Archiv der Kategorie: Protestantismus

Midazolam: Wir foltern euch zu Tode

Todeskandidaten im US-Bundesstaat Oklahoma hatten geklagt: Sie wollten verhindern, dass bei Hinrichtungen weiterhin das umstrittene Beruhigungsmittel Midazolam eingesetzt wird. Jetzt scheiterten sie vor dem höchsten US-Gericht.


SpON

midazolam

Das höchste US-Gericht erlaubt weiterhin den Einsatz eines umstrittenen Beruhigungsmittels bei Hinrichtungen. Der Gebrauch des Medikaments Midazolam, das die Verurteilten vor der tödlichen Giftzufuhr zunächst betäuben soll, verstoße nicht gegen die Verfassung, die Grausamkeiten und das Zufügen starker Schmerzen untersagt.

In der am Montag verkündeten Entscheidung erklärten die fünf konservativen Richter am Supreme Court, dass die verwendete Giftmischung für die klagenden Todeskandidaten kein “substanzielles Risiko schwerer Schmerzen” darstelle. Die vier linksliberalen Richter konnten sich mit ihren Bedenken nicht durchsetzen.

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Tochter von Sarah Palin: Zweite Schwangerschaft war angeblich geplant

Bild. The Huffington Post
Bristol Palin (24, “Not Afraid of Life: My Journey So Far”), die Tochter der ehemaligen republikanischen US-Präsidentschaftskandidatin Sarah Palin (51), sorgt mit ihrer zweiten unehelichen Schwangerschaft für Wirbel. 


The Huffington Post

Über ihren Blog auf einer religiösen Webseite setzt sich die werdende Mutter nun gegen kritische Stimmen zur Wehr. “Diese Schwangerschaft war tatsächlich geplant”, so die Politiker-Tochter. Sie bereue es keineswegs, wieder schwanger zu sein. “Dieses Baby ist keine Enttäuschung und ich kann es gar nicht erwarten, Mutter von zwei Kindern zu sein”, führt sie ihren mit “Mein kleiner Segen” überschriebenen Blogeintrag fort.

Bei der Bekanntgabe ihrer zweiten Schwangerschaft hatte Bristol Palin auf ihrem Blog geschrieben, dass die Nachricht eine “riesige Enttäuschung für meine Familie und meine engsten Freunde” gewesen sei. 2008 musste ihre konservative und streng religiöse Mutter Sarah Palin während des Präsidentschaftswahlkampfs einräumen, dass ihre damals noch minderjährige Tochter unehelich schwanger sei. Sohn Tripp ist inzwischen sechs Jahre alt.

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Warum wir die Kirchen brauchen

Die Verdrängung des Religiösen ins rein Private ist weder liberal noch gemeinwohldienlich. Empirische Studien belegen die Bedeutung des Glaubens für die gesellschaftliche Integration


Von Andreas Püttmann|Cicero

passion-christi_kreuzigung_360In seinem Plädoyer „Nehmt den Kirchen ihre Privilegien“ nimmt Timo Stein die Forderung des Zentralrats der Muslime nach einer offiziellen politischen Vertretung in Berlin – vergleichbar denen von EKD und katholischer Bischofskonferenz – zum Anlass, Tabula rasa zu machen: Weg mit der ganzen „Verquickung von Staat und Religion“! Weg mit der von den Kirchen gesuchten „staatlichen Nähe und Alimentierung“! Weg mit der „Sonderrolle beim Arbeitsrecht“! Weg mit „steuerlichen Begünstigungen“, dem Recht, „Steuern zu erheben“ und der Mitwirkung der faktischen „Staatskirchen“ in „staatlichen Beiräten“. Mehr „Augenhöhe“ von Kirchen und Islamverbänden „auf einem möglichst niedrigen Niveau“, im Sinne einer „Gleichstellung nach unten“! Statt weiterer Verteilung des „Subventionskuchens“ bitte eine „Kuchenzurückholungsaktion ganz im Sinne des Grundgesetzes. Säkular und frei“! Das Brüllen des laizistischen Löwen kommt gut an: über 3000 Facebook-Likes!

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Bigott: Umstrittene Werbekampagne für ‘Traumbusen’

Evangelisches Krankenhaus stoppt Zusammenarbeit mit einer Agentur – Zuvor hatte der Hessische Rundfunk über die Werbekampagne berichtet.


kath.net

Bild: medical-partners.de

Wegen einer umstrittenen Werbung für Schönheitsoperationen hat das Evangelische Krankenhaus Mittelhessen in Gießen die Zusammenarbeit mit der Agentur „DS Deutscher Ärzte Service GmbH“ (Würzburg) beendet. Sie vermittelt unter anderem Frauen, die eine Brustvergrößerung vornehmen lassen wollen, an Kliniken und Arztpraxen. Die Agentur wirbt in Anzeigen mit der Überschrift „Traumbusen für 2.999 Euro“. Zugleich wird eine Ratenzahlung angeboten. Daneben ist eine junge Frau mit üppiger Oberweite im Bikini zu sehen. „Diese Form der Werbung entspricht nicht dem Stil unseres Hauses“, sagte der Leiter der Unternehmenskommunikation von Agaplesion, demLeiter der Unternehmenskommunikation von Agaplesion, (Frankfurt am Main), auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. „Da wir keinen Einfluss auf die Art der Werbung nehmen können, die der Deutsche Ärzte Service betreibt, haben wir die Zusammenarbeit mit ihm beendet.“ Zuvor hatte der Hessische Rundfunk über die Werbekampagne berichtet. Wie Drenger gegenüber idea weiter erläuterte, sind die Anzeigen inhaltlich zwar nicht falsch. Es falle jedoch „der sorglose Umgang mit einer Operation auf, die ja wie jeder Eingriff auch Risiken beinhaltet“.

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Das lebensferne Nein der CDU zur Ehe für alle

In Deutschland stellt sich die Bundesregierung im Umgang mit der Ehe-Freigabe für alle weiterhin quer – obwohl der Kampf längst verloren ist. Foto: dpa
Während das Oberste Gericht in den USA die Ehe für alle freigibt, weigert sich die CDU weiter beharrlich – nicht mit Argumenten, sondern mit Verfahrenstricks. Sie versucht damit, einen längst verlorenen Posten irgendwie zu halten.


Von Holger Schmale|Berliner Zeitung

Das Oberste Gericht der USA verkündet stets vor der Sommerpause wichtige Urteile – es mag Zufall sein, dass seine Entscheidung zur Ehe für alle in die Tage der Christopher-Street-Feste gefallen ist. Ein besseres Datum aber hätten die Richter nicht finden können. Die Ehe ist ein Grundrecht, das schwulen oder lesbischen Paaren nicht verweigert werden darf, so klar lautet das Urteil aus Washington. Eine große Mehrheit im Bundestag sieht das genauso, und die Mehrheit der Bundesbürger auch.

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Homo-Ehe: Legt den Turbo ein!

Ein Muslim in Hamburg beim Gebet | © Angelika Warmuth/dpa
Der islamische Glaube und die Homo-Ehe


Von Jens Spahn|ZEIT ONLINE

“Eine Homo-Ehe ist im Islam undenkbar”, schrieb Muhammad Sameer Murtaza in seinem Gastbeitrag vergangene Woche an dieser Stelle. Wieso eigentlich? Irland, ein zutiefst katholisches Land, das sich mit überwältigender Mehrheit für die Öffnung der Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare ausspricht – das war vor nicht allzu langer Zeit auch noch undenkbar. Heute ist es Realität und der gesellschaftliche Wandel fast schon unaufgeregte Normalität.

Natürlich ist Homosexualität keine Krankheit, natürlich kann ich als Schwuler ein guter Christ, Muslim oder Jude sein. Es ist schön, dass Murtaza das so schreibt, aber es ist eigentlich auch eine Banalität. Viel wichtiger ist doch, dass die muslimischen Gemeinden ihren Gläubigen vermitteln, dass Anders-Sein Teil von Gottes Schöpfung ist und man natürlich gemeinsam essen, feiern und beten kann und soll. Sicher, auch die christlichen Kirchen haben hier einen langen Weg zurückgelegt, und auch heute noch gibt es große innerkirchliche Vorbehalte gegen die Gleichberechtigung von Mann und Frau oder von Schwulen und Lesben. Die muslimischen Gemeinden in Deutschland müssen sozusagen den Turbo einlegen und nachholen, wofür andere Jahrzehnte gebraucht haben. Das ist sicher nicht einfach, birgt aber auch große Chancen.

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Zusammenstöße bei Protest gegen Kirchenverkauf im Westjordanland

Israelische Sicherheitskräfte haben am Samstag eine palästinensische Demonstration gegen den Verkauf von Kircheneigentum an israelische Siedler unterbunden. Wie palästinensische Medien am Samstagabend berichteten, wurde der griechisch-orthodoxe Erzbischof Atallah Hanna dabei kurzzeitig festgenommen und in Jerusalem verhört. Bei Zusammenstößen zwischen israelischen Soldaten und Demonstranten wurden laut Bericht mehrere Demonstranten leicht verletzt.


kathweb

Bild:  phhesse/flickr
Bild: phhesse/flickr

Der Protest richtete sich den Angaben zufolge gegen israelische Baupläne. Die Demonstranten forderten den Schutz des Gebäudekomplexes zwischen Bethlehem und Hebron, der von einer Siedlerorganisation erworben wurde und zu Wohnungen für etwa 20 Familien umgebaut werden soll. Israels Verteidigungsminister Mosche Ya’alon genehmigte die Arbeiten unterdessen. Bei dem Kirchenkomplex handelt es sich um acht Gebäude des amerikanischen Missionars Thomas Lamby aus den 1950er Jahren, die unter anderem als Tuberkulosekrankenhaus und als presbyterianische Kirche sowie später als Hostel genutzt wurden.

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Mehrheit glaubt: CDU rückt von christlich-konservativen Werten ab

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Die Mehrheit der Deutschen glaubt, dass die CDU unter Angela Merkel nach links gerückt ist.


evangelisch.de

Laut einer Emnid-Umfrage für “Bild am Sonntag” sind 53 Prozent der Ansicht, dass die CDU heute weniger als früher christlich-konservative Werte vertritt. Nur 23 Prozent meinen, dass sie es in gleichem Maße tut. Sechs Prozent finden, die vor 70 Jahren gegründete CDU sei heute konservativer als früher.

Knapp zwei Drittel der Bundesbürger sehen diese Entwicklung positiv, wie “Bild am Sonntag” weiter berichtet. 64 Prozent gaben an, die Partei habe sich unter der Bundeskanzlerin und Parteivorsitzenden Angela Merkel zum Vorteil verändert. 20 Prozent sehen eine Verschlechterung. Unter den Unions-Anhängern begrüßen sogar 91 Prozent die neue Linie.

Dodo Hahne: Wo Christliches drauf steht, muss es auch drin sein

Peter Hahne forderte bei Ökumenischen Medientagen dazu auf, die Botschaft der Bibel mutiger und offensiver weiterzusagen. Der christlichen Publizistik gehe es umso besser, je mehr sie bei ihrer Sache bleibe.


kath.net

800px-Peter_Hahne1Ein Erfolgsrezept für christliche Publizisten ist: Wo Christliches drauf steht, muss es auch drin sein. Diese Ansicht vertrat der ZDF-Moderator Peter Hahne (Berlin) bei den 1. Ökumenischen Medientagen, die vom 24. bis 26. Juni in Berlin stattfinden. Veranstalter der Tagung unter dem Motto „Fürchtet euch nicht, christliche Medien haben Zukunft“ sind der Katholische Medienverband sowie die Vereinigung Evangelischer Buchhändler und Verleger. Hahne forderte dazu auf, die Botschaft der Bibel mutiger und offensiver weiterzusagen. Der christlichen Publizistik gehe es umso besser, je mehr sie bei ihrer Sache bleibe. Hahne verwies auf eine Aussage des Apostels Paulus: „Ich schäme mich des Evangeliums von Jesus Christus nicht, denn es ist eine Kraft Gottes“ (Römer 1,16). Die biblische Botschaft habe Sprengkraft. Nach seiner Erfahrung gingen fromme Veröffentlichungen „weg wie warme Semmeln“.

Die Redaktionsleiterin der Beilage „Christ und Welt“ in der Wochenzeitung „Die Zeit“, Christiane Florin (Bonn), sagte, christliche Journalisten und Verleger sollten aufregend, frei und experimentierfreudig sein. Auch Jesus sei weder konfliktscheu noch langweilig. Er sei auch kein Zensor gewesen und habe keine Angst vor Kritik gehabt. Entsprechend sollten auch christliche Journalisten und Verleger aufregend, frei und experimentierfreudig sein.

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Freikirchen schrumpfen auch in den USA

Die USA sind eine tiefreligiöse, christlich geprägte Nation. Nirgends sonst leben so viele Christen. Und wohl in keinem andern Land wird die Religionsfreiheit so sehr beachtet und geschützt. Dies ist mit ein Grund, weshalb selbst die Sekte Scientology jahrzehntelang als seriöse Glaubensgemeinschaft betrachtet wurde.


Von Hugo Stamm|Tages Anzeiger Blogs

us_flagge_bibel_kreuzDie Dichte an Freikirchen ist eines der besonderen Merkmale der USA. Im Wahlkampf kommt kein Präsidentschaftskandidat darum herum, um die Gunst der frommen Christen zu buhlen. Doch nun erreicht der Zeitgeist auch Amerika: Die christlichen Kirchen verlieren zunehmend Mitglieder, die Zahl der Nichtgläubigen wächst rasch. In den USA verstärkt sich der Trend, der in Europa schon länger zu beobachten ist: Glauben und Religion verlieren an Bedeutung, die Tendenz zur Säkularisierung nimmt zu.

Dies bestätigt eine Studie des amerikanischen Pew Research Centers, das 35’000 Amerikaner befragt hat. Bekannten sich 2007 noch 78,4 Prozent zum christlichen Glauben, sind es heute nur noch 70,6 Prozent. Dies ist zwar immer noch ein hoher Wert, doch der Einbruch ist dramatisch. Vor allem auch, weil die meisten Abtrünnigen religiös erzogen wurden und sich als Erwachsene in einem bewussten Prozess vom Glauben abwandten, also agnostisch oder atheistisch wurden. (In Europa werden viele Kinder nicht mehr religiös erzogen, weshalb die Zahl der Ungläubigen besonders rasch wächst.)

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Zeitung: Antisemitische Passage im “dtv-Atlas Weltgeschichte”

Der “dtv-Atlas Weltgeschichte” muss wegen einer rassistischen und antisemitischen Passage überarbeitet werden.


evangelisch.de

Wie das “Hamburger Abendblatt” in seiner Samstagsausgabe berichtet, hat der Deutsche Taschenbuch Verlag eingeräumt, dass ein seit 1966 in 42 Auflagen gedruckter Absatz “peinlich und rassistisch” sei. In der für November 2015 geplanten Neuauflage werde der Passus korrigiert, kündigte das Lektorat des Verlages an. Darin ist in Zusammenhang mit der rechtlichen Gleichstellung von Juden im 19. und 20. Jahrhundert von deren “Wirtsvölkern” die Rede.

“Wirtsvölker” ist einer von vielen ursprünglich aus der Biologie stammenden Begriffe, die von Nationalsozialisten und anderen Rassisten für ihre antisemitische Ideologie missbraucht wurden. Biologen sprechen von “Wirtsvölkern”, wenn Parasiten zum Beispiel Bienen befallen. Nazi-Ideologen wandten den Terminus auf Juden an, die “parasitär” und “auf Kosten des (deutschen) Wirtsvolkes” leben würden.

Syrische Grenzstadt: Kurden vertreiben IS aus Kobane

Mehr als 170 Zivilisten sollen bei jüngsten Gefechten zwischen der IS-Terrormiliz und kurdischen Einheiten in Kobane getötet worden sein. Nun haben die Kurden die Grenzstadt wieder unter ihre Kontrolle gebracht.


SpON

Kurden Wachturm, Bild:derStandard.at
Kurden Wachturm, Bild:derStandard.at

Nach dem Überraschungsangriff der Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS) haben kurdische Einheiten die Angreifer zurückgeschlagen und Kobane wieder unter ihre Kontrolle gebracht. Die Gefechte in der nordsyrischen Grenzstadt hätten aufgehört; kurdische Kämpfer durchsuchten die Viertel nach Dschihadisten. Das berichtet die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Zuvor hatte ein Sprecher der kurdischen Einheiten noch von Kämpfen um ein Krankenhaus am Stadtrand berichtet. Dort sollen sich Extremisten verschanzt haben. Nach Angaben der Menschenrechtler waren während der Gefechte der vergangenen Tage 174 Zivilisten getötet worden.

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US official: Many concerns about Iran deal based on ‘myth’

Barack Obama (right) speaking to advisers Tony Blinken (foreground), and Ben Rhodes (background), regarding the Iran nuclear deal, on Sunday, November 24, 2013. (Pete Souza/White House)
Antony Blinken warns against keeping interim arrangement with Tehran as alternative to comprehensive agreement


By Rebecca Shimoni Stoil|The Times of Israel

Deputy Secretary of State Antony Blinken heralded the “unprecedented inspections” currently underway in Iran under the interim nuclear agreement, and challenged opponents of a nuclear deal to come up with a better alternative to any comprehensive agreement reached by the P5+1 member states during a Friday afternoon keynote speech.

“We have negotiated, of course, an interim agreement with Iran that froze and in some places rolled back its nuclear program with unprecedented inspections, with the possibility of a comprehensive solution now before us,” Blinken told the audience at the Center for New American Security’s annual conference.

Blinken, who served as the administration’s point man for Iran talks before a number of Congressional hearings, gave a broad overview of the US’s positions and challenges worldwide, ranging from the world’s growing refugee population to the administration’s efforts to pivot foreign policy towards east Asia.

Less than a week before the deadline to reach a comprehensive agreement, Blinken also sought to calm concerns regarding key aspects of the impending deal.

Blinken reiterated administration assertions that “the deal we’re working towards will close each of Iran’s four pathways toward fissile material” – the uranium enrichment at Natanz and Fordo, the plutonium plant at Arak, and any covert path that Tehran could pursue toward acquiring fissile material.

Arguing that “many [concerns about the deal] are based much more on myth than on fact,” Blinken said that the US demands that a deal “must include monitoring and intrusive transparency measures.”

He dismissed warnings that the deal contains a sunset clause – that Iran will be free to pursue a full-scale industrial uranium enrichment program after a decade of intense monitoring.

“The deal will not expire,” he said, reiterating a point he made in early June during the annual meeting of the American Jewish Committee. “There will not be a so-called sunset.” Blinken cited as proof the fact that even after the most stringent terms of a deal expire, Iran will still be required to meet the obligations of the NPT and other anti-proliferation regimes.

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Asylberechtigte: Nicht die Kirche, sondern der Staat muss zahlen

Damit Flüchtlinge aus Syrien Asyl erhalten, verpflichtet sich die Kirche zu Unterhaltszahlungen. Doch wenn Asyl gewährt wird, muss der Staat für den Unterhalt aufkommen, urteilt ein Sozialgericht.


DIE WELT

justiz_grossEine evangelische Kirchengemeinde muss nach einem Gerichtsbeschluss nicht für anerkannte Flüchtlinge aus Syrien aufkommen, obwohl sie sich zuvor für deren Unterhalt verpflichtet hatte. Nach der Entscheidung des Sozialgerichts Detmold muss der Staat für das bedürftige Ehepaar zahlen, auch wenn die Kirchengemeinde Gütersloh zuvor eine Zahlungsverpflichtung eingegangen sei.

Da die Antragsteller als Asylberechtigte anerkannt seien, dürften ihnen staatliche Leistungen nicht verweigert werden, heißt es in dem am Donnerstag bekannt gegebenen Urteil vom 2. April. Die Kirchengemeinde begrüßte die Entscheidung. (Az: S 2 SO 102/15 ER)

Das Ehepaar, das im August 2014 nach Deutschland gekommen war, hatte Anfang des Jahres Asyl erhalten. Die von dem Ehepaar beantragte Sozialhilfe lehnte der Kreis Gütersloh ab. Nach Auffassung des Kreises war das Ehepaar nicht bedürftig, weil die Kirchengemeinde eine Zahlungsverpflichtung übernommen hatte.

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Homo-Ehe: US-Evangelikale und Katholiken fürchten um ihre Religionsfreiheit

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In den USA fürchten Katholiken und theologisch konservative Protestanten um die Freiheit ihrer Religionsausübung, nachdem das Oberste Gericht die „Homo-Ehe“ im ganzen Land zugelassen hat. Damit sind Gesetze einzelner Bundesstaaten, die die Ehe allein auf die Gemeinschaft von Mann und Frau beschränken, wirkungslos.


idea.de

In 36 von 50 Bundesstaaten war die „Homo-Ehe“ bereits zugelassen. Das Oberste Gericht fällte sein Urteil am 26. Juni mit fünf gegen vier Richterstimmen. Den Ausschlag gab der Katholik Anthony Kennedy. Er hatte in der Urteilsbegründung festgehalten, dass Bürger, die aus religiösen Gründen die „Homo-Ehe“ ablehnen, ihre Ansichten verkünden und lehren dürfen. Das bedeute aber nicht, dass sie sie auch ausleben dürften, betonte der Verfassungsrichter John Roberts, der die Minderheitsposition vertrat. So könnten religiöse Ausbildungsstätten ihre Steuerbefreiung verlieren. Sie dürften möglicherweise ihre Studentenwohnungen nicht mehr nur an heterosexuelle Ehepaare vermieten. Roberts fürchtet, dass jene US-Amerikaner, die am traditionellen Eheverständnis festhalten, jetzt ausgegrenzt werden. Dabei handele es sich beispielsweise um die rund 50 Millionen Bürger, die in den Bundesstaaten für die alleinige Ehe von Mann und Frau gestimmt haben.

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Komplizierte Glaubensfragen: Neue Götter

Religion war unter Mao in China verboten. Die Partei hatte dafür eine eigene Bibel. (Foto: Gino Begotti/ddp images)
China ist einerseits das atheistischste Land der Welt. Andererseits fragt keine Nation so hartnäckig nach Sinn und sucht so nach spiritueller Orientierung.


Von Kai Strittmatter|Süddeutsche.de

China ist ein Paradox, auch was den Glauben angeht. China ist das atheistischste Land der Welt. Stimmt. China ist das Volk mit den meisten Sinnsuchern, das Land, in dem die Religionen boomen. Stimmt auch.

Kulturrevolution: Der Staat schloss alle Tempel und Kirchen

Nirgendwo auf der Welt leben mehr Menschen, die von sich sagen, sie glaubten an keinen Gott. Umfragen belegen das immer wieder. Als die Firma WIN/Gallup International etwa vor zwei Jahren die Völker der Welt befragte, da bezeichneten sich 47 Prozent der Chinesen als überzeugte Atheisten. Dahinter kamen, mit weitem Abstand: Japaner, Tschechen, Franzosen. Der eine, offensichtliche Faktor ist dabei die Herrschaft der Kommunistischen Partei, die 1949 die Volksrepublik gründete und in den folgenden Jahrzehnten mit beispielloser Gründlichkeit und Grausamkeit daranging, alle Spuren von Religion auszumerzen. In den Jahren der Kulturrevolution, als dem ideologischen Irrsinn keinerlei Zügel mehr angelegt waren, schloss der Staat, von 1966 bis 1979, gar alle Tempel, Moscheen und Kirchen. Weltweit geschah das nur noch in Albanien, selbst die Sowjetunion unter Stalin hatte immer ein paar Hundert Kirchen offen gelassen. Diese schlimmen Jahre sind längst vorbei, die KP duldet Religion wieder, allerdings verlangt sie weiterhin die Unterwerfung der Religiösen unter ihre allumfassende Kontrolle.

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Religiotie: Homo-Ehe – ein Wetterleuchten der Endzeit

Das Weiße Haus feierte die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs mit Beleuchtung in Farben der Regenbogen-Flagge Foto: angela n., flickr | CC BY 2.0
Nach dem Urteil des Obersten US-Gerichts zur Homo-Ehe darf uns Amerika kein Vorbild mehr sein.


Von Uwe Siemon-Netto|pro Medienmagazin

Als ein „Signal der Apokalypse“ hatte Kirill I, Patriarch von Moskau, die gleichgeschlechtliche Ehe bezeichnet. Das war vor zwei Jahren, nachdem diese Absurdität in Frankreich Gesetz geworden war. Jetzt hat der Oberste Gerichtshof der USA entschieden, dass der Bund zwischen Mann und Mann oder Frau und Frau dem Gleichheitsgebot der Verfassung entspreche. Damit hat er die in den Konstitutionen einiger Bundesstaaten verankerte Definition der Ehe als Bund zwischen einem Mann und einer Frau für nichtig erklärt. Präsident Barack Obama pries dieses Urteil denn auch gleich als einen „Sieg für Amerika.“

Mir sei gestattet, ungeachtet des biblischen Verbotes jeglicher Spekulation über den Termin der Endzeit, kopfnickend des russischen Kirchenfürsten zu gedenken – oder des früheren anglikanischen Primas von Nigeria, Peter Akinola, der 2004 die Konsekration des Homosexuellen Gene Robinson zum Bischof von New Hampshire in den USA einen „satanischen Angriff auf die Kirche Gottes“ nannte.

Am Abend nach dem Richterspruch in Washington telefonierte ich mit bibeltreuen katholischen und protestantischen US-Theologen. Alle redeten wie Kirill oder Akinola in apokalyptischen Begriffen. Das klamme Gefühl, dass hier fünf von neun Bundesrichtern weltliches Recht über göttliche Schöpfungsordnungen gestellt hatten, vertieften sich noch durch Horrormeldungen, die zum gleichen Zeitpunkt aus drei anderen Teilen der Welt einliefen: In Frankreich enthauptete ein islamistischer Terrorist bei einem Angriff auf ein Gaswerk einen Transportunternehmer; in Tunesien brachten Islamisten in einer Hotelanlage 39 Menschen um; in Kuwait sprengte sich ein Islamist in einer schiitischen Moschee beim Freitagsgebet in die Luft und riss 25 Gläubige mit in den Tod. Mein Punkt ist hier: All dies waren blutige Zeichen des schier unaufhaltsam vordringenden Islamischen Staats, der das christliche Abendland für todgeweiht hält.

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Jede Art der Sterbehilfe verbieten?

Pro & Kontra: Bis Ende letzter Woche haben vier fraktionsübergreifende Parlamentariergruppen unterschiedliche Gesetzesvorschläge zur Sterbehilfe vorgestellt. Sie reichen von einem Totalverbot bis zu einer Liberalisierung der Beihilfe zum Suizid.


Von Peter Hintze|kath.net

todesspritzeWie man Sterbende in der letzten Phase ihres Lebens am besten begleitet, darüber gehen die Ansichten unter Politikern auseinander. Vier fraktionsübergreifende Parlamentariergruppen des Bundestages haben unterschiedliche Gesetzesvorschläge zur Sterbehilfe vorgestellt. Sie reichen von einem Totalverbot bis zu einer Liberalisierung der Beihilfe zum Suizid. Im November entscheidet der Bundestag, ob Ärzte unheilbar Kranken beim Sterben helfen dürfen. Selbst die CDU ist in dieser Frage gespalten. In einem Pro und Kontra für die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) nehmen die beiden CDU-Bundestagsabgeordneten Patrick Sensburg und Peter Hintze Stellung zur Frage „Sollte man jede Art der Sterbehilfe verbieten?“

PRO
Der Gesetzentwurf, den ich mit eingebracht habe, will neben der aktiven Sterbehilfe auch die assistierte Suizidbeihilfe verbieten, alle anderen Formen des Begleitens im Tod aber stärken. Der Entwurf will damit eine Begleitung bis in den Tod fördern und nicht die Beförderung in den Tod.

Damit möchten wir an dem festhalten, was der Grundsatz der Unantastbarkeit der Würde des Menschen gebietet.

Damit treffen wir eine klare Wertentscheidung: Grundsätzlich ist Suizidassistenz verboten, und nur in extremen Ausnahmefällen ist sie entschuldet. Die Höchststrafe „bis zu 5 Jahren“ wird nur in schlimmen Ausnahmefällen in Betracht kommen. Das entspricht der bisher gelebten Rechtsüberzeugung und ärztlichen Praxis. Dass der Gesetzgeber nun tätig wird, liegt nicht zuletzt an der Selbstanzeige des Berliner Arztes Uwe-Christian Arnold. Seit mehr als 20 Jahren versorgt er Menschen mit tödlich wirkenden Medikamenten, um einen vorzeitigen Tod herbeizuführen. Nach seinem Freispruch arbeiten fraktionsübergreifend einzelne Gruppen im Bundestag nun an entsprechenden Regelungen.

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Religion weltweit: Nichtgläubige werden weniger

Mit der steigenden Weltbevölkerung wachsen sowohl das Christentum als auch der Islam – allerdings nicht in Europa.


Die Presse

Foto: brightsblog
Foto: brightsblog

Die Religion wird nicht verschwinden. Im Gegenteil. Weltweit werden die großen, institutionalisierten Glaubensrichtungen sogar zulegen. Wie eine aktuelle Studie des renommierten Pew Research Center ergeben hat, wird der Anteil der Menschen, die einer Religion angehören, steigen. Von geschätzten 9,3 Milliarden Menschen im Jahr 2050 sollen demnach nur 1,2 Milliarden keiner Religionsgemeinschaft angehören – was 13 Prozent der Weltbevölkerung entspricht.

Zum Vergleich: Im Jahr 2010 waren es bei 6,9 Milliarden Menschen noch 1,1 Milliarden – also noch 16 Prozent. Und glaubt man den Prognosen des Think Tanks aus Washington, wird sich das Gewicht der Weltreligionen deutlich verschieben – vor allem, weil der Islam in den kommenden vier Jahrzehnten massiv wachsen wird, stärker als alle anderen großen Religionen.

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“Philosemitismus ist keine Antwort auf die Probleme in Nahost”

Gespräch mit Rolf Verleger über Israelkritik zwischen Antisemitismus und Menschenrechtsidee
Eine soeben unter dem Titel “Israelkritik zwischen Antisemitismus und Menschenrechtsidee. Eine Spurensuche” veröffentlichte Untersuchung des inzwischen emeritierten Professors für Psychologische Methodenlehre und Friedensforschung, Wilhelm Kempf, geht der Frage nach Erscheinungsformen und Ausprägungen des Antisemitismus im Lande nach – und kommt zu überraschenden Ergebnissen. Telepolis sprach hierzu mit Rolf Verleger, der Kempfs von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstütztes Projekt als wissenschaftlicher Berater begleitet hat.


Von Jens Wernicke|TELEPOLIS

Rolf Verleger, Bild: heise.de

Herr Verleger, über den Antisemitismus im Land wird viel diskutiert und publiziert. Unlängst forderte Israels Premier Netanjahu die europäischen Juden sogar dazu auf, um ihrer eigenen Sicherheit Willen nach Israel auszuwandern. Es scheint also schlimm bestellt zu sein um die “Judenfeindlichkeit” der Europäer im Allgemeinen und der Deutschen im Besonderen – so schlimm wie seit vielen Jahrzehnten nicht mehr?

Rolf Verleger: Ach, Netanjahu … er spielt sich als Problemlöser auf; dabei ist Israel doch wesentlicher Teil des Problems.

Nein, Vorurteile gegen Juden wie auch gegen Muslime, Ausländer und alles, was irgendwie anders ist, bestehen in Deutschland wie in anderen Ländern stabil in einem Segment der Gesellschaft. Damit kann man einigermaßen leben, solange die große Mehrheit der Bevölkerung, Medien und Politik für Menschenrechte eintreten und zudem glaubhaft bedauern, was Deutschland unter Hitler angerichtet hat.

Daran hat sich in den letzten Jahrzehnten nichts geändert. Das war kurzzeitig Anfang der 90er anders, als das Asylrecht abgeschafft wurde, es die Pogrome in Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen gab, die Familien Genç und Arslan in Solingen und Mölln und die Asylbewerber in der Lübecker Hafenstraße durch Brandstiftung starben und auch die Lübecker Synagoge angebrannt wurde.

Nichts dergleichen spielt sich heutzutage ab. Dies ist kein Anwachsen von Fremdenhass, sondern ein Einfordern von Menschenrechten. Denn was sich geändert hat, ist die Einstellung zu Israel. Das deutsche Bedauern der Nazi-Verbrechen und Abgrenzen vom “Dritten Reich” umfasste in der Vergangenheit wie selbstverständlich eine Unterstützung Israels.

In den letzten Jahren wird wegen Israels hemmungsloser Unterdrückung der Palästinenser aber immer offensichtlicher, dass Unterstützung von Menschenrechten und Unterstützung Israels nicht zusammenpassen. Mangels besserer Argumente unterstellt jetzt die Israel-Lobby den Leuten “Antisemitismus”, wenn sie sich gegen Israel auf die Seite der Menschenrechte und der unterdrückten Palästinenser stellen.

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