobel hat 10.000 Euro für den geplanten Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche gespendet. Das Geld sei mit dem Kommentar “Ruf aus New York: Wir sehnen uns nach dem Wiederaufbau des schönsten Gebäudes in Potsdam!” überwiesen worden, teilte die Garnisonkirchenstiftung am Freitag in Potsdam mit. Blobel ist den Angaben zufolge seit 2005 Mitglied der Fördergesellschaft für die Garnisonkirche.


evangelisch.de

Günter Blobel 2008, Bild: wikimedia.org/GFDL

Der Biochemiker hatte 1999 bereits das Preisgeld seines Nobelpreises für Medizin für den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche gespendet und in den USA die Stiftung “Friends of Dresden” gegründet. Außerdem unterstützte er den Angaben zufolge auch den Bau der Dresdner Synagoge, den Wiederaufbau der Leipziger Paulinerkirche und den Wiederaufbau des Potsdamer Stadtschlosses mit Spenden.

Der Wiederaufbau der 1945 zerstörten und 1968 abgerissenen Garnisonkirche ist vor allem wegen der Geschichte der einstigen preußischen Militärkirche umstritten. Die Gegner weisen unter anderem auf die Nutzung der Kirche durch die Nazis zur Inszenierung der Reichstagseröffnung am “Tag von Potsdam” im Jahr 1933 hin. Die Befürworter argumentieren unter anderem mit der Bedeutung des Bauwerks für das Stadtbild.

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Mehr als die Eifel liebt Andrea Nahles nur Jesus

Die mächtigste Frau, die es je in der SPD gab, kämpft gegen ihr Image der regulierungswütigen Linken und erteilt auf ihrer Sommerreise Managern Lehreinheiten. Kraft gibt ihr die Heimat und der Glaube.


Von Uwe Schmitt|DIE WELT

Andrea_NahlesSturmwolken ziehen über Ludwigsburg, als die Manager von BorgWarner beginnen, nervös ihre Armbanduhren zu befragen. Als die Ministerin eine halbe Stunde zu spät bei dem Autozulieferer aus ihrem Dienst-Audi steigt, begegnen ihr die Herren mit der vorsichtigen Eilfertigkeit, die sich bei Erbtanten empfiehlt.

Man muss sie nicht lieben, aber auskommen muss man mit Andrea Nahles. Und gegen Beihilfen vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat man notfalls auch nichts einzuwenden.

Fröhlich stürmt Nahles an der Spitze ihrer Entourage und eines knappen Dutzends Presseleute in den Betrieb und entwaffnet Manager wie Arbeiter in der Fertigungshalle mit ihrem besten Trick: Sie wirkt so einig mit sich und ihrer Rolle, sie will sich und andere so offenkundig nicht langweilen mit Besichtigungsroutine, dass ihre Gastgeber sie bald wie eine Kundin umschwärmen.

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Chaos in Zentralafrika: Christen zwingen Muslime zu konvertieren

Christliche Anti-Balaka-Milizen gehen grausam gegen die muslimische Minderheit im Land vor und hindern sie an der Ausübung ihrer Religion. (Foto: imago/Kyodo News)
Nach einer kurzzeitigen Machtübernahme durch die Seleka-Rebellen 2013 herrscht in der Zentralafrikanischen Republik ein Religionskonflikt. Inzwischen verbreiten christliche Milizen Angst und Schrecken und unterdrücken die Muslime im Land.


n-tv

Muslime in der Zentralafrikanischen Republik sind von christlichen Milizen dazu gezwungen worden, ihren Glauben aufzugeben oder sogar zum Christentum zu konvertieren. Dies geht aus einem Bericht von Amnesty International hervor. Muslime, die im Westen des Landes in ihre mittlerweile von Christen kontrollierten Heimatgebiete zurückgekehrt seien, dürften oftmals nicht mehr öffentlich ihre Religion ausüben. Es habe auch Todesdrohungen gegeben, hieß es.

Das christlich geprägte Land versinkt im Chaos, seit muslimische Seleka-Rebellen im März 2013 kurzzeitig die Macht an sich gerissen hatten. Seither wütet ein blutiger Konflikt, der vor allem religiöse Hintergründe hat.

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Mr. Spock im Vatikan

Also wenn eines in diesem Universum klar ist, dann ja wohl dieses: Leg dich nicht mit einem Raumschiffkapitän an. Vor allem nicht mit James T. Kirk, Befehlshaber der “U.S.S. Enterprise”.


Von Christina Böck|WIENER ZEITUNG

Leonard Niemoy, Bild. FB
Leonard Niemoy, Bild. FB

Das hat in dieser Woche der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Ted Cruz verspüren müssen. Er hat in einem Interview Kirk und seinen Kapitänsnachfolger Jean-Luc Picard politisch analysiert: “Kirk ist Arbeiterklasse, Picard ist Aristokrat. Kirk ist ein leidenschaftlicher Kämpfer für Gerechtigkeit, Picard der nachdenkliche Philosoph.” Während der Picard-Darsteller, der an sich auch nicht maulfaule Patrick Stewart, “seinen” Käpt’n unkommentiert als Schwachmatiker bezeichnen ließ, war das William Shatner alias Kirk nicht möglich. Er erklärte: “Ein geozentrisches Etikett an interstellare Rollen zu heften, ist dumm.”

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Kampf um Deutungshoheit: Menschenwürde und Humanität

Freiburger Historiker Leonhard: Entgrenzte Gewalt und Inhumanität in Kriegen des 20. Jahrhunderts ist Folge der Entwicklungen seit der Aufklärung – Erlangener Religionswissenschaftler Nehring: Religion wichtiger Faktor im Ringen um Menschenwürde


kathweb
jesus_schaukel Mit Reflexionen zu den historischen Kampfplätzen, auf denen um Humanität und Menschenwürde gleichermaßen gerungen wurde und gerungen wird, ging die heurige “Salzburger Hochschulwoche” am in ihre Zielgerade. Am Sonntag, 2. August, wird die traditionsreiche Veranstaltungsreihe, die heuer unter dem Motto “Prekäre Humanität” steht, mit einem Festgottesdienst mit Erzbischof Lackner und einem akademischen Festakt an der Universität Salzburg enden. Zuvor skizzierten der Freiburger Historiker Jörn Leonhard und der Erlangener Religionswissenschaftler Andreas Nehring am Freitag, wie es zu den dramatischen Entgrenzungen von Gewalt und Inhumanität in den Kriegen im 20. Jahrhundert kommen konnte und wie zugleich Religion selbst heute noch ein Faktor im Ringen um Menschenwürde sein kann.

Wer verstehen möchte, was historisch betrachtet den “prekären Charakter der Humanität” ausmacht, der muss laut Leonhard die Verbindungen von Gewalt und Humanität analysieren, die es in der Geschichte seit der Französischen Revolution 1792 immer wieder in unterschiedlichen Konstellationen und aus unterschiedlichen Motiven gegeben habe. So zeige der Blick in die Geschichte, dass “die Berufung auf Humanität und Werte eine entscheidende Rolle für die Rechtfertigung von Gewalt” gespielt habe und zugleich auch eine Mitschuld an der “Totalisierung der Gewalt” im 20. Jahrhundert trage.

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Wahl Dodo des Monats Juli 2015

Dodo des Monats Juli 2015
Dodo des Monats Juli 2015

Sexualität, Ehe, Familie, Homosexualität, das Christentum hat nur ein Thema, Sex. Die die mitreden wollen, zölibatere alte Säcke, die aus ihrer Lieben zum Lattenjupp, Erfahrungen beitragen wollen. Die Ergebnisse sind bekannt.

Die Wahl zum Preisträger des Monats ist bis zum 07.08.2015, 18:00 Uhr, befristet. Der Gewinner wird am folgenden Tag hier gewürdigt werden.
Mehrfachauswahl ist möglich. Viel Spaß!

Die Kandidaten:

  1.  Bülent Arinc,  “Stellv. türkischer Ministerpräsident mit gestörten Verhältnis zu Frauen.
  2.  Lübecker Verbund Kindertagespflege, “sanfter Faschismus um die “Aura-Kinder”.
  3. Margot Käßmann, “warnt vor Missbrauch Gottes beim Gebet.
  4. Ann-Marlene Henning, “Kirche soll sich zum Thema Sex äußern.”
  5.  Alexander Kissler, “macht sich um den Verlust der Scham sorgen.”
  6. Papst Franz, “dankt der Aids-Forschung, Gebete helfen nix.”
  7.  Jochen Bohl, “möchte ganz schnell Balkanflüchtlinge abschieben.”
  8.  Udo Di Fabio, “Menschenrechte gelten nicht für Homos.”
  9.  Thomas Schüller, “will weltliches Gericht gegen Ex-Bischof van-Elst.”
  10.  Guido Wolf, “Bei Sexualkundeunterricht geht ihm die Fantasie durch.
  11.  Berliner CDU, “voll gegen die Homo-Ehe.”
  12. Stefan Oster, “altes Kirchenrecht bleibt in Kraft.”
  13.  Gregor Gysi, “übersieht das Problem kirchlicher Moralnormen nicht.
  14.  Heiner Koch, “labert über Pluralismus, meint aber Geld.”
  15.  Deutsche Forschungsgemeinschaft, “Fördergelder für Splatter-Rituale und Firlefanz.”
  16.  Volker Beck, “dilettiert in Sachen Grundgesetz.”
  17.  Joachim Gauck, “hat es nicht so mit den Fasten.”
  18.  CDU Stuttgart, “Sexuelle Vielfalt stellt Reli-Freiheit in Frage.”

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Lieber Fanatiker: Ist es gut, religiösen Pflichten nachzugehen?

Nach Kant jedenfalls gibt es nur einen sinnvollen Gottesdienst: anständiges Verhalten.


Von Markus Tiedemann|Frankfurter Rundschau

Religionen haben zahlreiche Rituale und Verhaltensregeln entwickelt und längst nicht alle wurden zum Schutz der Mitmenschen formuliert. Die Vorschriften betreffen Nahrung, Arbeitstage, Gebetszeiten, Beichte, Gottesdienste und vieles mehr.

Verteidiger betonen die Vorteile dieser Vorgaben. Beispielsweise hilft ein geregelter Tagesablauf vielen Menschen dabei, ihr Leben zu gestalten. Zu einer Zeit ohne Kühlschrank und Mikrowelle dürften nicht wenige Essensvorschriften zur Gesundheitsvorsorge beigetragen haben.

Skeptiker halten viele religiöse Alltagsvorschriften entweder für veraltet oder für absurd. Sie verweisen auf die hygienischen Fortschritte in der Nahrungszubereitung. Sie fragen, ob es für einen Gott wirklich von Bedeutung sein kann, zu welchen Tageszeiten er angebetet wird oder an welchen Wochentagen der Rasen gemäht werden darf. Eine viel grundlegendere Kritik stammt von Immanuel Kant, der die Bezeichnung „Afterdienst“ prägte. Bis heute wird darüber gestritten, ob Kant damit „Hinterherdienst“ (engl.: after) gemeint hat. Die zweite Deutung bezieht sich auf das deutsche Wort „After“ und legt eine weit unhöflichere Bewertung nahe.

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Riss in der Nato: CSU will Patriot-Raketen aus der Türkei abziehen

Florian Hahn, CSU, Bild: csu.de
Der CSU-Militärexperte Florian Hahn fordert den Abzug der deutschen Patriot-Raketen aus der Türkei. Wegen der “Attacken gegen die Kurden” ist die CSU der Auffassung, dass Deutschland und die Türkei “immer weniger gemeinsame Ziele verfolgen”. Damit geht erstmals ein kleiner Riss durch die Nato: Diese hatte erst am Montag beschlossen, das Nato-Mitglied Türkei zu unterstützen.


Deutsch Türkische Nachrichten

Angesichts des türkischen Vorgehens gegen Kurden im Nordirak fordert der CSU-Verteidigungsexperte Florian Hahn einen Abzug der deutschen Bundeswehrsoldaten aus der Türkei. Es habe sich gezeigt, dass der Einsatz der Nato-Luftabwehrsysteme Patriot für den Schutz der Türkei nicht mehr notwendig sei, erklärte der sicherheitspolitische Sprecher der CSU-Landsgruppe im Bundestag am Mittwoch. Die Stationierung sei bisher ein “symbolisches Zeichen unserer Bündnistreue” gewesen, sagte Hahn. “Angesichts der aktuellen Entwicklungen müssen wir diesen Einsatz grundsätzlich überdenken.”

Die Bundeswehr hat etwa 100 Kilometer von der syrischen Grenze eine ihrer Patriot-Einheiten in der Türkei stationiert, um das Land vor Angriffen aus dem Nachbarland zu schützen.

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Allmächtiger!: Käßmann warnt vor Missbrauch Gottes im Gebet

Für die Vernichtung der IS-Terroristen zu beten wäre nach Ansicht von Margot Käßmann “ein Missbrauch Gottes für eigene oder nationale oder ideologische Ziele”. Auch das Gebet, jemanden “auf den rechten Pfad” zurückfinden zu lassen, lehnte die evangelische Theologin ab.


evangelisch.de

Margot-KässmannDer “einzig gangbare Weg zu Zukunft und Frieden” sei hingegen die radikale Botschaft Jesu, für seine Verfolger zu bitten, sagte die Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) der “Zeit”-Beilage “Christ und Welt”. Dieses Kontrastprogramm Jesu sei jedoch “schwer zu ertragen und kaum umzusetzen”, räumte Käßmann ein.

Auch Gebete, die Gott darum bitten, jemanden “auf den rechten Pfad” zurückfinden zu lassen, lehnte die evangelische Theologin ab. Solche Gebete seien “letzten Endes arrogant und allzu selbstgewiss”, sagte Käßmann. Sie plädierte dafür, Gott dafür zu danken, dass er Vielfalt erschaffen habe.

Trump will Sarah Palin in sein Team holen

Donald Trump fände es toll, wenn Sarah Palin bei einem Wahlsieg sein Regierungsteam verstärken würde. Die beiden Außenseiter der Republikaner hätten viel gemeinsam, sagte „The Donald“ in einem Interview.


Frankfurter Allgemeine

Dinosaur-PalinDonald Trump, der Kandidat der Republikaner für den Präsidentschaftswahlkampf im nächsten Jahr werden will, schmückt sich gerne mit seinem Außenseiter-Status. Außerdem ist der amerikanische Immobilienmogul überzeugt, dass nur er die notwendigen Qualifikationen habe, um die Vereinigten Staaten zu führen. Doch nun scheint er die Unterstützung eines anderen Außenseiters der Republikaner zu suchen: Sarah Palin.

In einer Radiosendung namens „The Palin Update“ sagte Trump auf die Frage, ob er als Präsident Palin um Rat fragen oder ihr sogar einen Posten anbieten würde: „Das wäre toll. Sie ist jemand, der weiß, was passiert. Sie ist eine ungewöhnliche Person. Ich denke die Leute wissen das, und sie hat eine Anhängerschaft, die unglaublich ist“, fuhr Trump fort. Palin habe eine Stärke, welche die anderen Kandidaten nicht hätten. Die anderen Bewerber seien „schwach“ und „ineffektiv“. Menschen mit Palins Stärke gebe es nicht mehr oft, so Trump.

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Pfingstkirche USA: Religiotie weggemendelt

Ein sogenannter Snake Handler während eines Gottesdienstes (Symbolbild). Bild: Reuters
Er glaubte, was in der Bibel steht, und starb: Während eines religiösen Rituals im Gottesdienst ist ein Mann von einer Schlange gebissen worden. Die Treue zum Evangelium wurde ihm dabei zum Verhängnis.


DIE WELT

Im US-Bundesstaat Kentucky hat sich ein Mann in einem evangelikalen Gottesdienst einen tödlichen Schlangenbiss zugezogen. Der 60-Jährige hatte in der Mossy Simpson Pentecostal Church in Jenson mit einer Klapperschlange hantiert, nach dem Bibelwort: “Wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden” (Markus 16,18).

Nach dem Unfall verweigerte er laut dem Regionalsender WKYT eine medizinische Behandlung, gemäß der zweiten Vershälfte “… und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden”. Vier Stunden später starb er.

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Luther-Bibel soll wieder nach Luther klingen

Die Lutherbibel soll wieder mehr nach Martin Luther klingen. Dafür haben sich rund 70 Experten etliche Male zusammengesetzt – und bringen den “Dämon” und den “Hurer” wieder zurück in die Schrift.


Von Matthias Drobinski|Süddeutsche.de

luther_1Der Hirsch muss nicht mehr lechzen, er darf wieder schreien: “Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir!”, soll es künftig in Psalm 42 heißen. Und der Sturm auf dem See Genezareth, den Jesus stillte, wird wieder zum Beben werden. Schließlich schrieb auch Martin Luther vom Beben, das Jesu Jünger zu Tode ängstigte.

Als vor mehr als 30 Jahren Theologen, Sprach- und Altertumswissenschaftler die Lutherbibel neu übersetzten, wählten sie das Wort “Sturm” – es erschien ihnen verständlicher als das Beben. Sie störten sich auch an der Wortwiederholung “schreien” im hebräischen Urtext des Psalms. Und so lechzt in der 1984 erschienenen Ausgabe der Lutherbibel der Hirsch nach Wasser. “Das war ein Fehler”, sagt Christoph Kähler, der ehemalige Thüringische Landesbischof. Er leitet eine Arbeitsgruppe, die zum Reformationsjubiläum 2017 die Revision der Revision herausbringen soll: Die Lutherbibel soll wieder nach Martin Luther klingen. Sie soll die Sprachkraft des Reformators vermitteln, der 1545 auf der Wartburg die Bibel ins Deutsche übertrug.

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Paartherapeutin Henning: “Kirche muss etwas zu Sex sagen”

toutlecine.com
Nach Ansicht der Paartherapeutin Ann-Marlene Henning darf die Kirche zum Thema Sexualität nicht schweigen.


evangelisch.de

“Die Kirche muss etwas dazu sagen”, sagte Henning, die die ZDF-Aufklärungssendung “Make love” moderiert, der Onlineausgabe des evangelischen Magazins “chrismon”. Die Menschen erwarteten hier Orientierung von der Kirche. Im vergangenen Jahr hatte die Evangelische Kirche in Deutschland die Arbeit an einem Papier zur Sexualethik gestoppt.

Henning warnte dabei jedoch vor einer zu strengen Moral der Kirche. “Wenn die Haltung der Kirche zu streng ist und der Mensch deswegen nur eine doppelte Moral entwickelt, muss sie lockerer werden”, sagte die dänische Psychologin. Sie sei aus der evangelischen Kirche ausgetreten, weil sie ihr “zu freudlos, zu ruhig, zu ernst ist”. Henning betonte: “Ich glaube nicht, dass Gott so ist.”

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USA: Satanisten enthüllen Denkmal in Detroit

Die Organisation Satanic Temple hat Samstagnacht eine Baphomet-Skulptur im US-amerikanischen Detroit enthüllt. Der Tempel hatte lange versucht, das Denkmal nahe dem Zehn-Gebote-Denkmals in Oklahoma zu platzieren.


religion.ORF.at

Image: Matt Anderson/Friendly Atheist
Image: Matt Anderson/Friendly Atheist

Aufgrund der geplanten Demonstrationen gegen das Denkmal hatte die Gruppe die Enthüllung bis zum letzten Moment geheim gehalten, berichtete die britische Zeitung „Guardian“ am Sonntag (Onlineausgabe). Per E-Mail informierten die Satanisten erst kurz vor der Enthüllung des rund drei Meter hohen Denkmals Anhänger, die sich zuvor schriftlich anmelden mussten.

Teufel mit Flügeln

Der Satanic Temple präsentierte die Statue – sie soll rund eine Tonne wiegen -kurz vor Mitternacht bei einem Industriegebäude in der Nähe des Detroit-Flusses. Unterstützer jubelten: „Heil Satan“, Hunderte Anhänger waren anwesend, einige posierten für Fotos mit der Baphomet genannten Figur.

Die umstrittene Statue besteht aus einem geflügelten Baphomet mit einem menschlichen Körper und dem Kopf einer Ziege – eine Kunstfigur, die von Satanisten als Abbildung für den Teufel verwendet wird. Rechts und links neben dem Baphomet stehen ein Bub und ein Mädchen, die den Teufel anbeten.

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Vorwurf: Evangelische Kirche veruntreut Kirchensteuern

Bekennende Gemeinschaften kritisiert: Mit den anvertrauten Kirchensteuern werde vieles finanziert, was dem kirchlichen Auftrag widerspreche, Gleichstellungs- und Genderstellen in Landeskirchen sowie das EKD-Studienzentrum für Genderfragen.


kath.net

Bild: tilly
Bild: tilly

Die evangelische Kirche vergeudet und veruntreut Kirchensteuermittel. Diesen Vorwurf erhebt der Präsident der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften (IKBG), Pastor Ulrich Rüß (Hamburg). Mit den anvertrauten Kirchensteuern werde vieles finanziert, was dem kirchlichen Auftrag widerspreche, schreibt er in der von der IKGB herausgegebenen Zeitschrift „Diakrisis“ (Unterscheidung der Geister). Als Beispiele nennt er Gleichstellungs- und Genderstellen in den Landeskirchen sowie das EKD-Studienzentrum für Genderfragen (Hannover). Rüß: „Dabei steht die Genderideologie mit ihrem Gleichheitswahn und Weltverbesserungsanspruch im Gegensatz zum biblisch-christlichen Menschenbild.“ Ehe und Familie hätten nicht mehr die Leitfunktion. Zum Hintergrund: „Gender Mainstreaming“ besagt, dass jeder Mensch unabhängig von seinem biologischen Geschlecht wählen kann, als Mann oder Frau zu leben. Rüß ist überzeugt: „Wenn die Kirchensteuerzahler wüssten, was alles mit ihrer Steuer finanziert wird, was nicht der Gemeinde und dem Auftrag der Kirche entspricht, sie würden in großen Scharen die Kirche aus Bekenntnisgründen verlassen.“

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Der Reichtum der Kirche ist Blutgeld

Spätestens seit dem skandalösen Prunkbau des Limburger Bischofs Tebartz-van Elst, kommt bei vielen Menschen die Frage auf: Woher stammt das ganze Geld der Kirche, über das die Kirchenoberen offenbar ganz ungehemmt verfügen können?
Die Dokumentation beantwortet diese Fragen und gibt Einblicke in ein Jahrhunderte altes System der Bereicherung im Namen Gottes.

Der Film zeigt (Kapitelangaben in Min.)

  1. Recherchen und Schätzungen bekannter Journalisten, Autoren und Historikern zum unermesslichen Reichtum der Kirche
  2. Wie kam der Vatikan zu diesem gigantischen Reichtum? 13:00

Kapitelübersicht:

Superreich durch …
… Blutgeld der Sklaverei 13:10
… Leibeigene 18:10
… Urkunden und Titelfälschung 19:25
… Handel mit Ämtern 22:58
… Handel mit Segen und Titeln 27:45
… Ablasshandel 29:52
… Raubmord 32:15
… Inquisition 41:15
… Erbschleicherei 46:50
… Zehnt 49:20
… Nebeneinnahmen 51:00
… Prostitution 53:05
… staatliche Subvention 55:15

Religion auf dem Rückzug

Carlin_Religion

In muslimischen Ländern scheinen religiöse Extremisten die Szene zunehmend zu dominieren. Der Islam-Experte Olivier Roy konstatiert dennoch auch dort eine Ausdifferenzierung der Glaubenslandschaft.


Von Olivier Roy|Neue Zürcher Zeitung

Wir Europäer leben in säkularen – und nicht in prä- oder postsäkularen – Gesellschaften. Weltweit hat sich die Säkularisierung durchgesetzt, sogar in muslimischen Ländern. In einer Zeit, da wir vom Aufstieg des «Islamischen Staats» in Atem gehalten werden, mag diese Behauptung paradox klingen: Um sie zu erklären, muss der Wandel im Verhältnis zwischen Kultur und Religion und insbesondere die «Dekulturierung» der Religion beleuchtet werden.

Was ist Säkularisierung?

Es gibt ganz unterschiedliche Arten, Säkularisierung zu definieren. Als soziales Phänomen ist sie nicht ein abstrakter Prozess; es geht immer um die Säkularisierung einer bestimmten Religion, deren Natur sich im Verlauf der Säkularisierung wandelt. Gängige Definitionen der Säkularisierung umfassen in der Regel drei Elemente: erstens die Trennung von Staat und Religion, von Politik und Konfession, die aber nicht notwendigerweise auch eine Säkularisierung der Gesellschaft zur Folge hat. Amerika ist hiefür ein gutes Beispiel: Obwohl Kirche und Staat klar getrennt sind, ist ein grosser Teil der Bevölkerung immer noch religiös.

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