Robert Habeck bezeichnet sich als „säkularer Christ“

Robert Habeck, 2018, © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)
Grünen-Chef Robert Habeck hat sich selbst als einen „säkularen Christen“ bezeichnet. „Ich bin ein Zweifler, weil ich Glauben sehr ernst nehme“, sagte er der „Zeit“-Beilage „Christ und Welt“.

evangelisch.de

Das Christentum habe ihn „tief geprägt“. Er sei in einer sehr christlichen Familie aufgewachsen und habe Religion „theologisch immer ernst genommen“, sagte Habeck. Vom Glauben an Gott habe er sich allerdings langsam entfernt – durch eine dauernde und ernsthafte Auseinandersetzung mit religiösen Fragen.

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Kirchenkritiker veranstalten „Ketzertag Dortmund 2019“

Bild: hpd.de
Am Mittwoch beginnt in Dortmund der Evangelische Kirchentag. Doch die Christen bekommen Konkurrenz, denn zeitgleich findet auch der „Ketzertag Dortmund 2019“ statt, der das Thema Religion sowie die staatliche Privilegierung der Kirchen kritisch beleuchten wird

Daniela Wakonigg | hpd.de

Im vergangenen Jahr fand anlässlich des Katholikentags in Münster mit dem Ketzertag Münster 2018 der erste deutsche Ketzertag statt. Mit religions- und kirchenkritischen Veranstaltungen setzte er dem staatlich finanzierten christlichen Großevent eine deutliche säkulare Stimme entgegen.

Nach dem Erfolg im letzten Jahr wird es nun auch in diesem Jahr einen Ketzertag parallel zum alljährlichen Kirchentagsevent geben: den Ketzertag Dortmund 2019. Veranstaltet wird er von der säkularen Vereinigung Religionsfrei im Revier, dem Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) e. V. sowie der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs). Der Ketzertag Dortmund 2019 richtet sich primär gegen die Privilegierung der Kirchen durch den Staat, die umfangreiche Finanzierung sowie die privilegierte Behandlung im Arbeits- und Steuerrecht, er kritisiert jedoch auch Religion und Kirche selbst.

„‚Ketzer‘ sind Menschen, die sich weigern, die kirchliche Lehre als Wahrheit anzuerkennen. Dafür gibt es gute Gründe, die auf dieser 4-tägigen Veranstaltungsreihe vorgestellt und diskutiert werden sollen“, heißt es auf der Webseite des Ketzertags. „Das Wort Ketzer leitet sich ab von den ‚Katharern‘, innerkirchlichen Kritikern, die den Glauben reformieren wollten. Die mitwirkenden religionsfreien Referent*innen sind jedoch – ganz im Sinne der veranstaltenden Organisationen – der Auffassung, dass die Kirche ein grundsätzliches Problem für die moderne und aufgeklärte Gesellschaft darstellt. So kommt der Ketzertag ohne übersinnliche Erscheinungen aus und stellt die „natürliche Gegenveranstaltung“ zum Kirchentag dar!“

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Eigener Staat für Palästinenser nicht in Sicht

foto: afp / mohammed abed Am Strand von Gaza herrscht im Frühsommer Hochbetrieb. Viele Palästinenser denken statt an Politik eher an den mühsamen Alltag.
Die USA geben wohl die Zweistaatenlösung für Israel und die Palästinenser auf

derStandard.at

Zack Sabella muss nicht lange überlegen. Auf die Frage, ob er die Gründung eines Staates Palästina noch miterleben werde, folgt ein rasches „Nein“. Dabei ist Zack Sabella erst 35 Jahre alt und hätte noch ein paar Jahre Zeit. Doch er ist überzeugt: „Weder ich noch meine Kinder werden das erleben. Man muss sich für Zukunftsprognosen die Faktenlage ansehen. Tatsache ist, dass nicht einmal Barack Obama, der palästinenserfreundlichste US-Präsident der vergangenen 30 Jahre, die Zweistaatenlösung erreichen konnte.“

Und die derzeitige US-Regierung, so scheint es, will sie nicht erreichen.

Noch steht nicht fest, wann genau der Friedensplan vorgestellt wird: in Teilen bereits kommende Woche bei einer Konferenz in Bahrain, wie zunächst angekündigt? Oder doch erst im November, wie vom Nahostgesandten Jason Greenblatt am Wochenende angedeutet? So oder so: Nach allem, was bisher durchgedrungen ist, wird eine Zweistaatenlösung darin nicht mehr vorkommen.

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Prediger, der für Kurz betete, will Europa vom Islam „zurückerobern“

foto: screenshot/kath.net Sebastian Kurz hielt in der Stadthalle auch eine Rede.
Ben Fitzgerald spricht davon, das „Schwert in die Schlacht“ zu führen, Kurz spricht von „spontanem Gebet“

Katharina Mittelstaedt, Fabian Schmid | derStandard.at

Solche Bilder ist man in der österreichischen Politik nicht gewohnt: Tausende Christen strecken ihre Arme in die Höhe, um für Altkanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zu beten. „Vater, wir danken dir für diesen Mann, für seine Weisheit“, predigt Ben Fitzgerald von der Bühne. „Wir danken dir dafür, dass in diesem Land die Sünde für alle furchtbar ist“, und erbitten „viel Schutz“ für den Altkanzler, so Fitzgerald weiter.

Ort der Szene war die Wiener Stadthalle, die von Freitag bis Sonntag mit Christen gefüllt war. An drei Tagen fand dort der überkonfessionelle Event Awakening Austria statt, der von Fitzgerald als Teil von Awakening Europe mitorganisiert wurde. Mit dieser Organisation will der gebürtige Australier Menschen ein „Leben nach Gottes Vorstellung“ ermöglichen.

Der einstige Drogendealer behauptet, 2002 in einem Nachtklub Jesus begegnet zu sein. Danach änderte er sein Leben, um zu missionieren. Er reiste nach Nürnberg, wo er das ehemalige Reichsparteitagsgelände der Nationalsozialisten besuchte.

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Gotteswahn und Afterdienst in Austria: „Befremdliches“ Segensgebet für Kurz in der Stadthalle

Kurz hatte auf seiner Wahlkampftour in der Wiener Stadthalle Station gemacht und dabei ein „Segensgebet“ des evangelikalen Predigers Ben Fitzgerald entgegengenommen. – (c) Screenshot: Youtube
Der ÖVP-Chef hat ein Segensgebet des evangelikalen Predigers Ben Fitzgerald entgegengenommen. Kritiker sehen in dem Auftritt einen Missbrauch der Religion für Wahlkampfzwecke.

Die Presse.com

ÖVP-Obmann Sebastian Kurz befindet sich seit der Vorwoche auf inoffizieller Wahlkampftour. Um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen, steht für heute, Montag, unter anderem der Besuch eines Wirtshauses und eines Seniorenheims in Oberösterreich auf seiner Agenda. Thema dort sein könnten Videoausschnitte, die seit dem Wochenende im Internet kursieren und den Ex-Kanzler gemeinsam mit dem Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn beim christlichen Ökumene-Großevent „Awakening Austria“ in der Wiener Stadthalle zeigen. Und die eine Welle an Kritik ausgelöst haben.

Der Reihe nach: Kurz hatte auf seiner Wahlkampftour in der Wiener Stadthalle Station gemacht und dabei ein „Segensgebet“ des evangelikalen Predigers Ben Fitzgerald entgegengenommen. Kritiker orten darin einen Missbrauch der Religion für Wahlkampfzwecke.

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Bild: „Gehen Sie auch zum Vulven-Malen, Herr Bischof?“

Heinrich Bedford-Strohm (2011). Presseabteilung der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. bearb. bb
Die Bildzeitung schreckt beim Interview mit dem EKD-Ratsvorsitzenden Bedford-Strohm vor peinlicher Frage nicht zurück – Bedford-Strohm stellt sich unwissend

kath.net

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm stellte sich unwissend auf die Frage der „BILD“, ob er beim Evangelischen Kirchentag auch den Workshop „Vulvenmalen“ besuchen werde. „Nein. Was ist das?“ Der Leiter des Berliner „Bild“-Büros, Ralf Schuler, erläuterte dem evangelischen Landesbischof von Bayern daraufhin: „Frauen malen ihre Geschlechtsteile, um Scham zu verlieren und freier mit ihrem Geschlecht umzugehen …“ Die Reaktion: „Bedford-Strohm: (lacht) ‚Ich glaube, das wendet sich nicht an mich.‘“ Der Programmpunkt „Vulven malen“ ist auch unmittelbar vor Beginn des Kirchentags im digitalen Programm des Kirchentags weiterhin normal abrufbar: „Vulvenmalen. Ob der EKD-Vorsitzende wirklich so unwissend war wie er sich zeigte, lässt sich nicht nachprüfen – allerdings darf es durchaus als begrüßenswert gelten, wenn er das Programm des aktuellen Kirchentags kennen würde. Heterosexuelle Männer sind jedenfalls gemäß Programmausschreibung keineswegs von der Teilnahme ausgeschlossen, kath.net hat berichtet.

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Post aus der Hölle an den Heimatpfarrer

Bild: © Privat
Wie weit die Soldaten im Ersten Weltkrieg auch von zu Hause entfernt waren, manche hielten neben ihren Familien auch Kontakt zu ihrem Heimatpfarrer. Die Postkarten aus den Kampfgebieten vermitteln ein gutes Bild über das, was die Soldaten die Heimat wissen lassen – und was sie verschweigen wollten.

Von Christoph Paul Hartmann | katholisch.de

Ein Zufall, dass Martin Lörsch dieses Album in die Hände gefallen ist. Denn als dem Trierer Professor für Pastoraltheologie ein Kompendium von Postkarten angeboten wird, wendet man sich wegen seiner Herkunft an ihn: Lörsch stammt aus dem Koblenzer Stadtteil Niederberg, der vor seiner Eingemeindung 1937 eine selbstständige kleine Gemeinde war. Von dort suchte eine Hinterlassenschaft eine neue Bestimmung. Denn Pfarrer dieser Gemeinde zwar zwischen 1903 und 1934 ein gewisser Peter Stoffel – und der hatte in einem Album Postkarten gesammelt. Feldpostkarten, die Soldaten im Ersten Weltkrieg „nach Hause“ schickten – unter anderem auch an ihren Pfarrer. Hundert Stück sind in dem Album zusammengekommen. Für Martin Lörsch Grund genug, die Relikte einer vergangenen Zeit genauer unter die Lupe zu nehmen.

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„Radikale sollten auf dem Kirchentag kein Podium bekommen“

Anfang Juni besuchte Heinrich Bedford-Strohm den Seenotrettungskreuzer „Sea-Watch 3“ Quelle: dpa/Annette Reuther
Politiker der AfD dürfen beim Kirchentag in Dortmund nicht auf den Bühnen auftreten. Bischof Heinrich Bedford-Strohm findet das richtig. Falsch hingegen sei es, Seenotretter im Mittelmeer zu kriminalisieren.

DIE WELT

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Heinrich Bedford-Strohm, hat Verständnis dafür gezeigt, dass AfD-Politiker nicht zu Auftritten auf den Bühnen des Evangelischen Kirchentages eingeladen wurden. Die Entscheidung des Kirchentagspräsidiums sei „kurz nach den Ereignissen in Chemnitz gefallen, die eine deutliche Radikalisierung der AfD zeigten“, sagte Bedford-Strohm der „Bild“.

„Radikale, deren Werte mit denen des Christentums nicht vereinbar sind, sollten, so habe ich den Sinn dieses Beschlusses verstanden, auf dem Kirchentag kein Podium bekommen.“ Eine Auseinandersetzung mit der AfD und Populismus insgesamt werde es dennoch geben, betonte Bedford-Strohm.

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Deutsche Rüstungsgüter für 1,1 Milliarden Euro an Jemen-Kriegsallianz

Panavia Tornado GR4. Themenbild. 4ever.eu
Die deutsche Bundesregierung hat seit Jahresanfang Rüstungslieferungen für mehr als eine Milliarde Euro an die von Saudi-Arabien geführte Allianz im Jemen-Krieg genehmigt.

Die Presse.com

Trotz der Exportbeschränkungen im Koalitionsvertrag von Union und SPD wurden zwischen dem 1. Jänner und dem 5. Juni allein 13 Exporte für 801,8 Millionen Euro nach Ägypten und 43 Exporte für 206,1 Millionen Euro an die Vereinigten Arabischen Emirate genehmigt. Das geht aus einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Omid Nouripour hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Regierung erlaubte sogar zwei Rüstungsgeschäfte mit Saudi-Arabien, obwohl für das Land seit November eigentlich ein kompletter Exportstopp gilt. Dabei handle es sich um die Lieferung von „sondergeschützten Geländewagen“ für 831.003 Euro, wie der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Ulrich Nußbaum, mitteilte.

Insgesamt wurden für die acht Länder der Allianz 122 Exportgenehmigungen für Rüstungsgüter im Wert von 1,1 Milliarden Euro erteilt. Saudi-Arabien hatte die Koalition überwiegend arabischer Länder 2015 geformt, um die jemenitische Regierung in ihrem Kampf gegen die vom Iran geförderten schiitischen Houthi-Rebellen zu unterstützen.

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Gundula Gause: Ihr Glaube ist ihre Privatsache – alles andere Afterdienst Gottes

Bei aller Kritik: Aus der Kirche auszutreten, ist für ZDF-Nachrichtenmoderatorin Gundula Gause unvorstellbar. 2019 ist sie Mitglied der Jury für den Bonifatiuspreis. Im Interview spricht sie über ihren Glauben und die Zukunft der Kirche.

DOMRADIO.DE

Bonifatiuswerk: Viele denken darüber nach, aus der Kirche auszutreten oder haben dies schon getan. Was hält Sie in der Kirche?

Gundula Gause (Moderatorin): Es ist für mich unvorstellbar, aus der Kirche auszutreten. Der Glaube gehört zu meinem Koordinatensystem, das in der Kirche eine verlässliche Organisation findet. Den Verlust dieser Institution würde ich – bei aller berechtigten Kritik – für eine Bedrohung halten, die die gesamte Gesellschaft existenziell treffen würde, auch die Mitglieder anderer Religionsgemeinschaften. Der christliche Glaube gehört zur kulturellen und spirituellen Identität Deutschlands.

Dieses Bewusstsein und das daraus resultierende Selbstbewusstsein sind Grundlage für das Miteinander in einer immer vielfältigeren Gesellschaft. Da sich diese in allen Ländern verändert, könnten der christliche Glaube und die Verbindung über die Kirchen eine Basis für ein besseres Miteinander sein. Das sollte unser aller Ziel sein. Nicht zuletzt hält mich in der Kirche meine katholische Kirchengemeinde, in der ich als Protestantin sehr gerne lebe.

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1000 Peitschenhiebe für Religionskritik

Von Ensaf Haidar – Picture provided by PEN International, CC BY-SA 3.0
Günter-Wallraff-Preis für Journalismuskritik geht an den saudischen Blogger Raif Badawi

Markus Kompa | TELEPOLIS

Die Initiative für Nachrichtenaufklärung e.V. hat am Freitag zum 5. Mal den Günter-Wallraff-Preis für Journalismuskritik verliehen. Der Ehrung geht jährlich an Personen oder Institutionen, die sich laut INA auf originelle und ausgewogene Weise kritisch mit dem Journalismus auseinandersetzen. Die mit jeweils 5.000,- € dotierte Auszeichnung ging diesmal an einen entschiedenen Streiter für Meinungs- und Pressefreiheit, nämlich an den saudischen Journalisten Raif Badawi. Vor einem Jahrzehnt hatte Badawi trotz Repressalien das „Saudische liberale Netzwerk“ gegründet, seine religionskritischen Blogposts wurden von Zeitungen nachgedruckt. So schrieb Badawi etwa:

„Die Hauptmission einer jeden Theokratie ist es, jegliche Vernunft zu töten, den historischen Materialismus und den gesunden Menschenverstand rigoros zu bekämpfen und die Massen, so gut es geht, in die absolute Verdummung zu treiben.“

Wegen „Beleidigung des Islam“ wurde Badawi zu zehn Jahren Haft und 1000 Peitschenhieben verurteilt. Die ersten 50 waren öffentlich durchgeführt worden, seither sitzt Badawi seit sieben Jahren hinter Gitter. Eine ihm nahegelegte Flucht hatte Badawi aus Prinzip abgelehnt. Aufgrund des Konzepts der Sippenhaft wurde letztes Jahr auch Badawis Schwester inhaftiert.

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Rio de Janeiro: Evangelikale wollen afro-brasilianische Kultstätten zerstören

Die afro-brasilianischen Religionen haben viele Rituale und Kultstätten. Foto: dpa/Leo Correa
Angehörige afro-brasilianischer Religionen sind derzeit im Großraum Rio de Janeiro durch evangelikale Drogenkriminelle gefährdet.

Stuttgarter Nachrichten

Rund 120 afro-brasilianische Kultstätten im Großraum Rio de Janeiro sind laut Medienberichten akut durch evangelikale Drogenkriminelle bedroht. Die Straftäter seien in den Gefängnissen bekehrt worden und evangelikalen Kirchen beigetreten, berichtete das Portal „UOL“ am Samstag. Wieder in Freiheit, vertreiben sie Priester und Angehörige von Religionen mit afrikanischen Wurzeln, die sie als „Teufelszeug“ ansehen, wie es hieß.

Die Polizei in Rio de Janeiro vermutet, dass die Drogenbande Terceiro Comando Puro (TCP) hinter den Attacken auf die Kultstätten steckt. Zuletzt sollen sich demnach die Übergriffe auf die Religionen Candomble und Umbanda vor allem in Armenvierteln gehäuft haben. So seien Versammlungshäuser zerstört worden. Zudem hätten die Priester ein Ultimatum von 48 Stunden erhalten, um sich aus den Vierteln zurückzuziehen.

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Vertreter des Abdullah-Zentrums: „Unglaubliche Heuchelei Österreichs“

Foto: apa
Direktoriumsmitglied Rabbiner Rosen: Zentrum habe zur Öffnung der Gesellschaft in Saudi-Arabien beigetragen

derStandard.de

Der britische Rabbiner David Rosen wirft Österreich nach dem Nationalratsvotum zur Schließung des Wiener König-Abdullah-Zentrums (KAICIID) „unglaubliche Heuchelei“ vor. So würden sich die damaligen Regierungsparteien ÖVP und SPÖ, die das Zentrum vor sieben Jahren in Wien ansiedelten, nun dagegen stellen, kritisierte das KAICIID-Direktoriumsmitglied laut Vorabmeldung (Samstag) im „profil“.

Das „König Abdullah Bin Abdulaziz Zentrum für Interreligiösen und Interkulturellen Dialog“ sorgt seit Jahren für innenpolitische Kontroversen. Im Herbst 2012 von Saudi-Arabien, Österreich und Spanien eröffnet, wird es größtenteils von Riad mit rund 15 Millionen Euro pro Jahr finanziert. Der Vatikan hat Beobachterstatus.

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Wenn der Stadionbesuch und das Yogatraining heilig werden

Yoga statt Gottesdienst? Gerade junge Menschen leben Alternativen zur Kirche Quelle: dpa
Zum Evangelischen Kirchentag werden viele Christen nach Dortmund pilgern. Doch welche Rolle spielt der Glaube überhaupt noch in Deutschland? Experten haben keine guten Nachrichten für die beiden großen Kirchen.

DIE WELT

Im Sprachalltag scheint er noch einen festen Platz zu haben: „Um Gottes Willen“ oder „Gott sei Dank“ heißt es oft. Aber tatsächlich haben Glauben und Religion in der Bevölkerung keinen leichten Stand. Der katholischen und evangelischen Kirche kehren Jahr für Jahr Mitglieder zu Zehntausenden den Rücken. Einer Prognose zufolge wird von aktuell 44,8 Millionen (2017) Katholiken und Protestanten im Jahr 2060 gerade mal die Hälfte übrig bleiben. Reformstau und Missbrauchsskandale schaden massiv. Und Frömmigkeit ist schon lange keine Pflicht mehr. Den Osten Deutschlands sehen Experten gar als europäische Atheisten-Hochburg.

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Religion in den Medien: Zwischen Wahn und säkularer Weltanschauung

Diskussionsrunde beim Kölner Forum für Journalismuskritik. (David Ertl)
Was hat das Himmlische mit dem Boden der Tatsachen zu tun, welche Rolle sollten Religion und Weltanschauung in den Medien spielen? Darum ging es in einer Diskussionsrunde beim 5. Kölner Forum für Journalismuskritik. In der Kritik unter anderem: die sogenannten Verkündigungssendungen.

Deutschlandfunk

„Wir sind nicht mehr eine christliche Gesellschaft – wir sind eine christliche und säkulare und muslimische“, das steht für Ingrid Matthäus-Maier fest. Sie ist Mitglied des WDR-Rundfunkrates und stört sich an den zahlreichen Verkündigungssendungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Mehr als 1.700 solcher Sendungen hat sie alleine beim Westdeutschen Rundfunk pro Jahr gezählt. Der Grundsatz, es gebe keine Staatskirche, werde sehr oft durchbrochen. Matthäus-Maier forderte zudem eine stärkere Präsenz von Konfessionslosen in den Rundfunkräten öffentlich-rechtlicher Sender.

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The one man most likely to turn the U.S. into a theocracy

CREDIT: Chip Somodevilla/Getty Images
Sen. Josh Hawley (R-MO) is having a moment. Last month, Hawley tore into a Trump judicial nominee. The nominee’s sin? Michael Bogren had the audacity to represent a Michigan city that wanted to enforce a civil rights ordinance against Catholic business owners who believe they have a constitutional right to discriminate. Hawley’s interrogation of Bogren was widely condemned even by many conservative voices.

Ian Millhiser | ThinkProgress

Ed Whelan, the legal activist best known for using the real estate search engine Zillow to argue that Supreme Court nominee Brett Kavanaugh did not attempt to rape Christine Blasey Ford, warned that Hawley’s attacks on Bogren “could redound to the detriment of conservative nominees who have defended religious liberty or pro-life legislation in unpopular contexts.” The Federalist, a conservative website, published a column titled “No, Judicial Nominee Mike Bogren Is Not An Anti-Religious Bigot.”

Yet Hawley ultimately prevailed. Though Hawley’s inquisition of Bogren was denounced by the far right, it went viral among the far, far right. On Tuesday, Bogren sent a letter to President Trump asking that his nomination be withdrawn.

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Bielefeldt: Religionsfreiheit über Glaubensgrenzen hinaus verteidigen

Heiner Bielefeldt, Podium, 2011. Bild: brightsblog
Ob Christen, Juden, Muslime oder Nicht-Gläubige: Geht es nach Menschenrechtsexperte Heiner Bielefeldt, sollten sie alle gemeinsam für die Religionsfreiheit eintreten – auch wenn das zur Bewährungsprobe werden kann.

katholisch.de

Der Erlanger Theologe und Menschenrechtsexperte Heiner Bielefeldt (61) hat für mehr Dialogprojekte zwischen Vertretern „ganz unterschiedlicher religiöser und weltanschaulicher Positionen“ geworben. Dies könne dazu beitragen, die Bedeutung des Menschenrechts auf Religionsfreiheit deutlich zu machen, sagte Bielefeldt am Donnerstagabend bei einer Veranstaltung in Berlin.

Die Religionsfreiheit habe dann ihre Bewährungsprobe, wenn sie von Menschen verteidigt werde, „die sich sonst inhaltlich nicht verstehen“, betonte der frühere Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für Religions- und Weltanschauungsfreiheit (2010-2016). Als Vorbild nannte er ein Dialogprojekt von Mormonen und Atheisten in den USA.

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Frühe Christen und Jesu-Anhänger zerstörten die antike Hochkultur

Im Jahr 392 legten christliche Fanatiker den Serapis-Tempel in Schutt und Asche. Getty Images/iStockphoto
Sie lebten im Geist der Nächstenliebe und trotzten grausamen Verfolgern: Bis heute ist dieses Bild von den frühen Christen verbreitet. Eine britische Historikerin schildert die Jesus-Anhänger jedoch als religiöse Fanatiker, die eine liberale, hochentwickelte Kultur zum Einsturz brachten.

Von Harald Wiederschein | FOCUS ONLINE

Die erste Szene des Buches wirkt schrecklich vertraut: Bärtige, schwarz gekleidete Fanatiker aus der Wüste stürmen den Athene-Tempel im syrischen Palmyra, mit Eisenstangen zertrümmern sie voller Begeisterung die Statue der Göttin und den Altar. Was sich um das Jahr 385 nach Christus abspielte, hat sich erst vor wenigen Jahren wiederholt – so die Botschaft der Autorin. Nur waren es in der Spätantike christliche Fundamentalisten, welche die „Götzenbilder“ zerstörten. 2015 legten Mitglieder des sogenannten „Islamischen Staates“ das UNESCO-Weltkulturerbe von Palmyra in Schutt und Asche.

Der provokante Einstieg gibt den Ton vor für die folgenden mehr als 300 Seiten. „Heiliger Zorn. Wie die frühen Christen die Antike zerstörten“ lautet der Titel des kürzlich auf Deutsch erschienenen Buches der britischen Historikerin und Journalistin Catherine Nixey. Zuvor hatte es bereits in der angloamerikanischen Welt für Aufsehen gesorgt. In England war es zum „Buch des Jahres“ gewählt und mit einem Literaturpreis ausgezeichnet worden.

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Missbrauchs-Skandale erschüttern US-Baptisten

Missbrauchsskandale erschüttern den „Südlichen Baptistenverband“, die größte protestantische Kirche der USA. Der Umgang mit den Beschuldigungen werde die Kirche auf Generationen hinaus prägen, erklärte der Präsident der „Southern Baptist Convention“, Pastor J.D. Greear, zum Auftakt der zweitägigen Jahresversammlung am Dienstag (Ortszeit) in Birmingham im US-Bundesstaat Alabama.

evangelisch.de

Die US-Zeitungen „Houston Chronicle“ und „San Antonio Express-News“ hatten Anfang 2019 über Hunderte sexuelle Missbrauchsvorwürfe gegen den Baptistenverband berichtet.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten seien 380 Pastoren und Kirchenhelfer beschuldigt worden, hieß es in den Medienberichten. Die Vorwürfe gelten als glaubwürdig. Rund 200 Beschuldigte wurden den Angaben zufolge bereits verurteilt. Die Zeitungen sprachen von insgesamt 700 Missbrauchsopfern.

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Microsoft and the Pentagon Are Quietly Hijacking U.S. Elections

Martin Abegglen / CC BY-SA 2.0
Good news, folks! We have found the answer to the American election system!

Lee Camp | truthdig

Why do we need an answer? Well, our election system is … how do you say … a festering rancid corrupt needlessly complex rigged rotten infected putrid pus-covered diseased dog pile of stinking, dying cockroach-filled rat shit smelling like Mitch McConnell under a vat of pig farts. And that’s a quote from The Lancet medical journal (I think).

But have no fear: The most trustworthy of corporations recently announced it is going to selflessly and patriotically secure our elections. It’s a small company run by vegans and powered by love. It goes by the name “Microsoft.” (You’re forgiven for never having heard of it.)

The recent headlines were grandiose and thrilling:

Microsoft offers software tools to secure elections.”

Microsoft aims to modernize and secure voting with ElectionGuard.”

Could anything be safer than software christened “ElectionGuard™”?! It has “guard” right there in the name. It’s as strong and trustworthy as the little-known Crotch Guard™—an actual oil meant to be sprayed on one’s junk. I’m unclear as to why one sprays it on one’s junk, but perhaps it’s to secure your erections? (Because they’ve been micro-soft?)

Anyway, Microsoft is foisting its ElectionGuard™ software on us, but worry not that we Americans will be tied down by laborious public debate as to the effectiveness, efficiency and accountability of said software. According to MintPress, “The election technology is already set to be adopted by half of voting machine manufacturers and some state governments for the 2020 general election.” Hardly any public discussion will plague our media or tax our community discourse.

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