Archiv der Kategorie: Protestantismus

CDU-Politiker warnen vor Zuwanderung “in unser Sozialsystem”

Rhizinus? (CC-by-nc-sa/3.0/de by Pantoffelpunk)

Rhizinus? (CC-by-nc-sa/3.0/de by Pantoffelpunk)

Aufgrund einer EU-Regelung könnten Einwanderer möglicherweise schon früher als nach einem Jahr Anspruch auf Hartz IV haben. CDU-Politiker sehen darin einen “Anreiz für Zuwanderung in unser Sozialsystem”.


evangelisch.de

CDU-Politiker warnen davor, dass großzügigere Hartz-IV-Leistungen in Deutschland für EU-Bürger Anreize zur Einwanderung schaffen. “Die hohen Sozialleistungen in Deutschland sind schon heute ein Anreiz für Zuwanderung in unser Sozialsystem. Dieser Anreiz darf nicht noch größer werden”, sagte Christian von Stetten (CDU), Chef des Parlamentskreises Mittelstand in der Unionsfraktion, der “Bild”-Zeitung (Samstagsausgabe).

Stetten reagierte auf ein Gutachten des EU-Generalanwalts Melchior Wathelet, wonach Deutschland die Vergabe von Hartz-IV-Leistungen an arbeitsuchende EU-Zuwanderer großzügiger regeln muss. Das Gutachten könnte wegweisend für ein anstehendes Urteil des Europäischen Gerichtshofes sein. Demnach solle es eine Einzelfallprüfung geben, wenn jemand länger als drei Monate im Land ist und während dieser Zeit schon gearbeitet habe. Bislang gilt in Deutschland für den dauerhaften Hartz-IV-Bezug eine Mindestgrenze von einem Jahr Beschäftigung (AZ: C-67/14).

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Unmut in der CDU über Kopftuch-Urteil

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Nach dem Karlsruher Kopftuch-Urteil blieb es in der Landespolitik merkwürdig still. Doch nun rührt sich zumindest in der CDU Unmut über die Verfassungsrichter. CDU-Landesvize Winfried Mack hält das Urteil für falsch. Damit steht er nicht allein.


Von Reiner Ruf|Stuttgarter Zeitung.de

Als 1998 die deutsche Muslima Fereshta Ludin nach dem Abschluss ihres Referendariats in den baden-württembergischen Schuldienst strebte, gingen die Wogen in der Landespolitik hoch. Ludin bestand darauf, auch im Unterricht das Kopftuch zu tragen. Die damalige Schulministerin Annette Schavan (CDU) schien im Fall Ludin anfangs geneigt, diesem Begehren nachzukommen. Die engagierte Katholikin befürchtete, ein Kopftuchverbot werde ungewollte Nebenwirkungen entfalten – und auch die Präsenz christlicher Symbole an den Schulen in Frage stellen. Doch unter dem Druck der CDU-Landtagsfraktion schwenkte sie um. Fraktionsvize Hermann Seimetz erklärte seinerzeit, wenn Schavan das Kopftuch toleriere, werde sie ihr Amt verlieren. Die Ansichten im Landtag gingen auseinander, aber quer durch die Fraktionen gab es eine Mehrheit gegen das Kopftuch.

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Voyeurismus statt Aufklärung

Der Kopf des heiligen Apollinaris wird in der Apollinaris Kirche, Remagen, aufgewahrt. Foto: ZDF und WDR/K.P. Baum

3sat beschäftigt sich in einer Themenwoche mit dem Glauben. Die Beiträge „Heilige Knochen“ und „makro: Glaube und Profit“ bleiben allerdings zu sehr im Anekdotischen hängen, um wirkliche Denkanstöße zu geben.


Von Franziska Schuster|Frankfurter Rundschau

Es fühlt sich ein bisschen an wie eine Mischung aus der Sendung mit der Maus und einem soliden Fernsehkrimi: Joviale Moderatoren, parataktische Erläuterungen und ein Anflug ironischer Abgeklärtheit, während die präsentierten Sachverhalte illustrativ bebildert werden.

Damit das nicht zu harmlos daherkommt, streut man ein paar Vorschläge für Themen ein, vor denen sich der Zuschauer fürchten möge. Im Fall der Sendung „Heilige Knochen“ sind das die Satanisten, beim Wirtschaftsmagazin „makro“ die große Inflation.

Experten werden befragt, die belegen, dass die Angst auch wirklich berechtigt ist – das Gruseln darf ein wenig ausgekostet werden. Dann kommt auch schon das Rettungsangebot mit versöhnlichen Allgemeinplätzen. Irgendwie war es doch immer schon so: „Das Irrationale ist eher normal, doch auch das ist menschlich.“ Und man geht zur Tagesordnung über.

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John Cleese: “Muslime haben das Recht, ausgelacht zu werden”

John Cleese, Bild: rebellesociety.com

Muslime auszulachen ist in Ordnung: So sieht es Monty-Python-Mitglied John Cleese im SPIEGEL-Gespräch. Über den Propheten habe er sich allerdings nie lustig gemacht.


SpON

Der Islam ist nach Ansicht des britischen Komikers und Autors John Cleese ein gutes Thema für die Satire.

Cleese, 75, und die übrigen Mitglieder der legendären Gruppe Monty Python hatten in den Achtzigerjahren mit der Religionssatire “Das Leben des Brian” Kontroversen unter Christen ausgelöst.

In einem SPIEGEL-Gespräch anlässlich seiner Autobiografie, die am Montag auf Deutsch erscheinen wird, sagte Cleese: “Muslime, die bei uns leben, sind Teil unserer Gesellschaft. Sie haben das Recht, ausgelacht zu werden.” (Lesen Sie hier das ganze Gespräch im neuen SPIEGEL.)

Berlin: Evangelische Kirche plant “Flüchtlingskirche”

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz will ihre Flüchtlingsarbeit intensivieren. Es soll eine “Flüchtlingskirche” eingerichtet werden sowie eine mobile Beratung für Kirchengemeinden, wie die Kirche am Freitag in Berlin mitteilte. Ferner gebe es nun Förderungsmöglichkeiten für die Beratung und Unterstützung von Flüchtlingen sowie von Haupt- und Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit. Dazu habe die Kirchenleitung eine Rahmenkonzeption beschlossen.

kathweb

Unter dem Namen “Flüchtlingskirche” werde ein Ort für die Beratung und für Begegnungen von und mit Flüchtlingen geschaffen. Eine konkrete Lokalität dafür gebe es noch nicht. Das Team der “Flüchtlingskirche” soll auch Ansprechpartner in Flüchtlingsfragen für die gesamte Landeskirche sein. Träger werde der Kirchenkreis Berlin-Stadtmitte in Zusammenarbeit mit der Landeskirche.

Im November 2014 hatte die evangelische Herbstsynode 500.000 Euro für die Arbeit mit Flüchtlingen bewilligt und weitere 500.000 Euro in Aussicht gestellt, verbunden mit dem Auftrag an die Kirchenleitung, ein Rahmenkonzept zu erstellen.

Bundestagsabgeordnete Albsteiger: ‘Gendermainstreaming ist Ideologie!’

Katrin Albsteiger (2014), Bild: wikimedia.org/CC BY 3.0/Foto-AG Gymnasium Melle

Katrin Albsteiger (CSU): „Ich halte das Überstülpen einer zweifelhaften Denkweise über die ganze Gesellschafft, die dazu nie befragt worden ist, für das falsche Mittel.“ – Diskussion mit Birgit Kelle bei „Christdemokraten für das Leben“


kath.net

„Bei Gender-Mainstreaming geht es nicht um Frauenförderung, sondern es geht um Ideologie. Der Maßnahmenkatalog spricht Bände: Sprache ,bereinigen‘, Lehrpläne verändern, ein wie auch immer geartetes ,gesellschaftliches Klima‘ herbeiführen – das sind alles Instrumente aus dem Werkzeugkasten der Ideologen. Hier nehmen ein paar Leute ihre Überzeugungen zu wichtig. Ihr Ziel ist nicht ,Frauenförderung‘, sondern ,Umerziehung‘ – das ist aber nicht die Aufgabe von Politik.“ Dies stellte die CSU-Bundestagsabgeordnete Katrin Albsteiger in einer Diskussion mit Bestsellerautorin Birgit Kelle fest. Zur Diskussion zum Thema Frauenförderung, Gender-Mainstreaming und zu Kelles neustem Buch „GenderGaga“ hatten am Dienstag die Berliner „Christdemokraten für das Leben“ (CDL) eingeladen, mit Albsteiger waren insgesamt vier Bundestagsabgeordnete bei der Diskussion anwesend (MdB Sylvia Pantel/CDU, MdB Graf Philipp von Lerchenberg/CSU, MdB Josef Rief/CDU).

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Kirche: Grundlagenpapier zur Passion Christi

Die EKD legt mit „Für uns gestorben“ einen Grundlagentext zur Bedeutung von Leiden und Sterben Jesu Christi vor Foto: Pics money|Fotolia

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat am Donnerstag einen Grundlagentext zur Bedeutung von Leiden und Sterben Jesu Christi vorgelegt. Er ist nicht allein an Christen adressiert. Die Kirche beantwortet darin wichtige Fragen zum Sinn von Jesu Tod.


pro Medienmagazin

Der gefolterte Jesus hängt am Kreuz von Golgatha. Durch seinen Tod am Kreuz sind die Sünden der Menschen vergeben. Diese Bild kennzeichnet die Basis des christlichen Glaubens. Die Kammer für Theologie der EKD hat einen Grundlagentext zur Bedeutung von Leiden und Sterben Jesu Christi erarbeitet. Sie hat sich mit Fragen auseinander gesetzt wie: „Was heißt es, dass Gott uns liebt?“ oder „Was heißt es, dass er sich in Jesus Christus für uns ans Kreuz schlagen ließ?“

Der Text „Für uns gestorben. Die Bedeutung von Leiden und Sterben Jesu Christi“ soll Zugänge zu diesem Glauben eröffnen. Er sei eine Orientierungshilfe und ganz bewusst für breitere Kreise geschrieben worden, teilt die EKD mit. Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm schreibt im Geleitwort: „Dieses Buch ist nicht nur an Christinnen und Christen in der Evangelischen Kirche adressiert, sondern ist ein Gesprächsangebot an alle, die nach Bedeutung und Sinngehalt des christlichen Glaubens fragen, auch dann, wenn sie diesen nicht teilen oder ihm sogar ablehnend gegenüberstehen.“ Ein theologisches Memorandum für Experten möchte die Schrift nicht sein.

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Studie: Das Vertrauen in Geistliche nimmt ab

jesus_schaukelSeelsorger liegen jetzt unter 24 Berufsgruppen auf dem 15. Rang, direkt vor Journalisten (26 Prozent)


kath.net

Geistliche haben in Deutschland deutlich an Vertrauen verloren. Das geht aus Studien des Verlages Reader´s Digest (Stuttgart) hervor. Laut der Untersuchung „Trusted Brands 2015“ vertrauen 39 Prozent der Bürger Pfarrern. Vor fünf Jahren war es noch die Hälfte der Befragten (51 Prozent). Damit liegen die Seelsorger jetzt unter 24 Berufsgruppen auf dem 15. Rang – direkt vor Journalisten (26 Prozent) und hinter Offizieren (42 Prozent). Die Daten für die Studie wurden in sieben Ländern erhoben. Mehr Vertrauen als in Deutschland genießen Geistliche demnach in Finnland (69 Prozent), Russland (56 Prozent), der Schweiz (47 Prozent), Österreich und Rumänien (jeweils 46 Prozent) sowie Portugal (44 Prozent). Am vertrauenswürdigsten sind für Bundesbürger Feuerwehrleute (92 Prozent), Krankenschwestern (88 Prozent), Apotheker und Piloten (jeweils 82 Prozent) sowie Ärzte (81 Prozent). Am schlechtesten schneiden ab: Finanzberater (15 Prozent), Politiker (12 Prozent), Autoverkäufer (10 Prozent), Immobilienmakler (6 Prozent) und Mitarbeiter in Telefonberatungs- und Verkaufszentren (5 Prozent). Die Studie „European Trusted Brands“ wird seit 2001 durchgeführt. Dabei geht es auch um die Vertrauenswürdigkeit von Firmenmarken. In Deutschland lag die Zahl der Befragten für die aktuelle Untersuchung bei 6.232.

Kopftuchurteil: Nur die Neutralität schafft Freiheit

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Sollen Lehrer als Bannerträger für Weltanschauungen und Religionen herhalten? Dann lebten wir wirklich in einem Obrigkeitsstaat. Davon aber gibt es anderswo schon genug.


Von Reinhard Müller|Frankfurter Allgemeine

Die Kopftuch-Erlaubnis des Bundesverfassungsgerichts dient weder der Integration noch der offenen Gesellschaft. Vor allem aber missachtet sie den Gesetzgeber und die Schule. Sie hilft noch nicht einmal muslimischen Lehrerinnen, die aus religiösen Gründen ein Kopftuch tragen. Denn Karlsruhe redet ihnen eine Rolle ein, die kein Lehrer in der Schule hat – Lehrer sind Staatsdiener.

Schon Angestellte in Privatunternehmen müssen sich einiges gefallen lassen: In manchen Firmen herrscht Duz-Zwang, in anderen muss man dunkle Anzüge tragen. In besonders kreativen Branchen herrscht Krawattenverbot, ist ein Bart Pflicht. Auch der Staat als Arbeitgeber macht Vorschriften: Polizisten dürfen nicht sichtbar tätowiert sein und nicht zu viel Metall im Gesicht herumtragen. Da geht es auch um Sicherheit, vor allem aber darum, dass jeder Beamte und auch jeder Angestellte im öffentlichen Dienst den Staat verkörpert. So tritt er dem Bürger gegenüber. Das gilt auch für Lehrer.

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Pat Robertson: ‘Was the co-pilot a Muslim? Why did he want to kill all those people?’

pat-robertson-prophetChristian televangelist Pat Robertson suggested on Thursday that the co-pilot’s decision to crash Germanwings Flight 9525 could be explained if he was a Muslim.


By Dave Edwards|Raw Story

French prosecutors concluded on Thursday that co-pilot Andreas Lubitz had locked the pilot out of the cockpit, and then deliberately crashed the plane into the French Alps, killing 150 people.

“What happened to that plane that crashed into the French Alps?” Robertson asked on Thursday’s edition of The 700 Club. “Well, they’ve begun to find out. The pilot went to the lavatory and was soon locked out of the cockpit. He pounded on the door, begging to come in. But the door was not opened.”

“The co-pilot then takes the plane, pushes it into a dive and crashes it. The passengers are screaming as the plane went down. The pilot is yelling.”

“What a terrible tragedy,” the TV preacher continued. “Was that co-pilot a Muslim? Was he suicidal? What was it about him?”

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Canadian Christians: We’re Under Attack Because We Can’t Always Discriminate Against Gay People!

Christians in Canada, apparently, Image: Friendly Atheist

A group of Christian leaders in Canada are furious because they believe the government (and everyone else) is persecuting them:


By Hemant Mehta|Friendly Atheist

The group, including Charles McVety, president of the Institute for Canadian Values, pointed to a number of recent events they said equate to an attack on the Christian faith and impinge on Christians’ ability to practice their faith.

Well… this should be interesting.

What are their examples?

A refusal by three provincial bar associations to accredit any potential law school graduate of Trinity Western University, which prohibits sexual intimacy outside heterosexual marriage among its students.

I’ve written about this before. In general, I don’t think the students should be punished for attending an anti-gay school because they’ll ultimately have to practice (and follow) secular law. If they can show they understand that law, I don’t see why their religious beliefs matter unless they’re discriminating against their clients, which is a completely different issue.

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praybox.net: Teens beten für Teens

Auf der neuen Webseite sollen Teenager Gebetsanliegen miteinander teilen Foto: SCM Bundes-Verlag

Egal ob Mathearbeit, Liebeskummer oder eine Erkältung: Für alles kann gebetet werden, auch online. Auf praybox.net sollen Jugendliche ihre Sorgen anonym teilen und füreinander beten können.


pro Medienmagazin

Bereits 2013 startete die Onlineplattform amen.de des SCM Bundes-Verlags. Hier haben Menschen die Möglichkeit, füreinander zu beten. Mit der Praybox wird es bald eine weitere Gebetsplattform des Verlags geben: Im Gegensatz zu amen.de ist die Praybox nur für Jugendliche zwischen 13 und 19 Jahren gedacht. Über den heimischen PC oder die dazugehörige Smartphone-App können Gebetsanliegen miteinander geteilt werden.

Zudem sollen Beter die Möglichkeit haben, Ermutigungen zu Gebetsanliegen zu schreiben. Wer ein Anliegen mitgeteilt hat, kann Updates zum aktuellen Stand geben. Bei schwerwiegenderen Fällen wird außerdem das Praybox-Team seelsorgerlich reagieren.

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Sündenbock Islam

Gebet-islam

Gerne werden die Muslime für den Antisemitismus in Deutschland verantwortlich gemacht. Das ist falsch und hilft niemandem weiter.


Von Ercan Karakoyun|The European

70 Jahre sind seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs vergangen. Noch immer müssen jüdische Einrichtungen und Synagogen bewacht werden. Sicherheitsvorkehrungen sind noch immer notwendig. Das hat vor allem einen Grund: Der Antisemitismus in Deutschland nimmt nicht ab, sondern zu. Laut den Zahlen der Amadeu-Antonio-Stiftung wurden 2013 in Deutschland 788 antisemitisch motivierte Straftaten registriert. 2014 hingegen waren es 864.

Das entspricht also einem Anstieg von etwa zehn Prozent. Zu den Vorfällen gehören Pöbeleien, E-Mails mit judenfeindlichen Inhalten, Hakenkreuz-Schmierereien und judenfeindliche Beiträge in Social-Media-Netzwerken. Zudem wurden 25 Gewalttaten sowie 128 Propagandadelikte registriert. Hinzu kommt, dass viele Straftaten nicht angezeigt werden, da es kaum Hoffnung auf Aufklärung gibt. Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden, macht dafür vor allem die Muslime in Deutschland verantwortlich.

Laut Kriminalstatistik liegt er mit dieser Behauptung jedoch falsch. 95 Prozent der Straftaten stammen von Nicht-Muslimen. Von Muslimen geht also nicht mehr Gewalt aus als von Nicht-Muslimen. Der Antisemitismus ist und bleibt daher vor allem ein Problem der Mitte der Gesellschaft. Die Diskussion darüber findet nicht statt, da das Augenmerk auf die Muslime gelegt wird. Das ist fatal.

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Der Spion, der aus der Kirche kam

Das Erbe der Spione: Akten von Inoffiziellen Mitarbeitern (IM) des Ministeriums für Staatssicherheit Bild: dpa

Im März 1990 flog in Oldenburg ein Stasi-Spitzel, der erste westdeutsche Kirchen-Spion, auf. Der Fall machte bundesweit Schlagzeilen. Noch heute lebt er in Oldenburg.


Von Karsten Krogmann|NWZ-Online

Er legte seine Jacke auf den Stacheldraht, so wie sie es ihm gezeigt hatten. Dann kletterte er über die Grenze, der Trick mit der Jacke funktionierte: Er verletzte sich nicht. Er rannte los, hinter ihm fielen wie verabredet die Schüsse.

Herr S. war jetzt im Westen. Es war der 12. August 1966, später Nachmittag; er war 22 Jahre alt.

23 Jahre und sieben Monate später stellen sich zwei Beamte des Landeskriminalamtes bei der Oldenburgischen Landeskirche vor. Sie haben einen Durchsuchungsbeschluss für ein Büro im Landesjugendpfarramt dabei. Den Jugendbildungsreferenten S., 46 Jahre alt, nehmen sie fest. Der Vorwurf: Verdacht auf geheimdienstliche Tätigkeit gegen die Bundesrepublik Deutschland.

S. ist der erste Stasi-Spion im Dienst der Kirche, der in der Bundesrepublik enttarnt wird. Der Fall macht deutschlandweit Schlagzeilen.

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Von NATO-Journalisten und mordenden Soldaten

Konstantin Wecker liefert in seinem Buch keine befriedigenden Antworten – da hilft auch die Kirchentags-Halskette im Stile Claudia Roths nicht Foto: Gütersloher Verlagshaus

Die Welterklärer Margot Käßmann und Konstantin Wecker haben ein Buch über Pazifismus herausgegeben. Es bietet eine Mischung aus Realitätsleugnung, Selbstgerechtigkeit und Lügenpresse-Verschwörungstheorie.


Von Moritz Breckner|pro Medienmagazin

„Der Pazifismus“, schrieb einst Henryk M. Broder, „ist eine moralische Position, die sich in etwa so lange aushalten lässt, wie der Lotussitz auf einer Kreissäge.“ Damit wäre zu diesem Thema eigentlich alles gesagt, gäbe es nicht Realitätsleugner wie Margot Käßmann und Konstantin Wecker, die sich seit Jahren in der argumenteresistenten Parallelwelt des Pazifismus in ihrer Selbstgerechtigkeit sonnen.

„Entrüstet euch“ heißt ein von beiden im April erscheinendes Buch. Es enthält ein Gesprächsprotokoll zwischen Käßmann und Wecker, ein Lyrik-Archiv zum Thema Frieden und neue, teils für das Buch entstandene „Texte zum Frieden“. Zu letzteren gehört der 20-seitige Abdruck einer Rede, die der katholische Theologe und Kirchenkritiker Eugen Drewermann im Dezember bei einer Kundgebung vor dem Sitz des Bundespräsidenten hielt. Die Friedensdemonstranten seien zwar viele, heißt es da, aber: „Gewiss, die Mainstream-Medien werden uns marginalisieren und bagatellisieren, aber was will man auch von eingekauftem NATO-Journalismus schon erwarten?“ Nein, nicht Udo Ulfkotte, sondern die Luther-Botschafterin der EKD, ziert hier das Cover.

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Anmerkung: K.Wecker trägt eine Chakren-Kette, die mit seiner buddhistischen Weltsicht einhergeht. Einseitig gebildete Bibel-Christen wissen das nicht.

Ohne Orient kein Oxident

Bild: Wikimedia Commons/Steve Evans

Bild: Wikimedia Commons/Steve Evans

Der Islam war schon immer Teil der europäischen Kultur. Beide sind durch eine lange gemeinsame Entwicklung verbunden.


Von Muhammad Sameer Murtaza|The European

Der Islam gehört nicht zu Europa! Das zumindest legte Ulrich Greiner in der ZEIT nahe und ergänzte noch, dass man sich dies auch nicht wünschen solle.

Greiners Artikel ist Ausdruck für die Schwierigkeit des Abendlandes mit seinem eigenen noch nicht überwundenen Essentialismus. Indem die “westliche Welt” die Vernunft und die Freiheit für sich in Anspruch nimmt, kann in der allgemeinen Wahrnehmung der Islam hierzu keinen Beitrag geleistet haben. Das imaginäre Bild des Islam ist das einer antimodernen Gegenkultur zum Westen. Diese Sichtweise führte dazu, dass der Einfluss islamischer Philosophen und Wissenschaftler mitsamt ihrem Wirken weitestgehend im europäischen Bildungswissen verdrängt wurden. Wo dies nicht möglich war, latinisierte man die muslimischen Namen.

Wer heute eine Apotheke mit dem weitverbreiteten Namen Avicenna betritt, wird wohl kaum vermuten, dass sich dahinter der Name des muslimischen Philosophen und Arzt Ibn Sina verbirgt. Ihm verdanken wir die Erfindung der Arznei in Tablettenform und sein Kanon der Medizin war bis in das 17. Jahrhundert Pflichtlektüre in der Ärzteausbildung Europas.

Es gibt genügend Stützen für die Annahme, dass die Renaissance und die frühe Form der europäischen Aufklärung durch die islamische Philosophie und die islamischen Bildungseinrichtungen in Europa mit angestoßen wurden. Doch wie konnte es passieren, dass 700 Jahre Islam in Südwesteuropa und 500 Jahre Islam auf dem Balkan im kollektiven Gedächtnis Europas verdrängt wurden?

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Luthers Antijudaismus war kein Randthema

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Kirchenhistorikerin Prof. Dorothea Wendebourg bezeichnet Luthers Antisemitismus als eine belastende Hypothek für die lutherischen Kirchen.


kath.net

Der Antijudaismus Martin Luthers (1483-1546) ist nicht lediglich ein „Randthema“ in der Theologie des Reformators gewesen. Zu diesem Ergebnis ist die Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) gekommen. Sie tagte vom 14. bis 17. März in Meißen. Im Mittelpunkt der Beratungen stand die theologische und politische Relevanz von Luthers Schriften über die Juden. Nach Ansicht der Kirchenhistorikerin Prof. Dorothea Wendebourg (Berlin) stellen sie eine belastende „Hypothek“ für die heutigen lutherischen Kirchen dar. Sie müssten sich daher kritisch mit Luthers Äußerungen zu den Juden auseinandersetzen.

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Konrad-Adenauer-Stiftung in Israel: „Wir wehren uns gegen undifferenzierte Kritik“

Kundgebung gegen Antisemitismus in Berlin im September 2014,picture alliance

Die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung weist Vorwürfe von sich, Organisationen zu unterstützen, die zum Boykott Israels aufrufen. Der Politologe Gerald Steinberg hatte zuvor NGOS und politischen Stiftungen aus Deutschland vorgeworfen, sie würden durch ihre Arbeit Antisemitismus fördern


Der Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Jerusalem, Michael Borchard, und der Präsident des NGO Monitor, Gerald Steinberg, haben sich bislang nicht persönlich über ihre Differenzen ausgetauscht. Bei Cicero stellt sich Borchard erstmals mittelbar den Vorwürfen des israelischen Forschers

Herr Borchard, Sie wehren sich gegen den Vorwurf des Think Tanks „NGO Monitor“, die Konrad-Adenauer-Stiftung unterstütze durch ihre Förderpraxis im Nahen Osten mittelbar Antisemitismus.
Das ist in der Tat ein absurder Vorwurf. Die Konrad-Adenauer-Stiftung setzt sich seit vielen Jahren für eine tragfähige Zwei-Staaten-Lösung im Nahost-Konflikt ein, und das auf der Basis von Dialog, Toleranz und Verständigung und sie wendet sich strikt gegen Antisemitismus. Der NGO Monitor bezieht sich offensichtlich auf einen Vorfall aus dem Jahre 2013: Ein Praktikant der Organisation Miftah, die zu den moderaten palästinensischen zivilgesellschaftlichen Kräften gehört, hat einen Beitrag auf der Webseite dieser Organisation eingestellt…

…von „kulturellem Genozid“, „Kriegsverbrechen“ und „Apartheid“ soll da die Rede gewesen sein…
… der sich mit der Ritualmordlegende befasste und ohne Zweifel antisemitisch war. Nach der Veröffentlichung des Beitrags hat sich Miftah nicht nur von dem Beitrag distanziert, sondern den Beitrag auch sofort aus dem Netz genommen. Da für uns jede Form von Antisemitismus untragbar ist, hat die Konrad-Adenauer-Stiftung in den palästinensischen Gebieten die Zusammenarbeit mit Miftah auch nicht fortgesetzt. Diesen Gang der Dinge verschweigt der NGO Monitor gelegentlich.

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Obama hat “ernsthafte Differenzen” mit Netanjahu

Prime Minister Benjamin Netanyahu, right, and President Barack Obama embrace at a ceremony welcoming the US leader at Ben Gurion Airport near Tel Aviv, on March 20, 2013 (photo credit: Miriam Alster/Flash90) bearb.:BB

Prime Minister Benjamin Netanyahu, right, and President Barack Obama embrace at a ceremony welcoming the US leader at Ben Gurion Airport near Tel Aviv, on March 20, 2013 (photo credit: Miriam Alster/Flash90)
bearb.:BB

US-Präsident Barack Obama sieht weiter tiefgreifende Meinungsunterschiede mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Es gebe “ernsthafte Differenzen” hinsichtlich der Gründung eines Palästinenserstaats, sagte Obama am Dienstag bei einer Pressekonferenz.


derStandard.at

“Wir glauben, dass zwei Staaten der beste Weg für Israels Sicherheit, für die palästinensischen Ansprüche und für die regionale Stabilität sind.” Netanjahu verfolge dagegen einen anderen Ansatz.

Obama bestritt, dass ein gestörtes persönliches Verhältnis zu Netanjahu der Grund für die jüngsten Verstimmungen sei. “In dieser Frage geht es nicht um die Beziehungen zwischen Spitzenpolitikern”, sagte er, sein Umgang mit Netanjahu sei “sachlich”. Das Problem könne nicht gelöst werden, indem er und Netanjahu sich “zusammensetzen und ‘Kumbaya’ singen”.

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Phil Robertson, ‘Duck Dynasty’ Star, Delivers Speech About Atheist Family Getting Raped And Killed

NATIONAL HARBOR, MD – FEBRUARY 27: Phil Robertson of A&E’s Duck Dynasty (Photo by Kris Connor/Getty Images) | Kris Connor via Getty Images

Phil Robertson of “Duck Dynasty” fame hasn’t gone anywhere, and now he’s delivered a tirade against atheists.
Robertson was the keynote speaker at the Vero Beach Prayer Breakfast in Florida, where hundreds of attendees paid up to $100 a plate to hear him speak.


By Chris Jancelewicz|Huffington Post Canada

The “Duck Dynasty” dad posited a gruesome hypothetical situation in which an atheist family’s home is broken into.

The story is meant to illustrate the importance of following God’s laws, and here is Robertson’s take on it:

“I’ll make a bet with you. Two guys break into an atheist’s home. He has a little atheist wife and two little atheist daughters. Two guys break into his home and tie him up in a chair and gag him. And then they take his two daughters in front of him and rape both of them and then shoot them and they take his wife and then decapitate her head off in front of him. And then they can look at him and say, ‘Isn’t it great that I don’t have to worry about being judged? Isn’t it great that there’s nothing wrong with this? There’s no right or wrong, now is it dude?’

Then you take a sharp knife and take his manhood and hold it in front of him and say, ‘Wouldn’t it be something if this [sic] was something wrong with this? But you’re the one who says there is no God, there’s no right, there’s no wrong, so we’re just having fun. We’re sick in the head, have a nice day.’

If it happened to them, they probably would say, ‘Something about this just ain’t right.'”

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