Russland unterstützt die Türkei im Streit mit den USA

Russlands Aussenminister Sergei Lawrow und sein türkischer Amtskollege Mevlut Cavusoglu bei ihrem Treffen in Ankara. (Bild: Burhan Ozbilici / AP)
Nach neuen Sanktionen und Strafzöllen haben Russland und die Türkei gemeinsam die Politik der USA scharf kritisiert. «Diese Politik darf nicht fortgesetzt werden», sagte der russische Aussenminister Sergei Lawrow bei einem Besuch in Ankara.

Neue Zürcher Zeitung

«Wir sehen die Verschärfung von Sanktionen als nicht legitime Politik», sagte Lawrow. Die USA wollten den Ton in internationalen Angelegenheiten ohne Abstimmung mit anderen Staaten vorgeben. In der vergangenen Woche hatte Washington sowohl Strafmassnahmen gegen Moskau als auch gegen Ankara verhängt. Im Fall der Türkei verdoppelte Präsident Donald Trump Strafzölle auf Stahl- und Aluminium-Importe aus der Türkei. Die Lira, die seit Monaten schwächelt, ging daraufhin in den freien Fall.

Lawrows türkischer Kollege Mevlüt Cavusoglu forderte während der gemeinsamen Pressekonferenz, dass die «Ära der Schikanen» enden müsse. Die USA würden nur respektiert werden, «wenn sie anderen Ländern und ihren Bedenken zuhören und alle als gleich ansehen».

weiterlesen

Advertisements

Genial daneben: das irreparable Design des Linsenauges

Bild: zdf

Kreationistische Irrtümer über die Qualität der Netzhaut

AG Evolutionsbiologie

Das Planmäßigkeits-Argument besagt, dass biologische Merkmale aufgrund ihrer Beschaffenheit den Eindruck erwecken, als seien sie gezielt erschaffen worden („intelligentes Design“). Wegen ihrer Zweckmäßigkeit und Zielgerichtetheit sei der Schluss auf einen Schöpfer naheliegend, ja sogar die einfachste Erklärung. Diese Argumentation hat mehrere Haken. Einer davon ist die Erkenntnis, dass, sobald man ins Detail geht, die meisten organischen Strukturen, so auch die Netzhaut des Linsenauges, konstruktive Mängel aufweisen, unzweckmäßig arrangiert sind und so in der Gesamtschau den Schluss auf eine zielgerichtete, intelligente Entstehungsursache vereiteln. Gegen diese Einsicht wehren sich Evolutionsgegner mit Händen und Füßen. Zum Beispiel sollen bestimmte retinale Ganglienzellen (sog. MÜLLER-Zellen) in der Netzhaut belegen, dass das Linsenauge optimal für seine Funktion gestaltet wurde. Im vorliegenden Diskussionsbeitrag wird die Argumentation im Detail diskutiert.

 Downloadpdf-Dokument [ca. 343 kB]

Aus dem Inhalt

– Einleitung 

– Das Problem der teleologischen Argumentation 

– Ein Vergleich mit der Technik 

– Die Struktur der Netzhaut: Ein Argument für Evolution! 

– Kreationistische Missverständnisse und retinale MÜLLER-Zellen: Ein Merkmal, das alles verändert? 

– Inwieweit sind Netzhaut und MÜLLER-Zellen optimal für scharfes Sehen? 

– Gibt es „gute Gründe“ für eine inverse Retina? Ja, und die Evolutionstheorie kann sie sogar erklären! 

– Zusammenfassung / Literatur 

Zusammenfassung und Ausblick

Seit Bestehen der Evolutionstheorie wird über den Ursprung des menschlichen Auges gestritten wie über die Entstehung keines anderen Organs. Nach Ansicht der Kreationisten sei das Auge optimal und zweckmäßig für seine Funktion „gebaut“ und deute somit auf ein intelligentes Design hin. Dagegen ist nach Auffassung der Evolutionsbiologen das Auge aufgrund seiner konstruktiven Mängel genau so gebaut, wie man es von einem nicht zielgerichteten Optimierungsprozess erwarten würde: Die Existenz der „verkehrt“ im Augenbecher liegenden (inversen) Netzhaut ist die Konsequenz von Entwicklungszwängen, die sich historisch bis zu den Vorfahren der Wirbeltiere zurückverfolgen lassen. Nur die Evolutionstheorie  kann diesen Befund differenziert (ohne unprüfbare Ad-hoc-Annahmen, quasi-theologische Deutungen zu bemühen) erklären.

Nachdem vor einigen Jahren entdeckt wurde, dass die sog. „MÜLLER-Zellen“ der Netzhaut den Sehvorgang optimieren, da sie wie Lichtleiter wirken, kam noch einmal Bewegung in die Diskussion. Die Kreationisten sehen ihre Position bestätigt, dass das Auge keine Mängel aufweise. Dabei wird übersehen, dass die zweckwidrigen Merkmale nach wie vor existieren. Die MÜLLER-Zellen sind nur eine Behelfslösung, um die Unzulänglichkeiten der ursprünglichen Strukturen so gut wie möglich abzumildern. Die Addition neuer Merkmale zum Beheben konstruktiver Mängel ist ein Kennzeichen evolutionärer Optimierung. Intelligent Design kann insbesondere diese Strukturen des Auges nicht erklären.

Quelle

www.ag-evolutionsbiologie.net/pdf/2011/Design-Linsenauge-Netzhaut.pdf

Download

Autoren: Martin Neukamm / Andreas Beyer

Cem Özdemir: Heimat gibt es nicht alleine

Wer seine Heimat mit Stacheldraht schützen will, wendet sich nach den Worten des Grünen-Politikers Cem Özdemir von der Liebe Gottes ab. „Wer den Begriff Heimat benutzt, um sich abzuschotten, hat kein echtes Interesse daran, die Heimat zu schützen“, sagte Özdemir am Sonntag in einem Gottesdienst zum Rockfestival „Open Flair“ in Eschwege.

evangelisch.de

An dem Gottesdienst, der auf einer Bühne außerhalb des eigentlichen Festivalgeländes stattfand, nahmen rund 700 Besucher teil. „Heimat wird nicht weniger, wenn man sie teilt“, wandte sich Özdemir gegen Abgrenzungsversuche. Heimat sei keine statischer Begriff, sondern etwas, das sich verändere. Auch Musik könne Heimat sein. Ebenso könne auch der religiöse Glaube zu Sicherheit und Geborgenheit verhelfen. Wichtig sei vor allem zu verstehen, dass es Heimat nicht allein gebe. Das Open-Flair-Musikfestival ist mit rund 25.000 Besuchern nach eigenen Angaben das größte Musikfestival in Hessen.

weiterlesen

Mit Allah gegen den US-Dollar

Bild: publicdomainpictures.net/CC0
Kurzer Überblick über den geopolitischen und ökonomischen Hintergrund der aktuellen Krise in der Türkei

Tomasz Konicz | TELEPOLIS

Die Töne werden zunehmend schriller im Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und der Türkei. Nachdem US-Präsident Donald Trump mittels eines Tweets, in dem er die Verdopplung der US-Strafzölle gegen die Türkei ankündigte, die türkische Lira abstürzen ließ, sprach der türkische Staatschef Erdogan von einem „Wirtschaftskrieg“, der von „außen“ gegen sein Land geführt werde. Dollar, Euro und Gold seien die „Patronen, Kanonen und Raketen“ dieses Krieges, so Erdogan.

Die USA hätten der Türkei „den Rücken zugekehrt“, es gebe eine „Währungsverschwörung“ gegen die Türkei, behauptete Erdogan, der abermals eine Anhängerschaft aufrief, Euro, Dollar und Gold gegen die schwindsüchtige türkische Lira einzutauschen, um den „nationalen Kampf“ zu gewinnen. Dabei appellierte der türkische Präsident an den Nationalismus und die religiöse Identität seiner Gefolgschaft: „Vergesst nicht, wenn sie ihre Dollars haben, dann haben wir unser Volk, unseren Gott.“

Neben der ins Hysterische abdriftenden Rhetorik des Präsidenten bemüht sich aber Ankara – bislang erfolglos – um eine Eindämmung der Währungsturbulenzen. Erdogans Schwiegersohn Berat Albayrak, der inzwischen den Posten des türkischen Finanzministers bekleidet, kündigte ein nicht näher spezifiziertes „Maßnahmenpaket“ an, das die Unabhängigkeit der Notenbank sicherstellen, die zweistellige Inflation bekämpfen, und die überhitzte Konjunktur dämpfen solle.

Bislang haben diese Ankündigungen, die mit dem bisherigen Wirtschaftskurs von Staatschef Erdogan – der sich wiederholt als „Zinskritiker“ outete – brechen würden, keine Erholung des Lirakurses zur Folge gehabt. Die türkische Währung ist massiv abgestürzt. Allein die Ankündigung Trumps, weitere Strafzölle zu erlassen, ließ die Lira um 20 Prozent einbrechen. Das türkische Währungsdesaser wird aus mittelfristiger Perspektive erst voll ersichtlich: Vor einem Jahr konnten die Bürger der Türkei einen US-Dollar für rund 3,5 Lira erwerben, nun sind es rund 6,5 Lira.

Den unmittelbaren Anlass dieser Eskalation zwischen den USA und der Türkei bildete die von Ankara praktizierte Politik inoffizieller Geiselnahmen ausländischer Bürger, um hierdurch politische Konzessionen zu erpressen. In Deutschland war es der Fall des monatelang unter fadenscheinigen Gründen inhaftierten Journalisten Deniz Yücel, der diese Praxis ins Bewusstsein der Öffentlichkeit brachte.

weiterlesen

CSU-Familiengeld: Söder sollte eine Denkpause einlegen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. (Foto: dpa)
Das bayerische Familiengeld sollte vor allem ärmere Familien unterstützen – doch aus Sicht des Bundes ist das gar nicht möglich. Damit entpuppt sich wieder eine von Söders großen Ideen als Luftnummer.

Von Lisa Schnell | Süddeutsche Zeitung

Markus Söders Versprechen war eindeutig: Alle Familien erhalten mehr Geld als bisher. Alle, auch Empfänger von Sozialleistungen. So sagte es Söder in seiner Regierungserklärung, so bekräftigte es die Sozialministerin. Es war ein Versprechen, das Söder nicht halten konnte. Nach Auffassung des Bundesarbeitsministeriums muss das Familiengeld mit Sozialleistungen verrechnet werden. Gerade die Ärmsten gingen damit leer aus.

Damit entpuppt sich wieder eine von Söders großen Ideen als Luftnummer. Ähnlich ging es ihm mit seiner Grenzpolizei. Sie sollte Bayerns Eigenständigkeit demonstrieren, am Ende ist sie nicht mehr als eine Hilfstruppe der Bundespolizei. Söder ist stolz darauf, dass er nicht nur redet, sondern handelt. Er könnte seinen Tatendrang zwischendurch aber auch mal bremsen und eine Pause zum Nachdenken einlegen und diese auch seinen Ministern gönnen.

weiterlesen

Österreich: Regierung mit Erlass gegen unkontrollierte Schlachtungen

foto: apa/dpa/mohssen assanimoghaddam Die FPÖ will per Erlass die unkontrollierte Schlachtung von 25.000 Schafen pro Jahr unterbinden.
„Illegale Hinterhofschlachtungen“ sollen unterbunden werden. Die Regelung tritt kurz vor dem islamischen Opferfest in Kraft

derStandard.at

Kurz vor Beginn des islamischen Opferfests (heuer von 21. bis 24. August) setzt die Bundesregierung eine Regelung in Kraft, mit der „illegale Hinterhofschlachtungen“ unterbunden werden sollen. Der Erlass des Sozialministeriums gilt ab 15. August. Wie man bei der FPÖ meint, soll damit die tierquälerische und hygienisch gefährliche Tötung von rund 25.000 Schafen pro Jahr ein Ende finden.

Nicht eingegriffen werde damit in rituelle, ordnungsgemäß durchgeführte Schächtungen an dafür geeigneten Orten wie etwa koscheren Schlachtbetrieben, wurde von freiheitlicher Seite betont. Die Regelung werde schon länger vorbereitet. Im Mai hätten die Landestierschutzreferenten das Sozialministerium aufgefordert, die bestehende Ausnahmeregelung in Hinblick auf eine bessere Kontrolle des illegalen Schächtens zu überarbeiten.

weiterlesen

Fernsehwochenvorschau: „Kann man Gott beleidigen?“

Blasphemie ist ein brisantes Thema in Zeiten, in denen Religion weltweit an Bedeutung gewinnt oder sogar zu einem Politikum werden kann, das Terror und Gewalt auf den Plan ruft. Die Dokumentation geht dem Streit zwischen Meinungsfreiheit und Respekt vor der Religion nach. Und das lohnt sich sonst noch im TV.

evangelisch.de

Der Streit um Blasphemie wird hinterfragt in der Sendung „Kann man Gott beleidigen?“ auf Arte am 15.8.. Ein Beispiel ist die Goldene Reliquienkammer St. Ursula in Köln: Zur Verehrung Gottes gehörte im Mittelalter die Heiligen- und Reliquienverehrung.

weiterlesen

Erdoğan beschwert sich: USA bedrohen Türkei

Spannungen wegen in Türkei festgehaltenen US-Pastor Brunson – Türkischer Präsident sieht sein Land als Nato-Partner unzureichend gewürdigt

derStandard.at

Im Streit mit den USA hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan neue Vorwürfe gegen die Regierung in Washington erhoben. „Sie bedrohen uns“, sagte Erdoğan am Samstag vor Anhängern in der Provinz Ordu am Schwarzen Meer. Er kündigte an, dass die Türkei nicht nachgeben werde: „Man kann diese Nation nicht mit Drohungen zähmen.“

Hintergrund ist das Tauziehen um den US-amerikanischen Pastor Andrew Brunson, der wegen des Verdachts auf Spionage und Terrorvorwürfen in der Türkei unter Hausarrest steht. Die USA fordern seine Freilassung. „Schande, Schande! Sie ziehen einen Pastor einem strategischen NATO-Partner vor“, rief Erdoğan seinen Anhängern zu.

weiterlesen

Söder verteidigt Kreuzerlass – Apostel lobt Verordnung

Screenshot FB
Mit der Landtagswahl im Oktober habe der umstrittene Kreuzerlass nichts zu tun, sagt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Zu diesem Ergebnis kommt auch ein bayerischer Bischof. Er lobt die Verordnung.

katholisch.de

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat erneut den umstrittenen Kreuzerlass verteidigt. „Das Kreuz in Behörden beispielsweise wird in Bayern von einer großen Mehrheit in der Bevölkerung unterstützt“, sagte Söder der „Schwäbischen Zeitung“ (Samstag) in Ravensburg. Auch wies er den Vorwurf, mit dem Thema Wahlkampf zu machen, zurück: „Das Aufhängen eines geweihten Kreuzes in der Bayerischen Staatskanzlei hat nichts mit Wahlkampf zu tun.“ Am 14. Oktober wählen die Bayern einen neuen Landtag.

Söder: Wir machen christliche Politik

Die CSU mache das, von dem sie überzeugt sei, betonte Söder. „Wir machen auch eine christliche Politik, in dem wir Familien fördern, Pflege unterstützen, Obdachlosigkeit bekämpfen und für Menschen mit Behinderung viel Geld investieren.“ Mit Blick auf die Positionen innerhalb der Kirche zu dem Erlass sagte Söder: „Der geistliche Rat hat sich deutlich hinter das Aufhängen von Kreuzen gestellt – wie ein Großteil der Geistlichen in Bayern. Auch bei meinem Besuch im Vatikan habe ich für unsere Position viel Sympathie erfahren.“ Allerdings gebe es „natürlich“ auch in der Kirche unterschiedliche Meinungen, „das ist normal und verständlich“.

weiterlesen

RDF Talk – Carsten Frerk: Kirchenrepublik Deutschland

In seinem Vortrag zum gleichnamigen Buch „Kirchenrepublik Deutschland“ beschreibt Dr. Carsten Frerk erstmals, wie die Kirchen in Deutschland systematisch Einfluss auf die Politik nehmen. Dabei zeigt sich, dass katholische und evangelische Stellen in einer Weise in Gesetzgebungsverfahren eingebunden sind wie keine zweite zivilgesellschaftliche Kraft.

Richard-Dawkins-Foundation

Wie stark der Einfluss der Kirchen auf die Politik ist, zeigt unlängst die Entscheidung des Parlaments zum Thema Sterbehilfe. Laut Dr. Frerk ist die Verabschiedung des „Gesetzes zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung“ 2015 nicht unwesentlich auf die enge personelle Verflechtung von Kirche und Staat in Deutschland zurückzuführen.

So lassen die Kirchen ihre Interessen Realität werden, obwohl es dafür längst keine Mehrheiten in der Bevölkerung mehr gibt. Als größte private Arbeitgeber, als größte Grundbesitzer und als Milliarden umsetzende Wirtschaftskonzerne verfolgen die Kirchen massive Eigeninteressen.

Zum Referenten:

Carsten Frerk ist Politologe und wurde durch kirchen- und religionskritische Werke bekannt. Zudem ist er Autor historischer Romane. Im Mittelpunkt seines Werks stehen Buchveröffentlichungen über die finanziellen Verflechtungen von Staat und den beiden Amtskirchen in der Bundesrepublik Deutschland. Unter anderem deshalb gilt er als Kirchen- und Religionskritiker. Carsten Frerk ist Mitglied im Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung.

Mit Gottvertrauen im RB-Stadion

Die Red Bull Arena (2011). Bild: wikipedia.org/CC BY 2.0 – Phillip
Holy Bulls nennt sich der noch junge christliche Fanclub von RB Leipzig. Eigenhändig haben sie einen Raum am Stadion zur Kapelle umfunktioniert – am Freitag ist Einsegnung. Ungewöhnlich: Die Hälfte der Holy-Bulls-Mitglieder sind gar keine Christen.

Katrin Schreiter | evangelisch.de

Sie haben es selbst in die Hand genommen: einen neuen Fußbodenbelag verlegt, die Wände gestrichen, die Fenster mit kirchlichen Motiven geschmückt und ein großes Holzkreuz angebracht. Am Freitag (10. August) wollen die Holy Bulls, der christliche Fanclub des Bundesligisten Rasenballsport Leipzig, nun die Stadion-Kapelle „Gloria“ an der Red Bull Arena offiziell einsegnen lassen.

RB Leipzig wurde 2009 gegründet, auf Initiative des Energy-Drink-Herstellers Red Bull. Kein Wunder also, dass auch die Fanszene noch recht jung ist. Die Holy Bulls haben sich 2012 zusammengefunden, zwei Jahre später ist daraus ein offizieller Fanclub geworden.

weiterlesen

Söders Auftritt war reiner Wahlkampf

Screenshot FB
Ja, ich gestehe. Ich freue mich, wenn bekannte Personen sich in der Öffentlichkeit zu ihrem Glauben bekennen. Gute Botschafter für die Sache abseits des Kirchenweges sind gerade in Anbetracht der Kirchenaustrittszahlen gut und notwendig.

Pia Dyckmans | katholisch.de

Auch am Mittwoch hat sich eine deutschlandweit bekannte Persönlichkeit zu seinem Glauben bekannt – der bayerische Ministerpräsident Markus Söder. Er hat Maria Vesperbild besucht. Der Inbegriff bayerischen Katholizismus.

Bei den Bildern war ich irgendwie gar nicht mehr so begeistert. Als Wahlmünchnerin habe ich eher ein beklemmendes Gefühl bekommen. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich finde es toll, wenn Politiker sich als Christ „outen“ und dafür einstehen. Ich würde seinen Termin in Maria Vesperbild auch nicht gleich als blasphemisch charakterisieren und ihm das Christ-sein absprechen, wie andere vorab den Besuch kritisiert haben. Das steht uns nicht zu. Aber wenn ein Politiker kurz vor den Wahlen mit einer großen Entourage inklusive Presse im katholischen Bayern so einen bedeutenden Wallfahrtsort besucht, dann bekommen die Bilder ein Geschmäckle. Wenn sich sein Bekenntnis zum Christentum nicht in seiner Politik wiederspiegelt, wirkt es nicht authentisch. Denn eine Politik, die sich nicht an den Werten des Evangeliums orientiert, sondern an den Interessen Bayerns, kann nicht von sich behaupten, sie vertrete das Christentum besser als die Kirche selbst. Oder klingen Abschiebungen in Krisengebiete und Diskriminierung von psychisch Kranken christlich?

weiterlesen

Organische Christus Generation – Schluss mit Gehorsam: Wie Abigail nach 17 Jahren religiöser Sekte entkam

In dem Buch «Erziehe mit Vision!» beschreibt Ivo Sasek die Prinzipien der von ihm propagierten Kindererziehung. Sasek ist Gründer der Sekte «Organische Christus Generation». dpa
Fast ihre ganze Kindheit verbringt Abigail in einer Sekte. Dann schafft die junge Frau den Ausstieg. Ihre Geschichte zeigt, wie sich ein Mensch aus einem mentalen Gefängnis befreien kann. Und sie bietet Einblicke in ein wenig bekanntes Netzwerk.

FOCUS ONLINE

Abigail ist 21 Jahre alt, als sie ihr erstes Leben beendet. Von einem Tag auf den anderen lässt sie alles zurück. Raus aus der alten, rein in eine neue, fremde Welt. „Es ist, als wäre ich auf einem neuen Planeten gelandet“, sagt sie.

Die junge Frau mit den blonden Haaren und den blauen Augen wirkt selbstbewusst, fröhlich. Nichts deutet darauf hin, dass sie fast ihr gesamtes Leben in einer als abgeschottet und eng empfundenen Gemeinschaft verbracht hat. In einem Café in Düsseldorf erzählt sie davon, wie sich ihr Leben plötzlich in ein Vorher und Nachher teilte.

Als Abigail vier Jahre alt ist, treffen ihre Eltern die Entscheidung, in eine Gemeinschaft einzutreten, deren Namen nur wenige kennen: Organische Christus Generation – kurz OCG. So nennt sich die Sekte mit Zentrum in der Schweiz, die auch in Deutschland und Österreich Anhänger hat. Abigail und ihre vier Geschwister werden damit zu „OCGern“. Wenn sie von dieser Zeit erzählt, verschwindet das Lachen plötzlich aus ihrem Gesicht. Etwas Ernstes, Verletzliches schimmert durch.

weiterlesen

Religiotie: Söder zündet in Wallfahrtsort Kerze an – für Bayern

© Bild: Christopher Beschnitt/KNA
Vorab hatte es scharfe Kritik gegeben: Dennoch besuchte Markus Söder heute den Wallfahrtsort Maria Vesperbild. Wallfahrtsdirektor Erwin Reichart war dabei voll des Lobes für den bayerischen Ministerpräsidenten und seine Politik.

katholisch.de

Markus Söder (CSU) hat als erster amtierender bayerischer Ministerpräsident die mittelschwäbische Wallfahrtsstätte Maria Vesperbild besucht. „Wir Christen sind Ihnen überaus dankbar, dass Sie ein Zeichen für das Christentum setzen“, begrüßte ihn Wallfahrtsdirektor Erwin Reichart am Mittwoch in Ziemetshausen. Söder selbst äußerte sich nicht öffentlich. Nach seiner Ankunft begab er sich für eine Andacht in die Kirche. Dann entzündete er in der Mariengrotte eine Kerze mit der Aufschrift „Gott schütze Bayern“. Etwa 400 Menschen nahmen an dem Termin teil. Söder hatte den Stopp in Vesperbild auf seinem Weg zur Kabinettssitzung in Ursberg eingelegt.

weiterlesen

Kirchengemeinde muss Stadt Sozialleistungen für Syrerin erstatten

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Eine Kirchengemeinde in Lübbecke hat für syrische Flüchtlinge gebürgt und wehrt sich vor Gericht gegen Kostenbescheide der Behörden. Initiativen und Kirchen dringen auf eine politische Einigung von Bund und Ländern zur Entlastung der Bürgen.

Thomas Krüger | evangelisch.de

Die Enttäuschung steht Pfarrer Eckhard Struckmeier aus Lübbecke ins Gesicht geschrieben. Das Verwaltungsgericht in Minden hat am Mittwoch seine Kirchengemeinde zur Erstattung von 10.000 Euro Sozialleistungen an die Stadt Lübbecke verurteilt. Dass Bürgen auch nach der staatlichen Anerkennung von Flüchtlingen weiter für deren Lebensunterhalt einstehen sollen, ärgert Struckmeier: „Auf Menschen, die sich für Flüchtlinge engagieren, wirken die Forderungen wie eine Bestrafung.“

Aufgrund von Verpflichtungserklärungen der Kirchengemeinde konnten sich 2014 zwölf syrische Bürgerkriegsflüchtlinge nach Lübbecke in Sicherheit bringen, darunter auch Frau M. „Wir übernahmen die Bürgschaften auf Bitten von Verwandten der Syrer, weil diese selbst nicht genug Geld dafür hatten“, berichtet der Pfarrer. 100.000 Euro legte der Kirchenkreis Lübbecke für das mit den Verpflichtungen verbundene Risiko in eine Rücklage.

weiterlesen

Die Ausbreitungsdynamik des Christentums

Kirche in Schwerin. Bild: ©bb

Eine Studie an 70 austronesischen Gesellschaften zeigt, dass das Christentum vornehmlich von den Herrschern auf das Volk übertragen wurde. Nicht in großen, sondern in überschaubaren und hierarchisch gegliederten Gesellschaften wurde es am schnellsten übernommen. Sozial schwache Schichten und höhere Geburtenraten scheinen eine untergeordnete Rolle in der Verbreitungsdynamik zu spielen.

Andreas E. Kilian | hpd.de

Wissenschaftler aus Australien, Neuseeland, Großbritannien und vom Max-Planck-Institut in Jena untersuchten mit Hilfe von Computersimulationen, wie sich politische Hierarchien, soziale Ungleichheit und Bevölkerungsgröße auf die Ausbreitung des Christentums in 70 austronesischen Gesellschaften ausgewirkt haben. Wie das Team um Dr. Joseph Watts in Fachjournal Nature Human Behaviour berichtet, eigneten sich die austronesischen Gesellschaften besonders gut, da sie sich über weite Teile der pazifischen Inselwelt von Ostafrika bis Südostasien bis in den Südpazifik ausgebreitet hatten, eine gemeinsame Sprache aufwiesen und relativ zeitgleich im 18. und 19. Jahrhundert missioniert wurden. Die Gesellschaftsstrukturen reichten von sehr kleinen, egalitären Familiengemeinschaften bis hin zu großen, politisch komplexen Gesellschaften, von denen einige das Christentum innerhalb eines Jahres, andere erst nach 200 Jahren übernommen hatten.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass das Christentum am schnellsten übernommen wurde, wenn politische Führungsstrukturen vorhanden waren, die ihrerseits erfolgreich missioniert worden waren. Die neuen religiösen Überzeugungen wurden „Top-Down“ übertragen.

weiterlesen

Weil Gott es so will? Die Todesstrafe im Alten Testament

© Bild: Benedikt Plesker
Papst Franziskus hat die Todesstrafe für unzulässig erklärt. Das Alte Testament sah das noch anders. Aber auch hier ist die Haltung nicht immer so klar, wie es eine landläufig mit dem Alten Testament in Verbindung gebrachte Auge-um-Auge-Zahn-um-Zahn-Ethik suggeriert.

Till Magnus Steiner | katholisch.de

Die Katholische Kirche verpflichtet sich mit einer Anpassung des Katechismus im Absatz über die Todesstrafe dazu, „sich mit Entschiedenheit für deren Abschaffung in der ganzen Welt“ einzusetzen (KKK 2267). Weltweit haben 142 Länder die Todesstrafe in ihrem Rechtssystem abgeschafft oder wenden sie zumindest nicht mehr an. Für das Jahr 2017 hat Amnesty International 993 Hinrichtungen in 23 Ländern dokumentiert. Nun hat Papst Franziskus allgemein festgelegt, „dass die Todesstrafe unzulässig ist, weil sie gegen die Unantastbarkeit und Würde der Person verstößt“.

Im Alten Testament hingegen, dem ersten Teil der christlichen Bibel, stellt die Todesstrafe eine selbstverständliche Praxis dar, deren Berechtigung explizit nicht angezweifelt wird. So sollen zum Beispiel die Tötung eines Menschen (Exodus 21,12), Menschenraub (Exodus 21,16), das Schlagen oder Verfluchen der Eltern (Exodus 21,15-17), Sodomie (Ex 22,18), Zauberei und Fremdgötterverehrung (Ex 22,17-19) mit dem Tod des Täters bestraft werden.

weiterlesen

Alice Schwarzer:“Keine Abtrünnige von nichts“

Nimmt Religion gelassen – die Feministin und „Emma“-Gründerin Alice Schwarzer (Henning Kaiser/dpa )
Deutschlands bekannteste Feministin Alice Schwarzer ist bei atheistischen Großeltern aufgewachsen. Als Kind wollte sie erst katholisch werden, hat sich dann aber evangelisch taufen lassen. Gläubig sei sie nicht mehr, auch wenn sie mit dem verstorbenen Kardinal Meisner „ein freundschaftlicher Kontakt verbunden“ habe.

Alice Schwarzer im Gespräch mit Andreas Main | Deutschlandfunk

Andreas Main: Frau Schwarzer, Sie sind in einer atheistischen Familie in Wuppertal aufgewachsen, haben sich mit zwölf Jahren taufen lassen. Was steckt Ihnen mehr in den Knochen: Der Atheismus oder die Mitgliedschaft in einer Kirche?

Alice Schwarzer: Ja, wissen Sie, ich bin in einer ziemlich untypischen Familie aufgewachsen, zum einen bei den Großeltern, und dann gab es eine gewisse Rollenumkehr. Die Großmutter war sehr politisch, sehr Anti-Nazi und war der Kopf der Familie und der Großvater war der Fürsorgliche und Sanfte und so.

Dann waren wir – Sie werden gleich sehen, warum ich so weit aushole – evakuiert, als Wuppertaler, in Franken in einem Dorf. Da galten wir als die „Saupreußen“. Ich war schon einmal in einer komischen Situation als uneheliches Kind bei den Großeltern. Die Großeltern waren auch ein bisschen komisch. Als Saupreußen wird man dann in einem fränkischen Dorf auch als ziemlich komisch empfunden, sodass bei mir doch das Bedürfnis aufkam, nicht mehr immer „die Andere“ zu sein, sondern dazuzugehören – was dazu führte, dass ich mit äußerstem Eifer als kleine Drei-, Vier-, Fünfjährige in die katholische Kirche rannte, so eifrig da betete, dass ich meine Schuhe vergaß und auch schon mal zu Hause auf die Knie fiel und betete: „Maria, du Gebenedeite“ – was von meiner Großmutter mit einem freundlichen Lächeln begleitet wurde.

weiterlesen

National Security Experts Throw Cold Water on Space Force Euphoria

President Donald Trump wants a new Space Force branch of the U.S. military, but it reopens an old argument about military uses in space. Here, the U.S. Air Force Thunderbirds fly over NASA’s Kennedy Space Center in Florida with retired NASA astronaut and Air Force Col. Buzz Aldrin. Credit: U.S. Air Force photo/Tech. Sgt. Christopher Boitz
A military branch for space might indeed be necessary for the United States to maintain its superpower status in the final frontier. But the Pentagon and Congress should not rush to create a Space Force without at least weighing the downsides, experts caution.

By Sandra Erwin | SPACE.com

President Trump on June 18 ordered the Pentagon to form a sixth branch of the military dedicated to space, and Congress is poised to back that request with legislation that would be included in the 2020 defense policy bill.

The president thrust the Space Force into the limelight, but neither the administration nor Congress has clearly defined its mission, said Brian Weeden, program director at the Secure World Foundation. [Military Space – Spacecraft, Weapons and Tech]

Weeden spoke on Monday at The Brookings Institution in a panel discussion on the pros and cons of having a separate military service for space.

Former Secretary of the Air Force Deborah Lee James has been one of the harshest critics of Trump’s proposal. The Space Force in her mind is the classic shiny object that distracts from the real debate. And Washington being Washington, „it is a virtual certainty that if a space force is legislated and goes through, it will consume a lot of time, a lot of effort and absolutely will be a distraction.“

In the end, „it could end up being the best thing since sliced bread,“ said James. But it would come at a huge price because it will „slow down the momentum“ in the Air Force to accelerate space investments and programs. „At this moment the focus is on getting things done,“ said James. „Suddenly the focus will shift on who is going to report to whom, and how do we get these directives written and everything that goes along with creating a brand new bureaucracy.“

read more

Markus Söder unbeliebtester Ministerpräsident

Verliert Zustimmung: Markus Söder (CSU), bayerischer Ministerpräsident.Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Und der Grüne Winfried Kretschmann liegt weit vorne. Wie die Regierungschefs in den Ländern bei ihren Bürgern abschneiden.

Von Albert Funk | DER TAGESSPIEGEL

„Unterwegs im Land: heute morgen in Regen, am Abend in Traunreut. Bayern ist das schönste Land und verbindet Innovation und Tradition. Bei uns lebt es sich einfach besser.“ So twitterte Markus Söder in der vorigen Woche. Am Samstag dann ein Twitter-Bild vom Ministerpräsidenten des schönsten Landes auf einem Holzsteg am Wasser, hemdsärmelig und auch die dunkle Hose aufkrempelt. „Wünsche ein schönes Ferienwochenende. Am besten an einem bayerischen See. Hier lässt es sich leben…“ Söder im Einklang mit sich und den Seinen, dem bayerischen Volk. Weiß-blauer Wohlfühl-Wahlkampf nach dem offenkundig fehlgeschlagenen asylpolitischen Profilierungsmanöver gegen die Berliner Blase und die Kanzlerin. Auch eine Art Flucht.

weiterlesen