Mitteldeutsche Kirche bittet um Vergebung – „Versagen in DDR-Zeit“

CDU-Plakat, 1975
Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) hat „Irrwege, Unrecht, Verrat und Versagen der Kirchen und ihrer Verantwortungsträger in der Zeit zwischen 1945 und 1989“ eingestanden.

evangelisch.de

„Wir bitten Gott und die Menschen, die durch die Kirchen und ihre Mitarbeitenden geschädigt wurden, um Vergebung“, heißt es in einer Erklärung des Landeskirchenrates, die am Mittwoch, dem Buß- und Bettag, während eines Gottesdienstes zu Beginn der Synode in der Erfurter Michaeliskirche verlesen wurde.

Zwar seien die Machthaber in der Sowjetischen Besatzungszone und später in der DDR damit gescheitert, den christlichen Glauben zu beseitigen oder das kirchliche Leben ihren Zielen vollständig zu unterwerfen. Auch hätten viele Christen widerstanden, sich nicht erpressen und locken lassen. In der Erklärung heißt es dann aber: „Wir haben staatlichem Druck zu oft nicht standgehalten.“ Auch sei Unrecht oft nicht deutlich genug widersprochen worden.

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USA: Probleme mit der Wirklichkeit in Syrien

Das Rukban-Flüchtlingslager. Screenshot Video/YouTube
In der US-„Einflusszone“ im Südwesten droht 50.000 Personen im Flüchtlingslager Rukban eine humanitäre Katastrophe. Jordanien will nicht helfen. Wie es aussieht, ist man auf Damaskus angewiesen

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Der US-Journalist Sam Heller ist kein Freund von Baschar al-Assad oder Wladimir Putin. In einfache Lagerschablonen ist seine Kritik etwa am magischen Denken der Unterstützer der syrischen Opposition, welche die Dominanz der Dschihadisten völlig falsch einschätzten, nicht unterzubringen und damit abzutun.

Heller spricht stets vom „syrischen Regime“ und nur selten, wenn überhaupt von der syrischen Regierung, seine Sympathien liegen woanders. Seine Kritik am US-amerikanischen Vorgehen in Syrien ist auch nicht mit dem Etikett „Anti-Amerikanismus“ zu erledigen. Wo er präzise argumentiert, trifft er wunde Punkte.

In seinem aktuellen Bericht demonstriert er an einem Ausschnitt exemplarisch das große Problem, das die USA in Syrien haben: Es ist ein Problem mit der Wirklichkeit am Boden, die nicht kongruent ist mit den großen Schachbrett-Vorstellungen. Laut Heller kursieren in Washington Pläne, wonach die USA und ihre Verbündeten „das Assad-Regime“ wie auch Russland mit wirtschaftlichen Hebeln zu einem politischen Übergangsprozess in Syrien zwingen könnten, der letztlich Assad aus seinem Amt entfernt.

Dieser Grand Strategy, in der die USA die Führungsrolle spielen wollen und Institutionen wie die Weltbank für eine Blockade- und Isolationspolitik vereinnahmt werden sollen, stellt Heller ein desillusionierendes Scheitern schon in einem begrenzten Gelände gegenüber. Es geht um den Südosten Syriens, wo die USA in al-Tanf (auch al-Tanaf geschrieben) einen Posten haben.

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Pfälzische Landeskirche will Austausch von Nazi-Glocken finanzieren

Propaganda der „Deutschen Christen“ in Berlin (Bild: Bundesarchiv, Bild 183-1985-0109-502 / CC-BY-SA)
Die Evangelische Kirche der Pfalz stellt 150.000 Euro zur Verfügung, um Glocken mit nationalsozialistischen Inschriften auszutauschen.

evangelisch.de

Insgesamt seien der Landeskirche zehn Glocken bekannt, die während der Zeit des Nationalsozialismus aufgehängt worden seien und heute noch hingen, sagte Oberkirchenrat Michael Gärtner am Dienstag in Speyer. Fünf dieser Glocken hätten eine den Nationalsozialismus mehr oder weniger verherrlichende Inschrift.

Die Landeskirche empfehle den Kirchengemeinde, die Glocken mit Nazi-Inschrift auszutauschen, sofern sie ihr Eigentum seien, sagte Gärtner. Sie sollten danach öffentlich gezeigt und die Inschriften erläutert werden. Nach Gärtners Worten sollen die Glocken nicht in den Kirchengemeinden ausgestellt werden, um keine Pilgerstätten für Neonazis zu schaffen. Eine neue Glocke kostet nach Angaben des Oberkirchenrats je nach Größe zwischen 15.000 und 30.000 Euro. Wenn die zur Verfügung gestellten 150.000 Euro für den Austausch nicht ausreichten, werde die Landeskirche mehr Geld zur Verfügung stellen.

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Theologe Dabrock findet Jamaika-Scheitern „besorgniserregend“

Bild: bb
Am Ende müsse es um das Gemeinwohl gehen – das betont der Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Peter Dabrock, angesichts der gescheiterten Jamaika-Koalitionsverhandlungen.

Von Corinna Buschow | evangelisch.de

Der Sozialethiker Peter Dabrock hat das Scheitern der Sondierungsgespräche für eine Jamaika-Koalition als „besorgniserregend“ bezeichnet. „Leider ist es der politischen Klasse, die einen Verantwortungsauftrag gegenüber dem Land hat, nicht gelungen, deutlich zu machen, dass es am Ende um das Gemeinwohl gehen muss“, sagte Dabrock, der auch Vorsitzender des Deutschen Ethikrats ist, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Er warnte die Parteien nun vor einer Blockadehaltung. „Alle, wirklich alle“ müssten nun miteinander reden.

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Fundamentalismus: Wenn Schüler mit Religiosität provozieren wollen

Islamismus als Provokation: Viele muslimische Schüler setzen auf die einfachen Weltbilder der Salafisten – auch um gegen Lehrer und Eltern zu rebellieren. | © Symbolfoto: picture alliance
Vertreter von Schulen und Jugendeinrichtungen diskutieren über den Umgang mit radikalen Einstellungen – vor allem im Islam

Von Ansgar Mönter | Neue Westfälische

Muslimische Schüler, die den Unterricht für ihr Gebet verlassen wollen, muslimische und christliche Schülerinnen, die nicht am Sport- oder Schwimmunterricht teilnehmen wollen oder andere Konflikte mit radikalen religiösen Einstellungen haben längst Bielefelds Schulen erreicht.

Lehrer und Schulleitungen haben oftmals ein Problem, adäquat damit umzugehen, also einerseits die Regeln einzufordern und anderseits nicht auf eine Provokation hereinzufallen.

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Die Geschichte Bayerns ist eine Geschichte des Krieges

Votivbild eines bayerischen Soldaten, in Russland gefallen. (Foto: Bayerisches Armeemuseum)
Alleine in den beiden Weltkriegen sind wohl 700 000 bayerische Soldaten umgekommen. Und auch die Jahrhunderte zuvor waren blutig und grausam. Ein Überblick über die großen Schlachten der vergangenen 500 Jahre.

Von Vinzent-Vitus Leitgeb | Süddeutsche Zeitung

Es ging um Religion, Erbfolgen und Nationalgefühle. Es ging um mehr Rechte für Bauern und einfache Leute, um internationalen Einfluss. In den letzten 500 Jahren ist Bayern nie wirklich lange zur Ruhe gekommen. Kriege und ihre schrecklichen Folgen haben das Land und die Leute oft für Jahrzehnte gezeichnet.

Denn Frieden hieß nicht, dass gerade keine Menschen gewaltsam umkamen oder bayerische Soldaten nicht gerade irgendwo kämpften. Noch vor den Türkenkriegen sind kurfürstliche Hilfstruppen beispielsweise in Österreich im Einsatz. 1777 wurden 2400 Mann an England verkauft. Sie mussten sich kurz darauf am amerikanischen Unabhängigkeitskrieg beteiligen. Später waren bayerische Truppen in Griechenland eingesetzt, in den deutschen Kolonialgebieten, sie kämpften im Boxeraufstand. Zudem gab es Volksaufstände und gerade im frühen 16. Jahrhundert weitere kleine Feldzüge.

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Nordkirche hat zu wenig Frauen in Leitungsämtern

Bild: zdf
In der evangelischen Nordkirche haben immer noch die Männer das Sagen. Das Landeskirchenamt habe nur eine einzige Dezernentin, beklagte die Gleichstellungsbeauftragte Stephanie Meins vor der Landessynode (Kirchenparlament) in Lübeck-Travemünde. An der Spitze der Kirchenkreise gebe es 24 Pröpste, aber nur zehn Pröpstinnen.

evangelisch.de

Nur ein Drittel der Synodalen seien Frauen. Mit dem Gleichstellungsbericht und neuen Gesetzen ist am Sonnabend die dreitägige Landessynode zu Ende gegangen.

Dabei ist die Nordkirche weiblich geprägt. Unter den kirchlichen Beschäftigten stellten Frauen mit 74 Prozent die Mehrheit, so Meins. Rund 70 Prozent der Ehrenamtlichen seien Frauen. In den Kirchenvorständen arbeiteten 53 Prozent Frauen.

Auch die Pastorenschaft werde weiblicher: Derzeit hätten Männer mit 58 Prozent noch die Mehrheit, sagte Meins. In der Altersgruppe zwischen 52 und 57 Jahren seien Männer stark vertreten, während unter Jüngeren Frauen die Mehrheit hätten. Etwa ab 2030 würden Frauen in den Pfarrämtern spürbar die Mehrheit stellen.

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Kirchensteuern in Sachsen erstmals seit 2005 zurückgegangen

Bild: tilly
Die sächsische Landeskirche schreibt rote Zahlen: Erstmals seit 2005 werden die erwarteten Kirchensteuereinnahmen nicht erreicht.

evangelisch.de

Wie der Finanzdezernent der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Michael Klatt, am Samstag auf der Tagung der sächsischen Synode sagte, schließe der laufende Haushalt voraussichtlich mit einem Defizit von 1,5 Millionen Euro ab.

Für 2018 werden 115,4 Millionen Euro an Kirchensteuern erwartet, 2017 waren es 113,6 Millionen Euro und 2016 noch 116,8 Millionen Euro. Auch für die folgenden Jahre werde mit einem geringeren Kirchensteueraufkommen gerechnet. Sinkende Mitgliederzahlen würden derzeit allerdings mit der optimalen Konjunktur, der günstigen Tarifpolitik und der bisherigen Steuerpolitik aufgefangen.

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Judaism is the star at a Bible museum built by Hobby Lobby

Kids can be Samson bringing down the walls at Courageous Pages, the play area at the new Museum of the Bible in Washington, DC (Ron Kampeas)
Newest DC institution celebrates Jewish origins; Israel’s ambassador to US and host of Israeli dignitaries attend opening ceremony

By Ron Kampeas | The Times of Israel

As the Burning Bush crackles, God is heard.

“Mow-zes,” God says in the mysterious mid-Atlantic accent that Hollywood once trained its actors to use — the one Anne Baxter as Nefertiti used to summon Charlton Heston’s Moses in the 1956 blockbuster “The Ten Commandments.” “Mow-zes, Mow-zes.”

That epic, earnest and seemingly endless film has much in common with the Museum of the Bible, the $500 million extravaganza gifted to the National Mall by one of America’s leading evangelical families, the founders of the Hobby Lobby chain.

The museum celebrates Jews and Judaism as the noble, beloved and even feared antecedents to Christianity, and argues that its best modern expression is in the State of Israel. And it makes the case that the Bible is not merely to be studied but to be believed.

Speaking at the dedication Friday, Steven Green, the president of Hobby Lobby and the museum’s chairman of the board, said museum-goers should come away realizing that the Bible “has had a positive impact on their lives in so many different ways and when they leave they will be inspired to open it.”

It especially celebrates the Bible’s Jewish origins, notably those made manifest in modern Israel. The dedication included a rabbi, Israel’s ambassador to the United States, the Israeli minister of tourism and the director of the Israel Antiquities Authority.

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ISIS droht Vatikan mit Weihnachts-Attacke

The propaganda poster shows pro-ISIS terrorists attacking the Vatican. via SITE Intel Group
Auf einer entsprechenden IS-Website wurde dazu ein Propaganda-Foto veröffentlicht, bei dem ein Islamist in einem Auto mit Höchstgeschwindigkeit auf den Petersdom zurast.

kath.net

Eine ISIS-Gruppe droht dem Vatikan mit einer terroristischen Weihnachtsattacke. Auf einer entsprechenden IS-Website wurde dazu ein Propaganda-Foto veröffentlicht, bei dem ein Islamist in einem Auto mit Höchstgeschwindigkeit auf den Petersdom zurast.

Auf die Terrorgefahr hat am vergangenen Dienstag die SITE Intelligence Group hingewiesen. Die in USA im Bundesstaat Maryland befindliche Firma überwacht weltweit die Aktivitäten islamistischer Organisationen.

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US-Christen nach dem Massaker von Texas: Mit Bibel und Colt

Der Massenmord in der texanischen Baptisten-Gemeinde von Sutherland Springs hat eine heftige Debatte über Waffen im Gottesdienst ausgelöst. Nicht wenige Pfarrer ermutigen Kirchgänger, ihre Schießeisen zur Selbstverteidigung mitbringen.

domradio.de

Den Auftakt der Debatte machte der Generalstaatsanwalt von Texas, Ken Paxton. „Wir brauchen professionelle Sicherheitskräfte in den Kirchen oder wir müssen unsere Gemeindemitglieder bewaffnen, damit sie reagieren können“, forderte der Republikaner unmittelbar nach dem schockierenden Attentat von Sutherland Springs, bei dem am 5. November 26 Menschen ums Leben kamen.

Paxtons Vorstoß stieß auf Resonanz. Viele einflussreiche Pastoren, wie Robert Jeffres von der First Baptist Megachurch in Dallas, ermutigen ihre Gemeindemitglieder, neben Gesangbuch und Bibel auch ihre Colts mitzubringen.

Bewaffnete Gottesdienstteilnehmer

Im TV-Programm „Fox & Friends“ sagte der Pastor, der während der Amtseinführung auf den Stufen des Capitols mit Donald Trump betete, Angreifer hätten in seiner Kirche keine Chance. Vielleicht könnten diese ein oder zwei Schüsse abfeuern. „Aber das wird das Letzte sein, das sie in ihrem Leben getan haben“, meinte Jeffres. Er schätzt, dass bis zu 50 Prozent der 6.000 Gottesdienstteilnehmer schon heute bewaffnet sei.

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Kirche und Diakonie setzen sich für Familiennachzug ein

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und die Diakonie Hessen setzen sich dafür ein, dass alle schutzberechtigten Flüchtlinge ihre Angehörigen nachholen können.

evangelisch.de

Außerdem solle Familienmitgliedern, die in anderen europäischen Ländern gestrandet sind, die Einreise zeitnah ermöglicht werden, forderten Kirche und Diakonie am Freitag in Darmstadt und Frankfurt am Main.

Im Zentrum der Aktion „Familien gehören zusammen!“, die Ende November anläuft, steht eine Serie mit Postkarten, die von dem Heidesheimer Grafiker Tobias Boos gestaltet wurden. Sie zeigen traditionelle Krippenmotive, bei denen aber einzelne Figuren der „Heiligen Familie“ fehlen. Daneben findet sich ein erläuternder Text, der auf die dramatische Situation vieler Geflüchteter hinweist, die teilweise über Jahre von ihren Angehörigen getrennt leben müssen.

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Großbritannien: Wenn die hl. Drei Könige einen Hot Dog anbeten

Bild: telegraph.co.uk ©GREGGS
Erhebliche Proteste gab es, nachdem die Bäckereikette Greggs einen Adventskalender herausbrachte, der die Hl. Drei Könige zeigt, wie sie eine Bratwurst in der Krippe anbeten – Greggs hat sich nach Boykottaufruf entschuldigt

kath.net

Nach erheblichen Protesten hat sich die britische Bäckereikette Greggs für ihren Adventskalender entschuldigt. Die Darstellung unter dem Türchen des 24. Dezembers zeigte die Heiligen Drei Könige, wie sie kniend eine Bratwurst im Teigmantel anbeten, die in einer Krippe liegt (siehe Foto), auch bringen sie dieser Bratwurst Gold, Weihrauch und Myrrhe mit. Christen quer durch die Konfessionen hatten sich über diese Darstellung öffentlich empört und dies auch in den Sozialen Netzwerken bekannt gemacht.

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Museum of the Bible eröffnet in Washington

„Die Welt des Jesus von Nazareth“ im Museum of the Bible in Washington DC. APA/AFP/Saul Loeb
An Freitag wird in Washington DC ein riesiges Bibelmuseum, das Museum of the Bible, eröffnet. Dahinter steht eine konservative christliche Familie, die damit ihren Einfluss auf die US-amerikanische religiöse Landschaft verstärkt.

religion.ORF.at

Das Museum hat drei Hauptausstellungsetagen, Lesungs- und Sitzungsräume, Restaurants und einen Dachgarten. Außerdem verfügt das Gebäude über einen Ballsaal und ein 472-sitzigen Vorführungsraum mit Projektionsflächen. Das Museum, das nur drei Häuserblocks vom Kapitol entfernt liegt, wurde hauptsächlich von den Eigentümern der Kunst- und Handarbeitskette Hobby Lobby finanziert. Es soll rund 500 Millionen Dollar gekostet haben, wie die Nachrichtenagentur AP am Donnerstag berichtete.

Der Geschäftsführer von Hobby Lobby, Steve Green, bezeichnete das Museum als nicht konfessionsgebunden. Familie und Konzern vertreten christliche, sehr konservative Positionen: So halten ihre Geschäfte, in denen man unter anderem Dekorations- und Einrichtungsgegenstände bekommt, an Sonntagen geschlossen, was in den USA keine Selbstverständlichkeit ist, die Familie spendete religiösen Gruppierungen Millionen Dollar.

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Kirche fand viele Glocken mit NS-Inschriften oder Symbolen

Die Suche der Evangelischen Kirche der Pfalz nach Glocken mit NS-Inschriften oder -Symbolen hat Ergebnisse gebracht. Es gebe „eine Hand voll“ solcher Glocken, sagte ein Sprecher der Kirche am Mittwoch in Speyer. Sie hingen in evangelischen Kirchen oder Gotteshäusern, die von den beiden großen christlichen Kirchen genutzt würden. Eine genaue Zahl nannte er nicht.

T-Online

Der Südwestrundfunk (SWR) hatte zuvor berichtet, dass es nach Einschätzung der Kirche in protestantischen Gotteshäusern der Pfalz insgesamt fünf Glocken dieser Art gebe. Bislang waren nur zwei Fälle bekannt. Weitere Einzelheiten wird die Evangelische Kirche der Pfalz möglicherweise am kommenden Dienstag bei einer Pressekonferenz zur Herbsttagung ihrer Synode mitteilen.

Die Kirche hatte mit der Glockensuche begonnen, nachdem ein Fall aus Herxheim am Berg für Diskussionen gesorgt hatte. In der protestantischen Kirche des Ortes hängt seit 1934 eine Glocke der Ortsgemeinde mit einem Hakenkreuz und der Aufschrift „Alles fuer’s Vaterland Adolf Hitler“. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hatte sich dafür eingesetzt, dass der Klangkörper abgehängt wird. Ein Gutachten soll den künftigen Umgang mit der Glocke klären, die vorerst nicht mehr geläutet wird. Auch in einer Kapelle im südpfälzischen Essingen war eine Glocke mit NS-Aufschrift entdeckt worden.

Die Grand Old Party im Moore-Dilemma

foto: reuters/gentry Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Vestavia Hills in Alabama zeigten sich nicht nur Anhänger, sondern auch Gegner des umstrittenen Senatskandidaten Roy Moore.

Die Mehrheit für die Republikaner im US-Senat ist ohnehin hauchdünn. Mit einer Niederlage von Roy Moore wäre sie dahin. Doch der Jurist, dem mehrfach sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, will nicht aufgeben.

Von Frank Herrmann | derStandard.at

Die Anschuldigungen gegen Roy Moore, der vor 40 Jahren Mädchen im Teenageralter sexuell belästigt haben soll, stürzt die Republikaner in ein tiefes Dilemma. Auch wenn die Parteispitzen unisono den Abgang des erzkonservativen Kandidaten für die Senatswahlen in Alabama am 12. Dezember von der politischen Bühne verlangen: Moore denkt gar nicht daran.

Der Mann sei offenkundig nicht geeignet, im Senat der Vereinigten Staaten zu sitzen, ging Mitch McConnell, die Nummer eins der Konservativen in der kleineren der beiden Parlamentskammern, resolut auf Distanz. Das Leitungsgremium der Grand Old Party entschied, die Kampagne des 70-Jährigen nicht mehr durch Spendenaufrufe zu unterstützen. Jeff Flake, ein Senator, der neulich auf spektakuläre Weise mit Donald Trump brach, hält es sogar für angemessen, anstelle Moores dessen Widersacher Doug Jones, einen der verfeindeten Demokraten, zur Wahl in dem südlichen Bundesstaat zu empfehlen.

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Ohio: Exekutions-Team bricht Hinrichtung ab – nach 80 Minuten

Themenbild.

Im US-Bundesstaat Ohio ist die Hinrichtung eines verurteilten Mörders gestoppt worden. Das Gift konnte nicht injiziert werden.

SpON

Erst zum dritten Mal in der Geschichte der USA ist eine Hinrichtung abgebrochen worden. Ein verurteilter Mörder sollte in Lucasville im Bundesstaat Ohio mittels einer Giftspritze getötet werden. Doch das misslang: Das Exekutionsteam fand keine Vene bei Alva Campbell.

Den Angaben zufolge versuchten die Justizmitarbeiter das Gift in die Arme und das rechte Bein zu spritzen. Nach 80 Minuten gaben sie den Versuch demnach auf.

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Evangelische Kirche fordert Sofortprogramm zum Klimaschutz

Klimaneutralität der Kirche bis 2050 angestrebt

EKD

Die evangelische Kirche dringt auf einen ehrgeizigeren Einsatz der Politik gegen den Klimawandel. In einem in Bonn verabschiedeten Beschluss fordert die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ein Klimaschutz-Sofortprogramm für die Jahre 2018 bis 2020, um das bis dahin gesteckte Ziel einer Treibhausgasreduktion um 40 Prozent noch zu erreichen. Das Kirchenparlament fordert den Rat der EKD darin dazu auf, sich bei der Bundesregierung dafür einzusetzen.

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Ralf Meister: Reformationstag muss gesetzlicher Feiertag werden – schon fast Nötigung

Die evangelischen Kirchen in Niedersachsen haben SPD und CDU aufgefordert, den Reformationstag am 31. Oktober dauerhaft zum gesetzlichen Feiertag in dem Bundesland zu erheben.

evangelisch.de

Die Reformation habe nicht nur eine innerkirchliche, sondern eine gesamtgesellschaftliche Bedeutung, betont der hannoversche Landesbischof Ralf Meister in einem am Mittwoch in Hannover veröffentlichten Brief an Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und CDU-Landeschef Bernd Althusmann. Beide Parteien verhandeln derzeit über eine Große Koalition in Niedersachsen.

„Der Reformationstag als gesetzlicher Feiertag würde nicht nur die Gelegenheit bieten, das historische Erbe zu pflegen, sondern auch reformatorische Impulse in die Gegenwart zu übersetzen und für die Zukunft fruchtbar zu machen“, schreibt Meister als Ratsvorsitzender der Konföderation evangelischer Kirchen. Der religiöse und gesellschaftliche Aufbruch im 16. Jahrhundert wirke bis heute fort. Er habe ein neues Verhältnis von Staat und Kirche begründet, zu dem die Religionsfreiheit und die Schaffung von Recht und Gerechtigkeit gehörten.

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Experte Bielefeldt: Welt ohne Religionen unmenschlich

Heiner Bielefeldt, Podium, 2011. Bild: brightsblog
Die kirchlichen Strukturen hierzulande müssten mal ordentlich „durchgelüftet“ werden, sagt der Theologe und Menschenrechtler Heiner Bielefeldt. Am Dienstag wurde er für seine Arbeit von der Uni Tübingen ausgezeichnet.

domradio.de

domradio.de: Sechs Jahre lang sind Sie um die Welt gereist, haben mit Regierungsvertretern, Geistlichen, einfachen Gläubigen gesprochen und vor den Vereinten Nationen immer wieder berichterstattet – das alles im Ehrenamt. Wenn Sie zurückblicken: Wo stehen wir bei diesem großen Thema „Religionsfreiheit“?

Heiner Bielefeldt (Deutscher Theologe, Philosoph und Historiker):Das ist schwer weltweit so pauschal zu sagen. Noch heute erleben wir dramatische Einbrüche. Manches bekommen wir ja auch schon über das Fernsehen mit. Denken wir nur an die Krisen im Nahen Osten. Zwar ist nach den Berichten der „Islamische Staat“ zurückgedrängt worden. Aber ob Christen in der Region wieder mit ihren Nachbarn friedlich leben werden, sich wieder ansiedeln und wohlfühlen können, das ist alles sehr offen. Oder nehmen wir das Drama um die Rohingya in Myanmar – eine muslimische Minderheit, die aus dem Land vertrieben worden ist.

domradio.de: Also schon die Nachrichten bringen viele Beispiele, bei der die Religionsfreiheit nicht vorhanden ist. Ist denn alles ausgewogen berichtet?

Bielefeldt: Manche Dinge finden weniger Aufmerksamkeit, etwa die Verfolgung der Zeugen Jehovas in Russland, die dort verboten worden sind. Oder ich denke da an die Verletzung der Religionsfreiheit in China oder Vietnam. Da schauen wir relativ wenig hin. Vieles geschieht ganz unter dem Radar öffentlicher Aufmerksamkeit.

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