Brasilianischer Kardinal warnt vor Zerstörung Amazoniens: „Neuauflage des Kolonialismus“

Raubbau im Amazonas © Werner Rudhart (dpa)

Private und wirtschaftliche Interesse sind der neue Imperialismus, sagt Bischof Hummes vor der Amazonassynode. Die Zukunft der gesamten Region stehe auf dem Spiel. 

DOMRADIO.DE

Der brasilianische Kardinal Claudio Hummes hat angesichts der Feuer im Amazonasgebiet einen dringenden Wandel der Entwicklungsmodelle gefordert. Bisher herrschten in Amazonien wirtschaftliche und private Interessen vor, die einer „Neuauflage des Kolonialismus“ gleichkämen, heißt es in einem Artikel des Kurienkardinals für die vatikanische Zeitung „Osservatore Romano“(Samstag).

Wenn sich daran nichts ändere, „wird die ganze Region zerstört werden, mit all den verheerenden Folgen, die schon absehbar sind“, so Hummes.

Hummes: Kirche kann negative Auswirkungen aufzeigen

Konkret prangert der 85-Jährige die Ausnutzung der natürlichen Ressourcen durch Industrie und Politik an, etwa durch große Energiegewinnungsprojekte. „Mit Entwaldung und Umweltverschmutzung geht die immense, reiche und komplexe Biodiversität dieses Lebensraums verloren“, so Hummes. Zudem würden durch die Zerstörung ihres Lebensraums auch tausende Indios gezwungen, in Städte zu migrieren.

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Der Wahrheitsanspruch beendet jedweden religiösen Frieden

Die zehnte Weltversammlung von „Religions for Peace“ im süddeutschen Lindau war mit Vertretern aus 125 Ländern bunt und vielsprachig. Die strikte Absage an jede Form von Gewalt war aber zu leise, meint Christoph Strack.

Christoph Strack | Deutsche Welle

Religionen haben Konjunktur. Mit ihnen kann man sogar Wahlkampf führen und Stimmungen prägen. Donald Trump bezeichnete sich gerade als von Gott persönlich auserwählten US-Präsidenten. Gut 84 Prozent der Weltbevölkerung sind religiös. 

Religion ist oft auch politisch. Und längst gibt es einen Kampf um die Deutungshoheit sowie ein Ringen um die politische Dominanz im Bereich der Religion, auch um die religiöse Dominanz im Bereich der Politik. Es sind oft konservativste (und auch finanzstarke) Evangelikale und Freikirchler, die in Brasilien den Umwelt-Schänder Bolsonaro ins Amt puschten oder gelegentlich für Trump beten. Ihnen allen ist auch dieser so konservative wie revolutionäre Papst Franziskus aus dem Süden ein Dorn im Auge.

Parallele Konferenz in Sri Lanka

Und auf ganz anderer Bühne ist da immer auch noch der saudische Wahhabismus, der Fundamentalismen füttert. Und parallel auf Dialog setzt. Zeitgleich zum Lindauer Welttreffen der Religionsvertreter tagte in Sri Lanka eine Konferenz zu Frieden, Harmonie und Koexistenz, in deren Mittelpunkt der Generalsekretär der Islamischen Weltliga, Mohammad Alissa, stand.

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Regierung hält am Verbot von Eizellspende fest

Können sich zwei Frauen die Mutterschaft teilen – darf ein Kind eine genetische und eine andere biologische Mutter haben? Nein, sagt die Bundesregierung. Das sei nicht um „Interesse des Kindeswohls“. 

DOMRADIO.DE

Die Bundesregierung will an dem im Embryonenschutzgesetz verankerten Verbot der Eizellspende festhalten. Mit der Grundsatzentscheidung von 1991 habe der Gesetzgeber „im Interesse des Kindeswohls die Eindeutigkeit der Mutterschaft“ gewährleisten wollen, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion.

Die FDP setzt sich für eine Freigabe der Eizellspende und der nicht-kommerziellen Leihmutterschaft ein.

Mutterschaft soll eindeutig bleiben

Eine gespaltene Mutterschaft zwischen genetischer und biologischer Mutter würde dazu führen, dass zwei Frauen Anteil an der Entstehung des Kindes hätten, hieß es in der Begründung der Bundesregierung.

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Theologe schreibt über „Fake News“ rund um die Bibel

Märchen-Bibel (Bild: Twitter/Caleb Kaltenbach)

Durch soziale Medien wie Twitter haben Falschmeldungen heutzutage Konjunktur. Doch auch schon vor 2.000 Jahren gab es Autoren, die „Fake News“ verbreiteten. Einen Faktencheck der Bibel hat der Theologe Simone Paganini vorgenommen.

Christine Süß-Demuth | evangelisch.de

Der Wahrheitsgehalt der biblischen Aussagen beschäftigt Gläubige und Wissenschaftler seit Jahrhunderten. Jetzt hat der katholische Theologe Simone Paganini (Aachen) das Buch der Bücher augenzwinkernd einem Faktencheck unterzogen. Über die Falschmeldungen der Bibel berichtet er in seinem Buch „Von Evas Apfel bis Noahs Stechmücken“. Es ist an diesem Montag (19. August) im Freiburger Herder-Verlag erschienen.

Was Bibelwissenschaftler schon lange wissen, will Paganini auch den Laien verdeutlichen: Die meisten biblischen Texte seien weder historisch zu verstehen, noch sollen sie naturwissenschaftliches Wissen vermitteln, schreibt er. Dies werde aber noch zu zögerlich wahrgenommen, kritisiert der Theologe. So gebe es auch heute noch viel Menschen, die auf „der absoluten Wahrheit der Bibel beharrten“ und andere, die der Bibel jeglichen Wahrheitsgehalt absprächen. Beide hätten Recht und Unrecht zugleich.

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Brennender Regenwald in Brasilien: Deutschland und Frankreich stellen Freihandelsabkommen in Frage

Der brennende Regenwald im Amazonas-Gebiet.Foto: Christian Niel Berlinck/dpa

Ohne Garantien für den Regenwald sei das Abkommen mit Brasilien nicht verantwortbar, sagt Umweltministerin Schulze. Macron kündigt an, den Vertrag abzulehnen.

Claudia von Salzen | DER TAGESSPIEGEL

Angesichts massiver Waldbrände im Amazonas-Regenwald stellen Deutschland und Frankreich das gerade ausgehandelte Freihandelsabkommen mit Brasilien und anderen südamerikanischen Staaten in Frage. „Ein Mercosur-Handelsabkommen ohne Schutzgarantien für den Regenwald ist nicht verantwortbar“, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) dem Tagesspiegel.

Frankreich drohte am Freitag ebenfalls damit, den Vertrag zu blockieren. Präsident Emmanuel Macron sei zu dem Schluss gekommen, dass der brasilianische Staatschef Jair Bolsonaro ihn über seine Absichten beim Umweltschutz „belogen“ habe, sagte ein ranghoher Mitarbeiter Macrons am Freitag. „Unter diesen Bedingungen wird Frankreich das Mercosur-Abkommen in seiner jetzigen Form ablehnen.“

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Homosexuelle und Kirchen: Konversionstherapien sollen verboten werden

Fällt Sexualität vom Himmel? Einem Kongress des evangelischen Fachverbands Weißes Kreuz in Kassel wurde 2014 vorgeworfen, „Homoheilung“ zu propagieren. (imago stock&people / epd)

Die sexuelle Identität eines Menschen ändern, aus Homosexuellen Heterosexuelle machen – das versprechen sogenannte Konversionstherapien. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will sie verbieten. Einige Theologen jubeln, andere warnen.

Michael Hollenbach | Deutschlandfunk

Lange Zeit galt Homosexualität als Krankheit. Erst 1990 strich die Weltgesundheitsorganisation Homosexualität aus der Liste anerkannter psychischer Krankheiten. Bis Ende der 70er-Jahre versuchten Psychiater, die sexuelle Identität unter anderem mit einer Aversionstherapie zu ändern:

„Da hat man homosexuellen Menschen Bilder von gleichgeschlechtlicher Sexualität gezeigt und sie dazu angeregt, sich zu erbrechen oder ihnen auch Elektroschocks verpasst. Das macht man heute, soweit wir wissen, nicht mehr“, erläutert Kerstin Lammer.

Die Theologieprofessorin von der Evangelischen Hochschule Freiburg war Mitglied in einer Fachkommission des Gesundheitsministeriums.

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Trump über sich selbst: „Ich bin der Auserwählte“

Donald Trump, 45. Präsident der Vereinigten Staaten Bild: EPA

Seit ein paar Stunden ist klar: Donald Trump sieht sich in Handelsfragen auf einer göttlichen Mission.

Christoph Schäfer | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Bescheidenheit war noch nie eine Stärke des 45. amerikanischen Präsidenten. Seit ein paar Stunden aber hat die Hybris Donald Trumps eine göttliche Sphäre erreicht: Auf dem Kreuzzug für eine gerechtere Handelswelt hält er sich für den von Gott persönlich auserwählten Präsidenten.

Befragt zum Handelskonflikt mit China sagte Trump am Mittwoch: „Das ist nicht mein Handelskrieg. Das ist ein Handelskrieg, der schon lange von anderen Präsidenten hätte geführt werden müssen. Jemand musste es machen.“ Dann hebt Trump seine Augen zum Himmel, breitet die Arme leicht aus und sagt: „Ich bin der Auserwählte.“ Er lege sich mit China an, weil jemand das machen müsse. „Und wissen Sie was: Wir gewinnen!“

Danach beklagt er (wie immer) das Handelsdefizit seines Landes mit der Europäischen Union und mit China und lässt dabei (wie immer) den Dienstleistungssektor außen vor, der das Handelsdefizit in den materiellen Gütern – ganz je nach Land – erheblich mildert oder sogar ausgleicht.

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Hessen: Abtreibungsgegner dürfen vor Praxen nur noch begrenzt demonstrieren

Der Erlass gilt ab sofort: Als erstes Bundesland schränkt Hessen Demonstrationen von Abtreibungsgegnern vor Beratungsstellen, Arztpraxen und Kliniken stark ein. Ein solcher Eingriff in die Versammlungsfreiheit sei nicht nur erlaubt, sondern geboten, heißt es.

katholisch.de

Hessen hat per Erlass des Innenministeriums Mahnwachen und Demonstrationen von Abtreibungsgegnern vor Arztpraxen stark eingeschränkt. Die Regelung gelte ab sofort, sagte Ministeriumssprecher Marcus Gerngroß am Donnerstag in Wiesbaden auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Hessen sei seines Wissens das erste Bundesland, das eine solche Regelung getroffen habe.

Der Erlass des Innenministeriums, der der KNA vorliegt, wurde bereits am 20. August an die Regierungspräsidien verschickt. Zuvor hatte die „Frankfurter Rundschau“ (Donnerstag) berichtet, dass Schwangere in Hessen nicht mehr durch Demonstranten behelligt werden dürfen, wenn sie Beratungsstellen oder Arztpraxen aufsuchen. Demonstrationen oder Mahnwachen seien nur dort zu genehmigen, wo „kein Sicht- oder Rufkontakt mit der Beratungsstelle besteht“, heißt es in dem Papier. Ein solcher Eingriff in das Versammlungsrecht sei „in der Regel zulässig, wenn nicht sogar geboten“, um das Persönlichkeitsrecht der schwangeren Frauen zu schützen. Weiter wird das Recht der Frauen herausgehoben, „vertraulich und auf Wunsch auch anonym“ beraten zu werden.

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Polizei in Rio de Janeiro tötete innerhalb eines Monats fast 200 Menschen

Schwere Vorwürfe gegen die Polizei in Rio de Janeiro: Im Juli tötete sie insgesamt 194 Menschen.Foto: APA/AFP/MAURO PIMENTEL

Die Zahl der von Polizisten getöteten Personen stieg damit im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um 49 Prozent

DERSTANDARD

Im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro sind im vergangenen Monat bei Polizeieinsätzen 194 Menschen getötet worden – ein Höchstwert seit Beginn der Statistik vor knapp 20 Jahren. Die Zahl der von Polizisten getöteten Menschen stieg im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um 49 Prozent, wie das Institut für öffentliche Sicherheit am Mittwoch mitteilte.

Rein rechnerisch töteten Polizisten damit im Juli jeden Tag sechs Menschen. In den ersten sieben Monaten des Jahres wurden bei Polizeieinsätzen in dem Bundesstaat, dessen gleichnamige Hauptstadt eines der beliebtesten Touristenziele des Landes ist, insgesamt 1.075 Menschen getötet. Das entspricht einem Zuwachs um knapp 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

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Trump wirft Juden «Illoyalität» vor

Der US-Präsident attackiert die Demokraten und deren jüdische Wähler.

Andreas Mink | tachles.ch

Dienstagfrüh hat Donald Trump auf Twitter der demokratischen Abgeordneten Rashida Tlaib einmal mehr vorgeworfen, sie sei eine Antisemitin und hasse Israel und das jüdische Volk (Link).

Einige Stunden später griff der US-Präsident selbst zu einem der ältesten Klischees des Antisemitismus und erklärte an einer Presse-Konferenz mit dem rumänischen Präsidenten Klaus Iohannis, die Demokraten seien mit ihrer Verteidigung von Tlaib und ihrer Kollegin Ilhan Omar auf Abwege geraten: «Warum geben sie diesen Beiden den Vorzug gegenüber Israel?» Dann sagte Trump: «Und alle jüdischen Leute, die Demokraten wählen, sind in meinen Augen entweder total ahnungslos oder zeigen grosse Illoyalität.»

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Es begann mit einem rechten Picknick

Gedenkstätte „Paneuropäisches Picknick“: Grenzübergang St.Margarethen (Bgld) / Sopronköhida. Bild: Cuchulainn/gemeinfrei

Kommentar: Nicht Orban musste sich verbiegen, als er die ungarische Grenzöffnung vor 30 Jahren feierte. Linke und Liberale müssen sich vorwerfen lassen, dass sie Mythen aufsitzen

Peter Nowak | TELEPOLIS

Bundeskanzlerin Merkel und der ungarische Ministerpräsident werden uns gerne als die beiden Antipoden auf der EU-Bühne präsentiert. Nach politischer Ausrichtung ist der Ungar der Verteidiger des Abendlandes bzw. der Rechtspopulist und Merkel das freundliche bzw. naive Gesicht der EU. Und dann feiern beide eine Grenzöffnung vor 30 Jahren und tauschen Höflichkeitsfloskeln aus. Da versteht mancher Orban-Freund in der konservativen Presse die Welt nicht mehr:

Bundeskanzlerin Angela Merkel blieb bei ihrem Treffen mit Ungarns Regierungschef Viktor Orbán erstaunlich unkritisch. Die Frage nach der Rechtsstaatlichkeit? Kein Thema. Was steckt hinter der Merkel-Wende?

Boris Kálnoky, Die Welt

Natürlich wird da wieder zu viel reininterpretiert. Da wird doch glatt vergessen, dass Orban und Merkel noch immer in der gleichen konservativen Parteienfamilie sind, auch wenn das nicht immer ohne Streit abgeht. Und auch Merkel und die Orban-Kritiker unter den europäischen Konservativen haben Orbans „Verdienste“ als Grenzwächter der EU nie in Frage gestellt.

Wenn Orban dann im Stil polemisch tönt, Ungarn sorge auch dafür, dass in Deutschland die Leute sicherer leben können, dann bekommt er nicht nur bei der AfD, sondern auch in den Ortsvereinen der Unionsparteien Applaus. Manche werden sich nun fragen, wie kann man sich als Grenzsicherer gerieren und gleichzeitig eine Grenzöffnung vor 30 Jahren feiern?

Das liberale Wunschkonzern vom Sommer ’89

Das wird nur zur Frage, wenn man den Sommer 1989 durch die linksliberale Brille sieht, wie sie die Band Kettcar in ihren Song „Sommer 89“ vertonten. Der vom liberalem Milieu vielgelobte Song beschrieb einen Mythos, dass da einige einfach Löcher in den Zaun geschnitten und damit die Grenzen geöffnet hätten.

Dann wird vom ungarischen 1989 zum „Herbst der Migration 2015“ eine klare Linie gezogen. Das ist Kitsch, der sich besonders staatstragend gibt, weil er in einer Strophe mit den linken Bedenkenträgern im eigenen Freundeskreis bricht. Das sind diejenigen, die daran erinnern, dass das ungarische Picknick mitnichten eine Aktion von antirassistischen Aktivisten war, die mit dem Bolzenschneider in der Hand Löcher in den Zaum schnitten.

Zur historischen Wahrheit gehört, dass das „paneuropäische Picknick“ seinen Namen deshalb trägt, weil es von der Paneuropa-Union, einer heute wenig bekannten Gruppe im Graubereich zwischen den Unionsparteien und der Ultrarechten initiiert wurde. Bekanntestes Mitglied war Otto von Habsburg, ein Rechtskonservativer, der auch keine Berührungsängste mit der „Braunzone“ hatte.

Über die Rechtswende der Paneuropa-Union nach dem Tod des Gründers schrieb die Bundeszentrale für Politische Bildung:

Danach übernahmen rechtskonservative Politiker, darunter Otto von Habsburg, die Paneuropa-Union. Sie gestalteten die Bewegung erfolgreich zu einer Europaorganisation um, die sich nicht zuletzt das im Ost-West-Konflikt „vergessene“ Mitteleuropa zum Thema machte. Damit fand die Paneuropa-Union v. a. in konservativen politischen Kreisen Anhänger. Sie ist bis heute eine der größten Europaorganisationen.

Bundeszentrale für Politische Bildung

Dass die Paneuropa-Union unter Otto von Habsburg keine Berührungsängste nach Rechtsaußen hatte, beschreibt das Antifaschistische Infoblatt:

Eine Gruppe prominenter Rechter begann nun, aus den Resten der alten PEU eine Sammlungsbewegung aufzubauen. Die Grundlagen waren ein strikter Antikommunismus, die gemeinsame Europaidee und das Christentum. Parteiübergreifend vereinten sie verschiedene Strömungen, die seit Jahren nebeneinander arbeiteten, z.B. die Abendländische Akademie, das Franco-nahe CEDI, die Deutschland-Stiftung, Teile der deutschen Vertriebenen, Monarchisten sowie Vertreter rechter Parteien und Regierungen Europas. Bis 1989/90 kooperierte die PEU immer wieder mit der extremen Rechten. Heute bestehen nur noch vereinzelt Kontakte dorthin, da der Antikommunismus als einendes Moment bedeutungslos geworden ist. Ein Trennstrich nach rechts wurde nur dann gezogen, wenn es um eine konkurrierende Europa- und Deutschlandpolitik ging.

Antifaschistisches Infoblatt

Rechter Duktus, dem Viktor Orban aus Überzeugung zustimmen kann

Auch heute versteckt die Paneuropa-Union ihre rechtskonservative Richtung keineswegs: So heißt es auf ihrer Homepage:

Die Befreiung der Völker Mittel- und Osteuropas vom Joch des Kommunismus hat eine neue Phase der europäischen Geschichte eröffnet, die die Chance auf die Vereinigung Europas in greifbare Nähe rückt.

Paneuropa-Union

Vor 1945 haben manche der Mitglieder und Bündnispartner der Paneuropa-Union „die Befreiung der Völker Mittel- und Osteuropas“ noch als Teil der Waffen-SS und der deutschen Wehrmacht zu bewerkstelligen versucht. So bekam der langjährige Vorsitzende der Paneuropa-Union, Erich Mende, noch im Frühjahr 1945 das Ritterkreuz am Bande. In einem Interview mit Günter Gaus fand Mende noch 1964 keine Kritik am NS:

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Eine „Ablösesumme“ für Kirchen in Sachsen-Anhalt? Katholisches Büro redet sich raus, erwartungsgemäß

Bild: tilly

Die katholische Kirche in Sachsen-Anhalt bekommt jährliche Zahlungen von Land. Dies ist der dortigen Links-Fraktion ein Dorn im Auge. Sie möchte die Verpflichtung mit einer Einmalzahlung beenden. Das will das katholische Büro nicht.

DOMRADIO.DE

Nach der evangelischen Kirche hat auch die katholische Kirche zurückhaltend auf den Vorschlag der sachsen-anhaltischen Links-Fraktion reagiert, mit einer Ablösesumme von 700 Millionen Euro die jährlichen Zahlungen des Landes an die Kirchen zu beenden. Er sei beim Thema Staatsleistungen zwar durchaus „unverkrampft und gesprächsbereit“, sagte der Leiter des Katholischen Büros Magdeburg, Stephan Rether, am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Katholisches Büro verweist auf den Bund

Gleichzeitig verwies er darauf, dass nicht das Land, sondern der Bund laut Grundgesetz „zur Verabschiedung eines Rahmengesetzes, das die Bedingungen für eine Ablösung vorzeichnet“, angehalten sei. Rether vertritt das Bistum Magdeburg und das Erzbistum Berlin in der Landespolitik.

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„Brandbrief“: AfD-Bundestagsabgeordneter wirft Protestanten linke Parteipolitik vor

Eine „Instrumentalisierung des Glaubens durch linke Ideologen“ wirft AfD-Mann Jens Maier der evangelischen Kirche in Sachsen vor. Man lasse sich tagespolitisch einbinden, wirke wie eine Unterabteilung von Grünen und SPD. Die Kirche wehrt sich.

katholisch.de

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Jens Maier wirft der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Sachsen (EVLKS) in einem Offenen Brief „Instrumentalisierung des Glaubens durch linke Ideologen“ vor. Die Kirche lasse sich „in einer Weise tagespolitisch einbinden, dass der Verdacht aufkommt, sie selbst sei zu einer Art Unterabteilung der Grünen und/oder SPD geworden“, so Maier laut einer am Dienstag vom AfD-Landesverband Sachsen verbreiteten Erklärung. Er hatte den „Brandbrief“ nach eigenen Angaben am Sonntag vor zahlreichen Dresdner Kirchen verteilt.

Der Pressesprecher der EVKLS, Matthias Oelke, sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), offiziell habe die Landeskirche bisher keinen solchen Brief erhalten. „Ich kenne den Brief nicht.“ Gleichwohl bestehe zwischen AfD und sächsischer Landeskirche ein „unauflösliches Spannungsverhältnis“. Das habe allerdings nichts damit zu tun, dass „die Kirche irgendwelchen parteipolitischen Lagern hinterherläuft oder aber das selbstständige Denken aufgegeben“ habe.

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Kritik an Seehofers Abschiebe-Forderung für syrische Heimaturlauber

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) stößt mit seiner Forderung nach einer Abschiebung von syrischen Heimaturlaubern auf Kritik.

evangelisch.de

„Insgesamt dürfte sich das Phänomen in engen Grenzen halten, da den Flüchtlingen bewusst ist, dass sie ihren Schutzstatus dadurch verlieren“, sagte Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (online). Nach Informationen aus der Flüchtlingsarbeit der Diakonie gebe es lediglich einzelne Fälle von Flüchtlingen, die nach Syrien reisen.

„Sie tun dies etwa, um den Entzug ihrer Häuser durch das Assad-Regime zu verhindern oder nahen Angehörigen in lebensbedrohlichen Situationen beizustehen, zum Beispiel im Sterben liegenden Eltern“, erklärte die Diakonie. Die Betroffenen gefährdeten mit diesen Reisen ihren Flüchtlingsstatus.

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So war die US-Kirche in den Sklavenhandel verstrickt

Bild: ©KNA

Vor 400 Jahren begann die Sklaverei. Sie gilt als die Ursünde Amerikas. Ihre Folgen vergiften noch heute das Miteinander. Nicht nur die ersten Präsidenten des Landes besaßen Sklaven. Auch Priester, Bischöfe und Orden haben sich schuldig gemacht.

Christiane Laudage | katholisch.de

Sonntagmorgen, elf Uhr – in dieser Stunde manifestiere sich die größte Trennung des christlichen Amerika. Das beobachtete Anfang der 1960er Jahre US-Bürgerrechtler Martin Luther King Jr. Denn um diese Uhrzeit gingen und gehen die Menschen in die Kirche. Damals wie heute bevorzugen nicht nur Katholiken, sondern auch Protestanten den Gottesdienstbesuch in einer Gemeinde mit Menschen eines ähnlichen sozialen und ökonomischen Status. Noch immer ist die Gemeindezugehörigkeit auch massiv von der Hautfarbe bestimmt.

Bischöfe und Orden handelten mit Sklaven

Im 21. Jahrhundert hat die katholische Kirche in den USA nicht nur den Kampf gegen den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen aufgenommen. Ähnlich wichtig ist den Bischöfen heute der Kampf gegen Rassismus. Denn sie wissen, dass Priester, Bischöfe und Ordensgemeinschaften in früheren Jahrhunderten nicht nur Sklaven besessen haben, sondern auch aktiv in den Sklavenhandel verwickelt waren.

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Offener Brief übt scharfe Kritik am Wiederaufbau der Garnisonkirche

NS-Propagandakarte, Kunstverlag Wentz & Co. 1933

Der Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche zählt zu den umstrittensten Bauprojekten in Deutschland. Jetzt flammt neuer Widerstand auf: Ein Offener Brief an den Bundespräsidenten fordert drei konkrete Änderungen am Projekt.

katholisch.de

Mehr als 100 Künstler, Wissenschaftler, Architekten und Kirchenvertreter fordern in einem Offenen Brief an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) Nachbesserungen beim Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche. Die bisherige „Abgrenzung nach rechts“ bleibe „unzureichend und das vermittelte Geschichtsbild ausgesprochen problematisch“, heißt es in der am Montag online veröffentlichten Stellungnahme.

Zu den Unterzeichnern gehören der Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik, der evangelische Pfarrer und Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer, der Galerist Kasper König sowie die Architekten Matthias Sauerbruch und Philipp Oswalt.

Sie fordern drei Veränderungen an dem bereits begonnenen Projekt. So soll das 1991 gestiftete Glockenspiel mit seinen „revisionistischen, rechtsradikalen und militaristischen Widmungen“ abgerissen werden. Zudem verlangen die Unterzeichner den „Verzicht auf die Nachbildung jeglichen Waffenschmucks bei der Rekonstruktion des Gebäudes“. Außerdem sei eine veränderte Trägerschaft des Projekts sinnvoll, „welche nicht die Einheit von Kirche, Staat und Militär wiederbelebt.

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Beschlagnahmter iranischer Tanker soll Gibraltar in der Nacht verlassen

Der mittlerweile unter iranischer Flagge fahrender Öltanker Adrian Darya-1 (früher Grace 1) liegt derzeit noch vor Gibraltar.Foto: REUTERS/Jon Nazca

Die USA forderten die dauerhafte Festsetzung des Schiffs, Gibraltar lehnte dies aber trotz eines US-Gerichtsentscheids ab

DERSTANDARD

Der vor Gibraltar liegende iranische Öltanker Grace 1, der mittlerweile in Adrian Darya-1 umbenannt wurde, wird nach iranischen Angaben in der Nacht auf Montag die Gewässer des britischen Territoriums verlassen. Der iranische Botschafter in Großbritannien, Hamid Baeidinejad, gab den Zeitpunkt am Sonntag auf Twitter bekannt.

Zuvor hatte Gibraltar eine Bitte der USA abgewiesen, den Tanker und seine Ladung zu beschlagnahmen. Dies sei nach EU-Recht nicht möglich, teilte die Regierung mit. Ein US-Bundesgericht hatte den Schritt angeordnet. Das US-Justizministerium begründete ihre Forderung damit, dass der Tanker an „illegalen“ Lieferungen an Syrien beteiligt sei. Die Lieferungen werden nach Angaben des Justizministeriums von den iranischen Revolutionsgarden organisiert, die in den USA als „Terrororganisation“ eingestuft werden.

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Christlicher Erotik-Shop: „Die Kirche muss über Sex reden“

Timon Rahn, Wellington Estevo und Gerhard Peters (v.l.n.r.), Gründer des Sexshops „Schöner lieben“ Quelle: dpa

Vier Bielefelder haben einen christlichen Erotik-Versandhandel gegründet. Gerhard Peters erklärt, warum es dort Vibratoren und Körperpuder, aber keine Pornografie zu kaufen gibt.

Von François Duchateau | WELT

Auf dem Evangelischen Kirchentag, der im Juni in Dortmund stattfand, haben die vier Unternehmensgründer Wellington Estevo, Jonathan Peters, Timon Rahn und Gerhard Peters einen Infostand betrieben und Kondome verteilt. So wollten sie auf ihren Online-Erotikhandel aufmerksam machen, der sich speziell an Christen wendet. Die Aktion hat sich gelohnt. Die Macher von „Schöner lieben“, die aus freikirchlichen Gemeinden stammen, wurden damit schlagartig bekannt.

Derzeit führen sie Gespräche mit Investoren, um Geld für eine Ausweitung des Marketings zu beschaffen. Im Gespräch erklärt Gerhard Peters, wie es zu der Gründung kam und warum er glaubt, dass Christen Bedarf an ihrem Angebot haben.

WELT: Wie läuft das Geschäft, Herr Peters?

Gerhard Peters: Ziemlich gut. Wir kommen der Flut an Anfragen kaum hinterher. Wir betreiben den Shop ja nebenberuflich – noch. Online gegangen sind wir vor anderthalb Jahren, doch es hat ein wenig gebraucht, bis der Shop bekannt wurde. Durch unsere Präsenz beim Kirchentag in Dortmund im Juni haben wir plötzlich eine enorme Aufmerksamkeit bekommen, zuletzt ging es ein wenig durch die Decke.

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Iranischer Gibraltar-Tanker: Beschlagnahmt oder bereit zur Weiterfahrt?

Der Hafen von Gibraltar. Foto: Giorgiomonteforti. Lizenz: Public Domain

Ein amerikanisches Gericht urteilt anders als eines im britischen Überseegebiet

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Ein Bundesgericht in der US-Hauptstadt Washington hat eine Beschlagnahmung des Anfang Juli vor Gibraltar festgesetzten iranischen Öltankers „Grace 1“ verfügt (vgl. Britische Marines entern iranischen Tanker vor Gibraltar). Ebenfalls beschlagnahmt sind der amerikanischen Staatsanwältin Jessie Liu nach die zwei Millionen Fass Rohöl, die das Schiff an Bord hat, und ein Bankguthaben in Höhe von 995.000 Dollar. Letzteres gehört einem Unternehmen, das Liu zufolge im Verdacht steht, Teil eines „Netzwerk von Scheinfirmen“ zu sein, mit dem die seit April von der US-Regierung als Terrorgruppe eingestuften iranischen Revolutionsgarden iranisches Öl nach Syrien schaffen und Geld waschen.

Grundlage der Beschlagnahmeentscheidung sind auf dem Schiff gefundene Karten und Daten aus elektronischen Geräten der Besatzungsmitglieder. Aus ihnen geht der Ansicht des Gerichts nach hervor, dass der Zielhafen des Schiffs der syrische Mittelmeerhafen Baniyas war. Das hatten auch die Behörden in Gibraltar gemutmaßt. Dass das oberste Gericht der Exklave auf der iberischen Halbinsel das Schiff am Donnerstag trotzdem freigab, lag ihren Angaben nach daran, dass die Teheraner Staatsführung vorher schriftlich versichert hatte, das Öl nicht in Syrien abzupumpen.

Flaggen- und Namenswechsel

Aus Teheran hieß es später dazu, diese Darstellung sei irreführend, weil die Landung des Schiffs auch ursprünglich nicht für Syrien bestimmt gewesen sei. Der tatsächliche Zielhafen gehe niemanden etwas an. Man werde jedoch das Schiff nach der Freigabe in Adrian Darya umbenennen und unter iranischer Flagge weiterfahren lassen. Bis 2013 war der Mitte der 1990er Jahre von Hyundai hergestellten Doppelhüllentanker als „Meridian Lion“ unter der Flagge der Marshallinseln gefahren, danach hatte er als „Grace 1“ die Flagge Panamas gehisst.

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Evangelischer Theologe: ‚Fuck you Greta!‘ Greta: ‚You as well!‘

Evangelischer Theologe kritisiert „Klimahysterie“ der deutschen Gesellschaft und der Kirchen. Dies könnte in eine Öko-Diktatur führen.

kath.net

Der evangelische Nürnberger Theologieprofessor Ralf Frisch auf der Internetseite des evangelischen Magazins „zeitzeichen“ anlässlich der Atlantiküberquerung der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg auf einer Hochseeyacht in die USA vor einer „Klimahysterie“ und „Klimahäresie“ gewarnt, dies berichtet „idea“. Im Beitrag „Fuck you Greta!“ vertritt er die Ansicht, dass sich die deutsche Gesellschaft und die evangelische Kirche derzeit im Zustand einer „unheilserwartungsschwangeren Verblendung“ befinden. Diese trage „nicht unproblematische religiöse Züge“. Er sei aus theologischen Gründen „zornig“ darüber, „dass wir uns mit derart heiligem Ernst der klimaapokalyptischen Vision unterwerfen“, so Frisch. Die Wahrnehmung der Welt als klimakatastrophal untergehende Welt verspreche einer säkularisierten Gesellschaft und ihrer Kirche, „die durch die europäische Aufklärung und durch Selbstprofanisierung des europäischen Protestantismus verdünnisierte metaphysische Substanz und den wirklich lebens- und weltbedeutenden Inhalt zurückzugeben“. Während Gott niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocke, gelte „für den unmittelbar bevorstehenden Weltuntergang und seine mögliche Abwendbarkeit das genaue Gegenteil“.

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