Weltkirchenrat dringt auf Ende der israelischen Besetzung

Schweden, Freiheit für Palästina, Bild: BB
Schweden, Freiheit für Palästina, Bild: BB
Der Weltkirchenrat will sich für eine gewaltfreie Beendigung der israelischen Besetzung der Palästinensergebiete starkmachen. Dabei könnten auch wirtschaftliche Mittel eingesetzt werden, erklärte der Zentralausschuss des ökumenischen Dachverbandes zum Ende seiner Sitzung in Trondheim.

evangelisch.de

Um einen dauerhaften Frieden zwischen Israelis und Palästinensern zu erreichen, müsse vor allem der Dialog gefördert werden. Der Zentralausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) erinnerte daran, dass sich 2017 der Beginn der Okkupation zum 50. Mal jähre. Eine internationale ökumenische Konferenz im Jahr 2017 solle sich für eine dauerhafte politische Lösung des Konflikts einsetzen. Auch sollten sich die Mitgliedskirchen für eine weitere Präsenz der Christen im Nahen Osten starkmachen.

Das Heilige Land sei die Wiege des Christentums, heißt es in der Erklärung. Ferner beschloss der Zentralausschuss, dass die Auslandsbischöfin der Evangelischen Kirche in Deutschland, Petra Bosse-Huber, Mitglied im Exekutivkomitee bleiben wird. Insgesamt seien elf neue Mitglieder in das Exekutivkomitee gewählt worden, das die strategische Ausrichtung und die Programmarbeit des ÖRK überwacht und das Budget verabschiedet. Die Amtszeit der insgesamt 24 Mitglieder dauert etwa vier Jahre.

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Neues „kooperatives Verhältnis“ zwischen Staat und Kirche – brauchen wir das?

Satire-Cartoon: Staat und Kirche im Bett
Satire-Cartoon: Staat und Kirche im Bett
Das ist das Thema der Gegensprechanlage am 29.06.2016 zwischen 21 und 22 Uhr auf UKW 92.4 sowie über DAB+ und Livestream

LORA 92.4 Radio

Zu Gast im Studio ist Ulrike Gote von den Grünen, bayrische Landtags-Vizepräsidentin, u.a. hochschul-, medien- und religionspolitische Sprecherin der Grünen im Bayerischen Landtag, im Landeskomitee der Katholiken.

Mit ihr diskutiert Moderator Wolf Steigenberger,  Kurator der Giordano-Bruno-Stiftung und Verfechter der strikten Trennung von Staat und Kirche über folgende Themen:

  • Der Entwurf für das neue Positionspapier der Grünen mit Vorschlägen zum Verhältnis Staat/Kirche
  • Wollen wir die komplette, laizistische Trennung von Staat und Kirche? Also „Kein besonderes Recht für keine Kirche“?
  • Viele Rechte für alle Kirchen, also eine „privilegierte Partnerschaft“ für alle Kirchen?
  • Soll der Staat auch Islam- und jüdischen Religionsunterricht und für andere Glaubensgemeinschaften bezahlen? Und wo wäre die Grenze? Beim fliegenden Spaghetti-Monster?
  • Gehören die Kirchen in Ethik- und Rundfunk-Räte?
  • Brauchen die Kirchen ein besonderes Arbeitsrecht?

Im Gegensatz zur  Gegensprechanlage vor zwei Wochen  am 15.6. zum selben Thema (Studiogästin war u.a. Nicole Britz,  Landesvorsitzende der Piraten in Bayern) wird es diesmal aufgrund der sehr unterschiedlichen Positionen von Moderator und Studiogästin konträr zugehen. Wer sich zum Thema eine Meinung bilden möchte, wird hier die beiden Extreme der Argumentation finden, Spannung garantiert am Mittwoch 29.06.2016  zw. 21 und 22 Uhr

Die Aufzeichnung der Diskussion wird wiederholt am Do. um 4 und 10 Uhr sowie am Sonntag um 10 Uhr  über DAB+ und Internet

UN-Berichterstatter Bielefeldt: Keine Religions- ohne Meinungsfreiheit

Heiner Bielefeldt, Podium, 2011. Bild: brightsblog
Heiner Bielefeldt, Podium, 2011. Bild: brightsblog
Der UN-Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit Heiner Bielefeldt sieht einen engen Zusammenhang von Meinungs- und Religionsfreiheit.

kathpress

Wer autoritär ein Verbot von Religionskritik fordere, stelle das Menschenrecht der Religionsfreiheit auf den Kopf, schreibt der deutsche Menschenrechtsexperte in einem Gastbeitrag für die Juli-Ausgabe der „Herder Korrespondenz“. Er sehe derzeit insbesondere im Islam das „Missverständnis“, Religionen könnten als solche gegen als verletzend empfundene Karikaturen oder jede Kritik geschützt werden. Derzeit „mehrten sich die Anzeichen“, so Bielefeldt weiter, dass muslimische Organisationen, aber auch Russland versuchen wollten, den Kampf gegen Religionskritik und Blasphemie in die Gremien der Vereinten Nationen zu tragen.

Aus der Religionsfreiheit als Freiheitsrecht der Menschen in den vielfältigen Fragen religiösen Glaubens und religiöser Praxis dürfe kein autoritativer „Ehrschutz“ für bestimmte Religionen werden. Strafrechtlich bewehrte Blasphemieverbote schränkten nicht nur die Meinungsfreiheit unverhältnismäßig ein, sondern bedrohten typischerweise auch religiöse Minderheiten, warnt Bielefeldt. Dies lasse sich an Beispielen aus aller Welt demonstrieren. Religionsfreiheit sei überdies „kein Privileg der Frommen“. Es komme letztlich auch Religionskritikern, Dissidenten und Skeptikern zugute.

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Zwischen Naturglaube und Christentum

Island. Bild: ©Alex Akesson.
Island. Bild: ©Alex Akesson.
Egal ob an Elfen, Trolle oder Jesus – in Island ist der Glaube weit verbreitet. Doch obwohl heidnische Volkssagen als touristische Attraktion angepriesen werden, sind sie für die Isländer eher weniger spektakulär. Ihr Interesse gilt vielmehr dem Christentum.

Von Luisa Heß | evangelisch.de

Dampfende Geysire, weite, verlassene Landstriche, schroffe Vulkanformationen: Die isländische Landschaft bietet viel Raum für Mystik und Fantasie. Kein Wunder, dass sich einige Isländer auch im Glauben an Elfen und Trollen verwurzelt fühlen. Tatsächlich spielt diese Überzeugung in dem dünn besiedelten Land aber eine eher untergeordnete Rolle: „Der Elfenglaube wurde in den vergangenen Jahren immer mehr durch den Tourismus hervorgehoben – eigentlich ist er aber gar nicht so präsent“, sagt Sverrir Schopka, Vorsitzender, der deutsch-isländischen Gesellschaft in Köln. Wichtiger sei den Isländern hingegen der christliche Glaube.

„Der Glaube spielt in Island eine große Rolle“, sagt Schopka: „Der Hauptteil der Isländer ist evangelisch.“ Tatsächlich sind mehr als drei Viertel der 328.000 Einwohner Islands Mitglied in der evangelisch-lutherischen Kirche (76 Prozent). Die Glaubensgemeinschaft selbst geht derzeit von rund 243.000 Mitgliedern aus. Seit dem 17. Juni 1944 ist die evangelisch-lutherische Kirche als Staatsreligion in der Verfassung der Republik festgelegt.

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Bullshistic digital: Seelsorge über Whatsapp

Themenbild. Bild: radiodejesus.com
Themenbild. Bild: radiodejesus.com
Der württembergische Pfarrer Christian Tsalos hat eine „Whatsapp-Seelsorge“ ins Leben gerufen.

evangelisch.de

„Wir können als Kirche die Leute nicht zu alten Kommunikationsformen zwingen, wenn sie bereits neue Formen verwenden“, sagte er dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Heimsheim bei Pforzheim. Seine Whatsapp-Nummer steht auf der von ihm reservierten Internetseite http://www.whatsappseelsorge.de. Wer Rat zu Leben und Glauben braucht, könne sich über diesen Kanal an den Gemeindepfarrer wenden.

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Verfassung, wie hast du’s mit der Religion?

Carlin_Religion

Die AfD-Forderung nach einem muslimischen Bekenntnis zum Grundgesetz ist verfassungswidrig, aber die Militärseelsorge wohl auch. Der Jurist Hans Markus Heimann erklärt das Religionsverfassungsrecht.

Von Matthias Kamann | DIE WELT

In der AfD hält man den Islam für eine verfassungswidrige politische Ideologie. Deshalb, so die Rechtspopulisten, müssten sich hiesige Muslime zum Grundgesetz bekennen, bevor ihnen das Recht auf volle Glaubensausübung zuzuerkennen sei. So unsicher die These zur Verfassungswidrigkeit des Islam ist, so fest steht, dass die AfD-Forderung nach einem muslimischen Bekenntnis zum Grundgesetz ihrerseits grundgesetzwidrig ist.

Denn wie der Staatsrechtler Hans Markus Heimann feststellt, bedeutet die im Grundgesetz garantierte Religionsfreiheit, „ein religiöses Weltbild haben zu können, das der freiheitlich-demokratischen Rechtsordnung widerspricht“. Zwar sind natürlich geltende Gesetze einzuhalten. Aber ein Glaube ist auch dann geschützt, wenn dessen Lehren nicht verfassungskonform sind.

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Warnung vor dem falschen Luther-Bild

Bild: mdr.de
Bild: mdr.de

Bitte ohne Hammer: Wissenschaftler warnen davor, zum Reformationsjubiläum falsche Bilder von Luther zu verbreiten und ihn für politische Botschaften zu instrumentalisieren.

Von Claudia Keller | DER TAGESSPIEGEL

Der Hammer gehört mittlerweile zu Martin Luther wie der Streusel zum Kirschkuchen. In Filmen und auf Gemälden schlägt er mit dem Hammer seine Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg. Den Playmobil-Reformator zum 500. Jubiläum 2017 gibt es mit Buch und mit Hammer, auch der Reformator aus dem Hause Lego hämmert. Und die Bundesregierung wirbt mit einer dreifachen Hammer-Symbolik für die drei nationalen Groß-Ausstellungen zum Reformationsjubiläum 2017. „www.3xhammer.de“ heißt die entsprechende Internetseite.

Doch den hämmernden Martin Luther hat es wahrscheinlich gar nicht gegeben. Es ist schon fraglich, ob seine 95 Thesen überhaupt an der Tür der Wittenberger Schlosskirche hingen und wenn ja, ob Professor Luther sie selbst dort angebracht hat. Vermutlich hat er eher den Universitäts-Pedell dafür losgeschickt. Über 300 Publikationen konnten die Frage, ob es den Thesenanschlag gegeben hat, bis heute nicht eindeutig beantworten. Und nun stellt der Historiker Daniel Jütte auch noch den Hammer infrage.

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EKD distanziert sich von Luthers Abgrenzungen gegenüber dem Islam

Lutherjahr

Die reformatorischen Abgrenzungen gegenüber dem Islam können nicht ohne Weiteres in die Gegenwart übertragen werden. Diese Ansicht vertritt die Konferenz für Islamfragen der EKD in einem Impulspapier mit dem Titel „Reformation und Islam“. Es wurde im Vorfeld des 500-jährigen Reformationsjubiläums 2017 veröffentlicht. Wie es darin heißt, muss das Verhältnis zwischen evangelischer Kirche und Islam neu bestimmt werden.

kath.net

Zwar seien die fünf Kerneinsichten der Reformation – solus Christus (allein Christus), sola gratia (allein aus Gnade), solo verbo (allein im Wort), sola scriptura (allein aufgrund der Schrift) und sola fide (allein durch den Glauben) – bis heute gültig.

Allerdings müsse etwa mit Blick auf das „solus Christus“ gefragt werden, „wie die darin zum Ausdruck gebrachte Exklusivität Jesu Christi in einer religiös pluralen Gesellschaft so zum Ausdruck gebracht werden kann, dass sie im Dialog nicht als anmaßend oder überheblich wahrgenommen wird“.

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Harvard-Forscherin: Fragment über „Ehefrau Jesu“ vermutlich gefälscht

Papyrus-Fragment "Evangelium der Ehefrau Jesu" (Bild: Karen L. King/HDS)
Papyrus-Fragment „Evangelium der Ehefrau Jesu“ (Bild: Karen L. King/HDS)
War Jesus verheiratet? Die US-amerikanische Wissenschaftlerin Karen King von der Harvard Universität (Cambridge, Bundesstaat Massachusetts) hatte 2012 ein in koptischer Sprache verfasstes Schriftstück präsentiert, das den Satz enthielt „Jesus sagte zu ihnen: ,Meine Ehefrau’.“

kath.net

Journalisten interpretierten dies als Hinweis darauf, dass Jesus eine sexuelle Beziehung zu Maria Magdalena gehabt haben könnte. King war bislang der Meinung, dass das Schriftstück echt und 1.200 Jahre alt sei. Jetzt musste sie aufgrund von Recherchen des Magazins „The Atlantic“ (Washington) zugeben, dass es sich sehr wahrscheinlich nicht um ein Original handelt. Die Recherchen des Magazins hätten ergeben, dass die Dokumente zum Nachweis der Herkunft des Papyrus scheinbar gefälscht seien.
Papyrus-Besitzer gründete Internetseiten mit pornografischen Inhalten

Unklar war bislang, wie das Schriftstück nach Cambridge gelangte. King hatte über seinen Besitzer nie berichtet, weil die Person ihren Angaben zufolge unerkannt bleiben wollte. Laut „The Atlantic“ handelt es sich dabei um den in Florida lebenden 50-jährigen Walter Fritz. Er soll in Süddeutschland aufgewachsen sein und an der Freien Universität Berlin Ägyptologie studiert, aber keinen Abschluss gemacht haben.

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Impulspapier „Kirche der Freiheit“: Mit viel Pathos falsche Ziele gesetzt?

Statt des erhofften Wachstums ist die Quote der Besucher von evanglischen Gottesdiensten auf 3,5 Prozent gesunken. (picture alliance / dpa/ Julian Stratenschulte)
Neoliberaler Zeitgeist durchzog das Papier „Kirche der Freiheit“, mit dem die EKD vor zehn Jahren Aufbruchsstimmung verbreiten wollte. Doch das Experiment mit Trau- und Taufquoten, Qualitätsmanagement und Benchmarking ging gründlich schief, sagen Kritiker.

Von Michael Hollenbach | Deutschlandradio Kultur

Zu den schärfsten Kritikerinnen des Impulspapiers „Kirche der Freiheit“ zählt Isolde Karle. Die Bochumer Theologieprofessorin moniert, dass die Spitze der EKD mit viel Pathos falsche Ziele gesetzt habe:

„Wir wachsen gegen den Trend, wir machen ganz tolle Reformen, es gibt einen Paradigmenwechsel und einen Mentalitätswechsel – das sind alles Dinge, die eine Organisation gar nicht entscheiden kann. Was eine Organisation entscheiden kann, das sind eben Strukturveränderungen, aber nicht das, was in den Köpfen der Leute vorgeht, und schon gar nicht den Glauben.“

Surfen auf der neuen Welle der Religiosität

Thies Gundlach, einer der Autoren des Impulspapiers und heute Vizepräsident im Kirchenamt der EKD, beschreibt die damalige Hoffnung:

„Wir hatten alle das Gefühl, es ist eine Aufbruchszeit, die Wiederkehr der Religionen führt dazu, dass unsere Gemeindeangebote neuen Wind unter die Flügel kriegen, dass wir auf dieser Welle surfen können.“

Deshalb die Vision, gegen den Trend wachsen zu können:

„Das war sicherlich eine zu euphorische Formel, die auch entmutigt hat, das glaube ich auch. Insofern würde ich diese Formel auch nicht noch mal nehmen.“

Thies Gundlach räumt ein, dass man die gesellschaftliche Debatte damals falsch eingeschätzt habe:

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Seemannsmission: Seeleute leiden unter Flüchtlingssituation

Seit Beginn des Jahres sind Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben. dpa
Seit Beginn des Jahres sind Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben. dpa
Die Generalsekretärin der Deutschen Seemannsmission, Heike Proske, hat zum internationalen „Tag des Seefahrers“ am Sonntag mehr Wertschätzung und Unterstützung für die weltweit rund 1,6 Millionen Seeleute gefordert.

evangelisch.de

Die Generalsekretärin der Deutschen Seemannsmission, Heike Proske, hat zum internationalen „Tag des Seefahrers“ am Sonntag mehr Wertschätzung und Unterstützung für die weltweit rund 1,6 Millionen Seeleute gefordert. Die psychischen Belastungen durch die Flüchtlingskrise im Mittelmeer und in Südostasien wirkten sich auf die Handelsschifffahrt ebenso aus wie die Piraterie, sagte die evangelische Pastorin am Samstag in Bremen, dem Sitz der Deutschen Seemannsmission. Die Männer und Frauen auf See stünden im Zentrum der Globalisierung und seien täglich mit ihren Folgen konfrontiert.

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Religiöse Rechte erwärmt sich für Trump

© Bild: picture alliance / AP Photo
Es sollte so etwas wie ein Kennenlern-Treffen für konservative Evangelikale mit dem designierten Präsidentschaftskandidaten der Republikaner sein. Um ihm einen weiten Weg zu ersparen, lud die Gruppe „United in Purpose“ in die Nachbarschaft Trumps am Times Square ein. Nicht gerade ein typischer Versammlungsort strenggläubiger Protestanten, die sich eher im Bibelgürtel der USA zu Hause fühlen.

Von Thomas Spang | katholisch.de

So bekamen die rund 1.000 Teilnehmer der Versammlung ganz nebenbei einen Eindruck vom Umfeld, aus dem Donald Trump stammt. Franklin Graham, Sohn des Erweckungspredigers Billy Graham, sprach die Vorbehalte einiger Konservativer direkt an, als er sich zu den persönlichen Schwächen des bereits zweimal geschiedenen Immobilien-Tycoons äußerte.

„Niemand von uns ist perfekt“, warb der Pastor um Nachsicht für die wenig vorbildliche Lebensweise des Kandidaten. „Es gibt nur einen, der es ist: unser Herr Jesus Christus. Aber der tritt nicht für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten an.“

Harte Linie gegen Abtreibung und LGBTI-Rechte

Wichtiger scheint Graham und anderen Führern der religiösen Rechten, die das Treffen organisiert haben, dass Trump ihnen verspricht, was sie hören wollen: steuerliche Vorteile für Kirchen, die Möglichkeit, von der Kanzel aus für politische Inhalte zu werben, und eine harte Linie gegen Abtreibung und LGBTI-Rechte (Homo-, Bi-, Trans-, und Intersexuelle).

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Berliner Luther-Denkmal auf den Weg gebracht

Foto: epd-bild/Alexander Baumbach. bearb.: bb
Foto: epd-bild/Alexander Baumbach. bearb.: bb
Die Neugestaltung des historischen Luther-Denkmals an der Berliner Marienkirche am Alexanderplatz ist einen entscheidenden Schritt vorangekommen.

evangelisch.de

Bei einem offenen Ideenwettbewerb entschied sich das Preisgericht für einen Entwurf des Berliner Künstlers Albert Weis und des Architekturbüros Zeller und Moye aus Mexico City. Der Berliner evangelische Bischof Markus Dröge würdigte am Freitag bei der Präsentation die eingereichten Entwürfe als „anregende Diskursimpulse“.

Ziel des Wettbewerbs sei eine künstlerisch-architektonische Neuinterpretation der Person Martin Luthers anlässlich des 500. Reformationsjubiläum im kommenden Jahr gewesen. Die Entwürfe können bis zum 10. Juli täglich zwischen 10 und 18 Uhr in der Marienkirche besichtigt werden.

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Frühsexualisierung und antihomosexuelle Propaganda

Bild: bpb.de
Bild: bpb.de
Der Kollege Alexander Wallasch ist auf die antihomosexuelle Propaganda (denn darum geht es tatsächlich) bei der WELT und von Birgit Kelle, die darauf spezialisiert ist, hereingefallen – und beruft sich auch noch auf das ominöse Internetorgan „gaystream“, des längst als Rechtspopulisten enttarnten David Berger. Berger hat sich inzwischen an ausgesprochene Gegner der Gleichstellung Homosexueller heran geschmeichelt, wenn es nur seinem Feldzug gegen die LGBT-Emanzipationsbewegung nützt.

Von Wolfgang Brosche | DIE KOLUMNISTEN

Vor einem Jahr schrieb ich für meinen Blog „Gespräche über Pflaumenbäume“ diesen Beitrag. Ich habe ihn für diese Gelegenheit auf den neuesten Stand gebracht.

Das Gespenst der Frühsexualisierung

Der bildungspolitische Sprecher der CDU in Thüringen hat im vergangenen Jahr der rot-rot-grünen Landesregierung in einer Presseerklärung vorgeworfen, daß die Berücksichtigung von LGBT-Themen im Thüringer Bildungsplan bis 18 Jahren „problematisch“ sei. Tichner warnte die Regierung davor, die Sexualerziehung „über die Köpfe der Eltern“ hinweg zu entscheiden. Die würden nämlich eine „zu frühe Sexualisierung ihrer Kinder“ befürchten.

Was ist das eigentlich „Frühsexualisierung“ – ein Begriff, den man seit den Demonstrationen gegen den Bildungsplan in Baden-Württemberg immer wieder von „besorgten Eltern“, der „Demo für Alle“, zu deren Umfeld auch Birgit Kelle gehört, und von religiös und äußerst rechts orientierten Figuren und Organisationen hört.

Bitte mal rasch googlen – man wird erfahren, daß es sich weder um einen Begriff aus der Psychologie, noch der Sexualwissenschaft oder der Soziologie handelt. Wenn man aber einmal die vielen Treffer genauer untersucht, wird man feststellen, daß dieser „Neologismus“ eine Erfindung der sexualpathologischen Rechtskatholiken ist, die sehr gerne von Evangelikalen Schwulenhassern übernommen wird und keine Frage eben auch von rechten Kämpfern für Normierung und Normalität im Sinne der AfD.

Der einzige „Fachmann“, der diesen Begriff in den Mund nimmt, ist der berüchtigte Psychiater Raphael Bonelli, opus-dei-Mitglied und Veranstalter ominöser Psychologie-Kongresse. Er müht sich seine ganze zweifelhafte Karriere hindurch Katholizismus und Psychologie zu verschmelzen – und er formuliert sehr deutlich, was „Frühsexualisierung“ für ihn bedeutet: es sei das Muster der Pädophilen schlechthin. Sexuelle Übergriffe gegen Minderjährige würden schließlich stets damit beginnen, „daß der Täter beim betroffenen Kind zuerst dessen Aufklärung fördert und in ihm ein außergewöhnliches, nicht-altersadäquates Interesse an Sexualität weckt.“ Pädophile würden ihre Opfer oft zu Autoerotik und zu Sexspielchen mit Gleichaltrigen anleiten. Daß bloßes Wissen über Sexualität vor Übergriffen schütze, so Bonelli weiter, ohne Belege zu bringen, sei widerlegt.

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Christen, Muslime und die Religionskritik: So schnell wird Gott nicht zornig

Die einen lachen, die anderen kommen ins Nachdenken, andere fühlen sich persönlich getroffen. Was darf Religionskritik? (imago stock&people)
Einst haben sich Muslime auch über ihre eigene Religion lustig gemacht. Doch das ist lange her. Aus dem dicken Fell ist eine dünne Haut geworden. Die Folge: Wer Religionen kritisiert, muss mit Anfeindungen rechnen – bis hin zu Gewalt. Weniger gewalttätig, aber doch erregt – so reagieren immer wieder auch Christen auf Kritik und Spott.

Von Burkhard Schäfers | Deutschlandfunk

Gott verspotten – das machen Menschen, seit es Menschen gibt:

„Du, der Du alle Geheimnisse kennst, kannst Du nicht einmal einen Esel von einer Kuh unterscheiden?“

Gott verspotten – das machen Menschen auch in Regionen und in Religionen und in Zeiten, wo wir es nicht vermuten würden.

„Du Geheimniswisser, zehn Tage hast Du gebraucht, nur um diesen Flicken zusammen zu nähen? Sind die anständigen Kleider in Deinem Schatzhaus etwa alle verbrannt, dass Du all diese Lumpen zusammenflicken musstest?“

Heißt es in Erzählungen von Fariduddin Attar, einem islamischen Mystiker. Attar verspottet Gott – scharf und bitterböse. Und das im 12. und 13. Jahrhundert in Persien. Gott verspotten – dabei ist Attar nicht allein. Dem persischen Dichter Omar Chajjam, der einige Jahrzehnte früher lebte, werden folgende Worte zugeschrieben:

„Du sagst, in den Flüssen wird Wein fließen – ist denn das Paradies eine Kneipe?“
„Ist das Paradies etwa ein wunderbares Bordell?“

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Jerusalem: Gott kann sein Grab nicht pflegen – ein Muslim bezahlt das

Jerusalem – AP
In Jerusalem hat die Renovierung der Grabstelle Jesu in der Grabeskirche begonnen. Ein Team der Technischen Universität Athen, das bereits die Akropolis renoviert hat, untersucht laut Angaben der „Washington Post“ derzeit die Statik einsturzgefährdeten Grabeskapelle.

Radio Vatikan

Zum Einsatz kommen dabei u.a. Radar- und Laserscanner sowie Drohnen, zudem soll erstmals seit über 200 Jahren auch das Grab Jesu geöffnet werden. Neun Monate sind für die Arbeiten veranschlagt, die Kosten trägt Jordaniens König Abdullah II. persönlich.

Die Sanierung wird durch komplizierte Besitz- und Nutzungsverhältnisse deutlich erschwert: Sechs christliche Konfessionen erheben auf das Heiligtum Anspruch und folgen seit 1852 einem starren Status quo, der akribisch regelt, wer wann wo feiern darf. Dass die aktuellen Arbeiten zustandekommen, gilt daher bereits als kleine Sensation. Da Heiligtum für Gebete und Gottesdienste weiterhin geöffnet bleiben, müssen die Arbeiten in der Nacht mit nur wenig künstlichem Licht stattfinden.

 

Kirche und Fakultät werben erstmals für Pfarrberuf

Am Donnerstag, 23. Juni 2016, besuchen Schüler in Berlin einen Workshoptag zum Pfarrberuf. Er ist Teil einer EKD-weiten Nachwuchskampagne.

evangelisch.de

Im Rahmen der Vorbereitung einer EKD-weiten Nachwuchskampagne zum Pfarrberuf setzen sich Schülerinnen und Schüler aus evangelischen Schulen in Berlin und Brandenburg mit dem Pfarrberuf auseinander. Der Workshop findet in den Räumen der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin statt.

Auf einem interaktiven Stationenweg sollen die Schüler Interviews mit Pfarrerinnen und Pfarrern führen, verborgene Talente entdecken und Vorurteile und Klischees vom Pfarrberuf auf den Prüfstand stellen.

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Kirchensteuereinnahmen 2015 auf Rekordniveau

Bild: tilly
Bild: tilly
Trotz sinkender Mitgliederzahlen neuer Rekord

kath.net

Deutschlands christliche Kirchen nahmen im vergangenen Jahr so viel Geld ein wie noch nie. Trotz sinkender Mitgliederzahlen erreiche die Kirchensteuereinnahmen 2015 mit mehr als 11,461 Milliarden einen neuen Rekord, berichtet die «Bild»-Zeitung (Mittwoch), der dazu Zahlen des Statistischen Bundesamtes vorlägen.
Demnach habe die katholische Kirche rund 6,09 Milliarden Euro eingenommen, die evangelische Kirche erhielte mehr als 5,365 Milliarden Euro. Im Vergleich zu 2014 (10,769 Milliarden Euro) sei das eine Zunahme von etwa 692 Millionen Euro.

Der Hauptgrund für den Einnahme-Rekord liegt der Zeitung zufolge in der guten Entwicklung der Löhne.

Ethikrat berät über neue Techniken bei Gen-Veränderung

Bild: Deutscher Ethikrat
Bild: Deutscher Ethikrat
Der Deutsche Ethikrat berät heute auf seiner Jahrestagung über die Konsequenzen neuer technischer Möglichkeiten zum Eingriff ins Erbgut.
 

evangelisch.de

Im Mittelpunkt der Konferenz steht die sogenannte Crispr-Cas9-Technik, die es verhältnismäßig einfach und kostengünstig möglich macht, Veränderungen am Genom vorzunehmen. Besonders bei der Anwendung beim Menschen ist das Verfahren umstritten.

Bei der Jahrestagung des Ethikrats werden Naturwissenschaftler und Mediziner zum aktuellen Stand der Forschung referieren. Der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, wird sich mit den ethischen Fragen beschäftigen. Es ist die erste Jahrestagung des Ende April neu berufenen Ethikrats. Das 26-köpfige Gremium berät regelmäßig über ethisch umstrittene Sachfragen und erstellt Stellungnahmen mit Empfehlungen an die Politik.

Calvinist Viktor Orbán: Retter des christlichen Abendlandes?

Viktor Orban während einer Rede im Parlament in Budapest (AFP / Attila Kisbenedek)
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán bekennt sich seit einigen Jahren zum Calvinismus. Er glaubt, mit seiner Flüchtlingspolitik das Christentum gegen den Islam zu verteidigen – und gegen den katholisch-lutherischen Mainstream.

Von Klaus Prömpers | Deutschlandfunk

Viktor Orbán sieht einen Wettbewerb der Kulturen heraufziehen, der am Ende dazu führe, „dass die Christen diesen Wettbewerb verlieren werden, wenn man viele  Muslime nach Europa lässt“. So sagte es Ungarns Ministerpräsident in einem Radiointerview. In einem Interview mit der Schweizer Weltwoche ergänzte er: „Existentielle Bedrohung heißt, dass wir Europäer es verlernt haben, für uns zu kämpfen.“ Und er fügte hinzu: „Wann immer ich im Europäischen Rat vom christlichen Europa spreche, schauen mich die anderen an, als ob ich aus dem Mittelalter stammen würde.“ Dahinter verbirgt sich nicht nur der Populismus orbánscher Prägung, der ihn 2010 wieder zurück an die Macht in Ungarn führte, sondern auch ein Stück tiefer religiöser Überzeugung.

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